Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Unterschicht, die man sich wünschen würde

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Jüngst stellte hier jemand die Frage, wie eigentlich die Unterschicht aussehen müsste, die sich die Oberschicht wünscht. Man könnte natürlich Charaktereigenschaften aufschreiben und erreichbare Tugenden definieren, man könnte calvinistisch sein oder ein Grundeinkommen fordern - aber wenn ich ehrlich bin, würde ich sagen: Man sollte die Unterschicht so vergessen können, wie sie einen selbst auch vergisst.

Wir haben gehalten in der langweiligsten Landschaft der Welt
Wir haben uns unterhalten und festgestellt dass es uns hier gefällt
Tocotronic, Let there be rock

Die Zeitung, in deren Internetauftritt dieser Text erscheint, nimmt für sich in Anspruch, „Zeitung für Deutschland“ zu sein. Dieser Text jedoch erscheint auch in einem Blog, das sich keinerlei Mühe gibt, was auch immer „für Deutschland“ zu sein. Deutschland ist, vom Standpunkt dieses Blogs betrachtet, eine weniger einigende als vielmehr groteske Staatsidee, mit meiner Heimat an einem oberbayerischen See als dem einen Extrem, und ziemlich viel anderem als konträres Extrem, was man vielleicht kennen würde, käme man ab und zu hier raus. Ich etwa hatte das Vergnügen, nicht nur eine Weile den Bundeshauptslum Berlin kennenzulernen, sondern auch die Regionen, in denen es noch übler zugeht – besuchen Sie mal das schöne Vockerode an der Elbe. Alle kennen Dessau, aber ich sage, um den Osten zu kennen, sollte man Vockerode kennen. Wie Klein-Frankfurt nach dem Bankenkollaps. Damit bin ich aber schon eine reichlich atypische Ausnahme für meine anderem stets feindlich gegenüberstehende Heimat.

Bild zu: Die Unterschicht, die man sich wünschen würde

Als eine solche Ausnahme bringe ich natürlich auch Erfahrungen mit, die man sich bei uns gar nicht vorstellen kann, in jenem anders-ominösen „Deutschland“ aber nur noch Schulterzucken verursachen. Am Tegernsee könnte eine Unterschicht – also nicht nur arme Leute, oder im Vergleich zum Durchschnitt der dort Wohnenden arm – erst gar keine Wohnung bekommen und folglich auch nicht in Erscheinung treten. Herabgeschaut wird nicht auf Flaschensammler, sondern auf Leute mit Autokennzeichen aus Erding und Fürstenfeldbruck an ihren störenden Familienkutschen. Oder auf Leute, die aus jenem Deutschland kommen. Da Breiss gherd ned aufn Beag, pflegte ein Onkel zu sagen, wenn jemand aus dem Norden seine Wege kreuzte.

Ich kann mir angesichts dieser herablassenden Haltung nur schwer vorstellen, wie typische Szenen weniger reicher Städte bei uns im Dorf wirken würden. Man denke nur etwa an jene schwarz gekleideten Herren, die an Berliner Ampeln recht aggressiv versuchen, den Wartenden unter Ausnutzung deren Zwangslage eine Scheibenverunreinigung mit dreckigem Wasser zuzumuten. In Berlin lebt man damit, man erduldet es, im üblichen Stau vor dem Bräustüberl am Schloss Tegernsee würde man dagegen die Polizei rufen. Möglichst laute und jedes Gespräch unterbindende Musik gibt es allenfalls zu später Stunde bei den Waldfesten am See, aber nicht als Verdienstmöglichkeit gegenüber Wehrlosen, die weder so schnell zahlen und flüchten, noch irgendwo eine stille Alternative finden können. Letzten Sommer war eine Freundin am See zu Besuch, die in Berlin viel an den sogenannten Szenestrassen unterwegs ist, Castingallee, LSD-Viertel, Bergmannkiez. Sie war es gar nicht mehr gewohnt, stundenlang in einem Cafe sitzen zu können, ohne kontinuierlich um Geld angegangen zu werden.

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Kurz, wenn der Tegernsee für Vermögende so etwas wie die beste aller möglichen Welten ist, dann ist dort auch die beste aller möglichen Unterschichten: Gar keine nämlich. Sie existiert nicht, sie kommt nicht herein, und auch in jenem Westviertel, in dem ich meine Jugend verbrachte, gab es allenfalls – das war dann aber auch schon das Schlimmste – einen Autovertriebsbesitzer, der heimlich anderen die Rosenstöcke abschnitt und obendrein nicht über den wünschenswerten, geistigen Horizont formaler Bildung verfügte. Der Ärger über den Rosenmörder mag so gross sein wie über den Autozerkratzer, gefühlt sind die Unterschiede identisch – und dennoch unterscheiden sich der Mann mit der Heckenschere und der Kerl mit dem scharfen Gegenstand fundamental.

Unterschichten, mit denen man tatsächlich in Kontakt kommt, sind ein immer unerfreuliches Thema, und so werden sie nach Möglichkeit nicht weiter beachtet. Die Frage, wie man eigentlich eine bessere, angenehmere und sozialverträglichere Unterschicht gern haben würde, stellt sich erst gar nicht. Das Problem wird so weit wie irgend möglich ignoriert, es gilt als unfein und ist kein Thema für ein angenehmes Gespräch. Sie hat den gleichen Stellenwert wie der Starkregen vorletzte Woche: Man möchte eigentlich davon nichts mehr wissen. Es ist doch so schönes Wetter heute. Vielleicht ist die Idee auch: Wenn wir darüber nicht reden, findet es uns nicht. Und dann ist ja auch noch das Problem, dass man erklären muss, wie es zu dem Zusammentreffen mit der Unterschicht kam. Beim Billigdiscounter, beim nicht standesgemässen Cafe, oder in Frankfurt am Main. Wo ich gerade bin.

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Frankfurt versucht ja, mit seinen Banken mächtig etwas her zu machen, gilt aber in meiner Familie als höchst fragwürdig. Man kam dort früher ab und an hin, sah die wenig erbaulichen Regionen bei der Ankunft zwangsweise, und beschloss, seinen Kindern mitzugeben, dass dies kein angemessener Ort sei. Komme ich mit dem Auto, stehe ich meist unter Zeitdruck und vergegenwärtige mir den Ort nicht; komme ich aber wie diesmal mit dem mir verhassten Zug durch die verschmierten Ruinenareale, muss ich ab und an die Augen schliessen und an den See und die Berge dahinter denken. Dann wird das Kommende leichter. All die Menschen. Allein am Bahnhof sind mehr Menschen als in meinen Heimatdörfern. Sie sind schnell, laut, sehr unhöflich und ohne Rücksicht. Man sollte das mal vergleichen, in den Zug einsteigen bei der bayerischen Oberlandbahn und aussteigen in Frankfurt. Das ist in etwa so wie Friede und Krieg, Liebe und Hiebe, Kuss und Keile.

Ich begab mich durch die Massen hinunter zur S-Bahn und fand mich vor einem Automaten mit vielen Reisezielen und Menschen wieder. Ein junger Mann war so nett, mir einen weiteren Automaten um die Ecke zu zeigen, und nach meinem ausgiebige Bestaunen der vielen Ziele auch noch zu erklären, dass ich für „Gallus“ einfach die Kurzstrecke zu nehmen hatte. Und ob er, das müsse jetzt leider sein – es sagte wirklich „leider“ – mich um etwas Kleingeld bitten dürfte. Ich hätte ohne seine Hilfe vermutlich noch lange den Kasten angegafft, wäre fraglos zu spät gekommen, und gab ihm, erst jetzt seine nicht eben vorteilhafte Kleidung zur Kenntnis nehmend, einen Euro, den ich auf die Schnelle zur Hand hatte, man schaut da ja nicht so lange nach. Wow, danke, sagte der junge, hilfsbereite Herr, ich sei der erste heute, der ihm einen Euro gebe. Zu gerne hätte ich ihn nun gefragt, warum das so sei, Frankfurt behaupte ja von sich, die Stadt des Geldes zu sein, und dann müsse er sich bis um 16.10 Uhr gedulden, um einmal einen Euro zu erhalten – aber ich musste weiter. Und kam pünktlich zu meinem Treffen.

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Der Bahnhof ist grösser als meine kleinen, reichen Dörfer, es gibt dort bedrohlich wirkende Gestalten, abgekämpfte und gehetzte Drängler, es geht sehr rücksichtslos zu, und in drei, vier Minuten erlebt man mehr Rempler und Unhöflichkeiten, als in einem Jahr am Tegernsee. Allein schon, dass man nicht mehr aussteigen lässt und sofort in den Zug drängelt, die agressive Stimmung, der Lärm – das alles mag die Hauptstadt des Geldes sein, aber es ist enorm unerfreulich und unangenehm, es ist keinesfalls der Ort, an dem man ein gutes Leben führen kann, ein Ort, an dem alles, was man mit Unterschicht verbindet, real wird, selbst wenn der Ellenbogen, der einen trifft, aus einem Anzugbaukasten stammt. Höflich und hilfsbereit war, ironisch genug, ein echter Angehöriger dessen, was man als Unterschicht bezeichnen kann. Natürlich mit Kalkül, aber das stört nicht, Kalkül ist hier omnipräsent. Der junge Her war vielleicht so etwas wie die Antwort auf die Frage, wie man sich denn die Unterschicht wünschen würde: Nicht wie den Bahnhof, der es in seinem Unbehagen mit einem ganzen Heer von Belästigern aufnehmen kann. Eher so wie der junge Mann.

Morgen fahre ich zurück in die reichen Dörfer des Südens, und der junge Mann wird nach anderen Unwissenden Ausschau halten müssen, während der Euro schon weitergewandert ist, vielleicht in die Kassen eines Supermarktes, oder Regionen, die bei uns so verboten sind, dass sie gar nicht explizit verboten werden. Bei meinem Termin geht es um das Schöne und das Kluge, um die Liebe und andere Illusionen, die vorzutäuschen stets Gewinn bringt, und gar nicht so sehr um all das Trennende, das um so besser funktioniert, je weniger die andere Seite überhaupt als Teil der Realität wahrgenommen wird. Aber in jenem Moment unten im Bahnhof war die Unterschicht so, wie die Oberschicht sie haben möchte, und die Oberschicht zeigte sich so, wie es der Unterschicht gefallen hat. Und beide werden wir es bald verdrängt haben, er in den Drogen, die er braucht, und ich, wenn ich wieder am Ufer des Sees bin und in die Blauberge schaue, über denen die Luft so klar und rein ist, dass ein übel riechender Bahnhof in Frankfurt nur wie eine absurde Schaltstelle eines grotesken, weit entfernten Staates erscheint. Und damit ist die Welt wieder in Ordnung, denn wir brauchen sie nicht, und sie brauchen uns nicht, und jeder findet die Erlösung im Vergessen, dass es den anderen gibt.

(Erlitten with a Mac. Aus dem iPad wird nie was.)

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272 Lesermeinungen

  1. Auch wenn ich die vereinzelten...
    Auch wenn ich die vereinzelten Sachen, die ich bis jetzt hier gelesen habe, eher schwach fand – die Beschreibung des Frankfurter Bahnhofs ist absolut passend. Hatte vor einiger Zeit mal dasselbe Gefühl, als ich aus dem überhöflichen Japan kommend über Flughafen Frankfurt am Bahnhof den Zug wechseln musste.
    Wobei: Zumindest unterschichtsbezogen müssten die Eindrücke im Gallus-Viertel doch eigentlich noch viel intensiver sein als am Bahnhof, oder? Auch wenn die FAZ dort residiert…

  2. Vielleicht wäre dieser feine...
    Vielleicht wäre dieser feine Unterschichtler ja ein Aspirant für das, von Ihnen so misstrauisch beäugte, bedingungslose Grundeinkommen? Nach Ihrem Dank würde er dann vielleicht nur „Aber bitte, gern!“ sagen.

  3. "Deutschland sucht den...
    „Deutschland sucht den Edelproll.“
    .
    Das wär doch mal eine tolle Sendung fürs Elitenfernsehen.

  4. So wenig wie die Unterschicht...
    So wenig wie die Unterschicht ohne Oberschicht auskommt, so wenig geht das auch umgekehrt – denn gegen wen sollte man sich ja sonst abheben können?
    .
    Und – nun ja – in den Städten, da wimmelt es halt – und in einigen halt noch mehr als in anderen… – Don Alphonso, Ihre Abneigung gegen das rücksichtslose Gewimmel kann ich sehr gut nachvollziehen. Da sind wir doch auf dem Lande ganz anderes gewöhnt.
    .
    PS: Tja, die „beste aller Welten….“

  5. Werter Don,
    wieder ein...

    Werter Don,
    wieder ein zynischer Text nach dem fast schon sozial-klerikalen Beitrag zum Flaschensammeln, Danke.
    Ich bedauere immer wieder, zu lesen, dass Ihre Berliner Erfahrungen derart absoßend waren. Aber seien Sie gewiss, dass es auch hier Ecken des wohlgeordneten und standesgemäßen Lebens gibt, in denen ein Hauptbahnhof ebenso wenig in Erscheinung tritt, wie verschmutzte Gehwege und besprühte Hausfassaden. Hier bleibt die Oberschicht unter sich und die höflich-hilfreiche Arbeiterschaft verläßt das Virtel nach Feierabend.
    P.S.
    „atypische Ausnahme“ , ist Ihnen da eine, eigentlich dem Proletariat eigene, Tautologie unterlaufen?

  6. Bin gespant auf die, so...
    Bin gespant auf die, so vermute ich, nicht lange auf sich wartende Rankingliste der uebelsten Unterschichtenregionen in diesem Blog. Die Sendung im Elitenfernsehen saehe fuer mich dann so aus, dass Stadtmuetter, -vaeter vaeter und TourismusmanagerInnen zu erklaeren versuchen, warum das gezeichnete Bild einseitig und verzerrt ist.

  7. HansMeier555:
    Oh ja, toll!...

    HansMeier555:
    Oh ja, toll!
    Darf ich den mitfühlenden Heulkrampfigen in der Schiedskommission spielen ?

  8. Don, gute Beschreibung der...
    Don, gute Beschreibung der Outer-Tegernsee-Area….aber beschreib doch mal in dieser Form die eigentliche Tegernsee-Area und die vielen Oberschichten-Möchtegerns, die sich dort von „Immobilienspezialisten“ übers Ohr hauen lassen und in ein unglaublich zersiedeltes Gebiet ziehen in neu gebaute Häuser, die mit quasi-bayerischen Attributen ausgestattet werden, um der „Landschaft und den Orten ihren Charakter nicht zu nehmen“. Da werden ganze Hanglagen zugepflastert bis der Hang mal ins Rutschen kommt…..nur um den Seeblick genießen zu können (und auf Gegenhänge die wiederum zugepflastert sind)!!!
    Echter sind deshalb gewachsene Städte, Viertel oder was auch immer….und wenn’s das Frankfurter Bahnhofsviertel, der Bergmannkiez oder Garlstorf in der Lüneburger Heide ist. Belebt mit Menschen, welcher Schicht auch immer, die in diese Orte „passen“…….Tegernsee dagegen ist ein unglaublich künstliches Produkt aus Profitgeilheit und großen Allüren vieler Möchtegerns. Schade um die einst lauschigen Orte, die großartige Natur und das bayerische Lebensgefühl der Menschen von dort!!!

  9. An Ihrer Stelle wäre ich ja...
    An Ihrer Stelle wäre ich ja die paar Schritte vom Hauptbahnhof zum Gallusviertel gelaufen.
    Eine interessante Fotostrecke.
    Hier kann man seine Kinder hinführen und erklären:
    „Schau, hier mußt Du wohnen wenn Du nicht brav zur Schule gehst“.

  10. Frankfurt ist nun mal ein...
    Frankfurt ist nun mal ein Wirtschaftsmotor für ganz Deutschland.
    Zehntausende Pendler strömen regelmäßig in die hessische Metropole.
    Viele Menschen aus den entlegensten Dörfern kommen hierher um sich beruflich zu verwirklichen.
    Sogar vom Tegernsee.

  11. chumbawamba, Frankfurt ist...
    chumbawamba, Frankfurt ist für mich hin, Antiquariat, Museum, FAZ, nach Hause. Oder allenfalls liegenbleiben mit dem Sunbeam. Ich komme mit der Stadt ohne Stadtkern einfach nicht klar.
    .
    dr.sumbolle, ich glaube nicht, dass man vom Grundeinkommen effektiv Drogenabhängigkeiten finanzieren kann, die wohl der äussere Anlass für die Anfrage waren. Ich glaube auch nicht, dass ein Grundeinkommen das Leben sorgenfrei macht. Notfrei vielleicht, mehr auch nicht.

  12. Kopfgeburt, wie schon...
    Kopfgeburt, wie schon erklärt, wenn keine Unterschicht da ist, sucht man sich eben eine Unterschicht in der Oberschicht. Da kann man dann auch richtig hinlangen, da trifft es keinen, der sich das Ausrichten nicht leisten könnte.
    .
    HansMeier555, Elite-TV ist ein Widerspruch in sich.

  13. Der Hauptbahnhof in Köln ist...
    Der Hauptbahnhof in Köln ist auch nicht besser! Hab dort ähnliche Erfahrungen gemacht wie der werte Don! bin daher schon seit langem kein Freund der Bahn mehr!

  14. stille Leserin, ich wollte...
    stille Leserin, ich wollte diesmal einfach einen Beitrag schreiben, der in etwa das wiedergibt, was ungefiltert im Kopf abläuft, inclusive des beklemmenden Gefühls, wenn man genötigt wird. Ich empfinde da durchaus Mitleid mit der Gegenseite, aber es macht das Leben nicht schöner. Und das ist der Punkt: Ich mache denen ja das Leben auch nicht schlechter, warum muss ich das dann hinnehmen? Ich kann mir solche Gedanken nie ganz vom Leib halten. Ich bin also nicht zynisch, sondern nur offen. Und wenn ich etwas Zeit zum Nachdenken habe, fällt mir auch eine Erklärung für die Tautologie ein. Es ist jedenfalls nicht die typische Ausnahme gewesen.
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    TDTF, die grössten Lumpen wohnen bekanntlich immer im nächsten Dorf, nur bin ich zu oft in Tegernsee, also würde ich sagen: Der Niedergang beginnt in Rottach-Egern. Spass beiseite, wenn man die Unterschiede kennt, dann weiss man auch, wie wenig die Regionen wirklich vergleichbar sind.

  15. wurmstich, wie man es nimmt,...
    wurmstich, wie man es nimmt, der Tegernsee hat als solche Investorenfalle auch schon eine 150-jährige Tradition, insofern wäre ich da etwas zurückhaltend; das Gejammer über die Zuzügler, die das Echte verdrängen, findet sich schon vor 110 Jahren. Es gibt ein paar Ecken, wo es eher weniger gut ist, aber gerade bei mir um die Ecke entstanden in den letzten Jahren ein paar ausnehmend gelungen-moderne Holzbauten. Oder man besuche Gasse. Natürlich gibt es bei uns auch Probleme, und dennoch: Web ich über den Zaun springe, bin ich auf der Alm, dann auf dem Berg, und dann immer weiter nach Süden. Es gibt Sommertage, da besteige ich einen Berg und sehe keinen Menschen.
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    Reiterjunge, das könnte ich machen, aber ich fürchte, dann würde mich meine von FFM sehr überzeugte Gastgeberin aussetzen. Am schlimmsten erscheint mir aber wirklich der immens aggressive Druck, mit dem dort gelebt wird, und der Bahnhof ist dafür der beste Ort. (Aber ganz ehrlich, wenn ich Kinder hätte, um nichts in der Welt würde ich die dort aufwachsen lassen. Ein Kind gehört auf den Berg.)

  16. Neben all den schönen...
    Neben all den schönen Berichten über der besten aller Welten – der Tegernsee-Gegend, lese ich leider auch von einer KIK-Filiale in Rottach-Egern oder noch schlimmer, dass die Tafel in Gmund eine Erfolgsgeschichte ist, und dies nicht, weil die Tafel etwa bald abgeschafft werden kann, sondern immer mehr Zuspruch findet.

  17. Nun ja, Frankfurt kann nichts...
    Nun ja, Frankfurt kann nichts dafür, dass Ihre alte Möhre keine zwei Kilometer durchhält.
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    Würde Ihre alte Möhre jedoch fahren und hätte sie ein Navigationsgerät, hätte sie Sie gewiss schon hierher, in eine tolle preussische Stadt, geführt:
    http://www.panoramio.com/photo/1097452

  18. Reiterjunge, wie scbon mal...
    Reiterjunge, wie scbon mal gesagt: Ginge es nach mir, würde die FAZ an einen oberitalienischen oder oberbayerischen See zu jenen umziehen, die sie dann wirklich gern und angemessen lesen könnten. „Tegernseer Tageszeitun“ und „Como Correspondenzen“ wie auch „Licht von Lugano“ wären schöne Namen. Oder auch Allgemeine für den Achensee, oder „Dürnbacher Depeschen“.
    .
    FS, ich fahre Zug auch nur, wenn es gar nicht anders geht. Ich bin ein grosser Freund des Individualverkehrs.

  19. Werter Don...
    Werter Don Alphonso,
    einverstanden, der Main ist nicht der Tegernsee – aber den Frankfurter Hauptbahnhof mit einem Dorfbahnhaltepunkt (oder tatsächlich schon -bahnhof) zu vergleichen ist ungerecht. Die weiten Wege von den Gleisen oben zu den S-Bahn-Gleisen unten in Kombination mit den regelmäßigen Verspätungen (die es vermutlich auch bei der BOB gibt) zwingt einen manchmal einfach zur Eile (bin früher häufiger in FFM umgestiegen) – und ganz ehrlich, aus purer Höflichkeit, nicht zu drängeln, setz ich mich nicht eine Stunde an den Bahnsteig um auf die nächste Bahn zu warten.
    Das wirklich Westviertel Frankfurts ist natürlich in den Taunus ausgelagert – und da ist es gar nicht mal so hässlich. Und ob die Bahneinfahrt bspw. nach München wirklich schöner ist als das fotografierte Kraftwerk in Frankfurt, darüber lässt sich sicher auch streiten.
    In diesem Sinne – ein schönes Wochenende,
    T.I.M.
    P.S.: In welcher Stadt (!) ist das Bahnhofsviertel eigentlich eines der besseren? Ich kenne keine (was ja auch logisch ist ob des Zuglärms und der vielen Menschen). Demnächst vielleicht Stuttgart ;-)

  20. Erfolgt nun die Heimführung...
    Erfolgt nun die Heimführung des Sunbeam ?
    Good luck !

  21. Don, mir gefällt, dass Sie...
    Don, mir gefällt, dass Sie sich in Ihren Beiträgen immer wieder trauen politisch völlig unkorrekt zu schreiben. Ein Berliner TV-Journalist hätte aus diesem Thema ein diffuses, unangreifbares Migrantenstück gemacht. Davon abgesehen: Was haben Sie denn eigentlich in Vockerode gemacht?

  22. berschr, sicher, "die beste...
    berschr, sicher, „die beste aller möglichen Welten“ kann man nach Voltaire nicht mehr ohne Ironie sehen. Mache ich auch nicht. Aber wenn nicht dort, wo denn dann?
    .
    muscat, ich habe keine Probleme mit schlimmen Gegenden, ich interessiere mich für Ruinen – aber nur, wenn ich wieder weg kann. In Wittenberg würde ich nicht leben wollen. Und ob die Mühle läuft, wird die werte Leserschaft erfahren.

