Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Reiche Kinder in die Produktion

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Angeblich soll Arbeit nicht schänden, und weil das so ist, schickten auch Besserverdienende ihre Kinder früher in die Fabriken, damit sie lernten, wie das Leben jenseits von Villen und Seelage aussehen kann. Es hat tatsächlich nicht geschadet, aber ob es genutzt hat, ist auch nicht bewiesen.

An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.
Marx/Engels, Das kommunistische Manifest

Es ist der Geruch von Gummi. Frisch in Reifenform gekochter Gummi, der noch nicht ausgelüftet ist, und durch riesige Hallen zieht. Man vergisst ihn nicht. Im Lauf des Tages gewöhnt man sich daran, aber – man muss es so sagen – es stinkt. Es setzt sich in den Kleidern fest. Es ist harmlos, kein Gift, nur eine Belästigung. Autofirmen riechen immer so. Der Ernst des Leben riecht so. Und seitdem die Autofabrik ein neues Auslieferungslager entlang meiner Trainingsstrecke gebaut hat, riecht auch ein Teil meiner Ausfahrt so. Heute tendieren bessere Eltern dazu, ihren Kindern den Ernst des Lebens über Folienhilfsschubserei beim Vorstandsassistenten vermitteln zu lassen, sie können gar nicht früh genug Erfahrungen mit dem Bürobetrieb und mit dem Erfolgsdruck sammeln. In meiner Jugend dagegen gehörte es noch zum guten Ton, die Kinder in die Produktion zu stecken und zu sagen, sie würden dort, im Gummigestank, den Ernst des Lebens kennenlernen.

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Natürlich stimmt das nicht ganz. Der Ernst des Lebens ist je nach Klasse, Abstammung und Wohnort so, wie er eben ist. Besteht er darin, dass man vor Schulbeginn im Sommer noch an den See radeln und eine Runde schwimmen kann, während andere vom Schulbus durch Käffer gerollt werden, und wieder andere ihr Frühstück selbst machen müssen, ist der See eben der Ernst des Lebens – einfach, weil es gerade keinen anderen Ernst gibt. In den besseren Vierteln meint man damit auch weniger das Leben dort, sondern mehr: Das Leben der anderen. Das Leben, von dem man weiss, dass es existiert, schliesslich ist Deutschland keine Ansammlung von Villenvierteln. Aber man baut natürlich keine Villa, um wie in einem Reihenhaus zu wohnen. Oder was es da bei der Fabrik in diesen Blocks sonst noch geben mag. Es erschien den Eltern dennoch als sinnvoll, den Nachwuchs während der grossen Ferien nicht an den See, sondern in die Fabrik zu schicken.

Mit etwas Glück erwischte man einen verregneten Sommer. Mit etwas Glück bekam man im Gummigeruch eine angenehme Aufgabe. Da gab es welche, die Tagein, Tagaus Blechteile stanzten oder das Kühlwasser in Fräsmaschinen wechselten. Auch das hat seinen eigenen, unangenehmen Geruch. Und es gab andere, die hoch oben auf der Fertigungsstrasse dafür zuständig waren, auf ein Lichtsignal zu warten, und dann in den Produktionsablauf einen Kasten für die Klimaanlage einzuführen. Das war zu meiner Zeit nur ein, zwei Mal in der Stunde der Fall. Es gab dort oben einen Stuhl, keinen Menschen in der Nähe, Akkordlohn und viel Zeit zum Lesen. Nie habe ich mehr gelesen als dort oben im Ernst des Lebens, Akkord arbeitend und recht gut verdienend. Man lernt in so einer Fabrik. Es gibt solche Arbeiten und solche. Es geht nie ganz gerecht zu, auf dieser Welt. Irgendwann ist es vorbei. Dann kann man wieder an den See, und andere Kollegen müssen in die Werkshallen.

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Das ist er also, der Ernst des Lebens. Nicht so, dass man es nicht aushalten würde, aber insgesamt schon so, dass es kein Dauerzustand sein solte. Vielleicht war dieser Fabrikaufenthalt eine vorbeugende Massnahme gegen das Schlappmachen beim Abitur, oder auch ein freundliches Stupsen hin zu einem späteren Studium in der Hoffnung, man würde die Alternativen des Berufslebens kennen und vermeiden lernen, und ja, keine Frage, das hat funktioniert. Zart besaitete Kinder besserer Familien mögen vielleicht sogar etwas wie Dankbarkeit empfunden haben, dass ihre Eltern ihnen ein Leben in Gummigeruch und Blockwohnung ersparten, in einer endlosen Produktion von Automobilen und Kollegen, deren Themen Motorsport, Fussball und TV-Programm sind. Andere lernten ein wenig für das Leben – ich etwa kann immer noch Gewinde schneiden und Rohre abdichten – zählten die Stunden und waren froh, als es vorbei war. Dann wieder an den See. Arbeit schändete nicht, und die meisten wurden von ihren Eltern auf die ein oder andere Art dazu angehalten. Danach ging es es mit dem Unernst des Lebens bruchlos weiter.

Man warf uns ja nicht in Verderben. Man versuchte nur, uns einen Eindruck zu vermitteln, wie es ist, wenn es nicht ist, wie es sein sollte. In einem Westviertel hat man, vom Personal einmal abgesehen, kaum Möglichkeiten, solche Erfahrungen zu machen. Und weil das Interesse der normalen Menschen auch eher das Verderben des lokalen Fussballvereins ist, und nicht die Klage über ihre Behausung, den mangelnden Zugang zum Konzertverein und die Begrenztheit der Lektüre, blieb man auch im Gummigeruch von tiefen, allzu tiefen Einblicken verschont. Man konnte ahnen, so es einen interessierte, aber man denkt dabei nicht viel. Man ist hier nur zu Gast, man geht, nimmt das Geld mit und kauft sich etwas Hübsches, einen Siebdruck von Rupprecht Geiger vielleicht, oder ein neues Rennrad, das Geld kann man natürlich behalten, als Belohnung für den verlorenen Sommer im Ernst des Lebens. Wie es wäre, das Geld für Versicherung, Miete, nicht familienfinanziertes Auto, generell Lebensunterhalt auszugeben, also gemeinhin das zu erdulden, was der Ernst des Lebens jenseits des Rohresägens auch noch bedeutet – das war dann schon nicht mehr vorgesehen. Das Rennrad war die Lücke im elterlichen Heildurcherfahrungsplan.

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Es bleibt der Geruch von Gummi, unvergesslich, jederzeit wieder die Erinnerung anregend, an einen Sommer, der keiner gewesen ist. Und die Frage, ob es etwas gebracht hat. Vermutlich eher nicht. Kaum jemand hätte gerne auf ein paar Jahre Studentenleben – damals noch vor allem Leben und weniger Studieren – verzichten wollen, auf die Gelegenheit, der Stadt zu entgehen und andere Lebensmodelle zu finden. Bandarbeit hat in der Gegenwart nicht mehr die frühkapitalistischen Schrecken, aber auch nicht gerade den Reiz eines erfüllten Daseins. Mit dem Netz einer Familie und dem doppelten Boden der gesicherten Finanzierung nimmt man das nicht wirklich ernst, aber immerhin: Man hat es einmal gesehen. Und mit angepackt. Man versteht danach vielleicht etwas, worüber man sich vorher keinen Gedanken gemacht hat: Dass auch Arbeiten mit der Hand ihren Anstand und ihre Würde haben. Man sieht nach unten, man macht sich die Hände schmutzig, man wäscht sich, und ein halbes Jahr später, in der Staatsoper, denkt man nicht mehr daran, dass es auch anders sein kann.

Es hat sicher niemanden dazu gebracht, das Abitur abzusagen und eine Metallerlehre anzufangen. Manche wurden trotz dieser Erfahrung reichlich aufgeblasene Menschenschinder, und andere, denen die 37 Stunden mit Haustarif so lang erschienen waren, arbeiteten sich in weitaus härteren Umfeldern in Anzug und Kostüm in eine Lebenskrise. Der Ernst des Lebens kam immer anders als in Overall und Gummigeruch daher, als Scheidungsanwalt und Steuerfahnder, als Wärter in Station 36 oder vielleicht auch mal gar nicht bei those happy few, die den Tag damit zubringen, nichts zu tun und darüber zu schreiben. Es war eine andere Welt, man hatte einen Einblick, und er war sicher lehrreicher als das, was man sieht, wenn die Arbeitswelt nur als Zahlenkolonne in der HR-Abteilung vorbeirauscht, in der bessere Eltern ihre Kinder heute auf dem Weg zum BWL-Master heute unterbringen. Dafür müssen die dann später auch bei jedem kleinen Rohrproblem den Klempner anrufen.

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Und so trennen sich dann wieder die Wege. Die einen arbeiten weiter und bauen Autos, die anderen gehen in die Zukunft, die teils vorbestimmt, teils gewünscht ist; manche werden bei der gleichen Firma später Manager, aber niemand macht sich wegen der anderen besondere Gedanken. Es sind vorübergehende Erscheinungen, man hat nichts miteinander zu tun, es dauert genau so lange wie der Gummigeruch an einem klebt, und dann ist es vorbei, die einen gehen in ihre Blocks und die anderen dorthin, wo der Bau solcher Objekte verboten ist. Vielleicht ist es auch eine Tradition, Peter der Grosse wollte Handwerk erlernen, und bayerische Herzöge hatten ein Faible für Drechselarbeiten, man probiert oben aus, wie das da unten sein mag, und lebt letztlich doch so, wie es sein soll. Funktioniert die Firma gut, bekommen auch die Arbeiter mehr Geld, und sie können die Blocks verlassen und die Dörfer im Umland zersiedeln. Manchmal, wenn ich ihnen auf dem Rennrad im Weg bin, hupen sie mich an. Dann treffen sich nochmal unsere Wege. Sollte es mit mir ganz schlimm kommen, könnte ich notfalls sogar wieder in die Firma. Aber es scheint, als bliebe alles so, wie es schon immer gewesen ist, und es dauert nur einen schnellen Antritt, bis der Geruch nach Gummi und alle, die darin bis zur Rente bleiben werden, in der Donauebene und im Vergessen zurückbleiben.

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220 Lesermeinungen

  1. Don, gib Gummi!...
    Don, gib Gummi!

  2. "Siehst du das Ding da vorne?...
    „Siehst du das Ding da vorne? Für die alle muss ich mitschaffen!“ sagte mir der Arbeiter und zeigte auf das Verwaltungsgebäude.

  3. Hydrauliköl..... Ich sehne...
    Hydrauliköl….. Ich sehne mich nach dem Geruch von Hydrauliköl in meiner Kindheit und Adoleszenz… Das ist schöner als Tannenbaumgeruch mit Bienenwachskerzen an Weihnachten!

  4. Nach 3 Jahren an der Uni wurde...
    Nach 3 Jahren an der Uni wurde ich nach England geschickt zu meinem Onkel, der eine Schoggi-Fabrik betrieb (die mein Urgrossvater gegründet 1911 hatte).
    Das war harte Arbeit, ich musste sogar die Kundschaft besuchen und Bestellungen entgegenehmen resp. die Kunden zu bestellen bewegen (Charm Offensive…)

  5. Also das mit dem "neidlos"...
    Also das mit dem „neidlos“ nehme ich zurück und korrigiere mich wie folgt: Neidvoll erkenne ich an, dass der Don als Einziger in Deutschland soziologische Miniaturen von erlesener Güte… etc. etc.

  6. Da stimmt mal wieder vieles,...
    Da stimmt mal wieder vieles, nur die „Losung“ im Rubrum stimmt halt nicht. Aber das wissen die meisten ja inzwischen.
    Noch eine Erinnerung dazu: Als in der Leopoldstr. in München seinerzeit die U-Bahn gebaut wurde, glotzte ich auch einmal in die Grube. Neben mir schwärmte ein kleiner Junge von allen Geräten, die er dort arbeiten sah. Sein Vater – oder junger Großvater – griff diese Begeisterung mit den Worten auf: „Ja, schau Dir das nur genau an, damit Du dann in der Schule ordentlich lernst, um nie dort arbeiten zu müssen“
    Was mag aus dem Kind geworden sein, Funktionär des Beamtenbundes oder Abg. der Linken, ….. oder was sonst ?

  7. ...
    Hinweis:
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    „…Fabrikaufenthalt eine vorbeugende Massnahme gegen das Schlappmachen beim Abitur…“
    *
    Es muss „Maßnahme“ heißen… :-)

  8. Was ist dieses...
    Was ist dieses „ß“-Zeichen?
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    Böhmenfürst, in aller Regel werden das Berufssöhne.

  9. fionn, manche Dinge gehen nur...
    fionn, manche Dinge gehen nur mit roher Gewalt (Firmengründung), andere dagegen nur mit den Waffen der Frauen (Augenaufschlag).
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    yast2000, gern geschehen.

  10. Mal sehen, wie lange es...
    Mal sehen, wie lange es dauert, bis auffällt, das schon die Überschrift durchaus Provokation und gewollt ist, steht ja da eben bewußt gerade nicht „Kinder von Reichen“ … .
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    „Weil alles Große, was dasteht, ein „Trotzdem“ ist“ –
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    Dichtung und Wahrheit, Lust und Phantasie, Projetion und Täuschung muss es also auch im Großraum Tegernsee-Rand durchaus geben. (Und solche, die dort ggfls. Jahrzehnte lang als treue Staatsdiener auf dem Grundbuchamt sitzen, klaglos ohne zu murren anderen den Besitz zu wahren.)
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    Nur ein Viertel zu bewohnen, wäre vielen auf Dauer zu wenig.
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    Und aus welchen Verletzungen sich die nächste Große Deutsche Kanzlerschaft speisen wird ist auch noch nicht wirklich raus.
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    Nein, er untergräbt sie nicht, die künstlerische Wortfreiheit und Gedankenverantwortung.
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    Unser Dreck wartet. (Worin wir, heute dank ohne Putzfrau, klar im Vorteil sind.)
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    Und zweifellos möchten viele auch weiter lesen, was inwändig in Feigenblättern steht, die in Italien bedruckt wurden.
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    Man kann es auch so sehen, dass derjenige, der ein Leben sucht, welches ihm Eindruck macht, nicht Stempel ist, sondern Matrize, „weibliche Hälfte sozusagen“ – altmodisch gesagt. (Ganzheitlichkeit kennt eben beides.)
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    Von Marrakesch bis Kairo, von Kairo bis Ankara – und von Ankara über Mailand und Barcelona zurück bis „marrokanisch Weißhaus“ – Neue Reisen um ein Mittelmeer demokratisch egalitär vorweggenommen. (Durch das Rad, für das Rad und mit dem Rad). (Nein, Zeit an einer Arbeitzstelle verschwenden, Lebenszeit Komma costbare, das solte man derweil wirklich nicht).
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    Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe. (Wenn stochastisches Zittern an Ort und Stelle zum Raodmovie wird.) (Hart in die Pedale getreten Dichter! hat keiner gesagt oder gemeint. Kann aber auch vorkommen.)
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    Wenn die Auslotung der rechten sprachlich-künstlerischen Tiefe oft schon an der Gummifabrik vorbeiführte, oder sich da anlehnte, war das immer auch schon ein rechter Weg. (Schön, wie der Gelbe Weg lehnt, nicht wahr? Er muss ja nicht gleich bis nach China oder zur Deutschen Bundespost weiter … )) (Ohne jede Kritik gemeint!)
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    Was man da nicht sieht, wo er fährt: „Im 19. Jahrhundert profitierte Saint-Avold von der einsetzenden Industrialisierung. Dennoch wanderte ein Großteil der Bevölkerung aufgrund von Epidemien und Hungersnöten nach Amerika aus, vor allem in den Jahren 1818, 1849 und 1866. 1851 wurde die Eisenbahnverbindung nach Metz eröffnet, 1852 nach Saarbrücken. Bei Carling wurden große Kohlevorkommen entdeckt, 1862 nahm das erste Bergwerk seinen Betrieb auf. Erneut begann eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs.
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    Von 1871 bis 1918 gehörte Saint-Avold zum Deutschen Reich. Die Stadt lag im lothringischen Kreis Forbach und wurde preußische Garnison (3. Lothringisches Feldartillerie-Regiment Nr. 69). Im Ersten Weltkrieg auch Ausbildungsstandort für z. B. das 1. Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 173. 1910 hatte Saint-Avold 6.400 Einwohner, davon 2500 Soldaten.
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    Auch nach 1918 blieb Saint-Avold Garnisonsstadt. Ab 1928 wurde in unmittelbarer Nähe die Maginot-Linie errichtet. Im Zweiten Weltkrieg nahm am 27. November 1944 General Pattons 3. US-Armee St. Avold ein. In Saint-Avold befindet sich der größte US-Soldatenfriedhof in Europa mit den Gräbern von 10.489 US-Soldaten.
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    Nach 1945 erfolgte dank der Kohle ein rascher Wiederaufbau. Zwischen 1945 und 1966 wuchs die Bevölkerung von 7.000 auf 18.000. In Carling siedelte sich erfolgreich die petrochemische Industrie an. Dort wurde auch das Kohlekraftwerk Emile Huchet (1873 MW installierte Nennleistung) errichtet, das inzwischen auch zwei gasgetriebene Kraftwerksblöcke hat [1]. Die A 4 von Metz in Richtung Saarbrücken trug zum Aufschwung bei.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Saint-Avold
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    Warum wir das anführen? Weil ganz in der Nähe der große US-Soldatenfriedhof von St. Avold ist. Und das evtl. Bemerkenswerte daran? Nun, dass die strahlend weißen, leuchtend hellen Steine allesamt nach allen vier Himmelsrichtungen in blendendem Weiß eben erstrahlen, in keine Richtung – wer sehen kann, sieht – auch nur das kleinste bißchen irgendeines Ansatzes von „grün“ aufweisen, eben wohl weil regelmäßig (junge?) Hände pflegen, mit Wasser, evtl. etwas Seife und Wurzelbürste nimmt man an. http://www.abmc.gov/cemeteries/cemeteries/lo.php
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    Europa ist Vielfalt. Jeder an seinem Platz sozusagen. (Siehe Pessoa über Simon Stylitis auch). Nur manche Westviertel haben keine Tradition. Dr. Dons und die der FAZ gehören zum Glück ganz sicher nicht dazu.

  11. Solche Ferienjobs sind...
    Solche Ferienjobs sind herrlich um als Jugendlicher sein Geldbeutel zu füllen. Wobei die meisten in solch einer Anlage ja an Plätzen arbeiten, die etwas mehr Einsatz fordern…. aber wer die richtigen Personen kennt, kommt auch auf die besten Plätze. Auch eine Lektion fürs Leben….

  12. Babysitten oder...
    Babysitten oder Englisch-Nachhilfeunterricht fand ich angenehmer und einträglicher.

  13. Ich habe Johannisbeeren...
    Ich habe Johannisbeeren gepflückt, im Akkord von morgens um 6 bis zum Anbruch der Dunkelheit. Seinerzeit gab es dafür keine Polen. Die Beeren wurden stattdessen von Hilfsschüler und deren Müttern geerntet. Für die war das ein sozialer Event mit ein bißchen Pflücken und viel Geschwätz (damals liefen tagsüber noch nicht pausenlos TVsoaps). Wenn man das tagelang durchstehen will, muß man lernen, sich ausschließlich mit eigenen Gedanken zu beschäftigen, während man konzentriert und schnell mit den Fingern arbeitet.

  14. @ Don Alphonso: "Was ist...
    @ Don Alphonso: „Was ist dieses ‚ß‘-Zeichen?“
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    Maßnahme bezieht sich auf das Messen, Massnahme würde sich auf die Masse beziehen. Ist schon ein Unterschied….

  15. HansMeier555, dann soll er...
    HansMeier555, dann soll er halt die rote Fahne nehmen und drauf hissen.
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    Schepenese, so hat jeder seine Erinnerungen. Aber Gummi ist wirklich widerlich.

