Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren (128)
 

Meine erste Stradivari

21.04.2012, 21:59 Uhr  ·  Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: Mit dem ersten Instrument entsteht beim Bildungsbürgertum oft die Faszination für Musik - auch, wenn es nur eine Fälschung ist.

Von

Der Hauptautor dieses Blogs macht keinen Hehl daraus, dass er am Klavier ganz jämmerlich trotz bester Voraussetzungen und teurer Lehrer versagt hat, aber die Gastautorin Venezia Fröscher hat ganz andere Erfahrungen an der Violine gemacht.

Geigen- oder Roulettespielen, Komponieren oder Opiumrauchen sind Neigungen, die ihren Lohn in sich selbst tragen.
Fritz Kreisler

Eines Nachts träumte mir, ich säße auf der Konzertbühne. Inmitten vieler anderer Orchestermusiker hatte ich meine Geige am Kinn und spielte um mein Leben. Dr. Freud ließ am nächsten morgen grüßen. Aber ich brauchte mich gar nicht unverzüglich auf der Psychologiecouch einzufinden. Diesen Traum konnte ich mir auch selbst deuten: Das Heimweh nach meiner Geige hatte mich gepackt. Sie tauchte in meinen Träumen auf und wenn ich Sonntagsnachmittags im Fernsehen die großen Sinfonieorchester spielen sah oder leibhaftig im Konzerthaus saß, zuckten meine Finger. Unwillkürlich spielte ich mit.

Besonders bei Schuberts Unvollendeter. Damals im Jugendorchester nannten wir diesen flirrenden, sechszehntelschnellen Beginn in den Violinen die „Schlumpf-Melodie“. Sehnsucht stellte sich ein. Vor einigen Wochen war dann der Zenit bei mir erreicht: Ich ging zu meinem Geigenbauer. Geigenbauer sind für Geiger so ähnlich wie Zahnärzte für Angstpatienten. Man geht lieber sein Leben lang zu dem Selben, da weiß man, was einem selbst und seinem Instrument zu erwarten steht. Mir scheint sogar, dass sich letztlich das Instrument den Geigenbauer aussucht.

Als Zwölfjährige reiste ich allein nach Mittenwald und mein Instrument von Joseph Klotz wählte mich aus. Meine Geige wollte es so. Fernab, in meinem kleinen Heimatdörfchen in Nordrhein-Westfalen wartete nämlich ihr „Geburtshelfer“ auf sie: Jener Geigenbauer, der sie vor Jahren als Gesellenstück in Mittenwald restauriert hatte. So schließen sich Kreise. Bis heute ist dieser Geigenbauer derjenige unseres gemeinsamen Vertrauens.

Bild zu: Meine erste Stradivari

Auf dem Dachboden meines Großvaters fand ich einst einen dunklen Kasten. Er sah aus wie ein kleiner Sarg in Form einer Geige. Auf dem Deckel befand sich ein metallener Griff. Als ich dieses schwarze, altersschwangere Kastenungetüm öffnete, konnte ich mein Glück kaum fassen: Ich hielt eine Guarneri in Händen. So lautete zumindest der im Korpus der Violine eingeklebte Zettel. Neben Antonio Stradivari stellte die Cremonser Familiendynastie Guarneri wertvollste Streichinstrumente her. Niccolò Paganini, Yehudi Menuhin oder Itzhak Perlman spielten sie. Nun besaß auch ich ein solches Instrument. So dachte ich. Bis ich zu meinem Geigenbauer ging und er sie in Händen hielt. Er schüttelte den Kopf: Wie so häufig war auch dieses Instrument eine Fälschung. Man versuchte bereits im 19. Jahrhundert durch diese eingeklebten Zettelchen den Wert der Instrumente zu steigern. Vielleicht hatte mein leidlich Geige spielender Großvater diese „Guarneri“ auf dem Schwarzmarkt in Kriegszeiten eingetauscht? Oder hatte er sie bei einem Antiquitätenhändler als angebliches wertvolles Instrument gekauft? Die Familienchronik schweigt dazu. Zudem endet die familiäre Geigengeschichte hier abrupt, denn zu allem Überfluss war jene Geige auch noch eine schlechte, was mich dann dazu veranlasste, nach Mittenwald zu pilgern.

Eine Guarneri oder Stradivari hätte in ihrem ursprünglichen Zustand auch anders ausgesehen. Aus ihrem vollrundig geschwungenen Körper hätte sich ein anderer Hals als im 19. Jahrhundert emporgereckt. Denn grausam wurde den Violinen zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Hals gebrochen; sie fielen radikalen Umbaumaßnahmen zum Opfer: Ihre Hälse wurden in einem anderen Winkel zum Korpus positioniert, ihr Steg operativ erhöht und somit der Druck auf ihren Körper schmerzvoll verstärkt. Operationsergebnis war ein brillanterer, voluminöserer und lauter anmutender Klang. Er ließ sich nun innerhalb eines romantischen Orchesterapparates hören.

Bild zu: Meine erste Stradivari

Nicht nur die Barockgeigen erhielten einen chirurgischen Eingriff. Die Blechblasinstrumente wurden mit einer Ventilmechanik ausgestattet. Trompeter konnten nun dank der Ventile bequem in allen Tonarten spielen und fransten sich nicht mehr die Lippen aus. Hornisten mussten nicht mehr vor jedem Tonartwechsel panisch innerhalb weniger Takte den Stimmbogen ihrer Hornspirale wechseln. Durch die auswechselbaren Inventions- oder Stimmbögen verlängerte oder verkürzte der Hornist sein Instrument und veränderte somit das Tonmaterial. Klingt praktikabel. Die Tonarten- und Klangcharakteristika gingen durch diese radikale Maßnahme allerdings leider verloren. Hört man das Zusammentreffen Don Giovannis mit dem Komtur begleitet von historischen Posaunen, dann ist einem zum Fürchten. Da erzeugen die historischen Posaunen eine klangliche Wild- und Ungezähmtheit, die aus der Unterwelt zu kommen scheint.

Violinkonzerte oder Concerti grossi auf Geigen mit ungebrochenem Hals bieten ebenfalls einen anderen Klangeindruck. Vivaldis Le quattro stagioni auf einer Barockgeige lassen die einzelnen Wetterlagen weitaus nuancenreicher erklingen: von klirrender Kälte über sommerliches Gewitter bis hin zu den dahinplätschernden Bächlein. Oder Johann Sebastian Bachs Partiten. Im Zuge der historischen Aufführungspraxis entwickelte man zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogar fälschlicherweise dafür einen speziellen Bogen. Der Musikwissenschaftler Arnold Schering war sich 1904 überaus sicher, die Violinisten des Barock hätten einen konvex-geschwungenen Bogen verwendet. Quasi ein Flitzebogen. Erklärlich. Ich habe es am eigenen Geigerleib erfahren, wie schwer diese fiesen Bach-Partiten mit einem leicht konkav geschwungenen Bogen sind. Arpeggien und Mehrklänge damit sauber – ohne kratzen – dem Instrument zu entlocken, sind für den geigenden Laien eine Kunst. Warum dann nicht einen konvexen Flitzebogen an das Instrument legen? Da spielt es sich quasi von selbst. Allerdings entpuppte sich dieses Hilfsmittel für faule Geiger als historisch mehr als fragwürdig. Ein Blick auf die barocken Geigenbögen hätte es auch im Vorfeld bereits gelehrt: Der barocke Bogen war etwas kürzer, aber nicht konvex. In der Kürze lag seine Würze, denn dadurch verlagerte sich entsprechend der Schwerpunkt des Bogens und somit die Balance. Der Bogen macht die Musik, denn mit einer verlagerten Balance zum unteren Bogenende hin, kommt der Virtuose besser „um die Ecke“. Der Wechsel des Bogen auf eine andere Saite kann leicht einem kleinen Impuls aus dem Handgelenk erreicht werden, der Virtuose „rudert“ weniger mit dem Bogen über sein Instrument.

Bild zu: Meine erste Stradivari

Auf welchem Instrument ein Musiker auch immer spielen mag, ob barock oder modern, ob Millionen- oder doch nur das günstige Schülerinstrument, er wird es in sein Herz schließen. Über den Kontrabassisten wissen wir spätestens seit Patrick Süskinds zwerchfellerschütterndem Ein-Mann-Dramolett, dass ihn eher ein zwiegespaltenes Verhältnis, ja eine Hassliebe mit seinem Instrument verbindet. Der gemeine Geiger, so kann ich aus eigener Erfahrung sagen, ist hingebungsvoll um sein Instrument bemüht. Fahre ich im Auto, so wandert meine Geige nicht etwa in den Kofferraum. Zu gefährlich, denn sie könnte bei einem Unfall verletzt werden, während ich unbeschadet davonkomme. Dann lieber wir beide. So klemme ich den Kasten im Auto stets unbequem zwischen meine Beine, und ich kenne kaum einen Geiger, der diesen Tick nicht ebenfalls pflegt. Im Flugzeug mieten Cellisten beispielsweise einen extra Platz für ihr Instrument, damit es seine Reise nicht im kalten Bauch des Flugzeugs mit den Koffern fristen muss. Nicht nur Streicher, sogar Pianisten weisen diesen Liebeswahn auf. So liebte Glenn Gould einen derangierten Steinway. Dieses in die Jahre gekommene Instrument entdeckte Gould in der Dunkelheit einer Hinterbühne, demoliert und durchgespielt. Der Anschlag war so leicht und das 400kg schwere Ungetüm so zerkratzt, dass kein anderer Pianist diesen Flügel noch hätte bespielen wollen. Glenn Gould fand in ihm, diesem CD 318, allerdings sein Trauminstrument. Mit diesem „Geflügel“, so pflegte mein Professor scherzend zu sagen, nahm er seine legendären Goldberg-Variationen auf und er spielte ihn auf seinen Konzerten. Bis der Flügel bei einem Transport den Klavierspediteuren aus den Händen glitt. Glenn Gould versucht mehrere Jahre lang, den Flügel zu retten, aber der große Riss in der gusseisernen Platte setzte dem Instrument sein Ende.

Das Verhältnis zwischen Musiker und seinem Instrument ist ein besonderes. Manchmal beruht es auf Gegenseitigkeit. Gegebenenfalls endet es in Enttäuschung beiderseits. Meist hält es ein Leben lang. Ich versuche seit geraumer Zeit wieder, meiner Geige hörbare Töne zu entlocken. Bis auf weiteres bitte ich meine Nachbarn um Nachsicht. Üben hilft.

 

 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden
Lesermeinungen zu diesem Artikel (128)
Sortieren nach

Es ist uebrigens die...

Es ist uebrigens die Fuerchterlichkeit des Uebens und die genervten Reaktionen der passiv Leidtragenden, die einem Anfaenger (that's me, damals) jegliches Vergnuegen am Musizieren verleiden kann. Sie verlitt. Die Ermordung von J. S. Bach am verstimmten Klavier der Unimensa durch meine spaetere Dauergefaehrtin moechte ich nicht weiter beschreiben. Obwohl? Lustig war's schon. . Aber diese verzueckten Gesichter der Mitbewohner eines italienischen Ferienhauses als Mutter (auf der Schulblockfloete) und Sohn auf einer kleinen barocken C-Floete aus dem Fenster hoerbar einige Piecen zum Besten gaben, mag ich dann auch nicht vergessen. . Gute Nacht. Schoen, Sie wieder zu vernehmen. Ich hoffe, spaeter ein wenig aus der Rolle fallen zu duerfen. Ja?

Natürlich gehen die...

Natürlich gehen die vibrations/Töne direkt in den Körper. Nichts ist schlimmer als unsere körperlose, immaterielle, visuell fixierte Welt. Musik und Töne, Hände und Füße sind alles. Augen sind ein kaltes, fischiges Medium. Richtiges Geflügel wird 100 Jahre alt, koreanische Flachbildschirme versagen schon nach 10. Üben ist natürlich ein problematischer Modus. Da hilft nur Vormachen. Wer kann das noch? Bei den visuellen Eindrücken um uns herum. Ich empfehle Adorno online, kling gut! Und wenns visuell sein muss: von Hand.

0 Oliver-August Lützenich 21.04.2012, 23:22 Uhr

Danke für diesen...

Danke für diesen interessanten und informativen Einblick aus einem Musikes-Innenleben. Da geht also die Liebe nicht durch den Magen, wie bei dem Rest, sondern durch das Instrument. Aber nur so kommt wahrscheinlich beste Musik zustande? Und ohne Musik, auch die von Ihnen erwähnte, wollte ich nicht mehr leben, zumindest fiele es mir schwerer. Und da sage noch Eines: wo die Liebe hinfällt, da wächst kein Gras mehr. Obwohl ... wenn ich da an das Geflügel von Gould denke? Wie dem auch sei, Musik bitte ... Klatschen. Ende

Werte Venezia, wir haben also...