  23. T.I.M., in Fürth war das...
    T.I.M., in Fürth war das beste Viertel früher direkt am Zug und am Bahnhof, gerade weil dort der Zug war. 19. Jahrhundert halt. Und natürlich bin ich ungerecht. Das ist ja der Reiz dieses Blogs: Ich bin nicht gerecht. Ich bin so ungerecht wie das Leben und die Welt, und wenn ich nachher liegen bleibe, ist man eben auch mit mir nicht gerecht. Das wiederum…. aber man lasse uns doch einfach ehrlich sein. Der Bahnhof in FFM ist voller Leute, denen man nicht vorgestellt werden möchte, und die das auch gar nicht wollten.
    .
    nurmalsozwischendurch, ich bin da dauernd vorbeigefahren und fragte mich, was man dort in diesen langsam zerfallenden Gebäuden sehen würde. Es gibt dort ein phantastisches, weitgehend zerstörtes Freizeitheim der DDR, eine Schule und Wohnungen, ich bin stundenlang durch die Ruinen gestreift, um einen Eindruck zu bekommen, was Deutschland auch sein kann. Es war faszinierend. Schlimm, aber faszinierend.

  24. Wittenberg? Wie kommen Sie...
    Wittenberg? Wie kommen Sie jetzt auf Wittenberg?

  25. "Ein Kind gehört auf den...
    „Ein Kind gehört auf den Berg.“ Danke, das war sehr nett! – Ansonsten sind die schlechten Erfahrungen am Frankfurter Bahnhof wohl eher den schlechten Sitten und der miserablen Erziehung geschuldet, die meines Erachtes nicht mehr schichtabhängig sind. Vielmehr nimmt man sich vielleicht auf dem Land im kleinen Dorf noch mehr Zeit dazu; ich weiß es nicht. Jedenfalls ist mir dieses lästige Einfallen in einen einkehrenden Zug ohne die Aussteigenden zunächst mal aussteigen zu lassen beispielsweise in Mailand noch nicht passiert. Und in Budapest auch nicht. In Düsseldorf dafür immer. Aber in Italien ist Frau auch noch Frau und Mann auch noch Mann (Was man jetzt falsch verstehen kann, aber nicht sollte).

  26. Die Unterschicht, wie wir sie...
    Die Unterschicht, wie wir sie haben, ist nicht mehr als das Zeugnis derer, die uns regieren.

  27. Altona gefällt mir eigentlich...
    Altona gefällt mir eigentlich ganz gut. Zum Aussteigen. Oder noch besser: Zum Umsteigen nach Amrum….

  28.  
    Vockerode fand ich (als...

    Vockerode fand ich (als Franke!) so übel nicht, jedenfalls nicht vor gut zehn Jahren, als die vier mittlerweile gesprengten Schornsteine des dortigen Braunkohlebergwerkes [1] noch standen. Dessen bombastische Marmor-Leitzentrale (aus den 1930ern) sehr sehenswert ist, man wähnt sich fast in einer „Metropolis“-Kulisse.
    Feinsinnige ohne Affinität zur industrieruinösen Wehmütigkeit könnten sogar per pedes der Tristesse entfliehen und räumlich wie zeitlich in eine ganz andere Welt eintauchen: Der Wörlitzer Park [2] ist ein Kleinod und gerade mal fünf Kilometer weg! Im Vergleich dazu fand ich das artifizielle Treiben in den Dörfern rund um den Tegernsee im letzten Sommer doch allemal nerviger…
    Alles eine Frage der Perspektive!
    [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Vockerode
    [2] http://de.wikipedia.org/wiki/Wörlitzer_Park

  29. "Die Stadt, die ihre Menschen...
    „Die Stadt, die ihre Menschen mag“

  30. Ich mußte beim Lesen dieses...
    Ich mußte beim Lesen dieses Artikel sofort an Heidi denken. Wer spielt in Ihrem Roman vom Bergkind in der schrecklich großen Stadt Frankfurt das Frl. Rottenmeier? Ganz ehrlich, werter Don: das ist schon ein sehr abgedroschenes Thema und nicht mehr weit entfernt von den Heimatfilmen der 1950er und 60er Jahre…

  31. Kann mir jemand erklären: Ist...
    Kann mir jemand erklären: Ist der Bahnhof in FFM IMMER so gedrängelt – oder nur zu den Stosszeiten?
    .
    Und, ja, ist auch meine Erfahrung: Je eiliger und gedrängelter die Leute sind, desto weniger haben sie Zeit, um einen Euro loszuwerden an jemanden, der es „bräuchte“.

  32.  
    In Sachen Fürth muß...

    In Sachen Fürth muß man differenzieren: In der Tat entstanden die nobelsten Villen entlang der ersten deutschen Bahnstrecke an der Königswarterstraße und Hornschuchpromenade. Nur war der lärmende und stinkende Fortschritt damals durchaus noch homöopathisch dosiert, der/die „Adler“ fuhr ja zunächst nur einmal am Tag und ansonsten zogen Pferde den Wagenzug von Fürth nach Nürnberg und retour.
    Die private Ludwigseisenbahn blieb ein Solitär und wurde nie ans später rasch entstehende Staatsbahnnetz angeschlossen: Sowohl in Nürnberg wie in Fürth schloß die bereits bestehende Bebauung eine Weiterführung der Strecke von vorneherein aus!
    Der in den 1860er Jahren deshalb errichtete Staatsbahnhof (heute Fürth (Bay) Hbf) lag schon nicht mehr ganz so zentral, und da er heutzutage betrieblich nicht mehr benötigt und nur noch zu gelegentlichen kulturellen Sondernutzungen artfremd bespielt wird, sind die Schattenseiten großstädtischen Lebens dort leider nicht immer zu übersehen. Dies freilich auch in starker Verdünnung, kein Vergleich jedenfalls zum oft dubiosen Treiben in „richtigen“ Metropolen…

  33. Lieber Don Alphonso,
    ja, alles...

    Lieber Don Alphonso,
    ja, alles was Sie zu Berlin in diesem Kontext schreiben stimmt. Es sollte aber zwischen eingewanderte „Unterschichten“, die zu 100% aus Rroma und Sinti (den wirklichen Namen zu nennen, wäre es nicht politisch korrekt) aus RO, BG, YU kommen und der lokalen „Unterschicht“, die in der Regel nicht agressiv Zeitungen verkauft.
    Also ich habe diesen Rroma und Sinti nie einen müden Cent gegeben. Wer der Meinung ist, dass es besser ist mit einem schulpflichtigen Kind betteln zu gehen als das Kind in die Schule zu schicken, verdient einfach kein Geld. Was mit diesem Geld passiert, können Sie auch mal hier betrachten: http://www.youtube.com/watch?v=6UEKI59Itk8 Und nein, das sind keine Ausnahmen.
    Was die lokalen „Motz“-Verkäufer betrifft, unterstütze ich sie auch gerne, besonders einen netten Herren an der Friedrichstrasse, der sauber und freundlich und mit dem man sich nett unterhalten kann.
    Beste Grüße
    Alexander

  34. Aber nein, in Berlin findet...
    Aber nein, in Berlin findet man sie in jeder Sorte, das ist nicht regional zu begrenzen. Not ist ja auch kein regionales Problem sondern strukturell.

  35.  
    @Kopfgeburt:
     
    Den...

    @Kopfgeburt:
    Den höchsten Tidenhub erlebt, wer dort Montag vormittags einem anlandenden ICE entsteigt:
    http://www.zonebattler.net/2007/10/26/frankfurter-fantasien/
    Das reicht einem für den Rest der Woche… ;-)

  36. (Ich fahre jetzt, aber es wird...
    (Ich fahre jetzt, aber es wird weiter freigeschaltet. Bis zur glorreichen Ankunft in Bayern! Vamos a matar, compañeros!)

  37. Hhm, das erinnert mich an...
    Hhm, das erinnert mich an etwas aus meiner Kindheit: ‚Heidis Lehr- und Wanderjahre‘ von Johanna Spyri. Heidi bekam in Frankfurt auch Sehnsucht nach den Bergen. Irgendwie sehr verständlich.

  38. Aha....
    Konklusion: In der...

    Aha….
    Konklusion: In der „besten aller Welten“ ist die Unterschicht also personifiziert, (1 nette Person). Sie schaut einem in die Augen und vollführt am besten eine kleine Dienstleistung – damit verdient sie sich ihren Euro?
    .
    Wünschen wir uns nicht alle, die Welt wäre nicht so kompliziert, sondern ganz einfach zu erklären (*seufz*)?

  39. @Carolus Magnus

    Das ist...
    @Carolus Magnus
    Das ist schön. Don als moderne Heidi.

  40. Werter Don,

    ich glaube, Sie...
    Werter Don,
    ich glaube, Sie irren sich: der höfliche junge Mann, der Ihnen da am Automaten begegnet ist, gehörte sicher nicht zu dem, was hier von einigen immer wieder als Unterschicht bezeichnet wird. Armut und Unterschicht stehen nicht synonym. Vielleicht hatte der junge Mann einfach nur das Pech, aus einer Familie zu entstammen, die sich stets zu den Stützen der Gesellschaft gezählt hat, und er ist genau daran zerbrochen.
    Schaue ich mir dagegen meine Studenten an, von denen viele aus besten Häusern kommen, stelle ich fest: Umgangston mangelhaft, Tischsitten nicht vorhanden, um nur Beispiele zu nennen. Ich glaube, wir müssen uns zunächst einmal fragen, wie wir uns die Stützen der Gesellschaft wünschen, bevor wir versuchen, die sog. Unterschicht zu erziehen.
    Mit den besten Grüßen von der Havel,
    der vermummte Herr

  41. gretel, Sie hatten das Thema...
    gretel, Sie hatten das Thema Heidi bereits aufgegriffen. Sind denn die von Ihnen erwähnten Heimatfilme so schlecht? Ich habe diese als Kind gerne gesehen, mittlerweile geher ich eher selten ins Kino, ein Fernsehapparat steht ohne Funktion in einer Abstellkammer meines Hauses, mir sind Film und Fernsehen heute zu laut und zu vulgär geworden.

  42. In Maienfeld gibt es aber auch...
    In Maienfeld gibt es aber auch einen Bahnhof. Sonst wäre Heidi gar nicht dahin gekommen. Ausserdem ist Maienfeld heute eine Indutriegemeinde mit riesiger Raststätte. Nichts mit Bergidylle und Ziegenmilch.
    Diese Rücksichtslosigkeit ist zumeist das Problem von Städten, in denen der christl. Glaube keine Rolle mehr spielt. Wer hat die Kirche abschaffen wollen?

  43. @egghat. Ja, der Vergleich...
    @egghat. Ja, der Vergleich passt irgendwie. Bitte vergessen Sie dabei aber nicht, dass er halt sehr ehrlich – zumindest nehme ich ihm das so ab – über seine Sehnsucht nach Arkadien spricht. Ich habe auch ‚meine‘ Trauminsel. Hat nicht jeder so ein Paradies für sich gefunden? Es täte mir leid, wenn nicht.

  44. .
    Cornelius 9:50
    ...derer, die...

    .
    Cornelius 9:50
    …derer, die uns regieren.
    Ich finde es erstaunlich welche allumfassende Macht
    Sie den „Regierenden“ zuschreiben, also doch 80 Mio
    unmündige Bürger?

  45. Ehrlich gesagt, kann ich mit...
    Ehrlich gesagt, kann ich mit dem Begriff „Unterschicht“ nicht viel anfangen. Früher, so vor 30 Jahren, da waren es „Asozialen“, mit denen man absolut nichts zu tun haben wollte und um die man einen weiten Bogen machte. Sind nun Leute, die sich nicht benehmen können (oder wollen), asozial, Unterschichtler oder einfach nur (zumindest geistig) arm)?
    .
    Für den freundlichen Euro-Erbitter müsste vielleicht noch eine neue Kategorie erfunden werden: Wie wäre es z.B. mit „Aktiver Umverteiler von unten nach oben (AUVUNA)“?

  46. @Dipsy: die moderne Heidi...
    @Dipsy: die moderne Heidi würde vermutlich von Wien nach Berlin geschickt…

  47. der vermummte Herr,
    halten Sie...

    der vermummte Herr,
    halten Sie es für warscheinlich, daß Ihre Studenten den Umgangston und die
    Tischmanieren der besseren Kreise, selbst nicht mehr kennengelernt haben?

  48. Sonderbar… So unfreundlich...
    Sonderbar… So unfreundlich und hektisch habe ich nur Münchner und Mailänder kennengelernt.
    Aber es ist war, der Frankfurter Bahnhof ist ein hektischer Ort. Wie sollte dies auch anders sein? Er ist vom Zug- und Menschenaufkommen noch immer einer der (je nach Jahr der Zählung sogar DER) größten in Europa. Kein Platz für Muße oder zum Verweilen. Die Höflichkeit geht, wenn die Menge kommt. Eine Erfahrung die man auf Flughäfen ebenso machen kann, wie auf oberbayrischen Dorffesten.
    Frankfurt selbst – grausig und betörend, unfreundlich und tolerant, geldgierig und gebildet, kriminell und friedlich – wenn man nicht gerade mit Frauenhandel sein Geld verdient. Von allen Städten Deutschlands (und es hat mich in fast alle Großen verschlagen) die widersprüchlichste und auf ihre Art liebenswerteste. Und wenn man es in ihr gar nicht mehr aushält liegen Weinfranken, der Rheingau, der Odenwald und ein Dutzend anderer Naturparadiese nur eine halbe Stunde entfernt.
    Ach ja – vorsicht übrigens mit der Frankfurter Unterschicht. Wie nirgend sonst in Deutschland neigt diese zu Aufständen und Revolutionen.

  49. Hallo Don,
    .
    Zurzeit lese ich...

    Hallo Don,
    .
    Zurzeit lese ich das sehr interessante Buch von Susanne Schmidt, der Tochter des Altkanzlers. Darin beschreibt sie die Gepflogenheiten in der Londoner City, in der sie 30 Jahre lang gearbeitet hat. Also, dagegen ist Frankfurt ja noch Gold wert!!
    .
    Was mich erstaunt hat, ist Ihre Bekanntschaft mit fremden Ellenbogen. Ich lebe seit vielen Jahren hier in Frankfurt, aber habe so etwas noch nie erlebt, obwohl ich manchmal auch am Haupftbahnhof bin. Es scheint, dass Sie sich relativ unflexibel durch die Massen bewegen, da müssen wir noch etwas an Ihrer Beinarbeit feilen. ;-)
    .
    Frau Diener kommt ja auch aus Frankfurt, vielleicht wird sie Ihnen eines Tages all die liebenswerten Ecken unserer Stadt zeigen. Das wird Ihr negatives Urteil, das ja auf einer selektiven Wahrnehmung beruht (Bahnhof, S-Bahn), sicherlich relativieren.

  50. Ich glaube, derselbe junge...
    Ich glaube, derselbe junge Mann hat mir am Ostersamstag die Tür zu einem der Bahnhof-Seiteneingänge (Kurzparker) aufgehalten und mir Frohe Ostern gewünscht. Ich habe mich sehr angenehm überrascht bedankt und beim zum-Gleis-Rasen (Mütter läßt man nämlich nicht auf dem Bahnsteig warten, sondern erwartet sie bei Einfahrt des Zuges auf selbigem – daher meine Eile. Ich kann allerdings gut Slalom ;-) also beim zum-Gleis-Rasen kam mir dann der Gedanke, dass der junge Mann sich wahrscheinlich einen Euro für die Freundlichkeit gewünscht hätte. Beim Rauskommen war er dann weg, ich bin auf meinem Euro sitzen geblieben und habe mich sehr geschämt, weil ich mittlerweile tatsächlich davon ausgehe, dass niemand mehr „einfach so“ freundlich ist. Was für eine besch***ene Weltsicht eigentlich…

  51. Die feudalen Eliten haben sich...
    Die feudalen Eliten haben sich zu ihrer Verpflichtung bekannt, für die Leute zu sorgen. Genauer: Für deren Seelenheil.
    .
    Denen kam die Säkularisierung und die bürgerliche Emanzipation grad recht. Von da an ging sie das alles nichts mehr an.
    .
    Wir wär’s mal mit ein bißchen mitfühlender Kirchenzucht für die Hartzis und Working poor?

  52. @DA als ich 18 war und zu...
    @DA als ich 18 war und zu meiner Zivildienstausbildung nach Karlsruhe fuhr, habe ich auch Angst gehabt in Frankfurt umzusteigen…
    Ich glaube die Frankfurter spielen damit und ein „armes“ ehemaliges Jesuitenschülerchen aus einer Gegend, die keine Relevanz hat, wenn es sich verschrecken lässt, warum nicht

  53. @ElBaer
    Sehr gut. ich stimme...

    @ElBaer
    Sehr gut. ich stimme Ihnen zu. Ich finde Frankfurt die sympathischte Großstadt. Betrachten wir es schärfer. Hätte es eine andere Stadt in D ermöglicht den Ausschitzprozess zu machen – etwa die Hauptstadt der Bewegung – oder wo entstand die Frankfurter Schule. Manchmal fürchte ich DA glaubt seine Lobhudeleien für Oberbayern wirklich.

  54. Les den Don ja ganz...
    Les den Don ja ganz gerne.
    Wenn er aber gepflegtes Unterschichten-Bashing betreibt, dann weniger.
    Mir fällt dazu nur ein, dass gerade die Mittelschicht leider ihre ganz Energie darauf verwendet, sich nach unten abzugrenzen, weil sie sich für „oben“ hält. (Und hier schreibt die Mittelschicht.) Und damit dermaßen beschäftigt ist, dass sie nicht merkt, dass sie von der echten Oberschicht ausgenommen wird wie eine Weihnachtsgans.
    Das war die strategische Sicht.
    .
    Aus moralischer Sicht fällt mir dazu ein: Hat man das Gebashe nach unten wirklich seelisch nötig? Und warum? Kennt hier irgendeiner jemanden aus der vage beschriebenen „Unterschicht“? Mit kennen meine ich zusammen auf die Schule gegangen, zusammen Haselstöcke geschnitzt und gegenseitig bei den Eltern Mittag gegessen? Und nicht nur oberflächlich als optische Verunreinigung von irgendwelchen Dumm-Bahnhöfen wahrgenommen?

  55. Nach allerjüngst doch...
    Nach allerjüngst doch zwiespältigen Beiträgen, Don, erwarte ich von „der großen Überfahrt“ einen erstklassigen Bericht! Oder zwei, wenns länger dauert.

  56. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    mit Vergnügen lese ich seit langer Zeit dieses Blog. Nach dem Lesen dieses Beitrags konnte ich als bekennender Frankfurtliebhaber nicht umhin, meine Perspektive auf diese Stadt vorzustellen.
    Zunächst hat mich schon seit Jugendtagen diese Aufbruchsstimmung und Erfolgsorientierung der Menschen in dieser Stadt fasziniert. Aktuell finde ich es schön, z.B. im „Charlot“ am Opernplatz zu sitzen und bei einem Glas Weisswein oder einem Cappuccino die Aussicht auf das alte Gemäuer der Alten Oper und die modernen Hochhausfassaden zu genießen. Kulturell vermögen mich auch die vielen Ausstellungen wie z.B. aktuell die Azaleenausstellung im Palmengarten oder natürlich immer das Städelmuseum zu überzeugen. Im Sommer gibt es das Stadtteilfest, das besonders in Sachsenhausen sehr schön war und sowohl kulinarisch als auch musikalisch viel geboten hat. Es bereitet mir auch immer wieder Freude, am Mainufer entlangzuschlendern und diese Atmosphäre zu genießen.
    Im Übrigen, ich finde es faszinierend und möchte es nicht missen, immer wieder auch Menschen anderer Herkunft zu sehen und auch kennen zu lernen. Erst so lässt sich für mich doch der Reichtum an Menschsein erfassen, ansonsten fehlte mir etwas im Leben.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir bzw. uns Ihre Meinung zu diesen Ansichten mitteilen würden.
    Freundliche Grüße,
    ein geneigter Blogleser

  57. Diese Art von...
    Diese Art von „Privatauskunft“ habe ich schon 1990 im Lissabonner und letztes Jahr im Mailänder Hauptbahnhof beobachtet. Was es in Lissabon auch gab, waren selbernannte Parkplatzbewacher, denen man ein paar Münzen gab, oft alte Leute. Die Scheibenwischer gibts ja schon allerorts. –
    Draußen essen in einer Wirtschaft ist weltweit nicht so ganz einfach, ob Lissabon, Berlin, Coober Pedy oder sonstwo, schnell hat man Bettler vor sich. –
    Leute, die bereits in den Wagen drängen, bevor die anderen ausgestiegen sind, sind ÖPNV-Ungewohnte aller Arten. Die wird man nie los, denn die wachsen immer wieder nach.-

  58. Erst Berlin, jetzt Frankfurt....
    Erst Berlin, jetzt Frankfurt. Als ob nicht Thomas Gsella über deutsche Städte schon alles sagenswerte gesagt hätte.

  59. Und Rayk Wieland & Co mit...
    Und Rayk Wieland & Co mit „Öde Orte“.

  60. In Frankfurt gibt es immerhin...
    In Frankfurt gibt es immerhin eine vernuenftige Satirezeitschrift.

  61. Chlodwig Poth: "Last Exit...
    Chlodwig Poth: „Last Exit Sossenheim“

  62. Die Oberschichtler und die...
    Die Oberschichtler und die Unterschichtler dürften sich zahlenmäßig die Wage
    halten;
    da kann einer von oben einen von unten an die Hand nehmen und der
    Rest hat seine Ruhe.

  63. ‘Bei meinem Termin geht es...
    ‘Bei meinem Termin geht es um das Schöne und das Kluge, um die Liebe und andere Illusionen, die vorzutäuschen stets Gewinn bringt.’ Sollen wir daraus schließen, dass die Zeitung, hinter der immer ein kluger Kopf steckt, uns nur Illusionen vortäuscht, weil es stets Gewinn bringt?

  64. .... aber Kinder werden...
    …. aber Kinder werden größer, selbst Heidi fand die Stadt dann gar nicht mehr so schlecht. Größer werdende Hessenkinder im Hintertaunus fahren sich aus diesem Grunde immer wieder in ihren Autos, die sie mit und ohne Führerschein und mit und ohne Alkohol führen, weil die Freude an den Bergen nachgelassen hat, tot.

  65. Übrigens hat mich auch A-dam...
    Übrigens hat mich auch A-dam vor ein paar Jahren enttäuscht. Das lag an meinen zu hohen Erwartungen. Nördlich der Alpen gibt es den einen oder anderen pittoresken Straßenzug, aber wirklich große Architektur eigentlich nur in Italien.

  66. Kik am Tegernsee?!
    Millionäre...

    Kik am Tegernsee?!
    Millionäre mit so wenig Geschmack gehören einteignet.

  67. @Vroni: das beobachten Sie...
    @Vroni: das beobachten Sie wohl ganz richtig.
    http://www.tagesspiegel.de/politik/Hartz-IV-Thilo-Sarrazin;art771,3076083
    Aber, es ist schon Norbert Elias aufgefallen: wenns eng wird, werden die Reihen fest geschlossen, und es wird keiner mehr hochgelassen.

