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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Angst, Unterdrückung und nackte Bäuche

| 242 Lesermeinungen

Schlecht gekleidete Entscheider, ungebildete Manager und ein System der Angst: Es gibt gute Gründe, warum man dem heutigen Leistungsdenken entsagen sollte - wenn man es sich leisten kann.

Amongst our weaponry are such diverse elements as: fear, surprise, ruthless efficiency, an almost fanatical devotion to the Pope, and nice red uniforms – Oh damn!
Monty Python, The Spanish Inquisition

Eine Ergänzung zu diesem Beitrag, der gestern in der Zeitung stand.

Wenn Sie einmal ins schöne Bayernland kommen, in seine vollbeschäftigt florierende Mitte, sei es zu einem Vorstellungsgespräch, oder auch nur auf der Durchreise nach Süden, so möchte ich einen Besuch in einem kleinen, verschlafenen Dorf namens Bergen bei Neuburg an der Donau anraten. Denn obwohl ich direkt neben einer der schönsten Rokokokirchen des Kontinents wohne, ist Bergen häufig das Ziel meiner langen Radtouren – in Bergen nämlich steht ein weiteres Kleinod dieser Epoche. Nur hat sich das noch nicht so herumgesprochen, und mit etwas Glück hat man diese Kirche dann für sich allein. Man kann darin wie in einem Festsaal wandeln, es ist alles beschwingt und heiter, und ganz anders als die Residenzkirche im nahen Neuburg, die noch ganz dem bitteren Ungeist der Religionskriege huldigt. Errichtet und ausgepinselt wurde die Kirche um 1755, von Jesuiten zwar, aber schon im Lichte der Aufklärung, denn die Jesuiten hatten verstanden, dass man mit Angst vor ewiger Verdammnis, Höllenqualen und Verfluchung nicht mehr allzu weit kommt. Bergen ist seichte, religiöse Unterhaltung, es ist dem heiligen Kreuz gewidmet, das hier gar nicht mehr sonderlich an Martern erinnert, und erfreut sich mit dieser Gelassenheit auch heute bei Hochzeiten besserer Kreise grosser Beliebtheit.

Bild zu: Angst, Unterdrückung und nackte Bäuche

Vermutlich wäre Bergen nicht so vorzüglich erhalten, vermutlich hätte sich im Inneren die Erneuerungswut Bahn gebrochen, wie es nun mal so ist im Kirchenbau – hätte nicht die damals einkehrende Geistesfreiheit dem Trubel der Wallfahrten Einhalt geboten. Denn 1755 verursachten diese aufgeklärten, weltlichen Jesuiten in Frankreich auch einen höchst weltlichen Finanzskandal, in Portugal wurde ihnen 1759 die Verwicklung in einen Mordanschlag auf den König nachgesagt, und 1773 wurde der Druck auf den Papst so gross, dass er die Jesuiten aufhob. Nur 18 Jahre konnten sie also das himmlisch bemalte Bergen als Kirche betreiben, dann kam die Revolution, die Veräusserung des Kirchenbesitzes, und keiner fürchtete sich Sünden, als dieses Rokokojuwel zur Pfarrkirche eines kleinen Dorfes herabsank. Zyniker werden sagen: Die Kirche hat jahrhundertelang erfolgreich ihren Gläubigen die Hölle heiß gemacht, aber wenn sie nur ein paar Jahre schön tut und nette Bilder an die Decke malt und liebliche Musik aufführt, damit sich alle freuen – schon wird sie abgeschafft, geplündert und abgewertet.

Danach, im 19. Jahrhundert während der Restauration, versuchte man es prompt wieder mit steifer Neorenaissance und Neugotik, in Erinnerung an jene Zeiten, da die Kirche gross, furchteinflösend und allmächtig war. Angst und Schrecken hatten wieder Konjunktur, durch staatlich erzwungene Nachfrage, und so kann man sich fragen, ob es nicht vielleicht so etwas wie wirtschaftliche Zyklen gibt, in denen hin und wieder Freiheit und Freude im Angebot ist. Und dann wieder Furcht und Unterwerfung. Wie im Moment, unter die sog. Märkte, denen gerade jetzt, da ich dies schreibe, vom Parlament dieses Landes Unsummen in den Rachen geworfen werden, so viel Geld, dass man den ganzen Weg von mir bis nach Bergen mit Rokokokirchen zupflastern könnte. Und dann immer noch genug für ein ordentliches Autodafe für Staatsschuldscheine hätte. Mit Grossinquisitor.

