Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Wer hat Angst vor Giovanni dalle Bande Nere?

| 210 Lesermeinungen

Was uns der Nahe Osten ist, war den Menschen der Renaissance Oberitalien: Ein Krisenherd, ein Schlachtfeld, eine Welt im Dauerkonflikt. Den Nachruhm bekamen die Künstler, und niemand besucht die Leichen der Kriegsherren.

Ich möchte aus meinem Leben ein Meisterwerk machen.
Benito Mussolini

Mantua hat eine gotische Franziskanerbasilika.

Mantua ist aber auch UNESCO-Kulturerbe der Menschheit, und der Kunstsinnige kann eine Woche damit zubringen, andere Bauwerke zu betrachten, die fraglos bedeutender sind. Zudem liegt die Franziskanerkirche etwas abseits von jener Perlenschnur, an der Paläste, Befestigungen und andere Auswüchse der Bauwut der Gonzaga aufgereiht sind. Sollte man tatsächlich in die Nähe des Bahnhofs kommen, steht daneben noch der Palazzo d’Arco mit seinen beeindruckenden Sälen und dem Umstand, dass Andreas Hofer hier der Prozess gemacht wurde. Als Tourist muss man auswählen,  und man muss ehrlich sagen: Kennt man schon eine gotische Franziskanerbasilika, wird einen das Innere hier auch nicht mehr besonders überraschen.

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Man ist also zumeist allein in dieser Halle, die nur einmal Bedeutung in der menschlichen Geschichte erlangte: Das war 1526, als in Oberitalien der Krieg zwischen deutschem Kaiser, französischem König, den Papst und diversen Fürstentümern tobte. Jeder wollte diese Region unter seine Kontrolle bringen, und mit dem Aufkommen der Feuerwaffen erreichte dieser Konfilkt eine neue und höchst mörderische Qualität. All das, was wir heute aus dem Nahen Osten kennen – Guerillataktiken, Verrat, unübersichtliche Interessen, wechselnde Bündnisse, Bruderkriege. Söldner ohne Moral, Waffenhändler, parteiliche  Medien – war damals in voller Blüte. Es ist auch für Historiker nicht ganz einfach, das Hin und Her von Fronten und Koalitionen zu erklären. Mit Begriffen wie „Gut“ und „Böse“ kommt man da kaum weiter, es war weniger Land vorhanden, als historisch stets wohl begründete Ansprüche, und so schlachtete man sich oder auch nur die unschuldigen Bauern der anderen ab, wenn sich die Möglichkeit dafür geboten hat. Der Konflikt um Oberitalien schien unentwirrbar.

Er war unlösbar, weil damals Leute wie Giovanne dalle Bande Nere auf den Plan traten. Es war diesem Herrn nicht zwingend vorbestimmt, dass er einmal als mässig berühmte Randfigur jener Epoche einen besonders üblen Ruf als Söldner erringen würde. Seine Vorfahren kamen aus den Häusern Medici und Sforza, er hatte eine gute Erziehung, und eine Frau aus besten Kreisen mit Zugang zu Vermögen, und andere Familienmitglieder waren durchaus ehrbare Personen der Gesellschaft. Alle Türen standen ihm offen – aber schon als Jugendlicher brachte er einen Menschen um, und galt allgemein als brutal, zynisch und konfliktfreudig. So, wie man es in jenen Tagen der entgrenzten Konflikte gerne hatte. Unter seinem Verwandten, Papst Leo X. Bekam er im Alter von 18 Jahren das erste Kommando über eine Söldnergruppe, und formte sie zu einer schlagkräftigen Einheit. Acht Jahre lang revolutionierte er die Kampftaktik mit kleinen, schnellen Verbänden, mal gegen den einen und mal gegen den anderen Herrscher, und immer für gute Bezahlung. Und mit Leidenschaft. Die damalige Presse bewunderte ihn, und es ist nicht ganz einfach, den realen Menschen von der Legende zu trennen.

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Nach 8 Jahren zerschmetterte eine Kugel bei einem unbedeutenden Gefecht für die päpstliche Sache gegen deutsche Landsknechte sein Bein, man fand auf die Schnelle keinen Arzt, und als man dann endlich in Mantua sein Bein amputieren konnte, war es schon zu spät: Nach vier Tagen starb er am Wundbrand. Die Gonzaga waren so freundlich, ihn in ihrer eigenen Grabeskirche beisetzen zu lassen. Manche Zeitgenossen bedauerten ihn und sagten, er wäre vielleicht in der Lage gewesen, Italien zu einigen. Statt dessen zogen danach die deutschen Landsknechte nach Rom, plünderten es gründlich, und nach einigem Hin und Her, und angesichts allgemeiner Erschöpfung der Kriegsteilnehmer wurden die Zeiten doch etwas friedlicher. Giovanni dalle Bande Nere verdankt diesem Ende des Konflikts den Ruf, der letzte grosse Condottiere gewesen zu sein. In seiner berühmten schwarzen Rüstung – der Mann verstand etwas von Markenbildung – hat man ihn hier begraben. Man ist in der Kirche ziemlich allein mit seinen Gedanken an diesen Mann.

Drüben im Palazzo Ducale, wo Mantagnas luftige Gemälde des reichen, konfliktfreien Liebeslebens der Renaissance zu sehen sind, drängeln sich die Leute, um für 5 Minuten einen Blick darauf werfen zu dürfen. Im Pallazo del Te wuseln die Schulklassen durch die Säle, in denen Giulio Romano das glückliche Leben in bukolischer Landschaft dargestellt hat. In Albertis Kirche Sant’Andrea besprechen Studentengruppen die Entstehung der Renaissancearchitektur. Im Park steht eine Statue von Vergil, und davor sind Bänke an Springbrunnen, auf denen Italiener Mittagspause machen. Daneben ist ein hübscher Spielplatz. Der Umstand, dass jener berühmte Mediciheld, der Krieg und Konflikt schonungslos betrieb, momentan nur einen Besucher hat – mich – sagt ziemlich viel darüber aus, wie Menschen mit etwas zeitlichem Abstand über Kultur denken. Und über jene, die bereit sind, für ihre eigenen Interessen andere leiden zu lassen. Das war zwar nicht immer so – der italienische Faschismus hat sich alle Mühe gegeben, Giovanni dalle Bande Nere als Vorbild für die Jugend aufzubauen – aber man muss vielleicht doch einsehen, dass Menschen auch nach 500 Jahren in der Lage sind, Kultur eher als sinnlose Kriege zu verstehen.

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Der Mensch, das ist durchaus eine historische Lektion, lässt sich eher ungern von seinen Oberen oder den Oberen der anderen umbringen. Der Umstand, dass ich allein in dieser gotischen Kirche bin, ist so etwas wie eine Abstimmung mit den Füssen. Obwohl die Ähnlichkeiten zwischen den oberitalienischen Kriegen und dem heutigen Nahen Osten so schlagend sind, obwohl der Konflikt jede echte Bedeutung verloren hat, zur Gewohnheit und sogar zum Lebensinhalt wurde, wie bei den Condottiere der Renaissance, und obwohl es sich an dieser Stelle ganz trefflich sinnieren liesse, was denn an Vernichtung und Bedrohung und den Kosten dafür wirklich sinnvoll ist, werden auch die Aufgeregten und Empörten nach dem Grassgedicht eher Karten für den Palazzo Ducale lösen, sollten sie Mantua besuchen: Weil auch sie eher die Freuden der Renaissance als deren untrennbar mit ihnen verbundenen Abgründe schätzen. Man sagt oft, man müsse Vorgänge aus der Zeit heraus verstehen. Ich denke, die Verurteilung von Grass wird für spätere Generationen so unverständlich sein wie der Versuch der Renaissanceautoren, Giovanni dalle Bande Nere zu einem Helden zu machen.

Die Franziskanerkirche wurde im 19. Jahrhundert zu einem Arsenal umgebaut und im 2. Weltkrieg schwer beschädigt. An Giovanni dalle Bande Nere erinnert nicht mehr viel; im Kreuzgang ist eine Zeichnung von ihm, in voller Rüstung vor der Madonna kniend. Ein paar Meter weiter ist eine Statue des Franz von Assisi, da stehen dann die Blumen und die Kerzen. Ich glaube nicht, dass in 500 Jahren ausser ein paar Forschern noch jemand weiss, wer so komische Typen wie dieser Achami – Achmadana – na dieser Perser halt, dieser Netanjahu, oder dieser komische Typ da aus Berlin gewesen ist, der mal nach Israel emigrieren wollte und dann doch lieber in Deutschland bei Springer gegen Grass und Migranten schimpfte, na wie hiess der doch gleich… egal. Da waren ja so einige, die ein Gedicht irgendwie schlimmer als ein Drohpotenzial  einer Atombombe hielten. Es wird auch nur eine Fussnote eines Konflikts sein, der wie alle anderen Konflikte auch nicht ewig dauerte. Wo Giovanni dalle Bande Nere seine tödliche Wunde erhielt, wachsen jetzt die besten Kürbisse für meine Tortelli di Zucca. Man würde sich wünschen, dass an der Stelle diverser Atomanlagen dann Ölbäume stehen, oder wenigstens ein paar Schilder, auf denen steht, wie blöd man damals gewesen ist.

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Wer das anders sieht, dem sei ein Besuch dieser Kirche wirklich sehr ans Herz gelegt. Ich mein, hübsch leben und schöne Bilder malen, das tut in Italien doch jeder, aber mit Wundbrand in voller Rüstung begraben werden… das ist eine feine Sache für die kalten, weil weit vom Geschehen entfernten Krieger des Nahen Ostens. Ein echter Held, ein Macher, ein entschlossener Tatmensch,  nicht nur so ein besorgter Dichter, dessen Texte man so und so interpretieren kann

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210 Lesermeinungen

  1. ich wäre jetzt auch gerne in...
    ich wäre jetzt auch gerne in der Toskana…

  2. So würde ich...
    So würde ich Geschichtsunterricht immer mögen: Die luftige lustvolle Leichtigkeit überlebt im Gedächtnis des Volks die Helden des Abschlachtens. Eine echte Posthum-Watschn. Hoffentlich bleibt das so.
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    Zu Grass fällt mir nur ein, dass ich es im Grunde durchaus begrüße, wenn Dichter und Intellektuelle sich kritisch und kräftig zum Zeitgeschehen melden. Man hört von denen so gar nichts mehr. Die paar einige welche sind tot: Kraus, Tucholsky, Böll, Bachmann. Soll es nur immer der Handke oder der unsägliche Schlotterdick sein? Politiker und Lobbyistenwarzen brauchen durchaus ab und an kräftig und sprachgewaltig eins auf die Mütze. Und nicht nur von einem, von vielen.

  3. Da regnet es noch, aber in der...
    Da regnet es noch, aber in der Poebene (->Mantua) kommt gerade die Sonne heraus.

  4. @ DA.

    Re Das Leben in...
    @ DA.
    Re Das Leben in Mantua…
    Gibt’s eine Armani Filiale in Mantua?
    Und da Sie so gern Schuhe kaufen, geben Sie uns bitte einen Update.
    Müssen Sie ihr Auto nächts überwachen lassen – wo parkieren Sie Ihr Sunbeam?

  5. <p>Der Vergleich der...
    Der Vergleich der oberitalienischen Kriege des 16. Jahrhunderts mit dem Nahostkonflikt des 20./21. Jahrhunderts stimmt in einem Punkt nicht. Beim Nahostkonflikt gibt es eine Seite, die man als an dem ganzen explosiven Durcheinander gänzlich unschuldig betrachten kann (oder muss): die Palästinenser. (Was die später gemacht haben, ist eine andere Geschichte.) Die Gründung des Staates Israel auf dem Gebiet eines Volkes, das mit den gesamteuropäischen Progromen und dem Holocaust nichts zu tun hatte, war ein Akt des Unrechts an diesem Volk. Aber wenn ein Deutscher das sagt, ist er natürlich Antisemit, womit wir den Bogen zu Grass geschlagen hätten.

  6. Menschen ändern sich nie:...
    Menschen ändern sich nie: Kriege, Macht und Gier nach Ruhm und niemand erkennt, dass alles sinnlos ist, weil am Ende der Schnitter keine Rücksicht nimmt, auf das was du Bist und warst?

  7. Ja, das würde mich auch...
    Ja, das würde mich auch interessieren: Wo parkt das Sunbeam?

  8. @ rittervomgeist 14.34h

    Ich...
    @ rittervomgeist 14.34h
    Ich war immer der Meinung, die 7,6M Menschen* die in Israel leben würden
    irgendwann eine Heimat in den USA finden. Die Juden sind erfinderisch, arbeitsam und in den USA würden sie sich sicher wohl fühlen und im Frieden leben können.
    * CIA Factbook online

  9. ‘Ich glaube nicht, dass in...
    ‘Ich glaube nicht, dass in 500 Jahren außer ein paar Forschern noch jemand weiß, wer so komische Typen wie dieser Achami…’ Unter den gegebenen Bedingungen glaube ich, dass in 500 Jahren überhaupt niemand mehr da sein wird, der etwas wissen kann.

  10. @Herr Schwarz
    .
    die...

    @Herr Schwarz
    .
    die potentiellen Täter ändern sich nicht, aber die potentiellen Opfer hätten inzwischen ein bissel klüger und widerstandsfähiger werden können.

  11. @ fionn
    1945 war es dafür zu...

    @ fionn
    1945 war es dafür zu spät, aber hätte man nicht in Baden-Württemberg oder Schleswig-Holstein (selbstverständlich nicht Bayern, wegen der Seen, Sie wissen schon) den neuen Staat Israel gründen sollen? Dann hätte es jedenfalls den Richtigen getroffen.

  12. Erinnere mich an ein...
    Erinnere mich an ein TV-Interview mit Zbigniew Breschinski in dem er sich über den
    ‚einfältigen‘ US-Präsidenten Jimmy Carter mokierte, der ernsthaft daran glaubte, dass
    eine politische Lösung für Israel und den Nahostkonflikt zu finden sei.
    .
    Darum ginge es doch garnicht, war seine Meinung.

  13. @rittervomgeist
    .
    Soweit ich...

    @rittervomgeist
    .
    Soweit ich weiss, haben Israelis keinerlei Probleme, in die EU einzureisen und dort ihren ständigen Wohnsitz zu nehmen.
    (Manche könnten immer nur Plön, Bosau, Mölln und Eckernförde auf Dauer zu spießig finden.)

  14. Wenn man über das vergangene...
    Wenn man über das vergangene Gemetzel in Europa liest, wünscht man sich nur noch dass der Euro nicht schlapp macht.
    Und unsere lieben Nachbarn auch nicht.
    .
    Italien:
    Napoleon beseitigte die österreichische Herrschaft
    in Mailand und Mantua
    Unterstützt wurde er dabei von der verbreiteten
    ABNEIGUNG der Italiener gegen
    die österreichische Fremdherrschaft.
    .
    Palästina:
    Die Balfour Erklärung (1917) zeugt von den machtpolitischen Interessen Londons in der Region:
    Der Erste Weltkrieg war im Gange und Großbritannien erhoffte sich
    in seinem Kampf gegen das
    Osmanische Reich in Nahost
    die Unterstützung der Juden in Palästina wie auch –
    der Juden in der Diaspora – die Unterstützung anderer Länder,
    darunter besonders der USA.
    So verspricht London, was es eigentlich gar nicht versprechen kann:
    Eine nationale Heimstätte für Juden in einem Gebiet,
    das es noch gar nicht kontrolliert.
    .
    Die leider allzu weit verbreitete
    ZUNEIGUNG der Deutschen zur
    „österreichische Fremdherrschaft“
    führte dann ins Desaster.

