Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Städte und Barrikaden der Zukunft

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In den 70er Jahren war der Fortschritt noch unaufhaltsam und die Zukunft voller Beton, Industrie und Wachstum. Alle waren dafür, niemand störte sich an einem abgeholzten Auwald, jeder war froh um die Petrochemie. Es waren tolle Zeiten für Industriepolitiker, die heute bei jedem Hochspannungsmasten im Westviertel Lynchjustiz durch umweltbewusste Besserverdiener befürchten müssen.

Die Krankheit unserer heutigen Städte und Siedlungen ist das traurige Resultat unseres Versagens, menschliche Grundbedürfnisse über wirtschaftliche und industrielle Forderungen zu stellen.
Walter Gropius, Totale Architektur

Das Arbeitsleben ist vorbei. Es ist Sommer. Die Sonne wärmt gnädig die blaue Luft über dem Westviertel. Es ist Wochenende, aber das ist nicht so wichtig, denn eigentlich ist immer Wochenende. Die indischen Laufenten rennen durch den Garten und fressen Nacktschnecken. Die Haushälterin ist in der Küche und verarbeitet die Zwetschgen zu Datschi. Die Katzen schlafen in den Korbstühlen. Die P. will sich mal wieder liften lassen, der G. sucht eine Immobilie in der Stadt und findet nichts, was seinen Ansprüchen genügt, irgendwo wird randaliert, aber das ist weit, weit weg. Hier ist alles bestens, materielle Probleme gibt es nach den Auflösungen der Aktiendepots keine mehr, die Häuser sind gross und die Einfahrten diskret, Wohlstandsbürgertum halt. Systembewahrend, konservative Werte, liberale Lebensauffassung, Stützen der Gesellschaft, Konzertabo, ab und zu Oper in München, nur ein paar Meter zum See, gut eingerichtet und gut eig’samt, wie man in Bayern sagt. Nichts kann die Idylle stören. Ausser vielleicht der Bürgermeister, der zufälligerweise gerade beim Aufräumen gefunden wurde.

Bild zu: Städte und Barrikaden der Zukunft

Der Bürgermeister nämlich möchte seine Leistungsbilanz präsentieren. Den Rechenschaftsbericht seiner Amtszeit, den Stand der Dinge und die Zukunft der Region. Man möchte natürlich weiter vorankommen, da reichen die alten Gas- und Stadtwerke mit ihren Privatkunden nicht mehr, und deshalb hat man nicht nur ein paar Pipelines in die Region gelegt, man baut auch Raffinerien. Eine nach der anderen, fünf Stück in einem Gürtel im Osten der Stadt, von den Jurahöhen bis in den wertlosen Auwald: Stahlrohre, Tanks, Neonröhren, 150 Meter hohe Schornsteine, weithin sicht- und riechbar, und ein wenig weiter östlich auch noch petrochemische Werke, dafür rodet man einen Wald nieder. Und noch ein Kraftwerk, das mit Schweröl betrieben wird. 200 Meter hohe Schornsteine, die höchsten ihrer Art in ganz Deutschland. Aufgeregt watscheln die Laufenten durch das Gras, als der Bürgermeister verkündet, mit Kapazitätsvermehrungen würden die Raffinerien noch doppelt so gross werden.

Immerhin, sagt der Bürgermeister, eine der Raffinerien sei sogar bereit, für Schäden im Falle höherer Gewalt aufzukommen, und man reinige inzwischen auch das Grundwasser vom Erdöl, um es wieder trinkbar zu machen. Somit werde die Region ein Zentrum nicht nur für Bayern, sondern für ganz Europa.

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Es summen ein paar Bienen vorbei, aus der Küche klingt geschäftigen Klappern. Die Stadt plant und baut, führt der Oberbürgermeister aus, sie plant und baut noch mehr, dafür hat er auch ein Buch drucken lassen, in dem alles zu sehen ist: Beton, Stahl, Glas, Ecken, Kanten, Linien, dazu viele Zahlen, die alle gut klingen. Abwasserkanäle in Kilometern, Strassen in Kilometern, Verarbeitungskapazitäten, Strombedarf, alles geht nach oben. Wirklich eindrucksvoll sind all die Bilder, und sage keiner, dass man nicht auch an die alte Bausubstanz der Stadt denkt: „Versuche altstadtgerechten Bauens“ sind die Bilder mit spitzen Fenstern und fehlenden Achsen betitelt. Die guten Historismusmöbel von Urgrosstante Mathilde passen da wohl eher nicht hinein. Weiter hinten dann eine Karte mit der erhaltenswerten Bausubstanz – was zwei Drittel der Altstadt nicht sind. Man darf den Fortschritt nicht aufhalten, sagt der Autor, und zitiert Walter Gropius. Dem würde, so denkt der Bürgermeister, das gefallen, was hier gerade an moderner Wohnsubstanz entsteht:

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Wohnmaschinen neuester Bauart, in denen man das alte Streublumenporzellan und die Mahagonimöbel nicht mehr braucht. Strassenzüge und ganze Viertel werden aus dem Boden gestampft, Balkon an Balkon und Wand an Wand. Lichte, helle Räume, grosse Glasfenster, man will nicht mehr in verwinkelten Gassen leben, sondern an breiten Strassen, mit Parkplätzen und schneller Verbindung. Das, sagt das Buch, ist die Zukunft, und man wundert sich, wie man an die niedrigen Decken Kronleuchter hängen kann. Und wie darin ein Perserteppich aussehen mag. Ausserdem, möchte man dem Autor sagen, wohnen dort Leute, denen man nicht vorgestellt werden möchte. In den späteren  70er Jahren wollte eigentlich schon keiner mehr in den Block ziehen, der etwas auf sich hielt. Doch der  Verfasser lässt sich nicht bremsen und erzählt von der neuesten und schönsten Schule der Stadt, die am Rand der historischen Altstadt mit ihren Bögen und der verschlafenen Anmutung entstanden ist:

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Eine Pracht. Gefällig. Zukunftsweisend. So wie diese Schule soll die Zukunft der Stadt sein, dynamisch und aufgeschlossen gegenüber der Moderne. Dafür machen sie ja all die Photos, drucken sie in ein Buch und verschenken es an die führenden Familien: Damit jeder sieht, wie die Zukunft aussehen wird, und wie sie hier gestaltet wird. Auf dem Korbstuhl gähnt eine Katze. Dort drüben fläzt sich die Donau in ihrem Bett. Wollte der Bürgermeister sie nicht ausgebaut haben, damit hier Schiffe verkehren? Spricht er nicht von „ungenutzten Donauabschnitten“? Industrieansiedlung anstelle des Auwaldes, der sich seit Urzeiten hier ausdehnt, und dessen Altwasserarme man verfüllen will? Richtig, auch das ist im Buch nachzulesen. Allein, es geschah nicht. Dafür gibt es viele neue Strassen und Gewerbegebiete und noch mehr Beispiele für die Kraft des neuen Bauens, vom Kindergarten bis zum Schlachthof.

Der Bürgermeister hat – das muss man leider so sagen – eine undichte Stelle im Flachdach. Einen Betonbauwurm. So viel Schreckliches hat er schon gebaut, so viel Dreck und Zerstörung über die Region gebracht, es wird, da ist man sich hier sicher schnell einig, Zeit, ihn abzuwählen. Oder wenigstens eine Bürgerinitiative zu gründen. Mit Verlaub: Was in diesem Buch zu sehen ist, das darf doch nicht wahr sein. Was der Bürgermeister da in seinem Leistungsbericht schreiben lässt – da kann man doch nicht leben. Das ist ja wie bei den Asozialen, ja du lieber Himmel, wer wählt denn solche Leute ins Amt? Leider: Man selbst. Damals, in den 70er Jahren. Als dieses Buch entstand, über das der Bürgermeister heute noch seine Bilanz und seine Visionen vorstellt, obwohl er, wie seine ähnlich eingestellten Vorgänger diverser Parteien, längst auf einem seiner neuen Friedhöfe liegt. 40 Jahre ist das Buch alt, mit seinen „entscheidenden Schritten auf dem Wege zur Grossstadt“. „Die Zukunft unserer Bevölkerung liegt in der Stadt von morgen“, sagte der Bürgermeister. Es ist – zum Glück – nicht ganz so schlimm morgen geworden.

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Der ganze Wohnblock-Schornstein-Altstadtabriss-Industrieansiedlungs-Irrsinn, der heute sofort ganze Westviertel auf die Barrikaden brächte, war damals jedoch die unwidersprochene und allgemeine Überzeugung aller Parteien. Als guter Bürger, der auf den Datschi wartet, blättert man sich fassunslos durch die Seiten und Texte. Schandfleck reiht sich an Schandfleck, eine ökonomisch-technische Gigantomanie nach der anderen wird da als Heilserwartung ausgegeben, kein Gedanke wird an die Umwelt verschwendet, im Schlachthof drängeln sich die Schweine, und was neu ist, hat aus Beton zu sein. Es ist eine Zukunft, die irgendwann ausgelaufen ist und dann doch nicht mehr passierte, weil man umdachte, dazulernte und anders eingestellt ist.

Man hört Klagen aus Berlin, die Bürger seien nicht mehr zukunftsfähig und würden sich weigern, der Gestaltung der Politik freien Lauf zu lassen; man ärgert sich über Stuttgart21-Gegner, über die Aufrührer bei der dritten Startbahn in München und jeden, der wegen einer kleinen Überlandtrasse oder Autobahn einmal durch alle Instanzen geht, oder es sogar wagt, Planfeststellungsverfahren zu lesen. Sollte man da nicht die Klagen einfach verbieten, fragt der Politiker, der erst gar kein Buch mit Beton und Stahl mehr vorlegen will. Und sie haben natürlich recht: Das ist nicht mehr so wie früher, dass man ein petrochemisches Werk in den Auwald setzen und die Abwässer in die Donau leiten kann, und den Bürgern ist es egal, sollten sie bei einer Havarie zugunsten des Fortschritts draufgehen. Das ist nur noch in den alten Leistungsnachweisen, Bauplänen, Standortuntersuchungen und Grossanlagenberechnungen so. Aber wo Laufenten die Nacktschnecken fressen und der Duft aus dem Ofen in die Gärten zieht, hat man in den letzten 40 Jahren dazugelernt. Die Möbel von Urgrosstante Mathilde, die Perserteppiche, die Kronleuchter, das Streublumenporzellan: Das ist immer noch da. Und wenn ich nicht schnell zugegriffen hätte, wäre die Zukunft der Stadt von morgen schon heute im Altpapier.

So ist sie wenigstens noch eine gute Lehre vom Planen der Politker und den geänderten Einstellungen der Kreise, bei denen sie angestellt sind. Die Raffinerien werden übrigens gerade zurückgebaut; eine Anlage ist schon in Kalkutta wieder aufgebaut worden. Das ist ein fairer Tausch. Die Inder haben unsere Schornsteine, und wir ihre Laufenten. In den Blocks wohnt keiner, den man kennt, und wie lange diese moderne Betonschule am Rande der Altstadt noch bröckelt, wird sich zeigen, wenn die Klimaziele verschärft werden. Wir alle hoffen: Nicht sehr viel länger als die Lebenserwartung einer Nacktschnecke, wenn die indische Laufente kommt.

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205 Lesermeinungen

  1. sehr schön!...
    sehr schön!

  2. Ja, in der frühen 1970er...
    Ja, in der frühen 1970er Jahren war die Betongläubigkeit schon irrsinnig.
    .
    Aber wahrscheinlich werden spätere Generationen ähnlich über uns denken, wenn das ganze Land mit Windrädern, Biogasanlagen und den schrecklichen Solarfarmen verschandelt ist.
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    Dagegen ist ein Unterirdischer Bahnhof genauso harmlos, wie das in den 1970er Jahren entstandene neue Westviertel für die Stützen, die nicht mehr in der Altstadt leben wollten.

  3. Zumutungen der Moderne...
    Zumutungen der Moderne eben!
    „Somit werde die Region ein Zentrum nicht nur für Bayern, sondern für ganz Europa.“ Ja, und „…die Welt schaut auf uns…“, wird auch gern anghängt zur Rechtfertigung. Dabei meint man nur das eigene Denkmal.

  4. Nichts ist so grotesk wie die...
    Nichts ist so grotesk wie die Zukunft von gestern. Jenes Druckwerk läßt sich übrigens noch antiquarisch erwerben. In einer Beschreibung fand ich folgende treffende Zusammenfassung: „Einband berieben u. fleckig, untere Kante bestoßen, Seiten leicht angegilbt, sonst gut erhalten.“ Ja, so sieht die Zukunft etwas später aus, fleckig und leicht angegilbt. Es gibt ja immer wieder so Phasen, wo eine technische Entwicklung für Euphorie sorgt und nebenbei für die Lösung aller Probleme und die Rettung des Weltfriedens. Hat eben einer etwas von dot.com-Blase gesagt? Nein? Was mich immer wieder wundert ist die grenzenlose Naivität, mit der solche Visionen ausgedacht und im schlimmsten Falle umgesetzt werden. Die jüngsten Albereien mit Solardächern und Windrädern wiederholen das Muster auf geradezu klassische Weise. Demnächst wird man mit vorgelegter Lanze eine Schafherde attackieren. Dabei könnte man es doch besser wissen, wenn man nur wollte. Man schaue nur dieses Bild von Stuart und Revett aus dem Athen des Jahres 1762 an:
    http://en.wikipedia.org/wiki/File:StuartRevettTowerLandscape.jpg
    Das Gebäude in der Mitte ist ein Horologion aus der Römerzeit. Gewissermaßen Hightech von damals. Eingerahmt von mittelalterlichen osmanischen Bauten. Längst wieder verschwunden. So sieht es heute aus:
    http://en.wikipedia.org/wiki/File:Tower_of_the_Winds.jpg
    Fortschritt.

  5. Nun ja, die petrochemische...
    Nun ja, die petrochemische Anlage wurde nach dem letzten Großbrand mit mehrfacher Kapazität wieder aufgebaut.
    Irgendwoher muß das Material für Plastikstoßstangen, Tupperware, Kartoffelsäcke, Duschdasflaschen etc. ja kommen.
    Das hat sich im letzten Jahr richtig gut verkauft und auch mir zu einem schönen Bonus verholfen.
    .
    Die asiatischen Laufenten machen den einheimischen Stockenten die Reviere streitig.
    Ist das nicht schon aufgefallen ?
    Man sieht immer weniger Stockenten.

  6. Don Alphonso,
    zunehmend fragt...

    Don Alphonso,
    zunehmend fragt man sich, welches Vergnügen das größere ist: Die scheinbar so belanglos daherkommenden Texte zu lesen und von ihnen schwuppdiwupp den Kopf verdreht zu bekommen, oder sich in der kongenialen Bebilderung zu verlieren. Chapeau.

  7. @nico:...
    @nico: http://www.sido.de/musik/ , http://de.wikipedia.org/wiki/Sido , http://de.wikipedia.org/wiki/Sido_(Begriffskl%C3%A4rung)

    @DA: die Zitate und Bilder aus diesem 70er-Jahre-Buch sind in der Tat besonders schauerlich. – Das Eingangszitat mit der „totalen Architektur“ gruselt mich. Der Totalitätswahn bricht ja immer wieder durch (ich denke da gerade an Facebook und die angezapften Datenleitungen, – neben vielem anderen). Dabei müßte es doch eigentlich reichen, daß ein jedes seinen Platz hat.

  8. tiberiat, danke. Ich bin froh,...
    tiberiat, danke. Ich bin froh, wenn ich unterhalten kann.
    .
    Don Ferrando, es geht da wohl weniger um den unterirdischen bahnhof denn um die Kosten und das Abholzen eines historischen Parks. Ich denke aber, es ist ganz sinnvoll, sich die Vergangenheit anzuschauen und daraus zu lernen. Wir sind ja nicht zum ewigen Irren verdammt – selbst wenn es manchmal den Anschein hat.

  9. "denn eigentlich ist immer...
    „denn eigentlich ist immer Wochenende“ – eben das finde ich ein Krankheitszeichen. Das heißt soviel wie fehlende Taktgebung bzw. fehlender Wochenrhythmus. Dadurch abreißende Synchronisation.

    Ich muß an meine Fahrten nach 1990 aus Berlin heraus denken. Bei Hennigsdorf noch die wahnwitzigen Überreste riesiger Industrieanlagen aus den 1920ern bis 40ern. Wenn man Heidegger liest, sollte man sich dies als zeitgenössisch vor Augen halten. Und Tucholsky und Joseph Roth, die an den Rändern desselben diese Einbrüche erlebten…

  10. Ja, so sieht die Zukunft etwas...
    Ja, so sieht die Zukunft etwas später aus, fleckig und leicht angegilbt.
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    Savall: klasse!
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    Als ich in den weiteren 70er Jahren eingeschult (öhem…nujaichgebszuichbinnichtvieljüngeralsderalphonsoräusper) wurde, bekamen die Schüler einen futuristischen Schüler-Taschenkalender, der die Welt im Jahr 2000 in den buntesten Farben (alles orange oder chemieunfallgrün, betonfest und konsumglücklich) ausgemalt wurde. Den Pappeinband zierte ein Luftkissenauto, genauer ein Luftkissencabrio mit trotz ihrer Gruselfrisuren selig strahlenden Menschen darin. Schade, dass ich diesen Unsinn schon damals schnellstmöglich wegwarf (nicht ins Altpapier). Heute wäre so eine Schülerindoktrinationsschrift ein feiner Spaß.

  11. Wenn die Solaranlagen nur...
    Wenn die Solaranlagen nur barocke Goldrahmen bekämen, und die Windmühlen das Format und Baumaterial ihrer weizenmahlenden Vorfahren von den alten Kupferstichen, wär es aber doch nicht so schlimm mit der neuen Zeit, oder? Ich fass es nicht. Die Generation, die uns AKWs, DDT, Asbest und Altbauabrisse, autogerechte Innenstädte und die verbauten, verschandelten BRD-Küsten bescherte, regt sich über die Windräder auf, die sich sanft in der Nähe ihrer Domizile drehen. Könnten. Altbau wird zum Luxus, wärmegedämmt und geschniegelt, eure alten Häuser dagegen sind nur Ramsch.
    Investiert wird derweil nun in zeitgemäße energieeffiziente „Mehrgenerationen“-Kästen, die dem Gropius trotzdem nicht gefallen hätten, und auch wenn da nun noch soviel „unbehandeltes“ Holz verbaut und „Naturstein“ verlegt wird: Eure alten Sünden macht es nicht mehr ungeschehen. Wir haben sie täglich vor Augen. Erzählt uns also nichts von eurem Leiden an Windrädern.
    .
    Das Problem ist doch in Wirklichkeit, dass es weiten Teilen der bauenden „Elite“ an Geschmack wie an Gefühl mangelte, und das wahrscheinlich immer schon. Mit den ganzen leerstehenden „zu-vermieten“-Glas-und-Stahlklötzen der 90er, die 10, 15 Jahre später schon alt und schäbig aussehen, habt ihr natürlich auch nichts zu tun. Die hat irgendwer gebaut, ein Fonds, eine Versicherung, aber nicht ihr. Jaja. Aber die Windräder, mein Gott – diese Windräder!! Richtig, sie regen euch auf, sie führen euch euer Versagen vor Augen.

