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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Antrag zur Abschaffung der "DDR"

| 318 Lesermeinungen

Vor ziemlich genu 20 Jahren trat die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der DDR in Kraft. Die einen bekamen Westgeld, die Treuhand und den Bundeshauptslum, die anderen die Einführung des Solidaritszuschlages und obendrein ein Dauerinteresse des Kulturbetriebs an der DDR, das nicht schwächer wird. Ganz im Gegenteil, nie war dank des Betriebes im Westen mehr DDR als in diesen Tagen. Ich kann mich nicht erinnern, das bestellt, gefordert oder dafür im Westviertel demonstriert zu haben.

An das ZK des Deutschen Kulturbetriebs

z.Z. im Kinderferienlager „Thälmann“
Schalk-Golodkovski-Allee 66, Arendsee, GDR

Liebe Genossinnen und Genossen,

hiermit fordere ich die sofortige, dauerhafte und unwiderrufliche Abschaffung der sog. „DDR“ in den Betriebsgruppen „Literatur“, „Malerei“, „vergleichende Beleidigung“ und allen anderen Sektoren.

Sie werden sicher überrascht sein, ausgerechnet von meiner Person – lupenreine Westbiographie, Vorfahren seit Jahrhunderten nicht weiter als 50 Kilometer hinter die Stadtgrenze der dummen, kleinen Stadt an der Donau verreist, bürgerlich in Wort, Bild und Attitüde – einen derartigen Antrag zu vernehmen; viel eher hätten Sie vielleicht an dieser Stelle einen sozialistischen Realisten, einen Bastardliedermacher oder einen Stasispitzel erwartet. Und nicht einen Angehörigen der siegreichen Ideologie, die dem Osten blühende Landschaften gebracht hat, dass kein Gras mehr wächst. Trotzdem stehe ich hier und verlange das Ende der „DDR“.

Bild zu: Antrag zur Abschaffung der "DDR"

Denn die „DDR“ ist, um es auf bayerisch und mit meiner Grossmutter zu sagen, saufad. Sie war es schon, als man mich mit der Schule dorthin schickte, damit ich dieses entsetzlich sozialistische und immens feindliche Land kennenlernte, und mich der VoPo auf dem Alexanderplatz nicht erschoss oder wenigstens festnahm, als ich fragte, wo es hier zur Mauer geht, sondern mir einfach den Weg wies. Wann immer ich Ostbiographien höre, denke ich nie „Oh welch schlimme Sache“, ich denke immer nur: „Oh Gott wie öde“. Im Ernst, ich glaube, das Thema „Republikflucht aus Langeweile“ könnte ein spannendes Forschungsthema werden, wenn Sie sich nicht, wie ich doch sehr hoffe, dazu entscheiden, dieses langweilige Kapitel zu schliessen.

Versuchen Sie es, auch wenn es Ihnen angesichts des inflationär auftretenden, preis- und rezensionsträchtigen Themas schwer fällt, doch so zu betrachten: Für jemanden wie mich war diese „DDR“ immer weit weg und irrelevant. Wir hatten dort keine Verwandten und keine verstaatlichten Reichtümer, und selbst wenn – auch Verwandte und Staatsräubereien sind in aller Regel öde, wie jeder weiss, der schon mal Steuern nachzahlen musste. Wie Hunderttausende andere Bürgerkinder verspürte ich nie Lust, dieses Land aufzusuchen, es war halt da, aber der Gardasee und die Riviera waren näher. Kein Mensch redete darüber, ausser gelangweilte Lehrer in einem einschläfernden Unterricht. Auch Versuche, uns über das Funktionieren von Selbstschussanlagen aufzuklären, stiessen nicht auf die zu erwartende Begeisterung ob Blut und Tod. Da drüben schraubte vielleicht einer gerade den Zünder in eine Atombombe, aber wer zum Teufel sollte daran denken, wenn er am See liegt und an Sylke die Sonne riecht? DDR, das war das Land, das diesen komisch aussehenden Biermann nicht mehr wollte, und der sang auch langweiliges Zeug. Wir hörten und lebten Beach Boys.

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Und dann kam diese Wiedervereinigung. Viel wurde über den ungerechten Ausgleich zwischen Ost und West, Aufarbeitung des Unrechts, Gregor Gysi, schon wieder die Mauer und das Ende des Sozialismus geschrieben, als ob das irgendjemanden jenseits des Solidaritätszuschlages interessieren würde. Sie dürfen mir glauben: Die Wiedervereinigung wurde nicht gemacht, um mit solchen verschnarchten Themen konfrontiert zu werden. Viele Ostdeutsche wollten westdeutsche Lebensfreude. Und die Westdeutschen fanden es in Ordnung, dass die Langeweile im Osten ein Ende hat. Es ist mir, mit Verlaub, absolut nicht eingängig, warum es im Ergebnis dazu führt, dass mir immer noch und in den letzten Jahren zunehmend allenthalben die „DDR“ und ihr tristes Grau wieder reingerieben wird. Das, liebe Genossinnen und Genossen, das ist echte Ungerechtigkeit: Der Fall der Mauer hat nicht dazu geführt, dass die „DDR“ verschwunden ist. Die „DDR“ ist dadurch erst im Westen und in Ihrem Betrieb ausgebrochen.

Obwohl in meiner kleinen Heimatstadt oder am Tegernsee niemand das „Neue Deutschland“ liest, keine wendehälsischen Parteikader in den Stadträten sitzen, keine  FDJ-Sekretärinnen an die Spitze der konservativen Parteien gelangen, und die Zahl der nostalgischen Bentleys die der ostalgischen Trabants weit überragt – trotz all dieser Umstände hat es dem Betrieb gefallen, sich kulturproduktsausstossend mit der „DDR“ umfassend zu beschäftigen. Man sagt unsereins, dass Tellkamps „Turm“ grosse Literatur sei, die man gelesen haben müsse – ich kenne viele, die das Buch im Regal stehen haben, und alle, wirklich alle fanden es unerträglich, und haben es nicht ausgelesen. Letzthin wieder beim Bachmannpreis: Allenthalben „DDR“. Düster, kalt, schwer, schlimm, eng und deshalb preiswürdig, Juroren lieben so etwas, vielleicht, weil der verfilzte Betrieb sich dabei an sich selbst erinnert. Ja, man musste sogar den Eindruck bekommen, dass dieses Thema 20 Jahre nach seiner politischen Abschaffung dabei ist, frühere triste Favoriten des Betriebs wie Magersucht, Ekzeme, Selbstmord, Vergewaltigung und Familienkonflikte zu assimilieren, zu erobern und dem eigenen Herrschaftsgebiet in Bleigrau zuzuführen. Was das Thema jetzt auch nicht unterhaltlicher macht, um noch einmal meine Grossmutter zu zitieren.

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Dass sich der Russe zur Einrichtung der „DDR“ ausgerechnet jene kulturferneren Landesteile herausgesucht hat, die schon zuvor Schweizer Humor, oberpflälzische Sprachgewandtheit, englische Kochkunst und preussischen Charme in sich vereinten, ist die eine Sache – wenigstens musste man sich damit andernorts nicht langweilen. Dass es jetzt anders ist, ist perverserweise nicht dem Russen zuzuschreiben, der den Rest des Landes erobert hätte, sondern Ihnen, meine Damen und Herren. Sie, für die alles interessant und spannend ist, solange es nur Osthintergrund hat. Sie, die jeden Aspekt eines Schaffens auf seine Osttauglichkeit abklopfen, die jedes Bröckerl Ostbiographie hervorheben. Im Westen, das mussten Sie schmerzvoll erfahren, sind all die Aussenseiterprobleme, die Sie in Kulturprodukten behandelt sehen wollen, nur begrenzt vorhanden, den Menschen geht es zu gut, als dass sie sich damit auseinandersetzen wollten – aber in der „DDR“, da ging das alles. Da hatte man üble Zustände, an denen sich Probleme und Neurosen hochwanden und festmachten, wie in ordentlichen Vierteln nur die Kletterrosen.

Die „DDR“ ist eine Art Barbara-Cartland-Welt für Ihren Betrieb. All das, was Sie sich wünschen und die reale Gegenwart nicht zu liefern in der Lage ist, all das adrette Rezensentengrau und Sprachkunstbeige, das Bühnenfäkal und die Pinselschemerei, das geht, geadelt durch die Erfahrung einer Unterdrückung, die zudem noch angenehm nahe rund um Berlin zu fühlen ist, wo ohnehin das kulturelle Zentrum des Landes sein soll. Da dringt der Eiter des Sozialismus noch aus den Ritzen, da gibt es sie noch, die kaputten Erfahrungen und Geschichten, da zieht jeder hin, der keine Ostbiographie hat, aber auch gern um Ihre Gunst mitbuhlen möchte. Und bekommt folgerichtig den Stempel „künstlerisch wertvoll!!!“. In dreifacher Ausfertigung. Sie loben das, die Künstler wollen Preise, Anerkennung, gute Besprechungen, und liefern so etwas. Sie alle sind auf einem guten Weg, den 5-Jahres-Plan in Sachen Anödung zu erfüllen, als ginge es darum, ganze Plattenbauviertel für neue Kulturarbeitergenerationen zu errichten, wo schlechte Zigaretten geraucht und Broiler vom Staniolpapier verspeist werden. Die Meinung des Porzellan präferierenden Publikums interessiert sie in etwa so, wie die SED der Ärger über die schlechte Qualität ostdeutscher Seidenstrümpfe.

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Wie das beendet wurde, wissen wir alle.

Also, liebe Genossinnen und Genossen des Betriebs, hören sie besser auf, eine Mauer der Langeweile von der Ostsee nach Klagenfurt um unsere Westviertel herum zu bauen, und sie mit Tellkampwachtürmen zu versehen. Akzeptieren Sie die Realitäten der Hände, die sie füttern: Die „DDR“ hat in den Westvierteln nie stattgefunden, und sie wird dort auch nie stattfinden. Ihre „DDR“ wird den gleichen Weg in den Ramsch gehen, auf dem auch schon all die Ekzemprinzessinnen und klauenden hEkelmanns ins Vergessen watschelten. Es ist Sommer, das Wetter ist schön, machen Sie mal was über angenehme Lektüre in einem vorzeigbaren Rahmen, die Franzosen, Briten und Italiener können das doch auch. Dann wird man vielleicht auch wieder anfangen, über ihre Texte am Kaffeetisch zu reden. Bei uns spielt die Musik. Sie glauben ja wohl nicht im Ernst, dass Ihre „DDR“-Geschichten in den Landesteilen gut ankommen, in denen das Neue Deutschland und die Nationalzeitung normale Bewohner der Zeitungsstände vor dem Beige bröckelnder Fassaden sind.

Mit mindersozialistischen Grüssen vom Tegernsee

(Riesenschnörkel) Don Alphonso

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318 Lesermeinungen

  1. (Die Bilder sind jenen...
    (Die Bilder sind jenen gewidmet, die glauben, dieses Blog könnte hübscher werden, wenn ich dereinst Berlin bereisen würde.)

  2. sehr gut und in...
    sehr gut und in oberpfälzerischer Sprachgewandtheit: die 80-er waren in Bayern ein Vorbild für Liberalität, Fortschritt, interessantes kulturelles Umfeld am besten noch in Seminaren der hans-Seidel-Stiftung
    BTW: was zum Lesen Stefan Heym: Ahasver, ISBN: 978-3-442-73357-6

  3. Ausnahmslos großartig!...
    Ausnahmslos großartig!

  4. Ganz schöner Text, lieber...
    Ganz schöner Text, lieber Don. Auch mutig. Dies gibt hoffentlich Zoff. Die DDR und ihre informellen Mitarbeiter sind übrigens längst, insbesondere im Kunst- und Hochschulbetrieb, erfolgreich in die Schweiz penetriert. Dies gefällt allen Linken und allen B-Movies unter den Feministinnen. In den „Stützen der Gesellschaft“ gibt es keim Sommerloch, sondern es wird mit sprachlicher Wucht eines geschaffen. Ob sich die Kids (beiderlei Geschlechts) jetzt und hier trauen?

  5. Dann schon lieber: Matthew B....
    Dann schon lieber: Matthew B. Crawford: „Shop Class as Soulcraft. An Inquiry into the Value of Work“, welches soeben per Amazon bei mir angeflogen ist. Keinerlei DDR! Echter Marx! Das real existierende Grau, die real existierende Entfremdung der Globalisierungsnomaden! Crawford ist Mechaniker, Elektriker, Doktor der Philosophie und betreibt ausserhalb Washingtons seine eigene Motorrad-Reparaturwerkstatt. Es liegt mir ja fern, lieber Don, Ihnen wahllos Buecher empfehlen zu wollen, aber dieses Buch ist das Engagierendste, was mir in SEHR langer Zeit begegnet ist. Und lassen Sie sich bitte nicht von „New York Times Bestseller“ auf dem Titel abschrecken! MfG aus Dublin, S.

  6. jetzt habe ich das erst mal...
    jetzt habe ich das erst mal genau gegoogelt: Der Büchnerpreis und der bachmannpreis gingen in die DDR.
    Büchnerpreis ist linkes kommunistisches Darmstadt also klar die Preisvergabe
    Klagenfurt ist, wie mir die Kollegen immer sagen der teil Österreichs in den die Jesuiten bei der Rückeroberung nicht kamen. Also @DA alles in Ordnung, am besten die bayerische Staatsregierung schafft einen Literaturwettbewerb in Deggendorf, dann gibt es auch die richtigen Sieger

  7. Naja, Ihre Betrachtungsweise,...
    Naja, Ihre Betrachtungsweise, finde ich schon ein bißchen anmaßend und ungerecht – vielleicht ist es auch nur eine Attitude zwecks Provokation. Ich mußte mal rückenhalber sechs Wochen lang in der ehemaligen DDR auf Kur und habe versucht, mich ein wenig in den Städten zwischen Leipzig und Wittenberg aufzuheitern. Die Spuren, die der Sozialismus hinterlassen hat, sind halt tief. Die Zerstörung der bäuerlichen Kultur durch die Proletarisierung der Landwirtschaft hat eine tiefgreifende Ödnis hinterlassen. In den Städten ist zwar viel alte Bausubstanz erhalten geblieben und zu einem erheblichen Teil auch wieder instandgesetzt worden, aber für eine städtische und bürgerliche Kulturerneuerung fehlt es vielerorts an einer wirtschaftlichen Grundlage: kein florierendes Gewerbe, keine nennenswerte Industrie mit auskömmlichen Arbeitsplätzen. Wenn man Geld verdienen will, muß man in die Fremde gehen, in die Automobilindustrie nach Ingolstadt oder anderswo. Und da erlebt man dann die saturierten Puppenstadt-Bewohner und weiß: man ist bloß DDR.
    Und Ihre Probleme mit Berlin, lieber Don – Ihr Leiden hat sich chronifiziert, da kann man wohl nichts mehr machen. Und Tellkamp, na ja. Ich selbst habe 30 Seiten gelesen und habs dann wieder weggelegt. Muß man sich nicht antun, wie auch vieles andere nicht, was dann zur Abwechslung aus dem Original-Westen kommt.

  8. Tja, dem ist wenig...
    Tja, dem ist wenig hinzuzufügen – die DDR war für den Durchschnittsbürger schrecklich, wie in: schrecklich langweilig. Aber mit Ihrem Satz
    „Dass sich der Russe zur Einrichtung der „DDR“ ausgerechnet jene kulturferneren Landesteile herausgesucht hat, die schon zuvor Schweizer Humor, oberpflälzische Sprachgewandtheit, englische Kochkunst und preussischen Charme in sich vereinten(…)“,
    damit mag ich mich gar nicht anfreunden. Wenn Sie an die Streusandbüchse Brandenburg denken, nun gut, aber auf mein sächsisches Herkunftsland passt dies doch nicht…

  9. ein bekannter (west) sagte mir...
    ein bekannter (west) sagte mir zu wendezeiten, die einheit ist erst dann erreicht, wenn es dem westen genauso geht wie dem osten. prophetische worte, so aus zwanzig jahren abstand.
    .
    so gesehen ist das beitrittsgebiet nicht nachzügler, sondern avantgarde:
    .
    – wenn heute die schreiberlinge in einem bekannten hamburger nachrichtenmagazin ein bundeseinheitliches schulwesen herbeischreiben sollen, die ddr hatte das.
    – wenn heute cdu-ministerinnen mehr kindergärten und horte fordern, damit die eltern unbelastet von ihrem nachwuchs erwerbsarbeit leisten können, die ddr hatte das alles aus genau dem gleichen grund.
    – elitenförderung war in der alten bonner republik nicht angesagt, jetzt auf einmal kommt das, unter frau dr, merkel (fdj), die kennt das noch, aus der ddr.

  10. "Kein Mensch redete darüber,...
    „Kein Mensch redete darüber, ausser gelangweilte Lehrer in einem einschläfernden Unterricht. … und der sang auch langweiliges Zeug.“ – herrlich formuliert! danke! das wurde mal zeit!
    .
    genauso war m e i n e ddr.
    .
    früher inexistent und heute ein e n n u i, entsprechend der ersten phase von langeweile bei heidegger, den ich, obwohl ihn nicht wirklich mögend und trotz des wetters, anführe.

  11. Anträge sind schriftlich in...
    Anträge sind schriftlich in dreifacher Ausfertigung einzureichen, sonst können sie nicht bearbeitet werden. Wir belehren Sie, daß der von Ihnen in dieser klassenfeindlich-anarchistischen Form gestellte Antrag abgelehnt werden muß, Eingaben zwecklos.
    Ha! Zumindest das können wir!
    Gen. Müller

  12. Schalck-Golodkowski, ist das...
    Schalck-Golodkowski, ist das nicht Ihr Nachbar in Ihrer Datsche am Tegernsee, werter Don? – Nette Gespräche über Meissner Porzellan wären möglich, vielleicht einen günstigen Abverkauf?

  13. lieber d.a.,

    ob die ddr...
    lieber d.a.,
    ob die ddr strukturen so weit weg sind, wie sie es gerne glauben möchten, wage ich zu bezweifeln:
    1. http://www.faz.net/s/RubA24ECD630CAE40E483841DB7D16F4211/Doc~E3541D35ECA3D4A0C95E1C81A4180FACE~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    &
    2. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,705773,00.html#ref=rss
    staatsfernsehen willkomen? ;)

  14. wunderbare bilder. da hat der...
    wunderbare bilder. da hat der don doch ein auge fuer die schoenheit deutscher fruehmoderne…. – herrlich! genietete stahlkonstruktionen. – gibt es etwas anheimelnderes? das noble ebenmass der plattenbaufassade. -hier atmet humanismus und utopie.

    donna laura, ‚frueher inexistent und heute ein ennui‘ – bravo!- genauso geht es mir mit der spanisch sprechenden welt.

  15. DA: 1.Satz von...
    DA: 1.Satz von Ihnen;(erweitert) warum nicht auch in der jetzigen Regierung (Kanzler) und so. Bitte nicht auf halben Weg stehen bleiben.
    Aus der Stadt in welcher das Machwerk „Turm“ angesiedelt ist herzliche Grüsse.
    Unsereins sagt:Wer das „Preiswerk“ kauft, hat zu viel Euro übrig und sollte das Geld spenden. Wer es liest und als gute Literatur empfindet dessen Intelligenzquote tendiert gegen 0.
    Kleiner aber weit verbreiteter Fehler: Auch der Ossi zahlt Solidaritätsbeitrag !

  16. Mein nostalgieverliebter...
    Mein nostalgieverliebter innerer Schweinehund mag die Süsstafel (wenig Fett drin, schmeckt bodenständig), die Spreewaldgurken (seit ich den Film Lenin gesehen habe) und das Sandmännchen. Im übrigen hat mir ein Arbeitskollege aus der ehemaligen DDR ähnliche Zustände genau so geschildert. Aber allen, die etwas Schönes sehen und genießen wollen empfehle ich ausnahmslos Ahlbeck auf Usedom.

  17. Es war wieder soweit. Der Wirt...
    Es war wieder soweit. Der Wirt der Bodeguita meinte Bewegung und frische Luft würden mir gut tun. Suerte mi nino. Irgendwann sah heute alles anders aus. An einem Bücherstand war ein deutsches Buch. Kauf mich, kauf mich, kauf mich! Titel: „Wie weiter“.
    Darin folgende Anekdote: Lokale Bank hatte lokale Hoheiten eingeladen. In der Eröffnungsrede betont der Bankchef, wie sehr doch die 68er und ihr Marsch gescheitert wären. Eine Landrätin und ihr Gatte in der letzten Reihe erheben sich:
    „Ey Alter ey, wat gloobste warumwa hier sind, ey?“ (Das Buch habe ich nicht mehr)

  18. @laperla
    Seiffert: Das hatte...

    @laperla
    Seiffert: Das hatte ich ja gar nicht mitbekommen… Danke. Er erhöht aber massiv das Durchschnittsalter der Boygroup von Mutti, wo sie doch so gerne junge forsche Männer bei Ballspielsportarten bobachtet.
    Eine Gegenstimme aus dem duetsch sprechenden Ausland
    http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&cob=506647

  19. Danke für den Text Don...
    Danke für den Text Don Alphonso.
    Ich seh die Kausalkette ja eher so Marxs->Murks->Ekel->Merkel.
    Die Unterschiede SED zur CDU waren immer schon marginal (man schau sich nur die Anzüge Honecker-Kohl an). Etwas andere Formulierung, etwas andere Inhalte verschweigen schon passt das alles.
    Langeweile? Sie haben ganz sicher Recht. Der Kulturbetrieb will uns desinteressieren, lanweilen und verblöden bis zur Apathie. könnte man meinen.
    Es gab die „neue deutsche Welle“, das war kommerziel aufgesetzte Kultur, um den Zahlungen für die Rechte an internationelen Inhalten zu entgehen.
    Die CDU unter Kohl hat dem ein Ende gesetzt, weil viele der Künstler pro Grüne waren.
    Heute unterdrückt der Staat jede Form der Kreativität im Privatbereich.
    Public Viewing bei der WM, Bundesliga, Formel 1 und Wetten Gottschalk sind die wohl organisierten Massenveranstaltungen, bei denen man das Publikum überschaubar durch die Gatter laufen lässt (jeder nur ein Kreuz-Brain).
    Fad, Langweilig, Geisttötend jo, das sind alles Worte die passen. Leider war dieses aber schon vor der Wende im Westen genau so.
    Wer kennt noch die ganzen Musiksendungen und die ganzen Ulksendungen aus den 80ern?
    Tetzlaff? Der DDR Bürger aus Herne?
    Banana? Von mir aus auch „Licht aus Spot an!“.
    Die Mumpetts mit den Gastauftritten von Promis?
    Die Tristess hat in der BRD schon lange vor der Wende eingesetzt und die Ausrede „bei denen war das noch viel schlimmer“ ist angenehm, aber lenkt vom Totalausfall des Kulturbetriebs BRD ab.
    Wo sind denn unsere klugen Köpfe jenseits der Börsen und Firmenoligopole?
    Wo höre ich denn Stimmen, die auch mal Quark erzählen, aber zumindest ihren eigenen und selbst erdachten?
    Die Bayern haben sich in Sachen Kreativität in meinen 46 Lenzen auch nie hervor getan ausser bei Oktoberfest 24/7.
    Bayern war immer Kirche hui und der Rest selbstbeweihräucherte Asche. Der Klüngel in München funktioniert, klar, aber ausserhalb der CSU-Heimat interessiert das Keinen.
    Da ist der Theaterstadl ja schon fast Hochkultur.
    Zu Info : Kulturhauptstadt ist das Ruhrgebiet und das ist nicht aus den 80gern sondern aktuell.

  20. Ist das die Bornholmer...
    Ist das die Bornholmer Brücke? Heimweh!

  21. Ich wohnte nicht weit weg...
    Ich wohnte nicht weit weg davon (Westen natürlich), aber trotzdem sehe ich das als Bild eines sehr fremden Ortes an.
    .
    BertholdIV, die Zurückgebliebenheit Bayerns entschuldigt keinen Ulbricht. Der Literaturtip ist bestens.

  22. Gab es in der DDR etwa keine...
    Gab es in der DDR etwa keine Porzellanmanufakturen? Lieber Don, beim letzten Mal fiel Ihnen ja auch zu Böhmen nicht mehr ein als nur das Stichwort „Ostblock“.
    .
    Als wüßten wir nicht, wo Brecht und Becher ursprünglich herkamen. Die ihrerseits wußten, warum sie von dort dringend wegwollten.
    .
    Und was kann der literarische Nachwuchs der Generation Abwrackprämie dafür, daß Westbiographien noch viel langweiliger und künstlicher sind als Ostbiographien.

  23. Ach, es ist doch die gerechte...
    Ach, es ist doch die gerechte Strafe für Ekzem- und Fleddermädchenliteraturleser, wenn sie mit nachgemachter DDR-Prosa beglückt werden. Wenn man halt masochistisch veranlagt ist, braucht man sowas. Im wirklichen Leben redet man mit seinen Ostkumpanen nur wenns um die Kindheit geht von der DDR. –
    So, und jetzt geh ich der Wirtin „Spritz“ aufschwatzen, hat mir in Milan geschmeckt, könnte man auch hier (Berlin) einführen, jetzt wos so heiß ist und alle draußen hocken.

  24. @HansMeier: ist es. Inzwischen...
    @HansMeier: ist es. Inzwischen wieder mit funktionierender S-Bahn, selbst bei Staatsakt wurde der Betrieb nur kurz unterbrochen.
    @DA: ist S-Bahn Schöneberg oder Yorckstraße heimeliger für Sie? Oder doch auch nicht?

  25. @DA (Nachtrag): kennen Sie...
    @DA (Nachtrag): kennen Sie Joseph Roths „Gleisdreieck“? Das echte Gleisdreieck ist ja inzwischen so verniedlicht, daß man das garnicht mehr nachvollziehen kann. Die Bornholmer Brücke hat noch ein ganz winziges klein wenig von dieser Brachialmoderne der 20er bewahrt.

  26. Wieso schreiben Sie DDR in...
    Wieso schreiben Sie DDR in Anführungszeichen? Zu lange beim Springer-Verlag gearbeitet?;-)

  27. Weil es nicht um die DDR geht...
    Weil es nicht um die DDR geht (die ist ja schon abgeschafft), sondern um die „DDR“ des Kulturbetriebs.

  28. Andererseits konnte man damals...
    Andererseits konnte man damals noch sagen, wem es nicht gefalle, der könne
    doch nach drüben gehen, so auch dem bentheimisch rauchquasselnden Knecht.

  29. Aber werter Don, wer wird denn...
    Aber werter Don, wer wird denn gleich solche Anträge schreiben? Das geht doch alles seinen geregelten sozialistischen Gang.
    Die Auseinandersetzungen mit unseren Vätern (oder für die jüngeren Leser: Großvätern) verlief auch in Phasen, erst mit Leugnung, dann mit Protest, dann mit Ironisierung und (Geschichtsschreibung Widerstand) Verklärung.
    Also lassen wir den Tellkamps und Wolffs ihre real existierende Biographie und widmen uns wichtigeren Dingen. Noch ein Gläschen Prosecco-Kir?

  30. @DA
    ein Freund von mir hat mir...

    @DA
    ein Freund von mir hat mir die Todesanzeige von Albert Keller SJ gesandt (leider in der SZ, die Zeitung, die ich sehr selten lese). Sehr witzig und wunderschön. haben Sie diese gelesen? Auch ein sehr guter Theologe (leitete die Stimmen der Zeit). R.I.P.

  31. Grundsätzlich sind wir alle...
    Grundsätzlich sind wir alle (mehr oder weniger) provinzlerisch – ich mache mir keine Illusionen darüber. Wegen dem offenbar überall rasch ausbreitenden Provinzialismus in Europa mach ich mir Sorgen. Es muss dringend etwas dagegen getan werden. Any Tipps? Als besonders kultiviert gelten die Franzosen und die Italiener – stimmt?

  32. Kulturfernere Landesteile:...
    Kulturfernere Landesteile: Bach, Händel, Mendelssohn, Schumann, Weber, meinetwegen auch Wagner. Dagegen: Richard Strauss, der mit dem ganzen Charme, der Ihrem geliebten Bundesland zu eigen ist, zum Publikum in Buenos Aires über Bruckner sagte: „So komponieren bei uns die Bauern.“ Sonst aber wirklich schön zu lesen, fast ein Volltreffer, sozusagen.

  33. Er (Albert Keller SJ) hielt...
    Er (Albert Keller SJ) hielt Humor und Ironie für Sonderfälle des Scharfsinns und Prüfsteine des Intellekts, deswegen wurde in seinen philosophischen Vorlesungen auch gelacht – was sonst nicht eben häufig vorkommt. Man stelle sich Heidegger in Freiburg dozierend vor….

  34. Habe vorhin ein Interview mit...
    Habe vorhin ein Interview mit dem 70jährigen Schriftsteller Albert Wendt aus Borsdorf bei Leipzig gehört. Derart sperrige Persönlichkeiten – er war damals Heizer, Traktorist und Bühnenarbeiter – hat wohl die innere Distanz zum sozialistischen Staat hervorgebracht. Dieser Mann kann nur vor diesem Hintergrund verstanden werden und so ist es auch mit etlichen jüngeren Kollegen, etwa Sybille Berg, Lexikonverkäuferin und Puppenspielerin in Weimar, deren frühe Beiträge in der “ Zeit“ ich immer mit erheblichem Vergnügen las. Im Laufe der Jahre wurde ihr Werk allerdings eher ihre Krankengeschichte.
    .
    Es gibt aber tatsächlich etwas, was wie ein Etikett „DDR“ vielen „Künstern und Kulturschaffenden“ anhaftet, das ist 1. diese Selbstbeschreibung und 2. ein immer noch bestehender Glaube, daß ihre Kunst essentiell wichtig für die Gesellschaft sei und sie daher auch einen Anspruch auf Unterstützung durch den Staat hätten. Der Markt, der über Wert und Unwert entscheidet, erzeugt da oft Verbitterung.

  35. Don Alphonso@: Wie sind Se...
    Don Alphonso@: Wie sind Se denn bloß auf dieses Thema, schon längstens abge-handelt, verfallen? Damals, allein diese komische Abhandlung von Werthers Leiden, huch wie artig….wat sachste zum Bitterfelder Wech?
    Werde mal gelegentlich wieder vorbeischauen, wenn´s hier wieder frischer zugehen sollte. Die Augsburger Madeln und B. B. wären ja noch ein Thema gewest. Aber auch die hiesigen, heutigen („West-Östl. Diwanschmus“) lit. Beziehungskistendramoletts sind ja so etwas von fad.
    ..
    Ebenso die „progressive“ Mode (im vereingten Vaterlande) der Theaterausstatter: Dier Kostümierung der Knallchargen mittels Straßenanzügen in Oper & Drama, samt Ketchup für geronnenes Blut und Pampe durch die alle, aber auch wirklich alle Protagonisten , incl. nackerten Geschlechterkrampf, hindurchwaten müssen und ihren Pimmel oder anderes zeigen.
    Mit soz. Gruß Ihr P.
    ..
    Holly01@:Sauber herauspräpariert. Sülze-Komplex BRD/DDR: Lobotomia completta oder irgendswie dazwischen. Chapeau. Sie vergassen die Biemöslblosn als maximalen Haltegriff oder Hilfssherif.
    ..
    Thukydides@:καλημέρα, Schmore immer noch im Turmverlies jenseits der blauen Brücke, die Befunde aus der Friedrichstadt lassen auf sich warten.

  36. @DA
    Dann doch noch eine...

    @DA
    Dann doch noch eine Schippe drauf. Ein Land in dem ein Bischof bis in die 90-er eine Wallfahrt duldete, die auf einen angeblichen jüdischen Hostienfrevel beruhte.
    Bitte nicht durch Verweis auf andere „Sünden“.. Bayern war schon allein schlimm genug und unerträglich bis weit in die 80er.
    Falls jemand was von Albert Keller SJ lesen möchte:
    http://www.hfph.mwn.de/lehrkoerper/lehrende/keller
    oder die Stimmen der Zeit
    http://www.stimmen-der-zeit.de/

  37. @ fionn 10. Juli 2010, 18:16...
    @ fionn 10. Juli 2010, 18:16 :
    Haben Sie Ihr „a“ am Ende vertippert?
    .
    Es ist wohl eher die mediale Darstellung, die uns Glauben machen soll, alles verschwinde im grau oder klein-klein.
    Es werden in den Staatsmedien nur noch Leuchtturmdenker zugelassen. Fragen vorher bekannt und Antworten schon über jahre bekannt.
    Der ganze Rest wird aus purer Angst vor der Bevölkerung, immer kleiner dargestellt und wo irgend möglich gebremst.
    Dort wo viele Meschen miteinander kommunizieren werden immer neue/alte Sicherungsnetze eingezogen.
    Abgesehen vom Internet gibt es ja nur noch rudimentäre Möglichkeiten sich überregional zu vernetzen.
    Alte Regel : In der DDR durfte man nichts sagen, sonst kam der Staat. In der BRD kann man alles sagen, weil keiner zuhört bei dem Grundrauschen das der Staat bewusst verursacht.
    Immer schön einmummeln mit offensichtlichem Unsinn…….
    So lange jeder sagt, die spinnen da oben, gibt es auch keine nennenswerten Widerstände.
    Würde ich eine Alternative sehen, die trägt, wäre ich nicht im Internet.