Werte Venezia, wir haben also gelernt, dass ein konvexer Bogen Vorteile hat/haette, aber unhistorisch ist. Weshalb hat sich dann der konkave Bogen durchgesetzt? Und verstehe ich das richtig: Sie haben den Geiegnkasten zwischen den Beinen waehrend sie selbst fahren? Waere es nicht fuer Instrument und Instrumentalistin sicherer, den Kasten auf einem Sitz anzuschnallen (oder besser vermutlich: zwischen Sitz und Rueckbank einzuklemmen)? Beste Gruesse, T.I.M.

0 HansMeier555 22.04.2012, 04:27 Uhr

Im Keller hab ich eine...

Im Keller hab ich eine ururualte Reiseschreibmaschine, auf der hab ich mit 10 Fingern schreiben gelernt...

liebe Frau Fröscher; ..ich...

liebe Frau Fröscher; ..ich habe Ihren Beitrag noch nicht gelesen, daher ist es vielleicht gewagt ,was ich hier tue, aber dass beim öffnen der Seite mich eine Partita anschaut, wie ich sie gestern Abend gespielt habe, erstaunt mich. Allerdings handelt es sich bei meiner um die bwv. 1013 a-moll. für Laute. Im übrigen gab es zuvor die beiden Konzerte von Chopin über kleine cd. Beim geniessenden hören habe ich einen Interpretationsversuch gemacht und sie an manchen Stellen mit Ravel und interessanterweise( für mich selbst) mit mc laughlin-Läufen/(Variationen-Läufe-) verglichen(hier assoziiert). ..b

So und jetzt habe ich ihn...

So und jetzt habe ich ihn gelesen und muss sagen er ist schön und informativ, was die genauen Fakten anbelangt-die kann ich als Laie nicht überprüfen, aber der Beitrag erzählt eine lebendige Geschichte. Restaurierte Steinways gibt es im Bekannten und Freundeskreis auch, ebenso wie Berufsmusiker und seltsamerweise jede Menge Gitarrenbauer(Taunus). Mein Instrument ist preiswert(um nicht zu sagen billig) gewesen, typisch Deutsch im Klang, es näselt, aber hat einen wunderbaren Hals/-gute Seitenlage, wegen dem ich Spanisches und Teureres stehen liess. Angeblich wird der Klang über die Jahre besser-Nun ich bin geduldig. Das Spielen auf ihr ist für mich toll. Nach einem kalten Winter wurde sie vom Fachmann überarbeitet, >Seitenlagen korrigiert. die Decke- Sitkafichte matt bearbeitet, der Rest helles Ahorn. Kanzoo-Einfachheit-(jap.)

0 Dreamtimer 22.04.2012, 08:29 Uhr

"Im Keller hab ich eine...

"Im Keller hab ich eine ururualte Reiseschreibmaschine, auf der hab ich mit 10 Fingern schreiben gelernt... " . Und Sie wurden von ihr ausgewählt und haben fortan im Zauberland mit lauter sprechenden Dingen gelebt. Eine neue, irgendwie charmante Seite, bzw. Taste an Ihnen, aber so ein animistisches Seelenleben wird üblicherweise geheim gehalten, der Verbindung mit den Geistern wegen ...

0 stimmviech 22.04.2012, 09:03 Uhr

Seit der Loslösung der...

Seit der Loslösung der europäischen Kunstmusik vom Adelsstand irgendwann im 19.Jahrhundert sind Generationen von Nichtadeligen mit dieser Musik-nun sagen wir es offen- gequält worden. Nicht nur durch den Übezwang, der bei positiver Erfahrung sicher ein gern gezahlter Preis ist. Sondern meines Erachtens zumindest in meinem Fall durch eine widersprüchliche Grundhaltung der Erziehungspersönlichkeiten zu dieser Musik. Als Musik wurde sie , schon weil man alles Künstlerische haßte, abgelehnt. Als Element des phantasierten gesellschaftlichen Aufstiegs allerdings wurde exessives Üben der verhaßten Musik gewünscht.Mir scheint es immer problematisch, wenn Kultur aus ihrem angestammten Umfeld genommen wird, eine echte Liebe wird das dann nicht. Manchmal höre ich noch ein wenig Klassik, aber im wesentlichen meide ich diese Musik und das musizieren sowieso. Bei vielen anderen war es sicher nicht so extrem wie bei mir, den einleitenden Worten des Hausherrn entnehme ich aber, daß auch andere Probleme haben.

0 rittervomgeist 22.04.2012, 09:46 Uhr

Als Kind an die Geige...

Als Kind an die Geige gezwungen, die ein Erbstück des in Stalingrad gefallenen Onkels war, war mir (und nur mir) klar, dass dieses Stück familiär verordneter Trauerarbeit nichts werden konnte. Im Korpus des Instruments klebt ein Zettel: "Sebastian Kloz in Mittenwald Anno 1735". Jetzt hat mir Frau Fröscher mit ihrer Bemerkung, solche Stücke seien meist gefälscht, auch noch die Illusion genommen, an einer wertvollen alten Geige gescheitert zu sein. Bleibt als Trost, dass sich die Qualität meines Spiels und diejenige meines Instruments als deckungsgleich erwiesen haben.

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 10:28 Uhr

@Filou: einen schönen guten...

@Filou: einen schönen guten Tag, Filou. Selbstverständlich dürfen Sie aus der Rolle fallen, darauf freuen wir uns doc hbereits alle hier. Komme gerade von einer Probe eines Profiorchesters und muss gestehen: ich muss noch viel üben.

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 10:31 Uhr

@T.I.M.: Eine Geigerin lässt...

@T.I.M.: Eine Geigerin lässt sich möglichst chauffieren. Sollte dem einmal nicht so sein, dann wird die Geige auf dem Beifahrersitz abgestellt.

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 10:34 Uhr

@di: Sie spielen die Partiten...

@di: Sie spielen die Partiten - beneidenswert. Wenn Sie meinen Artikel lesen, werden Sie feststellen, zu meiner Schande, dass ich leider an den Partiten momentan noch scheitere. Es war mal vor ca. 10 Jahren besser, aber seitdem das Instrument so lange geruht hat, sind die Finger und auch der Arm sehr lahm geworden. Momentan steige ich da lieber auf die Händel Sonaten für Violine um, die sind bei meinem derzeitigen Übe- und Könnenstatus angemessener.

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 10:38 Uhr

@di: Ich liebe die Laute....

@di: Ich liebe die Laute. Welchen Lautentyp spielen Sie denn: Langhals; Knickhals? Bei meinem letzten Besuch im sehr zu empfehlenden Instrumentenmuseum in Brüssel sah ich zahlreiche Typen - eindrucksvoll.

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 10:41 Uhr

@rittervomgeist: Ich wollte...

@rittervomgeist: Ich wollte ihnen die Illusion nicht nemhen. Vielleicht ist es ja tatsächlich eine Klotz-Violine? ebenso wie meine, die ich derzeit spiele. Haben Sie es mal von einem Fachmann überprüfen lassen? Klotz-Geigen wurden auch gefälscht, aber das bessagt ja noch nichts über ihre Qualität aus: eine gute Fälschung ist immer noch besser, als ein schlechtes Original.

0 donna laura 22.04.2012, 11:11 Uhr

liebe Venezia Fröscher, gibt...

liebe Venezia Fröscher, gibt es denn auch einen lauten typ mit wendehals?

0 rittervomgeist 22.04.2012, 11:30 Uhr

Liebe Frau Fröscher, meine...

Liebe Frau Fröscher, meine Bemerkung war gewiss nicht als Vorwurf gemeint. Ich halte Desillusionierung für einen uneingeschränkt positiven Vorgang. Aber Ihrem Rat, die Geige einem Fachmann (muss man jetzt nicht auch sagen: einer Fachfrau?) zu zeigen, werde ich gern folgen.

@ HansMeier 05.27h Im Estrich...

@ HansMeier 05.27h Im Estrich liegt mein Square Piano (ca. 1780, made by George Astor, der in D-Walldorf geboren wurde). Er wanderte nach Amerika aus, wo sein Bruder John Jacob Astor Jahrzehnte später als der reichste US-Burger weltweit bekannt wurde. Ergoogeln John Jacob Astor. Doch als Schulerin habe ich Pop gespielt - ein Bekannter meiner Mutter spielte in einem Pop-Group und gab mir Unterricht.

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 11:48 Uhr

@donna laura: Wendehals ......

@donna laura: Wendehals ... quais zum Umkrempeln? Nun, vielleicht gibt es links- und rechtshänder Lauten, so wie bei Gitarren. Da bin ich aber etwas überfragt. Weiß "di" evtl. über diese Details Auskunft zu geben? Normalerweise hält man die Geige ja links, den Bogen rechts. Es gibt aber tatsächlich Ausnahmen. Reinhard Goebel, seinesgleichen begnadeter Barockgeiger, nahm nach einer Handlähmung die Geige in die rechte, den Bogen in die linke Hand und spielte bravourös weiter.

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 11:53 Uhr

@rittervomgeist: So habe ich...

@rittervomgeist: So habe ich es auch keinesfalls verstanden; gegen Vorwürfe versuche ich sowieso resistent zu sein. Halten Sie mich bitte auf dem Laufenden, was sich in Ihrem Geigenkasten befindet - möglicherweise tatsächlich eine Klotz-Geige? Es gibt unter ihnen tatsächlich wertvolle Instrumente. Wobei sie diese Erkenntnis dann zum Üben verpflichtet, damit Sie auch die volle Qualität des Instrumentes in Ansätzen ausspielen können ... Viel Vergnügen.

0 Der Tiger 22.04.2012, 12:05 Uhr

Ich hatte eine Geige, die war...

Ich hatte eine Geige, die war um einiges besser als mein Talent und das der Tigerbabys. Sie stand immer lautlos mahnend im Schrank. Deswegen fragte ich vor ein paar Jahren die lokalen Amateurphilharmoniker, ob es bei ihnen jemand gibt, der Talent aber keine Geige hat. Die guckten etwas erstaunt, denn unsere lokalen Amateurphilharmoniker sind alle Westviertelleute. Aber der Vereinsvorsitzende meinte, er würde jemand passenden auswärts finden. . Dann habe ich die Geige vergessen bis ich vorheriges Jahr eine Eintrittskarte für ein Konzert der lokalen Amateurphilharmoniker geschenkt bekam. Erst war ich erstaunt – there is no free lunch – dann habe ich verstanden. Es trat ein achtzehnjähriger Solist auf, der nicht nur sehr gut, sondern auch mit einer beneidenswerten Begeisterung spielte. Ich bekam im Gegenzug ein sehr schönes Konzert geschenkt.

Wunderschön geschrieben,...

Wunderschön geschrieben, Venezia Fröscher! Zur Instrumentenkunde mag ich nix sagen, da Sie mit "Mir scheint sogar, dass sich letztlich das Instrument den Geigenbauer aussucht" eh schon eine verschüttete Wahrheit ausgebuddelt haben. God bless you, young lady! Sie schenken unsereiner die Hoffnung, dass die vier musikalischen Seuchen des 21. Jahrhunderts nicht endlos wüten werden: (a) André Rieu für einen Musiker oder gar Geiger zu halten, (b) die Crossover-Vermüllung der E-Musik, (c) das Herauspicken sogenannter "Rosinen" aus Gesamtwerken, die dadurch ihren Charakter, ihre Dramaturgie und Spannung einbüßen (Rundfunk, TV, YouTube) (d) die mp3-Verstümmelung faszinierender Obertöne und Dynamik Herzliche Grüße!

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 13:14 Uhr

@tomahawk: Vielen dank für...

@tomahawk: Vielen dank für die Lobhudelei. Dito, Tomahawk, die vier Seuchen so präzise auf de Punkt formuliert zu haben. Der Kampf wird nicht enden; ausmerzen wird man sie wohl nie können. Aber es beginnt in frühen Kindertagen: lernen, kritisch Musik zu hören und sie beurteilen zu können. Dann ist man auch gegen die vier Seuchen gut gewappnet und kann gegen sie zu Felde ziehen oder sich zumindest nicht von ihnen infizieren lassen. Zu Punkt c: Nicht nur in rundfunk, TV oder youtube werden Rosinen gepickt. Das beginnt mitlerweile bereits in den Konzertprogrammen, die mit den Highlights aus Oper- und Konzertliteratur gestaltet sind. "Easy listening" ist derzeit auch der klassischen Konzertkultur ein verkaufsstrategisches Argument: Mozart zum Entspannen, Bach zum Träumen, Rossini zum Kochen.

