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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der Flaschenmann und die Stützung der Gesellschaft

| 145 Lesermeinungen

Es gehört nicht viel dazu, zum Kulturpessimisten zu werden: Es reicht, wenn eine kirchliche Institution im Verein mit ein paar stadtbekannten Kneipiers eine Disco in der Altstadt keine 50 Meter vom eigenen Haus entfernt aufmacht. Dann wird gesoffen und gelätmt, es wird getorkelt und gebrüllt, und gäbe es da nicht einen Flaschenmann, wäre das alles vielleicht noch viel schlimmer.

Die Dinge leeren und die Namen füllen sich.
Octavio Paz, Der sprachgelehrte Affe

Wenn sich morgen im Westviertel dieses Jahr vielleicht, bedingt durch Prügel- und Missbrauchskandale, etwas weniger Leute als sonst auf die Räder schwingen, um bei schönem Wetter den Ostergottesdienst zu besuchen, werden sie nicht ahnen, was nur wenige Stunden davor rund um die alten Plätze der Stadt geschah. Denn es ist nicht nur Karsamstag, sondern auch normaler Samstag, und entsprechend voll ist die Stadt mit Menschen in guter Stimmung, alkoholisch unterfüttert und mit Testosteron geschwängert. Nicht wenige betrinken sich mehr oder weniger gezielt, und dann kommen all die üblichen Nebenwirkungen; es wird sich übergeben und die Stadt mit Körperausscheidungen verdreckt, es bleibt der Müll zurück, und ab und an zerdeppert einer aus Freude eine herumstehende Flasche, an der sich am nächsten Morgen der Gottesdienstbesucher die Reifen aufschneidet – wenn das junge Pack, nennen wir es als Hausbesitzer in der Altstadt ruhig so, wir haben ja auch schon einige von denen angezeigt, wenn also das junge Pack also dazu die Gelegenheit hat.

Bild zu: Der Flaschenmann und die Stützung der Gesellschaft

Dazu bräuchte es aber zuerst eine Flasche, die jemand ohne die Notwendigkeit, das Pfand einzulösen, irgendwo zurück gelassen hat. In weiten Teilen des Packs gehört es heute schon zum guten Ton, mit der Flasche in der Hand durch die Stadt zu laufen, und sie dann vor dem nächsten Lokal stehen zu lassen. Die paar Cent kann man sich leisten, und die Stadt soll selbst sehen, wie sie mit dem Dreck fertig wird. Man müsste sich also nur danach bücken und werfen, und schon könnte man die Strasse für Radler schlecht passierbar machen, Lärm erzeugen für die Anwohner, oder vielleicht sogar ein Fenster einwerfen, und anderes, was heute eher als Bagatelle wirkt.

Aber da kommt auch schon ein kleiner Mann um die Ecke, ein Fahrrad schiebend; er bückt sich, hebt die Flasche auf und verstaut sie. Es ist eine amüsante Sache, diesem Herrn ein wenig durch die mondhelle und geistesfinstere Nacht meiner dummen, kleinen Heimatstadt zu folgen, da sich die Jugend betrinkt und man vielleicht auch wenig anderes zu tun hat; viel ist ja nicht los, also bleiben wir bei dem Herrn, betrachten wir sein Tun und überlegen wir uns die Konsequenzen. Gerade weil die herumliegende Flasche eine Gefahrenquelle für uns Besitzer grösserer Liegenschaften ist, oder zumindest ein Ärgermis am nächsten Morgen, und er sie freundlicherweise verschwinden lässt.

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Rein äusserlich könnte er auch ein französischer Bauer sein, oder ein englischer Jäger, irgendjemand, der sich oft draussen aufhält. Er ist in einem undefinierbaren, dunklen Braungrün gekleidet; es ist zweckmässig und trotzdem nicht nachlässig. Er trägt ein Wollsakko und einen Pullover darunter, auf dem Kopf eine Kappe und Hosen, die dann doch einen Hinweis geben, dass es um ihn nicht allzu gut bestellt sein kann. Die Hose ist definitiv zu lang, sie wirft oberhalb der Füsse deutliche Wülste, und da ist offensichtlich niemand, der ihm die Hosenbeine kürzt. Unter all den Besoffenen und Vorgeglühten, unter den Schwankenden und Brüllenden fällt er aber vor allem durch seine Nüchternheit auf; sein Gang ist sicher und schnell, seine Bewegungen sind zielorientiert und rational, er hat eine Aufgabe und eine Absicht. Er sammelt Flaschen.  Er geht die stark frequentierten Orte ab und bemächtigt sich der leeren Gläser.

Er hat sogar etwas, das uns längst verloren gegangen ist, die wir mit Freuden vor Gericht gegen glatzköpfige Wehrdienstleistende und peinlich betretene Kinder von Eltern aussagen, die nicht glauben wollen, dass ihre  Brut erst dem Skoda und dann dem Mercedes aufs Dach gesprungen sind. Er glaubt an die Vernunft dieser Wesen, die uns die Nächte erschweren, und so steuert er die Abfalleimer an, in die man logischerweise die Flaschen stecken würde, wäre man vernunftbegabt und hätte keine Alternative zum Pfandeinlösen, Der Flaschenmann hat zu diesem Zweck extra eine Taschenlampe dabei, mit der er in die Behältnisse leuchtet, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Er findet nicht jedes Mal eine Flasche, aber wenn er eine sieht, greift er schnell und entschlossen zu, verstaut sie in seinem Rucksack, und sucht weiter.

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Zu gerne wüsste ich, was ihn konkret in die Partynacht dieser Stadt treibt; an Hunger glaube ich nicht, denn dazu ist er beim Zugriff nicht gierig und verzweifelt genug. Mit einem Loch im Magen würde er nicht so überlegt vorgehen. Vielleicht ist er einer der hier eher seltenen Empfänger von Hartz IV, der einen Trick gefunden hat, sich an den Nachstellungen des Staates vorbei etwas hinzu zu verdienen. Vielleicht ist er auch einfach nur arm; Obdachlos scheint er nicht zu sein, vielleicht aber hasst er den Umgang all der Sorglosen mit Geld, das sie einfach wegwerfen, irgendwer wird schon zahlen, diesmal die Eltern und später gibt es vielleicht ein Grundeinkommen für alle, da braucht man die lausigen Cent doch nicht. Der Flachenmann denkt anders, und er hat mit seiner Taschenlampe über dem Mülleimern mehr Respekt verdient als jene, denen es devinitiv besser geht, die genau diese Erfahrung nicht haben, und vielleicht deshalb so sind, wie wir das Wochenende um Wochenende betrachten können – denn wie sollte jemand, der vor seinem eigenen Vermögen schon keinen Respekt hat, den Besitz Anderer achten?

Es sind diese Momente, da ich gerne eine Firma hätte. Oder eine Organistion, oder zumindest eine Stelle zu vergeben.  Was immer den Flaschenmann dazu gebracht hat, hier und jetzt durch meine Stadt zu laufen, in der er ein Nichts in Augen des Sozialamts ist, und ich ohne jeden Verdienst, nur durch mein hier Sein zu den geachteten Herrschaften zähle, die man mit Namen kennt und deren Reisen und Gäste Thema auf dem Wochenmarkt sind; was immer diese Ungleicheit geschaffen hat, an deren einem Ende er irgendwohin verschwindet, wo er die Flaschen hortet, und ich heimgehe in das Stammhaus meiner Familie und Tee aus silbernen Kannen trinke; was immer uns trennt – es ist nicht gerecht. Und da sollte man etwas tun. Ich bin nur ein Beobachter und Leidtragender des Packs, aber der Flaschenmann ist in dieser Nacht das ordnende Prinzip.

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Er ist pedantisch, er hat ein System, er hat eine Strategie entwickelt. Die Tüten an seinem Rad sind so sauber geordnet, wie Bankenbilanzen dreckig und vermüllt sind. Sammlung, Bewertung und Einordnung betreibt der Flachenmann in einem einziger Arbeitsgang. Ich möchte in einem Staat leben, der so ordentlich, rational und durchdacht ist wie das System, mit dem der Flaschenmann aus dem kleinen Rad eine Transporteinheit für weit über 100 unterschiedliche Objekte macht. Ich hätte gerne, dass er Atomkraftwerke kontrolliert und Banken überwacht, ich sähe diesen Arbeitsethos gerne anstelle der Ideologie, nach der man morgen später kommt, wenn man heute zu viel saufen war. Ich würde zumindest all die Schreier gerne zwangsverpflichten, eine Nacht mit ihm durch die Stadt zu gehen und zu sehen, was er sieht. Und während ich zu meiner warmen Wohnung mit den Tausenden von Büchern und den weichen Betten weitergehe, taucht er aus dem kalten Schwarz vor mir auf und hat wieder ein paar neue Flaschen dabei.

Wenn morgen die Spiesser und feinen Leute aus dem Westviertel kommen und dann vergnügt wieder fahren, weil das Leben schön und reich ist, die Kinder aus den grossen Städten kommen, und ihre Räder so leicht und frei von Plattfüssen drehen, werden sie nie wissen, dass der Flaschenmann sein Rad ein paar Meter weitergeschoben hat, für neue Flaschen, ein paar Euro, zu ihrem Nutzen, für die Schönheit der Stadt und die leise Frage, ob, wenn wir schon das grölende, saufende und kotzende Pack als Unterschicht definieren, die Stützen der Gesellschaft nicht doch eher die Flaschenmänner sind, als die Eltern, die den Alkoholismus ihrer Bratzen nicht ordentlich kontrollieren, bis sie unter meinem Fenster eine Mutprobe machen, und ich die Polizei rufe. Am Montag liest man dann im Westviertel kopfschüttelnd von den Schlägereien in der Altstadt, aber ich finde bei aller Dramatik und der ausgleichenden Gerechtigkeit der blauen Flecke und Ausnüchterungszellen, dass mir die Geschichte vom Flaschenmann sehr viel besser gefällt.

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145 Lesermeinungen

  1. lieber Don Alphonso, es ist...
    lieber Don Alphonso, es ist schön, aufmerksam und wohltuend, dass Sie für den Eintrag am -fast- Ostersonntag das Thema Armut, Würde, Achtung des Unscheinbaren und Gemeinwohl an einem aktuellen Beispiel schildern. Der Inhalt hat einen pastoralen Touch und spart nicht an freundlicher Härte.

  2. Geehrter Don, auch mir...
    Geehrter Don, auch mir gefällt sie sehr gut, insbesondere, die Geschäftsordnung einer Bank auf die mit der an dem Stadtrat baumelnden Taschen zu reduzieren. Einfach genial. Letztes Foto wirklich beeindruckend vielsagend.
    Und zu den marodierenden Flaschen kann jeder Städter was sagen. Und zu den Flaschen, die der Beschriebene nicht aufgreifen konnte, jeder Fahrradreifen.

  3. Zuwendung, Distinktion, Gnade...
    Zuwendung, Distinktion, Gnade – q.e.d.
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    Was der Mann mit den Flaschen macht, das sollten die Patrizier mit der Unterschicht machen.

  4. Die besten Taten für unsere...
    Die besten Taten für unsere Gesellschaft erfolgen im Verborgenen.
    All diesen Unbekannten sollte unser Dank gelten.

  5. Welch schöner Ostertext,...
    Welch schöner Ostertext, vielen Dank! Nach meiner bescheidenen Meinung schreiben Sie immer dann am besten, wenn es Ihnen gelingt, über die eigene Nasenspitze und diverse Silberkannen hinaus zu sehen – ihre Texte werden dann angenehm frei von Dünkel und Zynismus und überzeugen durch Ihre Verbindung von genauer Beobachtung, erlesener Sprache und schlichter Menschlichkeit. Ui, so viel Pathos! Nehmen Sie es als mein „Wort zum Sonntag“, Don Alphonso. Frohe Ostern allerseits.

  6. Da schimmert ja ein wenig...
    Da schimmert ja ein wenig Preußen unter der bayrisch-barocken Fassade durch, Herr Porcamadonna, gefällt mir.

  7. Das ist mittlerweile...
    Das ist mittlerweile normal.
    Ich seh die Flaschensammler jeden Morgen um 5 Uhr.
    Mittlerweile auch in Konkurrenz. Auch Frauen. Um sich ein Brot zu kaufen. So manche Rente ist schlichter als Harz. Da ändert sich was gewaltig in unserer Gesellschaft. Frohe Ostern.

  8. Werter Don, so sehe ich das...
    Werter Don, so sehe ich das auch:….und er hat mit seiner Taschenlampe über dem Mülleimern mehr Respekt verdient als jene, denen es devinitiv besser geht, die genau diese Erfahrung nicht haben …… – denn wie sollte jemand, der vor seinem eigenen Vermögen schon keinen Respekt hat, den Besitz Anderer achten?
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    Leider wird der Flaschenmann von den gröhlenden Bratzen irgendwann voraussichtlich auch noch zum Opfer ihrer alkoholschwangeren Überheblichkeit. Man kann nur hoffen, dass er weiter unauffällig bleibt und ihm alles Gute wünschen.

  9. Liebe Rosinante, lieber Nico,...
    Liebe Rosinante, lieber Nico, nun, es ist ja eher ein Kareintrag, ein letzter, und man muss es ja nicht immer so katholisch plakativ machen. Und ich bewundere stets Dinge, die, wie dieses Rad, in perfekter Balance sind. Das würde kein Betrunkener schaffen.

  10. HansMeier555, was soll das...
    HansMeier555, was soll das sein? In Automaten stecken und das Geld kassieren? Das haben wir schon, nennt sich Sozialpolitik.
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    Martha, das sehe ich auch so, aber es ist einfach oft wenig erbaulich, darüber zu lesen; Alzheimer etwa ist so ein Thema, um das ich mich vom ersten Eintrag an drücke.

  11. Barocke Hörerin, danke, aber...
    Barocke Hörerin, danke, aber wenn ich ehrlich bin: Ich schreibe gerne über Dünkel. Freundliche Texte mit „social interest“ sind mir dagegen ein Graus, ich konfrontiere gern mit Arroganz und Hybris. So ist es nun mal. Hier ging es, weil das Soziale immer noch gebrochen ist.
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    Brandenburger, ich wüsste zwar nicht genau wo, aber wenn es gefällt, ist es gut.

