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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Karthause und andere Schrecken von Parma

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Denkt man an Parma, fallen einem vielleicht der entsprechende Schinken ein, der Parmesan oder das Baptisterium. Eher unbekannt, zurecht unbekannt ist dagegen der Palazzo della Pilotta; ein grauenhaftes Ungetüm der Spätrenaissance, dessen vielleicht wichtigster Verdienst es ist, als Nichtort das Gefühl der Einkerkerung zu vermitteln, das Stendhal in seinem grandiosen, aber durchwegs fiktionalen Meisterwerk "Die Karthause von Parma" so eindrücklich beschrieben hat.

Aber was liegt mir noch an meinem Ruf.
Fabrizio del Dongo in Stendhals Karthause von Parma

Die Schwalbe kann nicht entkommen. Wieder und wieder schiesst sie entlang des Mauerovals, vorbei an Fenstern und Mauervorsprüngen, ganz oben im Treppenturm, aber keine Öffnung bietet sich ihr, um in das grenzenlose Blau des italienischen Himmels zu gelangen. Der kleine Luftakrobat ist gefangen an einem Ort, der wie kein anderer zu seinem Schicksal passt, selbst wenn es einer der bekanntesten Nichtorte der Literaturgeschichte ist: Es ist der Treppenturm des Palazzo della Pilotta in Parma.

Bild zu:  Die Karthause und andere Schrecken von Parma

Stendhal schrieb seinen berühmten Roman „Die Karthause von Parma“ 1838 in nur 52 Tagen nieder, im Kirchenstaat und fern von jenem Ort, in dem die grössten Teile der Handlung zu spielen vorgeben. Dieses Parma kommt im Buch enorm schlecht weg: Es ist eine typische Despotie der nachnapoleonischen Ära, in der die Restauration alle liberalen Tendenzen weggespült hat, und nun von einem Prinzen beherrscht wird, der alle schlechten Eigenschaften des Ancien Regime in sich vereint, ohne dessen Tugenden zu besitzen. Dort findet sich der junge Adlige Fabrizio del Dongo ein, um den Bischofsposten anzutreten, den ihm seine Tante, die Geliebte des Premierministers von Parma, zuschanzen kann. Über eine Frau kommt Fabrizio in Konflikt mit deren Liebhaber, den er in Notwehr tötet. Der Prinz von Parma sieht darin seine Chance, Fabrizios Tante wegen ihrer Zurückweisung seiner Person zu demütigen, und lässt Fabrizio im höchsten Turm seines Herrschaftsgebiets einsperren. Dort erst findet Fabrizio seine wahre Erfüllung in der Liebe zur Tochter des Gefängnisverwalters, und als er mit Hilfe seiner Tante fliehen muss, um sein Leben vor einem Mordanschlag zu retten, bleibt er doch Gefangener seiner Liebe.

Bild zu:  Die Karthause und andere Schrecken von Parma

52 Tage sind sehr wenig Zeit, um auch nur die Gefangenschaft aller Personen zwischen ihren Leidenschaften und den Zwängen ihrer Epochen zu schildern, und die befreiende Kraft der Liebe. Stendhal arbeitet die Frage nach dem, was „Freiheit“ überhaupt ist, ebenso wie die Antwort so kongenial heraus, dass der Roman auch heute noch, unter vielleicht nur scheinbar anderen Bedingungen und Zeitumständen, in seinen menschlichen Dimensionen überzeugend bleibt. 52 Tage reichen nicht aus, um dazu noch die Orte auszuschmücken, aber das macht nichts, denn mit dem Palazzo della Pilotta gibt es in Parma die perfekte, architektonische Entsprechung zu den bedrückenden Zuständen, die im Roman die Menschen nach Freiheit fragen lässt. Von Aussen betrachtet, ist der Palazzo eher eine Zitadelle, und gegen den Fluss schliesst ihn eine Wehrmauer ab. Es ist eine klassische Tyrannenburg der Renaissance, halb gegen das Umland und halb gegen die eigene Stadt gerichtet, kein Herrschaftszentrum, sondern eine Beherrschungsmaschine.

Bild zu:  Die Karthause und andere Schrecken von Parma

Der Erbauer war der Herzog von Parma und Piacenza, Ottavio Farnese, und er hatte allen Grund, misstrauisch gegen Feinde von Innen und Aussen zu sein. Der Adel von Piacenza hatte seinen Vater ermordet, und er selbst hatte sich Parma erst nach langen Intrigen, Kämpfen und Belagerungen sichern können. All die entzückenden, kleinen und fast kitschigen Paläste von Sabbioneta entstanden gleichzeitig mit dem monumentalen Palazzo della Pilotta gegen 1580, aber grösser könnten die Unterschiede kaum sein: Wer Parma von dieser Seite aus betreten wollte, musste durch schwere, finstere Gewölbe, die mehr an einen Kerker von Piranesi erinnern, als an den Eingang in eine reiche, oberitalienische Stadt, und ihren zentralen Palast. Steht Sabbioneta für die Liebe zur Antike, so ist der Palazzo della Pilotta gebautes Misstrauen, Einschüchterung und Unterdrückung.

Bild zu:  Die Karthause und andere Schrecken von Parma

Man muss nur zuschauen, wie die Menschen heute durch die Gewölbe und Arkaden eilen, und wie sie ins Freie drängen, wenn es möglich ist: Es ist kein Ort, an dem man gerne ist, weil er den Menschen marginalisiert und abtut. Man mag es in diesem Backsteinzwinger kaum erwarten, aber er enthält exzellente Museen in der Tradition der hier früher ausgestellten Kunstsammlungen der Farnese, deren Eingang ebenso düster, abweisend und streng wie der Rest der Anlage wirkt. Es ist die Brutalität der Aristokratie, die dem Betrachter entgegentritt, es ist eine unverhohlene Machtdemonstration, und die Kultur und die Empfindung sind hier einfach nicht eingeplant worden, selbst wenn die Farnese hier später ihr Theater einbauen liessen – um damit einem Medicifürsten zu imponieren.

Bild zu:  Die Karthause und andere Schrecken von Parma

Stendhal nennt seinen fiktionalen Prinz von Parma Ranuccio-Ernesto IV., und spielt damit klar auf die hier residierenden späteren und reichlich unfähigen Farnese an, unter denen das Herzogtum im 17. Jahrhundert erstarrte und letztlich in die Hände der Bourbonen gelangte. Seine positiven Helden jedoch sind andere – weit über den normalen Bürgern in Vermögen und Möglichkeiten, aber ausgestattet mit einem Gefühlsleben, das typisch ist für die hereinbrechende, bürgerliche Epoche. Sie arrangieren sich mit gewissen Moralvorstellungen, gehen Scheinehen ein und nehmen Ämter an, die ihren Neigungen widersprechen, und leben ihre Gefühle seitlich davon aus; sie profitieren von den Möglichkeiten des Systems, wünschen aber doch seine Abschaffung. Am Ende sind zwar alle nicht glücklich, weil die Folgen des Systems für alle auch Schuld bedeutet – aber wenigstens ist auch der despotische Fürst tot, und sein Nachfolger verspricht ein leichtere Los für seine Untertanen.

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52 Tage nur brauchte Stendhal für sein Buch, die Farnese und ihre Nachfolgern bauten Jahrhunderte an der finsteren Vision ihrer Herrschaft, aber das Buch liest man noch heute gerne, und im Palast sind all die Farben, mit denen man das Elend der Machtarchitektur überpinseln wollte, verblasst und verschwunden. Innerhalb seines schnell durcheilten Hofes im den hohen Mauern werden heute diejenigen geduldet, die jenseits der Gesellschaft sind; die afrikanischen Händler für gefälschte Luxuswaren haben hier ihren Treffpunkt, und auf dem Rasen davor treffen sich am Abend die Jugendlichen, nicht aber in seinem Inneren. Liebende greifen dagegen bis heute zur Karthause von Parma und leiden mit Fabrizio, der sich zwischen seiner persönlichen Freiheit und dem Verlust seiner grossen Liebe entscheiden muss, aber die wahre Meisterschaft liegt vielleicht darin, in einem Buch einen Ort zu erfinden, der am realen Ort immer noch empfinden kann. Hier, möchte man meinen, muss man entschieden haben, Fabrizio im Kerker verrotten zu lassen, selbst wenn man weiss, dass alles nur die Erfindung eines Schwerkranken in 52 Tagen ist.

Bild zu:  Die Karthause und andere Schrecken von Parma

Man muss die Toskanaungetüme deutscher Westviertel nicht mögen, man kann schon das Biedermeier langweilig finden, und beklagen, dass kein Gefühlsdrama noch so gross ist, dass man es nicht mit einer SMS oder einer Scheidung beenden könnte. Die bürgerliche Gesellschaft errichtet nicht derartige Gebäude, sondern nur scheussliche Sparkassen, sie unterjocht nicht mit niedrigen Gewölben, sondern mit Hartz IV und angeblichen Marktgesetzen, denen sich jeder irgendwie unterwirft, egal wie kritisch er sie betrachtet. Es ist nicht die beste aller möglichen Welten geworden, diese Welt, die einem Fabrizio vielleicht die Erfüllung seiner Liebe versprochen hätte. Aber der Palazzo della Pilotta ist die Welt, aus der das Bürgertum entlaufen ist, wie eine Schwalbe, die den richtigen Ausgang findet, und nicht auf immer eingesperrt ist, wie die steinernen Löwen, die in einem Seitengang hinter Gittern sinnlos ihre Zähne fletschen.

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121 Lesermeinungen

  1. sehr schön, schande über...
    sehr schön, schande über mich, als ich das letzte mal in Parma war, habe ich mir das gar nicht angesehen, sondern nur das baptisterium

  2. lieber Don Alphonso, habe den...
    lieber Don Alphonso, habe den Eintrag noch nicht gelesen, aber wenigstens zwei der Bilder sind wunderbar.

  3. Lieber Don Alphonso! Vielen...
    Lieber Don Alphonso! Vielen Dank für diesen beneidenswert schönen Artikel!Er ist eine charmante Entschädigung dafür, dass ich selbst keine Zeit habe, solche herrlichen Ausflüge nach Italien zu machen.

  4. Wo ist die Sau...?...
    Wo ist die Sau…?

  5. Reisen Sie, und erzählen Sie....
    Reisen Sie, und erzählen Sie. Dehnen Sie Ihre Reisen und Ihre Erzählungen aus. Mehr können Sie wahrhaftig nicht tun.

  6. Der Eingang auf dem obersten...
    Der Eingang auf dem obersten Bild sieht wirklich nach Festung aus. Schloß ist anders. – Als ich das zweite Mal in Rom war, an der Ecke beim Colosseum, erschauderte ich, weil ich gewahr wurde, daß diese Stadt auch einen ganz brutalen Zug hat. – Man hat manchmal solche Anwandlungen von sprechender Architektur, wenn man Muße hat zu gucken. (Verwickelt werden in Betriebsamkeit ist dafür äußerst schädlich.)

