Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Soziale Marktwirtschaft mit dem Langobardenschwert

| 114 Lesermeinungen

568 eroberten die Langobarden weite Teile Italiens. Sie hätten es kaum besser treffen können: Das Land war immer noch reich, die Städte hatten eine funktionierende Verwaltung, nirgendwo hätte man das frühe Mittelalter als Elite angenehmer verbringen können. Wenn man nur so klug gewesen wäre, die eigene Herrschaft nicht ohne jede Rücksicht auszunutzen, um sich gegenseitig zu massakrieren.

Sogar am Weihwasserbecken hat er die Diakone erschlagen, die kleine Kinder tauften.
Paulus Diaconus über den Langobardenkönig Grimuald

Zu jeder ordentlichen Elite gehört eine Schicht von weniger guter Gesellschaft, die dieser Elite aufgeschlossen gegenüber steht und ihr positive Eigenschaften nachsagt. Oder zumindest das, was man in der Bundesrepublik oft über Eliten zu hören bekommt: Dass sie aufgrund ihrer Stellung im System ein hohes Interesse daran haben, das System zu erhalten und für alle erträglich zu gestalten. Diese Überzeugung nennt sich „soziale Marktwirtschaft“ und wirkt so stark, dass manche auch in wirklich widersinnigen Entschlüssen und Bevorzugungen einen Sinn für die Allgemeinheit erkennen wollen. Die Atomlobby würde doch nie für die Kernkraft eintreten, wenn sie nicht absolut sicher wäre. Die Pharmalobby würde doch nicht Medikamenten über die Politik den Markt öffnen, wenn sie nicht Heilung versprächen. Wenn die Politik der Wirtschaft und nicht den Hartz-IV-Empfängern Geld gibt, wird es dafür neue Jobs geben, und die Wirtschaft kann doch auch keine Arbeitslosen wollen. Ein geringerer Steuersatz für Hotels sichert Arbeitsplätze. Bis vor drei Jahren hätte man auch noch geglaubt, dass Landesbanken genau wissen, was sie mit dem Geld der Bürger treiben. Es erscheint eigentlich nur sinnvoll, dass Eliten die sie bevorzugenden Verhältnisse fördern und aus Eigeninteresse nicht zum Schaden aller anderen agieren.

Bild zu: Soziale Marktwirtschaft mit dem LangobardenschwertDie oberitalienische Stadt Monza gehört sicher nicht zu den beliebtesten Urlaubszielen dieser gläubigen Schicht. Monza ist nicht besonders schön, und hat nur wenig Sehenswürdigkeiten zu bieten, die der breiten Masse gefallen könnten; nur eine Rennstrecke verschafft dem Ort einen legendären Ruhm, und der Dom mitsamt seinem Domschatz ist eher ein Anziehungspunkt für die nicht allzu häufigen Freunde frühmittelalterlicher und reichlich verworrener Geschichte. Zusammen mit Pavia, Verona und Mailand war Monza in der Zeit des Langobardenreiches von 568 bis 774 nach Christus einer der wichtigsten Orte Oberitaliens, und in seiner Kathedrale wurden die Langobardenkönige gekrönt. Im Domschatz finden sich einige der bedeutendsten Kunstwerke dieser Epoche, und künden von der Macht und dem Prunk jener Tage. Was sie nicht erzählen, ist die wahre Geschichte der hier herrschenden Langobarden, die sehr schön illustriert, wie sich eine Elite ohne alle Rücksichten mitsamt der eigenen Untergebenen in 200 Jahren trotz bester Voraussetzungen zugrunde richtet.

Als die Langobarden, von Osten als letzter Schub der Völkerwanderung kommend, ab 568 weite Teile Italiens besetzten, eroberten sie das verbliebene Sahnestück der antiken Welt. Italien hatte in den Jahrhunderten davor stark gelitten, aber noch waren die römischen Verwaltungsstrukturen und Stadtkulturen weitgehend intakt. Den Langobarden fiel die relativ leichte Aufgabe zu, sich mit Waffengewalt an die Spitze des Systems zu stellen, die Organisationen effektiv weiter arbeiten zu lassen, und das schöne Leben in den antiken Resten zu geniessen. Zum Glück für die Langobarden waren sie der Endpunkt der Völkerwanderung, und hatten keine weiteren Stürme zu befürchten. Byzanz war als effektiver Gegner zu weit entfernt und hatte eigene Sorgen im Osten, die Awaren zeigten sich als zu wenig organisiert, die Franken hatten vorerst andere Ziele, mit den Bajuwaren verstanden sich die Langobarden gut, und der Bischof von Rom war damals noch Bischof von Rom, und ohne Einfluss. Als herrschender Volksstamm hatten die Langobarden auch keine Aufsteiger aus anderen Kreisen zu befürchten.

Bild zu: Soziale Marktwirtschaft mit dem Langobardenschwert

Unter diesen Idealbedingungen wäre für die Elite auf alle Zeiten genug Reichtum verfügbar gewesen; man hätte sich einfach dankbar niederlassen können und zuschauen, wie die Beherrschten in ihren florierenden Städten für ein angenehmes Leben sorgten. „Die Geschichte der Langobarden“ des Klerikers Paulus Diaconus aus späten dem 8. Jahrhundert hätte kurz und erfreulich sein können, aber in diesen Tagen musste niemand seine Machtgelüste hinter Formeln wie „sozial ist, was Arbeit schafft“ verstecken. Was Paulus Diaconus beschreibt, sind Intrigen, Bruderkriege, Morde und Grausamkeiten, die von einer vollkommenen Missachtung der Elite für die Notwendigkeiten des Systemerhalts künden. Wenige Langobardenkönige starben eines natürlichen Todes, alle mussten davor mit Schwert und Heimtücke um ihre Macht kämpfen, und wenn sie fielen, wurde die Familie oft genug mitgeschlachtet. Die Langobarden beherrschten Italien über 200 Jahre, aber nur sehr kurze Phasen ihre inneren Streitereien um Vormacht und Vorteile.

Paulus Diaconus erspart den Lesern seiner Geschichte weder das Blenden von Gegnern, noch die Verstümmelung von Frauen. Dass bei den Belagerungen von Städten auch die Beherrschten massakriert werden, ist dagegen nur eine Randbemerkung. Dabei sind sowohl die Schätze im Dom von Monza als auch die internen Zwistigkeiten nur möglich, weil die Untertanen keine Alternative hatten, und diese Zustände finanzieren mussten. Die Langobarden brauchten keine Minister, die Vorlagen von PR-Agenturen und Kanzleien übernahmen, sie mussten nicht alle vier Jahre ihre Parteispenden umschichten, wenn die alten Mietpolitiker bei den Wählern nicht mehr ankamen. Das Langobardenreich, wie es Paulus Diaconus beschreibt, ist die entfesselte Elite, die in den Untertanen nur das Mittel zum Zweck sieht, und ihre Machtposition ohne jeden Skrupel ausnutzt, um sich innerhalb der Elite weitere Vorteile zu beschaffen. Würde man es auf heutige Verhältnisse übertragen: Langobarden hätten ohne Skrupel eine Bank in den Abgrund gesteuert, sich die Rettung von ihren Untertanen finanzieren lassen und sofort wieder üppige Boni gegönnt, und danach gleich wieder Staatsgarantien verlangt. Damals hätte man die Untertanen auch nicht gefragt, sondern diese Vorstellungen mit dem Langschwert durchgesetzt.

Bild zu: Soziale Marktwirtschaft mit dem Langobardenschwert

Dass sich die Langobarden dennoch so lange halten konnten, ist vermutlich weniger ihren Qualitäten, als vielmehr ihrer Alternativlosigkeit zu verdanken. Es gab einfach keine andere Elite, in etwa so, wie es heute keine anderen Banken, AKW-Betreiber, Atommüllendlager, Nahrungsmultis, Pharmagruppen und Ölkonzerne gibt. Vernutlich hofften schon damals manche Stadtbewohner zwischen zwei Plünderungen, die Langobarden würden doch nicht ein System ruinieren, von dem sie an der Spitze profitierten. Es findet sich allerdings bei Paulus Diaconus keine Stelle, die einem Langobarden einen derartigen Ausgleich unterstellen würde. Man kodifizierte die eigenen Gewohneitsrechte in Gesetzesbüchern. Und man schlug sich bei nächster Gelegenheit wieder tot.

774 setzte der Frankenkönig Karl, den den „Grossen“ zu nennen sich irgendwie eingebürgert hat, dem Langobardenreich mit einem Feldzug ein schnelles und unrühmliches Ende. Der Legende zufolge soll Karl die eiserne Langobardenkrone aus dem Domschatz von Monza getragen haben. Von da an nannte er sich König der Franken und Langobarden, und setzte Erstere in Italien anstelle der Letzteren als Verwalter ein. Auch diesmal wurde niemand gefragt, ob es ihm behagte, aber mit der Herrschaft der Franken und den Druckmitteln Karls kehrte Ruhe in Oberitalien ein. Monza sank zu einer Stadt 2. und 3. Wichtigkeit herab, konnte aber die Schätze aus der Zeit der Langobarden behalten. Der heutige Dom enstand gegen 1300, von der langobardischen Kathedrale haben sich nur ein paar Reste im Boden erhalten, und all die Schandtaten in der Geschichte der Langobarden können heute allenfalls Spezialisten auseinander halten.

Bild zu: Soziale Marktwirtschaft mit dem Langobardenschwert

Immerhin, abgeschnittene Nasen und Ohren sind eine klare Aussage  – wer weiss, ob sich spätere Historiker mit der Novellierung der Industrieabgasverordnung oder der Gesundheitsreform ebenso leicht tun, wenn Berlin den Aufstieg vom Reichshauptslum zu einem irrelevanten Kaff wie dem Monza unserer Tage geschafft haben wird. Ich jedoch verlasse diese Stadt und den einsam funkelnden Schatz der Langobarden im Keller unter dem Dom, fahre weiter nach Mantua und von dort aus nach Siena, um mich zum Vergnügen der Leser auf staubigen Pisten dem beginnenden Alter zu stellen.

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114 Lesermeinungen

  1. Ach Don, Dein Artikel läßt...
    Ach Don, Dein Artikel läßt mich nach der kleinen Hausbibliothek der Aufklärung sehen. (Gibt es bald eine Fortsetzung?)
    Ich wünsche übrigens gutes Durchhaltevermögen auf den Landstraßen der Toskana.

  2. Don , an Karl lassen Sie nun...
    Don , an Karl lassen Sie nun wirklich kein gutes Haar. (Sagt man das so?) Beanspruchen die Franzosen den Herrn nicht sogar für sich – man könnte ihn abschieben.