  12. Werter Don im letzten Blog...
    Werter Don im letzten Blog regten Sie noch die Abschaffung des Flaschenpfandes an. Ich plädiere für einheitlich 25 Cent pro Gefäss, egal was drin ist.
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    Über das Geldvermögen des Flaschenmannes kann man sich auch täuschen, es ist gut möglich, dass er bereits ausreichend Geld am Konto hat, seine Lebenseinstellung ihm -entgegen der besitzlosen Berliner Existentialisten- aber gebietet weiter einer „ehrbaren Arbeit“ nachzugehen.

  13. Tulpe, sicher, die armut in...
    Tulpe, sicher, die armut in diesem Land ist erschreckend. Bislang aber waren Flaschensammler noch meinem Eindruck weniger Leute, die allzu gut strategisch denken konnten, insofern ist das hier eine Ausnahme.
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    Köstlich, bislang ist es hier meistens immer noch so, dass Gleiches Gleichem das Gesicht einschlägt, leider jedoch mit zumehmender Brutalität und ohne Rücksicht auf Beisteher. Ich persönlich würde ja plädieren, die Profiteure der Darreichung solcher Gewalt – manager von Privat-TV-Anstalten und ihre Helfershelfer in den Medien – auch mal ein paar Nächte in solche Ecken zu schicken, damit sie das nächste Mal vorsichtiger mit den Vorbildern sind. Gerade Musiksender haben da ja eine gewisse, unrühmliche Funktion gehabt. Ansonsten muss man dringend etwas gegen den Suff tun.

  14. Don Alphonso, "über Dünkel...
    Don Alphonso, „über Dünkel schreiben“ und „mit Arroganz und Hybris konfrontieren“ ist nicht dasselbe wie dünkelhaft schreiben und Arroganz und Hybris ausstrahlen. Sie scheinen mir manchmal Menschlichkeit mit Harmlosigkeit zu verwechseln und ein aufgeblasenes Ego mit Originalität.

  15. Werter Don Alphonso,
    ich...

    Werter Don Alphonso,
    ich komme soeben aus dem Osterhochamt und finde, dass Ihr Text auf wunderbare Weise der Wirkung des Evangeliums einen Nachhall gibt. Würde, Demut und Zuversicht.
    All diese scheint Ihre Flaschensammler auszustrahlen. Tugenden, die Kaputzenjackejungen, die meine Stadt ebenso terrorisieren wie die Ihre, nicht kennengelernt haben. Ich sitze fast etwas betroffen in meinen Räumen und denke an ähnliche Menschen, die ich jeden Tag im hansestädtischen Umfeld meiner Stadt sehe. Ebensolche Flaschensammler, eine alte Frau – ehemals in niederer Position bei einer Bank angestellt – die im höchsten Alter mit ihrem Gehwagen durch die Strassen geht und mittels einer Zangenvorrichtung Müll aufsammelt, der Mann, der jeden Morgen die Zeitungen aus dem Papiermüll des Bahnhofs hervorzieht, aber lediglich das Blatt mit den klugen Köpfen und ausgewählte andere mitnimmt und Blödzeitungen wieder in den Müll stopft.
    All diese Menschen zeigen, dass – egal auf welcher Stufe der Pyramide man steht – Würde, Demut und Zuversicht wunderbar ordnende Elemente für ein fridevolles Miteinander aller Klassen sein können. Leider aber nicht sind. Denn der Kaputzenmann ist – leider und vermutlich – unsere bedrohliche Zukunft.

  16. @Don
    Nein, sondern: "Abholen,...

    @Don
    Nein, sondern: „Abholen, wo sie sind“, um sie dann wieder in den allgemeinen Kreislauf zu reintegrieren.

  17. Frohe Ostern, lieber Don...
    Frohe Ostern, lieber Don Alphonso.
    Ich mag es, wenn Sie über Silberkannen schreiben und genau so mag ich es, wenn Sie so sensibel beobachtend über Pfandflaschen referieren … wie nah diese Dinge doch beieinander liegen …
    Das alte Sprichwort „wer den Pfennig nicht ehrt …“ fällt mir immer ein, wenn ich sehe, wie Jugendliche mit lässiger Geste an der Supermarktkasse auf die Herausgabe ihres Retourgeldes verzichten … alles war unter 50 Cent liegt, wird mit einem coolen „passt schon“ in den Kassen der Supermarktketten liegen gelassen … und wie ich von einer Verkäuferin weiß, ist das nicht ihr Trinkgeld, sondern sie muss es ordnungsgemäß abliefern …. ja, wie sollen sie das Eigentum anderer respektieren, wenn sie ihr eigenes nicht wertschätzen …

  18. Im Glockenbachviertel sind das...
    Im Glockenbachviertel sind das deutlich abgeschabtere vermülltere Gestalten als in In…olststadt , die nachts die Flaschen sammeln. Und warum nachts? Nicht immer nur, weil man als Aufleser sofort an die neuen leeren Flaschen herankommt, sondern vermutlich auch, weil man nachts eben weniger von allen gesehen wird. Es ist schon ein Stück Scham dabei, arm zu sein und „das nötig zu haben“.
    .
    Naürlich sollten sich das eher die unüberlegten Flaschenwegwerfer fragen. Daran sehe ich, dass einiges an Werten verschoben ist.

  19. Kann mich erinnern, wie zwei...
    Kann mich erinnern, wie zwei Obdachlose in der Berliner U-Bahn über den eklatauslösenden Rücktritt eines Bundesfinanziministers disktuierten.

  20. Guter Don A.
    frohe Ostern und...

    Guter Don A.
    frohe Ostern und nach Palmsonntag in neun Monaten, wird eine Niederkunft erwartet, die mir die Eier in die Bäume treibt. Aber der Flaschenmann ist vielleicht auch ein Opfer des „Nieder wieder Krieg“-absichten des Altkanzler Helmut Kohl und Ihre Ausführungen haben die Zeit überstanden ohne weiter betroffen zu sein. Vielleicht waren Sie eingefroren für 66 Jahre und fragen sich nur deshalb dies, weil der Lauf der Dinge Sie profitieren lässt.
    .
    Mir kann diese Erscheinung erspart werden, weder Glasscherben noch Erbrochenes ist schön oder kunstvoll. (es stinkt) Die Zweisammkeit wird sich bestimmt verstimmen und der Graus zur Normalität.
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    Helfen kann man dem nicht, aber selber nicht in Versuchung kommen, dass reicht.
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    Und ein Ei will ich dann doch Verstecken, mit der einfachen Steuerreform müssen wir dann die Schweden, Engländer, Iren oder Austraulier Ihre „zu viel gezahlte Mwst.“ zur Umsiedlung ausschütten, damit unser Alltag in der Ferne nachempfunden wird.
    .
    Frohe Ostern

  21. Verehrter Don...
    Verehrter Don Alfonso,
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    erlauben Sie mir diesmal einen kritischen Einwurf.
    .
    Mit dem 10ten Glas Champus in der Hand träumt man schnell alles Mögliche von leeren Bierflaschen.
    Mit vollem Bauch schreibt es sich leicht über Hunger und Durst und mit dem Hintern am warmen Ofen leicht über den eisigen Nordwind.
    .
    Aus dieser Perspektive kommt dabei immer etwas Romatisierendes heraus.
    Man muß es ja nicht selbst erleben.
    .
    In Ihrem Revier, der besseren Gesellschaft jedoch und insbesondere in der Finanzwelt gilt: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt mann ohne ihr ;-)

  22. Der Flaschensammler ist wie...
    Der Flaschensammler ist wie das subprime lending ein Import aus Nordamerika. Damals als in Mitteleuropa pfandfreie Dosen noch in den Muelleimer geworfen und Pfandflaschen zurueck in die Kiste gestellt wurden, konnte man in den grossen nordamerikansichen Staedten schon grosse schwarze Jungs mit grossen schwarzen Saecken, manchmal auch mit fuenf grossen schwarzen Saecken auf einmal durch die Strassen ziehen sehen. Es waren nicht die Jungs mit den schweren Ketten um den Hals, denn die leben lieber vom Drogenverkauf (um an der naechsten Ecke sich eine andere Droge zu kaufen), von gezielten Schuessen oder von ihren Maedchen, mit und ueber die sie ihre Lieder singen. Nein, es waren die armen Kerle, die in ihren Kartonbehausungen hinter Grand Central vegetierten bis sie aus der Stadt hinauskatapultiert wurden und aus dem Blickfeld gerieten. Heute sammeln vorrangig Asiaten, zumeist mafioes organisiert, d.h. auch von dem wenigen Umsatz muessen noch einmal 75% an eine hoehere Instanz abgegebn werden.
    Dem Flaschenmann ein kleines Museum, damit er ueberlebe.

  23. Wie passend, der Sammler hat...
    Wie passend, der Sammler hat jeden Tag Ostern und nach seinen
    Osterflaschen muß er gar nicht mal solange suchen.
    Der Einstiegspreis (Flaschenpfand) für den Dünkelerwerb angehender
    Jungschnösel sollte vielleicht noch etwas angehoben werden.
    So könnte die verdienstvolle gemeinnützige Tätigkeit auch einnahmeseitig
    angemessener gewürdigt werden.
    Hundert Flaschen pro Tag entsprechen 15 bis 20 Euro.
    Der begnadete Sammler verdoppelt so anrechnungsfrei seine verfügbaren
    Mittel aus der Besoldungsgruppe H4.
    Wie gut, daß der Markt Findigkeit auch hin und wieder belohnt.

  24. @ Don Alphonso
    .
    Eine...

    @ Don Alphonso
    .
    Eine wunderbare, zum Nachdenken anregende Ostergeschichte! Gut getroffen …
    .
    „Ich möchte in einem Staat leben, der so ordentlich, rational und durchdacht ist wie das System, mit dem der Flaschenmann aus dem kleinen Rad eine Transporteinheit für weit über 100 unterschiedliche Objekte macht. Ich hätte gerne, dass er Atomkraftwerke kontrolliert und Banken überwacht, …“
    .
    In einem solchen Staat möchte ich auch leben. Ein schöner Traum, der nicht unerfüllt bleiben muss …

  25. Werter Don,
    vor unserem...

    Werter Don,
    vor unserem Herrenhaus gibt es weder die Einen noch die Anderen. Dazu sind die Grundstücke bei usn auch zu groß und die prollige Innenstadt zu weit entfernt.
    Ich würde an Ihrer Stelle Ihr altes Gemäuer verlassen und in eine gute Gegend ziehen. Zu uns nach Hamburg zum Beispiel. Ich helfe Ihnen auch bei der Suche…
    Beste Grüße aus der Schönheit der Flaschenlosigkeit zu Ostern
    MvB-B

  26. Respekt für den tollen Text....
    Respekt für den tollen Text. Wenn der Priester sowas in der Kirche vortragen würde, wär’s da nicht so leer …

  27. Geschätzter Don...
    Geschätzter Don Alphonso,
    Sie geben mit eine Steilvorlage. Barocke Hörerin und stola ebenso. Schon wieder Silberkannen. Bin gerade zu einer Hochzeit eingeladen worden, allererster Heiratsmarkt, beide promoviert, bei ihr bis inklusive Urgroßvater lauter Promovierte, natürlich Westviertel. Gestärkt durch ihre vielen Blogs komme ich mit dem natürlichen Vorschlag (nein, weder Rennrad noch Faltboot) in den Familienrat. Abgeschmettert. Aber das ganze gescheite Familienvolk war noch zu keinem einzigen Vorschlag fähig.
    .
    Der erste mir persönlich bekannte Flaschensammler war zu Zeiten der ersten Amtszeit des St. Ronnie ein US-amerikanischer promovierter Naturwissenschaftler ohne Auto, mit Frau und zwei Kindern sowie Rennrad samt dem von beobachter beschriebenen schwarzen großen Sack. Das Labor in dem er arbeitete hat auf dem Cover von Science veröffentlicht – und trotzdem hat er Aludosen neben einer Sieben-Tage-Woche gesammelt. Leider habe ich bis heute keinen sinnvollen Lösungsvorschlag.

  28. egghat, vielleicht liegt es ja...
    egghat, vielleicht liegt es ja daran, dass ich kein Christ bin?
    .
    Schluchten-Ossi, Silberservice gehen nach meiner Erfahrung immer. Nicht, weil sie ideal sind, sondern weil alles andere weniger gut und dauerhaft ist. Und bei der Scheidung kann man sie einschmelzen.

  29. Vielleicht ist es auch die...
    Vielleicht ist es auch die Selbstbestimmtheit des Flaschensammlers,die die positive Wirkung auf den Beobachter nach aussen trägt.
    Ein Fernsehbericht vor kurzem widmete sich eine halbe Stunde zweier Flaschensammler-der eine, über fünfzig mit guter Schulbildung, investiert in Monatskarte und Frisör-stand klar über den Flaschen. Der andere,schlicht von Gemüt,zeigte Frustrationen des Sammelns,und schien den Flaschen ausgeliefert.
    Schamreduzierend wirkt sich schließlich auch das Verhalten des Flaschensammlers auf den Beobachter aus-Passanten reichten bisweilen das Leergut an-das wirkte sehr normal.

  30. Werter Don Alphonso,
    Haben Sie...

    Werter Don Alphonso,
    Haben Sie besten Dank.
    Allerdings hoffe ich doch, daß es nicht bis zur Scheidung kommen wird.

  31. Lieber Don,
    würde sich Ihre...

    Lieber Don,
    würde sich Ihre Meinung vom Flaschensammler ändern, wenn sich herausstellt, daß er sich in seiner Freizeit etwas mit Social-Media-Beratung dazuverdient?

  32. Social Media Evangelisten...
    Social Media Evangelisten sammeln, wie ich bei Twitter nachlesen konnte, vor allem die Flaschen bei sich selbst daheim, und über den Rest wird ein rosa Layer gelegt.