  38. laperla@: Das Schauerliche...
    laperla@: Das Schauerliche ist, wir leben mittenmangsdrin: Mir bräuchten halt wieder einen Thomas Bernhard, so ist es aus inoffizösen Hofratskreisen der Spanischen Kanzlei in der Wiener Hofburg zu hören.

  39. Die reiche kulturelle...
    Die reiche kulturelle Tradition jener Landstriche kann keinesfalls zur Exkulpation der DDR herangezogen werden, noch weniger zur Kennzeichnung der exDDR – Ostalgie. Soweit die großen Musiker tätig waren, kamen ihre Aufträge von den Fürsten oder sie waren – nein nicht Thomaskantor sondern „director musices“ eines Magistrats. Wie sich die DDR selbst in diese Dinge gemischt hat, kann man bei Herrn Thomas nachlesen, der deswegen geflüchtet ist, im Bach-Jahrbuch was den Versuch angeht, JSB für einen atheistischen Musiker zu erklären und bei anderen Fällen. Wenn man diese Kulturtradition ernst nähme, müssten man von Semperoper, C.M. von Weber, Bach, Händel, Schumann und Mendelssohn eher einen Mitblogger unterstützen zwecks Wiedereinführung des Feudalismus.

  40. Mal wieder deutlich gesagt,...
    Mal wieder deutlich gesagt, dass der Tegernsee der Mittelpunkt der Welt ist, deren Kaiser Don Alphonso heisst und der Rest ist scheiss egal, oder sogar noch schlimmer: Langweilig! Als Fortsetzung dieser Geschichte erwarte ich jetzt eine ausführliche Beschreibung der Befindlichkeit des Kaisers, Zustand der Haut, Haarpflege, Geschichte der täglichen Ausscheidungen, Marke der Zahnpasta, eine längere Story über den Schneider seiner Hosen und Hemden und natürlich wieder Bilder von den Torten die der Kaiser gerne isst. Zwetschgendatsche über alles, wir im Westviertel sind die, um die sich alles dreht. Ich bin ganz hingerissen!

  41. Blasiertheit:...
    Blasiertheit: Herkunft:
    französisch blasé → fr „abgestumpft, übersättigt, vom Alkohol ruiniert“, Partizip zu se blaser → fr de quelquechose „gegen etwas abstumpfen, einer Sache überdrüssig werden“
    >Der sedierte Patient als Künstler<, falls noch ein shabby Arbeitstitel gesucht wird, bitte schön.

  42. Lieber Don Alphonso,

    Sie...
    Lieber Don Alphonso,
    Sie hätten Sich das Porto sparen können, Schalk-Golodkovski lebt am Tegernsee, zwar arbeitet nicht mehr Sahra Wagenknecht für Ihn wie anno dazumal in der Stalin-Allee in Berlin, die für Ihn dort Antiquitäten verkaufte, jetzt sitzt sie ja EP, von der Linksaprtei abgeschoben. Schalk-G. ist ja nicht abgeschoben worden, sondern hat sich ja nur mit seinem bitter ersparten hierhin abgesetzt. Never mind!

  43. @ Plindos : merci
    Ich setze...

    @ Plindos : merci
    Ich setze immer wieder gerne diesen schicken Hut mit den drei Spitzen und den Glöckchen auf und gebe einen Text zum besten. Wenn es gefällt, ist es mir ein Fest.
    .
    @Sehr gut ! ferry : Markus und Co gefielen mir besser, aber schön das Sie weiter mitlesen.
    Ich zieteire mal einen Punk Sticker : „Dein Hass ist meine Auszeichnung.
    Natürlich extrem und am eigendlichen Punk haarscharf vorbei, aber denken Sie sich Ihren Teil, indem Sie es passend deescalieren.

  44. @Holly 01 "fionn" ist...
    @Holly 01 „fionn“ ist weiblich (

  45. Die DDR ist überall, will...
    Die DDR ist überall, will sagen: Niemand hat heute mehr eine „Biographie“.
    Das WTC zeitnah im TV einzustürzen gesehen zu haben, das ist unser größtes politisches Erlebnis. Ansonsten gibt es noch diverse Fußballspiele als Fixpunkte im Gedächntis: Wo waren Sie, als das Sparwassertor fiel?
    .
    Mein Gott, wie ich diesen Rummel um die 68er und die RAF satt habe! Da hatten es Eltern und Großeltern doch besser, die haben Dresden, Braunschweig oder Hildesheim noch mit eigenen Augen brennen gesehen.

  46. So, bin aus der Wirtschaft...
    So, bin aus der Wirtschaft zurück (auf Fußball hatte ich heute keine Lust). Sie kannten „Spritz“, nur den Namen nicht. Ich bekam es sofort, Zutaten waren vorhanden. Die nachfolgende Erdbeerbowle hat mich aufgeheizt, ich glaube, ich muß mich mal ein bißchen mit Wasser begießen, so wie meine Nichte ihren Bruder im Plantschbecken vorgestern („damit er wächst.“).

  47. Nur eine kleine Minderheit hat...
    Nur eine kleine Minderheit hat heute Lust auf Fussball – alles ruhig in der Stadt.

  48. Ja, aber lieber HansMeier555,...
    Ja, aber lieber HansMeier555, die Geschichte ist nicht reich an spannenden Zirkelschlüssen. Die waren wahrscheinlich immer nur langweilig. Plindos (18:32) hat dies mit der Bühnenästhetik des aktuellen Sprechtheaters schön angedeutet. Und wer ausser Gerhard Stadelmeier in der FAZ stellte dies in den letzten 15 Jahren kompromisslos fest?
    .
    In den Kontext dieser fortschreitenden Infatilisierung gehört m.E. auch das in den letzten Tagen diskutierte Rauchverbot. Man kann, wenn man und frau lange genug nachdenken (und eine willige Wissenschaft mithilft) für nahezu jedes Verbot eine plausible Begründung finden.
    .
    Hier ein kurioses Beispiel: Da wir beide Fans von Lummerland sind, ist Ihnen Räuber Hotzenplotz aus dem gleichen Autorenstall sicher vertraut. Nun stellen Sie sich vor, dass irgendein Pädagoge mit parlamentarischem Hintergrund (also entsprechender Lobby) findet, dass der Räuber-Hotzenplotz-Diebstahl von Grossmutters Kaffemühle eigentlich sexistisch (vielleicht sogar rassistisch) und entsprechend kindergefährdent ist.
    .
    Und irgendeine EU-Kommission fordert unter Hinweis auf ein Grundsatzurteil des Europäischen Menschengerichtshofes ein Verbot dieser gefährlichen Kinderliteratur? Im Moment halte ich diesen Abgrund des Schwachsinns nicht für eine akute Gefahr. Aber was ist in 5 oder 10 Jahren?
    .
    Ich verzichte jetzt auf meinen bekannten Forderungskatalog, sondern werden die Kids unter den Kommentatoren wieder ausfällig.

  49. da wie Plindos richtig...
    da wie Plindos richtig bemerkt: „Wie sind Se denn bloß auf dieses Thema“
    also was anderes von der Konkurenz, man wundert sich ja noch:
    http://sueddeutsche.de/medien/katholische-kirche-erhaelt-negativ-preis-das-kalte-herz-der-kirche-1.973073

  50. @ Thukydides: "Wer es liest...
    @ Thukydides: „Wer es liest und als gute Literatur empfindet dessen Intelligenzquote tendiert gegen 0“
    .
    Als Stütze der Gesellschaft wissen Sie vermutlich, was ich lesen soll/darf (oder bald gemäß Ihrem Diktat lesen muss?).
    .
    Mit dieser Aussage sind Sie ein heißer Asprirant für den Titel „Anencephalus 2010“.

  51. Das erste Foto finde ich...
    Das erste Foto finde ich beeindruckend – nur es fehlt was bzw wer –
    Humphrey Bogart mit Zigarette, oder Orson Wells.
    Werter D.A. da das nicht mehr geht, hätten Sie sich schon opfern können:
    mit Tweed-Jacket, zweifarbigen Schuhen und Borsalino in der Tiefe des Raums!

  52. Warum, Rosinante, laufe ich...
    Warum, Rosinante, laufe ich Gefahr, den Diebstahl von Großmutters Kaffeemühle durch den Räuber Hotzenplotz als sexistisch zu empfinden, wenn ich für das Rauchverbot bin. Leider können wir Herrn Claude Lévi-Strauss nicht mehr fragen, aber er hätte über solche Aussagen wahrscheinlich doch den Kopf geschüttelt…
    Man soll zwar angeblich das Denken den Pferden überlassen, weil sie einen größeren Kopf haben, aber das gilt nur für den Kasernemhof…

  53. Die DDR ist für die deutsche...
    Die DDR ist für die deutsche Literatur, was der Plattenbau für die Architektur ist.

  54. @HansMeier: einfach nicht mehr...
    @HansMeier: einfach nicht mehr „Spiegel“ lesen (und noch ein paar andere). Dann wird man mit diesem alten Scheiß auch nicht mehr belästigt. Aber dafür halt dann u.U. mit der von DA angesprochenen nachgefühlten DDR.

    Sonst wollte ich mich noch ausdrücklich bei Donna Laura und Holly für ihre Ehekommentare an anderer Stelle bedanken, die haben mir sehr gefallen (die von ein paar anderen auch, aber diese beiden waren besonders eindrucksvoll. Und Filous Hochzeitsgeschichte war natürlich ein echter Filou.)

    Mal was ganz anderes (ich habe schon in der Schule meine damals beste Freundin heftigst unterstützt, die im „Gemeinschaftskunde“-Unterricht meinte, es habe keinerlei Sinn, sich mit dem politischen System der DDR zu befassen, das brauche doch kein Mensch. Recht hatte sie. Insofern war das Thema bei mir schon durch, bevor ich mit den dort lebenden Leuten in Berührung kam):
    wie hält es der werte Gastgeber (oder auch die anderen) mit der Hitze?
    Man kann ja jetzt erst ab etwa 11 abends die Fenster aufreißen, um die Wohnung zu kühlen, und tagsüber muß man sie strikt geschlossen halten, wenn man nicht dauersaunieren will. Arbeitsraum in den 3. Keller verlegen? Irgendwie mißhagt mir das erzwungene Höhlenbewohnertum dieses Jahr, erst ist es zu kalt, dann ist es zu heiß, die Zeit, in der man einfach die Balkontür offenlassen konnte, war zu kurz. Ich gebe zu, in Mailand war ich um die Klimaanlage froh. Aber so eine wirkliche Lösung finde ich das auch nicht, braucht zuviel Strom und zuviel Wartung, und funktioniert nicht mit offenen Fenstern.

  55. @Stephen:
    Crawfords Buch ist...

    @Stephen:
    Crawfords Buch ist eine Trouvaille im Einerlei der Neoliberalismus-, Globalisierungs- und Kreativindustriekritiken, die halbherzig durch die Universitäten und die Feuilletons geistern. Leider ist es auf Deutsch unter dem denkbar unsäglichsten Titel erschienen. Besser noch als das Buch ist vielleicht sogar sein Brühwürfel: http://www.thenewatlantis.com/publications/shop-class-as-soulcraft. Aber Egal ob Buch oder Essay: Es ist der eleganteste Angriff auf den verwalteten, industrialisierten und institutionalisierten, also den angestellten Geist und seine déformation institutionelle et sociale seit Langem. Gerade deshalb ist es allerdings nicht eine bessere Alternative, sondern eine schöne Ergänzung zu den genüßlichen Querschlägern unseres verehrten Don Alphonso gegen die vielen juste milieus der Mittelschichtgesellschaft und die verschiedenen quid-pro-quo-Ideologien, in denen sich ihr verdinglichtes Bewußtsein ausdrückt. In Crawfords Buch ist dies die Ideologie der generalisierten Kreativität, die momentan in einer Weise zum politischen Zwangsprogramm einer wissensgesellschaftlichen Optimierung von oben wird, die der DDR alle Ehre gemacht hätte – der real untergegangenen natürlich, nicht der retroaktiv konstruierten. – Crawford repariert übrigens nur alte europäische und japanische Motorräder, in Richmond, der Hauptstadt der ehemaligen Südstaaten.
    @Don Alphonso
    Sie haben im Wedding gewohnt? Dann wird mir allerdings klar, warum Berlin bei Ihnen keine Chance hat.

  56. Danke colorcraze, für den...
    Danke colorcraze, für den Hinweis auf die wartungs-und kostenintensiven
    Systeme von denen wir umgeben sind und das Leben „erleichtern“.
    .
    Ich glaube das nennt sich Fortschritt!

  57. Gorodish, ich wohnte in der...
    Gorodish, ich wohnte in der Gartenstadt Atlantic, aber auf den Wedding lasse ich nichts kommen! Da war es durchaus erträglich, angenehme Umgebung, relativ sauber im Vergleich zu angeblich schicken Vierteln wie Prenzlauer Berg, ruhig, sogar gute Bäckereien (!) – das ist nicht oft in Berlin zu finden.

  58. gorodish, Ihr Text gefällt...
    gorodish, Ihr Text gefällt mir sehr, nur das mit der generalisierten Kreativität
    verstehe ich nicht so ganz. Ist es so etwas wie organisierte Kreativität?

  59. Das fand ich an Berlin gerade...
    Das fand ich an Berlin gerade so interessant: Dass man die Kriegsfolgen noch so deutlich gesehen hat. Dass alles so aussah wie in Deutschland in den 50er Jahren. Die Einschußlöcher an den klassizistischen Fassaden mitten in Mitte. (Auch heute noch an wenigen Orten zu sehen) Und meine dumme verdutzte Frage: Sind die noch vom Krieg?
    .
    Und was heißt schon Kultur?
    Nach Meinung des Don gibt es offenbar zwei Dinge, die eine Gegend kultiviert und damit auch beschäftigungswürdig erscheinen lassen:
    1) Eine schmucke Bausubstanz im gepflegten Ambiente
    2) Lokal verwurzeltes „altes Geld“, zu erkennen an bestimmten Konsumgewohnheiten, Markengeschäften, Umgangsformen.
    .
    Aber das ist mir zu kleinmütig. Bausubstanz wird überschätzt. Kultur ist was anderes. Hätte der heilige Gallus so gedacht wie der Don, dann gäbe es heute am Bodensee kein Kloster mit barocken Deckengemälden.
    Europa-das-christl.-Abendland verdankt seine Entstehung nicht zuletzt der germanischen Barbareninvasion.
    .
    Zwischen Tellkamps „Turm“ und diesem Blog hier gibt es eine große Gemeinsamkeit. Beide feiern die Resistenz des Bürgertums und der Bürgerlichkeit gegen feindliche, vulgarisiernde Mächte wie Stalinismus und Neoliberalismus.

  60. Bin ein Neanderthaler im...
    Bin ein Neanderthaler im Technischen, ein bloßer Sammler vor dem Textschirm: Wie dringt man hier durch, sehr geehrter Don Alphonso?
    Ein ganz knappes Wörtchen von Ihnen auf meine E-mail-Seite wäre ein Fernblick
    im Dickicht.
    Maler in Paris, klicke ich morgens zum Frühstück auf faz.net, oft ERST auf ihr Blog.——So ist mehr als ein Tag de Woche ein DON ERST TAG.

  61. Tellkamp: Absurdes Konstrukt...
    Tellkamp: Absurdes Konstrukt eines Ostens, der ganz anders ostelte.
    Stützen der Gesellschaft: derb, deftig, distanziert, wie das Westfiertel nun mal ist. Zwischen dem und mir ist keine Linie, sondern ein Graben.

  62. Wie darf ich as verstehen?...
    Wie darf ich as verstehen? Kommentieren ist ganz einfach, einfach in den Kasten schreiben, ich schalte dann frei.

  63. Lieber Don,
    Nach 200 Seiten...

    Lieber Don,
    Nach 200 Seiten bin ich ja auch „getürmt“. Aber die DDR kenn ich nicht aus eigener Erfahrung, darum traue ich mich nicht zu behaupten, es besser zu wissen als der Autor.
    .
    Und der Anspruch, das Bürgertum darzustellen, ist in beiden Fällen vorhanden. (Mit wieviel Berechtigung, darüber müssen andere urteilen).
    .
    An Schirrmachers Begeisterung vom Buch meine ich mich noch deutlich erinnern zu können.

  64. Ich darf vielleicht diese...
    Ich darf vielleicht diese Seite der DDR-Bürgerlichkeit noch anbringen:
    .
    http://modeste.twoday.net/stories/758929/

  65. Geschätzter Don Alphonso, es...
    Geschätzter Don Alphonso, es ließ sich ja schon länger nicht verhehlen, daß Ihnen unsere Armut in Neufünfland physisches Unbehagen bereitet. Das ist Ihr gutes Recht. In dieser Weltgegend wechseln ja aller paar Jahrzehnte die herrschenden Koterien und jede hat so ihre Idiosynkrasien gehabt, die es jeweils auszuhalten galt. Die letzte Herrscherclique, die wir hier hatten wünschte sich einen zukunftsfrohen Neuen Menschen, Sie wünschen sich wesenlose Lemuren, deren Geschichte höchstens bis zum Sklavenmarkt reicht, auf dem sie erstanden wurden. Nun, man sollte aus der Geschichte lernen. Es ist erwiesen, daß die Haltbarkeit eines Sklaven um das Mehrfache zunimmt, wenn man ihm zu seinem Brot ein wenig niedere Belustigung gestattet. Zu diesem Behuf erlaubte man auf den römischen Latifundien eine gewisse Promiskuität, die zum einen die Handhabbarkeit des Menschenmaterials verbesserte und zum anderen über die biologische Reproduktion einen gewissen Nebennutzen abwarf. Nun riechen Sklavenquartiere nicht besonders gut. Es hat ja bei den vorherrschenden Windrichtungen seinen Sinn, wenn das Westviertel im Westen liegt. Zudem sind die Belustigungen mit unangenehmen Geräuschen verbunden, wohl wahr. Es kann einem Optimaten nicht zugemutet werden, mit derartigen Emissionen zu leben. Ihr derzeitiger Furor richtet sich vornehmlich gegen die papierverarbeitende Industrie. Jonathan Swifts bescheidener Vorschlag, wie man die Kinder der Armen hindern kann, ihren Eltern oder dem Lande zur Last zu fallen, und wie sie vielmehr eine Wohltat für die Öffentlichkeit werden könnten, kann also leider nicht zur Anwendung kommen. Ich schlage daher vor, daß in den glücklichen Bundesländern bei den Kulturministerien eine Hauptverwaltung Agitation und Propaganda eingerichtet wird. Diese Hauptverwaltung hätte regelmäßig eine Liste mit unerwünschten Themen, Begriffen und Namen zu veröffentlichen, auf daß die Ruhe des Westviertels nicht gestört werde. Materiellen Rückhalt erhielte das ganze dadurch, daß die Hauptverwaltung die Zuteilung des Druckpapiers an die entsprechenden Medienhäuser übernähme. Bei Verstoß gegen das Ruhegebot folgt der Entzug der Papierzuteilung. Eine Zensur findet nicht statt.

  66. Lieber Savall, es geht ja...
    Lieber Savall, es geht ja nicht um die Region als solche, sondern um die ostentaive und vom Betrieb geförderte Perpetuierung ihrer Vergangenheit. Nichts gegen neue Liebesgeschichten von der Ostsee. Aber viel gegen die dauerhochhaltung eines Themas, das gerne aufgegriffen wird, um „schwierige“ und betriebskompatible Inhalte an den Mann zu bringen.

  67. Was soll das Jammern? Es gibt...
    Was soll das Jammern? Es gibt sie noch, die engen, miefigen Provinzen, welche die Balken im eignen Auge vergessen lassen – selbst wenn es dann der Vatikan ist.

  68. Ich glaube nicht, lieber...
    Ich glaube nicht, lieber HansMeier555, dass es hier -im Schwerpunkt- um eine Resistenz des Bürgerlichen geht. Zumal das Wort Resistenz ja als Gegengewicht ein positiv konnotiertes Wort wie Veränderung oder Entwicklung hat. Wenn ich unseren Gastgeber richtig verstehe, so geht es ihm (unter der Prämisse, dass die FAZ hier ein Forum für künftige Leserbindung der zu kaufenden Printausgabe finanziert) einerseits um partizipatorische Unterhaltung und Internet-Kommunikation und andererseits um ein Schärfen des Verständnisses von Qualität und dessen Kontinuum in der Geschichte.
    .
    Unter dem Strich geht’s also um den historischen Evergreen wie und was denn Fortschrittlichkeit sei: Was ist Fortschritt? Woran erkennen man und frau Diesen? Ist Fortschritt ein geistiges oder materielles Phänomen, oder Beides? Und, wenn ja, Wieviele? Ist Fortschritt ein Teil der Technikgeschichte oder eher der politischen Philosophie? Worin bestand der Fortschritt im 20. Jahrhundert? Kann Fortschritt linear sein, und, warum schwankt er, wenn er schwankt? Trägt die Liebe zum Fortschritt bei (diese ist hier, wie Sie gerade bemerkten, wirklich ein fernes Land, ein Lob auf donna laura)?
    .
    Sie haben meine langweilige Redundanz längst bemerkt. Und wenn ich ehrlich bin, sind alle meine Kommentare so. Und diese Redundanz ist schon ein Phänomen der Resistenz. Und bürgerlich bin ich auch. Liegt da der Zirkelschluss auf der Hand?

  69. @ savall : Das ist schön, Sie...
    @ savall : Das ist schön, Sie haben die Kohl´sche Wende in Worte gefasst.
    Es gibt keine Zensur, weil die nicht notwendig ist.
    Schliesslich gibt es kein Recht auf Veröffendlichung.

  70. Es sind doch ganz andere...
    Es sind doch ganz andere Sachen, die das Jetzt bewegen, ganz andere als eine evtl. bloß rückwärts gewandte Nabelschau, Bespiegelung eigener, gestern gehabter Verletzungen und narzistischer Kränkungen (wie die Veränderung des eigenen Krähwinkels in Deutschlands durch das Vorhandensein einer DDR).
    .
    Hier:
    .
    „Amerikanischen Touristen in Paris wird vom Besuch der berüchtigten Hochhausvorstädte meist abgeraten. Englischsprachige Reiseführer zählen ganze Departements rund um die französische Hauptstadt auf, die es dringend zu meiden gelte. Zu befürchten seien Raub, Gewalt und bürgerkriegsähnliche Zustände wie 2005 und 2007.
    .
    Doch ein Amerikaner hat keine Angst: Der US-Botschafter Charles Rivkin ist regelmäßig in Pariser Problemvierteln zu Gast. Schon 2009 enthüllte er eine Schulwandbemalung in Villiers-le-Bel, wo zwei Jahre zuvor Jugendliche eine Bibliothek abbrannten und auf Polizisten schossen. Im April kam er sogar in Begleitung von Hollywoodstar Samuel L. Jackson in das Hochhausviertel Bondy im Nordosten von Paris. Mit sozialpädagogischem Wohlwollen haben Rivkins Besuche wenig zu tun. Hintergrund ist eine neue Netzwerkinitiative der USA.
    .
    „Unser Ziel ist es, die künftigen Führer Frankreichs zu identifizieren“, sagte Lora Berg von der US-Botschaft jüngst der Zeitung „Le Monde“. Gesucht seien alle, die aufsteigen können und wahrscheinlich in Zukunft Verantwortung übernehmen werden. „Die Amerikaner rechnen damit, dass die französischen Eliten, heute alt und weiß, sich von Grund auf verändern – und sie versuchen, die herauszufinden, die heute ganz am Rande und morgen an der Spitze stehen könnten“, sagt der Sozialwissenschaftler Vincent Geisser. …“
    .
    http://www.ftd.de/politik/international/:problemviertel-talentsuche-in-frankreichs-ghettos/50141800.html
    .
    Barack Obama macht weiter also erfolgreich Politik: Nachdem er den Versuch – wohl us-amerikanisch-republikanischer Kreise – mit einer halb konstruierten halb-aufgewärmten Spionage-Affäre die (notwendige und richtige) Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Rußland zu hintertreiben (resp. auf später zu verschieben: könnte auch ein nächster republikanischer Präsident sich in drei, vier Jahren gerne an die Fahnen heften wollen) erfolgreich und mit Stil abgewendet hat, in dem er die Sache nicht nur staatsmännisch ins Große, Weltbedeutende gewendet, sondern auch gleich noch im Vorbeigehen gelungen löste, hat er, Obama, sich jetzt (oder schon seit einiger Zeit) auch die französische Innenpolitik vorgenommen und betreibt eine Destabiliserung Frankreichs, resp. dessen alter Eliten. „Gut so“ ist man versucht zu sagen, „wird sich zum Besten Frankreichs ausgehen“. Und evtl.auch „… wir hätten das aber nicht gemacht, denn was ginge uns das Versagen irgendeiner oder der franz. Bourgeosie an?“ (s.u.)
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    Ich werde also einen offenen Brief an Barack Obama schreiben, des Inhalts „der Tegernsee und Umgebung benötigen seine Zuwendung/Aufmerksamkeit auch“. (Wobei es Dialektik wäre, einen Brief nämlichen Inhalts an den Direktor der CIA auch zu verschicken, *g*.)
    .
    Wieso das? Provokant: Na klar weil der Tegernsee eine Beziehung hat zu und mit Helgoland, wenn man es so sehen, will „eine invertierte Form von Helgoland darstellt“: Statt „Fels im Wasser, solitärmässig“, „Wasser zwischen Felsen, Komma selbe Qualität“. Und beide dabei in Vergessenheit zu geraten, Komma Dornröschenschlaf (gegen den Don anschreibt, mit gutem Erfolg für sich – aber Deutschland weiß mal wieder trotzdem anscheinend nichts von sich, in einem Jetzt).
    .
    .
    Helgolands Geschichte also („Helligohländ“) bekannt (wir wissen, wir projezieren uns; auch das und wie; es gibt „lose Enden der Geschichte“ – man kann sie so sehen, etvl. aufnehmen – und muss das wiederum auch nicht):
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    – Hoffman von Fallersleben komponiert das „Lied der Deutschen“ dort (26.8.1841) („Von der Maas bis an die Memel, von …“ – oft (nein meist!) leider falsch verstanden)
    – Wilhelm der Zweite rüstet hochchauvinistisch zum Marinestützpunkt für Weltmeere und imperialistische deutsche Weltmacht auf,
    – Hitler baut das für seine abolut verbrecherischen Absichten weiter stark aus,
    – Die Engländer versuchen, den Fels durch die größte jemals erfolgte Sprengung mit konventionellem Sprengstoff so zu zerstörten, dass die Insel am besten nicht mehr vorhanden sei,
    – Deutsche Patrioten (genau solche im besten Sinne), reisen ein paar Jahre nach 1947 für Jahrzehnte jeden Sommer nach Helgoland, dort zwei oder drei Wochen Ferien zu machen, auf diese Art und Weise und stillschweigend aber sehr politisch gemeint und gedacht, der Insel zu helfen, als deutscher Insel die wirtschaftliche und moralische Erholung zu schaffen.
    – Inzwischen ist diese Generation tot und Helgoland schläft möglicherweise genau einen solchen Dornröschenschlaf wie der Tegernsee. (Das hieße: träumte vom gestern, nicht wahr?) (Auf Helgoland: Krabbenpuhlen. Am Tegernsee: nach Italien blicken)
    .
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    Wenn man so will ist der Tegernsee abernicht alleine, kann und wird es bis auf weiteres nicht sein (vielleicht für sich selbst, aber nie nicht für andere), war es nie. Erst im Verein mit einem reflektierten Umgang mit dem Ganzen, also mit der Antipode „Helligohländ“ als Klammer/Verbindung übers ganze Mitteleuropa, wird eine Einheit draus. Und ein Tegernsee, der das nicht weiß, kennt berücksichtigt, sich für alleine hält in Zeit und Raum Deutscher Geschichte (Weltgeschichte!), der ist und bleibt suspekt: „Italien ist es nicht, welches Deutschland balanciert“. (Der Glaube daran nur Soma. (Zumal er ja in den meisten Fällen nichts von sich selbst weiß, dieser Glaube. (Bundesminster mit Wohnsitzen in der Toskana sind verdächtig, einer gewissen Gedankenlosigkeit, so gesehen. Ein Innenminister „mit Finka auf Helgoland“, hätte der was? Verantwortlich in Kontinuität stehend … ?)))
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    Und dazu muß ich nicht einmal meinen angelsäsischen Hut aufgesetzt haben.
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    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschlandlied
    http://de.wikipedia.org/wiki/August_Heinrich_Hoffmann_von_Fallersleben
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    „Wegen seiner nationalen und demokratischen Haltung, die sich in seinen Unpolitischen Liedern äußerte, wurde Hoffmann 1842 von der preußischen Regierung pensionslos seiner Professur enthoben. Ein Jahr später entzog man ihm die preußische Staatsbürgerschaft und verwies ihn des Landes. Dies war der Wendepunkt in seinem Leben; Hoffmann ging ins Exil. Er irrte quer durch Deutschland, wurde aber von politischen Freunden aufgenommen. Zu seinem Freundeskreis im Exil gehörte der Vormärzpolitiker Georg Fein. Ständig von der Polizei bespitzelt, wurde er 39 Mal ausgewiesen, darunter dreimal aus seiner Heimatstadt Fallersleben. … Die Politisierung Hoffmanns erfolgte bereits in seiner Kindheit. … Die politische Bedeutung Hoffmanns bestand im Kampf für die verloren gegangenen bürgerlichen Freiheiten und in den Bestrebungen zur Schaffung eines geeinten, deutschen Vaterlandes. Letzteres geschah vor allem durch sein Deutschlandlied, … . Seine Gedichte der Unpolitischen Lieder, welche natürlich ganz und gar nicht unpolitisch waren, griffen die staatlich-politischen Verhältnisse jener Zeit an, wie Kleinstaaterei, Pressezensur, Fürstenwillkür sowie Allmacht von Polizei und Militär. ..“
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    http://www.youtube.com/watch?v=b698-Z1gNVE
    .
    Weniger die Befindlichkeiten der Tegernsee-e (Plural) als die Tatsache, dass das quasi antipodische „Helligohländ“ völlig ausgeblendet ist, bewegt wohl die kommende Geschichte. („Die blinden Flecken waren schon öfter wichtiger, als das, was im hellen Licht“)
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    Wichtig ist wohl, was Deutschland in den nächsten 30 Jahre vorhat, nicht zwanzig Jahre deutsche Einheit. Aber das nur am Rande.
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    .
    Wobei ich der Meinung bin – erneut und weiter lediglich am Rande bemerkt – dass auch all das für den Fortgang der Weltgeschichte nicht die volle Bedeutung hat:
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    Im Moment ist es ja wohl eher so, wie analytischer Blick leicht zeigt, dass sehr viele auf Afghanistan, den Irak und/oder Mitteleuropa und andere Plätze der Welt schauen. Das aber alles völlig undeutend, lediglich die Oberfläche. Der Gang der Wertgeschichte änderte sich aber in dem Augenblick, in dem ein herausragender Einzelner, einer, welcher dazu berufen wäre und es daher leicht könnte, ein Mitteleuropäer evtl. sogar, für sich selbst beschließen würde, dass ab sofort die Vereinigten Staaten von Amerika seine persönliche Einflußspähre wären. Dann änderte sich der Lauf der Geschichte. (Und ganz sicher zum Guten.) Aber das weiß ja sowieso jeder und berücksichtigt es auch im praktischen Tun.