  3. Warum geißeln Sie nie die...
    Warum geißeln Sie nie die Windrad- und Solarstromlobby??.
    Die sind doch nicht minder aktiv und bei Politikern erfolgreich, als Atom- oder Pharmalobby. Und arbeiten mit den gleichen Mitteln und Methoden auch nur zum Eigennutz!
    .
    Paßt halt nicht in Ihr Klischee.
    Und dadurch wird aus Plauderei leider nur allzuoft Propaganda.
    Schade darum!
    Die Beiträge gewönnen!

  4. Junger Mann@: Haben Sie die...
    Junger Mann@: Haben Sie die Sbirren der Lega nord ungehindert durchgelassen? Nachdem die Langobarden es von Schleswig-Holstein meerumschlungen bis an den Po geschafft hatten, um dorten richtig Remedur machten-s´ muass a Ruah do hobn-steuerte Barbarossa (nein, nicht aufm Radl) auf´s Neue diese Gegend an um den Vorgang zu wiederholen. es blieb auch was hängen dabei. Der Reliquienschatz der Hl. drei Könige mußte den aufmüpfigen Milanesen abgeköpft werden, Milano delendam. Rainald von Dassel, (* zwischen 1114 und 1120; † 14. August 1167 in Rom) war von 1159 bis 1167 Erzbischof von Köln und Erzkanzler von Italien, durfte die Sore heim ins Reich nach Köln bringen-mer losse dä Dom in Kölle. Wünsche geruhsame Weiterfahrt in ein sonniges Alter hinein.
    Ciao
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rainald_von_Dassel

  5. Don Ferrando, ich habe für...
    Don Ferrando, ich habe für die Windstromfonds genauso wenig übrig, da gibt es genug allerschwärzeste Schafe, und die AKW-Betreiber werden in der Richtung auch nicht netter und grüner werden. Allein, das war kein Gegenstand der letzten paar Tage.

  6. Damit man Monza auf der...
    Damit man Monza auf der richtigen road map auch wirklich findet…
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Droysen_-_Ostr%C3%B6misches_Reich.jpg

  7. "Es erscheint eigentlich nur...
    „Es erscheint eigentlich nur sinnvoll, dass Eliten die sie bevorzugenden Verhältnisse fördern und aus Eigeninteresse nicht zum Schaden aller anderen agieren.“
    Große Worte, gelassen ausgesprochen. Und ab dann kann man sie in einem schönen Beitrag widerlegen. Aber diese großen Worte sind eben falsch. Schon aus Eigeninteresse dürfte niemand einen anderen ermorden, denn lebenslanger Knast (oder sogar die Giftspritze) ist keine erfreuliche Perspektive. Die Regel funktioniert nicht. Es glaubt auch niemand, dass sie funktioniert. Allerdings genügt es auch nicht, schädliches verhalten unter drakonische Strafen zu stellen (siehe oben).
    Und schließlich: Auch unter den Langobarden oder Carolus magnus war doch nicht alles schlecht. So soll z.B. das alte römische Schulwesen unter den Langobardenkönigen noch zu großer Blüte gekommen sein. Sie können mit so einem Artikel doch den Langobarden nicht den Stolz auf ihre Biographie nehmen wollen, Sie Besserwessi! Nur wegen ein paar abgeschnittener Nasen und Ohren!

  8. Danke, Don Alphonso, für den...
    Danke, Don Alphonso, für den Hinweis auf Gebrauchtpreise! Ich hätte fast ein Bianchi für 300,- erstanden. Puh!

  9. Ein interessanter...
    Ein interessanter Brückenschlag von Karl I über Basel III zu Hartz IV.

  10. Schöner Vergleich, Don, auch...
    Schöner Vergleich, Don, auch wenn ich nicht an die heutige Alternativlosigkeit glaube – man betrachte nur die gesammelten Umwälzungen des letzten Jahrhunderts, die durchaus abwechselnd für oder gegen die Eliten gerichtet waren. Aber vielleicht sollte man trotzdem unsere Herren Lobbyisten demnächst mit Langschwertern ausstatten, das käme deren Auftraggeber sicherlich billiger.

  11. Siamo come eravamo, signore....
    Siamo come eravamo, signore.

  12. Die Langobardischen Adligen -...
    Die Langobardischen Adligen – nicht nur deren Untertanen – hielten ihr Verhalten bestimmt auch für alternativlos; immerhin waren sie von Peers umgeben, die sich ebenso verhielten. Wer wagt da schon den ersten Schritt zu einer anderen Rationalität?

  13. Werter Don,
    wenn Ihr nach...

    Werter Don,
    wenn Ihr nach Siena fahrt, so ist Sant’Antimo ein Muss: http://www.antimo.it/
    Grüße aus der Höhle,
    BB

  14. Als echter Bayer können Sie...
    Als echter Bayer können Sie offenbar einem Franken nicht das Attribut „groß“ gönnen – sie verhalten sich schon wie die CSU….
    Sehen Sie die Langobarden doch mal einfach als Staatspartei und denken Sie an das bekannte Bonmot von der Steigerung Freund – Feind – Parteifreund.

  15. Langobarden? Cividale, ehemals...
    Langobarden? Cividale, ehemals Forum Iulii!

  16. Ob (entfesseltes)...
    Ob (entfesseltes) Langobardenreich oder unsere jetzte (lobbygestützte) Merkelokratie:
    .
    „Das Leben ist unfair: Wer wenig Bildung hat, bekommt einen schlechter bezahlten, meistens weniger befriedigenden Job; muss an die zehn Jahre früher mit der Arbeit anfangen als der Studierte; geht früher – und das heißt: mit Abschlägen – in Rente, ist öfter krank und stirbt früher. Seine Kinder wiederum haben schlechtere Startchancen, versagen öfter in der Schule, setzen den Kreislauf fort. Kaum verwunderlich, dass sich in den unteren Gesellschaftsschichten ein grummelnder Unwille breit macht, wenn „die da oben“ das Hohelied des Arbeitens bis ins hohe Alter singen.
    Der Professor, der sich mit 65 wohldotiert aus der Lehrverpflichtung zurückzieht, hat vielleicht 35 Jahre gearbeitet; der Gerüstbauer, der es nach einem Sturz mit 56 sein lässt, hat womöglich 40 Arbeitsjahre auf dem Buckel. Und es geht nicht nur um Gerüstbauer, Stahlarbeiter oder Bergleute. Auch Grundschullehrerinnen oder Kindergärtnerinnen mag man nachsehen, wenn sie mit 60 das Gefühl haben, einer schreienden Kinderschar nicht mehr gewachsen zu sein.“
    .
    Das ist genau das, was ich gegen solche „Eliten“ hab (sie lassen einen früher und verarbeitet in den Sarg springen, und das Schlimmste: sie sorgen dafür, dass die Nachfahren dieser Zammg’ärberten (Fränkisch, auf deutsch: Runtergearbeitenm, Verbrauchten) „Unteren“ ebenfalls keine Chance haben und unten bleiben) und mein Urteil über Eliten wird auf meine Jahre nicht besser, sondern eigentlich schlechter.
    Ach, die Quelle (man glaubt es kaum, die WELT): http://www.welt.de/politik/deutschland/article4191675/Rente-mit-69-Die-fetten-Jahre-sind-vorbei.html

  17. "Die große Bewährungsprobe...
    „Die große Bewährungsprobe des Fortschritts ist nicht, ob wir es schaffen, denen mehr zu geben, die im Überfluss leben, sondern, ob wir es schaffen, denen mehr zu geben, die zu wenig haben.“ Franklin D. Roosevelt
    Tja, da hat sich der Fortschritt wohl nicht bewährt, oder?

  18. Werter Don, aber, aber, das...
    Werter Don, aber, aber, das war doch hoffentlich keine verklausulierte Aufforderung unseren armen Bänkern bei Fehlverhalten mal Nase und Ohren abzunehmen oder gar Ihr Geld! Trotz der Politik im Lande wäre dass doch recht unzivilisiert. Obwohl…
    Viel Spaß auf der Tour!
    Grüße FS

  19. Wehrter Don,
    ich trauen in...

    Wehrter Don,
    ich trauen in den heutigen Zeiten den Mietpolitikern in Berlin
    bei weitem nicht soviel Kultur zu wie den von Ihnen
    beschriebenen Königen.
    Herzlichst P.

  20. " Es erscheint eigentlich nur...
    “ Es erscheint eigentlich nur sinnvoll, dass Eliten die sie bevorzugenden Verhältnisse fördern und aus Eigeninteresse nicht zum Schaden aller anderen
    agieren.“
    Das ist es, was mich seit ca. 15 Jahren so verwundert und in immer ungläubigeres Erstaunen versetzt (genauer wohl seit der Wirtschaftskrise 1993/94) und mich dazu gebracht hat die RTL-TV-Programme incl. Bertelsmann-Stiftung als eine
    einzige Persiflage auf die Eliten aufzufassen.

  21. Werter Don,
    auch wenn man...

    Werter Don,
    auch wenn man über Unterschiede und Ähnlichkeiten sicher streiten könnte gefällt mir Ihr heutiger Bogen vom Frühmittelalter in unsere Zeit ausgesprochen gut.
    .
    Ich denke, bei der Frage, ob Eliten generell aus Eigeninteresse die Zustände, die sie zur Elite machen, zu erhalten versuchen, sollte nicht unberücksichtigt bleiben, was Sie anderswo schon sehr treffend dargelegt haben: Eliten neigen dazu, mit der Zeit zu degenerieren. Und es könnte somit einfach Dummheit sein, wenn die Elite an dem Ast zu sägen beginnt, auf dem sie sitzt. Ob dies bei den Langobarden eine entscheidende Rolle spielte, mag ich nicht zu sagen. Heute jedoch denke ich lässt sich dieses Phänomen recht eindeutig beobachten.

  22. In der Makusrepublik wurden...
    In der Makusrepublik wurden Amtsträgerfür Fehlverhalten und Fehlentscheidungen bestraft und bei finanziellen Defiziten oder Verlusten mußten sie bzw. deren Erben diese ausgleichen. Steuerschuldner wurden öffentlich bekanntgegeben, was man „Diebe ausrufen“ (stridar i ladari) nannte, denn sie waren nach damaliger Auffassung „Räuber der Gelder des heiligen Markus“ (robbato li danari di San Marco). Leichname von Schuldnern konnten besonders kenntlich gemacht werden.
    Vielleicht hatten diese Altvorderen ja nur eine andere, bessere Tradition, weil es ihnen gelungen war, sich auf ihren Inseln die Langobarden vom Halse zu halten.