  33. Das wirklich tröstende...
    Das wirklich tröstende fürmich an dieser Geschichte ist, dass jeder für seine eigene Würde oder Würdelosigkeit selbst etwas tun kann. Erben kann jeder, sein Mensch sein und die eigene Würde ist Geldunabhängig und kann sich jeder selbst schaffen.
    Dank an den Flaschenmann für diese Einsicht.

  34. Ja aber wenn....
    Ja aber wenn.

  35. Im Zug hab ich letztens ein...
    Im Zug hab ich letztens ein paar Jugendliche gehört, die die Flaschen mit dem Satz „Damit die Zugfahrer nicht mehr streiken müssen“ in der S-Bahn stehen ließen. Dort kullern sie dann hin und her.
    Ich selbst muss an der Endhaltestelle Bad Soden aussteigen. Auf den 3-5 Metern zwischen Zug und Kiosk hab ich manchmal die Flaschen auf, trag sie 5 Meter weit in den Kiosk, der noch offen hat und hab oftmals mehr als einen Euro mehr in der Tasche.
    Die Jugendlichen trinken also vor dem Kiosk, sind aber zu faul, die Flaschen wieder abzugeben. Mir soll’s recht sein. Ich kann damit schon fast meine Rallye finanzieren.

  36. Zwischen Partypack und...
    Zwischen Partypack und Flaschenmann besteht also kein Gegensatz, sondern eine Symbiose.
    .
    Letzterer verlöre ohne erstere seine Einnahmequelle.
    .
    Das Treiben der ersteren erhält dadurch eine gewisse Legitimation.
    .
    Das Bewußtsein, daß jemand aufräumen wird, erzeugt diesen „moral hazard“. Man handelt nicht asozial, im Gegenteil: man tut jemandem was Gutes. So erhöht man seinen Status. Man fühlt sich nun als „Herr“, der bestimmte Dinge nicht nötig hat, und zugleich als Gönner.
    .
    So ändern sich die Zeiten: Früher fragten einen mißratene Jugendliche immer, ob man „mal ’ne Mark“ hätte — heute sagt sie einem: „Da hasse ne Pfandflasche für nen Euro“.

  37. In Leipzig sind...
    In Leipzig sind Flaschensammler seit mindestens 7 oder 8 Jahren ein gewohnter Anblick, jedenfalls für mich. Zwischendurch gabs ja noch das Entwenden von Altpapier aus den entsprechenden Containern.
    Da ich ja auch zu der jüngeren, sich gerne mal im Freien betrinkenden Generation gehöre, möchte ich anmerken, dass die Pfandflaschen meistens extra für die Flaschensammler leicht auffindbar abgestellt werden. Oder diese ihnen gleich gegeben werden. Mitunter kommt man da auch gut ins Gespräch.
    Vielleicht ist das ja nicht die Regel, aber die meisten Jüngeren sind sich dieser Situation definitiv bewusst — so weit entfernt ist das Leben dieser Flaschensammler von dem eigenen nicht.

  38. @Don Alphonso
    trotz häufiger...

    @Don Alphonso
    trotz häufiger zweifel an den fachlichen und menschlichen qualitäten verschiedener ‚leistungs- und verantwortungsträger‘ oder politiker möchte ich doch hoffen, daß ordnung, rationalität und durchdachtheit in der systematik eines flaschenhais nicht ausreichend wären, um die leitung von atomkraftwerken, banken oder gar staaten zu übernehmen. lassen sie bitte noch etwas glauben übrig.

  39. Sehr geehrter Herr "Don...
    Sehr geehrter Herr „Don Alphonso“,
    Sie denken also der Flaschenmann mache Bewegungen die „sind zielorientiert und rational, er hat eine Aufgabe und eine Absicht.“
    Rational sind sie sicherlich nicht, denn wenn er diesen Eifer auf andere Sachen lenken würde könnte er sicherlich besser leben. Wobei wir, wenn wir nicht gerade in literaturvernebelten Welten wandeln, alle sehr froh sein dürften, dass er nicht Atomkraftwerke (im übrigen sind es Kernkraftwerke) kontrolliert. Dies erfordert nämlich nicht nur pflichtbewußtsein und Arbeitsethos.
    Nun zu dem „Partypack“. Erstens ist es sehr zielbewußt, schließlich will es ja einen gewissen, oft leider übertriebenen, Alkohlpegel erreichen. Zweitens ist es sehr rational. Ein gutes Bier, vorweg in Supermarkt gekauft, kostet höschstens 50 Cent. Ein entsprechendes in der Disco 2.50-4.00 Euro. Da sind die 8 Cent verlorenes Pfand ein gutes Geschäft. Zur Absicht sie Punkt eins. Nur eine Aufgabe hat das Pack nicht, aber es ist ja auch seine Freizeit.
    Und was außer die Flaschen (ordentlich) abstellen soll man tun? In den Club hinein kriegt man sie selbst leer nicht. Mülleimer sind oft nicht da, außerdem würden sie so dem Recyclingkreislauf entzogen.
    Nur das es schändlich ist, dass einige wenige so viel trinken, dass sie unkontroliiert kotzen und randalieren, da kann ich ihnen zustimmen. Sowie meinen imaginären Hut vor dem irrationalen Eifer und Einsatz der Flaschensammler ziehen.
    Mit freundlichen Grüßen

  40. M B-B
    Vielleicht wurde ja auch...

    M B-B
    Vielleicht wurde ja auch nur eine rückgabewürdige im Herrenhaus übersehen.

  41. Respekt für den Sammler. Er...
    Respekt für den Sammler. Er sucht und findet ein Auskommen. Schande über die Gesellschaft die es mit Hohn betrachtet. Die Festanstellung des Sammlers als guter Geist des eigenen Anwesens kann jeder mit sich selbst ausmachen. Sein System ist sicherlich ein Gewinn für die eigenen Liegenschaften.

  42. Gestatten: Die Generation...
    Gestatten: Die Generation Trittin.

    Der Dosenpfand als heimlicher Eckpfeiler der Agenda 2010.

  43. @ moritz,

    diejenigen, die...
    @ moritz,
    diejenigen, die sich der Flaschensammelei widmen, haben vermtlich schon versucht, ihren Arbeitseifer in andere Bahnen zu lenken. Allein die Massenarbeitslosigkeit ließ sie vor die Wand laufen und die moderne Version des Lumpensammlers kann wohl eher als letzter Ausweg gesehen werden.
    .
    .
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    Von Verachtung für die Sammler spüre ich in meiner kleinen heilen studentischen Welt nur wenig. Es mag daran liegen, dass ich meine Zeit überwiegend mit den Freunden des Orchideenfaches verbringe und nicht mit der zukünftigen Leistungselite, aber hier erwecken Leute eher mitleid.
    Bevor man sommertags von Kanalseitigen umtrünken aufbricht, werden die Flaschen gut sichtbar und ordentlich in Grüppchen aufgestellt. Länger als 15. min steht das Pfand dann selten herum. das schlechte gewissen ob des eigenen Wohlergehens ermuntert da wohl zu solchen Spenden inc. Service für den Sammler. Wo die Kirche immer schlechter besucht wird, ists vlt die neue Form der Kollekte …. (und man tut ja was für die umwelt…)

  44. nachtrag:...
    nachtrag:
    http://www.nfb.ca/film/carts_of_darkness/
    extremsportliche dosenpfandkultur in anderen ländern. ob der hausherr auch so begeistert von der rasselnden geäußerten Lebensfreude wäre, wie von den still und dezent operierenden heimischen sammlern ?

  45. "Es sind diese Momente, da ich...
    „Es sind diese Momente, da ich gerne eine Firma hätte. Oder eine Organistion, oder zumindest eine Stelle zu vergeben.“
    Ist das eine Aussage Don Alfonso Porcamadonnas oder gilt sie auch in der Kohlenstoffwelt? Ja? Dann sollte Ihnen die Umsetzung dieser guten Idee nicht schwer fallen – vorausgesetzt, Ihr Lebensstandard und -umfeld sind die Ihrer Kunstfigur.
    Es würde Sie noch nicht mal viel kosten.
    Verzichten Sie auf einen gerade noch verschmerzbaren Teil Ihres Unterhaltvermögens. Versagen Sie sich für sagenwireinmal ein Jahr die Verlockungen der Antikmärkte, Auktionen, Schuhmacher und Italiens. (Bzw. die der Schuhmacher Italiens.) Überzeugen Sie möglichst viele Westviertelkinder Ihrer Bekanntschaft davon, es ähnlich zu machen. Rufen Sie die Kommentatorinnen und Kommentatoren dieses Blogs, die hier Worte wie „nachdenklich“, „Osterbotschaft“, „Würde“ oder sonstwelchen pastoralen Bullshit benutzen auf, mitzutun.
    Sollte da nicht einiges zusammen kommen? Sammeln Sie das Geld und lassen Sie diese Firma oder Organisation wahr werden, und wenn es nur für eine handvoll Flaschensammler in Ihrer dummen kleinen Heimatstadt ist.
    Sie ahnen gar nicht, mit wie viel mehr Respekt ich einen zukünftigen Beitrag über Flaschensammler von Ihnen lesen würde.
    R.H.

  46. Mich würde mal interessieren,...
    Mich würde mal interessieren, ob Don Alphonso den Flaschensammler angesprochen und ihn kennengelernt hat. Weiß derjenige, daß er aufgenommen wurde und die Bilder, wenn er darauf auch nur schwer bis gar nicht zu erkennen ist, veröffentlicht wurden? Wie steht es also mit seinem Recht am eigenen Bild? – Ich hege den Verdacht, daß sich solche Sozialromantik leichter schreiben läßt, wenn das Objekt nicht zu nahe betrachtet wird. Das empfiehlt sich aber dann vielleicht doch, bevor jemandem zugetraut wird, die Verantwortung für Banken, Kernkraftwerke etc. zu tragen…

  47. Ach, die Sorte Respekt aus dem...
    Ach, die Sorte Respekt aus dem Netz ist wie ein Glas Tee aus dem Primärkreislauf eines AKWs: Verzichtbar.

  48. @ Köstlich: Die...
    @ Köstlich: Die Wahrscheinlichkeit, dass er es wie jener schwedische Pfanddosensammler zu Wohlstand gebracht hat, halte ich doch für ziemlich gering. Wahrscheinlich ist er einfach arm und bleibt es auch, so wie jener Herr Hoffmann, über den Henning Sußebach schrieb und dafür 2007 den Kisch-Preis erhielt. (Über die Entstehung dieser Reportage spricht Sußebach übrigens in diesem Interview)

  49. MDC, wenn Sie, der Sie mich...
    MDC, wenn Sie, der Sie mich als Feigling anonym als „Geck“ bezeichnen und hier nun schon länger rumstänkern, hier jetzt in Ihrem Hass das grosse Fass der Bildrechte aufmachen wollen: Eine der unabdingbaren Grundlagen ist nach gängiger Rechtsprechung die Erkennbarkeit. Ich versuche das immer so ungewiss wie möglich zu halten, und zumeist verzichte ich aus solchen Gründen ohnehin auf Bilder, die Menschen zeigen. Hier ist der Fall insofern anders, als das Rad zu sehen und möglicherweise zu erkennen ist. Ich habe also – auch wenn mir das generell im höchsten Masse zuwider ist – dieses eine Mal gefragt, und es war im Gegensatz zu meinen Befürchtungen überhaupt nicht schlimm.
    .
    Aber ich finde es schon erstaunlich, wenn so ein verdachtsäussernder Feigling wie Sie glaubt, anderen Vorhaltungen machen zu können.

  50. Verehrte Elite,

    mein...
    Verehrte Elite,
    mein Freundeskreis ist sicher nicht so reich wie Ihrer. Doch wenn wir in der Berliner Nacht Bier trinken, stellen wir die leeren Flaschen entweder unter den Abfalleimer oder nah an eine Hauswand, um den innerhalb von maximal 2 Minuten anrückenden Sammlern den Griff in den Abfalleimer zu ersparen. Wir bringen die Flaschen nie zurück weil wir wissen, dass die Sammler das Geld nötiger haben als wir und solange wir uns Bier leisten können, können wir auch etwas abgeben. So kommen wir auf eine Flaschenbierspendenquote von knapp zehn Prozent, was – bei unserem Ausgehverhalten – jede World Vision Patenschaft alt aussehen lässt. Ihre Perspektive Herr Alphonso, erzählt von einer entkoppelten Welt in der ich nicht leben möchte. Warum geben Sie bei all Ihrer Bewunderung für den Flaschensammler nicht 10% Ihres Artikelhonorars an ihn ab? Vielleicht kann er sich dann ein Stück Brot kaufen.

  51. Nun, ich gebe sogar so...
    Nun, ich gebe sogar so jemandem wie Ihnen eine Antwort, wenn er mich in ziemlich eindeutig schlechtmacherischer Absicht so etwas fragt, und die lautet, dass es sich nicht gehört, Leuten etwas zu geben, um das sie nicht fragen.
    .
    Aber dass manche Leute ihre Wurschtigkeit auch noch als Wohltat verkaufen, ist schon eine ganz schön üble Nummer. Bitte bleiben Sie in Berlin, da passen Sie gut hin.

  52. Können die Trolle jetzt bitte...
    Können die Trolle jetzt bitte alle einen saufen gehen (vielleicht auch miteinander, dann haben sie auch mal wieder menschlichen Kontakt) und alle anderen in Ruhe weiter reden lassen? Danke.

  53. Welcher Art gehören...
    Welcher Art gehören eigentlich die Tiere auf dem ersten Bild an, die da so elend in diesem Käfig vegetieren. Scheint mir ein recht elender Stall zu sein; nackte Wände, nackter Boden, auf dem die Tiere ruhen müssen. Nirgends sieht man Kletter- oder Schaukelgelegenheiten. Ist das Bild wirklich in Deutschland aufgenommen? Bisher ging ich davon aus, das deutsche Tierschutzgesetz verböte solche Käfighaltungen.

  54. Dem Don für diese...
    Dem Don für diese Exemplifikation des Menschlichen und von Soll & Haben meinen ehrlichen Dank.

