Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Abgehen für Anfänger

| 256 Lesermeinungen

Es gibt eine wunderbar einfache Methode, dem entwürdigenden Rausschmiss zu entgehen: Indem man begreift, wann es Zeit ist, zu gehen. Diese einfache Lösung scheint jedoch in Vergessenheit geraten zu sein, und so kleben manche an Ämter, Parteien und Bekannten, dass man sich wirklich überlegen muss, wen man überhaupt noch einladen kann. Das Problem kommt nicht aus der Unterschicht - es wird ganz oben vorgelebt.

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät
Paulchen Panther

Natürlich muss man aus politischen Gründen den Rauswurf von Herrn Sarrazin aus der SPD erwarten. Natürlich reitet er auf eugenischen Zuchteseln in die Talkshows, natürlich argumentiert er mit einer Vererbungslehre, mit der man um 1900 Frauen entrechten wollte, um 1870 Arbeiter diskrimierte, und um 1800 eben Bauern in Abhängigkeit halten wollte, die Schweine hütend oftmals die Vorfahren all jener halbwegs wohlriechenden Salonrassezüchter sind, die heute dafür eintreten, sich zu fördern und andere da zu belassen, wo sie sind, in der Hoffnung, dass sie einfach durch höhere Sterblichkeit, schlechtere Versorgung und weniger Kinder weniger werden. In einer sozialdemokratischen Partei, die sich auch nur einen Funken ernst nimmt, haben solche Leute nichts verloren, egal wie sich Sarrazin jetzt, da er den Tritt bekommen soll, in der moralisch mehr als nur glitschigen Spur von Bild und Spiegel als „Daswirdmandochwohlsagendürfen“ der Nation aufführt.

Bild zu: Abgehen für Anfänger

Viel wichtiger aber scheint mir eine andere Entwicklung zu sein, die sich in Sarrazins wirklich peinlichem, nur auf Schaden und Buchumsätze ausgerichteten Beharren auf seiner Mitgliedschaft in der SPD manifestiert: Die Unfähigkeit zu verstehen, wann man nicht mehr erwünscht ist und bitte den Gestgeber in Ruhe lassen möchte. Das ist bei normalen Treffen unter Bekannten in aller Regel gar nicht böse gemeint oder gar a la Sarrazin verschärft, indem  man mit einem Eklat den Gastgebern mitteilt, sie wären nicht des Lesens kundig. Vielmehr ist es nun mal so, oder besser, es sollte so sein, dass dem Gastgeber unter wohlerzogenen Menschen selbstverständlich das Recht eingeräumt wird, über die Dauer des Aufenthaltes des Gastes zu befinden und dezent darauf hinzuweisen, wenn sich der Besuch dem Ende nähert, was sodann den freundschaftlichen Aufbruch nach sich zieht – der Gast hat dagegen alle Optionen, seinen Aufenthalt durch Freundlichkeiten und geistreiche Anekdoten zu verlängern.

Ich selbst habe es noch anders und nach den harten Regeln gelernt; zu meiner Jugend galt es als verbindlich, auch bei grösster Herzlichkeit eines Treffens zu gewissen Uhrzeiten automatisch den nahenden, leider unvermeidlichen Aufbruch zu verkünden. Um sechs Uhr bei weniger gut Bekannten, und um zehn Uhr, wenn man bei guten Bekannten und Freunden war. Nur wenn dann deutlich um den Verbleib gebeten wurde, war man noch gerne bereit, etwas zu verweilen. Im Prinzip wussten beide Seiten, dass es eine Konvention ist, die dem Gastgeber auf der einen Seite die Qual abnimmt, das Ende des Treffens zu verkünden, und ihm auf der anderen Seite die vorzügliche Freude bereitet, mit einem „Aber bitte, bleibt doch noch“ seine Qualität als Hausherr unter Beweis zu stellen. Egal, wie es ausgeht, beide Seiten wahren das Gesicht, niemand muss das Gefühl haben, dem anderen irgendwie zu Last zu fallen.

Bild zu: Abgehen für Anfänger

Um dem Gastgeber zu signalisieren, dass der Aufbruchswunsch allein der Konvention entsprach, wählte man dafür eine nicht zwingende Ausrede – etwa so:
„Danke für die Gastfreundschaft – ich muss aber leider noch nach Hause, und es wird schnell dunkel.“
„Aber bitte, es ist doch noch sehr früh, und Hildegard wollte gerade den Käseigel holen.“
Hier ist dann klar: Der Gastgeber hat mit dem Verbleib gerechnet. Also war die richtige Antwort:
„Oh, danke, der berühmte Hackentrumm’sche Käseigel, das ist natürlich, also…“
„Ich bitt Euch: Gertrud kann Euch ja später mit dem Automobil heimbringen, die bekommt dann eben keinen Eierlikör.“
„Danke, aber das können wir nicht annehmen.“
„Aber bitte, liebe Freunde, es ist mir wirklich eine grosse Freude…“
„Paul, danke, Du verwöhnst uns.“

Man sieht neben den heute als Anachronismen geltenden und kaum mehr üblichen Worten wie „Käseigel“, „Bitte“ und „Danke“ die Fähigkeit der Personen, aus der schlichten Frage „Soll ich jetzt gehen“ eine kleine Kommödie der gegenseitigen Wertschätzung zu machen, und sich über die Planung des Abends auszutauschen, ohne dass man deshalb direkte Absprachen treffen müsste: Wenn der Käseigel gegessen ist, wird der Gastgeber der Freu des Besuchs den Mantel bringen und halten, wenn sie hineinschlüpft, sie werden sich gemäss den Konventionen die Hände in der richtigen Reihenfolge reichen, fest bei den Männern, und mit einer angedeuteten Verbeugung bei den Frauen nur die Finger von unten  – Reste des Handkusses – nehmen, den Frauen die Türen aufhalten und ein wenig förmlich winken, bis die chromblitzende S-Klasse um die Kurve verschwunden ist. So ging das. Weil jeder wusste, dass es so und nur so ging. Wer es so nicht konnte, wurde nicht mehr eingeladen. So komplex und von Konvention geprägt das Verhalten auch war, die Konsequenzen waren ehrlich, einfach und nachhaltig.

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Heute muss man froh sein, wenn man unter Mittvierzigern nicht nach ein paar Stunden in einem Twitterfeed liest, dass man ein schüchterner Junge mit komischen Manieren ist, nur weil man jemandem die Tür aufgehalten hat – und bitte, ich spreche da aus leidvoller Erfahrung in Münchner Kreisen, deren „Events“ in der Süddeutschen Zeitung wohlwollend besprochen werden, und die grossen Firmen gegen Geld erklären, wie man sich im Internet „benehmen“ sollte. Alle Zuchtbemühungen solcher Jungakademiker, wie sie momentan gerne vorgeschlagen werden, scheinen mir reichlich sinnlos, wenn im Ergebnis ungezogene Personen ohne Manieren noch mehr ungezogene Personen zeugen, die vielleicht kluge Powerpoint-Präsentationen machen, aber ansonsten vollkommen ungeeignet sind, der Oberschicht jenseits einer Tätigkeit im Facility Management zu begegnen. Obwohl: Ich persönlich denke ohnehin, dass die durchschnittliche Klofrau heute für 50 Cent beim Verlassen der Örtlichkeiten mehr Manieren hat, als der durchschnittliche Systembegünstigte, der beim unfreiwilligen Verlassen mitnimmt, was er kriegen kann, und dann mault, dass es noch immer nicht genug ist.

Der Niedergang dessen, was man als würdigen Abgang bezeichnen könnte, mag viele Ursachen haben, aber auch von Oben wird etwas gänzlich anderes Benehmen vorgelebt. Der Wechsel vom Volksvertreter zum bezahlten Lobbyisten, der seine Kontakte vergoldet, ist so ein Verhalten, das dem Beobacher vermittelt: Bleib so lange, wie es Dir etwas bringt, dann geh zum Nächsten, der besser zahlt, und für die gute Zeit zu danken, wäre nur Zeitverschwendung. Man mag alte Konventionen für verlogen halten, aber diese neue Ehrlichkeit ist auch nicht gerade ein feiner Zug. Es geht trotzdem, denn man kommt damit durch: Die einen kennen es selbst nicht anders, die anderen können einen nicht ausladen. Übertragen auf das Realleben entstand eine „Ich schick Dir mal ne SMS dass ich gleich vorbeikomme“-Haltung,  der es egal ist, ob ein Käseigel oder eine Torte im Kühlschrank wartet, die keinen besonderen Aufwand erwartet, aber auch keine Hinweise für den richtigen Zeitpunkt zum Aufbruch kennt. Es geht um Gelegenheiten, die schnell aufgetan und genutzt werden, und wenn der eine zu spiessig dafür ist, hat man noch 10 andere flüchtige Bekannte. Irgendeiner wird schon da sein. Und wenn der dann mit der Situation nicht klar kommt, weil seine dezenten Signale nicht verstanden werden, ist das auch sein Problem.

Bild zu: Abgehen für Anfänger

Die Folge sind Ausschlüsse, die für die Betroffenen egal sind, und absonderliche Verrenkungen, die einem selbst nicht egal sein können, und die meine Eltern nie hätten auf sich nehmen müssen: Ausreden, Ausflüchte, eine gewisse Verunsicherung und bisweilen auch wenig erbauliches Misstrauen bei neuen Bekanntschaften (unter denen zu allem Elend auch überproportional viele Buffet nicht abgeneigte und anderswie fragwürdige Journalisten sind), die zuerst gewisse Testläufe absolvieren müssen und desöfteren prompt nicht bestehen. Besser, aber auch nicht gerade angenehm: Langwierige Vorprüfungen und Überlegen, als ging es darum, als alte Tante den richtigen für die Nichte zu finden, und nicht nur zum Tee einzuladen. Und auch mein eigenes Verhalten als Eingeladener wird beeinflusst. Ich entdecke an mir ein nachgerade überkorrektes Befolgen der Regeln, wenn ich befürchten muss, der andere könnte ebenso verunsichert sein, was ihn nun erwartet: Jemand, der beizeiten zu gehen und auf Wunsch zu bleiben versteht, oder jemand, der es so macht, wie es ihm gerade passt. Ob da ein Freund kommt, oder ein Freund von Gelegenheiten. Bei mir wird es oft auch im Sommer schon um 5 Uhr für den Heimweg zu dunkel.

Im Vergleich dazu war die schlechte, alte Konvention nachgerade angenehm.

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256 Lesermeinungen

  1. @DA steht die Figur in der...
    @DA steht die Figur in der rechten Hälfte in Bild 1 auf einem Halbmond?

  2. Ja....
    Ja.

  3. Aber Herr Gabriel ist doch...
    Aber Herr Gabriel ist doch nicht der Gastgeber einer Kommödie von gegenseitigen Wertschätzungen, sondern der Vorsitzende einer Partei. Und eine Partei wird nicht zum Verspeisen von Käseigeln gegründet, sondern dient der politischen Meinungsbildung. Dabei sollte es durchaus häufiger mit Bitte und Danke zugehen, die S-Klassen spielen ohnehin immer noch eine große Rolle. Man kann das Problem aber auch von der anderen Seite betrachten und Herrn Gabriel dafür rügen, dass er im fremden Haus den Gastgeber spielt. Nun, jetzt werden erstmal die anderen Gäste befragt, was sie denn davon halten… Man wird mit gegenseitiger Wertschätzung wohl weiterhin sehr sparsam sein.

  4. Das Eingangszitat stammt von...
    Das Eingangszitat stammt von jemanden, der sehr gerne sehr ausgiebig bis in die fruehen Morgenstunden trank, rauchte und dabei mit interessanten Menschen nicht nur diskutierte, sondern auch stritt. Diese Leute blieben an ihrem Stuhl kleben, weil es Spass machte, herausfordernd war-und natuerlich anstrengend.
    Der Mann war Journalist. Wuerde man heute sagen. Gutes Benehmen hatte er trotzdem. So, wie ich den Mann einschaetze, haette er verholen ungeduldig der schicklichen Abschiedsstunde geharrt.
    Bei Alphonsos waere er mit dem Verweis auf seine kranke Tante bereits sehr zeitig gegangen.
    Bitte, und nicht schon wieder Sarrazin!
    Nix fuer Ungut. Trotzdem, wie seit langem, immer der Ihre.

  5. Wie immer danke ich für Wort...
    Wie immer danke ich für Wort und Bild. Wenn auch die mir beigebrachten Uhrzeiten weniger strikt waren und mehr Wert auf das richtige Abschätzen der vom Gastgeber erwünschten SItuation gelegt wurde, so kann ich Ihnen in Sachen „Verhalten als Gast“ nur zustimmen.
    WEniger überlagern sich dafür die Meinungen in Sachen Verhalten der SPD. Auf Sarrazin wurde reflexhaft reagiert, ohne – zumindest Anfangs – sachliche Kritik und auch oft ohne das man sich einmal das Werk zu Gemüte gezogen hätte. Dieser Ast ist brutal zurückgeschnellt und relativ unsanft im solzialdemokratischen Gesicht zum Stehen gekommen.
    „In einer sozialdemokratischen Partei, die sich auch nur einen Funken ernst nimmt….“ hätte man moderat reagiert, mit der oben vermisst gemeldeten Höflichkeit.
    „In einer sozialdemokratischen Partei, die sich auch nur einen Funken ernst nimmt…..“ würde man sich weiterhin klar und endgültig gegen das anitsemitische Mauerschützen/IM-Pack aussprechen, anstatt für jeden den Speichellecker zu geben, der mit einem koalieren könnte.
    Als Ex-SPDler weiß ich manchmal nicht, über was ich beidiesem Haufen mehr enttäuscht sein soll, Sarrazin rangiert da weit hinten.
    Es verabschiedet sich höflich mit Dank für Speiß und Trank, Asper (es ist shließlich schon dunkel!)

  6. Sehr schöner Text.
    Die SPD...

    Sehr schöner Text.
    Die SPD wird S. nach meiner Einschätzung nicht ausschliessen. Als einen stellvertretenden Grund, möchte ich nur den hohen Bedarf der SPD nennen, sich im Umfeld Zuzug, Migranten, Exgastarbeiter und nicht zuletzt Arbeitgeberinteressen und Deutsche bildungsferne neu zu positionieren.
    Ein Ausschluss von S. würde eine ganze Menge Vorfestlegung bedeuten.
    Die SPD Positionen sind ja bereits völlig überholt und naiv.

  7. @Don
    Als Kind habe ich diese,...

    @Don
    Als Kind habe ich diese, insbesondere in unserer Eltern- bis Großelterngeneration gepflegten Kommödien mit größtem Unverständnis betrachtet. Interessant, Verteidigung derselben zulesen, und ihr sogar etwas zustimmen zu können.
    @Filou
    ich denke, hier ist nicht der altrote, sondern der rosarote gemeint.

  8. Der Apfel fällt nicht weit...
    Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum
    Das Schlimme nur ist, dass ein Sarrazin sagt, was längst die ganze politische Schickeria denkt, insbesondere die sozialdemokratische. Oder wie heißt es? Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum! Daher ist dieses Theater als ein solches zu entlarven, denn ein Rauswurf Sarrazins würde an dieser Sozialdemokratie nichts mehr ändern. Einzig die verlogene, nämlich pseudosoziale (gendergerichtete und migrantenangepasste) Semantik ist es, die es zu wahren gilt, sonst nichts.
    Die Migranten wissen längst, was sie von solchen Phrasen zu halten haben, daher auch der spärliche Aufenthalt von Migranten bei solchen „Gastgebern“. Angelogen werden (durch Heuchelei verhöhnt) möchte man am allerwenigsten, da sind einem die saloppen Sprüche eines Sarrazins beinahe lieber.
    Da muss man nicht drüber nachdenken, wie das wohl gemeint war, bzw. was der Gastgeber in Wahrheit denkt.

  9. @JvdP, Taete ich mich so...
    @JvdP, Taete ich mich so geirrt haben, taete ich mich maechtig schaemen. Man kann nicht sicher sein, den Peter Panther waere moeglich. Warten wir mal, bis die Zitatenkenner anrauschen.

  10. ...und wenn's falsch sein...
    …und wenn’s falsch sein sollte, bleibt’s ein brauchbares Missverstaendnis.

  11. Liebe Don,
    erzählen Sie uns...

    Liebe Don,
    erzählen Sie uns doch mal eine Geschichte, wie Sie sich selber in Ihren Kreisen bei so einer Einladung ganz krass daneben benommen haben.

  12. HansMeier555, ganz ehrlich: Da...
    HansMeier555, ganz ehrlich: Da gibt es nichts zu berichten.Nicht weil es verboten ist, sondern weil es einfach nicht meine Art ist.
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    Devin08, ich denke schon, dass vielen bei den Thesen dieses Mannes die Galle hochkommt. Was er will, geht ja nicht nur gegen die Integration, sondern schlichtweg gegen die Gleichberechtigung der Menschen in Deutschland. Natürlich gibt es auch in der politischen Mitte eine Art Verfassungsfeindlichkeit, und das ist auch das, worüber man reden muss. Die Integration ist nur ein Deckmantel.

  13. JvdP, ich fand und finde das...
    JvdP, ich fand und finde das auch immer noch sehr korrekt und gar keine Kommödie. Besonders, wenn man die Alternativen bedenkt.
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    Holly01, die SPD wird vor die Hunde gehen, wenn sie solche Leute nicht schnellstmöglich raushaut und dorthin schickt, wo sowas hingehört.

  14. Zitat DA:
    "...die SPD wird vor...

    Zitat DA:
    „…die SPD wird vor die Hunde gehen, wenn sie solche Leute nicht schnellstmöglich raushaut und dorthin schickt, wo sowas hingehört.“
    Warten wir’s ab. Ich habe eher den Eindruck, daß der Wähler dem Protagonisten beipflichtet.

  15. Die SPD war schon lange am...
    Die SPD war schon lange am Ende, lange bevor Sarrazin den Mund aufmachte. Sarrazin ist die logische Folge des vollendeten Niederganges dieser Partei. Die Mobberei gegen die Realisten in diesem Wahlverein zeigt das ueberdeutlich.
    Ich habe keine Ahnung, was Gabriel oder Nahles antreibt: Schaden zu wenden und Wohlstand zu mehren? Glaube ich nicht. Oder hat irgendjemand was von einer politischen Vision (nee, nicht im Schmidtschen Sinne) aus dem Munde von den Beiden gehoert? Der schaebige Abgang des Altkanzlers koennte, so denke ich, einen gestandenen Altsozi zum Wahnsinn treiben. Insofern kann man S. als einen enttaeuschten Ausbrecher aus diesem Parteisystem betrachten.
    .
    Woher, lieber Don, kennen Sie Zitate einer Trashfigur, die eigentlich nur im TV auf den hinteren Kanaelen vorkommt? Kuechenradio?
    (Nicht antwortenn bitte, jeder hat so sein Geheimnis. Ich sogar besonders schmutzige.)

  16. das schlimmste ist, wenn der...
    das schlimmste ist, wenn der gastgeber nicht bemerkt, dass der gast nach hause möchte und bereits zum zwölften mal sich zu verabschieden ansetzt.
    als höflicher gast bleibt man natürlich.
    schlimm ist es auch, wenn immer mehr von guten getränken aufgefahren wird, rotwein in rauhen mengen, und dann noch das schottische eau de vie.
    ganz schlimm ist es, wenn man beim verlassen des gastgeberhauses bereits einen kater hat…

  17. Donna, liebe, an mein Herz!...
    Donna, liebe, an mein Herz! Solche Partys kenne ich. Da ist man schon besoffen, ohne einen einzigen Schluck zu sich genommen zu haben. Nach dem ersten Bier (bei Ihnen natuerlich nur Schampus), ist es dann egal, ob es eine Klopperei oder ein Weltkrieg wird.
    Die Leute sind hoeflich, doof, uninteressant, und ein alter Fleischfresser wie ich findet nichts fuer seinen Kannibalismus (Dame des Hauses schlachten. Egal wo. Egal wie. Alles nur Studienraetinnen oder Kustodinnen oder Museumspaedago… Riechflaeschen! Dringend!).

  18. Gute Frage donna laura:
    Ist es...

    Gute Frage donna laura:
    Ist es für den Gast auch erlaubt früher zu gehen, als der Gastgeber denkt? Also muss sich ein Gast immer den ganzen Abend (und je nach Anfahrt auch den nächsten Morgen) freihalten, wenn er einer Einladung gefolgt ist, oder darf er auch den echten und ehrlichen Wunsch haben und äußern nach Hause zu müssen weil er wirklich muss?

  19. aber nein, cher Filou, das...
    aber nein, cher Filou, das kann alles ganz furchtbar interessant sein – zumindest in unseren kreisen. ich fand mich auch schon mal mit einer deutschlandweit bekannten – ähem – kabarettistin in einem raum wieder. es war aus begreifbaren gründen zwar amüsant, trotz des rotweins, aber anstrengend.
    .
    aus welcher ecke unser lieber gastgeber sein paulchen gezogen hat, wagte ich gar nicht erst zu mutmassen, aber ihre überlegung hierzu war mir nicht fremd. zugelaufen?

  20. Donna, eine amerikanische, so...
    Donna, eine amerikanische, so eine Schrille, so eine ueber die ich auch nicht lachen kann? Und die wollte Ihnen an’s Strumpfband?
    Achnee, ich begreife: die ist aus Koeln? DBD (Dick, Blond, Diabetes)? Weiss ich nur vom Hoerensagen durch eine alte Freundin von Madame.
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    Gipfel war mal eine Fete beim Steuerberater. Als Stargast ein Abteilungsleiter vom Finanzamt (man weiss ja nie!). Ueber mein Benehmen findet Madame noch heute stets nur tadelnde Worte.
    .
    Ach was lobe ich mir den letzten Abend mit der zukuenftigen zweiten Frau eines Freundes. Trinkfest war sie, garnicht doof-und fest entschlossen nach Jahren der Wanderschaft (wie wandert man in der Horizontalen?) nun endlich den buergerlichen Weg einzuschlagen. Sie holte fuer uns Zwei Raritaeten aus dem Keller, der Freund pennte tief in dem Schlafzimmer, dass ich in seiner zoelibataeren Zeit fuer ihn gestaltete, und wir sprache ueber ihre Zukunft. Als die Sonne aufging, kam Madame in die Kueche und fragt nach der Uhrzeit.
    .
    Schoen sind auch Feste mit Medizinern. Hoellaendischen Medizinern, Fachabteilung Klapsmuellerei…
    …kein Wunder, das die Kliniken ueberbelegt sind. Bei denen moechte ich keine Macke haben.

  21. Dann gibt es auch noch die...
    Dann gibt es auch noch die Praxis, jemanden einzuladen, und dann, wenn er kommt, nicht reinzulassen. Man läßt ihm dann vom Lakai ausrichten, dass seine Einladung leider annulliert werden mußte, weil jemand von den anderen Gästen dagegen protestiert habe.

  22. Und ich finde schon, dass auch...
    Und ich finde schon, dass auch die Kunst des Sicheinladens, des Miteingeschlepptwerdens, des Schnorrens und des genüsslichen Endlosverbleibens in geheizten Räumen etwas ist, das man allen jungen Menschen beibringen sollte. („Social skills“). Und das nicht nur in Hinblick auf Stehbuffets.

  23. ...und wenn die frustrierten...
    …und wenn die frustrierten Gäste schon im Aufbruch sind, wird ihnen nachge-
    rufen: “ Daran werden sie sich (die Deutschen) gewöhnen müssen“.

  24. ...der heutigen Presse...
    …der heutigen Presse entnehme ich, daß auch der ehem. Bürgermeister von HH,
    sein Lebensglück gefunden hat.
    Gegenüber der Gegenwart nehmen sich für mich die Plots der Literatur vergangener Epochen ziehmlich schal aus.