Besonders Tomahawk Punkt d),...

Besonders Tomahawk Punkt d), ist die groesste Suende gegen die Schulung des Gehoers. . Die ganze Welt hoert flach. Die ganze Welt? Nein, immer wieder erscheinen auf der Karte kleine gallische Doerfer, denen der Himmel nicht auf den Kopf faellt und leisestark Widerstand leisten. http://www.youtube.com/watch?v=iZ58P53lqIw&feature=related Man kann die blonde Dame am Schlagbass (?) garnicht genau genug beobachten. Besonders nach dem gesungenen dritten "Notte". Ich liebe schoene Maedchen die was Schoenes koennen. . (Ich lasse jetzt meinen Rollator vorfahren. Dann stelle ich mich mit einer Pulle Pommery schon mal an den Kuenstlereingang.)

Ich kann von meinen...

Ich kann von meinen europäischen Tourneen in den Siebziegern mit Jazzmusikern bestätigen: Wurde geflogen, bekam der Bassist zwei Sitzplätze, einen für sein Instrument. Das war aber die Aunahme; meist ging's per Lkw und Bus durch die Lande.

0 rittervomgeist 22.04.2012, 15:26 Uhr

@tomahawk Zustimmung mit einer...

@tomahawk Zustimmung mit einer Ergänzung zu Punkt c: Das Klassik-Forum in WDR 3, jeden Werktag von 9.00 bis 12.00 Uhr, bringt - und das seit fast auf den Tag genau 25 Jahren - ausschließlich komplette Werke. Und wenn dann Mahlers 9. Symphonie 90 Minuten Sendezeit 'kostet', wird's eben gemacht.

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 16:16 Uhr

Es ist doch frappant: während...

Es ist doch frappant: während BayernKlassik ebenfalls die Manier von WDR3 teilt, spielt NDRKultur meist nur die Highlights, die Klassik-Hits. Gibt es ein Nord/Süd-Gefälle?

Wie lange haben ich den...

Wie lange haben ich den Begriff "Schlagbass" nicht gehört... danke dafür. . Das Gegenteil gilt für "There is no free lunch". Früher nie gehört oder gelesen, aber in der vergangenen Woche kam's mir mehrmals in Zeitungen und Blogs unter die Augen. Vielleicht wird's das neue "spannend".

0 Barocke Hörerin 22.04.2012, 17:25 Uhr

Nord-Süd-Gefälle? Seit wann...

Nord-Süd-Gefälle? Seit wann liegt NRW im Süden? Abgesehen davon holt WDR 3 in Sachen Verflachung zurzeit kräftig auf. Aber es regt sich Widerstand, die "Radio-Retter" kommen! http://www.die-radioretter.de/cms/front_content.php Ich für mein Teil wäre schon froh, wenn man beim WDR-Radio Moderatoren hätte, die in der Lage sind, mehr als drei Sätze hintereinander fehlerfrei zu sprechen. Das ist ein Gestotter und Gehaspel in letzter Zeit, dass es nicht zum Aushalten ist (z.B. gestern Abend wieder in der Vesper - grauenhaft). Vermutlich braucht man das Geld für Gottschalk und Bundesliga - da reicht´s beim Radio halt nur noch für Praktikanten. Frau Fröscher, der YuoTube-Link zu Bachs Partiten funktioniert nicht. Ansonsten: Schöner Artikel! Meine Querflöte schläft auch schon seit Jahren in einer Schublade vor sich hin. Aus gesundheitlichen Gründen kann ich das leider nicht mehr. Aber Klavierspielen geht noch, ich will mich also nicht beklagen.

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 17:58 Uhr

Ich sprach von BayernKlassik,...

Ich sprach von BayernKlassik, werte Barocke Hörerin. Als ich mehrere Jahre in Bavaria lebte, hörte ich ihn regelmäßig und erfreute mich nicht nur am Hochdeutschen, sondern auch an zumeist qualifizierten Wort- ud Musikbeiträgen. hier wurde der Hörer z.T. noch ernst genommen und er wurde nicht unterfordert. Scheinbar hat man neuerdings Angst davor, die Musikhörer zu überfordern. Sehen Sie einmal hier: http://www.youtube.com/watch?v=dR41ZJqhDiM Es ist schauerlich. Es wird von einem herausragendne Opernhaus eine Werbekampagne mit einme namhaften Tenor für eine neue Opernproduktion gestartet, aber unterlegt ist dieser Werbetrailer mit Popmusik. Warum? Schreckt klassische Musik die Konsumenten dieses Films ab? Und welcher Uhrenhersteller hat den Werbefilm gesponsert?

Sehr geehrte Frau Fröscher,...

Sehr geehrte Frau Fröscher, ihr Artikel mach warm ums Herz. Ach, wenn doch die Kleinickes sich vom scheinbar so perfekten Fertiggemachten nicht vom Selbermachenlernen abhalten lassen möchten. Auch unzumutbar, auch im Schulgefiedel. Um nicht andere mit meinen Träumen und regréts zu quälen, setze ich mich jetzt selbst an das Piano und hoffe, dass ein Kleines dann auch will und nicht von Tonleitern rauf und runter abgeschreckt wird.

0 Schluchten-Ossi 22.04.2012, 18:10 Uhr

Die Wirbel - das Ebenholz -...

Die Wirbel - das Ebenholz - der Frosch: Danke!

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 18:12 Uhr

@Barock Hörerin: Im Zuge der...

@Barock Hörerin: Im Zuge der aktuellen Debatte über Urheberrechte im Internet, scheint wohl das Video der Bach Partita aus dem Netz genommen worden zu sein. Als kleiner Ersatz: http://www.youtube.com/watch?v=AfgtlTKPKMI

0 Venezia Fröscher 22.04.2012, 18:20 Uhr

Ich wünsche fröhliches...

Ich wünsche fröhliches Musizieren, icke. Ich sah und hörte heute vormittag meinem Orchester zu, wie es fleißig eine Haydn-Sinfonie (Nr. 39) probte. Im letzten Satz atemberaubend schnelle Sechzehntelläufe in den zweiten Geigen und ich fragte mich, wie ich das früher auch spielen konnte. Meine Finger sind völlig eingerostet ... da helfen nun auch nur noch Tonleitern rauf und runter. Aber es ist so demotivierend, da finde ich leider wenig Elan.

Fliegentritt! Fliegentritt...

Fliegentritt! Fliegentritt hasse ich. Dididummdada-didumm-dada...

Ich will auf ihr...

Ich will auf ihr spielen, jetzt, wo der Mond und ich ganz alleine sind.

Ich bekam mit ca. 13 mein...

Ich bekam mit ca. 13 mein eigenes Cello, das war also 1964; der eingeklebte Zettel sagte "Reims 1830", was bei uns niemand ernst nahm, dafür verstand mein Vater zuviel von Geigen. Der Händler, der das Instrument in einem Opel Kapitän bei uns anlieferte, Herr W., soll ein "Zigeuner" gewesen sein, wie man damals noch sagte - und es war unvergesslich für mich zu erleben, wie meine Mutter, die das Geschäftliche bei uns verstand, mit ihm professionell, in sanften Tönen, verhandelte - alle Achtung vor beiden, so etwas erlebte ich zum ersten Mal - (alles nach meiner Erinnerung). - Natürlich aber spielte es eine Rolle, das ich das Ding unbedingt haben wollte. Das Cello war dann seinen Preis wert, d.h.mittelmässig. - Ich war übrigens mehr oder weniger gezwungen worden, es zu lernen: Schulorchester... Für mich spielte ich immer die Bach-Suiten; die entsprechenden, technisch-musikalisch noch anspruchsvolleren Stücke für Geige spielen im Text ja eine Rolle, wobei ich bei den letzten der Cello-Suiten (sie sind technisch progressiv angeordnet)... aber lassen wir das. Nach dem Abitur habe ich es dann verschenkt. Klavier muss es sein.

@Filou @rittervomgeist Vielen...

@Filou @rittervomgeist Vielen Dank für Ihre Hinweise! Ob ich WDR 3 im hohen Norden empfangen kann? Ich seh' sofort nach, via Kabel Deutschland (ungeliebt, weil sperrig). Und Filous YouTube-Link zu Heinrich Schütz und der bezaubernden Bassistin ist ebenfalls knusprig.

stimmvieh, ich bin nicht so...

stimmvieh, ich bin nicht so sicher, dass diese zynische Haltung zur Musik, die Sie beschreiben, allgemein verbreitet war. Meine Mutter ist mit Hausmusik aufgewachsen (d.h. von ihrer Frau Mutter zur Gemeindebegleitung auf der Fiedel zwangsrekrutiert worden, was dazu führt, dass sie unerbittlich treibt, Metronom ist locker dagegen). In meiner Generation gab es noch den Wunsch, aber nicht mehr das rechte Umfeld. Und von meiner Grossmutter gibt es Bilder aus den 50er, 60er Jahren wie sie Altblockflöte spielt¨im Garten des Einen oder anderen: der Herr Pfarrer an der Bassflöte, der Herr XXX aus Leipzig am Tenor und die Dame aus dem Altvatergebirge an der Sopranflöte. Aus Grossmutters Nachlass stammt dann auch so Einiges an ev. Flötenmusik. Als wär es Teil des Lebens gewesen, seinem Herrn Gott und sich selber zu musizieren.

@Venezia Fröscher ..die...

@Venezia Fröscher ..die Partita für Laute-Gitarre umgeschrieben und früher für Flöte sind spielbar; eigentlich nicht so schwer. Meine Bach Suiten, Etüden, Fugen und Preludien entstammen-wenn ich mich recht entsinne dem Lautenwerk, abgesehen von der Cello-Suite. Aber ich spiele alles auf der Gitarre, manches auf der Flöte. -Ahorn und Helle Sitkafichte und Ahorn für Laute wäre ungewöhnlich. Richtig schwer war für mich als Anfänger die a-moll Fuge weil z.T. dreistimmig. Abgesehen von der Einleitung, bekannt und melodioes schön, ging da über einige Jahre nix. Jetzt habe ich(immer ohne Lehrer) den Trick raus. Öfter mal die Lagen wechseln und die zwei letzten Drittel sehr langsam spielen, dann findet man den Zugang. Die Auswahl meiner Spielstücke entstammt dem Antesten im Musikalienfachhandel; -Notenkauf-..hinsetzen..., probieren. Meine Klassiksammlung dem Zuhören beim Klavierspiel in der Bekanntschaft/Freundeskreis:"Wir dilletieren auf hohem Niveau." Alles weitere war in den letzten Jahren in den Händen von bayern 4 Klassik usw.>Mitschnitte, Reportagen. Wenn´s beim Üben nicht mehr weiter geht, mal was einfacheres spielen, nur keine trockenen Skalen spielen o. unbedingt wollen, den Weg gehen, der Spass macht.. Ach ja, zuguterletzt das allegretto! Sowas haut einen um; wenn man eine Fuge , recht anspruchsvoll, einigermassen kann und hört sie auch im classical tucson radio stream und erkennt sie wieder.., und dann spielt einer das alegretto (davon habe ich gar keine Noten, gibt´s das überhaupt?) Das ist so schnell, damit hat man nichts zu tun!

0 Der Tiger 22.04.2012, 21:35 Uhr

@Klaus – Ich weiss schon...

@Klaus – Ich weiss schon sehr lange that there is no free lunch, und das Büchlein, welches ich 1998 über Projektmanagement für die Tigerbabys schrieb, schließe ich mit: . Conclusion . I have been repeatedly told that women talk too much. Therefore I will let some quotations from several men summarize the key messages of my little book. "There’s no free lunch!" —John Tilley, contract manager at MDA (MacDonald Dettwiler Ass.), regarding dealing with any business partner. . "Happiness is not a requirement!" —standard response to his engineers by Bruno Gardini, project manager at ESA (European Space Agency), when refusing a ‘nice-to-have’ technical improvement due to budget constraints. . "It‘s lonely at the top!" —advice to project managers from Cam McDonald, programme manager at MDA (MacDonald Dettwiler Ass.), when they complained of being misunderstood and unappreciated by the engineers on their team. . "It is easily said, but difficult to do!" —Antonio Rodota, Director General of ESA, regarding his management plans for ESA (European Space Agency).

@Venezia: Und woher kommt...