  55. Was fuer einen Unterschied 24...
    Was fuer einen Unterschied 24 Jahre und 12 tausend Kilometer machen – wie Tag und Nacht, passenderweise – Flaschenmann versus „Street Surfer“. Flaschensammeln per Fahrrad fuer Geld in der engen deutschen Stadt oder Flaschenrecycling mit Skateboard fuer die Umwelt auf dem weiten kalifornischen Highway. Gern und oft gespielt, frueher!

  56. Dem Don für diesen Beitrag...
    Dem Don für diesen Beitrag auch meinen ehrlichen Dank.
    Würde vielleicht in einer Gesellschaft in der die Mehrheit der Bürger egal welchen Standes so wertschätzend mit Besitz und materiellen Werten umgehen würden auch der Besitz des Kollektivs durch die zur Verwaltung (und Mehrung!)des selbigen Gewählten mehr geachtet werden? Würde diese (anerzogene oder durch Not verursachte) Wertschätzung vielleicht dazu führen, das Wohlstand (der ja relativ ist) in allen Gesellschaftsschichten erhalten und vielleicht sogar gemehrt werden würde? Kann es sein, das wir in Deutschland dies alles einmal wirklich als Kollektiv gelebt haben, wofür wir heute noch im Ausland (zumindest dem weiter entfernten) geschätzt und geachtet werden? Wäre ich wirklich ehrlich, würde ich fragen: Woran liegt es? Nach der ersten Filterung wieder: Woran liegt es? Und dann wieder: Woran liegt es? Ehrlich gesagt möchte ich die wirkliche fast schon letzte Antwort gar nicht hören, sie wäre glaube ich zu nah an Darwin und zu weit von entfernt von der Moral. Als aufmerksamer in China lebender Beobachter erkenne ich den Flaschensammler hier in den Kartonsammlern sowie anderen Restesammlern wieder. Aber, und das ist der Punkt der mich nachdenklich macht, ich finde die exakt gleichen Grundmechanismen, die ihn antreiben auch in meinen durchaus wohlhabenden chinesischen Freunden sowie den Vertretern aller anderen Bevölkerungsgruppen (mit Ausnahme der Kinder der Superreichen) wieder. Ein einfacher Vergleich von Staatshaushalt und Sparquote, grob gesagt der Finanzen, ohne Betrachtung von politischen, moralischen oder sonstigen Umständen stimmt mich weiter nachdenklich. Treten die Grundmechanismen des Flaschensammlers in Kraft, sobald wir es uns nicht mehr leisten können verschwenderisch großzügig zu sein und sobald wir vergessen, wie es war als wir es uns noch nicht leisten konnten, verschwenderisch großzügig zu sein? Vergessen haben wir (als Kollektiv) es längst und leisten können wir es uns momentan wohl noch. Was kommt danach?

  57. Ihr Beitrag, Don Alphonso,...
    Ihr Beitrag, Don Alphonso, bezieht seine besondere Würze aus der Tatsache, dass er sich heute, am 05.04.10, direkt unter Herrn Hubers Sorge um Moral und Ethik der Manager einreiht.
    Ihren Vorschlag, Silverservice nach der Scheidung einzuschmelzen, finde ich bedenklich. Aus dem Butler, der vor der Scheidung die Service geputzt hat, würde dann möglicherweise ein weiterer Flaschenmann werden müssen.

  58. Der Artikel gefällt mir. Das...
    Der Artikel gefällt mir. Das Sie kritische Stimmen als Trolle aus den Kommentaren verbannen wollen weniger. Die waren auch nicht harscher als Ihr eigener Ton wenn es um das „saufende und kotzende Pack“ ging.
    Man sollte nicht vergessen, dass das Pack nicht von alleine so wird – vielleicht wurden da früher Fehler gemacht. Ich stimme zu das es Handlungsbedarf gibt. Vermute allerdings das einseitige Schuldzuweisungen die Situation kaum positiv beeinflussen werden.

  59. Vielleicht ein kleine...
    Vielleicht ein kleine Geschichte zur Spaltung der Gesellschaft und der Verachtung, die recht viele jenen Menschen entgegenbringen, denen es ziemlich dreckig geht.
    Ich wohne in einem Westviertel der großen, dummen Stadt am Rhein, die nicht einmal U-Bahnen bauen kann. Vor einigen Jahren kam ich allerdings in eine Lage, die mir in filmreifer Form eine andere Weltsicht vermittelt hat. Seitdem gebe ich jedem Bettler etwas.
    Es war folgendermaßen: Ich hatte meine recht teuren Garten-Clogs von Birkenstock (keine Werbung!) in den Altpapier-Sammelkorb gestellt (der Deutsche trennt bekanntlich), und jemand hatte einen Stapel Altpapier daraufgelegt.
    Ich warf das Altpapier (mit Clogs) in den Großcontainer an einer belebten Straße meines „besseren“ Viertels, ohne mir weiter etwas dabei zu denken.
    Nach einiger Zeit fiel mir darauf, dass die Clogs weg waren. Ich ging zu dem Container, fischte einen Schuh heraus, während der andere unter nachgeschütteten Papierbergen verschwunden war.
    In meinem nicht mehr ganz altersgemäßen Gelenkigkeitswahn ließ ich mich aus zwei Metern Höhe durch die enge Einwurföffnung in den Container hinab und durchwühlte – erfolglos – das entsorgte Altpapier.
    Dann wollte ich aufgeben, kam aber nicht mehr heraus. Die Öffnung war ca. 60 x 25 cm groß, von scharfkantigem Blech umgeben, und ich hätte mich nur hinausstemmen und kopfüber aus fast zwei Metern Höhe auf den Boden stürzen können. Die Halswirbel wären wohl nicht begeistert gewesen.
    Ich versuchte daraufhin, Passanten auf meine Lage aufmerksam zu machen, damit sie mir vielleicht heraushelfen könnten.
    Die Reaktion: Die meisten blickten weg oder betrachteten mich mit Verachtung. Wer sich in einem Altpapiercontainer aufhält, kann ja wohl nur Abschaum sein. So ging das eine Viertelstunde, bis ich mir ein Herz fasste und mich kopfüber fallenließ. Das scharfkantige Blech schnitt dabei tief in meine Brust ein. Als ehemaliger Handballtorwart habe ich den Fall überstanden, aber immerhin folgende Lehre gezogen:
    Der Mensch wird zumeist nicht danach bewertet, wie er ist, sondern wie er wirkt. Quod erat demonstrandum.

  60. Als direkter Anlieger von gut...
    Als direkter Anlieger von gut einem Dutzend Altglas-Containern kann ich berichten,dass gewisse Zeitgenossen teilweise mehrfach am Tag mit dem Auto vorfahren,um dann mit selbstgefertigten Drahtschlingen die pfandfähigen Flaschen wieder aus den Containern heraus zu bugsieren.Ordnungssinn und Bewahrung von Stadt und Land vor Müll kann also nicht ihr Antrieb sein.Aufgrund des vorhandenen Autos schliesse ich auch mal die Notwendigkeit zur Existenzsicherung aus.Es wird vielmehr wie bei den Pilzsuchern im Wald sein : wenn es was umsonst zu holen gibt,kann der Mensch eine bemerkenswerte Aktivität entwickeln…

  61. Der "moral hazard"...
    Der „moral hazard“ funktioniert in zwei Richtungen:
    a) Ich kann die Flasche ruhig liegen lassen, der Sammelmann freut sich drüber.
    b) Ich brauch denen keine Sozialhilfe finanzieren. Wer hungert, kann doch Flaschen sammeln.

  62. Ole, es gehr hier nicht um...
    Ole, es gehr hier nicht um „kritische Stimmen“, sondern um ein paar Leute, die erklärtermassen dieses Blog nicht mögen und nun schon seit Monaten gern auch unter wechselnden Identitäten auflaufen und gezielt missverstehen und verdächtigen, was eben möglich ist. Für den Text werde ich bezahöt, für Kommentare nicht. Das ist mein Privatvergnügen. Und dehalb haue ih diese Figuren auch gnadenlos raus. Sie können sich ja, wie oft genug angedroht, bei der FAZ über mich beschweren, aber ich lasse nicht zu, dass ein paar anonyme Feiglinge hier die Debatte kaputt machen. Damit ist, denke ich, für diesmal alles gesagt.

  63. Dieses Blog gibt mir...
    Dieses Blog gibt mir Denkanstösse, insbesonders was die gesellschaftliche Mobilität (Upward and Downward Mobility) betrifft. Wie wird frau/man „upwardly mobile“? Durch die Ehe? Und „downwardly mobile“ zwangsweise durch die Finanzkrise?

  64. Fionn, die Finanzkrise hat...
    Fionn, die Finanzkrise hat sicher die Karten teilweise neu gemischt, allerdings sehe ich so gut wie keine Gewinner, nur Verlierer, die schnell versuchen werden, sich auf Kosten anderer Verlierer zu bereichern, System Westerwelle. Das ist auch der Fluch an der Sache: Es ist so würdelos.
    .
    HansMeier555, das ist gut festgehalten.

  65. Don Donaldo, angesichts der...
    Don Donaldo, angesichts der Benzinpreise und der niedrigen Einkünfte ist das doch erstaunlich.
    .
    hammurabi, danke. Das ist eine sehr schöne Geschichte.

  66. Lieber Don,

    DANKE !!!...
    Lieber Don,
    DANKE !!!

  67. Wenn nicht so trauig wär,...
    Wenn nicht so trauig wär, wärs lustig!
    In meiner Kleinstadt im Sauerland gibt es die Flaschensamler auch und den bin ich
    unendlich dankbar. Zerdeberde Flaschen brachten mir Tierarztrechnungen von ca. 500 Euro, mein Hund ist 2 mal in einen Scherbenhaufen gerannt was erhebliche Verletzungen zur Folge hatte. Neben dem „Hundspielplatz“ ist noch ein großer Kinderspielplatz mit Bänken samt Tischen für die Eltern begrenzt wird das Ganze von einem Waldstück und einem großem Bach. Leider liegt das Gebiet zwischen 2 Partyorten und nach jeder Eventnacht rücken dann die Stadtwerke an um Beschädigungen zu beseitigen und aufzuräumen. Selbst der Einsatz von Polizei hatt nicht geholfen, erst nachdem einigen Flaschensamlern aufgefallen ist was dort zu holen ist erlebe ich den Sonntagmorgen halbwegs ohne Scherben.
    Wie das in einer Kleinstadt so ist kenne ich einige von diesen Samlern und der Großteil hatte unheimlich viel Pech, 2 große Arbeitgeber haben bei uns in den letzten 5 Jahren Pleite gemacht und Jobs für Un- Angelernte Kräfte gibt es so gut wie gar nicht oder über Zeitarbeit zu Preisen (4,5 Euro) die eine Weitversorgung vom Staat unumgänglich machen. Wobei dazu zu sagen ist das immer nur für eine Woche oder einen Monat eigestellt wird.

  68. @hammurabi
    Auge um Auge....

    @hammurabi
    Auge um Auge.

  69. @HansMeier555

    Es war eine...
    @HansMeier555
    Es war eine Situation wie in „The Bonfire of the Vanities“, in der ein gutbezahlter Newyorker die falsche Ausfahrt nimmt und im falschen Viertel – kein Westviertel – und einer Spirale der juristischen Vernichtung landet. Ich hatte mich dem Ganzen noch kopfüber entziehen können, aber so etwas bringt einen schon ans Grübeln über den dünnen Firnis der Zivilisation und der Mitmenschlichkeit.
    Danke für die sicherlich verständnisvoll gemeinte Anmerkung.

  70. Flaschensammler sind auch vor...
    Flaschensammler sind auch vor Fußballstadien zu sehen. Im Einlassbereich trinken die Besucher noch schnell Bierflaschen aus, bevor sie sich von Kontrollkräften abtasten lassen. Und inmitten dieses Gedränges von Menschenleibern und Alkoholschwaden verrichten die Flaschensammler in stiller Würde ihr Werk. So verbessern sie nicht nur unser aller Umweltbilanz, sondern sorgen auch dafür, dass im Eskalationsfall nicht leere Flaschen als Werkzeuge der Aggression eingesetzt werden. Eigentlich müssten sie dafür bezahlt werden.

  71. Der Beitrag zeig die guten...
    Der Beitrag zeig die guten Seiten des Flaschensammelns auf.
    Allerdings hat sich- gerade hier bei uns in Köln- auch gezeigt, dass ein wahrer Amchtkampf um das rumliegende Pfand entwickelt hat. Streitigkeiten der Sammler sind bekannt, ebenso, dass inzwischen die sog. Bettlerkinder von Hintermännern gezwungen werden Flaschen zu sammeln.
    Dies alles sind Entwicklungen die auch genannt werden müssen, aber das Bild was hinter „dem Beitrag-Mann“ steht nicht zerstören soll.

  72. Oh,ein Kollege von mir...

    Es...
    Oh,ein Kollege von mir…
    Es gibt aber auch die unschöne Art der Flaschenmänner.
    Die beklauen dann die Kollegen,
    wenn sie ihre Flaschen dann mal unaufbesichtigt haben.
    Von den besoffenen die Geld fürs näxte Bier brauchen,
    mal ganz zu schweigen.
    Mlg

  73. Irgendwas muss gestern bei...
    Irgendwas muss gestern bei manchen Leuten im Ostereierlikör gewesen sein… ich schreibe gerade an ein paar Überlegungen, wie man die Sache mit dem freischalten entschärfen könnte, aber irgendwie bin ich doch ganz froh, wenn hier nicht jeder Idiot einfach seinen Hass rauskreischen kann.
    .
    Koelle, mich wundert es eher, dass es hier in der vollkommenen Wohlstandsregion – wenn man der Propagamda glauben darf – überhaupt dergleichen gibt. Es ist aber nach meiner Beobachtung eher unüblich, und heute morgen lagen durchaus Splitter auf den Wegen.
    .

  74. Dieser Flaschensammler...
    Dieser Flaschensammler imponiert mir sehr. Mit Bezug auf meinen Rechtsfall, siehe
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/03/03/die-neuen-herren-und-die-alten-westviertel.aspx
    und HansMeier555s Kommentar, dass mir doch immerhin HartzIV zustünde, möchte ich etwas hinzufügen. Wenn ich wirklich einmal pleite werden sollte, werde ich mich eher mit Flaschen sammeln ernähren als HartzIV beantragen. Die deutsche Regierung (und Gesellschaft) um Almosen anzubetteln wäre ich viel zu stolz.