  15. Gut, wie Sie den Grass...
    Gut, wie Sie den Grass historisch erweitern, Don. Sein Gedicht ist zwar fragwürdig, stellt aber auch richtige Fragen zum Atomwaffenbesitz im Nahen Osten. Diese instabile Region könnte durch einen israelischen Waffengang vollends aus dem Ruder laufen.
    .
    In den Medien wird leider auch nicht thematisiert, dass ein führender Kopf der amerikanischen Neokonservativen, Richard Perle, im Jahr 1996 von Benjamin Netanjahu den Auftrag für eine Studie erhielt: A Clean Break – A New Strategy for Securing the Realm. Darin wurde eine strategische Neuausrichtung gefordert (Regimewechsel im Irak) und den Palästinensern eine Absage für ihren eigenen Staat erteilt.
    .
    https://en.wikipedia.org/wiki/A_Clean_Break:_A_New_Strategy_for_Securing_the_Realm

  16. Die Verurteilung von Grass...
    Die Verurteilung von Grass wird für spätere Generationen durchaus noch verständlich sein – zumindest wenn sich bis dahin der Meier Tripel-X-Neofeudalismus noch nicht ganz durchgesetzt haben wird, es also noch ein bisschen auf Volkes Stimme ankommen wird, die also beständig der offiziellen δὀξα anzuverwandeln ist. („Lufthoheit über den Stammtischen.“) Es geht darum, ein Exempel zu statuieren und ein Vorfelddelikt zu bewehren, dessen Zäune schon weit außerhalb jeder Selbstaufklärung des Publikums aufgestellt werden müssen. Die Vormünder wollen ihren Einfluss nicht verlieren. Man stelle sich vor, es würde mit wirklich offenem Ausgang über Eurorettung, Afghanistankrieg oder eben den Nahostkonflikt verhandelt – undenkbar! Wenn man eine Alternativlosigkeit infrage stellen lässt, kommt gleich ein Dutzend andere noch nach; dieser Pöbel will, wenn man ihm den kleinen Finger reicht, am Ende gleich die ganze Hand.
    Ins Geheul der Wölfe stimmen wohl einige der amtspressewalterisch Befragten auch nur deshalb ein, weil sie sehen, wie ihnen selbst allenfalls geschehen könnte. Andere werden wohl ausgewählt, weil der beste Prädiktor – nach (Wahl-)Verwandtschaft und damit zuallermeist einher gehendem Bauchgefühl, das iverlässlicher ist als ein quecksilbriger Intellekt – bei ihnen Konsens verspricht. Das ergibt dann so geistvoll fbegründete Äußerungen wie „einfach unanständig“.
    Einesteils braucht man natürlich die dauerhaft hochgehaltene Moral – denn woher sonst passende Rechtfertigungsgründe zur Einstimmung auf alternativlose Kriege und viele andere Insalubritäten hernehmen? Andererseits ist da immer noch mehr als eine Ahnung im Publikum, dass Moral mit Symmetrie zu tun hat – „Was du nicht willst, dass man dir tu‘ …“ usw., dass zuallererst das Audiatur et altera pars und dann die Austauschprobe gute Rezepte sind, um zu einem billigen moralischen Urteil zu kommen. (Naiv ist natürlich der Glaube, dass es um Moral gehe.)
    Also windet man sich und windet sich – ein Schauspiel, dem gegenüber ein schmerzverrenkter Märtyrer auf einem barocken Bildnis ein jämmerlicher underperformer ist. Genießen wir wenigstens das Schauspiel!

  17. hans von der schwarzen fahne,...
    hans von der schwarzen fahne, also „hans von schwarzfahne“ sozusagen? freibeuter zu lande? mit entsprechendem schicksal? kein wunder?
    .
    und wenn m. es nur härter versucht hätte („try harder!“, neudeutsch) dann hätte es aber doch bestimmt geklappt mit dem meisterwerk. er hat sich sicherlich lediglich zu geringe ziele gesetzt, hätte gleich auf „Ich möchte aus meinem Leben ein perfektes Meisterwerk machen!“ abzielen sollen, dann hätte er bestimmt erfolg haben können, so aber … .
    .
    man überschätzt aber womöglich diejenigen, die kein historisches bewußtsein haben, weil es ihnen nicht mitgegeben – genauso wie den möglichen einfluss derjenigen mit.
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    irgendwo bei der emanzipation steht wohl auch geschrieben, dass man männer am ende womöglich genau so weiterlieben muss, wie sie sind. trotzdem. und durch die jahrtausende. und durch immer wieder neue frauen. versuch & irrtum. und beide anscheinend unveränderlich auf exakt derselben seite: versuch und irrtum einseitig nur auf seiten der frau.
    .
    Und der Lauf der Geschichte ist es sich schuldig, dass die Unbedarften immer überrascht werden. (Also bleiben wir unbedarft!)
    .
    Und die „Agenda 2010“ war das größte außenpolitische Projekt der Welt des letzten Jahrzehnts, eben womöglich nicht die erklärten Kriege: Deutschland richtet Europa zu Grunde. (Nur leider unreflektiert: Die Dummheit dieses Landes in der Mitte Europas – eben wie ohne Führung – wäre, so gesehen, gerade in historischer Perspektive, auch weiterhin kaum zu übertreffen. Wie kann eine 82 Mio-Volk (mit 42 Mio Arbeitsstellen – und solchen Arbeitsstellen noch dazu!) im Zentrum eines Kontinents eine solche „Agenda“ machen, und dabei in nahezu völliger Nabelschau verharren, nicht sehen also, dass das alle anderen drumherum mitgezwungen sein würden? Und trotzdem ungefragt/ungefragt blieben, und so …)
    .
    Und die gestalterischen Kräfte der Welt gehen am Ende immer maximal von den Imperien aus. (Die Bedingungen von „actio= reactio“ werden sich über lange Beobachtungszeiträume auch hier ausgleichen bzw. erfüllen müssen. – Was das hieße? Die USA sind unter unserer Beobachtung. Und am Ende am Besten nur die USA. Deren Pass, sein „contaiment“ bestimmt, wie bekannt, wer „drin“ ist, „dazugehört“, „alle Rechte“ hat, usw.. Und die Gegenkraft, womöglich final pass-, staats-, und identitätszerstörend, wird gebildet von den aus den USA selbst in die Welt hinausgreifenden Kräften, zu summieren unter Schlagworten wie Firmennamen, „Google, Microsoft, Intel, Nortel, Boing, Facebook – 1000 mehr“):
    .
    Und – die Geschichte der Imperien kennend – steht womöglich fest, dass die ausgreifenden, die Welt befruchtenden Kräfte am Ende gewinnen werden, also die „Auflösung“, nicht das „containment“. Denn die Welt ist weiblich: Sie kann mehr absorbieren, und zwar nahezu unverändert, als ein ER bringt, je bringen kann.) (Die USA und die EU machen z.Zt. zusammen ca. 20.000 Milliarden BSP pro Jahr. Oder 20 Trillionen. Die Schweiz und ein einmaliger Gewinn Deutschlands von 30 Milliarden Euro aus der Schweiz, und verteilt auf mehrere Jahre, ist im Verhältnis ein netter Augenblicksprofit. Sollte aber den Blick auf die zu gestaltenden Aufgabe – the required balances we are looking for – nicht verstellen. Eher nicht. – Rein als Ergänzung zu den wunderbaren Ausführungen unseres überaus geschätzten Gastgbers zur Schweiz von neulich noch angemerkt.) (Und da die Wirkung der beiden ausgreifenden Kräfte ja nach Kontinent, Nation, Schicht oder Stadtviertel unterschiedlich ist und ausfällt, haben wir eine Mitwirkungspflicht und Gestaltungsaufgabe: Sprechen wir es doch ruhig aus.)

  18. @HansMeier555
    Ständiger...

    @HansMeier555
    Ständiger Wohnsitz und eigener Staat sind doch zwei ganz verschiedene Dinge, oder? Auch ich kann nach Griechenland fahren und dort meinen Wohnsitz nehmen, aber will ich das ? Oder Sie?

  19. Wie so oft las ich erst die...
    Wie so oft las ich erst die Kommentare um mich auf den anspruchsvollen Text des Autors einzustimmen.
    Es geht also um Israel und Grass und den Iran. Dachte ich.
    .
    Spaeter wurde mir klar, dass man sich auf drei Nebensaetze stuerzte, die auch ignoriert haetten werden duerfen.
    .
    Ratatouille d’histoire.

  20. Es geht um die Fragem was...
    Es geht um die Fragem was wichtug scheint und was wichtig sein wird, und wie es sich hoffentlich von Politik und Wirtschaft zum Feuilleton verschiebt.

  21. Stimmt es eigentlich, dass die...
    Stimmt es eigentlich, dass die Abgeordneten im Bundestag anders abstimmen dürfen als der Fraktionsboß erlaubt?
    Und dass der Parlamentspräsident ihre Stimmen dann trotzdem zählen darf — grade so, als gäbe es keinen Fraktionszwang?
    Kraß!
    .
    Angenehm überrascht hat mich der Ältestenrat. Sind zwar auch nur Bürgerlein, machen aus der Demokratie aber keinen Fetisch.

  22. @Don
    .
    Das mit der...

    @Don
    .
    Das mit der Verschiebung zum Feuilleton wird in unserm Fall auch in 500 Jahren nicht klappen.
    .
    Denn in unsrer jetztigen Gegenwart gibt es ja weder Kunst noch Kultur, und die Nichtgedichte sind auch nur blöde Leitartike.
    .
    Das ist der Unterschied zwischen uns und der Renaissance.
    Die Kunst ist lang…

  23. und natürlich bleibt die...
    und natürlich bleibt die aufgabe jeden unsinn politisch soweit als möglich einzudämmen oder zu verhindern.
    .
    zwei links, die uns dazu einfallen: vauban, der bekannte, große und einzigartige festungsbaumeister (im grunde ein militärischer ingenieur und politiker erster güte – man sehe sein gesicht). http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A9bastien_Le_Prestre_de_Vauban – scrollen bis „baumwerke“, evtl. in ruhe auf sich wirken lassen. denn: alles das, was da gebaut wurde, war eben auch doch wohl vor allem nur eines: geld, welches bürgerfamilien für ihren eigenen wohlstand nicht hatten.
    .
    und anscheinend immer derselbe irrsinn, wenn systeme sich verselbstständigen: auf dem gelände des mont royal über der mosel gibt es heute immerhin ein internationales beherbergungsunternehmen. http://de.wikipedia.org/wiki/Mont_Royal_(Festungsruine) „Die sehr große Festung belastete den französischen Staatshaushalt erheblich, ohne dabei einen besonderen militärischen Nutzen einzubringen. Bereits im Jahr ihrer Fertigstellung wurde gemäß den Bestimmungen des Friedens von Rijswijk mit der Schleifung begonnen.“ http://www.landal.de/de-de/ferienparks/deutschland/mosel/mont-royal
    .
    nachbemerkung:auch wir fanden grass zeilen, wie wohl interessanterweise die meisten der faz-leser auch, durchaus nicht völlig unangemessen oder nur schlecht.
    .
    allerdings drängte sich uns aber auch der eindruck auf, dass israel eben kein normaler staat wie alle anderen sei, so normal, dass man zu ihm mit einem normal-durchschnittlichen gedicht stellung nehmen dürfe. hinsichtlich israels gilt vielmehr ganz sicher auch weiterhin: wenn überhaupt muss man mindestens goethe übertreffen. sonst geht es nicht. oder dante alighieri.

  24. Es sind nicht die Israelis,...
    Es sind nicht die Israelis, die den Weltfrieden bedrohen, es ist die menschliche Dummheit, Feigheit und insbesondere Eitelkeit. – Als ich vor ein paar Jahren meinen Schwiegervater in Los Alamos besuchte, wurde ich von einem russischen Physiker – damals aber schon amerikanischen Staatsbürger – zum Abendessen eingeladen. Er erzählte mir en passant, dass die Amerikaner ihn nach dem Zusammenbruch der UDSSR nach Los Alamos geholt hatten, weil sie nicht wollten, dass sein Wissen in die falschen Hände gerät. „Aber alle konnten sie nicht holen” fügte er en passent hinzu. Dann hat er – ganz en passent – erzählt, wo seine ehemaligen Kollegen jetzt sind, womit er ausdrückte, wer mittlerweile mit ziemlicher Sicherheit eine Atombombe gebaut hat.
    .
    Natürlich fällt mir dazu dann noch die Geschichte von den jüdischen Kollegen meines Großvaters von der physikalischen Reichsanstalt ein, die während des dritten Reichs, uranhaltiges Metall von der Reichsanstalt in Form von Kleiderbügeln mit nach den USA nahmen.
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    Die Sexertruppe mit Frau Ashton und Mutti löst so ein Problem mit Sicherheit nicht.

  25. ‘Es geht um die Frage was...
    ‘Es geht um die Frage was wichtig scheint und was wichtig sein wird, und wie es sich hoffentlich von Politik und Wirtschaft zum Feuilleton verschiebt.’ – Sorry Don, ich hab das nicht gelesen, bevor ich meinem Kommentar schrieb. Mein Kommentar ist echte Politik … und (leider) kein Feuilleton. Manchmal frage ich mich selbst, hab ich das wirklich alles erlebt oder ist es nur ein interessanter Roman? Im Fall des Physikers in Los Alamos, war das Dinner ganz offensichtlich gezielt organisiert worden und der ex-Russe hatte genaue Anweisungen bekommen, was er mir sagen sollte. Was aber den Wahrheitsgehalt dessen, was er sagte, keinen Abbruch tut.

  26. @HansMeier555:
    Soweit ich mich...

    @HansMeier555:
    Soweit ich mich erinnere, hatte DA bereits vermeldet, daß er in Gaimersheim steht.

  27. @Filou
    Könnte es ein,dass...

    @Filou
    Könnte es ein,dass unser verehrter Gastgeber seinen anspruchsvollen Text nur verfasst hat, um darin seine drei Nebensätze unterzubringen, auf die wir uns alle gestürzt haben?

  28. Ein anderes Mal als ich in Los...
    Ein anderes Mal als ich in Los Alamos war, sagte mir die Dame in der Bibliothek, als ich mir ein Internetplatz reservierte, um the e-FAZ zu lesen, dass der Repräsentant von New Mexico (in Washington) am nächsten Tag kommen würde. “Würde Sie das nicht interessieren?’ Natürlich hat es mich interessiert, und ich bekam einen Kurzvortrag über die Rechtssituation der Gesetze, die auf Grund von 9/11 installiert wurden. In der halben Stunde habe ich mehr über die Amerikaner gelernt als in meiner gedammmten Schulzeit.

  29. @DA, 2012-04-15 20:15
    Ich...

    @DA, 2012-04-15 20:15
    Ich wollte wenig etwa gegen die Fußtruppe des FAZ-Feuilletons sagen. Aber mit der Verschiebung ins Feuilleton allein ist eben noch nichts gewonnen. An diesem luftigen Locus tummeln sich nämlich erst recht die Blasenaufbläher, Tiefenhermeneutiker und Seelenzergliederer des ungebührlichen Realitätsbezuges. Siehe
    < http://www.focus.de/politik/deutschland/aesthetik-professor-brock-zu-grass-gedicht-er-hat-in-gravierender-weise-kontrollverlust-erlitten_aid_734426.html>

  30. Werter D.A. 20:15, dachte es...
    Werter D.A. 20:15, dachte es mir schon, nur begrüßen – ich weiß nicht recht, eher nicht.
    Außer moralisieren kommt vom Feuilleton nichts, sorry, aber da sind die Schubladen
    genau so leer wie in Wirtschaft und Politik. M.E. ist es eben nicht so: wenn die einen
    ideenlos vor sich hin darben, andere Sparten ein volles Blatt in den Händen hätten.
    .
    Vor nichts fürchte ich mich mehr, als vor einer moralisierten Politik und Wirtschaft.

  31. "Ich denke, die Verurteilung...
    „Ich denke, die Verurteilung von Grass wird für spätere Generationen so unverständlich sein wie der Versuch der Renaissanceautoren, Giovanni dalle Bande Nere zu einem Helden zu machen.“
    .
    dafür sind historiker doch da. bei uns gilt doch bismarck auch als staatsmann*), von ganz rechts bis zur anderen seite, sogar die ddr war eben dabei, ihn ins historische erbe einzureihen.
    ,
    unverständlich ist mir schon hier und jetzt, erstens, dass er ohne not überhaupt was zum thema sagt und zweitens, dass er sich wundert, von wem er beifall bekommt. oder wundert er sich nicht einmal mehr?
    .
    der grassgünter überschätzt sich einfach nur, er hält sich wohl für den erben von heinrich böll. selber schuldig, wenn er nicht weiss, dass er das nicht ist.
    —-
    die reichseinigung kostete fünf kriege, der letzte davon endete am 15.03.1991 (inkrafttreten des regelungsvertrags).

  32. ... by the way gehören zu den...
    … by the way gehören zu den Semiten folgende:
    Äthiopier, Araber, Hyksos, Malteser, Minäer, Sabäer, Ostsemiten, Akkader, Babylonier, Assyrer, Amoriter, Ammoniter, Aramäer, Hebräer, Kanaaniter, Moabiter, Nabatäer, Phönizier, Samaritaner und Syrer …
    .
    Antisemitismus ist ja so 1938!
    .
    Da lob ich mir die Ringparabel …

  33. Don, dazu muss das Feuilleton...
    Don, dazu muss das Feuilleton viel deutlicher und weniger bildungshuberisch werden. Ob es das schafft?

  34. In Israel ist der MX-5 wie...
    In Israel ist der MX-5 wie auch von mir hochgeschätzt. Wer Barchetta hat, sollte auch bei Militärdoktrinen des Unverstands grundsätzlich verdächtig sein.
    Die Hälfte aller zusammengeleimten Schiffchen, ca 25000, in der BRD abgesetzt, hallo!
    Ein Journalisten-Flietscherl. Grass Exil in Kaschubistan oder Persien als menschlicher Schutzschild ne neue Idee der Vegetarier. Bääh

  35. @ Filou:
    Ratatouille...