@Venezia: Und woher kommt jetzt der konkave Bogen? @Tomahawk: Prinzipiell stimme ich Ihnen zu, allerdings mit Einschraenkungen. Der Erfolg eines Andre Rieu liegt meiner Meinung nach im Aussterben der Operette begruendet, die es Leuten wie Fritz Wunderlich ermoeglicht haben, sowohl im leichten als auch im ernsten Fach angesehen zu sein. Und zwar zeitgleich, nicht nachdem die Stimme nicht mehr zu hoeherem taugt wie bei den "drei Tenoeren" (mit Ausnahme von Domingo, der auch im reiferen Saengeralter noch respektable Leistungen auf der Opernbuehne abliefern konnte). Gibt es irgendeinen bekannten Opernsaenger, der auch Musical macht? Rieu ist in seiner Art sicherlich ein legitimer Nachfolger von Ivan Rebroff, Sarah Brightman (die den cross-over-Quatsch miterfunden hat) oder Andrea Boccelli (oder Paul Potts oder wie der hiess). Sicherlich keine grossen Kuenstler, aber wenn einfache Leute ihre Freude an deren Musik haben, wieso sollte man ihnen diese verleiden? Im Grunde ist es doch Popmusik wie jede andere, nur in der "E-Packung", die aber jedem Kundigen sofort als Mogelpackung bewusst ist. . Die Rosinenpickerei ist zweifellos verdammenswert, wobei sie beim richtigen Publikum durchaus fruchtbar sein koennte - naemlich bei Kindern, die in Ihren Familien ansonsten keine klassische Musik zu hoeren bekommen, gleichsam als Teaser. . Die MP3-Frage ist ja bloss eine technische. Mit steigender Bandbreite wird es keinen Grund mehr geben, stark zu komprimieren. Unter nicht-experimentellen realen Raumbedingungen kann ich in 99% der Faelle nicht zwischen CD-Aufnahme oder 320 kbps MP3 unterscheiden. Natuerlich moegen Sie ein besseres/geschulteres Gehoer als ich haben, und keine Aufnahme der Welt kann mit einem guten Live-Orchester mithalten, aber ueber kurz oder lang werden sich komplett verlustfreie Formate durchsetzen (die es seit Jahren gibt), so dass Sie wenigstens von dieser Plage befreit werden.

Barocke Hörerin22. April...

Barocke Hörerin22. April 2012, 19:25: "... Ich für mein Teil wäre schon froh, wenn man beim WDR-Radio Moderatoren hätte, die in der Lage sind, mehr als drei Sätze hintereinander fehlerfrei zu sprechen." * Es muss richtig heißen 'Ich für mein[en] Teil wäre schon froh, wenn es im WDR-Studio Moderatoren gäbe, ...', da ein Radio auch im Konjunktiv nichts 'haben' kann. 'Beim' verlangt übrigens eine Umstandbestimmung des Ortes (Wo?) und 'WDR-Radio' ist ein Eigenname der betreffenden Sendeanstalt.

0 stimmviech 23.04.2012, 05:24 Uhr

Nein, diese zynische Haltung...

Nein, diese zynische Haltung gegenüber Kunst und Musik war sicher sehr speziell bei mir zuhause. Aber in sehr viel weniger zynischer Form scheint sie mir typisch für den bürgerlichen Umgang mit der eigentlich fur die absolute Elite komponierten europäischen Musik. Ist es deshalb so schlimm, wenn Opern mit Popmusik beworben werden? Es zeigt nur, daß diese Musik weiterhin Sache einer sehr kleinen Elite ist, die sich das vom Steuerzahler finanzieren läßt. Wenn man dafür komische Werbungen und "Greatest Hits der Klassik" akzeptieren muß, damit die Zahler glauben, sie gehörten auch irgendwie dazu, ist das doch zu verschmerzen.

@T.I.M. Ich bin solch eine...

@T.I.M. Ich bin solch eine "einfacher Mann", ohne Schulbildung, ohne Musikunterricht, ohne Vorbilder in der Familie und ich habe als Teenager manchmal - neben Elvis, Fats Domino, Chuck Berry und natürlich Ray Charles - solche etwas schlichtere "Klasssik" ab und zu gerne gehört. Meist wohl Ausschnitte aus den bekannten Highlights. Diese "fremde", "altmodische" Musik hat mich auch berührt, aber anders berührt als die damals aufkommende wilde, laute, unterdrückte Jugendmusik. Viel später dann hab ich das weiterverfolgt und schnell hab ich den Qualitäts-Unterschied gelernt. Was das Klavier betrifft, geschah das sogar an einem einzigen Abend im Urlaub auf Lanzarote. In dem Restaurant am Strand spielte man permanant Claydermann(?) von Cassette. Anschließend war mir sehr klar, wie man Beethoven, Mozart und Schubert NICHT spielt und ich liebe nun Glenn Gould (und Gulda, Richter, Fischer, Michelangeli, Lipatti...). Und sonst: täglich nur noch Musik von John Dowland bis Gustav Mahler. Mit den drei Sternen mittendrin: Bachm Mozart, Schubert. Kennt hier übrigens noch jemand den Komponisten Julius Röntgen? (19. Jahrhundert) Eine Art Erik Satie im Orchestralen, allerdings ohne die Satie'sche Ironie. Roentgen meinte das alles todernst, befürchte ich.

"There's no free lunch". Ich...

"There's no free lunch". Ich mag den Spruch, er ist ja richtig, er gefällt mir deshalb, und ich wollte natürlich auch niemand damit ... Es fiel mir nur auf, dass ich "There is no free lunch" in den letzten Tagen (und in den sechzig Jahren zuvor nie) so oft gelesen habe - so oft, dass ich es meiner privaten Zitatensammlung einverleibt habe. Die Häufigkeit hat sicher auch mit der Affäre um diesen Ex-wie-hieß-er-nochmal?-Bundespräsidenten zu tun, der immer eingeladen wurde... . It's Lonely at the Top = Randy Newman. .

T.I.M. "Die MP3-Frage ist ja...

T.I.M. "Die MP3-Frage ist ja bloss eine technische." . Bloß? Der Artikel oben geht doch gerade darum: dass die Technik nicht ganz unwichtig ist bei der Umsetzung und beim Hören der Musik. Die Geschichte der Musik ist auch eine Geschichte der Technik. Ich dachte eben darüber nach ob ich nicht das "auch" weglassen kann, denn es geht um einen gewaltigen Teil. Ohne "Technik" bliesen (blösen?) wir noch heute auf Muscheln oder Kuh-Hörnern und klopften auf Holz. Ohne Adolphe Sax gäb's keinen Lester Young, Coleman Hawkins, John Coltrane...

0 Seinefordschaft 23.04.2012, 08:12 Uhr

Wir besitzen ein schönes...

Wir besitzen ein schönes Klavier, ein Kunstwerk. Durchaus nicht besonders teuer. Ohne Not verkauft man so etwas nicht, sofern jemand darauf spielt. Ich habe das Vergnügen, es von einem begabten Jüngling bespielt zu hören. Das ist so schön, dass mir die Worte fehlen. @T.I.M Ich störe mich keinesfalls an klanglich unvollkommenen Aufnahmen wenn der Sound stimmt. You Tube ist bei mir hochbeliebt im Durchsuchen von Musikvarianten, man kann sich da richtig verlieren in allen Stilrichtungen. Allerdings störe ich mich an denen, die den richtigen Geschmack gepachtet haben. Uebrigens spielte schon Gould gerne zum Geräusch des Staubsaugers der Putzfrau im Hintergrund. Ich selber habe an der Gitarre (sehr einfaches Niveau) mit dem Fön meiner Kinder als Nebengeräusch auch gute Erfahrungen gemacht.

0 Geistesadel 23.04.2012, 08:39 Uhr

@yast2000, 23. April 2012,...

@yast2000, 23. April 2012, 03:23 Richtig muss es vielmehr heißen: Mein[en] Teil wäre ich schon froh, wenn im Konjunktiv Moderatoren mit Eigennahme der betreffenden Sendeanstalt eine Umstandsbestimmung des Ortes und WDR (Wo?) Radio übrigens nichts 'haben' kann, wenn 'Beim' verlangt.

-Jeeves..; ..wann macht es...

-Jeeves..; ..wann macht es klick?..einfache mann..!? An einem warmen Sommerabend Juni, August?.. Weiss der Teufel!.. Sassen wir im ersten o. zweiten Stock eines grossen indischen Restaurants am Leidseplein(Schreibw.??). Es gab ein günstiges aber grosses Linsen.Geflügelcurry für zwei Personen und die Tische um uns ´rum, waren teils noch besetzt, z.T. aber stand nur noch das gebrauchte Geschirr auf den mittlerweile nicht mehr weissen Tischdecken. Mein erstes Semester war gerade vorbei und ich hatte die Zeit mit meinem jüngeren Bruder etwas zu unternehmen, der seine FOS erfolgreich beendet hatte,. Wir beide mochten Jazz und Rockmusik, der Bruder Avantgarde, ich liebte viele Sachen von der amerikanischen Küste.. Wir waren zuvor in einem Konzert; eine vorwiegend schwarze Jazzgruppe spielte in der mensa einer der vielen Amsterdamer Hochschulen, zu erreichen nur über kleine Seitengässchen. Nun, beim Inder am Amstel o. Darjeeling nuckelnd, drang vom Platz unter uns Klavierspiel, auf einer Minibühne stand ein Flügel und wir lauschten relativ lange der getragenen Solodarbietung einer Musik, die nicht eingänglich, aber auch absolut nicht nervig war. Es war dämmrig und wurde späterer abend. Der Betrieb auf dem Platz liess nach.Beim Verlassen des Lokals war die Darbietung beendet. Was hat der Bursche da unten gespielt?? Noch heute frage ich es mich-es ging soweit, dass ich diesen Moment in Gedichtform verfasst an eine englischsprachige Zeitung geschickt habe. Mein Repertoir an Klaviermusik auf Klangkonserven ist schon ganz gut für den einfachen Mann, also kann ich heute zumindest raten. Chopin hätte es gewesen sein können, M. Ravel?.. Rachmaninoff auf keinen Fall, Beethoven glaube ich nicht, Debussy wäre eingänglicher gewesen. Liszt bleibt noch übrig,...Brahms.. Irgendwann, wenn ich nicht damit rechne, wird mir jemand zuflüstern: Übrigens ..damals in Amsterdam abends die Musik, das war:....(..)!

0 Venezia Fröscher 23.04.2012, 09:23 Uhr

@T.I.M.: Ich bin Ihnen ja noch...

@T.I.M.: Ich bin Ihnen ja noch eine Antwort schuldig - der konkave Bogen. Wie bei so gut wie allen Instrumenten hat auch der Geigenbogen natürlich eine lange Entwicklung durchlaufen. Es gab Zeiten (Renaissance, Barock) da hatten Bögen noch gar keinen Frosch, der die Festigkeit der Haare (übrigens vom Pferd) regulierte. Am Frosch gibt es heute einen Drehmechanismus, mit dem die Bogenhaare gespannt werden können. Spielt man nicht, dreht man wieder und entspannt die Hare. So vermeidet man, dass der Bogen permanent auf Spannung gehalten wird und möglicherweise bricht (das ist mit das erste, was einem Geigenschüler beigebracht wird: Bogenhaare spannen und entspannen mittels des Froschs). Als es ihn, den Frosch, noch nicht gab, regulierte man die Haarspannung mit dem Daumen während des Spiels, in dem man mit dem Daumen die Haare an die Bogenstange drückte. Der heutige Bogen, wie wir ihn in modernen Orchstern sehen und kennen, ist eine Erfindung des frühen 19. Jahrhunderts. Als sich die Ansprüche an Musiker und Instrument änderten, entwickelte ein Uhrmacher um 1800 den heute bekannten leicht konkav-geschwungenen Bogen. Er ist im Vergleich zu barocken Bögen länger und auch schwerer, was widerum zur Folge hat, dass der Druck auf die Saiten steigt und somit die Lautstärke. Er ist konkav geschwungen, damit er, im Gegensatz zu einer langen geraden Stange, auf die man Druck ausübt, nicht so schnell bricht.

0 astroklaus 23.04.2012, 09:32 Uhr

Das zunehmende Nischendasein...