  12. Herr Alphons, es ging mir...
    Herr Alphons, es ging mir weniger um Stuttgart als solches, sondern vielmehr darum, daß die gleichen Leute, die gegen S21 sind, gleichzeitig die flächendeckende Verschandlung ganzer Landstriche fordern.Und zwar auf Kosten der Steuerzahler.
    Das ist auch eine neue Fortschrittsgläubigkeit, die sehr kritisch hinterfragt gehört.
    Wir sollten nicht zum ewigen Irren verdammt sein, da haben Sie wahrlich recht!

  13. nico, man muss vielleicht...
    nico, man muss vielleicht fairerweise dazu sagen, dass dieses Werk, wenngleich aus einem gewissen, für alle gleichen Zeitgeist stammend, von einem SPD-OB eingeleitet wird. Der Grössenwahn ist also hier keine typische CSU-Veranstaltung.
    .
    Savall, der Rückbau von mittelalterlicher Struktur zugunsten römischer Pseudoechtheit ist auch nicht gerade toll. Ich bin ja ein Freund gewachsener Strukturen und evolutionärer Ansätze. Und mit diesem Buch ist es nun mal so, dass das Gezeigte extrem aus dem herausfällt, was sich davor über lange Zeiträume entwickeln konnte. Die Solaranlagen finde ich nicht schlimm, die wird man leicht rückbauen können; wirklich schlimm ist die Dämmung.
    .
    Man muss eben alles mit Überlegung angehen, und man muss sich als Teil einer Entwicklung sehen. Das ist ein wenig wie mit Blogs: Medienrevolution oder Medienerweiterung? Wichtig ist vor allem, dass es gut gemacht ist. Oder wenigstens: Mit gute Absicht. Die will ich dem Beton gar nicht mal absprechen, aber nur, weil man es nicht anders wusste, hätte man es dennoch auch anders wissen können.

  14. Reiterjunge, die Laufenten...
    Reiterjunge, die Laufenten gibt es nach meiner Beobachtung eigentlich nur in Gärten und nicht wildlebend – die bei uns jedenfalls haben drei Gärten, in denen sie sich herumtrieben, Schncken fressen und entsetzlich viele Eier liegenlassen. Andere Enten gab es hier noch nie. Was die Petrochemie angeht: Das geht nicht mehr ewig so weiter. Zu riskant. Das macht man vermutlich dann in Osteuropa, wo man mehr an die Zukunft denn an die Sicherheit glaubt.
    .
    nico, das ist hübsch, aber den grossen Unterschied zurm restlichen Reichshauptslum kann ich nicht erkennen.

  15. Diese seltsamen Viecher kannte...
    Diese seltsamen Viecher kannte ich gar nicht. Eine Kreuzung aus Ente und Erdmännchen? Wer will denn die im eigenen Garten sehen? Buh!

  16. Relevator, um ehrlich zu sein,...
    Relevator, um ehrlich zu sein, musste ich mich irgendwie um die Urheberrechte an den Bildern herummogeln, und das geht, wenn ich nicht die Bilder ablichte, sondern meinen Besitz innerhalb einer gewissen Situation. Andere klauen einfach Bilder, aber es macht mir Spass, kreativ damit umzugehen. Vielen Dank für das Lob!
    .
    colorcraze, es sind immer die gleichen Kämpfe, nur die Schauplätze ändern sich. Bei Gropius finde ich es erstaunlich, wie hellsichtig und blind er gleichermassen war. Es ist ein weiter, weiter Weg von den Horizons von Norman Bel Geddes mit seinem optimistischen Spiel der historischen Formen hin zu dem, was letztlich aus der klassischen Moderne wurde. Es ist nicht leicht, diesen Wandel zu erfassen, und würde sicher auch den Rahmen dieses Beitrags sprengen; Fakt ist jedenfalls, dass schon ein, zwei Jahre später solche Blocks als unzumutbar galten. Und wieder Spitzdächer gebaut wurden.

  17. @Savall, Albereien würde ich...
    @Savall, Albereien würde ich die Entwicklung in der Energiebranche nicht unbedingt nennen wollen, irgendwie-wo-wann muß ja mal was passieren, es sei denn, man redetete den AKWs und KKWs und, natürlich, dem Öl, das Wort. Dann natürlich nicht. Die Finanzierung kann man ja infrage stellen, grundsätzlich aber die Installation eher nicht, meine ich. Deutschland ist sicher nicht der idealste Standort, eher schon die südlichen Länder vom Ertrag her gesehen. Und was kümmert es das iberische pata negra, wenn es sich an einem Masten einer nachgeführten Solaranlage in Andalusien schubbert. Natur und Technik können auch sehr schön harmonieren. Aber auch in D macht es Sinn, Dächer zu nutzen. Freiflächenanlagen im Bayrischen sehen doch so schlimm nun auch nicht aus, finde ich. Architektonisch gibt es auch sehr schöne Beispiele von Großanlagen, siehe: http://www.werder.de/de/stadien/weser-stadion/index.php
    Bild 14.
    Ein Louis XVI Sitzmöbel ist sicher ganz fein, der Grauchswert für die Masse doch eher gering. Das Leben ist nun mal ein Kompromiss.

  18. Die Herren mit den Gwändern...
    Die Herren mit den Gwändern aus Saville Row, die Kö und der Ku-damm wussten es:
    die nordoberbayrische Wallachei war früher das, was Kalkutta heute ist.
    Ein vielversprechender Investitionsstandort, steueroptimiert.
    Ist es nicht schön, die alten Bauherrenmodelle wiederzusehen ?
    Und der steuerfreie Wertzuwachs der Grundstücke ! Herrlich.
    Selbstverständlich haben die Eingeborenen und ihre Kreissparkasse mitgespielt.
    Bei diesen Baukosten blieb man selber arm, leider leider, und erhielt lange Jahre Hilfe aus dem Norden. Wer Erfolg hatte, zeigte ihn, ein Auto mit Stern, vielleicht sogar einen großen Opel, im Stillen wuchs der Speck, die Kinder geniessen ihn heute und können freudig durch reife Landschaft radeln. Und wenn heute jemand vom Teilen spricht: klar können wir teilen. In Nord und Süd. Und die Ausstellung im Stadtmuseum ist schon lang wieder vergessen: „Am Ende des goldenen Zeitalters“.

  19. Ich glaube schon das wir zum...
    Ich glaube schon das wir zum ewigen Irren verdammt sind. Weil wir uns ja offensichtlich selbst nicht einig sind was wir wollen ?
    @all: wo ist das Problem mit Solaranlagen und Windrädern ? Wollen wir wirklich lieber Schweröl-Kraftwerke ?
    Und dann kommt ja wohl dazu, dass jeder Politiker die Zeit nutzt die ihm bleibt um seine Spuren zu hinterlassen. Da bleiben halt auch mal solche Bauten übrig. Selbst wenn diese Bauten nur für sozialen Wohnungsbau gedacht sind, bleibt letztendlich ein Bild der Stadt und der darun wohnenden Gesellschaft übrig. Und so fliehe wer kann, oder man fühlt sich halt wohl da.
    Ich bin in der Platte groß geworden und wir hatten Zentralheizung, fließen warmes Wasser und das Bad in der Wohnung. Und wenn du vor die Tür gegangen bist, hattest du es grün und alles was du brauchtest war in der Nähe.
    In 70er/80er Jahren der DDR war es fast eine Ehre in den neuen Wohngebieten leben zu dürfen. Und es bekam uns nicht schlecht !

  20. E.R.Langen, sie halten...
    E.R.Langen, sie halten übermütige Schnecken und Katzen gleichermassen in Schach – sie sind also wirklich praktisch. Kein Mensch würde je so eine katze erziehen, wie eine indische Laufente.
    .
    Colorcraze, Rentner halt, da ändert sich dann vieles. Ich denke, der Unterschied der 70er zu den 20ern ist die grenzenlose Machbarkeit gewesen. In den 20edrn war immer die Krise spürbar. In den 70ern hatte man hier 0,7% Arbeitslosigkeit und unendlich viel Platz und Beton. Und den Willen, es allen zu zeigen.

  21. Ja, Don Alphonso, das ist...
    Ja, Don Alphonso, das ist genau das Problem, daß wir das Menschenmaß verloren haben. Es ist durch die Weltkriegsepoche der Wert von Menschenleben und Häusern so gering geworden, daß sie niemandem von den Verantwortlichen der Beachtung wert scheinen. Es ist ja alles so leicht zu zerstören und leicht wieder zu bauen, denkt man. Und die Zeugnisse der Vergangenheit werden uns als nackte Gerippe und museale Leichen präsentiert, statt daß wir mit ihnen leben würden. Ich befürchte ja, daß man in späteren Geschichtsbüchern nicht nett über uns urteilen wird.

  22. Das Problem an den Platten ist...
    Das Problem an den Platten ist für mich nicht ihre architektonische Modernität oder Ausstattung – klar, da kann man auch alles reinbauen. Die Tristesse und Unbeliebtheit aber kommt – neben den Wohnlagen – von der seriell-käfighuhnartigen Ausgestaltung, und dem Menschenbild, was dahintersteckt. Was der Mensch so braucht oder wie er angeblich ist. So rückwärtsgewandt und verkitscht-verschnörkelt, wie man im 19. Jhd. auch (für Bürger!) gebaut hat – man gestand den Bewohnern doch etwas mehr an Komplexität, Individualität, und Deckenhöhe zu. Und es hat doch einen Grund, dass es ab 1950, 60 keine Gebäudemehr gibt, die irgendwie schön und in Würde altern können.

  23. Don, die Dämmung ist Teil der...
    Don, die Dämmung ist Teil der Klimaziele, die Ihre Betonschule zum Bröckeln bringen soll. Dies nur so nebenbei:-)
    Und, da haben Sie selbstredend Recht, Größenwahn und Machtstreben machen vor keinem Pateibuch oder der Farbe des Geldes halt. Nicht vor Rußland. Und nicht vor der EZB.
    Man feierte doch gestern in Berlin, wie können Sie da so despektierlich vom Reichshauptslum reden.
    .
    @racheengel, :-)
    .
    Also, wenn die Nachtschnecken ähnlich den Weinbergschnecken sind, hielte ich mir keine indischen Laufenten. Die eß` ich selbst.

  24. "Wir sind ja nicht zum ewigen...
    „Wir sind ja nicht zum ewigen Irren verdammt“
    Doch, leider ist das so.
    „Jede Generation fängt immer neu an, nichts zu wissen“
    Frage: Bedeutet das … daß man von einer zyklischen Verblödung ausgehen muß, die von Generation zu Generation wiederkehrt?“
    „Ich glaube ja“.
    .
    Als ich den Namen Gropius oben las, wusste ich, was kommt. Der Mann meinte es sicher gut, aber „gut gemeint“ ist… wir wissen es.

  25. Hier im gleichen Blatt, man...
    Hier im gleichen Blatt, man glaubt’s kaum, wird zugegeben, als Aufmacher:
    „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat.
    Im bürgerlichen Lager werden die Zweifel immer größer, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang. Gerade zeigt sich in Echtzeit, dass die Annahmen der größten Gegner zuzutreffen scheinen. Von Frank Schirrmacher.“

  26. @DA: wenn ich mir auf...
    @DA: wenn ich mir auf http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Gropius so ansehe, was Gropius gebaut hat, so gefallen mir die früheren Gebäude bis Bauhaus recht gut (mal abgesehen von dem Papierflieger-Denkmal, das ziemlich daneben aussieht; aber in den Fagus-Werken ist bestimmt recht gut arbeiten, und in den Bauhaus-Häusern für einen bestimmten Menschenschlag recht gut wohnen), aber bei den Großstrukturen (am schlimmsten MV) später ist keine Formkraft mehr, nur noch ein mühlenhaftes Kleinmahlen zu Grütze. – In der Nationalgalerie sah ich mal Berliner Stadtansichten von ca. 1830 von Gärtner. Die Häuser waren sehr schmucklos und „unfarbig“, gelblichgrauer Putz auf den Wänden. Die Gründerzeithäuser sind da nicht sehr verändert, allerdings zusätzlich mit pompösem Schmuck an der Vorderhausfassade und größer. Was es zu den Zeiten aber auch gab, waren billige, schlechte Häuser, kaum besser als Baracken, die allerdings inzwischen idR abgerissen sind. 20. Jhdt ist dann völlig anders mit den Karnickelställen und Flachdächern.

  27. SunnyS@: Auch ein...
    SunnyS@: Auch ein Karnickelchen gewöhnt sich an sein Ställchen, in dem es aufgewachsen ist und hielte womöglich z. B. Goethes Haus an der Ilm im Park zu Weimar für ne wahrhafte Bruchbude. Nix für ungut.
    Ansonsten empfehle ich gern Herrn Frank Schirrmachers großen (liberalen) Klagegesang über den klaglosen Abgang der Stützen (incl. der derriere-garde Teufel) in der heutigen FAZ.Net-Edition…..
    Grüße allerseits!

  28. Die 70er-Jahre-Bauten sind...
    Die 70er-Jahre-Bauten sind fett und bräsig. Was man ihnen zugutehalten kann, ist relativ gute Dämmung (Wärme und Schall), aber sonst… heftiger Mangel an Gliederung, die längerfristig Stadtstrukturen halten kann. In Stockholms Innenstadt kann mans sehen, und ob angeflanschte Blockvorstadt West oder Plattenbausiedlung Ost, es wird einfach zu schnell schäbig. – Die 90er-Jahre-Bauten in D sind mE eine Art Weiterführung der amerikanisierenden 50er Jahre der BRD, in ihrer Gestaltungsaussage (die ersten sind schon wieder abgerissen, btw); danach wurde dann auf eine Art extremverödeter Neuauflage der 30er umgestellt, will mir scheinen.

  29. "Rentner halt" - früher waren...
    „Rentner halt“ – früher waren die die Stützen der örtlichen Vereine, hüteten die Enkelkinder und hielten die Häuser in Schuß. Heute konsumieren sie nur noch.

  30. Es kommt wohl eher der...
    Es kommt wohl eher der Waschbär als Problembär und die Wildsau in den Hauptstadtslum. Das schöne an Solar- und Windenergie ist doch die Unentgeltlichkeit des Energieträgers. Da kann man dann getrost F&E-Gelder abgreifen und Gewinnmargen auf die steueroptimierten und subventionierten Anlagen stecken, dass jedem Schlitzauge dieselben überlaufen und der anfängt, containerweise denselben Ramsch für shmaleres Geld um die halbe Welt zu schicken. Plötzlich und völlig überraschend machen hierzulande ehemalige Börsenlieblinge Verluste in dreifacher Umsatzhöhe. Wie man sowas hinkriegt, ist mir schleierhaft, bin aber auch kein ausgebildeter Erbsenzähler. Natürlich halten Windräder und Sonnenkollektoren ewig, nur AKWs gehen kaputt. Rückstellungen für Demontage und Beseitigung bildet kein Privatier und auch kein Windenergiefonds. Jedes alte Handy wird als Elektronikschrott-Sondermüll geächtet, nur die Doppeldecker auf den Dächern sind reine Naturprodukte wie die engelsgleichen Schwingen der Windräder. Irgendwelche schlecht laufende schwarzafrikanische Tagebaulöcher werden sich schon damit füllen lassen.
    Für Schönheit und Ästhetik bleiben Museen – und Zoos:
    http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=26490&toc=3234
    Es kommt wohl eher der Waschbär als Problembär und die Wildsau in den Hauptstadtslum. Das schöne an Solar- und Windenergie ist doch die Unentgeltlichkeit des Energieträgers. Da kann man dann getrost F&E-Gelder abgreifen und Gewinnmargen auf die steueroptimierten und subventionierten Anlagen stecken, dass jedem Schlitzauge dieselben überlaufen und der anfängt, containerweise denselben Ramsch für shmaleres Geld um die halbe Welt zu schicken. Plötzlich und völlig überraschend machen hierzulande ehemalige Börsenlieblinge Verluste in dreifacher Umsatzhöhe. Wie man sowas hinkriegt, ist mir schleierhaft, bin aber auch kein ausgebildeter Erbsenzähler. Natürlich halten Windräder und Sonnenkollektoren ewig, nur AKWs gehen kaputt. Rückstellungen für Demontage und Beseitigung bildet kein Privatier und auch kein Windenergiefonds. Jedes alte Handy wird als Elektronikschrott-Sondermüll geächtet, nur die Doppeldecker auf den Dächern sind reine Naturprodukte wie die engelsgleichen Schwingen der Windräder. Irgendwelche schlecht laufende schwarzafrikanische Tagebaulöcher werden sich schon damit füllen lassen.
    Für Schönheit und Ästhetik bleiben Museen – und Zoos:
    http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=26490&toc=3234

  31. Windkraftanlagen sind...
    Windkraftanlagen sind genial.
    Irgendwann baue ich mir so eine kleine Anlage in den Garten.
    Das Geräusch der Windmühlenflügel empfinde ich als sehr beruhigend,
    ähnlich wie bei einer Spülmaschine.
    Da kann ich am besten einschlafen, wenn ich im Unterbewußtsein höre wie eine Maschine Arbeit für mich erledigt.
    Ich werde es als sehr befriedigend empfinden, meinen eigenen Strom herzustellen.
    Es wird ein schönes Hobby sein diese Windkraftanlage steuerungs- und regelungstechnisch zu optimieren sowie die Flügel aerodynamisch zu auszugestalten.
    Und mit der Einspeisevergütung bessere ich meine Rente auf.

  32. @Ingeborg: eben, man bleibt...
    @Ingeborg: eben, man bleibt auf den Entwicklungskosten sitzen, weil der Hype so schnell wieder vorbei ist wie er angefangen hat (so wie Dotcomboom). Und bleiben tut nur noch mehr Müll, den keiner mehr beseitigt kriegt (Feuerzeuge mit Batterien und Leuchtdioden mögen da emblematisch sein, aber auch Handys und alles, was innert eines halben Jahres verramscht). Die Illusionen bzgl. Photovoltaik etc. (man muß die Dinger nach kurzer Zeit bereits wieder wechseln) sind in Makroform diejenigen der Hoffnung auf ein bißchen Beständigkeit zuhause.

  33. @Ingeborg: Museen und Zoos...
    @Ingeborg: Museen und Zoos sind Rentenobjekte, die werden auch noch schließen.

  34. Mich stören weniger die...
    Mich stören weniger die Windräder und Sonnenkollektoren, über der Sinn und Unsinn man übrigens verschiedener Meinung sein kann. Mich stört vor allem ihre ideologische Indienstnahme und die gegenwärtige Zivilreligion der Klimaschützer inkl. Hohepriestern, Gläubigen, Ketzern und dem allgegenwärtigen Ablaßhandel. Das unterscheidet sich keinen Deut von ähnlichen religiösen Anfällen in den fünfziger Jahren mit der Atomkraft und den sechziger Jahren mit der Chemie. Und wird in dreißig Jahren genauso lächerlich sein, wie der Plastikwahn vor dreißig, vierzig Jahren.