  75. verehrter Don,
    danke für...

    verehrter Don,
    danke für diese sensible Schilderung. Auch bei uns ist die Innenstadt an den Wochenenden voller Betrunkener und Randalierer und das Flaschenzerdeppern (die armen Hundepfoten!) hat sich ebenfalls in allen Bezirken eingebürgert. Flaschensammler konnte ich noch nicht beobachten, obwohl es hier sehr viel Armut gibt. Dafür sammle ich selber oft Scherben auf und bedanke mich bei jedem Straßenkehrer, den ich die Scherben sorgfältig entfernen sehe. Die Gemeinde Wien hat bei der Straßenreinigung personell stark aufgestockt, und ich kenne Zuwanderer die glücklich über einen Zusatzverdienst zur Sozialhilfe sind, auch wenn die Arbeit (nachts, nach „events“ voller unberechenbarer Betrunkener) für diese abgearbeiteten, oft schon kranken, älteren Leute anstrengend ist.

  76. Ich bin Student in München...
    Ich bin Student in München und beobachte einen uninahen Bettler und Flaschensammler schon länger. Er humpelt etwas, was gerade die direkte Bettlerei sicher ergiebiger macht. Von mir hat er auch schon einiges bekommen. Bei einem Arztbesuch im sanierten Altbau in Maxvorstadt beste Lage direkt beim Siegestor aber etwas ab von der Leopoldstraße, sah ich ihn in der Wohnung gegenüber der Praxis nach Hause kommen. Ich: „Wohnen Sie hier?“ Er: „Ja“ Ich: „Alleine?“ Er: „Ja“ Er ist schnell rein, vermutlich auch da ich sehr unfreundlich war. Hat mich sehr aufgeregt, weil der BAFöG-Student sich solche Wohnverhältnisse bei weitem nicht leisten kann. Wohnheime, WG’s etc.

    Grundsätzlich Vermutung: Vieles junges Saufgemüse, gerade in der Studentenschaft, ist ja finanziell nicht besser gestellt als der — ich nehme die Formulierung ‚mal auf — H4-Besoldete, hält sich aber mangels besseren Detailwissens über die hiesigen Einkommensverhältnisse scheinbar für gutgestellt. Der BAFöG-Bescheid sieht genau betrachtet ja viel düsterer aus als das, worüber man sich bei H4 beschwert. Und ich kenne diverse solche Studenten, die sich zur Spende verpflichtet fühlen, wenn nach Flasche oder Euro gefragt wird.
    Beste Grüße

  77. Etwas gegen den Suff...
    Etwas gegen den Suff tun?
    .
    Das ist aber völlig schichtenübergreifend.
    .
    Man könnte z.B. mit den alten Adels- und Großbürgerverbindungen anfangen, die solange eiskaltes Oettinger auf Ex trinken, bis sie unterkühlen und ohnmächtig werden. Oder bis sie beim „Pabsten“ Blut mit erbrechen, weil ihre Speiseröhre ganz kaputt ist vom vielen Rein&Raus. Dann müssen sie ein „Wasser-Semester“ einlegen.
    Immerhin gibt es dort kaum „Körperlichkeiten“, aber gegen den eigenen Körper ist man ja aggressiv genug.

  78. Lieber Tiger,
    Es ist schon...

    Lieber Tiger,
    Es ist schon komisch: Niemand ist zu stolz, um Subventionen zu beantragen, Spendenbescheide von der Steuer abzusetzen oder solche gleich zu hinterziehen.
    .
    Es hat nix mit materiellen Werten zu tun, es geht um Symbolik und Bildsprache.
    Und daß Sie Hartz-4 beantragt haben kriegt Ihre Schwiegermutter doch gar nicht mit.

  79. Die Steuerfahndnung muss schon...
    Die Steuerfahndnung muss schon darum so raffiniert und agressiv vorgehen, damit die Westviertler ihre eventuelle Steuerehrlichkeit vor sich selbst und ihren Angehörigen moralisch vertreten können.
    Nach vorherrschender Aufassung ist man zum Steuerbetrug eigentlich moralisch verpflichtet, solange er nicht mit einem Risiko verbunden ist.
    .
    Oder ist das jetzt meine Neidphantasie des rabiaten Kleinbürgers?

  80. @ Canide, 05. April 2010,...
    @ Canide, 05. April 2010, 11:02
    .
    „Leider liegt das Gebiet zwischen 2 Partyorten und nach jeder Eventnacht rücken dann die Stadtwerke an um Beschädigungen zu beseitigen und aufzuräumen.“
    .
    Denen würde ich ganz zackig einen Benimmkurs spendieren: 4 Wochenenden bei der Stadtreinigung arbeiten oder 500 € Geldstrafe. Das gleiche Programm für LKW-Fahrer, die ihre vollgepi… Getränkeflaschen aus dem Fenster werfen.

  81. All die Sehnsucht nach einer...
    All die Sehnsucht nach einer wuerdevollen Welt, in der wir gerne arbeiten, die uns Bildung sammeln laest, ohne Sorgen des taeglichen Kampfes, sollte sich in einer wieder neugegruendeten Bellamy Gesellschaft manifestieren. Edward Bellamy schrieb vor mehr als 100 Jahren den Roman: Im Jahr 2000, in welchem er eine solche Gesellschaftsutopie amuesant beschrieb.

  82. @ thairat, 05. April 2010,...
    @ thairat, 05. April 2010, 15:00
    .
    Die würdevolle (und gerechtere) Welt, nach der sich viele sehnen, wird solange eine Gesellschaftsutopie bleiben, bis zu dem Tag, an dem sich die Würdevollen nicht mehr länger davor drücken, mit offenem Visier in der Legislative dafür zu kämpfen.
    .
    Es ist relativ einfach die Welt zu verändern. Es ist nur nicht ganz billig …

  83. Barocke Hörerin (4. April,...
    Barocke Hörerin (4. April, 11:27), Originaliät bemißt nicht sich nicht an der Schuh- oder Ego-Größe, sondern an Inhalt und Sprache. Und dass jemand, der wie DonAlphonso vieles besser kann als andere, dies selber nicht bemerken sollte, ist kaum vorstellbar.
    Es gibt zwei Arten der Arroganz: die berechtigte, durch Qualität gedeckte, und die unberechtige. Die von Ihnen gebotenen begründungsfreien, schlecht abstrakten Sprechblasen sind der Arroganz zweiter Ordnung zuzurechnen.

  84. @hammurabi
    mal ohne scheiß:...

    @hammurabi
    mal ohne scheiß: was hatten sie erwartet!? es ist leider bei weitem nicht so, daß leute, die in mülltonnen wühlen, nur irgendwelche bedauernswerten würstchen sind, denen das schicksal übel mitgespielt hat, die aber ansonsten ganz nette zeitgenossen wären, wenn man sie nur ließe. einige dieser individuen besitzen ein deutliches gefährdungspotential, das von verbaler aggression bis zu bizarrsten infektionskrankheiten reicht. hier soll nicht der unterlassenen hilfeleistung das wort gesprochen werden, aber das beschriebene fluchtverhalten zeugt zumindest von selbsterhaltungstrieb. der seinen wert bei der nächstfälligen bluttransfusion schlagartig verliert, denn wenn sie mal das gelichter beobachtet haben, das – vornehmlich in westgermanischen großstädten – sein einkommen mit blutspenden aufbessert, vergeht ihnen jegliche sozialromantik. die sich unser geschätzter don alphonso zu bewahren trachtet, der sich unbewußt auf dem hoch über dem wasser aufragenden heck des sinkenden schiffes unserer gesellschaft sieht, von dem herab er entsetzt auf die große masse blickt, die bereits im eiskalten wasser unter ihm schwimmt und seine klauen verzweifelt in alles schlägt, was auftrieb, wärme und verlängerung des lebens verspricht, wenn auch nur für den nächsten augenblick.

  85. ...nein, Cornelius, billig ist...
    …nein, Cornelius, billig ist es nicht;
    .
    für wieviel (Billionen) müssen die Bürger
    hier und anderswo gerade stehen und das für eine Welt- und Gesellschafts-
    veränderung, die offenkundig keiner wollte.

  86. Das nenne ich einen...
    Das nenne ich einen Volltreffer, Don Carlos! Schließlich gab es bereits im Mittelalter solche Leute, welche die Pest verbreiteten, indem sie giftige Pülverchen aus dem Fenster streuten. Zum Glück existierten auch da schon Medizinkoryphäen Ihres Schlages, so daß dann mal richtig aufgeräumt werden konnte.
    Auch heute sollten wir wieder zu couragiertem Handeln zurückfinden können, um die Verunreiniger des Volkskörpes und ihre vergutmenschten Sozialromantikerfreunde in die Schranken zu weisen!

  87. Es gibt ein paar Aspekte von...
    Es gibt ein paar Aspekte von öffentlicher Armut, wo ich tatsächlich mehr als nur reserviert bin – etwa die Parkplatzeinweiser, die Geld erwarten, oder die Wegelagerer als Scheibenwäscher. Beides, besonders aber ersteres läuft auf eine Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes durch partikularinteressen hinaus, und das auf eine Art, für die ich absolut kein Verständnis habe, gerade wenn es dann mit einer gewissen Agressivität daherkommt. Es ist die eine Sache, ob ich einem Menschen vielleicht helfe (was ich auch nicht zwingend für gegeben halte), oder ob ich beeinträchtigt werde und so etwas auch noch für eine weitere Ausbreitung dieser MIssstände bezahle.

  88. Man könnte sich fast den...
    Man könnte sich fast den heimtückisch kuscheligen Grundgedanken basteln, dass bösartige Verschwendung gut sei. Da Ärmere davon partizipieren, indem sie unseren weggeschmissenen Kram wieder auflesen und verwerten.
    .
    Wäre es aber nicht besser, wir würden von Anfang an sorgfältig mit den Dingen umgehen und unsere Ordnung so gestalten, dass niemand sich bückend unseren Dreck auflesen muss? Sondern IN unserer Ordnung als pares inter pares mit leben kann. Als pares, nicht als paria.
    .
    Das stelle ich mir unter Würde vor und nicht einen artigen Flaschensammler, der es als einer der Wenigen grade mal hinkriegt, rein äußerlich würdevolle bella figura zu machen. Ich halte ihn für eine Ausnahmeerscheinung, löblich aber Ausnahme. Bella figura schaffen die Müllmenschen von Kairo oder Brasilien jedenfalls nicht, sie sind kleinwüchsig, sie sind krank und Giften ausgesetzt. In der letzteren Gesellschaft scheint es zudem harte Sitte zu sein, nur deswegen zu arbeiten, damit man welche hat, die noch weiter unter einem arbeiten. Über sie als angeblichen Abschaum Häme auszuschüten, wie das geht, hat ein Gastkommentar weiter oben gezeigt. Mich beschämt das sehr.
    .
    So eine Recycling-Subgesellschaft mit Pfuifinger nach unten (nie nach oben) mag zwar halbwegs gut für unsere geplagte Erde sein (der Gott Öko), aber nicht für den Menschen. Wir entwickeln uns mit so etwas rückwärts, zurück ins stinkende Mittelalter, zurück in den stinkenden Tümpel der Ursuppe, wo wir herkommen. (Vielleicht aber war das Mittelalter sogar in manchen Aspekten tragbarer). Traurig.

  89. @Hansmeier555 Falls Sie damit...
    @Hansmeier555 Falls Sie damit sagen wollen, dass ich ein niemand bin, kann ich nur grinsen. Im Übrigen haben Sie einiges missverstanden. Ich habe nicht Hartz-4 beantragt. Ich könnte es gar nicht, denn ich lebe in den Niederlanden, besitze ein viel zu hohes Vermögen und leiste mir meinen Rechtsfall als intellektuelles Privatvergnügen, so wie Freunde meines Alters und Einkommensklasse sich ein Boot, ein schickes Auto oder eine neue Schnucki leisten.

  90. Vroni, mir wäre eine welt...
    Vroni, mir wäre eine welt ohne Dreck am liebsten, und die Idee, solchen Leuten eine Flasche zu „schenken“ und damit etwas „Gutes“ zu tun, ist eher unpassend. Allerdings muss man über das Mittelalter sagen, dass damals die Reiniger und Müllverwerter wie die Lumpensammler durchaus eine respektierte Funktion in der Stadtgesellschaft hatten. Wir fallen eher zurück in die 20er Jahre, und das ist unter gewissen Aspekten sicher noch unschöner.

  91. @Nörgler
    ich beschreibe nur...

    @Nörgler
    ich beschreibe nur eine realität, die zu beobachten ich regelmäßig gezwungen bin. ich habe diese realität nicht geschaffen, ich habe auch keine vorschläge zu ihrer verbesserung. und ich sähe auch keine veranlassung dazu, da es genügend menschen ihres schlages gibt, die erklären, alles sei in bester ordnung so. vielleicht ist es das ja auch.

  92. Lieber Tiger,
    dann haben Sie...

    Lieber Tiger,
    dann haben Sie auch viel Spaß damit!

  93. Das Problem ist doch wohl dass...
    Das Problem ist doch wohl dass man jetzt in der Oeffentlichkeit trinkt und dann noch die Reste einfach hinterlaesst. In vielen Laendern ist das noch verboten oder gesellschaftlich nicht akzeptabel. Nennen wir das Fortschritt wenn man sich so gehen lassen kann? Wo sind die Umgangsformen die das Leben in so enger Gemeinschaft erst moeglich machen? Ist diese Freiheit wirklich ein Fortschritt?
    Mir graust es manchmal.

  94. HansMeier555: Ja, ich habe...
    HansMeier555: Ja, ich habe viel Spaß damit. Es ist dabei auch zu bedenken, dass mir nie die Möglichkeit offenstand, in die noble Vorstandsetage von Siemens, Deutscher Bank etc aufzurücken (Frau Merkel ist nicht nur jünger als ich, sie warf Herrn Kohl auch erst aus der Politik als die Vorbereitungen für meinen Rechtsfall schon ganz schön heiß gelaufen waren). Und weil mir eine richtig spannende Karriere nicht offenstand, pflege ich mein Bedürfnis nach Herausforderung eben außerhalb der etablierten Hierarchie.