  16. hach, schön....
    hach, schön. merci!
    erinnerungen an alte zeiten kommen auf, wie man eine arbeit fand, auch wenn die eltern dies partout verhindern wollten, und dann einen kurzen sommer lang jeden tag anderer leute kinder bespasste. erstens kam ich ebenso zu dem schluss, mit dem verdienten geld etwas schönes zu erwerben, zweitens dass ich nie mit kindern arbeiten wollte.
    in die produktion ging ich dennoch.
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    nun, wie es so ist, wenn man täglich um fünf aufstehen darf, um vor dem sonnenaufgang den tee zuzubereiten, merkt man immer dann, wenn sich handwerker um nachtschlafende zeiten ankündigen, immerhin auch noch pünktlich kommen und stemmeisen schwingend androhen, die ganze burg auf den kopf zu stellen und mit bestem wissen und gewissen herumzulärmen. disgusting!
    oder wenn man sich reichlich verschlafen in den morgenmantel gehüllt am blick aus dem wintergarten auf die bereits fleissigen menschen erfreut.
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    das klingt so verlockend – ein kleines nickerchen ruft, bevor heute nachmittag mal wieder der wochenendwahnsinn hereinbricht.

  17. Dass es Berufssöhne gibt, die...
    Dass es Berufssöhne gibt, die gar nicht arbeiten müssen, ist okay, (auch Quesnay hat die Notwendigkeit der Grundbesitzerkaste nicht in Frage gestellt), ein Problem habe ich nur damit, dass ihre Firmen die faulen Angestellten in ihren klimatisierten Büros besser bezahlen als die Akkordarbeiter in der Werkhalle.
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    Wenn die das mal ändern könnten, wär ich mit dem Kapitalismus versöhnt.

  18. @Böhmenfürst – Meine...
    @Böhmenfürst – Meine Mutter mochte die umgekehrte Geschichte. Als bei uns die Straße aufgerissen wurde und meine kleinen Brüder interessiert zuguckten, sagte ein schwitzender Arbeiter zu ihnen: ‘Bübche lernt was, damit ihr net so schaffe bracht wie isch.’

  19. gut, dass einer so schön vom...
    gut, dass einer so schön vom Hörensagen schreiben kann.

  20. Und Jack the Ripper ist heute...
    Und Jack the Ripper ist heute Mechaniker. (Statt Frauen kuckt er sich Motoren von innen an.) (Ein Beispiel zu geben, was man heute unbefagen auch alles nicht mehr sagen könnte. Vielleicht noch im Werk, einer Figur im Bühnenstück zugewiesen) (… und selbst dann muss man für die Trivialität höchstwahrscheilich noch erklären, dass man den Unterschied zwischen Bühnenstück und dem Übergang zur real-life-Inszenierung natürlich genauestens kennt … und berücksichtigen wird (eben gerade nicht: no transition).)
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    Und Soldatenfriedhöfe sind für Generalssöhne, was die Fabriken für den Westviertel-Geldadelnachwuchs sind. (Unnötig zu sagen: Gerade in St. Avold (wg. obigem Link) ist das eben genau anders: Die da sind für uns gefallen. Auch für die Freiheit von Dr. Dons Radtourenmeinungen mit.) (Und ist teils auch sachlich falsch mit den Generalssöhnen: Bis auf den US-Offiziersnachwuchs geht auf Soldatenfriedhöfe ja traditionell eh fast keiner hin.)
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    („..für die Trivialität…“ – ja, genau für die …)

  21. @perfekt57: "Die Stadt lag im...
    @perfekt57: „Die Stadt lag im lothringischen Kreis Forbach“
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    Saint Avold liegt immer noch dort!

  22. perfekt57, natürlich ist es...
    perfekt57, natürlich ist es ein Provokation, und natürlich ist man auich schon als Kind relativ reich. Denn wenn ein armes Kind arbeiten geht, und das Geld behalten kann, kann es sich gerade mal einen Teil dessen leisten, was ein reiches Kind schon hat. Vieles wird es nie bekommen, aber auch ein reiches Kind wird nie wissen, was Armut ist. Es sei denn, seine Eltern sagen, dass sie arme Leute sind. Also, relativ im obersten 10tel der Bevölkerung.
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    Perceval, das Glück hilft manchmal auch den Untüchtigen. Deshalb bin ich auch Journalist geworden.

  23. Schöne Erinnerungen. Aber...
    Schöne Erinnerungen. Aber auch das ist heute reguliert, formalisiert, formulargesteuert und somit als Ferienjob für Schüler nur noch schwer erreichbar: Versicherungsschutz, Berufsgenossenschaft u.a.m.
    In der Schule gibt es als „Berufspraktikum“ einen zweiwöchigen Abklatsch in Klasse 10. Das bringt aber nicht viel, insbesondere weil Gummigeruch oder Bohröl dort nicht zulässig sind.
    In Ingenieurs-Studiengängen sind längere Berufspraktika Studienvoraussetzung, hier kann sich der Interessierte schon eher die nötige Bodenhaftung oder „Erdung“ erwerben.
    Ich erinnere mich gerne an den Kontakt mit den Werkstätten in Institut und Forschungseinrichtung, wo ich für meine Diplomarbeit Teile basteln durfte oder auch basteln lassen musste. Ein Kontakt mit dem Elektronik-Ingenieur: „Wie lötet man eigentlich“? Sozialer Nebeneffekt: man musste sich Sprache und Denke der Werker hineinversetzen, sonst erreichte man nichts.

  24. Muscat, bei Englisch könnte...
    Muscat, bei Englisch könnte ich zustimmen, wenn ich englisch könnte, aber statt Kinder würde ich Kühlwasserbaden in der Metallfräse klar bevorzugen.
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    donna laura, die Sache mit dem frühen Aufstehen (vor 10 und das jeden Tag) ist auch ein Grund, warum ich das Redakteursdasein für gar nicht so erstrebenswert halte. Spätschicht fand ich dann auch besser.

  25. Werter Don,
    in meinen jungen...

    Werter Don,
    in meinen jungen pubertären Jahren habe ich mich im Beisein meines Vaters einmal zu einer despektierlichen Bemerkung hinreißen lassen, deren Inhalt darauf schließen ließ, dass ich es nicht zu würdigen weiß, wenn man nur mit seiner Hände Arbeit Geld verdient. Kurz darauf in den Sommerferien fand ich mich dann auf der Gemüseplantage eines befreundeten Gutsbesitzers wieder, Erbsen pflückend, ein echter Knochenjob, wie bereits hier erwähnt damals noch ohne osteuropäischen „Support“.
    Ja, das hat mich Demut gelehrt, und bis heute wirkt diese Erfahrung nach.
    Schöne Grüße aus dem Norden,
    Moritz

  26. scarlatti, ich habe da...
    scarlatti, ich habe da wirklich gearbeitet, und das Geld wuirde einem auch nicht immer nachgeworfen, selbst wenn es dort feine Ecken gab.
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    perfekt57, tatsächlich ist es hier inzwischen so teuer geworden, dass jeder, der 200 Quadratmeter in guter Lage vermieten kann, eigentlich kaum mehr arbeiten muss. Man teile das auf und vermiete es an 6 Studenten, das ist schon mal eine solide Basis über dem Durchschnittseinkommen eines freien Journalisten. Für praktisch kaum etwas tun. Hat man noch 100 Quadratmeter selbst, könnte man fast überlegen, die auch nich zu vermieten und dafür an den Tegernsee zu ziehen – wo man mitunter billiger als hier mieten kann. Insofern ist es nicht ganz falsch.

  27. Um 4 Uhr morgens sieht die...
    Um 4 Uhr morgens sieht die Welt hübsch aus im Hochsommer.
    Auch das, und nicht nur der Gummigeruch, bleibt lebenslang in Erinnerung.

  28. Lieber Moritz, ich möchte der...
    Lieber Moritz, ich möchte der Erfahrung nicht missen, und zum Ausgleich für meine Schreiberein ist es tatsächlich so, dass ich dann immer gerne etwas an Rädern schraube oder etwas im Haus repariere. So etwas schadet wirklich nicht. Die besten Ideen habe ich beim Kochen und Abspülen.
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    JR, erst, wenn man mal eine Handwerkerrechnung bezahlen muss, merkt man, wie gut es ist, wenn man gewisse Dinge wie löten, schrauben, Kabel verlegen und bohren selbst verrichten kann. Ein Kronleuchter mag prunkvoll wirken – aber er wäre nicht bezahlbar, könnte man die maroden Kabel nicht selbst austauschen.

  29. Erneut nur ganz leise und am...
    Erneut nur ganz leise und am Rande: Gummi? Widerlich?
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    Wir haben 15- und 16-jährig in der „Häute- u. Fett“ gearbeitet (-verwertung). 2x die Woche mit auf dem Schlachthof. Und ganz speziell war, wenn freitags „das Sammeltaxi“ kam (7,5-Tonner) mit den die Woche über im Umland gesammelten Häuten der Notschlachtungen: Die liefen schon von selber, diese Häute, innen die restliche Fettschicht also tats, tatsächlich wimmelnd von Maden.
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    Oder wenn dito so verspätete Fettanlieferung war im klassischen Container, genau so, wie er vom LKW Huckepack rückwärts unter kommt: 50-60 Volumenprozent der massig-gelben Tierfettrestestücke (es war nichts anderes drin in dem Cotainer ursprünglich) waren durch Endjuli-Hitze und Leben bereits zu den bekannten und erwähnten fettverzehrenden wimmelden Maden geworden. Und wenn da drin Plastiktütenstücke waren, durften wir Jungen, (also wir alleine) da rein, die raussortieren: Wer’s kennt, weiß wie es geht: Der Verwesungsgeruch schlägt wie eine Wand entgegen, bringt einen um. Oder nicht: Die Nase ist ein Differentialorgan (wie praktische Erfahrung früh zeigt), regelt nach einiger Zeit völlig aus. Und man muss sich (quasi psychologisch-machanisch) vorher ausreichend oft absichtsvoll erbrechen „bis alles geht, weil nichts mehr kommt, da alles leer“. Und dann nackt bis auf die Unterhose, die wimmelden Maden und das gelblich-glitschige Fett bis zum Bauchnabel hoch drin rumwaten, rumrudern, mit den nackten bloßen Händen Fett und Maden und madenfett und Madenkot (der ist’s, welcher so riecht) nach hinten wischen, so gehts, so kommt das Plastik raus.
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    (Naiv (und tüchtig?) wäre, wer den Anordnungen Älterer und Vorgesetzter gar nicht erst wiederspräche, weil er gar nicht auf die Idee käme, andere könnten das ablehnen… in vollendeter Natürlichkeit natürlich nicht.)
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    (Und solche schreckte heute nichts mehr? Naja. (Darum gingen wir es suchen? – Bestimmt nicht.))
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    (Und wie gesagt nur als Beitrag, und ganz gewiß nicht zu einer „Rangordnung“ oder sowas.)

  30. Don, das schöne Geld in ein...
    Don, das schöne Geld in ein Rennrad verschwendet? Das Sie heute zum Zehntelpreis ersteigern könnten? Oh vergeudeter Sommer, oh blinde Gier, oh verlorenes Salär…

  31. Auch in ein Rennrad. Damals...
    Auch in ein Rennrad. Damals gab es noch kein Ebay, Rennräder waren praktisch preisstabil. Zusammen mit der Wertsteigerung der beiden Geiger (seitdem so um das 5-fache) ist es aber immer noch eine runde Sache.

  32. Keiner mit guter alter...
    Keiner mit guter alter DDR-Erfahrung hier?
    Also dann ich.
    „Arbeitstag in der sozialistischen Produktion“ nannte sich das. Kombiniert mit dem Pflichtfach „Technisches Zeichnen“. Reichsbahn-Ausbesserungswerk.
    Das Werkstueck hiess „Achsbolzensicherung“, an dem man Schruppen, Feilen und Bohren lernen konnte. Dem konnten sich auch die Akademikersoehne nicht entziehen, die sich uebrigens ueberhaupt nicht so bloed anstellten, wie das Proletarierkinder vermuten wollten.
    .
    Im Gegensatzt zum Jodeldiplom hatte man danach tatsaechlich ‚was fuer spaeter.

  33. Bin ich Erster? Grossartig.....
    Bin ich Erster? Grossartig..
    Denn darum geht`s doch, oder? Erster sein. Ob auf dem Rennrad oder im Leben. Denn wie hat niemand schlaues niemals gesagt: Einmal Erster, immer Erster!
    Don Alphonso, Sie sind mir ein Vorbild.. Sie scheinen das Spiel nicht mit zu spielen, kennen keinen anderen Gegner als sich selbst.
    Das ist wirklich mal ein Mont Ventoux, den Sie da erklommen haben!

  34. Hatte die Seite wohl zu lange...
    Hatte die Seite wohl zu lange auf.. Erster!! Nix als ein kurzer Traum..
    Mir bleibt wohl nur der übliche Platz im gesicherten Mittelfeld..
    Oder ich mach einen auf Don Alphonso und radle mein eigenes Rennen.
    Fiati

  35. Die faulen Angestellten (m/f)...
    Die faulen Angestellten (m/f) in ihren klimatisierten Bueros moegen besser bezahlt werden als die Arbeiter in den Werkhallen, sie muessen aber auf den Oelgeruch und Biergenuss verzichten.

  36. gute güte, lieber perfekt!57,...
    gute güte, lieber perfekt!57, sie ärmster, gab es damals schon diese widerlichen emissionen aus dem küchenradio?
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    lieber HansMeier555, das sage ich mir auch immer, wenn ich um diese zeiten nach hause komme.
    weswegen das aufstehen vor zehn so unangenehm ist. eigentlich könnte ich dann – diem perdidi – direkt zum antibes oder singapore sling übergehen, denn mit so wenig schlaf ist eh nichts gescheites mehr anzufangen.
    .
    das mit dem nickercken hat gerade mal für zwei minuten funktioniert. gary pflegt seine marotten.
    aber hey, so ist es: kinder, männer, hunde.
    ich denke, ich versuche es nochmal mit der terrasse. ha! es gibt noch zitronensorbet!
    à tantôt!

  37. Ha, ha, so einen anregenden...
    Ha, ha, so einen anregenden Lesejob zum KFZ-Industrie-Haustarif hatte ich auch einmal. Alle 20 Minuten ein Dutzend frisch verschweißter Achsen auf eine Palette laden, dann wieder warten. Und das noch nicht einmal alleine. Freunde und den wirklich arbeitenden Kollegen konnte man allerdings so nur schlecht finden.
    Ging aber auch ganz anders, wenn man Pech hatte. Ein anderes Mal ‚durfte‘ ich beim selben Hersteller in einem Ersatzteilelager allerlei Teile aus einfahrenden Züge in Regale umladen. Ohne übertriebene Pausen. Ich glaube, im Lauf der vier Wochen Ferienjob hatte ich alles einmal in der Hand, was in ein Auto eingebaut werden kann. Und konnte gut auf zusätzliches Lauf- und Krafttraining verzichten, das war wirklich der Ernst des Lebens.
    Nebenbei: Heute hat man als Elternteil ja fast keine Möglichkeit mehr, dem verzogenen Nachwuchs diese Art des wahren Lebens nahezubringen. In einer modernen Produktionshalle ist es nicht selten schwierig, überhaupt noch einen Menschen zu sehen. Und wenn, dann sitzt er wie Homer Simpson vor einem Steuerpult und wartet darauf, dass nichts passiert…

  38. Tja. Einer (der vielen)...
    Tja. Einer (der vielen) Gründe, aus denen ich die de facto Abschaffung der Wehrpflicht vor 20 Jahren immer noch bedaure, ist das Wegfallen der letzten Schnittstelle, an der die Kinder der Mittel- und Oberschicht hautnah mit denen konfrontiert wurden, die sie später in den verschiedensten Funktionen führen, managen oder verwalten sollen. Perdu. Jetzt also wenigstens noch das Parktikum in der Produktion – in den Familien, in denen noch Reste der Sitte gepfelgt werden, es den Kindern nicht allzu frü allzu bequem zu machen. Und so entscheiden bald Menschen über ganze Gruppen ihrer Mitmenschen, die sie bestenfallas als Zerrbild aus RTL „Reality“-Theaterspielen zu kennen glauben. Gesellschaften zerfallen aus vielen Gründen und an vielen Stellen, die ständig abnehmenden Berührungspunkte verschiedener Schichten und Milieus leisten dazu einen schwer zu unterschätzenden Beitrag.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  39. Habe vor kurzem ein Buch...
    Habe vor kurzem ein Buch geschenkt bekommen in dem Stand folgender Satz:
    „Der Moment entscheidet ueber Schicksale“ oder so, ( ist frei uebersetzt ).
    Sinniere auch immer wieder beim Abwaschen daruber nach und denke dass
    ich viel Glueck gehabt habe, aber entgegen ihrer Erfahrung, moechte ich, bitte
    nicht, zu den besserem Kreisen gezaehlt werden. Definitiv nicht.

  40. War schon immer ein Fan von...
    War schon immer ein Fan von Kopf UND Hand. Gute Ideen immer beim Kochen, am See oder im Bad beim Armaturenputzen.
    .
    Dozier: Dass es in unsere arbeitsteiligen Welt so stark auseinanderdriftet, ist für mich der Grund vieler Schwierigkeiten. Angefangen von der gegenseitigen Abschottung der „Kopf-“ und „Handschichten“ in der Gesellschaft mit den sattsam bekannten Auswirkungen. Bis hin zur persönlichen Erstarrung, das Gegenteil von lebendiger innerer Weiterentwicklung.
    .
    [Mich hat meine verbohrt-duale Einstellung sicher ein paar Karrierepunkte gekostet, als ich ein kreativer Jungdackel in der Werbeagentur am Rande der Stadt war. Sollte eines schönen unschuldigen Tages nur noch Konzepte machen und die Erstellung von Layouts und Grafiken an irgendwelchen Freien oder Praktikanten delegieren. Blankes Entsetzen bei mir, wollte das nicht. Nur Kopfarbeit, da hätte ich ja nie mehr gewusst, ob die Umsetzung funktionierte. Unvorstellbar. Da hätte ich ja eventuelle Konzepte verbrochen, die visuell kaum umzusetzen sind. Nene, das muss für mich ein Planer/Verursacher schon selbst machen, sonst erfährt er nie, wo der Kasus Knacktus liegt. (Damals wurde noch gesprüht, geklebt und der herrliche dopende Duft der alkoholischen Marker-Farben….).]

  41. Meine Erfahrung mit meinem...
    Meine Erfahrung mit meinem ersten Semesterjob: Als ich dem meister vorgestellt wurde in desse Abteilung ich arbeiten sollte und der von mir erfuhr das ich Student bin, schüttelte er den Kopf und meinte:“ Da könnte ich den A**** auf die Seite kriegen…“ Aber hat dann doch gut geklappt, ich war halt jung und brauchte das Geld (zum Aufpeppen der Bude mit Unterhaltungselektronik).

  42. "erst, wenn man mal eine...
    „erst, wenn man mal eine Handwerkerrechnung bezahlen muss, merkt man, wie gut es ist, wenn man gewisse Dinge wie löten, schrauben, Kabel verlegen und bohren selbst verrichten kann. “
    .
    Oja. Wir machen fast alles außer Elektrik. Da hab ich Respekt vor. Bei unserer alten Waschmaschine war u. a. nur ein Kondensator auszutauschen. Da ich aber weiß, was da für Saft drauf ist, lass ich das lieber den Handwerker erledigen. Hab ein schwaches Herz mit Rhythmusstörungen, seit ich in folienhubernden Agenturen arbeitete …

  43. vergnüglich, von ihren...
    vergnüglich, von ihren dionysischen vergnügungen in der werbeagentur zu lesen, liebe Vroni. allein, es ist aus ihren ausführungen zu schliessen, dass es diese die geiste steigernde farbmixtur nicht mehr gibt. deshalb also nur noch dies pudrige naseweiss…
    .
    das zitronensorbet war aus.
    naja. seufz.