  35. @Ingeborg, wenn Sie sich mal...
    @Ingeborg, wenn Sie sich mal conergy oder qsells anschauen, so lag deren Verfall an den Börsen nicht nur an den Chinesen, sondern an deren Größenwahn, alles machen zu wollen. Diese Branche war und ist eben auch noch recht neu und von daher recht unprofessionell. Zu viele Standorte, Betätigungsfelder und Personal hat viele an den Rand des Ruins gebracht: Zu hohe Kosten, die man in Zeiten des Preisverfalls, der wünschenswert ist, und durch die Deckellung des spanischen Marktes so schnell nicht senken konnte.
    Und was die Chinesen angeht: Das ist hier keine Einbahnstraße des weltweiten Handels. Sehr viele Großanlagen werden auch von D nach China verkauft, denn wir bauen nunmal auch die weltbesten Wechselrichter und auch eine Menge an Modulen mit bester Effizienz. Und wir sind Technologiemarktführer. Noch.
    Und da hat man auch in China Interesse dran. Und mit dem Geld, was sie mit Modulverkauf verdienen, kaufen sie dann deutsche Autos undundund. Dieses Thema ist doch so alt wie es den Handel gibt. Früher waren es nur die Japaner, heute eben noch die Chinesen. Letztendlich, liebe Ingeborg, entscheidet der Kunde, ob er – zum Teil – Müll aus China aus fragwürdiger Produktion kauft oder nicht. Niemand wird gezwungen. Schaut man allerdings nur nach „unten rechts“, ist es wie beim Fleisch bei den discountern: rubbish sells. Von Garantien, für die viele für deren Einforderung nach Asien müssen, will man auch so richtig nix wissen.
    Und selbstverständlich werden die Photovoltaikprodukte von den Herstellern über den Großhandel kostenlos zurückgenommen; pvcycle nennt man das, denn die kann man toll recyclen. SolarWorld hat bereits ein Recyclingwerk. Aluminium ist zu 100% wieder verwendbar, Glas auch und die Siliziumzellen auch. Als einziges wird eine neue EVA-Folie aufgebracht und sie können alles weiterverwenden. Also, erst informieren, dann kritisieren, meine ich.

  36. @Savall: Sie geben diesem Hype...
    @Savall: Sie geben diesem Hype tatsächlich 30 Jahre? Ich glaub nicht, daß die Ernüchterung so lange braucht.

  37. @Savall: oder genauer, solange...
    @Savall: oder genauer, solange Zeit hat.

  38. Wenn man ein etabliertes...
    Wenn man ein etabliertes System von vier Energieversorgen aufbrechen will, bedarf es eben auch meinetwegen einer idelogischen Indienstnahme – finde die Wortschöpfung sehr gut -, anders geht es wohl nicht; denn Besitzstandswahrung gehört nunmal zu den Grundpfeilern unsere Gesellschaft.
    .
    Was mir hier auffällt, ist die latente Unkenntnis von Technologie und des Strom – und Energiemarktes. Der Markt wird nach der Anschubförderung die Zukunft sehr schön regeln, denn nächstes Jahr bereits ist die Vergütung beim Strompreis angekommen, und es wird nur der eine Anlage kaufen, der sie entsprechend günstig kauft und/oder Eigenverbraucher ist. Man wird über Energieverbrauch mehr nachdenken müssen. Strom selbst erzeugen und zu verbrauchen, ist doch eine schöne Sache. Was zum Teufel hat das mit der Dotcom-Blase zu tun? Hier wurden Unternehmen mit Quartalsmeldungen sukzessive hochgepuscht, für die nicht mal eine Bilanz existierte. Und Ahnungslose habe die Aktien wie im Rausch gekauft und dadurch zusätlich gepuscht, bis die Blase platzte. Bei den Erneuerbaren Energien ist Substanzielles entstanden. Und warum, lieber colorcraze, muß ich die Module nach kurzer Zeit vom Dach nehmen. Wenn man Schrott kauft, mag das wohl sein. Und was Altlasten von AKWs angeht, so tauschte ich lieber meine Matratze mit einem Photovoltaik-Modul als mit einem radioaktiven Faß. Ruhe sanft, du ahnungslose Welt.

  39. @savall, und der Papst als...
    @savall, und der Papst als Avantgardist der idiolologischen Indienstnahme: http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/details/beitrag/erste-solarstromanlage-des-vatikans-offiziell-eingeweiht_100000920/

  40. <p>Bei den Einen gefährdet...
    Bei den Einen gefährdet der Muselmann das Abendland (das sowieso schon am eigenen, beschränkten Horizont verendet), bei den Anderen ist es „die gegenwärtige Zivilreligion der Klimaschützer“.
    Gequirlter Quark ist es allerdings bei beiden.
    Haha!

  41. Auch wenn Bauhaus, Gropius und...
    Auch wenn Bauhaus, Gropius und Co. nur einen Teil des lesenwerten Artikels darstellen, möchte ich doch etwas einwenden:
    .
    Man muss Bauhaus- und spätere Betonarchitektur für die Massen nicht mögen, sollte sich aber vielleicht vor Augen halten, dass der Vergleich mit den persönlich geschätzten Errungenschaften eher oberschichtlicher Altbauten alles andere als fair ist. Äpfel und Birnen. Um es vorsichtig zu sagen.
    .
    Die Ideen des Bauhauses, da sage ich hoffentlich nichts Unbekanntes, entstanden ja gerade aus den zu dieser Zeit wirklich elenden Wohnverhältnissen vieler Industriearbeiter, die alles Mögliche waren, aber sicher nicht besser oder schöner als etwa Gropius und Co. Ideen. Bauhaus war wirklicher Fortschritt, im Sinne von Fortschritt für Alle.
    .
    Leider ist daraus in späteren Jahrzehnten, sofern es Bauten für die weniger Begüterten angeht, geworden, was bei uns scheinbar prinzipbedingt aus Allem werden muss: Profitorientierte Billigarchitektur, die vor allem die Interessen von Investoren bedient.

  42. @nico, über die...
    @nico, über die Gleichrichter, besonders die aus London, plaudert der Don in einem gesonderten blog. Ob´s ein Exportschlager wird? In Dons Hauptstadtslum soll es schon suizidale Todesfälle gegeben haben. Ich habe gar nichts gegen Welthandel und Kundenentscheidungen. Nur, q-cells, conergy & co haben ihre Produkte hierzulande mithilfe starker Subventionierung der Kunden absetzen können, genauso wie die sogenannten Premiumhersteller unter den Autobauern, wobei ich hier die steuerliche Dienstwagenregelung als Subvention verstehe. Und bei deren Vermögensvernichtung, die an den Charts objektiv erkennbar ist, ist der private Sektor diesmal stark vertreten. Vielleicht macht in ein paar Jahren, wenn die Insolvenzverwalter die letzte Tonne recyceltes Alu zum Kilopreis verramtscht haben, mal ein Student eine volkswirtschaftliche Berechnung wie bei den AKWs auf: nur Nasse wahrscheinlich.

  43. @Karlmeier
    Sicher richtig,...

    @Karlmeier
    Sicher richtig, aber die heutigen Altbauten waren ja nicht ausschließlich für die Oberschicht – das wird zunehmend eher die aktuelle Situation. Das waren die repräsentativen Wohnungen der Bel Etage nach vorne, über ein ganzes Stockwerk. Es gab ja auch die Hinterhofbebauung, oder die kleinteiligen Münchner Sozialsiedlungen aus dem Mittelalter (?), die Hamburger Terassenhäuser, alles eher für zumindest das Kleinbürgertum. Und manche (heute preisgekrönte) Sozialsiedlung der 20er erinnert heute auch eher an „Altbau“, als an spätere 60er-Wohnsilos. Und selbst die Omas-Häuschen in der Provinz aus den 50ern, die ja heute auch schon halbe Altbauten sind, haben unter den verklebten Teppichen oft noch die Holzdielen, und die Deckenhöhe ist bisweilen auch noch nicht völlig „kosteneffizient“, sondern eher an Älterem orientiert. Was ist danach passiert?`Die Moderne alleine kann es nicht sein, denn auch der Protest und die Alternativkultur der 60er und 70er sind Teil von ihr, eine andere Fraktion der Moderne, sozusagend.
    Kritisiert wird da ja die Enge und das ganze Konzept der Banlieus, Le Corbusier. Die rein funktionale Betrachtung Arbeit, Schlafen, Wohnen in der Schlafstadt. Leben am Reißbrett konstruiert, Otto Normalverbraucher. Und die standartisierte Ausprägung entsprechender Wohnungen, für standartisierte Kleinfamilien, VaterMutterKind, Schrankwand. Die Hippies wollten dann ja WGs in (günstigen) Altbauten, oder Bauwägen, oder gleich Landkommunen. Zurecht: Mit der Arbeitslosigkeit oder veränderten sozialen Beziehungen (Singles) zieht in den Schlafstädten dann der Ärger und die Tristesse ein, ins Zentrum ist es weit, und nichts mehr ist mit Flanieren oder kleinem Gemüsegarten oder Werkstatt. Ein kleiner Trost für derlei geplagte: Die teuren zentralen Altbauten haben, wenn sie günstig totsaniert und – gedämmt sind, die Standardeinbauküche und Kitschkacheln installiert sind, häufig auch nichts mehr von ihrer vormaligen feudalen Aura und Grandezza des Verfalls, nur eine höhere Decke und komische Raumschnitte und viel zu perfekten Stuck aus dem Baumarkt, und eben die Irrsinnsmiete. Es gibt heute sicher auch moderne Architektur, die sowohl die Vorteile des Alten mitnimmt, als auch plumpen Historismus vermeidet. Aber für wen? Wohlhabende wohnten immer gut, auch in den 60ern 70ern, in Bauhaus-Bungalows etwa. Was aber massenweise gebaut wird, muss kosteneffizient sein, irgendwie „praktisch“, und ästhetisch dann gerade das nötigste – kommen ja dann sowieso die Roller- oder Ikeamöbel rein. Im Grunde genommen steht aber im Gropius-Zitat am Anfang schon alles wesentliche.

  44. Karlmeier@ Dies ist eine...
    Karlmeier@ Dies ist eine wichtige Ergänzung, die leider allzuoft bei solchen Diskussionen vergessen wird. Man möchte hierzulande z.B. nur zu gerne wieder all die niedlichen Fachwerkgiebel am Römerberg ansehen können, aber nicht darüber nachdenken müssen, dass dahinter bis zum Untergang im Bombenhagel prekärste Wohnbedingungen herrschten, denen jeder zu entfliehen suchte, der es sich nur leisten konnte (und gerne in Westvierteln unter sich blieb). Andererseits macht das die ästhetischen Verbrechen der späteren tabula-rasa-Modernisierer natürlich auch nicht besser. Empfehlenswert ist in dieser Hinsicht die derzeitige Ernst May -Ausstellung im DAM: Hier ist schön nachzuvollziehen, wie dicht Genie und Verblendung bisweilen beisammen liegen und wie selbstverständlich von solchen Planern im Zweifelsfall zwischen „angemessen für die anderen“ und „angemessen für mich selbst“ unterschieden wird. Die behagliche Siedlung links vom Tee im Goldrand erinnert im übrigen fatal an Darmstadt-Kranichstein…

  45. Jeeves3, das Geschimpfe von...
    Jeeves3, das Geschimpfe von Schirrmacher wirkt zu allererst hilflos. Und in zweiter Linie verlogen: schuldig sind lt Schirrmacher alle anderen, weil sie zur wachsenden Vernichtung bürgerlicher Lebensmöglchkeiten schwiegen. Als hätte Schirrmacher selbst je den Mund aufgemacht. Er tut es zaghaft jetzt, nachdem andere mutig hervortraten und ihm nun Schutz und Schatten für sein nachlaufendes Gequengel bieten.
    .
    Das erinnert an die Islamgeistlichen, die bei der Arabellion zuerst angstvoll abtauchten und jetzt hastig aufsatteln, um den (ideologischen und durchaus auch materiellen) Gewinn gefahrlos – leider auch: unwidersprochen – abzuschöpfen.

  46. @Ingeborg, so, über...
    @Ingeborg, so, über Gleichrichter spricht er da? Sie meinen den Überwachungsgott ironischerweise? Nun, da bin bin ich froh, daß ich die Wechselrichter meine:-)
    Was für Q-sells und conergy gilt, gilt für die gesamte Branche. So gut wie nichts wäre ohne das EEG 2004 entstanden, also der Solarförderung. Das ist klar. Ich schrieb bereits oben von Anschubförderung.
    Das Argumente PKW nehme ich auch immer her, meinen einige Menschen, Förderung – Subventinen hört sich doch arg staatlich an – sei eine epochale Erscheinung. Kauft man deutsche Premiumautos, so finanziert man – wie alle Steuerzahler – richtigerweise auch die Abschreibung der Dienstwagen. Kein Cayenne für den Golfplatz würde noch en gros verkauft werden. Nur werden zudem diese Autos immer teuer und nicht umgekehrt. Ich meine, schon seit langen sind sie viel zu teuer. Wie die Pharmazie und Versicherungen. Und die Zinsen zu hoch sind – für die Umverteilung von unten nach oben.
    Selbst wenn es zu einer breiten Insolvenzwelle käme, so wird Aluminium keinesfalls veramscht werden müssen, denn die Rohstoffe werden noch in exorbitante Höhen wachsen, da bin ich sicher. Das gilt auch für Kupfer und Silber etc. Im übrigen regt sich keiner über die Module an deutschen Straßen auf, die als off-grid oder Inselanlagen gute Dienste tun, weil man keinen Netzanschluß braucht, also keine Infrastruktur der Kabelage. Das gibts schon ewig. Und weltweit besteht ein enormer Bedarf an Energie, soll das mit AKWs und KKWs erzeugt werden, die der Westen nach Kalkutta und Timbuktu verkauft? Offen gestanden verstehe ich die Skepsis gegen Photovoltaik nicht. Die volkswirtschaftliche Berechnung für KKW sieht so aus, daß bis dato 300Mia. gekostet hat. Und Garzweiler läuft noch bis 2016. AKWs 200Mia. – und wird nie zu berechnen sein. Fukushima schein schon wieder zu lange vorbei, scheint mir.
    .
    Für die Vermögensverbrennung scheinen mir bessere Beispiele geeignet als die Module. Da fangen wir mal bei dotcom an hören bei den Banken auf, da wird gerade die Zukunft aller verzockt.

  47. Evtl. passt auch folgender...
    Evtl. passt auch folgender bekannter Text zumindest zu gewissen Teilen einmal mehr zu einem heutigen Zeitgeist: http://www.youtube.com/watch?v=sXxFOq-aj9A
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=sXxFOq-aj9A
    .
    „Darum genieße, wer nicht glauben kann“ – ein wenig steht auch diese Aussage über seinem ganzen Blog – es war ja schon längst aufgefallen.
    .
    Die Art des Vortrag also erscheint uns relativ bemerkenswert. Fast so, als gäbe einer bald die Summe seiner Erfahrung damit. Und da es sich um öffentliche Rede/Vortrag/Auftritt handelt, wählte man ggfls. auch die Lautstärke angemssen, eben so, als ob da einer leibhaftig vor uns stünde, den Dynamikumfang seiner Stimme an der unseres Ohres zu messen. „(Perfect match – were all human beeings“ sozusagen, *g*)
    .
    Und objektiv ist ansonsten keine andere Aussage zutreffend als die, das perfekt!57 das kennt/schon immer kannte.

  48. Nettes...
    Nettes Neo-Biedermeier-Idyll.
    War eine Lesepause in aller Gemütsruhe, obwohl mich mit etwas Nachdenklichkeit die inneruhenden Aufreger fatal an die in der Presse widergegebene Stimmung eines Hamburger Architekturdiplomanden von vor ca. 10 Jahren erinnern.

  49. Und natürlich "ein durch und...
    Und natürlich „ein durch und durch protestantischer Text“; so im katholisch-süddeutschen Sprach- und Denkraum eher nicht so gut vorstellbar, „nicht Papstumtauglich genug“, zu frei, zu souverän.
    .
    Immerhin schon 225 Jahre alt dieses Werk eines 27-Jährigen – und weil fremdwortfrei – sofort und vollkommen verständlich, wie man auch noch argumentieren könnte.
    .
    Wie bekannt: http://de.wikipedia.org/wiki/Resignation_%28Friedrich_Schiller%29
    .
    (Und wenn man provozieren wollte: Und der Vortragende natürlich „ein Osttdeutscher“ – welcher Zeit und Muße hatte, sich auf die Ausbildung seiner Fertigkeiten zu konzentrieren, nicht musste für einen Brotberuf hungern und dürsten und schwitzen gehen.)
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Nationaltheater_und_Staatskapelle_Weimar

  50. Glücklicherweise mußte ich...
    Glücklicherweise mußte ich nur ganz kurzfristig in einer Betonwohnanlage
    einsitzen.Es war unerträglich,da von allen Seiten oft belästigende Geräusche
    in das eigene Refugium hineinschallten.Ganz recht,da wollte man niemandem
    vorgestellt werden.
    Was,Reiterjunge,die Windkraft angeht und die hübschen Solarparks,so ist
    hier die Landschaft des südlichen Andalusiens durchaus verschandelt.Wo einst
    sanfte Hügel und Stierweiden die Augen zum Glänzen brachten stehen jetzt
    Windräder und das beruhigende Geräusch dieser ist zu einem Dauersummen
    geworden,vergleichbar mit einem Angriff fliegenden Wespenschwarm.Aber
    immerhin,der Strom kommt weiter aus der Steckdose.Ich bin mal gespannt
    wann auch hinter meinem Haus die Windräder aufgepflanzt werden, noch
    wird das Feld bestellt.

  51. @racheengel
    .
    Ich stimme Ihnen...

    @racheengel
    .
    Ich stimme Ihnen insoweit zu, dass der industrielle Ansatz des Bauhausgedankens der ist, der am meisten Überdenken in späterer Zeit erfordert hätte. Er entsprach dem Wesen der Zeit und war zunächst auch der entscheidende Baustein, der preiswerten und menschenwürdigen Wohnraum auch für die Ärmeren ermöglichte. Später, mit steigendem Wohlstand, wäre es aber wichtig gewesen, hier einen Schritt zurückzugehen, und das Menschliche, das Individuelle wieder stärker in den Vordergrund zu stellen.
    .
    Beispiele dafür gab und gibt es immer wieder auch jede Menge, das soll nicht verschwiegen werden. Im Großen und Ganzen ist aber das Gegenteil passiert. Der industrielle, der ökonomische Aspekt des Bauens wurde immer weiter optimiert. Die Siedlungen der nicht Begüterten wurden, vollkommen entgegen der ursprünglichen Idee, immer unmenschlicher. Gipfelnd in den heutigen Trabantenstädten, die mit dem Bauhaus nur noch die industrielle Fertigung gemein haben, weiter aber auch nichts.

  52. waskostetdiewelt, es geht halt...
    waskostetdiewelt, es geht halt nicht alles nach den Massstäben der finanziellen Optimierung. Debei muss auch kein Biedermeier rauskommen, es gibt viele Antworten – wichtig ist, was nocht herauskommen soll.
    .
    karlmeier, man muss natürlich auch sehen, dass in vielen Bereichen das „Neue Bauen“ einfach mal da ist und da bleibt. Rigips zum Beispiel. Decken aus Beton. Neue Arten der Heizung. Man muss den Segen nehmen und den Fluch vermeiden, denn historische Bausubstanz gibt es nun mal nur für 5% der Bevölkerung.