    @ Filou:
    Ratatouille d’histoire ist gut — man könnte vielleicht sogar Pâté de Foie Grass sagen. Mittlerweile ruht der gute Don Alphonso noch sanft zu Mantua in Banden, wo einst in blutigen Kämpfen der Aufstieg Europas begann, während wir tagtäglich bereits den allmählichen Untergang des Abendlandes hautnah mitvollziehen dürfen.

  36. <p>@Don 20:15.....tja,was ist...
    @Don 20:15…..tja,was ist wohl wichtig und was wird es sein wenn man sowieso tot ist?
    Lebe grüße aus d.Norden

  37. Also ich sehe erstmal...
    Also ich sehe erstmal echtrömische Gemetzelbilder. Von der Sorte gibt es im Kapitol in Rom noch reichlich mehr, weswegen ich den Leuten immer rate, das Essen schon halbwegs verdaut zu haben, wenn sie da reingucken wollen. Ein gewisser Zug ins Blutrünstige läßt sich nicht übersehen. (Was mich an den Lateinunterricht erinnert. Es gab mindestens 20 verschiedene Vokabeln für „töten“).

  38. "Zu Grass fällt mir nur ein,...
    „Zu Grass fällt mir nur ein, dass ich es im Grunde durchaus begrüße, wenn Dichter und Intellektuelle sich kritisch und kräftig zum Zeitgeschehen melden. Man hört von denen so gar nichts mehr.“
    .
    Finden Sie? Ich hatte vor einiger Zeit einen süffidanten Artikel einer Autorin über Nordkorea gelesen, der mir sogar gefiel, bis ich mich fragte, was diese Autorin wohl über Nordkorea wisse, einem Land, von dem wir nur dessen Propagandabild und unser Feindbild kennen.
    .
    Was wir über die Welt wissen, wissen wir aus den Massenmedien (Luhmann) und dann können wir dieses „Wissen“ in der Art von Schulaufsätzen recyclen, zusammengefasst in „eigenen Worten“, versehen mit ein paar stilistischen Piruetten, sofern wir schreiben und Texte sinngemäß erfassen können.
    .
    Was ich schlimm finde, ist nicht das „Halbwissen“ gegen das die hoch Belesenen polemisieren, sondern dass der Gegenstand überhaupt nicht sachgerecht beurteilt werden kann. Das ist wie diese Leute, die sich jetzt alle zu China äussern, augrund dessen, was sie in einigen Zeitungsartikeln gelesen haben.
    .
    Umgekehrt Handke, der um seine Reinheit von all dem Gewäsch Bemühte. Der läuft an einer Bürgerkiegszone vorbei, die 200 Kilometer weit weg liegt und sieht nichts, also ist da auch nichts. Bloß lauter nette Menschen in bukolischen Landschaften, die das Dirchterherz berühren. Ohne Massenmedien also auch kein „big picture“. Verzerrung durch Nähe und Verzerrung durch Distanz heben einander nicht auf, aber wenn man mit zwei Verzerrungen zu tun hat, dann kann man zumindest anfangen, seinen eigenen Standpunkt zu relativieren oder eben, wie Handke, auf seinem Standpunkt beharren. Das ist dann Standhaftigkeit und natürlich soll er dafür belohnt und zum serbischen Ritter geschlagen werden, wenn es das ist, worum es geht. Der Don bringt schließlich noch eine dritte Verzerrung ins Spiel, die des historischen Gedächtnisses, die bei jedem Konflikt eine Rolle spielt.

  39. Vor ein paar Wochen hat der...
    Vor ein paar Wochen hat der Lichtmacher drüben aus seiner Jugend erzählt, wo er sich angeblich das Ziel gesetzt habe, „ohne Intellektuelle auszukommen, die sich mit den Nazis kompromittiert hatten“ oder so ähnlich.
    .
    Klingt in meinen Ohren ihrgendwie falsch.
    Denn es gab doch gar keine Naziintellektuellen oder Nazischriftsteller, die man nicht sowieso ignoriert hätte.
    Da fehlte einfach der Anlaß.

  40. Ein anderer Condottiere hat...
    Ein anderer Condottiere hat seinerzeit erkannt: „Drei Dinge sollten jedermann vom Krieg abschrecken: Die Verderbung und Unterdrückung der armen, unschuldigen Leute, das unordentliche und sträfliche Leben der Kriegsknechte und die Undankbarkeit der Fürsten.“ … naja, sollten … Bereite heute übrigens Bande Nere zu – Auch ein Gedicht !

  41. @Dreamtimer
    Die Merian-Hefte...

    @Dreamtimer
    Die Merian-Hefte früher waren vor 40 Jahren gar nicht mal so schlecht. Da wurde einem die Landschaft auch geistig erschlossen und die Autoren sinnvoll ausgewählt. Für den Bildungstouristen, den es heute so halt nicht mehr gibt.
    .
    Lesen Sie ein uraltes Merian-Heft zur Landschaft X, und Sie werden auch das, was heute dort passiert, besser verstehen und einordnen können.
    .
    Heute hilft dafür auch die Wikipedia sehr. Das ist kein Witz. Die gibt es in fast allen Ländern. So zum Anfang. Dort findet man die Links zu den jeweiligen Heimatmuseen und Kirchen und Denkmälern, und wenn sich dort umsieht und die Hintergrundinformationen wiederum auf Wikipedia besorgt und den Rest mit ein bißchen common sense, unerlaubten Schlüssen von sich auf andere und natürlich Verschwörungstheorien ergänzt, dann ergibt sich doch immer bald ein
    ziemlich stimmiges Bild.

  42. Ach ja, und auch das:...
    Ach ja, und auch das: Lichtmachers Reiseeindrücke aus Kiew oder Moskau sind natürlich ein Musterbeispiel für Volontäre, wie man es NICHT machen darf. Da fehlt wirklich nur noch die Aussage des Taxifahrers.

  43. ..irgendwie entgleitet hier...
    ..irgendwie entgleitet hier gerade was..

  44. How to boil pasta...
    oder was...

    How to boil pasta…
    oder was wir wissen dürfen.
    Nach dem Outsourcing und Offshoring
    von einzelnen Geschäftsfeldern,
    arbeitet die Deutsche Bank nun auf vielfältigen Ebenen daran,
    ihr öffentliches Ansehen zu stärken.
    http://www.youtube.com/watch?v=fk8OXUehUCs

  45. Und überhaupt das Argument,...
    Und überhaupt das Argument, dass sich zu Themen wie dem atomaren Wettrüsten nur „Experten“ äußern dürfen, die davon auch „Ahnung haben“.
    .
    Heimweh nach 1958!

  46. Wenn ich an Italien denke,...
    Wenn ich an Italien denke, denke ich an
    Food, Fashion, Firenze, Fiat, maFia…

  47. @ Dreamtimer
    Finden Sie?
    Um...

    @ Dreamtimer
    Finden Sie?
    Um zum Beispiel gegen Menschenrechtsverstöße aufzustehen, muss man als Dichter das betreffende Land dort erst studiert haben, um etwas sagen zu dürfen? Um als Literat gegen Falken, Kriegshetzer und Raketendroher (Kora, Iran, Israel) aufstehen zu dürfen, muss man 20 Jahre dort gelebt haben? Am Ende dort gedient haben? Oder mindestens 20 Jahre dort eingesperrt gewesen sein? Sonst darf man nicht? Nicht wahr, oder?
    .
    Es ist die eine Sache, schlampig oder gar nicht recherchiert zu haben und es ist die andere Sache, vor der Expertitis der Besserwisser derart in die Knie zu gehen, dass keiner sich mehr etwas zu sagen traut.
    .
    Bei Grass kam sofort das Gehupe, er hätte en detail null Ahnung und solle seinen Mund halten. Hallo? Es kam doch rüber, das er sich um den Weltfrieden sorgt. Mag er es ungeschickt angestellt haben oder nicht, die Sorge kam doch deutlichst rüber. Aber Leitartikler und bilödungshuberische Feuilletonisten hatten nichts anderes zu tun, als höhnisch Gedichtinterpretation zu betreiben und auf seiner SS-Vergangenheit herumzugaloppieren. Ich habe nur noch darauf gewartet, dass das Versmaß und die Interpunktion kritisiert wird. Um den Weltfrieden ging es im Blätterrauschen gar nicht. Muss sagen, diese Klugscheißer mit ihren Ablenkungsmanövern haben mich mehr geärgert, als mich ein alter Mann je ärgern kann, der nicht ganz auf der Höhe ist.

  48. Ein Held, ein Macher, ein...
    Ein Held, ein Macher, ein entschlossener Tatmensch –
    bekommt Wundbrand.
    Unachtsamkeit birgt oft bittere Folgen: blitzschnell ist alles vergiftet:
    Hemingways „Schnee am Kilimandscharo“
    http://www.youtube.com/watch?v=f-n9lSJk034&feature=results_main&playnext=1&list=PLFB84DDD5256B4138
    Kann man sich von Otto Sander -The Voice- auch vorlesen lassen,
    gemütlich am Kamin mit der Frage …
    könnte mir das alles auch geschehen?

  49. Der Attentäter inszeniert...
    Der Attentäter inszeniert sich vor Gericht.
    Eklig, eklig, wirklich widerlich!
    .
    Und damit jeder sehen kann, wie obszön das alles ist, haben wir haben die Fotos auf Seite groß auf Seite Eins.

  50. Apropos Tatmenschen. Ich finde...
    Apropos Tatmenschen. Ich finde die machen sich recht rar in letzter Zeit. Und wer tut denn bitte schön im Nahen Osten oder in den noch näher gelegenen Fußgängerzonen? Wer sich in die Luft sprengt, ist oft ein Opfer körperlicher und geistiger Faulheit. Kein offener Kampf, nirgends.

  51. Ein kühles Grab (gern auch in...
    Ein kühles Grab (gern auch in Uniform und in einer Kirche) ist doch der beste Aufenthaltsort für Kriegsherren und ihre Schergen :)

  52. Es ist eben so mit dem Herrn...
    Es ist eben so mit dem Herrn von der schwarzen Fahne, daß er einfach keinen Erfolg hatte. Es genügt eben nicht, Schlachten zu gewinnen. Abgerechnet wird nach Kriegsende. Und da zeigt sich an den Montefeltro oder Sforza, daß sich Verbrechen eben doch lohnt. Natürlich sind Kriege sinnlos insofern es völlig gleichgültig ist, ob Eberhard im Bart oder Karl der Dicke regiert. Unerfreulicherweise ist es aber so, daß Kriege eben durchaus dauerhafte Entscheidungen herbeiführen können und deshalb ein Mittel der Wahl für die Mächtigen waren und sind. Das schwere Dilemma, in dem die israelische Regierung jetzt steckt würde ich auch äußerst ungern lösen müssen. Wie entscheidet man sich zwischen Pest und Cholera? Die Protagonisten mögen nach einigen Jahrhunderten vergessen sein, aber die Wirkung der Zäsuren bleibt eben. Daß im 16. Jahrhundert weder Habsburg noch Frankreich die Suprematie über Italien erlangen konnten ist eben eine historische Tatsache und hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. Auch jenseits des ästhetischen Ertrags.

  53. Entschuldigung, vin den...
    Entschuldigung, vin den Abläufen her waren die letzten Tage vollkommen verkorxt.

  54. DA (verkorxt)
    "... original...

    DA (verkorxt)
    „… original verkorkt von Pahlhuber & Söhne! Was spüren Sie auf der Zunge?“
    „So ein pelziges Gefühl …“

  55. @rittervomGeist_oder_so
    ich...

    @rittervomGeist_oder_so
    ich zitiere jetzt nicht Nuhr, der hat sich gerade anderweitig völlig disqualifiziert, aber man sollte die Vorgeschichte einer Staatsgründung doch mal bitte erwähnen, oder wie war das mit den alkalischen Wüstengegenden die für reichlich Gold den Besitzer gewechselt haben und die man dann anschließend, als oh wunder durch harte Arbeit, dort etwas wuchs, prompt wieder haben wollte ?

  56. "Muss sagen, diese...
    „Muss sagen, diese Klugscheißer mit ihren Ablenkungsmanövern haben mich mehr
    geärgert, als mich ein alter Mann je ärgern kann, der nicht ganz auf der Höhe ist.“
    .
    Vroni, dito.
    .
    @Savall, 11:35: Ein großes Danke, meinerseits.

  57. ... noch ein bisschen...
    … noch ein bisschen angewandte Klugschei*erei:
    „Bande nere“ bedeutet nicht „schwarze Fahne“ sondern „schwarze Bänder“, wobei es hier eine Doppeldeutigkeit gibt, da „Banda“ auch „Schar“ oder „Trupp“ bedeuten kann.
    .
    „Schwarze Fahne“ heißt „Bandiera nera“ und wäre zum Beispiel ein Symbol der Anarchisten …

  58. Geschichte nach hunderten von...
    Geschichte nach hunderten von Jahren anders betrachtet:
    Auch ein Geschichtsversager: Leonardo da Vinci
    http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4888&cHash=9a30e01950c7393e40f22d60138dd5f9
    :-)

  59. lieber Dreamtimer, das...
    lieber Dreamtimer, das sprechen sie etwas an.
    .
    es ist viel zu wenig die rede vom umstand, dass man weiss, dass man nichts weiss.
    empirisch scheint es leider so, dass gerade diejenigen, die von einer materie am allerwenigsten ahnung haben und die dazu – conditio sine qua non:- ausgesprochen nichtintelligent sind, ihre unrevidierbare meinung laut- und kampfstark kundtun.
    man muss also bereits ein wenig wissen, um zu wissen, was man alles nicht weiss.
    .
    in einer talkshowexpertokratie darf man als experte, koryphäe oder als zuständiger politiker wohl nicht zugeben oder dies zumindets nicht laut aussprechen, dass man viele einzelne aspekte nicht recht einzuschätzen vermag, wohl aber einen – darob jederzeit revidierbaren – gesamteindruck von einer angelegenheit gewonnen hat, den man meist recht gut begründen kann anhand verschiedener
    wissensanteile, die man erworben hat – sei es durch eigene anschauung, eigenes denken oder informierende artikel etc. (von wahrheit ist hier nicht die sprache, denn irren ist menschlich).
    .
    man – die medien, die auch ihren nutzern dies unterstellen, zu recht oder nicht – haben gerne die klarheit des ausdrucks und eine feststehende aussage einer person, die man auch in zwei jahren nocheinmal zitieren darf.
    klare positionen wie im kasperltheater.
    .
    (ver-)störend wirkte da, wenn man denkprozesse und meinungsbildungsprozesse als prozess erleben dürfte oder müsste.
    .
    sich nicht zu äussern, kann dabei kaum das ziel sein, sondern es geht darum, explizit zu machen, dass man nur einen begrenzten ausschnitt des so oft angestrebten überblicks haben kann.
    .
    ein kluger mensch als suchender? undenkbar.

  60. Zur Farbe Schwarz: Besagter...
    Zur Farbe Schwarz: Besagter herr hatte etwas übrig für Angriffe, die zur Nschtzeit ausgeführt wurden, und griff dabei auch zu geschwärzten Rüstungen. Aufgrund der komplexen Logistik des Krieges waren solhe Aktionen eher selten, und galten auch als ausgesprochen unfein, weil sie die immer noch rituelle Schlacht entgrenzten. Das schwarze band wurde bei diesen Truppen eingeführt, als Leo X. gestorben ist, und blieb dann als Markenzeichen erhalten. Den Rest besorgten dann die Panegyriker dieser Epoche.

  61. Und was die Debatte um Grass...
    Und was die Debatte um Grass angeht: Die Lieferung deutscher U-Boote ist ja schon länger ein brisantes Thema, vom Beau Rivage über einen verhafteten griechischen Politiker bis jetzt. Man spricht gern über etwas anderes, wenn man kann.

  62. Don, könnte nicht Der Tiger...
    Don, könnte nicht Der Tiger -falls er/sie möchte – mal einen Gastbeitrag schreiben?
    .
    Überhaupt erstaunlich, dass ich mich heute für Geschichte und Kunstgeschichte interessiere. Vor zwei Jahren war da noch null Interesse. Danke dafür.

  63. Oh, nichts zu danken, es ist...
    Oh, nichts zu danken, es ist schön, das zu hören.
    .
    Was Gastbeiträge angeht, so gibt es gewisse Restriktionen, manche von der FAZ aber auch manche bei mir selbst aufgrund von einigen mehr als schlechten Erfahrungen bei diversen Projekten. Die Antwort ist also: Es kann welche geben, wenn ich die nötogen Ressourcen frei habe. Momentan habe ich aber nichts dergleichen, ich bin so überlastet, dass ich nicht mal mein Privatblog fülle.