  68. Amsterdam kann man vergessen....
    Amsterdam kann man vergessen. Nur noch 40% Niederlaender.

  69. @ T.I.M.: um ihre frage zu...
    @ T.I.M.: um ihre frage zu beantworten: zürich. dort werden übrigens die türen selbstverständlich aufgehalten, von jedem für jeden.
    ausnahme, absolut atypisch: ein umstand, der leider allerdings von mancher nichtdame der besseren kreise schamlos ausgenutzt wird. da schwebt dann bottega veneta mit hocherhobenem näschen u n d intensiv schweizerdeutsch sprechend an ihnen vorbei.
    .
    an der côte d’azur gibt es leider auch schon seit langem die scheibenverunreiniiger.
    schlimm ist es aber im letzten jahre gewesen. sie haben keine chance sich zu wehren, wenn sie in einem älteren, offensichtlich immer noch teuren cabrio sitzen, sonst werden sie und der wageninnenraum schnell mal mit spüli bespritzt, wenn sie nicht zahlen (€ 2!!).
    einmal konnte ich beobachten, wie einer von denen aggressiv in einen anderen wagen griff und den fahrer am hemdkragen hatte, eine zweiter trat gegen die beifahrertür.
    die polizei interessiert sich nicht.
    wenn ich mit cabrio dort bin, fahre ich aufgrund meiner ortskenntnis meilenweite bögen um die bekannten überfallsorte, damit aber auch um den örtlichen handel.
    fahre ich mit dem shooting brake, dann arbeitet die scheibenwaschanlage, zum leidwesen manchen radfahrers.
    manche strassen in kreuzberg u. ao. sollte man mit jedem auto meiden, dass nicht mindestens drei verschiedenfarbige kotflügel hat.
    das ist alles nicht mehr niedlich.
    .
    @ Vroni: gestern gab es zu ihrem thema einen artikel in der – glaube ich: – sz.

  70. GNADE.
    In unseren Debatten...

    GNADE.
    In unseren Debatten über das Unterschichtenproblem müsste dieser Begriff wieder eine Rolle spielen. Wir haben ja ganz vergessen, was das bedeutet.
    Gnädiger Herr, gnädige Frau.
    Man sollte die Schulkinder, Hauptschüler und Gymnasiasten, ruhig einmal Aufsätze darüber schreiben lassen.

  71. Verehrtester Don, ich bin...
    Verehrtester Don, ich bin erschüttert, diese trüben Gedanken während der ganzen Östertage: bedingungsloses Grundeinkommen, der Flaschenmann, der 1-Euro-Nah-
    verkehrsscout, die frankfurter Ellenbogen und dann noch die Widrigenkeiten der Technik. Und Sie – ich zähle Sie rigoros zur Mittelschicht – müssen das alles bezahlen, während für die Herrschaften am Tegernsee und im Taunus die Dividenten weiter steigen. Ich zitiere den ehemaligen Bundeskanzler nur sehr ungern, weil ich ihn einfach nie leiden konnte. Aber er sagte richtig: Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. Und dannach schreiben wir mal so ein paar richtig harte Reportagen über das Prekariat und das Versagen der Gesellschaft!

  72. @ minna: Sie zählen die...
    @ minna: Sie zählen die Mittelschicht irrigerweise wohl auch zur Oberschicht, die nach allen Einkommensstatistiken wirklich ein überschaubarer Haufen ist. Mittel-
    schicht sind meiner allerdings wenig maßgeblichen Einschätzung die Leute, die
    zwar über ein gutes Einkommen – zumeist aus abhängiger Beschäftigung – beziehen, aber über kein Vermögen nennenwerten Ausmaßes verfügen. Verlieren
    solche Leute mit 42 + ihre Stelle, dann erhalten sie ein halbes Jahr lang Arbeits-
    losengeld, dannach ALG II, selbst wenn sie einen eigenen Bungalow besitzen und
    gehobenes Mittelklassefahzeug (Westerwelle sei Dank!). Irgendwann werden Sie
    Don Alphonso artig den Fahrkartenautomaten erklären und ihn um einen Euro bitten.

  73. @ gretel

    Heidi von Wien nach...
    @ gretel
    Heidi von Wien nach Berlin um „häßliche Stadt“ zu erleben? Nicht mehr nötig!
    Nachdem verdienst- und erfolgreiche Sozialpolitik eine Anhebung und Verkleinbürgerlichung der – ursprünglich gar nicht kleinen – Wiener Unterschicht geschafft haben, wächst hier eine neue Unterschicht, an der sich auch gut verdienen läßt: Schwarzarbeiter für die verschiedenen Kleingewerbe, Mieter für miesen Wohnraum, Frauen aus armen Ländern, die mann gar nicht erst mehr aus dem Katalog bestellen muß, weil sie schon da sind und sich anbieten.
    Übrigens entsinnen wir uns Ihres hier geposteten Vorwurfes russische Damen
    seien auf österreichische Heiratsschwindler, die sich als Aristokraten ausgegeben hätten, hereingefallen. Wir haben damals sehr gelacht: wären die Damen tatsächlich Damen gewesen, wär ihnen dies nicht passiert, denn dann weiß man Bescheid und kann unterscheiden und wenn man das nicht kann und glaubt sich so billig mit einem schönen Namen schmücken zu können verdient mans auch nicht besser.

  74. Das wiederum würde ja eher...
    Das wiederum würde ja eher für Amsterdam sprechen.

  75. Der Transportunternehmer...
    Der Transportunternehmer singt:
    .
    „Ist das Ende, ist der Tod
    Nicht wie so ein Brummi-Lenker?
    Ordinär und dumm wie Brot,
    ein brutaler Vollgas-Henker?“
    .
    Chor der Brummi-Lenker:
    .
    „Nein, Chef!
    Das kann man so pauschal nicht sagen
    Auch Brummi-Lenker spüren Schmerz
    In manch so einem Lastkraftwagen
    Schlägt weinend ein gebrochen Herz!“
    .
    (Walter Moers)

  76. Die vielen Puffs finde ich im...
    Die vielen Puffs finde ich im Einklang mit der von calvinistischen Vandalen zerstörten Altkirche ja ganz anheimelig, aber diese unzähligen Glasthekenläden mit den übersüßen, synthetischbilligen Cremetorten dazwischen können einem schon den Appetit verderben.

  77. Stimmt. Man spart die Reise...
    Stimmt. Man spart die Reise nach Marrakesch.

  78. Robert Gernhardt: Der...
    Robert Gernhardt: Der Nasenbär,der holt sich munter,einen nach dem andern runter.( Nur als Ergänzung zu den Titanicern erinnert)
    .
    Im Moment klagt man ja sehr in Berlin über die Wildschweine-sie brechen
    durch die Einzäunungen,bedrohen Mensch und Garten und Wohnzimmer.
    Ob die einen Euro aktzeptieren?

  79. liebe(r)...
    liebe(r) specialmarke,
    betrifft Ihren letzten Satz.
    Soviel Einfallslosigkeit unterstellt,
    geschähe mir dies Recht.

  80. Mir gegenueber steht...
    Mir gegenueber steht einekatholische Kirche. Die hat ein Carrillon. Was spielte das Ding am Ostersonntag: Ein Schiff wird kommen!

  81. Im Opernhaus von Nijmegen...
    Im Opernhaus von Nijmegen singt Anna Netrebko. Ist aber eine chinesische Faelschung. Die schrecken vor nichts zuerueck.

  82. HansMeier555: Vor einigen...
    HansMeier555: Vor einigen Tagen vermutete ich, inzwischen wächst die Gewissheit, dass Sie HansMeier007 sind. Allerdings nicht im Auftrag der Majesty (dies sicher auch), sondern im Auftrag der unsinkbaren „Titanic“. Vielleicht genauer, der als unsinkbar gegolten habenden Titanic und ihrer gedruckten Nachfolgerin. Und Gnade, wie Sie so schön fordern, meint dann auch Gnade vor Recht.
    .
    Aber selbst diese schöne Tradition wird von Sozialdemokraten und Öko-Fundis in der Schweiz inzwischen usurpiert. Einen sogenannten „Sterbehelfer“, also einen Menschen, der sterbewilligen Mitmenschen helfend aber nicht legal unter die Arme griff und von einem Basler Strafgericht verurteilt wurde, hat das rotgrüne Stadtparlament einfach „begnadigt“. Freundlicherweise hob man das Urteil zwar nicht auf, aber suspendierte die Strafe. Und kurioserweise wurde dieser parlamentarische Entscheid erst Wochen später öffentlich, obwohl sich im Rat auch Politiker der sogenannten Opposition befinden sollen. Kein Schrei, nirgends.
    .
    Aber dieser Vorgang eröffnet wunderliche Perspektiven. Erhält hiermit eine lokale Legislative die Möglichkeit, die Rechtsprechung mit Mehrheitsentscheid ausser Kraft zu setzen? Und, wenn ja, warum studieren in der Schweiz Menschen noch Recht? Und, warum hört man von diesem Berufsverband keinen Protest? Die friedvolle Machtergreifung des Linksfaschismus schreitet voran. 1-Euro/1-Franken-Bettler, Pfandflaschenaggression, unerbetene Scheibenwischer, ellebögelnde S-Bahn-Passagiere und stilloser Reichtum sind nur ein kleiner Vorgeschmack. Mit der Gnade allein, verehrter HansMeier007, ist es nicht mehr getan.

  83. Heidi müßte eigentlich schon...
    Heidi müßte eigentlich schon längst in die Berge zurückgekehrt sein.
    Hoffentlich gab es keine Probleme mit der Kutsche.

  84. Ich für meinen Teil bedarf...
    Ich für meinen Teil bedarf der Großstadt. Wobei ich zugeben muß, daß ich erst noch einmal die Definition von „Großstadt“ nachgeschlagen habe, denn so richtig großstädtisch wirkt Leipzig eigentlich nicht. Wie dem auch sei, das Frankfurter Bahnhofsviertel macht es einem Besucher bei der Ankunft nicht leicht, die Stadt angemessen zu würdigen. Die Feststellung aus dem aktuellen Merkur-Heft: „Le Corbusier bedeutete für die Architektur, was Pol Pot für die Gesellschaftsreform war.“, gewinnt im Angesicht mancher Frankfurter Bausünden einen Beigeschmack von Wahrheit. Trotzdem will ich die Stadt um mich haben, den Trubel, die Hektik, die unendlichen Möglichkeiten. Heute war ich wieder auf Antiquariats-Tour. Vier Antiquariate auf 500 m Straßenlänge. Das gibt’s nur in der Großstadt. Ich kenne auch die Kleinstadt in ihrer übelsten Ausprägung und, da im Krieg unbehelligt geblieben, mit ungebrochenen Traditionen. Nie, nie wieder bekommt mich jemand in eine solche Umgebung, ob Westviertel oder nicht. Allerdings hat die Stadt ihre Schattenseiten, das ist wohl wahr. Ich bin ja eh das schwarze Schaf in der Familie, Vroni, weil ich mehr als drei Bücher habe und kann mit intimen Unterschichten-Kenntnissen in ihren unterschiedlichen historischen Stadien aufwarten. Es ist in der Tat so, daß sich deren Charakter in den letzten Jahrzehnten deutlich und zum schlechteren verändert hat. Es ist sehr wohl ein Unterschied, ob man miese Verhältnisse duldend hinnimmt oder ob man stolz darauf ist und im übrigen die eigene Inferiorität auch noch als Alibi für größtmögliche Rüpelei benutzt.

  85. Ich fürchte, Heidi wurde...
    Ich fürchte, Heidi wurde nicht von der fiesen Gouvernante sondern einem anderen, stählernen Schlachtross aufgehalten.

  86. Ha, das ist ja köstlich, Don!...
    Ha, das ist ja köstlich, Don! Besser kann man „Krankfurt“ wohl kaum beschreiben. Allgemein ist Südhessen eine komische Gegend: Als ich seinerzeit etwas länger in Mainz gelebt habe, hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass selbst das angeblich „mondäne“ Wiesbaden verranzter als meine Heimatstadt Kassel daherkommt. Wenn ich die Wahl hätte – Rhein-Main oder Provinz – jederzeit die Provinz.

  87. "Gnädiges Fräulein" - auch...
    „Gnädiges Fräulein“ – auch diese Anredeform sollte sich wieder einbürgern.
    .
    Liebe Rosinante,
    Wie das mit dem Schweizer Begnadigungsrecht ist, weiß ich nicht, aber etwas „Wunderliches“ kann ich an so einem Vorgehen nicht finden. Das Parlament ist der „Souverän“ und hat als solcher die Prärogativen des absoluten Herrschers geerbt. In Deutschland hat der Bundespräsident ein Begnadigungsrecht.
    .
    Aber mit „Gnade“ meine ich nicht die Begnadigung verurteilter Straftäter, sondern als ganz normalen jederzeitigen Modus menschlicher Beziehungen zwischen Angehörigen verschiedener Klassen.
    .
    Die von Ihnen diffus als „linksfaschistisch“ wahrgenommenen Phänomene sind m.E. nicht Ursache, sondern Folge des dramatischen Gnaden-, genauer: Gnädigkeitsschwunds in unserer durchliberalisierten Klassengesellschaft. Früher kamen so Leute eben bei irgendeiner gnädigen Herrschaft als Hilfskutscher, Heckenscherer oder Briefbote unter. Die 1-Franken-Bettler sind Dienstboten, die keiner haben will, weil die heutige Oberschicht zu faul , kulturl- und verantwortungslos ist, bei sich zu Hause einen ordentlichen Haushalt zu führen. Stattdessen kaufen sie sich einen Ferrari.
    .
    Und so sehen wir den irren Zirkus, daß in den Fußgängerzonen sich eine neue Schicht von Working Poor in buntgrellen Franchise-Pseudo-Diensltleistern ausbeuten läßt, deren Angebot qualitativ und ästhetisch für jeden kultivierten Menschen eine Beleidigung ist, während dort, wo sie tatsächlich einen kulturellen Mehrwert schaffen könnte – in den privaten Haushalten der Leistungseliten – auf Dienstleistung konsequent verzichtet wird.
    .
    Die heutigen Eliten negieren ihre pädagogische Verpflichtung. Denn Dienstbotenerziehung bedeutet immer auch Selbsterziehung, und das will sich keiner mehr zumuten. Früher wurde das Gescherr gezwungen, Predigten zu hören und zur Beichte zu gehen. Aber dafür hatte dann halt auch die Herrschaft nicht jeden Sonntag zur freien Verfügung.
    .
    Der Don formuliert es so:
    „Und das ist der Punkt: Ich mache denen ja das Leben auch nicht schlechter, warum muss ich das dann hinnehmen?“
    Und genau diese Haltung ist eben dekadent. Denn zwischen reich und arm herrscht eben kein Zustand der Reziprozität. Die Reichen haben Macht und Einfluß und sind — Demokratie hin oder her — für gesamtgesellschaftlichen Zustände verantwortlich, auch für die moralischen. Sie können eben nicht einfach sagen: „Mit denen hab ich nix zu tun, die gehen mich nix an.“ („There is no society“, Thatcher).
    .
    Für die Patrizierfamilien irgendeiner mitteleuropäischen Stadt (wie z.B. Bern oder Basel) wäre eine solche Denkweise früher vollkommen unvorstellbar gewesen. Natürlich gibt es eine Gesellschaft, denn die war man ja selber.
    .
    Wer aber jahrzehntelang auf lateinamerikanische Zustände hinarbeitet, darf sich halt nicht wundern, wenn er sie irgendwann bekommt! Wer bei sich zu hause keine Dienstboten hat (und darauf achtet, daß die ihre Kinder ordentlich erziehen), der darf sich dann halt über die Ein-Euro-Schwibenwischer empören.

  88. zu finden hier:...
    zu finden hier: whc.unesco.org/en/list/535 (im Osten!)
    und auf der gaanzen Welt! (einfach mal durchklicken)

  89. @ minna, 09. April 2010, 12:11...
    @ minna, 09. April 2010, 12:11 .
    .
    Wenn die Macht der „Regierenden“ dafür gereicht hat, Banken von der Leine zu lassen und Menschen mordende Finanzcasinos zu billigen, dürfte diese Macht auch locker dafür ausreichen, der Unterschicht auf die Beine zu helfen. Jeder Furz erfordert mehr Anstrengungen …
    .
    Unmündig nicht, aber oftmals ebenso unbegabt und egoistisch wie die „Regierenden“.
    .
    „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“ (Brecht), ist nicht nur auf die Reichen gemünzt.

  90. Vor einem Jahr hab ich mir mal...
    Vor einem Jahr hab ich mir mal am Züricher Flughafen (um das Münzgeld loszuwerden) einen „Nebelspalter“ gekauften. Der Lektüreversuch war eines meiner traurigsten Erlebnisse der letzten Jahre.

  91. Bin wieder da!...
    Bin wieder da!

  92. sagt ja, das die Unterschicht...
    sagt ja, das die Unterschicht nur erfunden wurde um die Mittelschicht in Angst und Schrecken zu halten, so das sie nie aufhört im Hamsterrädchen zu laufen. Klingt einleuchtent oder?

  93. Nein, ich denke, da musste man...
    Nein, ich denke, da musste man nicht gross was erfinden, der Kleinbürger machte sich diese Art von Feindbild immer selbst.

  94. hallo, lieber Don Alphonso,...
    hallo, lieber Don Alphonso, das war wohl ein ritt?!
    .
    um Rosinante weiterzuführen, an Savall anzuknüpfen und um HansMeier555 recht zu geben:
    dies ist vielmehr der alptraum einer bürgerlichen gesellschaft, in der sich verkürzt gesagt ‚rüpelhafte‘ menschen, die letztlich in der unterzahl sind, den öffentlichen raum erobern und daraus den steuerzahlbürger verdrängen.
    .
    wie auch schon Andrea Diener in ihrem blog über die entmöblierung der innenstädte zur förderung des konsumverhaltens und zur fernhaltung unliebsamer gestalten ausführte. umsonst und draussen ist bald gar nichts mehr.
    .
    irgendwann landen wir alle im neuen biedermeier, während sich draussen die brandstifter tummeln.
    die segregation schreitet voran.
    die bequemlichkeit einer immer auch steuerfinanzierten s-, u- bzw. strassenbahn wird schliesslich anderen überlassen bleiben.
    wie in rio wird das abendliche downdressing angesagt sein. auch ich verzichte abends, wenn ich den öpnv nutze, auf sichtbare abendgarderobe oder pelz. und für berlinbesuche musste ich mir noch spezialkleidung zulegen (passt auch für hamburg), um in kritischeren vierteln, in denen oft die interessanteren kulturellen veranstaltungen stattfinden, bestehen zu können. aber auch münchen wird ungemütlicher.
    es gibt natürlich verhaltensalternativen, eben dass man den öpnv nicht mehr nutzt, aber das wäre eine verhaltensänderung, die aufgrund von freiheitseinschränkungen zustandekam. will man das wirklich? nun ja, man schränkt sich bereits ein (s.o.).
    .
    es geht mir hier nicht um mode, sondern um den code, mit dem man sich in der öffentlichkeit zeigen muss, möchte man weitgehend in ruhe gelassen werden.
    .
    es geht um freiheit – die freiheit, sich weitgehend – bis auf einige no-go-areas, die es immer schon gab – unbehelligt und uneingeschränkt in der öffentlichkeit bewegen zu können.
    .
    weil es eben deutlich sichtbar nicht mehr für alle reicht, weil die geistig-moralische wende als kollateralschaden eine ungewollte, aber durchaus denkbare richtung nahm, wird es langsam für alle ungemütlich.
    die macht der jungstiere auf der strasse ist vorwiegend eine körperliche, gegen die in mancher konkreten situation keine intellektuelle intervention ankommt, und das spüren die ‚rüpel‘ und weiten ihren raum aus: das ist die macht der ziellosen verlorenen.
    sie haben keine chance, und die, die man sieht, wollen sie auch nicht ergreifen (die parallele zu den bge-zweinullern liegt auf der hand). – folge: ratlosigkeit auf allen seiten.
    .
    das muss ja nicht so bleiben, aber die politik schindet mit stellvertreterthemen wie abwarckprämie, dem peinlichen guido etc. zeit, wie viel weiter oben ein kommentator m.e. richtig ausführte. zur untermauerung der demokratie trägt das nicht bei.
    .
    insofern würde ich HansMeier555 zustimmen, dass viele arbeitsplätze, die durchaus unterqualifizierte ertragen, einfach nicht mehr existieren, zumindest nicht mehr hier. oder dass die ansprüche der arbeitgeber nicht so selten am thema vorbeigehen. in unserem betrieb brauche ich vorwiegend leute, die körperlich arbeiten – eine fünf in mathe ist da kein problem, also warum sollte ich dies als hürde einführen?
    .
    die medaille hat zwei seiten: es ist nicht so simpel, dass jeder gleich ein hausmädchen einstellen könnte, denn a.) sind die kosten vgl. mit den 20ern recht hoch, und wenn man sich überwindet, gilt b.) die nachfrage ist gering. denn finde ich im haushaltsnahen bereich nur schwer jemanden, der seine lohnsteuerkarte bereitwillig zückt.
    .
    einstweilen rüste ich auf und lasse ich meinen kompletten nachwuchs auch in martial arts ausbilden. die ‚rüpel‘ können auch meist kämpfen – an den überschneidungen, wenn man mal in ein kampfsportfachgeschäft geht, sieht man das. und sie sehen sehr verwundert aus, dass ich das geschäft auch frequentiere.

  95. Wieso aber sind die Armen fuer...
    Wieso aber sind die Armen fuer moralische und (oder) gesamtgesellschaftlichen Zustaende NICHT verantwortlich, oder verantwortlich zu machen?

  96. Don Alphonso, ich erlebe Ihre...
    Don Alphonso, ich erlebe Ihre Erfahrung täglich. Frankfurt ist das Grauen. Sie sollten zumindest eine Umsiedelung dieser deutschen Tageszeitung nach Wiesbaden in Betracht ziehen. Niemand wird Sie dort um einen Euro ersuchen. Fragen zum Erwerb einer Fahrberechtigung beantworten Ihnen tadelos gekleidete Mitarbeiter unserer DB. Niemand schubst oder tritt von sich aus mit Ihnen in Kontakt (Sie sind schließlich kein Wiesbadener, so etwas spricht man nicht an). Dünkel haben wir reichlich, so daß Sie sich bestimmt wie am Tegernsee fühlen.

  97. HansMeier555, ich finde das...
    HansMeier555, ich finde das überhaupt nicht dekadent. In einer Gesellschaft hat jeder ein Recht, unbelästigt durch den Tag zu kommen. Nichts gegen Umverteilung, aber sehr wohl etwas (nicht viel, aber immerhin) gegen diese Nötigung, die unterschiedslos wirklich jeden trifft. Man sucht sich dabei ja nicht mal die Reichen raus, es wird gezielt nach den Schwächsten Ausschau gehalten. Manchmal stört es mich kaum, manchmal artet es aber in echte Dreistigkeit aus. Das muss ich nicht mögen.
    .
    Robert B., ich denke, ohne die Kriegszerstörungen wäre Frankfurt sogar eine wirklich schnucklige Stadt geworden, aber diese 50er bis 70er Jahre Architektur und die dem innewohnende Effizienz färbt auch auf die Leute am Bahnhof ab.

  98. donna laura, das war es - aber...
    donna laura, das war es – aber schlimmer als das Liegenbleiben nach 25 Kilometer war die Langeweile in einem brandneuen Kombi auf 325 Kilometer.
    .
    Wiesbadener, ich könnte mir in dem Kontext auch das idyllische Kloster Eberbach ganz gut vorstellen. Die grossen Schlafsäle waren ja sowas wie das Grossraumbüro des 14. Jahrhunderts. (Und ich hätte gern das kleine Haus im Garten)

  99. @ Filou: stimmt, wir alle sind...
    @ Filou: stimmt, wir alle sind die gesellschaft, und unsere verhaltensweisen gestalten sie.

  100. @ Don Alphonso: sie ärmster!...
    @ Don Alphonso: sie ärmster!

  101. Cornelius 21.16
    .
    ...wo war da...

    Cornelius 21.16
    .
    …wo war da die „Macht“
    .
    bei den Regierenden oder den Banken?