  53. perfekt57, wenn ich das...
    perfekt57, wenn ich das „faktenorientiert“ schreiben würde, wäre es langweilig. Eigentlich wollte ich ja über indische Laufenten schreiben, und so kam das dann, wie es kam. Aber ich mache ja auch keinen Journalismus oder schreibe am Ende einen Satz über Göthe, Herder oder Luhmann rein, den ich irgendwo aufgeklaubt habe und hoffe, dass der Rest darauf hereinfällt und mich für gebüldet hält. Systemfehler, aber ich kann nicht anders.
    .
    Relevator, auch das muss man vielleicht relativieren: Die qualvolle Enge in den Innenstädten des 19. Jahrhunderts, das bei steigender Bevölkerungszahl lange Zeit Probleme mit dem Neubau hatte, ist nicht der historische Zustand des 16, 17. und 18. Jahrhunderts, sondern eine Entwicklung, die durch die aufkommenden Medien besondere Aufmerksamkeit erfuhr. Hier bei mir zum Beispiel kam man von 1600 bis 1880 sehr gut mit drei Stockwerken aus, und hatte darüber drei riesige Speicher. Erst 1880 wurde die Stadt dann so voll, dass man einen Speicher ausbaute und auf 110 Quadratmeter 10 Leute unterbrachte. In der Wohnung, in der ich wohne, lebte dagegen 1870 jemand allein nicht anders als ich auch. Nur die Küche war grösser, und das Bad hatte eine andere Funktion.

  54. Werter Don,
    einen schoenen...

    Werter Don,
    einen schoenen Spiegel halten Sie da der jetzigen Gesellschaft vor, indem Sie die Vergangenheit zitieren. Letztlich sind die Vergleiche aber unfair. Was Sie der „Moderne“ entgegenstellen, ist ja nur das, was die Vergangenheit bis heute ueberstanden hat – und dafuer gibt’s in der Regel ja gute Gruende (im Gegensatz zu all den Machwerken, die – oft voellig zu Recht wieder vom Erdboden verschwunden sind). Dementsprechend sollten Sie, als Anhaenger eines evolutionaeren Ansatzes, auch der heutigen Zeit die Moeglichkeit zur Evolution zugestehen. Und Evolution funktioniert eben nicht gerichtet, sondern immer ueber trial and error.
    Was Schirrmachers mehrfach zitierten Text angeht: Offenbar wird ihm tatsaechlich jetzt erst klar, dass die aktuelle Finanzelite nicht wirklich „buergerliche Werte“ vertritt. Und der Neoliberalismus auch nicht wirklich liberal ist. Vielleicht haette er etwas frueher die Blogs in seiner Zeitung lesen sollen. Trotzdem ein wichtiger Text.

  55. <p>Vielleicht zu Herrn...
    Vielleicht zu Herrn Schirrmacher und der FAZ und dem Bürgertum: Es ist jetzt zweieinhalb Jahre her, dass Herr Schirrmacher dieses Blog an Bord geholt hat, und als es kam, lag es noch sehr schräg im Hals der FAZ, und manche Augenbraue wurde gehoben. Insofern kann man nicht sagen, dass da plötzlich eine Kehrtwende stattfindet, Ausserdem war mein Verhältnis zur FAZ früher eher unschön, und dass es anders wurde, liegt auch daran, dass schonj 2007 ein paar Beiträge kamen, bei denen ich doch aufmerkte.
    .
    T.I.M., man muss allerdings auch sagen, dass die Bauvorschriften in den Städten früher ziemlich hart waren und wirklich schlechtes Bauen eher selten war. Es kann sein, dass früher ein Dachstuhl nach 100 jahren nachgegeben hat, aber das ist immer noch besser als das bauen mit einem Zeithorizont von 40 Jahren, das wie heute haben. Die relativen Kosten zum normalen Einkommen waren damals ausgesprochen heftig. Aber dafür sind meine Türen von 1720 hier in der Wohnung einwandfrei.

  56. @Don Alphonso
    .
    Dem ist aus...

    @Don Alphonso
    .
    Dem ist aus meiner Sicht fast nichts hinzuzufügen. Allenfalls noch, dass es ja immer wieder auch gute, sehr gute Beispiele modernen Bauens gibt. Nur leider viel zu selten.
    .
    Um beim Bauhaus als Startpunkt der baulichen Moderne zu bleiben: Reduziert man es auf seine ästhetischen Aspekte, auf das was man Bauhaus-Stil nennen könnte, so gibt es da eine riesige Menge fantastischer Bauten, neu wie alt. Für mich in der Regel weit spannender als eine 08/15-Grüderzeitvilla. Meist leider in Bereichen, die mit allen anderen Aspekten des Bauhauses und seinem gesellschaftlichen Anspruch so ganz und gar nichts mehr zu tun haben.

  57. karlmeier, naja, das Elend...
    karlmeier, naja, das Elend beginnt ja schon bei den Inkunabeln: Der Einsteinturm täuschte Stahlbeton vor und war nur gemauert. Le Corbusier fälschte seine ersten Späzjugendstilnbauten in Vormoderne. Die Küche von Schütte-Lihotzky huldigt einem kleinen Ideal, das man nach Studententagen eingentlich nicht mehr haben will.der Freischwinger von Breuer war ein Verschleissmöbel, das stetig nachgespannt werden muss. Eileen Grey produzierte puren Luxus. Und die Masse kaufte Emailtöpfe mit Art-Deco-Blümchen. Wer Geld hatte, ahmte den Ozeandampferstil nach. Wirklich weit ist das Bauhaus erst mit Kostendruck und Wiederaufbau gekommen, und nach meiner Erfahrung mit Gründerzeit steht die meistens aus guten Gründen noch besser da als vieles, was später schnell zusammengebaut wurde. Man muss nur mal nach Haifa: Da zerfällt das Neue Bauen strassenzugweise.

  58. @Don Alphonso
    Auch wenn es...

    @Don Alphonso
    Auch wenn es fast ein wenig so klingt, ich glaube, wir haben nicht wirklich konträre Auffassungen. Was ich meinte, hat vielleicht weiter oben T.I.M. schon besser gesagt: Jede Zeit hat ihre Klassiker. Bauten, die die Zeiten überdauern. Aber viel mehr hat jede Zeit natürlich Bauten, die, wenn sie nicht schon gleich abscheulich waren, so doch spätestens 30 Jahre später als abscheulich erkannt werden.
    .
    Nehmen wir zwei Extrembeispiele für mehr als gelungenes modernes Bauen: Lloyd Wrights Guggenheim-Museum. Ein in jeder Hinsicht ‚moderner‘ Bau im Sinne dieser Diskussion, dennoch einer großen Mehrheit als ästhetisch hochgradig ansprechendes Gebäude vermittelbar. Oder, gleich nochmal Guggenheim: Gehrys Bilbao-Bau. Von Ferne werden viele wahrscheinlich noch sagen: Gott wie hässlich. Aber kaum tritt man näher oder traut sich gar hinein, eröffnen sich, ganz ohne Betrachtung der Kunst, fantastische Ausblicke.
    .
    Und in kleinerem Maßstab gilt das auch für viele neuere „Bauhaus-„Stadtvillen, so manchen, weiter oben von jemandem angesprochnen 60er-Jahre Bungalow etc. Da ist viel Schönheit zu entdecken. Das ändert natürlich nichts daran, da gibt es nichts zu diskutieren, dass 90% aller modernen Bauten auf dem Müllhaufen der Geschichte genau richtig aufgehoben sein werden. Das war aber schon zu allen Zeiten so.
    .
    Nebenbei: Sollte der Breuersche Freischwinger tatsächlich eine derartige Kinderkrankheit besessen haben, so wurde sie ihm das mittlerweile abgewöhnt. Und was die Frankfurter Küche angeht, so stellt sie sich schnell anders dar, wenn man sie im Kontext der Zeit betrachtet. Und genau das sollte man tun.

  59. Hihi, der sidewalk vom...
    Hihi, der sidewalk vom slutwalk geht also eine zeitliche Kongruenz mit jenen ein. Nach der Kosmetik kommt die (Total-)Sanierung. Oder der Abriss. Blaublüter scheinen bei den Bürgerlichen derzeit keine Fortune zu haben. Was der Ausgereiste angestellt hat scheint eine petitesse zu sein, jedenfalls moralisch-konservativ, im Vergleich zum Nordableger. Ganz schlimme Wörter gibt es dafür, die in keinen faz-blog geören.

  60. @DA: tja, Türen wie Ihre von...
    @DA: tja, Türen wie Ihre von 1720 sollte es mehr geben. Ich halte ja nach wie vor Ihre Kritik, daß Kapitalismus/Neoliberalismus/whatever überdrehte Ökonomie bisher unfähig waren, haltbare Türen hervorzubringen, für stichhaltig. – Ihre Langzeitbetrachtung, daß 1880 das Haus überbelegt war, finde ich interessant. Das war wohl die Zeit, als Amerika allmählich anfing, sich weltwirtschaftlich bemerkbar zu machen… was noch rauskommen soll: tja, zunächst wird man um einen Rückbau nicht drumrumkommen, und ansonsten hängt jegliche Qualität, auch die von Industrieprodukten, an einem seidenen Faden, der schnell ab ist…
    @nico: ist ja recht, wenn Sie die Solarbranche im Auge behalten. Es ist nur so, daß ich schon von sehr viel Glump und Ramsch gehört habe.

  61. @Karlmeier: Nunja, Ihren...
    @Karlmeier: Nunja, Ihren Langmut gegenüber Bausünden muss man nicht teilen – denn Architektur muss im Gegensatz zu Kunst immer und überall von allen ertragen werden. Jeder in Beton gegossene Feuchtetraum von Bürgermeistern, Investmentgesellschaften, Raumgestaltern, Landschaftsmöblierern bleibt meist jahrzehntelang stehen! In Bayreuth sagten wir immer, die Stadtplanung hat mehr zerstört als alle Zweiteweltkriegsbomben zusammen. Und Max Frisch, selbst glühender Anhänger von LeCorbusier, wollte noch in den Fünfziger Jahren die Züricher Altstadt am liebsten komplett ausradieren und gegen Hochhäuser ersetzen. Er hat sich in seinem Tagebuch dann schon in den Siebziger Jahren von diesen abstrusen Gedanken distanziert…

  62. Vor allem Sparkassen!...
    Vor allem Sparkassen!

  63. Ohja, Sparkassen und...
    Ohja, Sparkassen und Parkhäuser – häufig kaum auseinander zu halten. Fast schon ein Wunder, dass so wenige Menschen an der Parkkasse stehen, um irrtümlicherweise Geld abzuheben…

  64. Vorweg: Auch ich bekenne mich...
    Vorweg: Auch ich bekenne mich dazu, qualitätvolle Bauhaus-Architektur sehr zu schätzen. Das „gut gemeint“ aber auch hier wie immer das Gegenteil von „gut“ bedeutet, zeigt das schöne Beispiel des legendären Bauhaus-Musterhauses „am Horn“: Im allzu bemühten und sehr akademischen Streben nach allumfassender Rationalität kam man auf die grandiose Idee, einen großen zentralen, erhöhten Salon, der als Wohnbereich gedacht war, allseits symmetrisch mit den übrigen Funktionräumen zu umgeben. Ergebnis: Sieht im Grundriss super aus, führt aber in der dritten Dimension dazu, dass ausgerechnet der wichtigste Raum keine echten Fensteröffnungen haben kann, die für eine Verbindung zwischen Innen und Außen sorgen könnten (Stichwort „fließende Räume“) und nur von Lichtbändern unterhalb der Flachdecke belichtet wird, was im Ergebnis (wohlwollend formuliert) ungefähr den Wohlfühlfaktor eines großzügig geschnittenen Behördenflures besitzt. Das dieses Konstrukt, dass eigentlich die ästhetische wie funktionale Überlegenheit der Bauhaus-Prinzipien idealtypisch vor Augen führen sollte, ein klassisches Eigentor war, braucht kaum erwähnt zu werden; bei den späteren Dessauer „Meisterhäusern“ hatten man aus diesem Debakel bereits gelernt und Konsequenzen gezogen. Trotzdem interessant, dass die Missachtung wesentlicher Bedürfnisse der Nutzer zugunsten abstrakter gestalterischer Prinzipien die klassische Moderne von Anbeginn begleitet…

  65. @Relevator: Ich finde, man...
    @Relevator: Ich finde, man lebt in Häusern, man liebt sich in ihnen, man liest und lacht mit Freunden, man isst und verdaut, wäscht sich zuweilen, schläft, träumt, dichtet, schneidet Blumen, verhätschelt Dackel, putzt, poliert Silberzeug, schneidet Kuchen, studiert Briefe vom Amt, schnippelt Gemüse, sucht nach der Brille, sucht nach Regalplatz für Bücher, sucht nach der Teppichkante, über die man immer stolpert, hängt Bilder, spielt Luftgitarre, guckt aus dem Fenster – all das. Aber ganz sicher „missachtet man wesentliche Bedürfnisse der Nutzer zugunsten abstrakter gestalterischer Prinzipien“ nicht. Abgesehen davon, dass Häuser nicht von „Nutzern“ bewohnt werden. Die tummeln sich höchstens auf Apfel-Apps…

  66. @colorcraze, und damit haben...
    @colorcraze, und damit haben Sie auch absolut recht. Darum heißt es ja: drum prüfe, wer sich ewig bindet. Sie glauben nicht, wieviel Naivität bei der Anschaffung einer PV-Anlage vorherrscht, wenngleich der Hausbau über Jahrzehnte finanziert, die Dachziegel lackiert und nur von Dachdeckermeister verlegt werden, die Tapeten vom Malermeister, das Auto nur in eine vom Hersteller authorisierte Werkstatt gegeben wird……..Ja, aber beim Solarstrom muß die Rendite besonders hoch sein. Das öffnet Möglichkeiten wie bei Zertifikaten bekannter Art.
    @handicap, in Andalusien würden mich eher die Betonburgen, teilweise illegal erstellt, stören. Aber auch das sehen Spanier ganz anders, wenn sie nicht durch den Kauf, den sie sich nicht leisten konnten, in die Bredouille stürzten; denn ihnen geht es um Beschäftigung an Ort und Stelle, um sich nicht bspw. in Madrid zu versklaven, wo auch nix mehr geht dank der Immigranten, die man ins Land holte in großer Euphorie. Zapatero einst: „Spanien müsse jetzt für den Raubbau im 15.Jahrhundert zurückzahlen, die Tore öffnen für die Einwanderer, die wir brauchen, …um den Bauwahn des billigen Geldes zu bedienen.“ Hoffentlich stört noch jemand der Auto-, Bahn-, Flug-, und Sirenenlärm.
    .
    Zu Hr. Schirrmachers Artikel: Der Kapitalismus in der gegenwärtigen Form frißt sich eben auf, nicht mehr und nicht weniger. Dies ist weniger das Verdienst der Linken, sondern das Versagen der etablierten Speichellecker, denen man ja ausreichend Forum geboten hat, populistisches Geschwafel kundzutun. Es existiert eben kein NEIN in dieser politischen Landschaft, wenn es um Veranantwortung, Sparen und Machbarkeit geht, wie es jeder Unternehmer muß. Selbst Wirtschaftsjournalisten haben sich vor deren Karren spannen lassen und das Lied der Rettung der Banken um jeden Preis intoniert. Nun kommt die Quittung.

  67. Ich hatte mich schon vor...
    Ich hatte mich schon vor Jahrzenten gefreut, als mir meine damalige Freundin, Buingenieurin, erklärte, dass die meisten Betonbauten aus Spannbeton bestehen, und das es nur wenige Jahrzehnte dauern würde, bis man sie wieder abreißen muss. Mit großer Freude nehme ich jedes mal zur Kenntnis, dass dieses und jens Gebäude meiner Jugend von der Bildfläche verschwindet. Ein wenig Wehmut stellte sich nur ein, dass die geschwungenen Tankstellendächer auch verschwunden sind. Tja, leider Spannbeton ? … Ach lassen Sie es sich von einem Bau-Ing. erklären ;-).

  68. @Relevator: das ist doch dann...
    @Relevator: das ist doch dann aber ein regelrecht palladianischer Grundriß?! La Rotonda ist doch wohl genau so, nur reicht der mittlere Durchgangsraum über die anderen hinaus und hat oben _echte Fenster_…

  69. Ja, immer die Sparkassen ;)...
    Ja, immer die Sparkassen ;)

  70. Es könnte damit zusammen...
    Es könnte damit zusammen hängen, dass man Genies wie Gropius und Mies van der Rohe aus unserem Land verjagte, die ihre einmaligen modernen Bauten stattdessen an Orten wie Toronto und Chicago errichteten, wo wir sie noch heute bewundern dürfen.

  71. JMense@ ?? Bitte nochmal...
    JMense@ ?? Bitte nochmal lesen: Natürlich bezog sich das nicht auf die Bewohner, sondern die Planer/Architekten – und ja, die sollen sich gerüchteweise auch ab und an Gedanken um die zukünftigen (OK, von mir aus: BE-) „Nutzer“ ihrer Gebilde machen, das gehörte jedenfalls noch vor wenigen Jahren zur einschlägigen Ausbildung (mag sein dass das nach Gehry, Hadid und co. ohnehin keine Rolle mehr spielt); ich hätte aber auch sagen können: Wenn für die reine Idee die sinnliche Anmutung und praktische Nutzbarkeit vernachlässigt wird, kommt schnell Käse bei raus; nur „schön“ reicht halt m. E. einfach nicht.
    colorcraze@ Voilà, c’est ca, nur mangels Obergeschoss ohne Empore („echte“ Fenster hat es auch, nur sieht man durch die eben nur den Himmel) und natürlich die illusionistischen Malereien und mit dem Unterschied, dass die sala centrale hier als Zentrum familiären Lebens gedacht war – was auch in der Rotonda kaum funktionieren würde. Wie gesagt, als Idee durchaus spannend…

  72. (und dass die Symmetrie sich...
    (und dass die Symmetrie sich nicht auf alle vier Seiten bezieht, der Grundriss also in der Raumabwicklung weniger offen ist – wie gesagt, das ganze sollte ja bewohnt werden)

  73. @Relevator: im...
    @Relevator: im Borromäerschlößchen auf der Isola Bella hat es auch so einen großen, zentralen Raum; ich überlegte, wie der wohl genutzt worden ist – Ballsaal wäre vielleicht noch das Passendste, aber sonst? Ein Festessen wäre darin eher verloren gewesen, allenfalls ein Empfang schien mir möglich. Schätzungsweise war die Hauptnutzung Leerstehen als Flur….

  74. Wenn ich diesen Blog richtig...
    Wenn ich diesen Blog richtig verstehe, dienten runde Zentralräume der Haltung von Laufenten.

  75. Werter Don, haben Sie das...
    Werter Don, haben Sie das Herrn S. diktiert? Gerne weiter so.

  76. Ich habe mit den Leitartikeln...
    Ich habe mit den Leitartikeln nicht das Geruingste zu tun, die Nähe zum Thema dieses Blogs ist Zufall.