Das zunehmende Nischendasein der "E-Musik" hat vielleicht auch damit zu tun, daß überhaupt diese Trennung eingeführt und von verbiesterten Kritikern eisenhart verteidigt wird. Wer als Künstler den oben für Fritz Wunderlich geschilderten Weg gehen möchte, auf beiden Seiten der "Grenze" zu präsentieren, wird schnell aus dem E-Bereich gedrängt (als ob es ein Paradies sei...) allenfalls absoluten Spitzenkünstlern wird das zähneknirschen zugestanden. Mir fallen dazu Namen ein wie James Galway, die Schwestern Labèque, Thomas Quasthoff, Gidon Kremer (für die, die es "notgedrungen" dürfen). Ein ganz banales Problem der klassischen Musik ist sicher auch die immer weiter verkürzte Aufmerksamkeitsspanne. Mehr als ein paar Minuten hört doch keiner mehr zu (oder hat nicht die Gelegenheit und Muße dazu). Was den Boden angeht: ein konkaver Bogen läßt sich präziser spannen, hat dann eine besser definierte Rückmeldung auf zusätzlichen Druck (sei es kontinuierlich oder für Springtechniken) und - ganz wesentlich!) der Schwerpunkt ist viel näher an der Saite. Dadurch liegt er viel ruhiger und gleichmäßiger und läßt sich ganz erheblich besser kontrollieren. Zum Cellotransport im Flugzeug gibt es eine Andekdote von Rostropowitsch: damals durften wohl nur Passagiere einen Flugzeugsitz beanspruchen und der Manager mußte sich mächtig ins Zeug legen, um das Cello in die Kabine zu bekommen. Stolz präsentierte er schließlich die Tickets: für Mr Mstislaw und Miss Cello Rostropowitsch...

0 Venezia Fröscher 23.04.2012, 09:32 Uhr

Es ist erstaunlich, wie Sie...

Es ist erstaunlich, wie Sie alle zur klassischen Musik gekommen sind. es scheint die Infizierung passiert ganz plötzlich und lässt einen dann zumeist nicht mehr los. Bei mir war es übrigens ein Fernsehfilm. Ich war vier oder fünf Jahre alt und eines Tages lief im Fernsehen ein Film über einen Jungen, der durch sein Geigenspiel Mensch und Tier verzauberte. Ich war völlig hingerissen. Wie meine Eltern heute immer zum Besten geben, wohl mehr von dem Schauspieler, als von der Tatsache, dass er mit seiner Geigerei verzaubern konnte. Wie auch immer; ich überzeugte meine Eltern, dass Geige das richtige Instrument für mich sei und sie litten die nächsten Jahre still mit, wenn ich nebenan übte. Später dann, als alle meine Klassenkameraden in die Poesiealben als Lieblingsband die angesagten Popmusiker der 80er notierten, gab ich als Lieblingsmusiker MOZART an und wurde stets ausgelacht.

0 Der Tiger 23.04.2012, 10:02 Uhr

@Klaus – Danke für die...

@Klaus – Danke für die Originalquelle des Spruches meines ehemaligen Bosses. Der, der immer “It’s lonely on the top” zu mir sagte, benützte auch einen anderen schönen solange ein Verhandlungsergebnis noch nicht unterschieben war: ‘The fat lady has not sung yet”. . Er behauptete, das Zitat stamme aus einem Mafiafilm, indem der Mafiaboss in einer Loge sitzt, während seine Anhänger darauf warten, irgendwo zuzuschlagen. Der Mafiaboss lässt sie warten bis der Auftritt eben jener voluminösen Sängerin vorbei ist. Habe ich mir auch angewöhnt und die Tigerbabys amüsieren sich immer, wenn ich sage: „The fat lady has not sung yet”.

Och, Stimmvieh, es wird doch...

Och, Stimmvieh, es wird doch so viel vom Steuerzahler finanziert, und sei es durch bes. Absetzungsregelungen für Firmenausgaben! Warum nicht das Anzüchten eines kundigen Publikums? Der soll man noch viel mehr finanzieren an Musikunterricht in Schulen usw. Alles was anstrengend ist und irgendwann das orgiastische "es ist vollbracht" Gefühl hervorbringt: Schreiben, Malen, Rechnen, Bauen - und das lehrt Rehtes vom Talmi zu unterscheiden. Und auch in der U-Musik das gut gemachte vom langweilig Zusammengeschusterten. Und uns damit vielleicht vom zynisch-utilitaristischen Zugang zur Musik befreien. Es gibt ja auch "Klassik beruhigt Säuglinge". Von wegen! Kleinincke war ein nichtschlafendes Kleinkind. Also den Versuch unternommen: Bachs Cellosuiten kann man in dem Zusammenhang gleich knicken, es sei denn man wolle die nächste halbe Stunde ein ganz verstörtes Kerlchen trösten. Hmmmmmmmm. Chopins Nocturnes: da ist Nacht drin, das plätschert - zu mindest am Anfang - so nett dahin aber ach, richtig, in Nacht ist ja auch Schatten und Alb! (und heulender Säugling). Versuch abgebrochen, denn Musik ist eben doch kein Gedudel. Versuche es übrigens mit der Rosinentaktik. Eh, ich habe Eure Filmmusik im Ganzen, wollt ihr mal hören?

0 astroklaus 23.04.2012, 12:00 Uhr

Uups- der Doppelpost war...

Uups- der Doppelpost war natürlich nicht beabsichtigt und darf gerne (einmal ;-) gelöscht werden. Beim Musik selber machen stört natürlich ungemein, daß ja jedes Instrument einen erheblichen Aufwand fordert, wenn es halbwegs brauchbar klingen soll - wer mag sich das denn antun? (Bei Streichinstrumenten muß auch die Schmerzgrenze der Umgebung ausreichend weit oben liegen...) Den Familienanekdoten zufolge war es bei uns die Grundschullehrerin, die wegen der ansonsten drohenden Unterforderung den Instrumentalunterricht empfahl. Eine "Stradivari" gab es auch noch - sinnigerweise war der Zettel mit Schreibmaschine(!) gechrieben. Wer sich wen bei der Instrumentenwahl aussucht ist, auf jeden Fall eine interessante Frage: einerseits fahren Profis tausende von Kilometern in der Hoffnung, das Trauminstrument für ihre ganz spezifischen Klangvorstellungen zu finden - andererseits erwartet man von den Glücklichen, die von Mäzenen eine Stradivari zur Verfügung gestellt bekommen, daß sie diese genau damit verwirklichen (können). Zur heimlichen Freude der Geigenbauer wurde vor ein paar Monaten eine Studie veröffentlicht, bei der (sehr gute) moderne Instrumente mit Stradivaris verglichen wurden. Ganz besonders viel Mühe hatte man sich dabei gegeben, daß Zuhörer und Künstler wirklich nur den Klang als Unterschiedungsmerkmal hatten - man hatte sogar ein einheitliches Parfüm auf den Kinnhalter gerieben, damit nicht der Geruch die älteren Instrumente verriete. Das Ergebnis war, daß das Qualitätsniveau vollkommen vergleichbar war, eine der Strads lag in der Gesamtbewertung sogar weit hinten. Das kratzt weiter an dem Mythos, daß eine Stradivari oder Guarneri in jedem Falle das beste Instrument sei (auch nach den im Blog beschriebenen zT brachialen Umbauten oder oft notwendigen kleineren oder größeren Reparaturen). Als Vorbild für einen Geigenbauer sind diese Instrumente selbstverständlich dennoch mit das Beste, was man finden kann. Mit entsprechendem Können und modernen Meß- und Analyseverfahren kann man den Klang der besten Vertreter heute nicht nur erreichen, sondern auch gezielt anpassen. Ich kenne einen Geigenbauer in Bonn, der dies schon seit etlichen Jahren mit großem Erfolg macht. Dieser Mythos hat aber andererseits zu den überall zu findenden "Stradivaris" geführt - die Wahrscheinlichkeit, daß beispielsweise eine Klotz gefälscht ist, ist daher schon ganz wesentlich geringer.

0 Schluchten-Ossi 23.04.2012, 12:13 Uhr

It ain´t over till the fat...

It ain´t over till the fat lady sings - so kenne ich das. Die fat lady ist Brunhild von dem allseits geliebten Der Ring der Nibelungen. Meine Quelle wäre der hierorts völlig unbekannte legendäre Manager der Baltimore Orioles Earl Weaver.

...

http://www.wissenschaftlichemusikmedizin.de/2/20_Experten/20112_Schachinger.php Prof. Dr. med. Schachinger sagt da u.a. "Bei unseren kleinen Patienten (Frühgeborene) können wir beobachten, wie bei harmonisierender Musik die Atmung ruhiger und regelmäßiger wird, Atempausen seltener und die thorakalen Atembewegungen geringer und gleichmäßiger werden. Auch wird die Herzfrequenz direkt beeinflußt. Um dies zu erreichen, spielen wir unseren „Frühchen“ (wie die Frühgeborenen genannt werden) harmonische Musik vor. Und hier wirkt die Medizinische Resonanz Therapie Musik des Komponisten Peter Hübner besonders beruhigend und regenerierend. "

0 donalphonso 23.04.2012, 12:17 Uhr

Ich möchte in der Debatte...

Ich möchte in der Debatte kurz darauf hinweisen, dass es auch Künstler gibt, die beide Seiten, vermeintlich Ernste- und Unterhaltungsmusik, bravourös verbinden können. Meistens geht das dann allerdings nur über die humorvolle Schiene, wie hier: http://www.youtube.com/watch?v=vvlCu1_noTc

0 Schluchten-Ossi 23.04.2012, 12:18 Uhr

Re Placido Domingo: Auf...

Re Placido Domingo: Auf Stehplatz, damals wenige ATS, einer leider verschollenen Währung, fortgespült durch die Zeit, habe ich ihn in seiner 2000.ten Vorstellung in La Fanciulla del West in der Wiener Staatsoper gehört. Zur Pause flüsterte mir meine heutige Ehefrau ins Ohr: Jetzt geht er ein Hustenzuckerl lutschen. Filou mit Rollator hätte seinen Pommery für bessere Tage aufgehoben.

Damit (um 14:17) waere auch...

Damit (um 14:17) waere auch auf den inzwischen vergessenen Victor Borge angespielt. . http://www.youtube.com/results?search_query=victor+borge&oq=Victor+Borge&aq=0&aqi=g10&aql=&gs_nf=1&gs_l=youtube.1.0.0l10.3554.8352.0.13222.12.12.0.5.5.0.47.309.7.7.0.

@ Der Tiger 22.35h gestern Re...

@ Der Tiger 22.35h gestern Re Zitate. Ich mag Zyniker wie J.Paul Getty "There are only two types of women - those you pay to stay with you and those you pay to stay away from you". Gore Vidal "It is not enough to succeed. Others must fail". and a Latin one "Duc, sequere, aut de via decede" (Lead, follow, or get out of the way)

@Jeeves: Wenn auch wohl...

@Jeeves: Wenn auch wohl Jahrzehnte spaeter war es bei mir selbst genauso. Ich erinnere mich an eine "100 Meisterwerke der Klassik" CD-Box von Aldi... Einverstanden, streichen Sie bitte das "bloss". . @astroklaus: Das faszinierende ist ja, dass manche Musikrichtungen einem "E"-Musiker durchaus erlaubt sind (Jazz!), waehrend andere es nicht zu sein scheinen. Albern sowas. Am durchlaessigsten ist da sicher noch der angelsaechsiche Markt, aber Karrieren wie die einer Kiri Te Kanawa (die zweifellos auch kuenstlerisch eine Ausnahmeerscheinung war) sind mir heute keine bekannt.

0 donna laura 23.04.2012, 17:01 Uhr

liebe fionn, haha, gore vidal...

liebe fionn, haha, gore vidal ist nie wirklich schlecht... . auf der suche nach einem bestimmten klang war meine wenigkeit einst in der weltgeschichte unterwegs, und gelandet bin ich schliesslich in einer zunächst auch für mich noch nicht ganz schmerzbefreiten kategorie. nur um später festzustellen, dass professionelle musiker, nachdem sie mein spiel mitbekamen, mir regelmässig das instrument abkaufen wollten. die töneerzeugerin jedoch wollten sie aber nicht als dreingabe...