  95. Vroni.ihr Beitrag ist so...
    Vroni.ihr Beitrag ist so richtig.Auf dem Flohmarkt habe ich eine Schallplatte gekauft,“ Das teuerste Programm der Welt“-und zu hören u.a.:
    Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen
    klein Häuschen, klein Häuschen.
    Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen
    und die erste und die zweite Hypothek
    Und da kann ich mich so schrecklich drüber ärgern
    weil Erich mit dem Charlie nicht gut kann
    Dann das kostet schließlich alles unsre Steuern
    die wir zahlen in das bodenlose Faß
    Text : erste Strophe von Robert Steidl (1922)
    Musik: nach einem älteren Marsch
    Kurt Tucholsky schreit über dieses Lied: „Das kleine Lied enthält klipp und klar die augenblickliche volkswirtschaftliche Lage: Wir leben von der Substanz.“

  96. @ wolff

    jetzt? in der...
    @ wolff
    jetzt? in der öffentlichkeit wurde doch schon immer getrunken, zumindest in der nachkriegszeit. damals wohl eher mehr als heute, wo man sich nen vollverfließten „partykeller“ für die lütten leisten kann. vorgeglüht wurde doch damals wie heute, das problem ist ja nach wie vor das gleiche, klubs und diskotheken sind „zu teuer“. der angestrebte pegel wäre nicht finanzierbar, also frönt man seinem substanzmissbrauch mit günstigeren und gleichwertigen produkten aus der Trinkhalle. oft sinds ja nur 1-2 „Wegbier“ die man sich pro Person gönnt.
    in ländern mit gesetzen gegen öffentliches trinken verlagert sich das problem nur außer sichtweite der staatsmacht. die Hofeinfahrt, der abgeschirmte park, die papiertüte, mut zum risiko und ein waches auge …

  97. Erstarrung vermeiden

    Der...
    Erstarrung vermeiden
    Der reiche Mann aus dem Westviertel, weiß, was ihn stört an der Gesellschaft. Aber er ist in der Lage einzusehen, dass es etwas gibt, das ihm gefällt, das er anständig findet und das er den Unanständigen gerade seiner eigenen Kaste als Vorbild empfielt. Das ist gut. Das ist einsichtig. Das ist über den Topfrand hinaus. Und genau darum geht es. Wer nicht über den Topfrand gucken kann, schmort in der eigenen Jauche, klassenunabhängig und unabhängig von irgendwelchen Fegefeuern.
    Aber natürlich gibt es junge und alte Kravalltrinker, die Flaschen zerdeppern und junge und alte Trinker, die ihre Flasche dem Sammler handgerecht darreichen. Wer mir jetzt von letzerer Art vorrechnet, das seine Geberlaunen Besseres und in Zahlen mehr bewirken, als eine kommerzielle Charityorganisation, dem halte ich Achtlosigkeit vor. Die Attitüde mit der so etwas vorgetragen wird ist genauso starr, wie die von älteren Damen, die ihren runzligen Hals mit der ererbten Perlenkette zudecken, wenn sie sich mehmals im Jahr auf Wohltätigkeitsveranstaltungen für ihr soziales Engagement feiern lassen.
    Es kommt darauf an, dass man neben sich noch etwas wahrnimmt. Man nennt das Achtung vor dem, was kreucht und den Werten die aus nichts als diesem Kreuchen resultieren oder auch Achtsamkeit. Eine Maxime, die nicht in Geld zu messen ist. Weiter so Don!

  98. Werter Don, bei weitem der...
    Werter Don, bei weitem der beste Beitrag, den wir hier bis dato geniessen durften! Unglaublich vielschichtig, beschreibt auf ein paar Zeilen sehr schoen die ganze widerspruechlichkeit der bundesrepublikanischen gesellschaft post finanzkrise und hartz4. Schoen auch, wie die klugen koepfe, auf einmal koerperliche arbeit preisen. Nur ein schelm wuerde vermuten, dass es bei den verehrten damen und herren schon eine weile her damit ist – man hat sowas wahrscheinlich einfach nicht mehr noetig. Mindestens ebenso schoen finde ich, dass das stehenlassen von flaschen ploetzlich als ’sozialer akt‘ dargestellt wird. Ich bin mir sicher, dass die flaschensammler den ach so grossmuetigen spendern vor dank am liebsten um den hals fallen wuerden. Besonders amuesiert hat mich die bewunderung, die manche leute offenbar dafuer empfinden, dass jemand tatsaechlich – das muessen sie sich mal vorstellen! Gibt’s ja heute schon gar nicht mehr – sein ’salaer‘ durch eine solch ’niedrige‘ taetigkeit aufbessern will (ich halte die annahme, der herr geht seiner taetigkeit deshalb nach, um pfand zu kassieren, fuer realistisch. Sollte jemand einen flaschensammler treffen, der tatsaechlich nur flaschen sammeln moechte, bitte ich um mitteilung)! Das ist doch echt unglaublich! Schau her, da arbeitet einer. Und dann noch so voller wuerde! Komm, dem geben wir unsere leeren bierflaschen. Oder nein, die stellen wir ihm neben den abfalleimer. Dann geht’s ihm gut, und wir duerfen uns ganz toll fuehlen. Ja aber was, wenn wir damit sozialbetrug foerdern? Der kriegt doch bestimmt hartz iv! Ja was ist denn dann?
    Wenn mein beitrag einen der mitleser verwirrt, tut mir das leid. Aber dann sehen sie mal, was so ein artikel unseres don bei so einfachen gemuetern wie mir anrichten kann.

  99. Ich stelle mir gerade vor, wie...
    Ich stelle mir gerade vor, wie die ingolstadter flaschensammler vereinigung die gelbhemden von der fdp mit dem spruch ‚leistung muss sich wieder lohnen‘ anspornt. Jeder flaschensammler trinkt dabei ein bier und laesst die flasche dann stehen und fuehlt sich dann auch ganz toll und sozial dabei.

  100. Bei einigen Kommentatoren...
    Bei einigen Kommentatoren scheinen mir zu romantische Vorstellungen über die Tätigkeit des Flaschensammelns vorzuherrschen. Würde ich einem inneren Impuls folgend einen Karrierewechsel anstreben und mich ab morgen als Flaschensammler verdingen wollen, so wäre mir das in meiner nicht ganz so kleinen aber mindestens ebenso dummen Heimatstadt unmöglich. Die Innenstadt ist in Reviere eingeteilt und wehe, der Revierinhaber erwischt einen Konkurrenten beim Fremdsammeln. Lautstarke Auseinandersetzungen, die durch physische Argumente verstärkt werden, wären zu beobachten. Eskalierend wirkt zudem, dass viele Sammler keineswegs Quasiselbständige sind, sondern Subunternehmer und an den Revierinhaber ein Nutzungsentgeld entrichten müssen. Es herrschen mafiöse Verhältnisse auf unterstem Niveau. Unter solchen Umständen ist der Flaschensammler eine arme Sau gleich in mehrfacher Hinsicht. Sollte das in der kleinen, dummen Stadt an der Donau noch nicht so sein, so sind dies geradezu paradisische Verhältnisse, die nur durch geringen Konkurrenzdruck zu erklären sind.

  101. Abstinent sein – für die...
    Abstinent sein – für die Menschenwürde der anderen!
    In Bonn, es war nach jener Nacht, welche genannt „Rhein in Flammen“, war es auch zu beobachten, ein Heer von ihnen, eines, das in die tausende ging, das der Flaschensammler. Denn Bonn hatte sich kurzfristig verabredet, nämlich zum kollektiven Besäufnis, in aller Öffentlichkeit. Niemals zuvor und danach habe ein ähnliches Massenbesäufnis erlebt. Und wer geschickt war, d.h. wer seinen Bezirk gut kannte, früh genug auf den Beinen war, konnte in so einer Nacht vielleicht gar reich werden – an Flaschenpfand. Nur auch die Konkurrenz schlief nicht, das übliche Problem – im Kapitalismus -, ein jenes, das nicht wenige daran hindert, das zu werden, was das Kapital den Glücklichen verspricht: reich zu werden.
    .
    Und das bringt uns zum springenden Punkt.
    Allein notwendig, nicht infolge eines Überflusses, nein ob eines Mangels. Des Mangels an Kultur, wie es scheinen will. Doch trifft das nur die Oberfläche. Die eigentliche Kultur, an der es hier mangelt, ist eben nicht die in dem Erkennbaren, dem Offenkundigen, der nicht mehr zu leugnenden Tatsache, dass man in der Öffentlichkeit trinkt, und dann gar noch den Unrat in derselben Öffentlichkeit zurück lässt, nein, es ist der Mangel an, oder besser gesagt: einer ganz bestimmten Ökonomie – „Mangelökonomie“ wie von Marxisten auch polemisch denunziert. Eine solche, die es offenkundig macht, wie wohlfeil etwas sein muss, sein darf, damit es zu einer öffentlichen Verrichtung der Notdurft kommt.
    Die Lyrik ob jenes „Berbers“, der da Ordnung schafft, darin so bescheiden, wie effektiv, ist doch zu vordergründig. Wessen Ordnung ist es denn, die da bedient wird? Ist es nicht eine für eine quasi bestellte Dienstleistung? Und warum ist es eine bestellte Dienstleistung? Niemand zwingt irgendjemanden diese Arbeit zu machen! Wir kennen das Argument, auch bei anderen Arbeiten, die da so offensichtlich unter aller Würde verrichtet werden! Doch diese wird gemacht, da bestellt. Bestellt von jenen, für die es wohlfeil ist, sie mit dem Flaschenpfand zu bezahlen. Nicht mit einem Euro – in der Stunde -, nein mit 8 Cent bis 25 Cent die Flasche. Und selbst der Fleißigste wird dabei wohl kaum über einen Euro die Stunde kommen.
    .
    Der Mangel, jener im „Lohnsystem“, nämlich eines System, was den Mangel derer zur Grundlage erhebt, denen es an allem mangelt, ist es, welcher diesen Zustand zu verantworten hat. Schon die Entlohnung unter einem „Mindestlohn“ wird als Mangel an Würde betrachtet, wie erst dann unter einem Euro die Stunde? Das Ärgernis des all zu Öffentlichen, die Störung der Intimsphäre gewisser Leute, der, die sich daran stören, dann aber auch die Öffentlichkeit eines solchen Müllsystems, wie schließlich, die Notwendigkeit des Entstehens einer solch erbärmlichen Wirtschaft überhaupt, all das ist Ausdruck von jener Mangelökonomie. Einer Ökonomie, die nur dann Sinn macht, wenn die Profitrate durch die Ausbeutung von Selbstausbeutern höher ist als durch durchschnittlich bezahlte Lohnarbeit.
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    Das Land mit seiner hohen Produktivität wird damit zur Destination des Elends. Denn diese hohe Produktivität schließt die aus, die darin nicht mitgedacht sind, damit eben eine solche Produktivität überhaupt möglich wird – für wenige.
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    Armut eben auf hohem Niveau, dem Niveau der anderen. Das Flaschenpfand gibt nur den Schein, für die Selbständigkeit, macht die Form, welche die Ausbeutung verschleiert, und schafft zugleich die Basis für jenes „Hohe Lied der Arbeit“, welches da in der Lyrik daherkommt.
    .
    Die Prosa, die, die sich aus dem Wesen ergibt, spricht hingegen von Abhängigkeit, Billigkeit und Menschenunwürdigkeit, nämlich all dem, was es zu verbergen gilt, damit es Kultur wird – ein „Lumpenlied“ vielleicht -, und sie ist nüchtern, völlig unberauscht ob ihrer Tristesse.
    .
    So nüchtern, wie jener Flaschensammler vielleicht, welche da eben nur nüchtern diese Arbeit verrichten kann, denn besoffen wäre er vielleicht sich selbst.
    Denn auch das ist ein Teil des Preises, den er bezahlt, neben dem mit seiner Menschenwürde, – die erzwungene Abstinenz, die für andere, für die Menschenwürde der anderen.
    .
    Denn so funktioniert sie, diese Gesellschaft, die Ökonomie des Mangels: Damit die einen, dem Mangel entfliehen, zeitweise und als ihr Privileg, müssen die anderen abstinent sein, von allem.

  102. @Mandrake
    Falls Ihr Kommentar,...

    @Mandrake
    Falls Ihr Kommentar, Karrierewechsels zum Flaschensammler sei eine romantischen Idee, auf mich gemünzt ist, möchte ich doch bemerken: Glauben Sie ernsthaft, wenn ich mich vor sieben Jahren bei einer deutschen Firma beworben hätte, hätte ich eine Chance gehabt? In einem Fall hat man mir ganz deutlich gesagt, angestellt werde ich, wenn der Rechtsfall entschieden ist (was hieß: entweder Rechtsfall oder Job). Übrigens, bei all dem Geschrei, dass es in DAX-Firmen keine Frauen in der Vorstandsetage gibt, möchte ich daran erinnern, dass die größte deutsche Aerospacefirma, Dornier (heute ein Teil von EADS) noch bis in den Anfang der achtziger Jahre aus Prinzip keine Frauen auf akademische Stellen eingestellt hat. Da war ich aus Deutschland längst ausgewandert.

  103. Lieber Don,
    jetzt sitze ich...

    Lieber Don,
    jetzt sitze ich hier nach Lesen Ihres Beitrages und muss mir verstohlen die Tränen aus den Augen wischen.
    Ein ähnliches Gefühl beschlich mich am Wochenende – in einer ärmlichen, kleinen Stadt in der Nähe von Prag (wo grade der Hauptarbeitgeber massenhaft Stellen abbaut). Da hatte man direkt neben dem Friedhof auf einem verwahrlosten Fleckchen Erde einen kleinen Jahrmarkt mit drei Karussellen, Autoscooter, Schaukel und Hüpfburg aufgebaut. Da standen nun die Verlierer der Globalisierung und freuten sich, dass sie wenigstens an diesem Tag ihren Kindern ein bischen Spaß auf der Hüpfburg für 50 cent schenken konnten. Dazu liefen 20 Jahre alte Schlager von Karel Gott, und irgendwie waren Freude, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung so nahe beieinander dass ich mir dafür schäbig vorkam, mit am Vorabend in einem Prager Club eine Flasche Wein für 12€ geleistet zu haben.
    Eine Lösung weiß ich übrigens auch nicht – aber vielleicht ist das bewusste Wahrnehmen, der Respekt für Andere und die Achtsamkeit ein erster Schritt.