  77. Viele Wohnschubladen aus...
    Viele Wohnschubladen aus dieser Zeit waren in den letzten 10 Jahren heftige Sanierungsfälle. Stichworte: Betonsanierung, Rohrsanierung.
    Kosten ca. 10 – 20 % des aktuellen Marktwertes. Wenn zudem Asbest „fachkundig“ eingebaut wurde kann das in Synergie mit Reparaturanstau (z.B. bei langjährigen Anlageobjekten von Versorgungswerken gehobener Berufsgruppen, die demnächst den Mietern als Eigentum angeboten werden sollen) in einigen Jahren zu spürbarem Werteinbruch, bzw. erheblichem Sanierungsaufwand geraten.
    Hat man eben anfangs der 70er einen Teil der Zukunftsfähigkeit verschwiegen, als die fortschrittlichen Wohnkästen mit heißer Nadel zurechtgestrickt wurden.

  78. "Fortschrittlich gestaltende...
    „Fortschrittlich gestaltende Bautechnik der 70er“ möge man auch in Verbindung mit dem Obsoleszenzgedanken sehen. Produkte sollen mittels eingebauter kleiner Fehler deutlich vor ihrer eigentlich erreichbaren maximalen wirtschaftlichen Nutzungsdauer ausfallen, manchmal geradezu moralinsauer begründet mit dem daraus erwachsenden volkswirtschaftlichen Potential. Auch mit der Sicherung von Arbeitsplätzen wird gegen diese eingebaute Wertvernichtung argumentiert.
    Will aber nicht behaupten, daß es heutzutage besser zugeht, eher anders:
    Eine einigermaßen zurechtgepfuschte Isolierung nach KfW40-Norm mag sich in 15 Jahren als Kostenwundertüte und Sondermüllbruch herausstellen, nachdem sie vielleicht 5 Jahre ein wenig Heizkosten zu sparen half und sich dann die Staunässe allmählich erfolgreich um ein schimmelndes klammes Milieu verdient macht.

  79. Werter Don, nun ja, direkter...
    Werter Don, nun ja, direkter Einfluss hin oder her – auch in der Atomdebatte ist Ihnen Herr S. schliesslich ziemlich überzeugend „gefolgt“.
    .
    Es folgt ein Zitat aus obigem Artikel der „Welt“:
    „Diese Typen sind gierig, haben die Situation ausgenutzt und sich am Adrenalinkick berauscht.“
    .
    Was unterscheidet dann eigentlich den „einfachen Randalierer“ vom Investmentbanker, der -unter Nutzung seiner Handelsschirme- weltweit randalieren darf und -je besser ihm das gelingt- dafür mit Boni auch noch gefeiert wird?

  80. E.R. Langen: "Wenn ich diesen...
    E.R. Langen: „Wenn ich diesen Blog richtig verstehe, dienten runde Zentralräume der Haltung von Laufenten.“
    *
    Falsch! Es ist so, dass runde Zentralenten der Haltung von Raumläufen dienen; dies ergibt sich logisch aus dem Sachzusammenhang und ist völlig alternativlos.

  81. yast2000: die runden...
    yast2000: die runden Zentralenten heißen eigentlich Putti und sind nur Deko: die halten nichts, auch wenns mal so aussieht. :-)
    .
    Geehrter Herr A., Ihre Fotos von den Ausflügen mit dem Radl zeigen ein ganz anderes, ehrliches Bayern: eine Agrarsteppe, ausgeräumt, platt, landschaftlich tot. Das wird leider viel zu selten gezeigt. Man bekommt immer die 2% Gebirge präsentiert, dabei sehen 98% Bayerns so aus wie bei Ihnen.

  82. Ich hätte vielleicht nicht...
    Ich hätte vielleicht nicht gerade mit 24mm Brennweite ablichten sollen, da verschwindet jede Streuobstwiese und jede Steigung in der Totalen. Man ist in Bayern ja wieder dabei, Hecken etc. zu entwickeln. Es könnte also schlimmer sein.
    .
    Köstlich, die Welt ist halt verstockt und verbohrt und auch das ist ein Markt: Alte, in ihren Karrierehoffnungen gescheiterte Männer, schwer frustriert und wenig gebildet. Dass sich was ändert, sieht man, wenn man sich das Wahlergebnis der Linken im Westviertel anschaut. Die Finanzkrise hat dort tiefe Spuren hinterlassen. Vor 2008 hat NIE jemand über Geldanlagen geredet. Heute ist das Geldanlegen jenseits der Banken Allgemeinthema. Und von Banken spricht man wie vom Finanzamt. Dass die Union keine Antwort mehr findet, ist jetzt auch nicht neu: Die Leute, die sie wählten, sterben weg.

  83. Das Schicksal in seinem tollen...
    Das Schicksal in seinem tollen Lauf halten eben weder Geissler noch Teufel auf.
    Zu S21: Sobald Aktionäre im Spiel sind, ist der Fortschritt nicht mehr aufzuhalten.
    Die Katze rollt sich zusammen und gähnt. Das Leben geht weiter, und es findet immer einen Weg.

  84. Wo der Don Recht hat :-)....
    Wo der Don Recht hat :-). Zwischen 1960 und 1980 muss ein Anti-Ästhetik-Virus Deutschland heimgesucht haben. Nach meinem bescheidenen Kenntnisstand baulich die schlimmste Periode, seitdem die Germanen von den Bäumen kletterten.
    Besonders pervers wird in einigen Jahren der Denkmalschutz zuschlagen – besonders schlimme Beispiele aus der Periode des viereckigen Betonwahnes werden als „exemplarische Beispiele der Bauperiode“ höchstamtlich vor dem Abriss geschützt. Und der Eigentümer darf das jeweilige Monstrum im Oroginalzustand erhalten :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  85. Schade ja, dass da nicht mehr...
    Schade ja, dass da nicht mehr kommentiert werden darf, bei
    http://www.faz.net/artikel/C30351/buergerliche-werte-ich-beginne-zu-glauben-dass-die-linke-recht-hat-30484461.html
    Aber zu Bilanzen der gestrigen Bürgermeister von morgen passt dies auch:
    Was wir seit geraumer Zeit erleben, ist Kontrollverlust. Das Gefühl zunehmender Hilflosigkeit ist nichts anderes als das schmerzhafte Bewusstwerden unserer Lage und der Tatsachen – der Wirklichkeit. Man hat sich Illusionen gemacht, und was nun passiert ist der Ausgang aus der selbstverschuldeten Betriebsblindheit.
    Wirtschaft, Staat, Kultur, Recht – alle diese Teilsysteme sowie das Gesamtsystem auf nationaler wie auch internationaler Ebene soll dem Fortschritt und dem Wohl der Menschen DIENEN. Es handelt sich also sozusagen um ein Verhältnis wie zwischen Herr und Knecht oder Werkzeug/Maschine und Benutzer/Anwender. Kehrt sich dieses Verhältnis jedoch um, empfindet der ehemalige Beherrscher diese Revolution als Entmachtung und verspürt Kontrollverlust, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Angst.
    Und genau dies geschieht gerade. Fukushima ist nur ein Menetekel von mehreren, die Banken- und Währungskrisen, die Labilitäten von Rohstoffpreisen und Börsenkursen sind nicht weniger Anzeichen einer Verselbständigung und Unsteuer- wie Unvorhersehbarkeit von Prozessen, die nicht mehr verantwortbar sind, weil Verantwortung Beeinflussbarkeit und Wirkmächtigkeit voraussetzt. Weder Politik hat noch Primat und Verantwortung über solche Prozesse, noch gibt es Ersatz dafür. Das Gesamtsystem steuert und regelt mehr und mehr sich selbst. Es dient nicht mehr. Es bedient menschliche Nutzen- oder Gewinnerwartungen nur noch als Nebenzweck, Kollateralnutzen sozusagen. Nicht die Systeme dienen dem Mensch, sondern die Menschen dem System. Eine weitere Demütigung menschlichen Stolzes nach Galilei, Darwin, Kant, Nietzsche und Freud.
    Man kann Menschen nach ihren Taten messen und beurteilen, und analog Politik und Wirtschaft nach den Folgen und Ergebnissen, die sie zeitigen. Und eine solche Betrachtung fällt vernichtend aus für die derzeitigen Akteure. Ökologisches Denken hat uns gelehrt, neben kurz- und mittelfristigen Folgen auch Langzeitfolgen mit in Entscheidungen und Zielsetzungen einzubeziehen – Nachhaltigkeit, ein konservativer, weil bewahrender Ansatz. Und die Grundlagen des eigenen Lebens und der Überlebensfähigkeit zu bewahren ist ja eigentlich auch eine Notwendigkeit und sollte selbstverständlich sein. Wäre es so selbstverständlich, dann allerdings wäre es gar nicht notwendig, von Nachhaltigkeit und Bewahrung der Lebensgrundlagen etc. zu reden, dann wäre das nämlich kein Thema. Es ist aber Thema, und das zeigt, wo wir wirklich stehen: vor der Möglichkeit des Verlusts, des Verwirtschaftens, Verschwendens und Vernichtens.
    Zu Recht, völlig zu Recht, wird gefragt, wie die jungen Generationen ihre Aufgaben lösen sollen, wenn ihre Spielräume und Möglichkeiten, ganz individuell wie auch gesellschaftlich und politisch, immer kleiner und geringer werden. Wenn ihnen die ökonomischen Grundlagen, z.B. zu Vermögensaufbau, aber auch noch viel grundlegender, schon ein angemessener Lebensunterhalt zur Versorgung und Unterhalt einer Familie, zerstört und genommen werden… woher sollen dann die Kraft einerseits, die Freiheit andererseits zur Gestaltung und Veränderung der Gegenwart zu etwas Besserem kommen – wenn nur noch nackte Not und Sachzwänge allseits und allgegenwärtig „regieren“?
    Auf diese Frage sollten Politiker Antwort geben können, je eher, desto besser. Auch im eigenen Interesse, denn diese Fragestellung wird Wahlen entscheiden, und „Mitte“ und Mehrheit werden sich hier finden – oder verlieren.

  86. Don Ferrando 14. August 2011,...
    Don Ferrando 14. August 2011, 11:14
    „ (…) es ging mir weniger um Stuttgart als solches, sondern vielmehr darum, daß die gleichen Leute, die gegen S21 sind, gleichzeitig die flächendeckende Verschandlung ganzer Landstriche fordern.“
    Die „Landstriche“, die gar noch, wie häufig zu hören, als „Landschaft“ zu bezeichnen Don Ferrando sich denn doch versagt, sind agrarsteppige die Seele niederdrückende Wüsteneien, deren ästhetisch-optische Aufwertung durch Windräder jedem empfindsamen Menschen ein Bedürfnis der Kultur sein muß.
    Soviel Strom braucht Deutschland gar nicht, wie die Entschandelung der agrarindustriellen Horrrorgebiete Windanlagen erforderlich machte.
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    Froin Ingeborg, stets bemüht, im Felde des Bizarren neuen Maßstäben zur Geltung verhelfen, sorgt sich um die Solar- und Windradentsorgung. Schon richtig: Energieerzeugung gibt es niemals zum finanziellen und ökologischen Nulltarif. Nur bitte ich, aus Gründen der intellektuellen Stubenreinheit dem vergleichenden Gedanken Raum zu geben, um wieviel besser die Japaner sich fühlten, hätten Erbeben und Tsunami einen Offshore-Windpark und riesige Solarflächen zerstört.

  87. whatcrisis, ich könnte dort...
    whatcrisis, ich könnte dort noch kommentieren.
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    Das Grossproblem ist, dass die „Liberalisierung“ den „Staat“ weitgegehend entmachtet hat, und beim Bürger das Gefühl aufkommt, in einer Epoche der Anarchie zu leben: Callcenter, Abnahnanwälte, Inkassos, privatisierte Versorger, eine Politik, die nichts unternimmt – schon das ganz normale Leben wird als Zusammenbruch der Herrschaft wahrgenommen, und als Plünderung. Auf der anderen Seite ist tatsächlich ein Staat, der sich nicht mehr wehren will, sondern lieber den führenden Plünderer des Landes zum Geburtstagsessen einlädt.. Und das ist ein Problem in der Wahrnehmung.
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    TorHa, es spricht ja nichts, dagegen, das ein oder andere Monster zu bewahren. Ein wenig bedauerlich ist, wieviele Mittel da kurzsichtig verschwendet wurden, weil man nur an die Menge des Aufbaus dachte, aber nicht an das wie. Und jetzt, da man das Geld bräuchte, kommen die Spätfolgen durch die wenig klugen Entwicklungen. Abriss ist ja nicht billig. Bei uns gegenüber stand eine Turnhalle aus Beton der 60er Jahre, da hat das Wegschieben zweieinhalb mal soviel wie die Schätzung gekostet.
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  88. Man könnte inhaltlich noch so...
    Man könnte inhaltlich noch so viel dazu sagen, manchmal juckt es einen, wenn in der Totale zu viel Unsinn verzapft wird, aber im Moment fällt mir nichts Besseres ein als vergnügt und interessiert dieselben weiter zu verfolgen.
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    Besonders gefallen hat mir die Zusammenstellung des vierten Bildes.
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    Köstlich, gerade diese zufällige Nähe ist doch das Interessante an diesem Blog. Möge sie zufällig bleiben. Und ich gebs ja ungern zu, nach langer Zeit endlich mal wieder ein Beitrag von Herrn Schirrmacher, der mir gefallen hat. Auch wenn er nur dem Teufel im Moor das Wort redet und „Aua, aua“ schreit.

  89. ... eines kann ich mir doch...
    … eines kann ich mir doch nicht verkneifen, bei dem Ganzen „Oh weh mir“-Geschrei der „Bürgerschaft“ dieser Tage, auch in diesem feinen Blog: Ich kenne keine Gesellschaft, die langfristig ihre eigenen Fehler ohne einen bereinigenden Gewaltakt, sei es Krieg oder Revulution, in den Griff bekommen hat. Unsere Alt-europäischen Gesellschaften sind die der ersten. Das sollte man sich auch mal zu Gute halten, dann versteht man auch wieder, dass die Probleme normal und erwartbar sind und die Suche nach der Lösung eine der zentralen Aufgaben der heutigen Generationen ist.

  90. Ich denek, es war lange Zeit...
    Ich denek, es war lange Zeit einfach zu verlockend, sich darauf einzulassen. Man hat ja davon profitiert. und konnte oder wollte nicht ahnen, was daraus werden würde. Das vierte Bild, ja, so italienisch muss man sich wohl die Stadt vor der grossen Umbauung vorstellen. Man hatte viel Zeit, im 19. Jahrhundert. man war klein, zufrieden, oftmals arm, aber man hatte auch Zeit.

  91. Don Alphonso, das ist...
    Don Alphonso, das ist tröstlich zu wissen. :)

  92. Und überhapt, was sind schon...
    Und überhapt, was sind schon ein paar Flachbildschirme und Bailouts gegen die Massenplünderung durch Euro-Bonds? An dem Tag, da die kommen, ist jede Silberkane schlagartig billig.

  93. Lieber Whatcrisis,
    Ihre...

    Lieber Whatcrisis,
    Ihre Allgemeinbeschreibung ist schon richtig.
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    Mir – vom Typus her alles andere als schicksalsergeben – stellt sich die Frage nochmal anders:
    .
    Wer sind denn die Akteure, wer ist diese Klasse, wer treibt so viel Liquidität um den Erdball, dass sich allenthalben Blasen bilden können, die die Weltwirtschaft ins Stottern oder zum Absturz bringen?
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    Und last not least:
    1. Warum haben diese so viel Liquidität?
    2. Warum investieren diese sie, statt in konkrete anfassbare Unternehmungen, lieber in Zockerpapiere, in Puts & Calls?
    .
    Und allerlast: Warum lassen Politiker aller Länder sie gewähren? Man weiß doch allmählich auch in diesen Kreisen um solche Verzerrungen? Warum erheben sie keine Gesetze, nach denen vorhandene Überfluss-Liquidität durch Zocken erreicht nicht nach Belieben wiederum in abstrakte Finanzkonstruktionen investiert werden darf, sondern nur bis zu einem gewissen Prozentsatz; der Rest des Gewinns beispielsweise angelegt werden muss in konkrete Vorhaben.
    .
    Ich weiß, ich stelle die Systemfrage. Mir wird komisch, wenn Politiker das nie konkret ansprechen, sondern lieber und immer noch vollmundige Blasen absondern. Es scheint sich um ein Stammes-Tabu zu handeln. Haben sie die Macht verloren, der herrschenden Finanzclique überhaupt noch irgendetwas zu sagen. Und wann hat der Machtverlust begonnen?
    .
    .
    Veraltete Lehre?
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    Zu Beton nur soviel:
    Solange Architekten, vom Typus her durchaus Feingeister der Aisthesis, noch immer von den feinen (= ästhetisch leckeren) Kontrasten der Materialien Sichtbeton zu Glas und Holz schwärmen (habe ich jedenfalls so erlebt), solange wird es Beton geben. Gleichzeitig bekennen sie sich durchaus zum Bauen für den Menschen. Das wird auf der Uni (in München der TU) auch so gelehrt.
    Nur: Wann bringt einer endlich diesen Feingeistern bei, dass „der Mensch“ sich dabei unwohl fühlt, zu 90% Beton nicht mag? Unverkleidet schon gar nicht.
    Man ist versucht, Architektur-Lehrstühlen mehr Sozialforschung zu verschreiben.

  94. @ DA: Guter Artikel mit sehr...
    @ DA: Guter Artikel mit sehr viel wahren Punkten (und Kindheitserinnerungen an Verwandtenbesuche im Märkischen Viertel in den 80igern, das damals noch „modern“ war)
    @Nico: Meine Zustimmung zu PV und Wind. Sicher ist vieles der Förderung an vielen Stellen übertrieben (Solarthermie z.B. wäre in Deutschland viel effizienter als Photovoltaik), aber besser als die bisherigen Erzeuger ist es allemal.
    Für interessierte Ahnungslose in Sachen erneuerbare Energien empfehle ich immer http://www.withouthotair.com/, eine der besten (englischen) Einführungen zum Thema Energieerzeugung und Energieverbrauch (und dabei wohltuend neutral geschrieben).

  95. @DA/whatcrisis/falkenherz: Ob...
    @DA/whatcrisis/falkenherz: Ob man das nun als Kontrollverlust, Machtverlust, Anarchie, Ohnmacht, Ende des Maschinengottes, Unfähigkeit des Bürgertums oder whatever bezeichnet, und wie sehr der Stillstand, die Ratlosigkeit bis zum Irrsinn, das Ausläppern alles Bekannten einen quälen: es ist schätzungsweise die Schubumkehr von Expansion auf selbsterhaltende Konsolidierung. Die kann allerdings nur gesellschaftlich gelingen, und bei der Masse an Menschen nur arbeitsteilig. Was mich am meisten beunruhigt, ist das Verschwinden von Kohärenz.

  96. @Vroni ("haben die die Macht...
    @Vroni („haben die die Macht verloren?“): ja, schon lange. Vor mindestens 30 Jahren.