  64. diktionaftis, das alles werde...
    diktionaftis, das alles werde ich eines Tages teilweise erklären können, aber im Moment könnte ich durchaus mal eine Auszeit brauchen. Einfach, weil ich meine Beiträge auch länger nacharbeiten muss, bis ich mit ihnen zufrieden bin. Das heisst im Umkehrschluss: Zu Beginn sind sie nicht so toll.
    ..
    Savall, es ist ja nicht so, dass nicht auch zu dieser Zeit einige kluge Ideen kursierten, wie man die Probleme zum gegenseitigen Nutzen lösen könnte – nur war die Realität aufgrund der Möglichkeiten einfach eine andere. Wer sich den Krieg leisten konnte, leistete sich ihn. Und so wird auch im nahen Osten viel dafür getan, dass sich alle auch weiterhin den Krieg de facto leisten können. Der Krieg in Oberitalien ging erst zu Ende, als allerorten die Wirtschaft kriselte und man die Probleme anders als mit Frieden nicht in den Griff bekam. Und so wird es wohl auch im Nahen Osten sein.
    .
    Das grosse Elend ist, dass es in der arabischen Welt all die Umwälzungen gab – und niemand die Möglichkeiten zu nutzen scheint, die sich für den Frieden daraus ergeben. Dass die Sache den Falschen im Iran innenpolitisch hilft, ist da nur noch eine Randnotiz.

  65. @Jeeves – Ich finde es sehr...
    @Jeeves – Ich finde es sehr charmant von Ihnen, mir einen Gastbeitrag zuzutrauen. Aber ich bin kein Journalist und kommentiere, wenn mir was einfällt. Im Übrigen denke ich, dass Don und die Herausgeber der FAZ Ihre Sache sehr gut machen.

  66. geschätzter gastgeber,...
    geschätzter gastgeber, arbeiten als lavatore appoggio im lande des dolce far niente? sie gackern bereits so lange davon, dass man hier ausgesprochen interessiert wird, was sie denn schönes (berufliches) dort so treiben… einmal unterstellt, dass sie wohl keinen schwunghaften gebrauchtfahrradhandel planen. auf alle fälle alles gute!

  67. @donna laura
    .
    Die beim TV...

    @donna laura
    .
    Die beim TV sind vertrauen fest auf die Dummheit der Zuschauer, die garantiert nix anderes als Kasperletheater sehen wollen. Und wenn ich an die Streitereien an den gut bildungskleinbürgerlichen Kaffeetafeln meinder Kindheit zurückdenke, scheint mir das durchaus plausibel.
    .
    Im Internet hätte die Menschheit Idealbedingungen, um vernünftig über alles zu diskutieren, aber was tut sie? Sie pöbelt sich lieber an. (Dieser Blog hier ist eine höchst seltene Ausnahme).

  68. @Don:
    "Der Mensch, das ist...

    @Don:
    „Der Mensch, das ist durchaus eine historische Lektion, lässt sich eher ungern von seinen Oberen oder den Oberen der anderen umbringen.“
    Tatsächlich? Kurzer Blick in die Geschichte – klassische Falschaussage. Der Mensch zog und zieht mit Begeisterung in einen Krieg, wenn er sich wahlweise jenseitige oder irdische Reichtümer verspricht. Sich – wie das Bauernvolk im frühen Mittelalter – einfach langweilt, Krieg als Event. Oder wenn er den anderen als Bedrohung, als Untermensch oder als schlicht unterlegen „erkannt“ hat, also weil er es kann.

    @rittervomgeist:
    Das müssen Sie ja nicht wissen: Der UNO Teilungsplan von 1948 sah ein Israel vor, das aus mehrheitlich jüdisch bewohnten Landesteilen eines damals nichtexisitierenden Staates bestand. Und er schuf auch ein Palästina. Das Resultat ist bekannt. Die Palästinenser wollten keine Palästinenser sein und zogen mit den arabischen Nachbarstaaten gegen das gerade entstandene israel auf dem Boden englischen Kolonial-(Mandats-)Gebietes hurrarufend in einen Vernichtungsklrieg. Den sie verloren. Die historische Wahrheit kennt im Nahen Osten keine Unschuldigen. Propagandisten kennt sie schon …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  69. @Vroni - Grass:
    So ist das...

    @Vroni – Grass:
    So ist das Echo, wenn man auf der ganz hohen Moralwelle reitend erst kurz vor lebensende zugibt, selbst mal der Achse des bösen (damals die Waffen SS) anghehört zu haben. Und wenn man sich bei einem erneiuten Moralanfall vergaloppiert. Das Echo ist dann entsprechend und genüsslich fies – was Grass sich redlich verdient hat.
    Man erspare mir auch bitte die „Sorge um den Weltfrieden“. Mit der Sorge bewaffnet versuchen „Wohlmeinende“ seit 50 Jahren, Israel davon zu überzeugen, sich doch praktischerweise endlich vernichten zu lassen, damit der Frieden der friedhofsruhe einkehrt. Gottseidank denken die Israelis nicht dran, das deutsche Dritte Reich hat sie diese Lektion auf die schmutzigstdenkbare weise gelehrt.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  70. Passend für die, die den...
    Passend für die, die den Grass verteidigen, hier ist eine etwas zurückliegende deutsche Peinlichkeit, ‘über die Herkunftsstätte von Saddam Husseins Giftgas-Laboratorien’:
    .
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13489153.html
    .
    Interessant sind insbesondere diese zwei Paragraphen, die das zur Überführung notwendige Gutachten betreffen:
    .
    „Den Ausschlag gab ein Gutachten des Schweizer Professors Werner Richarz. Der war nach zweijährigen Untersuchungen zu der Überzeugung gelangt, in der Fabrik in Samarra könnten zwar keine modernen Unkrautvertilgungsmittel hergestellt werden, die Anlage sei aber zur Produktion der Nervengifte Lost und Tabun ‚gut geeignet’.
    .
    Einen deutschen Gutachter hatten die Staatsanwälte nicht auftreiben können, die Herren Chemiker drückten sich. ‚Was für ein Armutszeugnis für die deutsche Wissenschaft’, schimpft Georg Nauth, Sprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft. Immerhin: Kurt Dialer, 70, pensionierter Ordinarius für technische Chemie an der TU München, nahm sich des Themas an: Der Professor erstellte ein Gegengutachten – im Auftrag der Firma Kolb.”
    .
    Bevor er Professor wurde, hatte Kurt Dialer längere Zeit gerade um die Ecke, nämlich bei den Farbwerken Höchst gearbeitet.

  71. @Don:
    Bevor ich das vergesse:...

    @Don:
    Bevor ich das vergesse: Die Typen vom Schlage eines Giovanni dalle Bande Nere wurden übrigens häufig genug von Republiken angeheuert. Deren Bürger zwar auch etwas wollten, was ihnen nicht gehörte, aber sich zu fein dafür waren, ihre Haut dafür selbst zu Markte zu tragen. Das war ja schmutzig, blutig und gewalttätig, also unfein. Nein, da schmiss man schon lieber einem Condttiere einen geldbeutel vor die Füsse, wusch seine Hände in Unschuld und gab sich mit reinem Gewissen der Kunst hin …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  72. Thorha, ich glaube auch nicht...
    Thorha, ich glaube auch nicht an die Lernfähigkeit der Menschen, aber an seinen Willen, nicht immer gleich jeden totschlagen zu wollen. Darauf kann man aufbauen. Der Weg zum Frieden mag ätzend und hässlich sein, aber man sieht halt leder auch: Krieg rechnet sich einfach nicht. Fast 10 Jahre Krieg in Afghanistan gege die Taliban, und was ist das Ergebnis? Nu. Es dauert, bis man versteht.

  73. HansMeier555, nachdem das...
    HansMeier555, nachdem das Pöbeln ja auch in den Medien vorexerziert wird – man muss nur mal schauen, was alles in der Welt zu lesen war – darf man sich auch nicht weiter über Entgleisungen wundern. Die Entgleisung ist kein Unfall, sondern Strategie. Kaum ein deutscher Politiker wird sich die Finger bei der Frage nach Atomwaffenkontrollen verbrennen wollen, weil das kein spassiger Weg sein wird. Also macht man lieber die Antisemitsmusschiene auf. Geht schnell und wirkt.

  74. (Grob gesagt lautet die sehr...
    (Grob gesagt lautet die sehr deutsche Debatte „Darf der das überhaupt?“. Und nicht „was machen die da gerade und was ist unsere Rolle in diesem Spiel?“.
    .
    Und das ist etwas schade. Daher weiche ich auch aus und frage eher: Was die da machten, wie würden wir unsere Rolle sehen, und was hat das für eine Erkenntnis zur Folge?)

  75. @Don - Totschlagsaversion und...
    @Don – Totschlagsaversion und Lernfähigkeit:
    Es wäre vermutlich schön, stimmte Ihre These: Krieg rechnet sich einfach nicht. Leider belegt ein reiner Blick auf die Landkarte der Welt die einfache Schlussfolgerung: Krieg rechnet sich durchaus. Nur nicht für jedermann zu jeder Zeit. Denn die Karte der Welt ist zu jedem Zeitpunkt der Geschichte im wesentlichen das Ergebnis von Krieg.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  76. Thorha, klug wie er war,...
    Thorha, klug wie er war, spricht Machiavelli nicht von Republiken als Staatskörpern im Buch vom Fürsten, sondern vom Volksherrscher. Er denkt Top-Down, um es modern zu sagen. Und im Falle dieses Volksherrschers ist es wichtog, Unangenehmes vom Volk fernzuhalten. Generell ist er auch ehrlich genug, die Republik als Herrschaftsmodul der Oligarchen zu betrachten, was dann auch erklärt, warum Heeresdienste in jener Zeit gern outgesourced wurden: Es rechnet sich besser.

  77. @ DA 15.36h
    Fast 10 Jahre...

    @ DA 15.36h
    Fast 10 Jahre Krieg in Afghanistan und das Ergebnis ist:
    10 gewinnbringende Jahre für die US-Rüstungsindustrie.

  78. In einem Land m Rande des...
    In einem Land m Rande des Staatsbankrotts. Also ich weiss ja nicht…

  79. Natuerlich darf der das,...
    Natuerlich darf der das, selbst wenn er’s mit letzter Tinte‘ in einem komisch elaborierten Stil schreibt (pseudobarock aufgebrezelter Unsinn). Aber soweit ich die Debatte verstanden habe, lag der Kritikpunkt in der kuehnen Umkehrung der Bedrohung.

  80. sicher, lieber HansMeier555,...
    sicher, lieber HansMeier555, sicher. es ist nicht nötig und nicht zutreffend, nicht so wenigen mitmenschen die nutzung der grauen masse zwischen den ohren ausser für die notdürfte zuzugestehen.
    .
    dennoch darf man gerne ein wenig differenzieren, was nicht ohne freude bleibt, denn jene speziesmitglieder, die intellektuell von der hand in den mund leben, unter weitläufiger umgehung o.g. körperzellen*, schaltet rechtzeitig ab – und um -, so dass ein gewisser rest bleibt.
    leider parliert auch der zuweilen nach kräften aneinander vorbei, dies aber mag andere bewandnis haben.
    —–
    * zum glück für diese nennt man den darm auch das zweite gehirn. immerhin etwas.

  81. ThorHa,
    das...

    ThorHa,
    das SS=SelberSchuld-Herumgehacke auf den alten Mann Grass finde ich deswegen so übel, weil es ebenfalls moralisierend ist und schlimmer noch: scheinheilig ist. Es ist fast ausschließlich ad personam, tropft vor Hass und lenkt absichtlich von wichtigeren Dingen ab. Von deutschen Waffenlieferungen zum Beispiel.

  82. Krieg ist in Afghanistan seit...
    Krieg ist in Afghanistan seit 1978, da marschierte die russische Armee ein. –
    Bitte etwas expliziter mit den „Friedensszenarios“ für middle east werden; wir sind ehrlich interessiert wie die Diskutanten hier die gordischen Knoten lösen wollen.

  83. Also heute kann ich fefe nicht...
    Also heute kann ich fefe nicht zustimmen.
    .
    Der Erhalt des Klosters Mor Gabriel ist entschieden wichtiger als der Kampf gegen die GEMA. Das fände ich sogar richtig gut, wenn die die aktuelle Hopsmusik so teuer machen würden, dass sich die Diskotheken nach urheberrechtsfreien Melodien umsehen müssten: So aus der Zeit vor 1923.
    Oder einfach live Musikanten anheuern.

  84. Also heute kann ich fefe nicht...
    Also heute kann ich fefe nicht zustimmen.
    .
    Der Erhalt des Klosters Mor Gabriel ist entschieden wichtiger als der Kampf gegen die GEMA. Das fände ich sogar richtig gut, wenn die die aktuelle Hopsmusik so teuer machen würden, dass sich die Diskotheken nach urheberrechtsfreien Melodien umsehen müssten: So aus der Zeit vor 1923.
    Oder einfach live Musikanten anheuern.

  85. "...ich glaube auch nicht an...
    „…ich glaube auch nicht an die Lernfähigkeit der Menschen, aber an seinen Willen, nicht immer gleich jeden totschlagen zu wollen. Darauf kann man aufbauen. Der Weg zum Frieden mag ätzend und hässlich sein, aber man sieht halt leder auch: Krieg rechnet sich einfach nicht.“
    .
    genau das ist der punkt. dem man sich auch von der anderen seite her annähern kann: solange mindestens eine partei vom krieg profitieren kann, warum sollte sie sich da um frieden bemühen?
    .
    irgendwer sagte einmal, man stelle sich vor, im nahen osten bräche der frieden aus. dann hättten alle, die dort herrschen, ein problem.
    .
    was hört man neues vom balkan? was sagen die griechen zu den allerneuesten entwicklungen? was werden die spanier, portugiesen sagen, wenn sie sich allerneusten entwicklungen unterwerfen müssen? und, wie würden die italiener auf allerneuste entwicklungen reagieren? von der unicredit, die ziemlich viel geld im südosten draussen hat, unseliges bairisches erbe, hört man augenblicklich auch nicht viel. ob das ein gutes zeichen ist?

  86. Stimmt schon. Da lassen die...
    Stimmt schon. Da lassen die Qualitätsmedien jahrelang permanent Leute wie Joffe, Broder und de Winter zu Wort kommen und dann entrüsten sie ich über Grass.
    .
    Weil der die Sache nicht maximal fair und ausgewogen angeht.

  87. Und was mir auch erst vor...
    Und was mir auch erst vor erstaunlich kurzer Zeit aufgefallen ist: Dass bei all den Nahost-Debatten in den deutschen (westlichen) Medien so gut wie überhaupt nie ein Palästinenser zu Wort kommt.
    Auch nicht in der New York Times.
    Und natürlich auch kein Iraner niemals.

  88. "Um zum Beispiel gegen...
    „Um zum Beispiel gegen Menschenrechtsverstöße aufzustehen, muss man als Dichter das betreffende Land dort erst studiert haben, um etwas sagen zu dürfen? Um als Literat gegen Falken, Kriegshetzer und Raketendroher (Kora, Iran, Israel) aufstehen zu dürfen, muss man 20 Jahre dort gelebt haben? Am Ende dort gedient haben? Oder mindestens 20 Jahre dort eingesperrt gewesen sein? Sonst darf man nicht? Nicht wahr, oder?“
    .
    Sie sagen es, als wäre Kompetenz etwas schlechtes. Wenn der Don einen Gastblogger zum Thema Wein einlädt, dann doch auch jemanden, der sich als Kenner ausgewiesen hat. Dazu muss er weder Önologe, Weinhändler noch professioneller Verkoster sein. Ich glaube, das ist eine schöne Geste, jemandem das Wort zu geben.
    .
    Tatsächlich wurde hier neulich ein ins deutsche übersetzter Bericht eines chinesischen Schriftstellers und Dissidenten abgedruckt, jemand, der genau zu Ihrem Profil passt und der seine Flucht aus seinem Heimatland schildert. Ich habe keinen Zweifel an seiner Integrität. Aus der Gewissheit, dass er die Wahrheit sagt, könnte ich nun meinserseits die Selbstgewissheit schöpfen, mit meinem bruchstückhaften Inselwissen über die Schrecken dieses Landes zu schreiben und alle sinophilen Deutschen, wo auch immer sie ihr hässliches Haupt emporheben, verbal anzugreifen. Ungeachtet der Tatsache, dass ich wohl die Wahrheit sage, ist es dennoch naheliegend zu fragen, was für ein Typ ich eigentlich bin, welches meine tatsächlichen, persönlichen Motive sind usw.
    .
    Dabei sind alle so wie ich. Jeder besitzt ein bischen Inselwissen und dieses Inselwissen ist keine Währung. Der Augenblick, wo es groß genug wird um selbst zur Währung zu werden, wo man zu demjenigen mit Erfahrung wird, zur Person, die sich auskennt, kann man unmöglich präzise bestimmen, aber ich würde dennoch sagen, dass es für einen geübten Leser augenfällig ist.