  7. Meine Anerkennung, Sie geben...
    Meine Anerkennung, Sie geben sich Mühe.
    .
    Aber zum Thema Gefängnis und Bürgertum hat ein kleiner französischer Modephilosoph doch schon alles gesagt.
    .
    http://88.198.38.89/michael/wordpress/wp-content/gallery/channelshift/panoptikum.jpg

  8. Die Seele ist das Gefängnis...
    Die Seele ist das Gefängnis des Körpers
    .
    Und nicht mehr umgekehrt. Das ist das Ergebnis der bürgerlichen Revolution.
    .
    (Soweit Michel Foucault im Examensspickzettelformat).

  9. @ DA - Das ist eine so ganz...
    @ DA – Das ist eine so ganz verdienstvolle Würdigung dieses Romans. Danke Ihnen. Schön, dass Sie wieder da sind, ich machte mir schon Sorgen wegen des Spaßes mit dem Vuittonkoffer.
    Ich lese gerade nochmal die Anmerkungen (2007, Hanser) und denke immer noch, dass der Bürger Beyle etwas Unmögliches geschafft hat in 52 Tagen, diese Unmengen an Material, aus dem eigenen Leben und die Dokumente. Man denkt vielleicht, die 52 Tage sind so ein „Schreibrausch“ aber es ist eher ein ungeheurer Druck dahinter es fertig zu kriegen. Und diese Kritikerbagage war auch schon immer gleich – verhinderte Schriftsteller – Balzac sei für die Seeligsprechung Stendhals bezahlt worden.. mein Gott, diese Miesigkeit. Und dann Balzacs Einwände zum Stil, die S. umsetzen will:
    „Stil
    Aus Liebe und Klarheit zum verständlichen Gesprächston, der außerdem das Stadium des Gefühls so gut schildert, genau verfolgt, bin ich zu einem Stil verleitet worden, der das Gegenteil des ein wenig aufgeblasenen Stils der heutigen Romane ist, eines Stils der so gut paßt.
    1. Zur unkenntnis von Feinheiten des menschlichen herzens, die bezeichnend ist für die meisten Autoren
    2. … soll ich mich dieser Aufgeblasenheit annähern, in dem ich hier und da vornehme Sätze einstreue? nein ich werde die nachlässigkeiten meines natürlichen Stils korrigieren…
    3. der modische Stil wurde von den gedanklich Armen erfunden.
    4. Nov 1840, Civitavecchia“

  10. Und auch ein guter Ratschlag...
    Und auch ein guter Ratschlag ist, „die Langeweile des Lesers bei der Exposition nutzen und einen Band mehr machen.“ Wer schreibt nun den dritten Band?

  11. Bild Nr. 3 macht krank....
    Bild Nr. 3 macht krank. Natuerlich nicht das Foto, sondern das, was in den Mauern geschrieben steht. Welche Art der Machtdemonstration, welch‘ Zeichen finsterer Geister.
    .
    In etwa derselben Zeit entstand Versailles. Es ist nicht schwer, Frankreich zu lieben, angesichts dieser Gewoelbe.

  12. Wie gut, dass ich kein...
    Wie gut, dass ich kein Vegetarier bin.
    Die Schwalbe wird entkommen.

  13. Mag ja sein, dass sich das...
    Mag ja sein, dass sich das Bürgertum mir Sparkassen das Kampfmittel Kreditfähigkeit erhält und sich mit Harz IV die Herrschaft der Bürokratie sichert. Ich glaube aber nicht, dass es aus dem Palazzo della Pilotta entlaufen ist, sondern widerspenstig geworden mit derben Fußtritten in den Hintern davongejagt wurde. Es gestand sich die Liebe zum Nationalismus ein, um nicht dem Proletariat in die Hände zu fallen, welches jedoch auswanderte, um Amerika zu durchqueren. Danach kam der Dolchstoß und ein Hammel versprach das Eldorado. Dafür durfte es irgendwann ans Eingemachte und endlich waren 50 Millionen Peanuts. Die beste aller Welten scheint mir dies auch nicht zu sein. Die Läuterung veranlasst mich aber auch, nicht gleich wegen der einen Scheußlichkeiten oder der anderen Sinnlosigkeit aus der Fassung zu geraten.

  14. Lieber Don Alphonso, danke...
    Lieber Don Alphonso, danke für den schön bebilderten Text (ausgezeichnete Photos). Ich sollte das Buch von Stendhal endlich einmal lesen. Schande über mich. Aber ich habe auch den Mut zur Lücke. Sie sprechen bei der Strenge und sinistren Monumentalität des Palazzo della Pilotta in Parma ein Problemfeld an, welches HansMeier555 bei seinem Label Feudalismus geschick umgeht: der Ausdrucksform der Macht in der gebauten Kultur. Und die historische Konnotation von Architektur durch die Vita des verantwortlichen Bauherrn (oder des Architekten) und ihre Rezeptionsgeschichte ist bis heute ein umstrittenes (weil hochpolitisches) Feld der Geisteswissenschaft.
    .
    Ich will Ihnen und schon gar nicht dem französischen Dichter in der Wertung wiedersprechen, aber ich frage mich, welche räumliche, einladende, die Sinnlichkeit belebende oder das Feld der Humanitas fördernde Wirkung die Architekturen -etwa von Etienne-Louis Boullée- hätten, wären diese realisiert worden?
    .
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bibliotheque_nationale_boul.jpg&filetimestamp=20090719202338
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Newton_memorial_boullee.jpg&filetimestamp=20051110181727

  15. Lieber Don, es mag sein, dass...
    Lieber Don, es mag sein, dass die bürgerliche Gesellschaft sich selbst unterjocht. Aber sie hat gleichzeitig etwas entfesselt, was ich nicht missen möchte. Und dazu muss man nur ein ganz klein wenig aus dieser Gesellschaft heraustreten. Und die, vermeintlichen, Gesetze des Marktes sind vielleicht nichts anderes als Emanationen der menschlichen Natur. Von daher sieht es für das Bürgertum und die anderen Schwalben dieser Welt doch so schlecht gar nicht aus.

  16. Die Schwalbe will gar nicht...
    Die Schwalbe will gar nicht heraus, hier drin hat sie es am besten.

  17. Wo wir gerade beim...
    Wo wir gerade beim Zusammenhang zwischen Macht und Architektur sind: Mir scheint, die moderne Architektur in Berlin und anderswo hat eine starke Tendenz zu großflächigen Glasfassaden bzw. anderen tollen Experimenten mit Glas (siehe Reichstag, Kanzleramt, Hauptbahnhof etc.. Die Exzentrale des gescheiterten Startups Intershop am Berliner Tor in Hamburg fällt mir aber auf dem täglichen Arbeitsweg schon gar nicht mehr auf, so glasig ist sie.
    Das mag Vorteile für die Heizbarkeit durch Sonneneinstrahlung zu haben, suggeriert aber vor allem, dass öffentliches Handeln heutzutage durchsichtig und für alle nachvollziehbar sein soll. Aber am Ende bleibt die Glaswand doch eine Wand. Da ist vielleicht sogar die Mauer des Westviertels ehrlicher, obwohl sie ja auch als Lärmschutz getarnt ist.

  18. Welcher Bürger gefällt sich...
    Welcher Bürger gefällt sich in Primaner- und Studentenjahren als Freiheitsapostel
    .
    Ein paar Jahre später will er wieder vor dem Pöbel, dem fahrenden Volk, den Kommunisten und Kopftuchmädchen beschützt werden und schreit nach dem starken Staat.
    .
    Die Bißmärker haben das längst begriffen.

  19. Demokratie als Bauherr:
    --...

    Demokratie als Bauherr:
    — Stadtschloß Berlin
    — Stadtschloß Potsdam
    — BND-Zentrale Berlin (da werden noch ein paar Bildungsbürger ihrem Oberbayern hinterhertrauern).
    — U-Bahn Köln
    .
    Was vergessen?

  20. lieber HansMeier555, mit Ihrem...
    lieber HansMeier555, mit Ihrem Bildvergleich (Prunkfassade Sancoussi, Leerfassade Postmoderne) zeigen Sie mir, dass es gute und schlechte Architektur gibt.

  21. @specialmarke
    Meinten Sie...

    @specialmarke
    Meinten Sie damit mich? So was rührt mich überhaupt nicht. Aber Sie sollten sich in Acht nehmen. Eine Schweizer Vertragsleiter hat mal über mich kolportiert: „Die Frau hat keine Haare auf den Zähnen. Die Frau hat Stacheldraht auf den Zähnen.“

  22. Architektur die "den Menschen...
    Architektur die „den Menschen marginalisiert und abtut“, ein sehr passendes Wort.
    Wie Jordanus fällt mir da Berlin ein, speziell die grossen Nazibauten am Fehrberliner Platz. Deren Absicht schien mir auch immer den Einzelnen zu Nichts zu machen.
    Dasselbe Gefühl habe ich übrigens auch am Potsdamer Platz, da scheint mir derselbe Geist zu herrschen.

  23. @Filou
    (Betrifft: Die Rettung...

    @Filou
    (Betrifft: Die Rettung Europas mit Scarlatti und Avison
    27. April 2010, 23:51 Uhr
    Filou/29. April 2010, 19:40: Dumm gelaufen. Hollaendische Steuer besch****en und selber dabei besch***en werden. Da ist schlecht Klagen vor Gericht.
    Und
    Filou/29. April 2010, 22:56: Liebe verehrte Tiger, ich beziehe mich auf den folgenden Satz:
    „…I have a Swiss bank account in order to hide my fortune from the Dutch tax authorities“.
    .
    Wie anders ist das zu verstehen?’)
    ……
    Junger Mann, Ihnen rate ich, meinen Satz nicht wieder aus dem Zusammenhang zu reißen und irgend jemandem gegenüber zu behaupten: ‘Auch ein Schweizer Vertragsleiter hat mal über sie kolportiert: „Die Frau hat keine Haare auf den Zähnen.”’

  24. Guten Tag,

    @ D.A. Schöner...
    Guten Tag,
    @ D.A. Schöner Bericht das. Freut mich, dass ich hier immer wieder etwas dazulernen kann.
    Das Sie sich allerdings mit diesem, zwar schön rot lackierten, aber doch für diese Strecke etwas zu einfachem Fahrrad auf die Reise gemacht haben, finde ich schon mehr als beachtenswert.
    Sie hätten doch lieber das andere, meines Wissens zuletzt erstandene mit dem kleinen Fehler nehmen sollen, das hatte doch zumindest schon mehrere Gänge.-
    @ Tiger,
    Ich schrieb ja bereits Krieg ist überall. Es gibt nur verschiedene Eskalationsstufen. Sie machen da keine Ausnahme.