  25. Dem gleichen Medium entnehme...
    Dem gleichen Medium entnehme ich, daß man heute – für die Märkte – alles sein
    darf, nur nicht langweilig.
    Was machen nun die armen Deutschen, sie sind nunmal langweilig, egal wie sie
    sich auch anstrengen.
    …und nichts ist langweiliger als die schwäb.Hausfrau, der treusorgende Familien-
    vater und der Kassenwart, oder eben die Mittelschicht.

  26. Wo steht denn das? Als...
    Wo steht denn das? Als Speerspitze der Spiesserevolution interessiert mich das sehr! (Solange es nicht Welt, Bild oder SPON geschrieben haben)

  27. @ minna 09:08 : Seien Sie...
    @ minna 09:08 : Seien Sie nachsichtig. In einer Zeit in der das Dreiste von gestern, das normale von heute ist, kommen Schreiber schwer hinterher.
    Ein Autor hat ja schon Probleme wenn er/sie Ironie verwenden möchte, die Ironie von heute ist ja quasi schon das Programm von morgen.

  28. In der hiesigen Tageszeitung....
    In der hiesigen Tageszeitung. Orginalton Bankhaus Metzeler.

  29. Im Verhältnis zu dieser Gast-...
    Im Verhältnis zu dieser Gast- und Gastgegebergeschichte handelt bzw. spricht zumindest der Gast in Person unseres Finanzministers in vorauseilendem Gehorsam in Anbetracht der sich drohenden Finanz-Apokalypse, indem er erklärte, der Bund solle sich nun doch langsam aus der HRE zurückziehen, nachdem man äußerte, dieselbe brauche weitere 40 Milliarden Kredit. In Summe nun ca. 140 Milliarden. Er, Schäuble, weiß wirklich, wann man eine schlechte Veranstaltung wie die HRE verlassen muß, obwohl oder gerade wenn man so viel Gutes tut. Andere, nämlich deren die Apokalypse einleitenden Banker, die man einst unter dem Credo der Liberalisierung des Finanzmarktes mit abstrusen Gagen einfing, sind indes nicht so anständig wie Schäuble – sie wollen auch noch die Boni für die Zockerei. Im Gegensatz dazu ist doch der schreibende Gast der SPD eher als verdienstvoll anzusehen in Anbetracht der Verwirrung und Aufregung allenthalben, – hat er doch den Finger in die Wunde von Gastgeber und Gesellschaft gelegt. Und dem Staatsoberhaupt, dem obersten Gastgeber, hat er noch einen Gefallen getan, das braucht ihn nun nicht aus Bundesbank hinauszubefördern in Unkenntnis darüber, ob er auch draußen bliebe. Insofern ein doch recht rücksichtsvoller Umgang miteinander.

  30. @ Nico 09:56 : Wenn man noch...
    @ Nico 09:56 : Wenn man noch dazu nimmt, dass Schäuble erst gehen mag, wenn die HRE ihre unverkäflichen Papiere ausgelagert hat (auf Staatskosten) und damit den Punkt erreicht, wo sie wieder börsenfähig ung gewinnfähig würde …..
    Bloss keine Gewinne für den Staat, da drohen Steuern …… wenn der Staat sich nicht einmal selbst Steuern zahlt, wer denn dann?
    Ein Staat muss abschreiben und weil es ja eh nur die Gelder der Bürger sind und die Bürger machen nur Unsinn damit, Essen und Kleidung kaufen; alles so ein unnützen Kram.

  31. Früher war Etiquette in...
    Früher war Etiquette in Grossbritannien grossgeschrieben, doch vor einigen Tagen hat ein Kardinal in Rom das Land as „third world country“ abgestempelt was zur Folge hatte, dass er nicht mit dem Papst nach London reisen durfte….. und „The Book of Etiquette“ by Lady Troubridge ist (seit langem?) vergriffen.
    Also, was tun? Nach dem Gehör spielen?

  32. Werter Don,
    ich war wohl einem...

    Werter Don,
    ich war wohl einem Mißverständnis aufgesessen, das ihr nun gründlich aufgeklärt habt. Dachte ich doch, politische Parteien seien demokratisch verfasste Organisationen, denen es um Einflussnahme auf die Politik dieses Landes gilt. Dass man sich dort nur als Gast des Parteivorsitzenden fühlen darf und regelmäßig höflich nach fragen muss, um ein Parteiaustritt tunlich sei, ist mir neu. Nach der Statur des Herrn Gabriel zu urteilen, scheinen derzeit viele Mitglieder freiwillig zu gehen, bevor der Käseigel serviert wird. Was auch immer Herr Sarrazin in seinem Buch geschrieben hat, einen Parteiausschluss rechtfertigt es nicht. Sonst hätte die SPD Helmut Schmidt schon vor Jahren ausschließen müssen, weil seine sicherheitspolitischen Entscheidungen (Nato-Doppelbeschluss) konträr zur Parteimeinung standen und der Basta-Kanzlermit seinen parteischädigenden Maßnahmen (Hartz-Reformen) hat dann dort auch keinen Platz mehr.
    Was den privaten Raum angeht, pflichte ich Ihnen völlig bei. Diese spießigen alten Konventionen der Höflichkeit waren sehr elegante Notbremsen zur Vermeidung von Unfrieden. Sie erleichterten den Umgang miteinander ganz enorm, während heute oft Hilflosigkeit und Unsicherheit herrscht. Auch „vor 68“ war eben nicht alles schlecht.

  33. Von einem krassen...
    Von einem krassen Fehlverhalten meinerseits ist mir nichts bekannt, aber über krasses Fehlverhalten mir gegenüber könnte ich mehrere Geschichten erzählen. Die am weitesten zurückliegende begab sich 1969, als ich in Tübingen anfing zu studieren. Zum Mittagessen in der Mensa gab es lausiges Essen und viele Flugblätter. Eines war die Einladung einer Verbindung (ich glaube Arminia), die “alle” zum Vorstellungsabendessen ihrer Verbindung einlud. Als interessierter Studienanfänger fühlte ich mich angesprochen, stapfte am Abend auf den Osterberg und klingelte an der Pforte des klassizistischen Gebäudes. Der junge Mann mit Mütze und Band, der mir aufmachte, guckte entsetzt und rief den Obermeister zur Hilfe, welcher mir mit strenger Stimme erklärte dass die Verbindung nur für männliche Studenten sei. „Aber auf der Einladung steht ‚alle’ und nichts von ‚nur Männer’“. „Das Wissen setzten wir voraus“. „Auch noch heutzutage?…….Wenn sie keine Frauen zulassen, warum haben sie dann Toiletten für Damen?“ fragte ich und wies auf die entsprechende Tür in der Eingangshalle. „Zu Festen dürfen Damen mitgebracht werden.“ Mir war klar, mich würde nie jemand mitbringen. Ich kehrte um und ging stattdessen alleine in eine Altstadtkneipe, trank einen Württemberger und dachte über den Geistesstand dieser Verbindungsbrüder nach.
    .
    Dass sie ein Männerverein bleiben wollten, nahm ich ihnen nicht weiter übel, aber dass sie mich wegschicken, nachdem sie eine uneindeutige Einladung verteilt hatten, fand ich ausgesprochen unhöflich. Wenn ich Verbindungsmeister von diesem Verein gewesen wäre, hätte ich nicht mit der jungen Dame argumentiert, sondern sie freundlich für den Abend eingeladen. Dann hätte die junge Dame Gutes über den Verein weiterkolportiert, so aber…..
    .
    Am Anfang des nächsten Semesters stand auf der Einladung „alle männlichen Studenten sind herzlich eingeladen“.

  34. @Holly01, Heute ist nicht alle...
    @Holly01, Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage. So ging das doch weiter mit PP. Hab ich immer gern gesehen. Dies könnte auch für den Finanzminister gelten. Die HRE könnte nach Auslagerung des Schrotts in eine Badbank auf Anraten Schäuble`s aber auch wieder privatisiert werden: „Die Arbeit ist getan, die HRE ist wieder gesund.“ Aber: „…der Staat ist nicht der bessere Banker…“, war doch immer zu vernehmen. Er geht dann auch mal – bevor die Badbank explodiert – und nimmt einen Posten als Mitglied im Vorstand der nun privaten HRE an. Ganz im Sinne von Paulchen. Der Nachfolger Schäuble`s wird dann wie gewohnt sagen: Das Erbe der Anderen.

  35. @DA Mich würde interessieren...
    @DA Mich würde interessieren welche Bewandnis die Figur auf dem Halbmond hat.

  36. Werter Don,

    jaja, der...
    Werter Don,
    jaja, der Anstand… von einem von Beust, sicherlich Teil der „besseren Gesellschaft“ könnte man eventuell eine Karenzzeit erwarten – allerdings denke ich nicht, dass eine allgemeine Beratertätigkeit irgendwie ehrenrührig ist. Anders sieht es da beim bekennenden Aufsteiger und Bundeskanzler a.D. G. Schröder aus. Sicherlich hat sein Gasprom-Engagement ein gewisses Geschmäckle (und ich denke darauf unter anderem spielten Sie ja an). Allerdings muss man dann auch mal nachfragen, in welcher Welt wir hier leben, wo ein mittelmäßiger Bundesliga-Verteidiger locker das fünffache eines Bundeskanzlers verdient, ein „Führungsspieler“ locker eine ganze Größenordnung mehr! Und da redet keiner von „Bonzen“ – zumindest solange sie gewinnen. Kann man jemandem, der noch im Aufstieg begriffen ist (zumindest finanziell, nachdem das Wahlvolk den formellen Aufstieg gestoppt hat), seine Chancen ausnutzt? Sollte dieses Verhalten – in Ihrem Sinne – nachhaltig sein, wer fragt da in ein oder zwei Generation schon noch nach? Hab ich nicht in diesem Blog mal was von gemeinen Steuereintreibern gelesen, die Ihrer Familie Status begründeten?
    Was Sarrazin angeht: Wie Beobachter schon ausgeführt hat – Ihr Vergleich hinkt. Und allmählich möchte ich sogar sein Buch lesen (auch wenn ich dazu sicher keine „Lust“ habe) – ganz einfach weil alles was ich an Ausschnitten und seinen eigenen Interviews zu lesen bekommen habe, nicht den alarmistischen Deutungen hier und anderswo entspricht. Aber gut, da will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen ohne ausreichende Quellenkenntnis…
    Gruß,
    T.I.M.

  37. Das Wort Abgang hat...
    Das Wort Abgang hat verschiedene Bedeutungen. Die Verabschiedung aus einer Tischgesellschaft ist belangloser als die Aufgabe einer entscheidenden und einträglichen Position. In letzterem Falle wurde auch schon zu Zeiten, wo die Formen „stützender“ Kreise noch stärker beachtet wurden, mit Zähnen und Klauen gekämpft, vgl. etwa die teils sehr unfeinen Intrigen um die höfischen Mätressenwechsel; manchmal auch nicht, wenn dies etwa aussichtslos war, wenn etwa der souveräne Fürst seinen alten – sagen wir mal – Finanzminister abschaffte und der dann noch froh hätte sein können, wenn er überhaupt mit heiler Haut davongekommen wäre (Fouquet). Heute sind die Anstellungsverhältnisse stärker verrechtlicht und verlangen dem Ausschaffer deshalb mehr Rücksicht ab, umgekehrt hat man als künftig Gegangener auch Möglichkeiten und nutzt die eben. Ein zivilisatorischer Fortschritt, möglich geworden wohl, weil die Butter inzwischen fürs Brot auch noch der Ehemaligen reicht. Die Analogie Tischgesellschaft passt jedenfalls für den Machtverlust nicht; im einen Fall geht es um die Wurst, im anderen oft nur um die bloße Form. Natürlich gibt es auch Überlappungen, wenn etwa die Nichteinhaltung der Form durch jemanden ihn angenehm weit im Vorfeld für den Machtzirkel disqualifiziert (roture désoblige) oder die ihm gegenüber gezeigte (Türweisen, keine Satisfaktion gewähren) ihm den Schimpf antut, den es für seine erfolgreiche gesellschaftliche Vernichtung braucht.

  38. @DA: Ja, mit Konventionen war...
    @DA: Ja, mit Konventionen war das Leben leichter. Warum es die kaum noch gibt, haben Anwältin und Juristin im letzten Beitrag ja geschildert (und ich hatte mich dazu auch schon global schwärzlich geäußert). Zu Sarrazins SPD-Mitgliedschaft bin ich übrigens anderer Meinung als Sie; ich meine, wenn die SPD Sarrazin nicht mal am Rande aushält, kann sie gleich den Laden zumachen und die Reste können sich Grünen und „Linken“ anschließen. Die Verfassung lebt bekanntlich von Voraussetzungen, die sie nicht selbst schafft, weswegen sich Politik nicht nur um die Verfassung, sondern auch um die Voraussetzungen kümmern muß.
    @HansMeier: So sieht das aus, was darunter inzwischen verstanden wird.
    @Holly01: ach, die Zeiten der Ironie, die blühten in den 80ern, seit der Jahrtausendwende sind sie völlig ausgetrudelt, und nun, in den 10er Jahren, ist dafür überhaupt kein Platz mehr, weil es keiner mehr versteht.
    @Filou/donna laura: mir ist die gedrehte Uhr nur aus dem Kinderfernsehen der 70er Jahre bekannt. Lolek und Bolek und die Augsburger Puppenkiste haben mir allerdings besser gefallen.

  39. cher Filou, ihre neugier soll...
    cher Filou, ihre neugier soll befriedigt werden. die dame ist zwar bekannt, doch nicht für proletentum oder skurrile akzente/dialekte, also nichts dickes rosafarbenes mit quietschestimme aus der bundeshauptstadt.
    sie ist alleinunterhalterin, (im tv landet sie durchaus lustige treffer) und war ein überraschungsgast. man kann sich denken, was das aus einer kleinen gesellschaft macht, die eher auf ein kleines pianokonzert gefasst war. doch man ist ja flexibel.
    .
    noch heute habe ich muskelschmerzen an den mundwinkeln – die ich als höflicher gast lieber oben behielt -, wenn ich daran zurückdenke.
    .
    der andere fall, eben, dass man nicht nach hause gelassen wurde, war deshalb so ein desaster, weil man explizit nur zum kaffee verabredet war, und sich eingerichtet hatte, noch zu abend zu essen (unser hauptmahl findet, ausser für die nachkommen, abends statt).
    und so sassen wir däumchendrehend hüstelnd auf der kante sitzend immer wieder die aufstehbewegung simulierend freundlich lächelnd konversation betreibend bei den guten bekannten und hungerten einer sehr späten uhrzeit entgegen.
    das mineralwasser war offensichtlich aus, und es gab jede menge wein, der okay war, danach jede menge komischen süssen weins, der sicher genial war – wenn man so etwas mag und verträgt. und anschliessend wurde man ungefragt genötigt, noch unbedingt von diesem einen besonderen, von einem freund des gastgebers selbstgebrannten zu probieren. und der war, ich traue mich es fast nicht zu sagen: bäh. dafür reichlich.
    ich suchte mir immer eine pflanze in der nähe. aber die weihnachtssterne waren ausser reichweite…
    kopfschmerzbesoffen bekommt man aber kein mahl auf den tisch gezaubert. und der pizzadienst war auch schon im feierabend.
    .
    es gab rühreier und zum dessert we ended up driving the porcellan bus. aua.

  40. Was den Abgang anbelangt:...
    Was den Abgang anbelangt: anders als manche Kommentatoren hier bin ich ganz sicher, daß die SPD Sarrazin ausschließen wird; wobei Spekulationen mit der Genetik auch in der SP der zwanziger Jahre (Julius Tandler) vorkamen.
    Aber (die FAZ immerhin bringts) vielleicht gehts um noch einen Abgang und Gauck bekommt noch eine Chance.
    Was Einladungen anbelangt, stelle ich in die Studentenzeit (wo die Schichten durcheinanderpurzelten und alles natürlich viel spontaner und lockerer war) rückblickend fest, daß die Danebenbenehmer (die uneingeladen kamen, ins Haus schneiten, sich festsetzen wollten, gern interessante Bücher mitgehen ließen ) die größeren Karrieren machten. Zu einem ordentlichen Aufstieg gehört eben auch ein egoistischer, nicht durch Rücksichnahmen inhibierter Antrieb. Und solche Leute werden natürlich auch ihre Zeiten in der Politik schnell finanziell kapitalisieren wollen.

  41. @T.I.M.: sehe ich ähnlich....
    @T.I.M.: sehe ich ähnlich. Die Ostseepipeline halte ich für ein sinnvolles Projekt, Schröder kennt es am besten und von daher finde ich, daß er auch die Umsetzung betreuen soll. Beamter ist er nicht, Honoratiorenpolitik ist seit 1918 abgeschafft, also muß er es auf einem Beraterposten tun.

  42. @Der Tiger, 12:11
    Ich glaube,...

    @Der Tiger, 12:11
    Ich glaube, irgendwo bei Salcia Landmann steht die folgende Anekdote:
     
    Dreißiger Jahre in den Südstaaten. Für drei Novizinnen des jährlichen Balls des Country Clubs gibt es keine Tanzpartner. Die Dame, die den Ball ausrichtet, ruft kurz entschlossen bei der örtlichen Armeegarnison an, ob nicht drei junge Offiziere so freundlich sein könnten?. – „Aber bitte, keine Juden!“ Ihr Gesprächspartner versichert, er würde persönlich dafür sorgen, dass sich drei junge Herren einfänden.
    So kommt es auch, es stehen zum angegebenen Zeitpunkt drei stattliche, prächtig herausgeputzte … Neger vor der Tür. Die empfangende Organisatorin ist peinlich berührt. „Ich glaube, da muss es irgendwo ein Missverständnis gegeben haben …“ – „Völlig unmöglich, Captain Sapirstein täuscht sich nie!“
    In Ihrem Falle war da seitens der plötzlich diskriminierenden Seite ja nicht einmal Peinlichkeit, man sagte Ihnen Ihre „Untauglichkeit“ schlankweg ins Gesicht. Und realistischerweise kann man wohl nicht einmal eine Rache wie oben zusammenphantasieren – weil das falsche Geschlecht wohl schon der schlimmstmögliche Fall war. Es könnte jedoch sein, dass ihre Abweisung der bessere Ausgang für Sie war; eine Bekannte von mir wohnt neben einem Verbindungshaus und berichtet öfters von mit viel Gejohle und Geklirre verbundenen Festivitäten bei den Nachbarn, bei denen dann etwa Bewohner mit dem Krankenwagen abgeholt werden müssen, weil sie sich an Scherben von zuvor an die Gartenmauer geworfenen Bierflaschen die Hand zerschnitten haben und keiner der Anwesenden mehr fahrfähig ist.
     

  43. @Don Alphonso 18. September...
    @Don Alphonso 18. September 2010, 21:42
    „Natürlich gibt es auch in der politischen Mitte eine Art Verfassungsfeindlichkeit, und das ist auch das, worüber man reden muss. Die Integration ist nur ein Deckmantel.“
    Kommt zu dem Thema „Aushöhlung der Demokratie unter dem Deckmantel der Bekämpfung der Neorechtsradikalismus“ noch was
    Kein Ehrenwertes Ziel, dass nicht als Missbrauchslabel taugen würde.
    Aus gegebenem Anlass:
    http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3941&Alias=wzo&cob=517841

  44. Hab immer gedacht, so ein...
    Hab immer gedacht, so ein Pipeline-Projekt wär was für Ingenieure und nicht für Brioni-tragende Havanna-Bastisten. Vielleicht kann man den Herrn, den´s betrifft, ja mal zum Dichtungstest mit tausend bar voran durchschiessen. Schon wieder ein „blub“. Natürlich Sahne auf die Torte.

  45. @Pérégrinateur, hahaha! Mir...
    @Pérégrinateur, hahaha! Mir steht das Wasser in den Augen.

  46. steelydan 16:05, u.a.
    ist das...

    steelydan 16:05, u.a.
    ist das jetzt Ironie?

  47. @Foersterliesel: Ach was, die...
    @Foersterliesel: Ach was, die Leute gehen doch nicht in die Politik, nur um nachher abzusahnen – zu langwierig, ungewiss und zeitraubend. Andersrum, wenn sich die Möglichkeit ergibt, wer wollte sich da etwas entgehen lassen? Ist vielleicht keine feine Haltung, vielleicht in manchen Fällen nicht mal eine anständige, aber vor allem ist es eine nachvollziehbare, vermutlich meistens sogar eine rationale!
    Wenn wir in die USA sehen, finden wir sogar oft das gegenteilige Phänomen. Die Leute machen erst Kohle und gehen dann in die Politik. Auch wenn hierzulande die Begründung „um der Gesellschaft was zurückzugeben“ gerne verworfen wird (natürlich wechseln Leute wie Paulson nicht ihre Grundhaltung, nur weil sie jetzt Politiker sin), ist solch ein Engagement sicherlich weit mehr als Besitzwahrung – sonst könnte man sich in den entsprechenden Apparat sicherlich wesentlich bequemer einkaufen (Lobbyismus).

  48. Liebe Donna Laura, es sind...
    Liebe Donna Laura, es sind genau diese Geschichten, die mich so zufrieden mit meiner Position in den tieferen Etagen der Gesellschaftspyramide machen. Was da alles von einem abgehalten wird! Wie frei kann man ohne hinderliche Konventionen zum eigenen und zum Wohle vieler agieren.
    .
    Im Uebrigen: es nicht nicht die Frage, wann man zu gehen hat. Vielmehr soll man sich fragen: „Warum bleiben?“

  49. Des mit der Vererbungslehre is...
    Des mit der Vererbungslehre is halt der Baum, an den man eam halt knüpft hat. Die restlichen Fragen finde ich interessant…

  50. @steelydan: Ingenieure sind...
    @steelydan: Ingenieure sind Ingenieure, und wenn sie Projekte betreuen, handeln sie nicht als Ingenieure, sondern als Projektleiter oder Unternehmer. Das sind andere Rollen, und Ingenieure sind für diese nicht unbedingt die bestgeeignetsten. Nach Ihrer Denkweise würden Industriebetriebe von Akkordarbeitern aufgebaut. Sowas kommt wohl eher selten vor.
    @Försterliesel: die aus meinem Studium habe ich aus den Augen verloren, nach meinem Dafürhalten machten da die Erben das Rennen; aber aus meiner Abitursklasse gibt es Beispiele etwa in der Art wie Sie anführen.
    @donna laura: oh weh, hungern und dann noch Ratzeputz einnehmen müssen. Nicht so der wirklich gelungene Abend.
    @BertholdIV: das Oktoberfest scheint sich ja jetzt zum globalen Bierkomatreffpunkt entwickelt zu haben (vermutlich war die Fußball-WM 2006 die endgültige Werberakete). Mein Mann erzählte gerade etwas von „Kanadier gegen Engländer“ und daß schon vor Eröffnung die ersten darniederlagen. Ich bins ganz zufrieden, daß es im Lebensmittelladen um die Ecke Oktoberfestbier gibt (das schmeckt wirklich gut), so kann ich ein paar Flaschen kaufen und sie auf dem Balkon genießen, ohne durch Pfützen laufen zu müssen.

  51. Warum nur dieses aufgewärmte...
    Warum nur dieses aufgewärmte Gewese um einen Herrn, der, zugegebenermaßen etwas anstrengend, seine teils doch etwas seltsame Meinung vertritt, ob die nun den Etablierten gefällt oder nicht. Ah, die Etablierten. Möchte man denn ergründen, ob die Damen und Herren noch irgendwelche Reste von Benimm haben, geschweige denn die Befähigung, sich zu verabsentieren wenn es Zeit wäre, was es, meinem unmaßgeblichen Gefühl nach, längst war? Möchte man dieses wissen, möchte man vielleicht tatsächlich einmal herausfinden, ob bei den gewissen Damen und Herren unter Umständen noch Anstand vorhanden, Ehrgefühl, Verantwortlichkeit gegenüber dem Eid und dem Staat, dessen Diener sie sind? Ein Blick hinüber nach Bellevue genügt, dann erahnt man die Antwort, die man doch längst kennt. Vielleicht mal dort, bei den Damen und Herren nachhaken, und weniger bei einem, der mehr und mehr als (gewollt? ungewollt?) nützlicher Idiot erscheint, zum Aufregen, zum Draufhauen, zum Ablenken vom eigentlichen Skandal dieser Republik.