  44. Lieber Don,
    Ihr verblichener...

    Lieber Don,
    Ihr verblichener Landesherr hätte das Kapitel „Don arbeitet körperlich“ als „contradictio in adjecto“ überschrieben. Aber dem (Landesherrn) haben Sie ja schon damals immer trotzig widersprochen. Heute darf ich bemerken, daß SOGAR dem Engländer schon aufgefallen ist, daß Büroarbeit krank macht und krank ist: Nur digital, abstrakt, man verschiebt virtuelles Geld wie in den englischen Banken, am Ende kommen dann Griechenland und Portugal. Bevor ich abschweife: Voilà:
    Matthew Crawford:
    The Case for Working with Your Hands: Or Why Office Work is Bad for Us and Fixing Things Feels Good. Nur 5 Pfund!
    Weiter zu empfehlen Richard Sennett: Handwerk! Der Meister seines Fachs.
    Mir ist aufgefallen, daß ich, kaum zuhause, immer nach kaputten Lichtschaltern und Steckern suche, um eine echte Aufgabe zu haben. Fahrräder sind auch nicht schlecht, zumal die ja auch nach Gummi riechen. Aber nur ein bißchen. Richtig schlimmt riecht es erst, wenn das Gummi brennt…
    Schreiben Sie weiter mit 10 Fingern und kaufen Sie endlich ein Klavier! Beste Grüße aus dem Land der Migrantenplumber!

  45. Ach, der anregende Duft von...
    Ach, der anregende Duft von Fixogum plus Roth-Haendle…

  46. ...und im Hintergrund dudelte...
    …und im Hintergrund dudelte im Endlosmodus George Moustaki,
    http://www.youtube.com/watch?v=46OKq8Fs-f0
    „…aber nach dem HKS-Muster ist das gedruckte Rot doch ein bisschen zu gelb…“

  47. Liebe Donna Laura,
    hehe, bin...

    Liebe Donna Laura,
    hehe, bin eigentlich nur wegen des Duft-Dopes Grafiker geworden, schnüffz.
    .
    Normalerweise hätte meinereiner Schreiner werden müssen bei der Vorliebe für den Duft von frisch gesägtem Holz und Leim. Mein Vater hatte eine kleine Werkstatt.
    .
    Aber heutzutach: Powerpoint duftet nicht, Kopierer stinken, neue Rechner nach Plastik und der Parfumgestank ähm -duft Note Puff-Lui gewisser feiner Herrschaften im Bürofahrstuhl isses auch nicht wirklich …
    (Ein Designbüro-Inhaber hatte eines Tages sich und den Raumbefeuchter mit Pheromondüften eingenebelt. Wohl um uns Freelance-Weiwa wild zu machen. War auch wild: kurz davor, Erschwerniszulage zu beantragen, das Zeug hat nach genau der Raubkatzenpisse gerochen, die ich vom Nürnberger Zoo her kannte … )
    .
    Meine Berufswahl und der U-turn zum Selbständigen mit eigenem Büro beeinflusste das schon. Alternative für Feinnasen: Restaurantkritiker oder Sommelier.

  48. Nur mal so zur Erinnerung für...
    Nur mal so zur Erinnerung für alle, die sich wundern, dass bei der Griechenlandrettung nur noch um Worte und Rating-Bewertung gestritten wird: Das Geld selber ist auch nur aus Papier.
    .
    Schönes Wochenende!

  49. ThorHA, Kinder der Mittel- und...
    ThorHA, Kinder der Mittel- und Oberschicht bei der Bundeswehr? Ich bitte Sie, die waren schon vor 20 Jahren rechtzeitig „wehruntauglich“. Wozu war der Onkel Arzt?

  50. Es schadet nicht in Jugend und...
    Es schadet nicht in Jugend und Studium Teil der Produktion gewesen zu sein. Ich erinnere mich, wie mir -in einem eher kühlen und verregneten Sommer- zunächst der klinisch reine und beheizte Produktionsteil gezeigt wurde (alle rannten in adretten weissen Kitteln herum), um mir schliesslich zu eröffnen, mein Ferien-Job wäre das „Extrahieren natürlicher Drogen“. Dieser Produktionsteil befand sich in einem zugigen, unbeheizten Schuppen, in den es beständig hineinregnete. Da ist man schon froh, ein freundliches Angebot auch ablehnen zu können.
    .
    Insgesamt habe ich etwa 9 Monate meines Lebens am Fliessband gestanden und (für damalige Verhältnisse) sehr gutes Geld verdient. Das Geld ist lange weg – die Jugend-Reiseerinnerungen, gegen die ich es eintauschte, bleiben.

  51. Hab mich vertippt, wollte...
    Hab mich vertippt, wollte nicht besserem schreiben.

  52. @Don – diese Sache mit...
    @Don – diese Sache mit Handwerkerrechnungen ist interessant. Für eine Anzahl Jahre arbeitet ich für Geld während meinem Mann für Haushalt und Kindern zuständig war. Sein Bedürfnis zu Putzen ist nicht hoch. Stattdessen hat er im Haus herum renoviert. Irgendwann rechnete ich mal nach und kam zum Schluss, dass diese Art der Haushaltsführung für die Kapitalanlage viel besser ist als es eine schwäbische Hausfrau je sein könnte. Daraufhin machte ich keine bissigen Bemerkungen über schmutzige Ecken mehr, sondern engagierte eine Putzfrau fürs Grobe und erledigte ganz unemanzipiert am Wochenende selbst, was mir zu sehr auf die Nerven ging.

  53. "Ach, der anregende Duft von...
    „Ach, der anregende Duft von Fixogum plus Roth-Haendle…“
    .
    Achja, lieber Filou, Fix-o-gum war schon klasse.
    Aber explodiert das nicht, wenn die kindermordende* Fluppe angesteckt wird?
    .
    *(Wer Roth-Haendle raucht, frisst auch kleine Kinder.“)

  54. @DA
    Sie haben sich von ihrem...

    @DA
    Sie haben sich von ihrem Schülerjob mit 17,18 Jahren einen Siebdruck von Rupprecht Geiger gekauft?
    Ok….

  55. Zwei Siebdrucke. Das hat...
    Zwei Siebdrucke. Das hat damals in dieser Stadt aber keiner verstanden. Damals war ich aber schon 19.

  56. Der Tiger 17. Juni 2011,...
    Der Tiger 17. Juni 2011, 13:55
    Pruuuust. Genau deshalb ist man ja – gegen seine Neigungen – gezwungen, Vollzeit zu arbeiten und sich in bessere Gehaltsregionen vorzuarbeiten. Keine Neigung zum Putzen UND zwei linke Hände. Sprich, Handwerkerrechnungen + Putzfrau müssen einfach verdient werden …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  57. Filou 17. Juni 2011, 12:49
    ......

    Filou 17. Juni 2011, 12:49
    … + die ausgeschnittenen Textfahnen, die nach dem dritten Umlayouten nur noch als Minischnipsel vorlagen und gerne mal mit dem Bildchen verklebt wurden. ICH habe ja die layoutfähigen Computer vom ersten Tag an geliebt (hach, der Atari 1040 mit 2. Diskettenlaufwerk und Calamus).

  58. Kinder, liebe Vroni, hab' ich...
    Kinder, liebe Vroni, hab‘ ich zum Fressen gern. Bei mir waren die auch immer ganz brav. Aus purem Respekt, denn beim Bloedsinnmachen konnte ich die Bagage locker toppen.
    .
    Nee, explodiert nicht. Doppelklebefolie war viel schlimmer, wenn sich da mal ein Tabakkruemel drauf verirrte…
    …und wenn der damalige Chef zu Feierabend die Kuenstlerdroehnung darreichte, bestehend aus Bier mit Sekt, fragten sich die jungen Leute ‚was machen wir mit dem angebrochenen Abend?‘
    .
    Ich blieb auch da nicht lange. Das Leben ist ernst und von der heiteren Gebrauchskunst konnte man nicht leben. Ich nicht. Mangelndes Genie.

  59. Tja, Kunst kommt von Audi....
    Tja, Kunst kommt von Audi.

  60. @DA, Handwerkerrechnungen:
    Von...

    @DA, Handwerkerrechnungen:
    Von „Gas, Wasser, Sch***e“ halte ich mich fern: Gas rummst im Havariefall, Wasser zahlt bei Schäden ohnehin die Gebäudeversicherung und Sch***e – na ja. Zudem gibt es ja andauernd neue Fittings (Pressfittings für Kupferrohre) mit Spezialwerkzeugen, mit Ihrem Gewindeschneiden ist es da nicht mehr getan. Da fehlt mir einfach die Sachkenntnis bzgl. der einzusetzenden Bauteile. Außerdem glaubt man nicht, in welch unzugänglichen Ecken ggf. das Gewinde geschnitten werden müsste, hier bewundere ich meinen Stamm-Klempner, der auch nicht mehr ganz jung ist. Die Vorbesitzer meines Hauses haben bei Installation eines Warmwasserspeichers interessante Elemente bei Eisen-Kupfer-Übergängen gebastelt, irgendwann zischte im Keller dann das Wasser durch die Elektrik.

  61. @TorHa, angefangen hat das...
    @TorHa, angefangen hat das 1979 mit dem PET 2001 von Commodore. Alles musste man selbst erfinden.

  62. In seltenen Fällen stolpern...
    In seltenen Fällen stolpern wir aber doch über Wikipedia. Hier wäre so ein Fall: „Er war ab 1940 an der Ostfront in Polen und Russland, wo er sein autodidaktisches Studium der Malerei begann“ steht da u.a.. Man mag es kaum glauben, es soll aber wohl bei ihm so gewesen sein. http://de.wikipedia.org/wiki/Rupprecht_Geiger

  63. @Scarlatti (11:20)- “gut,...
    @Scarlatti (11:20)- “gut, dass einer so schön vom Hörensagen schreiben kann.” Das ist wahrscheinlich eine höhere Form des Namedroppings.
    @DA (15:20) … ich geb ja schon zu, was ich von meinem ersten selbstverdienten Geld gekauft habe ….. einen großen grünen Wecker – auf den war ich viele Jahre sehr stolz.
    .
    Da war ich zehn und hatte einen riesigen Korb von mir alleine gesammelter Kronberger Edelkastanien an einen lokalen Gemüsehändler verkauft. Ich bin sicher, keine der heutigen – SUV fahrenden – Kronberger Mütter würde ihrer Tochter im Grundschulalter ein so hart erarbeitetes Erfolgserlebnis zugestehen.

  64. [eine kleine pause vom...
    [eine kleine pause vom eierlikörschwenken zum runden geburtstag einer betagten dame tat sich auf.]
    .
    liebe Vroni, wenn sie duft von frisch geschlagenem holz lieben, habe ich noch die kombination mit frisch gemähtem gras an zerkleinerten zweigen zu bieten.
    .
    bester Nepomuk, ganz recht, ich kenne eigentlich niemanden, der das pech hatte eingezogen zu werden oder zivildienst leisten zu müssen. irgendwie waren alle künftigen stützen kurzzeitig verhindert.
    .
    lieber Don, ein schülerjob mit neunzehn? ist man da nicht schon fertig oder drehten sie eine kleine ehrenrunde, weil es so schön war?
    zu diesem zeitpunkt hatte ich mein bac, die vermählungs- und eine geburtsurkunde bereits glücklich im tresor.
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=oSGvqjVHik8

  65. @DA, Belegfoto:
    Die Fotos der...

    @DA, Belegfoto:
    Die Fotos der Gummibude, in der Sie als Schüler werckeln durften, zeigt Ruhe und Frieden, also keinen geschäftigen Betrieb. Liegt aktuell eine Insolvenz vor? Oder ein Wechsel des Geschäftsfeldes – nächtliche Autoschiebereien o.ä.? Oder eine stillgelegte Sprossenzucht?

  66. Zwischen 7.und 8....
    Zwischen 7.und 8. Gymnasialklasse arbeiteten meine beste Freundin (sie ist nun Ärztin) und ich zum erstenmal; wir schupften einen ländlichen Erntekindergarten, der die Eltern in der Erntezeit (realiter: Tourismushochsaison) entlasten sollte. Was wir lernten? Daß die Welt in Partialinteressen zerfällt. Der Kindergarten sollte bittschön nicht in der neurenovierten Schule statthaben (Kritzel-und Patzgefahr), aber auch nicht im Pfarrhof, etc…schließlich fand sich ein Platz und eine uns damals uralt scheinende Landeskindergarteninspektorin mit lederner Aktentasche, grauem Kostum und flachem Schuhwerk, kugelrund und gewitzt, wies uns ein und warnte uns auch vor dem Bürgermeister des Örtchens. Im Sommer davor hatten zwei Klosterschwestern den Erntekindergarten betreut und sogar denen hatte der Herr Bürgermeister nachgestellt. Als er uns dann das Melken an den freundlichen Kühen zeigen und dabei grabschen wollte ließen wir ihn – gut vorgewarnt – lachend in den Stallmist rutschen. Aber die nachdrücklichste Erinnerung ist jene an zwei 5 jährige kräftige Knaben, die sich am Sonntag hinter der Kirche blau und blutig prügelten (bis wir sie trennten) – an den Wochentagen bei uns im Kindergarten waren sie verlegene Lämmchen gewesen, hatten also nur einen Teil ihrer selbst zu offenbaren gewagt, das gab uns schon zu denken…

  67. Mich hat der Ausflug in die...
    Mich hat der Ausflug in die Produktion was gelehrt: Die sind Menschen wie ich, ich bin ein Mensch wie die. Demut und Respekt hat es mir beigebracht. Ich bin dankbar dafür.

  68. "Ich blieb auch da nicht...
    „Ich blieb auch da nicht lange. Das Leben ist ernst und von der heiteren Gebrauchskunst konnte man nicht leben. Ich nicht. Mangelndes Genie. “
    .
    Zu bescheiden.
    Vermute höhere Wahrscheinlichkeit weniger bei der Person. Zu viele versuchen von Missbrauchsgrafik zu leben. Schaut mich an, mache fast nur noch (Re-)Positionierungen. Wenn es sich irgendwie einrichten lässt nicht für naturpralle Startups (meine Nerven lägen blank!), sondern für solide Firmen.
    .
    Wenn alle Klempner wären, ginge es ähnlich zu. Man muss was machen, was nicht jeder macht und kann, aber viele jeden Tag brauchen. Zum Beispiel Torten^^.

  69. JR,
    "Die Vorbesitzer meines...

    JR,
    „Die Vorbesitzer meines Hauses haben bei Installation eines Warmwasserspeichers interessante Elemente bei Eisen-Kupfer-Übergängen gebastelt, irgendwann zischte im Keller dann das Wasser durch die Elektrik.“
    .
    Götens Wasserlehrlinge: vermutlich Geisteswissenschaftler.

  70. @Vroni - Goethens...
    @Vroni – Goethens Wasserlehrlinge:
    Keine Geisteswissenschaftler, gelernter Elektriker und damals Spediteur. Die Phase für den Lichtanschluss im Gäste-Klo kam über die (damals noch rote) Schutzader.

  71. @Donna Laura - wer war...
    @Donna Laura – wer war dabei?
    Ich hatte das „Glück“, sogar nach dem Diplom noch gezogen zu werden. Hatte dabei Kontakte in beiden Richtungen. Zunächst natürlich zur Breite des Volkes, was andere auch als „Salt of the Earth“ bezeichnen. War dann aber als Mannschaftsdienstgrad an der neuen Hochschule der Bundeswehr, wo die Herren studierenden Leutnants eher zum vorherigen Blogbeitrag des Don gehörten, in etwa so Gutti-mäßig, was die Leistungen im Studium angingen.

  72. Wobei die Zauberlehrlinge wohl...
    Wobei die Zauberlehrlinge wohl weniger die ach so „unfähigen“ Handwerker sind, als die dekadente Gesellschaft, die meint, aus eventuell 30 Arbeitstagen das Leben derjenigen beurteilen zu können, die dies bis zu 10 000 Tagen ihres Lebens machen dürfen. Aber „wir“ kennen ja das Leben.

  73. „HansMeier555 17. Juni 2011,...
    „HansMeier555 17. Juni 2011, 10:03
    „Siehst du das Ding da vorne? Für die alle muss ich mitschaffen!“ sagte mir der Arbeiter und zeigte auf das Verwaltungsgebäude.
    Don Alphonso 17. Juni 2011, 11:10
    HansMeier555, dann soll er halt die rote Fahne nehmen und drauf hissen.“
    Nun was denn so empfindlich, Don? Der Mann, der in der Knorr-Bremse schuften geht, verspürt zu Recht so. Sein bestimmt Bewusstschwein. Es braucht ihn nicht zu interessieren, was alles dazugehört, eine Firma am Laufen zu halten. Sein Weltbild ist ok. Es kann ihm egal sein, ob die besseren Leute in den Verwaltungsgebäuden der Kleinen und der Mittelständler einen Knochenjob vollbringen. Gute Aufträge für 500 oder 50 Beschäftigte an Land zu ziehen ist eine Gabe, kann eine Knochenmühle sein und kann jemanden bereits mit dreißig geistig so ausleiern, dass man ihm nur wünschen kann, das bis dahin verdiente Geld reicht für zehn Jahre Sabbat.
    Don, Sie sind doch historisch gebildet. Seit wann gilt geistige Tätigkeit denn überhaupt als Arbeit? Seit voriger Woche? Seit zweihundert Jahren? Länger nicht.

  74. Schön geschrieben. Die...
    Schön geschrieben. Die Provokation von Anfangszitat und Text scheint im freitagabendlichen Geplänkel dennoch unterzugehen.
    Was sagt der Nörgler?

  75. Der Don als jugendlicher...
    Der Don als jugendlicher Geiger-Zähler. Die einen hängen vorm Akw rum, der Don hängt seine Bilder auf. Abgefahren.

  76. nun ja, provokant ist, dass...
    nun ja, provokant ist, dass die kinder mal eben ins das harte wasser des eher mit den händen als mit dem kopf arbeitenden eingetunkt werden. nicht zu lang, nicht zu kurz.
    natürlich kann das lebensgefühls eines arbeiters damit keinesfalls nachvollzogen werden, allein die unterstellung , das dies dergestalt möglich sei, ist an sich eine frechheit, denn man darf sich schon auf die nächste ferienreise freuen, die man nicht selbst finanziert, und sich im restaurant bestellen, was man möchte, und wie die studienkosten getragen werden, ist meist keinen gedanken wert. ein neues paar schuhe sind gar kein problem, gemietet wird i.d.r. auch nicht, weil sich das nicht schickt, auch wenn sich der steuerberater deswegen die haare rauft – wie der geschätzte gastgeber so treffend ausführte, man zahlt nicht die laufenden kosten eines entsprechenden lebens. man zittert nicht, ob man nach einer eventüllen insolvenz des unternehmens überhaupt noch irgendeinen job bekommt und wie es im alter mit der rente aussieht; gerade die heutigen jungen arbeiter wirken ein wenig verloren, aber das trifft auf manche akademiker ebenso zu, man betrachte alleine mal die juristen.
    .
    die conclusio ist nicht schwer zu ziehen, weil sie wie ein alter kalauer auf der hand liegt:
    alle sind gleich, aber die einen, die sind gleicher als die anderen.
    .
    marx lag zuweilen gar nicht so falsch, vor allem hinsichtlich seinen ausführungen zur marktkonzentration wirkt er recht prophetisch, aber das darf hier niemand wissen, denn-
    oh, der champagner wird aufgetragen – ich eile – bonne nuit!