  25. @Rosinante: also die...
    @Rosinante: also die postmodernen Fassaden der 1980er zeichneten sich eher durch bunkerartig kleine Fenster aus, der Glaswahn kam in den 90ern und vor allem in den 00ern bis heute, als die Glaskästen immer aquarienhafter wurden. @HansMeier: mpf, „Demokratie als Bauherr“ – dabei kam bisher eher Serielles heraus wie die Uni Bochum. Die Glaskästen sind Investoren- und Fondsarchitektur, wie auch die Einkaufszentrenseuche. Teilweise liegt es daran, daß Gläser technisch sehr weiterentwickelt worden sind, so daß sie inzwischen auch gute Dämmwerte haben. –
    Ich finde diese Glaskästen meist ekelhaft technizistisch und kalt, ein Gleichnis für den gläsernen Bürger, der noch beim Scheißen unter Beobachtung gestellt ist. Oder bei Büros ein Symbol des Multitasking, daß man ständig ansprechbar für Störungen sein soll, die von irgendwoher aus der Weite des Raums eintreffen. Keine abgeschlossene Tür, hinter der mal ein vertrauliches Gespräch geführt werden könnte, dafür Teeküche bestückt mit Zuckerwasserautomaten und ohne Fenster, und die Raucherecke am Müllcontainer oder gleich auf der Straße.
    http://www.computerwoche.de/karriere/karriere-gehalt/2210853/
    Desorganisation, wohin man blickt.

  26. @manuel: ja, den Fehrbelliner...
    @manuel: ja, den Fehrbelliner Platz mit seinen Fußgängerwurmlöchern laß ich als Beispiel dafür gelten, den von Jordanus genannten HBf aber nicht, der entspricht sehr dem bisherigen Bahnhofsschema mit seiner gläsernen Decke (siehe die alten Bhf Leipzig, Frankfurt, Mailand) und dunklem Unterbau. Der Potsdamer Platz ist für mich eher Einkaufszentren- und Filmflüchtigkeit, so ein Nicht-Verweilen-Wollen-und-Sollen. Zu groß finde ich die Gebäude dort eigentlich nicht, eher fand ich immer das NYC-Miniatur-Hochhaus am S-Bahnhof lachhaft kulissenmäßig und eben verzwergt.

  27. lieber HansMeier555, gute bis...
    lieber HansMeier555, gute bis sehr gute 90 Prozent aller heute im Westen realisierten Architekturen sind m.E. Schrott. Wenn Sie diese Tatsache mit Aufzählungen abhandeln wollen, können Sie auch das Telefonbuch abschreiben. Aber darum ging es mir (06:45) nicht. Es ging mir um das entweder vorschnell-negative oder rabulistisch-fortschrittliche Qualitätsurteil zur Baukunst. Etwa, der Trutzburg des „spätmachiavellistischen Farnese“ in Parma, der seine Paranoia zu Stein werden liess (und deren Beklemmung unser Gastgeber mit qualitätvoller Optik einfing), oder der „aufklärerischen Lichtgestalt“ von Boullée, der als Urvater demokratisch-moderner Baukunst angesehen wird. Steht hinter diesen beiden ästhetischen Haltungen nicht ein vergleichbares Menschenbild? Dies meinte meine Frage.
    Was nun das Bauen in der Demokratie betrifft, so herrsch zwischen uns nahezu wolkenloses Einverständnis. Die Realisierung grosser Architekturen dem Plebiszit zu überlassen, bedeutete schon immer eine Überforderung. Ihr Feudalismuskonzept ist hier weit sinnvoller. Aber, was machen, wenn der Absolutist (oder die Absolutistin) spätpubertär, geistig retardiert, trotz nobler Herkunft seelisch kleinbürgerlich usw. ist? Dann werden auch nur die Staatsfinanzen verschleudert, die Menschen kujoniert und die Städte verschandelt.

  28. bitte, HansMeier555,...
    bitte, HansMeier555, Rosinante,
    …gerät das hier zum Kartenspiel :-(

  29. Lieber Tiger, Ihrer...
    Lieber Tiger, Ihrer Aufforderung folge ich sehr gerne und ubergebe an einen Maharadja.

  30. Ach Rosinante, Baukunst ist...
    Ach Rosinante, Baukunst ist schoen macht aber viel Arbeit, haha. Baue gerade selber, dabei gilt, der der zahlt entscheidet, sollte aber auf seinen Maurermeister hoehren, kaempft mit der Mangelwirtschaft bei der Umsetzung, kosten tuts auch und hoffentlich gefaellt das fertige Haus der Frau!

  31. Aus DAs Kunststücken, die...
    Aus DAs Kunststücken, die sehr zum Denken anregen, schafft es immer ein Aspekt in die Kommentare. Das ist nicht schlimm, nur seltsam.

  32. Die bürgerliche Gesellschaft,...
    Die bürgerliche Gesellschaft, Ernst Wilhelm, unterjoche möglicherweise sich selbst, meinen Sie. Davon war allerdings nicht die Rede, denn der Hausherr hier vermag, wie zu lesen, zwischen dem Subjekt und dem Objekt von Herrschaft durchaus zu unterscheiden.
    .
    Dass die herrschende ökonomische Form „natürlich“ sei, meinten bereits die Feudalisten, mit der Begründung, der Wert käme aus dem Boden. Da der dem Adel gehörte, ist das eine plausible Hypothese, die gleichwohl per Guillotine empirisch falsifiziert ward.

  33. Zum aufgeplusterten Palazzo...
    Zum aufgeplusterten Palazzo della Pilotta: Baut man im heissen Klima mehrstoeckig, will grosse Saele und den Baumeister von neben an, dann werden die Waende dick, die Fenster klein und die unteren Saeulengaenge gruftig. Der Loewe ist ein netter Versuch damits in den Ecken nicht stinkt wie im Elephantenhaus. Dem seine Frau war bestimmt sauer bei dem Ergebnis.

  34. @minna: Boulée war ein...
    @minna: Boulée war ein Architekt, der zur Zeit der frz. Revolution ziemlich gespenstisch-gigantomanische Entwürfe zeichnete, hier sind die Bekanntesten:
    http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89tienne-Louis_Boull%C3%A9e
    @Rosinante: es ist schwer, ein sehr großes Gebäude in menschlichem Format zu bauen. Und bis dann mal ein Bautyp gefunden ist, der Anklang findet und sich verbreitet, hat sich die Welt schon wieder so verändert, daß doch nicht viel davon übernommen werden kann.

  35. Ja, über Architektur kann man...
    Ja, über Architektur kann man endlos streiten, was soll’s.
    .
    Düstere Kasematten drücken aufs Gemüt, der Feudalismus kommt nicht immer so heiter und fröhlich daher wie die Birnau überm Bodensee. Aber wo ist die moderne Entsprechung? Wo ist denn im 20. Jh. die schöne, gute, geschmackvolle Architektur gewesen, die mit einem einzigen, gar nicht mal großen Bauwerk, eine Landschaft auf Sichtweite (d.h. im Umkreis von einem Dutzend Kilometern) zu verschönern verstand?
    .
    Aber viel interessanter ist doch noch etwas anderes: Daß die bürgerlichen Schwalben, als sie den Kasematten erst einmal entkommen waren, mit der Freiheit auch nix Gscheites anfangen konnten (ebensowenig wie ihre Architekten mit den Freiheiten, die ihnen der Stahlbeton verschaffte).
    .
    Heute lernen alle Kinder lesen und Schreiben, aber wo sind die Götes und Schillers? Jeder darf alles Schreiben und drucken lassen, aber wo sind die Voltaires und Heines?
    Vielleicht sollte man wirklich mal darüber nachdenken, die Zensur wieder einzuführen und spasseshalber für 25 Jahre das Bauen mit Stahlbeton verbieten.

  36. Das sieht man, wie...
    Das sieht man, wie überflüssig Literatur ist. Und außerdem wurde davon schon genug geschrieben. Und die es angeht, bauen weiter Mauern. Schon weil sie nicht lesen. Und auch keinen Zugang zu Lesenden haben. Und auch nicht haben werden. Weshalb wir auch desöfteren einfach einen Klappstuhl irgendwo ins Grüne stellen. Und uns draufsetzen. Da, wo nur Natur ist. Wirklich nur. Außer dem Klappstuhl alles nur Natur ist.
    .
    .
    Oder anders:
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    „“Zu verkaufen“-Schilder standen über elegant gestutzen Hecken, die Tausende von Dollars gekostet hatten. Man munkelte, 416 Häuser stünden (1970, p.)alleine in Beverly Hills und Bel Air zum Verkauf, weil die Banken im Begriff seien, die Hypotheken für überfällig zu erklären. … Doch hinter den „Zu verkaufen“-Schildern wurde bei üppigen, von Feinkostläden gelieferten Köstlichkeiten gefeiert, bis die Lichter ausginen. Die dezenten Kellner mit den prachtvollen schwarzen Schleifen taten ihr Bestes, um die Realität fernzuhalten, die sich nun massiv hereindrängte. … Die Leute schienen entweder 70 oder 30 zu sein. Niemand dazwischen. „Easy Rider“ hatte viele zu der Annahme verleitet, man könne Millionen machen, in dem man nur 400.000 Dollar für einen Film ausgab. …“ (mit unbekannten Schauspielern: dann braucht man aber keine Stars, die Millionen kosten…, p.)
    .
    Shirley MacLaine in „Step by Step“ über das „sterbende Hollywood“ der Übergangszeit vom „Großen Kino“ zum Fernsehen – und die Unfähigkeit der Etablierten, sich anzupassen.
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    Don schreibt – und bewirkt? Nichts. Aber auch dazu ist alles schon gesagt. (Ohne, dass deswegen irgendjemand resignativ wäre! – in diesen Zeiten muss das ja ausdrücklich angemerkt sein.)
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    Und wenn morgen die Welt unterginge, würde er heute noch ein Blog-Bäumchen pflanzen, nicht wahr?

  37. Ich finde, daß Architektur...
    Ich finde, daß Architektur immer eine Aussage transportiert, gewollt oder ungewollt. Insofern halte ich die Bundeswaschmaschine sogar für gelungene Architektur, denn sie transportiert eine klare Aussage: wir sind harmlos, arm und kein bißchen sexy und vor allem wollen wir keinesfalls wie Albert Speer wirken. Daß das Ergebnis dann einigermaßen trostlos ausfällt ist ein Kollateralschaden. Es wird auch nicht ewig stehenbleiben. Ganz im Gegensatz zum Palazzo Pitti oder dem Palazzo Ducale in Urbino. Beide Bauherren waren übrigens in die Pazzi-Verschwörung verwickelt, daher wohl auch der martialische Stil. Schön ist es, die Bauten heute zu sehen. Wenn man ihre blutigen Fundamente kennt, bevorzugt man doch den überdimensionierten Schrebergartenstil heutiger Politikrepräsentation. Stendhal selbst hatte es wohl eher mit der vergangenen Größe und litt unter seinem epigonalen Zeitalter. Allerdings schreibt er auch dies: „Wozu sollte ich sie (sc. die Personen des Romans) auch mit der hohen Sittlichkeit und der Anmut französischer Charaktere ausstatten, die das Geld über alles lieben und kaum jemals Sünden aus Haß oder Liebe begehen?“

  38. Vergessen wurde noch das...
    Vergessen wurde noch das erzbischoefliche Palais in Koeln, vollendet in den 80er Jahren, nachdem das Gelaende lange eine kriegbeschaedigte Brache war. Nur der Autofahrer (an dieser oeden Ecke geht man nicht zu Fuss) kann an diesen hellbraunem Klinkermauern eine Abwehrhaltung gegenueber der Welt deutlich erkennen. An diesem Komplex zeigt sich aber auch, dass die Kirche ihren Herrschaftsanspruch nur zeitweilig zurueck nehmen will, nach Zeiten geduldigem Verharrens, wenn dann guenstigere Umstaende fuer sie eintreten, ganz rasch die Stadt, sowie den naeheren Erdkreis beherrschen kann.
    Hier ist die Formensprache eine Ansage an die Gesellschaft.