  52. Wie wird man die Leute los,...
    Wie wird man die Leute los, die man nicht mehr mit dabei haben will? Ein wenig komplizierter liegen die Dinge bei einem größeren Empfang, wenn man anschließend noch mit einer engeren Gruppe speisen möchte. Hier empfehlen sich spezifische Zeitangaben auf der offiziellen Einladung, etwa „16-18 Uhr“. Die zum anschließenden Essen privat geladenen Freunde können sich dann gegen Ende des offiziellen Empfangs in einem anderen Raum treffen, bis sich die letzen Empfangsgäste verkrümelt haben.

  53. @Pérégrinateur: jou,...
    @Pérégrinateur: jou, Machtverlust bedeutet, aufs Altenteil geschoben zu werden. In eingespielten Verhältnissen jedenfalls.

  54. Aber der Struck will den...
    Aber der Struck will den Sarrazin doch auch nicht rauswerfen… und der Steinbrück auch nicht… und der Donahnyi schon gar nicht… und so wie es aussieht, ziemlich viele SPD-Mitglieder ebenfalls nicht. Es wäre ja spannend, würde die SPD die Mitglieder abstimmen lassen – weshalb genau das mit Sicherheit nicht passieren wird. Man könnte natürlich auch Helmut Schmidt befragen, der hat ja in der ZEIT schon mal ein das deutsche Nazi-Gen entdeckt und ist mithin kompetent… Man kann sich nun fragen, ob der Sarrazin zu Gast ist bei weniger guten Bekannten, guten Bekannten oder Freunden.

  55. @ colorcraze Klar, Ingenieure...
    @ colorcraze Klar, Ingenieure gibt´s wie Sand am Meer. Nur hochwohlgeborene Westviertler sind zum Pipelinebau berufen, weil sie auf dem Geldsack sitzen, mit dem man Ingenieure kauft. Oder korrupte Politiker, die sich ihren After-Abgang noch zu Kanzlerzeiten versilbern. Bitte erklären Sie mir die Welt vom Standpunkt der Nobilität aus.

  56. Eine bislang noch nicht...
    Eine bislang noch nicht erwähnte Variante ist die „französische“ oder „englische“ Verabschiedung, je nach dem an welchem vermeintlichen Mittelpunkt der Erde man sich gerade aufhält. In Deutschland hat sich, wohl aufgrund der nachbarschaftlichen Nähe und der Erbfreundschaft, die Version vom Franzos durchgesetzt. Diese codiert landsmannschaftlich den Umstand, dass man einfach geht, ohne sich zu verabschieden.
    Zu meinen Kindszeiten galt es intern als Strafe Gottes, wenn der Hausherr zu fortgeschrittener Stunde und nach vergeblichen Versuchen Müdigkeit zu signalisieren, sich wort- und grußlos zurückzog und den am Stuhl festgeklebten Gästen die Hausbar zur Plünderung überließ. Ich kann mich gut erinnern, dass die unerwünschten Hocker nicht selten einfach sitzen blieben und einen (für sich) schönen Abend verbrachten, während der Patron schlief und die Dame des Hauses gute Miene zum bösen Spiel machte.

  57. @steelydan: ich habs Ihnen...
    @steelydan: ich habs Ihnen jetzt vom Unternehmerischen her erklärt, das muß reichen, denn das ist das Wesentliche. Für Nobilität fragen Sie vielleicht MvB, der kennt sich damit wahrscheinlich aus.

  58. @steelydan
    So ein Pipelinebau...

    @steelydan
    So ein Pipelinebau durch die Ostsee wirft vor allem politische Probleme auf, welche zu beseitigen die Aufgabe von Leuten wie Schröder ist.
    Konkreter: Es gibt in Europa mächtige Interessenten, denen der Bau dieser Pipeline definitiv nicht gefällt. (Allen voran die Staaten Polen, Ukraine und Weissrussland, die dann ihre jetzige Machtposition verlieren und zu gewöhnlichen Gaskunden degrardiert werden würden.) Es ist klar, dass diese Gegner nach Möglichkeiten suchen, in Europa Widerstände gegen das Projekt zu mobilisieren.
    Schröder wird dafür bezahlt, dass er derartige Versuche rechtzeitig erkennt und durchkreuzt. Dafür braucht man Einfluß, Beziehungen, einen Namen.
    Ich würde sagen, Putin und Gasprom haben eine exzellente Wahl getroffen und der Gerd ist sein Geld wert.
    Die rein technischen Probleme werden natürlich von technischen Fachleuten gelöst.

  59. Ich schätze Ihre Ausflüge...
    Ich schätze Ihre Ausflüge sehr.. Dass aber für mich die Sache mit dem Herrn S. zu schnell und , generell, zu kurz abgehandelt, wird, und das nicht nur bei Ihnen, „daswirdmandochwohlsagendürfen“.. Ich meine in Ihrem Blog verkünden Sie doch auch aller Jubeltage, dass es Unterschiede zwischen Menschen gibt und dass man diesen auch wahrnehmen muss, im Sinne aller und eines jeden.. Dass man dem Herrn S. unterstellt, dass daraus eine Minderwertigkeit abzuleiten ist, die in irgendeiner Art und Weise die Existenzberechtigung eines Migranten, Muslims oder eines Münchners in Frage stellt, ist für mich, entschuldigen Sie, typisch deutsch.. Für mich tut es das nicht!
    Aber zurück zum Thema.. Ich möchte mich nicht des besten Benehmens bezichtigen, aber dass das Benehmen, mit all seinen Facetten, Ressonanzen, Subtilitäten, Freuden, Nebenwirkungen, Zielen, Konsequenzen, Freiheiten, Freundlichkeiten, Respekts- und Liebesbekundungen immer weniger als notwendig angesehen wird und für dies alles auch noch UNTERSCHÄTZT wird, das tut mir in der Seele weh.. Ich freue mich dieses auch von anderer Seite so zu lesen..
    Die Blöden sind aber nicht mehr die, die dass alles für Zeitvergeudung halten oder die belächeln, sondern die, die auf Gegenseitigkeit dieses Benehmens hoffen..
    Gute Nacht und eine schöne Woche..

  60. fionn 11:34,
    Ich glaube, das...

    fionn 11:34,
    Ich glaube, das hat der Kardinal nicht böse gemeint. Diese Leute „da oben“
    haben seit Jahrzehnten auf „Dritte Welt“ gelernt, für sie ist alles dritte Welt.
    .
    Laura Bush hat seinerzeit bei ihrem Besuch in Meck-Pomm in einer engagierten
    Rede zum Kampf gegen das Analphabetum aufgerufen. M.E. war sie damit
    100 Jahre zu spät dran, aber diese Leute sind viel unterwegs und wo sie aus
    dem Flugzeug fallen, halten sie eine Rede.
    .
    …und jetzt ist Migration dran…“the same proceeding…“

  61. @Filou: hahaha! Mir geht es...
    @Filou: hahaha! Mir geht es recht ähnlich. Auch als Dame des Hauses zögere ich nicht, Nervensägen wirksam rauszuwerfen, wenn es nicht anders geht (manche kann man auch auf die Gefahr hin, zum Frühstück über sie zu stolpern, machen lassen). Ich würde das nicht tun, wenn mir nicht schon so einige von Herzen dankbar dafür gewesen wären. Man sollte halt nicht damit rechnen, daß die Leute Sinn für die übliche Synchronisation haben, man muß sie ein wenig lenken.

  62. Wer wie viel verdient (in der...
    Wer wie viel verdient (in der Schweiz) – nur zur Info aus der „NZZ am Sonntag“ heute.
    Bruttoeinkommen (in SFR) und Arbeitslosenquote ein Jahr nach Studienabschluss:
    Medizin/Pharmacie
    81 600 0,7%
    Wirtschaftswissenschaften
    81 000 4,4%
    Technische Wissenschaften
    71 000 3,6%
    Geistes-/Sozialwissenschaften
    70 100 7,9% (yes!)
    Naturwissenschaften
    66 000 3,7%
    Recht
    48 000 3,2%
    Also, ab nach Basel und sich bei Novartis, Roche & Co bewerben?

  63. steelydan,
    colorcraze hat...

    steelydan,
    colorcraze hat Ihnen die Welt nicht vom Standpunkt der Nobilität, sondern der
    Rationalität erklärt. Eine Sichtweise, die ich auch Ingenieuren für Pipeline-Bau
    unterstellen würde. Die gibt es sicher nicht wie Sand am Meer und haben auch
    ihren Preis.

  64. Er schreibt "die Unfähigkeit...
    Er schreibt „die Unfähigkeit zu verstehen, wann man nicht mehr erwünscht ist und bitte den Gastgeber in Ruhe lassen möchte“ – hatte er das nicht schon mal so ähnlich geschrieben? Schweizerische Minarettdebatte und „die Unfähigkeit zu verstehen, warum man nicht mehr erwünscht ist und bitte den Gastgeber in Ruhe lassen möchte“ oder bügelt mir mein Gedächtniss einen Riss ins Hemd? Just kidding!

  65. Nachtrag: und wenn Sie glauben...
    Nachtrag: und wenn Sie glauben es gibt in jedem Bereich jede Menge gute Leute,
    ja die besten, die nur darauf warten, daß Sie pfeiffen und sie kommen angelaufen
    und holen für Sie die Kohlen aus dem Feuer und das alles für ´nen Apel un´n Ei, dann ….träumen Sie weiter, oder
    beteiligen sich an der Einwanderungsdebatte, da sind Sie in guter Gesellschaft.

  66. Wie ist der hohe Anteil an...
    Wie ist der hohe Anteil an Fremdenfeinden (ich schätze ca. 50 %)innerhalb der Autochthonen Bevölkerung zu erklären ?
    Ich vermute , es handelt sich um einen Projektionseffekt.
    So wie ich diesen Bevölkerungsanteil einschätze, sind viele darunter, die sich selbst für zukurzgekommen und nicht dazugehörig fühlen.
    Dieses schwer zu ertragende Grundgefühl, verbunden mit einem latenen allgemeinen Hass wird , auf diejenigen übertragen,
    die man für noch größere Aussenseiter hält und die man als Gruppe für schwach hält.
    Wenn man diese Gruppe dann ausweisen, schädigen kann, erhofft man sich davon in einem archaischen Zerstörungsakt die Auslöschung des eigenen unertäglichen Grundgefühls.
    Was kann man dagegen tun? In allen Bereichen, Kindergarten, Schule, Familie, loben, fördern, stärken, natürlich auch in den Firmen, nicht immer alles aus den Leuten rauspressen und das Gefühl geben , du bist nichts wert, das übertragt sich auf deren Kinder.

  67. @Filou
    18. September 2010,...

    @Filou
    18. September 2010, 18:43
    Das Eingangszitat stammt von jemanden, der sehr gerne sehr ausgiebig bis in die fruehen Morgenstunden trank, rauchte und dabei mit interessanten Menschen nicht nur diskutierte, sondern auch stritt. Diese Leute blieben an ihrem Stuhl kleben, weil es Spass machte, herausfordernd war-und natuerlich anstrengend.
    ########
    Ich kann nicht annehmen das Don Alphonso Peter und Paulchen verwechselt.
    Ich habe Peter gefragt, er kennt den Don wirklich nicht mejhr persönlich, ist nicht mehr sein Jahrgang. Er hat aber versprochen, wen der Text fertig ist, stellt er die Schreibmaschie weg, die Gardine macht er auch auf und komt mit Kurt und Theobald kurz runter um das zu bereden.
    .
    Wenn es nicht zu spät wird weil sie dann noch einmal dirngen bei Carl vorbeischauen müssen.
    Liebe Gruesse
    Sikasuu (Ignatz Wrobel)

  68. @Pérégrinateur
    Salcia...

    @Pérégrinateur
    Salcia Landmann – hatte ich ganz vergessen. Mit sechzehn war das meine Lieblingslektüre…. vielen Dank für die Erinnerung!
    .
    Sie haben sicher Recht, in der Studentenverbindung hätte ich mich nicht wohlgefühlt – jedenfalls nicht auf Dauer. Ich wollte ja nur einmal rauskriegen, wie das konservative Milieu an der Uni denkt. Die Linken hatte ich schon längst eingeortet. Als ich noch in die Oberschule ging, war ich einmal in der Frankfurter Uni, als da das Rektorat besetzt war. Da lümmelten die Revolutionäre auf den Ledersesseln herum. Die meisten hatten ein Frau auf dem Schoß, die sie von Zeit zu Zeit abschleckten, und ansonsten gab es pausenlose Diskussion. Es redeten nur Männer. Irgendwann hat mich das geärgert, ich ging ans Mikrophon und schlug vor, dass die Herren erst einmal ihre Frauen befreien sollten, bevor sie über die Befreiung der Arbeiter reden. Die anwesenden Männer lächelten herablassend über das Schulmädchen, aber die Frauen wurden ganz giftig und ich machte mich so schnell ich konnte aus dem Staub.

  69. @colorcraze 19. September...
    @colorcraze 19. September 2010, 19:58
    Interessant ist der Vergleich dieses Artikels aus der FAZ:
    http://www.faz.net/s/RubAB001F8C99BB43319228DCC26EF52B47/Doc~ED3B5E9533DBF4D4E80C8142D83B40605~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    mit dem aus der Wiener Zeitung. Obwohl die Wiener Zeitung nicht gerade als linksliberal gilt ist Analyse treffend. Die FAZ versteigt sich zu einer ideologischen Lobhudelei, da werden die Tatsachen gegen den Strich gebürstet. Bei der FAZ streiten immer zwei Seelen. viele sehr gute Journalisten und die Bedienung eines reaktionär klerikalen Weltbilds. Man vergleiche auch z.B. jetzt die Berichterstattung über den Besuch B XVI in GB.
    Zum Münchner Bier: ich bin auch ein Anhänger der belgischen Braukunst, das hat die Biere in München sicherlich aufgewertet in den letzten Jahren. Aber ansonsten trinke ich aus Heimatverbundenheit, Naturschutz und weil es es auch in Wien problemlos gibt:
    http://www.lammsbraeu.de/
    in Auch wenn herr Schäffer ansonsten gute Artikel schreibt, istd as wieder ein typischer FAZ

  70. Ich finde diese...
    Ich finde diese Touristenabzocke widerlich, aber wenn andere so etwas ein Loblied singen, müssen sie es halt mit sich selbst ausmachen.
    .
    Was die Türfigue angeht: Die ist an einem Klostertor bei mir an der Ecke.

  71. @DA
    Die Türfigur finde ich...

    @DA
    Die Türfigur finde ich interessant. ich denke mal, die Figur ist 30-40 jahre alt – höchstens; trotzdem muss der Halbmond zu Füßen her?
    http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=7757
    wie sieht es mit S21?
    http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E54E0A372DC8344CA9A8CCE1DAAE8D7E4~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Mein Rat nicht auf die Provokation der Kanzlerin eingehen – Herr Mappus…

  72. Abgehen für Anfänger ?...
    Abgehen für Anfänger ? Abgehen für Fortgeschrittene !
    weil Thilo S. nun schon eine Auflage von 650.000 ereicht haben soll, folgt hier ein Hinweis auf das! Erfolgsbuch des Jahres 2 der Krise 1929ff,
    von Margarete Böhme: „Tagebuch einer Verlorenen“, Auflage 563.000 in 1931,
    mit Apothekerstöchtern, hohen Erbschaften, Verführung, Schwangerschaft und einem Playboy, kurz: mit allem, was den Reiz dieses blogs ausmacht:
    Schön zu wissen, daß! in alten Zeiten ! Sitte und Anstand ! ein besseres Leben ! Konvention und Moral !nach den harten Regeln ! zu meiner Jugend galt es als verbindlich ! Wie man nach dem Schlafen bettet !
    http://de.wikipedia.org/wiki/Tagebuch_einer_Verlorenen
    Am Tag ihrer Konfirmationsfeier muss Marie, genannt Thymian, die Tochter des Apothekers Robert Henning, erleben, wie die Haushälterin ihres Vaters aus ihr unbekannten Gründen aus dem Haus gejagt wird und Selbstmord begeht. In derselben Nacht wird Thymian vom Provisor Meinert, der in der Apotheke ihres Vaters arbeitet, verführt und geschwängert. Nach der Geburt des Kindes beschließt der empörte Familienrat die Unterbringung von Thymian in einer Erziehungsanstalt. Dort muss sie unter dem strengen und sadistischen Regiment des Anstaltsleiters Engelmann und seiner Frau wie in einem Gefängnis leben, arbeiten und leiden, während ihr Kind bei einer zwielichtigen Amme untergebracht ist. Thymians Vater heiratet inzwischen Meta, vormals seine Haushälterin. Gemeinsam mit ihrer Zimmergenossin Erika und unterstützt von Graf Nikolaus Osdorff, einem amüsiersüchtigen und unselbständigen Playboy, gelingt Thymian der Ausbruch aus dem Erziehungsheim.
    Sie eilt zu ihrem Kind und muss feststellen, dass es verstorben ist. Nun folgt sie ihrer Freundin Erika in ein Edelbordell, wo sie freundlich aufgenommen wird und als Prostituierte arbeitet, aber danach trachtet, diesem Ort durch ehrliche Arbeit wieder zu entkommen. Nach dem Tod von Apotheker Henning stellt sich heraus, dass dieser seiner Tochter Thymian seinen gesamten Besitz vermacht hat, Meta und ihren zwischenzeitlich geborenen Kindern jedoch nichts. Osdorff, der wegen Unfähigkeit und Verschwendungssucht inzwischen von seinem Ziehonkel verstoßen wurde, heiratet Thymian in Aussicht auf ein kleines Vermögen. Doch die Apotheke ist verschuldet. Henning hatte sich von Provisor Meinert große Geldsummen geliehen und ihm Anteile an der Apotheke als Sicherheit überschrieben. Meinert sieht sich als neuer Eigentümer, zahlt Thymian ihren Anteil von 45000 Mark aus und jagt herzlos die verwitwete Apothekersgattin Meta mit ihren Kindern aus dem Haus.
    Thymian hat Mitleid und schenkt das gesamte Geld ihren kleinen Halbgeschwistern. Als Osdorff dies erfährt, begeht er Selbstmord. Dessen Onkel, Graf Osdorff, nimmt sich reuig der verwitweten Thymian an und führt sie in adelige Kreise ein. Als verwitwete Gräfin Osdorff und als neues Mitglied eines Vereins karitativ tätiger Frauen stattet sie selbstbewusst der Erziehungsanstalt, die einst Stätte ihres Leidens war, einen Besuch ab und hält ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Verlogenheit und Heuchelei und für mehr Menschlichkeit.

  73. Nett, wenn jemand einem den...
    Nett, wenn jemand einem den Sinn des guten Benehmens so erklärt wie hier der werte Don Alphonso. Das war leider nicht immer der Fall. Mir und wahrscheinlich vielen meiner Altersgenossen wurden die guten Manieren eher so beigebracht (Zeitpunkt: 1960er und ’70er Jahre):
    .
    (a) Wenn du dich ihnen nicht unterwirfst (u.a. mit demütigenden und selbstdemütigenden Gesten gegenüber sogenannten Autoritäten), dann wirst du bestraft; Manierenerziehung fing bei körperlichen Bestrafungen wegen falschen Haltens des Löffels bei Tische an.
    (b) Gute Manieren sind ein Mittel der gesellschaftlichen Distinktion, um Leute rauszuhalten, die nicht „unserer“ gesellschaftlichen Klasse entsprechen.
    .
    Das hat mich und meine Freunde damals nur wütend gemacht, und wir haben uns dem entzogen. Es hat die guten Manieren offensichtlich für mindestens eine Generation gründlich diskreditiert. Wenn die Vertreter der guten Manieren im Beibringen derselben selbst gute Manieren gezeigt hätten, d.h. Freundlichkeit gegenüber und Respekt vor ihren Kindern, ja dann gäbe es dieselben vielleicht noch.
    Ich lebe jetzt in den USA, und in meinen Kreisen hier gibt es viele gute Manieren. Man wird z.B. als neuer Gast anderen Gästen vom Gastgeber vorgestellt! Aus Deutschland kommend, ist das zunächst ein Schock, etwa wie kaltes Wasser ins Gesicht geschüttet zu bekommen, aber dann: Wie angenehm.
    ————-
    Was Herrn Sarrazin angeht: Eine Partei ist kein Gastgeber und Herr Sarrazin ist kein Gast der Partei. Eine Partei ist eine Gruppierung der Meinungsfindung und Meinungsbildung, was wiederum eine Geselligkeit nicht (jedenfalls nicht in erster Linie) ist. Regeln guter Gastlichkeit lassen sich daher auf Parteien m.E. nicht anwenden. Wenn die SPD Sarrazin rauswirft, verarmt sie sich selbst. (Zu Sarrazins Thesen selbst will ich hier nicht Stellung nehmen.)

  74. @minna ("die haben auf dritte...
    @minna („die haben auf dritte Welt gelernt“): jetzt haben Sie mich sehr zum Lachen gebracht. Aber das könnte durchaus dahinterstecken.
    @berthold IV: der Artikel von der Wiener Zeitung gefällt mir auch besser als der von der FAZ. – Wie, die Münchner haben bei den Belgiern Nachhilfe genommen? Wann? Ich dachte, Starkbier können die schon eine Weile (das „echt ursprüngliche einheimische“ Schwachbier habe ich mal in Cham probiert, das war eine Strafe, kein Getränk). Lammsbräu kenne ich nicht (Webseite sieht appetitlich aus), nur schwäbisches Lammbräu ist mir bisher mal untergekommen, auch Abt. schwere Strafe.

  75. Wohlmöglich haben wir es in...
    Wohlmöglich haben wir es in der Causa S. und S.P.D. aber auch mit einer noch perfiederin Situation zu tun, die auf mehreren Ebenen kaskadiert, immerhin scheint mir der Gastgeber, also die Tante S.P.D. ja ein sehr lautes Ende des Gastrechts zu zelebrieren. Ich kenne dies selbst, als letztes Mittel, um eine verfahrene Bekanntschaft, die zudem im nachbarschaftlichen Umfeld für Verstimmung sorgte, für eben jene nörgelnden Nachbarn auch deutlich verständlich zu beenden (jedenfalls vorübergehend). Der Fall betraf eine meiner doch vorkommenden Punkbekanntschaften, die darauf bestand wirklich laut SexPistols zu hören und dazu ihre Springerstiefel, trotz meines nicht schallisolierten Laminats, anzubehalten. Nun – irgendwann nervte mich das, allerdings aus anderen Gründen, jedoch hatten sich auch schon Nachbarn, zu denen ich ein ansonsten gutes, gepflegtes Verhältnis hatte, bei mir beschwert. Eines Abends zelebrierte ich einen lautstarken Rauswurf, war die temporäre Bekanntschaft los, nicht aus den Gründen die ich lauthals herausbrüllte, am anderen Morgen war das Vertrauensverhältnis zu den Nachbarn wieder hergestellt, eine ältere Dame lud mich gar zum Kaffee und erkundigte sich, ob ich den nun auch geheilt sei, und das sie vollstes Verständnis für das Gepolter der letzten Nacht habe, und das sie sowiso nicht verstanden hätte, weshalb ein Mann wie ich, mit so einer usw. Jetzt ist es aber so, dass die Nachbarn sich im aktuellen Falle, also die Basis der S.P.D. , ja garnicht beschwert hatte, um im Bilde zu bleiben, hätte der lautstarke Rauswurf der Punkbekanntschaft also wohl dazu geführt, dass ich nun der Bösewicht bin, und die arme Punkerin bei der Nachbarin säße um einen Tee zu trinken, sich dabei über den cholerischen Bekannten ausheulend, ein Alptraum für jeden Taktiker der Nachbarschaftsangelegenheiten, darüber hinaus gibt es noch den „Seeheimer Kreis“, der nun sozusagen, die „PunkWG“ im eigenen Hause wäre. 1870 hin – 1800 her, es bleibt jedenfalls bei mir der Eindruck, dass der Herr S. gegenüber der S.P.D. jetzt schon taktisch klar im Vorteil ist, und das Gastrecht eben endlos provoziert hat, um nun als armer Teufel, noch die besten Stücke vom Buffet in sein neues Leben mitnimmt. Manchmal – sollte man Gäste also einfach auf der Couch sitzen lassen, bis sie ganz natürlich zu einem Einrichtungsgegenstand werden, zu einer Art Möbelstück, was hin und wieder auch ein Geräusch macht, vielleicht so etwas wie ein quitschendes Federkernsofa, setzt man sich darauf macht es kurz „quitsch“, ansonsten nimmt man es nicht weiter wahr. Gastrecht in der Politik ist jedenfalls eine taktisch-strategische Option, nichts weiter. Da scheint mir die S.P.D, tja wie üblich, mal wieder ein wenig hysterisch.