  77. Also ich mit 12 nachmittags in...
    Also ich mit 12 nachmittags in einer Textilbude. Erst Kartons falten, in die sogenannte „Morgenmäntel“ gelegt wurden. Mit 14 dann Zuschnitt in dieser Textilbude, also Stofflegemaschine bedienen. Später auch selber, aber nur Einlagen, zuschneiden. Der Gestank von den Pferdehaaren in diesen Vliespappen war furchbar. Aber die Stichsägen wurden nun mal heiß. Als Student in der Kieferschaden-Hauptstadt Reichsbahn-Ausbesserung Grundewald, M13 (Holzarbeit) und 23 (Waggonreparatur). Seitdem kann ich Kettensäge und Vorschlaghammer. Lässt sich in politischen Diskussionen immer mal einfügen.
    gruß fb

  78. Weshalb vergessen die Menschen...
    Weshalb vergessen die Menschen nur immer mehr den Unterschied zwischen einer produktiven Tätigkeit die ausgeübt werden muss mit der Tätigkeit die nur ein Luxusbedürfniss befriedigt?
    Was ist von existenzieller Bedeutung? Die Toilette die der Klempner installiert oder die Zeitung die der Journalist schreibt und die man dann dort gemütlich lesen kann?
    Ist es wichtiger ein Haus zu bauen indem man Stein auf Stein setzt damit man vor Wind und Wetter geschützt ist oder sollte man die Steine dem Bildhauer geben der daraus eine tolle Skulptur macht die man sich wunderbar ansehen kann während man im kalten Regen steht.
    Kommt der Strom der die High-End Computer betreibt direkt vom AKW in meine Wand wo er aus kleinen Dosen durch den stecker in den PC des Managers fliest? oder steckt dahinter ein Elektriker der wie im Mittelalter mit seinen Händen das tägliche Brot verdient?
    Das alles soll nichts darüber aussagen wer besser oder wer schlechter ist… die einen erfüllen Grundbedürfnisse…die anderen machen das Leben oft angenehmner und sorgen für Luxus oder sie ermöglichen durch ihre Denkarbeiten den Fortschritt in allen Bereichen.
    Es sollte aber etwas über den gegenseitigen Respekt ausdrücken…
    Wo geht der Prof. hin sein Geschäft verrichten wenn alle studieren und keiner mehr eine Toilette installieren kann? Wie soll der Installateur sein Handwerk erlernen wenn es keinen Prof. gibt der es weiterentwickelt und ihm…zumindest die Theorie beibringt?
    Vor einigen Jahren sagte man in Deutschlang…Handwerk hat goldenen Boden… und Handwerker sind ehrbare Bürger….
    Heute sagen viele noch ähnliches…aber alle wollen, dass ihre Kinder etwas „anständiges“ werden….
    Ich kann nur hoffen, dass alle was anständiges werden…und dass wir dann trotzdem noch Toiletten, Autos und frische Brötchen haben.

  79. Am meisten gelehrt hat mich...
    Am meisten gelehrt hat mich die Erfahrung, dass es so eine Fabrik mit Akkord- und Nachttarifen zum schnellen Kontoauffüllen nicht überall gibt und die meisten anderen Jobs im Vergleich dazu…

  80. Aber war die Klage des...
    Aber war die Klage des Arbeiters darüber, für all die Verwaltungsangestellten „mitschaffen“ zu müssen, nicht identisch mit unser aller Klage über Investmentbanken und Managergehälter?

  81. Der oben angesprochene...
    Der oben angesprochene „Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion“ war nicht die einzige (erzwungene) Bekanntmachung von uns Heranwachsenden mit der sozialistischen Arbeitswelt. In der 11. Klasse musste man für zwei Wochen in den Ferien in einem Betrieb (oder – häufig – bei der Ernte) arbeiten; in meinem Fall war das eine Brauerei. Dann wurde man zu Beginn des Studiums wieder zwei Wochen in die Ernte (oder allgemein „die Landwirtschaft“) geschickt; und das setzte sich dann teilweise so fort (Einsatz als Waldarbeiter in den Semesterferien usw.). Nach der Wende war dann ziemlich schnell Schluss mit solchen Dingen.

  82. Laboratores – Oratores –...
    Laboratores – Oratores – Milites, letzten Endes ist diese Einteilung so alt wie die Welt. Die Namen mögen wechseln, die Tatsachen bleiben. Ob sich daran etwas ändern wird, glaube ich nicht. Selbst im „real existierenden Sozialismus“ war es nicht anders. Es hilft schon, wenn dem jeweiligen Stand seine eigene Würde und die Existenzmöglichkeit gelassen werden. Ein jeglicher Stand hat seine eigene Plage. In der Tat, Filou, zu DDR-Zeiten hatten wir auch den „Unterrichtstag in der Produktion“. War nicht uninteressant und man hat tatsächlich etwas gelernt. Nur war für mich das ganze nicht exotisch, sondern normal und deshalb keiner Reflexion wert. Immerhin nahm ich die Lehre davon, daß ich bei dem dominierenden Betrieb unserer Kleinstadt, einem Maschinenhersteller, nicht arbeiten wollte und versuchte mein Glück in der großen Stadt. Was vollkommen richtig war. Sie kennen sich übrigens mit Hostmann-Steinberg aus, Filou. Sie sind also auch aus der Branche?

  83. @ExKontingent 03.40h

    Ein...
    @ExKontingent 03.40h
    Ein amerikanische CEO dessen Unternehmen ein Export-Leader ist, hat vor kurzem gesagt: What the USA needs is a „Quality Workforce“ …. und fügte „engineers!“ hinzu.
    Deutschland und die Schweiz haben die Lehre nie abgeschafft – zum Glück! Eine 3-Jahr KV Ausbilding in der Schweiz ist sehr begehrt.

  84. Was jene Dinge angeht, die ich...
    Was jene Dinge angeht, die ich aus naheliegenden Gründen nicht bringen darf,selbst wenn sich bei Gummi solche Wortspiele aufdrängen: Es ist nicht meine Sache, mit mir hat das nichts zu tun, ich finde es auch nicht gut, aber ich denke, es ist vorübergehend.

  85. Die Investmentbanken sind...
    Die Investmentbanken sind gesondert zu betrachten. Deren natürliche Tätigkeit, das Melken von Luft, gebiert moralische Verwahrlosung, auf deren Humus auf natürliche Weise Berufsverbrechertum („Bankster“) gedeiht.
    Insofern sind sie in diese anständige Klage nicht inkludiert.

  86. Exkonteningent,
    der Mangel an...

    Exkonteningent,
    der Mangel an gegenseitiger Wertschätzung von Kopfarbeitern zu Handarbeitern ist so. Kann ich bestätigen, dass das „Handwerkertum“ zwar verbal immer noch sehr hochgelobt wird − kommt es aber zum Schwur schicken sie ihre Kinder dann doch lieber noch länger auf die Schule. Auch, wenn deren Leistungen schwach sind.
    .
    Dass höhere Studieweihen was Besseres sind, ist ein gesellschaftliches Märchen. Das Gegenteil kann der Fall sein. Nehmen wir zum Beispiel Geisteswissenschaftler oder studierte Künstler, die in der Werbung landen. Sie müssen oft für werbetreibende Unternehmer schrubben, denen es scheißegal ist, ob sie die Konsumenten draußen veräppeln oder nicht. Müssen jubelnde Gesund-Texte für die unglaubliche pappsüße Milchschnitte [Actimel, …. etc, Passendes bitte hier eisnetzen] schreiben, die alles andere als gesund sind. Pharmawerbung (Doublespeek: „ethische Werbung“): noch schlimmer.
    .
    Da ist es ehrlicher und 100 mal wertvoller, Klos einzubauen, statt als feinstudierter Mensch der Welt den geistigen Shit in den Ventilator zu tun.
    .
    Und natürlich müssen die Steine des Hauses nicht von studierten Bildhauern rundgelutscht sein. Doch der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Und wie ein Haus in seiner Gesamtheit wirkt ist wichtig. Nicht ohne Grund sind unser Häuser hier zwar besonders sauber und funktionell, aber auch besonders phantasielos und kantig-scheußlich.

  87. Biete 6 Wochen 700 DM Job als...
    Biete 6 Wochen 700 DM Job als Pflegehelfer in der Geriatrie (oh Gott? fehlt da nicht irgendwo ein h?). Eklig aber sehr sehr sehr lehrreich.
    Zu den roten Fahnen: das Gruppenbewusstsein gibt es doch überall: Schwestern ¨- Hebammen – Ärzte im Krankenhaus(Schlimmer als beim Barras), Vertrieb gegen Techniker in der Industrie (Oh, und dann die Buchhalter, Controller, und der Typ zwischen Treppe und Kaffeemaschine, den man erst fragt, wenn das Kind im Brunnen liegt, aka Justiziar) oder, auf einer Berliner (!) Studentenfete erlebt, wie die Stimmung eisig wurde als zwei junge Männer merkten, dass der eine Panzerfahrer, der andere beim Nachschub gewesen war (einer wurde dann in die Küche komplimentiert und beide nie wieder zusammen eingeladen: dabei sah von aussen alles so harmlos aus: ähnliches Alter, gleiche Studienrichtung, gemeinsame Neigungen).

  88. "Sitting next to Nelly" in der...
    „Sitting next to Nelly“ in der Schweiz.
    Example: (in E):
    The head office in the USA sent a young graduate (two degrees in Business Admin – USA & UK) to work in the Export Dept of its Swiss office which was responsible for all sales worldwide, except sales in the USA. He did not know how to give a customer instructions for opening a Letter of Credit or how to present documents to collect payment, so for 3 months he had to „Sit next to Nelly“, i.e. „learn by doing“ – sitting next to a young female employee who was experienced and who had done a KV apprenticeship. Anyone with an attention deficiency disorder has a problem with work like that which absolutely depends on 100% attention to detail / accuracy.

  89. sie sprechen in rätseln,...
    sie sprechen in rätseln, lieber Don Alphonso/12.03 u…

  90. DA (12:03) - Beziehen Sie sich...
    DA (12:03) – Beziehen Sie sich da auf den neusten Blogbeitrag des Herrn Gumbrecht? Der zieht sich wieder wie Gummi.

  91. icke, in jeder Abteilung kann...
    icke, in jeder Abteilung kann man immer 20% der Leute feuern, und das einzige, was verschwindet, sind manche Streitereien. Wobei man auch sagen muss, je weniger dort zu tun ist, desto eher wird intrigiert. Das ist, wurde mir damals in der Produktion auch gesagt, der Grund, warum man niemals die Hand in der Tasche haben darf und nur herumstehen darf: Wer tut, macht keinen Unsinn. Jede Art von Büroarbeit würde auch besser laufen, wenn die Insassen kontinuierlich angehalten wären, etwas zu tun.
    .
    donna laura & tiger, die Erfahrung lehrt, dass hochtrabende Beiträge ohne Kommentarmöglichkeiten die Leserschaft oft mit Magengrimmen zurücklassen, und bei der Zeit gibt es deshalb auch die Pflicht, in Blogs Kommentare zuzulassen. Sehe mein Blog aber offen gesagt nicht als zentrale Anlaufstelle für dergleichen andernorts nicht mögliche Kopfschütteleien. Selbst wenn ich nicht restlos begeistert sein sollte.

  92. (Empfehle dann einfaches...
    (Empfehle dann einfaches Nichtanklicken.)

  93. Vroni, würde ich Arbeit mit...
    Vroni, würde ich Arbeit mit der Hand nicht wertschätzen, hätte sich das in dem Moment geändert, als mir der Audifacharbeiter in meinem Alter erzählte, was er gerade so im Schichtdienst verdient. Nicht dass ich mit ihm tauschen möchte – aber das ist dann schon anständig. ALlerdings macht der ja auch was Sinnvolles, was man beim Journalismus jetzt nicht immer sagen kann.
    .
    Fritz,ich sehe auch einen Unterschied zwischen abstossender Faulheit mit Schmarotzertum (oft im Marketing etc.) und kriminellen Vereinigungen.

  94. Savall, wäre es so, wäre es...
    Savall, wäre es so, wäre es aber ausgesprochen betrüblich. Zum Glück ist es nun aber so, dass jede Klasse ihre eigenen Unterschichten hat. Der Arbeiter die schwarz bezahlten Handlanger, die Manager die Praktikanten, und die Medien jede Menge Leute, die für anderes nicht zu gebrauchen sind.
    .
    Oberlehrer, die Frage – wie Savall sie ja auch aufwirft ist – hat es was geschadet? Ich würde heute, rückblickend, die Zeit in der Fabrik teilweise auch nicht missen wollen, selbst wenn es kein Geld gegeben hätte.

  95. Don,
    klar, mehr verdienen...

    Don,
    klar, mehr verdienen solche Handarbeiter auch noch. Scheint aber als Entscheidungsgrundlage für einen solchen Beruf immer noch nicht zu reichen.^^
    .
    Dieses „ich fasse keinen physischen Dreck an, also bin was Besseres“ ist eben auch: archaische Gedankenwelt. Daher halte ich das für nicht ausrottbar. Ist im Menschen drin die Idee, dass wer feine, weiße Handschuhe anhat, ein feinerer Herr sein muss.
    .
    Nicht ganz:
    Im Marketing faul sein wollen ist m. E. ganzganz schwierig.
    Kenne da eigentlich nur gehetzte Menschen im Hamsterrad. Ein komplettes Ministry for Silly Walking.
    .
    Zigaretten-, Kaffee-, Wodka- und Snickers-Abusus mit eingebautem Magenschwür, egal ob „unten“ (Assi) oder „oben“ (leitende Funktion) angesiedelt, weil man den Irrsinn sonst nicht aushält. Habe solchem seit der Economy-Krise den Rücken zugewandt.
    .
    Eigentlich ist diese ausgesprochen schlechte „Work-Work“-Balance ein saftiger, ausreichender Grund, solche Etablissments, wie auch die PR, zu meiden oder ernsthaft zu verlassen – und die Menschheit fortan nicht mehr mit anfechtbarem Blödsinn und Dünnsuppen-PR zu belästigen. Oder gar nicht erst Fächer studieren, bei denn man eh nur in diesen Mühlen kanden kann. Kann jeden nur warnen.
    .
    Auch serh idealistische Anglistiker/Amerikanistiker landen später oft in der hektischen PR und heulen dann rum. Kenne da eine ausgesprochen intellligente junge Dame. Vorher war sie ausgebildetete Möbel-Restauratorin. Aber vielleicht wurde sie auch allergisch gegen Farben oder Leime, keine Ahnung. Aber in meinen Augen ein Traumberuf. Dann muss sie aber ausgerechnet Amerikanistik mit Diplomarbeit über Hiphop-Kultur (für mich ein Orchideenfach) studieren und dann als Texter in die PR gehen. Für mich ein glatter Kopfschuss. Aber ich muss nicht alles verstehen.

  96. “Ein Mensch sollte in der...
    “Ein Mensch sollte in der Lage sein, eine Windel zu wechseln, eine Invasion zu planen, ein Schwein zu schlachten, ein Schiff zu steuern, ein Gebäude zu entwerfen, ein Sonett zu verfassen, ein Konto abzurechnen, eine Mauer zu bauen, einen Knochen zu schienen, Sterbende zu trösten, Befehle zu befolgen, Befehle zu erteilen, zu kooperieren, eigenständig zu handeln, Gleichungen zu lösen, neue Probleme zu analysieren, Mist zu schaufeln, Computer zu programmieren, eine gute Mahlzeit zu kochen, effizient zu kämpfen, galant zu sterben. Spezialisierung ist etwas für Insekten.”
    Robert A. Heinlein, Time Enough For Love, 1973

  97. hilarioususername, da schaut...
    hilarioususername, da schaut es bei mir aber schlecht aus (Immerhin kann ich auch unterhaltsam plaudern, was schon mal etwas ist. Langeweilen ist etwas für Intelegtülle).
    .
    Vroni, dass Leute in Werbung und Marketing Schäden davontragen, ist halt so. Bei einer Maschine kann man sich den Arm einquetschen, ondernorts wird man vielleicht zum Säufer, Pilleneinwerfer oder Psychiatrieinsassen. Mir jedenfalls geht es oft so, dass ich nach dem Lesen schlechter Texte anfange, Räder zu reparieren.

  98. Folkher Braun, Hilti muss man...
    Folkher Braun, Hilti muss man auch können. Wer mit einer Hilte keinen Beton durchbohren kann, sollte meines Erachtens eine ganze Reihe anderer Berufe nicht ausüben dürfen. Politik zum Beispiel.
    .
    Placebo, gern geschehen. Man tut, was man kann. Auch mir Marx und Engels.

  99. Auch die Griechen gehen...
    Auch die Griechen gehen zurück in ihre „Produktion“.
    .
    From Bachelor to Bauer.

  100. Dieses "mal für Taschengeld...
    Dieses „mal für Taschengeld erleben wie gearbeitet wird“ scheint von den unbezahlten Pflichtpraktika abgelöst worden zu sein.

  101. liebe Donna Laura,
    mit 19!...

    liebe Donna Laura,
    mit 19! neunzehn! nun versteh ich Ihre erweiterte Familie.

  102. "... dass Leute in Werbung und...
    „… dass Leute in Werbung und Marketing Schäden davontragen, ist halt so.“
    .
    Eigentlich muss man schon vorher einen Schaden haben, wenn man freiwillig da reingeht. Oder: man kann nach bereits 1 Woche Aufenthalt sagen, dass das Irrenhäuser sind. Aber ich war jung und brauchte das Geld.
    .
    War aber vorher bei SIEMENS als Werkstudent, eigentlich toll. Irschendwas gefiel mir da nicht. Konnte ich damals noch nicht verbalisieren warum. Also beschloss ich, reiner Instinkt, dass aus mir nie ein Siemensianer werden konnte. Ging nicht.

  103. Ja, Don Alphonso, ich denke es...
    Ja, Don Alphonso, ich denke es ändert sich nichts. Ich habe mir gerade mal wieder die „Fackel“ vorgenommen und finde keine grundlegenden Unterschiede zwischen dem Jahr 1900 und dem Jahr 2011. Betrügerische Warentermingeschäfte, Vetternwirtschaft an den Universitäten mit Gefälligkeitspromotionen, eine Bahngesellschaft, die auf Kosten der Sicherheit ihrer Fahrgäste die Dividende erhöht und willfährige Medien, die gegen Freikarten einen Mantel des Schweigens darüber decken. Und da soll man nicht in Resignation verfallen? Es gibt nichts neues unter der Sonne.
    Immerhin, wie man hier sieht, sind auch die „Antworten des Herausgebers“ nicht verschwunden.

  104. Köstlich, immerhin werden die...
    Köstlich, immerhin werden die griechischen Olivenbäume, selbst wenn sie nicht existieren, von der EU gefördert. (Eigentlich müsste man da jetzt hin, so lustig wird es so schnell nicht wieder, endlich mal wieder spannende Europapolitik.
    .
    Foersterliesel, soweit ich das sehe, passiert das vor allem in jenen Berufen, die eh recht überflüssig sind. Dass man 8 Wochen am Bau unbezahlt schuftet oder Leitungen verlegt, habe ich bislang noch nicht gehört. Dito Rasenmähen, duto Zäune streichen. Sehr wohl aber bei Medien, Agenturen, Filmen. Naja.

  105. Vroni, Siemens ist langsam...
    Vroni, Siemens ist langsam aushärtender Beton. Gift für jeden, der etwas bewegen will. In den oberen Hierarchieebenen gründen manche aus Hobby und Ablenkung heraus Startups, um dem Trott zu entgehen.
    .
    Savall, immerhin macht der Skandal der wagnergeschmierten Subventionsverantwortlichen jetzt die Runde., und es ist nicht mehr so leicht, das alles zu verschweigen. Man sollte sich vielleicht in Bezug auf die Moderne nicht allzu viele Erwartungen machen. Es ist schon alles ein wenig besser als vor 100 jahren. Ärgerlich wird es, wenn man bedenkt, auf Basis welcher Möglichkeiten dieser Fortschritt kommt. Dafür kriegt man dann aber auch so prächtige Abstürze wie Koch-Mehrin. Die wäre vor 100 Jahren noch damit durchgekommen.