  39. colorcraze, bitte behaften Sie...
    colorcraze, bitte behaften Sie mich nicht mit dem Begriff des Postmodernen. Sie haben schon Recht, dass HansMeier mit seinem Bildbeispiel ein phantasievolles Haus zeigte, welches man mit postmodern im Sinne von Jencks/Venturi (Learning from Las Vegas) nur am Rand trifft. Ich nutze den Begriff hier als Sammelbezeichnung für alle dekonstruktivistischen Bautendenzen während der letzten 40 Jahre.

  40. @...
    @ HansMeier555
    Elbphilharmonie

  41. HansMeier555, "Vielleicht...
    HansMeier555, „Vielleicht sollte man wirklich mal darüber nachdenken, die Zensur wieder einzuführen und spasseshalber für 25 Jahre das Bauen mit Stahlbeton verbieten.“ Meine Stimme haben Sie.
    minna, HansMeier555 spielte gerade den letzten Trumpf und ich legte -fast- leer auf.

  42. Der Don hat ja nicht nur...
    Der Don hat ja nicht nur Historie beschrieben, sondern gleichzeitig gesagt, dass man/frau die Absicht der Architektur auch heute noch an den Reaktionen der Benutzer der selben ablesen kann.
    Simpel: Ursprünglich aus der berechtigten Furcht der Herrscher vor den Beherrschten hervorgegangene, in ihrer Wirkung auf Abschreckung, Demütigung und Absatndhalten bedachte Architektur wirkt auch heute noch so.
    Die Jugendlichen sind auf dem Rasen davor. man möchte wieder raus aus den Mauern. Wendet man die selben subjektiven Kriterien auf die Eingangsportale von Regierungsgebäuden, staaliche, kirchliche oder Konzernmacht demonstrierende Repräsentationsbauten an, dann ist es ganz Wurst, ob das Abrschreckende aus Glas, Beton, Stahl, Granit, Sandstein, Ziegel oder schwarzem Marmor gefügt wurde – man spürt die Absicht dahinter.
    Idh erinnere mich an eine komische Pressekonferenz im Kremel mit Jelzin, Mitterand und Schröder, damals hatte ich noch einen Ferseher. Man sah den angetrukenen Jelzin und die sichtlich um Überspielung seiner Trunkenheit bemühten „Freunde“ immer in der Nahen. Dann kam ein Bild aus der Totalen, ich nehme an, weil Jelzin zu sehr sabberte: Die Journalisten saßen schätzungsweise zehn Meter entfernt und dreieinhalb Meter unterhalb des Podiums.
    Diese Inszenierungen funktionieren immer ganz simpel und sind ganz simpel erfahrbar, ob der Bauherr nun ein Feudalherr, ein Konzern oder parlamentarisch legitimiert ist. Man könnte natürlich überlegen, was wir uns für eine Repräsentationsarchitektur wünschen.
    http://bambooboom.de/index.php?option=com_ponygallery&Itemid=59&func=detail&id=158#ponyimg

  43. Mensch, Savall (Verehrung), da...
    Mensch, Savall (Verehrung), da haben Sie mich auf ‚was gebracht. Das war naemlich so: als wir vor 11 Jahren unser Haus im Dorfzentrum bezogen, war hier die Hoelle los; Dealer, Coffieshop und jede Menge anderes Gesocks. Gesocks ist ein sehr sehr milder Ausdruck. Es war nicht zum Aushalten, man musste schon vor koerperlichen Konfrontationen nicht zurueckschrecken, um ein wenig Normalitaet (fuer zwei Tage) zu erreichen. Der Aerger war gross.
    Und jetzt kommts: ich liess mir einen Architekten kommen, um ueber einen Umbau der Hausfassade zu beraten. Ich wollte tatsaechlich den Eindruck einer Trutzburg schaffen, eine Beleidigung des Volkes, eine Drohung.
    Geworden ist daraus nichts. Es war nach einiger Zeit nicht mehr noetig. Nach dem wir lautstark krakeelten, kamen auch die Wuermer aus ihren Loecher und taten so als haetten sie Mut.
    Nur-der Architekt begriff den Auftrag nicht, was mir wieder zeigt, dass auch fuer Sch***ssarchiitektur VERDAMMT GUTE ARCHITEKTEN benoetigt werden.

  44. @ Nörgler
    Jeder unterwirft...

    @ Nörgler
    Jeder unterwirft sich?! Das kann man so der so verstehen. Im Übrigen sind die Subjekte in der heutigen Zeit ja ohnehin schwer zu finden.

  45. Dem Architekten, Filou, fehlte...
    Dem Architekten, Filou, fehlte unter Umständen der existentielle Ernst, weswegen er auch kein Verständnis für Angsteinflößendes hatte. Er hätte unter Umständen ein wenig mit dem Dolch bedräut werden müssen. Oder man hätte ihn zu einem spannenden Umtrunk bitten müssen: „In dem Becher mit dem Fächer ist der Wein gut und rein.“

  46. Bei all den mir manchmal recht...
    Bei all den mir manchmal recht kryptisch erscheinenden Kommentaren mal ’ne schlichte aber hoffentlich verständliche Frage, …zu:
    @colorcraze 13:32: „eher fand ich immer das NYC-Miniatur-Hochhaus am S-Bahnhof lachhaft kulissenmäßig und eben verzwergt.“
    An welchem S-Bahnhof?

  47. @Usedomer
    Bingo! Die war mir...

    @Usedomer
    Bingo! Die war mir grade auch noch eingefallen.

  48. @perfekt: jaja, BelAir - war...
    @perfekt: jaja, BelAir – war das nach dem ersten Bau überhaupt mal vollständig gefüllt? Ansonsten, warum soll Literatur denn nun unbedingt was bewirken, wir sind doch schon froh um einen netten Zeitvertreib.
    @Filou: Ihre hemdsärmligen Erfahrungen sind ja mal echt an der Basis. Unsere holländischen Freunde setzen sich in einer ähnlichen, nicht ganz so ruppigen, Umgebung durch.
    @Thairat: da haben Sie nicht so unrecht. Hier in D kommt das Licht allerdings oft lange schräg, so daß man auch weiter unten noch etwas beleuchtet wird. Andernseits ist man bei Hitze für Schatten sehr dankbar.

  49. @ Savall, ich glaube nicht,...
    @ Savall, ich glaube nicht, dass Stendhal es mit vergangener Größe hatte oder unter seinem epigonalen Zeitalter litt. Die Julirevolution hatte die Bourbonen endgültig verjagt und S hat sich Hoffnungen gemacht, das er von der Republik eine Präfektur im Kirchenstaat bekommt, schließlich war er schon beim Italienfelzug in Napoleons Armee – als der noch erster Consul war. Stattdessen hat man S. als Konsul nach Triest(zu den Österreichern!) geschickt, wo er natürlich als Spion eingestuft worden ist. Dann blieb nur noch eine lausige Stelle als Konsul in Civitavecchia. Das war übel und der Bürger Beyle sehr enttäuscht von der neuen französischen Republik.

  50. @colorcraze, hab' Ihren...
    @colorcraze, hab‘ Ihren Kommentar nicht kapiert.

  51. Rosinante,
    ach so, wissen Sie...

    Rosinante,
    ach so, wissen Sie mir sind meine Verschwörugstheorien lieber;
    nur zu Ihnen
    und ganz im Vertrauen – unser Gastgeber ist in eine Schweigeverschwörung
    verwickelt ^^

  52. Der Gastgeber hat nach 300...
    Der Gastgeber hat nach 300 Kilometer Fahrt im Regen erst mal, daheim angekommen, ganz banale Verpflichtungen wie „Wäsche“ gehabt, schliesslich geht es in ein paar Tagen gleich wieder über die Berge nach Italien.

  53. Wir wünschen gute Reise und...
    Wir wünschen gute Reise und viel Vergnügen!

  54. Lieber Savall, (ich habe noch...
    Lieber Savall, (ich habe noch Ihre Bemerkung ueber Le Corbusier im Ohr), mit Saufen ist da nichts zu machen. Vier Architekten habe ich verbraucht, alles liebenswuerdige Menschen. Alle Nichtraucher und dem Alkohole abgeneigt. Sowas ist niemals ein gutes Zeichen in meinem Wertesystem. Aber alle, wirklich alle, hatten eine Neigung zum Gesamtkunstwerk. Da sass ich nun grinsend, durchschaute deren naive Ambitionen und versuchte diese Menschen zu erden. Addierte ich alle Defizite dieser Leute, um daraus einen Architekten zu machen, kaeme dabei ein NICHTARCHITEKT heraus. So ist das in der Provinz.

  55. Fehler: Der Büger Beyle war...
    Fehler: Der Büger Beyle war nicht von der neuen frz. Republik sondern von der Julimonarchie des Bürgerkönigs Luis-Phillipppe enttäuscht.

  56. Nachtrag fuer Savall:...
    Nachtrag fuer Savall: Nichtarchtekt, wohl aber sehr gute, exakte Bauzeichner. Kann man immer gut brauchen.

  57. Ich glaube, das ist ein...
    Ich glaube, das ist ein Mißverständnis, Zerlina. Ich meinte mit vergangener Größe das Kaiserreich. Ich halte nach meinen bescheidenen Kenntnissen Stendhal zeitlebens für einen glühenden Bonapartisten. Aus der Perspektive der napoleonischen Zeit mußte ihm die Gegenwart trist und epigonal vorkommen, wie in „Rot und Schwarz“ beschrieben. Allerdings kenne ich durchaus nicht alles von Stendhal, vor allem „Henry Brulard“ nicht. Vielleicht überrascht er mich noch.