  76. Don, ich habe Ihnen einen...
    Don, ich habe Ihnen einen Vorschlag zu unterbreiten- wie wäre es wenn Sie in Zukunft Analysen und Vergleiche zur Tagespolitik unterließen und sich stattdessen lieber der langfristigen Linie widmeten? Hier sehe ich Ihre Stärken.

  77. Vorschläge? Immer! Mich daran...
    Vorschläge? Immer! Mich daran orientieren? Nie.

  78. Seit wann schreibt man...
    Seit wann schreibt man Komödie eigentlich mit zwei m? Oder machen das einfach alle dem Alphonso nach?

  79. Ich habe einige Probleme...
    Ich habe einige Probleme damit, meinen Standpunkt auszudrücken. Denn als unter 30-jähriger fühle ich mich von diesem Beitrag zutiefst beleidigt.
    1) Es gibt durchaus gesellschaftliche Konventionen des 21. Jh. Nur, weil der Autor nicht in der Lage oder nicht willens ist, diese zu erlernen, hat er nicht das Recht, in der hochnäsigen Marnier des Hochadels zu behaupten, es gäbe keine.
    2) Die aktuelle politische Oberschicht ist so um die 50-70, also genau der Generation entsprungen, die sich hier für so tugendhaft hält. Politiker unter 30 (die findet man nur in der Lokalpolitik) können sich dagegen benehmen. Einfach mal hingucken!
    3) Die derzeitige Situation Sarrazins eines missglückten Abgangs, einfach nur durch die rein metaphorische Gleichheit des Wortes, als Zeichen für den Zeitgeist zu interpretieren, ist eine völlig an den Haaren herbeigezogene Begründung, warum man gerade jetzt eine Kritik an der derzeitigen Gesellschaft üben sollte. Ein Zusammenhang besteht nicht.
    4) Bitte denken sie 30 Jahre zurück – fanden sie es nicht auch zum Kotzen, wenn die Generation vor ihnen ständig uneinsichtig „früher war alles besser“ geleiert hat? Richtig. Wir können das auch nicht mehr hören. Und: Es stimmt vermutlich eh nicht.

  80. Tja, der Thilo, der hätte...
    Tja, der Thilo, der hätte natürlich beim Abschied leise Servus sagen können, denn er war ja sowieso schon fast im Pensionsalter. Aber gerade darum, eben weil er im Grunde nichts mehr zu verlieren hatte, lag ihm daran, das Bundesbankportal mit möglichst lautem Knall hinter sich zu schließen. Dies gelang ihm besser als er vermutlich je gehofft hatte, denn dank der bodenlosen Inkompetenz aller Beteiligten konnte er sämtliche Register bis hinauf zum Bundespräsidentenpalais ziehen.

  81. "Viel wichtiger aber scheint...
    „Viel wichtiger aber scheint mir eine andere Entwicklung zu sein, die sich in Sarrazins wirklich peinlichem, nur auf Schaden und Buchumsätze ausgerichteten Beharren auf seiner Mitgliedschaft in der SPD manifestiert: Die Unfähigkeit zu verstehen, wann man nicht mehr erwünscht ist und bitte den Gestgeber in Ruhe lassen möchte.“
    Das ist gar nicht so überraschend. Der Mann ist ein Querulant, der jeden Meter verlorenen Boden bis aufs Blut verteidigt und schon mal bei einem gezwungenen Ausscheiden aus dem Vorstand der Bahn durch drei Instanzen geht. Nun ja, jetzt hat er nur noch gefühlte 35 Aufsichtsratsposten und eine magere Rente von 10.000 Euro im Monat. Der könnte einem schon leid tun. Ich werde Pfandflaschen für ihn sammeln!

  82. Werte(r) PVallet.
    Ihrem 2)...

    Werte(r) PVallet.
    Ihrem 2) kann ich nur zustimmen. Es geht tatsächlich um die 50-70-jährigen,
    die ihre liebe Not miteinander haben. Da bleibt keine Zeit sich ein paar Gedanken
    um die unter 30-jährigen zu machen. Manchmal möchte ich bezweifeln, daß es
    da überhaupt noch eine Brücke, außerhalb des persönlichen Bereiches, gibt.

  83. @ minna: Vielleicht wird...
    @ minna: Vielleicht wird andersrum ein Schuh draus: Möglicherweise gibt es nur wenige spezialisierte Ingenieurbüros, die solch ein Projekt stemmen können. Dafür gibt es unzählige abgehalfterte Kettenraucher und Hol-mir-mal-ne-Flasche-Bier-Trinker, die man denen als Büttel vorsetzen könnte. Was tut der noble Herr denn fürs Projekt? Beziehungen spielen lassen? Wer ist denn da käuflich? Oder soll er nur Streiks verhindern? Beim zehn-Jahre-nichts-tun hinsichtlich des Projekts Atommüllendlager hat er sicherlich reichlich Erfahrungen sammeln können.

  84. Nachtrag: Es geht mir nicht um...
    Nachtrag: Es geht mir nicht um die Unternehmensorganisation, sondern um die Luftikusse und Trittbrettfahrer, die für „leistungslosen Lohn“ auf irgendwelchen Gehalts- oder Beraterlisten stehen und noch nicht einmal Frühstücksdirektoren sind. Zum Bücherschreiben sind sie zu blöde oder zu faul; Memoiren können sie nicht schreiben, weil sie sich dann selbst belasten würden.

  85. Deine Metapher von Thilo und...
    Deine Metapher von Thilo und SPD ist „Gast“ und „Gastgeber“. Ist ein eingeschriebenes SPD-Mitglied ein wirklicher „Gast“ der Partei? Ich behaupte: der Vergleich hinkt auf dem rechten Huf. (Wenn ich Fräulein SPD wär, dann wär Thilo … aber das ist eine andere Geschichte.)
    Verschämte Randbemerkung: Es gibt die Komödie, aber mit einfachem m; das Doppel-m ist der Kommode vorbehalten. (Bitte. Bitte. Ich bin wahrhaftig keiner von jenen Orthografie-Deppen, die beim Tippfehler wach werden. Aber in deinem Fall, ähm …)

  86. @Pérégrinateur und...
    @Pérégrinateur und BertholdIV: die Diskussion zum Thema Transplantation und deren Ethik ist ja nun schon in einem frueheren Blog verlaufen, aber da ich zufaellig heute die unten verlinkte Seite sah, wollte ich doch noch einmal auf die internationalen Realitaeten hinweisen: die naemlich machen unsere Debatte zum Hirntod zu einer Luxusdebatte.
    .
    http://www.straitstimes.com/BreakingNews/SEAsia/Story/STIStory_580708.html

  87. @ Don Alphonso: was die...
    @ Don Alphonso: was die Formalitaeten des Abgangs, in privater Gesellschaft, angeht, so kann ich dem Regelwerk nur zustimmen. Doch scheint es durchaus auch regionale Unterschiede zu geben.
    .
    Der Kabarettist Beirkircher z.B. becshrieb den- finalen- Abgang eines Rheinlaenders so: „an denen haben sich schon Generationen von Priestern- so es in der katholischen Kirche denn Generationen gibt- die Daumen wundgeoelt“.
    .
    Was nun den Herrn S. angeht: er war bis vor kurzem an international auffaelliger Stelle beschaeftigt, da muss er mit seiner persoenlichen Meinung zurueckhalten und die Folgen akzeptieren, wenn er es nicht tut. Seine Meinung kann er, unzensiert, am Stammtisch und auch bei der Ortsvereinssitzung diskutieren. Er kann sie auch oeffentlich machen, wenn sein Hauptamt dadurch nicht Schaden nimmt- aber eben erst dann.
    .
    Insgesamt aber bin ich der Meinung, dass politische Ruecktritte oftmals nach Feigheit schmecken. In der Hinsicht lagen meine Sympathien beim Duisburger Oberbuergermeister, der nach der ungluecklichen Loveparade entschied, als Amtstraeger an der Aufklaerung der Ereignisse mitwirken zu wollen. Und so wie es aussieht, ist er ja wohl auch nicht wirklich der Hauptschuldige.

  88. ....es sollte so sein, dass...
    ….es sollte so sein, dass dem Gastgeber unter wohlerzogenen Menschen selbstverständlich das Recht eingeräumt wird, über die Dauer des Aufenthaltes des Gastes zu befinden und dezent darauf hinzuweisen, wenn sich der Besuch dem Ende nähert, was sodann den freundschaftlichen Aufbruch nach sich zieht…
    Hä?
    Na dann ist ja alles klar!

  89. Das Thema Gastfreundschaft ist...
    Das Thema Gastfreundschaft ist eines der anthropologisch interessantesten. Man könnte eine globale Sittengeschichte schreiben, wo sich alles nur um dieses Thema rankt.
    .
    Das Ergebnis wäre, das insbesondere unsere postkulturelle Bürgergesellschaft mit Gastfreundschaft nix am Hut hat. Dass der Aufstieg des Bürgertums und der Niedergang der Gastfreundschaft, im Grunde ein und dieselbe Entwicklung war. (In Norwegen, so wurde es mir erzählt, muss jeder Gast seine eigene Weinflasche mitbringen, die er beim Abendessen vorm Teller stehen hat und aus der er sich dann selber immer wieder einschenkt…).
    .
    Gastfreundschaft ist etwas, wovon feudale Magnaten oder kaukasische Clanschefs einen Begriff hatten.

  90. Abgehen - und nie wieder...
    Abgehen – und nie wieder zurückkehren, d.h. auswandern. Oder einfach in die Sommerferien gehen und erst nach 9 Jahren wieder nach Hause kommen wie ein Onkel von mir, der unterwegs in Kanada, Australien, Sudafrika usw immer wieder Arbeit fand.

  91. hostes, -is, m: Feind,...
    hostes, -is, m: Feind, Gast
    .
    Der steinerne Gast war übrigens eingeladen.

  92. Gut, dass der Punkt der...
    Gut, dass der Punkt der Verfassungsfeindlichkeit wenigstens hier einmal angesprochen und benannt wird. Man bekommt ja angesichts des betretenen Schweigens der deutschen Presse zu diesem heiklen Punkt schon fast das ungute Gefühl, zentrale Stellen des deutschen Grundgesetzes seien in Vergessenheit geraten oder nicht mehr salonfähig. Takt und Höflichkeit in allen Ehren, aber es gibt da – zumindest in meinen Kreisen – noch Grenzen, und da gilt es als mehr als unschicklich oder unhöflich, den Boden und den Geist unserer Verfassung zu verlassen, und dies nicht aus Scham vor dem Teil der deutschen Geschichte, zu dem in bewusster Abkehr Artikel wie Art. 1, 3 oder 6 des GG verfasst worden sind…
    Das Recht auf Selbstbestimmung der Fortpflanzung würde ich als elementar und zum Kernbereich der Menschenwürde durchaus zugehörig betrachten. Entsprechende Bestrafungen/Sanktionen also wären evident verfassungswidrig (z.B. Zwangsabtreibungen, Zwangssterilisation, Ein-Kind-Ehe a la China, etc.). Ebenso andere repressive Eingriffe in die Familienplanung. Der Staat darf Familie fördern und schützen, aber nicht be- oder verhindern wollen.
    Das hat Sarrazin zwar nicht vorgeschlagen. Er schlägt ja nur das Zuckerbrot der Wurfprämie für Akademikerinnen mit nachweislich hoher Intelligenz und guten Genen vor, nicht die Peitsche der Repression unerwünschter Geburten. Das hat natürlich Gründe, eben den, dass damit das Verfassungsfeindliche seiner Denke zu klar zutage träte.
    Sigmar Gabriel hat in seinem ZEIT-Artikel also schon recht. Das deckt sich nicht nur mit der Programmatik der SPD nicht mehr, es hat auch wesentliche Prinzipien des Grundgesetzes verlassen. Und damit ist es mit der Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei unvereinbar. Das ist viel schwerwiegender als nur eine unmanierliche missbräuchliche Verletzung der guten Sitten. Und es ist mehr als nur eine Störung mehr oder weniger guter Geselligkeit, wie gleichwohl derlei in der Medienöffentlichkeit zunehmend nervenzehrende schlechte Gewohnheit wird. Zeichen eines Sitten-, vor allem aber auch Werteverfalls, und das ausgerechnet unter denen, die sich auf ihre Werte so viel einbilden, dass sie diese sogar der Gesamtgesellschaft als Leitbild anempfehlen.

  93. Na, was ist das für ein...
    Na, was ist das für ein Schmarren! Bekommt Don A. Geld für die Veröffentlichung???

  94. Ich hoffe man verzeiht mir,...
    Ich hoffe man verzeiht mir, dass ich mich äußere obwohl ich noch nicht alle Kommentare durchgelesen habe.
    Sarrazin gehört natürlich aufgrund dessen, was er in seinem Buch geschrieben hat aus der SPD rausgeworden (ich sag nur „dysgenische wirkende Geburtsstruktur“ und ähnliches, und wer ein Buch über ein solch sensibles Thema schreibt sollte seine Behauptungen durch richtige Zahlen und nicht durch Schätzungen untermauern, dazu hier:
    http://initiativgruppe.wordpress.com/2010/09/12/sarrazin-zitate-2-muslime/).
    Das einzige „Gute“ was das Buch vielleicht hatte, ist dass sich jetzt andere Leute mal trauen zu sagen welch geistigen Kindes sie sind. Ich weiß jedenfalls jetzt (leider!) ganz gut, welchen meiner Kollegen ich noch freundlich gegenüber trete und bei wem ich ab jetzt immer im Hinterkopf habe, dass die betreffende Person z.B. der Meinung ist, dass Leute wie mein Mann gefälligst da zurückgehen sollen wo sie hergekommen sind weil sie hier ja nur den armen Deutschen die Arbeit klauen… oder dass die „Millionen von Asylbewerbern“ keine Lust hätten zu arbeiten und den armen Deutschen auf der Tasche liegen… diese krassen Meinungen gehen dann auch noch einher mit einer phantastischen Ignoranz der tatsächlichen Fakten (z.B. dass man als Ausländer hierzulande Aufenthalts-und Arbeitserlaubnis braucht, dass es mitnichten Millionen von Asylbewerbern gibt, dass Asylbewerber überhaupt nicht arbeiten dürfen, etc. etc.)
    Ich bin immer noch im Schockzustand. Armes Deutschland. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

  95. UNGLAUBLICH, ja!!! Ich bekomme...
    UNGLAUBLICH, ja!!! Ich bekomme Geld dafür. Und anderen gefällt es sogar. Kaum zu glauben für Sie, aber wahr.
    .
    Unellen, ich persönlich habe nicht den Eindruck, dass da viele bislang im Verborgenen gewirkt haben. Hat man denn die Kampagnen von Koch schon vergessen? Und was ist die „Leistung muss sich wieder lohnen“-Haltung der FDP denn anderes? Sarrazin hat das lediglich ein wenig konsequenter ausgeführt.

  96. (Ansonsten muss ich mich für...
    (Ansonsten muss ich mich für meine schlechte Kommentarmoral entschuldigen, aber im Moment gibt es jenseits des Blogs andere Verpflichtungen, die keinen Aufschub erlauben)
    .
    LIBERTASNUNC, ich würde das als „Verfassungsbruch light“ betrachten, aber generell geht es ja auch darum, dass der Mensch gerade nicht frei ist. Sarrazin ist klar Anhänger eines Determinismus, und hätte er damit recht, wären seine Forderunge wirklich nur logisch. Das Schlimme aber ist: Jede Gleichberechtigung hatte immer mit solchen Haltungen zu kämpfen. Oben sind immer welche, die den Unteren die Fähigkeit zur Verbesserung absprechen, weshalb man sich besser um die Oberen kümmern und die Unteren vergessen sollte. Davor war früher auch das gesamte Bürgertum betroffen.

  97. Wenn der Gastgeber für...
    Wenn der Gastgeber für niemanden zu sprechen ist, dann nennt man das einen Empfang.

  98. PVallet, Ihr Kommentar ist ein...
    PVallet, Ihr Kommentar ist ein vorzügliches Beispiel für fehlendes Benehmen. 1., 2., 3., 4., das hier ist keine Powerpoint, und ein hingeworfenes „Bäh stimmt alles nucht“ ist auch keine Argumentation. Da brauchen Sie sich nicht wundern, wenn man Ihren Stil nicht als höflich erachtet.
    .
    Adolfus, ich verstehe auch nicht gant, wie man jemandem, der alle Priviliegien dem System verdankt, seine Systemkritik abnehmen kann und soll.

  99. @Don: Koch und Rüttgers haben...
    @Don: Koch und Rüttgers haben ja glücklicherweise inzwischen eingesehen, dass sie mit ihrer Dinosaurierhaltung nicht mehr erwünscht sind. Und ich finde es ist immer noch ein Unterschied zwischen „Leistung muss sich lohnen“ und „Muslime in Deutschland fördern eine dysgenetische Geburtsstruktur“.
    Meine ganz persönliche Wahrnehmung spielt da vielleicht auch noch eine Rolle – als Koch mit seinem „Kinder statt Inder“ in den Wahlkampf gezogen ist, war ich noch Schülerin und nicht wahlberechtigt. In meinem persönlichen Umkreis fanden außerdem alle damals solches Gedankengut daneben. Sogar mein Elternhaus (obwohl eher konservativ-katholisch) habe ich stets als tolerant (und gut informiert!) erlebt; meine Eltern haben ihre ausländischen Schwiegerkinder alle drei mit offenen Armen empfangen. Wahrscheinlich bin ich jetzt deswegen so geschockt weil ich das erste Mal im realen Leben auf eigentlich ganz normale Leute treffe, die solch krasse Meinungen vertreten und die ich bisher eigentlich immer ganz nett fand :-(

  100. Haben Sie das Buch gelesen?...
    Haben Sie das Buch gelesen? Falls nein: Laut Herrn Sarrazin dürften Sie – und sicherlich 80% aller anderen „Gäste“ dann schon gar nicht anmaßen, über ihn und sein Buch zu urteilen. Beängstigend finde ich aber vor allem den Zuspruch, den diese Person – zumeist wohl von Nichtlesern – erhält.
    @Der Tiger: Ihr Artikel ist falsch.

  101. Hans Meier @ 20.9 ...
    Hans Meier @ 20.9 06.42h
    Erwähnenswert ist, dass Xenos (stranger) + doxein (to receive) „Xenodoxeion“ (hotel, a place where strangers are accommodated) ergibt. Mir scheint, dass die Menschen sowie die Umwelt heute von „Globalization“ überfordert sind.

  102. Eine Frage an die Runde:
    Wenn...

    Eine Frage an die Runde:
    Wenn ich nun dieses, bei einem Verlag des bekennenden Multi-Kulti-Fördervereins Bertelsmann Stiftung erschienene Geschreibsel eines Ex-Bundesbankvorstands nicht kaufe, gilt das dann auch als schlechtes Benehmen?
    (Mal sehen, vielleicht leihe ich es mir in einem halben Jahr in der Gemeindebibliothek aus – immerhin ist der Schinken unter großzügiger Nutzung von Steuergeldern entstanden.)
    .
    Im Übrigen gab es auch noch andere Gründe, weder Frau Merkel noch Herrn Gabriel zu wählen.

  103. Das ist zwar ein schoenes...
    Das ist zwar ein schoenes Thema, aber im Fall einer politischen Partei nicht ganz richtig. Da ist man nicht nur Gast, sondern Mitglied. Es gibt zwar neuerdings Regeln ueber Minderheitsaktionaere, auch da gehts um einen Verein, aber die sind nicht analogiefaehig.

  104. Werte(r) Mondry 5:57,
    ...ich...

    Werte(r) Mondry 5:57,
    …ich liebe nicht nur den internationalen Vergleich, ich liebe auch die
    „internationalen Realitäten“ wie sie von den Medien verbreitet werden.

  105. Schreibt einer:

    <<
    Dass der...

    Schreibt einer:
    < < Dass der Aufstieg des Bürgertums und der Niedergang der Gastfreundschaft, im Grunde ein und dieselbe Entwicklung war. >>
    Die einzigen, die noch etwas von Gastfreundschaft verstanden, waren die Taliban. In solchen Laendern ist der Gast noch heilig. Mag auch „Gehe hin in Frieden“ gelegentlich nur bis zur Dorfgrenze reichen.

  106. @PVallet: die Erfahrungen...
    @PVallet: die Erfahrungen damit, Unter-40jährige an die Macht zu lassen, sind nicht ermutigend. Es wird Sie vermutlich überraschen, weil Sie es noch nicht wissen, aber die jüngste Oberschicht in der Neuzeit (also mal von 1500 ab) waren die Nazis. In der Kaiserzeit waren die Köpfe älter, in der Weimarer Republik waren die maßgeblichen Leute älter, und in der Bonner Republik auch. Dreißigjährige an der Spitze sind gut für Eroberungen, aber nicht dafür, den Laden friedlich zusammenzuhalten. Ich bin übrigens noch keine 50, und diverse andere hier auch nicht.

  107. <<
    Determinismus
    >>

    Was ist...
    < < Determinismus >>
    Was ist denn das fuer ein Thema? Calvin faellt ein. Die Hugenotten. Schoene und Haessliche sowieso, na und? Nirgendwo gab es soviel Freiheit wie in Genf. Auch heute noch, wenn man an das Burkaverbot in Frankreich denkt. Am Genfer See entdeckt man, dass die vornehmen Frauen in Burkas mit voellig unverschleierten Kindern sehr witzig sein koennen, und merkt, dass es vor allem auf die Augen und die Haende ankommt.

  108. sehr gut heute in der...
    sehr gut heute in der FAZ:
    http://www.faz.net/s/Rub546D91F15D9A404286667CCD54ACA9BA/Doc~E4DC2AE94A2ED43A8A1FD9A6FD6533C12~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    In der katholischen Ethik soweit es so was gibt, sagte man immer, dass man sich erst sein gewissen bilden muss bevor man sich darauf beruft. Also wie in psalm 1 beschrieben über die Torah nachdenkt bei tag und bei nacht.
    Die Kanzlerin sagt: das interessiert mich nicht, ich muss mich mit einer vermeintlich bösen Meinung gar nicht auseinandersetzen, muss die Wahrheit nicht suchen.
    So hat man das oft in allen zeiten gemacht, wenn ketzer, abtrünnige verfolgen wollte
    Auch in diesem bloog wird ja hier der Abschaffung der Grundrechte gehuldigt: Der böse Sarrazin hat ja keine grundrechte mehr. ich dachte über diesen Zustand wären wir seit 33 bis 45 in Deutschland hinweg, aber wie sagt herr Schirrmacher: Wir sind baff, ich auch. Die truppe Kanzlerin, BP haben wirklich eine neue Qualität des Umgangs mit unserem Grundgesetz.