  23. Meine Frau, Brasilianerin aus...
    Meine Frau, Brasilianerin aus der gehobeneren Schicht, pflegt ab und an zu bemerken, dass in Deutschland eine sehr kommunistische Geisteshaltung gepflegt zu werden scheint. Ich mache sie bei solchen Gelegenheiten gern darauf aufmerksam, dass ein Land wie Deutschland eben nicht über (noch) unerschöpflich fließende Rohstoffe oder einfach nur Platz verfügt, die es den gehobenen Schichten erlaubt, ohne Rücksicht auf die unteren Schichten (eine Mittlere gibt es eigentlich nicht) nach ihrer Facon zu leben.
    Fakt bleibt aber auch, und so muss ich meiner Frau teilweise Recht geben, dass in Deutschland Reichtum und Macht grundsätzlich und mehr als nur gelegentlich mit Misstrauen und Kritik belegt werden. Ein Erbe unserer deutschen Geschichte, nehme ich an. Ich bezweifle halt nur, dass, nachdem irgendwann das meiste Hirn und Geld aus dem Land geätzt worden ist, der große Feldherr Karl einziehen wird. Eher stehen die Türken vor Wien.

  24. @Vroni
    Mir geht es genauso,...

    @Vroni
    Mir geht es genauso, allerdings habe ich sowieso keine Hoffnung, dass ich als Rente mehr als eine Grundsicherung vom Staat erhalten werde. Was mich nämlich auch fassungslos macht, ist die skandalöse Reallohnentwicklung, die in der öffentlichen als auch in der Rentendebatte keine Rolle spielt. Denn wer wenig verdient, kann wenig in die Rentenkasse einzahlen. Und ich möchte nicht wissen, was los sein wird, wenn in 10-20 Jahren ein Großteil der Arbeitnehmer in Rente geht, die noch gute alte Arbeitsverträge mit anständigen Löhnen vorweisen können.
    *
    Die Fakten:
    Die Reallohnentwicklung in Deutschland ist negativ (von 2000 bis 2008 um 9% gesunken), die Lohnquote inzwischen auf einem historischen Tiefstand angelangt.
    Das ist alles keine Geheimnis, das kann man schon bei Wikipedia nachschlagen. Wenn man sich diese schöne Grafik anschaut, (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Nettoreall%C3%B6hne_D.png&filetimestamp=20100802045309)
    dann lässt sich gut erkennen, dass die Reallöhne von 2008 nicht ganz an die von 1972 herangekommen sind.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Reallohn
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lohnquote
    @ego
    Sehr schön. Ich denke auch, von Fortschritt kann also nicht die Rede sein.

  25. Der Autor hat keine Ahnung,...
    Der Autor hat keine Ahnung, warum sich damals Germanen in Oberitalien durchsetzten:
    Sie hatten das modernste weltliche Recht, das Genossenschaftsrecht, dass alle Bevölkerungsgruppen integriert und nicht zwischen Sklaven und Bürgern unterscheidet.
    Das römische Recht war mit dem Christentum damals nicht vereinbar, weil es zu individualistisch und eben nicht individuell- kooperativ geprägt war.

  26. Staffrlberg, mit Verlaub - das...
    Staffrlberg, mit Verlaub – das Recht der Langobarden war das um Gewohnheitsrechte ergänzte römische Recht. Es gibt sogar Regeln, wie mit Sklaven im Falle einer Taufe zu verfahren ist. Alles weitere hier:
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Edictum_Rothari
    .
    Also bitte etwas vorsichtig sein mit Sprüchen wie „hat keine Ahnung“.

  27. Nun ja, die Langobarden....
    Nun ja, die Langobarden. Vielleicht waren sie ja einfach mit dem seßhaften Stadtleben überfordert und begriffen es darob nicht, wie man damit umzugehen habe, um dauerhaft so leben zu können. Danke für das Bild vom Dom in Monza, das ist ja ein ganz eigentümliches Beispiel italienischer Gotik (Kennzeichen, SIW: gestreifte Wände). Den Bogen zu heute finde ich arg schräg, denn wir haben intrigierende Funktionseliten, die mit Geld regeln, nicht schwertschwingende Durchsetzungsbolzen. Das ist etwas sehr anderes. Die Eliten der Serenissima waren sehr anders, und die Serenissima konnte sich lange halten. Die Langobardenherrschaft scheint eher sowas wie die mongolische Dynastie in China zu sein – vorübergehend, nicht langfristig erfolgreich.

  28. Tja wo ist der Karl der Große...
    Tja wo ist der Karl der Große des 21. Jahrhunderts, der die Bankster vertreibt?

  29. Dieser "Change"-Präsident ist...
    Dieser „Change“-Präsident ist es jedenfalls nicht.

  30. Verehrter Gastherr, lieber Don...
    Verehrter Gastherr, lieber Don Alphonso, heute Nachmittag standen wir (Madame et moi) auf der Treppe zum Palais des Papes in Avignon. Kurz-ich gebe es zu, sehr kurz-kam mir das Bild eines sonnenbeglaenzten Sunbeams in den Sinn. Das Bild eines altenglischen Autos, welches man hier nur sehr selten sieht, aufgestellt von einem gut gekleideten Herren, begleitet von einer gutbebeinten Dame mit wehenden bunten Baendern am Strohhut. Stattdessen sah ich Plastikflaschen tragende, berucksackte Touristen, deren weiblicher Teil nicht immer meinen sehr bescheidenen estaethischen Normen entsprach. Nun ja, so wie Intelligenz nicht in gleich grossem Masse auf die Menschheit verteilt wurde, so ungerecht gingen die Goetter mit der Schoenheit um. Traurig, traurig.
    .
    Nun muss ich hier lesen, dass selbst das Radeln eine ernste Angelegenheit ist, die Sorgen ums Geld einen an den Rand des Grabes treiben, selbst das schoene Italien den gebildeten Menschen nur ueber Mord und Totschlag sinnieren laesst.
    Herrschaftszeiten!
    Wird’s hier noch mal heiter? Wird’s hier noch mal albern? Wird’s hier noch mal heiter und froehlich? Es waere doch sehr zu hoffen.
    .
    So, ich ertraenke nun meine Trauer in einem ziemlich maessigen Vin de sables aus der Camargue. Das ist ueberhaupt nicht lustig. Glaumsemirdas.
    Morgen werden wir unseren Reisetat in einem 5Sternehotel ruinieren. Danach wird es ein Campingplatz. Keine Rose ohne Dornen.
    .
    Ich wuensche Ihnen vòn ganzem Herzen eine gehoerige Ausschuettung von Endorphinen.
    Wie immer der Ihre. Filou

  31. Heute im Restaurant am...
    Heute im Restaurant am Nebentisch.
    Gast lacht: Bruahaha!
    Madame zu mir: Ach uebrigens Tony Curtis ist gestorben.
    Ich: Ahhhh! Osgood…
    .
    (Orange Wi-Fi ist teuer. Muss auf aufhoeren.)

  32. Werter Don, alles recht! ihre...
    Werter Don, alles recht! ihre Beispiele zu Pharma-, Atom- und anderen Lobbyisten, die ihre Gelüste mit Mitteln des 21. Jahrhunderts kommunizieren und an den rechten Stellen zu verwirklichen wissen. In den AtomZWISCHENlagern hat schon länger keiner mehr Inventur gemacht; die Pharmabranche in Deutschland ist besser verdrahtet als irgendwo in Europa.
    .
    Aber: „Elitenversagen“ im Deutschland von heute – ich weiß nicht recht. Das treffendste Bild über den gesellschaftlichen „Zusammenhang“ bleibt die klassische Rede des Patriziers vor dem Plebs von Rom: das Gemeinwesen bedarf des Magens wie der Glieder. Und der „Stoffwechsel“ scheint ganz gut in beide Richtungen zu laufen. Nehmen wir zB. das Thema der Einkommenssteuer-Aufkommens in D. Sie müssten es eigentlich aus Rottach-Egern wissen: Es findet bei näherem Zusehen eine ziemlich gerechte Lastenverteilung statt, bei der die starken Schultern mit Abstand das Meiste zu tragen haben.
    http://www.bpb.de/wissen/I1WQ8G,0,0,Einkommensteueranteile.html
    .
    Ceterum censeo dass Sie sich anständig vergnügen sollten in Bella Italia; diesseits der Alpen hört und liest man gern Ihre Berichte aus Arcadien.

  33. Ich frag mich schon länger,...
    Ich frag mich schon länger, was mit Obama los ist.
    Ich war nie ein großer „Change“-Jubler. Nur damit halt ein „Change ist, ist Change als Inhalt zu schwach.
    Aber ich hätte ihm mehr Durchsetzungsvermögen gegönnt. Immerhin scheint er mit der Erneuerung der amerikanischen Gesundheits-Unsystems etwas vorangekrebst zu sein, aber ich habe das länger schon nicht mehr verfolgt. War auch länger nichts mehr in unseren lieben Leitmedien, oder ich habs verpennt.
    .
    @ windsbraut
    Wrr spricht denn gern von unseren Oberlangobarden über sinkende Reallöhne, harhar. Wie unsexy.
    :-)
    Stattdessen wird die kömmende demografische Großdelle bezichtigt, dass sie DAS solidargemeinschaftliche Rentenproblem sei. Noch „konkreter“: Gebärunwillige Frauen seien die Schuldigen am Demografieproblem. Da wird ganz schön ein Problem auf einen Teil der Bevölkerung geschoben. Nannte man das nicht früher Sündenbock ode Schwarzer Peter?
    .
    Die Sündenböckin
    (Habe es „nur“ auf 1 Kind gebracht, bin also ein gesellschaftlicher Vollversager…)

  34. Die fränkischen Merovinger...
    Die fränkischen Merovinger haben es in Frankreich genau so getrieben. Sie haben nur etwas früher angefangen und waren darum auch früher wieder fertig („first in, first out“ oder so).
    Hätte man den Langobarden noch ein oder zwei Jahrhunderte ruhige Fortentwicklung ihrer politischen Kultur gegönnt, wäre aus Italien vielleicht auch politisch ein Stiefel geworden.

  35. Der Change-Präsident war nur...
    Der Change-Präsident war nur das kleinere unter zwei großen Übeln …

  36. @Filou
    ...Keine Rose ohne...

    @Filou
    …Keine Rose ohne Dornen…aber:
    Lass die Dornen, pflücke die Rose; du bist auf der Suche nach deinem Schmerz
    http://www.youtube.com/watch?v=a0cTBSBWvbo&feature=related

  37. Alfonsos Text leidet unter dem...
    Alfonsos Text leidet unter dem Tageslicht, 11:17 Uhr !
    Die üblichen Klischees, an den Haaren, nein, an den langen Bärten herbeigezogene Vergleiche, Schmalspur wie die Fahrradreifen, alles in allem: fehlende liberalitas bavariae.
    Schlecht drauf war der Autor, schlecht gegessen wird er haben: darum mangelte es an den sonst geläufigen Hinweisen, daß die Langobarden eigentlich dumme Ossis waren, schlechtgekleidete halbbalkanesiche Saupreissn, Genträger mit Migrationshintergrund. Dazu klebrige Solidarität der blogger untereinander, Jahrtausende übergreifend, mit diesem Paulus Diaconus…
    (und fehlende Ahnung zu widerlegen dauerte 1:08 Std.,
    zum Glück gibt´s Wikipedia)
    http://bar.wikipedia.org/wiki/Liberalitas_Bavariae
    Schreibe er wieder zur Geisterstunde !