  104. Warum werter Monsieur Alphonse...
    Warum werter Monsieur Alphonse gefallen mir genau diese Beiträge nicht?
    Vielleicht, weil da die Armut mit dem Blick bedacht wird, den der Herr B mit „glotz nicht so romantisch“ abgekanzelt hätte?
    Oder weil, wie es meine böse Großmutter sagen würde, knapp vorbei auch daneben ist?
    Ich denke nun geschlagene 2 Tage über den Grund dafür nach, immerhin…
    Ich halte nix von der Verklärung von Armut, Armut ist nicht schön oder edel. Armut ist, gelinde gesagt, MERDE!
    Und die kleine Ökonomie der Armut, wie z.B. das Flaschen- oder Lumpensammeln, ist nur eine Manifestation dieser merde.
    Zur Verdeutlichung eine bescheidene Frage:
    Geht der Herr vielleicht bei Nacht, weil er da nicht in Gefahr läuft, den Revierinhabern am Tage zu begegnen?
    Aus der warmen Stube heraus oder auch aus einem gesicherten Leben heraus, (nein, das soll kein Vorwurf sein) beguckt sich Armut eben immer nur als Sensation, nicht als Alltag- uind eine paar Mitleidsäußerungen sind dann auch wohlfeil.
    Ich erinnere mich an einige Journalisten, oder welche die es werden wollten, die so um die Einführung von Hartz IV herum versucht haben mit dem Geld zu leben, das man den Armen zubilligte. Sie sind alle kläglich gescheitert. Oder der Herr Buchweizen, der uns mittels an die Armen gerichtete Vorschläge, die direkt aus der schwarzen Pädagogik entlehnt sind, zu unterhalten pflegt.
    Warum nur erinnert mich das alles an die erfundene Geschichte über eine kleine Österreicherin, die glaubte ungeheuer witzig zu sein, als sie vorschlug, die, die kein Brot hätten, sollten doch Kuchen essen?
    Je regrette, M. Alphonse, ça ne m’amuse pas. Vielleicht auch nicht, weil ich in einer der ärmsten Städte dieses reichen Landes lebe.
    Aber ich erinnere mich noch an etwas anderes. Vor vielen Jahren, als die Mauer in der hässlichen Stadt diese noch in zwei Hälften teilte, gab es einen sehr sehr harten Winter. Und es gab, aus Gründen der finanziellen Unpäßlichkeit, denn man beging gerade ein Stadtjubiläum, die Streichung der Kohlenbeihilfe in den armen Bezirken.
    Dann kam der Frühling, und die, die den Winter überlebt hatten, und es war wirklich ein sehr harter Winter gewesen, die hörten von vielen lustigen Banketten für die Eliten, die vom „kein Geld da“ gefeiert wurden. Und die Armen feierten auch. In jener Nacht wurde ein Supermarkt ausgeräumt und hinterher von einem Pyromanen angezündet. Diese Reihenfolge ist nicht in den offiziellen Quellen. Wer den Bolle ausräumte, verzeihen Sie, ich hab es gesehen, waren nicht die lustigen Punks oder die Krawallmeier die mit den Flaschen warfen, es waren die Omis und die Opis die ringsumher wohnten, die mit großen Einkaufstaschen an der geschlossenen Kasse vorbei, vor Ort dann mitnahmen, was sie sich nicht mehr leisten konnten.
    Aber was mich noch mehr erstaunte als die Vorkommnisse dieser Nacht, waren die Tage danach, als die Angst der Eliten deutlich ruchbar wurde.
    Übrigens dieser Winter war auch wieder hart. Und seit Wochen wird hierzuort darüber diskutiert was zu tun sei wenn…
    MD

  105. Lieber unellen! Meinendwegen...
    Lieber unellen! Meinendwegen brauchen Sie nicht zu weinen. Meiner Berechnung nach reicht mein Vermögen für einen guten Rotwein zum täglichen Abendessen bis zu meinem 90sten Geburtstag (also mindestens noch 30 Jahre). Und das ist so ungefähr der einzige Luxus auf den ich wirklich Wert lege.

  106. MD, was soll ich sagen: ich...
    MD, was soll ich sagen: ich bin froh, wenn es Menschen wie unellen gefällt. Wenn es andere dagegen schlecht finden – mei. Nicht jeder Samen fällt auf fruchtgares Land, und wer bin ich, dass ich anderen in ihre Interpretation reinreden würde. Ich erzähle, das ist alles.

  107. <<Nicht jeder Samen fällt auf...
    < > nicht jeder Wix fällt …..auf die heisse Herdplatte-mei.

  108. @Tiger: liebe Tigerin (ich bin...
    @Tiger: liebe Tigerin (ich bin übrigens weiblich, genau wie Sie), keine Sorge, wegen Ihnen musste ich nicht weinen. Vielmehr darüber, dass hierzulande Leute Pfandflaschen einsammeln und über das ausgezehrte und abgehärmte Aussehen jener Eltern auf dem tschechischen Jahrmarkt.

    ich sehe in Dons Beitrag übrigens keine „Romantik“ sondern eher die Verwunderung und Demut über die Ungerechtigkeit (auch wenn man selber ohne Zutun auf der „guten“ Seite gelandet ist). In meinem Fall mischt sich auch eine gewisse Scham darunter, obwohl ich mich damit trösten könnte das mein jetziger (bescheidener) Wohlstand auf harte Arbeit zurückzuführen ist (und einige Studentinnenjahre, in denen ich ebenfalls mit weniger als H4 auskommen musste).

  109. Ah, Monsier,
    man sollte seine...

    Ah, Monsier,
    man sollte seine Latten schon höher hängen, also warum so bescheiden.
    Und nichts gegen ihren Stil, der gefällt mir ja, sonst wäre ich ja längst weg – aber es ist eben das Laue im Inhalt, was mir heuer nicht behagt.
    Etwas mehr Härte unter weichem Samt wäre da angebracht:
    es gibt in der Renaissance ein Wort für den Moment, in dem man das Blut auf der Schneide sieht, wenn man den Degen aus der Wunde zieht, aber mein Italiensch ist verlottert, daher weiß ich ihn nicht mehr… – mit ihrer Belesenheit müssten Sie wissen was ich meine, denn das ist es was mir an dem Text fehlt:
    Dieser Moment der Überraschung, wenn man das Blut sieht, denn so haben sie statt des Herzens nur den Kroklodilstränensack angestochen.
    GrinZZ
    der Kritiker muß es nicht besser machen können sagt Lessing
    MD
    PS: Interessehalber: Streicht der Herr A. das gute Französisch, oder hat der böse Server die inkriminierte Vokabel gelöscht?

  110. @MD, ja ein bisschen Angst vor...
    @MD, ja ein bisschen Angst vor Unruhe kann den Eliten nicht schaden. Ich erinnere mich gerne an die Zeiten, da wir als Nachfolger der 68er Krawalle ein ploetzlich kommod gewordenes Lehrpersonal antrafen und der Umgang miteinander fuer ein paar Jahre durchaus angenehm war.

  111. @MD, rect. streiche Unruhe,...
    @MD, rect. streiche Unruhe, setze Aufruhr.

  112. @MD, unwichtig, aber die...
    @MD, unwichtig, aber die Revisionisten behaupten, sie habe Brioche gesagt.

  113. Der Kritiker muss es nicht...
    Der Kritiker muss es nicht besser machen können, heißt aber nicht, dass ein Kritiker es nicht besser machen könnte. Als ich noch in der europäischen Raumfahrtbehörde arbeitete, wurde die Stelle des Generaldirektors ausgeschrieben. Ich bewarb mich, hängte meiner Bewerbung meine Analysen an und schrieb, dass es mein Ziel als DG wäre, die aufgezeichneten Probleme zu lösen. Die Ablehnung bekam ich erst, als der neue DG (ein Franzose) schon gewählt worden war und ich mich beschwerte, nicht wenigstens zum Interview eingeladen worden zu sein.

  114. Das ist ein wunderbarer...
    Das ist ein wunderbarer Beitrag, danke! Aber er wird die Flaschen nicht horten, sondern direkt einlösen, sobald die Automaten der Discounter zugänglich sind. (Es gibt dort Spendenknöpfe, theoretisch könnte er sogar weltanschaulich motiviert sein).
    .
    Auf jeden Fall lebt er ein Prinzip, das ich im Rebellmarktblog öfter bewundere – das der Nachhaltigkeit. Nicht aus romantischen Umweltschutzgründen, sondern werterhaltend. Diese Flaschen stellen einen vergeudeten Wert dar, wenn sie niemand mitnimmt und das tut, was diesen Wert in Bargeld zurückführt. Er macht das, das ist findig.
    .
    An meiner Universität gibt es auch so einen Mann, der allerdings deutlich weniger aufgeräumt wirkt und sein Outfit aus der Kleiderkammer zusammenstellt. Der stöbert nun wiederum im Wohlstandsmüll der verwöhnten Blagen, die sich einen Spaß und Wettbewerb draus machen, Tische und Ruheplätze möglichst wüst zu hinterlassen.
    .
    Entsprechend überheblich treten sie ihm gegenüber auf. Doch er ist an anderer Stelle adlig: der selben Muttersprache mächtig, die auch eine blinde Kommilitonin spricht, hilft er ihr regelmäßig in den verzweigten Hochhausfluren den richtigen Bestimmungsort zu finden. Ein Ehrenamt, von dem ich nie erfahren hätte, wenn er sie – die ihn nicht sieht und die Aura der Kleiderkammer doch wahrnimmt – nicht ausgesucht höflich grüßen würde, sobald sie sich begegnen.
    .
    Der tätige Mensch ist niemals wirklich arm und sobald man auf dem Amt mit ihm den Boden wischen will, hat er diese Tätigkeit als Bollwerk gegen alle Demütigungen durch die neuen Schreibtischtäter.

  115. "Geht der Herr vielleicht bei...
    „Geht der Herr vielleicht bei Nacht, weil er da nicht in Gefahr läuft, den Revierinhabern am Tage zu begegnen?“
    Äh. Nein? Er ‚geht bei Nacht‘, weil dann die Flaschen weggeworfen werden, die sonst morgens die Stadtreinigung oder fluchende Wirte entsorgen müssen. Von denen wird sich keiner darum balgen, noch mehr Müllvolumen bewältigen zu müssen.

  116. p.s. Ein fachlicher...
    p.s. Ein fachlicher Ablehnungsgrund wurde mir nicht genannt, obwohl es formal einen gab. In der Stellenausschreibung wurde ‘working level French’ gefordert. Meine Französischkenntnisse (die aus meinen Personalunterlagen bekannt waren) sind aber bestenfalls touristenlevel. Was ich allerdings in einem 4-wöchentlichen Intensivkurs hätte ändern können, denn dann wäre ich dazu motiviert gewesen.

  117. Lieber Don,
    es hat sich...

    Lieber Don,
    es hat sich bereits jemand unberufen mit meinem Namen bei Ihnen bedankt, dabei würde ich Ihnen nie zumuten, einfach nur ein nichtssagendes Danke in diesen Blog einzupflegen (das an anderer Stelle für Ihr ritterliches Verhalten zudem angemessener gewesen wäre). Was Sie beschreiben ist die sehr beglückende Wirkung reziproker Projektionen von „edlen Armen“ und „mitleidigen Reiche(ren)“, über die ich auch schon immer mal nachgedacht habe, insbesondere, wenn ich allmonatlich von einem Straßenhändler eine Obdachlosenzeitung kaufe. Die Zeitung kostet 1,40 EUR und davon darf sich der Händler 0,60 EUR behalten. Ich gebe ihm immer 2,00 EUR und er gibt mir nie etwas zurück, unterstellend, dass ich annehme, die 0,60 EUR kämen zum Verkaufspreis von 1,40 EUR noch dazu. Am Anfang war ich enttäuscht, dass dieser freundliche ältere Herr, der mir immer auch einen „Guten Tag“ wünscht, wenn ich ihm nichts abkaufe, sich nicht als der dankbar naive, edle Arme herausgestellt hat, den ich mir gewünscht hatte und neben dem doppelten „Gewinn“ auch noch den gefühlten Triumph hat, mich jedes Mal „übers Ohr“ gehauen zu haben. Aber mittlerweile denke ich, dass wir uns eigentlich zuzwinkern müssten, er, weil er weiß, dass ich ich weiß, dass ich eigentlich etwas für mich und mein Gewissen tue, wenn ich ihm seine Zeitung abkaufe und ich, um ihm zu signalisieren, dass ich merke, wie er mich austrickst und dass ich ihm die heimliche Freude darüber gönne.

  118. Das mit der Organisation, die...
    Das mit der Organisation, die eine Stelle zu vergeben hat, ist doch gar nicht so unerfüllbar. Einfach Betrachter und Betrachtungsobjekt rochieren und los gehts. Fröhliche Sammelleidenschaft! Wir freuen uns auf weitere Flaschen-Posts aus dem wahren Leben.

  119. Aha, Arbeit adelt. Dem stimme...
    Aha, Arbeit adelt. Dem stimme ich unbedingt zu.
    .
    Doch – trotz des Respektes – werden viele Arbeiten weit unterhalb der Gürtellinie bezahlt (So, wie in diesem Beispiel, die des Flaschenmannes…).
    .
    Frage: Was nützt einem eine Arbeit (abgesehen von Respekt und Selbstachtung), wenn man davon nicht leben kann?