  106. „Savall18. Juni 2011, 09:53...
    „Savall18. Juni 2011, 09:53
    In der Tat, Filou, zu DDR-Zeiten hatten wir auch den „Unterrichtstag in der Produktion“. War nicht uninteressant und man hat tatsächlich etwas gelernt.“
    Nun ja, zu lernen gab es handwerklich eher wenig, was man in der Familiengarage nicht schon gesehen hatte.
    Es bekamen halt auch mal diejenigen eine Dreikantfeile mit Kreuzhieb in die Hand, die ihre Hornhaut an den Fingern vom Gitarrespielen hatten. Man erfuhr auch, nicht ohne Stolz präsentiert, wie ein CNC-gesteuertes (Lochstreifen) Bearbeitungszentrum aussieht.
    Deutlicher eingeprägt haben sich mir andere Dinge: in der für Schüler vorgesehenen Lehrwerkstatt hatten die Lehrmeister ein Schild aufgehängt: Wir arbeiten nach der Bassow-Methode. Fragte man sie, was das denn bedeute, feixten sie nur. Es war ein Schabernack mit einer sowjetischen Methode für Arbeitsschutz. Das Schild sollte sagen: Pass auf (Bass ow), dass du nicht zuviel arbeitest.
    Es gab in der Firma viele ausländische Gäste, die ihre ganz eigenen Ansichten zur Arbeit mitbrachten. Vietnamesen saßen die Nächte über in ihren Baracken an Nähmaschinen und fertigten für die deutsche Jugend echte falsche Levis-Jeans auf Maß (mit original Arsch-Etikett).
    Eine Zeitlang waren junge Libyer zu Gast, die sich am deutschen Ingenieurwesen ein Auge holen sollten. Wie man vermuten kann, handelte es sich um Söhne der libyschen Oberschicht. (Es war die Zeit, als Gaddafi Anschläge im Westen unterstützte und abtrünnigen Libyern mit Killerkommandos auf den Leib rückte. Aber darüber machten wir uns damals keine Gedanken).
    Wir Kinder haben die Libyer eigentlich nur in ihrem Aufenthaltsraum neben der Kantine gesehen, wo sie auf Sofas saßen, Tee tranken und rauchten. Eines der Schulkinder muss sie einestages gefragt haben, ob sie denn niemals zu arbeiten gedächten. Ihre Antwort, die mir noch im Ohr klingt: Wir müssen nicht arbeiten, wir haben Öl.
    Da schickt Papi sie extra in die Produktion und sie berufen sich auf Papas Öl.
    Mir wird ein bisschen blümerant bei dem Gedanken, dass genau diese Jungs heute die Nomenklatura Libyens stellen in diesem schrecklichen Bürgerkrieg.

  107. Don:

    Geschadet hat es ganz...
    Don:
    Geschadet hat es ganz sicher nicht; genutzt hat es vielleicht eher in einem anderen Sinn. Man konnte sich ja nicht aussuchen, in welchen Betrieb man kam. Bei einigen Betrieben war das ganz gut organisiert, bei anderen hatte das manchmal den Charakter von „angeordneter Arbeitsbehinderung“. Neuntklässler sind wahrscheinlich so oder so nicht besonders produktiv…
    Die Dinge in der 11. Klasse und im Studium gingen mehr in die Richtung „wir brauchen billige Saisonarbeitskräfte“, und genau so wurde man dann oft auch behandelt. Und da ging mir der Zwang schon gehörig gegen den Strich.
    In der Brauerei habe ich z.B. gelernt, dass der Abteilungsleiter (abgeschlossenes Studium) weniger verdient als manche der ungelernten Arbeiter. So etwas gab es in der DDR öfter. Ich habe auch gesehen, wie man in einer Mangelwirtschaft trotzdem ganz gut wirtschaften kann.
    Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass ich zu den Jahrgängen gehörte, die erst nach der 10. Klasse zur EOS (=Abitur) gingen. Dadurch waren wir natürlich bis zum Ende der 10. Klasse mit denjenigen zusammen, die dann eine Lehre aufnahmen. Das dürfte auch einiges an Dünkel verhindert haben.

  108. Fritz:

    Zu der Geschichte mit...
    Fritz:
    Zu der Geschichte mit den Libyern fällt mir ein ganz ähnlicher Spruch ein, der angeblich von einem afrikanischen (libyschen? könnte sein…) Kadetten an der Offiziershochschule gebracht wurde: „Mein Vater ist Gesundheitsminister. Wenn er stirbt, werde ich Gesundheitsminister.“

  109. Langsam aushärtender Beton...
    Langsam aushärtender Beton kommt hin.
    Ich bin vor Unterforderung innerlich die Wände hochgegangen.
    .
    Mir wurde zuhause leider intensiv beigebracht, dass nur ein gutbezahlter Job, wo kaum was zu tun oder zu denken ist, toll sei. Mich machte das aber wahnsinnig. Logischerweise fühlte ich mich wie ein Idiot. So eine kognitive Dissonanz kann einen kirre machen, wenn einem die Worte dazu fehlen. Danke!

  110. verehrter Don,
    am Bau...

    verehrter Don,
    am Bau schuften, ich glaub das war einmal, dort gibts ja eh ein Überangebot an Arbeitskräften, das zum einen und zum anderen: diese halbkriminellen Subunternehmer im Baugewerbe heuern keine Leute mit Abi, denen könnte ja was auffallen. Mein Eindruck ist, daß da nur Abhängige, von echtem Erwerbsdruck Getriebene beschäftigt werden.
    Die PR, HR, Marketing – und Medienjungsklaven haben noch den Dottersack des Elterngeldes, aber natürlich bewerben sich auch viel zu viele, der output dieser Studien ist enorm. Bei Auktionshäusern ist es übrigens dasselbe, dort muß außer Elternfinanzierung auch ein Name mitgebracht werden (darf aber auch angeheiratet sein).

  111. @ Don: Ölbäume und...
    @ Don: Ölbäume und Sonnenkollektoren in den Süden pflanzen, dann verdient sich der EUR quasi beim Sonnenbaden und Faulenzen unterm Ölbaum.
    .
    Zu den Ölbäumen kenne ich keine Details, aber ich meine, mann müsse die nur pflanzen, zählen, ggf. grosszügig aufrunden oder gar multiplizieren und zur EU-Förderung anmelden d.h. gar nicht mal abernten (das wäre schliesslich Bück-Arbeit).
    .
    Für Photovoltaik gibt es (derzeit noch z.B. im schönen Süditalien für die nächsten 20 Jahre) m.E. eine zu D fast identische Einspeisevergütung – bei ca. 50% höherem Sonnenertrag.
    Mir wärs zu langweilig, für Sonnenanbeter aber ggf. eine bessere Investition als das X-te Sonnenstudio in einer Industriebrache zu eröffnen.

  112. Zwei Siebdrucke. Das hat...
    Zwei Siebdrucke. Das hat damals in dieser Stadt aber keiner verstanden.
    Die meisten Münchner verstehen am Gasteig die „Nivea-Dose“, wie sie sie zu nennen pflegen, auch nicht.

  113. @ Fritz: "Das Schild sollte...
    @ Fritz: „Das Schild sollte sagen: Pass auf (Bass ow), dass du nicht zuviel arbeitest…“ /// Fast richtig… :-)
    *
    1. „Bassow-Methode“: Pass of, dass duh’n Faierab’nd nisch verbasst!
    2. „Robinson-Bewegung“: Wonn gommd’n ändlisch därr Freitag?
    3. „Heidekraut-Bewegung“: Heide graut’s mier vohr där Arbait!

  114. Zorba the Greek war ein tolles...
    Zorba the Greek war ein tolles Movie.
    Btw, what do cows do on a Saturday night? They go to see a Moooooo-vie.

  115. Oberlehrer, man muss...
    Oberlehrer, man muss ehrlicherweise sagen, dass es so etwas auch im Westen recht lange gegeben hat: Noch in den 60er Jahren, vor der grossen Industriealisierung der landwirtschaft, mussten Schulkinder auf die Äcker zum Kartoffelkäfersammeln, weil das billiger als Pestizide war. In manchen Dorfschulen war das auch noch länger üblich, zumal die Kinder dort zur Erntezeit auch oft keine Hausaufgaben machen mussten. Ich jedenfalls habe gelernt, dass Akkord gar nicht so schlimm sein muss, wie es immer geklungen hat. Trotzdem wäre es nicht mein Ding.
    .
    Vroni, gern geschehen. Das macht meine geistige Nähe zur sizilianischen Familie und die Berufserfahrung im Bereich Medien. New Economy war dagegen wie Dauertotschlag. Man hat die Wahl.

  116. Liebe Försterliesel,
    steile...

    Liebe Försterliesel,
    steile Theorie: Vielleicht wollte der Herr Papa den Jungdon auch nur vom nichtsnutzigen Studium der Mittelalterlichen Archäologie abbringen. :-)
    .
    Bei Archäologie muss bekannterweise unter starker Beanspruchung der Rückenpartien mörderisch im Staub gekrochen und gebuddelt werden. Leider gefiel das mit dem Staub dem Sohn, das Ding ging also nach hinten los.

  117. Liebe Foersterliesel, Maurer...
    Liebe Foersterliesel, Maurer ist die eine Sache, aber es gibt ja auch noch genug anderes zu tun. Und da kann man wirklich etwas für das Leben lernen. Man muss sich nur mal einen Kostenvoranschalg für das Fliessenlegen für ein Bad machen lassen, um zu verstehen, was ich meine.
    .
    Köstlich, die EU zahlt für Olivenbäume und ihre Erhaltung, ohne zu prüfen, ob die tatsächlich da sind. Allerdings kassieren wohl auch in Bayern Bauern die Weideprämie, die ihre Kühe nur pro forma ab und zu aus dem Stall lassen.

  118. escalera_de_caracol, die...
    escalera_de_caracol, die beiden Drucke (grosse, bunte Kreise) hängen jetzt im Schlafzimmer am Tegernsee, neben dem Fenster. Manche Familienangehörige wollten, dass ich sie wegmache, weil sie so scheusslich sind. Irgendwann war ich dann mit meinen Eltern im Franz-Marc-Museum, wir sind an die Garderobe, dann zur Ausstellung – und gleich links neben der Tür hängt auch so ein Kreis, nur etwas grösser. Oh, sagte meine Mutter. Seitdem will niemand die Bilder mehr abhängen.

  119. verehrter Don,
    ja, da haben...

    verehrter Don,
    ja, da haben Sie Recht, Fliesen würd ich auch gern legen können! In der nächsten Küche werd ich das selbst (huppelig und mit bunten und alten Fliesen) machen. Hier in Wien beobachte ich übrigens, daß die alten Parkettböden (die es auch in der Vorstadt noch gibt) statt instandgesetzt zu werden, leider durch billige keramische Bodenfliesen ersetzt werden.

  120. Nachdem heute Fliessen hinten...
    Nachdem heute Fliessen hinten eine Struktur haben, ist das gar nicht so schwser, und an den Ecken muss man halt sägen. Parkett ist leider pflegeintensiv; ich persönlich finde da Bambusstäbchenparkett gaz angenehm, gerade wenn man vermieten will.

  121. Immer wenn man eine gute Idee...
    Immer wenn man eine gute Idee hat, gibt es das schon.
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Buffalo_Commons

  122. @Savall, das war in meinen...
    @Savall, das war in meinen mittleren Wanderjahren-auf der Feindseite aller Drucker und Lithographen, also beim Gestalter. Gerne zeigte der Chef das geheime Logo seiner Firma: Einen (Pleite)Geier der mit den Krallen eine Druckpresse zerlegt.
    Der Mann hatte sehr schoene Ideen, die sich aber mit dem Budget nie vertrugen, also setzte er die Drucker unter Druck.
    Meine Liebe zu ungewoehnlichen, preiswerten, originellen und preiswerten Buechern kommt von daher. Ich kenne eigentlich nur einen Kleinverlag, der diese Linie halbwegs erfolgreich verfolgte-die Kronberger Eremiten-Presse.
    Und ich? Ich begriff dabei den Unterschied zwischen Wollen und Koennen. Da bleibt nur das Einreihen in die Marschkolonne der Durchschnittlichen. Es brauchte nicht viel Zeit und man traf dort viele alte Bekannte wieder.

  123. @DA: Ich empfehle Kork. Weil,...
    @DA: Ich empfehle Kork. Weil, wenn der Hilti-Bohrhammer umfällt, gibt es nicht so große Schäden wie auf Fliesen oder Parkett.
    gruß fb

  124. @...
    @ Elitediebodenständigseinwill:
    Ich empfehle Sachverstand.
    Nichts ist schlimmer, als eine Bande von Taugenichtsen die „Angriff in vier Wänden“ gesehen haben und denken, sie könnten qua OBI den Job erledigen.
    Handwerk ist äquivalent zu Erfahrung.
    Und die Erfahrung lehrt, dass Leute, die von Strukturen hinten auf Fliessen reden, keine Ahnung haben.
    Sägen an den Ecken? Sägen? Seriously?
    Es ist mir eigentlich egal, wirklich!
    Ich fühle nur Unbehagen, wenn die gleichen Leute, die Schuld daran sind, dass meine Rente gekürzt und nicht etwa erhöht wird, sich anstellen, und über das Handwerk schwafeln.
    Wenn Ihr alle so toll seid, warum, um Himmels Willen, läuft der Laden so scheisse?
    Bei mir in der Kolonne gibt es keine Maulhelden. Die erkenne ich, wenn sie sich vorstellen.
    Bei den Stützen der Gesellschaft bin ich dahingehend nicht mehr so sicher.
    Solche Stützen riechen sehr nach Gipskarton.

  125. Bester hilarioususername: das...
    Bester hilarioususername: das ist wohl ein Missverständnis. Hier ging es um die Schüler- und Studentenjobs, wie auf den Bildern zu sehen beim Audo in der Leerguthalle mit Ecksäulen-Racks rechts und beplanten Transportwagen samt Staplertraktion links. Nix Böses. Heute würde der Don nicht mehr Haustarif Audo bekommen, sondern Leergut ist bei unseren Premiumherstellern „outgesourced“ an Spediteure. Wie die Buden des Oberbürgermeisters von Wolfsburg. Der hat(te) seine Tarifverträge mit dem Christlichen Gewerkschaftsbund, weshalb der Cayenne aus Leipzig so billig wurde. Für die Preise, die da gezahlt werden, würde DA heute bestimmt im Bett bleiben.
    Ich will Ihnen Ihre Handwerkskunst nicht absprechen. Nur: anderen Leute geht es auch nicht anders. Als ich meine Sicherheits-Prüfungs-Berechtigung (für Lkw) letztens erneuert habe – wir müssen ja alle drei Jahre fortgebildet werden – hat unser Dozent darauf hingewisen, die Betriebshaftpflicht-Versicherung bezüglich des Arbeiten an elektronischen Systemen zu erweitern. Wenn ich mich in einer elektronisch geregelten pneumatischen Anhängerbremse einlogge, registriert die PIN 4747 – ist meine Identifikationsnummer bei George Westinghouse Airbrake-Co. Alles was ich mache, wird im System gespeichert. Jede Änderung der Ansteuerdrücke, Bremsbänder und so weiter. Und wenn ich einen Fehler begehe: Betriebshaftpflicht. Diese Technik würde ich mir bei manchen Installateuren, Trockenbauern etc. auch wünschen. Bin Beirat einer Eigentümer-Gemeinschaft in Düsseldorf. Über Handwerkerleistung werde ich mich hier nicht auslassen. Wir haben unsere Umstellung von Öl- auf Gasheizung für 3 Kiloeuro von einem Sachverständigenbüro überwachen lassen. Gespart haben wir 10.000 durch Unterbindung überflüssiger Arbeiten.
    gruß fb

  126. Kinder reicher Eltern, die es...
    Kinder reicher Eltern, die es tatsächlich auf eigene Faust zu etwas gebracht haben, sind bei uns eher selten. Amerikanische Milliardäre sind da rigoroser. Warren Buffett sagt, er habe seinen Kindern eine gute Erziehung gegeben, doch damit war Schluss. Sie sollten selbst Karriere machen. So stiftete er seine Milliarden für afrikanische Kinder.

  127. Ich besitze zwei...
    Ich besitze zwei Enteignungsurkunden, die eine ist unleserlich, weil besagte Person
    anscheinend des Schreibens nicht maechtig war und eine schoen sauber von meiner Grossmutter ausgefuehlte und von meinem Grossvater unterschriebene. Ich hoffe
    die Zeiten wiederholen sich nicht.

  128. Crataegutt hat sich ja noch...
    Crataegutt hat sich ja noch nichtmal die Finger an juristischer Literatur dreckig gemacht. Germany´s next Top-Trottel braucht so etwas auch nicht. Grinsen und Dummschwätzen reicht. Und vielleicht ein Abo bei der BILD-Zeitung.