  109. Falkenherz, ihre Meinung nehme...
    Falkenherz, ihre Meinung nehme ich zur Kenntnis, aber Ihr Mangel an geistreicher Ausführung und Witz ist ein schwerer Makel.

  110. BertholdIV, oh, Sarrazin hat...
    BertholdIV, oh, Sarrazin hat jede Menge Grundrechte, wie alle anderen auch – nur heisst Grundrecht nicht „Man kann sagen, was man will, und erwarten, dass es dennoch beruflich keine Konsequenzen gibt“. Da hat Sarrazin spätestens mit der Inanspruchnahme seiner beruflichen Privilegien für sein privates Buch den Bogen überspannt. Ich finde am Fall Sarrazin eher überraschend, wiesiel man sich in so einer Position leisten und immer weiter aufsteigen kann, bis es dann doch mal richtig knallt.

  111. Don Alphonso, Sarkasmus mag...
    Don Alphonso, Sarkasmus mag nicht geistreich sein, aber er ist vor allem in Deutschland als Form des Humors etabliert. Ich ging nach Lektüre einiger Ihrer Blogs davon aus, dass auch Sie gern diesem frönen. Vielleicht hätte ich meine Meinung weglassen sollen, denn wie ich bemerke ist diese eher mißverstanden worden.
    @BertholdIV: Das Buch des Herrn Sarrazin muss man meiner Meinung nach ebenso wenig gelesen haben wie die BILD-Zeitung. Frau Merkel ist keine Literaturkritikerin und ich hoffe, dass sie anderes zu tun hat als jeden Abend 100 Seiten Schriftwerk eines Provokateurs durchzuackern.

  112. Eine kurze Zeitlang wurde von...
    Eine kurze Zeitlang wurde von der Sarrazin-freundlichen Seite der Satz .“Das wird man ja noch sagen dürfen!“ als Allzweckwaffe benutzt. Inzwischen ist es der Gegenseite vollständig gelungen, diese Waffe zu entreißen und damit auf den vorherigen Angreifer einzuprügeln.
    Es wird jetzt ein derart maßlose Häme über diesen Satz ausgegossen, dass
    diese Häme wie ein Knüppel aufs Maul wirkt, in dem Sinne von:
    “ Du hältst besser die Klappe, Dummkopf, und – noch besser – Du machst sie nicht noch einmal auf!“

  113. ...ich warte darauf, daß auch...
    …ich warte darauf, daß auch hier Kinderarbeit eingeführt wird, das ist auch eine
    internationale Realität -auch im asiatischen Kulturkreis zu finden- da muß man
    doch mithalten, wenn man nicht abgehängt werden will.

  114. BertholdIV, wie kommen Sie...
    BertholdIV, wie kommen Sie darauf, dass in diesem Blog der Abschaffung von Grundrechten gehuldigt würde?
    .
    Ich finde es schade, dass Herr Schirrmacher in seinem zweiten Artikel – wenn auch in entschärfter Form – in das gleiche Horn wie sein Herausgeberkollege bläst.

  115. @LIBERTASNUNC: es geht Ihrer...
    @LIBERTASNUNC: es geht Ihrer Meinung nach also um die Treue zur Verfassung ?
    Darüber lässt sich reden:
    bei T.S. ist der Verfassungsbruch ihre subjektive Feststellung.
    .
    Aber was machen Sie mit objektiven Verstössen gegen die Verfassung, festgestellt vom BVerfG ?Dessen Entscheidungen zeigen regelmässig, daß die Störer der Verfassung in Parlamenten sitzen.
    Was nun also, wenn für ein verfassungswidriges Gesetz gestimmt wurde ?
    Rückgabe des Abgeordnetenmandates, oder des Parteivorsitzes ?
    Machen Sie´s mal konsequent.
    .
    http://ptrace.fefe.de/petition.txt

  116. Wortlaut der Petition:

    Der...
    Wortlaut der Petition:
    Der Deutsche Bundestag möge beschließen: Abgeordnete, die dreimal für
    ein später vom Bundesverfassungsgericht als (ganz oder in Teilen)
    verfassungswidrig eingestuftes Gesetz stimmen, werden wie folgt
    sanktioniert:
    a) Verlust des Mandates, des Sitzes im Parlament und der
    Leistungsansprüche für diese,
    b) Verlust des passiven Wahlrechts für diese und die nächste
    Legislaturperiode.
    Ein so verfallener Sitz bleibt leer. Eine Neubesetzung findet in der
    laufenden Legislaturperiode nicht statt.

  117. Berthold@:Wer weiss,...
    Berthold@:Wer weiss, vielleicht müssen wir demnächst allesamt als Unbussfertige den Suprematie-Eid à la Thomas Morus (1478-1535) auf die Politische Klasse und deren Auffassungen von dem was „Sein und Nichtsein“darf, zumal auf die der Regierenden Dame, leisten? Die sich sogar rühmt nichts von Sarrazins Thesen gelesen zu haben.
    Die Arroganz mit der die Causa Sarrazin betrieben wird, ist noch nicht einmal mehr mit der Spiegelaffäre um Rudolf Augstein in den Sechzigern zu vergleichen.
    Der Rheinländer würde dazu sagen: Ja wo simma dann? Herrn Schirrmachers mutige Worte werden ein Beben ungeahnten Ausmasses annehmen. Soviel ist sicher!
    http://www.faz.net/s/Rub546D91F15D9A404286667CCD54ACA9BA/Doc~E4DC2AE94A2ED43A8A1FD9A6FD6533C12~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Don Alphonso@: Mit der Etikette des bürgerlichen Abgangs bei irgendeiner Einladung im Westviertel hat diese Angelegenheit schon lange nichts mehr zu tun. Sie wissen so gut wie jeder der hier Disputierenden, dass man inkrimierte Worte und Sätze so oder so lesen kann. Es geht schlicht und ergreifend aktuell auch um Ihre höchstpersönliche Meinungsfreiheit.

  118. "Personelle Konsequenzen gibt...
    „Personelle Konsequenzen gibt es bei vagen Hitlervergleichen, fragwürdigem Dienstwagengebrauch und Flugzeugmissbrauch – die Verfassung zu schänden ist unproblematisch.“
    .
    http://www.malte-welding.com/2010/03/02/wolfe-weiter-mit-der-beaufsichtigung-der-schafe-beauftragt-schafe-ausern-sich-zufrieden/
    .
    …Grüße an Nicander A. Indescretius von Saage …

  119. O je, die...
    O je, die Meinungsfreiheit.
    .
    Die Schreckensherrschaft der 68er, die die deutsche Öffentlichkeit im Allgemeinen und die Universität im besonderen 25 Jahre mit ihrem linksstalinistischen Terror geknutet und geknechtet haben, wäre doch niemals möglich gewesen, wenn sich die konservativen Geisteseliten nicht so konformistisch und feige hätten einfach so beiseite schubsen lassen.
    .
    „Das durfte man ja gar nicht mehr sagen!“ — das ist die weinerliche Losung derjenigen, die um 1960 in einem konservativen Mänerrudel sozialisiert haben und sich dann 10 Jahre später plötzlich vorkamen, als seien sie in der Minderheit. (In Wirklichkeit waren sie immer in der Mehrheit, aber 10 konformistische Feiglinge kommen halt gegen drei elquente Linke mit Zivilcourage nicht an.
    .
    Plötzlich erntete man für reaktionäre, sexistische und rassistische Bemerkungen kein zustimmendes Nicken mehr, sondern offenen Widerspruch. Und diesen Schock haben sie bis heute nicht verkraftet.
    .
    Dabei wäre die Vorstellung so schön: Da kommt einer und sagt, was wir alle doch schon immer gewußt haben, und alle in der Runde nicken und sagen: „So ist es, das muss ruhig gesagt werden. Obwohl, ich kenne ja auch einen Türken, der eigentlich ganz nett ist…“

  120. @DA: wah, ich habs doch gleich...
    @DA: wah, ich habs doch gleich gesagt, schickt den Mann nach Griechenland zum Haushältern, der ist unterbeschäftigt. Dann hätte er sich in andere Gegebenheiten (bis jetzt kennt er Berlin, und Frankfurt etwas) einarbeiten müssen und vielleicht wär ihm noch eine Erleuchtung gekommen. Aber so ohne alles zieht er halt Schleifen.
    @unellen: lassen Sie sich nicht von aufgebauten Strohmännern erschrecken. Das eigentliche Thema ist, wie man die Mittelschicht durchbringt.

  121. feiline2, "Das wird man ja...
    feiline2, „Das wird man ja noch sagen dürfen!“ ist eine dumme Unterstellung gegen andere, die angeblich verhindern wollen, dass man etwas sagt, ohne dass sie dazu überhaupt die Möglochkeit hatten. Es setzt die anderen a priori in die Position der Unterdrücker der Meinungsfreiheit. Und das ist etwas, von dem ich denke, dass man es sich nicht gefallen lassen braucht. Insofern wird das meines Erachtens zurecht den in der Gefolge der Debatte auftretenden Sarrassizinisten jetzt in den Mund zurückgeschoben. Niemand hat je bezweifelt, dass man darf. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nach meiner Kenntnis des antisemitischen Diskurses in Deutschlang gerade auf solche Formulierungen allergisch reagiere. Man kann auch über alles reden – aber dann erwarte ich, dass mir nicht augenblicklich die Rolle des Unterdrückers zugeschoben wird.
    .
    Ansonsten ist die Debatte fast ein wenig paradox: Eigentlich müsste ich für Sarrazin sein, denn der schleimt sich in meine Welt ein. Ich bin das, was er fördern möchte, auf Kosten der Benachteiligung anderer. Und daran sieht man eben auch den Kleinbürger in dieser Person: Wer wirklich aus meinen Kreisen stammt, hat nicht so eine hohe Meinung von den akademischen Eliten – der weiss nämlich, was es kostet und was für ein Elend das ist. Wir wissen alle, welche Eltern welche Kinder ins Abitur prügeln, und welche Kreise keine Chance haben. Wer Sarrazin mag, möchte vermutlich auch bayerische Verhältnisse an den Schulen. Und das bedeutet: Wer nicht Akademikerkind ist, wird einfach nicht Akademiker.

  122. Lieber Don Alphonso,
    die...

    Lieber Don Alphonso,
    die beschriebenen Verhaltensweisen erinnern mich doch sehr an Loriot.
    In einem anderem Milieu sind noch ganz andere Qualitäten im Umgang erforderlich, bzw. Fantasie von Vorteil, um unangenehme Situationen ab zu wenden.
    Ein Bekannter von mir war zu Gast bei einem anderem Mitglied aus dem lokalen Motorradclub. Zufälligerweise waren auch 2 Damen aus dem Club dabei bei denen ich vermute, dass sie intern recht großen Einfluß im Club haben.
    Diese Damen wollten unbedingt, dass mein Bekannter mit auf ein anderes Treffen am gleichen Tag geht und fingen an ihn zu bitten.
    Eine solche Bitte kann man nicht ablehnen ohne sich unbeliebt zu machen.
    Er wollte aber nicht mit, dies erzählte mir später, weil er mit einem anderem Freund eine Partie Schach spielen auf einem von ihm selbst ausgetüftelten Superschachbrett mit mehr Feldern und Sonderfunktionen.
    Bevor die Situation peinlich wurde, schaute er sich im Raum um und schlug dann vor, dass die Anwesenden ihm Ehrerbietung nach Art der alten Germanen erweisen sollten, sonst käme nicht mit. Also ihn auf einen Art durch das Dorf zu tragen.
    So entzog sich mein Bekannter damals dem Drängen der Damen und hatte später nicht darunter zu leiden.
    Don Alphonso, was wäre dir in so einer Situation eingefallen ?

  123. SatinDressedLady, ich wäre...
    SatinDressedLady, ich wäre ohne Gewese mitgegangen.

  124. Alfonso, Kinder werden nicht...
    Alfonso, Kinder werden nicht ins Abitur geprügelt, das ist kleinbürgerlich.
    Man spendet.
    Gott sei Dank (AMEN UND HALLELUJAH, sag i)
    gibt es Schulen in „freier“ Trägerschaft.

  125. @DA
    zum n-ten mal. es geht...

    @DA
    zum n-ten mal. es geht nicht um Sarrazin, es geht um die kanzlerin und den bp, die als hüter der verfassung seltsame diskurs und entscheidungsprozessen huldigen.
    Seien Sie mir nicht böse, wollen Sie das nicht sehen, oder warum ziehen Sie immer wie im kasperltheater das böse Krokodil Sarrazin hervor.

  126. @dominikator
    ja, sie muss es...

    @dominikator
    ja, sie muss es nicht durchlesen, aber in ihrem „Auftrag“ wurde Sarrazin abgeschossen. ich erwarte von einem Richter, dass er die Akte liest.

  127. Was mich wirklich fertigmacht...
    Was mich wirklich fertigmacht ist nicht, was er brabbelt oder schreibt (soll gespickt sein mit Fehlern und schlecht lektoriert, uiui) oder mit welcher goldenen Uhr er abgetreten wird, sondern dass Sarrazin so viel Zustimmung erntete.
    .
    Der Satz „Das wird man ja noch sagen dürfen.“ ist in der Tat eine vorgefertigte Unterstellung. In meiner Erinnerung von Leuten, die gleichzeitig unreflektiert und mehr als rechts sind.

  128. @plindos
    Danke sehr gut. ja...

    @plindos
    Danke sehr gut. ja azu kommt es. Eid auf Frau Merkel. Dann hoffen wir mal, dass wir glimpflicher als Thomas Morus davon kommen. ich frage mich auch langsam wo wir sind… Da war ja Bismark in seinem berechtigten(?) Kulturkampf ein Waisenknabe

  129. Zu PVallet: Werte(r) PVallet,...
    Zu PVallet: Werte(r) PVallet, hier möchte ich Sie gegen den werten Don doch in Schutz nehmen: Ich bin zwar über 50, aber Ihren Beitrag fand ich in Ordnung. Vor einiger Zeit nahm ich an der Abiturfeier meiner Patentochter teil, und in der Tat zeichnete sich diese durch viel mehr formale Höflichkeit aus, als irgendeine der Geselligkeiten meiner Generation. Wir Alten waren positiv oder negativ (wer weiß) verwundert. Ob dies auch „echte“ Höflichkeit war, d.h. solche, die dem Zweck diente, dem Gegenüber Wertschätzung zu äußern und Peinlichkeiten zu ersparen? Ich weiß es nicht, aber ich habe keine Gründe, dies zu bezweifeln.
    .
    Deutschland, mit seinem Senioritätsprinzip, macht es jüngeren Leuten schwer, gesellschaftlich gestaltend mitzuwirken. Das trägt sicher zu einer gewissen Einseitigkeit der Diskussion bei.

  130. Naja, fefe ist adelig, deshalb...
    Naja, fefe ist adelig, deshalb hier? Ich finde seine petition kindisch.

  131. Schlimmer als Juristen sind...
    Schlimmer als Juristen sind Leute, die sich für Juristen halten.
    Schauen Sie sich mal die anderen FAZ-Foren zum Thema T.S. an. (Kopfschütteln.)

  132. @DA "20. September 2010, 11:27...
    @DA „20. September 2010, 11:27 feiline2, „Das wird man ja noch sagen dürfen!“ ist eine dumme Unterstellung gegen andere, die angeblich verhindern wollen, dass man etwas sagt, ohne dass sie dazu überhaupt die Möglochkeit hatten. Es setzt die anderen a priori in die Position der Unterdrücker der Meinungsfreiheit. Und das ist etwas, von dem ich denke, dass man es sich nicht gefallen lassen
    braucht. Insofern wird das meines Erachtens zurecht den in der Gefolge der Debatte auftretenden Sarrassizinisten jetzt in den Mund zurückgeschoben. Niemand hat je bezweifelt, dass man darf. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nach meiner Kenntnis des antisemitischen Diskurses in Deutschlang gerade auf solche Formulierungen allergisch reagiere. Man kann auch über alles reden – aber dann erwarte ich, dass mir nicht augenblicklich die Rolle des Unterdrückers zugeschoben wird.“
    Bitte jetzt nicht wer ist am meisten anti antisemitisch. Da glaube ich, habe ich ausreichend Schlachten geschlagen.
    Werden wir schärfer: Ich fühle mich von der Kanzlerin religiös dikriminiert, wenn Sie meinem Oberhaupt BXVI unterstellt nicht ausreichend gegen Antisemitismus vorzugehen. Wie gefällt Ihnen das?

  133. BertholdIV, natürlich ist...
    BertholdIV, natürlich ist deren Rolle keine Glückliche, aber ab dem Judengen war Sarrazin so oder so nicht mehr zu halten. Zumal es ja eine längere, allgemein bekannte Vorgeschichte gibt. Sarrazin hat für seine Sager von den Kopftuchmädchen schon einen Schuss vor den Bug bekommen, und Politik ist irgendwann auch nicht mehr geduldig. Generell muss ich sagen, dass… schauen Sie, selbst mit einem Nazi habe ich weitgehend übereinstimmende Meinungen: Wir beide denken, dass Gras grün ist, dass Autos fahren sollten, dass es schön ist, wenn die Sonne lacht. Der Untschied liegt in einer relativ kleinen Anzahl von Überzeugungen, und da reicht es auch mir, diese Überzeugungen zu kennen, anstatt fragen zu müssen, ob grünes Gras nicht eine wichtige Gemeinsamkeit wäre. Und da hat es Sarrazin auch nicht an deutlichen Worten fehlen lassen. Dass er danach beurteilt wird, dürfte er gewusst und für die Auflage des Buches in Kauf genommen haben. So ist das eben in der Politik, kein Grund für Tränen.

  134. Berthold-IV
    Sie sind lustig....

    Berthold-IV
    Sie sind lustig. Maria war keine Jungfrau, aber die Bundesbank soll frei bleiben von jeglichem Einfluß?
    .
    Glauben Sie an den Weihnachtsmann?

  135. @ minna: mein Hinweis auf...
    @ minna: mein Hinweis auf „Internationale Realitaeten“ bedeutet nicht, dass ich diese gutheisse. Wie ich in frueheren Blogbeitraegen verdeutlicht hatte, moechte ich davor warnen, den Transplantatmedizinern in Deutschland moralische Zwielichtigkeit vorzuwerfen, denn weltweit gesehen haben die mit das beste Benehmen.
    .
    @ Don Alphonso: was ich da an Minna gerichtet schrieb, das kann man durchaus auch auf Herrn Sarrazin anwenden. Aus der Ferne betrachtet, und andere Stimmen im Ohr, die verwandte Thesen in sehr viel kruderer Weise fordern, wird man dem Mann etwas emotionsloser zuhoeren.
    .
    Sarrazins Buch will ich nicht kaufen, weil ich nicht will, dass er Geld an mir verdient. Deshalb werde ich es vermutlich nie lesen koennen, und somit werde ich es auch nicht ausreichend informiert kritisieren koennen.
    .
    Einige der Thesen ruehren sicher an bundesrepublikanische Tabus.
    .
    Andere aber sind, auch wenn sie in Deutschland gerne verschwiegen werden, durchaus diskussionswuerdig.
    .
    Auch hier der internationale Vergleich: traditionelle Einwanderungslaender, allen voran die USA, aber auch Kanada, Australien und sogar China setzen bei der Vergabe von Arbeits- bzw. Einwanderungsvisa die Huerde der „Nuetzlichkeit“ fuer den eigenen Staat vor.
    .
    Und diese Vorgehensweise, die ist durchaus diskutabel.
    .
    Und zur Erinnerung: ich bin mit einer Nicht- Deutschen verheiratet, und wir leben derzeit in einem Drittland. Aussieben nach Nuetzlichkeit gehoert fuer mich zum taeglichen Leben genauso wie das unangenehme Gefuehl, als Aussenseiter von vebohrten Nationalisten und Rassisten angefeindet zu werden.

  136. Die Wandlungsworte kann man...
    Die Wandlungsworte kann man verfälschen und sich dabei auf „Tradition“ berufen, aber mit dem Gesetz über die Bundesbank soll das nicht gehen?
    .
    Ist der Mammon heilig?

  137. Alles was den Herausgebern der...
    Alles was den Herausgebern der FAZ zu diesem Fall – Merkel – heute ein- und
    auffällt, läßt mich an ihrer Urteilsfähigkeit “ gestern “ zweifeln.

  138. @Minna (Kinderarbeit):...
    @Minna (Kinderarbeit): sowieso.

    Ich wäre den werten Kommentatoren verbunden, wenn sie ä, ö, ü, ß auf der Tastatur erspähen würden, ihre Beiträge vor dem Abschicken nochmal korrekturlesen würden (es gibt da manchmal Artikel, die nicht zum Substantiv passen, auch braucht man weder Leerzeichenverdoppelung noch Akzente des Grauens). Man schreibt ja für die Leser, nicht wahr? Und wenn wir beim „Sie“ bleiben könnten, fände ich das auch ganz schön. Das paßt besser zu Tee und Keksen.

  139. BertholdIV Halbmond: viele...
    BertholdIV Halbmond: viele christliche Marienfiguren stehen auf einem Halbmond ansonsten verstaubte Sitten zu zelebrieren, die man erst erklären muss. Da wäre ein einfaches bitte gehen Sie, bitte bleiben Sie wesentlich hilfreicher.

  140. Das soll ja nur ein Testlauf...
    Das soll ja nur ein Testlauf sein
    .
    @Don Alphonso: Nicht, dass ich mich darüber nicht aufrege, was dieser Sarrazin so von sich gibt, ich habe mehr als einen Beitrag gegen ihn gepostet, als Leserkommentator, und es macht mich wütend zu sehen, wie viel offene Anhänger er doch hat. Er ist eine Stilblüte, die Deutschland so gerne verdrängt hätte. Aber die 20 % harte Anhänger (und die noch mal 30 % „weiche“ Anhänger, also die Gruppe die dann weit in jene besagte Mitte reicht), scheinen das unmöglich zu machen.
    .
    Und doch ist das bestenfalls nur die halbe Wahrheit. Denn was dann noch kommt, das ist beinahe noch schlimmer. Denn das sind die Leute, die jetzt so tun, als würden sie sich hiervon distanzieren. Lautet aber doch jeder 2. Satz von ihnen: „Ja aber (das Thema hat er doch richtig erfasst!)“.
    .
    Diese Gruppe schnürt das Bündel so richtig fest und macht daraus 2/3 der Gesellschaft. Und das sind genau die, die gerne das 1/3 (bestehend aus Arme und nicht wenigen Migranten, Arbeitslosen, und die paar Linken, die all denen die Stange halten) offen unterdrücken würden. Ja, wenn da nur einer den Schneid zu hätte. Ein Sarrazin vielleicht, eine Steinbach gar? (Und ist da nicht jener Hofphilosoph, genannt Sloterdijk, vor einiger Zeit schon mal voraus geeilt, in Richtung dieser Steuerrevolution, jener „Bürgerrevolution“, diesem Aufstand der Leistungseliten, genannt auch: Spießbürger? Die, die es leid sind, für die auch noch zu bezahlen, die ihnen den ganzen Reichtum erst möglich gemacht haben. Durch ihre wohlfeile Arbeit, auf Kosten ihrer Armut, ihrer prekären Lage.
    Es sind Diktaturgelüste, die ich da spüre, sehr deutliche.
    .
    Und dass ein Sarrazin nicht sofort wegen Volksverhetzung angeklagt wird, und das wäre die einzig angemessene Reaktion auf dieses Machwerk, und der einzig anständige Umgang mit ihm und seinem Thema, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Herrschenden mit dieser Option spielen.
    Sie testen die Massen, lassen sie einstweilen mal heiß laufen. Aber man distanziert sich, denn das soll ja nur ein Testlauf sein.