  102. Elitesse (und andere), ich...
    Elitesse (und andere), ich fürchte, ich war schon immer zu frühvergreist, um das besagte Buch gelesen zu haben. Ausserdem kommt die doch aus der Schweiz? Treffender dürften aber die „Schwarzen Brüder“ sein. Das Leben im Gebirge war und ist nun mal härter als in der Ebene.
    .
    Savall, ich hätte mir vor 10 Jahren auch nicht vorstellen können, wirklich auf dem Dorf mit den Kühen und Bergen gegenüber zu leben. Aber: Jeder Stadt wohnt ein Dorf inne, ganz besonders Berlin, wo der Kiez alles ist. Und der nördliche Alpenrand hat genug urbane Zentren in der Nähe. Ich brauche nach München ziemlich genau 30 Minuten, wenn ich mal will. Gemeinhin kaufe ich einen Stapel Bücher, und dann reicht es aber auch wieder zwei Wochen. Hätte ich auch nicht gedacht. Aber ich könnte heute nicht mehr nach München zurück. Furchtbare Vorstellung!

  103. Specialmarke,
    Ihre...

    Specialmarke,
    Ihre „Nachtigall“ hat für meinen Geschmack zu große Betonschuhe an den
    Füßen.

  104. donna laure, ich hatte ein...
    donna laure, ich hatte ein Buch über die Ikonographie der Qual dabei, das verkürzte das Warten in passender Weise. Kein Mitleid!
    .
    specialmarke, ich möchte niemanden ausser vielleicht ein paar verkommenen Berliner Pinschern davon abhalten, mich zu irgendwas zu zählen, aber nein: Mir geht es bestens. Ich kann nicht klagen. Das System passt recht gut. Mein Leben ist schön.

  105. Don Alphonso, wirklich eine...
    Don Alphonso, wirklich eine gute Wahl. Alternativ käme das Biebricher Schloss (mit Blick auf den Rhein) in Frage. Sicherlich kein See, aber doch Wasser. Man soll das gewohnte Umfeld ja immer nur Schritt für Schritt verändern. Wir hätten noch ein paar Stadtschlösser im Angebot. Leider sollte es schwierig sein, diese von einem Zugezogenen zu erwerben. So ist es leider mit unserem Dünkel.

  106. "In einer Gesellschaft hat...
    „In einer Gesellschaft hat jeder ein Recht, unbelästigt durch den Tag zu kommen.“
    .
    In einer Gesellschaft schon (solange die sich noch als Gesellschaft versteht). Es soll ja Zeiten gegeben haben (so in den 1960er Jahren), als zumindest die Minister der Bundesländer noch zu Fuß und ohne Begleitschutz alleine durch die Innenstädte liefen. Bundespräsident Theodor Heuss flog 1950 als Passagier einer Linienmaschine nach Berlin.
    .
    Lieber Filou:
    Weil die Unterschichten wie Kinder sind. Wer ihnen die Mündigkeit und Fähigkeit zur Wahrnehmung eigener Interessen unterstellt, ist entweder Drogendealer oder pädophil.

  107. @don alphonso
    hätten sie doch...

    @don alphonso
    hätten sie doch was gesagt, ich hätte sie vom bahnhof ins gallus gefahren.

  108. Die Unterschicht, die man sich...
    Die Unterschicht, die man sich wünschen würde:
    Sie ist billig zu haben, sobald man sie braucht, und löst sich danach gleich wieder in Luft auf.
    .
    Eine ganz tolle Unterschicht hätten die türkischen Gastarbeiter sein können — wenn sie denn so um 1975 wieder nach Kleinasien zurückgekehrt wären.
    .
    Unübertroffenes Unterschichtsideal markieren also bis heute die polnisch-ukrainischen Zwangsarbeiter aus dem WK-2. Und solange es die Replikanten aus „Blade Runner“ nicht wirklich gibt, wird das auch so bleiben.

  109. "...ist entweder Drogendealer...
    „…ist entweder Drogendealer oder pädophil.“
    .
    Das, lieber Meier, kann keineswegs Ihr Ernst sein.

  110. @ Filou/22.46 u: das k a n n ...
    @ Filou/22.46 u: das k a n n er gar nicht ernst meinen … wenn die pferde mit ihm durchgehen, dann sind das wohl die verspäteten nebenwirkungen seines nebelspalters.

  111. Donna Laura, es war zwar eine...
    Donna Laura, es war zwar eine unbefriedigende Antwort, machte mir aber eine neue Verhaltensweise bewusst, naemlich: ich laufe notorisch laessig bis schlampig gekleidet herum. Wohlgemerkt: laessig und schlampig, niemals billig.
    Innert zweier Jahre takelte ich mich etwas mehr auf. Bewusst und nachdruecklich.
    Es passiert nichts boeses. Mein Kleinstadtpoebel haelt sich zurueck, und-das ist des Fasses Krone-er gruesst manchmal voellig unironisch von sich aus.
    Ich vermute, wir sollten alle etwas mehr Body zeigen. Keine Arroganz, nur beherztes Auftreten.

  112. Ach Donna, der Winter ist noch...
    Ach Donna, der Winter ist noch nicht recht vorbei. Vielleicht ein spaeter Schneefall…?

  113. @ Filou und donna laura, ein...
    @ Filou und donna laura, ein Meier verloren in gestrigen Welten sollte einfach ignoriert werden.

  114. Lieber Don, schwer von Begriff...
    Lieber Don, schwer von Begriff bin ich, aber sagensemal: Sind Sie schon wieder mit dieser Immobilie nicht ans Ziel gekommen?
    So wird ein stehendes Auto zum staendig stehenden Witz. Ich werde ihn in Zukunft sehr wohl zu missbrauchen wissen. Mein Geburtsort ist Kalau in Sachsen.

  115. Herr Alphonso, Ihre Ansichten...
    Herr Alphonso, Ihre Ansichten über eine wünschenswerte Unterschicht nehme ich Ihnen absolut ab. Allerdings denke ich, dass Sie in solchen Dingen besonders sensibel sind. Mich würde, ebenso wie Tommy, interessieren, wie Sie über Städte wie New York oder London denken, die immernin seit 100 bzw. viel mehr Jahren absolute Favoriten der Oberschicht (OK, die ruhige Zweitresidenz in den Hamptons muss schon sein) sind. Wenn man soziale Differenzen und Umgangsformen betrachtet, ist das Mainkaff dagegen ein sozialer Streichelzoo.
    Ich sehe zwei denkbare Erklärungsmuster:
    1) Dort ein anderes „oben“ als das Ihrige zu finden
    2) Ein Metropolenfaktor gleicht den Gestank-Ratten-Kaputnikkoeffizienten wieder aus

  116. @ minna: ich muß um...
    @ minna: ich muß um Verzeihung bitten. In meinem auf Sie bezogenen Beitrag sollte das „Sie“ in meinem letzten Satz klein geschrieben sein und sich auf die zuvor erwähnten „Leute mit 42 +“ beziehen. Ich wollte auf die Abwärtsspirale verweisen, die irgendwann am Hauptbahnhof enden kann. – Tut mir leid, das Mißverständnis.

  117. JvdP und Tommy, London und New...
    JvdP und Tommy, London und New York sind eigentlich klassische Beispiele für saisonale Stadtbewohnung. Es gab (und gibt) Phasen wie die Ballsaison, in denen man in der Stadt wohnte, und andere Phasen, als man auf das Land floh. Das ist natürlich dem Adel abgeschaut, wobei man nicht übersehen darf, dass das private Leben nicht wirklich unterschiedlich war und ist. Man nimmt sich aus beiden Welten das Beste, wobei allerdings in Zeiten der Mobilität das Beste nach den Reichen richtet Und die leben vermehrt im Grünen, fern der Städte.

  118. neti neti, lieber Don...
    neti neti, lieber Don Alphonso;
    das viele Geld, über das man nicht spricht, das man aber benötigt um „am Ufer des Sees“ zu leben wird bestimmt nicht „am Ufer des Sees“ verdient, sondern in dem „höchst fragwürdigem“ Frankfurt?

  119. specialmarke,
    ...wenn meine...

    specialmarke,
    …wenn meine Reaktion etwas überzogen war dann, weil ich generell von
    Abwärtsspiralen einfach die „Nase voll“ habe. Auch, sorry!

  120. Das ist doch eigentlich die...
    Das ist doch eigentlich die gute Nachricht, dass diejenigen recht weit oben diejenigen ganz weit unten nicht kennen, weder mit Namen, noch vom Sehen, noch überhaupt; Wenn dann doch einmal das unerwartete Ereignis einer Begegnung eintritt (Bahnreise, Halt vor einer Ampel in grossen, fernen Städten) ist das Ergebnis vorhersehbar: Die ganz oben wollen die ganz unten gar nicht kennenlernen, nicht jede neue Bekanntschadt ist auch angenehm.
    .
    Also in etwa der Stand der Rheinischen Republik in ihrem Herbst, so etwa Mitte achtziger Jahre. Offiziell gab es damals keine Unterschicht, nachdem das von Herrn Geisler angeschobene Thema „Neue Armut“ im Archiv der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Rundablage verschwand. Einerseits war der geschiffene Denker seiner Ambitionen halber in Ungnade gefallen, andererseits erwies sich das Thema für seine Partei nicht eben als der grosse Stimmenbringer, andere später entscheidende Themen waren zu der Zeit noch nicht einmal im Ansatz erkennbar.
    .
    Inoffiziell gab es diese Kundschaft. Jedoch, ein im Vergleich zu heute (ja, die Städte standen damals schon am Rand des Abgrunds, aber wann eigentlich nicht?) recht wohlhäbiges Staatswesen konnte es sich leisten, diese Schicht recht zufrieden zu halten. Durchaus auch in eigenem Interesse, die Verwaltung dieser Ansprüche hielt eine eigens dafür geschaffenene Bürokratie am Leben, die wiederum zuerst ausgebildet und dann weitergebildet werden musste, kurz, der Sozialarbeiter war drauf und dran, die Rolle des Lehrers zu übernehmen, die dieser fünfzehn Jahre früher gespielt hatte, auch in den Parteien und den Gewerkschaften. Ansonsten stand die Arbeitspflicht schon damals im Sozialhilfegesetz, nur wäre es damals keinem liberalen Politiker, noch nicht einmal einem homosexuellen Rechtsanwalt auch nur eingefallen, öffentlich zu fordern, Sozialhilfeempfänger hätten Schnee zu schaufeln. Dafür gab es damals die Stadtreinigung, recht gut bezahlte Profis mit der entsprechenden Ausrüstung, sogar in West-Berlin (die in Ost-Berlin hatten keinen Schnee, die hatten noch nicht einmal Matsch).
    .
    Was zur Überlegung führt, dass das, was durchaus als Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik verstanden werden kann, ein Phänomen vor allem der Mittelschicht ist. Hier scheint mir der Schlüssel zum Verständnis zu liegen: Eine Schicht, die ihren sozialen Besitzstand gefährdet sieht – eine durchaus zutreffende Sicht der Dinge – und darauf mit Verachtung gegenüber denjenigen gar nicht so weit unter ihnen reagiert. Das ganze noch medial angeschoben von gewissen Medien, die an der von ihnen betriebenen Hetze auch noch Geld verdienen (genauer, sie bekommen Geld, sie verdienen Prügel).

  121. @ Wiesbadener: anstatt unser...
    @ Wiesbadener: anstatt unser atmosphärisch-freundschaftliches gefrotzel über einen kommentatoren mit dem inhaltsfreien hinweis, ihn zu ignorieren, zu kommentieren, könnten sie die inhaltlich gehaltvollen beiträge ihrerseits mal nicht ignorieren? nur mal ein vorschlag. m.e. ist die diskussion ganz interessant, und so gar nicht am thema vorbei.
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    der letzte absatz von auch-einer/10.43 kommt der sache ziemlich nahe. wenn wir von schichten sprechen, ist die der unterschicht am nächsten gelegene logischer die mittelschicht. die sdg werden zumeist obere mittelschicht sein, hie und da jemand aus der oberschicht (nicht, was die politik als gegenwärtig ‚reich‘ bezeichnet, sonst wäre das hier wohl mal ein reichenblog, abgesehen von den bge-lern). da man mitkleinvieh besonders viel mist (treiben kann), ist die mittelschicht der adressat aller marketingstartegien. da nun dankenswerterweise die ‚reichensteur‘ eingeführt würde, wurde rein verbal auf magische weise die mittelschicht viel breiter – abgesehen davon, dass die euro-einführung ein wahrer währungsschnitt war (ich glaube doch keinem warenkorb mehr,bzw. das, was daraus wurde) und die löhne nicht wirklich schritt hielten, war dieser zauberhuttrick wohl notwendig.
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    pardon, ich muss leider unterbrechen, denn jetzt ruft meine pflicht…

  122. <p>Nachtrag: Es hat gestern...
    Nachtrag: Es hat gestern etwas gedauert mit dem Antworten und dem Ankommen, mit Ersterem bin ich immer noch beschäftigt, man sehe mir das nach, aber es lag an meinem Zweitwagen und nicht, wie man das in der Berliner Internetunterschicht und ihrem befreundeten Einfüllstutzen bei diesem Onlineauftritt in totalitärer Diktion verbreitet, am Tod des Bürgertums:
    .

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    An dieser Stelle möchte ich noch empfehlen, mein Verhalten mit dem Euro keinesfalls in Berlin nachzuahmen: Man könnte dort nämlich versehentlich nicht einen normalem Junkie mit künstlichen Drogen unterstützen, sondern naturpralle Web2.0-Apologeten, die sich im Notfall auch eine Weile von den Pfandflaschen in ihrer Wohnung ernähren können. Und wenn nicht, ist es auch kein Drama.

  123. Stimme donna laura zu, dass...
    Stimme donna laura zu, dass diese Diskussion interessant ist, wie immer an dieser Stelle. Weiterhin stimme ich HansMeier555 zu, dass die Elite ihre Verantwortung nicht wahrnimmt. Der oben verlinkte Tagesspiegel-Artikel ist ebenfalls sehr richtig. Sollten wir uns hier zur deutschsprachigen Elite dazuzaehlen, dann kann sich das – ohne Selbstbetrug – nicht auf unsere Diskussionsinhalte hier begruenden, sondern nur auf dem, was wir darueber hinaus fuer die Gesellschaft tun. (Auch der neue) Adel verpflichtet. Diskutieren, informieren und einfach in seiner Pracht da sein reicht nicht. Ueber den tatendurstigen Teil schreiben hier nicht viele, wo ist denn der Wertbeitrag unserer Oberschicht jenseits unserer ererbter Vermoegen (inkl. der intellektuellen und manierlichen). Vielleicht sind wir ja alle stille Geber und reden nur deshalb nicht darueber, weil wir ja alle im Religionsunterricht mal gelernt haben, dass man seine guten Taten nicht rausposaunen sollte, die es uns erlauben, so ueber die Unterschicht, Schwesterwelle, usw. zu reden. Ich glaube nur nicht recht daran.

  124. Rebound, in meinem Fall denke...
    Rebound, in meinem Fall denke ich, dass es tatsächlich keinen was angeht, aber ich so frei zu sagen, dass ich eine ganze Menge angeblicher „Hilfe“ erst mal abschaffen möchte, bevor es an das Verteilen geht. Ein Sponsoring der Berliner Internetasozialen über die Einrichtung von städtisch finanziertem WLAN: Nie. Grundeinkommen für Leute, die Arbeit verachten: Nie. Mir ist es egal, was die Leute mit ihrem Eigentum machen – wichtig erscheint mir aber, dass man der Unkultur der Ausnutzung der Gemeinschaft etwas entgegen setzt. Auf allen Ebenen. Nur, weil ich Steuerhinterzieher und Wagneropern nicht mag, muss ich noch lang keine Autoanzünder und Twittervorleser mögen.
    .
    auch-einer, ich kann mich über weite Strecken bei meiner Einschätzung nur an dem orientieren, was ich an Selbstaussagen aus dem Netz kenne – aber man muss eben auch sehen, dass es für manche eben reicht, wenn sie ihre Glotze, ihr Farmville, ihr Lost, einen Kasten Bier und ein paar Projekte haben. Sie haben absolut kein Interesse an mehr als einer besseren Bezahlung für ihren verkommenen Zustand. Kurz, es ist nicht nur so, dass man sie bei uns gern draussen halten möchte – sie haben auch beste Argumente, warum sie draussen lieber warten, dass man ihnen was rauswirft, oder sie sich irgendas aneignen könnten. Gäbe es uns nicht, würden sie unseren Platz nicht einnehmen, sie würden einfach ihre Haltung als neue Elite definieren, und entsprechende Besitztümer übernehmen. Und deshalb ziehe ich die Ungleichheit der Oligarchie noch immer dem Totalitarismus der Prolls vor.

  125. Als selbsternannter Aristokrat...
    Als selbsternannter Aristokrat sage ich: Das B-tum ist tot wie etwas sein kann, das nie gelebt hat.

  126. Die Polemik des Don geht...
    Die Polemik des Don geht insofern in die richtige Richtung, als er sich eben so hemmungslos benimmwidrig in das Privatleben anderer einmischt. Für die Beurteilung der Ansichten von irgendwem ist es eben NICHT egal, wo er seine Lebensmittel einkauft, was er für Geschirr zu Hause hat, aus welchem Material seine Schuhsohlen gemacht sind.
    .
    Und da kann man gleich Mißverständnisse ausräumen: Es geht eben gerade NICHT in erster LInie um finanzielles Engagement, im Sinne irgendeiner anonynmen Umverteilung nach einer konsumverstärkend-milieustabilisierend-wachstumsfördernd wirkenden Idealformel. „Gnade“ muß mit „Zuwendung“ einhergehen. Das heißt, im Rahmen einer Beziehung, die immer die persönliche Begegnung miteinschließt, und damit eben auch: Patronage, Einmischung, Sich-kümmern, Frage was die Kinder machen. Statt der Unterschicht Euromünzen oder Hunnies rüberzuschieben sollte man ihnen einen Job anbieten und dabei zu verstehen geben, daß das Erscheinen ihrer Kinder im Sonntagsgottesdienst erwünscht wird. Sind die Kinder brav, bescheiden, wohlerzogen und sauber, kann man den Eltern auch mal anbieten, die Nachhilfekosten zu übernehmen. Oder die Zahnbehandlung, wenn die Krankenkassen das nicht mehr machen. Dafür helfen die Kinder dann auch beim Schneeschippen und Heckenscheren (Nachbarschaftshilfe).
    .
    Natürlich scheint es zunächst einmal so, als müsste diese Art von Sozialarbeit eine empfindliche Einbusse an Lebensqualität bringen. Aber das ist eben unser typisch deutschdepressives, autistisches Erbe, das wir überwinden müssen. In Wirklichkeit wird es auch für die Leistungsträger eine Wohltat sein, in den Augen der Diener-und Nachbarschaft Liebe und Dankbarkeit lesen zu dürfen.
    .
    Die feudalen Eliten verhielten sich früher auch nicht immer im heutigen Sinne „sozial“ — aber sie leiteten ihre Herrschaft aus der Verpflichtung ab, für das Seelenheil der Untertanen zu sorgen. Und daran könnte sich auch das heutige Westviertel doch mal wieder ein Beispiel nehmen: „Brot für Berlin“.

  127. Ich hatte einen Gedanken der...
    Ich hatte einen Gedanken der da war:
    Ich sehe oft Menschen, Drogenabhängige und Obdachlose und ganz normale Arme (wie mich!), die eben nicht vom Feinsten angezogen sind und sich mehr oder weniger daneben benehmen und dann gibt es diejenigen die es entweder aus eigener Kraft irgendwie geschafft haben weiter zu kommen oder die das große Glück hatten ohne irgendwelches Zutun in den richtigen „Kreis“ geboren worden zu sein.
    Bei Ersteren denke ich dass sie vom Leben gebrochen worden sind, manchmal laufen die Dinge einfach nicht reibungslos und man gibt einfach auf und gibt sich geschlagen, weil man es vielleicht schon zu oft versucht hat aber irgendwie immer gescheitert ist.
    Das sind unglückliche und schwache Menschen. Nun könnte man sagen, so ist das Leben eben! Die Starken kommen weiter und die Schwachen müssen zusehen wo sie bleiben. Servival of ze fittest, nennt man das wohl. Und man könnte auch denken, dass es besser für die Menschheit ist wenn nur die Starken weiterkommen, weil diese „Schwachen“ evolutionstechnisch weder der Gesellschaft noch der Menschheit einen Vorteil bringen.
    Dann kann man auch sagen das Nächstenliebe (damit meine ich jedem, egal wie arm, ungebildet, schwach und womöglich ungepflegt er oder sie ist, Liebe entgegen zu bringen und ihn erstmal als einen wertvollen Mensch zu betrachten) keinen „Sinn“ macht. Nächstenliebe wäre demnach etwas völlig sinnloses.
    Aber so Dinge wie Musik, Kunst, Literatur, sind für die Menschheit doch auch völlig sinnlose Dinge. Diese Dinge bringen der „Arterhaltung“ ja keinen Vorteil. Zur Erhaltung der „Art“ braucht es ja nur genetisch und geistig fitte und starke und solche die sich eben durchbeißen notfalls mit Gewalt.
    Was ich sagen will ist, dass es in einer Welt mit nur Starken und Fitten, mit Menschen die immer funktionieren, die nie schwach werden vielleicht nie Musik gegeben hätte. Braucht es für so Dinge wie Musik, Kunst und Literatur nicht Empathie? Ich weiß es nicht…

  128. Es kommt eben darauf an, ob...
    Es kommt eben darauf an, ob wir noch engagiert genug fuer unsere Werte sind, oder nur noch die Zustaende aus unseren dinglichen und geistigen Burgen besprechen. Im letzteren Fall waere das eine Rechnung ohne den Wirt, der Mehrheit. Wir waeren gut daran beschieden, der Mittelschicht mit mehr als unseren Meinungen bei der Bekaempfung der Verslumung zu helfen. Ich habe das Gefuehl, wir haben es an den Staat ausgelagert, der sich wiederum bei unserer Basis, der Mittelschicht bedient und sie ueber die Klippe stuerzt. Der so langsam aber sicher entstehende neue Wirt aus Berlin wir uns irgendwann als Parasit bezeichnen und in einer offenen Kulturrevolution ausmerzen, nicht nur mit Lost und Co. Daher ist fuer die Erhaltung (oder: Wiederherstellung?) des Status Quo vieles von dem Engagement noetig, das HansMeier555 auflistet. Eine solche – ungleiche, aber chancenreich kapitalistische und wohlhabende – Gesellschaft ist fuer alle besser als jede Diktatur des Proletariats. Keine Kritik am Blog, es ist ja gerade der Ort, an dem wir solche Ideen austauschen.

  129. Danke Vroni: "Mir fällt dazu...
    Danke Vroni: „Mir fällt dazu nur ein, dass gerade die Mittelschicht leider ihre ganz Energie darauf verwendet, sich nach unten abzugrenzen, weil sie sich für „oben“ hält. (Und hier schreibt die Mittelschicht.) Und damit dermaßen beschäftigt ist, dass sie nicht merkt, dass sie von der echten Oberschicht ausgenommen wird wie eine Weihnachtsgans.“
    Ja den SZ Artikel hab ich auch gelesen und ja das stimmt so. Durch das „Grundeinkommen“ der Oberschicht, bezahlt von der Mittelschicht langts bei immer weniger Leuten zum Job, Rente nicht mal zu Sparbuchzinsen. Die Sparkasse gibt nicht mal 1 Euro Zinsen auf 100 Euro. Muss man sich dies gefallen lassen?