  89. dafür haben wir - oh...
    dafür haben wir – oh zeitgeist lass nach! – inzwischen auch den „lohengrin“ als „machtmensch“. — nur leider sang der ausgesuchte lohengrin gestern, wie man berichtet, so schön, dass keine frau ihm den fiesling abnahm, wohl auch nicht fr. dr. merkel.
    .
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1731713/
    .
    wobei wohl womöglich festzuhalten wäre, dass gewisse „konzentrat-ansätze des zeitgeistes“ als relativ gleichzeitig in der tat festzustellen sind, wie sich das fuer zeitgeist gehört – fast als hätte berlin bei DA abgekupfert:
    .
    „Dabei war – oder sollte er zumindest – hier alles andere als ein Heilsbringer, eine mythische Lichtgestalt sein: vielmehr ein taktierender Narziss, ein Machtmensch der Kriegsgelüste schürt und sich der willfährigen Massen bedient. Ein Brutalo im weißen Gewand, der nicht davor zurückschreckt, seine Elsa am Arm zu zerren oder den Gegner Telramund mithilfe von Tricks außer Gefecht zu setzen. Und der auf Krieg statt Erlösung setzt. Wohin das führt, zeigt gleich zu Anfang eine Bühne voller gefallener Soldaten, die blutigen Uniformen aus verschiedenen Jahrhunderten. Wiedergänger der Geschichte die sich unisono und von Kampfeslust berauscht auf die Seite des Stärkeren schlagen…. .“
    .
    damit, ganz ohne jammern, die legendäre götz-friedrich-inszenierung, über 20 jahre masstab, so die kunde, auch geschichte, gute alte zeit, „noch mehr gestern“ .. . http://www.youtube.com/watch?v=N9gEMnAMSzI

  90. - "Und die gestalterischen...
    – „Und die gestalterischen Kräfte der Welt gehen am Ende immer maximal von den Imperien aus. Die Bedingungen von „actio= reactio“ werden sich über lange Beobachtungszeiträume auch hier ausgleichen bzw. erfüllen müssen.“
    .
    und wir meinen auch weiterhin: das ist die top-level-auseinandersetzung bzgl., die alles bestimmt. passend dazu auch heute in der faz der bericht über googe/brin http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/kampf-ums-web-google-gruender-sergey-brin-die-freiheit-im-internet-ist-bedroht-11719694.html wenn das netz das containment bedroht, schlägt dies zurück…. .
    .
    – auf der ebene darunter wuerden wir dann, als folge dessen, die ausseinandersetzung um zerstörung/aufrechterhaltung des globalen währungsoligopls aus us-dollar, euro, renminbi (und yen) sehen, und
    .
    – erst auf der dritten ebene, also der zweiten folge-ebene, „geographisch- innereuropäische kurzeitreaktionen“ „wie wer bezieht von wem mal eben 30 millarden, sich für 12 monate – oder etwas länger – etwas zu stabiliseren“, mehr nicht.
    .
    – langfristig ist also der renminbi die alleinige leitwährung der welt – und china eine demokratie. (und amerika hat sich dafür geopfert, so ein pech.) (oder nicht)
    .
    und die deutschen westviertel sind auch weiterhin froh, dass keiner aus ihrer familie je in einem staatsdienst angefangen hat, sondern alle an einer bäckerei festhielten.
    .
    und das internet bisher war leidlich intelligent, wie konnte es da den sicherheitsbedürfnissen überforderter genügen?
    .
    so meint man manchmal, in subjektiven momenten.
    .
    Kurz und gut: Wenn es eine Welt wird, wird sie auch eines: In womöglich allen Bereichen final um oligopolische Grundstrukturen herumvexieren, nicht wahr?

  91. Und wie kann man es bei dieser...
    Und wie kann man es bei dieser Vergangenheit erklären, dass Mantua fussballmässig nie eine Rolle gespielt hat?

  92. Werter D.A.17:01, vielleicht...
    Werter D.A.17:01, vielleicht ist es doch zu etwas gut, dass so gut wie jedes Land
    auf Erden (einschließlich Deutschland und Israel), wenn man nur genau hinschaut und ein bisschen nachrechnet, am Rand des Staatsbankrotts zu steht. Macht doch Hoffnung?

  93. Die künftigen Rentnerkosten...
    Die künftigen Rentnerkosten sind ja nicht nur in den Industrieländern ein Problem,
    betrifft sicher auch Israel.
    Wenn man hier schon am Bürgen auf Teufel komm raus ist, könnte man für ein israelisches Entgegenkommen – es sich mit einem Atomangriff nochmal zu überlegen-
    nicht für ihre Rentner bürgen. Das hätte den Vorteil, dass viele daran interessiert sind,
    dass die ‚Deutschen‘ zahlungsfähig bleiben.

  94. Mein Vorschlag gefällt mir...
    Mein Vorschlag gefällt mir immer mehr. D kann sich auf die Schulter klopfen und
    herumerzählen, dass sie einen atomaren Erstschlag verhindert haben – gegen cash
    selbstverständlich – wie immer.

  95. @HansMeier555:...
    @HansMeier555: Fernseh-Verweigerung ist wie die Verweigerung im Keller Licht zu machen. Ich empfehle eine arte-Kur, mit etwas 3Sat-Bestrahlung. Ein Beispiel: Ich habe mit Demut und etwas beschwerlich viele Bücher, Essays und andere Texte gelesen, es war teilweise schwer die Lust und das Interesse hochzuhalten, bis ich dann im Fernsehen Dokus und Gespräche z.B. mit Luhmann, Arendt, Bloch, Sartre, Camus und Lévi-Strauss und Vielen mehr sah und hörte. Der Klang der Stimmen, die Bewegungen, die Mimik, das Private, waren teilweise Erweckungserlebnisse und brachten mir die Autoren, Maler, Poeten … nahe und weckten in mir ein Verständnis und manches mal eine Zuneigung, die mir deren Werke deutlich angenehmer und weiter aufschloss. Es machte mehr Lust zu lesen.
    Es gibt beste Qualität im Fernsehen und sie ist dort genauso gering oder, positiv formuliert, genauso gross, wie im Fernsehlosen Alltag. Aber auch der Rest ist wichtig, so wichtig wie das Colloseum war und z.B auch Fussball ist. Aber das ist nur eine bescheidene Einzelmeinung. Aber wandern Sie jetzt bitte nicht zum Fernsehen ab, sie würden vermisst.
    @Don Alphonso: Schöner Text, gute Idee, spannend auch die Einbettung in den RaumZeitLauf, mehr auch davon. Buonanotte.

  96. Zitat Don: Grob gesagt lautet...
    Zitat Don: Grob gesagt lautet die sehr deutsche Debatte „Darf der das überhaupt?“. Und nicht „was machen die da gerade und was ist unsere Rolle in diesem Spiel?“.
    .
    Don, zu diesen wichtigen Fragen an die europäische Mittelmacht Deutschland habe ich bisher noch kaum schlüssige oder gar nachdenkliche Antworten gehört. Jetzt muss diese Debatte geführt werden, bevor im Ernstfall die Waffen alles andere übertönen. Und das war wohl auch das Anliegen von Günter Grass.

  97. Komme gerade von der...
    Komme gerade von der Rueckseite des Mondes; Loenhard Cohen auf ZDF-Kultur.
    Da faellt einem auf, was gedichteter Stuss wirklich ist.
    .
    Apropos, werter Hausherr, war da nicht was so um siebzehnuhrnochwas? Lo chaschuv (לא חשוב).

  98. @fionn 16.58
    der Krieg in...

    @fionn 16.58
    der Krieg in Afghanistan begann 1978 mit dem Einmarsch russicher Soldaten
    .
    @HansMeier555 19.32
    Hanan Ashrawi

  99. @Dreamtimer
    "Sie sagen es, als...

    @Dreamtimer
    „Sie sagen es, als wäre Kompetenz etwas schlechtes. “
    .
    Nein, ist es nicht.
    Aber es gibt auch niemanden, der alles weiß und das Reden für sich gepachtet hätte. Ich gehe eher mit donna laura konform, die es so ausdrückt: Keiner kann alles wissen, alle sind Suchende. Zugeben, dass man nicht alles weiß, DAS wäre, mit Verlaub, in Klugscheißer-Country, auch im Feuilleton mal ein echter Anfang. Echte Größe.
    .
    [Will aber gar nicht recht rumstreiten. Bin noch ganz gerührt, ähm inspiriert vom Film „Invictus“ (Regie Clint Eastwood), den ich grade gesehen habe. http://wwws.warnerbros.de/invictus/dvd/
    Was für ein Gedicht (William Ernest „Captain of my Soul“ Henley*), was für eine Musik (Shosholoza). Muss dringend diese Musik haben. Was für ein Versöhnungstaumel (Südafrika, ok. sie haben immer noch Probleme, aber richten wenigstens keine Atombomben aufeinander).
    .
    Wird so etwas jemals mit Palästinensern und Israelis klappen? Der Nahe Osten so etwas hinkriegen?
    .
    *
    It matters not how strait the gate,
    How charged with punishments the scroll,
    I am the master of my fate:
    I am the captain of my soul. ]

  100. ThorHa 16. April 2012,...
    ThorHa 16. April 2012, 16:18
    Der Hund leckt sich die Eier.
    Weil er es kann.
    …? Sollte man … – …
    Irgendwie habe ich jetzt ein Problem.

  101. Und mein Onkel hätte gesagt,...
    Und mein Onkel hätte gesagt, dass er das nie nie niemals glaubt!
    .
    Dass jemals ein Italiener ein guter Soldat war.

  102. Meiern, fahren Sie doch mal...
    Meiern, fahren Sie doch mal nach Palästina in die Heimat der Feudalherrn. Die alten Fatah-Herrscher-Weiber amüsieren sich nach wie vor auf EU-Kosten in jordanischen Fünf-Sterne-Hotels, während die neuen Feudalisten vom Stamme Hamas die kleinen Leute nach wie vor doof halten und ihr Eselkarrenmonopol hochhalten. Sie hätten Ihre wahre Freude und könnten noch vom Zupfgeigenhansel im Zitronenhain träumen. Wie einst in Ostelbien.

  103. Ach lieber Don, Sie müssen...
    Ach lieber Don, Sie müssen sich über Kai Dieckmann nicht aufregen. Der hat sich seine Aktion (eine Bildzeitung in jeden Haushalt) von seinen Geistesbrüdern, den Salafisten (einen Koran in jeden Haushalt) nur neidvoll abgeschaut. Übrigens habe ich vom Salafistenstand schon vier Korane geholt, Sie glauben nicht, wie nützlich die Stücke in einem alten Haushalt voller Unebenheiten sind.

  104. Oliver-August Lützenich 16....
    Oliver-August Lützenich 16. April 2012, 22:31
    arte-Kur, mit etwas 3Sat-Bestrahlung
    Hamse schöön gesacht.
    Obwohl Fünfermeier-Bestrahlung auch janz jut funzt.

  105. @hansgeier333
    .
    Echt, so geht...

    @hansgeier333
    .
    Echt, so geht es da zu? Und warum sorgt dann die Besatzungsmacht nicht für demokratische Verhältnisse? So wie in Deutschland 45?

  106. @Oliver-August Lütz
    .
    Ich...

    @Oliver-August Lütz
    .
    Ich sage ja nicht, dass jede einzelne Sendung schlecht sein muss.
    .
    Vor Jahrzehnten gab es in meiner Heimatregion ein Kulturradio auf richtig hohem Niveau, und ein bißchen was davon auch heute noch.
    .
    Aber wozu denn Bilder? Sprechende Köpfe sind langweilig, ebenso spielende Orchester.
    Mimik und Gestik von Politikern und andern Hanseln lenkt nur von der Aussage ab.
    Ja, ich bin stolz darauf, nicht immer genau zu wissen, wie Politiker X eigentlich aussieht.
    .
    Arte hat vielleicht gute Sendungen, aber ein Besuch im Heimatmuseum wäre noch besser. Mal die Exponate genau angucken.

  107. Ein großartiger Beitrag für...
    Ein großartiger Beitrag für die Friedensbemühungen im Nahen Osten – hat aber auch nicht wirklich gefruchtet:
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=ik4LH5ksOn8&feature=related

  108. @ Don Alphonso
    Zum...

    @ Don Alphonso
    Zum einleitenden Motto:
    Am Ende war es dann doch recht länglich, zumindest was die Hängung
    dieses (Lebens-)Bildes betraf.
    Sic transit (was immer auch) mundi.

    Wenn bei Gras gezündelt wird gibts halt immer etwas komische Gerüche.
    Statt frühzeitig ignorantem Löschschaum des Vergessens waren sich die
    üblichen „Verdächtigen“ nicht zu schade ordentlich brandbeschleunigenden Sauerstoff hineinzuventilieren, das Feuerchen kräftig herbeizuschreiben.
    Zum Macchiavelli reichts aber trotzdem niemals nie.

  109. @Stefan Zollern-Alb
    Guter Tip...

    @Stefan Zollern-Alb
    Guter Tip zu den Unebenheiten.
    Man kann eben auch das Gute in den Dingen sehen und wenn es noch so
    gering sein sollte.

  110. Ich möchte mich jeeves´ Dank...
    Ich möchte mich jeeves´ Dank anschließen.
    Mein Interesse an Geschichte wurde wieder-erweckt.
    Den zahlenleiernden Geschichtslehrerinnen verdanke ich
    eine regelmäßige 5 und Blödheitsvermutungen meiner Eltern.
    .
    Ich entdecke viele neue Zusammenhänge,
    und mehr und mehr wird deutlich wieviel „Herzblut „
    sich hinter Ihrer leichten Feder verbirgt.
    Achten Sie auf Wundbrand! (bournout)
    Goffredo Mameli 1827 – 1849
    Autor der (leidenschaftlichen) italienischen Nationalhymne –
    früh verstorben – an Wundbrand!

  111. Bei mir waren es die...
    Bei mir waren es die mathematischen Fächer, die mir ausgetrieben wurden, und bis heute laufe ich davon, wenn ich eine Formel sehe.
    .
    waskostetdiewelt, rückblickend muss man sagen. dass dieses Bild einer Ausstellung schlussendlich dann doch gefallen hat,

  112. @HM555
    Hat der Onkel auch...

    @HM555
    Hat der Onkel auch berichtet, daß deren frühe Lebensweisheit sie noch heute
    gelassen auch auf die Ehrengräber der Tapferen blicken läßt?
    Rechtzeitig angewiesenes Fersengeld verlängert die Bilanz des Überlebenden.
    Von dem jährlichen Blumentopf kann man sich nichts kaufen, inbesondere wenn man grablägerig geworden ist und sich am Welken der Kränze ergötzen darf.

  113. @Don Alphonso
    . . . hat (ist),...

    @Don Alphonso
    . . . hat (ist), weil es tatsächlich ausartete.
    Die Realität entpuppt sich gelegentlich und sinnwendend an unerwartet
    anderer Stelle.

  114. @Savall - Wahl zwischen Pest...
    @Savall – Wahl zwischen Pest und Cholera:
    Was ich Grass und Konsortenankreide, ist ihre Weigerung, diese Wahl anzuerkennen. Sie definieren Cholera weg, indem sie die Vernichtungsphantasien der Verrückten in Teheran (Theokraten sind qua Definition verrückt) als nichtexistent erklären. Seitdem schon einmal ein Verrückter einen Massenmord ankekündigt und dann auch durchgezogen hat, ist Israel verdammt gut beraten, die nächste Ankündigung sehr persönlich zu nehmen.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  115. zu 17. April 2012, 09:36: Oder...
    zu 17. April 2012, 09:36: Oder wie ein nicht so bekannter zionistischer Autor mit KuK-Hintergrund seinen Helden sagen liess:
    „Lieber fuenf Minuten feige, als ein ganzes Leben tot.“

  116. @waskostetdiewelt
    .
    Jaja, er...

    @waskostetdiewelt
    .
    Jaja, er erzählte immer voller empörter Belustigung davon, dass die trotzdem ihre Triumphbögen putzen und Paraden abhalten. So als hätten sie gewonnen.

  117. lieber don, um diese zeit ging...
    lieber don, um diese zeit ging wohl nicht nur ein beitrag von Filou verloren, sondern auch ein nicht ganz unwitziger meinerseits. den ich leider nicht mehr rekonstruieren kann, der vorzeitigen alzheimerbildung wegen. an HansMeier555 adressiert, es ging um nichtintelligenz.
    .
    liebe Vroni, zum werten Dreamtimer sehe ich mich gar nicht so sehr im Gegensatz.
    vielmehr möchte ich bekräftigen, dass auch experten, und die sollten sich am ehesten äussern – was daraus resultiert, wenn man irgendeinen unbeleckten dahergelaufenen von der strasse per vorgehaltenem mikrophon um eine meinung bittet, dreht einem doch regelmässig den magen um, wenn man sich nicht damit begnügen möchte, dass dies nicht nur einnordung, sondern zur kalibrierung der meinung (wo stehen die anderen, wo stehe ich) des einzelnen medienrezipienten -, doch auch die sollten durchaus auf ihre weissen flecken* auf der landkarte hinweisen.
    .
    brüchiges wissen wirkt sympathischer, ganz besonders in einer welt, in der kreti und pleti ganz genau zu wissen vorgeben, und dies vielleicht auch noch glauben.
    —–
    * lieber Don Carlos, nicht, was sie jetzt denken mögen.