  38. Ja wer hat denn nun die...
    Ja wer hat denn nun die Treteimer mit eingebauten Wadenkrämpfen und aufgespießten Seitenstichen erfunden? Die Langobardenschwerter taugen doch wohl nur zur finalen Notbremsung. Und wie war das mit den Clenbuterolwerten in überbackendem italienischem Käse? Von wegen Nahrungsergänzungsmittel!

  39. Diese Stuttgarter Schülerdemo...
    Diese Stuttgarter Schülerdemo kann ja auch nur gedopt gewesen sein. Sofort sperren!

  40. Sehr geehrter Filou, das ...
    Sehr geehrter Filou, das wird hier nochmal fröhlich, albern und heiter,
    wenn Sie endlich einmal Ihre Calvados-Geheimnisse verraten würden.
    Daß Sie auf dem Camping-Platz landen könnten glaube ich Ihnen aller-
    dings nicht. mfG T.

  41. Wo haben die Venezianer...
    Wo haben die Venezianer eigentlich ihren Löwen her? Hmm.

  42. @minna
    Hallo, mit RTL habe ich...

    @minna
    Hallo, mit RTL habe ich mich noch keine Sekunde direkt beschäftigt, da kann ich nix zu sagen. Aber für den Hinweis, die Ergüsse der Bertelsmann-Stiftung als Kabarett-Einlagen zu betrachten, möchte ich mich herzlich bedanken. Nur: Wenn dann ein (Miet-)Politiker eine Bertelsmann-Studie zitiert, ist das ja so ähnlich, wie wenn Dieter Hildebrand Wolfgang Neuss zitiert. Oder so.
    Und zum Beitrag überhaupt: Ist denn nun unser politisch-soziologischer Gärungsprozeß biologisch, also darwinistisch (,also sarrazinisch)? Dann schafft die Elite sich nicht ab, weil der Parasit nie sein Wirtstier ausrottet. Oder greifen hier Mechanismen wie bei den berühmten Lemmingen?
    Wie immer mehr Fragen als Antworten. Ein schönes Wochenende allerseits und besonders dem Don K

  43. Die Soziale Marktwirtschaft...
    Die Soziale Marktwirtschaft bedeutet m.M.n. Stability, Sustainability und Solidarity. Und was Solidarity betrifft, wäre es nicht fair und angemessen, in diesen schwierigen Zeiten, die Beiträge an die Bürokraten in Brussels zu kürzen?

  44. filou 30.9 um 21.59h
    Der Gast...

    filou 30.9 um 21.59h
    Der Gast am Nebentisch war (darauf wette ich) wahrscheinlich der (noch) Schweizer Bundesrat und ehem. Finanzminister Hans-Ruedi Merz.
    http://www.youtube.com/watch?v=Ps6e_toM26I

  45. "Die Geschichte ist ein...
    „Die Geschichte ist ein Friedhof der Eliten“, werter Don. Also warum die Aufregung und die gelegentlich abenteuerlichen historischen Analogien? — Keine Sorge, Abenteuer ist bei mir positiv besetzt, was allerdings manche Ihrer Reise- und Denkwege nicht richtiger macht.
    Vom Ende her gesehen sollte man sich sowieso eher fragen, warum etwas so lange gehalten hat.

  46. Der Witz an der Geschichte...
    Der Witz an der Geschichte ist, dass die Langobarden lange Zeit agilulfingische Herrscher hatten – also Bajuwaren… Es steht also zu befürchten, dass der Schoß, der diese Zustände gebar, noch fruchtbar ist… denn im Gegensatz zu den Langobarden haben dieses Völkcken und seine westgermanischen Vettern (Sachsen, Franken, Sueben, Angelsachsen…) noch nicht das Zeitliche gesegnet…
    Und an den Zuständen hat sich auch nur geändert, dass das Langschwert durch die üppig dotierte Abfindung ersetzt wurde…

  47. @vroni - aber haben wir nicht...
    @vroni – aber haben wir nicht in den letzten Wochen gar zu häufig um die Ohren gehauen bekommen, dass sich nur die richtigen Frauen des Gebärens verweigern und die falschen Frauen Kinder en Masse bekommen, für deren Unterhalt der brave Steuerzahler aufzukommen hat?

  48. Werter Don,
    ich bin auf den...

    Werter Don,
    ich bin auf den Artikel gespannt, in dem Sie es mal nicht schaffen, einen Seitenhieb auf das von Ihnen so verachtete Berlin loszulassen. Wären Sie eigentlich mit einer anderen Haupstadt / einem anderen Regierungssitz glücklicher?
    Nicht dass Sie mich falsch verstehen: Ich bin auch kein Berlin-Fan, aber Ihren Grimm teile ich dann doch nicht.
    .
    @Filou:
    Sie sind ein Snob! Bleiben Sie’s bitte auch, ich find’s prima.

  49. krusty20, Bonn fand ich sehr...
    krusty20, Bonn fand ich sehr angenehm und attitüdenfrei passend.
    .
    Markgraf von Burgau, ich denke, das hat sich in den Jahrhunderten einfach alles verwaschen.

  50. Nur ganz kurz zur Kontroverse...
    Nur ganz kurz zur Kontroverse Staffelberg – DA: Geschätzter Don, Ihr Artikel ist tatsächlich hochgradig amüsant, allerdings zumeist wg. der wunderschön abseitigen Wertungen. Was die Realität in Langobardicis angeht: Ei wei geschrien. Ein Beispiel: Sie zitieren als Beleg dafür, daß das Recht der Langobarden das um Gewohnheitsrechte ergänzte römische Recht gewesen sei, ausgerechnet den Wikipedia-Artikel „Edictum Rothari“. Und was liest man dort wörtlich? „Das ER war … kaum von Einflüssen der römischen Rechtstradition beeinflußt“ (sic! Schlechtes Deutsch, aber sicherlich vertretbar). Ja, was denn nun? DA oder Wiki?

  51. @ Don Alphonso: aus der Ferne...
    @ Don Alphonso: aus der Ferne betrachtet sind die deutschen Eliten relativ bescheiden. Das Volk wird anderswo ausgeblutet. Z.B. in China. Im angeblichen Retter der Weltwirtschaft zeigen die Boersenindexe seit langen nach unten. Warum? Nun, die Chefs legen die Gewinne gerne privat im Ausland an, z.B. in teuren Immobilien. Da bleibt dann fuer das Aktienvolk recht wenig uebrig…
    .
    Natuerlich kann man verbessern, sollte nach Besserung streben. Aber historisch gesehen stehen vor der Erkenntnis meist blutige Revolutionen. Unsere demokratischen Verhaeltnisse haben unsere Vorfahren teuer erkauft. Das steht anderen Nationen- den rohstoffreichen Schwellenlaendern- noch bevor.
    .
    Denkt man an den moeglichen Preis, den eine weitere Verbeserung unsere Verhaeltnisse vielleicht uns kosten koennte, so ist doch vielleicht groessere Toleranz moeglich.
    .
    Auch wenn wir wohl kaum noch Kathedralen hinterlassen werden…

  52. @ Cassandra
    "... und die...

    @ Cassandra
    „… und die falschen Frauen Kinder en Masse bekommen…“
    .
    Zuchtbetriebe für besonders ausgewählte blauäuige blonde Hengste und Stuten gabs letztens bei Lebensborn … Da sollte wohl mal die ultimative Elite entstehen.

  53. Ich frage mich, ob der erste...
    Ich frage mich, ob der erste Absatz womöglich noch wirkungsvoller gewesen wäre, hätte man ihn einfach für sich sprechen lassen. Großes Tennis.

  54. Noch so`n unfrisierter...
    Noch so`n unfrisierter Gedanke:
    Wenn unsere heutigen Politiker von „sozialer Gerechtigkeit“ reden, meinen sie meistens „Gleichheit“. Nach dieser Maxime wäre dann das unterschiedslose Niedermetzeln der Bevölkerung nach der erfolgreichen Belagerung ein Akt sozialer Gerechtigkeit.

  55. Die Alternative zur...
    Die Alternative zur Alternativlosigkeit ist eine 1789-Replik. Oder meinethalben auch eine, die sich an englische Zeitläufte von 1649 erinnert.
    .
    @Kalchas: Lemminge stürzen sich nicht freiwillig in den Tod. Das veranlassen die Pflanzen, die sie gemeinhin so fressen. Wenn es denen nämlich durch die Nagezähnchen allzu sehr und lange an den Chlorophyll-Leib geht, reduzieren sie ihren Nährwert. Das zwingt die Lemminge dann – vor Hunger – auf Wanderschaft zu gehen, auf der dann viele wegen Unterernährung und Erschöpfung sterben. Insofern sind die Lemminge ein prima Beispiel für eine sich selbst auslöschende Elite (sofern man Lemminge mit Elite und Pflanzen mit dem diese ernährenden Volk gleichsetzt).

  56. Das mit dem Recht der...
    Das mit dem Recht der Langobarden ist für die Stützen der Gesellschaft doch ein schönes Thema und wird von der Rechtsgeschichte gerne als einer der wichtigen Entwicklungsschritte auf dem langen Weg in die Moderne gesehen, soweit meine Kenntnisse das noch hergeben.
    Aber das Langobardenrecht als Genossenschaftsrecht zu bezeichnen ist – bestenfalls! – Denken des 19. Jh. (Giercke?). Es war damals oft mehr Ahnung als Quellenkritik im Spiel. Es scheint daher in gewisser Hinsicht konsequent eine Ahnung als fehlend zu unterstellen, ist jedoch weder zeit- noch dem Salon gemäß und man hört das Mahlen der Ideologien: Man male sich das Bild: Der germanische Usurpator, nackend und Hinterhaupt frei rasiert und vorne wild die Mähne über das Antlitz kommt mit seinen Genossen von der Elbe (ich glaube über die Po-Ebene von Triest her?) nach dem lieblichen Süden und zeigt den römischen Individualisten wo das Sachs und die rechte Genossenschafts-Rechtsordnung hängt.
    So trägt jede Disziplin seine schalkigen Seiten mit sich – dafür dürfte sich nicht jeder hier interessieren. Deshalb sei nur noch kurz folgendes angemerkt.
    Die Artikel in Wiki bestätigen in ihrer Indifferenz den unklaren Bezug zum römischen Recht: mit einer symbiotischen Aneignung und Annäherung von Rechtsordnungen mag sich der Rechtshistoriker selten anfreunden, aber das Edictum Rothari ist jedenfalls erst 100 Jahre nach dem Einfall entstanden und – wie so häufig, wenn es um gesellschaftliche Umwälzungen geht – ein Straf- und Verhaltensrecht, daß keinen geringen symbolischen Charakter getragen zu haben scheint – so wie der Sachsenspiegel, der die alte Ordnung behaupten wollte und die peinliche Halsgerichtsordnung, welche sich (erstmals mit formalen Normen zur Prozeßleitung) gegen die feudalen Interessen durchsetzen, jedenfalls Friedenssicherung durch Regelahftigkeit und Rechtseinheit will: es (das Langobardenrecht) ist, neben dem sicher auch funktionalen Aspekt der notwendigen Friedenssicherung, voluntativ. Das römische Recht ist dagegen eher ein funktionales Recht mit einer streng formalen Ordnung: es besteht überspitzt gesagt und um die Wendung auf das heutige Thema zu erreichen, aus der Erkenntnis, das die Form mehr als der Wille (als Willkür) zur Sicherung der eigenen Existenz beiträgt. Daher sind die Stützen beständig, wenn sie sich zur Regelhaftigkeit bekennen und der Wille zur Ordnung vergänglich, wenn Verhaltensweisen zu sehr normiert werden.