  71. "1979" sagte man sich, "Ich...
    „1979“ sagte man sich, „Ich bin dann mal weg“ und begab sich auf Wanderungen durch „Feuchtgebiete“, um dort ein „Mängelexemplar“ des „Axolotls“ zu suchen – was für entsetzlich flache Literatur, ich hatte immer den Eindruck (soweit ich diese Werke bis zum bitteren Ende durchgelesen habe), der Autor habe sie an einem verregneten Wochenende runtergeschludert und das Manuskipt am Sonntagabend unredigiert in die Post gegeben. Mir völlig unverständlich, wie derartig hohle Prosa die bundesdeutschen Bestsellerlisten dominieren kann.
    .
    Was für eine angenehme Überraschung ist da Tellkamps Turm; ich schließe mich Schirrmachers Rezension voll und ganz an.
    .
    Und wer´s nicht mag – bitteschön. Aber dann erkläre man mir, wo und wie der Turm sog. Ostalgie sein soll. Tellkamp schildert ein zerbröckelndes, verfaulendes, marodes Land, das seine Bürger mit teils subtiler, teils mit roher Gewalt daran hindert, es hinter sich zu lassen. Und eine -für mich durchaus nachvollziehbare- Reaktion hierauf ist die innere Emigration in eine bürgerliche (Vorkriegs-) Welt, die in der Rückschau doch regelmäßig gut und heil und von hehren Ansprüchen gekennzeichnet ist.
    Allemal eine Alternative zu den Jubelstatisten, die am 1. Mai mit Winkelement in der Hand dem Herrn Generalsekretär und seinen Wandlitzer Ko-Gangstern die Paradefahrt zum Lampenladen verschönerten.
    .
    Kunderas Romanheld vollzieht als Folge politischer Repression die Entwicklung vom Neurochirurgen zum Traktoristen. Ist deshalb seine Unterträgliche Leichtigkeit eine nostalgische Verklärung der CSSR von ´68?

  72. Lieber Don Alphonso. Sie...
    Lieber Don Alphonso. Sie schreiben.
    „Man sagt unsereins, dass Tellkamps „Turm“ grosse Literatur sei, die man gelesen haben müsse – ich kenne viele, die das Buch im Regal stehen haben, und alle, wirklich alle fanden es unerträglich, und haben es nicht ausgelesen.“
    Tellkamps Buch ist reiner Tellkrampf. Warum haben Sie sich denn diesen Mist erzählen lassen? Warum lassen Sie sich zu Statisten einer Vergangenheitssoße machen, die ja nichts weiter will als in der Gegenwart ein bisschen antilinkes Pulver trocken zu halten. Warum wird jedes winzige Stück Humor, mit dem die DDR längst beerdigt wäre, als Beleidigung der Opfer angeprangert? Fragen Sie mal Hubertus Knabe, den Großwesir der Aufarbeitung und Wessi, falls sie ihn kennen.
    Ich finde , wenn es um Vergangenheit und Kunst geht: Hitler ist viel dämonischer als Honecker, Albert Speer viel bürgerlicherh als Otto Grotewohl. Da sollte man wieder ansetzen.
    Abgesehen davon fasziniert mich immer, welches Gefühl für timing man braucht, wenn man publizistisch losballern will. Erstmal muss Gauck seine Aufgabe erfüllt haben, dann kommt das bashing. Erstmal muss der DDR-Jammer flächendeckend durchgezogen sein, bevor einer mal die Bremse ziehen darf. Seit „Das Leben der Anderen“ ist DDR-Stasi-Jammer angesagt gewesen nun dreht sich der Wind wieder und die definitionsmächtigen Wessi Medien-Tuis ordnen an: Ende der Debatte. Wie früher Stalin.Unser größter Feind ist die Langeweile und DDR ist langweilig.
    Na, denn Genossen: Langweiler an die Wand.

  73. ...und ein Glas...
    …und ein Glas Spreewaldgurken sind bei dieser Hitze doch eine echte Alternative zur Kürbistarte oder zum Gemüsegratin…

  74. @Sander Ort,

    es ist Ihnen...
    @Sander Ort,
    es ist Ihnen doch bereits gelungen 8.51 Uhr, perfekt, perfekt.

  75. ...und ausserdem weht auch im...
    …und ausserdem weht auch im heißesten Sommer in Berlin immer ein angenehmes Lüftchen… Wie machte eine nordbayrische Stadt jahrelang Werbung mit ihrem schlechten Wetter: Lieber etwas weniger Sonne und dafür mehr Kultur…die Stadtväter meinten ihr angestaubtes Stadttheater…

  76. ich erinnere mich noch an die...
    ich erinnere mich noch an die provinz am südbadischen bodensse in den späten achtzigern, vor der wende, wie man im beitrittsgebiet sagt und auch an die welt, wie sie im regionalteil des in konstanz erscheinenden südkurier täglich aufs neue geschaffen wurde: es war, aufs prinzip zurückgeführt, die sich stets wiederholende abfolge von musikvereinsfesten (überwältigender besuch, hervorragende darbietung, rauschender beifall, anschliessend jubilarehrung) und feuerwehrübungen (hervorragende leistung, hoher stand der ausbildung, ausdrückliches lob des kreisbranddirektors, anschliessend jubilarehrung).
    .
    ob damals nicht auch das südgeschmier etwa wesentliches verschwiegen hat, ob da neben der guten stube nicht noch andere, eher unschöne räumlichkeiten waren? nun, die eine oder andere sauerei wird nicht im blatt gestanden haben, dafür um so mehr in der fastnacht erörtert worden sein, so wie das dort der brauch ist, man kennt sich schliesslich in den klienen ortschaften. im grossen und ganzen aber wird es dort tatsächlich so gewesen sein und das leben dort war ein ruhiger fluss, unterbrochen von musikvereinsfesten und feuerwehrübungen. kein wunder, dass die jungen es kaum erwarten konnten, sonstwohin zu gehen.
    .
    das ist lange vorbei.

  77. Wissen Sie, was schon wieder...
    Wissen Sie, was schon wieder saukomisch ist? Dass es Schreiber mit einer Ostbiographie gibt, die ihren Überdruss an der von Ihnen trefflich beschriebenen „DDR“-Grusel-Verwurstung beschreiben -, deren Texte aber momentan entweder nicht en vogue, möglicherweise auch zu schlecht (gemessen woran? an den Bauchnabeleien und -schnabeleien einer durch und durch langweiligen West“literatur“?) oder aber dem Kulturbetrieb (-markt) keinen Cent bzw. keinerlei Aufmerksamkeit wert sind. Augenscheinlich dealt es sich mit der „DDR“ als Anstalt von Knechten, Geknechteten, Neurotikern u. a. besser. Und nebnbei wird, das ist leider denn doch nahezu kriminell, ein Bild von der DDR gezeichnet, das Geschichtsbild wird; das Törichte an der Deutungsmacht hält weder Ochs noch Esel auf. – Einziger Einwand, Verehrtester: Wo sie von „Lebensfreude“ im Westen schreiben, stünde in meiner Interpretation eher „Konusmfreude“. Lebensfreude habe ich, der ich seit acht Jahren tief im Westen lebe und mich in den Jahren davor emsig herumtrieb zwischen Hamburg-Wilhelmsburg und Freiburg-Au, eher nicht kennengelernt. Eher einen Überfluss-Chic, der strunzend langweilig ist. Oder anders gesagt: Es gibt eine bunte Langeweile, die unterscheidet sich von grauer Langeweile wahrlich nur farblich und enthält nicht mal mehr sowas wie Sehnsucht, Träume … Ist natürlich missverständlich, als hätte Mangel immerhin den Vorzug, der Phantasie auf die Beine zu helfen … – Aber dies ist ein weiteres weites Feld. Hochachtungsvoll Icke

  78. Don, Digger, lass Dich mal...
    Don, Digger, lass Dich mal knuddeln.
    Schmatz
    Bonfire

  79. Verehrter Don Alphonso,
    die...

    Verehrter Don Alphonso,
    die Gartenstadt Atlantic ist natürlich ganz etwas Anderes – ich wäre beinahe selbst dorthin gezogen, wenn es eine passende Wohnung gegeben hätte. Freunde wohnen dort. – Meine eigene Wedding-Erfahrung gründet übrigens auf ein paar Jahren Virchow-Nähe in den mittleren Neunzigern, als geduldeter und durchaus geachteter Fremdling. Im Großen und Ganzen problemlos, aber eben nicht so, daß mich dort irgend etwas gehalten hätte.
    @minna:
    „generalisierte Kreativität“ ist die zum Prinzip erhobene Forderung zur innovativen Selbstentfaltung des Individuums. Zum Beispiel durch staatliche Programme der Kreativitätsproduktion wie im organisierten „creative writing“, das bemerkenswerterweise nach der langen Inkubationszeit von vierzig Jahren, erst nach der Wende nach Deutschland importiert worden ist (und eine der institutionellen keimzellen der „DDR“-Literatur bildet). Oder durch die verwaltungsseitige Mythisierung einer angeblichen Kreativindustrie (sic!), wie dies unser unvergleichlicher Regierender Bürgermeister bei jeder Gelegenheit versucht. Man könnte auch sagen, daß es die modernisierte Variante jener Aufstiegsorientierung ist, die die Mittelschicht kennzeichnet und von der ein früherer Vorsitzender der sozialdemokratischen Partei beklagte, daß sie in den sogenannten Unterschichten nicht mehr vorhanden sei. „Generalisierte Kreativität“ – das ist das Premiumprodukt der „Human Resources Industry“, vulgo: der höheren Bildungsinstitutionen. Und weil sie derzeit zum gesellschaftlichen Leitbild erhoben wird, an dem sich jeder zu orientieren hat, wenn er erfolgreich sein will, ist „Kreativität“ eine Ideologie.

  80. Pommerland ist...
    Pommerland ist abgebrannt.
    .
    Nein, zur Refeudalisierung gibt es keine Alternative: Vor allem kein Bürgertum. Wie hilflos, peinlich und ewigvergeblich all diese von GO’s und anderen Parteienstiftungen finanzierten Bemühungen, zwischen Elbe, Hindukusch und Pazifik so was wie eine bürgerliche Gesellschaft, pardon, „Zivilgesellschaft“ aus der Retorte zu zaubern.
    .
    Das kann nicht funktionieren, denn das Bürgertum verdankt seine Entstehung dem Feudalzeitalter, um nicht zu sagen: Es ist, genau wie die katholische Kirche, selber ein Relikt des Feudalzeitalters. Seine Stärke ist das bewahren und konservieren der adligen Kultur, die es sich halb angeeeignet und halb ins Museum und die Universitäten verbannt hat
    .
    In Bayern oder Österreich funktionierte der Übergang ziemlich glatt. Monarchie und Adel wurden abgeschafft, aber die Westviertelmilieus änderten sich dadurch nur wenig.
    .
    Anderswo aber sind die Russen einmarschiert und trennten das Kulturbürgertum so brutal und unfair von seinem Vermögen wie Toni Schumacher den französischen Mittelstürmer 1982 vom Ball. Damit verloren die Kulturbürger auch ihre Fähigkeit, die Normen zu setzen, an der sich die anderen orientieren müssen. So wurde ein soziales Gewebe zerstört, das man, im Gegensatz zur Dresdner Frauenkirche, eben nicht einfach so wiederherstellen kann.
    .
    Und das ist es vermutlich doch auch, was den Don am Osten so nervt. Nachbarn, bei denen man einfach nicht mehr weiß, wie man ihnen vermitteln soll, daß man sie für grob ungezogen hält. Weil sie die Andeutungen gar nicht verstehen, mit denen man im schweizer Westviertel ein vernichtendes Urteil zum Ausdruck bringt.
    .
    Fazit: Wer das Bürgertum zurückhaben will, muß erst einmal Adel und Kirche wieder an die Macht bringen: Starke Pfeiler politischer und geistiger Macht, an der dann auch die bürgerlichen Schlingpflanzen wieder emporwuchern können.
    Wenn Pommerland sich wieder aus der Asche erheben soll, dann braucht es ein neues Herzogtum und eine neue Slawenmission.

  81. perfekt!57,
    ich muß zugeben,...

    perfekt!57,
    ich muß zugeben, daß ich Ihren Beitrag nur soweit gelesen habe, wie es
    um Paris ging und fand es sehr aufschlußreich, weil klassisch `stärke die
    Opposition im Land um die Regierung kirre zu machen´.
    Ansonsten verwundert mich immer die Einstellung der „Eingeborenen“
    sich hinter Migranten zu verstecken, die es denen da „oben“ zeigen sollen.
    Dabei wird leicht vergessen, daß Migranten – wenn in größerer Zahl – auch
    ihre eigenen Eliten mitbringen; man wird also bestenfalls als Türöffner be-
    nötigt.
    …und immer gilt der Spruch: Majestät lieben den Verrat, aber nicht den Verräter.

  82. @HansMeier555
    Ihre Analyse ist...

    @HansMeier555
    Ihre Analyse ist excellent. Österreich. Wer ist Kardinal in Wien und welcher Famile entstammt er… Da hilft nicht mal der Zölibat. Die gleichen Familein bestzen immer die gleichen Posten

  83. ecki,
    .
    literatur, wen...

    ecki,
    .
    literatur, wen interessiert das eigentlich noch. das ist doch eine kleine, abgesonderte welt, die künstlich am leben gehalten wird. die akteuere, nun, zumindest tun sie so, als ob dem nicht so wäre, von daher wäre der vergleich mit dem ende der ddr so abwegig nicht, da jubelte das nd ja auch noch erfolgsmeldungen, als die bonzen sich schon ans abwickeln machten.
    .
    wenn man die seite bachmannpreis.eu aufruft und dann die autoren auf gemeinsamkeiten durchsieht, es sieht doch sehr nach einem klassentreffen des deutschen literaturinstituts leipzig aus.
    .
    da ist die meldung, dass ahärrdeh und zetteheff ihren gebühreneinzug umstellen, sehr viel interessanter, sowas ist doch ein zeichen gesellschaftlichen fortschritts, die leute werden nicht nur verdummt, sie müssen das auch noch bezahlen, schade, dass sudel-ede das nicht mehr erleben durfte.
    .
    .
    konsumkritik konnten andere sehr viel besser, es führt ein direkter weg von 1968 zu manufactum. was das subjektive befinden oder die lebensfreude der deutschen angeht, am allerbesten ging es denen so mitte dreissger bis frühe vierziger jahre des vorigen jahrhunderts, langweilig war es da eher nicht und gerade im beitrittsgebiet hätte das die jugend gerne wieder.

  84. werter gorodish,
    herzlichen...

    werter gorodish,
    herzlichen Dank für Ihre Antwort.
    .
    Im Alltag bin ich immer überrascht, was für Ergebnisse der Wunsch nach
    Kreativität zeitigt – Bescheidenheit in ihrer ganzen Blöse.

  85. Die Wolfsburger drehen jetzt...
    Die Wolfsburger drehen jetzt jeden Cent zweimal um und bekommen nur noch Currywurst zu Mittag, um die Zusagen an Pamplona zu halten. Trotzdem: Irgendwann werden die Spanier ihre Telefonrechnungen nicht mehr bezahlen können, O2 wird pleite gehen und mit O2 die Tochterfirma „Alice“. Und dann? Wird Vanessa, das schöne Gesicht von „Alice“, hungern und leiden!
    Deswegen: Rettet Vanessa! Schickt Kreuzritter! Befreit die schöne Italienerin aus spanischer Gefangenschaft. Bloggt, demonstriert, tut was!
    Vanessa, nur Geduld. Vanessa…

  86. hans meier, 11.07.2010,...
    hans meier, 11.07.2010, 13:29
    .
    ja schon, aber wer hängt der katze die schelle um?
    oder anders, wer möchte denn schon so gerne in dresden den geenisch und in meissen den erdbeerschorsch geben?
    .
    die jetzt dran sind, das sind doch bestenfalls sonderbare gestalten. der tillich, ich trau dem weder trieb noch kunstverstand zu, geld hat er auch keins, das ist ein sesselfurzer, der sich für einen staatsmann hält.
    was die evangelen bischofsmässig zu bieten haben, schweigen wir still, eine unglücklichen trunkenheitsfahrt macht noch keien fürstbischöfin.
    .
    vielleicht fängt man damit an, in rochlitz wieder ulanen zu stationieren, ist was fürs auge, auch was für die jugend, die pferdeäpfel kommen den rosenliebhabern zu gute und miltärisch gesehen ist kavallerie abrüstung.

  87. auch-einer
    .
    Eine geniale...

    auch-einer
    .
    Eine geniale Idee: Das preußische Militär wiederzugründen, mit Uniformen, Drill und Bewaffnung aus dem späten 18. Jahrhundert.
    So eine fesche Militärparade allsonntäglich gäbe der Jugend wieder einen Sinn im Leben, bietet den Bürgern was fürs Auge und könnte auch wieder Touristen anziehen.
    .
    Hinzukömmen müßte aber auch wieder eine Kirche, die den Namen verdient. Und seien wir ehrlich, das Elend im Norden und Osten hat doch mit der Reformation angefangen. Von der Schließung der Klöster wie in Chorin hat sich Brandenburg kulturell nie erholt. (Wo würde der Don heute wohnen, wenn sich die Reformation auch in BAyern durchgesetzt hätte?)
    Barock und Rokoko brauchen wir, will sagen: Renaissance.

  88. lieber Berthold IV,
    zwischen...

    lieber Berthold IV,
    zwischen dem jetzigen und dem letzten Kardinal aus der Familie Schönborn liegt eine lange Zeit. Uns stören die Politikersippen in Ministerien, Medien und Gerichten weit mehr.

  89. @ Rosinante 11. Juli 2010,...
    @ Rosinante 11. Juli 2010, 10:24 :
    Ein gutes Stück Wahrheit mag sein, daß Deutschland seit gut 40 Jahren schulisch verdummt wird. Meiner Meinung nach systematisch.
    Ganz egal ob linksliberal-pseudo intelektuell oder rechtskonservativ-pseudo christlich, das Ergebniss war immer mehr Stoff und immer weniger Inhalt.
    Bei mir merke ich jeden Tag wie das Jäckchen aus Wissen und Meinen viel zu kurz ist.
    Bei unseren Politikern habe ich oft den Eindruck, die sind froh wenn Ihnen keiner mit „denken“ kommt. Die Erkenntniss das ein Gehirn durch Benutzung nicht schlechter wird dringt da selten durch.
    .
    Viele würden gerne besser sein, wenn sie nur könnten. Da sehe ich ganz viel im argen. Ich hatte 1 Jahr Latein und der Lehrer meinte immer : nein, die Sprache braucht man nicht. Nur das Wissen um die Herkunft unserer Kultur ist wichtig, um das zu verstehen ist Latein hilfreich.
    .
    Das Schulssystem in Deutschland und sein Zustand prägen unsere Gesellschaft.
    Die Politik ist offensichtlich weder fähig, noch willig unsere Kinder zu bilden.
    Der Rest liest sich leicht mit „Folgefehler“.

  90. Nachrichten aus...
    Nachrichten aus Dresden.
    „Folge der Reformation war die Vermehrung der Macht der protestantischen Landesfürsten. Theils hatten sich die niederen Stifte, Klöster und Abteien selbst geleert, theil geschah dies noch durch die (staatlichen!) Kirchenvisitationen. Auf jeden Fall waren sie im protestantischen Lande völlig unpassend geworden. Große Summen, die bisher von ihnen nach Rom gezahlt worden, blieben nun im Lande, große Grundstücke kamen aus der todten Hand der Geistlichkeit in die lebendig schaffende der Weltlichen.
    1541 auf dem Ausschußtag zu Dresden, dann auf dem leipziger Landtage wurde theils Verkauf theils Verpachtung der Kirchengüter beschlossen, endlich auf dem Ausschußtage zu Dresden (6. Januar 1543) ihre Verwendung so angeordnet, daß der Unterhalt der Kirchen- und Schul-Diener verbessert, Einrichtung dreier Landesschulen zu Meissen für 60, zu Merseburg (später Grimma 1550) für 70, zu Pforte für 100 Knaben bestritten würde. Die fähigsten Knaben sollten Stipendien und Freitische auf der Universität erhalten, die gleichfalls aus dem Kirchengute zu gründen wären. Und somit wurde zuerst dem Nachtheile abgeholfen, den die Aufhebung der Klöster und Stifte durch Vernichtung ihrer Schulen zwangsläufig haben musste, und Tausenden nach und nach der Weg zu höherer Bildung damit bereitet. …..“ – von C. W. Böttiger – Erster Band – 1830 –
    Internet
    Was meinen Sie, Don Alphonso, warum der Erste Weltkrieg angezettelt wurde!

  91. liebe colorcraze, lieber...
    liebe colorcraze, lieber Rosinante, ich erröte ja ganz ausserordentlich ihres so überaus freundlichen lobes wegen. hach, dankedanke.
    .
    ich nehme an, und der don hat es schon ein paarmal angemerkt: dass es um die ‚ddr‘ im kulturbetrieb geht, der stets grau und sich im uralten theaterstaube wälzend durch die gesamtdeutschen institutionen zieht und in etwa so erheiternd ist wie … äh, mir fällt gerade kein nullpunkt ein.
    .
    der inzest im kulturbetrieb ist besonders, aber nicht nur im berliner theaterbetrieb ausserordentlich.
    und es scheint fast egal, wie das ergebnis auf den unwichtigsten part des ganzen, dem konsumenten, wirkt,
    der regisseur, in zweiter ehe mit dings verheiratet, die den kunz kennt, der wiederum von hinz unterstützt wird, der den entsprechenden kulturminister/senator etc. kennt…, der wird immer gelobt. gaaanz toll, tönt es dann aus den mittelmässigen stadtgazetten.
    .
    den inzest kann es übrigens auch beim film beobachten.
    .
    ich vermute schwer, um diese tristesse der bundesrepublikanischen kulturmaschine geht es dem don. und um ihre marketingstrategien.
    .
    ist schon mal der mangelnde individualismus von vernissagenbesuchern aufgefallen: in berlin entweder superbillige oder meist sündteure sack und asche, im rest der republica bei den damen graue bob-frisur, dicke, runde hornbrille, gerne schwarz oder rot, dazu knallroter lippenstift, der rest irgendwie ungeschminkt, und um den körper je nach figur hängende weisse oder schwarze küchenhandtücher oder mattsatin.
    .
    mir letztlich ist deren optik egal, es ist wie bei den hiphoppern, aber die uniformität erschreckt mich.
    .
    da lobe ich mir george tabori: da wurde zwar zur belustigung älterer voyeure zwar auf der bühne auch nackt herumgeturnt, aber immerhin konnte man noch etwas verstehen und sogar lachen, und das im progressiven theater.
    .
    der heutige kulturbetrieb sollte sich mal artaud zum vorbild nehmen: theater der grausamkeit. und dann gut umsetzen. halbwegs verständlich machen (da dies wirklich komplizoiert wäre), zumindest ein spotlight darauf setzen. horizonte erweitern.
    .
    da ich gerade etwas ‚mit kirschen‘ mache, denn wir ersticken fast in der reichhaltigen – und köstlichen – ernte: möchte jemand eine e-kirsche? sie sind wirklich vorzüglich.

  92. @ Hans Meier 555

    >>So eine...
    @ Hans Meier 555
    >>So eine fesche Militärparade allsonntäglich gäbe der Jugend wieder einen Sinn im Leben, bietet den Bürgern was fürs Auge und könnte auch wieder Touristen anziehen. << Nicht verpassen - Am Mittwoch 14.juli (auf TF1 08.45h bis 12.00h) in Paris, auf den Champs Elysées: Défilé du 14 juillet. Klasse! Ein Muss m.M.n. Was die lieben Nachbarn an diesem Tag jedes Jahr veranstalten ist eindrucksvoll.

  93. liebe donna laura, das Wort...
    liebe donna laura, das Wort e-kirsche finde ich, sorry: geil.

  94. Holly01 15:02: danke und dito...
    Holly01 15:02: danke und dito in der Schweiz.

  95. @ Holly01 10.24h

    "Die...
    @ Holly01 10.24h
    „Die Politik ist offensichtlich weder fähig, noch willig unsere Kinder zu bilden.“
    Dazu ein vielleicht treffendes Zitat (Tallyrand)
    „Quand je me regarde, je me désole
    Quand je me compare, je me console“
    M.M.n ist die Lehre (existiert auch in ca. 300 Variationen in der Schweiz) überhaupt nicht zu unterschätzen. Die wirtschaftliche Leistung Deutschlands ist heute kaum zu übertreffen – nicht zuletzt dank dem „apprenticeship system“.
    Uebrigens, im „Zuger Amtsblatt“ http://www.amtsblattzug.ch
    sind immer noch einige Lehrstellen frei, z.B. als Kaufmann/frau sowie Lehrstellen für Fachfrau/Fachmann Gesundheit.

  96. hans meier 11.07.2010...
    hans meier 11.07.2010 14:34
    .
    ja, schon, aber doch kein preussisches militär.
    .
    bairische schwolische. kurhessiche leibdragoner. von mir aus noch württ. pioniere. und sächsische ulanen, am standort rochlitz.
    überhaupt ist eine orientierung am kgl. sä. militär und seinen traditionen angebracht, im felde eher glücklos aber dafür eine recht musikalische militärmusik.
    .
    die marine wird nach kurpfälzischem vorbild und stellenschlüssel eingerichtet und die fürstbischöfe/innen sollen sich schweizer garden anschaffen, wenn da ein paar hotzenwälder drunter sind, schadets auch nicht.

  97. Don Alphonso, was meinen Sie...
    Don Alphonso, was meinen Sie mit „arbeiten“ (gestern, 21.05)?

  98. Werter Don,
    absolut super....

    Werter Don,
    absolut super. Genau richtig. Weg damit. LANGWEILIG die blöde DDR!!! Auch die ganzen Auswüchse der Ostverbrecherpolitiker der SED, die heute PDSLinke heissen sind zum Davonlaufen. Während die Nationalhymne erklingt bleiben die sitzen und verweigern sich. Wir Steuerzahler bezahlen diese Ewiggestrigen mit ihrem miesen Benehmen. NPD und LINKE-Kommunisten verbieten!
    In Rage-Grüße aus der Sommerfrische
    MvB-B

  99. "Antrag zur Abschaffung der...
    „Antrag zur Abschaffung der „DDR““
    .
    Stattgegeben also. Wie gesagt: „Von der Maas bis an die Memel“ heißt heute eher „Vom Tegernsee bis Helgoland“ und schließt gefühlt die östlichen Flächen, welche höchst vorübergehend mal „DDR“ waren, leicht mit ein, deckt diese ebenso mit ab. Wobei der Tegernsee davon („Tegernsee bis Helgoland“), so weit ersichtlich, nicht viel weiß, sich eher für Stelle als Stecke oder Teil von etwas hält. (Bis „der Mantel der Geschichte kommt, und ihn, den Tegernsee, mit an die Hand nimmt“(?))
    .
    In geschichtlichen Dimensionen also erscheint die Zeitstrecke deutscher Teilung unterhalb einer das deutschsprachige Mitteleuropa verbindenden/überdeckenden Klammer „Tegernsee-Helgoland “ längst das geworden, was es immer war: Marginalie. Ganz sicher von außen gesehen.
    .
    Einer ambivalenten Klammer allerdings, wenn man es so sehen will, welche Freiheit, Freiheitsstreben und Staats-Chauvinismus nebst extremstem Verbrechertum miteinander resp. neben/nacheinander sieht.
    .
    „Männer machen Geschichte, Frauen erzählen Geschichten“ (Scheherazade) – mal sehen, wie es Frau Dr. Merkel weiter hält.
    .
    Interessanterweise erwartet das Bürgertum in der FAZ jedenfalls anscheinend getrost eine Zukunft. Ohne mehr zu erwarten, als dass sie passiert. Denn Blick früh rückwärts gewandt. Während man weiter Pflaumenkuchen mit Worthäubchen garniert. Und nett blogt. Und zum Glück wird das keiner ändern.

  100. Schön, dass der Tegernsee und...
    Schön, dass der Tegernsee und seine Geschichte nicht so langweilig ist. Deshalb spielen dort seit Jahrzehnten die Romane und Filme. Deshalb ist er so unglaublich attraktiv für Innovatoren und Kreative, Ästheten und Wissende, die bekanntlich seine Ufer säumen. Deshalb nennt man ihn auch zu Recht den „Philosophensee“.

  101. werte donna laura,
    ...nichts...

    werte donna laura,
    …nichts gegen Mattsatin, bitte…

  102. Ach Tellkamp, ich habe den...
    Ach Tellkamp, ich habe den Turm ausgelesen. Vielleicht hängt mein Interesse (und damit das durchhalten beim Lesen) mit meiner militärischen Profession zusammen. Wer hat denn hier Alfred de Vigny „Servitude et Grandeur militaires“ gelesen? Etwa die in sein Buch als eingebettete Erzählung vom Schiffskapitän, der sich mit dem jungen Gefangenen anfreundet den er nach Guayana bringen soll. Vorschriftsmäßig öffnet er auf hoher See den Geheimbefehl und entnimmt diesen, dass er den Gefangenen hinrichten soll. Er gehorcht, kehrt zurück, quittiert den Dienst und kümmert sich um die – inzwischen geistig verwirrte – Verlobte des Gefangenen.
    Von da zu den Erlebnissen des jungen Soldaten Christian Hoffman im Turm ist der Weg gar nicht so weit, und die Erzählung vom Kriegsgericht und dem besonderen Advokaten (man kann das alles als Schlüsselroman lesen, muss aber nicht) zeigen die Brüchigkeit des Systems wie seinen Machtwillen.
    Wen kümmert die Ardenne – Geschichte wenn er (sie, etwa Donna Laura) heute Effi Briest liest?
    Ich weiß, das verblasst ja vor den großen Münchner Romanciers, die waren aber fast alle ins Westviertel ( na eher Südviertel) zuagroast.
    .
    Ich hatte vorhin statt Kuchen noch von den reichlichen Erdbeeren, mit Sahne und etwas Eis. Die Kirschen sind hier noch nicht ganz so weit.Man könnte natürlich ein oder zwei Erdbeeren in ein Glas guten Burgunders tun und vom Dach etwas schön grausliches beobachten. Da soll es Vorgänge gegeben haben…. ach es wird aber hier heute nur zum Gewitter reichen.
    .
    Bei der Hitze geraten die Gedanken wohl zuweilen etwas aus der Ordnung, das schadet aber nicht, nehmen wir noch etwas Gspritzten?

  103. beste minna, natürlich nicht:...
    beste minna, natürlich nicht: es die kombination (s.o.) …
    .
    Rosinante, aberaber, das wort geil führt man nicht im munde (pst: man (…äh…(lebt)) es).
    liebe sei ein fernes land, vernahm ich von ihrer ecke als bestäigung des diktums unseres geschätzten HansMeier555? ging ihr amouröses vorhaben nicht auf?

  104. lieber prince Matecki, auf ein...
    lieber prince Matecki, auf ein gewitter freue ich mich bereits seit tagen – allein, es kömmt nicht. vor hitze hecheln wir hier gemeinsam mit den krähen auf den wiesen. geht es ihnen auch so, dass sie heute ihre rechtschreibfehler andauernd korrigieren müssen (die es sonst so nicht gibt?)? ich nehme an, auch mein computer im hirnkaschtl do obi spukt daneben, aber was soll’s.
    denn:
    .
    endlich mal sommer in deutschland – ein echter sommer. sommer!!heissheissheiss und g…, aber das sagt man ja nicht, man …äh …

  105. Na toll, jetzt jammern die...
    Na toll, jetzt jammern die Wessis schon darüber, dass es die DDR überhaupt gab. Langweilig!

  106. Bitte genau lesen, das hilft:...
    Bitte genau lesen, das hilft: Nicht, weil es sie „gab“, was auch schon übel war, sondern weil es sie im Übermass immer noch gibt, gefördert und gefördert von einem sich daran begesiternden Kulturbetrieb, dem die Ödnis gefällt.

  107. Joh, der Antrag vom Don isch...
    Joh, der Antrag vom Don isch scho guat. Olle einfach mitunterschreibn. Drei Kreuzl duans auch…

  108. Keine Chance. Denn der Antrag...
    Keine Chance. Denn der Antrag wird nicht bearbeitet. In der DDR hiess das „Eingabe“. Die DDR hatte ein buntes Eingebewesen. In der DDR waren aufgrund der fehlenden Verwaltungsgerichtsbarkeit und des fehlenden individuellen Klagerechts gegen Verwaltungsentscheidungen Eingaben die einzige Möglichkeit für die Bevölkerung, sich gegen Verwaltungsakte zu wehren.
    Insofern ist ihr „Antrag“ eine sehr „ostzonenmässig“.

  109. wenn die alternative darin...
    wenn die alternative darin besteht mehr über bayern zu schreiben kann die ddr (oder auch „ddr“) von mir aus gerne noch eine weile verweilen. was wäre die alternative eigentlich?

  110. Von mir aus gerne auch nette...
    Von mir aus gerne auch nette Liebesgeschichten vom Ostseestrand.

  111. Auferstanden aus Ruinen....
    Auferstanden aus Ruinen. Dä-Dä-Räää.
    Meine beste Freundin stammt aus Rostock. Zitat: „Da gab es wenigstens noch die Ostsee. Sonst habt ihr nicht viel verpaßt.“
    .
    1989/90 ist der Jahrgang, der sich gerade an den Unis einschreibt. Vielleicht doch ein Funken Hoffnung?