  97. Ohne Kohärenz keine Substanz....
    Ohne Kohärenz keine Substanz. Und an Substanz fehlt es allerorten.

  98. Vielleicht ist es ja auch so,...
    Vielleicht ist es ja auch so, dass es ein gewisses Primat der Wirtschaftsinteressen schon sehr lange gibt (der Ton des Buches gegenüber den Ölgiganten ist fast hündisch) und die Bürger erst später angefangen haben, das nicht gut zu finden. Manche vergessen vielleicht, dass es während der Weltwirtschaftskrise schon einmal eine komplette Ausraubung des Staates durch die Banken gab. Nicht alles ist also wirklich neu.

  99. Inwiefern ist das Bauen der...
    Inwiefern ist das Bauen der siebziger Jahre eigentlich schlimmer als beispielsweise der McDrive gleich neben der Tanke mit dem Convenience Store (direkt hinterm Plattenbaumarkt)?

  100. @DA: aber es gelang den...
    @DA: aber es gelang den Staaten doch sonst immer wieder, „die (großen) Wirtschaftsinteressen“ (in Form nichtstaatlicher Firmen, ob nun Fugger, VOC oder Shell) unter ihre Fuchtel zu prügeln.

  101. @DA: ja, die Ölzeit. Die hat...
    @DA: ja, die Ölzeit. Die hat ja schon vor der Ölbohrerei im Nahen Osten und vor der Entwicklung von Autos angefangen – damals hat man die Wale ausgerottet, um an Öl zu kommen, weil das Fett nicht mehr reichte. Muß so 1860, 1880 gewesen sein.

  102. Dochdoch, das gab es alles...
    Dochdoch, das gab es alles schon seit dem ersten Black Friday. Sicher.
    .
    Meine Fragen waren zumeist rhetorische Fragen.
    Eine Antwort hätte ich, doch sie wird den „Stützen“ nicht gefallen:
    Die Akteure sind aus dem Bürgertum.
    .
    Sie können nicht woanders herkommen. Es sind nicht: Machthaber, Usurpatoren, Diktatoren. Diese holen sich ihr Geld anderswo, sie plündern das Volk direkt. Why? Because they can. (Beispiele: Von Mubarak bis zum gestürzten tunesischen Clan bis damals zu Idi Amin.)
    .
    Für mich ist es eine Tatsache, dass die Akteure aus dem Bürgertum kommen. Die ganze Wallstreet, die Hochfinanz rund um den Erdball, das sind weder Adlige noch Diktatoren noch Arbeitersöhne. Bleibt nur Bürgertum übrig. Eine hübsch schizophrene Bande, die vorgibt, Stil zu haben, dabei Perserteppiche und Kännchen zeigt, aber in Wirklichkeit keinen hat. Gleichzeitig über den Verlust der konservativen Werte jammert, weiterhin aber ungerührt nach möglichst hochprozentigen Verzinsungen sucht. Persönlichkeitsspaltung. Mit Tendenz zu klinischer Paranoia und Weltuntergangslust.
    .
    [Paranoia im klinischen Sinne ist nicht unbedingt die Einbildung, verfolgt zu werden. Paranoid ist, wer das starre Mindset hat, dass immer nur andere schuld seien.]

  103. beton ist ja nicht immer...
    beton ist ja nicht immer schlecht. schon die alten römer haben ganz interessante sachen damit gebaut. es gab nur im verlauf der 50er jahre irgendwie einen weltweiten geschmacksabsturz, als hätte zu dieser zeit ein naturereignis alles an stil und gefühl für proportionen ausgelöscht. selbst die flaktürme von friedrich tamms sahen besser aus als seine brücken aus den 60ern. möglicherweise liegt die begründung in der intellektualisierung der architektur. man muß sich nur die lebensläufe vieler erfolgreicher architekten aus der zeit nach dem ersten weltkrieg ansehen – die meisten haben ein paar monate architektur studiert, das studium abgebrochen, in einem architekturbüro gearbeitet und angefangen, weltbekannte gebäude zu entwerfen. architektur ist kunst, also emotional. ihre rein rationalen ergebnisse infolge verdrängung der emotionalität durch ein wissenschaftliches studium sowie eine rein rationale baugesetzgebung sind folgerichtig schmerzhaft.

  104. @Vroni: ja sicher sind auch...
    @Vroni: ja sicher sind auch Banker und Großhändler Bürgertum. Und überdreht sind die schon lange, die Spaltung mußten sie seit Jahren (mindestens) mit reichlich Kokain und sonstwas überbrücken.

  105. Vroni, ja - stimmt. Sieht man...
    Vroni, ja – stimmt. Sieht man mal von Ausnahmen ab, wie z.B. dem Sohn eines einfachen Postangestellten aus der Bronx, der auf dem Chefposten der schlimmsten „Krake“ von Mammonistan sitzt.

  106. Wenn Kohärenz was mit...
    Wenn Kohärenz was mit Kongruenz zu tun hat, werd ich doch voll verstanden, gell, colorcrazy 13:53. Und die Substanz, die basteln doch die Fotto-Voltaiker, wie der nikko so schön sagte, gestern, um 14:11. Wo ist das Problem?

  107. Schizophrene Brigade, Vroni:...
    Schizophrene Brigade, Vroni: Also der Ausgewanderte, der hat keinen Doktor, aber ne (BILDhübsche) Frau. Und der Nordische, der hat zwar nen Doktor, aber noch nicht mal ne Freundin. So geht das Abendland unter (heißt ja auch so).

  108. Kohärenz? Kongruenz? Oder...
    Kohärenz? Kongruenz? Oder doch Konsequenz?
    Es mangelt auf jeden Fall an Kompetenz.
    Ich kondolenze, äh, kondoliere.

  109. Adoleszenz, Arabella, liebe...
    Adoleszenz, Arabella, liebe Mit-slutwalkerin

  110. @Ingeborg, Arabella:...
    @Ingeborg, Arabella: weiterblättern im Wörterbuch führt in Beliebigkeit. Ich meine schon, was ich sage.

  111. "Eine hübsch schizophrene...
    „Eine hübsch schizophrene Bande, die vorgibt, Stil zu haben, dabei Perserteppiche und Kännchen zeigt, aber in Wirklichkeit keinen hat. “
    Pruuuust. So ist das, wenn man den Stil einfach klaut, aber vergisst, dass er bei der Vorgängerklasse idealerweise mit einer Haltung verbunden war.
    Ansonsten – Finanzakteuer aus dem Bürgertum – liegen Sie aber IMHO falsch. Die wirklich wichtigen Akteure sind die theoretisch (sprich mathematisch) begabtesten Hochschulabsolventen der Erde. Denen man zur Anwendung ihrer Intelligenz eine (fast) unbegrenzte Spielwiese eröffnet hat, auf der sie auch noch richtig Geld verdienen dürfen. Und da sie vorher nirgendwo Verantwortung gelernt haben, ist das Ergebnis vorhersehbar. Die Gelder, mit denen sie spielen, kommen heutzutage von Ihnen und von mir – Gelder von Pensionsfonds und Versicherungen spielen im Finanzmarkt eine erhebliche Rolle. Aber auch dann, wenn sie aus dem alten Bürgertum kommen – das versteht das Finanzgeschäft schon lange nicht mehr selbst. Sondern hat es outgesourct, an die theoretisch begabten Spielkinder.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  112. Ein US-amerikanischer...
    Ein US-amerikanischer Postangestellter ist so gut wie unkündbarer Staatsbeamter mit Gesundheitsversicherung und gesicherter Rente bis an sein Lebensende, auch wenn er vor vielen Jahren in der Bronx zuhause war. Und wenn sein Sohn dann „God´s work“ macht, kommt er trotzdem aus der solidesten Mittelklasse, somit aus den Stützen seiner amerikanischen Gesellschaft.
    Als kleines Aside: die FEMA hatte schon vor mehr als dreißig Jahren Pläne für die Postzustellung nach einem allfälligen Atomkrieg. Im Vergleich dazu geht´s doch ganz gut…

  113. @Don Carlos: interessante...
    @Don Carlos: interessante These, sollte man mal zu überprüfen versuchen.
    @ThorHa: ja, der Glaube an die Ausrechenbarkeit der Welt war so stark, daß alles andere darüber in den Hintergrund trat.

  114. colorcraze, auch die besseren...
    colorcraze, auch die besseren Kreise werden atomisiert in kleine Partikularinteressen; auch so eine Folge des Konkurrenzdrucks, leider.
    .
    Wer wüsste das besser als ich, der ich gerade gegen einen Haufen Zahnärzte um ein Gemälde kämpfe?

  115. Schluchten-Ossi, auch das mit...
    Schluchten-Ossi, auch das mit den Postangestellten wird irgendwann vorbei sein. Bei den kleinen Leuten kann man das meiste holen, denn es sind viele und sie haben keine Macht – und sollen sie die Tea Party wählen? Die Europäer haben die Deutschen und die Eurobonds, die Amerikaner die kleinen Leute.

  116. <p>H. Vonderinsel, es ist...
    H. Vonderinsel, es ist sicher nur begrenzt besser. Aber: Heute gilt das wenigstens als nicht gesellschaftsfähig und nicht mehr als die Zukunft.

  117. "und so kam das dann, wie es...
    „und so kam das dann, wie es kam.“ So muss es sein, bestens, weiter so, wir lieben seinen klugen, einfühlsamen, intelligenten und so angenehm entspannten Stil.
    .
    „und die Bürger erst später angefangen haben, das nicht gut zu finden.“ exakt. die waren dabei damals. „rasen, chrom und kies“ wollten auch die zuerst. flachdachbungalow und große einfahrt. und nach st. moritz wie guntersachs und brigitbardot. und raffinerie und fortschritt genau dazu da, das mit zu bringen.
    .
    „Und überhapt, was sind schon ein paar Flachbildschirme und Bailouts gegen die Massenplünderung durch Euro-Bonds?“ Genau. Und darum muss/soll man es sagen. Denn die Massenplünderung betrifft uns alle leider viel mehr.
    .
    „Alte, in ihren Karrierehoffnungen gescheiterte Männer, schwer frustriert und wenig gebildet. Dass sich was ändert, sieht man, wenn man sich das Wahlergebnis der Linken im Westviertel anschaut. Die Finanzkrise hat dort tiefe Spuren hinterlassen. Vor 2008 hat NIE jemand über Geldanlagen geredet. Heute ist das Geldanlegen jenseits der Banken Allgemeinthema. Und von Banken spricht man wie vom Finanzamt. Dass die Union keine Antwort mehr findet, ist jetzt auch nicht neu: Die Leute, die sie wählten, sterben weg.“
    .
    Auch wir freuen uns, dass er einfach hinschreibt, was ist.
    .
    Und: „Ein US-amerikanischer Postangestellter ist so gut wie unkündbarer Staatsbeamter mit Gesundheitsversicherung und gesicherter Rente bis an sein Lebensende“. Nett geglaubt. War aber auch schon anders: Nach dem der genau ebensolche Postangestellte C. Bukowski ca. 1969 ein paar nette Kolumnen (heute würde man Blogs sagen) in der L. A. Untergrundzeitung „Open Pussy“ (aka „L.A. Free Press“) veröffentlicht hatte, bekam er am Arbeitsplatz Besuch von zwei Herrenvom FBI in den typischen dunkelblauen Einreihern: „Haben Sie das geschrieben?“ „Ich habe im Augenblick den Eindruck, Sie mischen sich in mein Recht auf freie Meinungsäußerung ein.“ „Yeah, kann sein, aber wir würde das trotzdem lassen an Ihrer Stelle.“ B. verlor seine unkündbar sichere Stelle, klar. (Aber der hatte auch noch keinen Schirrmacher)
    .
    (Wie bekannt: „Bukowski war 35, als er zu schreiben anfing: Seine erste Kolumne, die er in einer Undergroundzeitschrift in L.A. (Open Pussy) veröffentlichte, nannte er dann auch selbst: „Notes of a dirty old man“.“ http://www.ndr.de/kultur/literatur/nhmaulwurf100.html )

  118. "Genial! - Es gibt "Kaputt in...
    „Genial! – Es gibt „Kaputt in Hollywood“ inzwischen sogar als pdf online! Echt Kult, wirklich echt Kult!
    .
    (Und wir sind natürlich vollkommen nüchern und gesund, liebten aber früher auch schon mal „die Teilhabe an Abenteuern im Geiste“.)
    .
    http://aluschweisser.al.funpic.de/Romane/Bukowski,%20Charles%20-%20Kaputt%20in%20Hollywood.pdf (Seite 9 und alles)

  119. Man sehe uns den Auszug nach,...
    Man sehe uns den Auszug nach, wir feuen uns so sehr: „Und bald stellte sich heraus, daß ich außer den Langhaarigen und den
    Bärtigen noch andere Leser hatte… . Das neue Federal Building in Los Angeles ragt gläsern und
    wahnwitzig modern in den Himmel mit seinen endlosen
    Reihen von Kafkazimmern, jedes mit seiner eigenen persönlichen
    Form von Schleimscheißerei; eins saugt sich ans
    andere, und alles aalt sich in Wärme und tapsigem Tran
    wie der Wurm im Apfel. Ich berappte meine 45 Cents
    Parkgebühr für ne halbe Stunde, bzw. man verabreichte
    mir ein Ticket für diesen Betrag, und ich ging rein ins
    Federal Building. Unten drin hatte es Wandgemälde, wie
    sie Diego Rivera gemacht hätte, wenn man ihm neun
    Zehntel seiner Sensibilität herausoperiert hätte – amerikanische
    Matrosen und Indianer lächelten um die Wette und
    versuchten nobel dreinzuschauen in billigem Gelb und
    fauliger grüner Kotze und verpißtem Blau. Ich hatte von der
    Personalabteilung eine Vorladung bekommen. Ich wußte,
    daß es nicht um eine Beförderung ging. Man nahm den
    Schrieb entgegen und ließ mich eine dreiviertel Stunde lang
    auf der harten Bank sitzen, damit ich die richtige
    Einstellung finde. Das gehörte zur altbewährten Du-hast-
    Scheiße-in-den-Eingeweiden-und-wir-nicht Routine.
    Glücklicherweise hatte ich damit schon meine
    Erfahrungen gemacht, ich erkannte die warzigen Zeichen
    der Zeit und fand die richtige Einstellung von selber: ich
    malte mir aus, wie jedes Girl, das vorbeiging, wohl im
    Bett sein würde, die Beine in der Luft, oder wenn sie’s mit
    dem Mund machte. Bald hatte ich etwas Riesiges zwischen
    meinen Beinen – naja, riesig für meine Verhältnisse – und
    war gezwungen, auf den Fußboden zu starren.
    Schließlich wurde ich reingerufen von einer sehr schwarzen
    und wohltuend geschmeidigen und gut angezogenen Negerin,
    die ziemliche Klasse hatte und sogar einen Hauch von Soul,
    und ihr Lächeln verriet, daß sie wußte, man würde mir
    einen reinwürgen, es lag aber auch so ne Andeutung darin,
    daß sie nicht abgeneigt wäre, mich mal ein bißchen an ihr
    Loch ranzulassen. Das änderte zwar nichts an der
    Situation, aber es half. Und ich ging rein. »Nehmen Sie
    Platz.« Mann hinterm Schreibtisch. Die alte Scheißtour. Ich setzte
    mich.“
    .
    Im Link wie gegeben… . L.A., irgendwann zwischen 1965 und 1970, http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Bukowski
    .
    (Und nicht jeder, der sowas kennte – und evtl. auch schätzte – wäre „automatisch auch außenseiterverdächtig“, mein Gott political correctness laß nach!)

  120. Was bitte ist ein enveloping...
    Was bitte ist ein enveloping bid? (Sicher was anständiges.)

  121. <p>Ein Gebot, das relativ hoch...
    Ein Gebot, das relativ hoch ist und die anderen wie einen Umschlag umschliesst. Macht man, damit andere die Lust verlieen. In dem Fall hat geeade einer nochmal 8 mal erhöht. Immer in 30er Schritten.

  122. 4 Minuten vor Schluss hatte er...
    4 Minuten vor Schluss hatte er dann keine Lust mehr – ganze 8 Euro unter meinem Gebot.

  123. Was auch immer Sie erworben...
    Was auch immer Sie erworben haben, Don Alphonso, haben Sie viel Freude damit und erzählen Sie einmal, wenn es paßt.
    Der Sohn meines Postbeamten, Herr L.B., muscat´s Krakenchef aus „Mammonistan“ war immerhin Klassenbester und in Harvard für undergraduate & graduate degree – transatlantisch ist das ziemlich „SDG“. Der Papa hatte sicher nix mit dem FBI am Hut – und NYC ist nicht LA.
    Aber ja, sollte der Herr Papa (ich weiß nicht, ob er noch lebt, möglich wäre es durchaus) ein langes Leben haben, könnte das mit der Rente auch für den US Postal Service schwierig werden, bei den Verlusten die sie dort derzeit anhäufen.

  124. @Schluchten-Ossi: ich weiß ja...
    @Schluchten-Ossi: ich weiß ja nicht, wie es um die US-Post bestellt ist, so lumpig-fetzenhaft, wie es die ehedem deutsche Post ist, mag noch eine Weile hin sein, aber die winzige Poststelle in Cal. vor ein paar Jahren schien mir auch schon bedenklich auf diese Entwicklung hinzudeuten… und das war mal so ein stolzes Unternehmen mit so unglaublich repräsentativen Gebäuden.
    @perfekt: wer sind eigentlich diese wir, von denen Sie immer reden?

  125. "Und überhapt, was sind schon...
    „Und überhapt, was sind schon ein paar Flachbildschirme und Bailouts gegen die Massenplünderung durch Euro-Bonds?“
    Genau. Und was sind schon hunderte von Milliarden Schulden gegen ein bisschen Kapitalmarktbashing? Auf dem Boden jeder Wirtschafts- und Finanzkrise liegt krasses Staatsversagen, in Demokratien von der Mehrheit der Bürger ausdrücklich gewünscht. Aber daran zu erinnern würde unbeliebt machen …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  126. Na, hat ja geklappt, das Ding....
    Na, hat ja geklappt, das Ding. Ich gratuliere zum Fang!

  127. Schöne Barrikaden gen Süden...
    Schöne Barrikaden gen Süden – und der Tegernsee ist auch dabei!

  128. Danke!
    .
    Da kenne ich aber...

    Danke!
    .
    Da kenne ich aber erheblich bessere Strecken. Das Bild zur deutschen Alpenstrasse ist falsch, das ist der Sylvensteinspeicher, und der Achenpass – naja, also, das ist kein Pass, das ist ein Pässchen. Wenn, dann der Tatzelwurm!

  129. (Ich habe mir überlegt, ob...
    (Ich habe mir überlegt, ob ich etwas über 16-Jährige und Doppelmoral schreiben soll, aber das Thema ist mir dann doch zu schmutzig, und ich fahre lieber in die Berge. Donnerstag dann etwas anderes – wie ich einmal die Engländer ausgeplündert habe)

  130. Schluchten-Ossi, es gab mal...
    Schluchten-Ossi, es gab mal einen Blutfonds in Deutschland, da konnte man auf die steigende Mortalität von Menschen wetten, die im Alter arm werden. Allerdings hat niemand damit gerechnet, dass deren Kinder dann tatsächlich einspringen. Am Ende war es für die Beteiligten ein Verlustgeschäft. Erfreulicherweise.
    .
    TorHa, wenn die Eurobonds kommen, verstehe ich jeden, der mit Brecheisen und LKW zum Kanzleramt fährt und das Ding bis zur letzten Schraube ausplündert.