  130. Es kommt eben darauf an, ob...
    Es kommt eben darauf an, ob wir noch engagiert genug fuer unsere Werte sind, oder nur noch die Zustaende aus unseren dinglichen und geistigen Burgen besprechen. Im letzteren Fall waere das eine Rechnung ohne den Wirt, der Mehrheit. Wir waeren gut daran beschieden, der Mittelschicht mit mehr als unseren Meinungen bei der Bekaempfung der Verslumung zu helfen. Ich habe das Gefuehl, wir haben es an den Staat ausgelagert, der sich wiederum bei unserer Basis, der Mittelschicht bedient und sie ueber die Klippe stuerzt. Der so langsam aber sicher entstehende neue Wirt aus Berlin wir uns irgendwann als Parasit bezeichnen und in einer offenen Kulturrevolution ausmerzen, nicht nur mit Lost und Co. Daher ist fuer die Erhaltung (oder: Wiederherstellung?) des Status Quo vieles von dem Engagement noetig, das HansMeier555 auflistet. Eine solche – ungleiche, aber chancenreich kapitalistische und wohlhabende – Gesellschaft ist fuer alle besser als jede Diktatur des Proletariats. Keine Kritik am Blog, es ist ja gerade der Ort, an dem wir solche Ideen austauschen, werde mich auch zurueckhalten, bin ja nicht der – Richtung vorgebende – Gastgeber.

  131. ... ich blick nicht mehr...
    … ich blick nicht mehr durch;
    .
    wer muß eigentlich zum besseren erzogen werden:
    die Unterschicht – die Mittelschicht – die Oberschicht – und von wem,
    oder ziehen
    sich alle an den eigenen Haaren aus dem Sumpf?
    .
    …und das Trockenlegen von Sümpfen darf auch nicht sein –
    wegen Öko und so…

  132. Rebound, oh bitte, nur keine...
    Rebound, oh bitte, nur keine Scheu.
    .
    minna, ich denke, man hält sich am besten an jene, denen man etwas nahe bringen kann, und die gibt es überall. Natürlich muss man Anreize bieten, und das ist eben das Problem: Welche, wofür, wohin. Im grossen und ganzen denke ich aber, dass die meisten gerade nicht weg wollen. Die mögen es, wie es ist – nur eben gerne auch ohne Anstrengung.

  133. ... ich kann mich nicht...
    … ich kann mich nicht dagegen wehren,
    aber bei Survival of the Fittest –
    fallen mir immer die Neanderthaler ein..

  134. Man nennt das auch...
    Man nennt das auch Sozialdarwinismus.

  135. HansMeier555 ""Gnade" muß mit...
    HansMeier555 „“Gnade“ muß mit „Zuwendung“ einhergehen. Das heißt, im Rahmen einer Beziehung, die immer die persönliche Begegnung miteinschließt, und damit eben auch: Patronage, Einmischung, Sich-kümmern, Frage was die Kinder machen.“
    So soll ein Boss, eine Elite, ein President sich kuemmern, jedenfalls is das die Ansicht in dem Land in dem ich jetzt lebe. Die hier in den roten Hemden verzeihen sogar Selbstbereicherung solange davon unten auch was ankommt.

  136. Unmündigkeit ist eben nicht...
    Unmündigkeit ist eben nicht „selbstverschuldet“, sondern Schicksal. Nicht unsere Sünde, sondern unser Elend. Es gibt keine Aufklärung! Das haben wir seit Kant gelernt, jetzt müssen wir nur noch die Konsequenzen ziehen.

  137. @ donna laura, das habe ich...
    @ donna laura, das habe ich dann wohl mißverstanden.

  138. Aus Wien rief mich einmal ein...
    Aus Wien rief mich einmal ein Kunde an und sagte zunächst „..Küss die Hand gnädige Frau“. Ich bin fast in Ohnmacht gefallen.

  139. Mein einer Schwager war...
    Mein einer Schwager war nKomasaeufer, hat ner Illegalen ein Kind gemacht und hat sich das Geld fuer den Suff von seiner Mutter erpresst. Wir haben den Status seiner Frau und seines Soehnchens legalisiert, ein Farmhauschen gebaut, nen grossen neuen roten Tracktor geschenkt und der Mann ist seitdem trocken und kann wieder lachen. Wenn man Geld hat, dann muss man es auch in die Hand nehmen. Unser Reisspeicher is durch ihn propenvoll. Jetzt gehts zum naechsten.

  140. filou,
    meinen Sie, es haben...

    filou,
    meinen Sie, es haben welche überlebt?;-)

  141. thairat, dafuer brauchts ein...
    thairat, dafuer brauchts ein grosses Herz und viel Vertrauen in die Massname. Ich haette es falsch gemacht: den Kerl zum Teufel gejagt, und der Illegalen fromme Predigten gehalten.

  142. liebe runde, bitte gnädigst...
    liebe runde, bitte gnädigst um entschuldigung für die fehler bes. der grammatik meines letzten beitrages.
    kurz vor der abfahrt zu einem kindergeburtstag war lautes geschrei und geheule in der halle zu vernehmen – der jüngste nachwuchs stritt sich recht professionell, was soll man da sagen: um ein übriggebliebenes osterei. als ob wir nicht noch kilos davon hätten … daher meine hektik und die mängel vor dem hinzufügen meines kommentars.
    .
    aber die streitgreteln hatten pech: die mama hat verlangt, das sie sich das inzwischen vermatschte ei friedlich teilen, aber erst nach einer wechselseitigen entschuldigung mit hand-, nicht faustschlag und einer tränenfreien entschuldigung für den verursachten lärm bei den anderen familienmitgliedern.
    .
    jetzt gehen schon die eier-verteil-kämpfe bei den sdg los! survival of the fattest!!
    .
    geschätzter HansMeier555: na, dann gnade meinen mitarbeitern, sie scherzkeks
    (okayokay, ich mach’s ja längst).
    leider ist zu konstatieren, dass unmündigkeit der normale bürgerzustand ist, den sie bei erwachsenen nur mit sehr hohem aufwand auch nicht mehr ändern können.
    wobei ich ihnen zu widersprechen wage: sie ist schon selbstverschuldet, da man sich in jungen jahren, so man einen hauch von intelligenz besitzt, ein chance hat, sich mit den entsprechenden fragen auseinanderzusetzen.
    wer aber von sich behaupten kann, die aufklärung für sich vollumfänglich realisiert zu haben, der werfe den ersten stein.
    .
    das thema intelligenz ist eine andere frage.
    lieber don: das wäre doch ein weiteres gutes thema:
    die schlauen entscheidungen der westviertelbevölkerung und deren definition von klugheit (z.b. dass man über geschmack nicht streiten kann, weil es abgesehen von standardabweichungen nur den einen gibt).
    .
    lieber Wiesbadener: von herzen gern geschenkt, im eifer des gefechts gibt es auch mal fehlinterpretationen!
    .
    @ fionn/“Küss die Hand gnädige Frau“: polen verüben tatsächlich formvollendet den handkuss. das ist wirklich entzückend! (aber der text geht mit der Ersten Allgemeinen Verunsicherung auch weiter: „ihre augen sind so blau, tirili, tirila, tirilo…“, kam neulich wieder auf bayern3. ein bisschen spass muss sein.).
    .
    @ Don Alphonse/16.01: der mensch ist halt träge. der sprichwörtliche tritt in den allerwertesten darf nicht sehr virtuell sein: je weniger greifbar das ziel, desto geringer die motivation.

  143. minna, siehe thairat 16:55,...
    minna, siehe thairat 16:55, Sozialdarwinismus plus rat racing fuehrt zu nichts. Totalsolidaritaet fuehrt auch zu nichts. Jeder versucht dem anderen im Wege zu stehen. Ob’s auf der Autobahn geschieht, oder innerhalb einer Gesellschaft; irgendwann entsteht Chaos. Einer allein schafft’s auch nicht, es gehoert eine Portion common sense dazu. Wo kann man den kaufen, mieten oder stehlen?

  144. liebe donna laura, wenn man...
    liebe donna laura, wenn man träge ist, darf man sich aber auch nicht über mangelnde Möglichkeiten beschweren. So nicht zu sein, ist halt auch eine Westviertellektion.

  145. @ Don Alphonso: mais oui....
    @ Don Alphonso: mais oui.

  146. Auch der Traege hat das Recht...
    Auch der Traege hat das Recht auf eine Chance, die seinen Moeglichkeiten entspricht.

  147. Ob hyperaktive Investmentbank,...
    Ob hyperaktive Investmentbank, ob träges Griechenland: Gerettet werden müssen am Ende alle.

  148. And the Lord is my saviour....
    And the Lord is my saviour.

  149. Das, liebe Herrschaften, hat...
    Das, liebe Herrschaften, hat auch irgendwann ein Ende: man kann nicht alles und jeden retten. Womit wir beim Währungsschnitt wären.

  150. filou,
    Mir begegnen Leute,...

    filou,
    Mir begegnen Leute, denen commen sense ganz selbstverständlich ist,
    welche
    die gerne hätten, aber keine gute Wahrnehmung haben und dann frustriert
    sind und welche, die es sehen und sich überfordert fühlen. Zu den letzteren
    rechne ich mich und davon hat keiner was. Deswegen erscheint es mir sinnvoller
    im praktischen Leben etwas zu tun, von dem ich etwas verstehe und ein wenig
    auch kann.

  151. minna, als Vertreter der...
    minna, als Vertreter der subversiven Gesellschaftsteilnahme mache ich was ich kann. Das ist wenig. Wenn alle anderen mit der gleichen Intention ihr Allerwenigstes beitragen, aendert sich etwas-und zwar in die gewuenschte Richtung. Welche Richtung? Hoffentlich meine. Hoffentlich ist es auch die Richtung der anderen. Es sieht aber so aus. Ausnahme: die Stuetzen. Das aber sind wenige, wohl mit viel Macht, aber viele Wuermer lassen auch von der schoensten Leiche nur unvorteilhafte Knochen ueber. Als Kinder gingen wir auf dem Alten Friedhof rodeln (im Sommer Knutschen).
    Ich werde poetisch. Ich muss eine Mahlzeit zubereiten. Danach tu‘ ich Fernsehen. Vorgestern fiel mir die Ferbedienung ins Badewasser. Elend ohne Ende. Das kann in diesen Kreisen natuerlich niemand begreifen.

  152. Sollte der Waehrungsschnitt...
    Sollte der Waehrungsschnitt kommen, hab ich vorher wenigstens von meinem Geld nen roten Tracktor gekauft, ach nen LKW mit Kran hab ich auch gekauft. Der Grund lag in der Armut meiner Familie meiner Frau und wie beim Voegelchen wenn dem Weibchen das Nest nicht gefaellt, schwupp wirts abgerissn un er muss neu bauen. Mit meinem Commen Sense, 30 Jahre Ausbildung auf berliner Flohmaerkten, hab ich das Geld in der jetzigen Boersebaisse geangelt, Handel mit gebrauchten Firmenkrediten, Heidelcement und Tui, also ran an die Armen und investieren.
    Ob das in D auch so funktioniert?

  153. lieber thairat,
    ach, wären...

    lieber thairat,
    ach, wären nur alle europäischen Thai-Migranten so gescheit und großherzig wie Sie! Ihnen jedenfalls gehört unsere Bewunderung, ehrlich!

  154. Vielleicht sollte der Don...
    Vielleicht sollte der Don seinem Oldtimer nen Batteriesatz und EMotor verpassen, dafuer gibt es Spezialanbieter in D, Reichweite 250km, 30000Euro, Solarhut auf die Jesuitenburg und fuer so ein Auto darf man dann auch nen Kredit aufnehmen.
    Gute Nacht, mein Bett steht im Reisfeld und hier ist schon Sonntag.

  155. Der Währungsschnitt eine...
    Der Währungsschnitt eine Gefahr für die Oberschicht? Ist es wirklich so schlimm? Hier in meiner netten Oligarchensiedlung in Almaty stehen die Zeichen auf Aufschwung. Dank des Ölpreises natürlich.
    .
    Was immer wieder auffällt. Die Oberschicht in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion beutet (noch) aus. Der deutsche Vermögende dagegen grenzt sich nur noch ab. Kann das lange gut gehen? Ich habe meine Zweifel.

  156. Hoffentlich kommen Ihre...
    Hoffentlich kommen Ihre Oligarchen bald zu uns!
    .
    Schicken Sie, lieber Herr ErnstWilhelm, uns vielleicht auch mal ein paar muntere Kirgisen vorbei, damit die dem Berliner 1.-Mai-Mob mal zeigen, wie man so was richtig macht?

  157. Krugmann und der Spiegel...
    Krugmann und der Spiegel agitieren mächtig für die Griechenland-Rettung.
    .
    Das würde den Banken die derzeit die Risikoprämien kassieren, natürlich nicht ungelegen.

  158. HansMeier555. Ja...
    HansMeier555. Ja natüüürlich muss Griechenland gerettet werden. Die Griechen waren diejenigen Gastarbeiter die nach getaner Arbeit wieder nach Hause gegangen sind (im Gegensatz zu den Türken die bei Ihnen geblieben sind….).
    P.S. Ein Genuss für die genussfreudige Bessere Gesellschaft:
    Prince Charles‘ Online Shop.
    http://www.highgroveshop.com/clothing/

  159. Zensur, Korrektur oder...
    Zensur, Korrektur oder Benotung?

  160. Welche Sterne?...
    Welche Sterne?

  161. Gratulation, lieber Don, ein...
    Gratulation, lieber Don, ein wirklich schöner Zweitwagen. Tolle Farbe. Sieht ja bald nach Zustand 1 aus. Sie haben Geschmack! Aus den 50ern? Aus welcher „Schmiede“ ist der Wagen? Ich komme einfach nicht drauf.

  162. Ziel jeder Kultur ist das...
    Ziel jeder Kultur ist das Meisterwerk, und eine Gesellschaft hat die Vorausetzungen dafür zu schaffen, dass dessen potentielle Möglichkeit gegeben ist.

  163. @ErnstWilhelm und so: In...
    @ErnstWilhelm und so: In Griechenland und DACH ist nichts mit Rohstoffe ausbeuten, anders als in Ex-SU und Arabien. Entsprechend ist eine Rentnermentalität bei uns auch nicht angemessen. Europa wäre gut beraten, wenn es wenigstens mal gemeinsam seine Nachfrage nach dem Zeug organisieren würde, so daß es als 1 Großkunde auftritt. Da hat Herr Oettinger noch viel vor sich. – Tja, die Griechen könnten ihre Luxusproduktion vielleicht wieder anwerfen, dann muß man noch einen Ort finden, wo man das Zeug unter die Leute bringt.. im Goldschmieden z.B. sind sie hervorragend, auch Biolebensmittel sind von erster Qualität.
    @fionn: der Onlineshop ist ja ganz lustig, die Kissen zum Hinknien sind mal was ganz Handfestes, das man wahrscheinlich kaum woanders findet. Besser finde ich noch http://princescharities.org/princes-foundation-built-environment , die Auffassung scheint mir doch der von Frau Diener recht ähnlich.

  164. die Sterne sind...
    die Sterne sind Listenblödsinn.

  165. @minna: jaja, Öko muß man...
    @minna: jaja, Öko muß man auch berücksichtigen… was mich belustigt zu der Frage weiterbringt, wie Don ohne „den Web-2.0.-Sumpf“ seine plakativen Kontraste pinseln würde.
    @rosinante: das haben Sie jetzt schön gesagt.
    @filou: kann man nur erkennen und machen. Mit viel, viel Geduld.

  166. Ich denke, manche Leute sind...
    Ich denke, manche Leute sind prädestiniert, sich selbst und andere zu täuschen, und nehmen eben jene Mittel, die sie kriegen können. Dir sterben nicht aus.

  167. War neulich in München, fand...
    War neulich in München, fand ich persönlich auch nicht besser oder schlechter als Frankfurt und Umgebung. Da ist der Hauptbahnhof auch von unfreundlichen drängelnden Menschen voll die einen auch noch anschnauzen wenn man es wagt mit dem Mountainbike, für welches in Bayern sogar im Zug gezahlt werden muss, als erstes ein und am Hauptbahnhof auszusteigen. Mich hat die Masse der Menschen fast schon zurück in den Zug gedrängt. Qutiert von mir mit einer Millionen Kopfnicker und Entschuldigungs, komisch das ich mich erdreiste als Tourist nicht Nachts oder am Stadtrand anzukommen.
    Ich bin auch auf offener Strasse am Sonntagmorgen lautstark am Maximiliansplatz angepöbelt worden von einem Mann der nach der Kleidung zu urteilen nicht zur Unterschicht gehörte. Grund ich saß auf meinem Rad und rollte in Schrittgeschwondigkeit auf eine Tramstation zu um mich zu orientieren. Als ich mich Entschuldigte und fragte warum er dies tut hat er nur umso lauter gebrüllt ich wäre ein Fahrradrowdie. Ich bin auf meinen Radtouren auch zweimal im Münchener Umland von Einheimischen (das hört man hier ja so schön) wahrscheinlich bewusst in die falsche Richtung geschickt worden. Ich glaube man sollte wissen wie man zur Isar am schnellsten kommt und nicht in eine 180 entgegengesetzte Richtung zeigen. Ja es gab auch freundliche Menschen aber generell fand ich jetzt auch im Voralpenraum die Menschen nicht höflicher oder freundlicher als anderswo. Wahrscheinlich bin ich aber aufgrund von einigermassen hochdeutscher Aussprache und einem jugentlich sportlichen Dress auch direkt als nicht Standesgemäss zusammen mit meinem Mountainbike in die Schublade Sau Preuss gesteckt worden.
    Auf der anderen Seite weiss ich aus meinem Studentenwohnheim in Frankfurt in dem auch viele Austauschstudenten wohnen das sich zum teil beschwert wird das die Menschen es in Deutschland und speziell in Frankfurt schon zu gut meinem mit einem.
    Eine Austauschstudentin aus Wales war es nach wenigen Tagen leid das jeder dem sie begegnete auf der Strasse sofort ins Englische wechselte weil sie unter anderem gerne Deutsch sprechen würde wenn sie zum Austausch in Deutschland ist.
    Ich glaube es gibt da nicht wirklich unterschiede zwischen Regionen oder Schichten. Ich kenne genug wohlerzogene hoch gebildete die wenn sie nicht müssen niemand anderen Wert schätzen und sich aufführen wie die Axt im Walde und ich kenne aber auch arme Schlucker die immer nur getreten wurden und trotzdem höflich und hilfsbereit sind.

  168. Wer gerne lesen möchte, was...
    Wer gerne lesen möchte, was „Proll“ u. dergl. ist, dem empfehle ich die Leserkommentare zu Thilo Sarrazin in einer großen süddeutschen und nicht Boulevard- Tageszeitung, die in München mit hoher Auflage erscheint, zu lesen. Das ist Unterschichtengeifer von „spätantiker Dekadenz“. Da trifft es einmal zu, historisc h gesehen, waren nämlich die spätantiken Römer keineswegs dekadent – Trajan, Marc Aurel, Antoninus Pius, Caracalla, Diokletian.

  169. Gestern in der Frankfurter...
    Gestern in der Frankfurter Rundschau Online:
    Südbahnhof (also nicht der Hauptbahnhof) insofern nicht vergleichbar, mehrere Stunden gesperrt, ebenso wie die U-Bahnen. Grund bleibt im Dunkeln: sowas kennt man am Tegernsee nicht.
    Zitat:

  170. Donna Laura, alles Toechter?...
    Donna Laura, alles Toechter? Wie reizend, wie nett. Ich habe mir immer eine Tochter gewuenscht. Eine Prizessin, Papis Liebling. Ich liebe Toechter. Immer. In jedem Alter. Ich liebe deren Grazie, deren Zickigkeit-und wenn sie in die Pubertaet kaemen, wuerde ich auswandern. Ab dann ist es ja mehr Frauensache.

  171. Präkarier, ich weiss, dass es...
    Präkarier, ich weiss, dass es hart klingt und hart ist. Aber genau so ist es. Und ich möchte nicht zu denen gehören, die diese Gegensätze einfach zusocialinterestieren, wie das sonst so oft gemacht wird. Klassengesellschaften sind an ihren inneren Bruchkanten immer brutal.

  172. Der Frankfurter Hauptbahnhof...
    Der Frankfurter Hauptbahnhof schreibt im Minutentakt Geschichten die so unterschiedlich daherkommen wie Sonnenlicht das durch ein rußgeschwärztes Prisma bricht. Schon nach der Schule konnte ich hier Stunden verbringen und beobachten. Das Geheimnis ist die innere Ruhe, der Schlüssel zu den Geschichten. So wird nur der faszinierter Beobachter, der sich auch wirklich von der wallenden Masse unterscheidet.

  173. colorcraze, herzlichen Dank....
    colorcraze, herzlichen Dank.

  174. lieber D.A.
    Sie schreiben, man...

    lieber D.A.
    Sie schreiben, man kann nicht alles und jeden retten –
    .
    auch nicht die Doofen?
    .
    Darauf hab ich mich doch verlassen,
    das wurde doch zugesagt!

  175. Ich ärgere mich gerade über...
    Ich ärgere mich gerade über die Sprache, die hier heute teilweise gesprochen wird und sach mal: darum geht es: Scharfmachen ist in jedem Fall Mist liebe Diskutanten! Unkultivierte Emotionen sind Mist.
    Und natürlich hat der Hartmann im Tagesspiegel völlich Recht auch wenna sonst meist rumsülzt! Und HM555, ich verstehe ja, was sie sagen – aber aus der realen Unmündigkeit einses hohen prozentsatzes des Wahlvolkes geht doch nicht hervor, dass das irgendwie Natur, Schicksaals oder Gott gewollt ist. nei im gegenteil, die. die können müssen anders wollen HM555.
    Und müssen Sie das denn immer mit Ihrem Feudalgespinne unterfüttern? Das taugt nicht zur Provokation sondern nur zur Langeweile. Das feudale Verhältnis zwischen Herrn und Dienstbooten kommt nicht mehr zusatnde, glauben Sie mir? Aber bei dem Geschrei nach Zwang in der BRD könnte es zu einem „Reichsarbeitsdienst“ durchaus hinlangen. Die entsprechende Regierungsmehheit, dies das Bundesarbeitszwangsgesetz im Parlament durchbringen wird, ist selbstverständlich demokratisch legitimert, wir habe sie ja schon. Also Mäßigung bitte, Gnade bitte, Freiheit (ohne bitte)! – Zerlina
    Nur ein Bohnenbeet
    Ich will mir am Südhang ein Beet mit Bohnen anlegen.
    Ich weiß, das Unkraut kommt schnell zwischen die Saat
    Trotzdem gehe ich morgen hin und grabe den ganzen Tag.
    Sobald der Mond scheint, kehre ich zu meiner Strohhütte zurück.
    Die Schippe über der Schulter gehe ich aufrecht
    derweil auf dem Weg Abendtau mein Gesicht benetzt.
    Selbst wenn ich plitschnass nachhaus käme, das stört mich nicht.
    Also lasst mir meinen eigenen Willen, sonst krachts.
    TaoYüan -ming

  176. Tja lieber Don, Sie tun mir...
    Tja lieber Don, Sie tun mir wirklich leid, dass Sie ab und zu nach Frankfurt kommen müssen. Es muss ja für Sie jedes Mal die Hölle sein. Früher Berlin, heute ab und zu Frankfurt – das Leben ist schon hart zu Ihnen. Ich kann zwar all Ihre Probleme nicht nachvollziehen (ich durchquere den Hauptbahnhof 5 mal die Woche ohne irgendwelche Prügeleien) und bin ganz und gar nicht der Meinung, dass ein Kind auf den Berg gehört, aber die Menschen sind zum Glück eben alle ein wenig anders. Wäre ja sonst langweilig.

  177. Ach, lieber Doctor, schlimm...
    Ach, lieber Doctor, schlimm ist es natürlich zumindest für mich nicht, ich kann mich ja auf dem Wochenmarkt erholen, wo ich nur den Namen einer kommenden Bekannten sagen muss, und schon weiss die Marmeladenhändlerin, was ich brauche. Zudem weiss ich ja, womit ich es zu tun habe. Aber ich kann auch jene verstehen, die sagen, ach nein, ich mag da gerade nicht hin, warum denn – und dann auch wegbleiben. Und die Diskrepanzen sind nun mal nicht zu übersehen.