  57. Das lächerliche Gegeifere...
    Das lächerliche Gegeifere rührt daher, dass dort offensichtlich ambitionierte berufliche Projekte in der Spree versunken sind. Dafür kann diese wunderschöne Stadt aber gottseidank nichts.

  58. Das Leitmotiv scheint in der...
    Das Leitmotiv scheint in der Luft zu liegen. Reuter wettert gegen den Egoismus der Eliten in einem Buch, das heute herausgekommen sein soll, Precht hat sich gestern dazu auf SPON ausgelassen. Egoismus – ob von Eliten oder anderen Chargen – ist keine Degeneration, sondern eines der stärksten menschlichen Motive (zum Glück nicht das einzige, sonst wäre unsere Spezies bereits perdu). Er verschwindet nicht durch reine Einsicht in seine Nachteile, man kann aber diese Einsichten nutzen, um Institutionen zu schaffen, die ihn ausgleichen oder im Zaum halten. Für Letzteres wurde einst bei den ollen Griechen die Demokratie ersonnen. Die funktioniert (so gut sie es überhaupt kann), wenn man sich auch um sie kümmert und nicht – ganz egoistisch – glaubt, dass sich dafür schon irgendwer finden wird.
    Filou, dass es Sie unter die Camper zieht, finde ich schon lustig. Warum nur? In memento Schweijk? Niederländische Assimilation? Anthropologische Studien? Kein brauchbares Hotel nahe der Calvadosdestille? Sire, gewährt Aufklärung!

  59. Schön geschrieben, es hält...
    Schön geschrieben, es hält uns und unserer Regierung einen Spiegel vor den Augen und zeigt wie dekadente Elite sich selber den Boden für den eigenen Untergang bereitet.

  60. @HansMeier555: Die Venezianer...
    @HansMeier555: Die Venezianer haben nicht irgendeinen Löwen, sondern das Symboltier des Evangelisten Marcus sich zum Wappentier erwählt. Bekanntlich soll der heilige Mann eine derartige Verbundenheit mit der Lagunenstadt gefühlt haben, dass er bei einem Brand des ihm geweihten Domes der Serenissima – bei dem nach naturgesetzlichen Bedingtheiten seine dort verehrten Gebeine in ihrer irdischen Existenz bedroht wurden – aus einem geborstenen Pfeiler des Domes (s)einen Arm herausreckte und so seine Schützende Hand den Veneziern auch zukünftig versicherte. Es geht doch nix über einen soliden „Überbau“!
    http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.panoramio.com/photos/original/23343210.jpg&imgrefurl=http://www.panoramio.com/photo/23343210&usg=__DBupD9RrnLrZHfboQJvXtGJTo8s=&h=681&w=1024&sz=536&hl=de&start=10&zoom=0&itbs=1&tbnid=iv5vq9B81lLiaM:&tbnh=100&tbnw=150&prev=/images%3Fq%3Dpax%2Btibi%2Bmarce%2BVenedig%26hl%3Dde%26client%3Dfirefox-a%26rls%3Dorg.mozilla:de:official%26gbv%3D2%26tbs%3Disch:1

  61. Der Gärtner, Sie werden...
    Der Gärtner, Sie werden lachen, aber es gab dort genug, was ich hätte sonst tun können. Ich war auf drei Monate befristet in Berlin und musste mehrfach verlängern. Allerdings wartete daheim dann eine ganz andere Aufgabe auf mich, der ich mich nicht entuiehen konnte. Und wollte. Mit der ich bis heute sehr zufrieden bin.

  62. liebe runde, lieber...
    liebe runde, lieber jean-jacques, zu HansMeier555s venedig: und was sitzt eigentlich auf der anderen säule da vorne bei der biblioteca?
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b6/Venedig_Marcusplatz_1825_retouched.jpg
    .
    cher Filou, lassen sie es sich gutgehen. ich kenne vom wegsehen einen ganz netten campingplatz an der küste, da brauchen sie nichts mitzubringen ausser sich selbst, Madame und den calvados und die angemessenen körperhüllen. dort gibt es im rahmen des tausches von werten alles…
    erstatten sie bericht!
    sicher haben sie heute schon das reizende avignon hinter sich gelassen, diese in politischer hinsicht sehr französische papststadt mit der besonderen brücke, die zwischenzeitlich ebenso hielt, wie so manche versprechen vermeintlich schöner frauen oder männer?

  63. krusty20@: Hier im Blog habe...
    krusty20@: Hier im Blog habe ich schon mal ähnliche Auffassung vertreten, wie nachstehend erläutert. Diese Idiosyncrasie des werten Herrn DA ist sozusagen auf ein Sarrazenistisch-traditionelles Gen zurückzuführen. Welches sofort Endorphine ausschüttet sobald die Worte-Berlin-oder-Preussen-fallen. Diese Worte lösen m. E. einen 1866er Reflexautomatismus aus. Wären z. B. München oder Frankfurt Regierungs-und Parlamentssitz geworden, das Symptom wäre nie und nimmer aufgetaucht. Ehem. Meck-Pomm-Bewohner/innen lösen diesen Effekt womöglich (?) mit aus.

    LotharPawliczak@: stridar i ladari = Stritzi, der: Im Altbaierischen als Wortwurzel über Luitprand von Cremona, nachdem er mit dem Hof von Byzanz verhandelt hatte, somit herübergerettet als quasi altdeutsches Wortgut?
    Liutprand von Cremona (auch Luitprand, Liudprand) (* 920; † vor Juli 972), Auch sein Vater und sein Stiefvater waren 927 als Gesandte in Byzanz.

    Cassandra@: Sie sollten das nicht zu eng und, wie´s Ihr Name schon kündet, nicht zu schwarz sehen, schauen Sie sich mal die diesbezügliche Exploration von Herrn Frank Schirrmacher, Mitherausgeber, im heutigen Feuilleton der FAZ an.
    http://www.faz.net/s/Rub546D91F15D9A404286667CCD54ACA9BA/Doc~E44711A13FF1C42BF8CA9A0B628335D05~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  64. Observator@:Zwegn dem haben...
    Observator@:Zwegn dem haben sich gestern ein Teil der Stuttgarter zur Demo-kratie- Einübung in echt im/am Stuttgarter Schlossgarten mit Wasser begiessen und streicheln lassen.

    Was den Msr. Filou betrifft, der hat ein Faible für 5-Sterne-Hotels, lt. Eigenauskunft. Immer nobel Robert…

  65. Dann hat man Ihnen wohl einen...
    Dann hat man Ihnen wohl einen anderen Korb geschenkt, an dem märkischer Sand zu haften scheint. Sie sind schon ein nachtragender Verlierer. Und auch dafür kann der berliner Dönerhändler (nein, diesmal nicht der per se GUTE Gemüsehandler) aber nun wirklich garnichts.

  66. Der Gärtner, was mich mal...
    Der Gärtner, was mich mal interessieren würde: Benehmen Sie sich in Ihem normalen Leben auch so und wenn ja, findet man sie nicht ein wenig komisch?
    .
    Ich wüsste nichts, was ich in Berlin „verloren“ haben sollte. Mein Vermieter wollte mir meine Wohnung nicht verkaufen, die ich gern genommen hätte, weil ich das Mieten nicht ertrage. Das war es dann aber auch schon.

  67. Die BRD wird keine 200 Jahre...
    Die BRD wird keine 200 Jahre alt.
    Im Vergleich zur heutigen Lebenserwartung, überdauerte das langobardische Reich, aus der Sicht eines langobardischen Unterschlichtlers, gar 400 Jahre.
    Das werden wir deutsche K….er des 21. Jahrtausends nicht hinbekommen.

  68. Noch ein bißchen sixtinische...
    Noch ein bißchen sixtinische Beckmesserei: „Die“ Langobarden gab es ja gar nicht – von den ca. 300.000, die aus der südpannonischen Tiefebene und dem heutigen Slowenien über das Friaul nach Westen drangen, waren etwa 30% elbgermanischer Herkunft, der Rest ein typischer Mischmasch aus größeren und kleineren Clans (Gepiden, Heruler etc.), mitsamt vielen entwurzelten Provinzialromanen aus dem Illyrikum. Deshalb auch die jahrzehntelangen Kloppereien zwischen den verschiedenen „Geschlechtern“ samt Gefolgsleuten(unter ihnen auch Skandinavier, Thüringer, Franken) um die Königswürde, der eben nicht „elitenbedingt“ war, sondern den Aufsteigern Chancen eröffnete. Außerdem waren die langobardischen „Rechtsgenossen“ (gemeinsame Umgangsformen waren wichtiger und wurden ausgehandelt) auch noch Arianer, so der eingangs zitierte Grimuald, der um 660/70 seinen bairisch-fränkischen Rivalen, einen Katholiken, mit Feuer und Schwert bis in die Kirchen verfolgte. Mord an den Diakonen: naja, die hatten eben das andere Gebetbuch. Was, werter Don, meinen Sie, haben Katholiken und Hugenotten, Anglikaner und Papisten im 16. Jh. miteinander getrieben?! Na, ungefähr dasselbe wie Sunniten mit Alewiten, oder gar die Indigenen in der großen dummen Stadt (Berlin) mit Eindringlingen aus der kleinen dummen Stadt (Ingolstadt) – wenn sie könnten, wie sie dürften. Den alten Paulus Diaconus, einen friaulischen Geisel am Hofe Karls des Großen (natürlich Katholik), hat die glaubensgespaltene und zersplitterte Vergangenheit seines Volkes so umgetrieben, daß er einen raffinierten Bewältigungsroman verfaßte: Je schlimmer die Greuel, desto größer die Vergebung. „Alles war immer anders als gesagt“ – den seligen Koselleck hat Frau Merkel soeben schelmischerweise zitiert. Die frühen Langobarden, die letzten Nachzügler der Völkerwanderungszeit und deshalb eher Lumpenpack als „Elite“, hatten das Pech, auf einen heiligen Propagandachef auf der anderen Seite zu treffen, Papst Gregor den Großen.