  131. Don Alphonso, ist wohl auch...
    Don Alphonso, ist wohl auch besser so. Das Thema dahinter hatten Sie meiner Erinnerungs nach schon ein paar Mal in netten Nebensätzen (wo es meiner Meinung nach auch hingehört) abgehandelt. Wenn Sie allerdings über Loyalität und Moralvorstellungen in den großen Parteien des Bürgertums allgemein schreiben wollten… ach ne, zu langweilig.

  132. Naja, in dem Fall ist es halt...
    Naja, in dem Fall ist es halt so, dass rechtlich nichts dagegen zu sagen ist, und man schon auch fragen muss, wieso dann so ein Rücktritt kommt, und was das über die Leute sagt.

  133. Ich bin gespannt auf die...
    Ich bin gespannt auf die Bewertungen der chinesischen Kreditratingagentur „Dagong“, die eine Umformulierung der Ratingkriterien fordert.

  134. Aha! Sie haben gefragt, jetzt...
    Aha! Sie haben gefragt, jetzt bekommen Sie Antwort… Ich habe zwei grob unterscheidbare und nachvollziehbare Meinungsrichtungen hierzu gefunden:
    .
    1. FAZ 16.08. „Politik, Kabale und Liebe“ (Frank Pergande):
    .
    Diese Beziehung – „schlichtweg Liebe“: einvernehmlich; von den Familien der beiden Partner gutgeheißen; von beiden, anderweitig nicht gebundenen Partnern ausdrücklich als tragfähig verstanden –, diese Beziehung hatte von Boetticher fristgerecht, ja schlichtweg gekündigt, gleich nachdem er die Spitzenkandidatur auf sich zukommen sah. Da war ihm eingefallen, dass „eine solche Liebesbeziehung bei vielen Menschen auf verständliche moralische Vorbehalte“ stößt. Aber wie verständlich sind verständliche moralische Vorbehalte, die sich im Wesentlichen auf die Unkenntnis der konkreten Situation gründen? Sollen demnächst auch homosexuelle Politiker zurücktreten, wenn sich im Lande „verständliche moralische Vorbehalte“ wegen einer „ungewöhnlichen Liebe“ artikulieren?
    .
    2. Süddeutsche 16.08. „Ein Naivling, umgeben von Erpressern“ (Ralf Wiegand):
    .
    Das Verhältnis zwischen einem damals fast 40-jährigen Mann und einem noch 16-jährigen Mädchen ist zweifellos fragwürdig. Nicht, weil es ein Gesetz brechen würde, sondern weil sich die Bürgerinnen und Bürger eines Bundeslandes mit Fug und Recht fragen dürfen, welche Persönlichkeit ein Mann wohl hat, der im Internet mit einem Teenager anbandelt und eine wahrscheinlich in zahllosen Männerköpfen schwirrende Phantasie wahr werden lässt.
    Nur er allein hätte die Macht gehabt, die Beziehung zu stoppen, ehe sie aus dem virtuellen ins echte Leben wuchs. Die Macht und die Pflicht, erstens, um die Seele einer Jugendlichen zu schützen, und zweitens, um selbst politisch zu überleben, was ihm wohl wichtig war. Denn wenn er wirklich angenommen hat, diese Verbindung könnte seinen politischen Aufstieg überstehen, wäre er zu naiv für jedes Amt. Und wenn er wusste, dass er das Verhältnis beenden würde, sobald die Karriere zündet – dann fehlt ihm der Anstand für eine Führungsrolle.
    .
    Fazit: Zentral ist doch die Frage, warum die Beziehung vergangen ist. Weil es nicht gepasst hat, oder weil es der Karriere schadet?
    Falls letzteres sitzt er zwischen allen Stühlen, wäre gern mit ihr zusammen, hat das wegen der Karriere verworfen und ist jetzt trotzdem seine Karriere los. Einzige „ehrenvolle“ Möglichkeit wäre gewesen, mit ihr zusammenzubleiben. So aber, und im ersteren Fall, ist und bleibt er ein „Sugar-Daddy“, der ein Liebesabenteuer mit einem jungen Mädchen suchte.
    Was folgt daraus? Gelebte Männerphantasie taugt nicht für politsch korrekte Ämterführung!

  135. Und was lernen wir daraus?...
    Und was lernen wir daraus? Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,779680,00.html

  136. Das Problem bei den Chinesen...
    Das Problem bei den Chinesen ist, dass man dort keine Anzeige oder Hausdurchsuchung machen kann, wie in Italien oder Amerika.

  137. @Falkenherz:
    Ich verstehe an...

    @Falkenherz:
    Ich verstehe an dieser Stelle weder die Contra- noch die Pro-Auffassung, geschweige denn Aufregung. Die persönliche Moral der Beteiligten, der CDU-Mitglieder und von wem auch immer beiseite – Boetticher waren alle gültigen Rahmenbedingungen bekannt. Zu denen auch gehört, dass man – als Ministerpräsidentenkandidat der Union – die Liebschaft mit einer 16jährigen politisch nicht überlebt. Das zu rationalisieren ist ziemlich sinnlos – es gehört halt zu den bekannten Rahmenbedingungen. Die (zumindest bis gestern) für einen grünen Spitzenkandidaten mit Sicherheit andere gewesen wären. Boetticher hat die ihm bekannten Konditionen nicht eingehalten und bezahlt dafür mit dem Ende seiner politischen Karriere. Wer das moralisch aufladen will, nur zu. Es ist nur in jeder Hinsicht sinnlos. Fast alle Rahmenbedingungen der Erde, für welche Tätigkeit und welche Person wo auch immer, sind ungerecht. Wenn man sie an einem abstrakten Ideal misst. Die Ungerechtigkeit kann man sich nicht aussuchen. Und die Gesamtmenge an Ungerechtigkeiten verschwindet auch nicht, sie verschiebt sich nur ihren Schwerpunkt. Was man euphemistisch gesellschaftlichen Fortschritt nennt.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  138. TorHa, dann ordne ich sie mal...
    TorHa, dann ordne ich sie mal dem Meinungstyp Nr. 2 zu. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass er, wenn er mit der jungen Frau zusammengeblieben wäre, auch ohne Parteifreunde oder öffentlicher Meinung seiner gerechten Strafe nicht entkommen wäre.

  139. <<<Da kenne ich aber erheblich...
    <<

  140. @Don Alphonso:
    "LKW und...

    @Don Alphonso:
    „LKW und Brecheisen“
    Sie würden es verstehen, ich nicht! Denn genaugenommen lag es in der Logik eines gemeinsamen Währungsraumes für höchst unterschiedliche Volkswirtschaften. Und wurde also in unserem Parlament ganz demokratisch vorgezeichnet, von einer überwältigenden Mehrheit für den Euro in den neunzigern. Die heimliche Hoffnung hinter dem Euro war immer (und offensichtlich), dass ein gemeinsamer Währungsraum ohne weitere Integrationsschritte nicht funktionieren kann, diese also unvermeidlich kommen werden. Exakt. Und da sind wir nun.
    Ich war immer gegen Eurobonds. Deren Alternative ist zur Zeit aber nur das Auseinanderbrechen des Euroraumes. Und wenn ich mir die Kosten beider Alternativen ansehe, wird die zweite vorhersehbar teurer. Da letztlich Deutschland Hauptgarant der Eurobonds werden muss, kann es bei ihrer Einführung Europa wenigstens die Bedingungen diktieren.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  141. so, ganz durchlesen der...
    so, ganz durchlesen der leserkommentare schaff ich nicht, der magen verbannt mich wieder aufs sofa – während draussen die sonne scheint und rheinwiesen locken.
    zum thema der überspannten 70er-zukunftsvisionen ist mir bei beackerung des themas nur unangenehm aufgefallen, daß mit den modernistischen grundrissen, der ganzen funktionalen verregelung des lebens und der lebensvollzüge eine sehr stark vorstrukturierte zukunft entworfen und umgesetzt wurde, die ein scheitern oder veränderungen nicht vorsah. die grundrißkonzepte der seit geraumer zeit begehrten gründerzeitlichen bauten ist weniger auf effizienz und maschinen-funktionalismus getrimmt, als möglichkeiten zu anderen nutzungsformen bietend. trotzdem wird weiterhin (um)gebaut, als gäbe es diese erfahrung gesellschaftlicher veränderungen und damit veränderten ansprüche an den wohnraum nicht. geistige kastration in der ausbildung, ökonomisierung – oder doch was anderes, simpleres??? hilger setzt einen ja auf die fährte der nutzereinbeziehung oder zumindest größtmögliche nutzungsvariationen zulassende baukonzepte. das wäre, weitergedacht, das klassische loftprinzip eigentlich. irgendwie blöd, daß da kein breiter diskurs stattfindet, eher stehen die zeichen derzeit auf individueller selbstsicherung, wer da nicht mithalten kann, ist raus.

  142. Quo vadis, desillusionierte...
    Quo vadis, desillusionierte Mitte der Gesellschaft, erschütterte Stützen… Wird sie wanken, kommt sie in Bewegung? Wenn ja, wohin? Wo wird sie sich wiederfinden? Wer wird sie dort abholen, wo sie nun wartet und sucht? Von wem wird sie sich vertreten wissen? Mir scheint, es kommt schon etwas in Bewegung, und Risse tun sich auf, und es beginnt sich voneinander zu trennen und zu lösen, was wohl nicht zusammengehörte.

  143. Führen Mutti und Sarko doch...
    Führen Mutti und Sarko doch tatsächlich ein „europäisches Zentralkomitee auf Zeit“ ein. Dann können wir ja das europ. Parlament nach Hause schicken – kostet eh nur Spesen.
    .
    Eurobonds sind als „finaler Schritt der Integration“ leider immer noch auf Sarkos Agenda.

  144. Mein Lieber, ich hatte Ihnen...
    Mein Lieber, ich hatte Ihnen Ihre Heimat nicht madig machen wollen! Zuhause ist Trumpf, mögen andere mehr Relief bieten.
    .
    Was ist denn nun Ihre Beute?
    .
    Und leider: ohne envelope bot ich bei ebay auf einen Meister von 1800 und ging auf Reisen. Der Meister (Rosa da Tivoli) ging für einen Euro mehr an einen Profi, der das Stück in seinem Laden auststellen, ausleuchten, echtheitzertifizieren und zum 10fachen Preis verkaufen wird. Oh tiefer Seufzer!

  145. Der Bayrische Rundfunk geht...
    Der Bayrische Rundfunk geht aber immerhin mit der Zeit. Kann sich keiner beschweren. http://www.youtube.com/watch?v=rrf0ys0yWDE

  146. @ingo: die Gründerzeitbauten...
    @ingo: die Gründerzeitbauten waren jedenfalls durchökonomisiert, die waren als rentierliche Geldanlagen gedacht und funktionierten auch als solche. Nur war damals nicht wie ab dem 20. Jhdt. (verschärft ab WK2) die reine Kernfamilie der Fokus des Wohnungsbaus, sondern man hatte verschieden große Gruppen im Auge, was durch Zusammenhängen oder Teilen von Hausbereichen abgedeckt werden konnte. Sag ich mal so. – Der Architekt Alexander (der mit seiner „Mustertheorie“ sehr inspirierend wirkte, u.a. auf die Softwareproduktion, OOP kommt von da) hat wohl mit Nutzern zusammen deren Häuser entworfen. Das Ergebnis war aber mitunter schon so, wie der Architektenspruch „das erste Haus ist für den Feind, das zweite für den Freund, das dritte für einen selbst“ verheißt… will sagen, beim ersten Mal kann man seine Wohnansprüche nicht wirklich angemessen entwerfen.
    @E.R. Langen: haben Sie denn immer noch Platz an den Wänden? Immer noch nicht fertig eingerichtet?

  147. @ThorHa, Köstlich: ich hab...
    @ThorHa, Köstlich: ich hab das Gefühl, ob mit oder ohne Eurobonds/“Wirtschaftsregierung“ (wasimmer das sein soll – DDR-Planwirtschaft?), also auch wenn man innert 4 Wochen die Notbremse ziehen und die DM wieder einführen würde, kracht es trotzdem heftigst und ist keine Ruhe reinzubringen.

  148. colorcraze, es war für die...
    colorcraze, es war für die Praxisräume gedacht. Barock geht als Eyecatcher im Wartezimmer, daheim ist in der Tat alles voll. Wenn auch nicht so museal wie beim Dr. rer. art. Alphonso. (Apropos: Sehen wir die Beute noch?)

  149. Immerhin nicht nur rückwärts...
    Immerhin nicht nur rückwärts sammeln und fühlen. Es gibt soviel überraschend junges und interessantes zu sehen und zu berichten, ggfls. wendet man den Blick eben in die Welt: „Simon Bolivar Youth Orchestra“ – schon mal gehört? http://www.youtube.com/watch?v=aKtTCB2hy8E
    .
    Und wie wunderbar intelligent, unaufgeregt, informativ und überzeugend Weltjournalismus berichten kann.
    .
    (Statt larmoyantund selbstgerecht auf alte Schornsteine zu blicken“, hat keiner gesagt: „Dieser Rückblick war nötig, denn er macht frei für zukünftige Schritte“ – oder so.)

  150. Und nun - ich will erben, was...
    Und nun – ich will erben, was ist ist jetzt mit meinem
    Erbe- darauf besteh‘ ich!

  151. Wenn ich mir a) meine seit...
    Wenn ich mir a) meine seit Jahren schrumpfende Renten- Erwartungs- Berechnungen ansehe und b) das, wofür wir alle demnächst noch zahlen dürfen, damit Aggermähn und sein Vollstrecker Asmussen fröhlich bleiben, schlage ich vor: Alle Mann/Frau in den ISO- Container. Billig von CIMC (China International Marine Containers) nach Deutschland exportiert, beste Isolierung (deutsches Patent), Isolierfenster nach Wunsch. Die Debatten über Architekten erübrigt sich dann.
    gruß fb

  152. DDR-Planwirtschaft? Das wäre...
    DDR-Planwirtschaft? Das wäre eine Idylle, da gab es doch noch 5 und Zehnjahrespläne und nicht 50- und 100-JAHRESPLÄNE.
    .
    Um es zu betonen: Ich bestehe auf meinem Erbe; es geht immerhin um 2,4 Billionen
    Euro, da hört der Spaß auf.

  153. Ich habe nicht das...
    Ich habe nicht das allergeringste Problem mit der Aufteilung des Raumes in einen guten und einen schlechten Euro. Das passt schon. Vielleicht denkt dann auch mal jemand an den Binnenkonsum in Deutschland, statt immer nur an Exporte, die am Ende von den Steuerzahlern bezahlt werden (plus Reibungsverluste. Will hier jemand süditalienische Autobahnen finanzieren?)

  154. @Folkher Braun: das ist...
    @Folkher Braun: das ist durchaus drin, daß derlei noch kommt, bei der zunehmenden Versingelung. In den USA stellen sie sich ja auch Mobile Homes in die Wüste und verzehren dann da drin ihre karge Rente.
    @perfekt: dieses Ausweichenwollen auf kleine Niedlichkeiten anderswo wird zunehmend zum Problem.
    @E.R.: also noch nicht komplett eingerichtet. Für Erbe müssen Sie sich an ihre eigenen Altvorderen richten, aber wenn Sie da drängen, hat die Erziehung versagt.

  155. @DA: nicht nur Binnenkonsum,...
    @DA: nicht nur Binnenkonsum, überhaupt Möglichkeiten, selbständig ein Einkommen zu erzielen. Das ist doch alles derart krank.

  156. ThorHa: 'Da letztlich...
    ThorHa: ‚Da letztlich Deutschland Hauptgarant der Eurobonds werden muss, kann es bei ihrer Einführung Europa wenigstens die Bedingungen diktieren.‘

    und wie setzt deutschland dann durch, daß diese bedingungen auch eingehalten werden………………………………………………………….?

  157. Die Idioten sitzen meist in...
    Die Idioten sitzen meist in den Stadträten, Menschen wie du und ich. Kleingeist der sich wichtig fühlt. Brauch man gar nicht erst auf Bänker zeigen.

  158. Verehrter Don, ich möchte...
    Verehrter Don, ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf folgenden Artikel lenken und Ihnen antragen ihn zu kommentieren: http://www.faz.net/-0229sx

  159. P. Seudonym: "Verehrter Don,...
    P. Seudonym: „Verehrter Don, ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf folgenden Artikel lenken und Ihnen antragen ihn zu kommentieren…“
    *
    Wenn ich das mal eröffnen darf: Der Artikel ist zwar exzellent geschrieben und Frank Schirrmacher stellt auch wie immer die richtigen Fragen, aber: Der Text ist opportunistisch, er enthält rhetorische Volten und drittens sollte man im Titel nicht jemanden Drittes zitieren, wenn man seine eigene Meinung kundtun will.
    *
    Die knackige Kurzkritik: Wenn sich in der Gerichtsverhandlung herausstellt, dass der Ermordete ein durch und durch schlechtes Subjekt von Mensch war, kann man nicht anschließend den Verteidiger des Angeklagten mit den Worten zitieren: „Ich glaube fast, dass die Mörder recht haben.“

  160. Was soll ich sagen? Die Krise,...
    Was soll ich sagen? Die Krise, die bis hinauf in beste Kreise ohre Opfer fordert, bringt die Menschen zum Umdenken. Wer hätte gedacht, dass Frau Merkel plötzlich eine Finanzmarkttransaktionssteuer will? Entweder man denkt um. Oder die Geschichte peitscht einen davon.

  161. @Don Carlos (9:25): exakt,...
    @Don Carlos (9:25): exakt, eben garnicht. So wie schon mit der Waigelschen Verschuldungsregel ganz am Anfang der Währungsunion, als die Deutschen „wegen Wiedervereinigung“ die ersten(!) waren, die sie gebrochen haben.

  162. Don Alphonso@: Das müßen...
    Don Alphonso@: Das müßen sollten Sie „tiefer“ sehen lernen ;-) Die Gute, die Machtbewußte, diese Polymorphe in ihren bunten Hosenanzügelchen. Nicht sie denkt um, das hat nur den Anschein, es ist die personifizierte Permanenz des „als ob“ welches sie vertritt. Sondern die Mitwelt muß ihren Volten folgen und umdenken. Behende wirft sie alles ihren Interessen Zuwiderlaufende hinter sich. Eine gelehrige, späte Schülerin Adenauers: „Watt intressiat misch ming Jeschwätz von Jestern, meine sehr verährten Tamn und Herrn!“ Bar jeder Ideologie, jeden Glaubenbekenntnisses, bar jeder Art von Grundsätzen, schwoit sie durch die Gegenwart und behauptet in jeweiliger Leier alternativlos Geschichte zu machen.
    ..
    Städte, eigentlich nur die Metropolen, erleben zuweilen Sternstunden (frei nach Stefan Zweig) ihrer Bevölkerungen, was sage lch, solche der Menschheit. Eine dieser Stunden ist dann der in Gang kommende Barrikadenbau. Immer dann kommt es dazu, wenn viel Scheiße gebaut wurde, schlicht die faule Frucht aufplatzt.