  112. lieber geschätzter Don...
    lieber geschätzter Don Alphonso, gesetzt, dass es dieser tage mit dem genauen lesen nichts wird; sie haben bereits mehrfach entsprechend korrigieren dürfen.
    bedauerlicherweise steht es zu erwarten, dass ihre metapher von einer kultur-(‚)ddr(‚) nicht aufging.
    aber trösten sie sich, das ist menschlich, denn wer liest schon genau? man versteht das, was man verstehen möchte, aber so ist es halt.
    .
    noch einen langinsel-eistee?

  113. Ach, Don. Als ich Sie das...
    Ach, Don. Als ich Sie das erste mal las, war ich von ich von Ihrer erfrischenden Unbedarftheit entzückt – und gab Ihnen maximal 3 Jahre. Nun, so ca. 10 Jahre später, sind Sie immer noch da! Wahrscheinlich geht’s Ihnen so, wie’s der DDR gehen mag. Wer weiß? Und vor allem: Wen juckt das?

  114. Natürlich kann ein Ossi nicht...
    Natürlich kann ein Ossi nicht einfach so über das Leben oder die Liebe schreiben, schon gar nicht, wenn die Geschichte in die DDR-Vergangenheit zurückreicht.
    Ich meine: Das wird ihm einfach nicht erlaubt. Die DDR existierte nicht „einfach so“, sondern sie war ein stalinistischer Unrechtsstaat, und wer in ihr lebte und das auch nur einen Augenblick lang gar nicht so empfand, der muß uns das erklären und beschreiben und sich rechtfertigen.
    Darum kann es (oder darf es) prinzipiell keine literarischen TExte geben, deren Handlung in der DDR spielt und in dem es nicht vorrangig um den Unrechtscharakter dieses Staatsgebildes dreht und um die Frage, wie sich die Helden mit ihm (nicht) arrangieren.
    Das ist die Crux der armen Ossis, daß sie — im Unterschied zu Polen, Tschechen, Ungarn oder Russen — für ein Publikum schreiben müssen, das von Westdeutschen dominiert wird, die ihre eigene Sicht bestätigt haben wollen.

  115. donna laura@: Übergang vom...
    donna laura@: Übergang vom letzten Blogthema zum hiesigen: Besten Dank für Ihre wertgeschätzte Zustimmung zur edlen Laubsägekunst. Aber ich muss Ihnen doch auch eine freudige Mitteilung zu diesem Nebenstrang kundtun, Sie hätten sich in den 12 J glatt das goldene Mutterkreuz verdient, nach der Umfärbung von Braun auf Rot wäre Ihnen mindestens ein Leitartikel im Neuen Deutschland wg. 150iger Normüberfüllung bei der Leistung sicher gewest.
    ..
    HansMeier555@:Der modisch grassierende Atheismus und schicke Antiklerikalismus
    breitester Schichten und Kreise, bis in die Allerchristlichste Staatstragende hinein (S. Schelte der prot. Kanzlerin gegenüber dem ältesten Souverän Europas und seinem Amtstäger). incl. libertär-liberalen Annex´chen, lässt erahnen, wie schwierig die Restauration angesichts der Auftürmung der Hindernisse wird. Aber gar nich um ignorieren wie der Hamburger so fein sagt.

  116. Werter Don, stellen Sie Ihren...
    Werter Don, stellen Sie Ihren Antrag doch ersatzweise bei den altbundesdeutschen Medien und Verlagen, schließlich machen die das Marketing…

  117. ...der letzte Mann knipste das...
    …der letzte Mann knipste das Licht aus und machte ungehindert rüber.
    http://www.youtube.com/watch?v=Sj9MamklGtQ

  118. Ich muß zugeben, daß ich ein...
    Ich muß zugeben, daß ich ein wenig verwirrt bin. Was löst denn nun das Unbehagen aus? Die Darstellung der langweiligen DDR oder die langweilige Darstellung der DDR? Als Betroffener kann ich mir kein objektives Urteil erlauben. Aber mir kommt es vor, als würde hier über eine peinliche Cousine geredet, die man ob ihrer Eskapaden am liebsten totschweigt. Dabei gibt es doch in jüngster Vergangenheit kaum ein interessanteres soziologisches Experiment als der DDR Unglück und Ende. Und wo ihr’s packt, da ist’s interessant. Um auf Tellkamp zu kommen: durch Zufall von Geographie und Zeit ist es gewissermaßen „mein“ Buch. Will heißen, daß ich die im Buch geschilderten Verhältnisse so erlebt habe, wie Tellkamp das schildert. In den Abschnitten, die ich aus eigenem Erleben verifizieren kann, ist er erstaunlich exakt. Und das nicht in einem einfachen protokollarischen Sinn, sondern durch Erfassen von Geist und Stimmung jener Zeit und jener Verhältnisse. Ich habe das Buch jedenfalls mit Begeisterung gelesen. Durch eine gewissen enzyklopädischen Vollständigkeitsanspruch hat das Buch natürlich Längen, aber die nimmt man in Kauf. Mir ist allerdings beim Lesen schon aufgefallen, daß jemandem, dem die Verhältnisse nicht vertraut sind Schwierigkeiten beim Zugang haben dürfte, was ja offensichtlich der Fall ist. Da ich übrigens gerade Karl Kraus lese: trösten Sie sich, vor hundert Jahren war das Theater auch miserabel.

  119. Liebe Foersterliesel
    Haben...

    Liebe Foersterliesel
    Haben Erwin und Beppi auch noch Verwandte in der Kurie oder nur beim Bauernbund (-verband? wie heist das eigentlich in Aut?)

  120. Dopestos, mei, ich schreibe,...
    Dopestos, mei, ich schreibe, was ich schreibe. Manche mögen es. Andere nicht. Was soll ich also sagen? Es geht, es macht Spass, und wenn es keinen Spass mehr macht, höre ich auf.

  121. die kurzfassung, werter don...
    die kurzfassung, werter don alphonso, der klappentext unseres leben liest sich irgendwie immer im hinteren teil einer zeitung, finden sie nicht?

  122. lieber donna laura, schon...
    lieber donna laura, schon aberaber, aber es heisst ja nichts anders als zu anderen Zeiten schön, prima, toll, super usw.: Tempora mutantur. Dabei könnte ich am Schicksal des Verbalerotikers schon verzweifeln, wenn dafür die Zeit wäre. In der Graduate-Geschichte gab’s inzwischen eine gelbe Karte für die Mutti (ungebührliches feministisches Verhalten) und die holde Tochter ist verliebt. Hard Times, wie Sie sehen. Dazu die Hitze; das Zitronensorbet ist laufend ausverkauft und Christoph Marthaler verewigt mit Anna Viebrock gerade der DDR-Ästhetik in Avignon. Die „DDR“ (so richtig, lieber Don) im Palais du Pâpe. Adieu Provence. But welcome donna laura.

  123. "Bei uns spielt die Musik"...
    „Bei uns spielt die Musik“ haben sie denn vergesssen die Harfe aus dem Transprtbehältnis zu nehmen? Gute Jazz Pinaisten (so lehrt das Fernsehen, genauer der ber oder swar) stimmen ihre Siaten im betriebe nach (Dee-Dee Bridgewater, nur nicht a. Oper Frankfurt (Main, oder?) und dieses Jahr- A tribute to Ella Fitzgerald)

  124. Fussnote am Rande:
    Es war...

    Fussnote am Rande:
    Es war nicht im Herbst, sondern zu Jahresbeginn 1989, als Springer die „DDR“-Anführungszeichen wegfallen ließ.
    Das war die gleiche Zeit, in der ein Teil der SPD forderte, aus der NATO auszutreten und die DDR völkerrechtlich anzuerkennen.

  125. lieber Plindos, nun angestrebt...
    lieber Plindos, nun angestrebt werden solch komische staatsehrungen nicht -und ich würde sie jedem würgenträger um die ohren werfen. was ich mache – oder nicht – das ist und bleibt meine privatsache; da hat der staat nichts zu suchen.
    es ist halt ein nebeneffekt, dass, wenn man kinderchen das licht der welt erblicken lässt, man eben mutter resp. vater wird. aber man ist noch immer dieselbe person, mais oui.
    .
    lieber Rosinante, ich vermutete bereits ein desaster; schade für sie. weitsicht hätte dies verhindern helfen können, aber wo die liebe hinfällt, naja …
    .
    marthaler in avignon? interessant! vielleicht bricht auch diesmal wieder die brücke durch, wenn die feinde sie beschiessen, diesmal mit ihm? na, das würde ihm so passen, dem filou (nein, nicht d e m Filou) …

  126. @don: (in a mmnner @speaking)...
    @don: (in a mmnner @speaking) die rückseite von d.d. bridgewaters love & peace a atributute to horace silver ….
    (els ezb – banker kennt man doch die brücken am fluss), oder, don?

  127. @plindos
    wer ist denn der...

    @plindos
    wer ist denn der älteste souverän Europs. Sie setzen christlich mit der engführung die gerade im vatikan herrscht gleich..dann viel spaß mit den habsburgern.
    für alle christlich interessierten ein podcast, den ich gerade auf dem heimweg von der messe in der augustinerkirche gehört habe. otto hermann pesch ein katholischer theologe in eienr protestantischen uni.
    http://oe1.orf.at/programm/248347
    sowas kommt sogar am orf.
    BTW: Plindos: Gibt es ein priestertum aller Gläubigen. Gilt: Außerhalb der Kirche kein heil? Vorsicht falsche A´ntwort und sie exkommuizieren sich ;-)
    diese Tatstrafe braucht nicht vom vatikan ausgesprochen werden…

  128. Was mich so amüsiert ist,...
    Was mich so amüsiert ist, dass sich alles für die DDR interessiert. Die DDR hat die Wende hinter sich und die BRD noch vor sich. Die DDR ist Geschichte, jetzt gilt es, die BRD aufzuarbeiten und genau in dieser Richtung wird nichts getan.
    Was hätten Sie den getan, wenn die Rote Armee aus Richtung Österreich nach Bayern einmarschiert wäre. Dreimal können Sie raten? Dann wäre auch bei Ihnen der driste sowjetische Sozialismus aufgebaut worden, den Sie sich hätten unterwerfen müssen. Glauben Sie mir, die BRD hat in ihrer Entwicklung auch nicht viel zu bieten.
    Die Alllierten haben der BRD mit dem Trichter die Demokratie eingflößt, so schnell konnte die gar nicht schlucken. Und wer mit dem Marshallplan im Hintern bis zum Anschlag herumläuft, sollte gefälligst einen Gang zurückschalten.
    Bitte erkundigen, warum in der BRD die Magersucht nicht zu beherrschen war und noch ist. Jetzt ist sie auch auf das Ostdeutschlands ausgebrochen. Bitte erkundigen, warum Tausende Kinder wegen sozialem Fehlverhalten in Nervenkliniken in Westdeutschland abgeparkt werden. Bitte erkundigen, warum es soviele druchgeknallte Manager gibt. Ich könnte hier endlos fortfahren. Leute, Ihr bekommt Euch doch gar nicht mehr ein! Was soll denn diese Schnapsidee, wir leben heute.
    Seht Euch mal in Westdeutschland um, wieviele Bahnhöfe noch mit Wellasbest bedeckt sind. Die Fassaden sind alle schön, nur dahinter sieht es schlimm aus. Ich habe diesbezüglich viel gesehen. Warum werden Menschen in diesen Staat dumm gehalten. Ist doch klar, weil sonst keiner das Gammelfleisch frisst. Das ist die pure Wahrheit bzw. die BRD. Ich habe fertig.

  129. hans meier, 11. Juli 2010,...
    hans meier, 11. Juli 2010, 19:56
    .
    die crux der ossi-schriftsteller ist, dass diese querelles allemandes nur noch ein begrenztes publikum interessieren. die gelernten ddr-bürger waren selber dabei, die gleichaltrigen wessis waren nicht dabei und die jugend hat andere sorgen.
    .
    die begründung einer jurorin für die preisvergabe an peter wawerzinek:
    „Ich stimme für einen Text, der die Lebenswunde seines Autors preisgibt und mit Hilfe der Fantasie in etwas verwandelt, an dem der Leser teilhaben kann. Eine Prosa, die ein großes Geschenk ist und die enorme Bedeutung der Sprache für das Dasein nicht nur behauptet, sondern ganz konkret vorführt. Ich stimme für die ‚Rabenliebe‘ eines verlassenen Kindes, für Peter Wawerzinek.“
    .
    möchte der leser das wirklich? oder bekommt da einer etwas, das bei genauem hinsehen verdammt nach trostpreis aussieht? immerhin, man kann darüber im feuilletong schreiben, deswegen machen die den zirkus auch mit, aber schade um den autor, der nicht merkt, dass der ganze brouhaha nicht seintwegen aufgeführt wird.
    .
    der leser will etwas anderes, der will unterhalten sein. wawerzinek hat einen preis erhalten. verkauft wird im augenblick der neueste eifel-krimi (jacques berndorf, die nürburg-papiere, für den nachttisch empfohlen, kann man fast schon als schlüsselroman auffassen).

  130. Werter Don Alphonso,

    Sie...
    Werter Don Alphonso,
    Sie können, müssen meine Text nicht bveröffentlichen, aber Ihre Diskussion ist mir einfach zu platt.
    Glauben Sie mir, ich war kein Stasi, ich war in keiner Partei, ich war nicht in der Armee und auch nicht bei der Polizei. Ich habe, weil es anders nicht ging, in meiner Nische gelebt, später mit meiner Familie.
    WAs Sie hier treiben ist Demagogie. Ich war einer ersten, die 1989 auf die Strasse gingen und wir haben uns auch auf die Vereinigung (es war nur ein Anschluss) gefreut. Was ich aber in den zwanzig Jahren erlebter BRD an Bevormundung, an seelischer Gewalt erlebt habe, dagegen waren die 40 eingesperrten Jahre in der Paetnuts. Jetzt habe ich auch begriffen, warum die BRD, übrigens war die 1989 schon mit einer Billion DM verschuldet) sich über Wasser hält. Die Version in diesem Staat ist, jeder bescheiße den anderen.
    Fragen Sie man Herrn Prof. von Arnim, was die Demokratie in diesem Staat bedeutet? Nichts! Das Volk hat nichts zu sagen, die BRD ist eine Bananenrebublik. Sie sind zu bequem, sich mit der alten BRD zu beschäftigen. Wenn Sie das täten würden Sie erkennen, dass die BRD ein Polizeistaat und damit ein Unrechtstaat war. Und warum schiebt man das der DDR zu, weil man von seiner eigenen SChuld ablenken will und darum muss man Meinungsmache betreiben. Und diese Meinungsmache klappt in diesem Staat sehr gut, weil die Bürger jeden Scheiß glauben.
    Die DDR ist nicht von Himmel gefallen und hier haben auch nicht Mielke und Honecker regiert, sonder der Schlüssel hing ganz alleine in Moskau. Selbst Mielke hatte einen sowjetischen Führungsoffizier!

  131. Berthold IV:
    Das stimmt schon:...

    Berthold IV:
    Das stimmt schon: Wenn es heute noch einen Katholizismus nördlich der Alpen gibt, dann ist das im wesentlichen den Habsburgern zu verdanken.

  132. Es ist aber doch möglich, die...
    Es ist aber doch möglich, die Westviertel komplett zu entmachten und anschließend zu marginalisieren.
    Nicht, dass die Ergebnisse erfreuen könnten, aber: Es ist möglich. Auch in der Mitte von Mitteleuropa.
    Diese Erfahrung zumindest verdanken wir der DDR.

  133. Matti, ich glaube, ich brauche...
    Matti, ich glaube, ich brauche eine Kommentarautomatik alle 5 Kommentare: Wie vorher schon ausgeführt, geht es nicht um die DDR, sondern um einen aufgeblasenen Topos des Kulturbetriebs.
    .
    auch einer, ich warte nur auf den Tag, bis der erste Österreicher aus stratigischen Gründen bei so einem Wettbewerb auch einen „DDR“-Selbsterfahrungstext schreibt.

  134. @ Matti :
    Sie haben mit vielem...

    @ Matti :
    Sie haben mit vielem Recht. Es geht aber (so weit ich es verstanden habe) darum, wie man auf alles mit dem Aufdruck DDR im Kultur- und Politikbetrieb einen riesen Wohau macht.
    Inhalt egal, Hauptsache „Wir waren das Volk“ und „Wir hatten die friedliche Revolution“.
    Ansonsten sind Ihre (verkürzten) Kritikpunkte ebenso richtig, wie der Hinweis : wir (bzw. unsere Eltern) konnten es uns alle nach dem WK II nicht aussuchen.
    Die hohle Tonne BRD ist kein Vorzeigeprojekt, obwohl in vielen Dingen erfolgreich. Die DDR war keine Gammelrepublik, obwohl wirtschaftlich eher weniger erfolgreich, dafür menschlich oft weiter entwickelt.
    Genau genommen, ist das ja eins der Probleme. Lei(d)tkultur wurde das mal genannt. Die offensichtliche Gegenreaktion war : welche denn?
    Das ist aber nicht Haupthema, Haupthema ist wie geschrieben, die Monstranz „DDR“, die einige als ganzen Inhalt vor sich hertragen und meinen das reiche für Erfolg jedweder Art.
    Ironie ist ja auch noch, daß die plakativ „DDR“ vermarkten wollen, die bei der eigendlichen Revolution oft nirgends zu sehen waren oder noch schlimmer, mit dem Hintern im Ohrensessel der Wessis auf dicke Hose und „ich weiss was“ gemacht haben.

  135. Don Alphonso, das mit dem...
    Don Alphonso, das mit dem Selbsterfahrungstext könnte ich übernehmen! Ich bin Österreicher, aber in Bayern aufgewachsen und genauso wie Sie mit der Schule in diese abgrundtief langweilige DDR gefahren! Manometer – ich hätte dabei fast die ganze Klasse „ins Gefängnis“ gebracht, weil ich dem Busfahrer vor der Grenze eine Kassette mit Kool & the Gang untergejubelt habe um sie später an meinem Walkman zu hören – das fanden die alle echt gefährlich und unfair! Dann hat sich das komische Essbesteck dauernd verbogen, wir haben in einem ehemaligen KZ übernachtet, es hat überall unerträglich nach Abgasen gestunken und ich habe beim Duschen in diesen scheiß Jugendherbergen auch noch den Fußpilz meines Lebens bekommen. Reicht das?

  136. @ HansMeier555 11. Juli 2010,...
    @ HansMeier555 11. Juli 2010, 22:11:
    Ich gebe da mal eine tatsächlich so passierte Geschichte zum Besten, mit dem Thema „Entmachtung und Widerstand in der BRD“:
    In Dortmund gab es eine recht Starke Rechte Szene. Zwei Ortsgruppen wurden immer wieder in Medien und auch bei den Verfassungsorganen genannt.
    Auf politischen Druck wurde beim LKA eine Sonderkommission gegründet, wie immer in Zusammenarbeit mit dem BKA und dem BND/MAD wobei der MAD quasi ein CIA Vorzimmer hat(te).
    Ergebniss : Von den regelmässigen Besuchern der Veranstaltungen waren weit über die Hälfte aus dem Staatsapparat der beteiligten Behörden. Die Ermittler waren vor allem damit beschäftigt sich gegenseitig suspekt und radikal zu finden.
    Übrig blieben eine Hand voll Rentner und Jugendliche. Das ganze wurde durch Leute aufgefüllt, welche sich für Fußballfans hielten.
    .
    Ergo, wenn Sie einen Verein gründen unhd das 4. Mitglied in Ihrem Kreis begrüssen ist einer davon bereits vom LKA/BKA/BND.
    Herzlichen Gruß aus der freien aber wehrigen Republik.
    BTW: wenn jemand glaubt das Internet seit anonym oder würde nicht mitgelesen, dann ist der aber so etwas von auf dem Holzweg ……
    Die BRD ist schon gut geschützt, so oder so. Die haben aus ´89/´90 auch gelernt.

  137. Don Alphonso, 11. Juli 2010,...
    Don Alphonso, 11. Juli 2010, 22:18
    .
    käme das von einem schweizer nicht noch besser? etwa auf rumantsch vorgetragen und simultan übersetzt?
    .
    irgendwann gehört das im litereraturinstitut in leipzig zur ausbildung, dann erst ist schluss damit.

  138. Bayern-Würtenberg und die DDR...
    Bayern-Würtenberg und die DDR sind sich in ihrer Langweiligkeit gleich. Das schöne Deutschland ist 14 von den Bayern und 61 von ihren obersächsischen Brüdern abgedrängt worden. Das bayrische 33-45 wurde Gott sei Dank von den Engländern gefoult.
    :Seit dem dümpeln wir auf durchschnittliche Weise herum. Einzig die Süddeutschen benötigen deswegen auch den „DDR-Kontrast“. Ihre eigene Einöde gegen die der SBZ. Cheers!

  139. Klagenfurt, ich erinnere mich...
    Klagenfurt, ich erinnere mich an ein Foto einer Siegerin, mit T-Shirt und baggy pant mit Tarnmuster. Wie schon dargelegt, im Kondriatieff Winter wird marschiert.

  140. Verehrter Don,
    Vorschlag eines...

    Verehrter Don,
    Vorschlag eines neuen Themas:
    Kritik des Erbrechts
    Im Würgegriff der toten Hand (FAZ)
    Mich interessiert sowohl Ihre als auch die Meinung des Westvierterls dazu.
    Viele Grüße
    Peter Wolf

  141. @auch_einer: ich bin ja auch...
    @auch_einer: ich bin ja auch aus dem Südkurierverbreitungsgebiet (dem westlichen); meine Beobachtung ist, daß mehr als die Hälfte meiner Gymnasiumsklasse dauerhaft weggezogen ist, meist BaWü, Rest sonstiges Bundesgebiet und Ausland (in die nahegelegene Schweiz nur 3). Wie es bei den jüngeren aussieht, weiß ich nicht. Was den Hang der Badenwürttemberger zu Berlin angeht (es wohnen noch 2 aus meiner Klasse hier, wie ich überrascht feststellte), so meine ich, daß er davon kommt, daß es in BaWü einfach keine wirklich große Stadt gibt. Bayern hat immerhin München, Hamburg ist Hamburg, das Ruhrgebiet hat Düsseldorf, das Rheinland Köln, aber Stuttgart ist nunmal nicht so. Wer von der kleinstädtischen Behäbigkeit genervt ist und ein schnelleres Tempo um sich will, dem bleibt halt nichts als wegzuziehen. Ob das vorbei ist?
    @DA: Da Sie auf den Wedding nichts kommen lassen, lese ich Ihr Prenzlberg- und Medienmittebashing weiterhin mit breitem Grinsen.
    @perfekt: „Es sind doch ganz andere Sachen, die das Jetzt bewegen, ganz andere als eine evtl. bloß rückwärts gewandte Nabelschau“ – unbedingt, ja. Wie es hier in 30 Jahren aussehen wird, entzieht sich meiner Vorstellung, aber es wird sich recht viel verändern, weil die EU Ruck für Ruck die angemessene politische Form sucht und meiner Meinung nach eine große Veränderung der materiellen Infrastruktur ansteht.
    @gorodish: vielen Dank für den Link zu Crawfords Aufsatz. Nicht blöd, der Mann, seine Beschreibung des Handwerkers finde ich sehr zutreffend, erinnert mich sehr an meinen zuweilen recht lapidaren Vater. Und auch ich bin vor der Arbeit, die verblödet zu werden drohte, davongerannt, das nächste Mal wurde ich von den blöderen billigeren abgelöst, und nun habe ich gerade ein bißchen eine Nische, die sich hoffentlich nicht so schnell schließt. Crawfords Spott gegen „Authentizität“ freut mich, denn auch ich halte das für ein elendiges Gedöns. Seine Kurzbeschreibung, wie es zu der Zurichtung zum Fließbandarbeiter und nachfolgend zum verschuldeten Konsumenten kam, sowie weitere Überlegungen, was diesbezüglich unseren Kindern bevorsteht, finde ich sehr bündig und bedenkenswert.
    @minna: es ist damit so ähnlich wie mit den einfach nicht jahrhundertelang problemlos schließenden Türen. Aber vielleicht ergibt sich eine Nische, indem der Hang zur Ferienwohnung bleibt und dafür Lösungen gebraucht werden, die sich halbjährlich auf Fixkosten Null und ziemlich randalefest herunterfahren lassen. – „Im Alltag bin ich immer überrascht, was für Ergebnisse der Wunsch nach
    Kreativität zeitigt – Bescheidenheit in ihrer ganzen Blöße.“ Treffender kann mans nicht sagen.

  142. verfremdung der brücken am...
    verfremdung der brücken am flusss ist ein straftabestand, don!

  143. mawu, man konnte tun, was man...
    mawu, man konnte tun, was man wollte: Spass machte die DDR erst, wenn man dort den ganzen Lenin kaufte und damit den CSU-nahen Wirtschaftslehrer schockierte.

  144. Savall, 20:10, hat es schon...
    Savall, 20:10, hat es schon sehr gut getroffen. Mein Senf dazu: Die Konsumenten kaufen sich ein Stück Heimat. Von 17 Mio. ehem. DDR-Einwohner/innen sind auch auch heute noch eine stattliche Anzahl von DDR-Kulturbetrieb-Konsumenten übriggeblieben, von denen man sehr gut leben kann. Der Markt wird natürlich bedient; vorzugsweise von denen, die eben die Geschichten sehr gut nachvollziehen können, weil sie mittendrin gelebt haben oder noch leben.
    .
    mawu, 22:48, Danke für den herrlichen Lacher vor dem Schlafen gehen. Keine Badelatschen dabei gehabt? :-)
    .
    Holly01, 22:59, letzter Absatz, vielleicht nicht in jedem Kaninchenzüchterverein, aber ganz bestimmt in nahezu jeder politischen Gruppierung. Sie kennen sich gut aus …

  145. danke colorcraze, aber woher...
    danke colorcraze, aber woher kennen Sie meine Türen?;-)

  146. Ich verkneife mir die...
    Ich verkneife mir die Schlauschwätzerei an dieser Stelle und stimme dem Artikel einfach nur zu. Darf ich?

  147. tut uns allen furchtbar...
    tut uns allen furchtbar leid.
    Eben erst habe wir Ihren erschütternden Text gelesen.
    Ich habe die Frau geweckt, gerade gräbt sie die alte Kalaschnikow aus dem Garten.
    Wir hoffen alle sehr, daß Sie nach unserem Ableben wieder amüsantere Literatur
    vorfinden.
    Leben Sie wohl, und vielen Dank für die Jahre im Schein Ihres Abglanzes.

  148. Klassenfahrt DDR:
    Natürlich...

    Klassenfahrt DDR:
    Natürlich gab es da schöne Sachen zu Kaufen. Von Marx das Kapital (in diesem blauen Einband), und dann Noten, Noten, Noten (Beethoven Sonaten), und Schreibwaren.
    Die waren dort billiger.
    Hatte man Glück und fuhr nach Berlin, konnte man sich auch in die Nationalgalerie absetzen.

  149. @Holly
    Mein Verdacht war schon...

    @Holly
    Mein Verdacht war schon immer, dass das gesamte Gerhard-Frey-Imperium vom Verfassungsschutz betrieben wird. („Systemrelevanz“).
    Wie man sich bettet, so liegt man.

  150. Die DDR kann man nicht einfach...
    Die DDR kann man nicht einfach „abschaffen“..
    Ich schlage DA die Flucht als Alternativ vor.
    „Goethe brach von Karlsbad aus nach Italien auf. In den böhmischen Badeort hatte er sich Ende Juli 1786 begeben, um hier mit seinen Freunden vom Weimarer Hof die übliche Trinkkur zu machen. Am 3. September 1786 verliess er Karlsbad um drei Uhr nachts mit einer Postkutsche…. Seit etwa zwei Monaten hatte Goethe dem Herzog Andeutungen gemacht, dass er die Absicht habe, nach dem Aufenthalt in Karlsbad einen Urlaub zu nehmen“…. Ein langen Urlaub war es – erst am 18.6.1788 war er wieder in Weimar…
    (Ausschnitt aus „Das Inkognito“ – Goethes ganz andere Exitenz in Rom. C H Beck Verlag, München ISBN 5 406 44587 X)
    Goethe – der erste deutsche „Drop-out“?

  151. Da ich der Szene von hier aus...
    Da ich der Szene von hier aus nicht folge.. liebe Kommentatoren, koennen Sie Anregungen lesenswerter deutscher Gegenwartsliteratur geben?

  152. Bavo! Gut gelacht - gut...
    Bavo! Gut gelacht – gut gemacht. Vor allem die DDR-Nostalgiker gerören gehörig ausgelacht! Allerdings: Das Lachen über die DDR hat man auch schon zu DDR-Zeiten gehörig besorgt. Siehe dazu Günter de Bruyns Buch / Roland Gräfs Film „Märkische Forschungen“ (meine Rezension dazu unter http://www.amazon.de/gp/cdp/member-reviews/A1ZRM0GIY9TOUX?ie=UTF8&display=public&sort_by=MostRecentReview&page=2)

  153. expat, Rainald Goetz könnte...
    expat, Rainald Goetz könnte ich empfehlen. Dann wird es aber auch schon dünn…

  154. @ expat 8:32 :
    Über Geschmack...

    @ expat 8:32 :
    Über Geschmack kann man nicht streiten, der individuell und über literarische Inhalte streite ich höchst ungern.
    Also kurz, da ich keine Diskussion um hochsinnige Literatur führen mag (ich bin da zu wenig belesen), ist mein Lesetip :
    .
    Die Eifelreihe von Jacques Berndorf.
    .
    Ich habe die ersten 3 als Buch und Hörbuch und finde die Geschichten einerseits leichte Koste aber mit genug Tiefe, um Langeweile auszuschliessen.
    Man muss kein Eifler sein um die Geschichten zu mögen.

  155. @Don Alphonso
    Ihr Arendsee sei...

    @Don Alphonso
    Ihr Arendsee sei irgendein Ort zwischen Elbe, Rhein und Ungarland: B, L, HH, K, F, S, M und Klagenfurt im grauen Land der Axolotl-Intelligenzia, sprich: Preisrichter, Rezensenten und Deutschlehrer: dem ZK der allenthalbenen Literaturmafia. Ich fürchte, mancher davon folgte wie einst beim „larmoyanten“ Heinrich Böll nur seinem kollegialen Sozialisationsbedürfnis und sprang nicht aus der Reihe bzw. wollte auch in einem der Gremien mitreden und sein mageres freischaffendes Rezentenhonorar aufbessern: Dienstreise nach Arendsee. Im Chor singts sich unisono sicherer, Solisten sind eher fehl am Platz und werden – auf mancherlei Beschwerden anderer Mafias – vom Chefredakteur auf Wunsch des Verlegers ins 0-Ressort versetzt.
    >
    Eine bescheidene Frage, die eigentlich nicht hierher gehört. Seit Hermann Kant kennen wir dieses Grau in Grau. Was regen wir uns auf und markieren den Dr.Kastan, der damals mit Geburtshelferzange gegen G.Hauptmanns Sozialelendsdramen protestierte? Ernster: Was soll ein DDR-Autor anderes beschreiben? Und gibt es nicht genug Uninformierte im Westviertel, die über Häme hinaus nichts über den DDR-Werkeltag wissen. Es gibt offenbar eine Reihe orthopädischer Landschaften in diesem unserem Lande. Und die „Türme“ der äußeren und inneren Exulanten der 12 Jahre sind germanistisches Museum!
    >
    Aber darum geht es ja nicht, sondern um diejenigen, die schicker(ia)weise auf den Zug der Zeit aufspringen wie die Volksbegehrer in Bayern (und höchstwahrscheinlich nun auch in anderen Kulturprovinzen. Da fällt mir doch der Braunauer Bestsellerautor ein, der sich 1924 an einen gewissen „Stinker“ in Wiens Straßen zu erinnern glaubte. Das passte gerade recht, auch dem sauberen Herrn Streicher). In der Literaturkritik und derem Betrieb seit 1949 haben wir manche Bewegung erlebt und erleben sie immer wieder hautnah: Viel Lärm um Nichtse. Sie erinnern mich an die Anführungszeichen einer gewissen BILDungspresse und deren gleichschalteriges Niwo. Die „DDR“ grassiert allüberall. Über die schnelllebige „DDR“-Mode hinaus?
    >
    Ich lese die Autoren aus der ehemaligen DDR (ohne „s), weil ich hier die 1970er eines erschrockenen Wessis in Berlin-West wohnend, die einstige „Hauptstadt der DDR“ oft und oft fassungslos besuchend, nachvollziehen und die dortigen privaten Betroffenheiten – selbst in der subjektiven Literatur – nacherleben kann. Etliche Anekdoten aus eigenem Erleben auch aus der Branche gefällig?