  178. (Im Übrigen soll das jetzt...
    (Im Übrigen soll das jetzt kein gezieltes FFM-Heruntermachen sein, ich werde auch bei der Ankunft in Düsseldorf, Köln, Hamburg und Leipzig nicht eben euphorisch)

  179. Es geht nun mal nichts über...
    Es geht nun mal nichts über den italienischen Mezzogiorno, dem Land wo bekanntlich die Zitronen blühn. Dort im tiefen Süden weiß die Unterschicht noch, wie sie sich Respektspersonen gegenüber zu benehmen hat. Wie meine römischen Bekannten mir mit typisch italienischer Übertreibung versicherten, beginnt der Orient bereits 1 km südlich der Stadt Rom. Nicht etwa, dass man dort sofort mit ausgestreckter Hand „Bakschisch“ ruft. Das könnte einem allenfalls in Bella Napoli passieren. Aber die Unterwürfigkeit kennt in jenen exotischen südlichen Gefilden keine Grenzen und wird in der weiten Welt höchstens noch von den Wienern übertroffen. Küss die Hand, Herr Baron! Untertänigster Diener, gnädige Frau!

  180. Jede kriegszerstoerte Stadt...
    Jede kriegszerstoerte Stadt hat ihren Charme. Jede dieser Staedte sieht aus wie ein Maedchen, dass wuest von ein paar boesen Buben durch die Hecke gezogen wurde. Sie brauchen Liebe und Zuwendung, besonders brauchen diese Staedte die Liebe ihrer Bewohner. Und sie bekommen sie. Der Fremde kann den Charme und Reiz dieses seltsamen Wesens nicht so schnell erfassen, und bevor sich dieser Reiz erschliesst ist der Durchreisende schon wieder woanders. Wer wuerde nach einem One-Night-Stand behaupten, er haette die Frau seines Lebens gefunden?

  181. Das ist ein trauriger...
    Das ist ein trauriger Artikel.
    Wir leben in USA wie in einem Alptraum, so schrecklich.
    Dann denke ich an Deutschland in der Nacht, und bin auch wieder um den Schlaf gebracht.
    Was ist in diesem guten Land geschehen?

  182. "Wer wuerde nach einem...
    „Wer wuerde nach einem One-Night-Stand behaupten, er haette die Frau seines Lebens gefunden?“
    .
    Dazu zweierlei:
    1. gibt es eine Stelle am Tegernsee, da könnte ich jedesmal sterben und es würde mir nichts ausmachen.
    2. Dazu bräuchte man jetzt ein Sexblog und eine neue Kunstfigur, und dann könnte man ganz furchtbar viel zu diesem Thema schreiben. Man sehe mir jedoch meine versiegelten Lippen nach. Man denkt, man arbeitet, man stachelt, aber…

  183. @HansMeier555. Vielleicht...
    @HansMeier555. Vielleicht sagen Ihnen Städtenamen wie Bamberg, Lübeck oder Regensburg etwas ?

  184. "Inside Soffin", FTD vom...
    „Inside Soffin“, FTD vom 1.4.10, wir empfehlen vorzuclicken bis Bild 5:
    .
    http://www.ftd.de/finanzen/:finanzmarktfonds-soffin-das-teuerste-startup-deutschlands/50095642.html
    .
    Und nicht immer so wählerisch sein mit den Unterschichten: Denn wie fokussierte sich eigentlich ein – wenn man so will schwaches – Ich sonst, wenn es sich nicht was zum Abgrenzen finden würde? (Und reflektieren bleibt Trumpf.)
    .
    Nebenher (von den Machern wohl unbewußt) eine erstklassige Anleitung (nebst schöner, bebilderter Lagebeschreibung) der genannte FTD-Bericht vom 1.4. für jeden – z. B. „niedrigschwelligen“ – terrorristischen Angriff/Überfall „und jeden Abend wenn in den Gebäuden der Umgebung schon alle nach Hause sind kommt der Pizzadienst“. Und wenn der „Pizzadienst“ eines abends 2x klingelt? („niedrigschwellig“ – schlimm genug, wirklich schlimm genug: es bräuchte wohl nicht mal Schusswaffen, ich bitte vor allem die genannten Soffin-Mitarbeiter, falls sie dies lesen sollten, jetzt schon ausdrücklich um Entschuldigung: normal käufliche Hieb- u. Stichwaffen gröberen Art nebst Fesseln al la Kabelbinder etc. würden ausreichen. Knapp 43 Leute arbeiten wohl da. Eine von der Bundesbank und sonst ausgeliehe Elite. Nebst ständig ranghöchstem Besuch, wie man liest. (Den Begriff vom „Blutbad“ ausdrücklich vermieden.)
    .
    Und der Bezug – so gesehen – ist der Weltseele und ihren Profilern klar: Die Twintowers, das waren zwei hochaufragende, paralle Türme in Manhattan und „ziemlich dicht“ am Waser. Und der Soffin, das ist dann – übers große Wasser korrespondierend – eine kleiner Solitär, schön edel, und eben auch so prima am Wasser. (Wenn man annähme, das „Frankfurt am Main“ in der Kombination von „Frankfurt“ und „am Main“ auch überregional/international ein in Kombination feststehender Begriff wäre. (Für manche vielleicht etwas sehr herausfordernd bemerkt: „… nicht, dass der kleine Solitär mit den Zwillingstürmen so ganz an Bedeutung mithalten könnte, nein das nicht. Aber … so etwas wie „schlichte kleine (Untat-)Ergänzung“ etwa doch?“ ) Ein Gebäude eben auch mit extrem viel Geld und Bedeutung. Aufgeladen. Aufladbar.
    .
    Also ich hätte ja den FTD-Bericht am liebsten als Aprilscherz gelesen. Oder als teaser. Damit man sich im Internet verdächtig macht. Und behaupten kann man das im Nachhinein ja immer. Das alles bloß als teaser gedacht war.
    .
    http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:agenda-inside-soffin/50095757.html
    .
    „Früher Abend, ein kleiner, schmuckloser Konferenzraum im Erdgeschoss einer vierstöckigen Villa in der Frankfurter Taunusanlage. An einem langen, weißen Tisch sitzen fünf junge Menschen, in der Mitte ein schwarzes Telefon. Häufig nehmen hier Bundesbanker Platz, Minister, Bankvorstände, die Mächtigen der Republik. Hier werden sonst Verträge abgezeichnet, Beschlüsse gefasst, und immer geht es um Millionen, um Milliarden. An diesem Abend aber geht es erst einmal nur um Thunfischpizza. … “
    .
    Und Grüße.
    .
    „… Aber das täuscht gewaltig: Der Soffin ist eher eine Art Startup, und zwar das größte und teuerste des Landes, ausgestattet mit dem gigantischen Etat von 480 Mrd. Euro – fast 200 Mrd. Euro mehr als der Bundeshaushalt. „Wir sind klein, jung und effizient“, … “ — und hoffentlich noch lange lebendig. Nicht jung tot. Klingeling?

  185. So ist es mit der Liebe: man...
    So ist es mit der Liebe: man kann sich kompliziert mit einem kaprizioesen Maedchen rumtreiben, oder auf einer rustikalen Bauernmaid rumluemmeln.

  186. Werter Herr Don, Sie erheben...
    Werter Herr Don, Sie erheben für sich den Anspruch zu schreiben, wie das Leben ist. Was Sie jedoch auf´s Papier respektive den Computer gebracht haben, ist nichts anderes als ein verzerrtes Abbild einer Realität, die Sie nicht zu verstehen vermögen. Das pulsierende Leben einer Großstadt ist der Einöde eines „Lago Bonzo“ nur dann nicht vorzuziehen, wenn man das 80. Lebensjahr überschritten hat oder mit der Geschwindigkeit der Stadt nicht Schritt halten kann. Ironischerweise sind die von Ihnen als lästig empfunden „Unterschichtler“ oft vom zweitgenannten Typus.

  187. Werter Don,

    ironischerweise...
    Werter Don,
    ironischerweise bin ich selbst einen völlig entgegengesetzten Weg gegangen und habe den Vorhof zur Hölle, in einigen Kommentaren hier irrtümlich als Oberschicht bezeichnet, vor etlichen Jahren hinter mir gelassen um mich in einer Gegend Berlins niederzulassen die die meisten meiner Vorredner nur unter Zwang betreten würden. Natürlich habe ich es mir dabei nicht nehmen lassen vorher einen möglichst großen (im Nachhinein betrachtet leider nur virtuellen) Haufen auf die gepflegte Villeneinfahrt meiner Erzeuger zu legen. Die wenigsten der Leser hier können wahrscheinlich nachvollziehen wie befreiend es sein kann seinen Mitmenschen ein „Verpiss dich du Wichser“ entgegenzuschleudern ohne an den guten Ruf, oder das was die selbst apostrophierte Oberschicht dafür hält, denken zu müssen.
    Dem „Professor“ der hier in einem der Kommentare einen besseren Umgangston und Tischmanieren bei seinen Studenten vermisst möchte ich beipflichten. Genau diese Eigenschaften haben uns in der Vergangenheit schon immer die größten Dienste erwiesen. In den Diktaturen des Spießbürgertums waren zumindest die Straßen immer schön sauber. In meiner Studienzeit hatte ich in der Lehre oft mit Exemplaren wie Ihnen zu tun. Das bringt die Juristerei leider mit sich. Sie würden das Paradoxon Menschen nach ihrem Äußeren zu beurteilen und gleichzeitig zu glauben etwas Besseres zu sein wahrscheinlich nie verstehen.
    @ Donna Laura
    ich würde Ihnen empfehlen auf das Downdressing zu verzichten wenn sie sich das nächste mal in unsere Gegend herablassen. Erst wenn man weiß, was an einem Schönen hässlich ist oder was an einem Hässlichen schön ist, dann kann man Schönheit und Hässlichkeit wirklich erkennen. Ihr Martial Arts Kommentar fand ich wirklich zu niedlich. Allein schon die Bezeichnung die sie wählen lässt mich hoffen das ihr Nachwuchs nie in Situation geraten möge in der er auf Erlerntes zurückgreifen soll. Wissen sie ich selbst habe ich mich immer für einen harten Kerl gehalten. Mein Vater selbst hat in faschistoider Unkenntnis Juvenals Wendung vom gesundem Geist im gesundem Körper dafür gesorgt das ich von klein auf Boxsport betrieb. Meine ersten Straßenerfahrungen in Berlin waren aber eher unerquicklich soviel kann ich Ihnen verraten denn echten Kampfgeist in diesem Sinne können sie nicht erlernen. Ich würde Ihnen lieber empfehlen sich stets in der Lage zu sehen für ausreichend Wachschutz sorgen zu können denn ihr Nachwuchs würde von dem Pöbel wie sie ihn nennen zerbrochen wie ein Stöcklein.
    Drei Fragen hätte ich allerdings noch an den Don.
    Ist es dekadent arm zu sein wenn man die Möglichkeit hat nach einem Telefonat, gut wegen dem angesprochenen Haufen mögen es auch zwei oder drei sein, über genügend liquide Mittel für ein sorgloses Leben zu verfügen?
    Auf meinem täglichem Weg ins Büro treffe ich in der Berliner U-Bahn immer auf eine offensichtlich stark drogenabhängige Frau im Rollstuhl die keine Beine und einen stark verkrüppelten Arm hat. Beim Betteln ist sie oft so high das sie nach vorn aus dem Rollstuhl zu kippen droht wenn sie mich anbettelt. Bin ich ein schlechter Mensch wenn ich mich angeekelt fühle?
    Warum geben ihrer Meinung nach materiell schlechter gestellte Menschen meist wesentlich öfter und proportional mehr an die Armada der Bettler hier in Berlin? Diese Beobachtung mache ich nämlich sehr häufig und frage mich ob es etwas mit der Angst vor dem eigenen Abstieg oder höherer sozialer Kompetenz zu tun hat.

  188. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    nicht nur in Ihrem Apfel ist der Wurm drin, sondern auch in unserer Gesellschaft. Ich schätze Sie allerdings eher als Überbringer dieser schlechten Nachricht ein.
    Archetyp

  189. Seit 41 Jahren lebe ich in...
    Seit 41 Jahren lebe ich in Jakarta und habe inzwischen keine Schwierigkeiten, mich durch die Heere von Taschendieben, Fahrkarten-, wilden Taxi- und anderen Anbietern auf Busstationen, Bahnhöfen und der Flughafen von Jakarta durchzuarbeiten. Wenn ich mal wieder, etwa aus der S-Bahn vom Flughafen kommend, nicht ganz ausgeschlafen, auf dem Frankfurter Hauptbahnhof lande, atme ich erleichertert auf: Viel Raum, klare Informationen, beste Essgelegenheiten, schnelle Verbindungen, außer einem oder zwei Bettlern quatscht mich niemand an – kurzum, ein voller Genuß. Zugegeben, Tegernsee auch, wo ich mich Kiosk bei minus 8 Grad im Dezember 2008 wärmen durfte, bis ein Bus erschien, von dem aus ich auf einen Beag (den Wallberg) stapfte.

  190. @ HansMeier555
    Sie sind doch...

    @ HansMeier555
    Sie sind doch schon da. Ich selbst habe mal fuer einen aserbaidschanischen Oligarchen eine Wohnung in Baden-Baden vermittelt. Und das witzige ist, so einige deutsche Stuetzen der Gesellschaft leben nicht schlecht davon. Bezeichnend auch der Fuhrpark im hiesigen Compound. Japanische SUVs sind zu popelig. Es muss schon was deutsches sein.
    @ colorcraze
    Genau, Biolebensmittel. Das brauchen die Russen, Aserbaidschaner und Kasachen dringend. Natuerlich aus Deutschland importiert. Bisher haben nur Ritter Sport Schokolade oder Butter aus Edewecht ihren Weg in diesen schoenen Teil der Welt gefunden.
    Das sind die Absurditaeten der globalisierten Welt. Andererseits lebt die westliche Welt noch immer recht gut davon. Ober- und Unterschicht.

  191. @ colorcraze 10 Apr/2040h. ...
    @ colorcraze 10 Apr/2040h. Ja genau, „Kleider machen Leute“ (Gottfried Keller)
    hört man immer wieder in der Schweiz, wo es eher üblich ist, mehr für eine Armbanduhr als für ein Auto auszugeben.
    http://www.gottfriedkeller.ch/Seldwyla/Kleider_Parallel.htm

  192. Viele dieser Menschen bekommen...
    Viele dieser Menschen bekommen keine Chance durch den Staat.
    Anbei die ungeschönte Arbeitslosenstatistik!
    http://www.hartgeld.com/filesadmin/pdf/Anonymus-EchteArbeitslosenzahlen_2010-03.pdf

  193. Werter Don,
    Como und Lugano!!...

    Werter Don,
    Como und Lugano!! Warum nicht gleich das inzwischen total verschandelte Ascona, das uns zwischen 1960 und etwa 1980 zur Urlaubsheimat wurde, hoch auf dem Berg, mit muskelstraffenden Fußmärschen ins „Dorf“. Aber: Am Orta-See oder im Valle Versasca gäbe es vielleicht noch einen hübschen Standort für das FAZ-Gebäude, vielleicht im Tegernsee-Stil. „Putzt ungemein“, sagt Th. Mann.

  194. Noch ein bisschen Senf von...
    Noch ein bisschen Senf von mir…
    Wie wärs wertester Alphonso wenn Sie mal ein Gedicht im Stile Georg Trakels schreiben würden…
    wäre dann die lyrische Form ihrer prosaischen Beiträge. Edel, herbstlich, elegisch, leicht melancholisch….
    Ja dann bleiben sie halt am Tegernsee! Ist ganz sicher sehr schön da, wir dürfen Sie auch alle darum beneiden. Aber mal ein bisschen frischen Wind um die Nase und hinaus in die Welt kommen wäre auch nicht schlecht.
    Ich meine die Welt, nicht Frankfurt oder Como. Ein bischen weiter hinaus in die Welt…. Neue Horizonte!

  195. Das ist ja alles schön und...
    Das ist ja alles schön und gut.
    .
    Mich interessiert jedoch vor allem:
    Was genau ist jetzt schon wieder an der grünen alten Lady defekt ?
    Oder war die Batterie wieder leergenuckelt ?
    Bitte entschuldigen Sie meine technische Neugierde, Don Alphonso.

  196. Tegernsee?
    naja, das ist die...

    Tegernsee?
    naja, das ist die Theaterbühne für ein paar graumelierte Hirsche und ein paar geilfreudige Hennen, die letzlich sogar beim Rechnen Probleme haben.
    Eine geschlossene Geschellschaft vergrauter Aasgeier.
    Ähnlich dem Starnberger See, wobei dort deutlich mehr Geist unterwegs ist.
    Nun kann man dazu schlecht einen Gegensatz finden.
    Theaterbühne ist Theaterbühne und struggle of life ist eben kein Theater.
    Natürlich wird auch auf den Theaterbühnen gerangelt…..den Ellebogen ersetzten Anwalt und der Notar.
    Auch die passenden Ärzte sind zur Stelle, hier und da hat man eine Geschäftsidee.
    Meist dreht es sich um Immobilien, das ist naheliegend, denn schließlich kennt man sich da aus.
    Bauerntheater…….von Elite keine Spur.
    Von dieser „himmlischen“ Spielwiese zum Hauptbahnhof Frankfurt führt überhaupt keine Spur.
    Die Erbprinzen vom Tegernsee haben ihr Geld nämlich im naheliegenden Ausland und wählen gern mal FDP, damit sie in München auch was zu sagen haben.
    Frankfurt?………, na ja……Deutsche Bank vielleicht…..schau mer mal!
    Also, was soll der Beitrag?
    Das Lustspiel mit der Tragödie vergleichen?
    Soll es Gemeinsamkeiten zwischen Boxen und Schach geben?
    Gibt es da wirklich einen gemeinsamen Nenner?
    Grüßlis

  197. Lieber Ernst Wilhelm,
    ich...

    Lieber Ernst Wilhelm,
    ich meine nicht zum Urlaub, sondern um gleich den ganzen Laden zu übernehmen.
    Damit mal wieder ein bissel „Zug in den Kamin“ kommt.

  198. Lieber Don,

    Sie haben...
    Lieber Don,
    Sie haben vollkommen Recht: Öde, diese Unterschicht.
    Aber langweilt es Sie auch nicht ungemein, die Anerkennung der Mittelschicht in diesem trivialen Internet zu suchen?
    Deswegen, am Lugano-See wartet alles gespannt auf Ihr nächstes literarisches Meisterwerk.
    Wenn Sie wüssten, wie Como heruntergekommen ist in den letzten Jarhen!
    Ihr letztes Werk war so wuderbar, daß ein Preischen im Voraus für das nächste mir durchaus angemessen erscheint.
    Eine Frage brennt mir noch in den Fingern: schaut endlich die Ober-Oberschicht auf Ihr Können bewundernd herunter?
    Bitte machen Sie mir eine Freude, und bejahen sie dies.
    Das Warten auf Anerkennung kann manchmal so lästig sein.
    Mit dem baldigen Literatur-Nobelpreis, wird Sie die ganze Welt auf ihren schmutzigen Händen tragen.
    Ihr langweilter, stinkender Auto-Mechaniker,
    Geppetto

  199. @ Filou, 10. April 2010, 23:57...
    @ Filou, 10. April 2010, 23:57
    .
    Das hat Herz und Seele. Danke.
    .
    @ Unetrschichtler, 11. April 2010, 03:30
    .
    Boxsport und Straßenkampf sind wie Spargel und Zitronen – zwei Welten. Oh ja.
    .
    @ Abwähler, 11. April 2010, 08:25
    .
    Noch habe ich Ihren Link nicht angeklickt, aber was kommt da raus? Nach meiner Einschätzung dürften wir – relativ konstant – mindestens 8 Mio Erwerbslose in D haben. Und die Statistikfälscher betrügen diese Menschen um ihre Perspektiven, weil sie versteckt werden; Arbeitgeber z.B. nicht an einen Dachdecker oder Ingenieur herankommen, weil die gerade in einer Sinnlosmaßnahme vergraben sind.
    .
    Manchmal möchte ich einen Knüppel nehmen und zum Reichstag fahren, aber es muss eben doch anders gelöst werden. Der schwierigere Weg ist nachhaltiger …

  200. Sind nicht eigentlich alle...
    Sind nicht eigentlich alle grösseren deutschen Bahnhöfe gleich? Vielleicht wirkt Frankfurt nur besonders unangenehm weil man dort grundsätzlich gar nicht erst ankommen möchte? Entweder man hat dort beruflich zu tun, was häufig nicht besonders erquicklich ist, oder ist auf der hektischen Durchreise.
    Und Herr Don bitte gehen Sie keinesfalls „hinaus in die Welt“ und in Richtung „neuer Horizonte“ (aber ich denke die Gefahr ist gering)

  201. @Abwähler 8.25 Uhr das geht...
    @Abwähler 8.25 Uhr das geht auch ein wenig konkreter und mit Quellenangabe……
    Allein die Anzahl der ALG I Empfänger übersteigt deutlich die Anzahl der vorhanden Stellen auf dem ersten, ungeförderten Arbeitsmarkt in Deutschland! Nach aktuellen Zahlen gab es im März 1.294.544 ALG I sowie 5.015.824 erwerbsfähige ALG II Empfänger. Weiterhin 395.00 Nichtleistungsempfänger und 890.000 Kurzarbeiter. Ohne Kurzarbeiter sind somit 6 Millionen 705.368 Menschen auf der Suche nach einer Existenzabsichernden Erwerbstätigkeit. Quelle: http://statistik.arbeitsagentur.de Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes im März 2010 – Seite 20/51
    Für Gesamtdeutschland hat das IAB nach aktuellen Zahlen ein Stellenangebot für den ersten Arbeitsmarkt von 764.000 freien Stellen angegeben.
    Quelle: http://doku.iab.de/grauepap/2010/os0904.pdf
    Abzüglich von Scheinangeboten (Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,403459,00.html) und später zu besetzenden Stellen bleiben ca. 480.000 Stellenangebote auf dem ersten, ungeförderten Arbeitsmarkt, für über 6,7 Millionen nach „Arbeit“ suchender Menschen! Von denen wird bereits ein großer Teil in Arbeitsgelegenheiten oder Weiterbildungsmaßnahmen „beschäftigt und therapiert“. (z.B. 1,57 Millionen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme / 288.700 Personen in einer Arbeitsgelegenheit nach § 16d SGB II auch Ein-Euro-Jobs genannt / 3.600 Personen in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme-Seiten 6/32/33 aktueller Monatsbericht der BA)
    Mithilfe eines Taschenrechners erkennt man schnell, wann „Sanktionieren und Disziplinieren“ im 21. technologisierten und automatisierten Jahrhundert für die neu kreierte Unterschicht nicht mehr ausreicht.

  202. "Man sollte die Unterschicht...
    „Man sollte die Unterschicht so vergessen können, wie sie einem selbst vergisst.“
    .
    …aber bitte, nicht die Doofen!
    .
    Doofe werden an allen Ecken und Kanten benötigt, ob unten,in der mitte oder
    oben. Ohne Doofe geht es nicht!
    .
    Im Gegensatz zu den compagnies in misery, die das universitäre Leben gebirt.
    .
    Ich hoffe, Sie von meiner Rettung überzeugt zu haben, werter Don.

  203. filou,
    Ihre Statistikfälscher...

    filou,
    Ihre Statistikfälscher sind unschuldig. Da geht es nur zu wie bei Aldi und Co auch,
    öfter mal umräumen, sonst wird es für den Kunden(Öffentlichkeit) zu langweilig und er könnte
    auf die Idee kommen nur das Nötigste mitzunehmen.
    Das Problem des Arbeitgebers/Arbeitsuchenden ist rein menschlich. Wie für den Kranken, den Arzt
    der mir helfen kann,den muß es doch irgendwo geben etc.