  163. @ Don Alphonso
    Man sollte die...

    @ Don Alphonso
    Man sollte die von Ihnen beschriebene Zukunftsvision aus den 70ern auch aus der Zeit heraus verstehen. Die damals in der Architektur empfundene Enge wollte man mit, aus heutiger Sicht fehlerbehaftet, Öffnung und und gleichzeitig Konzentration des Wohnens aufheben. Soziale Kontrolle, deren Vorteile heute wieder herbeigewünscht werden, sollte schon durch die strukturell bedingte Anonymität, damals auch als Freiheit verstanden, eingeschränkt werden.
    Auch erhebliche finanzielle Interessen, einer auch korruptionsgeneigten Bauindustrie, die in den 70ern kaum noch von dem Wiederaufbau profitieren konnte, spielen da hinen. Es gab da auch merkwürdige Aufsichtsratspöstchen für Bürgermeister, die vorher etwas genehmigten. Leute die heutzutage nach treuherzigem Vergessen für ihre Verdienste sogar mit einem Strassennamen im „Westviertel“ geehrt werden, Wohnstätte ihrer Erben und das sogar bei sozialistisch geprägten.

  164. Früher hiess das Ding doch...
    Früher hiess das Ding doch Börsenumsatzsteuer. Wer hat´s denn abgeschafft wegen der angeblichen Benachteiligung des Finanzmarktstandortes Deutschland? Alter Wein in neuen Schläuchen. Ich geh weg Fusel holen.

  165. Zombie Dein Bondi: Iudice...
    Zombie Dein Bondi: Iudice Fortuna cadat alea! (Oh Europa, vermaledeite Konkubine, wohin nur trägt Dich der Stier?!)
    ..
    Jener möchte eben (auch) gern Geschichte schreiben wollen, noch ein berufener praeceptor germaniae.

  166. "Entweder man denkt um. Oder...
    „Entweder man denkt um. Oder die Geschichte peitscht einen davon.“
    .
    Eben, hat sich was mit Erziehung und abwarten – die Billionen Euronen – sofort!

  167. Don Alphonso: "Was soll ich...
    Don Alphonso: „Was soll ich sagen? …“
    *
    Die Wahrheit? Dort wo Menschen dichten, Gemälde ersteigern und die junge Geliebte eines Politikers Gesprächsthema ist, fehlt mir für den Weltuntergang ein bisschen das Elend…

  168. Ohne jede Frage ist auch die...
    Ohne jede Frage ist auch die Finanzmarktderegulierung so ein Stück Zeitgeist, blöd wie Beton. CDS müsste man verbieten, wie auch CDOs. Aber alle ausser der Linken wollten es so.
    .
    Elend? Sicher, das wird etwas schwierg.
    .

  169. Grand Guignol, dieser Stier...
    Grand Guignol, dieser Stier spiesst sie auf – und ganz sicher nicht mit dem relativ weicheren Horn.
    .
    waskostetdiewelt, man muss nur mal an die Neue Heimat denken, und an all die Skandale gemeinnütziger Wohnungsbaugesellschaften in dieser Zeit. Das war oft ein Geflecht aus Geldströmen und Beziehungen; Kartelle waren da das kleinste Problem, und von den Riesenbauten haben sie natürlich profitiert. Bauen für die Zukunft mit Methoden der vergangenheit.

  170. Stammtisch Oberzwockelheim a....
    Stammtisch Oberzwockelheim a. d. Laber im „Blauen Bock“:
    Isch moin, wo mia doch alle uns im Vatsischte eiiebe miesse, zwesche de Euro-Bonds un alles, do kann doch koinär net sache ea het vo nix nix gwußt, net? Wolle mea doch emol sauba un ährlisch bloibe.
    http://www.youtube.com/watch?v=3hljmpojLnU&feature=related

  171. "Wer hätte gedacht, dass Frau...
    „Wer hätte gedacht, dass Frau Merkel plötzlich eine Finanzmarkttransaktionssteuer will?“
    Es ist immer einfacher, den Splitter im Auge des anderen zu sehen, als den Balken im eigenen. Und ich bin von der Kompetenz der Politiker, deren Handeln und Nichthandeln sowohl die Finanzkrise 2008 als auch die europäische Schuldenkrise erst erzeugt haben, nicht überzeugt.
    Gruss,
    Thoorsten Haupts

  172. "...deren Handeln und...
    „…deren Handeln und Nichthandeln sowohl die Finanzkrise 2008 als auch die
    europäische Schuldenkrise erst erzeugt haben, nicht überzeugt.“
    .
    Ich bin davon überzeugt, dass sie beides erzeugt haben. Ob aus Mangel an Kompetenz oder absichtlich weiß ich nicht.
    .
    Deshalb will ich gleich erben, solange die Euronen noch in den Büchern stehen.
    .

  173. @BinVonHier: tja, wenn man...
    @BinVonHier: tja, wenn man sich die Währungen in D seit der Kaiserzeit ansieht, da war öfters mal ein Schnitt. Aber da man das sich nicht mehr zu regeln traut (bzw. weiß, weil man die Realwirtschaft nicht mehr unter Kontrolle hat), wird halt weiter gebläht und gepumpt, auch wenn die Ideen, was es sinnvollerweise zu pumpen gäbe, so schnell gar nicht kommen können.

  174. @bertholdIV: tja, Opium ist...
    @bertholdIV: tja, Opium ist halt billiger, und die Zweifel an allzuviel medizinischer Technik und Chemie greifen um sich, denn sooo viele reiche Rentner, die man als Konsumenten heranziehen kann, wird es in Zukunft nicht mehr geben.

  175. Naja, das Erben hilft da...
    Naja, das Erben hilft da weiter. Hier am Tegernsee bauen sie ein seniorengerechtes Ding nach dem anderen, das am besten gar nicht mehr nach alt und krank aussehen soll, auch wenn es de facto eine getarnte Geriatrie ist. Natürlich alles privat finanziert, man hört ja so viel Schlechtes über den staatlichen Standard.
    .
    E.R. Binvonhier, erben Sie mal besser Silberkannen. Was in Büchern steht, ist nur das Papier wert, auf dem es gedruckt ist.

  176. Ich weiß aber nicht, ob man...
    Ich weiß aber nicht, ob man in der getarnten Geriatrie am Tegernsee auch
    Silberkannen nimmt, müsste mal nachfragen.
    .
    Jaja, der staatliche Standard, er leidet.

  177. @DA (21:56, Antwort auf...
    @DA (21:56, Antwort auf Binvonhier): was, auch noch ausdrucken wollen? Bildschirm muß reichen.

  178. @DA ("getarnte Geriatrie"):...
    @DA („getarnte Geriatrie“): die letzten Fälle, an denen man Geld für Technik abgreifen kann, muß man sich ja sichern.

  179. Ich weiß aber nicht, ob man...
    Ich weiß aber nicht, ob man in der getarnten Geriatrie am Tegernsee auch
    Silberkannen nimmt, müsste mal nachfragen.
    .
    Jaja, der staatliche Standard, er leidet.

  180. Stichwort "Getarnte...
    Stichwort „Getarnte Geriatrie“.
    .
    Da könnte ich mir locker einen wunderbaren Blogartikel dazu vorstellen.
    Vileleicht vom Don. Odrr?
    Wie der Schwizzer dazu sagen würde.

  181. Jetzt kommt bestimmt ein...
    Jetzt kommt bestimmt ein „Ja, ich schreib ja schon. (Ungeschrieben/Deleted: Ihr ungeduldigen Meckerlinge)“

  182. @colorcraze,DA
    wahr...

    @colorcraze,DA
    wahr gesprochen. privat finanziert heist aber, dass unsere beiden kirchen auch auf diesem gebiet sich fleißig bekriegen. mir ist es aufgefallen bei einem besuch im landkreis ebersberg, wie dort die diakonie präsent ist im feindesgebiet; gilt sicherlich vice versa. mein freund aus heidelberg mit den guten verbindungen in die spd und in die rkk erzählte mir, dass sich das kloster in weltenburg um eine witwe aus dem hause h**** spirtuell sorgt, aber wie gesagt aus zweiter hand jetzt diese info
    ansonsten ist das wie mit der taz – bin ja selber wie so oft gesagt genosse der gesellschaft – mit den abonements/zeitung geht nichts, aber die ganzen anderen tätigkeiten, kongresse, verkauf von kaffee, fahrrädern, sozialpreise gehen bestens..

  183. DER SPIEGEL macht grad auf mit...
    DER SPIEGEL macht grad auf mit „Bildung mit Geld-Zurück-Garantie“.
    Made my day.
    .
    Das würde bedeuten: „Bildung“ wäre eine geldwerte Investion (Aka als: Werbekosten absetzen dürfen ).
    Anstatt Silberkannen, die eher verdummen (Bleianteil?).
    Der Utilitarismus ist noch lange nicht vorbei, er kriegt erst noch richtig Fahrt.
    Ob Geisteswissenschaften vom Finanzamt ausgeschlosen werden?
    Könnt scho sei.

  184. Ich nehme mir gerade die...
    Ich nehme mir gerade die Allensbach-Umfrage vor.

  185. Neuester Allensbach. [Website...
    Neuester Allensbach. [Website müsste mal vom Vronibär sanft überarbeitet werden, grauslich 9:
    „Der Umzug ins Pflegeheim bedeutet nicht selten das Ende tief eingeprägter Gewohnheiten wie etwa des späten Zu-Bett-Gehens oder des Glases Wein am Abend.“
    .
    Das ist schomma ein kräftiges, saftiges Argument gegen Altersheime.
    .
    Bin grad, 01:43 MEZ, beim Leeren eines südafrikanischen Pinotage (lecker).

  186. Für die mit der Hautcreme: Es...
    Für die mit der Hautcreme: Es heißt Werbungskosten. Und es geht um Gleichheit. Wenn Drückerkolonnen ihre ausländischen Puffbesuche (oder waren es in Ehren ergraute Gewerkschafter?) als Bildungskosten absetzen, warum dann nicht auch Studenten ihre Aufwendungen? Wie das beim Don ausgeht, wissen wir nicht. Schließlich haben die zwanzig Semester zum Blogsport, also möglicherweise zur Liebhaberei, geführt. Wenn er gewinnt, ist bestimmt eine rote Liebe aus Maranello drin. Und gelbe Boxster haben keine Chance mehr.

  187. Werter Don, zu Ihrem 2...
    Werter Don, zu Ihrem 2 Währungs – Modell: Es geht das Gerücht, dass die gute alte D-Mark noch in den Tresoren der Buba schlummert – nur für den Fall dass …
    .
    Warum sagt Mutti nicht einfach mal „nö Sarko, ich hab da ken Bock mehr drauf“ und stellt einfach um.
    .
    Guthaben bei deutschen Banken werden 1:1 in die „Währung formerly known as D-Mark“ umgestellt. Die alt/neuen Scheinchen und Münzen gibts nur gegen diese umgestellten D-Mark-Einlagen. Der Rest regelt sich durch die unsichtbare Hand von geringem Angebot und hoher Nachfrage „von selbst“.

  188. Don Carlos, erledigt....
    Don Carlos, erledigt.

  189. @colorcraze 22:57, Geld nur...
    @colorcraze 22:57, Geld nur noch auf dem screen; da muss soylent green umgedacht werden.
    Silberkannen sind da eine Option. Oder man folgt Herrn Chavez und verstaatlicht
    die Goldminen und holt das Gold heim. Herr Chavez will seinen Venezuelanern
    dieses Schicksal ersparen.
    Btw dann ist es doch unwichtig wie das Geld, das den Weg vom screen zu mir nicht schafft, heißt.

  190. @colorcraze 22:57, Geld nur...
    @colorcraze 22:57, Geld nur noch auf dem screen; da muss soylent green umgedacht werden.
    Silberkannen sind da eine Option. Oder man folgt Herrn Chavez und verstaatlicht
    die Goldminen und holt das Gold heim. Herr Chavez will seinen Venezuelanern
    dieses Schicksal ersparen.
    Btw dann ist es doch unwichtig wie das Geld, das den Weg vom screen zu mir nicht schafft, heißt.

  191. @Binvonhier: tut mir leid. Wir...
    @Binvonhier: tut mir leid. Wir haben nur noch eine virtuelle Existenz.

  192. @DA: ob die Erben der...
    @DA: ob die Erben der „getarnten Geriatrien“ wohl dann damit was anfangen können? Ich hab bei Gebäuden, die schon lange stehen und schon mehrfach verkauft worden sind, irgendwie mehr Zutrauen, als bei den Bauten von 1950ff. bis heute – die erscheinen mir so modegestrickt, daß man sie allenfalls innert 20 Jahren wieder loswird, danach nicht mehr leicht…

  193. Für die Erben ist das...
    Für die Erben ist das natürlich eine miese Sache, die bleiben dann auf so einer Immoblie sitzen. Normalerweise ist es dann so, dass der Initiator die Immobilie günstig zurückkauft und dann wieder verkauft. Alle 5 bis 10 Jahre, das ist ein gutes Zusatzgeschäft.

  194. @DA: ah, ein etwas...
    @DA: ah, ein etwas längerfristigeres Geschäftsmodell ist also durchaus angedacht.

  195. @colorcraze: ja, klar, das war...
    @colorcraze: ja, klar, das war privater wohnungsbau wie heute im edelslum-segment zu berlin (um mal don alphonso aufzugreifen). dem haußmannschen gestus wird ja nachgetrauert: der schöne, einheitliche entwurf.
    vor allem waren die kisten in der bauweise proletariatsbeherbergung satt überbelegt und die eigentümer schöpften mit den mieten so viel kohle ab, daß die arbeiterarmeen auch partout nicht versiegen wollten, weil das geld schlicht herangeschafft werden mußte, egal wie. ob das für die besseren segmente (und damit nicht im villen-segment) auch gilt, wage ich mit dronke zu bezweifeln, wiewohl auch hier aufstrebendes bürgertum mitunter um den klassenerhalt spielte, nach außen der schein gewahrt wurde, daheim auf der obstkiste gehaust wurde, da mobiliar und entbehrliche kleidung zum mithalten versetzt worden waren.
    containerarchitekturen: das ist wohl der anfang von schick derzeit, böte flexibel einsetzbare räume – und ob ich mit plaste tapete und plaste fenster gasdicht in gemauertem oder stählernem gehäuse wohne, spielt raumklimatisch auch keine rolle mehr. einzig das baurecht kann da heikel sein – ansonsten: kommt drauf an, was man draus macht. seh ich glatt als alternative zur grauen (50er) architektur und mietwohnungsgrauslichkeiten neueren datums und dem umstand, das kohlebeschaffung doch zunehmend zeitinetnsiv gerät, zeit frißt, die den schönern dingen des lebens unbedingt zugestanden werden müssen.
    @vroni: jep, mußte umgehend an einen tumben arbeitsamtsbeamten denken, bei dem ich mal vorsprechen durfte und der auf mein kunststudium arttypisch und bar jeglicher höflichkeit reagierte. leider war ich zu perplex, da auf bürgerlich gepolt, um ihn höflich darauf hinzuweisen, wer denn seine gescheiterte existenzform finanziert. er und seinesgleichen vermutlich am wenigsten. aber wie dem auch sei: wenn jetzt tumbe finanzbeamte über den wert von studienfächern befinden, dann wird es spannend. dann fehlt eigentlich nur noch die kanzlerschaft dieter bohlens, um das niveau konsequent durchzuziehen. wobei die ökonomisierung für don alphonso doch ein thema sein dürfte.
    aber nu, bwl ist eben das derzeitige evangelium, deswegen wird man dann dumm gescholten, wenn man auf binnenmarkt pocht und dessen nachlässige behandlung moniert.

  196. Don, zu Ihrer Bemerkung:...
    Don, zu Ihrer Bemerkung: <<

  197. @ingo: welche Häuser meinen...
    @ingo: welche Häuser meinen Sie denn? Gründerzeit, 50er Jahre, 70er Jahre? Wohnanlagen klein und groß, Trabantenstädte, EFHs, Hochhäuser, Blocks? Mit Belegungsgemecker wie „Edelslum“ kann ich nichts anfangen, das ist großstadttypisch weltweit – und wenns nicht so ist, dann ists keine Großstadt. (Sie können gerne bei Leuten, die in London, Paris, New York, Tokyo, Neu Delhi, Sao Paulo, Hongkong, Peking oder dergleichen wohnen, nachfragen. Oder, wenns unbedingt kleiner sein muß, auch in Offenbach oder Köln.) – Ja, die Containerbauten, hab neulich welche gesehen als Industriebüros, außen Leichtbauhallenwellblechoptik, aber sollen angeblich angenehmer temperiert sein als gemauerte 60er-Jahre-Industriebüros, sagte jedenfalls jemand, der dort schon lange arbeitet und die verschiedenen Gebäude von innen im täglichen Gebrauch kennt. Trotzdem finde ich das Bürogebäude der alten badischen Textilfirma von ca. 1870 mit den Eismusterscheiben in den Türen zum Flur immer noch le plus formidable.

  198. Sehr geehrter Don Alphonso, in...
    Sehr geehrter Don Alphonso, in ihrer kleinen Stadt an der Donau haben die Leute das fertig gebaut und genutzt.
    Des Star-Architekten Norman Foster´s halbfertiger Turm im City Center zu Las Vegas, Nevada, USA (seit Kurzem Protektorat der Mao-Dynastie), beauftragt von MGM und mitfinanziert von DubaiWorld (ihr Beitrag auf Sand gebaut) soll jetzt, obwohl die geplante Höhe aufgrund der Wirtschaftskrise schon halbiert wurde, gesprengt werden. Wegen fehlender Erdbebensicherheit.

  199. "Inge" schreibt völlig...
    „Inge“ schreibt völlig durchgeknallten Müll und dachte eine Weile, meine Beiträge würden eine Botschaft an sie enthalten, jede Menge überphilosemitisches (wrenn man das so nennen darf) Zeug, und auch sonst liest sich das so, dass man es keinem Zumuten kann. Ist auf dem Weg von der Stalkerin (sie will nach München kommen) zur gehässigen Nerverin.

  200. @Schluchten-Ossi: das ist ja...
    @Schluchten-Ossi: das ist ja ’n Ding. In der Las Vegas Sun läßt sich ein Artikel ergoogeln:
    http://www.lasvegassun.com/news/2009/feb/08/adaptation-or-disaster/
    “The most important aspect was to create buildings and activity right at the Strip, which to a large extent is very new for Las Vegas, where everything in the past had pulled back and you have a big lake or a volcano in front of the hotel,” Cavaluzzi says.
    Als mein Mann und ich vor Jahren da waren, waren sie am Hochhäuserbauen am Strip. Nun versuchten sie es also mit „Urbanität“ – das war wohl zu gewagt.

  201. @DA: ach, München ist doch...
    @DA: ach, München ist doch nicht schlimm, das ist groß genug, aneinandervorbei zu laufen.

  202. Aber nicht, wenn man in die...
    Aber nicht, wenn man in die Oper will!
    .
    Donna Laure, hier war es heute auch ganz nett: Türkisfarbenes Wasser, 34 Grad und dank 5 Windstärken trotzdem angenehm. Schönen Urlaub noch!

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