  129. Beide sind sich ihres...
    Beide sind sich ihres automatischen Subjektseins nicht bewusst
    .
    Auch wenn es anders scheinen mag, aber das Zitat aus dem Kommunistischen Manifest und die hier beschriebene Situation eines Arbeiteralltags haben wenig miteinander zu tun. Marx und Engels redeten hier von der befreiten Arbeit nicht von der geknechteten. Eine solche wäre dann für niemanden mehr eine Zumutung. Allerdings der Weg dorthin, der bleibt eine. Der Kampf um das tägliche Überleben und der für eine bessere Zukunft, eigentlich gehört es zusammen, doch die meisten scheitern schon beim Überlebenskampf. Und nur diesen bekommt man heute in aller Regel in der Fabrik zu sehen. Ich weiß wovon ich rede. Auch ich hatte da mal einen anderen Traum. Mein Jahr bei Opel Rüsselsheim hat mich nicht nur gesundheitlich geschändet, sondern auch ideologisch-theoretisch gefestigt. Der Kampf fürs Überleben mag in der Fabrik geführt werden, aber der für eine bessere Zukunft muss nach dort hinein getragen werden. Das war mir theoretisch nicht neu. Doch wie verzweifelt aktuell das immer noch ist, das erfuhr ich genau dort, wo ich doch zuvor immer noch auf anderes spekulierte.
    .
    Heute noch (bzw. mehr denn je) sind die meisten Opel-Arbeiter so beschränkt – man verzeihe mir diese Offenheit -, wie der Opel selber mittelmäßig. Beide darin Synonyme für eine gediegene Kleinbürgerlichkeit – http://blog.herold-binsack.eu/?p=986 . Ob (deutscher) Facharbeiter, Vorarbeiter, Betriebsingenieur, resp. Werksmeister, sind das doch alles Prototypen aus dem marxschen Arsenal des „Automatischen Subjekts“. Und auch der zumeist ausländische eigentliche Arbeiter scheint sich hierin nicht wesentlich zu unterscheiden. Wenn auch der Einfluss des Marxismus auf große Teile der ausländischen Arbeiter damals (1975 ff.) noch erheblich schien. Auch mir gelang es ein einziges Mal mithilfe einer Handvoll ausländischer Kollegen die Bänder zum Stillstand zu bringen.
    .
    Das ist nicht die befreite Arbeiterklasse und noch weniger die sich zu befreien suchende. Es ist die objektiv bestochene, wie die subjektiv extrem gedemütigte. Eine, deren kleiner Luxus (die Abwesenheit von frühkapitalistischen Verhältnissen) sich aus den Extraprofiten – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1148 – speist, welche das Kapital auf den internationalen Märkten durch nach wie vor gnadenlose Ausbeutung presst. Auch die Arbeiterklasse mit Migrationshintergrund hier ist längst Teil eben jener bestochenen Klasse und kaum noch Teil der extrem ausgebeuteten.
    .
    Bestechung ist aber das genaue Gegenteil von Befreiung. Und für eine nachwievor gedemütigte ausländische Klasse bedeutet dies doppelte Demütigung. Trotz der von mir sehr beachteten Unterschiede zwischen jenen deutschen Facharbeitern, resp. männlichen Vorgesetzten und den oft weiblichen subalternen Beschäftigten an den Bändern, schienen (ich rede jetzt in der Vergangenheit, da die diesbezügliche Gegenwart mir nicht mehr bekannt ist) sie sich doch in einem Punkt zu verstehen, und zwar auf dem Gebiet der sexuellen Anspielungen und „Belästigungen“ . Vielleicht war es die von Öl, Schweiß, Kleber und verbrannter Haut (ich war damals Punktschweißer und das Funkengestöber durch kaputte Elektroden verbrannte mir noch die Füße unter den Arbeitsschuhen) geschwängerte Luft, die auch und gerade die schwülen Fantasien so begünstigte. Es schien den Frauen zu gefallen, von den zumeist betrunkenen Vorarbeitern ständig „belästigt“ zu werden.
    .
    Vielleicht aber gab das den Frauen das Gefühl an diesem Ort nicht nur Subjekte der Arbeit sein zu dürfen, sondern eben auch noch solche ihrer Weiblichkeit. Dass sie beidemal diesbezüglich wohl eher Objekte als Subjekte waren, ließ sie ein, sich ihnen als „Zuarbeiter“ vorstellendes, Band, ebenso wenig durchschauen, wie das als „Andienung“ erscheinen wollende Gebalze jener Vorarbeiter. Nun ja, auch die bürgerliche Kleinfamilie vermittelt ihnen nicht die Erkenntnis bzgl. ihrer sexuellen Subalternität. Nur ein falsches Bewusstsein kann da vermittelt werden. – Hier wie dort.
    .
    Viele dieser Arbeiten werden heute von Maschinen gemacht, was die körperliche Belastung vielleicht erträglicher macht, dennoch aber die Lage insgesamt stupider. Und vielleicht sind die Frauen dort inzwischen doch so frigide, wie die Männer vielleicht infantil. Das geschlechts- wie lustlose automatische Subjekt, welches sich da widerstandslos in die Ausbeutungsmaschinerie einfügt, ist das doch des Kapitals sehnlichster Wunsch.
    .
    Für die sich nach Befreiung wie nach Erhöhung („Aufhebung“ – http://blog.herold-binsack.eu/?p=687) sehnende Arbeiterklasse, ist das eine so bittere wie notwendige Erfahrung. Denn nur so wird deutlich, dass das Wissen über die Notwendigkeit dieser „Aufhebung“, wie über den Weg dorthin, nur von außen kommen kann. Nur so kann auch die Bereitschaft wachsen, sich den Marxismus als Wissenschaft – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1330 – anzueignen. Bei Strafe des Erlöschens ihrer Sehnsüchte.
    .
    Und genau jener Antagonismus in den Sehnsüchten – hier das Streben nach vollständiger Unterordnung, dort das nach vollständiger Befreiung -, hält den Zustand solange aufrecht, wie er als solcher gerade noch zu ertragen ist. Und genau dieses gerade noch ertragen Wollen oder Können hält die Illusion aufrecht, dass dieser Zustand unabänderlich ist. Die Bürgerkinder mögen das als einen Event betrachten – das zeitweise Eintauchen in diese untere Gesellschaft -, doch genau darin bleibt ihr Horizont ebenso beschränkt wie der eines bewusstlosen Lohnarbeiters. Beide sind sich ihres automatischen Subjektseins – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1302- nämlich nicht bewusst.

  130. Hansmeier555@:»Schlimmer...
    Hansmeier555@:»Schlimmer noch, Bub! Wenn man anfängt, aus wertlosem Zeug etwas zu machen, was wie wertvoll aussieht! Wo soll das hinführen? Die Afrikaner tragen Muscheln, das ist immer noch was anderes. Wenn man schwindelt – gut. Aber diese Leute machen noch aus dem Schwindel einen Verdienst, Bub! Verstehst du das? Man wird mir nicht einreden, daß Baumwolle Leinen ist und daß man Lorbeerkränze aus Tannenzapfen macht.« (Kapuzinergruft v. Josef Roth)
    Nicht wahr?

  131. Lieber hilarioususername,
    es...

    Lieber hilarioususername,
    es ist doch so, dass sich reine Kopfmenschen eitlerweise gerne mal als Maler, Schreiner, Fliesenleger geben. Das darf man nicht allzu ernst nehmen. Sag ich so als Handwerkertochter. Fliesen schneidet man übrigens, sägen is nich. Und mit Gipskarton meinten Sie sicher Trockenbau…
    .
    Das schönste Beispiel ist und bleibt für mich Melcher Melcherson, der Schriftsteller, der zusammen mit seinen Kindern zur Sommerfrische ein Häuschen auf einer Insel mietet. Und da herumrepariert.
    http://www.youtube.com/watch?v=qKgILr6NwAg
    Zwar schwedisch, aber man versteht das seltsamerweise prächtig. Das Thema ist einfach international.

  132. Folkher Braun:
    Vor etwa zwei...

    Folkher Braun:
    Vor etwa zwei Jahren wurde ein altes Kloster restauriert. Viel Geld sollte fliessen, und daran ist erst einmal nichts falsch. Es kam nur nie unten an.
    Ein unglaublicher Wasserkopf aus „Sachverständigen“ machte es den Firmen fast unmöglich, vernünftig zu arbeiten.
    Kleine Beispiele: Der Dachstuhl musste abgetragen werden. Es wurde alles nummeriert, der Dachstuhl wurde auf dem unteren Teil (!) einer Wiese (!) gelagert. Selbstverständlich ohne jeden Schutz gegen das Wetter. Einen Winter später war er bereits vergammelt. Also mussten neue Eichen gefällt werden. Verantwortlich?
    Die Überreste Jahrhundertealter Wandzeichnungen mussten vor dem Wetter geschützt werden. Als es daran ging, diesen Schutz wieder abzubauen, tauchten hochmotivierte Leiharbeiter auf. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie die vorgegangen sind. Danach gab es nicht mehr viel zu restaurieren. Verantwortlich?
    Der Lüftungsbauer, ganz alte Schule noch, kurz vor der Rente, bekniete während der Weihnachtsfeier seinen südamerikanischen Lehrling, doch bitte in Deutschland zu bleiben.
    Weil er keine Lehrlinge findet! Und er findet keine Lehrlinge, weil er sie nicht angemessen entlohnen kann. Und er kann sie nicht angemessen entlohnen, weil die Baustelle vor Experten nur so wimmelt.
    Alles voll mit Experten, aber niemand mehr da, der tatsächlich noch arbeiten will, anstatt immer nur davon zu reden. Die reden den ganzen Tag über die Arbeit anderer Leute, und der erfolgreichste Experte scheint immer der zu sein, der allen anderen die meisten Steine in den Weg legt.
    Da gab es tatsächlich einen Bauleiter, der die Elektriker Freitags vormittags die Verteiler umstellen liess. Ohne sonst irgendjemandem etwas davon zu verraten.
    Der Parketleger (Osteuropäer, kein Deutsch, kein Englisch, kein Polnisch) hatte gerade seinen Leim verteilt und stand nun ohne Licht da. Es brauchte vier Mann um den daran zu hindern, auf die Elektriker loszugehen.
    Die Trockenbauer hingen gerade unter dem First, auf einem sehr gewagten Konstrukt, und waren auch plötzlich im Dunkeln. Es dauerte anderthalb Stunden die da runter zu kriegen.
    Etwa zwanzig Leute konnten nicht mehr arbeiten, ein ganzer Tag für die Katz, die Termine wie immer sowieso schon überzogen. Das blanke Chaos regierte, die Schäden schwer zu beziffern.
    Und wer war Freitags prinzipiell nicht anwesend, und zu erreichen schon gar nicht? Der Experte.
    Ich könnte ewig so weitermachen, und von den uralten Eichen, die vor dem Kloster gefällt und verramscht wurden, will ich besser nicht anfangen, denn hier würde es kriminell.
    Sie werden es mir schon nachsehen müssen, wenn ich Blutdruck kriege, wenn ich von „Sachverständigenbüros“ höre.

  133. Die Zentrale weiß alles...
    Die Zentrale weiß alles besser. Die Zentrale hat die Übersicht, den Glauben an die Übersicht und eine Kartothek. In der Zentrale sind die Männer mit unendlichem Stunk untereinander beschäftigt, aber sie klopfen dir auf die Schulter und sagen: »Lieber Freund, Sie können das von Ihrem Einzelposten nicht so beurteilen! Wir in der Zentrale … «
    Die Zentrale hat zunächst eine Hauptsorge: Zentrale zu bleiben. Gnade Gott dem untergeordneten Organ, das wagte, etwas selbständig zu tun! Ob es vernünftig war oder nicht, ob es nötig war oder nicht, ob es da gebrannt hat oder nicht –: erst muß die Zentrale gefragt werden. Wofür wäre sie denn sonst Zentrale! Dafür, dass sie Zentrale ist! merken Sie sich das. Mögen die draußen sehen, wie sie fertigwerden!
    In der Zentrale sitzen nicht die Klugen, sondern die Schlauen. Wer nämlich seine kleine Arbeit macht, der mag klug sein – schlau ist er nicht. Denn wäre ers, er würde sich darum drücken, und hier gibt es nur ein Mittel: das ist der Reformvorschlag. Der Reformvorschlag führt zur Bildung einer neuen Abteilung, die – selbstverständlich – der Zentrale unterstellt, angegliedert, beigegeben wird … Einer hackt Holz, und dreiunddreißig stehen herum – die bilden die Zentrale.
    Die Zentrale ist eine Einrichtung, die dazu dient, Ansätze von Energie und Tatkraft der Unterstellten zu deppen. Der Zentrale fällt nichts ein, und die andern müssen es ausführen. Die Zentrale ist eine Kleinigkeit unfehlbarer als der Papst, sieht aber lange nicht so gut aus.
    Der Mann der Praxis hats demgemäß nicht leicht. Er schimpft furchtbar auf die Zentrale, zerreißt alle ihre Ukase in kleine Stücke und wischt sich damit die Augen aus. Dies getan, heiratet er die Tochter eines Obermimen, avanciert und rückt in die Zentrale auf, denn es ist ein Avancement, in die Kartothek zu kommen. Dortselbst angelangt, räuspert er sich, rückt an der Krawatte, zieht die Manschetten grade und beginnt, zu regieren: als durchaus gotteingesetzte Zentrale, voll tiefer Verachtung für die einfachen Männer der Praxis, tief im unendlichen Stunk mit den Zentralkollegen – so sitzt er da wie die Spinne im Netz, das die andern gebaut haben, verhindert gescheite Arbeit, gebietet unvernünftige und weiß alles besser.
    (Diese Diagnose gilt für Kleinkinderbewahranstalten, Außenministerien, Zeitungen, Krankenkassen, Forstverwaltungen und Banksekretariate, und ist selbstverständlich eine scherzhafte Übertreibung, die für einen Betrieb nicht zutrifft: für deinen.)
    Tucholsky, „Die Zentrale“

  134. Und deswegen wäre es gut,...
    Und deswegen wäre es gut, wenn die Schlauköpfe der Zentrale nicht nur für 6 Wochen, sondern eine ganze Lehrzeit lange Mauern hätten hochziehen müssen, dübeln, schrauben.
    Selbst dann ist es aber noch keine Gewähr dafür dass sie, wenn sie eine „schlauen“ Schreibtischjob haben, dieses frühere Dasein trotzdem von jetzt auf gleich vergessen. Sie werden.
    (Ersetze Forstverwaltungen mit Marketingabteilung, passt auch. Ois die gleichen: „Der Zentrale fällt nichts ein, und die andern müssen es ausführen.“ )

  135. Devin08@: Mein Bester, eine...
    Devin08@: Mein Bester, eine rein subjektivistische Gegenwart, eine anständige wohlgemerkt, tät mir vor aller Sozialistischen, Merkelistischen, Europäisch-Juncker´schen, Habermas´schen, Sloterdijk´schen u. ä. Zukünften allemal völlig reichen. Die Philantropen sind außerdem selber welche….
    ..
    Bekommen Sie eigentlich Zeilenhonorar?

  136. In meiner Mietwohnung hat vor...
    In meiner Mietwohnung hat vor mir eine arme türkische Familie gelebt, die delogiert wurde. Sie haben versucht es sich mit wenig Geld gemütlich zu machen, dazu haben sie in der Küche, die nun kein Fenster mehr hat, eine Wand hochgezogen um ein zusätzliches Kinderzimmer zu schaffen, aber davon soll nicht die Rede sein, sondern von den FLIESEN. Es wurde mit bunten (gratis?) Bruchfliesen gearbeitet, die Rundung um das alte große Rohr in der Toilette war damit gut zu bewerkstelligen und drei Gassen weiter ist die Fassade einer großen türkischen Eck-Pizzeria in der gleichen Technik gekachelt,
    bunt, glänzend, expressiv. Und noch ein paar Gassen weiter noch so eine gekachelte Pizzeria. Mein Vormieter war eben ein kleiner Künstler!

  137. liebe Vroni,
    ich glaub die...

    liebe Vroni,
    ich glaub die Mieter unsres Don habens gut.

  138. Ein reiches Kind in dem...
    Ein reiches Kind in dem Stahlwalzwerk. Der englische Lord der keinen Mumm hatte.
    Nach der Uni wollte ich einige „time out“ nehmen : Ich beschäftigte mich mit meinem Aktienportfolio und Währungen und für das Steueramt in London existierte ich gar nicht. Ich wohnte bei meinen Eltern und war finanziell unabhängig.
    Als Aktionärin, bin ich eines Tages zu einer Generalversammlung in the City of London Viertel gegangen – mit dem Performance der Aktien des Unternehmens war ich unzufrieden und ich wollte dem Vorstand einige heikle Fragen stellen, und dies habe ich getan. Kürz danach kam ein Platzanweiser zu mir und sagte mit leiser Stimme „The chairman asks if you would like to stay and have lunch with the directors in the boardroom after this meeting“.
    Ich sagte zu. After the shareholders‘ meeting, a Trennwand was opened and there was the dining room.
    At the lunch table I was placed next to the chairman, who was a „Lord“ (I did not know anything about him until I went to the shareholders‘ meeting). He told me his life story during the lunch and here’s part of what he said to me.
    One of his grandfathers had been a British Prime Minister, and he had often visited 10 Downing Street. One day there, he overheard his grandfather on the phone, saying to someone (who in fact was a friend, a British industrialist milliardaire) „I have a problem with my grandson who is at university, but he has no guts“ (guts = Mumm?). The grandson (the Lord who was telling me his life story) went to his grandfather and asked „I heard what you said. So how can I get some guts, grandfather?“. The grandfather arranged for the grandson to spend ALL his university holidays from then on working as a labourer at the friend’s steel mills and other factories.
    Anyway, it was an interesting experience for me.

  139. Foersterliesel, 14:16: Würden...
    Foersterliesel, 14:16: Würden die denn hier freigeschaltet?

  140. „Vroni 19. Juni 2011, 12:29...
    „Vroni 19. Juni 2011, 12:29
    Und mit Gipskarton meinten Sie sicher Trockenbau… „
    Wir sorgen schon dafür, dass es amüsant bleibt.
    Der Don sägt Fliesen, die Vroni riecht nach Trockenbau und wer es richtig drauf hat, bringt täglich mit dem Kartoffelsack ein Quantum Licht vom Garten ins Souterrain. :-)
    Wir sind schon alle kleine Fonzies! :-)

  141. @Foersterliesel, es geht...
    @Foersterliesel, es geht nichts ueber handgemachte anatolische Hocharchitektur. Hinter unserem Haus gab es mal drei einfache Kleinbauernhaeser, gedacht fuer den besseren Industriearbeiter mit Ziege und Huhn. Das Haus von Brandali, wurde warm saniert, das Haus von Drogenabdul wurde beschlagnahmt. Nur das Haus von Dengelali hielt sich lang und stand irgendwie leer, bis man dahinter kam, dass dort Bademodenschauen fuer bessergestellte Barttraeger veranstaltet wurden…
    …jetzt wird da ein Supermarkt gebaut. Ich freue mich schon.

  142. Man reisst Fliessen nur...
    Man reisst Fliessen nur oberflächlich scharf und kräftig an. Und dann bricht man sie mit Zangen. Wenn man es mal draussen hat, geht es ganz einfach.

  143. Wenn es keine Arbeit mehr in...
    Wenn es keine Arbeit mehr in der Produktion in Griechenland gibt, werden Hunderttausende Griechen nach Deutschland auswandern – keine andere Wahl -entweder ein Hungertod in der Heimat oder (wieder) ab nach Nordeuropa.

  144. Die jungen Leute, ts, ts, des...
    Die jungen Leute, ts, ts, des Morgens noch im Café Wimmerl, Nachmittags um ein Haar auf dem Zentralfriedhof:
    „Und das Mordsglück, daß ich in das Kaffeehaus gegangen bin… sonst hätt‘ ich mich ja ganz umsonst erschossen – es ist doch wie eine Fügung des Schicksals… “
    (Leutnat Gustl v. Arthur Schnitzler)

  145. ...
    Ichsachmalnixdazu…
    http://www.fliesenfraeser.de/?gclid=CLDK_cSTwqkCFYFJ3godVFMUGA
    …ausser: geht doch.

  146. Mein Schwiegervater war...
    Mein Schwiegervater war Fliesenleger…ich weiß wie man so etwas macht(e). Mir braucht keiner etwas zu erzählen.
    (.)
    Sachen gibts, die gibts garnicht: Gummi als Fetischkleidung.
    http://www.chemie.de/lexikon/Gummi.html
    (.)
    Arbeit schändet nicht.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Volont%C3%A4r
    (.)
    Wg. der Bekämpfung der Schwarzarbeit gibt es sehr viele unterschiedliche Organe, deren Beobachtung und Bekämpfung sich sehr Viele in rechtlich gesicherter Stellung widmen: Insofern sichern Schwarzarbeiter durch ihr bloßes Vorhandensein Arbeits-plätze.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzarbeit

  147. Don Alphonso@ Woher wissen sie...
    Don Alphonso@ Woher wissen sie eigentlich dass Ihre Siebdrucke „in echt handsigniert“ sind? Haben Sie etwa vorher Werner Spies konsultiert und sich die Provenienz begutachten lassen? (S. FAZ vom Samstag)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Spies

  148. Plindos, alles, was irgendwie...
    Plindos, alles, was irgendwie nach „Op-Art“ oder „geometrisch“ aussah, hätte man Ende des 80er Jahre sicher nicht gefälscht.

  149. filou, Sie ärmster! Wie...
    filou, Sie ärmster! Wie halten Sie es da nur aus?

  150. Fritz, wenn Sie solche Tricks...
    Fritz, wenn Sie solche Tricks kennen, müssen Sie Schildaer oder Beckumer sein.

  151. Don Alphonso@: So gesehen....
    Don Alphonso@: So gesehen. Schwamm drüber. Jetzt würde man so etwas auch nicht mehr fälschen. Noch nicht einmal einen Vasarely.

  152. <p>Das kommt alles wieder,...
    Das kommt alles wieder, beim nächsten 60ies Revival. Der Kunstmarkt ist eine immer hungrige Bestie.

  153. @Nepomuk, an meiner Wiege...
    @Nepomuk, an meiner Wiege wurde mir folgendes auf den Weg gegeben: Goldene Loeffel bekommen die anderen, Schoenheit geht an die Weiber die du nie kriegen wirst, beruehmt brauchst du nicht zu sein, Intellenz ist ausverkauft, stell dich mal hinten an. Aber langweilen sollst du dich niemals.
    Dann landet man eben da, wo gerade noch ein Besiedelungsplatz frei ist. Und den muss sich auch noch mit DENEN teilen. Wenigstens haben sie keine Hunde.