  120. Nein, Freundlichkeit adelt....
    Nein, Freundlichkeit adelt.
    .
    Arbeit ist nur eine ärgerliche Sache, die uns Zeit raubt und eigentlich nur getan werden muss, weil sie anfällt. Und Flaschensammeln ist nicht unter der Gürtellinie. Das Geld seiner Eltern in schlechtes Benehmen verwandeln, das ist unter der Gürtellinie. Tätig sein heißt nicht, masochistisch einem gesellschaftlichen Druck dienstfertigen Fleißzeigens nachzugeben. Tätig ist nach Goethe der, der das Leben angeht und anpackt. Auch mal in einen Mülleimer leuchtet. Das hat nichts mit Sozialromantik zu tun oder irgendeiner falsch verstandenen Freiheit. Sondern mit dem Impuls, der uns weitermachen lässt, den einen im Büro, den anderen vor den Kneipen.

    Respekt und Selbstachtung sind übrigens Lebensmittel. Was nützt einem eine Arbeit, von der er leben kann, wenn er am Fehlen dieser Güter verhungert?

  121. Ich habe sowas auch schon in...
    Ich habe sowas auch schon in Berlin beobachten können. An diesem internationalen Grossflughafen ohne Bahnanschluss. Nur Busse. Aber, alles Plastikflaschen. Wer trinkt schon daraus?

  122. Helene,
    der "edle Arme".
    (Fast...

    Helene,
    der „edle Arme“.
    (Fast so gut wier edle Wilde).
    .
    Den edlen Armen, den gibt es halt einfach nicht. Er ist das Produkt unserer Phantasie. Unserer einseitigen bildungsbürgerlichen Merianheft-Wahrnehmung („pittoresk!“). Welche wiederum von unseren bürgerlichen Wünschen und Sehnsüchten gespeist ist („endlich einfacher und ehrlicher leben!“).
    .
    In D gibt es von wirklich echten Armen nur die verschämte Armut. Das hießt, es wird von diesen Armen alle Anstrengungen getan, damit keiner sieht, dass sie arm sind. Was sie ehrt, aber aus anderer Sicht fatal ist, denn dann kommen unvemeidliche Diskussionen auf, dass diese Leute doch alles hätten, sogar ein Auto.
    .
    Ob das Auto nur für den einen Tag geliehen ist, oder die Hose vom Onkel geschenkt, das sieht man diesen Gegenständen kaum an (außer, dass das Hosenbein etwas zu kurz ist, was viele andere Gründe haben kann…).
    .
    [Damit keine Geisterdiskussionen aufkommen: Ich meine nicht die in allen Debatten gerne dafür hergenommene fiktive „Vergleichsgruppe“ der Plattenbau-Gabis mit den Spielkonsolen, Plasmafernsehern, Fallschirmseide-Schlafanzügen, der Unfähigkeit zu kochen und angeblichem Suff und Dönerkonsum. Ich kenne kaum welche von solchen, die als dieser Topos im TV-Mediendiskurs rumgeistern, kann also da nicht mitreden. Kenne aber verschämte Armut.]

  123. @Helene,
    "nichtssagendes...

    @Helene,
    „nichtssagendes Danke“, …. fühlen, fühlen, fühlen meine Liebe. Dies ist nur mit
    wenig Worten oder ganz in der Stille möglich.
    Tut mir wirklich leid, dass Sie denselben Namen tragen.

  124. Adolf Merckle soll frueh...
    Adolf Merckle soll frueh morgens auf seinen Bergwanderungen die Pfandflaschen ins letzte Dorf zurueck getragen haben. Das macht auch Spass. Die Gewinne mit seinen Anleihen habe ich hier zum Bau der Haeser fuer meine grosse hiesige Familie verwendet. Die direkt nebenan wohnenden Maurer und Handwerker haben das Geld gleich wieder in ihre Reisaecker investiert. Hier sind viele arm aber quick lebendig. Flaschen werden hier, auch aus Plastik, wegen des Rohstoffes gesammelt, gewogen und dann bittet der Troedler darum die einzelnen Posten fuer ihn aufzuaddieren.
    Hier lernt man nun wirklich zu spenden. Man spendet generell immer und reichlich, gerne auch verbunden mit einem eigenen materiellen Wunsch der so seine Eintrittswahrscheinlichkeit erhoeht. Man spendet und betet ganz natuerlich um selber einen Vorteil daraus zu bekommen, klassische winwin Situation und tatsaechlich, wer hier viel Geld zum Fenster rauswirft, bei dem kommts zur Tuer wieder rein. Schoen nicht? Uebrigens wirft man sich hier nicht vor den Zug, man geht verschollen im Dschungel.

  125. Werte der Tiger,
    .
    die...

    Werte der Tiger,
    .
    die Schilderung Ihrer beruflichen Vergangenheit und wie hartnäckig Sie Ihre Sache verfolgen, erinnert an die Zeit nach der Wende, als die „Wessis“ den damals
    50-jährigen „Ossis“ vorwarfen über ihre zerstörten Biographien zu jammern.
    .
    Ich frage mich wieviele 50-jährige in ganz D es wohl gibt, die heute dazu Ver-
    lassung haben, daher bewundere ich Sie für Ihre Offenheit.
    .
    filou, Aufruhr ist ein Projekt für Jugendliche. Unsere Jugendlichen haben dazu
    mehrheitlich keinen Grund, s ie sind Elite, sie sind die wenigen Ausgelesenen.

  126. @Kopfgeburt
    'Aha, Arbeit...

    @Kopfgeburt
    ‚Aha, Arbeit adelt.‘ – stand das nicht auf dem portepee des reichsarbeitsdienstes…? in welcher zeit auch arbeitspflicht bestand. ist immer witzig, daß trotz stark trainierter antinazistischer reflexe einiges gedankengut sehr lange überdauert. das unterbewußte…

  127. Jaja, Armut is ein großer...
    Jaja, Armut is ein großer Glanz von innen oder was. Gott, ich kenne Krankenpfleger, die sich so das Klassenfahrtgeld für ihre Kinder verdienen, Verkäuferinnen, die den Kredit fürs Auto, das sie brauchen um zur Arbeit zu kommen abzubezahlen etc.etc.
    Working poor halt.

  128. minna, kennen Sie den Begriff...
    minna, kennen Sie den Begriff „Zornige alte Maenner“? Ja, ich bin mit Glueck, etwas (!) Fleiss und einiger Einsicht in keiner schlechten Situation. Was aber meine Generation zum gegenwaertigen Zustand beigetragen hat, macht mich rasend. Und da moechte ich gerne Zeuge sein, wenn eine nachkommende Generation die korrupten Saecke…
    …ça ira!

  129. @ Don Carlos 15:51
    Der...

    @ Don Carlos 15:51
    Der Ausspruch ist aber schon viel älter (Detlev von Liliencron, link zu Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Detlev_von_Liliencron). Dass er von den Nazis missbraucht wurde, da kann er nichts dafür. Und ich hoffe, dass Sie es mir nachsehen, insofern ich Nichtdeutscher bin und diesen Zusammenhang nicht gesehen (geschweige denn absichtlich verfolgt) habe.
    .
    @ irgendwer 14:23
    Da scheine ich ja unheimliches Glück mit meiner Arbeit zu haben. Kann ich dabei doch sogar freundlich sein….
    .
    Danke im weiteren für Ihre Verdeutlichung von „unter der Gürtellinie“
    Es ist richtig: Arbeit ist nie darunter – aber des öfteren die Entlöhnung dazu.

  130. ... bin kein Mann filou,...
    … bin kein Mann filou, fühle trotzdem mit Ihnen;
    .
    die jetzt Jugendlichen werden gut daran tun, i h r e Zukunft unter sich auszu-
    machen. Das Verliererschauspiel, das die Altvorderen bieten, stärkt das Selbst-
    bewusstsein und kann auch so manchem aus dem „Dienergraben“ Flügel ver-
    leihen.
    Gruß

  131. Nicht Arbeit adelt, nur...
    Nicht Arbeit adelt, nur Herrschaft.
    .
    Und Herrschaft liest keine Flaschen auf, sondern verteilt Abwrackprämien.
    ,Ca va ,ca va ,ca va si bien…

  132. @minna
    Wollen Sie ernsthaft...

    @minna
    Wollen Sie ernsthaft behaupten, dass ich über meine ‚zerstörte Biographie‘ jammere? Ich habe den Eindruck sie gehören zu der Gruppe Menschen, die es liebend gerne hätten, wenn ich mich endlich schamhaft verdrücken würde und Sie ungeschoren über Themen schreiben ließe, von denen sie keine persönliche Erfahrung haben. Darf ich Ihnen die Diagnose meines Arztes (eines Professors an der Universität von Leiden) zur Kenntnis geben? Der sagte mir: ‘Sie haben Tausende von Rechtsexperten und Milliarden an Euro gegen sich, aber sie machen auf mich trotzdem keinen gestressten Eindruck. Sollten sie sich aber mal gestresst fühlen, müssen sie sich immer daran erinnern: wenn sie verlieren, verliert ganz Europa‘.

  133. minna, bevor ich mich fuer den...
    minna, bevor ich mich fuer den Rest des Abends mit Bordeaux sediere: Die junge Generation hat keine guten Beispiele. Oder glauben Sie wirklich, dass dieses Bubenduo Ex-Kanzler & Ex-Aussenminister ein Beispiel waeren? Oder die 68er-Spinner (Raeteregierung), die nach dem kurzen Marsch durch die Hirarchien ihren Hintern an einer waermenden Professur ruhen lassen?

  134. der Tiger,
    ich fürchte. ich...

    der Tiger,
    ich fürchte. ich habe mich mißverständlich ausgedrückt, sorry!
    .
    filou, ich hab Vertrauen…was sonst?

  135. Lieber Filou,
    mir wurde...

    Lieber Filou,
    mir wurde neulich von einem sehr netten, unlängst emeritierten Professor der 68er Generation berichtet (er war keiner von den Militanten, aber stark geprägt von der 68-Grundhaltung), der sich niemals traute, offensichtlich unfähige Mitarbeiter vor Ablauf der Probezeit zu kündigen oder sonst jemandem weh zu tun — aber jetzt den jungen Kahlschlägern mit ihren zynischen Mobbingmethoden Beifall klatscht und sie für ihre „Durchsetzungsfähigkeit“ bewundert.

  136. @minna - don't worry -...
    @minna – don’t worry – mistakes make us human

  137. Lieber Herr Meier555, was...
    Lieber Herr Meier555, was beweist uns das Beispiel? Randfigur, Opportunist, Feigling mit Gratismut. Eine Figur, die unter dem Kaiser, unterm Dolferl, auch unter Erich ihr warmes Platzerl gefunden haben wuerde. Ein Zwangscharakter. Eine Pfeife, die ich frueher auf dem Schulhof verpruegelte, um dafuer schwerst bestraft zu werden-im umgekehrten Fall haette er eine Belobigung gekriegt. Hat der Mann geforscht, neben der Lehre? Sicher nicht, denn fuer’s Forschen braucht man Mut. Nicht viel, nur ein bisschen.

  138. @Der Tiger, Ihre Geschichte...
    @Der Tiger, Ihre Geschichte zieht sich seit einem Jahr ueber die mir bekannten zwei Foren. Ich versichere, dass ich Sie sehr gut begreife. Ich begreife auch Ihren Zorn und Ihren Willen, nicht aufgeben zu wollen. Es geht auf der Welt nicht gerecht zu. Ich weiss das aus eigener hohnlachender Erfahrung. Jeder weiss das. Jeder, der es selbst erfahren hat findet es furchtbar.
    Fussballtrainer gelten nicht als besonders weise, aber einer sagte mal zu einem schwer frustrierten Champion:
    „Du hast das Schloss gesehen, bist aber nicht Koenig geworden. Bist Du nicht der Erste. Und der Letzte auch nicht!“

  139. es ist so toll was für einen...
    es ist so toll was für einen Verlauf dieser Blogg nimmt, unvorhersehbar, eigentlich auch nicht…, lauter Sozialromantiker die „Der Don“ aussucht.. toll finde ich, wir dürfen alle mit Tränen in den Augen vor dem Bildschirm sitzen und auf eine wahre Zukunft hoffen die sich anscheinend alle wünschen REVOLUTION, los und sofort…

  140. Lieber Filou,
    so ist es auch...

    Lieber Filou,
    so ist es auch nicht. Alles in allem hat er einen exzellenten Job gemacht, auch in der Forschung. Auch kein schlechter Charakter. Umso mehr schockiert das Verhalten in einer neuen Situation.

  141. Lieber Meier555, ich leide...
    Lieber Meier555, ich leide unter meinen Vorurteilen. Wenn’s das nicht war, muss ich mir neue Kriterien suchen. Wie schade. Ich haette so gerne recht gehabt.

  142. "ob, wenn wir schon das...
    „ob, wenn wir schon das grölende, saufende und kotzende Pack als Unterschicht definieren, die Stützen der Gesellschaft nicht doch eher die Flaschenmänner sind, als die Eltern, die den Alkoholismus ihrer Bratzen nicht ordentlich kontrollieren“
    Hört sich so an, als wenn Sie, wenn Sie Kinder HÄTTEN, den Alkoholismus dieser IHRER Bratzen ordentlich kontrollieren würden.

  143. .
    "Nicht Arbeit adelt, nur...

    .
    „Nicht Arbeit adelt, nur Herrschaft“
    .
    …das ist richtig;
    .
    muß man aber jetzt auch nicht so laut sagen…

  144. In Krankenhäusern,...
    In Krankenhäusern, Altenheimen. Puffs usw. sind es Polinnen, Russinnen, Ukrainerinnen, auf Bahnhöfen Türken, im Bett Asiatinnen – Flaschenfrauen des Exportweltmeisters D, um die fallende deutsche Geburtenrate durch Produktion von Kopftuchmädchen aufzuhalten. Den Griechen bringen wir mal deutsche Mores bei, z.B. Komasaufen, denn es muss sich wieder lohnen. Während ich einer Küchenhilfe für 2 gestohlene Frikos mein Vertrauen entziehe, lässt es sich von meinen Zinsen im Ausland gut saufenkotzen.
    Wären nicht die Stillen im Lande, man möchte glatt saufenkotzen über die unterstschichtlichen Laute(r)n auch hier. Wann hat der Aesthet Don schon mal – außer neulich – die Galle derart verspritzt?

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