  204. HartzIV Paria 11:24
    ...Ihr...

    HartzIV Paria 11:24
    …Ihr letzter Absatz erinnert mich, an was wohl, an die 80er.
    Da gab es auch schon Taschenrechner.

  205. HansMeier (10.4., 20 Uhr):...
    HansMeier (10.4., 20 Uhr): Leider agitiert nicht nur Spiegel & Co. für die Griechenland-Rettung, sondern auch dieses Blatt, mal mit Interviews vom Leiter der größten Fondsgesellschaft Deutschlands („Wir kaufen Griechenland-Anleihen“), mal mit seinem oberschlauen Herrn B. aus dem Finanzressort, von dem in der heutigen Ausgabe der F.A.S. zu lesen war: „Ich hab´s getan“ Weiteres Zitat: „Vielleicht ärgere ich mich schon nächste Woche – weil ich dann vielleicht noch einen Prozentpunkt mehr bekommen hätte.“ Er hat offenbar keine Vorstellung davon, wie billig (im Kurs) der Griechenland-Schrott noch werden wird.
    .
    Aber er hat sicherlich auch einen niedrigeren Durchschnittssteuersatz als ich zu zahlen. Keine Ursache also.
    .
    Dann doch lieber die Investition in alte, grüne Rostlauben. Da kann ich den Don durchaus verstehen.

  206. kein Funken Mitleid mit...
    kein Funken Mitleid mit Zinsjägern. Auch wenn am Ende mal wieder alle zahlen könnten.

  207. Die beste Anlage der Welt...
    Die beste Anlage der Welt wäre vor genau einem Jahr gewesen: Russische Rubel, verzinst mit 15% und Kursgewinn 15%. (Oder so).

  208. @perfekt: Danke für den sehr...
    @perfekt: Danke für den sehr interessanten Link. Ihre Frage nach dem Klingeling ist durchaus berechtigt, aber sie ist imgrunde unlösbar, wer will, kommt an die Leute ran (siehe RAF, 70er Jahre), denn keiner kann sich von seiner Umwelt völlig abschotten. Aber Sie haben natürlich recht damit, daß mit einer solch offenen Beschreibung etwas Security by Obscurity verlorengeht. Aber auch der Flug mit der eigenen Staatsmaschine hat nicht gegen den Absturz der halben polnischen Regierung geholfen.
    @Cornelius: daß die Zahl der real Erwerbslosen und Arbeitssuchenden eine sehr andere ist als die der Statistiken, sehe ich auch so; ansonsten nützt Ausflippen garnichts, denn wir haben zur Zeit eher ungelöste Gestaltungsprobleme (und die werden in so spartanisch-ärmlich-flüchtiger Umgebung bearbeitet wie unter Soffin beschrieben) als Verkrustungen, die mit einem gezielten Tritt zu lösen wären. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was passiert, wenn der Staat/die Arbeitsagentur eine funktionierende Vermittlung hätte? Ich schon. Es wird aber nicht passieren, daß man eine solche baut, denn dadurch würden die Zeitungen wohl zusammenkrachen und dann wäre jegliche journalistische Recherche kaputt, weil nicht mehr bezahlbar.
    @wusel: davon, Einheimische nach dem Weg zu fragen, hat schon Freiherr Knigge selig abgeraten, und nach allem was ich dazu erlebt und gehört habe (ich bin in meiner Jugend viel getrampt), hat er damit recht. Und Radfahrer in der Stadt und auf dem Bahnhof sind halt einfach ein Verkehrshindernis, das mit entsprechendem Unmut behandelt wird.

  209. Lieber Unterschichtler,

    Ihre...
    Lieber Unterschichtler,
    Ihre Frage kann ich dahingehend beantworten: Ja, das sind Sie. Wieso sind Sie eigentlich angeekelt? Seien Sie lieber froh, dass Sie überhaupt angebettelt werden, denn unter A. „hätts DAS nicht gegeben“. Übrigens sind Beine schneller weg, als sich das mancher vorstellt – Gefäßverschluß, Unfall…… Warum bettelt die Dame? Erhält sie keine Stütze? Ist ihr zu Hause schlicht langweilig? Oder handelt sichs um ein Gewaltopfer, das allmorgendlich vom Zuhälter im Rolli auf der Piste abgestellt wird? Sollte man vielleicht nachfragen?
    Ihre zweite Frage: Nein. Es ist nicht die Angst. Es ist Solidarität. Tolstoi hat solch ein Motiv mal in eine seiner Stories eingebaut – es ist die Story vom Bauern und vom Teufel, der sich Kartoffeln vom Acker klaut.
    Und last but not least: Ich empfinde z.B. die Musiker im ÖPV als Bereicherung. Und freue mich, wenn so einer zusteigt. In Berlin und anderswo.
    http://www.youtube.com/watch?v=mHElR8Y81R4
    enjoy!

  210. Das bleibt nicht so.
    .
    Clea...

    Das bleibt nicht so.
    .
    Clea Walford, ich kämpfe seit Jahren dagegen, aber irgendwann werde ich doch mal wieder in den Osten und nach Berlin müssen, zur Woche der Misanthropie.

  211. @Dipsey und @HansMeier555
    Die...

    @Dipsey und @HansMeier555
    Die alte Weltanschauung ist vorbei und wird nicht wiederkommen. Hier ein Quote von Werner Sombart in Englisch und da ich keinen Zugang zur Originalfassung habe, zitiere ich wie folgt:
    „Sombart portrayed the triumph of capitalism as the replacement of a concrete, particularist, Christian community by an abstract, universalistic, judaized society.“
    Die USA wird in deutschen Kreisen meist gescholten, doch ist diese in der sozialen und humanen Behandlung seiner Unterschichten den Europaern um eine Generation voraus.

  212. Ach? Das habe ich aber noch...
    Ach? Das habe ich aber noch ganz anders in Erinnerung, über weite Strecken.

  213. @Don
    Die Schulausbildung ist...

    @Don
    Die Schulausbildung ist „gleicher“ als in Deutschland. Die Eltern des neuesten Mitglieds des Supreme Courts wohnen in sehr einfachen Verhaeltnissen in The Bronx, und dort ist das Leben wesentlich unangenehmer als in Berlin.

  214. Ist es das? Ein Bekannter hat...
    Ist es das? Ein Bekannter hat mir vor zwei Jahren mal erzählt, wie er als Normalverdiener versucht hat, seine Tochter auf eine bessere Uni zu bringen. Das klang ausgesprochen brutal und nicht gerade egalitär. Ich hatte ja eher den Eindruck, als ob da alle Nichtreichen die gleichen schlechten Karten hätten.

  215. @DA: falls Sie es sich...
    @DA: falls Sie es sich zutrauen, Ihr Auto in einem Berliner Parkhaus abzustellen, empfehle ich den kleinen Umweg über Schloß Boitzenburg (um die Wirtschaft anzukurbeln – Gastronomie ist gut) und Nauen (Kontrastprogramm). –
    Bin neulich von Schaffhausen nach Nürnberg gefahren mit dem Zug. Offenbar verkauft man alte Züge nicht mehr nach Afghanistan und sonstwo (darauf komme ich, weil vor x Jahren mal das Bild eines solchen Gebrauchtbusses in der Lokalzeitung war), sondern hält sie in der schwäbischen Provinz. Der Bahnhof Ulm scheint seit 1945 nicht mehr überholt worden zu sein. Der Schweizer Zug von Stuttgart nach Singen war aus den 1980ern und hatte noch ein Tretklo. Nur mal so am Rande, falls jemand gern Zeitreise spielen will: in der Gegend hat man noch die Gelegenheit dazu.

  216. Da habe ich was ähnlich...
    Da habe ich was ähnlich gutes: Mit der Lokalbahn von Ingolstadt nach Regensburg und dann weiter Richtung Zwiesel. Da verstehe noch nicht mal ich die Leute, das könnte auch Pakistan sein. Pakistan von 1974.

  217. Sombarts Urteil traf schon vor...
    Sombarts Urteil traf schon vor 100 Jahren nicht zu.
    .
    Natürlich sind die USA eine neo-feudale Gesellschaft und gerade darum ein Vorbild. Sie sind uns eine Generation und 5.000 Kilometer voraus – in Richtung Lateinamerika.

  218. Wobei Pakistan 1974 doch die...
    Wobei Pakistan 1974 doch die letzte Zuflucht war für mißratene Kinder aus schwäbischen Pfarrhäusern.

  219. ...sorry filou, ich habe Ihren...
    …sorry filou, ich habe Ihren Namen mißbraucht!

  220. @ colorcraze, 11. April 2010,...
    @ colorcraze, 11. April 2010, 14:04
    .
    Habe ich selbstverständlich schon gemacht. Wollen Sie damit sagen, dass journalistische Recherchen zum größten Teil von 400-Euro-Jobbern oder Aufstockern erledigt werden?
    .
    Ich glaube nicht, dass sich der Staat bzw. die Arbeitsagentur um das Wohl von Zeitungen (Medienunternehmen) kümmert. Zum einen ist es pures Unvermögen, dass wir keine funktionierende Arbeitsvermittlung haben, zum anderen glaube ich manchmal, dass der Staat ein großes Interesse an der Verwaltung des Arbeitslosenheeres hat, weil er damit seine Wählerschaft (Beamte) ernährt und somit an die Wahlurnen lockt. Klingt zynisch, ist aber wahrscheinlich so … Wenn dem so ist, dann aber: „Knüppel aus dem Sack.“ …

  221. @Don
    ich glaube schon. Meine...

    @Don
    ich glaube schon. Meine beiden Jungs sind auf sehr gute US Unis gekommen, allerdings hatten beide sehr gute SAT scores. Obwohl ich nicht unvermoegend bin, erhielten beide „Stipendien“, von Long Island wineries bis hin zu Corporate stipends. Ihre Zeitung berichtete kuerzlich ueber ein Heer von Arabern, die in Berlin ihr Unwesen treiben. Ich glaube nicht, dass diese Jugendlichen in Deutschland eine Chance haben werden.
    @HansMeier555 – Kaempfen Sie sich mal durch Fernand Braudels Civilization & Capitalism, es wird Ihre Aussichten erhellen.

  222. @ HansMeier554
    Apropos...

    @ HansMeier554
    Apropos neo-feudal. Die Frau meines Nachbarn hat einen neuen Bentley bekommen. Ich mit meinem Firmen-Prado kann da nicht mithalten. Und was den Zug im Kamin angeht. Die hiesigen Oligarchen sammeln Geld. Das ist aber noch keine Wertschoepfung. Von daher wuerden auch sie in Deutschland keine Besserung bringen.

  223. Lieber Henry Petersen,
    ich...

    Lieber Henry Petersen,
    ich wusste gar nicht, daß Baurdel auch über die USA geschrieben hat, und dann auch noch positiv. Ausgerechnet einer von diesen dekadenten Franzosen!?
    .
    Was ich an den Amerikas so faszinierend finde, ist dieses stramme Bekenntnis zur sozialen Ungleichheit. Die Existenz der großen Obdachlosenschar ist ja auch ein Beweis dafür, daß keiner von den Ämtern umsonst gefüttert wird und folglich im Staate alles mit rechten Dingen zugeht. Das beruhigt. Die häufige Anwendung der Todesstrafe ist da schon Luxus.
    .
    Die USA wären mein Ideal, wenn halt noch ein bissel feudale Ästhetik dazukäme. Was machen die Millionen Milliardäre dort mit ihrem Geld? Sie finanzieren (über Kredit(karten) versteht sich) den Konsum der Unterschicht, anstatt ihren eigenen. Sie bauen sich keine Schlösser, sie halten sich keine hundertköpfige Dienerschar, sie geben keine Symphoniekonzerte in Auftrag, sie bauen sich keine Mausoleen, sie duellieren sich nicht mit ihren Konkurrenten. Darum sind die USA auch heute noch so leer, so eintönig, so depressiv, ein ozeangroßes Karomuster von Schnellstraßen, die nirgendwohin führen ausser immer ins nächste schäbige Motel, in die nächste grellbillige Shopping mall oder ins nächste Wohnviertel.
    .
    Davon abgesehen machen die US-Eliten alles richtig.

  224. Cornelius, vor Unzeiten, also...
    Cornelius, vor Unzeiten, also es ist mindestens 2000 Jahre her, hatte ich mal Kontakt mit dieser Institution. Damals hiess sie noch Arbeitsamt. Selbst einem sehr sehr jungen Menschen, der ich damals war, fiel auf, dass dort DER Hort der Inkompetenz liegt. Ich verzichtete fuerdehin auf deren Hilfe-und half mir selbst.
    .
    Bereits in den 70ern gab es eine Unmenge sog. Fortbildungsmassnahmen, die nur zur Verlaengerung der Arbeitslosigkeit (schon damals) fuehrten. Die Leute kamen zu mir, bewarben sich, und es zeigte sich, dass die Berater des AA von nichts, aber auch gar nichts eine Ahnung hatten-ausser dem Beamtenrecht, versteht sich. Als sich das Arbeitsamt in Bundesagentur…etc. umbenannte, war mir klar, dass man die alte Kiste nur umlackierte und auch weiterhin alter Wein in neuen Schlaeuchen verkauft werden sollte.
    .
    Nur die Auslaenderbehoerde zeichnete sich durch Effizienz aus. Wir uebernahmen nach dem Studium ein paar Nicht-EU-Kommilitonen als sog. Praktikanten in unserem neugegruendeten Betrieb auf. Kundenbesuch hatten wir wenig, aber wenn es klingelte, wussten wir: da kommt er wieder, der Typ von der Auslaenderbehoerde!
    Nie wieder in meinem habe ich so unverschaemt, dreist und intelligent gelogen wie damals.
    .
    Das Thema Betriebsgruendung und Steuer und IHK etc. waere noch einer Einzelbetrachtung wert. Es hat sich, so wie ich es vom Ausland her sehe, nichts wirklich verbessert. Der Karren MUSS demnaechst voll gegen die Wand fahren.

  225. Lieber Filou,
    dass...

    Lieber Filou,
    dass Arbeitsaemter niemanden vermittelln, war so um 2001 mal ein paar Wochen lang ein grosser Aufreger in deutschen Q-Medien und Kommentarspalten (etwa zeitgleich mit der Pisa-Studie).

  226. Zum (oeffentlichen)...
    Zum (oeffentlichen) Schulsystem in den USA: Die Schulen werden ueber die Grunsstueckssteuern finanziert. In Texas gehen 15% der Schulsteuern als Ausgleich fuer aermere Schuldistrikte weggehen, anderswo ist es wahrscheinlich aehnlich. Die Schulqaulitaet haengt nicht in erster Line vom Geld ab, – man braucht nicht viel Resourcen um Grundschuelern das Lesen beizubringen, sondern von der Einstellung der Eltern zur Bildung. Deshalb ist in Schuldistrikten mit einem hohen High Tech Immigrantenanteil Lernmotivation, Disziplin und negative peer pressure kein Problem und die Schulen haben ausreichende Resourcen. Die Fokussierung der asiatischen Elterngeneration auf formale Bildung ist manchmal ein Hindernis fuer wahrhaftige Bildung. Man sieht Teenager mit Habe von einer public high school in Silicon Valley gehoert, die in vieler Hinsicht vorbildlich war. Nachdem Zuzug vieler Asiaten wurden Theater und bildende Kuenste aus dem Program gestrichten, und die Schule zu einem “sciecne training ground for Berkley admission” umfunktioniert. Mein Mitleid haelt sich in Grenzen, es will ja kaum noch ein Amerikaner sich den Muehen eines Studium der Ingeniers- oder Naturwissenschaften unterziehen. Das Schulsysten in Kalifornien ist pleite aufgrund der hohen oeffentlichen Ausgaben und die Leute fliehen ins fiskal konservative Texas. Wer in der Stadt in einem Problemviertel wohnt, hat schlechte Karten. In South Chicago oder bestimmten Gegenden Brooklyns werden ab und zu Schueler von Gangs erschossen, weil sie Streber sind. “Bussing” in der 70iern hat den betroffenen white and black middle class Schuelern in den Vororten oft die Bildungskarriere versaut, sie konnten mit der ploetzlichen Diversitaet, hauptsaechlich Kriminalitaet, nicht umgehen. Nichtbemittelte Weisse ziehen heute oft aufs Land weil man als Weisser in der Stadt nicht einer foerderungswuerdigen Gruppe angehoert und auf dem Land die Schulen besser sind.
    Die erforderlichen SAT scores zur College Zulassung sind nach Ethnien gestaffelt, – am hoechsten fuer Asiaten, dann Kaukasier, dann Afromaerikaner. Die richtig reichen Schulen haben das Prinzip der “blind admission”. D.h. man fragt nach dem Zulassungsbescheid ob der Bewerber die Studiengebuehren zahlen kann und wenn nicht, kann die Schule grosszuegig ein Stipendium anbieten. Die finazielle Risikso ist gering, da die admission ja so blind nicht ist, wenn man den ZIP code des Bewerbers kennt, und die reichsten schulen grosszuegige Spender haben. Die Colleges haben Schwierigkeiten, die “richtigen” Bewerber herauszufiltern, da sich Eltern heutzutage collge admission coaches nehmen, die dann auch mal das “statement of academic purpose” fuer den Bewerber schreiben. Fuer sozial Benachteiligte gibt es Foerderung. Im Summercamps vor Studienbeginn wird versucht, Luecken im high school Wissen zu flicken, und vor allem gibt es prep talks, wie man mit negativer peer pressure umgeht, wenn man in den Semesterferien nach Hause zurueckkehrt. In high schools mit hoehen asiatischen Immigratenanteil fuehlen sich die Weissen an die Wand gespielt und sehen oft keine Chance fuer den eigenen Nachwuchs auf ein gutes College zu kommen. Im allgemeinen gilt, dass pro Jahr und Ivy League Schule ein Schuler von einer hihg school zugelassen wird, entsprechende Leistungen Voraussetzung. Fuer 44k pro Jahr hat man sein Kind in Princeton,wo es dann auch einmal Vorlesungen von Personen ohne high school Abschluss ausgesetzt wird, z.B. unserem Taxifahrer. Fuer eine Karriere in der Wirtschaft ist es langfristig zweitrangig, von welcher Uni man kommt, die ersten 150 im ranking sind gut genug. Sozial durschlaessiger als Deustchland, das glaube ich. So unfair ist es nicht. Dem Tuechtigen ist diese Welt nicht stumm.

  227. Lieber Meier, sie taten es...
    Lieber Meier, sie taten es schon 1962 nicht. Oder nicht richtig. Die waren immer so.

  228. lieber filou,
    Ihr 1.Abs, da...

    lieber filou,
    Ihr 1.Abs, da kann man dochmal sehen, wie gut deren Hilfe zur Selbsthilfe
    funktioniert.

  229. Außer 1942. Damals wurden...
    Außer 1942. Damals wurden Ostarbeiter ruckzuck „vermittelt“.

  230. minna, dazu bedarf es aber der...
    minna, dazu bedarf es aber der Erkenntnis, dass die helfenden Instutionen nur dazu da sind, die bestehenden Verhaeltnisse zu konservieren. Ohne zu wissen, was sie tun. Sie sind nichts anderes als der Auswuchs beamteten Idiotenfleisses.

  231. @expat
    Im Prinzip haben Sie ...

    @expat
    Im Prinzip haben Sie Recht, doch nach relativ kurzer Zeit wissen die meisten Zuwanderer wie der Hase laeuft und arrangieren sich dementsprechend. Ich habe in den USA noch keinen armen Deutschen oder Deutsch/Amerikaner kennengelernt, sie alle gehoeren zur satten Mittelklasse.
    @HansMeier555
    Gehoerten Sie den Jubelpersern an, als 1683 die Polen die siegentscheidenden Verstaerkung gen Wien schickten? Was machen Sie wenn die Vorhersagen von Christopher Caldwell (FT Journalist und unserem guten Don sicher bekannt) zutreffen? Sein Buch REFLECTIONS ON THE REVOLUTION IN EUROPE malt eine grausige demographische Zukunft fuer Deutschland. Sie werden noch froh sein,irgendeinen von fast 80 Millionen Deutsch/Amerikaner zu kennen, der Ihnen mit einer green card Unterschlupf gewaehren wird, auch wenn seit 1812 das Duellieren ausser Mode gekommen ist. Als 1776 die Hessen in Brooklyn landeten waren diese ueberrascht von der Groesse und Ausstattung der Farmhaeuser, and it goes on and on and on, von der Rettung Europas 1917 bis zur Wiedervereinigung. For good measure empfehle ich nochmals Fernand Braudel, The Mediterranean, er zeigt hier das Aufkommen NW Europas zu Lasten der Mittelmeerlaender und vor allem, dass keines der Laender Europas fuer sich allein zu sehen ist.

  232. Herr Meier! Das waren auch...
    Herr Meier! Das waren auch noch die guten alten Zeiten. Da wurde das Arbeitslosenproblem durch Fernreisen nach Russland und andere entfernte Landstriche geloest. Und wem’s da gefiel, wurde dann doch noch gegen seinen Willen von Adenauer zurueckgeholt. Wo man es ich doch in Sibirien so kuschelig eingerichtet hatte.

  233. @ Hartz iv Paria: Es gibt...
    @ Hartz iv Paria: Es gibt genug zu tun in D, aber das sind harte körperliche Tätigkeiten.
    .
    So lange wir uns hierfür weiterhin Gastarbeiter (warum nehmen die eigentlich solch unwürdige Arbeiten an, leben bei den Bauern auf den Höfen ohne Wohngeld einzuklagen und beginnen frühmorgens pünktlich mit ihrer Arbeit?) leisten, weil sich die von Ihnen bedauerten „Arbeitssuchenden“ in „Weiterbildungsmassnahmen“ für „irgendwas mit Medien“ ihre fetten Wohlstandsranzen schaukeln, dabei immer weiter körperlich degenerieren, ist die Gesellschaft aus dem Gleichgewicht.
    .
    Abstand im Arbeitsleid (AIA) statt ALG > I!

  234. lieber filou,
    trifft das nicht...

    lieber filou,
    trifft das nicht auf alle Institutionen zu, ich meine sonst könnte man sie ja
    nicht so nenen – und das mit dem Idiotenfleiss, den brauchen sie doch, was
    nützt es, wenn es andere machen?

  235. minna, stimmt. Fragen Sie mich...
    minna, stimmt. Fragen Sie mich bloss nicht nach meiner Einschaetzung ueber die Bundeswehr. Da lernt man (fast) alles.

  236. @Cornelius: verstehe. Sie...
    @Cornelius: verstehe. Sie begreifen den Impakt auf den tatsächlichen Staat nicht, wenn die Zeitungen wegbrechen. Der zersetzt sich dann wie Belgien, oder man kehrt zur Vergesellschaftung qua Militär zurück wie die USA.
    @HansMeier: ja selbstverständlich hat Braudel über die USA geschrieben. Auch über Brasilien und Indonesien. Und selbstverständlich gibt es in den USA sehr schöne und qualitätvolle Anwesen, fahren sie mal ins Napa Valley (nein, ich selbst war nicht dort, aber ein Bekannter, der Weltreisende On A Shoestring, der sich dort mal als Handwerker verdingte).

  237. Lieber Henry Petersen,
    was...

    Lieber Henry Petersen,
    was bringt einem die beste Ernte und das größte Farmhaus, wenn man ja doch kein eßbares Brot zu backen versteht?
    .