  69. kampfstrampler, ohne hier zu...
    kampfstrampler, ohne hier zu sehr in die Details gehen zu wollen: Die erwähnte Metzelei hatte keinen religiösen Hintergrund; es ging schlichtweg um eine gekränkte Eitelkeit wegen wenig kooperativer Verhaltewnsweisen italischstämmiger Ureinwohner. Dass es innerhalb der zugewanderten Elite wiederum Machtverschiebungen und Auseinandersetzungen zwischen Clanverbänden gab – keine Frage. Wie sich an späteren Beispielen aber zeigen läst, war man durchaus bereit, germanischen Nachzüglern die ein oder andere Stadt zu übertragen, ohne natürlich die Bevölkerung zu fragen. Dass nicht alle 100.000 – die Zahlen variieren – Zuwanderer König wurden, isz klar, aber nach dem, was man aus der Überlieferung und aus den Befunden langobardischer Friedhöfe weiss, gab es genug Posten, um den meisten ein angenehmes Leben zu erlauben. Inwieweit da Einsprengsel anderer Völker eine Rolle spielen, ist nicht zu belegen, dazu sind die Quellen zu schlecht – aber bei den Gräberfeldern gibt es da keine besonderen Unterschiede.

  70. @Donna Laura: die andere Figur...
    @Donna Laura: die andere Figur auf der Piazetta ist eine Darstellung des Hl. Theodorus; Vorgänger/Kollege im Amte als Stadtpatron von Venedig. Er steht auf einem Krokodil, was natürlich in Richtung des Wassers und damit auch in Richtung Rom eine charmante Geste abgibt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Markusplatz
    .
    Ach so, die Reliquien des Hl. Markus sind natürlich NICHT verbrannt. Sondern, wie schon von Tintoretto uns überliefert, wundersam gerettet worden:
    http://www.google.de/imgres?imgurl=http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/89/Tintoretto.markus.bergung.jpg/320px-Tintoretto.markus.bergung.jpg&imgrefurl=http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Bergung_des_Heiligen_Markus&usg=__hNacDvew_EVb70E6ytLM-ufHlxk=&h=401&w=320&sz=43&hl=de&start=48&zoom=1&itbs=1&tbnid=FeAzmqWVaYHrbM:&tbnh=124&tbnw=99&prev=/images%3Fq%3Dtintoretto%2Bsan%2Bmarco%26start%3D40%26hl%3Dde%26client%3Dfirefox-a%26sa%3DN%26rls%3Dorg.mozilla:de:official%26gbv%3D2%26ndsp%3D20%26tbs%3Disch:1

  71. a propos Langobardische Sitten...
    a propos Langobardische Sitten und wirre Geschichten:
    http://www.krone.at/Oesterreich/Tiroler_Steuer-Spion_in_der_Schweiz_tot_in_Zelle_gefunden-Daten_verkauft-Story-223121

  72. Tempietto langobardo,...
    Tempietto langobardo, Cividale
    http://www.arengario.net/momenti/momenti27.html

  73. Das Hübsch-Vertrackte an der...
    Das Hübsch-Vertrackte an der Langobarden-Forschung ist tatsächlich, man kann das eine wie das andere behaupten – und beides ist so gut wie schlecht belegbar ; über die Gräber von Pannonhalma bis hin zu den Arimanni an den Rändern der römischen Heerstraßen streiten die Gelehrten immer noch. Sicher ist allerdings, daß mit dem Patricius Romanorum Karl und späteren Rex Langobardorum die langobardischen Verhältnisse sich überhaupt nicht änderten – im Gegenteil, es kamen ja noch fränkische, alemannische, bayerische Zuwanderer hinzu, die auch versorgt werden wollten. Übrigens, wie retteten die besiegten langobardischen Eigentümer ihren Reichtum?! Sie traten zu Massen in die Klöster ein und übertrugen ihre Güter der Kirche, um diese sich anschließend wieder verleihen zu lassen. Den berüchtigten italischen Regionalismus haben die Langobarden erst richtig geschaffen: Friaul, Turin, Bergamo, Mailand, Toskana, Spoleto, Benevent – alles Dukate mit hoher Eigenständigkeit, wovon die dortigen Städte im Hochmittelalter profitierten, gegen eine fremde Zentralherrschaft, die ja doch nicht im Lande war. Die italischen Provinzialen lebten bis ins 12. Jh. nach Legem Romanam, ein fränkischer Zuwanderer nach Legem Salicam – wenn sie unbedingt wollten. Es hatte aber was für sich, ins fortentwickelte lombardische Recht einzutreten. Die Greuelgeschichten des Paulus Diaconus waren über Jahrhunderte in Italien der meistkopierte weltliche Text – warum wohl? Doch nicht aus Gründen eines Nationalmasochismus – oder weil die Langobarden ihre katholischen Romanen ausgerottet hatten. Seit dem 7. Jh. ist zu beobachten, daß Langobarden mit Namen „Senator“ oder „Nobilis“ hießen, umgekehrt Romanen sich als langobardisch nannten (Adalgis, Grimoald).

  74. Und die Rennräder? Wo sind...
    Und die Rennräder? Wo sind die Rennräder??

  75. Nun ja, der nächste Halt...
    Nun ja, der nächste Halt dieser kleinen Reise zum Machtverlust ist ein kleines Dorf in Sichtweite von Floren. in dem ein gewisser Herr Macchiavelli ein gewisses Buch über Fürsten geschrieben hat… Paulus Diaconus ist sicher auch so beliebt, weil er recht praxisnah die Probleme innerer Konflikte beschrieben hat. Man kann fragen, ob der Platz der Langobarden zwischen Awaren (die man immer auf dieser Rechnung haben muss) und den Byzantinern nicht recht ähnlich dem ist, was sich später in Oberitalien zwischen Staufer- und Papsttreuen ereignete, wobei ich natürlich nicht so weit gehen möchte, und die Scaliger mit einem Dux der Langobarden zu vergleichen – dazu war es später vermutlich zu komplex, während die Langobarden noch recht einfache Verhältnisse vorfanden.
    .
    Rückblickend kann man aber, würde ich meinen, die Frage stellen, wie die Langobarden „performed“ haben, angesichts der Möglichkeiten. Nicht wirklich gut, würde ich meinen.

  76. merci beaucoup, jean-jacques!...
    merci beaucoup, jean-jacques!

  77. Don, vielleicht lag das...
    Don, vielleicht lag das Selbstzerstörerische der Langobarden in ihren Genen… Hüstel :-).
    .
    Sie haben zwar über die Wandalen gesiegt, aber waren selber welche.
    .
    Irre aber ist, dass man bis heute meint, ständig über den anderen siegen zu müssen. Ginge alles so schön ohne. Vielleicht sollte man über weniger Testosteron nachdenken. Auch manche Frauen haben zu viel davon. („Ebenso kann eine Überproduktion in der Nebennierenrinde beim weiblichen Geschlecht eine Vermännlichung (Imponiergehabe, Kampf, Begattung) bewirken.“ Quelle Wikipedia).
    .
    Zu Ehren von Jon Lennon:
    .
    »Unsere Gesellschaft wird von verrückten Menschen zu verrückten Zwecken angeführt. Ich glaube, wir werden von Irren für wahnsinnige Zwecke regiert und ich glaube, ich muss damit rechnen, als verrückt eingesperrt zu werden, weil ich dies zum Ausdruck bringe. Das ist das Verrückte daran«
    .
    John Lennon, bevor er von Mark David Chapman,
    eine von der CIA gehirngewaschene Person, ermordet wurde.

  78. Zum Thema Machiavelli: "Und...
    Zum Thema Machiavelli: „Und dafür, dass du mit all deinen Lügen so oft die Wahrheit gesagt hast, verfluche ich deine krumme Hand“. (So, dieses Zitat wollte ich schon lange mal los werden)

  79. <p>Räder? Hier ist...
    Räder? Hier ist eines.

  80. Vroni, generell war das...
    Vroni, generell war das Frühmittelalter keine Welt, in der man mit Friedensaufrufen weit gekommen wäre. Klingt hart, ist aber so.

  81. Das nehme ich als Kompliment....
    Das nehme ich als Kompliment.

  82. Hä?...
    Hä?

  83. Ich beantrage hiermit einen...
    Ich beantrage hiermit einen eigenen Blog für Vroni über Design, Alltag und ob Fixgum-Schnüffeln glüchlich machte.
    So als Ausgleich zur Kunstgeschichte im Schnelldurchlauf bei DA.

  84. Don, das ist schon...
    Don, das ist schon richtig.
    Ich bin der Ansicht, dass diese brutalen Zeiten (die Weltkriege sowieso) in den Gehirnen aller Menschen Spuren hinterlassen haben, die man noch weit bis in die Neuzeit merkt.

  85. sei gegrüsst, bruder im...
    sei gegrüsst, bruder im geiste..

  86. Und wo hatten die Venezianer...
    Und wo hatten die Venezianer eigentlich den Heiligen Marcus her?

  87. Die Venezianer behaupten, sie...
    Die Venezianer behaupten, sie hätten sie 828/9 in Alexandria geklaut – aber vermutlich haben sie sich billige Fälschungen andrehen lassen und waren zu feige, ihr Versagen einzugestehen.

  88. @Plindos (Antwort an krusty):...
    @Plindos (Antwort an krusty): das haben Sie jetzt aber sehr treffend herausgearbeitet!
    @Filou: Ach ja, Heiterkeit und Lebensfreude, das wär mal wieder was… … ich nehme an, Sie sind für den Campingplatz mit dem guten dicken Schlafsack gerüstet und haben einen gewissen Vorrat an Glühweingewürz bei sich, vielleicht auch die Silberkanne (bei meinen Eltern gab es nur zu Weihnachten Glühwein, und der wurde immer in der in den 50ern angeschafften Porzellankanne mit wärmender Silberhaube serviert).
    @Vroni: Ích kann mir nicht helfen, aber Sie versagen schlichtweg im Versagerwettbewerb. DA hat keine Kinder, ich habe keine Kinder. Schon zwei, die Ihnen über sind!
    @Mondry: wie, reiche Chinesen kaufen auswärts teure Häuser? Wo denn?
    @HansMeier: und wem ists zu danggen? Den Franggen.

  89. @DA: das war keine Fälschung,...
    @DA: das war keine Fälschung, sondern eine Rekonstruktion. Und wenn man die hoch genug auf die Säule setzt, fällt das nicht weiter auf, und sieht trotzdem gut aus. Immer dieses Genörgel von den billigen Plätzen.