  141. Zur "Nützlichkeit" von...
    Zur „Nützlichkeit“ von Einwanderern: Als man damals dringend Arbeitskräfte brauchte und Gastarbeiter nach Deutschland eingeladen hat, WAREN die, die hergekommen sind auch nützlich.
    Und auch heute muss man seine „Nützlichkeit“ beweisen, wenn man als Nicht-EU-Ausländer nach Deutschland kommt! Aufenthaltserlaubnisse werden nur auf 6 Monate begrenzt ausgestellt und eine unbefristete Niederlassungserlaubnis gibts nur unter folgenden Bedingungen:
    1. der fünfjährige Besitz einer Aufenthaltserlaubnis
    2. die Sicherung des Lebensunterhalts
    3. der Nachweis von mindestens 60 Monaten Pflichtbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung
    4. die grundsätzliche Straffreiheit
    5. die Erlaubnis zur Beschäftigung als Arbeitnehmer
    6. der Besitz der Kenntnis zur Ausübung der Erwerbstätigkeit
    7. ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache
    8. Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland
    9. ausreichender Wohnraum.
    Selbst EU-Bürger dürfen im Rahmen der Freizügigkeit nur dauerhaft in Deutschland bleiben wenn Sie nachweisen können, dass sie über ausreichende Existenzmittel und eine Krankenversicherung verfügen.
    Ich frage mich ständig woher die Mär von den Einwanderen kommt, die angeblich jährlich in Scharen hier einfällt um dem armen, hart arbeitenden Deutschen auf der Tasche zu liegen…

  142. BertholdIV@: Die Dame hat...
    BertholdIV@: Die Dame hat einfach keinen Stil, mag sein dass man in Ihrer Jugendzeit mit dissidenten Meinungen so umgegangen ist. Funktioniert der (Rechts)-Beraterstab nicht oder kuscht er? Verblüffend war für mich auch, wie sie einem, immerhin im formal-staatsrechtlichen Sinne, Souverän wie dem Papst, meinte nassforsch die Leviten zu lesen. Aber das ist eher ein Nebenstrang in Bezug auf die Aktualität.
    Vroni@: Wenn, dann sollten Sie´s begründen warum Herr S. brabbelt. Herr Broder meinte immerhin dazu, diese, des Herrn S. Argumente seien bedenkenswert. Ansonsten llägen Sie dann leider auf der Linie von Frau Dr. A. Merkel.
    http://www.hna.de/nachrichten/politik/politik-lokal/interview-spiegel-autor-broder-sarrazin-spricht-aus-andere-ahnen-897011.html

  143. @Mondry: Auf dieser Linie sehe...
    @Mondry: Auf dieser Linie sehe ich die Sache auch. Der Politik in D graust es halt vor Generaldebatten – und in D artet es ja immer gleich in System- und Generaldebatten aus -, weil die nur für miese Stimmung sorgen können. Drum wird der Notaus betätigt. Es ist doch so, daß die Politik nur einen begrenzten Steuerungseinfluß hat, und gleichzeitig so viel steuern soll, daß sie auf ihren Baustellen (derzeit: europäisches Finanzregime, Konkurrenz bisher einzelstaatlicher Aufgaben wie Energie und Fernverkehr, Umgang mit der Deindustrialisierung, Vereinheitlichung und Strukturierung der EU-Außenbeziehungen) kaum hinterherkommt.

  144. Nicht schlecht, Don. Es...
    Nicht schlecht, Don. Es stimmt, außer Kinderlosigkeit als Reizthema geht auch Knigge immer.

  145. silvia, nun, man könnte sehr...
    silvia, nun, man könnte sehr viel vereinfachen und auch mit Wegwerfgeschirr decken, aber genau das ist ja nicht gewollt, weil es jeder kann. Es geht ja genau darum zu zeigen, dass man es beherrscht.
    .
    Plindos, Herr Broder ist angesichts seiner Entwicklung in den letzten Jahren ohnehin etwas, das man als Extremmeinung wahrnehmen muss. Um es noch höflich zu formulieren. Siehe seine Fans bei den rechtsextremen Seiten des Netzes, wo er als Alibijude hergenommen wird, ohne dass es ihn offensichtlich stören würde.

  146. @BertholdIV
    Es wird keinen Eid...

    @BertholdIV
    Es wird keinen Eid auf Frau Merkel geben müssen. Die moderne Zensur arbeitet ohne Zensor. Man weiß, was man sagen darf und was nicht. Das reicht. Es gibt eine parteienübergreifenden Aufsichtsrat, der die Sprachregelungen überwacht und Verstöße abstraft. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Nur die Linkspartei hat ein Reservat zugewiesen bekommen. Sie darf sagen, was sie will, man könnte sie vielleicht noch brauchen. Was Herrn Sarrazin in meinen Augen
    unglaubwürdig macht, ist die Tatsache, dass er jahrzehntelang zu denjenigen gehörte, die den jetzt von ihm beklagten Zustand als Verantwortliche geschaffen haben. Kurz vor der Rente kommen nun weise Ratschläge.

  147. @Falkenherz
    Das ist eine...

    @Falkenherz
    Das ist eine hochinteressante Beobachtung: entweder sind meine ERinnerungen falsch, weil sie aus weiblicher Sicht geschrieben sind, oder der Name “Der Tiger”.
    .
    Hier ist die Erklärung dazu (im englischen Originaltext aus meinem nur für enge Freunde privat gedrucktem Buch: Stories from the e-salon):
    “First of all there is Tiger. Tiger can do whatever he wants; no education has ever managed to tame him. Any rumour that Tiger is my daughter Katrin’s stuffed animal (Steifftier) has to be considered wrong.
    Tiger’s alter ego is Madame. Madame is the person my education wanted me to become: an elegant, well educated lady, involved in local politics or sitting in her Biedermeier salon, reading a lot and making her husband make lots of money. Obviously, Tiger cannot be Madame’s husband, because he is incredibly lazy and not interested in making money.”

  148. Don Alphonso@: Lassen wir´s...
    Don Alphonso@: Lassen wir´s halt gut sein, lehnen wir uns wieder in die bequeme Altlage zurück. Das ist fast so eine Art Nominalismusstreit in dem wir rumeiern: Der ist ein Neonazi, jener(e) ein Reaktionär(in), der ist ein Alibijude usw. Die Guten ins Töpfchen die Schlechten ins Kröpfchen. Oder vice versa. Um es kurz zu machen, ich bin weder ein Fan von Diesem noch von Jenem, mir geht es lediglich um die klare Haltung, auch der Regierenden, zum Artikel 5 GG. Basta;-)

  149. Der Tiger@: Die "Babies"...
    Der Tiger@: Die „Babies“ wohlauf und munter? Würde Ihnen ja gern einen Handkuss zukommen lassen, aber die Krallen….because…

  150. Es hat eine ganze Zeit...
    Es hat eine ganze Zeit gedauert alle Beiträge zu lesen, es hat sich gelohnt. Eine Menge Aspekte und viel wahres oder zumindest mögliches.
    Ich hätte da auch noch einen Aspekt :
    Wir befinden uns in einer Art Zeitenwende. So wie der Kosmos des Normalbürgers früher sein Dorf, dann seine Stadt und am Ende seine Region war, so lächeln wir heute über dieses provinzielle Gehabe.
    Die Definition Herkunft, Abstammung und Geisteshaltung haben wir weitgehend ausgetauscht gegen Bildung, Besitz und soziale Verbindungen.
    Die ganze Diskussion erinnert mich stark an meine Wallenstein Biographie nach Golo Mann verfilmt vom ZDF. Eine Art beharren auf dem was man hat, um den möglichen Fall in ein Loch des ungewissen zu verhindern.
    Die Überwindung der Kirchenbindung hat uns nicht weniger als 250 Jahre Stillstand in der Entwicklung, Krieg und Elend und am Ende nur Verlierer gebracht.
    Die Welt wird nicht wieder 250 Jahre „warten“ bis Europa von sich selbst meint, jetzt so weit zu sein. Die Karawane zieht weiter……..
    Es bleibt die Frage der geistigen/geistlichen/intellektuellen Inhalte, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
    Es ist (nach meiner Meinung) hochgefährlich ganze Meinungsgruppen ausblenden zu wollen. Diese Fragmente haben damit quasi einen „Bestandsschutz“, weil dem Inhalt ja nie widersprochen wird. Abgrenzung tut nicht Not, es muss Offenheit auch gegenüber Extremen möglich sein.
    Extreme Argumente zu widerlegen ist schliesslich das Salz der Suppe oder?

  151. @colorcraze, die Sache ist...
    @colorcraze, die Sache ist ganz einfach: unter Freunden kann der Besuch bis zum Sonnenaufgang dauern. Tut er das nicht, ist irgendetwas falsch gelaufen.
    .
    Alle anderen Besuche enden sowieso von selbst: es war langweilig, man war gezwungen artig, man umging strittige Themen-und war am Ende froh, wenn jeman die Tafel fuer aufgehoben erklaerte. Nur, man steht mit den anderen in der Haustuer, und fragt „Geh’n wir noch iregendwo hin?“.
    .
    Das Beste ist, man trifft sich mit solchen Leuten im Restaurant. Da sagt das Dessert, wann Schluss ist.

  152. Holly01, ich bin durchaus der...
    Holly01, ich bin durchaus der Meinung, dass man Karawanen gerne ein wenig ziehen lassen kann – wenn von vorne Schreie und Röchler kommen, kann man noch einen Tee nehmen und etwas abwarten. Die Finanzkrise und die Raiffeisenbanken sind ein nettes Beispiel für diese Haltung, und sie ist gar nicht so dumm.

  153. @unellen
    Wo die Mär herkommt?...

    @unellen
    Wo die Mär herkommt? Ganz einfach. Im Grunde seines Herzens ist jeder davon zutiefst überzeugt, dass es den anderen viel zu gut geht und ihm selber viel zu schlecht. Das ist ja schon zwischen leiblichen Geschwistern häufig der Fall. Wie sollten sich da Stiefkinder gegenseitig mögen?

  154. @ DA : Taktisch klug...
    @ DA : Taktisch klug vorzugehen bedeutet nicht immer Angriff = beste Verteidigung.
    Also in so weit, stimme ich Ihnen gerne zu.

  155. Nachtrag : Wenn ich hier 2 Mal...
    Nachtrag : Wenn ich hier 2 Mal behaupten kann, das deutsche Grundgesetz sei nur eine Erweiterung des Besatzungsstatutes aus ´45 ohne dass darüber gelacht wird oder zumindest ein Widerspruch erfolgt, dann ist mehr im Argen, als nur ein S..

  156. In der älteren chinesischen...
    In der älteren chinesischen Literatur gibt es noch die Redewendung „Tee reichen und den Gast hinausbegleiten“. Das heißt, wenn man nach Meinung des Gastgebers genug geplaudert hat, wird dieser erneut heißes Wasser nachgießen, selbst wenn die Tasse noch fast voll ist (die Teeblätter befinden sich bekanntlich in der Tasse). Der Gast wird dann rasch einen Schluck nehmen und sich bald verabschieden. In der Praxis habe ich das noch in den Neunzigerjahren erlebt (und natürlich zuerst nicht kapiert – bis mein Professor dann seeehr ausgiebig zu gähnen begann).

  157. @Der Tiger: Ihre Erinnerung...
    @Der Tiger: Ihre Erinnerung kann ich gut nachvollziehen, da ich sowohl Tübingen kenne als auch in dieser Kulisse den Geist der 69er Zeit mir gut vorstellen kann; in beide von Ihnen geschilderten Richtungen. Verzeihen Sie mir die sarkastisch-flapsige Art der Herausstellung arg einseitig emanzipatorischer Züge ihrer Artikel: Sie haben durch ihren Bericht im zweiten Artikel beide Extreme in Tübingen erfolgreich beleuchtet und eine gewisse Objektivität dadurch wieder hergestellt. Beide Male haben Sie lediglich Ihre Opfer moralisch an die Wand genagelt. Das Gleiche könnte mit etwas Glück übrigens auch heute noch in Tübingen vorkommen.
    @unellen: Genau das fragt sich meine Frau, die eben mit diesen Voraussetzungen zu kämpfen hat, auch. Und durch sie frage ich mich immer wieder; woher kommt diese Diskrepanz zum Tatsächlichen oder zum tatsächlich Gefühlten? Die Gelegenheit wäre da, die Debatte mit anderen Gästen, die sich besser aufzuführen wissen, fortzuführen.
    Um bei der Allegorie des Blogs zu bleiben: Jeder Gastgeber wird Gäste, die Benimm und das Verabschieden zur rechten Zeit nicht beherrschen, loswerden wollen. Leider war ja die Bundesbank nicht Gastgeber, sondern Küchengehilfe. Eingeladen haben ihn andere, und die haben schnell gemerkt das das mit dem Ausladen nicht ganz so einfach ist. Man sollte vielleicht bei den Bayern abgucken: Man hört, dass dort unliebsame Gäste – mit peinlichen Dokumentationen eigener Fehltritte konfrontiert – ganz von selber gegangen werden. Sowas beherrscht aber die SPD offenbar nicht, wie schade…

  158. @Holly01: naja, wenn ich mir...
    @Holly01: naja, wenn ich mir die Abgänge für Fortgeschrittene so ansehe (Lörrach, aktuell), wage ich mal die Vermutung, das wir in Europa zum Schluß dann evt. so eine Art preußische Feuerverordnung kriegen (d.h. als einzige Bauvorschrift war während der Gründerzeit vorgeschrieben, daß die Feuerspritze in den Hof passen mußte, alles andere war egal), und das wars dann, alles andere wird entkoppelt.

  159. Holly01, wo und wann haben Sie...
    Holly01, wo und wann haben Sie das denn geschrieben? Grübel, grübel…

  160. @Holly01 (20.09.2010,...
    @Holly01 (20.09.2010, 13:34)
    Ich habe diese Behauptungen wohl überlesen. Aber Sie, wir, hier am Ende der Nahrungskette, dürfen auch alles behaupten. Nur wer im System mitmischen will, sollte genau überlegen, was er sagt. Vor allem die Sozial DEMOKRATISCHE Partei Deutschlands ist da nicht wählerisch. Das Exempel mit Herrn Clement hat nicht gereicht. Jetzt muss Herr Sarrazin dran glauben. Jeder kann seine Meinung frei äußern. Er muss nur bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Wann die Konsequenzen eintreten, entscheidet der Aufsichtsrat über die veröffentlichte Meinung. Gnade kennt dieses Organ nicht. Unter der völligen Degradierung zur persona non grata macht man es nicht. Anstatt zu sagen, Genosse Thilo, du spinnst und hast in folgenden Punkten unrecht, wird er geteert und gefedert aus dem Dorf gejagt. Auch die sonst so feinen Antennen des Herrn Gabriel für die Meinung des Volkes werden in diesem Fall nicht ausgefahren. Herr Gabriel fordert neuerdings gerne Volksentscheide. Soll er doch mal einen Mitgliederentscheid zu Sarrazin veranstalten. Aber das Volk soll ja nur gefragt werden, wenn man sich sicher ist, das einem die Antwort auch in den Kram passt.

  161. Noch einmal für alle, die...
    Noch einmal für alle, die Gabriels Motive für einen Rausschmiss des Schnauzbarts aus der alten Tante SPD nicht verstehen (wollen):
    http://www.zeit.de/2010/38/SPD-Sigmar-Gabriel
    Ich find’s ausgesprochen lesenswert.

  162. Mal eine andere Frage: Hat es...
    Mal eine andere Frage: Hat es solche Aktionen wie die von Clement oder Sarrazin auch schon früher gegeben? Ich erinnere mich nicht, was aber nichts heißen soll. Oder ist diese neue Art des Abgangs von der politischen Bühne eine Folge des ewigen Kreidefressens und Kuschens unter die Parteidisziplin? Am Ende der Karriere muss der Frust aus Gründen der Selbstreinigung dann doch noch raus.
    Die Reaktion der Alpha-Tiere gilt auch weniger den Tätern als dem Publikum. Die öffentliche Hinrichtung als Akt der Generalprävention ist ein bewährtes Mittel der Machterhaltung. Deshalb wird der Delinquent nicht nur auf der Sachebene angeklagt, sondern auch als menschlich verdorben hingestellt und persönlich diskreditiert. Am Liebsten würde man Sarrazin auch wirtschaftlich vernichten, aber leider geht das nicht so einfach.

  163. Die Parteien nehmen...
    Die Parteien nehmen verfassungsgemäß an der politischen Willensbildung in diesem Land teil. Schließt die SPD nun Sarrazin aus und ist er nicht in der Lage, Mitglied einer Partei zu werden, welche die 5-Prozent-Hürde erreicht, so ist er faktisch um das Wahlrecht (Kandidat werden und Kandidaten bestimmen) und einem Teil der gesellschaftlichen Teilhabe in diesem Land beraubt. Fresserei vom Käseigel und Binnenpluralismus von Parteien sind nicht das Gleiche.

  164. @HansMeier555
    "Sie sind...

    @HansMeier555
    „Sie sind lustig. Maria war keine Jungfrau, aber die Bundesbank soll frei bleiben von jeglichem Einfluß?“
    Glauben Sie an den Weihnachtsmann?“
    Für mich ist die Jungfrauschaft eine theologische Aussage. Aber d.h. dann auch, dass Jakobus kein Bruder von Jesus war. Da müssen Sie aber dem NT massivst gewalt antun. Viel Spaß damit….
    ansonsten: auch an Sie: mir ist die Bundesbank relativ wurscht. Mir gefällt nicht, dass die Kanzlerin mit dem GG so umgeht. Aber anscheinend gefällt Ihnen das auch inclusive der papstschelte.
    BTW: jetzt fehlt nur noch, dass sie Sarkozy des Antisemitismus beschuldigt, nach dem Motto, ich werde doch noch einem Juden sagen dürfen, wenn er antisemitisch oder rassistisch ist?
    http://www.faz.net/s/Rub99C3EECA60D84C08AD6B3E60C4EA807F/Doc~E854126161545480FB676029BB59BF55A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  165. @silvia. halbmond: ja stimmt,...
    @silvia. halbmond: ja stimmt, auch in der wallfahrtskirche im nachbarort. ich dachte, dass das irgendwann aufhört. die türkenkriege sind ja vorbei.

  166. Mein Gott, Paulchen Panther!...
    Mein Gott, Paulchen Panther! Ich gestehe es freimütig: Ich kenne das Zitat aus dem Fernsehen. Siebziger Jahre, ZDF, glaube ich. Und natürlich die Blake Edwards Filme, dort hatte die Figur ihren Ursprung. Den „Wir-haben-noch-nie-ferngesehen-das-ist-nur-was-für-die-Unterschicht“-Bildungshuberern möchte ich gleich entgegnen: Non, je ne regrette rien. Der Don musste es vermutlich googlen, ich habe es gesehen und gemocht.
    Trotz dieses Trash-Hintergrundes kann ich verstehen, dass man einem Provokateur wie Sarrazin nicht vorgestellt werden möchte und sich wünscht, dass er – sollte er sich doch in die Abendgesellschaft verirrt haben – den Anstand besitzt, selbst zu erkennen, wann es besser ist, zu gehen (z.B. „Hoppla, ich muss ja noch meinen Dienstwagen zurückgeben“). Die alte Tante SPD wäre sicherlich froh, wenn Sarrazin auf diese Weise allen Seiten weitere Peinlichkeiten ersparen würde.
    Seinen Austritt aus der Bundesbank habe ich begrüßt, denn dort steht die (wie nennt man das? ach ja) corporate identity über der persönlichen Meinungsfreiheit. Das Parteiausschlussverfahren halte ich dennoch für falsch, nicht nur, weil die im Beitrag zitierten gesellschaftlichen Konventionen im Falle einer Partei nun einmal nicht greifen. Es wurde ja mehrfach zu Recht darauf hingewiesen, dass es dort weder Gastgeber noch Gäste gibt. Parteien bestehen aus Mitgliedern unterschiedlicher Meinungen, das gehört zu ihrem Wesen. Ich könnte den Ausschluss noch nachvollziehen, wenn er in der Partei keinen nennenswerten Zuspruch erhielte. Doch dem ist offenkundig keineswegs so. Ich finde, das verlangt nach einer inhaltlichen Diskussion innerhalb der SPD über Sarrazins Buch, bei der sich die Partei mit den Ängsten und Sorgen ihrer eigenen Mitglieder auseinandersetzt. Die SPD war doch immer so stolz auf ihre Bildungstradition, wieso reagiert die SPD-Spitze nun per Ukas anstatt mit ihrer Basis darüber zu diskutieren, was an diesem Buch alles falsch ist? Da fänden sich dorch genug Argumente. Haben die mal wieder Angst vor ihrer eigenen Partei?

  167. @DA @Plindos
    "Plindos20....

    @DA @Plindos
    „Plindos20. September 2010, 13:03 Don Alphonso@: Lassen wir´s halt gut sein, lehnen wir uns wieder in die bequeme Altlage zurück. Das ist fast so eine Art Nominalismusstreit in dem wir rumeiern: Der ist ein Neonazi, jener(e) ein Reaktionär(in), der ist ein Alibijude usw. Die Guten ins Töpfchen die Schlechten ins Kröpfchen. Oder vice versa. Um es kurz zu machen, ich bin weder ein Fan von Diesem noch von Jenem, mir geht es lediglich um die klare Haltung, auch der Regierenden, zum Artikel 5 GG. Basta;-)“
    Das ist der Kern um, den es geht. Also zurücklehnen und von der Seitenlinie aus zusehen und ein paar Kekse essen . T.S. wird nicht der letzte sein, neue Themen stehen bereit.
    @plindos: Nominalismussstreit immer ein Superthema

  168. @DA
    "Die Finanzkrise und die...

    @DA
    „Die Finanzkrise und die Raiffeisenbanken sind ein nettes Beispiel für diese Haltung, und sie ist gar nicht so dumm.“
    Die Raiffeisenbanken sind also gut durch die Krise gekommen? mit Verlaub, wie schwarz ist das denn?

  169. Also, meiner Raiba geht es...
    Also, meiner Raiba geht es bestens – nur während der Krise hatten sie so viel Geld, dass sie nicht wussten, wohin damit.
    .
    In meiner Jugend gab es noch 3 Programme, und Paulchen Panther kenne ich niatürlich. Wäre TV nur hochwertiger Inhalt wie alte Bugs-Bunny- und Roadrunner-Videos, hätte ich nichts dagegen.

  170. @heringh
    Papperlapapp! Herr...

    @heringh
    Papperlapapp! Herr Sarrazin darf auch noch wählen (aktives Wahlrecht), wenn er aus einer Partei ausgeschlossen worden sein sollte. Und wo steht geschrieben, dass eine Partei Jeden aufnehmen oder behalten muss, damit er Kandidat werden kann (passives Wahlrecht)?
    Ihr Kommentar betreibt die übliche Stilisierung Sarrazins zum Opfer, entbehrt aber jeglicher Grundlage.

  171. Jetzt regen sich alle auf,...
    Jetzt regen sich alle auf, dass das Buch nicht gelesen wurde.
    .
    Meine Güte, liebe Kinder, willkommen in der Politik.

  172. BertholdIV,
    ...ist das die...

    BertholdIV,
    …ist das die Retourkutsche Sarkozys auf die Emser Depesche?