Bild zu: Angst, Unterdrückung und nackte Bäuche

Manche neigen dazu, diese Ängste vor den Märkten als gegeben hinzunehmen. Möglicherweise sind das sogar recht viele, aber in meinem Fall ist da das Problem des persönlichen Umfeldes, dieser Kohorte, die in einer Zeit aufwuchs, als die alten Ängste vor dem Atomkrieg und dem Russen schwanden und neue Ängste nicht so schnell verfügbar waren. Unsere Eltern hatten das Wirtschaftswunder miterlebt, sie hatten sich prächtig entwickelt, die Häuser und Autos wurden grösser, die Reisen exotischer, und die Kinder hatten nichts zu befürchten. Natürlich gab es den Druck, mindestens das Abitur zu erreichen, und Arzt wäre schön gewesen; aber alle, zumindest in meinem Umfeld, lebten in der Gewissheit, dass nichts passieren kann. Es war genug da, eventuelle Lücken galten als überbrückbar, und wenn man nichts allzu Krummes anstellte, hatte man nichts zu befürchten. Schon gar nicht von irgendwelchen Arbeitgebern. Wenn ich Ihnen jetzt erzähle, dass einmal die Süddeutsche Zeitung eines meiner Blogs kaufen wollte, und ein paar Ideen zum Thema Auto dazu, dann ist das halt so gewesen: Absurd komisch mit Personal aus einer schlechten Sitcom. Dass beim Gespräch mit den Chefs der Onlineredaktion dem G. das zu kurze Hemd heraushing, als er sich streckte – das war eben so. Und dass er mich fragte, was ich sagen würde, wenn denn BMW den Mini als Diesel bringen würde, was etwas peinlich war, denn BMW hatte ihn längst als Diesel verkauft – und so ein Experte sitzt dann in einer Verkaufsverhandlung… also, ich kann darüber lachen. In diesem Leben brauche ich den Herrn G. eh nicht mehr zu sehen, und dort ist jetzt ein neuer Chef, der ihm klugerweise vor die Nase gesetzt wurde.

So ist das bei uns. Ich kann das hier so niederschreiben, ich habe keine Angst, und bevor ich von der Süddeutschen Zeitung abhängig sein sollte, würde ich eher daheim urige Hochzeitskeller vermieten oder anders reich werden, was man halt sonst noch tun kann. Ich habe mich damals schon über diese Leute öffentlich amüsiert und tue es noch heute. Aber letzthin bat ich eine 15 Jahre jüngere Bekannte, mal hier im Blog etwas über ihre haarsträubenden Erfahrungen in einem dreistufigen Bewerbungsverfahren zu erzählen, gegen die die SZ wirklich nur ein müder Witz war. Für unsereins, die oft nie so richtig wissen, wie das mit dem Bewerben geht, wozu hat man denn Nachbarn in verantwortlicher Position, wozu will einen denn sonst die SZ kaufen, und die immer nur über diese tollen Bewerbungsmappen staunen, für unsereins ist so etwas durchaus neu.

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Nein, war die Antwort, für kein Geld der Welt, wenn das herauskäme, wer sie ist, wenn die das lesen, das wäre ja schrecklich. Ich fragte eine Studentin einer Eliteuni, ob sie vielleicht Lust hatte, etwas über das Zustandekommen von Jahrgängen zu schreiben, deren Eltern zufällig alle reich sind – oh Gott nein, sagte sie, das ist undenkbar, wenn die das merken – und dabei war die Geschichte doch so hübsch. Es gibt grandiose Geschichten aus dem Innenleben einer Grossbank, wo Manager wie die unreinen Paarhufer gehalten und mitunter geschlachtet werden, nach einem Punkteverfahren – und ich darf sie hier nicht mal erwähnen. Es könnte ja jemand mitbekommen, wer da geplaudert hat. Die Abteilungen, die heute Human Ressources heissen, verfügen über einen Ruf, den in der Patristik Leute wie Ambrosius von Mailand und Johannes Chrysostomos haben: Knallharte ideologische Schinder, Rübeabspezialisten, Terroreinheiten des Firmenglaubens. Und das, obwohl die Leute in diesen Abteilungen oft keinen geraden Satz herausbringen – die Jesuiten haben ihre Inquisitoren fraglos besser ausgebildet. Aber, so wird mir berichtet, so sei das Geschäft heute eben. Die Jüngeren haben Angst. Sehr viel Angst. Schon das erste Praktikum muss möglichst gut sein, es könnte sich später rächen.