  90. Dann ist der echte immer noch...
    Dann ist der echte immer noch in Alexandria und wirkt immer noch Wunder? Dort?

  91. Im übrigen wirft die ganze...
    Im übrigen wirft die ganze Geschichte kein gutes Licht auf den Schutzheiligen der Stadt.

  92. „Piansi già
    quello chio...

    „Piansi già
    quello chio vollì
    Poi ch’io l’ebbi“
    .
    Das hätte auch Salome so sagen können.

  93. Wann schwingt sich endlich...
    Wann schwingt sich endlich dieser Rudi Altig der Bloggeraner auf seinen Sattel und fährt einen veritablen Start-Ziel-Sieg nach Hause? Faule Ausreden wie Bremsversagen oder Lenkerflattern werden angesichts der des öfteren gezeigten High-Tech-Ausstattung nicht geduldet. Die fleischlose Ernährungsweise mit Sahnehäubchen wird ihre Berechtigung unter Beweis stellen müssen.

  94. Sportcoupe und Monza machen...
    Sportcoupe und Monza machen auf dem Heimweg schon mal auch dann besonders Freude, wenn beim cornern leis‘ in the boot mitgeführte 68 Flaschen Nobile de Montepulciano klingen.
    .
    (Nach Monza kommt man, wenn nicht zum Beten, ansonsten am besten immer Samstag nachmittags, schaut halt mal rein zufällig vorbei, z. B. wenn der übliche königliche Automobilclub freies Training für Mitglieder veranstaltet. Flugs die eigene Lizenz hinterlegt, kleine fee und und ein bißchen insurance dazu, und schon gehts rund, mitten zwischen die röhrenden ex-Le-Mans-Porsche der Jeunesse Dorree. Life is fun! Und „Nicht so schnell“, sagt die Begleiterin. Und „Vorsicht, da kommt noch einer!“ und „Denk an den ganzen schönen Wein!“)
    .
    Gran Riserva of course. Wie bei den meisten ziemlich genau auch 12 Flaschen von dem http://www.weinmuse.de/Il-Grigio-da-San-Felice-Chianti-Classico-DOCG-Riserva. Nichts besonderes halt. Eben nur öder Chianti.
    .
    http://www.monzanet.it/it/show/453/Driving%20experience
    .
    Oder noch anders:
    .
    Sie sind blöde, Sie taugen nicht zum Gesetzgeber, Hamarubi.
    .
    Und Gilgamesch ist heute kein Epos, sondern Pose.

    Oder: Die Bedingungen bloß, unter denen die Zukunft heute schon Vergangenheit macht, sind doch schon so interessant.
    .
    Und die heute herausragende Eigenschaft des Friedens: Überspitztes Zivilistentum und die Unfähigkeit zum Krieg.
    .
    Und Filmempfehlung heute für alle Jack Nickolsons unter uns: The Shining. Eben der schönen Landschaftsaufnahmen zu Anfang wg.. („The Magic Mountain“ the american way sozusagen. )
    .
    Alles hat gemein heutzutage. Die Bedingungen des Berliner Prekariats? Müßiggang und Armut. Und Bedingungen eines geneigten Bergsee-Präkariats? Müßiggang und Elend natürlich.
    .
    Und seid wann riefen die Westviertel je ihre Führung? „Helmut komm! Wir brauchen dich!“ schalte es so schon immer viel durch die Oggersheime?
    .
    Und die Völker haben längst begriffen, dass die NATO genau so verschwinden wird, wie die Mauer. Durch Implosion ihrer Notwendigkeiten also. (Eines Tages, wenn die Jahrgänge 1939-1944 soweit hinter uns liegen, wie, sagen wir mal L. I. Breschnew (1906-1982). Also ca. 2015-2022. „Stell Dir vor, es ist asymetrische Bedrohung – und kein Mensch will das noch wissen“)
    .
    Zum Glück sendet der WDR nicht in Bayern. Noch nicht. Trotz Doppel-Whopper-Antipathie. Schloss Koalitionsstein. Zweiter Link von oben. „Kommen sie Pofallera! Eine Neuzüchtung: Der erste klimafreundliche Berliner!“ http://www.wdr.de/radio/wdr2/zugabe/539164.phtml
    .
    Und Kleider machen Leute. Aber keine Persönlichkeiten. Die fallen vom Himmel Oder steigen aus der Hölle. Also nichts Neues unter der Sonne, gähn.
    .
    Und was das Volk noch so hört. http://www.wdr.de/radio/home/podcasts/channelausspielung.phtml?channel=vonderleyens
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    „Die Grundlagen der finanziellen Unterstützung hat Mama von der Leyens für ihre Kinder neu berechnet. Das klingt aber nicht gut, meinen die – denn Kaugummi, Fußballsammelbilder und Glitzerstifte fallen weg. Dafür gibt´s aber eine Erhöhung des Taschengeldes um fünf Cent.“

  95. Denn ob mit oder ohne...
    Denn ob mit oder ohne Langobardenschwert:
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    Ziel der sozialen Marktwirtschaft ist es geblieben, die Seelen der Besiegten und
    Geknechteten sich einzuverleiben.
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    Auch das kann nicht oft genug wiederholt werden.

  96. "Räder? Hier ist...
    „Räder? Hier ist eines.“
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    Der Vorbau ist zu kurz. Stört die ganze Optik. Zu unserem Glück hat aber wenigstens das welsche Präkariat diesmal immerhin diesen Holzaun dahinter halbwegs ordentlich hingekriegt. Sieht fast schon so aus, wie das sein muss, halt fast schon richtig – halt schon fast so gut, wie wir das – früher zumindest! – in Deutschland immer gemacht haben. Ham‘ halt was gelernt von uns diese Welschen, haben ja nun auch genug Zeit dazu gehabt und uns genug Fiat verkauft und Alfa und Ferrari und Bianchi die letzten Jahrzehnte. Da mussten sie auch was richtiges lernen von. Und dann noch die EU! Und für die schöne Aussicht noch dahinter, da können doch die Italiener nichts für! Das ist da nun mal halt so. Die leben da schließlich – leider!
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    Nichts für ungut also – und Gute Fahrt weiterhin!

  97. A propos Monza, Genua...
    A propos Monza, Genua usw..
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    Und wir finden es auch weiterhin so wunderbar, wie viele Italiener am Wochende die Städte verlassen, um auf ihren Boote leben: http://www.italian-yacht-centre.com/deu/boote/ferretti/ferretti.html Boot und Tischkultur gehören immer zusammen. Und selbstverständlich kochen an den Wochenden auf dem eigenen Boot Schwiegertochter und „Mama“ zusammen. Gerade auch, was traditionelle italienische Unternehmerfamilien angeht, wie man weiß. (Keine Tischkultur, kein Boot, so ist das nun mal.)

  98. "Der Vorbau ist zu kurz." Der...
    „Der Vorbau ist zu kurz.“ Der Fahrer auch. Passt also wieder.

  99. @HansMeier555: Schutzpatrone...
    @HansMeier555: Schutzpatrone sind nicht dazu da, angestrahlt zu werden, sondern werfen bekanntlich selber Licht auf dubiose Dinge. Die Story der Venezianer vom „Bruder unter Schweinebraten“ (oh, fast hätte ich Broder geschrieben), den aus Alexandria geschmuggelten Knochen des Evangelisten, ist allerdings so schön, daß sie erfunden worden sein muß. Im übrigen sollen andere Städte mit Ambitionen stille sein – die Regensburger hatten es Mitte 11. Jh. immerhin auf den fränkischen Reichspatron Dionysius Areopagita (Saint-Denis!) abgesehen und haben sich 100 Jahre lang mit den Parisern darum gekloppt – was am besten durch Wunderwirken sich unterstützen ließ, zumal einige „aufgeklärte“ Kleriker in Regensburg schon müde abwinkten: pia fraus, frommer Betrug.

  100. Der Vorbau ist richtig. Der...
    Der Vorbau ist richtig. Der Fahrer auch. Wissen wir doch.
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    „Kuck mal, Rosa Luxemburg! Nein, Sojadrinks für alle! Danke Ursula!“ http://www.youtube.com/watch?v=bmu0EMhSs1c&feature=related
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    „Kuck mal, Heino und Hannelore! Im Keller ist doch auch noch Platz!“ http://www.youtube.com/watch?v=XnRdp1SQjcQ&feature=related
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    „Lebt man denn, wenn andere leben?“ Goethes Ausruf maximalen Pars-pro-Totos, maximaler Weltaneignung, vollkommener Asozialität, von 100% Testosteron sozusagen. (Nein, tut man nicht. Man muss vielmehr alle anderen wegbeissen, totschlagen, ermorden, besiegen, überwinden, eben solange, bis man nur noch ganz alleine da ist. Und ein paar Weibchen noch, evtl. . Männer sind klug. Vor allem im Kern ihres Wesens.)
    .
    Und Thomas Mann hat diesen Punkt wie bekannt aufgegriffen, um mit Absicht, wissentlich und in Kenntnis dieser Aussage Goethes also, eine Strecke draus zu machen: „Wenn dem Individuum aus Zeit und Raum keine irgendwie geartete Sinnantwort zu Teil wird, kann es nicht leben“. Vollkommene Entgrenzungsphantasie vollkommen alleine ist ebenfalls nicht lebensfähig. Muss mehr als Wahnsinn werden: Wird Sterben. (Man stelle sich alleine in einem dunklen Weltraum vor: warm, aber schwarzeste Schwärze, nie kommt etwas vorbei oder zurück. Nie Antwort, nie Rückkopplung/Rückmeldung. Nie. Und auch nie nichts Greifbares, Fühlbares, Tastbares. Das möchte man nicht. Zumindest nicht lange.)
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    Und darum sind wir auch so dankbar für „Guantanamo“ und „WaterBoardig“. „Waterboarding“ ist schließlich der Versuch solch maximale Regression direkt hier und jetzt auf Erden herzustellen – und verschiebt darüber hinaus außerdem das, wenn man so will, seit Goethe und Thomas Mann gebildete Welt-Kordinatensystem des Humanismus: Alleine im Weltraum könnte ich mir – für eine Zeit lang zumindest – noch eine mögliche und relativ autonome Vielfalt von Gefühlen vorstellen. Während „WaterBoarding“ aber auch das nicht mehr möglich: Da bleibt nur maximale Regression mono-emontional: Da ist wahrscheinich nur noch eines: Todesangst.
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    Wir leben halt in interessanten Zeiten, schließen einen Bogen sozusagen, z. B. zum mediteranen Mittelalter auch. Nur waren damals die Begründungen anders für „WaterBoarding“ oder ähnliche Praktiken, „stellten noch keine Fortschritt in „Knauers Buch der modernen Physik“ dar“, waren nicht intellektuell integriert ins bewußt erlebte vier-dimensionale Raum-Zeit-Kontinuum, etc., etc. .
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    „WaterBoarding“ musste von Amerika ausgegehen. Intellektuell leicht einsichtig. Und die Medici würden zustimmen. Aber nur am Rande. (Wir wissen: die Franzosen hatten „WaterBoarding“ schon vor den Amerikanern in Vietnam „als Befragungstechnik“ vorgefunden, dort aber liegen gelassen, „als nicht zu ihrer Kultur und Zivilisation gehörig“. „Erkannt und für verworfen befunden“ sozusagen. Aber zu Teilen des noch jungen Amerika musste es passen.)
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    http://blogs.law.harvard.edu/stoptorture/files/2007/10/waterboarding-in-vietnam.jpg
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    http://blogs.law.harvard.edu/stoptorture/ http://blogagainsttorture.blogspot.com/
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    Das Internet immerhin macht heute den Unterschied zu früher. Wie gesagt: und nur ganz am Rande.
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    (Und im Mittelalter wurde in Europa „WaterbBoarding“ auch schon an nackten jungen rasierten Frauen angewandt. (Durch Männer halt, was sonst?) http://data3.blog.de/media/042/2420042_1cd358f061_l.jpeg )