  173. @bertholdIV: Sind Sie sicher,...
    @bertholdIV: Sind Sie sicher, daß die Maria auf der Mondsichel etwas mit Türken oder Islam zu tun haben sollte? Ich kannte das bisher als Integration der althergebrachten Vorstellungen von Mondgöttin. Also auf viel Älteres zurückgreifend.
    @krusty20: Ist halt ein lieber Kerl, der Gabriel, aber das Interview mit Steinbrück http://www.zeit.de/2010/38/Interview-Peer-Steinbrueck fand ich interessanter und den Lebenslauf eines 38jährigen Deutschtürken informativer http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2010-09/integration-sirmasac – im Kontrast zu dem, was mir eine gleichaltrige deutschtürkische Schulfreundin (sie ging wieder in die Türkei zurück, weil sie dort Lehrerin werden wollte) erzählt hatte. Sie hatte nämlich eine Vorschule mit intensivem Deutschunterricht absolvieren müssen, bevor sie regulär eingeschult wurde. Sie sprach hervorragend Hochdeutsch und gewann seinerzeit einen Schulvorlesewettbewerb mit einem deutlichen 1. Platz.

  174. @bertholdIV 20. September...
    @bertholdIV 20. September 2010, 14:48
    „@silvia. halbmond: ja stimmt, auch in der wallfahrtskirche im nachbarort. ich dachte, dass das irgendwann aufhört. die türkenkriege sind ja vorbei.“
    Die „Mondsichelmadonna“ hat mit den Türkenkriegen so viel zu tun wie das Wiener Würstchen mit Wien. „Das“ wird schon aus diesem Grund nie aufhören können. Ein gepflegtes Vorurteil verschafft zwar ein gutes Gefühl, aber Gefühle trügen eben manchmal.
    Maria trampelt nicht auf dem türkischen Halbmond rum. Die Darstellung der Madonna auf der Mondsicherl geht auf eine Textstelle in der Offenbarung Offenbarung des Johannes (12,1) zurück:
    „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“ Sie ist auch als „regina coeli“, apokalypthische Madonna oder Madonna im Strahlenkranz bekannt. Dieses Sinnbild ist also viel älter als die Türkenkriege, während und nach denen in diese Darstellung auch der Sieg des christlichen Abendlandes über das osmanische Reich hineingedeutet wurde.

  175. @Don Alphonso20. September...
    @Don Alphonso20. September 2010, 14:59 Also, meiner Raiba geht es bestens – nur während der Krise hatten sie so viel Geld, dass sie nicht wussten, wohin damit.
    Dann hoffen wir, dass das so bleibt. Aber am Land bei der Nähe BBV-CSU-Raiba gehen schon noch Gewinne mit Ländereien, solange man die lehrstehenden Häuser nicht doch noch mal abschreiben muss….
    Und wenn gar nicht’s mehr geht gibt es eine Flurbereinigung oder wie nennt sich das jetzt in Bayern?
    Ansonsten ceterum censeo: gehen Sie zu einer anderen Bank, sofern sie nicht extrem reich sind, sagen wir ab 50 Mio EUR

  176. @Don Alphonso, 20. September...
    @Don Alphonso, 20. September 2010, 14:59
    Dass es den Raibas so gut geht liegt auch daran, das viele ihren „Raiba-ch“ mit satten Dispozinsen machen, wie die Stiftung Warentest erst kürzlich wieder feststellen mußte.

  177. BertholdIV/Plindos, "...eine...
    BertholdIV/Plindos, „…eine klare Haltung, auch der Regierenden, zum Art. 5 GG…“
    Ein Widerspruch in sich. Art. 5 GG gilt, unabhängig von welchen „klaren Haltungen“ auch immer. Das ist ja gerade der Witz.
    Wer sich in seinen Grundrechten beschnitten fühlt, möge den Rechtsweg beschreiten.

  178. lieber BertholdIV,
    wie Silvia...

    lieber BertholdIV,
    wie Silvia schon gesagt hat, ist die Madonna auf der Mondsichel schon lange vor den Türkenkriegen Teil der christlichen Ikonographie. Auf dem (sehr dekorativen) Bild in diesem Blog ist es aber keine Madonna, sondern eine breitschultrig männliche Figur (Christus?) und die Breite der Mondsichel soll, so vermute ich, die Breite des oberen Teiles wiederholen und so die Figur schließen.
    lieber T.I.M.,
    früher ging man nicht fürs Darnach in die Politik, aber heute durchaus. Vor allem weiß man ja nicht wie lange man in exponierter Position verbleiben kann, aber ein lukratives Darnach ist sicher.
    liebe colorcraze,
    ja, die Erben habe ich schon mal rausgenommen (es gab kaum einen, der die Firma der Eltern erweitert hätte, es gab management buyouts, Erben die die Eltern zum Verkauf drängten und als Privatiers tischlernd und gärtnernd und segelnd das Erbe aufzehren). Es gibt allerdings ein soziales Erbe, das Karrieren sehr erleichterte: Milieu -und Parteizugehörigkeit. Wenn die Familie nix für die Karriere der Kinder tun kann, dann kanns vielleicht die Partei/Interessensvertretung/Studentenverbindung. Bei Leuten die Karrieren im zum elterlichen entgegengesetzten Milieu anstrebten war allerdings immer eine überdeutliche Distanzierung (am besten ein publizistischer Elternmord) vonnöten. Diese erweiterte (oder neugewonnene) „Familie“ hat aber ohne die vorher beschriebenen push-Qualitäten nur zu studienangemessenen sicheren Jobs, zu nicht mehr, geführt. Zu mehr brachte es (nur als Beispiel) eine junge Dame, die bei einer Studienfreundin gratis wohnte und ihr einfach die Vitamintab
    letten wegaß, weil „ich brauch sie nötiger als du“.

  179. Elbseglder, ich habe Geld bei...
    Elbseglder, ich habe Geld bei der Raiba, keine Schulden.

  180. minna, 20. September 2010,...
    minna, 20. September 2010, 15:17
    Die Retourkutsche hat nicht so lange auf sich warten lassen, sondern traf bereits am 19.07.1870 in Preußen ein.

  181. @Don Alphonso 20.09.2010...
    @Don Alphonso 20.09.2010 15:59
    Das ist schön für Sie, schlecht für die Raiba und ändert an der Tatsache nichts, das Raibas, Volksbanken und Sparkassen ihre starke Position im ländlichen Raum ausnutzen, um Kunden mit satten Dispozinsen abzufetten.

  182. Foersterliesel20. September...
    Foersterliesel20. September 2010, 15:53
    lieber BertholdIV, wie Silvia schon gesagt hat, ist die Madonna auf der Mondsichel schon lange vor den Türkenkriegen Teil der christlichen Ikonographie. Auf dem (sehr dekorativen) Bild in diesem Blog ist es aber keine Madonna, sondern eine breitschultrig männliche Figur (Christus?) und die Breite der Mondsichel soll, so vermute ich, die Breite des oberen Teiles wiederholen und so die Figur schließen
    Danke
    Mein Gedanke war eher bei mondsicheln, die wirklich als Türkengesicht gestaltet sind, so wie in unserer Wallfahrtskirche, ansonsten haben Sie natürlich Recht

  183. Na, da gratulieren wir aber...
    Na, da gratulieren wir aber herzlich!

  184. Ich bin kein Kunsthistoriker,...
    Ich bin kein Kunsthistoriker, daher stelle ich eine dumme Frage: Ist es wirklich sicher, dass die Figur auf einer Mondsichel steht? Könnte es nicht auch ein stilisiertes Boot sein? Petrus, Himmelspforte und so?

  185. elbsegler 16:04,
    Es ist doch...

    elbsegler 16:04,
    Es ist doch sehr schwer sich neue Plots auszudenken, wenn es damals sogut
    geklappt hat, kann man es doch auch mal probieren; man kennt sich doch.

  186. muscat@:..und nu? Wer soll...
    muscat@:..und nu? Wer soll denn den anempfohlenen Weg beschreiten?

  187. lieber Berthold IV,
    wie Sie ja...

    lieber Berthold IV,
    wie Sie ja wissen, werden im Wiener Wahlkampf die Allianzen der Türkenkriege nachgestellt und heute fand ich beim Spazierengehen mit dem Hund eine Kapelle und ein Denkmal (ca.1990) der Rumänen (vlachi) in der hübschen Gemeindebau-Gartensiedlung (Arnsburggasse) nahe der Gloriette . Ähnliches (Kosaken, Ukraine) gibts aber auch im Türkenschanzpark.
    http://www.wno.org/newpages/lch59.html

  188. Zum "Boot": Statt Petrus ginge...
    Zum „Boot“: Statt Petrus ginge natürlich auch Jesus; er soll ja mal vom einem Boot aus gesprochen haben, falls ich das noch richtig erinnere.

  189. Ich kann mir nicht vorstellen,...
    Ich kann mir nicht vorstellen, daß die deutschen Masseneinwanderungspläne bei
    unseren westlichen und nördlichen Nachbarn gut aufgenommen werden.
    Es ist schließlich eine Einwanderung in die EU.
    Die haben das demografische
    Problem z.Z. nicht und werden sich für noch mehr Ärger bedanken.
    .
    EU-Kommission hin oder her.

  190. Plindos, bedauere - ich...
    Plindos, bedauere – ich verstehe Ihre Frage nicht. Herr Sarrazin, der anwaltlich beraten wurde, hat den Vergleich vorgezogen.

  191. @Foersterliesel

    Haben Sie die...
    @Foersterliesel
    Haben Sie die Presse am So gelesen (Fr. Malek etc.)? Warum ist Häuptl auf den Bildern der ÖVP 10 jahre jünger und 20 kg dünner ala auf den eigenen Bildern (frischer wind für Wien)?
    Danke für die Tips zur Stadtführung

  192. lieber Observateur,
    ja,...

    lieber Observateur,
    ja, durchaus möglich; vielleicht gings auch gar nicht um Ikonographie sondern darum, einen stabilen Türgriff ( ? ) zu gestalten?

  193. 'Allo, 'allo, chers amis! La...
    ‚Allo, ‚allo, chers amis! La télé TF1 berichtet heute, dass überdurchschnittlich viele Franzosen „La fête de la bière“ (Oktoberfest) besuchen – nicht wegen la bière sondern wegen der „décolletés“. Uebrigens, bleiben Sie alle rühig dahei in Bayern – am Côte d’Azur (in Nice) sind schon in den letzten Tagen 2 Fälle von Denguefieber angemeldet worden.

  194. Zur Nominalismusfrage:...
    Zur Nominalismusfrage: Relevanz von Begriffen und ihre Aktualität:
    Im christlichen und islamischen Monotheismus des Mittelalters spitzte sich das Universalienproblem zu. Dabei muss man bedenken, dass es sich nicht um eine vom Alltag losgelöste „rein philosophische“ Problematik handelte, sondern dass es um sehr konkrete Fragen der Machtkonzentration und ihrer Legitimierung ging, wenn zum Beispiel über die Einheit der Dreifaltigkeit diskutiert wurde. Wenn Verallgemeinerungen wirklich sind, haben sie eine viel größere Autorität, als wenn sie von Interpretationen abhängen. Die zunehmende Abkehr vom Realismus im Lauf des Spätmittelalters bedeutete zugleich eine Emanzipation von Autoritäten, die das Göttliche für sich in Anspruch nehmen. In diesem Sinne förderte der Nominalismus die Naturwissenschaften und den säkularen Staat.
    Anmerkung von mir: Mit verkehrter Fronte kommt das Thema unbeabsichtigt immer wieder auf den Tisch.
    ..
    muscat@:Das war doch doch die Intention meiner Frage: Herr Sarrazin katapultierte sich unrühmlich aus der Affäre.

  195. (Halb-)Mondscheinsonate
    Der...

    (Halb-)Mondscheinsonate
    Der Chef des Kaiserlich-Deutschen Generalstabes Hellmuth v. Moltke war in jungen Jahren als Militärberater vom Kgr. Preußen als Militärberater zur Hohen Pforte gesandt worden. Er schrieb Tagebuch über diese Zeit (1835-39).
    Über das untergehende Osmanische Reich, den Kranken Mann am Bosporus urteilte er: Es ist lange die Aufgabe der abendländischen Heere gewesen, der osmanischen Macht Schranken zu setzen. Heute scheint es die Sorge der europäischen Politik zu sein, ihr das Dasein zu fristen.
    (Frankreich allerdings ünterstützte seit Franz I. die Türken bis fast zur Revolution gegen Habsburg)

  196. <<
    Meine Güte, liebe Kinder,...

    < < Meine Güte, liebe Kinder, willkommen in der Politik >>
    Das koennte man auch Frau Steinbach sagen.

  197. <<
    Herr Sarrazin, der...

    < < Herr Sarrazin, der anwaltlich beraten wurde, hat den Vergleich vorgezogen. >>
    Damit sollte doch jede Diskussion beendet sein. thanks!

  198. @elbsegler 20. September 2010,...
    @elbsegler 20. September 2010, 15:30
    „Maria trampelt nicht auf dem türkischen Halbmond rum. Die Darstellung der Madonna auf der Mondsicherl geht auf eine Textstelle in der Offenbarung Offenbarung des Johannes (12,1) zurück:“
    Danke und never mind, ja das weiss ich schon.
    mien Assoziation war einer Madonna in der genannten Wallfahrtskirche in der Oberpfalz, in der der Halbmond wirklich ein Türkenkopf ist.

  199. Liebe Foersterliesel, good...
    Liebe Foersterliesel, good point, manchmal ist eine Zigarre wirklich nur eine Zigarre.
    Dazu fällt mir eine Stelle aus einem Gedicht von Enzensberger ein, bei dem es eigentlich um eine als anstössig empfundene Abendmahlsdarstellung geht. Am Ende spricht der Maler: „Meine Herren, dies alles habe ich erfunden zu meinem Vergnügen“. Na ja, zumindest so ähnlich, ich muss aus dem Gedächtnis zitieren.

  200. Zur Mondsichelmadonna...
    Zur Mondsichelmadonna vielleicht ganz erhellend:
    http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_6070.html
    Allerdings erscheint mir (laienhaft) die Gestik der Türfigur nicht sehr marienmäßig. Also doch eher eine Predigt im Boot?

  201. @Plindos
    Vor den Krallen der...

    @Plindos
    Vor den Krallen der Tigerbabies würde ich mich auch in acht nehmen, aber sie können sich ja mal das ältere angucken, bevor Sie sich entgültig entscheiden, ihr einen Handkuss zu geben:
    http://fa.its.tudelft.nl/people/cox.htm
    (Das jüngere hat einen B.S. in Applied Mathematics von Stanford und arbeitet in einer Privatfirma in Chicago – ohne Webseite)

  202. lieber Berthold IV,
    kleiner...

    lieber Berthold IV,
    kleiner Excurs zum Wiener Wahlkampf (für die Mitlesenden: Wahlen am 10.10.)
    Häupl wird gewinnen und Marek wird kaum Vizebürgermeisterin werden, aber sie hat ja noch ihr Staatssekretariat (in dem sie zu Beginn ganz erfreulich agierte). Wien ist im Vergleich mit anderen Großstädten gut verwaltet, mit einer guten Infrastruktur und einer schönen Umgebung. Allerdings hat sich die Stadt verändert, es gibt mehr Kleinkriminalität und auch organisierte Kriminalität, die Leute in den schlechteren Vierteln zu spüren bekommen.
    Wen kann die ÖVP da schon ansprechen? Die Modernisierungsverlierer unter den Gewerbetreibenden, die mit den täglich geöffneten Läden türkischer Familien nicht mithalten können, Beamte, das wars auch schon. Alte Tanten wählen grün, die Kinder und Enkel auch. Wer mit der Wiener SPÖ
    unzufrieden ist wählt weiter rechts. Was mich bedrückt, ist die Polarisierung unter den Migranten der Unterschicht und der Import der Balkankonflikte. Haben Sie noch die Demo am Heldenplatz gegen den Kosovo in Erinnerung?

  203. Die Eltern von Franz Josef...
    Die Eltern von Franz Josef Strauß waren Metzger, soviel zur angeblichen Unfähigkeit der bayrischen Lehrer, gute Leute nichtakademischer Herkunft nicht zu erkennen
    Zu den Mühen des Akademikertums, ein Halbtagsjob als Freiberufler ist Schichtarbeit bei BMW vorzuziehen.
    Hier wird doch viel gejammert.

  204. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    auch wenn Sie es vielleicht nicht glauben mögen: Ich habe bis zum Hochkochen der Empörung über Herrn Sarrazins Thesen Ihre Beiträge unter der Rubrik „Stützen der Gesellschaft“ mit allergrößtem Vergnügen förmlich aufgesogen – auch wenn ich von Herkunft nicht zur Kaste privilegierter Westviertelbewohner Ihrer kleinen, dummen Stadt an der Donau oder anderswo in der Republik gehöre. Dennoch glaubte ich mit Ihnen, berufsmäßiger Vertreter der schreibenden Zunft, gewisse abendländische Werte zu teilen, die heutzutage nicht unbedingt jedem autochthonen geschweige denn immigrierten Bewohner meines Vaterlandes geläufig sein mögen, z. B. die Achtung vor der Meinungsfreiheit anderer, einschließlich derjenigen des Herrn S.
    Von meiner bisherigen Naivität war ich bereits nach der Lektüre Ihres Beitrags „Rasse, Vererbung und Zucht für das christliche Abendland“ gründlich kuriert. Mit Ihrem aktuellen Beitrag haben Sie sich allerdings als jenem Teil der bundesrepublikanischen Gesellschaft zugehörig verortet, die ich als unheilbar taubblinde und autistische „Gutmenschenfraktion“ zu qualifizieren geneigt bin. Blind und taub gegenüber den von Herrn S. beim Namen genannten Problemen nicht gelungener Integration. Wenn sich allerdings deren unübersehbare Folgen in Form zahlreicher Minarette in Ihrer Lebenszeit auch auf Ihre kleine, dumme Stadt an der Donau ausdehnen sollten, hielten Sie dann Ihre wohlfeile Kritik an Herrn S. weiterhin aufrecht?
    Ich bin maßlos enttäuscht von einem bislang hochgeschätzten Schreiber, dem ich dennoch nicht die Ergänzung ling anhängen möchte. Dafür schreiben Sie zu gut strukturierte Beiträge in heutzutage beneidenswert gutem Deutsch. Aber wie wäre es, in leichter Abwandlung des von Ihnen selbst geprägten Begriffs „Sarrazinist“, mit dem nunmehr durch Ihre Beiträge zur aktuellen Polemik wohlverdienten Ehrentitel Sarrazyniker ? ? ?
    Vielleicht können Sie aber für Ihr Aufspringen auf den fahrenden Zug „mildernde Umstände“ ins Feld führen, z. B. daß Sie – wie die Kanzlerin und andere Großkopfete in Berlin, in Ihrer kleinen, dummen Stadt an der Donau oder auch sonstwo – Herrn Sarrazins Unbuch (auf diesen Begriff erhebe ich keinen Urheberanspruch) womöglich nicht gelesen haben. Damit befänden Sie sich ja in allerbester Gesellschaft, gell?
    Nun denn, als ausgewiesener Vertreter des bayerischen Kleinadels haben Sie allenfalls dann (wohl eher unerwünschten) Kontakt mit den Niederungen des täglichen Lebens, wenn ungeladene Gäste Ihres Westviertels nach durchzechten Freitagen und/oder Sonnabenden sich einen „Abgang“ dadurch verschaffen, daß sie sich vor Ihrer Haustür durch Hervorwürgen ihres Mageninhalts (vulgo: Kotzen) entledigen bzw. die Reifen Ihres Radels durch mutwilliges Zertrümmern leergesoffener Flaschen (beide Verhaltensweisen Gegenstand früherer Beiträge aus Ihrer Feder) zuschanden richten.
    Mit dennoch freundlichem Gruß,
    Horst-Georg Marks, Saint-Drézéry (Frankreich)

  205. @Plindos 20. September 2010,...
    @Plindos 20. September 2010, 18:02
    „muscat@:Das war doch doch die Intention meiner Frage: Herr Sarrazin katapultierte sich unrühmlich aus der Affäre.“
    Das wäre doch ein Spaß gewesen, wenn er gegen die Entlassung geklagt hätte. Vor allem wäre interessant gewesen, wie weit sich – das BAG? , Verfassungsgericht – „bewegt“ hätten? Aber das Problem entsteht dann in Folge für andere BAG- oder Verfassungsgerichtsentscheide. Ein solches „Auftragsurteil“ zieht Nachahmerentscheide.
    Die RKK ist da weiser, die wirft einfach 400 Jahre viele – alle oder das Vat1 über Bord und verkauft das als organische Weiterentwicklung in der Tradition.

  206. lieber Tiger,
    gratuliere zu...

    lieber Tiger,
    gratuliere zu den klugen Töchtern! Wie war das Wetter in Kanada ?

  207. @ colorcraze 14:06 :
    Die...

    @ colorcraze 14:06 :
    Die Politiker und Industriellen in der EU verstehen langsam, was die Lissabon Verträge bedeuten.
    Die EU kann Sarkos Ausweisungen verbieten. Die EU kontrolliert die Haushalte bevor die Parlamente überhaupt drüber gesprochen haben.
    Das Pfund wird die Briten noch teuer zu stehen kommen.
    Die Staaten bestehen weiter, so wie Bayern, NRW oder Sachsen, aber es gibt einen Oberbau und Kontrolle.
    Die Kanzlerin ist nur noch eine von 27 und ein „ich will das“ kann recht teuer werden, wenn es sich überhaupt noch durchsetzen lässt.
    Imo nehme ich an, die ganze Zuzugsdebatte ist an den EU Regeln festzumachen. Die Bevölkerungszahlen betimmen das Gewicht in der EU, nicht die Wirtschaftskraft.
    Ist der Schritt in die zweite Reihe auch eine Art Abgang?

  208. @ gheluveld 20:23 : FJS soll...
    @ gheluveld 20:23 : FJS soll ein exellentes Einser-Abitur gebaut haben. Wahrscheinlich gab es oft Hirn zu essen.

  209. BertholdIV, 20. September...
    BertholdIV, 20. September 2010, 18:53
    Nun gut, diese Assoziation war in Ihrem Beitrag nicht zu erkennen. Wir sollten uns auch nichts vormachen. Hätten die Osmanen gewonnen, wäre auch auf manchem Christenkopf herumgetrampelt worden.

  210. bertholdIV, 20. September...
    bertholdIV, 20. September 2010, 20:35
    Die RKK hat auch noch nie behauptet, eine demokratische Institution zu sein. Die darf das.

  211. liebe Foersterliesel 20....
    liebe Foersterliesel 20. September 2010, 20:15
    wenn das die der Serben vor gut zwei Jahren war, ja. Ich wundere mich ein bisschen, wie ruhig die sind. Im Kosovo findet seit einigen Jahren eine „Umvolkung“ statt. Bald werden nicht mehr viele Serben dort leben.

  212. Der Tiger, 20. September 2010,...
    Der Tiger, 20. September 2010, 20:11
    Was sagt denn das Tigerbaby zu seiner Zurschaustellung? Nach der Google Street View Debatte in diesem Blog verwundert mich Ihre Mitteilungsfreude über personenbezogene Daten „Dritter“. Ansonsten kann ich mich nur der Gratulation von foersterliesel anschließen!