0 geistesadel 23.04.2012, 17:27 Uhr

auch in unserem haushalt, in...

auch in unserem haushalt, in dem viel musik gemacht wurde, stand der übliche kasten mit den schwarzen und weißen zähnen, und ich wurde im zarten alter von sechs jahren dazu verdonnert, ihn fortan regelmäßig zu bedienen. zu diesem zweck engagierte man eine dame, deren einziges ziel war, die karriere, die sie nicht gemacht hatte, in ihrem zögling verwirklicht zu sehen. immerhin stellte ich mich nicht ganz blöd an, denn nach geraumer zeit konnte der kasten mit schumann, chopin, liszt, brahms etc. gefüttert werden. die öffentlichen auftritte, die zum erziehungsprogramm gehörten, waren eine tortur. alles war eher darauf angelegt, mir die freude an musik auszutreiben. man hat es nicht geschafft! trotzdem sind spätschäden geblieben. grosso modo würde ich heute sagen, dass alle musik nach 1750 mit argwohn wahrgenommen wird. die historisch-informierte aufführungspraxis hat mich erst gelehrt, strukturell zu hören. je kleiner die ensembles, je deutlicher die stimmen und die spezifischen klangfarben der instrumente, desto erfüllter wird das musikalische erlebnis. der plan für meine alten tage: mir von einem begabten cembalobauer einen zirpkasten nach historischem vorbild anfertigen zu lassen, an dem ich dann in meiner vielen freizeit scarlatti-sonatinen häkele. http://www.youtube.com/watch?v=CEd_R0SLbBY

0 Der Tiger 23.04.2012, 18:38 Uhr

@fionn – Zyniker sind nicht...

@fionn – Zyniker sind nicht so meine Sache. Aber ich habe da noch einen schönen Spruch meiner italienischen Freunde. Mit Bezug auf ein italienisches Sprichwort, “Jeder Erfolg hat viele Väter”, pflegen die zu sagen, wenn sie erkennen, dass sich eine schwierige Situation zu ihren Gunsten ändert: “Die Ratten kommen an Bord… wir sind kurz davor zu gewinnen!”

Was ist der Unterschied...

Was ist der Unterschied zwischen einem Klavier und einer Geige? . (Na, na, na? Das geht auch schneller.)

0 donna laura 23.04.2012, 21:41 Uhr

cher Filou, das klavier brennt...

cher Filou, das klavier brennt länger.

0 donna laura 23.04.2012, 21:44 Uhr

liebe Der Tiger, und die...

liebe Der Tiger, und die mutter der idioten ist immer schwanger...

0 HansMeier555 24.04.2012, 05:58 Uhr

Kleingeister,...

Kleingeister, Kleingeister: . http://www.washingtonpost.com/local/crime/planned-palace-upsets-some-neighbors-in-tony-dc-suburb/2012/04/23/gIQAeeb5cT_story.html . Kann man eigentlich die Kritik der "Alten-Musik-Bewegung" an der modernen Aufführungspraxis (circa 1850-1980) eigentlich so zusammenfassen, dass die bürgerlichen Hochleistungsorchester eben schon mal so was wie Techno produziert haben?

Ich habe gelesen, dass beim...

Ich habe gelesen, dass beim Geigenspiel bis zu 110 db auf das Ohr des/der Vortragenden einwirken! Hörschaden aus Liebe zur Musik? / ! Um so verwerflicher ist der ignorante Hustenmensch! Nimmt er sein eigenes Gebell / Gekrächz nicht wahr? Pardon, jeder der krank geht zum Arzt... nur der Huster, der geht ins Konzert! Wie geht der/die Vortragende damit um? Bekannt ist ja nur Keith Jarrets Methode...

Ich bin öfter in Mittenwald...

Ich bin öfter in Mittenwald und wohne da bei einer Familie Klotz! (Es gibt da mehrere!) Das Geigenbau-Museum bringt viele interessante Leute nach Mittenwald. Im Cafe können Sie einem Musikprofessor aus Californien bzw. einer Violinistin aus Japan begegnen. Übrigens: Nur der Professor aß Torte... Und er wanderte auch auf den dortigen Kranzberg... während die blasse schöne Fee nur im Ort unterwegs war.

0 Venezia Fröscher 24.04.2012, 08:55 Uhr

Ich weiß: Ein Klavier brennt...

Ich weiß: Ein Klavier brennt länger.

0 donna laura 24.04.2012, 09:17 Uhr

liebe Venezia Fröscher,...

liebe Venezia Fröscher, pardon, ich war schneller, wenn auch nicht rasant. . lieber Hansmeier555, herbeilabern liesse sich alles.

Brav, brav! Jeder Einsender...

Brav, brav! Jeder Einsender bekommt heute Abend ein liebevolles Prost aus neu'rer Flasche. . Bei mir fing die Kenntnis mit alter Auffuehrungspraxis (Originalinstrumente) bei Harnoncourt an... ...hab' keine Zeit mehr, muss wieder auf die Galere.

0 Der Tiger 24.04.2012, 10:22 Uhr

@Donna Laura – deswegen hat...

@Donna Laura – deswegen hat Mutti jetzt ja auch ein Machtwort für die Einführung des Betreuungsgelds gesprochen.

0 HansMeier555 24.04.2012, 10:29 Uhr

@donna laura Bei manchem...

@donna laura Bei manchem Steinway fragt man sich schon, warum man ihn so selten auf der Autobahn sieht.

0 Venezia Fröscher 24.04.2012, 10:49 Uhr

donna laura: Danm gebührt...

donna laura: Danm gebührt Ihnen der Ruhm - und eine Waschmaschine gleich dazu. Oder was war der Gewinn?

0 Venezia Fröscher 24.04.2012, 10:56 Uhr

@gabriele: Also ich kann von...

@gabriele: Also ich kann von meinem linken Ohr berichten, dass es bei einer bestimmten Frequenz und Tonhöhe die Ohrmembran zu schwingen beginnt. Trällert mein Partner seine hohen Cs übeweise im Wohnzimmer, dann bekomme ich Ohrrauschen. Will sagen, durch meine Geigerei scheint sich mein linkes Ohr etwas in die Mittelmäßigkeit verabschiedet zu haben, wobei mein HNO nach einem Hörtest bestätigte: "Frau Fröscher, sie hören wie ein Luchs."

0 Venezia Fröscher 24.04.2012, 10:58 Uhr

@Filou: Vielen Dank für das...

@Filou: Vielen Dank für das Prost! Nicht gar so schwerwiegende Galerenarbeit ... Steht der Paukist am Ende des Hecks und gibt das Tempo vor?

0 Yog Sothoth, Esq. 24.04.2012, 11:17 Uhr

moderne...

moderne Aufführungspraxis....historisch informierte Aufführung...Originalklang... Ich muss sagen dass mich diese Diskussion und die dazugehörenden Grabenkämpfe schon immer kalt gelassen haben. Bei aller Liebe zur historischen Aufführungspraxis: ich höre die Karl-Richter-Aufnahmen der Bach-Kantaten immer wieder gerne. Satter Sound, er bringt Bach richtig zum "leuchten" Und wenn mir jemand was von "Das ist aber nicht mehr zeitgemäß" in Ohr föhnt: SO WHAT?

0 donna laura 24.04.2012, 11:20 Uhr

cher Filou, wussten sie...

cher Filou, wussten sie eigentlich, dass das wort leere von galeere kommt? sklaverei ist es, wenn die anderen einem voraussagen, was man tun wird...

0 Schluchten-Ossi 24.04.2012, 11:51 Uhr

@Filou: Galere = Galerie?...

@Filou: Galere = Galerie? Galeere? Für Sie hoffentlich Ersteres, ich bin schon in Zweitgenanntem. Fast ganz freiwillig.

@Schluchten-Ossi,@Donna Laura,...

@Schluchten-Ossi,@Donna Laura, ist doch wurscht. Ich bin 1ter Vorsitzender des VfwO [1]. . Das erste mal Alte Musik: ach, das war L' Orfeo (Monteverdi) mit Harnoncourt. Die Ritornelli machten mich ganz wuschig. Spaeter sah' ich noch die Verfilmung unter der Regie von Ponelle. Ab dann war ich ausgeliefert [2]. Es kommt dazu, dass meine Hi-Fi-Anlage (klein und fein) sich sehr gut mit kleinen, feinen Barockorchestern versteht. . [1] VfwO=Verein fuer willkuerliche Orthografie. . [2]=Hab' hier noch 'ne DVD vom Orfeo von Jordi Savall. Fetter Orfeo, dem ich nix glaube und 'ne fette Metzgerstochter ("Darf das Kind 'ne Scheibe Fleischwurst?"), die eine Eurydike gibt -gottseidank muss sie bei Pluto bleiben. Viel Vergnuegen wuensch' ich ihr. Die Ewigkeit ist ihr eh' sicher.

0 donna laura 24.04.2012, 13:01 Uhr

liebe Venezia Fröscher, ins...

liebe Venezia Fröscher, ins kanzleramt? nun, die ausübung meiner früheren pflichten brachte mich bereits dorthin... apropos galerie,ein paar kunstwerke dort sind ganz beeindruckend, aber der lichteinfall... . bevorzugt wird das kleine, versprochene santé von Filou, das er sicher auf die zwei einzigen, die sich am reichlich läppischen preisausschreiben beteiligten, sprechen wird.

0 donna laura 24.04.2012, 14:20 Uhr

cher Filou, um den vorsitz...

cher Filou, um den vorsitz balgten sie sicher sicher mit dem geschätzten gastgeber, aber dass sie gewonnen haben, das dürfte heftigst bezweifeln werden.

0 donna laura 24.04.2012, 14:26 Uhr

lieber HansMeier555, jetzt, wo...

lieber HansMeier555, jetzt, wo es hier doch so schön beschaulich zugeht, apropos autobahn, hätte ich da mal eine frage an sie - und verzeihen sie bitte, denn die neugier plagt mich: da 666 ausscheidet, stehen die 555 für ganz gewisse 555 ps?

@HM555, 12:29, ...und warum...

@HM555, 12:29, ...und warum Pollini niemals seinen Bentley stimmen laesst-und den Tschaikowski nur auf Maybach spielt. . Claydermann beackert Elise mit Magirus-Deutz. Eigentlich schrieb Verdi Lochkarten fuer Bacigalupi. . Hob ich's Eich nischt gleich gesoocht, die Wurscht, die schmeckt nach Seefe.

Ma chere Laura: ? . Er spricht...

Ma chere Laura: ? . Er spricht mir aus der Seele: http://www.youtube.com/watch?v=sN2LNLln0JM . (Geht zu Paris und leiht sich eben den Apfel. Hae? Nix da! Ich mache Schnaps draus!)

Achsoooooooo! Es soll heissen...

Achsoooooooo! Es soll heissen VfwO/ AO (AO=Auslandsorganisation) . Schluss mit lustig. Jetzt wird's ernst. Ich muss Frikadellen braten.

0 Venezia Fröscher 24.04.2012, 15:31 Uhr

@Yog Sothoth, Esq.: Jedem...

@Yog Sothoth, Esq.: Jedem Tierchen selbstverständlich sein Pläsierchen und seinen Geschmack. Historische Aufführungspraxis ist ja auch nur ein weiterer Versuch, den musikalischen Notentext zu interpretieren. Sie erhebt keinen Anspuch auf Allgemeingültigkeit und Wahrheit. Zugestehen sollte man dieser historisch-informierten Interpretation allerdings, dass sie zumeist neue Klangwelten, neue Klangpersektiven eröffnet. Es muss ja nicht bis auf alle Ewigkeit die romantische Interpretation des 19. und 20. Jahrhunderts sein, die u.a. auf Bach und die "Barocken" angewendet wird.

Verehrte donna laura, Sie...

Verehrte donna laura, Sie sprachen zwar HM an, aber ich bin auch neugierig - und noch naseweis dazu; meinten Sie etwa das Ding mit der Mitgliedsnummer? If you're 555 ... I'm 666 * ach wie gut dass niemand weiss, dass ich 107 heiss. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_besonderer_Zahlen

0 HansMeier555 24.04.2012, 18:20 Uhr

@Venezia Fröscher . Ja aber...

@Venezia Fröscher . Ja aber den ganzen Beethoven nochmal genauso einzuspielen wie 1960 wäre doch inzwischen auch schon "historische Aufführungspraxis" oder nicht? Sind ja schon wieder 50 Jahre rum.

0 hansgeier333 25.04.2012, 02:56 Uhr

Wieviele Geiger braucht man...

Wieviele Geiger braucht man eigentlich, um eine Birne einzuschrauben? Olli Dittrich, begnadeter Schlagzeuger, meinte neulich: Bei Gitarristen braucht man fünf: Einer schraubt die Birne rein, die anderen vier stehen staunend drumrum und sagen, hätt ich auch gekonnt. Die Trompeter ebenso fünf: Einer schraubt rein, die anderen vier räsonieren, wie es Miles Davis gemacht hätte.

Da soll noch einer sagen, das...