  58. Demokratie als Bauherr...
    Demokratie als Bauherr (2)
    http://jenniferireland17.files.wordpress.com/2009/09/salem-oregon-capitol1a.jpg

  59. Und Demokratie hin oder her --...
    Und Demokratie hin oder her — diese dicken Mauern erfüllen heute noch ihren guten Zweck.
    .http://prettypropitious.files.wordpress.com/2009/07/photo-of-liechtenstein.jpg

  60. Lieber Don,
    warum immer nur...

    Lieber Don,
    warum immer nur Italien, Italien, und auch dort immer nur am Nordrand?
    .
    Zu Venedig gehört auch Raguza. Und eine Fahrt nach Böhmen wäre ja auch mal ein Gewinn für die mitlesende Allgemeinheit.

  61. Also, ich sitze in meinem...
    Also, ich sitze in meinem alten Opel und die treue Rostlaube schnauft im zweiten Gang den Bernina-Paß hinauf. Ich blicke versonnen auf die großartigen Bauwerke
    unseres HErrn, die majestätische Bernina-Gruppe… Da setzt sich hinter mich mit hochdrehendem Motor so ein Kerl, der unbedingt überholen will. Ich träumte gerade von Heidi und der archaischen Architektur einer Almhütten (als Relikte der
    Vitruvschen Laubhütte) und denke schon wieder an Heidi (eine Nachbarin heißt so), als der Kerl laut hupend überholt und beinahe noch einen Radfahrer, der entgegen kommt, auf seine Haube nimmt und dann auf der falschen Straßenseite die Kurve mit qualmendem Vorderrad (wahrscheinlich ist die Bremse im …) schneidet und dann Richtung Parma brescht im herschaftlichsten Fahrstil. Wir in unserem Opel sind ein Dreck – obwohl wir grad so schön von Heidi träumen und die ewigen Bauwerke des HErrn ergriffen bewundern. – Was macht der Kerl bloß in Parma? Und wo ist die Sau…?

  62. @ HansMeier555 - Wie wäre es...
    @ HansMeier555 – Wie wäre es denn mit dem Umkehrschluss? Ist das eine Demokratie, die sowas bauen lässt? Ist ja gräuslig, die Bäume wie nach Fallout.

  63. HansMeier555, weil mir Italien...
    HansMeier555, weil mir Italien gerade in Sachen Heuschnupfen enorm gut tut, und ich dort so daheim bin, dass ich einen eigenen Schlüssel für meine Herberge habe. Und weil nächste Woche Mille Miglia ist.

  64. @ savall - Ja das war dann...
    @ savall – Ja das war dann wirklich ein Missverständnis. Gerade bei ZVAB gesehen: Das Leben eines Sonderlings. (Herausgegeben, eingeleitet und erläutert von Arthur Schurig – der erste Übersetzer von Kartause).
    http://www.zvab.com/displayBookDetails.do?itemId=82712163&b=1
    Habe das Autobiographische auch noch nicht gelesen. Vieles zu den Absichten Stendhals für eine Neuauflage und einen dritten Band von Kartause ist in den Anmerkungen der 2007 bei Hanser herausgegeben Kartause zusammengetragen.

  65. specialmarke,
    .
    ...Ihre...

    specialmarke,
    .
    …Ihre Sau´? Vielleicht hilft der neue Spiegel weiter…

  66. specialmarke, ich kann es...
    specialmarke, ich kann es nicht gewesen sein, nach Italien bin ich klassisch über den Brenner, die Ellbögenstrecke.
    .
    Was Stendhal elbst angeht: In seiner italienischen Reise wird er ja nicht müde zu betonen, wie grossartig Italien unter Bonaparte gewesen ist, und wie schrecklich es danach wurde. Man kann sogar vermuten, dass einiges, was immer noch über die Metternich-Ära verbreitet wird, auf Stendhals Hass auf die Restauration zurückzuführen ist. Allerdings ist die Beschreibung von Waterloo in der Karthause nicht mehr frei von Kritik, und die Verletzung, die Fabrizio dort durch einen fliehenden Frahnzosen erfährt, zeigt vielleicht auch Stendhals eigenes Verhältnis in späteren Jahren auf. Ausserdem neigte er selbst der Legende zu, auf Napoleons Schreibtisch habe schon die Akte zu seiner Erhebung in den Adelsstand gelegen, und er selbst beliebte sich de Stendhal zu nennen.

  67. Schön und wichtig ist , wenn...
    Schön und wichtig ist , wenn man etwas liest, nachher zumindest das Gefühl zu haben, dadurch klüger, hier wissender geworden zu sein.
    Was meine italienischen Besichtungen etwas weniger dramatisch wirken lässt, ist die ebenso intensive Miteinbeziehung der fantastischen Landschaft drumrum.
    Sei es das Aostatal, Perugia und die durchfahrene Toscana(rad) oder Spoleto- aber vorher und nachher die sanften, bewaldeten umbrischen Hügel.
    In diesem Kontext wirkt alles etwas harmonischer, man wird nicht so erschlagen von der antiken Architektur ,egal ob schön oder „protzig“.
    Was wäre Paestum ohne Cilento im Hintergrund?
    Geniesserische Grüsse,……..d.p.

  68. de zerlina klingt nicht...
    de zerlina klingt nicht gut….

  69. @minna: also Griechenland...
    @minna: also Griechenland hatten wir ja schon. Meinten sie den Heiligendammer Giftanschlag auf den amerikanischen Präsidenten nebst Gattin, von ihr selbst erzählt? – Find ich gut. Oder sollen wir bei Speer und Konsorten bleiben?
    @D.A. Also war der Stendal auch so ein Westviertler. Ist sein Kutschen-Fahrstil durch die Alpen überliefert? Zum Beispiel durch Selbstzeugnisse?

  70. Ich bitte mir nachzusehen,...
    Ich bitte mir nachzusehen, dass ich mich zur Literatur nur dilletantisch aeussern kann. Ich las vor einigen Jahren Stendhals Reise durch die Provence. In einer deutsche Uebrsetzung. Es kann sein, dass darin der Fehler liegt, aber ich las den Stil eines leicht ueberheblichen Plauderers, den eines selbstverliebten und wortverliebten Poseurs, und, das stoerte mich immens, eines Menschen ohne innere Haltung. Ich mochte ihn nicht. Pardon. Ich bin nur ein Leser.

  71. "...und er selbst beliebte...
    „…und er selbst beliebte sich de Stendhal zu nennen…“
    .
    Und doch hatte die Altmark ihre heimlichen Liebhaber unter welschen Möchtegernaristokraten.
    Hätte sich doch lieber „il borghese parmesane“ nennen sollen.

  72. specialmarke,
    .
    "Euroland,...

    specialmarke,
    .
    „Euroland, abgebrannt“ Titelstory „Der Spiegel“ 18/2010
    .
    …wobei ich mich frage: Wer in Euroland ist abgebrannt; hoffentlich die, aus deren
    Zuchtbetrieb diese Säue immer entlaufen.

  73. @Jeeves: Na, der S-Bhf...
    @Jeeves: Na, der S-Bhf Potsdamer Platz. Wenn man auf dem Leipziger Platz steht (das barocke Oktogon, SIW immer noch nicht komplett von Häusern umschlossen, sondern noch mit ein paar bemalten Planengerüsten in Hausform dazwischen) und auf den Potsdamer Platz guckt, also nach Westen, ist vorne in der Mitte prominent leuchtend der Eingang zum S-Bhf, und links und rechts sind 2 hohe Gebäude mit einer Straße dazwischen. Das rechte Gebäude, dunkel mit Backstein verkleidet, ist eins in einer Art New Yorker Stil, aber kleiner als in New York. (Ich hab jetzt keine Bilder, sonst würde ich sie verlinken). –
    @Filou: es ging mir nur darum, Ihnen ein wenig Respekt für Ihre Nervenstärke zu zollen, da Sie sich in einer solch ruppigen Umgebung durchsetzen. –
    @HansMeier: Die Amerikaner haben um die Jahrhundertwende sehr qualitätvolle öffentliche Gebäude gebaut, in so ziemlich allen Bundesstaaten ein Capitol, und die alten Postämter in NewYork und San Francisco fand ich auch sehr beeindruckend. Da fühlt man sich nicht erdrückt, sondern veredelt drin. Auch in der Schweiz ist diesbezüglich einiges vorhanden, aber davon habe ich nur mal ein paar Photos gesehen, kann kein Gebäude, in dem ich mal drin war, benennen.
    @dirk puderbach: ja, die gute, handgepflanzte und -gepflegte italienische Landschaft.. seit Jahrhunderten marktorientiert angelegt… (habe doch vorgestern gerade wieder Braudel gelesen, der immer betont, wieviel Bankengeld und Marktwirtschaft kontinuierlich über Jahrhunderte auf diesen Gegenden liegt).

  74. @HansMeier: die Altmark ist...
    @HansMeier: die Altmark ist aber schön zum Anschauen. Ich kanns zum Hinfahren im Sommer nur empfehlen. Ich selbst bin in Stendal nur mal von einem Zug auf den anderen umgestiegen und wohnte 10 Jahre in einer Stendaler Straße.

  75. @Minna: aber das ist doch nur...
    @Minna: aber das ist doch nur das Spiegel-übliche Auswalzen des Griechenland-Bankrotts, nach dem Motto „die Geschichte hat noch nicht die schlimmstmögliche Wendung genommen“. – Und nach dem Weltuntergang hatte der „Spiegel“ dann mal wieder recht. Aber zu den Säuen, die hier durchs globale Dorf getrieben werden – Stendal ist es nicht und Speer und Konsorten wohl auch nicht. Vielleicht stellt mich der nächste Blog über den Fahrstil der Herrschaften des Westviertels wieder zufrieden. Die Mille miglia steht an!

  76. @colorcraze, vielen Dank. Aber...
    @colorcraze, vielen Dank. Aber das geht nicht ohne persoenliche Krisen ab. Ich muss sagen, ohne eine gehoerige Portion tiefster Verachtung kann man das nicht durchstehen. Der Dank aller geht aber auch an unseren Bezirksbullen, der aeusserst schlitzohrig seine und unsere Ziele durchsetzte. Moeglichst ohne Staatsanwalt und Richter-einfach so, unter Beachtung der Legalitaet. Das ist Pragmatismus.
    Die Sache hat auch etwas demokratisches: Erst wenn der Buerger sich lautstark meldet, kommt die staatliche Maschinerie in Gang. Traege kommt sie in Gang, dann aber praezise und nachhaltig.

  77. dirk puderbach, auch davon...
    dirk puderbach, auch davon wird nächste Woche einiges (und hoffentlich ohne Regen) zu sehen sein.
    .
    specialmarke, dazu kann man die italienische Reise lesen: Stendhal ging es mehr um das Ankommen und Bleiben denn um das Herumziehen. Ich vermute, die Lust an Letzterem hat er bei Napoleons Russlandfeldzug verloren.

  78. Don Alphonso, vielen Dank für...
    Don Alphonso, vielen Dank für die Nachhilfe bezüglich Ihrer Lektüre. Ich freue mich diese während meines Aufenthalts in Italien nachzuholen.