  156. Expat: Herta Müller, u.a...
    Expat: Herta Müller, u.a ,,Herztier“

  157. Ich traue meinen Augen kaum!...
    Ich traue meinen Augen kaum! Sowas aus Ihrer Feder! Ich will Ihnen zusprechen, dennoch muss auch ein Widerspruch sein.
    Die historische Aufarbeitung der DDR ist weiterhin notwendig. Auch die DDR braucht ein eigenes „68“. Es gibt nach wie eine ausreichende Zahl von Leuten (nicht nur im Osten), die der DDR ähnlich hinterher trauern wie man dem Nationalsozialismus nachtrauerte (Nebenbemerkung: vollkommen richtig gelesen, ich setze die beiden Systeme gleich; mehr noch: ich halte sie im Kern für identisch).
    Zuspruch hingegen für die ewige Langeweile die der Kulturbetrieb liefert. Darunter nicht wenige Leute, die zu den Trauernden gehören. Mit der ständigen Wiederholung glaubt man, für das System Interesse wecken zu können. Schlimm, jene Leute halten sich zumeist für die intellektuelle Elite des Landes. Dabei sei nur auf Wolf Lepenies (Aufstieg und Fall der Intellektuellen in Europa) verwiesen.

  158. desvetterseckfenster25, die...
    desvetterseckfenster25, die Grundfrage ist doch, ob es um die Darstellung von DDR-Alltag geht, oder um seine artifizielle Neuerfindung zugunsten einer „DDR“, deren einziger Zweck es ist, den betrieb mit einem Thema zu füttern, in dem sich sprachverdrechselt all das Grau abspielen kann, das dem Betrieb gefällt. Kurz, ich glaube schon mal nicht, dass es überhaupt um die DDR geht. Ich glaube, es geht allenfalls um einen Betrieb, der froh ist, seine mittelmässige Ödnis durch politisch scheinbedeutsame Aufarbeitungsvortäuschung legitimieren zu können.

  159. @HansMeier555 22:11
    ja da...

    @HansMeier555 22:11
    ja da haben Sie Recht, umso schlimmer, das hat den gegenden der Reformation und der RKK doch wirklich nicht gut getan.
    So was kommt dann raus:
    http://www.kreuz.net/article.6649.html

  160. "Ich glaube, es geht...
    „Ich glaube, es geht allenfalls um einen Berieb, der froh ist, seine mittelmässige Ödnis durch politisch scheinbedeutsame Aufarbeitungsvortäuschung legitimieren
    zu können.“
    Nimmt man noch donna lauras optische Beschreibung der „Szene“ hinzu, dann
    hat man ein tableau vivante das „authentischer “ und erschreckender nicht sein
    könnte.

  161. Nun auch noch mein Senf zum...
    Nun auch noch mein Senf zum „Turm“: Versteckt in den aberhundert Seiten konzentrierter Langweile ist eine gute Novelle von vielleicht hundert oder zweihundert Seiten versteckt: die Geschichte von Christian Hoffmann.
    In jedem Fall vielen Dank für das Aussprechen einer Meinung, die auch ich häufig im Bekanntenkreis gehört habe, die aber in Kritikerkreisen nicht erlaubt zu sein scheint.

  162. @ BertholdIV :
    Wie ist...

    @ BertholdIV :
    Wie ist „kreuz.net“ einzuordnen als Quelle? Also wo stehen die Macher, das Impressum ist sehr dünn.

  163. Seitenstrang :
    Wenn ich die...

    Seitenstrang :
    Wenn ich die „Gesundheitsreform“ als völliges Versagen sehe und dann heute noch das hinterherkommt :
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gesundheitspolitik-grosse-koalition-will-homoeopathie-vom-rezeptblock-streichen;2616900
    dann kann ich quasi fühlen, wie sich ein Magengeschwür bildet.
    Die Politikunfähigkeit sich gegen die Gesundheitslobby durchzusetzen oder zumindest sichtbare Teilerfolge zu erringen ist wirklich ein Hohn.

  164. Lustige Aufgabenstellung
    Für...

    Lustige Aufgabenstellung
    Für Architekturdozenten oder Maschinenbauer: Baue ein Schiff mit welchem ich vom Pier 70 (USA, links oben) zum Pier 51 (Alte Welt, Hauptstadt der Pferde) komme.
    Ich nehme ein ca. 3m breites Hovercraft, was tatsächlich auch schwimmen kann. Klassische Strecke über Grönland und nicht die NO-Passage. Der/die VerliererIn muss mit Frau Ericson essen gehen. Juchuu.

  165. Hat er kein Meissner Porzellan...
    Hat er kein Meissner Porzellan im Schranke?

  166. @fridericus 10.7/22:29 der...
    @fridericus 10.7/22:29 der „Alte Fritz“ würde sagen:Anencephalus – starker Tobak. Aber als Wintergerste der Spitzenklasse ist ihnen verziehen

    @ DA 11.7/8:57 sehr richtig. mit H.Heine: Ich kenn die Weise,ich kenn den Text, ich kenn auch die Verfasser …..
    …..
    @DA 11.7 20:31 Ja nicht aufhören. Immer eine Bereicherung des Alltags!!

  167. Wenn der letzte Trabi...
    Wenn der letzte Trabi überholt,
    der letzte Broiler gelandet,
    und Doktor Diether Dehm Kanzler ist,
    dann wird auch das Westviertel wissen,
    dass die „DDR“ niemals untergeht!

  168. @ steelydan :
    Wenn die...

    @ steelydan :
    Wenn die östlichen Familienmitglieder die ersyte -> RICHTIGE <- Currywurst zu essen bekommen haben, dann wissen wir alle : die Kultur "ist am Landen dranne in dat Osten". Die Currywurst Probessen können Sie im ganzen Ruhrgebiet, aber die beste gibt es bei "Curry Heini" in Waltrop. So, nun wissen Sie das auch ^^. Es lebe der Kulkturkampf xD.

  169. Es war da mal ein...
    Es war da mal ein Sozialismus…
    Keine Frage, das Proletariat ist langweilig, denn es langweilt sich zu Tode. Und natürlich ist das Klassenkampf, wenn eine Klasse dazu gezwungen wird, erst für das Fressen, dann für die Kultur sorgen zu dürfen – für die Kultur der andern (für deren Fressen sowieso). Und deswegen gab es da einen schrägen Sozialismus, der da mittels paradoxer Pädagogik den realen Sozialismus zu bessern suchte, in dem er den Herrschenden ein gehörig ordinäres Lachen in die Fresse malte, und den Belachten das dämliche Grinsen abzugewöhnen suchte. Von Brecht ist hier die Rede. Auch er war ein Kritiker eines solchen Sozialismus, eines jenen, der den Proletarier nicht zu befreien suchte, sondern zu konservieren. Nichts was da einem Marx fremder gewesen wäre, an diesem Sozialismus. Und eines Brechts Kulturbetrieb kam doch im Westen nur so gut an, weil er im Osten so wenig verstanden wurde, wie er im Westen nicht wirklich respektiert war – für das, wofür er nämlich stand, dort wie hier: revolutionäre Subversion.
    .
    Wo sind sie, die Subversiven aus dem Westen, die, die ihre eigene Unfähigkeit, nämlich im Brechtschen Sinne Revolution zu machen, nicht mehr zu beschönigen suchen, sich ordentlich schämten und daher über den kleinbürgerlichen Sozialismus – den eigenen inbegriffen – so richtig herzhaft lachen dürften?
    .
    Ja, es war ein kleinbürgerlicher Sozialismus, der da herrschte (übrigens dort wie hier, oder was glaubt man, was da die sog. Wirtschaftswunderjahre im Westen waren- und warum die jetzt zu Ende sind?), da das Proletariat nämlich nicht führte, denn wie immer geführt wurde, nicht nur von der Partei da aus dem fernen Osten, jener fremden, den Deutschen verhassten, nein, sondern auch von der Partei im Westen, der sich nicht erklärenden, der aber verklärten, jener aus dem fernen Westen, und die da den Proletarier an der Nase rumführte. Solange übrigens bis die blühenden Landschaften endlich waren, jener bigotte Kulturbetrieb rings um den Prenzlauer Berg.
    .
    Und wieder zahlt das Volk, der Proletarier, für diese Kultur, für die der andern, daher erzählt man diesem Volk abends ein wenig Märchen. Es war da mal ein Sozialismus…

  170. Lieber Berthold IV,
    sehen Sie:...

    Lieber Berthold IV,
    sehen Sie: Die Habsburger halfen nicht nur gegen Türken, Protestanten und Franzosen, sondern auch gegen den Krebs.
    Was wollen Sie denn noch? An den folgenden DDR’s (Das Deutsche Reich, Das Dritte Reich, etc.) waren sie weiß Gott unschuldig.
    HRR statt DDR, würde ich dazu sagen.

  171. Mal wieder ein schöner...
    Mal wieder ein schöner larmoyanter Artikel voller zementierter Vorurteile, die, wie es so ihre Natur ist, auch im speziellen Fall des Don garantiert frei sind von eigenem Erleben. Ich werde aber das Gefühl nicht los als spiegele sich im Bild dieser „Kultur-DDR“ die vom Don erlebte „Kultur-BRD“. Alles voll triefender Selbstgerechtigkeit und Kleinbürgerlichkeit. Im eigenen Saft schmorend. Ein in sich geschlossenes und damit provinzielles System. Ein Reservat in dem einige Alphatiere den Weg vorgeben und der Rest blökend hinterher rennt. Im Grunde das Gleiche wie außerhalb des Zaunes.
    Die Kultur-DDR kann nicht aufgelöst werden. Sie kann und wird mit ihren Protagonisten irgendwann aussterben. Wir brauchen also einen langen Atem. Aber aufgepaßt! Im Gegensatz zu der Zeit vor 1989 ist die „DDR“ heute überall. Sie hat ihre Paten auch am Tegernsee. Ihr könnt sie an ihren Bentleys erkennen.

  172. Wenn es im Beitrag nicht...
    Wenn es im Beitrag nicht zuerst um die DDR, sondern die Literatur geht, was lernen wir dann daraus?
    .
    Dass sich der Literaturbetrieb auch schon boulevardisiert hat, dass dort nun, genau wie bei so einer Sex-Talkshow, Säue durchs Dorf getrieben werden und sich jede Debatte immer an den dümmsten anzunehmenden Publikumsvorurteilen orientieren muß?
    .
    Die DDR-Debatte leidet hierzulande oft auch an der Ignoranz gegenüber dem übrigen Ost-, pardon Mitteleuropa. Wo kommt MRR eigentlich her? Den Eszerhazy kennt man inzwischen, aber wer war Mindszenty?
    Im übrigen fände ich es sehr hilfreich, wenn Milan Kundera seinem westlichen Millionenpublikum mal erklären würde, warum er mit 20 ein überzeugter Stalinist gewesen ist.

  173. @HansMeier555
    das ist doch die...

    @HansMeier555
    das ist doch die gleiche Argumentation wie DA. Der sagt „dann geht doch nach drüben“ sinngemäß, wenn Euch Bayern nicht gefällt. Sie „wünschen“ mir das 3. Reich an den Hals, nur weil ich die Untaten und Beschädigung der katholischen Kirche und den Missbaruch von Haschem durch die Habsburger benenne. geht es nicht etwas billiger und auf kleinerer Flamme. Sind wir im Bayern der 80er mit der Abschaltung der ARD zum Schutz der eigenen Bevölkerung
    Wir können gerne über die „Ursachen“ des 3. Reichs reden?

  174. Einen Antrag zur Abschaffung...
    Einen Antrag zur Abschaffung der Currywurst würde ich selbstverständlich unterstützen. Wer hat die Currywurst erfunden – ein DDR-Bürger?

  175. Lieber Berthold IV,
    nein, ich...

    Lieber Berthold IV,
    nein, ich wünsche Ihnen weder ein Drittes Reich, noch eine Dritte Republik an den Hals.
    Und Ihre Kritik mag ja als solche berechtigt sein.
    .
    Aber keine Gegenreformation ist ja auch keine Lösung. Das zumindest hätten wir doch aus der Geschichte NO-Deutschlands lernen können.

  176. Es geht nicht um "Inhalte"....
    Es geht nicht um „Inhalte“.
    .
    Im Kulturbetrieb ist der „Betrieb“ die Botschaft; wie auch in den Medien, Politik
    und Geldhandel.
    .
    Man muß dabei sein – das ist alles; es gibt keine Zuschauer/
    Zuhörer mehr; bestenfalls „User“.
    .
    Stellt sich einzig die Frage nach der Zukunft des „User“.

  177. Es lebe die Regionalkultur!...
    Es lebe die Regionalkultur! Bayern den Bayern – und die andern sind auch nicht wichtig…

  178. liebe fionn, vielleicht kann...
    liebe fionn, vielleicht kann ihnen uwe timm mit seiner ‚die entdeckung der currywurst‘ weiterhelfen.
    im übrigen auch,
    .
    liebe/r expat, auch ein literaturtipp: stringent, amüsant und hübsch durchdekliniert, sowohl inhaltlich wie formal (achten sie mal auf die zahlen) …
    .
    ansonsten unterstütze ich den tipp von muscat (insbes. das erstlingswerk ist m.e. lohnenswert zu lesen).
    .
    achja, liebe muscat, welches werk hat sie denn besonders beeindruckt? und wieso?
    .
    liebe minna, als kalauer fällt mir der l-user ein …

  179. donna laura@:Hoffe, Sie...
    donna laura@:Hoffe, Sie hatten´s nicht allzu Ernst genommen. Excusez-moi!
    ..
    Berthold IV@:Na schön, dann exkommunizieren Sie mich halt, im Namen einer Moral die genau so fad ist wie sie vorgibt gerecht zu sein. Machen wir uns hier nichts vor, es sind alles nur Teilwahrheiten die wir in dieser Versuchsanordnung von uns geben: Et sic posses fecere per ordinem de infinitis numeris mensibus (Fibonucci Folge). Ansonsten gefallen mir Ihre Beiträge, wenn sie auch nicht immer, s. o. meine Billigung finden. Alttürkisch aus dem dem Ruhrpott: Max nix!
    ..
    Holly01@:Meine werte Gattin hatte just vor einigen Tagen zwei hochbegabte Knaben, Gymnasiasten, 10 J alt, jeweils mittels Homöopathie, die von der „Schule“ (davon eine Uniklinik) als nicht behandelbar bezeichnet wurden, geheilt. Glauben Sie mir es ist kein Nebenstrang den Sie da anführen, es ist die krude Ödnis gleichgeschalteter, freiwillig sich des wirklichen Denkens enthebender sog. Eliten mit ihren spez. Initiationsriten. Diese leben von ihren a-priori-Postulaten und Vorurteilen. Womöglich tragen wir, jeder in seinem Lebensbereich auf seine Art und Weise, mit zum Erhalt dieses status quo bei. Bis et zum Knaatsch kütt. Danach fängg et widdä vo vüra aa.
    ..
    Gewiss, der BRD mit ihren Befindlichkeiten, wird naturgesetzlich auch noch eine, wie auch immer beschaffene, Katharsis noch von der „Geschichte“ zugestanden. Nur halt anders wie der ehem. DDR. In der heutigen Printausgabe der FAZ kann man z.B. einiges über die, teilweise wohlgemerkt, Kontinuität des Personals des BND in den Fünfzigern aus der Naziära lesen.

  180. Ein wenig mehr Bourdieu...
    Ein wenig mehr Bourdieu könnte dem Blog nutzen und den Kommentatoren manches Kerzlein aufstecken.

  181. Was wäre denn die...
    Was wäre denn die Alternative? Statt Aufarbeitung — wie gut oder schlecht auch immer (und es geht mir ja auch auf den Wecker) — sich höflich abwenden und totschweigen? Eine „ehrliche“ Dokumentations wirds kaum geben, da sich ja doch jeder die Erinnerung irgendwie zurechtbiegt.

  182. @fionn: die Currywurst soll...
    @fionn: die Currywurst soll angeblich zu Schwarzmarktzeiten, ca. 1949, am Stuttgarter Platz neben dem S-Bhf Charlottenburg erfunden worden sein. Nix Ost.

  183. Nachdem Pferde hier bereits zu...
    Nachdem Pferde hier bereits zu Curry-Wurst verarbeitet werden, sei auch deren Senf erlaubt.
    .
    Unser aller Don fordert im Kern die Abschaffung der sogenannt linken Deutungshoheit. Und der verehrte HansMeier555 hat dies mit Verweis auf eine Glaubwürdigkeitsprüfung der Literatur (auch am Beispiel Milan Kunderas) gefordert. Hier, in der Literatur, trennt sich von allen Künsten die Spreu vom Weizen am klarsten. Denn die Möglichkeit der Sprache zum Transport genauest formulierter Inhalte jeglicher Art, kann keine andere Gattung künstlerischen Schaffens auch nur annähernd erreichen (Musik, Tanz, Malerei etc.).
    .
    HM555 weist u.a. auf dem Umstand, dass der engagierte Stalinismus (und dies meint menschenvernichtenden Sadismus) des 20 jährigen Milan Kundera beim Publikum rasch den Touch eines Kavaliersdeliktes bekam (weil er ja inzwischen so ein netter Mensch wurde).
    .
    Mass und Ethik müssen wieder glaubwürdige Faktoren europäischer (nicht nur deutscher) Kultur werden. Also, in den Staub mit der Deutungshoheit dialektisch-materialistischer Provenienz. Rosinante kann langsam keine Windmühlen mehr sehen. Erbarmen!

  184. Werte donna laura, von R.G....
    Werte donna laura, von R.G. kenne ich nur „Loslabern“; das fand ich sehr erfrischend. Aber wenn Ihnen der Erstling gefallen hat – ja, dann sollte ich den vielleicht auch mal versuchen.

  185. @ Stefan von Zollern-Alb 12....
    @ Stefan von Zollern-Alb 12. Juli 2010, 15:40:
    Können Sie die Aussage präzisieren, vielleicht sogar allgemeinverständlich,klar ausdrücken?

  186. werter Stefan von...
    werter Stefan von Zollern-Alb,
    …die wären?

  187. @plindos
    Dann gebe ich das Lob...

    @plindos
    Dann gebe ich das Lob mal zurück. Ich exkommuniziere generell niemanden. 4 Laterankonzil oder ? bin jetzt zu faul zum googeln

  188. Ja....
    Ja.

  189. @Holly01 12. Juli 2010,...
    @Holly01 12. Juli 2010, 17:14
    (@ Stefan von Zollern-Alb 12. Juli 2010, 15:40)
    Er meint wohl den Soziologen Pierre Bordieu!

  190. lieber Plindos, mais non, pas...
    lieber Plindos, mais non, pas du tout, nur keine sorge! wenn sich mir die unschlagbare gelegenheit bietet, betonen zu können, wie sehr man mich von staatlicher seite n i c h t zwangsbeglücken muss, dann ergreife ich sie. ich selbst tue gerne etwas für den staat/die kommune, zahle sogar gerne meine steuern – aber lasse mir in meins nicht dreinreden – und rede keinem anderen hinein. so ist es.
    .
    werter Stefan von Zollern-Alb, so leicht kommen sie aus dieser kiste nicht mehr heraus.
    wohin wollen sie denn einigen kommentatoren ihre bourdieu-mode-kerzlein stecken, hm?
    wir können auch gerne anfangen, kleine deleuze-nasenringe zu verteilen. oder mit dem foucaultschen pendel arbeiten … (aaaachtung – ironie!).
    hier darf man ja nur mitmachen, wenn man gedient hat, nicht wahr …
    .
    Rosinante, ihr erster satz ist ihnen aber gut gelungen! und:
    .
    das material sprache ist ein abstraktes (schwarze kringel auf hellerem untergrund), u.a. das macht literatur so einzigartig.
    .
    liebe muscat, schön! wenn ihnen loslabern gefallen hat, dann sagt ihnen vielleicht auch ‚kronos‘ zu. das erstlingswerk kommt von der struktur her gefälliger daher. der gegenstand ist recht heftig (psychiatrie aus verschiedenen blickwinkeln). das buch saugt einen ein, und ab und an fliegt man damit aus der kurve.
    aber wer etwas ruhiges lesen will, der muss sich an adalbert stifter halten.

  191. @ Stefan von Zollern-Alb 12....
    @ Stefan von Zollern-Alb 12. Juli 2010, 17:29:
    Ein Potential zu haben (ich hoffe Sie schwindeln nicht oder doch?) und es nicht abzurufen, ist dumm.
    Kommunikation ist immer an dem Medium und dem Publikum auszurichten.
    Das ist Teil der kognitiven Fähigkeiten bzw. der Sozialkompetenz (habe ich gelesen, was immer das heissen mag).
    Kompetent sind Sie doch oder ?

  192. verehrter Don, zu Ihrer...
    verehrter Don, zu Ihrer Anmerkung von gestern 22.18
    österreichische Beiträge der besagten Art? gibts gewiß schon, Ossimänner wurden von einheimichen Damen im besten Alter, deren Partnerschaftsmarkt schon etwas eingeschränkt war und die doch nicht den Mut zu Zuwanderern aus ferneren Regionen fanden, gern geehelicht und gerettet…
    lieber Berthold IV,
    die ORF-Sendung von Ex-Benediktiner und Ex-Dominikaner, die sie erwähnten, hörten wir auch,
    und wer nicht aus einer großen Familie kommt, ersetzt dieselbe vorteilhaft durch Zugehörigkeit zu einer Partei, am besten zu einer maßgeblichen in-group innerhalb einer Partei, Klientelismus folgt dem Nepotismus…

  193. Rosinante@: Ihrer steilen...
    Rosinante@: Ihrer steilen These wage ich dennochstens entgegenzutreten, dass die Sprache das Transportvehikel von Sinnhaftigkeit etc. schlechthinnig sein solle. Allein hier, in diesem virtuellem Raume, gibt es einen Beitragsschreiber dessen Soz.-ML-Speech ich leider nur äusserst verschwurbbelt folgen kann. Muss an mir liegen.
    Genaugenommen ist Sprache ein Missverständigungsmittel, da helfen auch irschendwelche Redundanzen nich drüber. Chlodwig Poth von der Frankfurter Neuen Schule hatte es auf mehr satirische Art zu verdeutlichen gekonnt mittels Zeichnung und Sprechblase. Neom Chomski mit seinen Untersuchungen zur Formalisierung von Sprachen, natürlicher wie künstlicher, hat das alles sehr schön und mit Engagement hingekriegt, aber wie kriegt man die Kurve mit dem Sinn und Wahrheitsgehalt hin, damit das Gegenüber auch versteht was intendiert ist?
    Q: Allgemein Handwerk, Art etc. finde ich gut, dass es zur „Sprache“ kam: Eine der grössten Sauereien ist, dass es die Stalinisten und Nachfolger hingekriegt hatten, die großartige mitteldeutsche Handwerks-und mitelständische Industriekultur aus engstirniger Ideologie zu zerstören. Aus ganz anderen Gründen trifft das im Westen auch zu, gegriffen von mir, zu zwei Dritteln ist das auch gelungen.
    ..
    Bezüglich der Landwirtschaft hat die Bio-Bewegung nach 1973 es gerade noch hingekriegt, einen Teil der tradierten, hochdifferenzierten Kenntnisse vor Totalverlust zu retten. Provokation: Der hochindustrialsierte, spezialisierte Bauer kauft sein Obst, Gemüse etc. im SB-Markt, er hat nur noch rudimentäre Kenntnisse von natürlichen Kreisläufen, deren Zusammenhängen etc. Das gilt für beide ehem. Teile D.-lands. Ich weine hier nicht irgendwelcher Blut-u. Bodenromantik nach.

  194. donna laura,
    l-user so ist das...

    donna laura,
    l-user so ist das wohl angedacht.
    Aber i.S. von Benutzer, Verwender etc. kann man die Kiste schon umdrehen, diese
    Systeme sind Sachen die vom User benutzt, verwendet werden, sie sind gezwungen sich zu finanzieren…sich zu prostituieren.

  195. Wenn Sie verheiratet waren/...
    Wenn Sie verheiratet waren/ sind werte donna laura, dann haben Sie auch gedient.
    „dienen = hilfreich sein“ nicht „dienen = buckeln“

  196. donna laura, gesegnet sei die...
    donna laura, gesegnet sei die Einzigartigkeit Ihrer schwarzen Kringel. Und den Hafersack, den Sie mir grazil rüberschieben, spare ich für’s Wochenende. Wieha, Wieha.

  197. försterliesel,
    .
    "...wer...

    försterliesel,
    .
    „…wer nicht aus einer großen Familie kommt, ersetzt dieselbe vorteilhaft durch Zugehörigkeit zu einer Partei, am besten zu einer maßgeblichen in-group innerhalb einer Partei…“
    .
    das hättens dem thomas bernhard sagen solln.

  198. Tja, liebe Försterliesl, da...
    Tja, liebe Försterliesl, da warten wir anscheinend vergeblich auf den Bourdieu-Kenner, der dem HansMeier mit seiner retrograden Feudalismus-Euphorie mal richtig Zunder geben könnte. – Ich fürchte, der Stefan ist schon wieder entlaufen…

  199. Bourdieu? Was man praktiziert,...
    Bourdieu? Was man praktiziert, muss man nicht zitieren.

  200. donna laura@: Kennt Eahna...
    donna laura@: Kennt Eahna d´Füass küssn, au wei mei Kreiz, loss´mer´s hoit.
    Mais oui, parole d´honneur et parbleu: Bienheureux ceux qui croient à l’amour plus qu’à la haine.
    ..
    Zu Adalbert Stifter wollte ich nur anmerken, der war doch hochkompliziert und diffizil, nur scheinbar ein ruhiges Dahingleiten suggerierend. Allein dieses gesamtdeutsch-böhmisch-österreichische Literaturkunstwerk an Groß-und Kleinschreibung (es ist furchtbar mit mir). Man staune, Nietzsche war von ihm angetan. Letzterer auch ein Therma für sich: Die Nazis und danach die Rezeption von N. in der DDR.
    ..
    Was immer unterschlagen wird, er, A. Stifter war auch ein Maler. Der Arme, er endigte mit Suizid, aber nicht deswegen, zwar mit einem razor but not by Ockham.
    ..
    M. E. so hochmodern und aktuell wie Anton Bruckner oder, weils halt grad um ihn Jahrestagt, wie Gustav Mahler in der Musikgeschichte.
    ..
    Foersterliesel@: Nepotismus, man sagt jetzt Netzwerk, aber ich bitte Sie, das ist doch immer noch der Kitt schlechthin, der Alles zusammenhält, wo wären die Renaissance und ihre Päpste, wo die Ergebnisse von Intendanten-, Regierungssprecher-, Rektoren-, Kanzlerkürungen, wo der Charme des Filzes von Paris, London, Berlin, Wien, Rom, Washington ohne dieses unentbehrliche, elaborierte Tool höherer Kreise?

  201. lieber auch-einer,
    auch Thomas...

    lieber auch-einer,
    auch Thomas Bernhard hat Schutz und Förderung , die ihm die eigene Familie nicht geben konnten, gesucht, allerdings nicht bei einer Partei, sonst hätte es mit den Preisen schon früher für ihn geklappt. Bernhard äußert halt die quälenden Ambivalenzen von Förderung und Abhängigkeit ( die ja jeder aus der eigenen Familie kennt), etwa in „Holzfällen“.
    lieber specialmarke,
    aber der kleine Xantus war lieb!
    Zum Feudalimus: eine warme Hierarchie hat schon was für sich, doch, doch.
    Allerdings wenn man Ostöstereich, Ungarn, den Balkan mit den großen Schlössern und den kleinen Keuschen der (ehemals) Leibeigenen kennt und die prachtvollen Häuser der Bauern in Westösterreich, Bayern und der Schweiz…

  202. specialmarke@: Ihnen zuliebe...
    specialmarke@: Ihnen zuliebe herausgefischtes Zitat:
    S. Plattenbauten versus Gründerzeitarchitektur/Dessau Bauhaus?.
    So feinsinnig ging es im Feudalismus nicht zu, vermutlich wird dies auch in dem des zukünftig HannsMeier555´schen nicht der Fall sein. Allenfalls distinkt bei Signore Don Alphonso, sobald er ein objet trouver vulgo Silberkanndl 18. Jhdt. ersteigert hat.

  203. Liebe Rosinante,
    .
    meine...

    Liebe Rosinante,
    .
    meine Kundera-Bemerkung habe ich anders gemeint. Ich wollte darauf aufmerksam machen, dass man bestimmten Autoren die stalinistische Vergangenheit offenbar gerne verzeiht. Nicht weil sie „nett“ sind, sondern weil sie sich in den Mainstream so perfekt eingepaßt haben, dass sie nach dem primitiven Wahrnehmungsraster des dummen Betriebs doch gar niemals Stalinisten gewesen sein können. Er vertrat ja niemals linke Ansichten oder so.
    .
    Ein offenes Wort von Kundera könnte gerade deswegen so hilfreich sein, weil ihm ein Millionenpublikum zuhören würde, sogar in den USA. Welcher Autor mit Ostvergangenheit hat denn schon so eine Möglichkeit?
    Warum soll er den Amerikanern die Motive verschweigen, aus denen er sich um 1948 gegen sie und für die Sowjets entschieden hat? Er könnte die Welt daran erinnern, dass auch kluge Menschen wie er, die offensichtlich nicht durch und durch schlecht waren, sehr wohl Gründe haben konnten, sich gegen den Westen zu stellen.

  204. specialmarke,
    .
    wieso denn...

    specialmarke,
    .
    wieso denn zunder?
    .
    ich denke nicht, dass bourdieu ernsthaft etwas gegen die herrscháft einer kulturellen elite gehabt hätte, solange ihr anspruch begründbar, ihre herrschaft milde und der aufstieg möglch wäre.

  205. @Försterliesel
    wie wohl wahr...

    @Försterliesel
    wie wohl wahr das mit dem Klientelismus. Aber gibt es jenseits der Parteien um mit Paulus zu sprechen (gilt der eigentlich (Gal, Römer) nur für die Protestanten – welchen Paulus verkündet BXVI im Paulusjahr – lauter Fragen) noch etwas anderes. Sind alle Sprachspiele/Klientelwirtschaften gleichwertig?
    Nebenstrang: mir gefällt Milan Kunderas unerträgliche Leichtigkeit des Seins
    zurück vom Nebenstrang: Nichts für ungut aber Sie haben ja fast so ein gutes Wissen über das Leben der Kleriker wie die Mutter Kirche in Rom.
    Aber warum haben Sie das denn angehört – wie Ulises sich an den Mast binden und den Syrenengesang zuhören….
    Es ist unerträglich heiss heute abend in Wien finden Sie nicht?
    Ich für mich: Ab und zu macht es Spaß einen anständigen Theologen zu hören…

  206. Nein, verehrter Plindos, ich...
    Nein, verehrter Plindos, ich meine nicht, dass „Sprache das Transportvehikel von Sinnhaftigkeit etc. schlechthinnig sein solle“, wie Sie schreiben. Dies kann m.E. jede Form künstlerischen Ausdrucks. Aber es ging ja um Literatur, und hier insbesondere um deren Glaubwürdigkeit. Und wenn HansMeier555 schreibt: „Die DDR existierte nicht „einfach so“, sondern sie war ein stalinistischer Unrechtsstaat, und wer in ihr lebte und das auch nur einen Augenblick lang gar nicht so empfand, der muß uns das erklären und beschreiben und sich rechtfertigen.“
    .
    Nun haben wir gerade die sakrale Hype der Gemeinde um das neue Buch von Christa Wolf, die genau jenes schon immer -wenn auch auf hohem Niveau- leugnete. Warum tut Sie dies? Und, wage ich zu behaupten (dies wird Sie, verehrter Plindos, schon wieder stören), warum tut Sie dies immer noch. Was ist dies für ein Mensch, der einem stalinistischen Unrechtsregime ethische Relevanz bescheinigen kann. Zur literarischen Sprache gehören Wahrheit und Lüge gleichermassen.

  207. @specialmarke,
    frage mich, was...

    @specialmarke,
    frage mich, was man von Bourdieus Warte aus zu dieser Feudalismus-Euphorie sagen koennte, ausser dass in keiner der von ihm untersuchten Klassenfraktionen (lieber Devin08, das ist ein Klassenverstaendnis, das sich von dem Ihrigen unterscheidet; was es alles gibt?) auch nur Spurenelemente dieser Euphorie aufweisbar sind (wie in den analogen Studien von Vester, v. Oertzen usw.).
    Blieben die normalen Fragen:
    Was ist mit „Feudalismus“ in einbem operationalen Sinn gemeint, auch mit Blick auf Reagrarisierung, Leibeigenschaft, Fron etc.?
    Wem wuerde ein solcher Feudalismus nuetzen?
    Wer wuerde seine Implementierung unterstuetzen?
    Sind unter den Befuerwortern relevante politische Kreise?
    MfG
    G.S.