Da soll noch einer sagen, das Internetz sein nicht nützlich, Filou. Folgenden Link bekam ich gestern über Facebook zugespielt: http://www.youtube.com/watch?v=dBsXbn0clbU&feature=related Dank der edlen Spenderin. Zur historischen Aufführungspraxis: in meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Wie es wirklich geklungen hat kann keiner mit Sicherheit sagen. Im übrigen sind wir nicht mehr die Menschen der vergangenen Jahrhunderte. Vielleicht hätte auch den Leuten damals der Karajan-Bombast viel besser gefallen.

Genau den, lieber Savall,...

Genau den, lieber Savall, meinte ich. Sie sind sicher total begeistert.

"Die Trompeter ebenso fünf:...

"Die Trompeter ebenso fünf: Einer schraubt rein, die anderen vier räsonieren, wie es Miles Davis gemacht hätte." . Außer Till Brönner, der kennt nur Chet Baker.

0 HansMeier555 25.04.2012, 11:18 Uhr

@Savall Und die Lady Gaga...

@Savall Und die Lady Gaga erst.

0 HansMeier555 25.04.2012, 11:24 Uhr

Um heutige Gurus historisch...

Um heutige Gurus historisch korrekt aufzühren, werden künftige Generationen den Elektroschrott der 60er, 70er und 80er nachbasteln müssen. Ob sich da rechzeitig ein schweizer Mittelständler drauf spezialisiert?

0 HansMeier555 25.04.2012, 11:37 Uhr

Historische...

Historische Aufzeichnungspraxis: Mono, Schellack, knisternd, und dann noch ein Kratzer. Hier der Transponierhebel, um die jeweilige Wiedergabequalität verschiedener Boxenhersteller zu imitieren...

0 Yog Sothoth, Esq. 25.04.2012, 12:32 Uhr

@hansgeier333: etwas out of...

@hansgeier333: etwas out of topic, aber meine Lieblings-Zen-Frage: Wieviel Zen-Mönche braucht man um eine Birne einzuschrauben? ZWEI! Einen zum Schrauben, einen zum Nicht-Schrauben.

0 Yog Sothoth, Esq. 25.04.2012, 12:33 Uhr

@HM555: Historische...

@HM555: Historische Aufzeichnungspraxis ist etwas für Informatiker, nicht für Musikwissenschaftler :)

0 donna laura 25.04.2012, 12:34 Uhr

lieber hansgeier333, wieviele...

lieber hansgeier333, wieviele californier benötigt man zum einschrauben einer glühbirne? . liebe gabriele, ich dachte tatsächlich ganz harmlos an einen fahrbaren untersatz. aber der herr belieben ja, solche nachfragen nicht einmal zu ignorieren. ts.

Dessen können Sie versichert...

Dessen können Sie versichert sein, Filou. Ich denke, HansMeier555, daß auch die früheren Jahrhunderte ihre Lady Gaga hatten, wir kennen sie nur nicht oder selten. Farinelli dürfte in dieses Genre fallen, aber das hatten wir ja schonmal.

0 HansMeier555 25.04.2012, 13:26 Uhr

@Yog Sothoth, Esg. . Neben...

@Yog Sothoth, Esg. . Neben Heidegger gab es an dieser fidelen Uni noch einen Parapsychologen. Warum? Weil er bei seriösen Wissenschaftlern einen guten Ruf hatte. "Dem haben viele alte Damen ihr Vermögen vermacht, weil er sich ihre Spukgeschichten anhörte, und damit hat er dann unsere Institutsbibliothek querfinanziert..." . Keine Ahnung, warum nach den besten Rezepten so selten gekocht wird. Der falsche Stolz der Bürgerlein vermutlich.

Oh, Savall, wenn Sie es auf...

Oh, Savall, wenn Sie es auf diese Art moegen haette ich noch im Angebot: Orlando Furioso, Vivaldi, mit Marilyn Horne, San Francisco Opera, Directed for Video by Brian Large. Teebeutel im dritten Aufguss. Kostueme von der Heilsarmee. Requisiten aus dem Fundus anderer Opern gestoppelt. Haette unfreiwillig komisch sein koennen, wenn's nicht so traurig waere. . Aber mal so unter uns: Wenn einer spaetrenaissancellich gekleidet mit wehendem Umhang zum Dirigentenpult stuermt, merkt doch schon ein Blinder mit Filzbrille, dass hier ein naives Publikum ganz gewaltig vergackeiert werden soll. . Gut, der Ponelle hat auch gelogen, denn seine Euridice war eine sehr junge huebsche Schauspielerin (Dietlinde (Uff!) Turban). Gesungen hat jemand anders, aber dieser Eurydice durfte man nachtrauern-einer Fachverkaueferin (Wurstwaren) nur, wenn... . Wie stelle ich jetzt bloss wieder meinen Seelenfrieden her? Ha, ich weiss! Zum Trost werde ich mir eine total verhauene russische Schulauffuehrung der Beggars Opera reinziehen. Die ist sooo bemueht, aber mit soviel Engagement und Herzblut gespielt, dass das Falsche wieder wahr wird. . http://www.youtube.com/watch?v=FKQB3yR1CMk&feature=relmfu . Friede? Friede!

0 prince Matecki 25.04.2012, 16:02 Uhr

Dienstlich unterwegs gewesen...

Dienstlich unterwegs gewesen komme ich jetzt erst zum Lesen. Ich habe mit dem Klavier angefangen, später kam Orgel dazu (was ich auch jetzt noch aushilfsweise in einer Kirchengemeinde betreibe) und als Student dann Cembalo. Einen elektronischen Flügel, den ich abends zur Freude meiner Nachbarn per Kopfhörer bespiele, habe ich daheim und ein Cembalo, leider nur ein Einmanualer in Kastenbauweise mit Lederkielen. Frau Fröscher wird den Unterschied zu Rastenbau und Delrinkielen kennen. Und vor einigen Wochen habe ich mir eine gebrauchte Bassgambe gekauft und fange jetzt an das zu lernen. Eine d1 Saite (die höchste auf der Bassgambe) habe ich schon gemeuchelt. Meine Heimatstadt in Norddeutschland hat übrigens trotz Uni, Philharmonie und Hochschule für Musik und Theater keiné alte Musik Szene, die Saite musste ich bestellen. In dem Zusammenhang könnte ich - falls es irgend jemand interessiert, meine Erfahrungen in der norddeutschen Provinz beim Versuch, eine Gambe zu kaufen, mal hier als Blogeintrag schildern. Arbeitstitel: . Von Gamben und Globalisierung Als viel reisender und des Dienstes halber durch Deutschland gezogener Offizier kann ich übrigens bestätigen: Der beste Klassik Sender ist Bayern 4 Klassik. Dann kommt lange nichts in Deutschland ( BBC 3 über Internet geht auch) und dann WDR 3. Dagegen ist der NDR so nahe an Klassik Radio, erschreckend. Der Hauptgrund für mich daheim in einen guten Kabeltuner zu invstieren, mit dem ich Fernsehen öffentlich rechtlich in HD habe und - viel wichtiger - alle Radiosender die Klassik senden. Wobei auch im Kabel die Verwendung von Kompression bei den Digitalforamten und Enhancer schauerliche Folgen hat. "Barockbögen" sind bei Gambisten immer noch in (obwohl ich Anfänger lieber mit einem alten Geigenbogen kratze) aber nicht konvex, sondern fast gerade mit einer vorn verjüngenden Spitze, also nicht so wie die Pseudo- "Bachbögen" aus den 20er Jahren. Sie werden bei Gambisten übrigens im "Untergriff" gehalten, also anders als bei GeigerInnen. Auch ist bei uns der starke Strich der Aufstrich aus dem Handgelenk (bei langer Bogenführung mit Unterarm- Bewegung). Nachdem ich die alte Geige eines Onkels ( innen: Jacobus Stainer faciebat NNNN) (es wurde im 19.Jh alles gefälscht bzw. kopiert) hergerichtet habe und deren Bogen nutze, der 40 Jahre gespannt war und nicht daran denkt zu brechen, sehe ich das mit dem Entspannen nach dem Spielen übrigens entspannt.

0 salonsurfer 25.04.2012, 17:02 Uhr

@Yog Sothoth, Esq.: Zen und...

@Yog Sothoth, Esq.: Zen und die Birne war gut. . Wenn wir schon bei den Leuchtmitteln sind: ein kürzlich auf 3sat gezeigter Beitrag beschrieb die hochgepriesene Energiesparlampe als gefährliches Sondermüll-Objekt. Kann deshalb jedes Brüsseler EU-Büro erleuchten. Und sollte sie mal zu Bruch gehen, dann schweben durch die Luft liebliche Quecksilber-Dämpfe. Da hilft nur eins: Glühbirnen-Vorräte anlegen!

0 HansMeier555 25.04.2012, 18:33 Uhr

Wer die Contenmafia anklagt,...

Wer die Contenmafia anklagt, darf von Notenverlagen nicht schweigen.

0 Der Tiger 25.04.2012, 20:07 Uhr

@Salonsurfer – Neulich war...

@Salonsurfer – Neulich war das Tigerbaby zu Besuch, machte nur mal so die Schublade einer großen Kommode auf, und fing laut an zu lachen… als sie kistenweise altmodische Glühbirnen sah. Ich war erstaunt, ich hatte erwartet, dass sie mir wegen meiner mangelnden Grünheit Vorwürfe machen würde.

0 HansMeier555 25.04.2012, 20:55 Uhr

Mangelnde Grünheit!...

Mangelnde Grünheit! Tigerfelle sind schwarzgelb, dachte ich.

Ich fürchte, Filou, Maestro...

Ich fürchte, Filou, Maestro Savall hat den wehenden Mantel ganz ernst gemeint. Gewissermaßen als historisch-materialistische Methode. Ich seh ihm seine Spleenigkeiten gern nach, er macht es durch seine Entdeckerfreude wieder wett. Ich sah mir den Orfeo gestern an. Die nicht vorhandene Inszenierung übergeht man einfach mit Schweigen. Immerhin gab es einen echten deus ex machina. Mehr kann man heutzutage nicht verlangen. Musikalisch fand ich es sehr schön. Ich fand es besser, als die alte Aufnahme von John Eliot Gardiner, die ich habe. Aber ich habe keine wirkliche Ahnung. Kulinarischer Bauchhörer eben. . Die Gamben-Geschichte, prince Matecki, würde ich aus verständlichen Gründen sehr gern hören. Beim „Orfeo“ war im Orchester eine Theorbe im Einsatz. Ich frag mich, wo man so etwas noch gebaut bekommt.

Ich habe mal als Jugendliche...

Ich habe mal als Jugendliche nachts im Radio zufällig Musik von Paul Dessau gehört; die Musik klang ungewöhnlich in meinen damaligen jailhousrock-Ohren. Finde ich noch heute spannend: Paul Dessau: Bach-Variationen (1963) http://www.youtube.com/watch?v=1ewNvVCjsDQ

0 Der Tiger 26.04.2012, 08:57 Uhr

@Hansmeier555 – Ich habe nie...

@Hansmeier555 – Ich habe nie behauptet, ein grünes oder rotes Fell zu haben. Aber natürlich gibt es Leute, die das hoffen.

Na, da brauchen wir nicht zu...

Na, da brauchen wir nicht zu streiten, lieber Savall. Der Regisseur ist uebrigens derselbe wie bei dem Mist aus San Francisco: Brian Large. . Bei Oper bin ich Bauchseher, bei der Musik sehr tolerant aus Ahnungslosigkeit. Und wenn eine Saengerin nett aussieht, wie die Petitbon z.B., dann darf ihr auch schon mal die Luft knapp werden.

0 Der Tiger 26.04.2012, 11:41 Uhr

@Mutti – Vom Feeling her...

@Mutti – Vom Feeling her kein gutes Gefühl: . http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/koalition-vom-feeling-her-kein-gutes-gefuehl-11729081.html . aber das ist ja nicht mein Problem.

0 prince Matecki 26.04.2012, 11:43 Uhr

@Savall Theorben werden noch...

@Savall Theorben werden noch gebaut, vor allem in romanischen Ländern, in denen Gitarren und Lauten (die T. gehört - wie die Gambe! - zur Lautenfamilie) immer etwas "in" waren und in denen sich mit ein wenig Verzögerung in den letzten zwanzig Jahren ein wenig "Alte Musik Szene" entwickelt hat. Was bei uns der Geigenbauer ist dort z B frz der "luthier", bzw als Werkstatt die "lutherie", wobei diese Bezeichnungen gern gleichsinnig zum deutschen Geiegenbauer genutzt werden. In Paris gibt es nahe dem Gare St Lazare einen schönen Laden (mit Werkstatt in einem Vorort) mit vielen entsprechenden Instrumenten, alte und neuere Nachbauten. Irgendwo daheim habe ich auch den Namen des Ladens. Wenn es den Don und Madame Fröscher wirklich interessiert würde ich demnächst mal die Geschichte zu "Gamben und Globalisierung" aufschreiben. Sie ist auch als kleine Facette der wirtschaftlichen Realität interessant.