  79. Danke schön, Parma hat man...
    Danke schön, Parma hat man mir schon vor Jahren empfohlen, ich bin aber nie dazu gekommen. Sie können Bildungsreisen alleine improvisieren. Inspirierend.

  80. @Don Alphonso,
    Bitte lassen ...

    @Don Alphonso,
    Bitte lassen Sie sich Norditalien nicht vermiesen, ohne Regen giebt es
    doch kaum schönere Landschaften mit besserem Essen. Außerdem muß
    man dadurch zur Mille Miglia, dieses Jahr ein bißchen zu früh für trotz-
    dem hoffentlich trockenes Wetter, da kann man doch gar nicht oft genug
    üben um sicher anzukommen…! ich wünsche viel Spaß. MFG

  81. Herr Stendhal bzw. Herr Beyle...
    Herr Stendhal bzw. Herr Beyle kam aus Grenoble und reiste bekanntlich nach Stendal. Das H in seinem Künstlernamen ist der französischen Orthographie geschuldet. Neben Parma und Grenoble sollte man nicht versäumen – gerade von Berlin aus – die hübsche kleine Stadt Stendal mit ihrem beeindruckenden Museum, das natürlich an den berühmtesten Sohn erinnert, zu besuchen. (Neben Manfred Naumanns empfehlenswertem Buch „Stendhals Deutschland“ findet sich weitere Literatur, um auf Beyles Reisen östlich des Rheins zu reisen.) Eine Radtour ist wunderbar, auf die Route gehören auch Tangermünde, als Höhepunkt, und Burg, oder Schönhausen. Dies ist die Altmark, viel Ursprüngliches… Reisen sind schön, doch, werter Don Alphonso, erst wenn man die meiste Zeit anderswo verbringt, sehnt man sich nach Stendal oder der kleinen Stadt an der Donau, auch wenn sie dumm sein sollte.
    Mal sehen, ob die Kartause von Parma dank Ihrer nun zum Bestseller wird!

  82. "hangepflegt"..
    Es gehörte...

    „hangepflegt“..
    Es gehörte auch der nächtliche Horror in Mailand(es gab während der Modemesse keine Übernachtungsmöglichkeit) dazu,..die langweiligen Vortädte, Abgelegeheit und Industriezonen,..Bologna.., Neapel-West..schäumende(?!) kleine Flüsschen und der schon oft erwähnte Müll am Strassenrand im Süden, den ich im letzten Jahr verstärkt bemerkte.
    …Aber aus welchem Grund auch immer, diese Dinge treffen das Auge nicht ganz so hart, wie es vielleicht woanders der Fall wäre.
    Der italienische Vorrat an Kulturgütern ist unermesslich.
    Und seitdem der Naturschutz gross geschrieben wird, entsteht unwillkürlich ein aufregender Mix, selbstverständlich auch unter Verwendung grosser Summen.
    Mir imponierte vor Jahren in der Schweiz und in Italien die auffallende Nochpräsenz von kleinen Lädchen und Handwerksbetrieben(einige sind bereits verschwunden).
    ……..wie komm´ich jetzt ´drauf?…..Ach so,..ja!
    .Wie machen die das bloss??
    ..Die so gemachten und gedeuteten Eindrücke habe ich versucht fotographisch festzuhalten…
    ..vom Milano Social Sleeping bis zum `Geranium` im granSasso..
    Grüsse d.

  83. Filou (21:33) - damit haben...
    Filou (21:33) – damit haben Sie Stendhals Persönlichkeit gar nicht so schlecht getroffen. Doch seine grossen Romane scheinen nicht dadurch beeinflusst zu sein.
    (maW: Auch Charakterschweine können tolle Literatur schreiben….)

  84. Es ist nicht ganz gerecht, im...
    Es ist nicht ganz gerecht, im 19. jahrhundert weitgehend akzeptierte und aufgrund der Zwänge auch notwendige Verhaltensweisen mit den Möglichkeiten des 20. Jahrhunderts zu beurteilen. So wie ich Stendhal sehe – und so, wie er geschrieben hat – möchte ich bezweifeln, dass er ein Scheusal war. Uneitle Zurückhaltung galt gerade bei der Reiseliteratur als eher unerwünscht, siehe auch Seume, Goethe, Heine. Reiseführer und Geschichtsbücher gab es auch so, und nun ging es einfach um den subjektiven Eindruck. Stendhal versucht erst gar nicht, sich objektiv zu erklären (und ist mir darin, ehrlich gesagt, auch recht nah, und der obige Text spielt auch ein wenig mit seiner Reise in Italien).

  85. dirk p., ach, da könnte man...
    dirk p., ach, da könnte man einen eigenen Beitrag dazu machen. Ich war in zwei Kirchen, die gerade restauriert werden, und eine bekam aussen einen neuen Anstrich, mit allem Drum und Dran. Innen ist der Stuckmarmor in grossen Platten abgebrochen und lag einfach so rum. Und genau das ist Italien. Man macht vieles mit grosser Geste. Aber im Kleinen wird jede bemühung zunichte gemacht. Und was die kleinen Geschäfte angeht – nun, die werden auch nicht mehr, sondern verschwinden. Deutsche Ketten breiten sich aus und haben Mittag geöffnet. Keine gute Sache.
    .
    SOLAND33, die ganze Atmark ist fraglos reizend, und ich war auch schon dort. Kloster Arendsee, um nur mal einen Punkt zu nennen. Aber zum Reiseschriftsteller fehlt mir die Berufung, ausserdem gleite ich dann schnell in eben jenes Expertenwissen ab, das ich selbst nicht schätze, wenn es mir aufgedrängt wird. Das Buch, denke ich, verkauft sich auch so immer noch blendend.

  86. Trias, danke, schlechtes...
    Trias, danke, schlechtes Wetter und die Mille Miglia gehören einfach zusammen, sonst ist es ja nur eine Kaffeefahrt und kein Leiden mit Leidenschaft.
    .
    Vi, ich wollte hier einfach mal ein wenig mehr Literatur im Blog haben, zumal es bei Besprechungen oft staubig und unengagiert zugeht, und Reiseliteratur wiederum alles bejubelt und betatscht, egal wie schlecht und drittklassig es ist. Parma – auf jeden Fall!

  87. Et jit Lück, dene gfoit glei...
    Et jit Lück, dene gfoit glei jar nuscht!
    Weder die Lochfassaden mit gesetzlicher Traufhöhe am Pariserplatz mit Akademie, noch Reichstagskuppel, weder die Waschmaschine, noch der Potsdamer Platz, weder die Pläne des Humboldt-Forums, noch die Wiese des ehemaligen Marienviertels, weder der Dom, noch das Jüdische Museum, weder das Marx-Engels-, noch das Kulturforum, weder der Alex, noch Platte.
    Wat denn nu?
    Mir gefallen gerade diese Orte in ihrem Improvisationscharakter, denn dann kann man sie ja guten Gewissens bald wieder abreißen: Chacun a son gout. Aber bitte dann auch gleich so manche andere Innenstadt. Außer Rothenburg, Meißen, Aurich, Passau, Regensburg und die Donau mit Walhalla und Dürnstein.
    Die Auswahl ist beliebig (siehe auch oben). Eben beliebig!
    Meine Lieblingsorte sind: Büsum (Krabben!), Friedrichstadt (Grachten), Lübeck (Marzipan), Hamburg (Fischmarkt, Vierlande, Pöseldorf, meine Tante Creszentia mir Kässpatzen), Walsrode (Heidschnuckenschinken), Celle (Schlosstheater), Münsterland (Wasserschlösser), die Hansedome, Berlin (Gedächtniskirche, Altes und Neues Museum, Bergmann-Museum, Pariser und Savigny-Platz, Seddin- und Kl.Wannsee, Sanssouci), Saale- und Wesertal, Naumburg (Ute), Dresden (Museen und Semperoper, ), Leipzig (Gewandhaus und Thomaskirche), Köln (Wallraff-Richartz, St. Gereon, Frö), Speyer (Dom), Meersburg, Würzburg (Lusamgärtlein, Käppele, Schützenhof, Riemenschneider, Bürgerspital), Randersacker, Bamberg (Reiter, Rauchbier), München (Pinakothek, Dult). „Hier bin ich Mensch“. Das nur in dem krisengerüttelten D.
    Fortsetzung wenns beliebt?

  88. Kann man eigentlich süchtig...
    Kann man eigentlich süchtig nach einem blog sein?? Vereehrter Don, haben Sie schon einmal darüber nachgedacht ein Buch zu schreiben? Und bitte nicht die gesammelten blog-Eintraege. Dann ist man nicht immer an diesen Elektro-Kasten gebunden, sondern kann Sie auch mal stilvoll geniessen…
    Geneigte Grüsse!

  89. @Don Alphonso
    Reiseführer? In...

    @Don Alphonso
    Reiseführer? In Ihrem Stil – ja!
    Ich und andere wusstens ja schon immer: gerade Arendsee. Danke für dieses Understatementkompliment. Wie wärs noch mit .. und mit …

  90. Reiseführer gibt's weiß Gott...
    Reiseführer gibt’s weiß Gott genug. Bloß keine Restauranttips!
    .
    Nein, der Don sollte, mit seiner bekannten Padanisch-Bayerischen Prägung im Gepäck mal ins nicht allzu weit entfernte Ausland fahren: Böhmen, Ungarn, Adria, Karpaten (Gebirgspässe!), gerne auch die westliche Ukraine mit Tschernowitz und Odessa.

  91. Und als Liebhaber billiger...
    Und als Liebhaber billiger Trivialliteratur steht mir auch dieses Gemäuer von Stendhals Kollegen irgenwie näher:
    http://www.science-et-magie.com/GUIDEMYST/images/if07.jpg

  92. @Filou: haben Sie ein paar...
    @Filou: haben Sie ein paar Mitstreiter, so daß es irgendwann zu Ihren Gunsten (und zum Wohle des Ortes, in dem Sie wohnen) kippen kann? –
    @dirk puderbach: Messetage waren schon immer die schlaflosen Tage. Ex-Arbeitskollegen übernachteten mal in Frankfurt im Kinderzimmer mit Kleinkindern, ich selbst in einer Jugendherberge. Das ist halt der echte Hochbetrieb. Ich konnte nicht einschlafen und wollte mir noch einen Schlaftrunk genehmigen, und traf dabei auf eine Finnin, die ein Einzelhandelsgeschäft aufmachen wollte und zwecks Einkauf bereits in diversen Ländern (darunter Kambodscha – in den frühen 90ern!) herumgereist war. Sehr spannendes Gespräch, die Schlaflosigkeit hat sich echt gelohnt.