  213. horst.marks, ich hatte...
    horst.marks, ich hatte surchaus auch schon anders mit „Unterschicht“ zu tun – als ich studierte, machte ich Grabungen, und da gab es zwei Arten von Arbeitern: Studenten und ABMler im Verhältnis 1:4. Und ABM auf dem Kaff ist etwas anderes als ABM auf dem Dorf, dafür wurde man in den 90ern mehr als nur schräg angeschaut. Wie auch immer, meine Meinung zu Themen wie Ausbildung, Klasse und Schicht wurden in der Zeit wirklich stark geprägt. Meine private Definition von Unterschicht ist jedenfalls nicht „ungebildet und arm“, sondern von anderen Faktoren abhängig: „Wer macht was aus welchen Möglichkeiten“. Die Studenten, die gestern an der Kasse hinter mit 9 Flaschen Wodka kauften? Tja. Die Koksbrüder aus der New Economy? Die Lobbyisten in Berlin? Oberschicht? Sicher nicht.
    .
    Ich selbst… ich bin kein Erlöser und kein Auftragsschreiber und auch nicht gefallsüchtig. Ich habe eine Meinung, und in Bezug auf die Westviertel lautet die: Das ist nur begrenzt erstrebenswert. Und sicher nicht, wie Sarrazin meint, die Lösung der Probleme dieses Landes. Das kann man nur glauben, wenn man es nicht kennt. Allerdings habe ich als Bürger ein tiefes Misstrauen gegen staatlich sanktionierte Ungleichheit, weil es stets der Weg in den Abgrund für eine Gesellschaft ist. Klassen müssen offen bleiben, und wer da anderer Meinung ist, sollte sich mal mit dem Aufstieg des Bürgertums beschäftigen. Dass wir hier frei reden können, hat sehr viel damit zu tun, dass die Sarrazins sich nicht durchsetzen konnten. Es wäre nicht mein Problem, ich wäre auch in einer zementierten Klassengesellschaft privilegiert.

  214. Wenn die deutsche Wirtschaft...
    Wenn die deutsche Wirtschaft weiterhin hinausposaunt wie dringend sie Arbeitskräfte braucht, werden sich die Wettbewerber im befreundeten Ausland
    immer vergnügter die Hände reiben.

  215. @Berthold IV
    Das GG ist auch...

    @Berthold IV
    Das GG ist auch nicht das Evangelium. Und freiwillige Rücktritte werden dort niemandem verboten.
    .
    (Ist nicht alles Gewalt, was man an Kindern tut?)

  216. @elbsegler
    Ich habe keine...

    @elbsegler
    Ich habe keine private Auskunft gegeben, denn die Webseite des Tigerbabys ist sowieso schon öffentlich. Wie Sie aus dem Zugangschlüssel erkennen können, handelt es sich um eine Unterseite der TU Delft. Sonst hätte ich das nicht gemacht.
    .
    Das Leben kommt als Packet. Die gescheiten jungen Damen müssen damit leben, eine Tigermama zu haben. Das bringt ihnen Vor- und Nachteile.

  217. Das Evangelium ist auch nicht...
    Das Evangelium ist auch nicht das Grundgesetz. Und Himmelfahrten sind dort ausdrücklich erwünscht.
    .
    Was „tut man an Kindern“?

  218. Manchmal stellt der...
    Manchmal stellt der Kommentator (der von 22:20 Uhr) sehr kluge Fragen. Ich wuenschte mir, er wuerde es weiter ausfuehren.
    Ich weiss, dass ich vergebens hoffe.

  219. <p>Don Alphonso, Sie schreiben...
    Don Alphonso, Sie schreiben in Ihrer Entgegnung: „Dass wir hier frei reden können, hat sehr viel damit zu tun, dass die Sarrazins sich nicht durchsetzen konnten.“
    .
    Ich glaube, da liegen Sie nicht ganz richtig. Schließlich waren es die Eiserne Kanzlerin und ihre Hofschranzen, neben anderen Trittbrettfahrern, die Herrn S. für seine in Anspruch genommene Meinungsfreiheit im Endeffekt mit Berufsverbot straften. Zudem betreiben seine rotbesockten Genossen den Parteiausschluß.
    .
    Zur „zementierten Klassengesellschaft“: Warten Sie nur ab, bis die demographische Entwicklung, die ohne ein vielleicht schon zu spätes Gegensteuern bei der sogenannten Integration die Mehrheitsverhältnisse zuungunsten der autochthonen Stammbevölkerung zu verlaufen droht (eine der zentralen Thesen des Th. Sarrazin!), auch in Ihrem Westviertel unveränderliche Fakten schafft. Dann dürften sich dessen (noch) privilegierte Bewohner zu den bevorzugten Zahlern einer wie im Osmanischen Reich einst üblichen „Ungläubigensteuer“ rechnen.
    .
    Zu Ihrer und anderer Leser Erbauung füge ich folgenden Beitrag von Ralph Giordano an, welcher weder in der BILD-Zeitung noch bei SPIEGEL online, sondern gestern in der WELT veröffentlicht wurde:
    .
    Die Gutmenschen und die dunklen Seiten des Islam
    .
    In Deutschland geben Sozialromantiker[edit: Vollzitate sind leider gegen das Urheberrecht]

  220. lieber Berthold IV,
    der Kosovo...

    lieber Berthold IV,
    der Kosovo war nicht nur „geheiligtes Land der orthodoxen Klöster“ sondern das Armenhaus Jugoslawiens, die Albaner (verächtlich skiptari = Skipetaren genannt) waren die innerjugoslawischen Gastarbeiter, die als Hausmeister in Belgrad auf einer Matratze im Heizkeller hausten. Und Ibrahim Rugova und seine Gruppe haben wohl nicht ohne Notwendigkeit Untergrundschulen eingerichtet …. wir können hier keine Balkandebatten führen, ich empfehle jedermann, der sich dafür interessiert, die Lektüre der Bücher von
    Christine von Kohl und Wolfgang Libal, ua.“Gordischer Knoten Kosovo“.
    Beide langjährige Balkankorrespondenten (er leider schon verstorben) mit ausgezeichneter Kenntnis der Geschichte und Verhältnisse.

  221. @Foersterliesel: Ihre...
    @Foersterliesel: Ihre Beschreibungen von Wien finde ich immer wieder sehr interessant. Was den Balkan angeht, den halte ich für ein sehr verdrängtes Problem, das uns sicher noch auf die Füße fallen wird.
    @Holly01: Ja, EU-Zuzugsregeln und der altneue Glauben an Kopfstärke. Ansonsten fehlende Organisazije und wirtschaftlicher Rückgang.

  222. Leider ist auch Christine von...
    Leider ist auch Christine von Kohl vorigen Winter verstorben, ihre Bücher (die meisten zusammen mit ihrem Mann Wolfgang Libal verfaßt) sind immer noch aktuell und lesenswert.
    http://oe1.orf.at/artikel/214323

  223. Also, zur Überfremdung und...
    Also, zur Überfremdung und Verunterschichtung ist noch recht weit hin, und selbst wenn es drohte – welche Massnahme sollte man denn dann ergreifen? Vollverelendung, damit diese Leute früher sterben und ihre Kinder im Elend aufwachsen?
    Zu Giordano muss man leider sagen, dass er sich mit Broder nun schon seit Jahren einen Peinlichkeitswettlauf im Kampf um den grösseren Muslimanschwärzer liefert, der eine bei Springer, der anderen bei der anderen Gosse mit S. Von beiden habe ich lange kein kluges Wort mehr gelesen, und was jetzt hochkommt, ist meines Erachtens nur der Ärger, dass Sarrazin ihnen die Rolle als Chefaufreger weggenommen hat. Seit Jahren nun schon der gleiche Müll – ich sage das ehrlich, ich habe aufgehört, diese Leute zu lesen. Ich kenne das. Und es ändert nichts.

  224. So langsam schwillt mir der...
    So langsam schwillt mir der Kamm!

  225. @DA, dies ist der erste Blog...
    @DA, dies ist der erste Blog von Ihnen den ich hier lese. Anfangs etwas verblüfft ziehe ich spätestens nach durchackern der Kommentare meinen Hut. Man kann dem Thema S. nicht besser gerecht werden !

  226. lieber horst.marks,
    ich habe...

    lieber horst.marks,
    ich habe sehr viel beruflich mit Migranten zu tun und ich kann ihnen sagen, daß vieles in Ihrem Beitrag schlichte Dämonisierungen sind.Es mag sein daß in der BRD schwierigere islamische Gruppen eingewandert sind (die kriminellen libanesischen Großclans, die Sarrazin erwähnt) bei uns gibt es die nur vereinzelt. Die radikalen Prediger hat die Stapo unter Observanz und kriminelle Maghrebiner (Trickdiebe) wandern vereinzelt aus Paris („Barbes pas bon“) zu. Muslime sind bei uns überwiegend Türken, und die sind auch nicht kriminell. Sie neigen, in der zweiten Einwanderegeneration, zur kleingewerblichen Selbständigkeit. Bei den jungen Frauen pendelt sich die Kinderzahl bei 3 ein, viele arbeiten auch (beim Kinderarzt, als Apothekenhelferin). Ein Problem sind die jungen Männer, die keinen Job finden und die Spielsalons (die von der Politik, den Konservativen, begünstigt werden!). Es gibt viele tschetschenische und zunehmend afghanische Asylanten, und Kosovaren. Mit Tschetschenen und Kosovaren gibt es – vereinzelt – Probleme. Beide Gruppen kommen aus Kriegsregionen und die jungen Leute haben eine Sozialisation im Krieg hinter sich.
    Da Wien an der Ost-Schengengrenze liegt gibt es steigende Einbruchs-und organisierte Kriminalität, auch das Rotlichtmilieu ist stark migrantisch.Diese Leute kommen aus Rußland, Rumänien und Bulgarien; Georgier haben eine straff organisierte große Einbrecherbande (50 Festnahmen auf einen Schlag!)
    aufgezogen.
    Und was die „unterwanderten“ Westviertel anbelangt: die sind bei uns russisch( sogar der abgehalfterte Moskauer Bürgermeister hat sich hierher verzogen, City und Villenbezirke: kein Muslim weit und breit!

  227. "sollte sich mal mit dem...
    „sollte sich mal mit dem Aufstieg des Bürgertums beschäftigen.“
    .
    Aufstieg des Bürgertums in Deutschland ab 1848.
    Abstieg des Bürgertums begann mit den allgemeinen und freien Wahlen in der Weimarer Verfassung von 1918.
    Heute verschenken viele (sogar Frauen !) ihr Recht, und gehen nicht zur Wahl.
    Vielleicht wäre diese Masse einverstanden, ihr Stimmrecht verkaufen zu können ?
    Dann wären die Wahlen wieder auf die Bürger zentriert, und die Masse kann ungezwungen auf die Regierung schimpfen. Ob es schlimmer würde als heute ? Wählermarktwirtschaft wird es schon regeln…

  228. Der ganze Zirkus Sarrasini hat...
    Der ganze Zirkus Sarrasini hat mir eines deutlich gemacht: Dass sich die Deutschen immer noch nach einer ethnisch homogenen „Volksgemeinschaft“ sehnen. Die einen ganz rabiat, die anderen nur ganz sanft und melancholisch.
    .
    Man geht auf die Strasse in der Großstadt und sieht nur weiße Gesichter: Ach wäre das doch schön!

  229. Wer die Meinungsfreiheit...
    Wer die Meinungsfreiheit verletzt, kann ja in Straßburg vor Gericht ziehen.

  230. @ staff aureus 01:35 : Wenn...
    @ staff aureus 01:35 : Wenn Sie den Aufstieg des Bürgertums hinterfragen möchten, dann müssen Sie nolenswohlens mit den Ständen des Mittelalters (Ich sage mal eher Willkürlich ab 1200) und da besonders mit den Spannungen Klerus-Stände-Adel anfangen.
    Daraus resultierende Sonderrechte der deutschen Regionen waren ja ein Mitgrund für den 30jährigen Krieg.
    Die EU sorgt ja auch in dieser Frage mit der Aufgabe der „Meisterpflicht“ in Bezug auf Ausbildung und Selbstständigkeit für einen Wandel in Jahrhunderte alten Rechten.

  231. Der Aufstieg des Bürgertums...
    Der Aufstieg des Bürgertums und der Untergang des Abendlandes: Zwei Namen für eine Sache.

  232. Nur als Denkanstoss, warum ein...
    Nur als Denkanstoss, warum ein S. Ausschluss die SPD noch weiter in die Defensive und noch weiter in eine Autismuspartei (sich selbst genug sein) drängen würde :
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33283/1.html

  233. @HansMeier555, 06:28:
    Geh doch...

    @HansMeier555, 06:28:
    Geh doch nach drüben ! (es ist schön dort)

  234. Herr Sarrazin und Frau...
    Herr Sarrazin und Frau Steinbach sollten zusammen eine eigene Partei gründen.
    Das wäre der ehrlichere Schritt.
    Wahrscheinlich würden sie damit sogar einen ziemlichen Erfolg haben.
    .
    Nachdem sie jahrzehntelang aus Karrieregründen bei den großen Volksparteien mitgeschwommen sind, stoßen sie nun an ihre Grenzen und versuchen sich noch ein bißchen mit trüben Mitteln zu profilieren.
    Das ist einfach nur billig und illoyal.

  235. @staff
    Woher wissen Sie, wo...

    @staff
    Woher wissen Sie, wo ich jetzt bin?
    .
    Apropos SPD: Als Nichtmitglied fühle ich mich nicht berechtigt, da über Exkommunikationen mitzudiskutieren. Aber was in Deutschland definitiv fehlt, ist eine politische Interessenvertretung der Unterschichten.
    .
    Daher ja meine logische Schlussfolgerung, dass wir zum Feudalismus zurückkehren müssen. Da hat der adlige Grundherr „seine“ Bauern, Hintersassen und Hausdiener immer gleich mitvertreten.

  236. Sarrazin kann ja bei einer...
    Sarrazin kann ja bei einer marod(ierende)en Landesbank als Berater anheuern (bei der Deutschen hat er keine Chance, die nehmen nur Experten), vielleicht auch bei der Hübboriehl; Frau Steinbach könnte man sich als historische Expertin bei der deutsch-türkischen Handelskammer vorstellen, Abteilung Bagdadbahn und kurdische Mobilmachungen ab 1912.

  237. HansMeier555,
    Ach! Haben es...

    HansMeier555,
    Ach! Haben es die Chinesen doch gut, wo sie stehen und gehen, von morgens
    bis abends – nur Chinesen!
    …aber dafür ist es bei uns schön bunt, so bunt wie die Hausfasaden in der Altstadt.

  238. @minna
    Ob die ihr Glück auch...

    @minna
    Ob die ihr Glück auch zu schätzen wissen?

  239. @minna
    Als ich im...

    @minna
    Als ich im Kindergartenalter war, gab eine Nachbarsfrau damit an, dass sie sich bald einen eigenen Swimmingpool einbauen würden.
    Was der Vorteil sei gegenüber dem Freibad?
    „Dort kann es mir nicht passieren, dass plötzlich ein Chinese im gleichen Becken schwimmt“.
    Und das war in der deutschen Provinz, vor mehreren Jahrzehnten, zu Zeiten, als Moslems noch Mohammedaner hießen.
    .

  240. HansMeier555, 21.09.10...
    HansMeier555, 21.09.10 12:17
    Na hoffentlich hat die Dame ihren Pool bekommen. Die Gefahr, dass er ihr von einem Chinesen gebaut worden ist, war ja denkbar gering. Sonst hätte sie ihn gar nicht nutzen können, die ärmste.
    Fremdenfeindlichkeit existiert bevor es überhaupt Fremde gibt und deshalb auch ohne sie. Man kann sie nicht verbieten, sondern muss die Hintergründe, die zu dieser Einstellung führen aufdecken und klären. Das geht nur durch Diskussion, Vorbild und ehrlichen Umgang miteinander nicht durch Denk- oder Redeverbote.

  241. lieber Hans...
    lieber Hans Meier555,
    asiatische Zuwanderer (Inder, Bangladeshi, Philippinos, Vietnamesen, Chinesen…)
    sind bei uns durchaus wohlgelitten; man muß aber auch sagen, daß sie problemlose Zuwanderer sind, denen wir (z.B. Krankenhausbetrieb) viel verdanken.
    Rassistische Vorbehalte gibts gegen Schwarze (von den nicht sehr vielen hier sind tatsächlich viele dealer und streetrunner, leider) und gegen das Kopftuch (ohne Kopftuch: kein Problem). Rassistisch gegen indische Akademiker erlebte ich bisher nur meine sowieso stets unverschämte Hausmeisterin (damenbärtig, stolze Pozarevacerin, Sie wissen: dort wo Milosevic Grabstätte ist).

  242. Beim Barte der obigen Maria,...
    Beim Barte der obigen Maria, mein Vater konnte nicht einmal die Italiener leiden; für ihn war das Aufkommen von Pizzerien eine Art Ragnarök.

  243. Ach, ich habe auch schon genug...
    Ach, ich habe auch schon genug Rassismus gegen Inder live auf der Straße mitgekriegt, auch von nicht damenbärtigen Urdeutschen (am schlimmsten in Erfurt auf einer Schulfahrt, da haben wir nach 5 Minuten ganz schnell darauf geachtet dass unsere indischstämmige Mitschülerin immer mitten in unserer Gruppe und nicht am Rand läuft damit wir sie beschützen konnten).
    Und auch die Aussage „ohne Kopftuch: kein Problem“ kann ich nicht bestätigen, in meiner Firma durfte sich ein kurdischstämmiger Azubi auch oft genug rassistische Sprüche anhören (obwohl seine ganze Familie integriert & kopftuchfrei ist).

  244. Observator,
    Wer kann schon...

    Observator,
    Wer kann schon Italiener leiden? Auch der Geheimrat mochte sie nicht leiden.
    Italien ja! Aber die Italiener? – alles Verräter, hat er geschrieben.
    HansMeier555,
    Ein westberliner Deutsch-Türke ( die Ossis leben nur von unseren Steuergeldern!) legte im Gespräch wert darauf Mohammedaner zu sein.
    Im Verlauf des Gesprächs als Beutetürke bezeichnet zu werden – er kannte
    sich aus – kam nicht gut an.

  245. Als ich in der ersten...
    Als ich in der ersten Grundschulklasse war, gab es zwei türkische und ein italienisches Gastarbeiterkind. Die Klasenlehrerin sagte dem Italinerkind, es solle seiner Mutter ausrichten, dass sie ihren Sohn waschen solle, damit er nicht so stinke. Das sagte sie ihm nicht unter vier Augen, sondern ganz laut vor der ganzen Klasse. (Er hieß übrigens Alfonso und hatte vier jüngere Geschwister).

  246. Zur Figur an der Klostertür:...
    Zur Figur an der Klostertür: Es handelt sich eindeutig um eine männliche (bärtige) Figur. Was die Bedeutung angeht, drängt sich mir die Allegorie des Kirchenliedes auf: „Es kommt ein Schiff, geladen bis an den höchsten Bord, trägt Gottes Sohn voll Gnaden, des Vaters ewigs Wort.“

  247. Ob es sich unter Kindern um...
    Ob es sich unter Kindern um Rassismus handelt, bezweifele ich. In unserer Klasse war ein Vertriebenenkind, ein Maedchen aus der Ukraine. Sie war ein armes Geschoepf. Ihr Pausenbrot war duenn mit Margarine bestrichen, darauf ein paar Tropfen Maggi. Sie war mager, hatte grosse braune hungrige Augen, und nur ein einziges Kleid. Und sie war das Opfer der ganzen restlichen Maedchenbagage.
    Auch befanden sich zwei Schwestern aus Persien, Kinder gefluechteter Mossadeq-Anhaenger, unter uns. Wohlgenaehrt waren sie, ausnehmend huebsch, sehr zurueckhaltend. Ihnen passierte nichts garnichts. Spaeter verschwanden sie irgendwohin. Wahrscheinlich nach Berlin.
    Die Ukrainerin soll spaeter eine eine Schoenheit und Beruehmtheit in einem renommierten Opernensemble geworden sein. Ich hoffe instaendig, dass sie NICHT die menschliche Groesse hatte, sich spaeter fuer die Demuetigungen nicht zu raechen.

  248. Was will ich mit dieser...
    Was will ich mit dieser Geschichte sagen? Nun, in manchen Menschen brennt etwas, oefter etwas so Gutes, dass es der Poebel nicht ertragen kann, obwohl er garnicht weiss, um was es sich handelt. Es ist einfach da. Bei ihr war es da. Unsichtbar. Dafuer wurde sie gehasst.

  249. Menschliche Größe geht mir...
    Menschliche Größe geht mir vollkommen ab, aber mit der Rache hat es trotzdem nicht geklappt — bisher.

  250. Kann ruhig etwas laenger...
    Kann ruhig etwas laenger dauern. Die heisse Wut verebbt, aber die Rache wird kalt und genussvoll.

  251. Filou, Rache hin oder her,...
    Filou, Rache hin oder her, aber die Anekdote war ein toller Kommentar, dem kann man nichts hinzufügen.

  252. "...es sollte so sein, dass...
    „…es sollte so sein, dass dem Gastgeber unter wohlerzogenen Menschen selbstverständlich das Recht eingeräumt wird, über die Dauer des Aufenthaltes des Gastes zu befinden und dezent darauf hinzuweisen, wenn sich der Besuch dem Ende nähert, was sodann den freundschaftlichen Aufbruch nach sich zieht..“
    Diesen Satz, sollten sich vor allem die von Sarrazin kritisierten Religion-Gruppen zu Herzen nehmen.

  253. filmtip: der...
    filmtip: der partyschreck.
    .
    genosse sarrazin ist nicht aufgrund einer einladung in der spd sondern durch beitritt. seine rechte und pflichten dort regelt die satzung, nicht der hausherr.
    er ist zunächst einmal ein problem der spd und es gibt keinen grund, warum herr sarazin solchen figuranten wie einem gabriel und einer nahles den gefallen tun sollte, ihre fähigkeiten zur konfliktlösung nicht öffentlich zeigen zu müssen.
    .
    dass sarrazin´sche denke auch bei der spd durchaus anzutreffen ist, hat damit zu tun, dass sich die arbeiter, also diejenigen, die nicht in der grossindustrie beschäftigt sind, von ausländern in ihrem sozialen besitzstand angegriffen fühlen. übrigens nicht ohne grund und berechtigung, die zeit des facharbeiters ist vorbei, es geht um massive dequalifikation und verarmung, die dem volk auch noch als bildungsreform verkauft wird. übrigens, einfach mal einen bayrischen bauarbeiter fragen, was er von den kollegen aus den neuem bundesländern auf seiner baustelle hält. die antwort wird eine entschiedene sein, aber trotzdem ruhig zuhören und dann nachfragen, warum denn die empörung. da wird dann als antwort kommen, weil die fürs halbe geld arbeiten und mein chef guckt auch schon so komisch erst zu mir und dann zu denen.
    .
    also, arbeiterpartei heisst in zukunft schluss mit internationalismus, dafür klar nationale linie, schade nur, dass die npd als erste drauf gekommen ist. übrigens hat der saarländer bogenpisser das auch erkannt, was eher nicht für seinen charakter aber eben doch für seine wahrnehmungsfähigkeit spricht.
    .
    ein gewisser steinmeier, amtierender aussenminister a. d., hat, es ist noch nicht lange her, ebenfalls ein buch vorgestellt, das die spd retten soll.
    was man hört, will er sie spd wieder zur volkspartei machen, scharfe einschnitte ins soziale netz sollen die gut verdienenden angestellten wieder zu spd-wählern machen.
    dass man seinen kreisen wohl eher um sich selber kreist, ist böse formuliert, liegt aber nicht ganz fern, wenn man die forderung des hoffnungsträgers in spe nach weitern einschränkungen beim sgb zwo und einem deutlich späteren renteneintrittsalter bedenkt. erzbengel labriel und frau lehrer nahles vertreten derzeit andere positionen, aber derzeit ist man in der opposition. wie es an der regierung dann weitergeht hat möglicherweise genosse steinmeier dargestellt. werden die beiden ihm als dem nächsten in den sakko helfen und den weg in die freiheit zeigen?
    .
    wir leben in interessanten zeiten, eben wir das ende der volksparteien gegeben.

  254. berichtigung:
    herr steimeier...

    berichtigung:
    herr steimeier ist unschuldig. ein gewisser steinbrück, auch ein a. d. wars und ists immer noch.

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