  101. @ Forschungsgruppe rostiges...
    @ Forschungsgruppe rostiges Helm-Scharnier
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    „Ich beantrage hiermit einen eigenen Blog für Vroni über Design, Alltag und ob Fixgum-Schnüffeln glüchlich machte.“
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    Ich habe tiefstes Verständnis für Ihren Wunsch. Leider sitzen mir zur Zeit alle Bleibuchstaben quer, die Ligaturen haben sich zusätzlich verknotet. :-)
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    Die hochverehrte Design-Kundschaft und -Interessenten von Ihro Gnaden von der Fraktion „because we can“ bräuchte zudem im Grunde dringend vorher Dons Geschichtsunterricht:
    „Warum es zu meinem Überleben als Unternehmer-‚Elite‘ hochnötig ist, Fach-Sklaven anständig zu behandeln, zu bezahlen und förderlichst auf ihren fachlichen Rat zu hören, wenn es notwendig sey.“
    Bevor über den niederen Design-Alltag dero Sklaven geschwätzet wird.
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    Auf Deutsch: Wenn die Grundlagen für tieferes Verständnis fehlen, fehlt alles. Geschichte ist Grundlage. Vielen fehlt alles.

  102. Sorry, dass ich nochmal auf...
    Sorry, dass ich nochmal auf den Sarazenen zu sprechen komme. Gestern oder vorgestern gab es in der SZ einen Artikel zu einer Diskussion mit Sarrazin in München. Die Behauptung war, dass es da einen starken Block gutgekleideter Bildungsbürger gab, die dort lautstark pöbelnd ihre Übereinstimmung mit Sarrazin zum Ausdruck brachten.
    Möglicheweise ist das Westviertel keineswegs so immun gegen die neue Brut-und-Broder-Ideologie wie unser Blogautor glaubt.

  103. geht es hier nicht weiter....
    geht es hier nicht weiter. Finaler Platten?

  104. Irgendwie: Nicht...
    Irgendwie: Nicht überraschend: Alle drei Tage immer nur ein neuer Aufguss der selben Vorurteile.

  105. @DA
    warum fahren sie so eine...

    @DA
    warum fahren sie so eine weiche/krumme Gabel? geht es schon so stark auf die Handgelenke?

  106. @Vroni: rätselhaft ist mir...
    @Vroni: rätselhaft ist mir Ihr Satz „Ich bin der Ansicht, dass diese brutalen Zeiten (die Weltkriege sowieso) in den Gehirnen aller Menschen Spuren hinterlassen haben, die man noch weit bis in die Neuzeit merkt.“ Ohne den Einschub „Weltkriege“, mit denen Sie doch vermutlich die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert, also in der Moderne, meinen, hätte ich ihren Satz so verstanden, daß die Langobardenschwerter (Frühmittelalter) sich auch noch im 30jährigen Krieg (Neuzeit) bemerkbar machten. Neuzeit ist grob 1500ff., also seit Entdeckung Amerikas.

    By the way, morgen ist wohl der erste Tag, an dem die Schulden aus dem 1. Weltkrieg abbezahlt sind. Auch Willi 2, die Pleiten der Weimarer Republik (und ich denke ja, daß die Hyperinflation eine bewußte Brutalentschuldung war) und „Spiegels Hausheiliger“ gehen vorbei.

  107. Der Gärtner, ich widerhole...
    Der Gärtner, ich widerhole meine Frage: Verhalten Sie sich ansonsten auch so und wenn ja, findet Ihr Umfeld das in Ordnung?
    .
    Irgendwie, ichbin nicht der Sklave der FAZ und auch nicht der Sklave der Leser. Aber heute war ich photographieren. Muss in dem Beruf auch mal sein.

  108. HansMeier555 16:32
    ...also mir...

    HansMeier555 16:32
    …also mir tut der Herr Sarrazin mittlerweile ziehmlich leid. Soviel
    Applaus von den ´dummen Deutschen´, daß muß man erst mal aus-
    halten, wenn man ein´ Herr´und ein ´Sarrazin´ist.

  109. Ein altes arabisches...
    Ein altes arabisches Sprichwort sagt: Wer in der Schlangengrube schläft, muss sich nicht wundern, wenn er gebissen wird. Gilt vermutlich auch für grosse Schlangen.

  110. @ colorcraze
    Brutalität und...

    @ colorcraze
    Brutalität und Gewalterfahrungen werden an folgende Generationen bis weit in die Zukunft weitergegeben: Die Gehirne verändern sich. Es geht m. E. auch in diese Richtung: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/481849/
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    Und hörte garantiert nicht mit den 30jährigen Krieg auf. Warum sollte es.

  111. @Vroni: also aus dem...
    @Vroni: also aus dem dradio-Link lese ich nur heraus, daß mit wissenschaftlichem Pipapo mal wieder festgestellt wurde, daß es einen unempfindlicheren („robusteren“) und einen empfindlicheren Menschentyp gibt. Ansonsten: ja sicher hinterlassen Gewalterfahrung und Brutalität ihre Spuren. Bei ein paar Menschen, die ich kennengelernt habe, war ich jedoch sehr angenehm überrascht, wie wenig sie ihren Eltern glichen, nachdem sie mir von diesen erzählt hatten (und ich in einem Fall die auch kennengelernt hatte).

  112. Liebe Fionn, der Merz ist...
    Liebe Fionn, der Merz ist prima. Er hat meine Sympathie fuer fuer die Schweizer gestaerkt. Steht er da vor dem Bundesrat und kringelt sich vor Lachen ueber die seltsamen Gedanken-und Satzkonstruktionen seiner Beamten. Ganz grosse Oper.
    .
    Liebe Donna Laura, der Patron des besagten Campingplatzes hat uns die Aufnahme verweigert. Er war der Meinung, dass das Auftreten von Quasimodo und Esmeralda in der notwendigen Unbekleidung zuviele Zuschauer anlocken wuerde. Immerhin bekaeme er inzwischen Anfragen aus Lourdes und aus Taizé. Da muesste er wohl Eintritt fordern-und ueberhaupt eine gewisse Organisation auf die Beine stellen-dafuer waere er aber inzwischen zu alt und zu faul, und zu mediteran.
    Inzwischen sind wir am vorlaeufigen Endpunkt der Reise angekommen. Es wird bis in die Puppen geschlafen. Madame hat mir das beruechtigte Gute Buch in meinen Rollkoffer (Tchibo, 39,90 Euro) gelegt. Ich werde es unter ihrer strengen Aufsicht wohl lesen muessen. Testate hat sie nocht nicht vorbereitet (aber wie ich die kenne…).
    Hier unten an der Cote d’Azur hat beinahe jedes Kaff ein Picasso-Museum, ich werde sie meiden wie Don Alphonso die Doenerbuden. Stattdessen werde ich alle, wirklich alle Filialen von Mousquetaire, Geant, Carrefoure und Leclerc besuchen. Kein Baumarkt muss auf meine Visitation verzichten und die Satellitenantenne auf dem Dach unseres Feriendomizils wird von mir ordentlich verbastelt. Ein Fest der Schraubenzieher, Isolierzangen und Steckeradapter! Verhuete der Herr, dass ich nicht besoffen vom Dach rutsche.
    Muecken gibt’s hier jede Menge. In Nizza soll es bereits zwei Faelle von Dengue-Fieber gegeben haben. Das werden noch spannende Zeiten werden.
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    Lieber Don Alphonso, was kann man nur tun um den verbissenen Ton hier herauszunehmen?

  113. Einen neuen Beitrag schreiben....
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  114. Lieber Don,

    ich finde es ja...
    Lieber Don,
    ich finde es ja wunderbar, wie sie die Glorifizierung des Establishments durch die „weniger gute Gesellschaft“ auf den Punkt bringen.
    Ich habe das übrigens noch extremer erlebt:
    Wirtschaft, so war die Auffassung in unserem Umfeld, ist eine völlig uneigennützige Veranstaltung, die nur dem Allgemeinwohl dient. Unternehmen machen Gewinne nicht freiwillig, sondern gezwungenermaßen, weil sie damit Investitionen finanzieren müssen, um der Allgemeinheit noch mehr Gutes zu tun. Den Führungskräften geht es selbstverständlich nicht um irgendwelche persönlichen Vorteile, sondern ausschließlich um das Allgemeinwohl. Ihre Privilegien nehmen diese Leute nicht freiwillig in Anspruch, sie sind nur Ausdruck der Erfüllung von Repräsentationspflichten und daneben Mittel zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit – Manager würden Ihre so übermenschlich harteund entbehrungsreiche Arbeit an vitalen Menschheitsangelegenheiten ohne ein Minimum an Luxus zum Ausgleich schlicht nicht ertragen können.
    Und die Gewerkschaften, die von diesen heldenhaften Unternehmen unverantwortlicherweise mehr Geld fordern, sind nicht nur asozial, sondern gefährden auch die Existenz der zivilisierten Welt, indem sie der Wirtschaft das dringend benötigte Geld zu entziehen versuchen.
    Das ist jetzt nicht übertrieben, sondern Realsatire.
    Bei den „weniger guten Gesellschaft“ handelte es sich in meinem Fall übrigens um wirtschaftsfremdes Bildungsbürgertum: Ärzte, Hochschulprofessoren usw., also Leute, die man zwar als dekoratives Element gerne in den Rotary-Club aufnimmt, die aber mit den bisweilen unschönen Realitäten des bürgerlichen Macht- und Statuserhalts gar nicht erst nicht in Kontakt kommen.
    Womit ich bei der Frage wäre, die ich noch loswerden wollte: Würden Sie die „weniger gute Gesellschaft“ auch so ein grenzen, oder gab es das auch bei „echten“ Wirtschaftsbürgern funktioniert?

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