  93. Ach, da geht man mal zwei Tage...
    Ach, da geht man mal zwei Tage nicht an die Kiste, schmökert lieber bei Jerome K. – und dann verpasst man wieder alles, ganz zu schweigen von den Kommentaren.
    Werter Don, Sie haben mir das Rätsel, wie man die Karthause mit Architektur zusammen bringen kann, auf’s Schönste gelöst. Ich war leider nie in Parma, daher wäre mir diese Idee auch nie gekommen. Ich wusste leidglich, dass Stendhals Parma fiktiv war. Ich hatte wirklich vermutet, Sie würden die Mailänder Scala verwenden, in die sich die Figuren Stendhals aufmachen, um jenseits ihres bedrückenden Kaffs nicht nur das Gefühl der Freiheit, sondern auch die Freiheit des Gefühlslebens zu verschaffen, die sie erst zu ganzen Menschen machen. Nutbush City Limits für Romantiker, so to speak.
    Die Frage nach der Macht in der Architektur aufzuwerfen, ist jedoch weitaus vielschichtiger; dafür meinen Dank als Leser!
    Die Stelle, an der Sie beschreiben, dass die Malereien verblasst sind und den eigentlichen Sinn dieser Zwingburg nicht länger kaschieren können, illustriert natrlich sehr schön das Verhältnis zwischen Inszenierung und Substanz; erzählt vom Kern, der bleibt, wenn die Maske fällt. Das führte mich zu der Frage, was von einem Gebäude bleibt und was uns das Verrotten verrät. Nehmen wir einmal die antike Architektur (auch – aber nicht nur – um die Feudalismusfrage kurz ausblenden zu können). Wir wissen ja, dass die Tempel urspünglich bemalt waren und wenn die Rekonstruktionen stimmen, dann waren sie, naja, reichlich poppig. Ich finde nach wie vor, dass das Verschwinden dieser Farben kein Verlust ist. Es ist nicht mehr das, was die Alten sahen (und zeigen wollten), aber was blieb – die substanzia – ist dennoch so beeindruckend, dass es eigentlich keine Farben nötig hat.
    Es ist eine Frage, die ich bei unseren modernen Stahlskelettbauten nicht zu stellen wage. Ihr Verrotten würde nicht nur Machtansprüche offenbaren. Die gespenstischen Skelette, die dann in der Landschaft stünden, würden sagen: Die Nachwelt war uns immer egal.

  94. @colorcraze, die Mitstreiter...
    @colorcraze, die Mitstreiter heissen auf deutsch „Kiezkomitee“ (so wuerde man das in Berlin nennen). Es war eine Idee des Kiezbullen. Daraus entstand ein dichtes Informantennetz. Ausserdem wird in unserem Kaff heftig bausaniert. Dabei fallen ueberfluessige Gemaeuer aus den 60ern, die Gegend wird gentrifiziert (ein Hasswort in Berlin), auch politisch wird der sog. tolerante Schlendrian der 70er einer strafferen Linie geopfert. Wie sagt man so flott: Problem erkannt, Gefahr gebannt. Zumindest hier, in diesem unbedeutenden Kaff.

  95. @colorcraze, bei DA frueher...
    @colorcraze, bei DA frueher schon mal erwaehnt: Es ist die Rueckeroberung der Innenstadt durch das Buergertum.

  96. Observator, ein gutes Buch ist...
    Observator, ein gutes Buch ist stets dem schlechten Netz vorzuziehen, auch wenn ich mit Länge versuche, dagegen zu halten. Die „bunten Götter“ sind ein spezielles Problem: Ich kenne kein Beispiel, in dem diese Statuen oft neu übermalt wurden; in der Regel gibt es nur eine Farbfassung, und die Exemplare, die sich besonders gut erhalten haben, wurden in schon erheblich verblichenen Zustand in der Antike gesichert. Man kann also fragen, ob die poppigen Farben zu Beginn nicht auch so berechnet waren, dass sie auch im Verblassen noch gut wirken sollten. Es gibt da eine Reihe von Peploskoren, die eindeutig durch die Fassung gewinnen. Die Bemalung des Palazzo war dagegen klar anders berechnet, die sollte vortäuschen und wurde übermalt, als sie den Zweck nicht mehr erfüllte.
    .
    Ansonsten muss man eben auch mal über die weniger schönen Seiten schreiben. Und das Hässliche hat ja auch seinen Reiz, gerade im Zerfall – nur ist es ein anderer Reiz.
    .
    HansMeier555, irgendwann sicher, irgendwann, aber wann, ich weiss nicht. Meine Region liegt eben um die Alpen herum.

  97. "Man kann also fragen, ob die...
    „Man kann also fragen, ob die poppigen Farben zu Beginn nicht auch so berechnet waren, dass sie auch im Verblassen noch gut wirken sollten. “
    Die haben das wirklich mitbedacht? Meine Herren (und Damen; verzeihen Sie vielmals!), das würde ich einmal gerne dem einen oder anderen Zeitgenossen aus der Architektengilde hinter die Ohren schreiben!

  98. @Don
    Das habe ich schon...

    @Don
    Das habe ich schon mitbekommen. Aber irgendwann wird ihnen das langweilig. Ich sag mal: Siebenbürgen, Transsylvanien. Literatur dazu gibt’s auch.

  99. Observator 13:27
    .
    der letzte...

    Observator 13:27
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    der letzte Absatz Ihres Kommentars finde ich den bisher bemerkenswertesten.
    .
    und wie makaber, wenn aus diesen Gebäuden heraus, nicht nur Macht ausgeübt
    wird, sondern vorgeblich eine Zukunft gestaltet wird, die man behauptet bereits
    zu kennen.

  100. @ Observer - Dass...
    @ Observer – Dass Materialveränderung im 100 Jahre Turnus mitgedacht wird, gibt es wohl ästhetisch weniger als z. B. statisch. Die Wartungszyklen gegen konstruktive oder dekorative Zerfallserscheinungen wären auch mal interessant. Aber das geht ja nur bei den Sachen zu untersuchen, die schon ein Weilchen stehen.
    Ein Beispiel für ästhetische Zerfallsplanung ist wohl die kalkulierte „natürliche Patinierung metallsicher Oberflächen. Bei aufgebrachten Farben kenne ich das nur im Zusammenhang mit Gewirktem. Interessant wäre ein Beispiel aus der Malerei. Tempera, Ölgemenge usw. sind ja für innen. Erden als Grundierung oder Farbe halten außen ziemlich lange ihren Zustand und Fixative, die man heute nur noch schwer nachweisen kann, sind bestimmt auch benutzt worden. Bei Kleidungstoff ist wohl der Wartungstyklus eher kurz kalkuliert. Für die kurze Lebensdauer gibt es dementsprechen ein hohes Interesse den ästhetischen Zusatnd zu halten, Sichwort Farbechtheit, also wiederum Fixierung.

  101. @Filou: ich bin sehr für...
    @Filou: ich bin sehr für reichlich Mittelschicht in Innenstädten, denn ich halte die für ein besseres Scharnier zu Armen und Reichen als eine Ballung von armer Unterschicht dort. Natürlich kann auch Mittelschicht Ödnis erzeugen, etwa durch reine Angestelltenwohnquartiere (im Speckgürtel gibt es solche zu besichtigen), man muß da schon recht kleinteilig sehen, was paßt und was nicht. Meistens aber ist es gut für die Infrastruktur, weil sich dann Einzelhandel eher lohnt. Um ein gewisses Maß an Leidensfähigkeit und Lärmunempfindlichkeit kommt man aber nicht herum, wenn man an einer zentralen Straße wohnt.-
    @Observator/DA: Ja, die Farbe und ihre Wirkung, endlich spricht mal jemand dieses Thema an. Was mir immer auffällt, ist der völlig andere Umgang in Italien – zumindest bei den Altbauten dort – und Deutschland mit der Farbe. In D soll alles immer möglichst neu aussehen, wozu gehört, daß man das Haus regelmäßig streicht, bei den italienischen Altbauten wartet man länger, bis man an der Fassade mal wieder was macht. Bei den Altbauten in I scheint man auch stets die althergebrachte Farbmixtur zu verwenden, während man in D zu den „neusten Errungenschaften“ neigt. Die alten Farben sind meist nicht so beständig und waschen ab bzw. bleichen aus. Den Deutschen scheint dies irgendwie ungeheuer zu sein, daß ein Gebäude fleckigfarbig ist – sonst würde wohl das Schloß Charlottenburg nicht so oft nachgestrichen.

  102. @zerlina bzgl. Textilfarben:...
    @zerlina bzgl. Textilfarben: die richtig guten, farbechten sind natürlich auch die teuren. Für Wegwerf- und Billigkleider werden die billigsten verwendet, die auch wenig haltbar sind. Und dann gibts noch die Methode Resteverwertung: wenn etwas Schwarz werden soll, rührt man bei den billigen Sachen die ganzen Reste an Grün, Rot etc pp rein, die gerade da sind. So entsteht das heutige Armenschwarz.

  103. @colorcraze - ja ich dachte...
    @colorcraze – ja ich dachte jetzt in erster Linie an Naturfarbstoffe und kam darauf wegen der Farberden und deren Haltbarkeit an den antiken Köppen. Bei (Natur) Farbstoffen zur Einfärbung von Geweben, nehmen wir „Renuée des Teinturiers“ und hoffen das der Don sich nicht darüber ärgert, weil das chinesischer Färberknöterich ist, gibt indigo (wohl auch rot und gelb). Das hält ohne Kalkfällung auf einem fein gewirkten Gewebe auch unter Licht erstaunlich lange. Ich habe es ausprobiert für eine Dekoration, die ziemlich gelitten hat. Problem ist wie immer bei Naturzeug die Fixierung. Ja und natürlich die Unart aller Reste ist schwarz. Als Armenschwarz bezeichnete huingegen eine meiner Großtanten beim Kaffetrinken in der Stube immer die Farbe k-braun. Mein Großvater hatte noch eine Uniformjacke in der Farbe im Kleiderschrank und war beleidigt. Sehr komisch das.

  104. @colorcraze, weil's nicht...
    @colorcraze, weil’s nicht wirklich hierhergehoert, verschieben wir die weitere Betrachtung auf eine passendere Gelegenheit. Gell? Immerhin ereignet sich in Don’s dummen Staedtchen im Juli wieder mal ein Stadtfest. Wenn DA dann nicht gefluechtet ist, wird er vielleicht wieder einmal ueber die Verhaeltnisse teufeln. Da koennte es rein passen.