  154. Subjektivistische...
    Subjektivistische Gegenwart?
    .
    @Plindos: An Ihrem Einwand erkenne ich, dass mein Beitrag wohl nicht lang genug war. Eine „subjektivistische Gegenwart“! Keine „sozialistische, merkelistische, europäisch-juncker‘sche, habermas’sche, sloterdijk’sche…“ Ich ahne es: schwebt ihnen da gar ihre persönliche Robinsonade vor? Und wer ist da nun der Philanthrop? Ihr Wunsch nach Einsamkeit, nach ungebrochener Identität, nach Freiheit von all dem, was uns heute in unser Leben bindet, merken Sie es denn nicht? Das alles ist doch das Produkt erst in Folge der Herrschaft des Kapitals. Das spontane, geistig etwas reduzierte, Produkt eines Subjekts, das sich über seine Existenz nicht mehr zu erheben vermag. Dem jeder zuvor noch gehabte Wunsch nach Transzendenz – welcher allerdings immer einer nach einem subjektlosen Jenseits war -, vergangen ist. Gott ist tot, verkündete einst Nietzsche – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1460. Und diese Botschaft, welche da der marxschen ähnlich scheinen will (nur sah Marx nie einen je „gelebt“ habenden Gott, es sei denn in der Fantasie der Menschen), doch ihr glattes Gegenteil ist, vermittelt die Sinnlosigkeit eines jeden Strebens, das sich von dem des Kapitals zu entfernen wünscht.
    .
    Wo der Wunsch nach Überhöhung einer sinnlos gewordenen Existenz als Philanthropie verkannt wird, hat das Kapital volle Arbeit geleistet.
    .
    „Subjektivistische Gegenwart“! Ja, das ist der Wunsch einer sich vor Deklassierung fürchtenden konservativen, führungslos gewordenen, Masse. Einer jenen, der ein Sloterdijk schon zu theoretisch ist, und ein Sarrazin vermutlich nicht praktisch genug (http://blog.herold-binsack.eu/?p=1590) . Ein vereintes Europa, das ist entweder unmöglich oder reaktionär. So zumindest war die diesbezügliche Meinung Lenins, schon vor fast hundert Jahren. Doch die, die da jetzt so lauthals schimpfen, über ein angeblich „sozialistisches Europa“ – http://blog.herold-binsack.eu/?p=796 -, die haben diesen Lenin weder begriffen, noch sind sie fähig ihn folgerichtig zu kritisieren. Das was wir da gerade als Sozialismus erleben sollen oder wollen, das ist kollabierender Kapitalismus. Ein Kapitalismus, dessen Finanzkapital nach der unmittelbaren Macht greift. Nicht aber, weil es eine politische Vision hätte, und sei diese auch noch so krude – ich denke da an den Hitlerfaschismus -, nein, weil es ihm unmittelbare wirtschaftliche Notwendigkeit sein will.
    .
    Dessen Waffe scheint diesmal aber weniger die Gewalt einer marodierenden „SA“ zu sein als vielmehr – Gelddruckmaschinen. Scheint es doch so, als wolle das Finanzkapital den ganzen Rest des Kapitals (einschließlich dessen gesamter Kundschaft) einfach nur aufkaufen. Den Zyklus der Krisen dadurch unterbrechen, indem man die Krise also permanent macht.
    .
    Welche „subjektivistische Gegenwart“ soll einem dagegen schon schützen?

  155. Plindos, Werner Spies ist...
    Plindos, Werner Spies ist Träger des Bundesverdienstkreuzes. Wie kann er da ein Fälschershelfer sein?
    .
    Zudem ist der Mann mehrfacher Ehrendoktor. Die Ehrendoktorarbeiten hat er ja wohl nicht gefälscht…?

  156. Ja gewiß, die Bestie ist...
    Ja gewiß, die Bestie ist heißhungrig. Die Sammler in ihrer verblendeten „Kennerschaft“ auch. Bei der Modigliani-Ausstellung vor einigen Jahren in BN konnte man ohne weiteres sehen, dass mindestens fünf der Bilder doch sehr ungelenk… Die „Schüler“ der großen Namen hatten halt noch nicht so richtig den Dreh raus.

  157. Die Jägergeschichte fand ich...
    Die Jägergeschichte fand ich besser als ein Tatort. Schade, dass die FAZ so etwas Spannendes nicht jedes Wochenende bringt. Vor allem die Angelegenheit „Tête de Fernande“, bei der Spiess 100.000 Euro für nichts weiter als das Arrangement eines Tete-a-tetes kassiert.

  158. Ich fand die Jägergeschichte...
    Ich fand die Jägergeschichte erstaunlich milde und nachsichtig. In anderen Bereichen der Wirtschaft würde man ganz anders reagieren. In der Kunstszene bei all dem zirkulierenden Schwarzgeld ist das natürlich etwas anders.

  159. Devin08@: Also gut, nicht...
    Devin08@: Also gut, nicht subjektivistisch, ich mach Ihnen das Angebot: „Perspektivistisch“, von mir aus auch „Surrealistisch“.
    Als Ihr Säulenheiliger Lenin den Schöpfer der Kransaja Armya, Leo Trotzki, auf die Kronstädter Matrosen los ließ, hatten diese zumindest keine sozialistische Perspektive mehr vor sich, als sie zielsicher umgelegt wurden.
    Von den anderen Machinationen ganz zu schweigen. Der Volontär Lenins, Towarisch Stalin hatte wohl einiges mißverstanden, als er die Kulaken für das höhere sozialistische Humanglück zu Abertausenden Hungers krepieren ließ…Für mich ist das Alles aus dem Ruder gelaufenes krasses Jakobinertum. Ansonsten, endlich wurde ich mal aus berufener Feder eines Richtigen belehrt, zumal was es mit dem momentanen monetären Gangstertum so auf sich hat….Ach ja, ein Kalauer noch: Nietzsche ist tot, spach G..t!
    ..
    Nepomuk@: Es stellt sich die Frage: Womöglich tut sich hier noch eine weitere Story auf, die Gutti seine womöglich in den Schatten stellt?
    ..
    Filou@: Am Tafelsilber darf man sich nicht vergreifen, womöglich auch noch goldenem;-) Was die Schnepfen angeht, sie hätten nur wie Hektor an die Buletten rangehen müßen…
    ..
    Nepomuk@: Hilfspromovierte brauchen in der Tat keine Arbeit schreiben…..dafür brauchts nur Kohle.

  160. Zu Kronstadt: Ruhm und Ehre...
    Zu Kronstadt: Ruhm und Ehre der Baltischen Flotte = Rumbalotte. Ein verbeamt-eteter Philosoph, welcher im Nachbarblog über Tatoos reflektiert , brachte mich darauf.

  161. Ja, es sieht so aus, als wolle...
    Ja, es sieht so aus, als wolle man tatsächlich den Spies laufen lassen und nur die Spiesgesellen packen. Verkehrte Welt, aber der Mann hat wohl die richtigen Kontakte.
    .
    Schade um Lempertz, ich fand die immer klasse.

  162. @Plindos, oder wie Max an die...
    @Plindos, oder wie Max an die Graupen. Oder Ziethen aus dem Busch.

  163. Nepomuk
    So ungefähr. Morgens...

    Nepomuk
    So ungefähr. Morgens im Bad begegnet mir öfters der Bürgermeister von Wesel.
    Plindos
    Auf diesen Kalauer braucht man nie lange zu warten.
    Devin
    Da ich kommende Woche dort zu tun habe, nutze ich die Chance und lege an der Paulskirche eine lebendige Blume für Karl und Jenny ab. Wenn die wüssten! Danach kehre ich ein beim Billigen Ingo auf ein Sturzbier und murmle in meinen Bart: „Verdammte Axt! Erst hat man Not, sich von seinen Ketten zu emanzipieren, und schließlich muß man sich noch von dieser Emanzipation emanzipieren! Es hat jeder von uns, wenn auch in sehr verschiedener Weise an der Ketten-Krankheit zu laborieren, auch nachdem er die Ketten zerbrochen hat.“ Ingo, zahlen bitte!

  164. @Plindos, und nicht vergessen...
    @Plindos, und nicht vergessen seien die Worte des grossen Propheten des ewigen Alterswohlstandes, Norbert (der Dreiste) Bluem: Jesus lebt un die Rende is sischae!

  165. Plindos & Don: Sobald Sie...
    Plindos & Don: Sobald Sie theoretisch und praktisch alle Fliesen gelegt haben, bitte ich um einen Blogbeitrag (samz Kommentaren) zum Kunstbetrieb der Stützen. Kleckse an der Wand, das ist ein mehr als reizvolles Sujet.
    .
    Spies übrigens weint Krokodilstränen, denenzufolge sein Ruf lädiert sei. Hm, das Geld hat er aber genommen. Mit 73 Jahren. Alter schützt vor Gier nicht. Warum auch? Nur sollte man dann wegen des Rufes nicht klagen. Es steht jedem frei, fürs Alter das Nützlichere zu wählen. Kohle ist da nicht notwendig die falsche Wahl. Andere starben im Ruhme und zugleich im Armenhaus. Allein, das Jammern ist dann stillos.

  166. Nepomuk, gerne, aber gerade...
    Nepomuk, gerne, aber gerade schreibe ich an etwas anderem. Mal mit dem Kunstmarkt reden, ob die mich irgendwohin schicken wollen… will hier niemanden mit Kleinstadtgalerien langweilen….

  167. filou, meinen Sie etwa den...
    filou, meinen Sie etwa den Gnom, der auf Traumschiffen den Gurkenkasper gibt?

  168. @Strammer Max: Gumbrecht wurde...
    @Strammer Max: Gumbrecht wurde 1975 verbeamtet. Dass es das mitteilt, irritiert mich nicht, der Stolz darauf ist nachvollziehbar. Mich irritiert eher, dass der Mann so sexualisiert schreibt. (Diesmal gehts um Arschgeweihe, die er auf seiner jüngsten Reise notvoll beschaute.) Der Mann hat ein Problem. Das er mit anderen Männern seines Alters teilt. Das ist trivial. Aber warum wird das publiziert?

  169. Don, irgendwohin? So kenne ich...
    Don, irgendwohin? So kenne ich Sie gar nicht. Allenfalls würden Sie sich nach Mantua schicken lassen, um die lokale Fälscherszene zu fotografieren. Oder auf den Stilvio, um an die Fälscherpfade des Spätbarock zu erinnern.

  170. Filou, Blüm wird immer nur...
    Filou, Blüm wird immer nur (mit verfehltem Spott!) halb zitiert: Die Rende is sischä. Ihre Höhe awwer nit. Das war ein Schlaumeier, damals.

  171. Ein letztes für heute. Das...
    Ein letztes für heute. Das Frankfurter Hausblatt berichtet über Ehec im städtischen Bach. Ich sehne mich in die Schweiz! Schlagzeile der NZZ: das Jodlerfest in Interlaken trotzte erfolgreich dem Regen! Tu felix Helvetia…

  172. Solange keiner anfängt,...
    Solange keiner anfängt, Fettecken zu fälschen.

  173. Solange es nicht Miami und...
    Solange es nicht Miami und Moskau ist, werter Nepomuk, ist mir dann alles recht.
    .
    Nur in München sollte es halt sein.

  174. (Man will ja von zivilisierten...
    (Man will ja von zivilisierten Menschen berichten)

  175. Meier!!!
    Grins!...

    Meier!!!
    Grins!

  176. Don, das könnte eine Suche...
    Don, das könnte eine Suche werden.

  177. Als Alternative zur...
    Als Alternative zur Bücher-Bestsellerliste wäre eine gut geführte Liste mit allen wichtigen Museen und Burgen, Links zu den kultur-historischen Hintergründen und natürlich zu den gezeigten Objekten eine außerordentlich dankbare Aufgabe für die FAZ. Die haben doch die Experten…, und mir ginge es wie vielen Laien um einen sauberen, wissenschaftlichen Hintergrund.
    *
    Man nimmt die ganze Kultur-Szene auch deswegen nicht ernst, weil sich so viele selbsternannte, selbstverliebte Experten auf diesem Gebiet tummeln.

  178. hansmeier555: was meinen Sie...
    hansmeier555: was meinen Sie mit „anfängt“?

  179. @Ingeborg, kann man sehen, wie...
    @Ingeborg, kann man sehen, wie bloed der deutsche Waehler ist: dieser Kasper, es war in der Fruehzeit des Kuechenradios, liess sich auch schon mal in der Rudi-Carell-Show mit Wasser bekippen.
    Muss man sich vorstellen: Bei Rudi Carell! Carell, die zweitunterste Stufe der Debilenschulung!
    Da haette man damals bereits zwei Streichhoelzer zum Kreuz binden muessen und diese Troll drannageln.
    (Ich kriege gleich was an mich)

  180. DA (18:52) - Den milden Ton...
    DA (18:52) – Den milden Ton fand ich gerade das besonders Faszinierende. Der ganze Artikel liest sich wie von einem Kunsthändler auf der TEFAF ins Ohr geflüstert. Natürlich kann man das auch ganz direkt sagen: ‘Herr Spiess, für wie dumm halten Sie uns eigentlich? Sollen wir wirklich glauben, sie hätten nicht gewusst, was ich ‘There is no free lunch” nenne?’

  181. Gefälschte Fettecke sind wir!...
    Gefälschte Fettecke sind wir! (Nein – wir waren immer ein unabhängiges Original – s.o. @17. Juni 2011, 10:48) Und Wolfsrudel sind wir auch. (*g* – und Grüße!)

  182. „Zu Kronstadt: Ruhm und Ehre...
    „Zu Kronstadt: Ruhm und Ehre der Baltischen Flotte = Rumbalotte. Ein verbeamt-eteter Philosoph, welcher im Nachbarblog über Tatoos reflektiert , brachte mich darauf. “
    Strammer Max, das hat zum Glück keiner verstanden, Sie Schlingel. Später sprach man von Wanda = Welcome to Alabama, have a nice day. Sie sollten sich immer erst die Augen auswaschen, wenn der Nachbarblog die Latte zu tief hängt und sie vom Nachbarblog hierher kommen.
    Hans Meier
    War es nicht so, dass die echte Fettecke beim Zimmerputz mit im Eimer gelandet ist? Das Volk hat gesprochen.

  183. Fett und Filz gehören halt...
    Fett und Filz gehören halt zusammen. Deshalb hat auch der untergewichtige griechische Verteidigungsminister ins Finanz-Res(s)ort gewechselt. Er bestellt jetzt keine deutschen Panzer und U-Boote mehr, sondern versucht, die Bezahlung für die schon gelieferten weiter zu verschieben.

  184. Dann lieber Nußecken....
    Dann lieber Nußecken.

  185. @Don
    .
    Zivilisation wird...

    @Don
    .
    Zivilisation wird überschätzt, die edlen Wilden sind und bleiben die interessanteren Zeitgenossen.
    .
    Habe über die Tage ein Buch gelesen wie einer zu Fuß durch die USA läuft (durch die Präriestaaten), und man muß einfach zugeben, dass zumindest aus Landstreicherperspektive dort die weitaus sympathischeren Menschen leben, offenherzig, hilfsbereit, mit dem Herzen auf dem rechten Fleck und immer bereit, dem Fremden Transport, Abendessen und Nachtlager anzubieten.
    Großmut in der kleinsten Hütte: So scheinen sie denen nacheifern zu wollen, die vor ihnen da waren.
    .
    Und so kann man dort 2000 km laufen ohne einer einzigen Stadt zu begegnen, die einem Europäer als solche vorgekommen wäre.
    Es war ein Irrtum des 19. Jahrhunderts, solche Landschaft urbanisieren und „zivilisieren“ zu wollen. Das geht nicht! Die einzig nachhaltige Lebensform dort ist nomadisch-symbiotische Freiland-Bisonhaltung, und darauf wird es langsam aber sicher auch wieder hinauslaufen.

  186. W. Spies;
    gerade hier im Blog...

    W. Spies;
    gerade hier im Blog befinden sich viele Beiträge von Fachleuten> Historikern> Kulturkennern> Interessierten. die Materie ist so umfangreich und der Bluff
    scheint nicht schwer. In den Gottstatus gelangt man in der heutigen Zeit u.a. als Prof. an der Lehranstalt schnell und daran konnte ich mich auch während meines Studiums nicht gewöhnen. Die Freundin erzählte aus ihrem Erfahrungsbereich bei den Historikern, Ethnologen, Germanisten, Politologen und ich erfuhr es später bei den Wirtschaftern; „meine Damen und Herren, ich weiss doch nicht alles!“, war der verzweifelte Ausruf eines Mafoprofessors in der Vorlesung; der Mann war stinksauer.
    Geld nehmen war legitim, jeder hatte eine kleine Firma nebenher.
    Das war wahrsch. anders als bei den Geisteswissenschaftlern und es wurde sogar bei der Bilanzierung und im Steuerrecht rege diskutiert. Damit entwickelte sich die etwas irdischere Kommunikationsebene, man verzieh inhaltliche Irrtümer und gestand sich selbst zu, Thesen zu formulieren bzw. einfach nur recht zu haben.
    Nun, ich gebe zu, die lange Vorgeschichte ist irgendwie langweilig, aber ich habe mir vor Jahren`rosarot vor miami`von Spies gekauft und fand das ganze ziemlich langweilig.
    Vielleicht ist das ein Teil der Lösung.

  187. Kunstwerke können doch gar...
    Kunstwerke können doch gar nicht „gefälscht“ sein, sind doch keine Kreuzesreliquien.
    Das Schweißtuch von Turin ist echt und sieht besser aus als jeder Warhol.

  188. @ Nepomuk 21.25h gestern. Ja,...
    @ Nepomuk 21.25h gestern. Ja, weiterwursteln muss man halt. Was sonst?
    Zum Glück geht’s dem „grossen Kanton im Norden“ :-)) gut.

  189. Hier im Blog hatte ich die...
    Hier im Blog hatte ich die Gelegenheit wahrgenommen (!) und bei passendem (!)Anlass meinen (Insider-har,har)Tipp loszulassen: Die Fälschung der Welt. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1998 dazu gibt es noch Steven Moore: Die Fakten hinter der Fälschung. Ein Führer durch William Gaddis’ Roman „Die Fälschung der Welt“. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-86150-236-4
    Auch Paul Ingendaay (Nachbarblog)hatte einiges zu dem Werk des o. g. Autors geschrieben.
    ..
    Nepomuk@: Alter schützt vor Hormonen nicht. (Eigentest ;-)
    ..
    Da ja nun einmal von mir dieser Heißluftballon angepiekst wurde: Man stelle sich vor, seit etwa der Armory-Show in N.Y. 1912, und in Europa schon einige Jahre zuvor, redet „man“, nein wird posaunt, in der Kunstszene von Avantgarde. Dieser greise Vorwärtssturm stolpert immer noch vor sich hin und sondert unverständlich verblasene Manifeste während diesesem Gehaste ab. Am Wegesrand befeuern Kunstkritiker, Kustoden, Kunstschaffende (wow), Galeristen/innen mit weiteren unverständlichen Wortgirlanden und -Kaskaden diesen Aberwitz. Aber wenigstens richtet diese Industrie keine größeren Umweltschäden an. Auch werden volkswirtschaftlich gesehen mit dieser Bricolage passable Umsätze erzielt….und im Kunstunterricht mit den „Erkenntnissen“ unsere Kinder allenfalls auf Einheitsniveau gebracht (Wirklich Zeichnen oder Malen lernt hierbei keine Sau, Begabte werden wg. Störung ausgesondert). Gerne ziehe ich für das Gelästere alle Spies(s)e wie weiland Winkelried auf mich.