  208. Holly01, Grimaldeli et al. zum...
    Holly01, Grimaldeli et al. zum thema: der Herr von Hohlenzollern-Alp hat sich wohl erschreckt? pardon, das war nicht die absicht… bleiben sie doch noch, verstehen sie ein wenig spass, setzen sie sich. reden sie. einen tee?
    .
    lieber Holly01, es ist wohl eher so, dass mein italienischer hausfreund mir dient, eben ganz im sinne der minne, nur weniger ab/nstand, schliesslich sind wir zeitgenössisch geprägt.
    .
    lieber Rosinante, dann schiebe ich ihnen mal einen sack fallobst zu, sonst müssen sie ja hungern, bis sie am wochenende ihr hafer endlich anknabbern dürfen, sie ärmster.
    .
    lieber Plindos, ich lese stifter, durchaus und gerne. an ruhigen frühwintertagen. im moment aber wilde.

  209. Eigentlich ist ist in dieser...
    Eigentlich ist ist in dieser schönen Diskussion schon alles gesagt worden. Ich fasse die schönsten Erkenntnisse zusammen:
    1. E.Mieder und Kaschulke bemerkten einen logischen Fehler in Don Alphonsos Text: Die graue Langeweile der DDR unterscheidet sich nur farblich von der eher orange leuchtenden Langeweile der Westviertel-Sprösslinge.
    2 . Hans Meier 11.7., 8.30 Uhr, fällt die Parallele Don Alphonso – Tellkamp auf, die allerdings nicht nur im Feiern der „Resistenz des Bürgertums“ besteht, sondern vor allem im vornehm zurückhaltenden Aufzeigen der brutalen Seiten bürgerlicher Lebensart – wofür ich beide sehr schätze (auch wenn der décadent D. A. persönlich sympathischer rüberkommt als der Musterschüler T.)
    Und vor allem hat 3. Don Alphonso Recht, wenn er das Abdanken der vereinigten Seilschaft fordert, die zwanzig Jahre danach immer noch die Meinungshoheit über jegliches Leben, Fühlen und Schreiben östlich der Elbe behauptet. Nieder mit der Volksbühne! Jetzt ist genug gejirgelt!

  210. lieber Berthold IV,
    der...

    lieber Berthold IV,
    der theologische Vortrag hat mir auch gefallen, obwohl das mit dem konstituierenden Blick eigentlich von Lacan stammte und ja, es ist schrecklich heiß und wird auch noch länger so bleiben…
    und zum Bourdieu: allein schon der unterschiedliche Habitus erleichtert die soziale Orientierung, so wie Jungfernkranz, Witwentuch und rote Bändel am Hut des Junggesellen (im Unterschied zu den grünen des Verheirateten) in den Alpen und rote Rocksäume und bindis bei verheirateten Frauen in Indien…

  211. Ich muss meinen letzten Blog...
    Ich muss meinen letzten Blog teilweise modifizieren und mich teilweise korrigieren.
    >
    @Sehr geehrter Don Alphonso,
    sicher haben Sie vor Ihrer Philippika daran gedacht, dass ähnlich „mafiose“ Strukturen in der Literaturgeschichte immer wieder zu beobachten sind. Man bezeichnet deren Vertreter dann als „Literaturpäpste“, die manchmal sogar eine neue (revolutionäre) Epoche generieren: Opitz, Gottsched, Lessing, F.Schlegel, Brecht bis zur Gruppe 47, den Feministinnen und so weiter. Es ist selbstverständlich, dass sie Widerspruch provozieren bis zu heftigsten Grabenkämpfen (vgl. MRR). Insofern ist Ihr Beitrag wichtig, als er auf die bekannte Art Feuer schürt. Das ist gut so!
    >
    Dass die DDR-Literatur nicht nur Frust und Langeweile verbreitet, führt uns u.a. der Brecht der 1950er und später vor, sondern auch Heiner Müller und Christa Wolf. Zum Zusammenwachsen von Ossi- und Wessiland – falls an Rhein und Donau überhaupt erwünscht – kann/ muss auch Tellkamp seinen Beitrag leisten. Im übrigen kann die epische Breite einen kontrapunktischen Beitrag zu unserem Äktschonmanierismus leisten, selbst wenn böse Zungen die DDR- als ostalgische Heimatliteratur bezeichnen wollten. Als langweilig, larmoyant und provinziell könnte man auch Raabe, Stifter, Fontane, Keller, Gotthelf, Mörike, selbst Jean Paul u.a. aburteilen.
    >
    Aber darum gehts ja nicht. Wir haben uns dazu verführen lassen, von Sensation zu Sensation zu hippen, vor allem wenn sie ausländisch angefüllt mit hypen Anglizismen ist. Die „Umerziehung“ hat sich eingenistet, fixiert auf Literatur, Hollywood, New York und ähnliche Kulturzentren, deren Bedeutung auf der Hand liegt. Obviously! Ich stelle aber die Frage, wenn in manchen Ausstellungen die DDR-Malerei nahezu ausgeblendet wird, ob die DDR-Literatur in westlichen Verlagen und bei deren Publikum überhaupt eine Lobby finden würde. Aus dem tiefen Westen gesehen, scheint der tiefe Osten nur aus Stasi, Plattenbau, Soli und Rotkäppchensekt zu bestehen. „Wo liegt überhaupt Leipzig?“
    Ob Tellkamp ein Produkt ostalgischer Rezensenten von linker Intelligenzija oder – wie mancher Westviertler vermuten könnte – sogar der Linken sei, möge bitte jeder so orientierte Leser mit sich selbst ausmachen, ansonsten die Literaturwissenschaft oder noch besser die zukünftige Leserschaft. Wenn die aktuelle Szene längst zur nächsten Hype gehippt ist.
    Dennoch kann die Literatur“mafia“ manches Gute bewirken: Bloggosofen zu den ihnen typischen Aforismen anreizen. Was würde unsereins machen, wenn er nicht bloggieren könnte! Über Maß und Ethik etc.

  212. hmm..., nur weil deutsche...
    hmm…, nur weil deutsche steuerhinterzieher nicht mehr viel zu lachen haben, sollte man daraus nicht unbedingt schliessen, dass schweizer humorlos sind. ich habe grosses verständnis für ihr anliegen, die ddr endlich abzuschaffen, aber die ddr-nostalgiewelle nimmt immer groteskere züge an. mittlerweile regiert man in berlin wieder so schlecht – wie damals, lässt die infrastruktur verkommen – wie damals und hat die staatsfinanzen so gut im griff – wie damals.
    abschaffungstendenzen sehen für mich anders aus.

  213. Mich würde doch...
    Mich würde doch interessieren, in welchem Geist die Mitglieder der Linken als Repräsentanten ihrer Wählerschaft Tellkamp lesen, beschreibt er doch ihr Leben in der DDR. Könnten also die Linken Tellkamp als Vertreter ihrer Nationalliteratur verstehen?

  214. @ Plindos, auch-einer,...
    @ Plindos, auch-einer, G.Schoenbauer u. a.: Der Soziologe Boudreu erklärt zwar die grundlegende Stabilität sozialer Ungleichheiten mit seinem Habitus-Konzept. Sein emanzipatorischer Ansatz der „Wiedergewinnung des Ichs“ deutet zugleich auf Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Fortentwicklung durch Engagement der Intellektuellen in den Neuen Bewegungen, zu denen ich HansMeiers Rückkehrwunsch zum Feudalismus nicht zählen kann. – Ich dachte halt, das wäre eine würdige Aufgabe für Stefan v.Z-A.

  215. Sein emanzipatorischer Ansatz...
    Sein emanzipatorischer Ansatz der „Wiedergewinnung des Ichs“…
    danke Specialmarke;
    jetzt versteh ich HansMeier555 “ Was man praktiziert, muß
    man nicht zitieren.“

  216. Dieser Bordieu scheint doch...
    Dieser Bordieu scheint doch ziemlich „nachlaufend“ zu sein.

  217. @Don: Nach der folgenden...
    @Don: Nach der folgenden wunderbaren Feststellung habe ich nicht mehr weiter gelesen – auch nicht die ganzen Kommentare die ggf. die Einheit hochleben lassen:
    .
    DDR, das war das Land, das diesen komisch aussehenden Biermann nicht mehr wollte, und der sang auch langweiliges Zeug. Wir hörten und lebten Beach Boys.
    .
    Es kam die erste Kohlsche-Währungsumstellung samt Plünderung der Sozialkassen … oben drauf noch den Soli …. die nächste Währung hiess EUR und für die Soli-Verlängerung werden sie auch einen neuen Namen finden.
    .
    Selbst wenn man sich eine Rückkehr an die Strände von St. Tropez, Arcachon, Sa trincha, Formentera, Nizza oder San Sebastian für längere Zeit leistete … überall Typen die erinnern an den piefig spiessigen Protest-Biermann. Die hätten meinethalben gerne im verfallenen Kühlungsborn Strandburgen bauen können – ist auch nett aber eben längst nicht so lässig.

  218. ... nichts fuer ungut,...
    … nichts fuer ungut, specialmarke, aber in einer solchen „Vorlesung“, bei der einem trotz ihrer Kuerze die Fuesse einschlafen, verwurstet zu werden, das hat er nicht verdient, der gute Bourdieu.
    Ist ja nett, wenn die Notwendigkeit einer neuen Utopie beschworen wird, nur sollte man zumindest andeuten, worin sie besteht, welcher Zusammenhang zu aktuellen Problemen und Interessenlagen besteht, wer die Traegerschichten sind, die sie befoerdern sollen, usw. usf.
    G.S.

  219. lieber HansMeier555,
    ich habe...

    lieber HansMeier555,
    ich habe nicht den Eindruck, dass ich Sie in Sachen Kundera und wir uns in Sachen Menschen, Kalter Krieg und WK2 missverstehen. Das Wort „nett“ ist keinesfalls harmlos. Es enthält die ganze Linie des opprtunistischen Slaloms, dem auch der junge MRR kurz folgte. Wohlgemerkt kurz. Auf diesem Terrain liegen zuviele Leichen im Keller, und Zuviele (und bei weitem nicht nur Grass) Künstler und Intellektuelle haben hier eine ethisch verwahrloste Biographie.
    .
    Aber interessant finde ich, dass Sie annehmen, dass ein international wahrgenommener Schriftsteller wie Milan Kundera die US-Amerikaner über das Menschlich-Allzumenschliche europäischer Kommunismus-Euphorie nach den WK2 aufklären könnte.
    .
    Bitte, ich will hier wirklich nicht als Nachgeborener rechten, aber die europäische Linke kann hier ebensowenig Schonung erwarten, wie jene durchaus ehrenwerten Konservativen, die in Hitler eine vermeintliche Qualität sahen. Das 20. Jahrhundert brachte zwei Ideologien an die Macht, die sich historisch bedingt bis auf’s Messer bekämpfen mussten. Und keine dieser beiden darf in Europa noch einmal reagieren. Nordrhein-Westfalen geht ja noch.

  220. Tellkamp ein Linker!
    .
    Es ist...

    Tellkamp ein Linker!
    .
    Es ist lustig hier drinnen.

  221. Liebe Rosinante,
    die...

    Liebe Rosinante,
    die ehrenwerten Konservativen, die in Hitler vermeintliche Qualität sahen, sind durchaus geschont worden.

  222. Das gehört jetzt nicht...
    Das gehört jetzt nicht hierher, aber über Hitlers vermeintliche Qualitäten hätte
    ich schon immer gerne etwas erfahren -in der Familie kannte sie keiner.
    Wird wohl wieder sowas sein wie mit dem Durchschnittsbürger und den
    Arztbesuchen.

  223. @G. Schoenbauer: Ihre Kritik...
    @G. Schoenbauer: Ihre Kritik ist – was den Vortrag anbelangt – natürlich berechtigt und konterkariert Bourdieurs Vorstellung von Erwachsenenbildung als Ansatz zur „Wiedergewinnung des Ichs“. Wohin umbruchhafte gesellschaftliche Veränderungen führen könnten und wer sie letztlich in Szene setzt, konnte Bourdieu auch nicht sagen. Die Agierenden definieren sich zumeist nur darüber, was sie nicht wollen. – Ich möchte mich hier auch nicht als Bourdieu-Kenner profilieren; das bin ich gewiß nicht. Herr SvZA (12.7., 15:40) hatte das ja übernehmen wollen

  224. Liebe Minna,
    Meine Vorfahren...

    Liebe Minna,
    Meine Vorfahren und ihre Anverwandten haben mir das so erklärt: „Er war doch der einzige, der endlich mal was gegen die Kommunisten gemacht hat! Ohne Hitler wäre die KPD an die Macht gekommen“.
    .
    Das war die gemäßigte katholische Variante. Ich meine von Leuten, die weder den WK2 noch die Schoah begrüßt haben. Sie wollten einfach nur ganz normale Zustände haben, d.h. eine Gesellschaft ohne Linke. Was ist daran schwer zu verstehen?

  225. minna, dass es bis heute zum...
    minna, dass es bis heute zum guten Ton gehört, dass jede Euphorie für die NSDAP bei Durchschnittsbürgern zu suchen sei, ist eine ebensolche Mär, wie die grundsätzliche gute DDR. Wenn Sie wirklich an Hitlers vermeintlichen Qualitäten interessiert sind, empfehle ich, da dies ja ein Blog der FAZ ist, Joachim Fest’s Biographie.

    Im übrigens zeigt gerade Ihre -sorry, etwas pharisäerhafte- Abwehrreaktion (in meiner Familie nicht), mit welcher Breitenwirkung die dialektisch-materialistische Friedens-Gehirnwäsche der Zeit nach 1945 bis heute wirkt. So gibt’s kein konstruktives Kontinuum, welches man, da man dies auch jungen Menschen verständlich machen möchte, auch neuen Anfang nennen könnte.

  226. Zu der Literaturproduktion von...
    Zu der Literaturproduktion von Autoren aus dem Beitrittsgebiet nach der Wende kommt die vom DDR-Staatsapparat unterdrückte Literatur, die damals auch nicht in den Westen gelangte. Der Topos „DDR-Literatur“ wird uns noch auf viele Jahre begleiten.

  227. "Ohne Hitler wäre alles noch...
    „Ohne Hitler wäre alles noch viel schlimmer gekommen“ [sic].

  228. HansMeier555,
    H. hat die...

    HansMeier555,
    H. hat die Kommunisten verhindert, das habe ich im Umfeld so wahrgenommen,
    konnte mir die Dramatik aber nicht erklären.
    Rosinante,
    meinen Sie Herrn Fests „Ich nicht“? Das ist jetzt zu komisch, daran hat mich der
    Titel gestört, wohl aus dem gleichen Grund aus dem Sie sich an „in meiner Familie nicht“ reiben.
    …und das mit dem Neuanfang, der möglich sein soll, wenn dies und jenes täte,
    diesen Glauben hat mir die dann doch einsetzende Lebenserfahrung ausgetrieben.
    Geht mir zwischenzeitlich auch mit „Neustarts“ so.;-)

  229. Berlin als Rache von Honecker...
    Berlin als Rache von Honecker geht durch aber die fütternden Hände sind mit Sicherheit nicht die der Mumien aus dem Westviertel.

  230. Überhaupt ist diese...
    Überhaupt ist diese Gleichsetzung von NS-System und Stalinismus vollkommen falsch. Zumindest aus der Sicht nichtjüdischer Westviertelbewohner konnte es niemals Zweifel geben, daß der Stalinismus noch viel viel schlimmer war.
    .
    Denn die Nazis haben zwar viele unschuldige Menschen ermordet, aber das Bürgertum als kulturell-gesellschaftliche Elite konserviert. Die Stalinsiten aber haben das Bürgertum brutal von seinem Vermögen getrennt und damit den letzten Kulturhumus zerstört, den das Abendland noch hatte.
    .
    Die ehem. Hauptstadt der Bewegung blüht und gedeiht längst wieder, aber wo der Stalinismus hinkam, wächst bis heute kein Gras mehr.
    Meine Güte, warum traut sich keiner, das mal klar und deutlich zu sagen.
    .
    Ich erinnere mich noch gut an die Angst meiner Verwandten, als in Spanien die Franco-Diktatur zu Ende ging: „Kommen dort jetzt wieder die Kommunisten an die Macht?“

  231. rosinante@:Der Lackmustest ist...
    rosinante@:Der Lackmustest ist ganz einfach, da zerfliegen intellektuell aufge-rüstete Utopien und aufgehübschte Lippenbekenntnisse wie die Spreu im Winde, getrennt vom Weizen: Die Wirklichkeit kann verdammt nahe heranrücken, hat man dann den Mut, die Courage zu widerstehen oder lässt man (lasse ich mich) sich aus Opportunismus (die eigene Haut, Familie, Karriere etc.) korrumpieren, heult mit den Wölfen, reisst/balgt sich mit um die Beute? C´est la question existentielle très brutale.

    @: Persönlich halte ich Heiner Müller, da von Christa Wolff die Rede ist, schon für eine grandiose Wucht in literarischer Hinsicht. Sein Zynismus war umwerfend, seine Freundschaft mit Ernst Jünger verblüffen. Die Volten die der menschliche Geist schlagen kann, sind es nicht minder. Die Lyrik von Sarah Kirsch (DDR-BRD-Zeit) ist für mich bezaubernd, ebenso die von Peter Huchel. Stefan Hermlin ebenfalls ein Könner. In manchem war ein Teil der DDR-Künstler, trotz aller Brüche, den westlichen der sog. BRD, sogar überlegen, sowohl in Stil und Mitteln, die Gründe dafür sind offensichtlich. Denke hier auch an die Maler der Leipziger und Dresdner Schule. Namen wie Tübke und Sitte und die jungen Maler des Informel lassen zumindest nicht nur das Einheitsgraue Bild vom SOZ. Real. aufkommen.
    ..
    minna@: Es kommt darauf an, wie eng der Begriff Qualität genommen wird. Vom Herkommen gesehen, samt seinem Bildungsgang, grösstenteils als Autodidakt, kann man ihm attestieren, dass er nicht das grausamdumme Ungeheuer war, wie er er sich im Bewusstsein der Nachkriegszeit eingeprägt hat. Das „dumm“ muss vom „grausam“ getrennt werden, sonst geht man in die Irre. Er war ein wildgewordener Kleinbürger, vollgesogen mit allen herrschenden fürchterlichen Ressentiments des Deutschlands/Österreichs, des späten 19. Jhdts. (s. Richard Wagner), der ersten Hälfte des 20. Jhdts., zerfressen von einem wohlkalkulierten Hass auf sog. Andersrassige, auf Juden und Slawen. Er und seine Mittäter, an den Schreibtischen und in den Folterkellern, den Schinderstätten waren allerdings Ungeheuer, en dehors de la loi humaine.
    Wie virulent diese Ressentiments immer noch sind, zeigt das Ungarn unserer Tage. Zeigt der begabte Schriftsteller Peter Handke, in seiner blindwütigen Parteinahme für die Täter der Massaker von Srebenica Juli 1995 an den Muslimen in Bosnien.

  232. Danke HansMeier555,
    mit Ihrem...

    Danke HansMeier555,
    mit Ihrem Kommentar 10:11 haben sie meine lebenslang anhaltende Verwirrung
    auf den Punkt gebracht – noch schlimmer???
    Da müssen sich aber noch andere Abteilungen getroffen haben, die meinten H.
    könnte das schlimmste für sie verhindern, ob sie alle recht behielten?

  233. HansMeier555@: Es mangelt mir...
    HansMeier555@: Es mangelt mir nicht an Sympathien für Ihre Sichtweise, Ihren Telos, aber könnten Sie das nicht etwas schlüssiger darstellen, emotionsloser? Was das deutsche Bürgertum anbelangt, so hat es schlicht und einfach gegenüber der Hitlerei versagt, ebenso Teile des Adels. Ich kannte noch genug Mitglieder von beiden „Ständen“ die voll der obig geschilderten Ressentiments bis weit in die 80iger Jahre waren. Das der Stalinismus mehr an Hekatomben hingeschlachtet hatte als die deutschen Terminatoren, der das östliche Bürgertum und den Adel in noch grösserem „Stile“ dezimierte, ist leider historisches Faktum. Vermutlich wäre es bei dem prognostizierten Endsieg zu ähnlichen, womöglich schlimmeren Exzessen gekommen.
    specialmarke@: Die Wortgirlanden all der Philosophenheroen unserer Zeit von Bourdieu, über Habermas, Sloterdijk, den Dekonstruktivisten u. a. verdecken meines Erachtens oft gewisse Leerstellen, nämlich was die Umsetzung der Theorien in die Wirklichkeit betrifft, die sich der Rezipient dann wohl selber ergänzen, füllen soll. Bin auch kein Experte.

  234. Werter Plindos,
    Nicht die...

    Werter Plindos,
    Nicht die Existenz von Ressentiments bei Einzelnen oder Gruppen finde ich
    so furchtbar, sondern ihre Instrumentalisierung, weil zynisch mit klarem Kopf.

  235. Plindos, nun ja, zumindest...
    Plindos, nun ja, zumindest können dann Banausen wie ich, die den Handke schon immer gähnend langweilig fanden, einen guten Grund vorschieben seine Bücher nicht mehr zu lesen.
    .
    Eben fiel mir noch ein: Die neuen Leiden des jungen W. von Plenzdorf. Tiefpunkt eines ansonsten sehr ansprechenden Deutschunterrichts in der 12. Klasse.

  236. Kleinbürgerliches...
    Kleinbürgerliches Wunschdenken
    .
    @specialmarke u.a.: Bin wohl selber kein besonderer Pierre Bourdieu-Kenner, daher erlaube ich mir hier ein Zitat aus Wikipedia anzuführen, von dem ich annehmen möchte, dass es einen zutreffenden Blick auf dessen wissenschaftlich-philosophischen Standpunkt wirft: „Schon in seinen frühen Schriften legte Bourdieu eine Theorie der symbolischen Formen und der symbolischen Gewalt vor, die er in seinen weiteren Studien verfeinerte. In seinem Hauptwerk Die feinen Unterschiede prägte Bourdieu den Begriff Distinktionsgewinn für die erfolgreiche Durchsetzung eines neuen vorherrschenden Geschmacks und Lebensstils als Mittel im Kampf um gesellschaftliche Positionen. Diese Kulturkämpfe zwischen den gesellschaftlichen Klassen finden in einem sogenannten Raum der Lebensstile statt. Dabei reproduzieren sich die hegemonialen Klassen in der Regel an die jeweiligen neuen Bedingungen angepasst.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Bourdieu, letzter Zugriff: 13.07.2010).
    .
    Man kann es auch so formulieren: Bourdieu hat so etwas wie einen ästhetischen Marxismus konstruiert, einem solchen, der, auf die „Auflösungserscheinungen des Kapitalismus“ rekurrierend, eine ebensolche Auflösung des Marxismus nachschiebt. Bis zu einer symbolischen Klasse (lediglich im Habitus verwurzelt) wird die Bourgeoisie da aufgelöst, mag sein, dass das eine ihrer Zukunftsmöglichkeiten ist, aber definitiv (noch) nicht ihre Gegenwart, auch nicht in der aktuell unterstellten „Postmoderne“.
    .
    Einen erheblich fruchtbareren Beitrag hierzu finde ich aber hierin: „Die Mittelschicht, davon ist Ulrike Herrmann überzeugt, wird die Folgen von Bankenkrise und Rezession bezahlen. Aber daran sei die Mitte der Gesellschaft selbst schuld, weil sie eine Steuer- und Sozialpolitik unterstütze, die ihren eigenen Interessen schade und nur den reichen Menschen nutze. Die Wirtschaftsjournalistin will politische Irrtümer vor Augen führen. So kämpfe die Mittelschicht um sozialen Aufstieg und identifiziere sich daher mit der Oberschicht. Sie fürchte den sozialen Abstieg und verachte daher die Unterschicht. Und beides sei falsch.“ (zit. aus: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/1221319/drucken/, letzter Zugriff 13.07.2010). Ulrike Herrmann ist TAZ-Redakteurin, eine Zeitung, die ich für gewöhnlich nicht lese, umso überraschter bin ich über diesen Beitrag.
    .
    Mal abgesehen von dieser soziologischen „Schichtensemantik“, ist dies doch ein im Ansatz klassisch-marxistischer Standpunkt, nämlich bzgl. der Rolle des Kleinbürgertums, welches sich da auch gerne als Mittelstand definiert. Nicht ein kulturelles Kapital macht dieses Kleinbürgertum aus, selbst dort nicht, wo es als intellektuelles Kleinbürgertum in Erscheinung tritt, sondern die Tatsache, dass es vom Kapital abhängt, von diesem so ausgebeutet wie ausgehalten wird. Das Kleinbürgertum gehört keiner Klasse an, ist somit immer schon prekär gewesen; und daher erklärt sich auch sein reaktionärer Standpunkt, seine in aller Regel Rückwärtsgewandtheit, zu seiner Vergangenheit in den Klassen der Handwerker und Bauern der alten Ständegesellschaft. Und das macht auch deutlich, auf welch kleinbürgerlichem Standpunkt Bourdieu hier agiert. Wenn schon das Kleinbürgertum ein prekäres ist, dann doch bitte auch die Großbourgoisie. Ein frommer Wunsch – eben dieses Kleinbürgertums.
    .
    Es wundert mich daher auch nicht, dass in etlichen Beiträge in diesem Block der Auflösung der alten bäuerlichen, sprich: halbfeudalen, Strukturen in der ehemaligen DDR, die dicksten Tränen nachgeschickt werden. Was umso absurder ist, ob der Tatsache, dass doch das „Bauernlegen“ im Kapitalismus nicht etwa humaner geschieht, aber halt auf vertrautere Weise, auf bürgerliche: der Große schluckt die Kleinen, auf einem „anonymen Markt“. Die Großindustrie auch und gerade auf dem Land, das war von Anfang an die einzig mögliche Entwicklung, mit Beginn der bürgerlichen Revolution. Und was die DDR diesbezüglich damals gemacht hat, war die Nachholung einer solchen, da sie nämlich dort bis dato noch nicht statt gefunden hatte. Und selbstverständlich hat sie keine bäuerlichen privaten Großbetriebe zugelassen, sondern die gleich nationalisiert. Ich würde sogar sagen, dass das die erste und damit wohl auch die letzte „sozialistische Maßnahme“ dieses Staates gewesen ist, nämlich eine solche, die den Kampf für den Sozialismus in Folge hätte tragen müssen. Wie gesagt, ich rede hier von der Enteignung des kapitalistischen wie auch noch feudalen Großgrundbesitzes, nicht von den dann folgenden Etappen der Überführung von dann auch kleinbäuerlichen Höfen in genossenschaftliches Eigentum. Die Haltung zu dieser Frage hängt ganz entschieden davon ab, ob der Staat eben dann ein sozialistischer gewesen wäre, was ich bezweifle.
    .
    Es entpuppt sich so die ganze „Postmoderne“ als kleinbürgerliches Wunschdenken, niedergelegt in einem Existenzialismus ebenso wie in allen Spielarten des Strukturalismus. Auch sein Wunsch die Objekt-Subjekt-Dichotomie aufzulösen, muss man vor dem philosophischen Hintergrund des Strukturalismus beurteilen, welcher ja im Kern eine Objektivität nicht wirklich kennt, sondern letztlich eine Spielart des radikalen Konstruktivismus ist.
    Die Objekt-Subjektdichotomie kann erst aufgelöst werden, wenn das Konstrukt des bürgerlichen Individuums (als ein solches des Marktes wie auch der Arbeit) aufgelöst ist, will sagen: wenn die proletarische Klasse sich und damit die ganze Gesellschaft befreit hat. Die Tatsache, dass die Transformation des Kapitals in Richtung virtuelles Kapital (variables Kapital/fixes Kapital/Geldkapital/Buchkapital) eben nur innerhalb jener Objekt-Subjektdichotomie eine Realität darstellt, bedeutet eben auch, dass die Aufhebung dieser Dichotomie innerhalb dieser Realität nicht möglich ist. Selbst die marxistische Kritik der bürgerlichen Ökonomie, also der theoretisch denkbar radikalste Bruch mit dieser Realität, bleibt praktisch-theoretisch an die Formen einer solchen gebunden. Andernfalls wäre der Marxismus Esoterik und eben nicht Wissenschaft. Auch der Marxismus selber kann daher nicht aufgehoben und in eine sog. höhere Form (in den „Schon-nicht-Mehr-Marxismus“ eines Robert Kurz) überführt werden.
    .
    Schon die Entwicklung der Theorie bei Marx und Engels selber verweist uns deutlich eben auf diese Grenzen. Vom „Kapital“ bis zu den „Grundrissen“ erkennen wir nicht nur eben dies eingegrenzte Spannweite innerhalb des theoretischen Gebäudes– vom abstrakten zum konkreten, ebenso wie vom objektiven zum subjektiven, sondern eben auch die des Kapitals selber. Was geschieht mit einer Gesellschaft, die sich historisch überlebt aber erfolgreich einer jeden revolutionären Veränderung widersetzt hat? Ökonomische Andeutungen finden wir in den Grundrissen, aber eben nur Andeutungen, denn das ginge über den Marxismus hinaus, wäre also Teil einer Theorie, die jenseits des Kapital-Arbeit-Verhältnisses läge. Denn auch der Kapitalismus bleibt Kapitalismus, ein solcher nämlich, der von dem tendenziellen Fall der Profitrate und eben nicht von reinen „Geld-Geld-Gesetzen“ getrieben wird. Das perpetuum mobilem, ich sprach davon (http://blog.herold-binsack.eu/?paged=10), bleibt eine Illusion.
    Der dialektische und historische Materialismus, ist auch Weltanschauung, nämlich einer solchen in Verbindung mit dem (Selbst-)Bewusstsein einer revolutionären Klasse, doch dem Grunde nach ist und bleibt er eine objektive Wissenschaft, darin den Idealismus genauso ausschließend, wie den Subjektivismus – gleich welcher Klasse. Die schöpferische Rolle eben jenes möglichen revolutionären Subjekts überwindet nicht, quasi quantentunnelnd, vorausgesetzte historische Grenzen. Und dieses revolutionäre Subjekt kann nur mit einer Klasse verbunden sein, deren Zukunft auf dem Weg der Geschichte liegt und eben nicht deren Vergangenheit da aus der Geschichte lugt.

  237. Der Hauptfehler...
    Der Hauptfehler Stalins
    @HansMeier555: Das ist schon bemerkenswert, wie Sie manchmal das Richtige sagen, wo Sie doch offenkundig das Falsche meinen (bzw. auch mal umgekehrt: „Denn die Nazis haben zwar viele unschuldige Menschen ermordet, aber das Bürgertum als kulturell-gesellschaftliche Elite konserviert“, wenn Sie dann schlussfolgern: „wo der Stalinismus hinkam, wächst bis heute kein Gras mehr.“ Es dürfte Ihnen doch klar sein, dass Sie da genau auf eine Stalinkritik zusteuern, die in etwa so lauten könnte. Also wäre der Hauptfehler Stalins gewesen, dass da überhaupt wieder Gras wächst. Oder?

  238. @HansMeier555
    "Denn die Nazis...

    @HansMeier555
    „Denn die Nazis haben……. aber das Bürgertum als kulturell-gesellschaftliche Elite konserviert. “
    .
    Da liegen Sie meiner Meinung nach völlig falsch. Die Nazis haben als erste sehr erfolgreich das Bürgertum angegriffen und schwer beschädigt.
    .

  239. Schön, und trifft genau...
    Schön, und trifft genau dahin, wo es hinmuß: in den Kuturbetrieb. Der intellektuelle Kolonialismus gegenüber der DDR der hinter der Umwandlung in die „DDR“ steckt, ist unerträglich.
    Tellkamp ist aber ein Sonderfall, der ist aus sich selbst heraus unerträglich, egal worüber er schreibt und denkt.

  240. Plindos: "C´est la question...
    Plindos: „C´est la question existentielle très brutale.“ Merci. Et moi, je me sens evidamment inclu.
    .
    HansMeier555: Ihr Stalinismus-Urteil sitzt. Deshalb glaube ich auch, dass eine konstruktive Diskussion erst dann einsetzen kann, wenn die historische Forschung (auch in Deutschland) diesen Komplex mit der gleichen geistigen Energie aufzuarbeiten beginnt, die diese bisher der Geschichte, der Herrschaft und den Folgen des braunen Terrors gewidmet hat.

  241. minna: mit einem neuen Anfang...
    minna: mit einem neuen Anfang meine ich nicht Neustart. Diesen hatten wir in Europa -ich sag’s jetzt mal salopp- nach der letzten Eiszeit. Mir geht es um eine konstruktives Kontinuum. Aber dies müssen Sie primär allen dialektisch-materialistisch denkenden Menschen, vulgo, allen politischen Persönlichkeitsderivaten vom Anarchisten bis zum fundamentalen Ökologen (und bitte, beiderlei Geschlechts) begreiflich machen. Und, da dies mit den Mitteln einer Demokratie nicht möglich ist, werden uns dies andere Menschen (insbesondere aus Vorder- und Ostasien) in den nächsten Jahrzehnten freundlich -aber sehr schmerzhaft- klarmachen.