  105. `schlaflose Messenächte` " i...
    `schlaflose Messenächte` “ i want you to help me to find a place ,where i can sleep!“sprach ich fast verzweifelnd und :“no problem! You can follow me“,bekam ich zur Antwort
    ..ich lernte eine nette Kunststudentin kennen>am milano centrale und kam am gleichen Abend in den Genuss einer ´underground-party`(you like to join…?), auf dem Dach einer besetzten Fabrik in der Stadt. Tanz, kleine Filmvorführungen, die u. a. das damalige Bombardement Bagdads auf grossen Schirmen zeigten; einige der Profs von der Kunsthochschule sollen auch anwesend gewesen sein. Das Fest hatte Niveau!
    Da ich an selbigem Tag schon einige schnelle Kilometer und eine lange Bahnfahrt hinter mir hatte, zog ich ein kühles Bier den Coktails vor…das Dach hatte kein Geländer , war nur andeutungsweise abgesichert durch ein Kordel und die anwesenden Gäste waren für ihre Gesundheit verantwortlich..6 er Stock ohne alles!
    Die Mitfeiernden waren sehr aufgeschlossen), nett und hilfsbereit…
    auch das ist Italien.ich hab´.noch ein wenig herumfotographiert..,kam mir dabei allerdings etwas voyeuristisch vor.;ich war von der Gastfreundschaft schlicht beeindruckt!…..das einfache ,arme Künstlerleben hatte ich am eigenen Leibe ´mal kennengelernt.. und drumrum: armani, chanel, dior versace…..
    ..morgens capuccino und nichts wie weg!

  106. @Filou: von mir aus im Juli....
    @Filou: von mir aus im Juli. Wenigstens ist es dann warm. Kann allerdings sein, daß ich dann eine Weile offline bin.
    @Zerlina: ok, mit Naturfarbstoffen kenn ich mich nicht so aus (abgesehen davon, daß früher Textilfärbefabriken Pferde hielten, weil mit deren Urin der Indigo verküpt wurde), eher ein wenig mit Ciba-Geigy und BASF und so. – Kaffeebraun als Armenschwarz hab ich aber auch noch nicht gehört.

  107. @colorcraze, mal schauen. In...
    @colorcraze, mal schauen. In dieser Zeit sind wir meistens in Versailles/Paris. Das muss man, um der Oednis der Provinz zu entgehen. Bis dann!

  108. Ich möchte an dieser Stelle...
    Ich möchte an dieser Stelle klar zum Ausdruck bringen, dass ich die in diesem Medium gerade veröffentlichte Meinung von Harald Staun zu Kommentatoren im Internet (und nein, so etwas verlinke ich nicht) keinesfalls teile. Ich betrachte solche Einlassungen als wenig hilfreich und respektvoll, und kann nur betonen, dass meine Erfahrungen damit zu allermeist enorm positiv sind.

  109. @JorgeLoma,
    Auf der leichten...

    @JorgeLoma,
    Auf der leichten Seite. Daß sich jemand mit offentsich,icher Freude an Wasser-
    schlößern im Münsterland erfreut und dann auch noch neben viele anderen
    wunderbaren Orten an Würzburg mit dem Schützenhof,Bürgerspital und wie
    heißt eigentlich die Weinstube in der Mitte der Stadt erinnert, finde ich ganz
    prima. Haben Sie da studiert? Geht mich nichts an. MFG

  110. " Millionen(!) Meinungen...
    “ Millionen(!) Meinungen ergießen sich täglich ins Internet. Aber was sind das
    eigentlich für Texte? Warum sind die Autoren so schlechter Laune? Und wie
    ernst muss man sie nehmen?“
    …leider ist der Autor mit seiner Fragestellung total überfordert.

  111. ... verwirrt ihn die...
    … verwirrt ihn die „Harmonisierung“ der schlechten Laune? :-)

  112. ...und verhalten sich die...
    …und verhalten sich die „Trolle“ nicht wie die global player?

  113. Don Alphonso, minna: Als ich...
    Don Alphonso, minna: Als ich den Text von Herrn Staun am gestrigen Vormittag im FAZ-Feuilleton kursorisch las (so, wie man in der Forschung Texte zum Auffinden relevanter Passagen liest), war ich der eitlen Ansicht, dass sich der Zeitungsautor auch zu den Blogs „seines“ Printmediums äussern würde. Er tat es nicht. Womit er (lieber Don, vorsicht Honig) m.E. nicht nur eine vitale, inhaltliche Farbigkeit unterschlug, sondern sich erwiesenermassen inhaltlich überforderte (danke, minna).
    .
    Das Wort Selbstkritikfähigkeit war beim früheren FAZ-Feuilleton-Herausgeber eine Art Basisvokabel. Nun leidet es. Aber das Netz generiert auch ein Textvolumen, welches vor 15 Jahren kaum vorstellbar war. Und, dass hier Vieles ins Tagebuch oder direckt in den Papierkorb gehört, liegt in der Natur der Sache. Allein der quirrlige Zeitgeist (etwa das Wort Nachhaltigkeit) könnte durch die Tatsache, dass im Netz keine Daten verschwinden, einmal zu einem Gau führen. Und der Glaube, mit dem Netz die qualitätvolle, menschliche Kreativität in Form eines Quantensprungs zu heben, ist so naiv und so gefährlich wie die Teleologie menschlicher Gleichheit.
    .
    Wobei, und hier hat Harald Staun möglicher- und glücklicherweise Recht, die schlechte Laune der Autorinnen (beiderlei Geschlechts) überwiegt offenbar. Wieso auch anders? Nach der deutschen Zusage zum griechischen Hilfspaket wird ein Grundeinkommen kaum mehr zu finanzieren sein. Und auf der Party wollen Schlaf und Regenerierung zu fortgeschrittener Stunde endlich ihr Recht. Alle reden, niemand hört zu: ein Dialog des Abgrunds. Da erscheint mir Ihr Blog, lieber Don Alphonso, wie ein harter und schöner Granit, der gelassen aus dem Stream ragt.

  114. Ich bin wirklich erstaunt, wie...
    Ich bin wirklich erstaunt, wie man 2010 noch so herablassend und verzerrend über genau diejenigen Leser reden kann, die so freundlich sind, sich am Journalismus gestaltend zu beteiligen. Vielleicht spielt da seine Erfahrung mit seinem re:publica-Beitrag eine Rolle, der zurecht verrissen wurde, teils, weil er grob sinnentstellend agiert hat, teils, weil er seine Aversionen an der äusseren Erscheinung „der Blogger“ festmachte, was ich mir eher ungern nachsagen lasse, wie auch viele andere.
    .
    Ich kann jedenfalls aus meiner Erfahrung beim besten Willen nicht sagen, dass Kommentatoren schlecht drauf sind. Es sind hier 24.000 Kommentare, die meisten sind engagiert und wohlmeinend, und das ist die Normalität, zumindest nach meiner Beobachtung. Man kann es nicht zwingend verallgemeinern, aber von einer Person, die sich zu wasauchimmer ist, auf einen Kommentar anderer Leute auch nur zu antworten, empfinde ich Erklärungen über das Wesen der Kommentatoren nicht kompetent.
    .
    Wie auch immer: In meinen Augen ist das kein normaler Beotrag, sondern ein voreingenommener Kommentar mit ein paar Zitaten. Und es ist einer, von dem ich, weil er hier steht, einfach klar sagen möchte, dass ich das explizit anders sehe.

  115. (wg. Staun): Habs jetzt grad...
    (wg. Staun): Habs jetzt grad gelesen. Naja, ist halt so ein Frustdokument von jemand, der mit dieser Art Kommunikation nicht zurechtkommt. Vielleicht weil ihm das vorhergehende Usenet-Training fehlt und er dadurch keine funktionierenden und nicht-funktionierenden (trollverseuchte) Gruppen kennenlernte. Mit den Blogs ist es ja ganz ähnlich, manche sind sehr gepflegt wie dieser hier, andere verwildert. Es hat aber keinen Wert, sich groß über die Entgleisungen aufzuregen, weiterführender wäre es, sich anzuschauen, was wo funktioniert, und herauszupräparieren, warum.

  116. Es ist immer eine Frage der...
    Es ist immer eine Frage der Pflege. Nach meiner Erfahrung kann man Diskurse durchaus steuern, und wenn es gut läuft, regulieren sie sich auch selbst, ohne langweilig oder uniform zu werden. Das zu ignorieren, wird der Sache einfach nicht gerechr, vor allem aber: Es wird jenen nicht gerecht, diedamit einen guten Diskurs schaffen.

  117. @DA: Hm, Diskurse steuern, was...
    @DA: Hm, Diskurse steuern, was verstehen Sie darunter?
    Was mir halt auffällt, ist, daß „gewirtet“ oder „gegastgebert“ werden muß, so wie im RL auch.
    Bei Blogs oder Foren ist das einfacher als im Usenet, denn da kann man zur Not direkt mit dem Mittel „Hausverbot“ arbeiten.
    Im Usenet ist mein leuchtendes Beispiel de.etc.sprache.deutsch, wo es trotz Nichtvorhandensein von technischen oder redaktionellen Sanktionen ganz gut läuft. Meines Erachtens deswegen, weil es eine „kritische Masse“ an regelmäßig schreibenden und somit die Usancen gewohnten Regulars gibt. Was dabei fast immer auftritt, ist die „Threaddrift“, das was Staun so staunen macht und was hier im Blog auch zu beobachten ist: die Leute unterhalten sich gern, aber wie an jedem Stammtisch nur am Rande über das aufgeworfene Thema.
    Klasse finde ich in desd aber den unausgesprochenen, trotzdem immer wieder regelmäßig zuverlässig funktionierenden Comment zum Umgang mit Trollen: die werden entweder kollektiv ohne jede Absprache ignoriert, oder jemand antwortet in einer verfremdenden und die Sache ins Thema biegenden Weise darauf, und die übliche Unterhaltung geht dann von dieser „Ableitung“ aus.

  118. lieber Don Alphonso, ich...
    lieber Don Alphonso, ich verstehe Ihre Verärgerung und kenne die Hintergründe nicht, die möglicherweise auch FAZ-intern zu suchen sind. Und mit Recht sind Sie auf Ihre Arbeit stolz und schützen die 24 Tsd. Kommentare Ihres Blogs vor einer banalisierenden Verallgemeinerung. Da ich auch zu den Kommentatoren gehöre, vielen Dank. Aber vielleicht müssen Sie auch Ihre Ausnahmestellung in diesem publizistisches Segment akzeptieren.

  119. @minna 16:13
    Liebe minna,...

    @minna 16:13
    Liebe minna, vielen dank für die Blumen. Es ist vielleicht etwas kitschig geraten, aber ich wollte es nicht ironisieren.

  120. @Trias
    Ja, in Würzburg mit...

    @Trias
    Ja, in Würzburg mit Bude gegenüber der Festung, knapp neben der alten Mainbrücke. Da stand ich oft, im Kopf Kleists Würzburgbrief. Verzaubert!
    Wie jene Weinstube im Zentrum heißt, fällt mir im Augenblick nicht ein. Ich erinnere mich aber an ihre Vorzüglichkeit. Sie war auch ein Pilgerort meines Vaters, eines genussseligen „Schlotzerers“. Dazu knabberten wir natürlich Meefischli. Gleich neben der Schönbornkapelle gibts noch eine Badener Weinstube und daneben das Lusamgärtlein, wohin ich auch nach sovielen Jahren mit einer Töte Vogelfutter oder inem Blumenstrauß pilgere, wie es Tradition in meinem Fach ist.
    Gegenfrage: Was haben Sie da studiert?

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