0 Foersterliesel 26.04.2012, 12:27 Uhr

Mit Verspätung meinen Dank...

Mit Verspätung meinen Dank für den schönen Beitrag, die links und die kenntnisreichen Kommentare! Streichinstrumente werden ja seltener erlernt als das Klavierspielen. Aber das Klavierspielen hat doch den Vorteil, daß man sich - zur blauen Stunde - selbst Musik machen kann, auch wenn man nicht großartig spielt, und ohne ständiges, lebenslanges Üben. Bei Streichinstrumenten klappt das leider nicht.

0 astroklaus 26.04.2012, 12:28 Uhr

Ein Bogen geht tatsächlich...

Ein Bogen geht tatsächlich nicht so leicht durch ständige Spannung kaputt - und wenn er seine Krümmung tatsächlich mal verloren hat, kann ein Bogenmacher ihn wieder richten. Wesentliche Aufgabe der Schraube am Ende ist es, die Spannung zu regulieren, da die Bogenhaare ihre Länge in Abhängigkeit von der Luftfeuchte verändern (das erleiden auch die Darmsaitenspieler: der Lautenist stimmt immer, die Laute nie...) Wirklich gefährdet ist beim normalen Bogen eher der Übergang vom Kopf zur Stange, dort ist er am dünnsten. Eine Reparatur dort ist zwar möglich, aber teuer - und wenn's ein wertvoller Bogen ist (die sind dummerweise mehr gefährdet als die plumpen billigen), war er das danach. Gerade bei alter Musik und historischer Aufführungspraxis ist ein wirklich gutes experimentierfreudiges ganz viele "me-too"-Möchtegernbarocker wert. Auf 415 herunterstimmen kann man ein Saiteninstrument (relativ) leicht, aber mal wirklich ganz sauber verschiedene Tonarten spielen und die Prägung durch die wohltemperierte Stimmung hinter sich lassen.... Da berühren sich übrigens auch oft die ganz alte und die ganz neue Musik - das Kronos Quartet macht das z.B. Und nur eine von guten Stimmen (Ensemble Organum) ganz perfekt sauber gesungene Quinte geht mir fast mehr unter die Haut wie ein kunstvoll aufgebauter Akkord von - sagen wir - Bruckner.

hansgeier; "Wieviele Geiger...

hansgeier; "Wieviele Geiger braucht man eigentlich, um eine Birne einzuschrauben?" * Violinisten meiden solches Teufelszeug, weil sie den Leuchtdraht nicht stimmen können.

0 prince Matecki 26.04.2012, 14:37 Uhr

@astroklaus Da die Gambe ja...

@astroklaus Da die Gambe ja Bünde hat und dort gegriffen wird ist die Stimmung tatsächlich heikel und wir stimmen nich rein wie die VCelli, ich nach Vallotti (II für insider). Das sind dann ganz andere Terzen als sie der Pianist vom gleichschwebend temeprierten (deswegen "wohltemperiertes Klavier" beim seligen JSB) gewohnt ist. Seitdem ich auf der Gambe kratze habe ich das Cembalo auch auf Vallotti gestimmt, das klingt dann schon manchmal ungewohnt. Die Cembalisten nutzen vor allem im deutschsprachigen Bereich lieber Werckmeister, aber Frau Alison Crumb, eine auch mit Lehrbüchern und sehr praxisnahen Tips aktive Gambistin empfahl den Vallotti. Damit kommen wir in bestimmten Tonarten ( D Dur, d moll, deswegen stand in gemischten Consorts z B folia d´espagna gern in d) sehr nahe an die reinen Quinten der Violin-Familie. Gemeinsames Musizieren in berocken Besetzungen (gestern Abend eine schöne Konzertübertragung im WDR 3) ist so überhaupt erst möglich. Gamben mögen allerdings nicht immer und alle a = 415, die alten Gamben aus Renaissance und Frühbarock standen (Versuch aus Mensur und Darmpfriemelei und was hält halbwegs die Spannung) eher bei 440 bis eine Winzigkeit höher! Bei genau kopierten Nachbauten gilt das dann oft auch. Bei Cembali ist die Stimmung auf 440 / 415 kritisch für die Zupfenergie des Kiels an der Saite, real gestimmtes 415 ist leiser! Deswegen haben neuere Cembali eine "Umstimmeinrichtung", die de facto ein Transponierschieber ist, es wird um den Halbton verschoben, die a Taste zupft den Gis/As Ton an. Damit ist echte Stimmung in den alten Stimmungen nicht mehr machbar (weil da die Halbtöne unterschiedlich "teilverstimmt" werden, damit halbwegs saubere kleine Terzen entstehen, es ist also z.B. immer eher Es als Dis). Aber für Bach WTK ist das ideal. Das Transponierproblem hatte Bach auch, das wissen wir aus den Stimmen zu Kantaten der Leipziger Zeit, Orchester und Cembalo (ja es gab auf der Empore eins, das "Motettenclavier") standen anders (tiefer) als die Orgel (Chorton zu Orgelton) und manchmal die Bläser, vor allem die Trompeten. Deswegen gibt es etwa das Magnificat in D Dur (standard Tonart für Naturtonreihe - Trompeten) und in Es.

0 astroklaus 26.04.2012, 15:35 Uhr

@prince Matecki Vielen Dank...

@prince Matecki Vielen Dank für die Feinheiten aus der Streicher-Verwandtschaft! Bei den bündelosen (in der Violenfamilie) muß das halt im Kopf der Instrumentalisten passieren. Da ist das Stimmen dann leichter, dafür braucht (bzw bräuchte...) es die kontinuierliche Kontrolle beim Spielen. Daß die Instrumente mit der Zeit ihre eigenen Vorlieben entwickeln - den Eindruck hatte ich auch schon (manchmal ist man ja gezwungen, sich irgendwo anzupassen, da merkt man schon wenige Hz). Auch unser Klavierstimmer war etwas unglücklich, als ich ihn gebeten habe, unser Klavier aus den 1930ern auf 442 hochzuziehen, damit es zur heute normalen Orchesterstimmung paßt. Was den Klangeindruck angeht: es amüsiert mich, daß immer noch verschiedenen Tonarten angeblich ganz klar zu identifizierende Charaktermerkmale zugeschrieben werden (zB in Hüllentexten von CDs). Das mag ja alles einmal so gewesen sein, aber in gleichschwebender Stimmung klingt ein "strahlendes" C-Dur halt nur noch insofern anders als Fis-Dur als sich vielleicht bei den Streichern die Obertöne der nicht benutzten leeren Saiten besser einfügen und die Bläser je nach Instrument, Können und Gehör dann doch etwas dazwischen liegen. Auf einem Klavier sind im Zweifelsfall beide Tonarten gleich "falsch" oder "richtig". In Ihrem Beispiel klänge dagegen halt das D-Dur klar und weiter entfernte Tonarten zunehmend gequält - was wohl dann auch oft genau so komponiert wurde.

0 prince Matecki 26.04.2012, 17:47 Uhr

@astroklaus Genau, das was Sie...

@astroklaus Genau, das was Sie im Schluss-Satz schreiben ist ja genau was weiter oben (ich glaube von Madame Fröscher) geschildert wird anlässlich der hist AP bei Mozart Don Giovanni, die Posaunen beim steinernen Gast waren ja noch eng mensurierte bei denen eine D Dur / d moll Tonreihe deutlich anders klang als eine C Dur! Dabei ist bei der Zugposaune dass ja nur eine Frage des Gehörs und der Zugkorrektur des Spielers (und nicht nur der Naturronreihe). Weil aber die Posaunen von alters her bis frühem Beethoven zusammen mit den Hornisten (Naturhorn) und Trompetern (Naturtrompete) spielten intonierten sie wie diese! Und so entstanden Tonart- Charakteristiken!

Betr.: Kammerton: Das ist...

Betr.: Kammerton: Das ist interessant; auf http://de.wikipedia.org/wiki/Kammerton machte ich gestern einen Hoertest. Im Bereich von 431 Hz bis 446 Hz konnte ich nur Lautstaerkeunterschiede feststellen, aber keinerlei Frequenzunterschiede. Das gibt mir zu denken, obwohl ich eigentlich sogar Gras wachsen hoere...

Lieber Savall, bemuehen Sie...

Lieber Savall, bemuehen Sie sich beim L'Orfeo, um die Fassung Harnoncourt/ Ponelle. Es lohnt. Ich selbst besitze die Vinyl, die CD, sowie die DVD. Man kann mit den entsprechenden Stichworten zum Vorschmecken bei YouTube fuendig werden.

0 prince Matecki 27.04.2012, 08:59 Uhr

@Filou Kann ich in jeder...

@Filou Kann ich in jeder Hinsicht bestätigen, ich habe (weil seinerzeit dienstlich in München) das Gastspiel des Opernhaus Zürich am Nationaltheater/Bayrische Staatsoper mit Hanrnoncourt und der J.P. Ponelle Inszenierung der 3 Monteverdiopern live gesehen und genossen. Leider musste eine der Aufführungen nach einem Stunt eines Sängers wegen Verletzung abgebrochen werden, er sang an den beiden folgenden Abenden sitzend mit Gips. Aber es war bei Poppea, Ritorno d´Úlysse in Patria und Orfeo jeden Pfenning der damals (Ende 70er?) stolzen 120 DM für die Karte je Abend wert! Die Programmhefte habe ich heute noch. Und klar, Jupiter tonans sang aus der Mittelloge der Staatsoper in loco regis, man assozierte nach der Physiognomie den damaligen Herrn Ministerpräsidenten des Freistaats....

0 astroklaus 27.04.2012, 09:55 Uhr

@Filou Mit einem typischen...

@Filou Mit einem typischen Computerlautsprecher wird es wohl für die Meisten schwierig sein, ein paar Hz Tonunterschied zu hören. Das Ohr ist ja nicht von Natur aus auf irgendeine Frequenz geeicht und auch ein absolutes Gehör orientiert sich an einer externen Vorgabe. Viel davon ist (auch unbewußtes) Training: wenn man regelmäßig spielt und dabei sorgfältig stimmt, fällt einem z.B. ein anders gestimmtes Klavier in einem Probenraum sofort auf. Sehr gut hört man dagegen die Unterschiede, wenn zwei Töne gleichzeitig erklingen. Das führt schon bei geringen Frequenzunterschieden zu Schwebungen - bei Orgeln wird dies z.B. ausgenutzt, um einen Vibrato-Effekt zu erzielen. Diese Empfindlichkeit für Akkorde und Intervalle macht dann eben auch den anderen Klangeindruck der "historischen Aufführungspraxis" aus (dazu natürlich auch die anderen Obertöne der Instrumente). Und gerade bei Instrumenten, die einigermaßen fest vorgegebene Tonabstände haben (im Symphonieorchester insbesondere die Bläser), werden deshalb separate Proben gemacht, um die Akkordabstimmungen genau zu justieren, damit nachher nicht nur "richtig" gespielt wird, sondern auch die Klangfarben passen.

@princeMatcki, mein Sohn hat...

@princeMatcki, mein Sohn hat sich die DVD des L'Orfeo geklemmt, der Schlingel, aber ich meine dass die Harnoncour'sche Urauffuehrung um 1968 war. Was gab es doch damals schon fuer ausgezeichnete Toningenieure. Als Vinyl, auf Elektrostaten gehoert, war das schon mehr als erstklassig. . @astroklaus, diese Lautsprecher in meiner Muehle (Dell) sind wirklich entsetzliche Quaeker. Allein, ich war zu faul die Bose (QuietComfort 15) aus dem Etui zu schaelen. . Allgemein: Der L'Orfeo war gewissermassen mein Initiationsritual in die Alte Musik. Dieser bisher ungehoerte Klang der Originalinstrumente mir ihrer barbarisch anmutenden Farbe...da musste ich neues Hoeren lernen. Harnoncourt war aber so klug, auf Platte #3 (Kassette) Erklaerungen mit Beispielen zu geben. Jetzt stehen die Platten alle auf dem Speicher und erholen sich von Lencoclean und Kratzern. Dass Harnoncourt eine Welle technischer Innovationen in meiner keuschen Studentenklause verursachte (Elektrostaten, Tangentialspieler (B+O)) und dabei meine eh schon prekaere Finanzlage (S&P-Rating) nach C- verschob, na dafuer kann der Mann ja nix.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.