  190. Devin08 - wir haben doch schon...
    Devin08 – wir haben doch schon den sozialismus. durch vergesellschaftung der produktionsmittel. nur eben nicht nach einem aufstand der massen und durch enteignung der bisherigen besitzer. sondern indem die masse die kredite zum kauf der produktionsmittel, an denen sie selbst arbeitet, über ihre steuern tilgt. auf diesem wege werden die massen genau wie vorhergesagt und auch folgerichtig eigentümer der produktionsmittel. daß die masse gleichzeitig nie besitzer der produktionsmittel sein kann, weil ihr zu deren beherrschung die voraussetzungen fehlen, hat spengler in ‚der mensch und die technik‘ sehr gut beschrieben. aber von ‚volksbesitz‘ war selbst in der ddr wohlweislich nie die rede, nur von ‚volkseigentum‘. in griechenland ist gerade gut zu sehen, wie sehr sich die masse auf die möglichkeit zur überhöhung ihrer existenz nach freisetzung aus dem geistig beengenden produktionsprozeß freut. aber der anpassungsprozeß ist noch nicht beendet. ebenso der konzentrationsprozeß, der die produktion zur versorgung aller zukünftigen, von erwerbsarbeit freigestellten philosophen ausgerechnet in das land der dichter und denker verlagert.

  191. lieber Strammer Max, lieber...
    lieber Strammer Max, lieber Fritz, ich denke mal, dass dies ein so uralter witz ist (rumbalotte 94, so kenne ich ihn), dass ihn hier kaum einer mehr kennt. ausserdem steht in den agbs der faz, dass man so etwas nicht sagen darf.
    .
    ad fliesenlegen: zudem gibt es ganz gute polnische handwerker, wenn man da die richtigen findet, gibt es das glück auf erden. ganz legal. aber sie müssen sich schon um sie kümmern, unterbringen, ausgesucht nett und höflich sein etc. dann gibt es sogar einen handkuss – nicht für die herren, es sei denn sie tragen einen annulus pontificalis.
    .
    ein freund von uns schiebt sein nicht anders als albern zu bezeichnendes projekt, fliesen selbst zu verlegen, immer wieder aus. zum glück, denn solange noch hat sein schönes fischgräteichenparkett in der küche noch schonzeit. jetzt ist er verliebt und keine zeit. was für ein glück! welch eine küche!
    .
    bambusstäbchen? haltbar und holz. diese optik in alten hallen?

  192. Die deutsche Fettindustrie ist...
    Die deutsche Fettindustrie ist ein absolut (über-)lebenswichtiger Bereich unserer
    Wirtschaft und somit auch des Geisteslebens (Schamanismus) dieser Nation. Also nicht mehr wegzudenken!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fette
    *
    Tatoos gehörten seit altersher zu unserer Kultur (Matrosen, Schränker, Türsteher, Legionäre). Unsere Firstlady tat in früher Erkenntnis dieses Soseins und der Traditionsförderung ihren Schritt in die richtige Richtung. Dankenswerterweise öffnen sich breite Kreise, gerade auch der Szene-Jugend, wieder dieser Volkskunst. Ein positiv-globaler Trend, der immer mehr auch die höheren Stände und die Stützen der Gesellschaft infiziert. Ein Thema für die Vordenker der nächsten „documenta“?

  193. fionn:...
    fionn: Johlidü!
    .
    Hansmeier555: „und man muß einfach zugeben, dass zumindest aus Landstreicherperspektive dort die weitaus sympathischeren Menschen leben, offenherzig, hilfsbereit, mit dem Herzen auf dem rechten Fleck und immer bereit, dem Fremden Transport, Abendessen und Nachtlager anzubieten.“
    Muß man?? Hä? „immer bereit“? Wirklich? Ihr Trashbuchschreiber hat vielleicht so manche Begegnung weggelassen und andere erfunden. Da war er mal weg… Gehen Sie doch nicht jedem Abkassierer und Ersatzkerkeling (und Hape fingierte auch 90% seiner Pilgerei) auf den Leim! Nur il Sindono ist echt, da haben Sie recht.

  194. Don Carlos@ Sehr schön. Als...
    Don Carlos@ Sehr schön. Als Randnotiz: Immer mehr junge Athener entdecken die verlassenen Eigentümchen ihrer Väter und Vorväter auf dem Lande und den Inseln wieder. Um auf diese Weise eine Art rückwärtsgewandte NÖP zu bewerkstelligen.
    Hand made survival without treasury bonds & EU.

  195. HansMeier555@: ...und was...
    HansMeier555@: …und was machen die Chinesen dann?

  196. donna laura@:.... diese...
    donna laura@:…. diese „Anmerkung“ hätte ja der Herr deus ex machina wegzensieren können. Hatte er aberst nicht. Vielleicht wurden die AGB´s verlegt?Solch alte Reminiszenzen gewinnen die Aura einer Antiquität (Siehe Fälscher-markt !!!).
    *
    Dem Vernehmen nach soll er ja wieder an einer neuen Thematik arbeiten. So lange es keine Doktorarbeit wird.

  197. Strammer Max, eine...
    Strammer Max, eine Doktorarbeit wird es nicht. Aber dauern tuts so lang wie eine Guttenbergarbeit. Liegt sicher am Mühevollsten blogistischer Kleinarbeit.

  198. @Plindos
    Die Chinesen? Sie...

    @Plindos
    Die Chinesen? Sie halten das Andenken ihrer Ahnen lebendig.

  199. Der anarchistische...
    Der anarchistische Kleinbürger oder die Volks- und Raiffeisenbanken. Nach dem Proudhon´schen Prinzip wurde ja in etwa bei deren Gründung vorgegangen.
    „Die Gesellschaft soll sich auf dem freiwilligen Zusammenschluss dezentral organisierter, überschaubarer Einheiten („fédéralisme“), also einem herrschaftsfreien System („Anarchie“) ohne Staat und großen Institutionen wie beispielsweise der Kirche, gründen.“ Womöglich ist der Kommentator devin demnach ein verkappter Proudhonist?
    (*)
    Dagegen wollte vermutlich der werte Herr Bloghalter mit obigem Marx´schen Zitat nur provozieren. Ein Kommunarde im weitesten Sinne ist er kaum nach Kenntis seiner div. Verlautbarungen.
    (*)
    Bei der Betrachtung von freienAssoziationen war nachfolgender Link eher nicht gemeint, sehr verehrte donna laura (attention plase: AGB!). Sind wir uns darin einig?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Liebe

  200. @Nepomuk
    .
    Ich halte den Autor...

    @Nepomuk
    .
    Ich halte den Autor für glaubwürdig.

  201. Nepomuk@: Herr Meier555...
    Nepomuk@: Herr Meier555 träumt letztlich von Pocahontas. Das ist etwas ganz anderes als zum Beispiel: cyberwar, stuxnet, hacker. Irgendwie griffiger. Die Wildnis ruft.

  202. Pech für die Griechen, das...
    Pech für die Griechen, das die Bürgerkinder hierzulande keine klassischen Sprachen mehr lernen wollen.
    .
    Aber vielleicht kann man das ändern, wenn man genug Werbung macht.
    Das wäre doch mal eine sinnvolle Alternative zu immer nur BWL und MBA: Klassische Rhetorikausbildung für Stützen-Söhne. Der Debattenkultur im Bundestag und anderswo tät es nix schaden.
    .
    Konsequenterweise müsste man Altgriechisch und Hebräisch zu den (einzigen) Arbeitssprachen der EU machen, so als Signal fürs christlich-jüdische Abendland wie auch für unseren Bildungsanspruch. (Vulgäres Latein wäre nur noch mündlich zulässig, im Umgang mit dem technischen Personal.)

  203. HansMeier555 20. Juni 2011,...
    HansMeier555 20. Juni 2011, 07:00
    „Zivilisation wird überschätzt, die edlen Wilden sind und bleiben die interessanteren Zeitgenossen.“

    Pruuuust. zuviele Tecumseh-Indianer-Romantik-Romane gelesen, kürzlich? Die Geschichte des „edlen Wilden“ hat bei Gebildeten heutzutage schlicht das Märchen ersetzt – und ist in etwa genauso phantastisch.
    Gruss,
    Thorsten Haupts
    Lesetip für Realisten: Voyages of Peter Esprit Radisson

  204. @ThorHa
    .
    Von wegen Tecumseh....

    @ThorHa
    .
    Von wegen Tecumseh. Der Schamanismus hat uns fest im Griff, das ist eine nüchterne Schlußfolgerung.
    .
    Sehen Sie sich nur die Bilder an und hören Sie die Musik auf den Straßen.

  205. Plindos, von Pocahontas...
    Plindos, von Pocahontas sicherlich. Ob nur von Pocahontas?

  206. nun, lieber StraMax (ihren...
    nun, lieber StraMax (ihren vollen namen zu tippen, erinnert mich an einen ebensowenig gesellschaftsfähigen witz, was ich daher lieber unterlasse), für solcherlei fragen ist meine wenigkeit die ganz falsche adresse, weil ich mich mit freier liebe so gar nicht auskenne.
    als libertin benötigt man gute augen.

  207. @Tattoos: Literaturprofessor...
    @Tattoos: Literaturprofessor und kein Verweis auf Bradbury’s „Illustrated Man“?
    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Illustrated_Man
    Na ja, so als Literaturbeamter!

  208. @Nepomuk, Disney oder Schmidt?...
    @Nepomuk, Disney oder Schmidt?

  209. @HM555 - Zivilisation, edle...
    @HM555 – Zivilisation, edle Wilde:
    Wurden Sie jüngst zur Tea Party geladen?
    http://www.youtube.com/watch?v=yf14VhDYvt0

  210. Filou, je nach Ihren...
    Filou, je nach Ihren Vorlieben: Dümmer See oder Beaver Lake. Eutrophiert sind beide.

  211. Draufgebracht hat mich das...
    Draufgebracht hat mich das Thema Kunstfälschung.
    Was ist die Besessenheit von „Originalen“ denn anderes als purer Schamanismus und Idolatrie, als Streben nach wundertätiger Medizin?

  212. HansMeier555: die...
    HansMeier555: die Heilswirksamkeit der Reliquie ist nun einmal größer als die der Berührungsreliquie. Ein Autogramm von Koch-Mehrin tut´s aber auch.

  213. Ja die Tea Party! Damals war...
    Ja die Tea Party! Damals war es noch Verkleidung. Aber heute?
    .
    Sie fahren in Büffeln und wohnen in Zelten.

  214. Fom the Bradbury's...
    Fom the Bradbury’s „Illustrated Man“ a Summary:
    „The Fire Balloons“ — A group of priests travel to Mars to act as a missionary to Martians. Once there, they discover that the natives are actually entities of pure energy. Since they lack corporeal form, they are unable to commit sin, and thus do not need redemption.“
    Guten Tag Herr bertholdIV, bitte übernehmen Sie als „Task Force rkk-One for theological science fiction“: Was, wenn die Erbsünde auf Erden, und nicht erst im Jenseits, auf einmal wirklich kassiert würde?
    ..
    HansMeier555@: Und all die jungen, begabten Nachwuchstalente darben und nagen am Hungertuch ob dieses Wahns.

  215. HansMeier555@: F. J. Strauß...
    HansMeier555@: F. J. Strauß et al.: Rem tene, verba sequentur! (Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen!) Cato frg.80,2 (Jord.)

  216. Natürlich hab zum Beispiel...
    Natürlich hab zum Beispiel ich das verstanden. Zu meiner Zeit hieß das aber vollständig „Baltische Rotbannerflotte“. Soviel Zeit muß sein. Und noch ein bißchen Revolution mit Karl Kraus:
    Hat sich die ‚Arbeiter-Zeitung‘ auf sich selbst besonnen? Sind die Zeiten vorbei, da die Wiener Socialdemokratie eine Taktik liberaler Erschlaffung dem zielbewussten Losstürmen gegen die Grundvesten der Gesellschaftsordnung vorzog? Wird’s endlich Ernst? In zitternder Hand hält der Bourgeois eine Nummer der von ihm abonnierten ‚Arbeiter-Zeitung‘, aus der ihm die fetten Lettern eines Wortes ins Auge springen. Das Wort heißt: Revolution. Hastig sucht er alles Nähere über den Zeitpunkt zu erfahren, da der Drohung mit dem Gewaltigen, dem Endgiltigen die Ausführung folgen soll. Und er liest:
    »Revolution
    entstanden durch die sensationell billigen
    Preise für Herren-, Knaben- und Kinder-
    kleider in der – – – Kleiderfabrik – – –
    Alles solid, modern, zu wirklich reell
    billigsten Preisen.«
    Es war also wieder nichts … Die liberale Gesellschaftsordnung fühlt sich so befestigt, dass sie sich in einer spielerischen Laune der Terminologie des Umsturzes zu Reclamezwecken bedienen kann.
    [Die Fackel: Nr. 74, 04.1901, 3. Jg..]

  217. Savall, sowas moechte ich mal...
    Savall, sowas moechte ich mal mit aehnlicher Wucht zu „Ausverkauf“, „Ich bin doch nicht bloed“ und „alles muss raus“ lesen.
    .
    Wer tut’s, wer macht’s, wer gruendet eine eigene Zeitung-und, wo steht das Café in dem man noch solche Leute trifft?

  218. Alle machen sie...
    Alle machen sie Fehler
    @Strammer Max: Sie wollen wissen wie ich über Proudhon denke? Bitte: http://blog.herold-binsack.eu/?p=1573.
    .
    @Don Carlos: Das habe ich mir doch gedacht. Man kratze ein wenig an des Kleinbürgers (Anti)Sozialismushybris und man findet den Spengler – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1092. Zu dumm sollen sie also sein, die Massen – für den Sozialismus. Soweit kommt man, wenn man den Marx nur querliest, wenn überhaupt. Das Allerwesentlichste ist die Verbindung zwischen Sozialismus als Wissenschaft und dem Proletariat als soziale Klasse. Das Kernstück dieser Verbindung ist die Rolle der Partei als Vorhut und Erzieher der Massen. Darüber hinaus werden dem Proletariat schon im Kapitalismus ständig neue Bildungselemente – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1605 – hinzu gefügt, was im Sozialismus dann planmäßig geschieht. – Natürlich, Sie ahnen es schon: aus allen Schichten der Gesellschaft, resp. aus den kleinbürgerlichen – vor allem.
    .
    Nun ja, dass das keine einfache Verbindung darstellt, dürfte jedem klar sein. Versucht doch dieser Kleinbürger permanent, und dies mithilfe eben seiner Intellektuellen, die Führung zu übernehmen, will heißen: die Deutungshoheit darüber, was Sozialismus ist. Was ihm nicht selten gelingt. Am Ende kommt dann sowas bei raus, wie ein Proudhon – siehe oben -, oder eben wie ein Spengler, dessen „national-sozialistische“ Tendenz kaum weg mehr weg zu reden ist. Oder auch einfach nur ein sozialdemokratisches Parteiprogramm, das vom „Volksstaat“ begeistert ist.
    .
    Und auch die DDR ist letztlich eher das geworden, was Marx und Engels noch in der kritik am Gothaer Programm zu verhindern suchten. Die von der Nomenklatura verinnerlichte antifaschistische Hybris hat jene vergessen lassen, dass der Sozialismus mehr ist als „Enteignung“ von Großkapital und Großgrundbesitz. Die Eigentumsfrage mag die erste sein, die der Sozialismus anzugehen hat, definitiv aber nicht die letzte. Denn gleich ob privates oder gesellschaftliches Eigentum vorherrscht, sind doch die Menschen über Jahrhunderte vom Kapital und dessen Wert(e)vorstellung geprägt.
    .
    Gelingt es im Sozialismus nicht, diese auch mit zu überwinden, wird – über das bürgerliche Recht – der Kapitalismus wieder durch die Hintertür eingeschmuggelt. Doch hören wir was Marx selber zum Sozialismus als Übergangsperiode zu sagen gehabt hatte: „Womit wir es hier zu tun haben“ (bei der Erörterung des Programms der Arbeiterpartei) „ist eine kommunistische Gesellschaft, nicht wie sie sich auf ihrer eigenen Grundlage ENTWICKELT hat, sondern umgekehrt, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft HERVORGEHT; die also in jeder Beziehung, ökonomisch, sittlich, geistig, noch behaftet ist mit den Muttermalen der alten Gesellschaft, aus deren Schoß sie herkommt.“ (Marx – „Die erste Phase der kommunistischen Gesellschaft“, aus: Kritik des Gothaer Programms, S. 135 ff., zitiert nach Lenin: Staat und Revolution, LW, Bd. 25, S. 93 – 507, siehe auch: http://www.mlwerke.de/le/le25/le25_470.htm).
    .
    @Plindos: Sorry, beinahe hätte ich Sie überlesen! Nun ja, die Kronstädter Geschichte ist die Lieblingsgeschichte all derer, die den Sozialismus von Grund auf nicht mögen. Und dass die Anarchisten und Kommunisten immer wieder aneinander geraten, ist (war?) ebenso tragisch wie offenbar unvermeidbar. Der Marxismus ist nicht weniger im Kampf gegen den Proudhonismus (siehe meinen obigen Beitrag) und Bakunismus entstanden wie der Leninismus gegen den reformistischen Sozialdemokratismus. Diese Auseinandersetzungen sind bedingt durch Klassenkämpfe innerhalb wie außerhalb jener Szenen. Insbesondere in Russland konnte der Bolschewismus nicht Fuß fassen, ohne den kleinbürgerlichen Sozialismus in all seinen Spielarten geschlagen zu haben. Die gemeinsame Wurzel sowohl des russischen kleinbürgerlichen Sozialismus wie des reformistischen Sozialdemokratismus war der Ökonomismus. Dass dieser Ökonomismus weiter reicht, nämlich bis heute und bis hierher, möchte ich hiermit belegt haben: http://blog.herold-binsack.eu/?p=1326).
    .
    Und auch wenn ich jetzt nicht über die stalinschen Exzesse im Kampf gegen das Kulakentum räsonieren möchte (das habe ich an anderer Stelle zur Genüge, wie zum Beispiel hier: http://blog.herold-binsack.eu/?p=333 ), so sei doch erwähnt, das auch dieser Kampf (in seinem Wesen, nicht in all seinen Schattierungen!) eine Fortsetzung hiervon ist. In Russland war die Frage wer-wen? die entscheidende – das Proletariat das Kleinbürgertum, oder umgekehrt.
    .
    Dass letzten Endes doch das Kleinbürgertum siegte, lag wohl nicht nur an der rückständigen ökonomischen Grundlage, sondern vor allem wohl an der nicht enden wollenden Kette an politischen Fehlentscheidungen hierbei. Und anderem auch an den Stalins.
    .
    Die Frage, die vielleicht noch bleibt, wäre die nach den Möglichkeiten solches zukünftig zu vermeiden. Nun ja, die Möglichkeit besteht. Vorausgesetzt man räsoniert nicht nur darüber.
    .
    Die schonungslose und solchermaßen selbstkritische Aufarbeitung der Geschichte der sozialistischen und kommunistischen Arbeiterbewegung ist dafür wohl die erste Voraussetzung. Das ist für mich auch ein Grund mit für, dass ich keine sozialistische „Säulenheilige“ kenne. Alle machen sie Fehler.

  219. In der Tat, Filou, auch...
    In der Tat, Filou, auch heutigentags gäbe es für eine Karl-Kraus-Nachfolger reiches Betätigungsfeld. Das ist ja auch letzten Endes sein Verhängnis gewesen: trotz hellster Klarsicht durchschlagende Wirkungslosigkeit. Es hat sich nichts wirklich geändert. Als seinerzeit Powell im UN-Sicherheitsrat die Irak-Dokumente präsentierte, dröhnte es sofort in meinen Ohren: Bosnien-Krise 1908! Friedjung-Affäre! (Gefälschte Dokumente des k.u.k. Außenministeriums waren an die Presse lanciert worden, um einen Krieg mit Serbien zu provozieren.) Stoff wäre also genug vorhanden. Den Ort des Cafés und vor allem die Leute darin wüßte ich aber nicht zu nennen. Sachdienliche Hinweise willkommen!

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