Es gibt eine Menge Gründe für den G., sich längere Hemden zu kaufen, korrekt sitzen zu lernen und den Bauch nicht zu zeigen, aber keinen Grund, sich über diese Angst lustig zu machen. Denn die Angst ist lebens- und karrierebegleitend. Es beginnt mit der Angst, erst gar nicht einen aussichtsreichen Beruf zu bekommen, setzt sich dann mit der Angst fort, in eine Sackgasse zu gelangen, und mündet mit Mitte 40 in die Sorge, ausgebootet und aussortiert zu werden, um dann keine Arbeit mehr zu finden – und das in einem System, das die Lebensarbeitszeit verlängern will. Das sind insgesamt keine lustigen Aussichten, und als ich bei einem Vorgespräch zum Thema dem genauen Gegenteil dieser Entwicklung, einem sehr gefragten Manager erzählte, was ich über das Hemd des G. schreiben wollte, war er entsetzt: Das könnte man auf gar keinen Fall tun, niemals, das sei ein Donteventhinkof, man muss doch wissen, wann man besser schweigt. Die Angst ist also immer da, im besten Falle schläft sie in einer Ecke, ist aber stets bereit, sich zu Wort zu melden. Und ein erfolgreicher Gründer und Investor in Startups sagt mir dann, wie sehr er die feigen, gelackten Kriecher hasst, die ihn jeden Tag anlügen und die Zahlen polieren. Im Top Quarter muss man in diesem Bereich sein, im obersten Viertel, und dafür tut man alles, aus Angst, und dafür fälscht man schon mal eine Bilanz, einen Zinssatz oder Bewertung. 25% Eigenkapitalrendite kommen nicht aus dem Nichts. Nur ganz oben kann man Versicherungen für solches Geschäftsgebaren abschliessen, darunter zahlt man mit der Existenz. Und deshalb haben sie Angst.

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Und deshalb wollen manche aus dem Angstzirkel generell aussteigen, und lieber ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine Art privaten Neoliberalismus, der Menschen jenen Bailout gibt, wie ihn die Banken bekommen. Ohne dass man dafür irgendetwas tun müsste. Im besseren Fall: Kein Leistungsdruck unter dem gesetzlichen Mindestlohn mehr, kein Zwang zu Managerspielchen an Steilhängen, dafür immer eine Sicherheit, aussteigen zu können und dem Chef zu sagen, er sollte sich einen anderen Blöden suchen. So, wie ich – in gewissen Grenzen – auch erzogen wurde. Mit dem Gefühl, dass man sich zwar anstrengen soll, aber nicht alles nötig hat. Dass ein heiteres Rokokolächeln, eine lichte Seeligkeit einer Kirchendecke, das Glück eines fetten Trompetenengerls zum Leben dazu gehört. Dass man den Saal des Daseins ausmalen kann, ohne in jede Ecke den Teufel pinseln zu müssen. Aber ich entstamme eben der kurzen, glücklichen Phase des bayerisch-bürgerlichen Rokoko, und dorthin führt vermutlich kein Weg zurück. Für die Ärmeren ohnehin nicht, aber auch nicht für die Kinder meiner Altersgenossen, die schon im Kindergarten Englisch lernen.

Und so hat man eben auf der einen Seite die Radikalen des Anspruchsdenkens, die sich aus der Leistungsfalle zurückziehen, und auf der anderen Seite jene, die alles tun, was sie können, um dort voran zu kommen, wo es alle anderen auch versuchen. Im Sumpf dazwischen stehen die Brontosaurier des Wohllebens der Nach-68er wie ich, lachen über den Mangel an Sitzhaltung vom G., fressen dickes Gras aus dem Morast der alten Beziehungen, und halten zusammen, weil sie auch morgen noch gemütlich Rokokokirchen anschauen wollen, ohne von den Eliten der Leistung und Leistungsverweigerer geschlachtet, zerteilt und gefressen zu werden. Ich habe keine Angst um mich, ich überlebe das alles, aber auch ich habe eine nicht gerade kleine Angst: Dass wir, von den Extremen zerrieben, aussterben.

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Und dann vor lauter humorlosen Untertanen niemand mehr, heiter wie das Rokoko, über den nackerten Bauch vom G. lacht.

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242 Lesermeinungen

  1. Nun, werter Don, das mit dem...
    Nun, werter Don, das mit dem Aussterben müsste nicht sein. Aber wir wiederholen uns…
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    Ich tue mich ausgesprochen schwer, mich in eine der o.g. Kategorien einzuordnen. Ob es den anderen Kommentatoren auch so geht?