  118. Oh, tatsächlich. Jetzt...
    Oh, tatsächlich. Jetzt sollten sie wieder da sein. Danke für den Hinweis!

  119. lieber don, sie können ja...
    lieber don, sie können ja zaubern! merci!!!

  120. Liebe Donna, Sie lasen...
    Liebe Donna, Sie lasen Titanic, den kurzen Beitrag ueber den Erdkundelehrer?

  121. @ donna laura
    "... wenn man...

    @ donna laura
    „… wenn man irgendeinen unbeleckten dahergelaufenen von der strasse per vorgehaltenem mikrophon um eine meinung bittet, dreht einem doch regelmässig den magen um,“
    .
    Kann schon sein. Da schüttelt es mich auch oft. Auch das ist Demokratiekultur, solche zu ertragen und ausreden zu lassen. Das Rederecht von Fraktions-Abweichlern und -sonderlingen beschneiden zu wollen, ist ebenfalls sehr undemokratisch. In meiner Verwandtschaft gibt es auch einige „Problembären“, wo es einem schlecht wird, wenn man ihnen zuhört. Ein Gewaaf gegen Ausländer, obwohl sie in ihrem Ort kaum mehr als 3 gesehen haben, typisch Hinterland.
    .
    Was hülfe, wäre mehr Bildung für die, über die es uns schüttelt, und nicht noch mehr Distinktion und Ekel. Aber nicht noch mehr Mathematik und BWL ab Kindergarten, wie es Stoiber gerne gehabt hätte, sondern Bildung in Kultur & Aisthesis (Wahrnehmung), Gesellschaft und politische Willensbildung. Da fehlt es gewaltig. Zudem weiß keiner so ordentlich, was ein Überhang-Mandat ist, fragt mal bei den Piraten … da gibt es einige epic fails …

  122. @ Stefan von Zollern-Alb
    Ich...

    @ Stefan von Zollern-Alb
    Ich hab sogar freiwillig einen Koran.
    Es schadet nicht, ab und an da reinzuschauen, um zu erfahren, was der Koran sagt, und wie die Texte dann außen vom Menschen interpretiert werden. Dass die Frau sich von Kopf bis Fuß in einen rabenschwarzen Kartoffelsack stecken soll, steht da nirgends. Ich fand nur ein Textchen, dass sie ihr Decollétée nicht so raushängen lassen sollen und es als anständige Frau bedecken. Das Decollétée!! Mon dieu!
    .
    [O.k., hab sogar als Agnositker eine dicke Bibel. Eine Kinderbibel mit vielen bunten Bildern, um genau zu sein. Habe ich geschenkt gekriegt, weil ich angeblich als ungebildeter Pixelschubser sonst kaum lese. Pfui Spinne, stimmt natürlich nicht. :-)]

  123. @Vroni - Herumgehacke:
    Kann...

    @Vroni – Herumgehacke:
    Kann man durchaus so sehen. Ich versuchte nur zu erklären, warum die Reaktion so gehässig ausfällt (und soviel Beifall findet). Wie man´s in den Wald hineinruft … Grass hat selbst nur allzugerne den Obermoralapostel und Betroffenheitspapst der deutschen „Intellektuellen“ gegeben. Und das fällt jetzt auf ihn zurück.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  124. @Machiavelli for Kids (von...
    @Machiavelli for Kids (von Claudia Hart)
    „Das Schwierigste, was Du Dir vornehmen kannst,
    ist, den Kleinen zu helfen.
    Die Großen werden Dich dafür hassen
    Und die Kleinen werden zu feige sein,
    den Mund aufzumachen.
    .
    Außerdem haben die Leute Angst vor Neuem.
    Das ist wie wenn Du
    Deinen kleinen Bruder dazu bringen willst,
    Froschschenkel zu essen… würge!”

  125. @HansMeier555, 08:52:...
    @HansMeier555, 08:52: …enich! Ich glaube soviel RaumZeit und Achtung sollten Sie mir gönnen, ansonsten viel Freude im Heimatmuseum.

  126. wer weiß denn heute...
    wer weiß denn heute noch…
    das Israel 1975 die Atomwaffe Südafrika angeboten hat ? Die dann auch irgendwie 2 bis 3 hatten, die dann aber sehr schnell vorm Ende der Apartheid noch samt dazugehörigem Programm zerstört worden sind…

  127. ThorHa,
    eine Erklärung...

    ThorHa,
    eine Erklärung könnte es sein, stattgegeben.
    Wenn immer zurückmoralisiert wird nach dem Motto, der hat mich mit einem wie auch immer unerlaubten Moral-Schäufelchen gehauen, gibt es nach meiner Einschätzung keine echte Debatte um die Sache.
    .
    Deutsche Rüstungsexporte sind vielleicht mickrig verglichen mit den 2 großen Rüstungsexporteuren USA und Russland (?), sind aber immerhin an dritter Stelle (viel an Südafrika, was ich auch nicht ganz verstehe). Und man fragt sich nicht erst seit den U-Boot-Export an das insolvente Griechenland (!), was das wirtschaftlich soll und wer die teuere Abschlacht-Gaudi bezahlt (deren jeweiliges Volk, dem dann Brot und Bildung fehlen). Sondern auch, ob es nicht ein Geschmäckchen hat, z. B. an die Saudis Panzer auszuliefern, ein Land mit zweifelhaften nicht-demokratischem Grundsätzen.
    .
    Es hieß einmal, von deutschem Boden soll nie wieder ein Krieg ausgehen und jettz kriegen wir es nicht einmal hin, klar und deutlich über Waffenexporte zu reden, sondern hacken auffallend anti-moralisierend auf einem alten Mann herum. Ad personam ist fast immer eine Finte zur Ablenkung. Oft macht man es auch, weil man in der Sache keine Argumente mehr hat. Dann sind viele besonders fies ad personam zugange.
    .
    Gruß von Schopi, der fast immer recht hat, zumindest wenn es um den Diskurs geht und dessen Rechthaberkultur.

  128. Wir kommen halt nicht davon....
    Wir kommen halt nicht davon.
    (Hinter-) gedankliches in Gedichte zu verpacken
    wirkt bei manchen Themen regelrecht allergieauslösend.
    Gedichte – schleichen sich halt hübscher ins Ohr.
    Ich höre dann das Gras wachsen und meine Synapsen rattern.
    Und schon wandern meine Überlegungen zum
    schwer erträglichen und gar nicht hübschen Klang
    des merkelschen zerhackten Redeflusses.
    *
    @ der Tiger, so ein schönes, edles Motto!
    „Das Schwierigste, was Du Dir vornehmen kannst, ist, den Kleinen zu helfen“
    Sie treffen den Nagel auf den neuralgischen Punkt.
    Denn WER ist der Kleine?

  129. @Vroni - Debatte um...
    @Vroni – Debatte um Rüstungsexporte:
    Ich mach jetzt mal erhebliche Abstriche von meiner tatsächlichen Haltung. Nähmen wir also an, es wäre wünschenswert und politisch erreichbar, deutsche Rüstungsexporte zu unterbinden. Selbst dann hat es ein erhebliches Geschmäckle, eine solche Debatte nicht an den leos für Saudi-Arabien, sondern an den ganz sicher niemals gegen irgendeinen Zivilisten verwendbaren U-Booten für Israel aufzuhängen.
    Und das mit der allseitigen Abrüstung. ich mach das mit einem Vergleich: Ein Zwei Meter Karatekämpfer und ein schmächtiger 1,50 Meter Bücherwurm stehen sich gegenüber. Der 1,50 Meter Bücherwurm hat ein Messer, der Zweimetermann will sich grad eins beschaffen. Worauf eine wohlmeinende Persönlichkeit den Bücherwurm auffordert, rechtzeitig abzurüsten, damit auch der Zweimetermann … Ich erkenne Aufforderungen zum Selbstmord, wenn ich sie sehe. Denselben – mit Verlaub – Unsinn hatte ich schon als aktiver Soldat in den achtzigern gehört, damals Richtung NATO.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  130. Und bitte nicht über...
    Und bitte nicht über Parlamentarier witzeln!
    .
    Wenn die Demokratie demnächst endgültig stirbt, dann waren die Witzeerzähler schuld! Sagt so ein Leitartikler.
    .
    Kann man sich gar nicht ausdenken so was.

  131. Ich bin da ja vielleicht...
    Ich bin da ja vielleicht paranoid, aber kommt es nur mir so vor, dass das ganze Aufgerege um den Grass und seine paar Zeilen inszeniert wirkt?
    Ich will da jetzt gar nicht auf Inhalte eingehen, da soll jeder seine Meinung zu bilden, und dabei am besten mit der Lektüre des Textes anfangen. Die meisten Kritiker kriegen ja noch nicht mal das hin. Aber es verblüfft mich halt, wie harsch die Reaktion durchweg war, und das bei einem Thema, bei dem es eben nicht so ist, dass schwarz und weiß, gut und böse, von vornerherein völlig klar sind, sondern wo man durchaus in dem Bereich ist, den ein politischer Diskusrs, zumal in einer Demokratie, aushalten muss. Stattdessen ist aber zu beobachten, dass eine klare intellektuelle Luftüberlegenheitsstrategie gefahren wird, beginnend mit dem Abwurf von (sprachlichen) Bomben durch Wort-Piloten, die ihr Ziel weder kennen noch näher kennen sollen.
    Das beobachten zu müssen, oder anders: das Maß an Ungeniertheit sehen zu müssen, was hier möglich ist, macht mir sehr viel mehr Sorgen.

  132. An die Saudis wurden schon...
    An die Saudis wurden schon Panzer geliefert als die Bundesregierung noch fest in sozialdemokratischer Hand war.
    Angeblich sollen es ABC-Abwehrpanzer gewesen sein. Das hat die Israelis damals trotzdem nicht beruhigen koennen.
    .
    Darf ich den linken Blick nur so nebenbei auf den Kuweit-Konflikt lenken? Bittesehr! Da schoss der Friedenfuerst S. Hussein eine Menge Raketen auf israelisches Gebiet.
    Das hammer verjessen. Ist auch lang her.

  133. Ich fand Grass immer peinlich,...
    Ich fand Grass immer peinlich, den Inbegriff nordeutscher Trampelpenetranz.
    .
    Dass sein (wirklich schlechtes) Gedicht solch giftigen Reaktionen auslöste, hat aber auch mit seinem Mythos zu tun. Vor 40 oder 50 Jahren galt er weltweit, natürlich auch in Israel, als Inbegriff des „besseren Deutschen“. Zu Zeiten, als man den übrigen Deutschen nicht über den Weg traute und in ihrer Wiederbewaffnung eine Gefahr sah (und kein militärisches Hilfspotential für Israel). Hach ja. Damals. Als deutsche Politiker, die über Auslands- und Inlandseinsätze der Bundeswehr nachdachten, Entsetzen erregt hätten und kein ermutigendes Schulterklopfen.
    .
    Als man in deutschen Friedensdemonstranten noch das kleine Häufchen aufgeklärter Demokraten (in einer postfaschistischen Mehrheitgesellschaft) sah und keine latenten Antisemiten.
    .
    Das war zu Zeiten, als sich deutsche Juden noch reflexartig mit türkischen „Gastarbeitern“ solidarisierten und nicht gegen sie.
    .
    Und jetzt hat sich dieser gute Deutsche gegen Israel postioniert, seinen Moralaposteltum gegen diejenigen gekehrt, die in ihm jahrzehntelang einen Verbündeten sahen.
    .
    Wie sollte das nicht wehtun…

  134. @Gabrielle – darf ich Sie...
    @Gabrielle – darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei “den Kleinen” um Plural handelt? Im Vorwort meines Buches habe ich es so ausgedrückt:
    .
    “Die letzten achtzehn Jahre waren manchmal sehr schwierig. Dass ich trotzdem meinen Humor nicht verloren habe, ist die Leistung meiner Töchter Sonja und Katrin, und meiner Neffen Friedrich und Tilmann. Ihnen und ihrer Generation sei dieses Buch gewidmet.“

  135. Dass ich Ihnen, lieber Meier,...
    Dass ich Ihnen, lieber Meier, nochmal zustimmen sollte (was ich hiermit tue), laesst mich mit tiefen Selbstzweifeln zurueck.

  136. Mit einer Einschraenkung,...
    Mit einer Einschraenkung, lieber HansMeier: Die Israelis konnten es eigentlich recht gut mit der Tuerkei. Immerhin halfen sie den Kurdenfuehrer Oecalan zu inhaftieren, was kein grosser Schaden fuer die Menschheit war.

  137. Tut es wirklich so weh, beim...
    Tut es wirklich so weh, beim Abschlachten des ‚Irren von Bagdad‘ (funktioniert auch
    ohne Theokratie) nicht dabei gewesen zu sein; und dann, ja dann hätte man doch
    natürlich auf der Seite der Sieger gewonnen. Die Welt wäre auch im Nahen Osten ein
    freundlicher Ort.
    …und alle hätten wieder ihre Eier zurück.

  138. @ DA - Our man in Mantua.

    Re...
    @ DA – Our man in Mantua.
    Re die Wirtschaft Italiens. Wie schätzen Sie die Lage jetzt ein?

  139. Kann man im ökonomischen...
    Kann man im ökonomischen Erfolg der Bundesliga was anderes sehen als ein Zeugnis der totalen Verblödung? Weil es definitiv nix anderes mehr gibt, wofür sich die Leute interessieren könnten?

  140. Ich war heute mit einem Treno...
    Ich war heute mit einem Treno unterwegs, fionn – das ist ein Zug von Rennradlern. 20 bItaliener, ein Deutscher. 20 nichtitalienische Rennräder, ein italienisches. Auf dem sass der Deutsche. Die Italiener haben ein gebrochenes Verhältnis zu ihrem Land.
    Ich habe gestern ein Gespräch mit einem Firmenbesitzer geführt. Früher global agierend, versucht er jetzt in einer Nische im Heimatmarkt zu überleben. Dad Problem ist, dass das, was die Italiener können, andere inzwischen ehr viel billiger machen. Allenfalls die Entwicklung und die Verwaltung ist noch in Italien, der Rest wird outgesoured. Entsprechend hoch ist die Staatsquote und die Zahl derer, die von ihm abhängen. Man merkt schon, dass gespart wird. Böse Zungen sagen, dass Italien durchkommen wird, weil die Mafia es noch braucht.

  141. Hier noch ein schöner Beitrag...
    Hier noch ein schöner Beitrag zum Thema:
    .
    http://italiannotes.com/wordpress/wages-in-italy
    .
    Die Einzelgeschichten sind hart. Dafür tanzen für andere die Nonnen und ziehen sich aus.

  142. @filou
    Friede den Türken,...

    @filou
    Friede den Türken, Krieg den Moslems…

  143. Bei Wundbrand fällt mir...
    Bei Wundbrand fällt mir Reinhard Heydrich ein, der hier beerdigt ist: http://www.youtube.com/watch?v=gMtP_SfLyyY
    Ein Besuch dort gehört inzwischen auch schon zu jeder besseren Berlin-Führung dazu.

  144. <p>Es wundert mich, Berliner...
    Es wundert mich, Berliner Vorstadt, dass die Russen dieses Grab unbeschaedigt liessen. Oder wurde es nach der Wende wiederaufgebaut?
    .

  145. Besten Dank, DA, for your...
    Besten Dank, DA, for your on-the-spot news – vom Ort des Geschehens sozusagen.

  146. @Berliner Vorstadt,
    ich komme...

    @Berliner Vorstadt,
    ich komme mindestens einmal im Jahr an der Stelle vorbei, wo ihn die Widerstandskämpfer erwischt haben!
    Allein deshalb fahre ich lieber nach Prag als nach Berlin!

  147. @dreamtimer, donna laura: ja,...
    @dreamtimer, donna laura: ja, das mit der sichtbaren Brüchigkeit des Weiterdenkens ist eine gute Idee. Damit käme man einstweilen noch weiter. Was aber jetzt niemand vom Würdigen schöner Blumen oder freudiger Gedichte abhalten sollte.
    @BinVonHier: nun ja, wenn unsere Generation flächendeckend noch Hartz IV zur Verfügung hat mit 70, ist sie wahrscheinlich noch gut dran. Solche Albernheiten wie Rentnerdomizil auf Malle sind definitiv durch. Derlei ist dann eine Reise ohne Wiederkehr – „get lost“.