  242. @holly01: Man kann die Kappen...
    @holly01: Man kann die Kappen in manchen Motorradgeschäften tauschen. Siehe dazu auch Comic auf spiegel.de-Unispiegel (Heute schon Revolution? Oder so). Den Spiegel auf jeden Fall behalten. Gini 0.20 wäre schon nicht schlecht, bis 0,35 gehe ich Lampen putzen.

  243. Dulci, ich habe das Formular...
    Dulci, ich habe das Formular dann doch noch wiedergefunden.
    Ich habe „Diätberaterin-Vollzeit“ angekreuzt, für den Bankkredit.
    Würde es dreifach an die Kirchentür tackern, aber vermutlich brennt die dann komplett ab.
    Mein Bauch (The belly) gehört jetzt also Dir.
    Bäh. Kriegst mich nicht! Kriegst mich nicht!

  244. @auxtroisglobes: Vielen Dank...
    @auxtroisglobes: Vielen Dank für Ihre Bemerkung über die „DDR“! Die gehört dick eingerahmt auf die Schreibtische der diversen Juroren.
    … Ihre Meinung zu Tellkamp teile ich nicht, kann sie aber nachvollziehen. Aber meinen Sie nicht, dass auch der noch erwachsen wird und zwei bis drei Romanen später die Schwurbeleien völlig ablegt, die bislang noch den Blick auf sein Talent verdecken?

  245. Das Bürgertum war von den...
    Das Bürgertum war von den Nazis keineswegs durch und durch begeistert.
    Aber seine politischen Vertreter haben 1933 zu knapp 100 Prozent für das Ermächtigungsgesetz gestimmt.
    Warum?
    Und auch der Widerstand um den 20. Juli teilte viele Auffassungen der NS-Bewegung.
    Warum?
    .
    Meine Erklärung ist: Nein, es war nicht der Haß auf Juden oder Andersstämmige (das war die Obsession nur einer Minderheit), sondern die Sehnsucht nach einer Gesellschaft unter Kontrolle und einer Politik ohne Linke.
    Vgl. auch das Milieu der französischen Kollaboration.

  246. @HansMeier555 13:49
    Dem kann...

    @HansMeier555 13:49
    Dem kann ich folgen. Das Perfide und Geschickte an der Politik der NSDAP war im Grunde nichts Eigenes geschaffen zu haben, sondern ein Gebräu quer durch den politischen Gemüsegarten. So war von rechts bis links für jeden was im Topf. Jeder sah die Zutat, die ihm gefiel, welche Suppe es schließlich auszulöffeln gab, haben nur wenige erkannt und viel zu viele haben trotz bitterem Geschmack immer weiter gelöffelt.
    Die NSDAP war eine Partei der Arbeiter und Kleinbürger, der Enttäuschten und Zu-kurz-gekommenen. Das echte Bürgertum stand dort ebenso wie der Adel auf der Abschussliste. Nach dem „Endsieg“ hätte man den Terror ausgeweitet. Für Bürger gab es in der NS-Diktatur keinen Platz.

  247. Lieber Elbsegler,
    dem kann ich...

    Lieber Elbsegler,
    dem kann ich leider gar nicht folgen.
    Die NSDAP war durchaus die Partei der „echten“ Bürger, echtere gab es nicht.
    Und natürlich gab es für die in der NS-Diktatur einen Platz, u.a. in den oberen Rängen der SS, im Außenministerium, im Reichswirtschaftministerium, in der Reichsärztekammer, im Offizierskorps der Wehrmacht, und und und.
    Schauen Sie sich die Liste der NS-Funktionsträger an, da können Sie nach Arbeitern und Kleinbürgern lange suchen.
    Himmler z.B. kam direkt aus dem Münchner Westviertel.

  248. Gebt Ihnen bitte keine...
    Gebt Ihnen bitte keine Rollstühle!
    .
    @Rosinante: Da Sie den dialektischen Materialismus (und den historischen wohl auch) so verabscheuen, bekommen Sie genau das einzig mögliche „konstruktive Kontinuum“, die Fortsetzung der Herrschaft des Kapitals. Und da Sie sich so sicher wähnen gegenüber gewissen „Eiszeiten“, haben Sie vermutlich übersehen, durch wie viele Eiszeiten (man könnte sie auch Dantesche Höllen bezeichnen) eben dieses Kontinuum so geht: Nach dem großen Bankenkrach im 19. Jhrdt. (Marx hatte diesen noch erlebt und damals sich gewünscht, dass er der Beginn der großen proletarischen Revolution werde) – Ausgehend von den USA über den 1. Weltkrieg (mit Kollateralschäden, der span. Grippe z.B., etwa 50 Millionen Tote, zur großen Depression und weiter zum 2. Weltkrieg (noch mal 50 bis 100 Millionen Tote), um dann über weitere größere und kleinere (lokale) Eiszeiten zur ultimativen Eiszeit, nämlich im Jahr 2008, zu gelangen.
    .
    Die Geschichte ist noch mittendrin, deswegen wissen wir nicht, wie man das mal beurteilen wird, was da gerade passiert, aber erkennbar ist jetzt schon ein gewisses Kontinuum in Richtung genau jener Barbarei, von der da Marx und Engels im Kommunistischen Manifest schon so ahnungsvoll redeten („Kommunismus oder Barbarei“). Manche mögen die Zeit der DDR als Anekdote (Wehler) wahrnehmen, oder als etwas endlich zu überwindendes , nämlich solchermaßen „langweiliges“ (Don Alphonso), aber wie wäre es denn mal als „ganze Konterrevolution“, eine solche, die ihren Anfang schon in der Weimarer Republik nahm und dann in diesem Konstrukt des Weltkrieges endete, enden musste.
    .
    Aber, um da mal die dialektische Methode von Marx aufzunehmen, welche Interessen setzten sich da in Wirklichkeit durch, also was ist die Klassengrundlage für dieses Kontinuum „Absurdum“? Deutschland ist in gewisser Hinsicht immer noch ein Land des Kleinbürgertums. Nicht in Bezug auf die ökonomischen, bzw. realen Machtverhältnisse, aber in Bezug auf die Konnotation der beiden Hauptklassen. Einer kleinbürgerlichen Bourgeoisie steht ein kleinbürgerliches Proletariat entgegen. Die eigentliche Großbourgeoisie ist mehr oder weniger aristokratischer Herkunft (HansMeier555 wird mir da wohl zustimmen müssen!). Der Geldadel wurde zum Geldkapital und dieser kapitalistische Adel möchte den Rest des Volkes zu seinen Dienstboten machen, wie so gewohnt. Dieser Kampf spiegelte sich auch im Machtantritt des Faschismus. Es wundert nicht, dass ein Teil dieses (preußisch konnotierten) Geldadels eben nur aus diesem Grund gegen den Faschismus war, er roch den Kammermief der Dienstboten.
    .
    Da dies sich in Deutschland nach dem Krieg hauptsächlich noch auf dem Boden der dann folgenden DDR abspielte, wo das Kleinbürgertum (!) durch den Faschismus gehätschelt, selbst die Ausrottungsfeldzüge der Sieger überleben konnte, und dann sein Überleben zunächst noch in den Ritzen der neuen Gesellschaft zu sichern gedachte, lässt es sich doch nachzuvollziehen, wie diese Dienstboten ihre erste Macht (das Kleinbürgertum war unter dem Faschismus wohl verhätschelt, aber mitnichten an der Macht!), die ja wieder eine im Dienste einer fremden Macht war, diese Dienstbotenmacht also, Arbeiter- und Bauernmacht auch leicht euphorisch genannt, dann nutzen, also ihre Ritzen verlassen, um ihre Dienstbotenideologie der „von Metternichs“ entgegen zu setzen.
    .
    Aber es dauerte wohl nicht lange (etwa mit Honecker, nach Ulbricht also) und der alte Adel hatte sie von überzeugt, dass eine Geschichte außerhalb derer von Metternichs nur eine in den Ritzen bleiben wird. Die nicht wenig überraschten Bürger der DDR durften sich daher bald wieder an den preußischen Tugenden aus ihrer Geschichte erfreuen. Aber kaum so das Licht erblickend, stand sie da, nackt wie lächerlich, jene Dienstbotengesellschaft, die da den Herrn zu spielen wünschte. Die weitere Geschichte setze ich als bekannt voraus.
    Und ist es nicht so, dass auch gegenüber uns, hier im Westen, seit dieser Zeit, die preußischen Tugenden wieder so gepriesen werden? Eine endlich vereinte Dienstbotengesellschaft.
    .
    Die Dienstbotendemokratie (oder auch – leicht größenwahnsinnig – -diktatur genannt) ist nun dahin, nicht anders als im Westen selber, wo sich die soziale Marktwirtschaft stolz zu Hause wähnte. War doch auch diese nur ein Leckerli für die Mäuler jener kleinbürgerlichen Ideologen, die da das Angebot sich als Mittelschicht zu wähnen, mit echtem Zucker ums Maul verwechselten.
    .
    Die deutsche Dialektik macht lange Umwege, aber sie kommt doch zum Ziel. Die Mittelschicht ist daher das wichtigste Opfer der dortigen, wie auch der hiesigen Konterrevolution – eine ganze Konterrevolution, wie ich doch meinen möchte. Fett geworden war sie, die „Mittelschicht“, dort wie hier, also wird sie hier jetzt geschlachtet.
    .
    Und scheint es doch ein wahrlich „Kontinuum“, denn die deutsche Bourgeoisie, die aristokratische, wird entweder von ihren Dienstboten gestürzt, oder das Kapital bleibt so lange an der Macht, bis der letzte Dienstbote auf dem Rollstuhl sitzt.
    .
    Die uns vielleicht nun noch quälende Frage könnte da lauten: was muss geschehen, dass diese Dienstboten sich zum revolutionären Subjekt mausern? Man könnte antworten: gebt Ihnen bitte keine Rollstühle!

  249. donna laura, fast hätte ich...
    donna laura, fast hätte ich ein Dankeschön für den Sack mit Fallobst vergessen. Dies gehört zu meinen liebsten Öbstern.

  250. @Devin08: "Fall der...
    @Devin08: „Fall der Profitrate“ ist das einzig verständliche Wort, das ich aus Ihrem Beitrag ziehe, ja, das haben wir nun gerade wieder erlebt. Ansonsten sind mir diese Erlöserhoffnungen (ob „revolutionäres Subjekt“ oder „Arbeiterklasse“) höchst suspekt, man möge diese doch bitte mit seiner Privatreligion abmachen und in Politik und Gesellschaftsentwicklung lieber evolutionär vorgehen.

  251. Es ist schade, dass vielen zum...
    Es ist schade, dass vielen zum Thema ostdeutscher Literatur nur die Wendehaelsin Christa Wolf, einfaellt. Dabei gibt es Schriftsteller wie z.B. Christoph Hein, dessen Talent es nicht noetig hatte, von Charme oder Tristesse der DDR Realitaet zehren zu muessen.

  252. @Hansmeier555 15:04
    Ob die...

    @Hansmeier555 15:04
    Ob die Protagonisten der NSDAP (auch) aus den Westvierteln stammten und ob die bürgerliche Verwaltungs- und Militärkaste willfährig mitgemacht hat, erscheint mir für das Wesen dieser „Bewegung“ zweitrangig. Revolutionäre stammen in der Regel nicht aus den Schichten, die sie zu befreien vorgeben. Ob Lenin, Che Guevara oder Bin Ladin, alles Westviertler. Nur Hitler nicht. Dass die nationalsozialistische Ideologie nicht die Restauration des Bürgertums auf ihre Fahnen geschrieben hatte, darüber dürften wir uns doch wohl einig sein. Wäre zum „Endsieg“ gekommen,wäre im SS-Staat für Bürgertum und Adel kein Platz mehr gewesen. Ob es den Herrschaften gepasst hätte oder nicht. Die durften nur die nützlichen Idioten abgeben, solange das System auf sie angewiesen war. Zum Glück hat dieses Reich nur einen Bruchteil der 1000 Jahre überdauert, wenn auch immer noch 12 Jahre zuviel. Dem Bürgertum ging es wie der Martinsgans. Die hat auch am 10. November aus Erfahrung die größte Gewißheit, dass alles in bester Ordnung ist.

  253. @damals betr. Tellkamp: Ich...
    @damals betr. Tellkamp: Ich fürchte, mich stört garnichtsosehr die Schwurbelei, der Sprachstil. Da bin ich zu wenig beschlagen.
    Aber das denken und wollen, das misfällt mir ganz unglaublich bei diesem T., der „aus Deutscher Erde gehoben“ ist, wie er selber sagt. Verstehen sie mich nicht falsch, gerade weil er mir von der FAZ als nicht-linker und gewissermaßen bildungsbürgerlich-preußisch-zackiger (er war wohl Panzerkommandant?) angepriesen wurde, interessierte er mich. Aber anstatt dem Preußen des 18 Jhs. finde ich nur Wilhelm II. in seinen Äußerungen. Würg.
    Das „provokante“ Buch „Der Eisvogel“ ist im schlechtesten Sinne Reaktionär (Freikorps, aber kein Lützowsches!), Theweleit hätte seine Freude daran, wenn es nicht so banal wäre.

  254. "Himmler z.B. kam direkt aus...
    „Himmler z.B. kam direkt aus dem Münchner Westviertel.“
    ——————-
    … nur weil Sie ihn nennen, verehrter HansMeier555. Himmlers Vater Gebhard hat es um 1920 auch als Direktor an ein Gymnasium in Don Alphonsos geliebter Heimatstadt verschlagen, an dasselbe, das auch der von Ihnen vor ein paar Tagen erwaehnte DDR-Becher als Schueler besuchte.
    Wen die Partei- und Praesidentenkandidatenpraeferenzen bei den Wahlen zwischen 1920 u. 1933 u. die Kompliziertheit ihrer Erfassung interessieren:
    http://www.stmuk.bayern.de/blz/web/100083/07.html
    MfG
    G.S.

  255. Lieber elbsegler,
    Für andere...

    Lieber elbsegler,
    Für andere war schon lange vor dem Endsieg „kein Platz mehr da“.
    .
    Auf die Fahnen geschrieben hatten die Nazis sich nicht die Restauration des Bürgertums, sondern die „Volksgemeinschaft“; eine Idee, mit der das Bürgertum aber gut leben konnte.
    Welche Art von Repression hatten die Westviertel denn Ihrer Meinung nach von den Nazis im Falle des Endsiegs zu befürchten?

  256. HansMeier555
    Dass für andere...

    HansMeier555
    Dass für andere schon lange vor dem Endsieg kein „Platz mehr da war“ habe ich nicht bestritten. Mit der „Volksgemeinschaft“ hätte das Bürgertum á la Westviertel so einige Probleme bekommen. Ich denke, dass es genauso zerstört worden wäre wie unter der Ägide des Arbeiter- und Bauernstaates. In einem totalitären korporatistischen Staat ist für das Westviertel kein Platz. Sicherlich wäre der Herr Kommerzienrat nicht ins KZ gewandert.

  257. @auxtroisglobes: Der...
    @auxtroisglobes: Der „Eisvogel“ ist in der Tat ziemlich trivial, ich hab ihn deshalb auch nicht zuende gelesen. Aber die Einschätzung „reaktionär“ darf doch nicht zur Abwertung führen – jeder darf doch seine politische Haltung haben, wie er will! (Und T. ist ohne Zweifel rechts, warum nicht?) Wenn ich jetzt anfangen wollte, meine literarischen Vorlieben nach meinen politischen Ansichten auszurichten, dürfte ich vermutlich auch Don Alphonsos Blog nicht merhr goutieren. Und das wär doch schade.

  258. Ich meine mal gelesen zu...
    Ich meine mal gelesen zu haben, daß A.H. 1941 auf“ Friedenswirtschaft“
    umstellen wollte, fand aber keine Erklärung warum dies nicht geschah.
    Was oder- interessanter wer – hat ihn daran gehindert?

  259. @damals:
    Nun, sagen wir mal...

    @damals:
    Nun, sagen wir mal so, die Sorte „Rechts“, die T. vertritt ist beileibe nicht unterrepräsentiert in der deutschen Geschichte, sie ist nichtmal orginell und deswegen durchaus unterreflektiert. Dann lieber einen aufrechten Marxisten, oder eben einen Rechten ohne Haß [oder wenn unbedingt Freikorps-Lit, dann gleich Ernst Jünger]. Beide scheinen Mangelware geworden zu sein.
    Was Literatur angeht, so kann ich nur sagen, daß die ganzen Vater-Sohn, Mutter-Blabla Individualpsychologisierungen eben unglaublich langweilen. Was will denn UT. oder diese Göre von neulich (Hurrah, ich habe ihren Namen vergessen!), was wollen die gegen TM anstinken? Nein, mehr Inhalt, weniger Befindlichkeit. Und gerade da schließt sich der Kreis zur „DDR“: sie darf NUR als Niederschlag ins Bauchnabelige stattfinden. Bloß nicht allgemein, bloß nichts Komplexes, nichts wirklich Historisches, nichts von quantifizierbaren Gemengelagen: kurz Trivialisierung der gesamten Geschichte zu Familienproblemen, oder schlimmer Beziehungsproblemen. Und zwar neuzeitlichen Kernfamilienproblemen. Es ist der deutsche Fluch: Zuviel Homer, zuwenig Vergil. Die Odyssee endet in der Ehe, die Aeneis mit der Stadtgründung.

  260. Geehrter Devin08, weder Sie,...
    Geehrter Devin08, weder Sie, noch ich, noch Sonstjemand wird das Kontinuum der Geschichte je aufhalten können. Wir Menschen können eine historische Dynamik allenfalls verlagsamen oder beschleunigen. Und die Erklärung, warum das, was ist, so ist, wie es ist, hat als Variable eine Methodologie. Hier kann ein unabhängiger Geist wählen. Meine Präferenz für Europa ist Fernand Braudel für das Kleine, und Jacob Burckhardt für das Ganze. Aber wir können weder Tote lebendig und Leiden ungeschehen machen. Und für wichtiger als jede historische Methode zur Erklärung des Elends, halte ich den Willen und den Mut zur Zivilcourage in einem Menschenleben.
    .
    Im Drama „Das Ahornbaumspiel“ von Mircea Eliade (spielt in Rumänien unmittelbat nach dem WK2) gibt es ein zynisches Couplet:
    Einer ohne Arme
    klettert auf den Ahormbaum.
    Eine ohne Arme
    wirft nach ihm mit Steinen.
    Einer ohne Augen
    sieht ihm dabei zu.
    Und die Toten kriegen
    nichts ab.

  261. Der Letzte kann die Suppe noch...
    Der Letzte kann die Suppe noch verderben
    .
    @Rosinante: Gerade der historische Materialismus geht davon aus, dass es auch und gerade für ein revolutionäres Subjekt unhintergehbare historische Voraussetzungen gibt, welche aber alles andere als ein Kontinuum ausmachen. Die bisherige Geschichte schafft einen typischen Verlauf eben für diese Geschichte, aber immer wieder lauern dabei verschiedene Möglichkeiten. Möglichkeiten, die die bisherige Geschichte noch nicht völlig abgeschlossen, bzw. vielleicht gar nicht erst „erkannt“ hat. Was letztlich Wirklichkeit wird, hängt somit wesentlich vom Willen (dem Bewusstsein) der jeweiligen Hauptkräfte ab. In der Gesellschaft gibt es so etwas wie eine bedingungslose überzeitliche Zielgerichtetheit eben nicht. Die objektiv-materialistische Vorstellung, dass sich letztlich durchsetzt, was sich durchsetzen soll, ist nicht esoterisch misszudeuten, sondern sagt lediglich aus, dass die Hauptkräfte innerhalb einer Epoche weder beliebig agieren können, noch willkürlich zu ersetzen sind. Ihr Widerspruch ist der Hauptwiderspruch – nicht göttliche Vorsehung.
    .
    Im Übrigen glaube ich auch nicht an einen ontologischen Zusammenhang aller bisherigen Geschichte, sondern eben nur an die Einheit und dem Kampf der Gegensätze, wobei die Einheit (das jeweilige Sein) relativ, der Kampf (das Werden) absolut ist. Ontologisch verhält sich vermutlich nur das, was innerhalb einer Epoche als Einheit von Widersprüchen in Erscheinung tritt.
    .
    Auch was sich in der Natur so entwickelt, schafft kein Kontinuum, sondern ein prekäres Verhältnis, was man als relative Ordnung im absoluten Chaos bezeichnen kann, oder als Entropiezunahme, bzw. als Energiewandlung, bzw. als Umsatz von Energie in Kräfte. Unberechenbar bleibt der nicht umgesetzte Wirkungsgrad. Selbst die Vorstellung von einem gewissermaßen negativen Kontinuum dann durch dessen dementsprechendes Ende, z.B. im angenommenen Wärmetod, erfasst nicht wirklich die Wahrheit, sondern nur ein Modell hiervon, eine Möglichkeit auf der Grundlage dessen, was wir im Moment glauben zu wissen.
    .
    Selbst auch des Marxisten gesellschaftliche Idealvorstellung selber, nämlich die klassenlose Gesellschaft, ist solange diese nicht Wirklichkeit ist, nur ein Modell, definitiv aber keine historische Notwendigkeit, dann schon besser Nützlichkeit, denn vielleicht mal Wirklichkeit aus einer ganz bestimmten historischen Perspektive.
    .
    Was wirklich passiert, hängt vermutlich ganz entschieden davon ab, was der „Letzte“ dazu zu sagen gehabt hatte, bevor es dann Wirklichkeit wurde (oder endgültig verworfen), nicht unähnlich darin dem Algorithmus im Naturgeschehen. Der „Letzte“ kann die Suppe also noch verderben und somit eine eben nicht vorhergesehene Mutation verursachen.

  262. Hi Devin08,
    lesen Sie mal bei...

    Hi Devin08,
    lesen Sie mal bei Spengler nach, der sich ja auch zentral auf den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik bezieht, um nicht dieselben Fehler zu wiederholen.
    Auch was Bourdieu anlangt, wuerde ich eine ueber einen Wikipedia-Artikel hinausgehende Lektuere empfehlen.
    MfG
    G. S.

  263. "Obwohl in meiner kleinen...
    „Obwohl in meiner kleinen Heimatstadt oder am Tegernsee“
    dort begegnete mir auch eine dunkle Protzkarre mit Stern.
    Die Besonderheit?
    Kennzeichen: STA-SI 400
    Ihr seid schon Spassvögel…

  264. Um mal wieder auf das...
    Um mal wieder auf das original-Thema „DDR-Literatur“ zurückzukommen – irgendjemand wollte ein paar Hinweise auf lesbare Gegenwarts-Literatur:
    Da da mMn auch die kurze kleine Form dazugehört, empfehle ich die Geschichten von Christoph Dieckmann, die in verschiedenen Sammelbänden erschienen sind. Oft getarnt als Platten- oder Konzert-Kritik oder als Reportage erfährt man eine Menge Dinge über das alte und neue Leben in den östlichen Landesteilen.
    Elegant geschrieben und, wie ich finde, sehr lesenswert. Manches kennt man aus der ZEIT, es könnte sinnvoll sein, auf der Erstveröffentlichungs-Datum zu schauen.
    Zwei Beispiele:
    http://www.amazon.de/Das-wahre-Leben-im-falschen/dp/3861531682/ref=sr_1_8?s=books&ie=UTF8&qid=1279111876&sr=1-8
    und
    http://www.amazon.de/Lebensuhren-liefen-Geschichten-deutschen-Murkelei/dp/3861530570/ref=sr_1_9?s=books&ie=UTF8&qid=1279111876&sr=1-9
    Ja, es kommt das seltsame Wort Identität vor …
    GvH

  265. Die verborgenen Mechanismen...
    Die verborgenen Mechanismen der kleinbürgerlichen Macht
    .
    @Schoenbauer: Danke für den Hinweis. Ich bin mir allerdings sicher, dass meine Bezugnahme auf den 2. Hauptsatz der Thermodynamik in diesem Sinne „unverdächtig“ ist.
    .
    Ich habe mich da erst kürzlich zu geäußert und auch auf einen entsprechenden Link hingewiesen (vgl.: http://blog.herold-binsack.eu/?p=958); und natürlich bezog ich umgehend Prügel, da ich angeblich die Naturgesetze auf die Gesellschaft anwende. Ganz im Gegenteil, wie ich denke, denn ich zeige auf, wie die Klassenkräfte sozusagen Naturkräfte hervorzaubern. Also welche Interessen, in einer ganz bestimmten Epoche, zu einer ganz bestimmten „Erkenntnis“ führen, die Richtung somit auch und gerade in den Naturwissenschaften prägen.
    .
    Das hat nichts mit der Kritik an der Moderne zu tun, wie die eines Spengler, sondern ist eher ein Hinweis darauf, dass die Geschichte, eine von Klassen gemachte, eine „Geschichte von Klassenkämpfen“ (Marx) ist, und dass auch die Wissenschaft Teil und Ausdruck hiervon ist. Subjektneutrale (positivistisch-reduzierte, bzw. rational-vernünftige) Erkenntnisse gibt es nicht.
    .
    Und da kommt Bourdieu ins Spiel: Ich habe vor Jahren sein „Die verborgenen Mechanismen der Macht“ gelesen. Wikipedia ist also nicht die einzige Quelle, auf die ich mich da beziehe, nur ich fand die zitierte Stelle für nicht unpassend. Nicht dass ich ihn nicht geistreich fände, wie gesagt: er ist ein Ästhet, nur warum sollen wir über die verborgenen Mechanismen reden, wenn die offenkundigen doch noch abgestritten werden. Das ist so eine Art intellektuelle Spielerei, diese Beschäftigung mit dem „Verborgenen“, dem Strukturellen, etc. p.p. Diese Dinge bestreite ich nicht, aber wie gesagt, so originell sind sie auch wiederum nicht.
    .
    Ich kann da viel mehr mit dem marxschen Fetischismusbegriff anfangen, obwohl es da mittlerweile auch Leute gibt, die die Gesellschaft als eine von Fetischismen geprägte und eben nicht als eine Geschichte von Klassenkämpfen erkannt haben wollen (vgl. Robert Kurz und andere Postmarxisten, siehe mein „Philosophus Mansisses“, http://blog.herold-binsack.eu/?page_id=7). Auch das läuft doch mehr oder weniger auf Bourdieu zurück.
    .
    Es genügt diesen Leuten nicht, den Klassenkampf aufzudecken, den offenkundigen, den, den man geradezu anfassen kann, nein, man muss den verborgenen hervor kitzeln. Und es wundert nicht, dass eben genau jener verborgene Klassenkampf, jene verborgene Mechanismen der Macht, dem Intellektuellen so auf die Hühneraugen drücken. Sind es doch in aller Regel genau die Mechanismen, die die Stellung des Kleinbürgertums zur Bourgeoisie so unschön, so unerwünscht, machen.
    .
    Im Übrigen ist Bourdieu Kantianer, wie eben so viele seiner Wissenschaftskollegen, was kein Mangel sein muss, aber es gibt bessere, solche, die auf Kant rekurrierend sogar ein revolutionäres Gesellschaftsmodell entwerfen. Zum Beispiel Slavoj Zizek, den ich oft zitiere.
    .
    Aber was schreibt da unser Bourdieu, ich zitiere nur mal beispielsweise: „Eine Politik, deren erklärtes Ziel es ist, die realen gesellschaftlichen Bedingungen herzustellen, unter denen sich die Vernunft voll entfalten kann“ (eigentlich könnte man hier schon aufhören, aber ich zitiere weiter – H.B.), bedarf als unterstützende Maßnahme der rationalen Gestaltung des Bewusstseins der vielen, folglich der rationalen Organisation der Einrichtungen, denen die Vermittlung rationaler Einstellungen obliegt.“ (Die verborgenen Mechanismen der Macht, S. 105/106, VSA-Verlag 1997)
    .
    Wau, Nachtigall, ick hör dir trapsen. Nicht mal all zu verborgener Schwachsinn, ist das hier zitierte.
    Eine Vernunft, zudem noch eine rationale, die da „Bewusstsein gestaltet“ (nicht „schafft“, sondern eben gestaltet, das ist ein feiner Unterschied, klingt nämlich so, wie ein Kunstwerk hervorbringen, dieses „gestalten“!). Ja, das sind sie doch, diese verborgenen, ja nicht mal all zu verborgenen, Mechanismen der kleinbürgerlichen Macht, die sich da aus ihrem Auftrag, nämlich im Interesse der bürgerlichen Herrschaft die Gehirnwäsche ins revolutionäre Proletariat hinein zu tragen, ergibt.

  266. Die verborgenen Mechanismen...
    Die verborgenen Mechanismen der kleinbürgerlichen Macht
    .
    @Schoenbauer: Danke für den Hinweis. Ich bin mir allerdings sicher, dass meine Bezugnahme auf den 2. Hauptsatz der Thermodynamik in diesem Sinne „unverdächtig“ ist.
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    Ich habe mich da erst kürzlich zu geäußert und auch auf einen entsprechenden Link hingewiesen (vgl.: http://blog.herold-binsack.eu/?p=958); und natürlich bezog ich umgehend Prügel, da ich angeblich die Naturgesetze auf die Gesellschaft anwende. Ganz im Gegenteil, wie ich denke, denn ich zeige auf, wie die Klassenkräfte sozusagen Naturkräfte hervorzaubern. Also welche Interessen, in einer ganz bestimmten Epoche, zu einer ganz bestimmten „Erkenntnis“ führen, die Richtung somit auch und gerade in den Naturwissenschaften prägen.
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    Das hat nichts mit der Kritik an der Moderne zu tun, wie die eines Spengler, sondern ist eher ein Hinweis darauf, dass die Geschichte, eine von Klassen gemachte, eine „Geschichte von Klassenkämpfen“ (Marx) ist, und dass auch die Wissenschaft Teil und Ausdruck hiervon ist. Subjektneutrale (positivistisch-reduzierte, bzw. rational-vernünftige) Erkenntnisse gibt es nicht.
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    Und da kommt Bourdieu ins Spiel: Ich habe vor Jahren sein „Die verborgenen Mechanismen der Macht“ gelesen. Wikipedia ist also nicht die einzige Quelle, auf die ich mich da beziehe, nur ich fand die zitierte Stelle für nicht unpassend. Nicht dass ich ihn nicht geistreich fände, wie gesagt: er ist ein Ästhet, nur warum sollen wir über die verborgenen Mechanismen reden, wenn die offenkundigen doch noch abgestritten werden. Das ist so eine Art intellektuelle Spielerei, diese Beschäftigung mit dem „Verborgenen“, dem Strukturellen, etc. p.p. Diese Dinge bestreite ich nicht, aber wie gesagt, so originell sind sie auch wiederum nicht.
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    Ich kann da viel mehr mit dem marxschen Fetischismusbegriff anfangen, obwohl es da mittlerweile auch Leute gibt, die die Gesellschaft als eine von Fetischismen geprägte und eben nicht als eine Geschichte von Klassenkämpfen erkannt haben wollen (vgl. Robert Kurz und andere Postmarxisten, siehe mein „Philosophus Mansisses“, http://blog.herold-binsack.eu/?page_id=7). Auch das läuft doch mehr oder weniger auf Bourdieu zurück.
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    Es genügt diesen Leuten nicht, den Klassenkampf aufzudecken, den offenkundigen, den, den man geradezu anfassen kann, nein, man muss den verborgenen hervor kitzeln. Und es wundert nicht, dass eben genau jener verborgene Klassenkampf, jene verborgene Mechanismen der Macht, dem Intellektuellen so auf die Hühneraugen drücken. Sind es doch in aller Regel genau die Mechanismen, die die Stellung des Kleinbürgertums zur Bourgeoisie so unschön, so unerwünscht, machen.
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    Im Übrigen ist Bourdieu Kantianer, wie eben so viele seiner Wissenschaftskollegen, was kein Mangel sein muss, aber es gibt bessere, solche, die auf Kant rekurrierend sogar ein revolutionäres Gesellschaftsmodell entwerfen. Zum Beispiel Slavoj Zizek, den ich oft zitiere.
    Aber was schreibt da unser Bourdieu, ich zitiere nur mal beispielsweise: „Eine Politik, deren erklärtes Ziel es ist, die realen gesellschaftlichen Bedingungen herzustellen, unter denen sich die Vernunft voll entfalten kann“ (eigentlich könnte man hier schon aufhören, aber ich zitiere weiter – H.B.), bedarf als unterstützende Maßnahme der rationalen Gestaltung des Bewusstseins der vielen, folglich der rationalen Organisation der Einrichtungen, denen die Vermittlung rationaler Einstellungen obliegt.“ (Die verborgenen Mechanismen der Macht, S. 105/106, VSA-Verlag 1997)
    .
    Wau, Nachtigall, ick hör dir trapsen. Nicht mal all zu verborgener Schwachsinn, ist das hier zitierte.
    Eine Vernunft, zudem noch eine rationale, die da „Bewusstsein gestaltet“ (nicht „schafft“, sondern eben gestaltet, das ist ein feiner Unterschied, klingt nämlich so, wie ein Kunstwerk hervorbringen, dieses „gestalten“!). Ja, das sind sie doch, diese verborgenen, ja nicht mal all zu verborgenen, Mechanismen der kleinbürgerlichen Macht, die sich da aus ihrem Auftrag, nämlich im Interesse der bürgerlichen Herrschaft die Gehirnwäsche ins revolutionäre Proletariat hinein zu tragen, ergibt.