  238. Lieber Köstlich,
    .
    Diese...

    Lieber Köstlich,
    .
    Diese Frage würde ich genau andersherum stellen: Warum gibt der Bauer seinen Betrieb nicht einfach auf, wenn seine Einnahmen nicht hoch genug sind, die von ihm benötigte Arbeitskraft normal zu bezahlen?
    .
    Warum muß ich solche strukturell unrentablen Betriebe mit meinen Steuergeldern subventionieren, wo wir doch all die Lebensmittel viel billiger aus Rumänien oder Argentinien importieren können?

  239. @ Filou, 11. April 2010,...
    @ Filou, 11. April 2010, 17:48
    .
    Ihre Erfahrungen kann ich gut nachvollziehen, da ich vor einigen Jahren mal den Versuch unternahm, über diesen Laden einen geeigneten Mitarbeiter zu finden. Schwamm drüber … Als ich Jahre später persönlich bei einem Arbeitsamtsdirektor vorsprach, um ein hilfreiches Konzept für mehr Beschäftigung und Wachstum vorzuschlagen, standen dem Beamten die Schweißperlen auf der Stirn. Der hatte richtig Schiss davor, sich auch nur wage zu dem vorliegenden Konzept zu äußern, „solange es nicht schon vorher öffentlich diskutiert wurde.“ Als ob der Typ von einer fremden Macht dazu verdonnert wurde, jegliche Kreativität oder Veränderung strickt abzuwürgen. Das war ein einschneidendes Erlebnis.
    .
    „DER Hort der Inkompetenz“ ist schon sehr treffend formuliert, und traurig zugleich.
    .
    Und damit liegen Sie wieder völlig richtig: „Der Karren MUSS demnaechst voll gegen die Wand fahren.“

  240. @HansMeier555
    suchet so werdet...

    @HansMeier555
    suchet so werdet ihr finden. Unsere oertliche A&P (Tengelmann) backt schmackhaftere Broetchen also jene die mir im letzten Jahr in Bayern vorgesetzt worden sind. Zusaetzlich gibt es bei unserem Polish Deli koestliches Lithuanian Light Bread.The best.

  241. Messieurs dames,...
    Messieurs dames, s’encanaillez-Vouz!

  242. Lieber Henry Petersen,
    .
    na...

    Lieber Henry Petersen,
    .
    na dann guten Apettit!
    In Wien gibt es wenigstens trinkbaren Kaffee, wie auch sonst überall auf dem Balkan.

  243. Cornelius, immer dasselbe mit...
    Cornelius, immer dasselbe mit diesen Leuten. Ich wohne in NL. Da gibt es sog. Coffieshops, halblegale Lokale zur Distribution von Softdrugs. Ueberall sind diese Dinger die Pest, jeder verdammt sie, die umliegenden Haeser verlieren an Wert, das Publikum ist der allerletzte Dreck. Jeder kennt das Problem. Ein Gespraech mit dem zustaendigen Gemeindebeamten endete in den beschriebenen Schweissausbruechen, obwohl die Vorschlaege zur Behinderung dieser Geschaefte legal und redlich waren. Der Mann sorgte sich um seine Karriere. Als ich ihm zum Abschluss die Hand reichte, fasste ich in weichen Schlamm. Eine Pfeife. Wuerde ich jemals jemanden teeren und federn wollen, er waere dabei gewesen.
    Aber, und damit waeren wir wieder beim Ursprungsthema, fiskalische Interessen und organisierte Kriminalitaet sind ein eigenes Thema.

  244. filou, die unterschiedlichen...
    filou, die unterschiedlichen Lernerfahrungen, die sind mir wichtig; die einen, die
    strebend sich bemühn und die anderen, die durch Reibung lernen.

  245. Ta gueule!...
    Ta gueule!

  246. minna, beides lehrt. Beides...
    minna, beides lehrt. Beides ist muehsam. Ich tue mir selbst leid. Wo ich hin komme, ecke ich an. Inzwischen ist es mir wurscht. Mein Dach ist sicher, mein bescheidenes Einkommen auch. Ich bin weitestgehend frei. Schwein gehabt.

  247. Werter HansMeier555 20:22:...
    Werter HansMeier555 20:22: Ihre Gegenfrage kann man im Kontext der „Chancen der Globalisierung“ diskutieren (wenngleich ich mir über die „Rindersteakversorgungs-Sicherheit“ aus Argentinien derzeit durchaus „Sorgen“ mache).
    .
    Dann müssten wir zum Ausgleich der Leistungsbilanz z.B. ALG II Empfänger nach Rumänien und Argentinien exportieren. Manchmal braucht es einfach einen „externen Schock“, um ein besseres Leben zu finden.
    .
    Weil wir im Blog gerade FFM thematisieren: „The Hessians“ war auch einmal ein Exportschlager in den USA (weil sie genau die vom Don beklagten Ellenbogen besaßen). Es taugt doch jeder -sogar der Hesse- zu etwas!

  248. Sie, lieber Filou, sind mir...
    Sie, lieber Filou, sind mir sympathisch. Sie haben das Herz am rechten Fleck. Und immer schön anecken, damit alles in Bewegung bleibt ;-)

  249. Verehrter Don Alphonso et...
    Verehrter Don Alphonso et alii,
    so isset nu mal. In meinem Westviertel urteilt man: Wer südlich von meinem Haus wohnt, ist Neger. Nördlich von Ihrem wohl alles arbeitsloser/ arbeitsscheuer Eskimo-Breissn-Proll? Ich würd von denen ja keinen roten Penny nehmen, auch nicht von der FAZ. Im Übrigen: Warum sind Sie denn nicht mit Ihrem Drittwagen, sondern – wie prollesk – mit der DB gefahren? Ach, ach!
    Is scho a Greiz(gruzitirkn). Sollte ich Sie als aristophanischen Satiriker bzw. boarischen Grantler und deshalb wahren Menschenfreund missverstanden haben, dann, ja, dann bitte ich Sie um Ihr bayerischbarockes Herzvergeben!

  250. Weil es mir vielleicht in die...
    Weil es mir vielleicht in die Reisepläne passte? Vorstellbar? Na fein!
    .
    Ausserdem gibt es ja auch noch andere Züge, diesen Sommer möchte ich den Glacierexpress in Pärchenlaune probieren. Dann sprechen wir vielleicht nochmal.

  251. @foersterliesel: Ich wollte...
    @foersterliesel: Ich wollte ihren unverschämten Kommentar eigentlich ignorieren, möchte Ihnen aber dann doch einen Denkanstoß geben. Ich hatte mich damals nicht mehr weiter zum Thema geäußert, weil ich offensichtlich in einer sozialen Gruppe verkehre, zu der Sie keinen Zutritt haben. Dort wird nicht groß über „Damen“ oder „Herren“ geredet. Man kennt sich, duzt sich und ist offen und großzügig gegenüber Fremden, weil die meisten Angehörigen dieser Gruppe im 20. Jh. enteignet und/oder vertrieben wurden.
    Es gibt nämlich neben dem bürgerlichen „oben“ und „unten“ auch Parallelgesellschaften, wie die Relikte der ehemaligen „Ersten Gesellschaft“. Dieser ist das kleinbürgerliche Mißtrauen allem Fremden gegenüber und das krampfhafte Festhalten an den sogenannten bürgerlichen Konventionen fremd. Übrigens: Zu den vielgepriesenen guten Manieren gehört auch die Herzensbildung. Nachtreten ist nicht sehr fein. Da sollten Sie vielleicht noch ein wenig üben…

  252. verehrte Gretel.
    "Dieser ist...

    verehrte Gretel.
    „Dieser ist das kleinbürgerliche Mißtrauen allem Fremden gegenüber…fremd“.
    .
    Könnte es das sein, was Ihre Schicht letztlich um „Amt und Würden“ gebracht
    hat. Diese Ignoranz gegenüber den Lebensinteressen derer, die einem stützen.

  253. demnach beginnt die bessere...
    demnach beginnt die bessere gesellschaft dort, wo die unterschichten nicht mehr beschimpft oder verachtet, sondern höflich ignoriert oder ausgegrenzt werden? das aha-erlebnis ist ganz meinerseits
    doch die konsequenzen werden die gleichen sein, weil beide gruppen zu denen gehören, die die sozialen eruptionen so spät erkennen, daß sie von denselbigen auch als erstes erfaßt werden

  254. @minna: es handelt sich dabei...
    @minna: es handelt sich dabei eben nicht um die „Stützen der Gesellschaft“.
    @kleio62: In Wirklichkeit ist das ganze Thema doch ein Glasperlenspiel. Man darf nur nicht gänzlich den Bezug zur Realität verlieren…

  255. so ist es gretel, die...
    so ist es gretel, die bezeichnung „stützen der gesellschaft“ scheint hier gänzlich unangebracht, eher angepaßt ;)

  256. @minna: Ich übersah, dass Sie...
    @minna: Ich übersah, dass Sie „Ihre Schicht“ geschrieben haben. Das beruht auf einem Mißverständnis. Ich gehöre diesem Stand nicht an, sondern besitze lediglich einen netten Logenplatz, der mir Einblicke in diese Parallelgesellschaft ermöglicht.
    @kleio62: die von Don Alphonso beschriebenen „Stützen der Gesellschaft“ stehen genau dort, wo die von mir beschriebene Gruppe in den 1920er und 30er Jahren stand. Ich bin gespannt, wer in 50 Jahren das Lob auf die vergangenen glorreichen Zeiten singt. Vielleicht die Kinder und Enkel der heutigen Manger- und Politikerriegen, die mit ihren Ellenbogen dem werten Don zu schaffen machen?

  257. köstlich
    .
    Dann müssten wir...

    köstlich
    .
    Dann müssten wir zum Ausgleich der Leistungsbilanz z.B. ALG II Empfänger nach Rumänien und Argentinien exportieren. Manchmal braucht es einfach einen „externen Schock“, um ein besseres Leben zu finden.
    .
    auch nichts neues.
    zu zeiten der not, so mitte 1840er (erst war die not, dann die deutsche revolution mit professoren als abgeordnete in der paulskirche,, es gibt also hoffnung für diejenigen, die sich für die geistige elite dieses landes halten) wurdewn, besonders in süddeutschland und der schweiz, die armen auf kosten der gemeinde nach us of a verschickt. das sollte sich angeblich rechnen, man sparte so schon auf mittlere sicht unsummen. man war noch am rechnen, als svhon ein jahr später, ide armen wieder zurück waren, nnoch ärmer und unterstützungsbedürftiger als zuvor.

  258. @ auch-einer: Wer hat denen...
    @ auch-einer: Wer hat denen damals denn bitte die Rückfahrkarte bezahlt ?
    .
    Ich denke da nicht an Ausweisung oder Abschiebung, eher an Zukunftsjobs wie die des „Urban Miners“ für alle, denen Feldarbeit (und dazu zähle ich auch das Flaschensammeln) zu mühsam ist. Abstand im Arbeitsleid ist das Ziel.

  259. Werter Don,
    vor einigen Tagen...

    Werter Don,
    vor einigen Tagen gab es so eine Infotainment genannte Vorabendsendung auf einem der privaten Fernsehsender. Gezeigt wurde, wie eine Anbandelung zweier Verliebter heutzutage und anno dazumal vonstatte geht und ging.
    Vieles war mir literarisch schon bekannt.
    Interessant und passend zu Ihrem Artikel war aber der Ständestolz. Jemand aus dem Bauernstande heiratete nie eine Tageslöhnertochter. Eine Abdeckerstochter hatte nie die Gelegenheit jenseits ihres Standes zu heiraten. Nicht, weil sich die Stände nicht durchmischen wollten, sondern auch deshalb, weil die einzelnen Stände einen Sozialstolz hatten.
    Dies findet man auch in Great Britain. Die Proletarier sind auf ihre gesellschaftliche Stellung stolz und zeigen dies duch eigene Rituale, Kleidung und Abgrenzungen.
    Nur in unserem Land scheint es – auch bedingt durch die SPD und die 68er Bewegung – dass alle gleich sind und niemand irgendeiner Schicht zugewiesen werden darf… Warum eigentlich nicht? Wie schlimm kann es schon sein, heutzutage unter optimalen Arbeitsbedingungen an einem Fließband einer modernen Fabrikation zu stehen, mit einem Mittelklassewagen in das schon fast abbezahlte Eigenheim zu fahren und sich dort an ein Notebook oder vor einen Flachbildfernseher zu setzen? Stolz sein auf die Arbeiterklasse.
    Oder nehmen wir die Fernseh Wiederverwertersippe der Ludolfs. Diese sind oder scheinen zumindest stolz zu sein auf das, was sie dort leisten. Vermutlich würden diese es als unangenehm erachten in einen Geselschaftsclub der Oberschicht zu gehen. Prima!
    Aber politisch scheint dies nicht gewollt zu sein. Jedem Ludolf muss es ermöglicht werden, einen Gesellschaftsklub zu betreten. Jeder muss alles erreichen und machen können, was ihm beliebt. Ob er sich nun zu einer Katze umoperieren lassen möchte oder ob er in Arbeitskluft in der Wohnhalle des Vierjahreszeiten in Hamburg sitzen möchte. So immer wieder gern gesehen bei den US amerikanischen Besuchern unserer schönen Hansestadt. Bäh!
    Ich plädiere für Klassenunterschiede. Nicht aus Arroganz, sondern um der Vielfalt willen und der unterschiedlichen Identitäten wegen.
    Beste Grüße aus meinem Klub
    MvB-B

  260. AH,
    ein kurzer Nachtrag zu...

    AH,
    ein kurzer Nachtrag zu FFM. Die nettern Frankfurter arbeiten in FFM Zentrum und wohnen in Maintal-Dörnigheim, Bergen-Enkheim oder im Taunus. In letzterem gibt es das vorzügliche Schloßhotel Kronberg, das ich jedem nur empfehlen kann. FFM Zentrum ist die Hölle auf Erden. Selbst beim Nur-mal-eben-durchfahren….
    Beste Grüße erneut
    MvB-B

  261. Was sind die...
    Was sind die Ludofls?
    .
    Ansonsten steht das Thema gerade bei mir hoch an, gerade weil es auch in England schon lange nicht mehr so ist.

  262. Werter Don,
    es ist noch nicht...

    Werter Don,
    es ist noch nicht lange her, da ein deutscher Journalist in einem südeuropäischen Land Urlaub machte, darüber berichtete und in einem Hotel abstieg, das sich sowohl Deutsche als auch Briten teilten.
    Er bemerkte treffend, dass sich die Briten weit mehr dem Alkohol hingaben als die deutschen Landsleute und die angetrunkenen Briten ein Verhalten an den Tag legten, da jeder Beschreibung spottet. Eines Tages nun teilte sich besagter Journalist den Fahrstuhl mit einer typisch britischen Familie mit allen Accessoires der Proletarier, wie Goldkette und -kettchen, Tattoos und Billigkleidung. Er kam nun ins Gespräch mit diesen und es stellte sich heraus, dass die Briten aus der oberen Mittelschicht stammten und sie trotzdem gesellschaftlich lieber den Proletarieren zugeordnet werden wollten. Hochinteressant.
    Wenn man sich mit den heutigen Medienformaten auseinandersetzt, so kommt man an dem Phänomen der Ludolfs einfach nicht vorbei. Nicht dass man nun alles über diese Leute wissen müsste, aber für einen oberflächlichen Einblick in deren Welt war ich mir nicht zu schade. Sozialstolz auf dem Schrottplatz.
    Bei uns im Hause haben sich zum Teil Strukturen erhalten, die so anders in vielen vielen Jahrhunderten zuvor nicht gewesen sein können. Auch hier bliebt man gerne unter sich. Unser schon oft beschriebener Herr Petersen hat sich hierzu von mir ein paar Fragen stellen lassen müssen. Und so weit waren wir nicht auseinander und somit ist der obige Blogartikel zu sehen.
    Die authentische Unterschicht, wie man sie sich klischeehaft vorstellt ist vorhanden. Nur drängelt sie sich nicht in öffentliche Verkehrsmittel mit Kunststoffanzügen. Sie ist aber da. Die Attribute der Oberschicht sind in alle Bereiche der Gesellschaft vorgedrungen. Weil die Gesellschaft dies möglich gemacht hat. Es sind die Benimmattribute, die erkennen lassen, wohe jemand kommt. Wobei hier ein interessantes Thema wäre der Snob-Prolet. Der neureiche Unterschichtler. Der Aufsteiger. Der rücksichtslose Geldrüpel. Wo sind die Unterschied udn wieviele Gemeinsamkeiten gibt es mittlerweile zwischen denen dort und den abgefallen vo uns? Hmmmm….
    Wieviele Leute kennen und kannten Sie, die 1994 ein Mobiltelefon besaßen? Da war es ein Gesprächsthema, dass man mal wieder durch ein Funkloch unterbrochen wurde und dass 1,80 Mark ein angemesser Preis sei, eine Minute mobil zu sprechen. Heute hat jeder fast zwei Mobiltelefone, statistisch. Ein gebrauchter 7er BMW kostet egal in welcher Ausstattungsvariante und Baujahr nie mehr als 10 Tsd. Euro. Jeder Proletarier kann also ein Mobiltelefon in einem 7er BMW benutzen. Theoretisch jedenfalls.
    Fazit wäre also, ein Proletarier ist in Deutschland nicht stolz auf seinen Stand, ist selten bestrebt in eine andere Schicht hineinzuheiraten. Fühlt sich dann unwohl, wenn die Benimmregeln nicht mehr ausreichen, seine Herkunft zu kaschieren. Und er umgibt sich gerne mit den Statussymbolen dessen, was mal die Oberschicht ausgemacht hat.
    Beste Grüße
    MvB-B

  263. Zur Ehrenrettung Frankfurts:...
    Zur Ehrenrettung Frankfurts: Die Innenstadt Frankfurts ist keinesfalls die Hölle auf Erden, zumindest nicht an jedem beliebigen Wochentag außer Mittwochs.

  264. verehrtes Gretel mit...
    verehrtes Gretel mit Herzensbildung,
    wir haben damals den Fall in den Zeitungen nachgelesen: ein, bereits einschlägig vorbestrafter, 40Jähriger hat einer 60jährigen russischen Musikerin unter falscher Identität („Aristokrat“) die Ehe versprochen und etwas Geld herausgelockt. Sie hat ihn dann vor Gericht verklagt. — Wenn diese Frau , wie von Ihnen hier insinuiert, selbst zum Adel gehören würde, hätte sie selbstverständlich Zugang zum europäischen Adel und hätte auch schnell gewußt (ja sie hätte es an vielen Verhaltensweisen, auch ohne jemanden zu fragen, erkennen müssen) daß ihr Galan ein Schwindler ist. Offenbar konnte sie es aber nicht erkennen, hatte auch keinen Umgang mit Menschen die es konnten und der Heiratsschwindler hat eben sensibel ihre (snobbischen) Träume bedient. Meist geben sich Heiratsschwindler als Arzt, Diplomkaufmann oder Honorarkonsul von Dribsdrü aus, also als etwas, das die Betrogenen bewundern, im realen Leben aber nicht wirklich aus der Nähe kennengelernt haben. Einer Arzttochter mit Arztbrüdern kann mann wohl nicht lange einen Arzt vorspielen.
    Aber Ihre Herzensbildung, verehrte Gretel, und Ihre Vertrautheit mit der ersten Gesellschaft imponieren uns schäbigen petits bourgeois überaus!

  265. "Armut, heißt es wohl, ist...
    „Armut, heißt es wohl, ist keine Schande, aber es heißt nur so, denn sie ist den Besitzenden höchst unheimlich, ein Makel halb, und halb ein unbestimmter Vorwurf, im Ganzen also eher sehr widerwärtig, und zu unangenehmen Weiterungen mag es führen, sich mit ihr einzulassen.“
    Thomas Mann

  266. @ MvB-B
    .
    Fazit wäre also,...

    @ MvB-B
    .
    Fazit wäre also, ein Proletarier ist in Deutschland nicht stolz auf seinen Stand, ist selten bestrebt in eine andere Schicht hineinzuheiraten. Fühlt sich dann unwohl, wenn die Benimmregeln nicht mehr ausreichen, seine Herkunft zu kaschieren. Und er umgibt sich gerne mit den Statussymbolen dessen, was mal die Oberschicht ausgemacht hat.
    .
    Dem stimme ich voll zu – da wird dann aus Under- das Overstatement („pimped“). Es ist mal wieder Zeit für das nächste Statussymbol, das nicht imitierbar ist und die Oberschicht eindeutig und für alle erkennbar identifiziert (eine Calatrava am Handgelenk ist imitierbar und zudem nicht wirklich auffällig).

  267. Verehrter Don,
    glückliche...

    Verehrter Don,
    glückliche Reise!
    Hätte gern gewusst, ob man in Pärchenlaune wie im Hauptbahnhof von Calcutta am Hooghly per Extra-Bahnsteig für Privatwagen bei seinem Reservat-Abteil vorfahren kann. Der 2. Ersatz-cook bearer hebt einen ärmlings gern hinaufhinab.
    >
    Hätte auch gern gewusst, wo dieses offenbar paradiesische Pärchenlaune(u.a.in Wikipedia unauffindbar) liegen mag. Wo findet sich zudem ein nächstgelegener Privatlandeplatz für mein Chesnalein und – zur Wartung – ein o.
    Prof. der ETH? Auch gern mit Lakai. Anfallende Kosten spielen keine Violine!
    >
    Disculpieren Sie liebenswürdigst meine vormalige und jetzige indezente direkte Anfrage. Ich war und bin im steter Sorge um meine „Rosl“. Piräus verlangt doch tatsächlich Liegegebühren: 100 (i.W.hundert) Euro + MWSt. Sis a Greiz mit de Hansln!
    Grüße aus dem Maromar

  268. Köstlich 09:10
    .
    Ihr...

    Köstlich 09:10
    .
    Ihr Kommentar macht mich ratlos. Es fehlt aktuell an Statussymbolen der
    Oberschicht, die Unten immitiert werden könnten und zukünftige sind nicht
    in Sicht; hab ich das so richtig verstanden?
    Verschwinden jetzt Oben und Unten in den Nebelschwaden über den Sümpfen,
    deren Bewohner sich über den Abstand im Arbeitsleid definieren?

  269. köstlich ist, wie sehr Sie...
    köstlich ist, wie sehr Sie sich bemühen“ das Leid“ zu retten,
    wo es niemand mehr haben will.

  270. Werte minna, werter...
    Werte minna, werter köstlich,
    das Arbeitsleid ist in Deutschland nicht mehr branchenspezifisch, sondern regional zu suchen. Fahren Sie durch Regionen der ehemaligen DDR und verirren sich in von den Abermilliarden Euro verschonte Landschaften. Hier werden Sie sich hunderte von Jahren zurückversetzt fühlen. Ebenso wie entindustrialisierte Regionen an der Ruhr. Hier ist man plötzlich in der dritten Welt angelangt.
    Das Statussymbol, das nie kopiert werden kann und nie massentauglich gemacht werden kann, ist der Stil. Das Benehmen. Der Geschmack. Und der Umgang mit Menschen. Hier klaffen riesige Lücken zwischen arm und halbwegs reich. Was Geschmack und Stil an Gegenständen ausmacht, schreibt der Don ganz vortreffliche Beiträge.
    Beste Grüße aus der schönsten Stadt der Welt Hamburg

  271. Verehrter Herr von...
    Verehrter Herr von Bentheim-Burg,
    eine Auskunftsbitte:
    Woher stammt der Fluch: „Herrgott von Bentheim?“
    Danke!

  272. @Markusvon Bentheim-Burg
    Ich...

    @Markusvon Bentheim-Burg
    Ich z.B. fasse manchen Artikel des Don doppelbödig auf. Da ich annehme, dass Sie seine Ironien studiert haben, mache ich Sie noch einmal auf diverse einfühlsame Liebeserklärungen und Traurigkeiten aufmerksam. Feinschmecker!

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