    (Grass, muß man den kennen?)

  148. (Nicht nur Bundesliga, auch...
    (Nicht nur Bundesliga, auch Grass ist untergegangene Epoche, oder??)

  149. @Berliner Vorstadt:
    Na, da...

    @Berliner Vorstadt:
    Na, da liegen ja ein paar Herzchen beisammen!
    Wer starke Nerven hat, der sehe sich den Gasbrand einmal an:
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gasbrand

  150. Man haette den Heydrich in...
    Man haette den Heydrich in Halle, wo er herkam, hinter dem Stadtgottesacker verbuddeln sollen. Dort wo frueher der juedische Friedhof war und der bei Nacht und Nebel verlegt werden musste.
    Dieser Platz ist heute ein beliebtes Hundeklo der Hallenser.

  151. @colorcraze – Wollen Sie...
    @colorcraze – Wollen Sie damit sagen, dass Muttis Rettungsschirm Politik so schlecht ist, dass sogar Mutti froh sein kann, wenn sie mit 70 noch HartzIV kriegt?

  152. Don, bitte, koennen Sie den...
    Don, bitte, koennen Sie den misslungenen Link entfernen. Es ist zwar das richtige Bild, aber der Code sieht nicht aus-und funktioniert nicht.
    .
    Als Ersatz biete ich dieses hier an. Ein Foto, das mich mit tiefer Befriedigung erfuellt. Immer wieder. Es ist Foto #7.
    http://www.theatlantic.com/infocus/2011/10/world-war-ii-after-the-war/100180/

  153. Lieber HM555 (20:25) manchmal...
    Lieber HM555 (20:25) manchmal (? hehe) verstehe ich Sie nicht. Aber ich habe dafuer seit langem eine Erklaerung:
    .
    Was dem einen die ‚Snipers Alley‘ in Sarajewo war, ist dem Meier sein FAZ-Blog.
    .
    Faehrt immer im Zigzag: Filou

  154. @Filou: was ist es denn? Der...
    @Filou: was ist es denn? Der Link ist verhunzt worden, keine Chance, es zu sehen.

  155. Ich bin kein Fan von Hr....
    Ich bin kein Fan von Hr. Grass.
    Ich bin mir auch nicht sicher ob sein Gedicht eine Sichtweise wiederspiegelt, die man gut nennen kann.
    Ich bin aber positiv überrascht, daß ein deutscher Intellektueller zu einem aktuellen Problem so etwas wie eine Meinung hat.
    Die deutsche gebildete Schicht, also quasi die geschulte Intelligenz tut sich ansonsten nur durch gnadenlose Anpassung hervor.
    Die Wünsche der wenigen verbliebenen Geldgeber werden ansonsten im voreilenden angepaßt sein erfüllt.
    Jeder Bezug zur Masse wird vermieden, Kunst hat nichts mit können zu tun. Der Massenmarkt kann die Künstler mal ( bezahlen, nicht konsumieren ).
    Die voreilende Anpassung geht in der Presse so weit, daß man entweder nichts schreibt ( inhaltslloser, nicht angreibarer Müll füllt die Seiten ) oder man bestärkt die bekannt erwünschten Argumente.
    Die Großtaten deutscher Intellektueller sind das gegenseitige bespitzeln und anschwärzen.
    Eine öffendliche Diskussion erfolgt nur auf Kindergartenniveau oder mit so theoretischem Wortschatz und Satzbau das keiner mehr versteht, daß es immer noch Kindergartenniveau ist.
    Nur nicht auffallen, sich nur nicht rausschreiben.
    Immer im Windschatten bleiben, immer das nacherzählen was vor 2 Wochen in der Presse war und dem nicht widersprochen wurde. Nur besser formuliert natürlich, etwas verstärkt.
    Die Schere im Kopf war gestern, Angst vor dem eigenen Schatten ist heute.
    Grass war ein einziges Mal da wo ein Nobelpreisträger sein sollte :
    alleine. vor der breiten Masse mit seinen – eigenen – Gedanken die seine – eigene – Meinung
    ausdrücken.
    Schade das er vollkommen alleine da steht. Wir haben nämlich eine Daseinskrise. Da wären die gebildeten Intellekte gut zu gebrauchen und könnten die eingebildeten Intellekte wohltuend in die Schranken weisen.
    So haben wir in der Meinungsbildung nur Leute die nicht nur gut geschmiert sind sondern auch wichtig, meist sogar übergewichtig.
    Wir hätten vielleicht in China ausbilden sollen, die würden liefern.

  156. @HansMeier555, 16. April 2012,...
    @HansMeier555, 16. April 2012, 19:32
    Die Barbaren zu Wort kommen zu lassen – das ist doch undenkbar. Der Mensch begińnt erst beim Okzidentalen und die Israelis gehören per Abkunft oder per Freie-Welt-Ritterschlag inzwischen zu uns, anders als vor Zeiten, als ihre Mehrzahl eher nicht … Man muss doch nur einmal vergleichen, wieviel Wind man um einen einzigen gefangenen (Presse-Redeweise: „entführten“) Kombattanten der einen Seite macht (Gilat Schalit) und wie wenig dagegen um dauerhaft 5.000 – 10.000 Inhaftierte der anderen Seite, ein Gutteil über Jahre in administrativer Haft und sicher nicht alle mit dem Messer zwischen den Zähnen angetroffen (Ist durch die hiesige Presse irgend ein Name bekannt gemacht worden?).
    Im Nahen Osten tobt – nebst anderen – ein in Bezug auf Israel/Palästina sogar peuplierungs-kolonialer Konflikt, für den gilt dann die altbewährte Regel „La chair blanche est la plus chère.“ — „Das weiße Fleisch ist das teuerste.“ Verhandelt wird er hierzulande am liebsten als Seelendrama der deutschen Gegenwartsbevölkerung mit ihrer unterstellt über zwei Generationen auf dem Erbwege erworbenen Neigung zum antijüdischen Rassismus.
    Die wahre Tragödie der Menschheit ist nicht, dass sie mehrheitlich so verderbt wäre, sondern dass sie so leichtgläubig ist und dadurch den Verderbern anheimfällt.

  157. "HansMeier555, 17. April 2012,...
    „HansMeier555, 17. April 2012, 19:38
    .
    Kann man im ökonomischen Erfolg der Bundesliga was anderes sehen als ein Zeugnis der totalen Verblödung? Weil es definitiv nix anderes mehr gibt, wofür sich die Leute interessieren könnten?“
    .
    Haben Sie schon mit Franz Beckenbauer darüber gesprochen?

  158. @Don - 17. April 2012, 09:34:...
    @Don – 17. April 2012, 09:34: Dass Ihnen die Formeln aussgetrieben wurden ist schade. Ich selbst hatte auch nie Lust zu rechnen, aber Algebra, Aussagenlogik, Vektor- und Matrizenrechnung fand ich schon spassig. Ausser Rechnen und Aussagenlogik brauche ich aber nix mehr in meinem Job. Um eine Rechnung zu schreiben, muss ich keine Ableitung bilden können. Seis drum; ich danke meinen Lehrern in Oberstufe und Hochschule für die intellektuelle Herausforderung!

  159. Fussball erzeugt Spannung...
    Fussball erzeugt Spannung ohne Plot und ist darum effektiver selbst als die trivialste Literatur.
    .
    Das ist menschlich. Wir sind die Spezies, die sich nichts so innig wünscht wie die Befreiung vom Bewußtsein im Wachzustand.

  160. @Filou
    Wer hätte 1964 denn...

    @Filou
    Wer hätte 1964 denn ahnen können, dass die billigen türkischen Gastarbeiter Moslems sind? Die CDU und FDP vielleicht, die damals ihre Einwanderung hierher forcierten? Wahrscheinlich hatten die damals auch noch keine deutsche Koranübersetzung zur Verfügung…
    .
    Noch in seiner berühmten Predigt am 8. Mai 85 hat Weizsäcker dem Berg hörern davon abgeraten, sich „in Feindschaft treiben zu lassen gegen Juden und Türken“. Geradezu aberwitzig. „Juden und Türken“. Beide in einem Atemzug, als wären das keine ganz ganz verschiedenen Menschengruppen mit ganz unterschiedlichen Vergangenheiten, Zukünften und Rechtsansprüchen.
    .
    Nur weil irgendwie beide als potentielle Opfer des deutschen Rassenwahns gelten konnten. So als ob jede Art von Rassismus gleich verwerflich wäre! Warum dann nicht gleich: „Juden und Zigeuner“?! Ich bin mir sicher, der Weizsäcker war im Grunde auch Antisemit, immer gewesen. (Schauen Sie doch nur mal, aus welcher Familie er kommt…)

  161. @Fritz 17.04. / 23:21
    Wos...

    @Fritz 17.04. / 23:21
    Wos moanst? – Do schau hi:
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=H1EU7Kab-R4&feature=related

  162. HansMeier555 (07:53)
    "Schauen...

    HansMeier555 (07:53)
    „Schauen Sie doch nur mal, aus welcher Familie er kommt…“
    .
    Sippenhaft?

  163. Kennt man eigentlich die...
    Kennt man eigentlich die vierte Strophe von „Hoch auf dem gelben Wagen“, das (NSDAP-Mitglied) Walter Scheel so gerne sang (ohne diese Strophe allerdings)?
    .
    „Sitzt einmal ein Gerippe
    Hoch auf dem Wagen vorn,
    Trägt statt Peitsche die Hippe,
    Stundenglas statt Horn –
    Ruf’ ich: „Ade ihr Lieben,
    Die ihr noch bleiben wollt;
    Gern wär’ ich selbst noch geblieben,
    Aber der Wagen rollt.“

  164. Hier noch ein Nachtrag zu...
    Hier noch ein Nachtrag zu Italien und zum „Sparhaushalt“:
    .
    http://ftalphaville.ft.com/blog/2012/04/17/964461/are-italys-forecast-revisions-already-out-of-date/
    .
    Man muss kein Prophet sein um zu wissen: Das wird ab dem Sommer üble Folgen haben, wenn „die Märkte“ das als Hebel nutzen, um höhere Zinsen zu erpressen. Und das obwohl es Italien gerade nicht so gut geht, vom Standpinkt der normalen Menschen aus betrachtet.

  165. @diktionatfis
    .
    Was ist an...

    @diktionatfis
    .
    Was ist an Sippenhaft falsch? Solange man von seinen Vorfahren materielles Vermögen, Beziehungen und Adelsprädikate erben kann, warum dann nicht auch die Verantwortung?
    .
    Das Leugnen von Abstammung und Erbschaft ist eine der großen Lügen unserer Gegenwart.
    .
    Und wo, wenn nicht im Abstammungsprinzip könnte denn der Grund dafür liegen, dass wir jedem sibirischen Juden mehr Rechte einräumen, sich ständig Jerusalem niederzulassen, als einem Nichtjuden, der dort geboren wurde?
    .
    Wir alle halten uns immer an das Abstammungsprinzip, sowieso. Warum stehen wird dann nicht einfach mal ganz offen dazu?

  166. ich kenne Italien seit über...
    ich kenne Italien seit über 40 Jahren und das Wort crisi fiel ständig.
    Aber so besorgt, wie dieses Jahr habe ich die Menschen noch nie erlebt.
    .
    Handwerker, auf die ich sonst lange wartete, haben binnen 48 Stunden einen Voranschlag erstellt und die Ausführung gleich zugesagt.

  167. HansMeier555, der Sippe...
    HansMeier555, der Sippe entkommt man doch schon jetzt so oder so nicht – einfach weil die Sippe selbst das nicht zulässt.
    .
    Was mir auffällt ist, dass besonders die Grossen leiden. Zum Beispiel im Buchhandel: Dort geht es gerade drunter und drüber, weil die Ketten wie in Deutschland zu sehr expandiert haben. Diejenigen, die frühzeitig in die Defensive gehen mussten, haben es jetzt leichter als jene, die ungebremst wachsen wollten. Und es sieht auch nicht so aus, als würden die Einkommen dieses jahr steigern. Die Verlierer sind die Judgendlichen und die Abgehängten.

  168. DA: "Die Verlierer sind die...
    DA: „Die Verlierer sind die Judgendlichen und die Abgehängten.“
    .
    Da sollte man darauf achten, dass die Jugendlichen nicht zu sehr abhängen – sorry, det heißt ja heute „chillen“.
    .
    Die Generation meiner Großeltern hätte jetzt vielleicht gesagt:
    „Ab in’s Lager!“
    (Dafür würde ich mich dann aber nicht in Sippenhaft nehmen lassen …)
    Leider habe ich weder Adelsprädikate noch sonstiges Nennenswertes außer meinen Genen mitbekommen. Tscha!

  169. @HM wg. Fußball
    Der Fußball...

    @HM wg. Fußball
    Der Fußball in Mantua hatte seine große Zeit in den 60er Jahren. Sogar K.-H. Schnellinger hat dort einmal gespielt. Bei Wikipedia (wenn es die nicht gäbe) fand ich sogar Dino Zoff, der dort in jungen Jahren aktiv war.
    Ansonsten war der Verein mehrmals pleite, also das Italien-übliche.

  170. Nein, das bedeutet halt...
    Nein, das bedeutet halt entweder kein Geld oder der Weg in die Schwarzarbeit in den diversen Bereichen, wo man das gut verstecken kann. Gerade die Freiberufler sind da wohl anfällig.

  171. @Vroni.
    Eine Bibel gehört in...

    @Vroni.
    Eine Bibel gehört in jeden Haushalt. Bei mir steht sie im Regal gleich neben Grimms Märchen.

  172. @diktionaftis
    .
    Ihr Vater hat...

    @diktionaftis
    .
    Ihr Vater hat es nicht zum Staatssekretär gebracht? Sehen Sie, das hat eben auch seine positiven Seiten.
    .
    Die Sippenhaft braucht man ja auch, um den kleinen Neidern vorzustellen, wie gut sie es doch haben: Diese Bürde der Verantwortung nicht tragen zu müssen.

  173. Oder wie Donald Trump immer...
    Oder wie Donald Trump immer sagt: „Ich lief durch die U-Bahn und beneidete den Bettler. Weil der gar nichts hatte und somit eine Milliarde reicher war als ich.“

  174. cher Filou, bitte nehmen sie...
    cher Filou, bitte nehmen sie meine entschuldigung an, denn ich war nach diktat verreist und konnte mangels digitaler entrüstung nicht recht antworten.
    titanic? meinen sie das heft oder das schwimmende rettungsboot?
    .
    liebe colorcraze, natürlich ging es mir im traum nicht um einen maulkorb am bändel – obwohl der, wenn ich so recht darüber nachdenke, also, hm… die fraktionsvorstände im bundestag einmal solcherart gewandet, seinen reizvollen anblick hätte. dazu noch alle fünf minuten einen klaps in die, wie drückte sich doch biene majas willi/pofalla, so deutlich, aber entlarvend aus: schreissfresse…
    liebe Vroni, das dürfte auch ihnen ein wenig gefallen. merkel und ihre mitstreiter quer durch die fraktionen als whip angels zu verstehen, wäre nicht falsch, entbehrte aber seiner doppeldeutigkeit nicht. an den fantaisien kann man den wahren knecht erkennen.
    gnade, distinktion, zuwendung ist dort gewiss nicht die erste assoziation, die sich aufdrängt.
    .
    im schönen zu dilettieren, kann m.e. das einzige inselchen sein, auf das man sich noch retten dürfte.
    zumindest dann kann einem die dummheit nicht wie ein aprilfisch an den rock gehängt werden.
    .
    fussball zum bleistift, lieber HansMeier555, – und ich bin mir sicher, dass sie dies in bezug auf meine person bereits mehr als ahnten -, fussball geht aber so etwas von gründlich an meinen grauen zellen vorbei. da muss es einen hirnumleitungspunkt geben, denn ich nicht einfach wie eine weiche umstellen kann, welch härte: selbst wenn ich mich bemühe, weiss ich nach den nachrichten nie, wer gegen wen gewann, geschweige denn spielte.ich weiss nur, dass die brasilianer in toto hübscher sind als die faroeer. aber sie sind natürlich allesamt so interessant wie der negintellektuelle stift des lokalen malers.
    .
    liebe/r Köstlich, verzeihen sie den schwachen scherz, aber in matratzenrechnung war meine wenigkeit immer ganz grossartig.

  175. @Holly01, danke, für Ihre...
    @Holly01, danke, für Ihre zutreffende Zusammenfassung.
    .
    „Die Generation meiner Großeltern hätte jetzt vielleicht gesagt:’Ab in’s Lager!“
    .
    Werter diktionaftis, da habe ich wohl Glück gehabt. Erst im fortgeschrittenen Er-
    achsenenalter wurde ich von Dritten mit solchen Äußerungen konfrontiert – meistens
    gebildete Akademiker – und konnte mühelos folgern: nicht ich, nicht ‚wir‘
    Kam gerne von gebildeten

  176. Die Feigheit der Kleinen...
    Die Feigheit der Kleinen beruht vielleicht auch darauf, dass sie versöhnlicher
    eingestellt sind.