  267. Lieber Devin08,
    wahrscheinlich...

    Lieber Devin08,
    wahrscheinlich wird Don Alphonso hier gleich das Licht ausknipsen, deshalb nur in aller Kuerze.
    Bourdieu war zeit seines Lebens ein eher empirisch interessierter Ethnologe und Soziologe als ein „grosser“ Theoretiker. „Theorie“ wird fallweise eingestreut, wobei er nicht selten ueber das Ziel hinausschiesst, d.h. ein Mehr an theoretischer Reflexion bietet, als er zur Erklaerung seiner Befunde benoetigt. Das sich das ganze gleichsam von selbst zu einer „Theorie der Praxis“ aufaddiert, glaube ich nicht.
    Das hier mehrfach erwaehnte Hauptwerk „Die feinen Unterschiede“ sind hierfuer ein gutes Beispiel. Wenn man sich den Fragebogen anschaut, gibt es keine Fragen, die den Habitus in seiner Generierungsfunktion oder den Klassenkampf als Kampf um Distinktionsgewinne erfassen wuerden, gleichwohl ist davon bestaendig die Rede.
    Bourdieus Klassen sind Einkommensklassen, theoretisch unterschieden nach Verfuegbarkeit von Geld, Bildung und sozialem Kapital, methodisch aus der amtlichen Berufsstatistik gewonnen. In Abhaengigkeit davon werden bestimmte Geschmackskomplexe (Notwendigkeitsgeschmack, Bildungsbeflissenheit) behauptet. Die Geschmacksunterschiede zwischen „herrschender“, „Mittel-“ und „Arbeiterklasse“ wuerde Bourdieu als „grobe“ Differenzen fixieren, er ist aber an den „feinen Unterschieden“ innerhalb dieser „Grossklassen“ interessiert (Silberkanne mit Ebenholz- oder Plastikgriff), was im deutschen Titel praezise zum Ausdruck kommt. Das Buch (wie die meisten anderen) ist geballte Empirie und sollte m.E. auch primaer daran gemessen werden.
    Gruss
    G.S.

  268. Aber nicht doch! Das bezog...
    Aber nicht doch! Das bezog sich nur auf einen rechten Linkspammer.

  269. Mein Gott, oh du gütiger, ich...
    Mein Gott, oh du gütiger, ich glaub jetzt wirklich, daß du mich verlassen hast….
    Ist das mit dem sog. Solizuschlag immer noch nicht bei allen Bajowaren angekommen? Ich selbst klärte schon hunderte auf, Bekannte und Verwandte ebenso, genauso tun es alle die Montageleute, welche die Woche über unterm Weißwursthimmel arbeiten müssen und trotzdem scheint es doch noch nicht zu reichen! Was sollen wir noch tun? Ich hab mich schon immer darüber geärgert, daß die Oberregierungsdeppen das Ding Solizuschlag tauften, das impliziert ja geradezu die Vermutung, daß da einige für andere zu zahlen hätten! Nun, der Mitteldeutsche weiß natürlich seit 20 Jahren, daß alle dieselben Prozente zahlen müssen. Aber nach 20 jahren hätte man guter Hoffnung sein können, daß diese Information auch am Tegernsee angekommen ist, zumal Schalk ja seit etwa dieser Zeit dort abgetaucht ist! Der hat’s offenbar auch nicht weitererzählt….

  270. Spitze Zunge, aber die...
    Spitze Zunge, aber die Wahrheit sagen…sehr gut!

  271. Ich will ja nicht sentimental...
    Ich will ja nicht sentimental werden-aber lieber unter der Diktatur des Proletariats leben als in diesem Raubtierkapitalismus!

  272. was Weiswurst & ein 50km...
    was Weiswurst & ein 50km Radius zu leben so alles in den köfen hinterlassen.
    das war das begrenzte was ich seit langem las.
    würg-
    “ lupenreine Westbiographie, Vorfahren seit Jahrhunderten nicht weiter als 50 Kilometer hinter die Stadtgrenze der dummen, kleinen Stadt an der Donau verreist, bürgerlich in Wort, Bild und Attitüde“
    ohne weitere worte –

  273. "was Weiswurst & ein 50km...
    „was Weiswurst & ein 50km Radius zu leben so alles in den köfen hinterlassen.
    das war das begrenzte was ich seit langem las.“
    .
    Begrenzt? Na ja.

  274. Tja, intellektueller Text,...
    Tja, intellektueller Text, orgiastisch. Aber wer braucht das selbstbeweihräuchernde Gelaber? Bleibt so was nicht besser im Kreis derjenigen, die damit glauben was anfangen zu können? Und diese resonanz sagt mir, daß da noch viele von im Westen rumlaufen und nun auch auf dem Kreuzzug durch den Osten sind. Die Welt ist immer noch voller Geheimnisse.

  275. "Spaß" als wichtigstes...
    „Spaß“ als wichtigstes Kriterium – ich dachte, die 90er seien vorbei. Aber halt mal – ist es nur Zufall, dass nach 89 die 90er Spaßjahre anfingen? Wahrscheinlich war die Spaßattitüde das kleinste gemeinsame Vielfache, nachdem der größte gemeinsame Teiler aus Beton weg war. Das erklärt vielleicht auch, warum die Wende und der Anschluss (oder so) so trist im Sand verlaufen sind: sie trafen auf eine Westgesellschaft, die nur den Spaß kannte und liebte und mit der Waffe in der Hand verteidigen würde (zumindest solange dies Spaß gebracht hätte). Selten so was Ödes gelesen (auch vor dem Ende aufgehört); Niveau NDW, aber eher aus der Epigonenphase …
    Ach so, dies noch: ich hatte viel Spaß im Osten; Funktionäre verwirren bringt nachhaltig Spaß – heute im spaßgesättigten Westen (geographisch zwischen Rhein und Oder) müsste man dafür schon in ’ner Schule Amoklaufen oder Holzklötze von Brücken auf fahrende Autos werfen oder am Tegernsee DJ Ötzi ertragen – nichts davon hat mich bislang überzeugt …
    Und ein Letztes: Wo ist eigentlich die ernsthafte Konkurrenz für die Tellkamps etc. im geographischen Westen der Republik? Und: soviele Deutschlehrer gibt’s gar nicht, dass die all den Golf-fahrenden westdeutschen GymnasiastInnen ihren Tegernsee-Spaß mit Ossilektüre versauern könnten!

  276. Das Sparwasser-Tor hat die...
    Das Sparwasser-Tor hat die „BRD“ nie verkraftet.

  277. Ob die Landstriche im Osten...
    Ob die Landstriche im Osten wirklich langweiliger sind als Franken oder das Sauerland, sei mal dahingestellt. Der stickige Mief der Political Correctness in westdeutschen Städten mit einem Grünen-Anteil von 20%+x erscheint mir zumindest nicht als entscheidend anregender als das recht einfach, bodenständige Leben im Chemiedreieck rund um Bitterfeld oder in Mitten der Kartoffeläcker Mecklenburgs.
    Und das Bluthilde-Blog, dessen Beiträge beweisen wollen, dass der Sozialismus im Westen teilweise schon weiter ist als er je in der „DDR“ gekommen war, bringt mich um ehrlich zu sein auch eher zum Lachen als zB ein Rüdiger Hoffmann…

  278. Mal Hand auf´s Herz, hier hat...
    Mal Hand auf´s Herz, hier hat doch niemand das Buch wirklich gelesen ??!!
    Es setzt nicht viel Intelligenz voraus um es zu verstehen, nur ein wenig Durchhaltevermögen und sehr viel ´Erlebtes´. Und das kann man nur erlebt haben. Für alle Anderen ist es nur ein verschlüsselter Funkspruch ohne Enigma.

  279. Hallo Schnatternde,

    ums Lesen...
    Hallo Schnatternde,
    ums Lesen geht’s doch schon seit gefühlten 156 Beiträgen nicht mehr ;-))
    GvH

  280. Freunde der Blasmusik des VEB...
    Freunde der Blasmusik des VEB Finkenrohde: Ich werde hier ab sofort bei allen Kommentaren die Stecker ziehen, deren Verfasser den Sinn des obigen Beitrags nicht verstanden haben (in dem es gar nicht um die DDR geht), oder denken, sie könnten hier irgendwie beleidigend werden. Hobds dös vaschtondn oda muass i deitlich wean?

  281. So, der erste ist gelöscht,...
    So, der erste ist gelöscht, will noch jemand hier Forenterror machen, ohne den beitrag verstanden zu haben?

  282. Hallo Don A.,

    aber ich...
    Hallo Don A.,
    aber ich vermute, dieser Beitrag ist einer der am meisten kommentierten.
    (Sicher gibt es irgendwo innerhalb der FAZ eine Statistik für so was.)
    Das zeigt doch, daß hier etwas angesprochen wurde, zu dem sich viele berufen fühlten, eine Meinung äußern zu müssen. Aber ich finde nicht, daß das schon zu sehr eskaliert ist. Oder mußte schon einiges geblockt werden?
    Die Ost-West-Diskussion wird die Öffentlichkeit des Landes sicher noch lange beschäftigen. Literatur ist nur ein Aspekt davon. Daß das alles gelegentlich nerven kann, ist klar. Aber schlimmer wäre gar keine Diskussion.
    Nochmal schnell zur Literatur:
    hier ist ein Kommentar, den ich in einem anderen Blog schon mal gab, und der ganz gut hierher paßt:
    Der kleinere feinere Wenderoman heißt auch “Moskauer Eis”. Hab ich mit viel Vergnügen gelesen und kann ich ehrlichen Herzens empfehlen.
    http://www.amazon.de/Moskauer-Eis-Annett-Gröschner/dp/3378006285
    Wer außerdem noch wissen will, wie es aussah, als von Wende und Mauerfall nichts, aber auch gar nichts zu spüren war, alles seinen Gang ging, der lese “Die Entgleisung”. Da geht nichts mehr seinen Gang, in dem kleinen Dorf zwischen Jena und Pößneck. Wie ich finde, ein unterschätztes Buch.
    http://www.amazon.de/Die-Entgleisung-Inge-von-Wangenheim/dp/3898122263
    Nichts in diesen beiden Büchern ist irgendwie aufregend, raubt einem den Schlaf oder dergleichen – trotzdem lesenswert. Schöne Urlaubs-Lektüre – vom überregionalen Feuilleton glücklicherweise übersehen.
    Grüße aus Leipzig
    Die ganze Diskussion kann hier nachgelesen werden:
    http://www.messitschbyburns.de/archives/404
    GvH

  283. Es geht um konzertierte...
    Es geht um konzertierte Stressmacher aus bestimmten Foren, die sich dort absprechen.

  284. OMG, ist das wahr?

    Mein...
    OMG, ist das wahr?
    Mein Sandkasten – dein Sandkasten, und dann mit Förmchen schmeißen?
    GvH

  285. Wow, was ist aus einem Land...
    Wow, was ist aus einem Land der Dichter und Denker, Wissenschaftler- Nobelpreisträger geworden, Deutschland den Dummen und Unwissenden oder nicht wissen wollenden.
    Was mehrere Tage Hitze alles vollbringen- vielleicht eine Erklärung
    Ps: oberpflälzische Sprachgewandtheit, aja, warum sagen dann die Oberbayern Moosbüffel zu diesem Menschenschlag, Sprachgewand mmh man lernt echt nie aus

  286. Hübsch selbsterklärend,...
    Hübsch selbsterklärend, Kollege.

  287. Es ist schade, dass es...
    Es ist schade, dass es Unternehmen nicht möglich ist, Insolvenzen zu verschleppen, was ja bekanntlich strafbar ist.
    Da versucht man alles, um Investoren zu finden und immer wieder wird man mit der DDR konfrontiert. Na gut, die Überwachungsmethoden der Mitarbeiter sind ja ausbaufähig, ABER:
    Der/Die/Das VEB Post AG oh je…
    Das verkauft besser der Teufel.
    Früher nannte man das: Insolvenzverschleppung!
    Heute nennt man das „Innovative Medien“.
    ???

  288. @Klaus-D.Feige
    Es mag hier ja...

    @Klaus-D.Feige
    Es mag hier ja ein paar Kreuzzügler geben, etwa Bayern, die auf einer auch westdeutschen Insel sich beheimatet dünken. Denken Sie an den Weißwurschtäquator, das BalkanBerlin = Wien oder das ausländische Baden-Württemberg. Südlich Berlins beginnt für manche das LederhosenAfrika, vulgo Bayern. Mein Nachbar kann sich permanent ausschütten über mein Gequatsche, das ich bekenne, Afrikaner zu sein, weil ich südlich seines Hauses wohne. Dafür bezeichne ich ihn als Eskimo, was er nicht so gern hört, ebenso wie. dass er Afrikaner sei, weil er südlich des übernächsten Hauses wohnt.
    Viele Wessis sind naiver, als Sie glauben. Und überhaupt ist der Ton in diesem Blog nur gelegentlich ernstzunehmen. Und manches ist dunkelschwarze sächsische Ironie und Satire. Nehmen Sie einfach das manchmal Gesagte als sein exaktes Gegenteil! Manchmal auch nur als Flax!

  289. Frage an Wissende:
    Muss eine...

    Frage an Wissende:
    Muss eine Website die bürgerlichen Namen ihrer Verfasser nennen oder genügt im Impressum die Angabe „16 Interessenten“? Im Urbeberrechtsgesetz habe ich bisher dazu nichts gefunden.

  290. @Eckfenster: kommt drauf an,...
    @Eckfenster: kommt drauf an, worüber Sie auf der Website schreiben, ob Sie von dort aus was verlinken, und was für Bilder Sie einstellen. Im Prinzip herrscht abmahnwahnbewehrte Impressumspflicht (eine Extraseite „Impressum“, die von allen Seiten aus mit einem Klick erreichbar ist und die eine einfache HTML-Seite, keinesfalls ein nur mit Javascript erzeugtes oder zu erreichendes Fenster ist), auf dem Impressum sollte Name und Adresse (eine erreichbare! Ggfs. auch E-Mail) stehen. Das ist meines Wissens Stand der Rechtssprechung.
    Wenn Sie aber die Domain nur für Mail nutzen oder nichts verlinken und allenfalls selbstgemachte Bilder der Spatzen an Ihrem Gartenzaun einstellen, werden Sie wahrscheinlich keinen Ärger bekommen, wenn Sie kein Impressum angeben. Sobald Sie aber Meinungen verbreiten, die andere Personen tangieren könnten (Blog), Links einstellen („diese Seite find ich toll, klickt hier“) oder ein Geschäft betreiben, müssen Sie, sofern Sie eine .de-Domain haben bzw. einen in D ansässigem Hoster benutzen, ein Impressum haben.
    So in etwa siehts aus.

  291. Klasse Beitrag Don Alphonso....
    Klasse Beitrag Don Alphonso. Schluss mit der DDR und dem neuerlichen Sozialismusgedudel!

  292. @colorcraze
    Die Frage des...

    @colorcraze
    Die Frage des Impressums in der Website „AG-Schlossplatz.de“ war ein Diskussionspunkt beim Treffen zwischen Vetter und mir. Auch er war sich unsicher. Vielen Dank für Ihre umfassende und (3. Absatz) klare Auskunft!

  293. @Rainer Lang
    Das "DDR" ist...

    @Rainer Lang
    Das „DDR“ ist nicht gleich die DDR. Lesen Sie doch bitte die vorhergehenden Blogs!
    A propos Ihr Zweitsatz: Man wüsste doch gern, was Sie empfinden oder denken würden, wenn Sie aus Ihrer Heimat – was immer man darunter versteht und als solche empfindet – „aufgeschreckt“ würden. Würden Sie sich dagegen verwehren, im Norden als „Süssi“ oder im Süden als „Nossi“ abqualifiziert zu werden? Wie stehen Sie zu dem „Gedudel“ der einen oder anderen Partei in Vergangenheit und Gegenwart in der alten BRD? Davon abgesehen kann ich die Ostalgie nachvollziehen, wenn auch nicht akzeptieren: Manche BRDler hängen an poltischen Mythen wie Adenauer, Brandt oder Strauß, erlebt oder nicht. Jeder darf sein Goldenes Zeitalter pflegen, ob realistisch oder nicht.
    Ich erinnere mich gut an manchen hemdsärmligen BesserWessi, der sich in den „Wilden Osten“ aufmachte, obwohl er vor Antritt seiner Okkupation nicht mal wusste, wo Leipzig liegt. Am Nebentisch eines Dresdener Restaurants musste ich mitanhören, wie zwei Rheinländer eine etwa 45-Jährige Sächsin fertigmachten. Als diese Frau für wenige Minuten zu „Damen“ verschwand, musste ich die hässlichsten Invektiven über sie mitanhören. Ersparen Sie mir Zitate! Noch ein paar Beispiele gefällig?
    >
    Eigentlich sollten Ihnen diese Probleme bewusst sein. Was lesen Sie eigentlich? BILD?

  294. @JorgeLoma: bitte, gern...
    @JorgeLoma: bitte, gern geschehen. Ich hab mir „AG-Schlossplatz.de“ gerade angeschaut, ja, das sollte ein Impressum haben. Auch aufpassen mit den Bildern, keinesfalls welche kopieren (höchstens mit schriftlicher Zusicherung des Rechteinhabers!), immer schön eigene machen, sonst kommt irgendwann eine saftige Rechnung.

  295. @colorcraze
    Danke für Ihren...

    @colorcraze
    Danke für Ihren Kommentar! Nur die Pressesprecherin tritt namentlich auf. Ob diese „Verwilderung“, die sogar mit bewusster Verunklarung der Fakten argumentiert, tragbar ist, mögen die Insinuierten entscheiden. Ob sie es getan haben, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Auf jeden Fall finde ich es schade, dass ein Projekt, das mit soviel idealistischem Engagement seitens der Beteiligten vertreten wird, in dieser vordergründigen unfairen Weise verunglimpft.
    Wenn jemand für oder gegen einen Sache kämpft, sollte er diese mit offenem Visier tun.

  296. @JorgeLoma: Ach, das wird...
    @JorgeLoma: Ach, das wird schon alles werden. Es daaaauert immer.

  297. @colorcraze
    Ich bewundere Ihre...

    @colorcraze
    Ich bewundere Ihre Geduld!
    JorgeLoma

  298. @JorgeLoma: ich habe (nicht...
    @JorgeLoma: ich habe (nicht nur, aber teilweise schon) gute Erfahrungen damit gemacht, wenn man sich etwas mehr Zeit läßt. Es wird dann mehr Gehirnschmalz reingesteckt. Ansonsten nehme ich das, was in den Medien (Zeitungen und Internet) an hü und hott und häsäba steht, nicht so sonderlich ernst, es kommt im wesentlichen auf die beteiligten Personen und die Finanzierung an. Wenn darin Kontinuität herrscht, läuft das schon.

  299. @colorcraze
    "häsäba"?...

    @colorcraze
    „häsäba“? Kannitverstan. Nicht im Wörterbuch …
    Achso.
    >
    Ich hab mal ne Zeitlang Musik- und Ausstellungsbesprechungen gemacht. Bis zur Pause Konzert, nach der Pause Vernissage, dann Schreibmaschine, dann Redaktion. „Figaro hier, Figaro da“. Das war noch die Zeit ante computerum natum. Finanzierung: Zeilenhonorar gegen Schuhsohlen und Hosenboden, keine Versicherung gegen Taub- und Blindheit, Hirnschmalz- und Alkoholabusus.
    He levet noch!

  300. - bevor es ins Archiv abtaucht...
    – bevor es ins Archiv abtaucht –
    „Häsäbä“ soll lautmalerisch den Ablauf eines kindergartlichen Streits um Förmchen etc. darstellen, der typischerweise damit endet, daß dann doch jedes Kind wieder mit seinen eigenen Förmchen nach Hause geht. –
    Tja, damals, vor meiner Zeit, als es noch Zeilenhonorar gab, für das man sich was kaufen konnte..

  301. @colorcraze
    Heute ist es wohl...

    @colorcraze
    Heute ist es wohl das Wörter-(nicht Worte-)Honorar?
    Ich liebe mir – etwa in der Deutschen Welle – die eher wortkargen Takes, eher mit informativen Untertiteln.
    Muss eine wörterreiche Information darüber, was ohnehin zu sehen und zu fühlen ist, das Andante des Jeunehomme-Konzerts und die anrührenden taktilen Tast(en)versuche einer Autistin zumüllen?
    Diese Welt ist sowieso zu laut! Ich wünsche mir eine Generalpause!

  302. Noch wohltuender ist das...
    Noch wohltuender ist das Andante des 21.Klavierkonzerts.

  303. @JorgeLoma: also das...
    @JorgeLoma: also das Zuquatschen von Musik im Radio geschah früher wegen der GEMA (weniger Gebühren), wahrscheinlich ist das auch heute noch so.

    Mein Zeitungsleben war kurz; ein einziges Mal schrieb ich einen eher schlechten, weil nicht sonderlich das Thema behandelnden Artikel über die Chaostage in Hannover bei der taz. Ich erinnere mich nicht, ob es Wort- oder Zeilen- oder Pauschalhonorar gab, nur noch daran, daß das Fotohonorar den Preis der Einwegkameras unterschritt.

    Ich stellte fest, daß ich mich zum Reporter nicht eigne, da ich mich einfach von Zufall und Stimmung treiben lasse.

    Ich lief einem Menschen über den Weg, der sich als Organisator des Ganzen bezeichnete und mir durchaus glaubhaft schien, und er sagte, nach ihm würde schon seit Jahren gesucht. Davon habe ich allerdings nichts geschrieben, da ich ihn nicht in Bedrängnis bringen wollte und die Stadt Hannover in der Folge langweiliger machen, als sie zumindest wenige Tage im Jahr ist (es gibt dort immer ein paar seltsame Leute, man denke an Kurt Schwitters‘ Merz-Kunst.). Es war allerdings auch wenig, das ich von ihm erfuhr, wenn ich bessere (oder überhaupt) Ortskenntnisse gehabt hätte, und ein besseres Gedächtnis, wäre vielleicht mehr draus geworden, aber so – aufgetaucht, abgetaucht.

    Nach diesen 2 Druckseiten stellte ich mein Zeitungsleben ein (lange davor, zu meiner Schulzeit, hatte ich mal 2, 3 Artikel in der Schülerzeitung veröffentlicht). Jahre später entdeckte ich Usenet und Chats und schrieb dann dort weiter, ein Genre, das mir leichter fällt.

  304. Ach, Hangover. Aber...
    Ach, Hangover. Aber Sprengel-Museum und Gärten!
    >
    Ruhe ist dem Menschen heilig,
    >
    Meine Zeitungskarriere endete abrupt, als ich über ein Familienfest am Brüter in
    Kalkar plauderte. Die Pritsche im Einzelzimmer des „Hotels“
    Später? Das hab ich schon mal erzählt.

  305. @JorgeLoma:
    ich kenne dort den...

    @JorgeLoma:
    ich kenne dort den eher langweiligen Maschsee, den Bahnhof, das Messegelände, und diese 80er-Jahre-Straßenbahnstation, die wie ein Schilderhäuschen aussieht. Sonst noch entfernt ein paar Straßen zwischendrin, die ich aber nicht recht einordnen kann. Ich glaube, die Geschichte von dem Mann im Holzhaus im Garten ohne Klo hab ich auch schonmal erzählt. Das war meine seltsamste Hannoveraner Begegnung. – Familienfest in Kalkar, soso. Muß ich vielleicht mal peu a peu die Beiträge im Archiv lesen, ich bin ja erst eingestiegen, als es dieses Blog schon eine Weile gab.

  306. @colorcraze
    Hangover musste...

    @colorcraze
    Hangover musste ich des öfteren besuchen: Verpflichtungen der anderen Art. Später nicht mehr mein Ding.
    >
    Habe ich nicht aufgepasst, als Sie Ihre Geschichte von dem Mann im Holzhaus im Garten ohne Klo zum Besten gaben? Klingt reichlich absurd.
    >
    Kalkar war nach meinen Kölner, dann Sachsenhausener Exzessen. Ob die zu recherchieren sich lohnt? Ich zweifle doch sehr!

  307. @JorgeLoma: ach, vielleicht...
    @JorgeLoma: ach, vielleicht habe ich sie auch woanders mal erzählt.
    Es war so:
    eines Chaostags in Hannover, es war langweilig und wenig los, waren an einem Spätkauf oder etwas ähnlichem ein paar Leute, die erzählten, daß sie zu einer Geburtstagsparty wollten. Ich ging mit in den Hof eines Hauses, ähnlich wie die Altbauten in Berlin, der bestanden war von halbwüchsigen Bäumen und Sträuchern, mit wenigen Trampelpfaden und Laternen. In einer Ecke stand ein hübsches Holzpavillon, dort lebte das Geburtstagskind. Ich gratulierte, man quatschte ein wenig, es gab ein bißchen Bier, zu essen allenfalls eine halbe Wurst. Es sah recht romantisch aus, wie ein kleiner Park, und es war Nacht und Kerzen brannten. Irgendwann fragte ich nach dem Klo.
    Wie sich herausstellte, gab es keins, das Klo war der Gartenwald, darum wuchs der wohl auch so üppig. Denn das Geburtstagskind hatte sich wohl schon seit Jahren mit seiner Frau überworfen, mit dem Ergebnis, daß die beiden in Wut ihre Wohnung im Erdgeschoß mit einer Mauer teilten. Er bekam die Waschküche mit Wasseranschluß, sie die Küche und das Bad. Daraufhin baute er sich wohl das Holzpavillon auf dem Hof und fing an, den Hof zu „renaturieren“…

  308. @colorcraze
    Danke für Ihre...

    @colorcraze
    Danke für Ihre Geschichte. Gut, dass sie nun noch einmal dokumentiert ist.
    Die Trampelpfade und Kerzen im Park (Gartenwald) müssen echt gefühlt romantisch gewesen sein und der Holzpavillon hübsch. Wielange dauerte die Party? Und es muss Sommer gewesen sein.
    Diese Zeiten (Epoche?) waren unglaublich farbenfroh, crazy und produktiv eben weil so chaotisch. Vergleichbares? Ja, vielleicht die 90er Jahre des 18. und 19. Jahrhunderts. Was haben die positiv (und negativ) hervorgebracht!
    Wenn ich das nächste Mal in Berlin bin, gehe ich Teufel auf dem Dorotheenstädtischen besuchen, um mit ihm zu grinsen der Wahrheitsfindung wegen.
    Einen Sommer und Winter wohnte ich in der Ministwohnung des Chauffeurs einer ehemals stadtadeligen Familie, die auch mal bessere Tage erlebt hatte. Als Miete zahlte ich meine morgendliche Lesung aus der Apokalypse, unterbrochen durch ein gelegentliches „Hick“ der Domina, die übrigens mit ihrem alten Cherry sehr sozial veranlagt war. Ersparen Sie mir bitte die traurige Pointe!

  309. @JorgeLoma: nun ja, ich fand...
    @JorgeLoma: nun ja, ich fand das Ganze einfach bizarr. Jahre im Holzhaus im Hof wohnen, der Vermieter läßt zu, daß der Hof zum Wald wird, und das Holzhaus hat nichtmal ein Trockenklo (Gülle, Kompost). Strange. Really strange.
    Wie lang die Party dauerte, weiß ich nicht, es war recht langweilig. Wenn ich mich recht entsinne, bin ich danach zum Bahnhof und nach Hause gefahren. Daß Hannover unheimlich sein kann, dafür habe ich seither eine Illustration.

    Aber die Geschichte mit Kalkar würde ich doch gern erzählt bekommen, vor allem, wieso sie zum Ende des Zeitungslebens führte.. wenns nix ausmacht. Das alles zu lesen, was bisher in diesem Blog aufgelaufen ist, geht doch zu lang.
    Mein Leben ist nicht so farbenfroh wie Ihres; ich hatte anfangs parallel eine bürgerliche Existenz, ein unbürgerliches Aussehen und im Urlaub wollte ich Abenteuer. Das legte sich dann, als ich in Berlin wohnte und studierte, und seit ich arbeite, will ich eigentlich nur noch Ruhe im Urlaub (aber da sind Nichte+Neffe vor).

  310. @colorcraze
    Kalkar: Wie Sie...

    @colorcraze
    Kalkar: Wie Sie wissen schrieb ich damals Besprechungen (s.o.). Der Chefredakteur und ich waren alte Bekannte aus aufgeregten Frankfurter Zeiten. Ich musste ihm versprechen, dass ich bei den Besprechungen niemals „Aufgeregtes“ schreiben würde. Daran hielt ich mich (nicht immer). Bei besagtem Familienfest trafen wir uns zufällig. „Aha, und dein Versprechen?“ Das Pritschen-„Hotel“, wo man mich ausnüchterte, stellte später sich heraus als die WG, wo auch mein Frankfurter Bekannter und damaliger „Chef“ gelandet war. Dieses Wiedersehen mochte er überhaupt nicht. Zwei Tage später musste ich den Eintriitt zu einem hochrangigen Konzert, das ich selbst gern besprochen hätte, aus meiner Tasche bezahlen.
    >
    Aus einem soliden Elternhaus stammend und dann selbstlosgelassen, „chaotisierte“ ich damals zusehends, wurde dann aber berappelt – bis heute, wo ich immer noch Dinge anstelle, die schon eher. aber nicht immer allzu „vernünftig“ sind. Aber sie werden langmütig geduldet, färben sogar ein bisschen ab – manchmal.

  311. @jorgeLoma: nun ja, immerhin...
    @jorgeLoma: nun ja, immerhin war ihrem Ex-Chef ja noch irgendwas peinlich. Es gibt leider auch Leute, denen garnichts peinlich ist. Die sind weitaus schlimmer.

  312. Voll die Krässe!!!!...
    Voll die Krässe!!!!

  313. Tja, Don Alphonso in allen...
    Tja, Don Alphonso in allen Punkten richtig. Nur leider gabs im Westen genügend II`s (Ideologie-Idioten) die den Spass am tristen Osten gepusht haben. Ich hatte nach meinem mühsamen Austritt aus dem Mist-Staat dann im Westen eine andere Idee. Pfeiffe auf die literarische Masochisten-Bande und schreibe eine Komödie. Dies geschah 1999. Nicht den alten Mist noch mal umrühren, sondern über die DDR im Jahr 2000. Das war bunt, locker und entlarvender als manch intellektuelle Großtat. Nun raten Sie mal was Intellektuelle von Romanen halten, die satirisch und unterhaltend sind? (Das Büchlein erschien bei Knaur, also bei Ihnen in Bayern, und hieß „Bloß gut, dass es uns noch gibt!“. Sie müssen es nicht lesen, als Buch nur noch bei ebay erhältlich.

  314. Hat ja gut geklappt, wie man...
    Hat ja gut geklappt, wie man an den Kommentaren sieht. Good news is bad news.

  315. Selten soviel geistigen...
    Selten soviel geistigen Dünnschiß gelesen, wie von diesem Neurotiker mit Minderwerigkeitskomplexen. Es bestätigt wieder, daß die Dümmsten die größte Fresse haben und sich nur deswegen äussern, weilihnen sonst keiner zuhört.
    Dann packt sich die Flachzange auch noch Bilder in den Schreibhaufen, der nicht mal was mit der DDR zu tun haben oder warum hat er sich das Schering Hauptgebäude in diesem Abfallbeitrag gepackt?
    Aber in der Anonymität kann ja auch der größte Dummproll seinen Mist los werden, ohne sich Gedanken machen zu müssen, daß ihn mal jemand durch schüttelt, damit seine 3 hirnzellen mal wieder halbwegs geradeaus tanzen.
    Aber im zeitlater der Don Alphonso’s, Mickey Krause’s und ähnlichen Müll, braucht man sich nicht wundern, wenn es heißt, daß die Gesellschaft immer mehr verblödet. Der Start“beitrag“ ist der beste Beweis.

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