  177. @HM555
    In Deutschland ist die...

    @HM555
    In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.
    (Arthur Schopenhauer)
    .
    Anerkennung ist ein Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
    (Robert Lembke)

  178. Flötentöne vom...
    Flötentöne vom Distelfink
    Jean-Christophe Spinosi
    mit Vivaldis „Il gardellino“
    http://www.youtube.com/watch?v=hRLMre5SFls&feature=related

  179. "Die Feigheit der Kleinen...
    „Die Feigheit der Kleinen beruht vielleicht auch darauf, dass sie versöhnlicher eingestellt sind. “
    .
    Versöhnen ist leichter, wenn Zurückschlagen keine Option ist.

  180. @ Lutz
    Ist sie ja auch: eine...

    @ Lutz
    Ist sie ja auch: eine märchenhafte Ansammlung wunderfeinster blutiger Splattergeschichten à la bande nere. Vor allem das AT.

  181. @E.R. Binvonhier (11:58)
    Ich...

    @E.R. Binvonhier (11:58)
    Ich hatte mich schon ein paar mal gefragt, was aus mir geworden wäre, wenn ich ein junger Mann zur Zeit des (aufkommenden) Nationalsozialismus gewesen wäre; keine leichte Frage – und auch keine leichte Antwort.
    (Wahrscheinlich weder ein Edmund Heines noch ein Graf von Stauffenberg.)

  182. <p>Wenn Italien irgendwann zu...
    Wenn Italien irgendwann zu langweilig wird:
    .
    http://www.faz.net/…/radfahren-in-bhutan-der-hoehere-gang-der-dinge-11717754.html

  183. Oder berufsschreibselnde...
    Oder berufsschreibselnde Gendertröte vs. hobbyschreibselnde Hohlroller-Karrieristin:
    http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-04/kommentar-feminismusbuch-schroeder

  184. Einmal um die halbe Welt...
    Einmal um die halbe Welt fliegen, um ein paar Kilometer zu radeln: Beiträge, die man hier bei mir sicher nie lesen wird.

  185. (Im Ernst: Ich schätze die...
    (Im Ernst: Ich schätze die Freuden der Moderne durchaus, und ich bin mitunter auch etwas vergesslich, wenn es um die Frage geht, wie gut es uns eigentlich geht: Aber diese Reisevorstellungen halte ich für pervers, daher habe ich auch den Link editiert. Natürlich finden so etwas Leute gut, die aus dem Nichts kommen und es geil finden, es mal richtig feste weltweit krachen zu lassen, aber wenn man schon privilegiert ist, sollte man sich wirklich überlegen, wie man den uns gegebenen Möglichkeiten sorgsam umgeht. Machen kann man vieles. Es gibt vielleicht auch Gründe, Weltreisen zu machen. Aber für das Radeln?)

  186. lieber don, trefflich...
    lieber don, trefflich gesprochen. töpfern in goa für ganzheitlich erweckte oder heliskiing für zahnärzte sidn auch solche spezialitäten.
    .
    diesen personen wäre eher vier wochen hosennähen in pakistan oder extreme kielholing zu empfehlen.

  187. @Lutz
    18. April 2012,...

    @Lutz
    18. April 2012, 10:51
    „Eine Bibel gehört in jeden Haushalt. Bei mir steht sie im Regal gleich neben Grimms Märchen.“
    Das ist richtig. Immer wenn mich eine metaphysische Neurose befällt, lese ich in der Bibel und bin sofort wieder Atheist.

  188. @Don
    Ach wieso. Mit dem...

    @Don
    Ach wieso. Mit dem Fahrrad kann man ein Land kennenlernen, also wenn man nicht rennradelt, sondern rumradelt. Warum nicht Bhutan? Das Panorama stimmt.
    Konsequenterweise dürfte man nicht hinfliegen, sondern müsste eben hinradeln, und nur ausnahmsweise den Regionalverkehrszug nehmen.

  189. lieber Yog Sothoth, Esq.,...
    lieber Yog Sothoth, Esq., vermutlich hängte diese reaktion mit auf eigensinn zurückzuverfolgenden gedankengängen, die über widerspruchsneigung getriggert werden, zusammen.
    denn so geht es hier mit vegetarischen kochbüchern – zwar gehören fleischlose gerichte zum festen repertoire und werden gar nicht so selten zubereitet (durchaus nicht nur als beilage) -, welche mich letztlich dazu anspornen, die langwaffen zu reinigen und zu überlegen, ob – auch nach der elenden wildschweinjagd – nicht so langsam mal wieder ein reh herüberwachsen könnte, bevor ich noch capreolen schlage und von so furchtbaren dingen wie boudins und tripes zu träumen beginne.
    .
    immerhin hatte das wild vor der begegnung mit dem projektilen eine gute zeit. das kann so manches arme schwein nicht von sich behaupten.

  190. Don,
    der leise Irrsinn fängt...

    Don,
    der leise Irrsinn fängt so an:
    Man fährt mit dem Geländewagen zum Walken ins Fitness-Zentrum …
    .
    „Man hats nicht leicht, aber leicht hat es einen.“
    (Spruch meiner Großmutter. Am häufigsten verwendet von ihr neben „Hochmut kommt vor dem Fall.“)

  191. Passt vielleicht zum Thema...
    Passt vielleicht zum Thema Feigheit der Kleinen: Opa erzählt vom Krieg, meist lustige
    Geschichten, irgendwann wollten es die Enkel etwas genauer wissen: Hast Du denn
    garnichts mitbekommen von dem was da lief. Nach kurzen Besinnen, gehört hat man
    schon was. Da war doch dieser Kamerad, ein Feigling vor dem Herrn, der von der
    Ostfront weg wollte. Eine kleine Verletzung, Heimaturlaub, tauchte monatelang nicht mehr und war schon vergessen, als er eines Tages wieder auf dem Rollfeld stand.
    Auf die Frage wieso, kam die Antwort:
    .
    Den Dreck sollen ‚Die‘ alleine machen.

  192. @Tiger(21:41, letzter...
    @Tiger(21:41, letzter Satzteil): ja, natürlich. Das weiß sie auch, denn warum sonst soll sie gesagt haben „wenn ich 300.000 EUR auf dem Konto habe, wenn ich abtrete, bin ich zufrieden“? Denn die ganzen Großpläne und Gesellschaftsformationen sind in Auflösung bzw. Abwicklung, und jederzeit kann eine gewohnheitliche Trägheit der Erwartungen eine „Klatsche“ bekommen. Und wie sich das alles neu zusammenfindet und verteilt, ist noch nicht raus. Jeder improvisiert nur noch. Die Veränderungen der Machtpyramide finden auf einer recht hohen Stufe statt, wie ich begriffen zu haben meine, und das führt zwangsläufig zu einem mindestens teilweisen Erdrutsch und zu einem Abreißen vieler bisheriger Querverbindungen, während neue sichtbar werden. Das ist ein seltener „Betriebszustand der Welt“, üblicherweise bekommt jeder soviel mit, wie er „eingeweiht“ wird bzw. zu bemerken gelassen, aber zur Zeit werden größere Zusammenhänge für Menschen sichtbar, denen das üblicherweise aus der Position, in der sie sich „materiell“ befinden, verwehrt ist. – Wie auch immer, es gibt zur Zeit massives Gezerre um die Weltordnung, und zwar derzeit in den Finanzen. http://www.divinecosmos.com/start-here/davids-blog/1047-liens gibt ein paar dürre Anhaltspunkte. Z.B. soll um die Jahrhundertwende der Plan gefaßt worden sein, alles Gold einzusammeln, einer Institution zu übergeben (das waren dann FED, BIZ), und das Geld nur noch auf Fiat-Basis zu setzen. Die Besitzverhältnisse sollten gewahrt bleiben, und die Treuhänder agieren. Inzwischen gibt es wohl welche, die meinen, sie haben von dem Beschiß genug, und jetzt sei mal Zahltag, sie wollen ihr Erbe – auch materiell – zurück.
    @HM555: oh ja, Sie werden ja immer hintergründiger. Die Sache mit dem Erbe – nicht nur materiell, sondern auch geistig und in der Lebensweise -, und wie man es hält, und nicht nur zerrinnen läßt, ist derzeit eine sehr viele beschäftigende Frage.

  193. @DA 12:31: da ist was Wahres...
    @DA 12:31: da ist was Wahres dran.

  194. @Hm555: "Spannung ohne Plot"....
    @Hm555: „Spannung ohne Plot“. Ja genau, und viele, viele andere Dinge auch (z.B. unser Bundestag) sind genau solche improvisierten commedie d’arte, weil der Plot ausgereizt ist. Nur, zum Spiel gehören Spielregeln und zum Fußball auch Schiedsrichter, die anerkannt werden (Publikum ist optional). Ohne Schiedsrichter und wenn man sich nicht mehr an die Regeln halten will, ja dann… was dann tun?

  195. Liebe Laura, wie kann ich...
    Liebe Laura, wie kann ich anders als Ihnen beinahe alles zu verzeihen? Die Frage hat sich erledigt, da Sie mit mehr als engelhafter Unschuld reagierten.
    .
    Gleich muss ich mich wieder mit Jacqueline (das ist nicht die Schwester vom Kevin) herumaergern. Sie lispelt, kann das Wort ‚Prononciation‘ nicht verstaendlich aussprechen-und versteht mich (Frauen verstehen mich nie) nur schlecht. Bruellen hilft auch nicht. Hier ist es kalt. Das Elend wird nicht kleiner.
    Ausserdem mache ich eine Diaet. Eine Rotweindiaet.

  196. @colorcraze, Der Tiger, Sie...
    @colorcraze, Der Tiger, Sie meinen das deutsche blind-date mit dem Weltgeist des
    Kapitalismus, war der übliche Reinfall?
    .
    Re:Kriege, sollten die Deutschen auch besser bleiben lassen. Sie können weder gegen
    noch mit den Angloamerikaner gewinnen, für die Krieg ein Spiel zu sein scheint.
    Nach dem Spiel, ist vor dem Spiel – Hauptsache Spiel.

  197. @Filou: es würde mich aber...
    @Filou: es würde mich aber schon interessieren, um welches Grab es sich handelt. Denn es handelt sich dort um exterritoriales Gebiet, und ohne mindestens stillschweigende Zustimmung der Russen geht da garnichts.
    @Holly: „Daseinskrise“, durchaus. Aber an dem Ast, auf dem sie sitzen, wackeln halt nur die, die entweder meinen, der hält es aus, oder die, die ihn für so brüchig halten, daß sie lieber gleich abstürzen, als irgendwann im unerwarteten Moment.
    @BinVon Hier: ich weiß nicht, ob man es Reinfall nennen sollte. Daß auf Expansion Kontraktion folgt, ist eigentlich natürlich. Daß die Kämpfe und Kampfformen dabei jeweils anders sind, auch. Denn daß man sich auf die Füße tritt, läßt sich in einer wackligen Umgebung nicht vermeiden. Was den Krieg angeht, so gibt es nicht nur den militärisch sichtbaren. Der ist praktisch überall, wo es eine expandierende oder ums Überleben kämpfende Gruppe gibt. Aber da Sie ja so gerne erben möchten, empfehle ich Ihnen http://eamb-ydrohoos.blogspot.de/ , auch den Text über Rock, der ist zwar griechisch und den zu übersetzen mit Google ist mühsam, aber ich finde ihn ganz anregend.

  198. @colorcraze, nach dem...
    @colorcraze, nach dem Handyvideo (http://www.youtube.com/watch?v=gMtP_SfLyyY ) soll es sich um das Grab von Reinhard Heydrich handeln (siehe Kommentar vom 17. April 2012, 20:25).
    Der Name duerfte so selten nicht sein. Es kann sich also auch um eine Verwechslung handeln. Nach Wikipedia muesste es der Invalidenfriedhof sein.
    Waere es das echtes Grab, ist es ein Skandal. Aber die BRD-Welt ist bunt.

  199. Und @colorcraze, wieso glaube...
    Und @colorcraze, wieso glaube ich, das Grab gesehen zu haben? Heute sehe ich nix. Rotweindiaet.
    Aber Sie sind in der Naehe. Schaun Sie mal persoenlich nach. Da liegt dort ja allerlei rum.

  200. Werte donna laura - ganz im...
    Werte donna laura – ganz im Gegenteil, ich mag Wortspiele. Bei exzessiver Matratzenrechnung fängt man sich jedoch irgendwann einen herben Simplex-Algorithmus.

  201. Fuer die Entdeckung der Fotos...
    Fuer die Entdeckung der Fotos im Link von 17. April 2012, 21:46 danke ich uebrigens der sehr alten Freundin Rachel in Tel-Aviv, die 1937 geboren, im letzten Moment mit ihrer Familie nach Columbien gelangte. Sie wurde gezwungen, eine Weltbuergerin zu sein, weil man es ihr nicht erlaubte, eine ganz normale Berliner Goere zu werden.

  202. @ colorcraze 20:55 : ich...
    @ colorcraze 20:55 : ich drück das mal so aus : es war selten leichter Billionen zu verlieren, denn wenn alle betrügen, bleiben keine Gewinner.
    Der Staat zahlt alles und 0,1% der Weltbürger haben die Nationalität „reich“. Reiche zahlen keine Steuern, finanzieren keinen Sozialtransfer und verfügen über „nichtreich“, wie über das Gebäck vom Vortag.
    Wir haben alle ein Problem, welches es so nie zuvor gab.

  203. @Filou: Westberlin ist weder...
    @Filou: Westberlin ist weder geistig noch rechtlich noch menschlich BRD (egal ob „alt“ oder „neu“) oder DDR, auch wenn da noch so viele Rauhfaserrollen drübergekleistert werden – es gleicht mehr dieser Insel, auf der sich ein paar mauritianische Schiffbrüchige gerettet hatten, und jahrelang ausharren mußten, bis ein Schiff sie mitnahm. Einstweilen träumt es alp oder von Flucht, und bekommt tags keine Füße oder PS auf die Straße. Und dieses Siechtum – nennen wir es mal das Fehlen einer eigenen handfesten ökonomischen Basis – wirkt sich auf ganz Europa aus. – Auf der Touristenrennstrecke komme ich nur alle paar Jahre mal vorbei, einstweilen ist es mir noch nicht so glaubhaft, daß der Geist des Rotweins in die Stadtverwaltung gefahren ist. Die nehmen das dort nur in homöopathischen Dosen zu sich.

  204. @Holly: sich entziehenwollende...
    @Holly: sich entziehenwollende Reiche sind doch nichts Neues in der Geschichte.

  205. @ colorcraze : wollen ist...
    @ colorcraze : wollen ist nicht neu, aber aktuell ist es ihnen gelungen.
    Die machen was sie wollen, wie sie es wollen und wo sie es wollen.
    Ansich müßte, das doch das Herz von HM555 rasen lassen, vor Freude.
    Die neuen Herrscher auf dem Weg zum ersten Bilionär …….

  206. @colorcraze, ich ringe um...
    @colorcraze, ich ringe um Erklaerung. Berlin ist mir ein Raetsel. Aber fuer die Oberflaeche des Tourismus scheint es zu reichen. Berlin koennte vielleicht irgendwann sowas wie New York werden, oder Duisburg. Im Moment siehts mehr nach Oberhausen aus.
    Es ist ein Jammer, aber die biblisch versprochene Strafe bis ins siebente Glied wird sich wohl erfuellen.
    Leider, leider. Aber recht so.

  207. @Filou: Nein, warum sollte...
    @Filou: Nein, warum sollte Berlin „eine Art New York“ werden? Es liegt nicht am Wasser, und es liegt nicht am (Meeres/Kontinental)Rand. Da müßte es schon Hamburg fressen. Das ist aber nicht so einfach, denn Hamburg ist größer als Piräus. Das wird so wenig geschehen wie eine Vereinigung von Rom und Neapel. Eher ist es eine Art Peking (und Wien eine Art Nanking). Mit Paris hat es die Ähnlichkeit, daß es vom Rhein ab liegt, aber dort (mitunter) hinsieht, mit Mailand, daß es mitten in einer Ebene liegt. Aber die Ähnlichkeit bezieht sich nur auf diese einzelnen Aspekte. Davon abgesehen soll New York in den 60ern sehr berlinerisch gewesen sein. „Werden wie“ ist Unsinn, denn Duplikate werden nicht gebraucht. Es muß schon aus der eigenen Lage mit eigener Kraft etwas machen. Rachsüchtige tauchen immer mal auf, wurden aber noch jedesmal zur Raison gebracht.

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