  2. Schöner Text übrigens, bevor...
    Schöner Text übrigens, bevor ich es vergesse.

  3. Angst vor dem Aussterben? Ich...
    Angst vor dem Aussterben? Ich dachte immer das wäre Ihr Plan. Oder ist das jetzt überinterpretiert.
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    P.s.: Die purzelnden Kronen in Bild 3 sind sehr drollig.

  4. Denn merke: Schon immer war...
    Denn merke: Schon immer war der Bote, der Überbringer (neudeutsch whistleblower) von Schmuddelnachrichten der Dumme, weil der Feind, der Defätist, der Nestbeschmutzer – und zwar häufig auch außerhalb der kritisierten Organisation… insofern haben es Ihre Bekannten, werter D.A., richtig gemacht, die Klappe zu halten. Auch wenn es leider erbärmlich ist und niemandem hilft.

  5. Werter Don,
    "Brontosaurier des...

    Werter Don,
    “Brontosaurier des Wohllebens” – einfach köstlich – wobei das Bild beim Sumpf meiner Ansicht nicht so ganz passt. Ich denke der Grat zwischen denen, die in der Tretmühle der Leistungsgesellschaft mitlaufen und zu den 75% gehören, die alle unbedingt zu den oberen 25% gehören wollen und denen, die sich nicht bedingungslos allen Anforderungen des Marktes unterordnen wollen ist ziemlich scharf, zumindest unterhalb des Rentenalters. Und ein erheblicher Teil der Angst derer, die entlang des Grates traumwandeln besteht vor der Gefahr zur einen oder anderen Seite abzurutschen.

  6. Einer Ihrer komischsten Texte...
    Einer Ihrer komischsten Texte der letzten Zeit, ich habe ordentlich gelacht beim Lesen!

  7. Trifft ins Schwarze. Alles....
    Trifft ins Schwarze. Alles. muscat, nein, mir geht es da nicht wie Ihnen.
    @DA, vielen Dank, der Beitrag hilft mir ungemein bei der Reflexion meiner gegenwärtigen Lebenssituation.

  8. Ein sehr, sehr besinnlicher...
    Ein sehr, sehr besinnlicher Text.
    Und wieder fällt mir dazu eine Ihrer hervorragenden Beschreibungen aus den Anfangstagen dieses Blogs ein ” wir sind Tote auf Urlaub”

  9. sehr schön, der text, danke...
    sehr schön, der text, danke dafür.
    gibt es in den schulern eigentlich noch lesebücher?

  10. sehr hübsch geschrieben; und...
    sehr hübsch geschrieben; und ja, Generation ist Schicksal

  11. Dass Ihre 15 Jahre jüngere...
    Dass Ihre 15 Jahre jüngere Bekannte sich nicht traut, ihre Erlebnisse zu beschreiben, wundert mich nicht.
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    Aber gibt es für so was nicht Schriftsteller? Oder müssste es sie geben? Und warum gibt es sie nicht?
    Was würden Balzac, Zola oder Thomas Mann daraus machen?
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    Wie armselig ist unser postkulturelles Zeitalter.

  12. Das mit dem Aussterben von...
    Das mit dem Aussterben von Arten ist, leider, leider, eine natürliche und damit auch nicht aufzuhaltende Entwicklung. Der beruhigende Gedanke dabei ist, dass möglicherweise das, was kommt, um einen Deut angenehmer ist als das Verschwundene. Oder hätten Sie gern Tyrannosaurus rex in Ihrer gepflegten Seenlandschaft? Und den Jesuiten tun Sie Unrecht; es waren die Dominikaner, die die Inquistion betrieben. Aufgeklärte Jesuiten wie Spee von Langenfeld standen auf der anderen Seite.

  13. Ein schöner Artikel und er...
    Ein schöner Artikel und er beschreibt die Wirklichkeit von vielen unseres Alters, die redlich stets bemüht und geleistet haben, dann doch gestrauchelt sind und sich nun fragen: Und was kommt jetzt?
    To big to fail ist man leider nicht und irgend ein Mitlife Unemployed Rescue Umbrella MURU ist leider nicht in Sicht. Vielleicht liest die Kanzlerin mit und kann sich erwärmen für den MURU ansonsten gründe ich halt ne eigene Bank. Und dann lach ich mir einen!
    http://youtu.be/PAXTooLed4w

  14. Sehr verehrter Don – vielen...
    Sehr verehrter Don – vielen Dank für diese ausgezeichnet gute europäische Erzählung über ein Produkt der aufgeklärten, weltlichen Jesuiten aus Frankreich!

  15. Mal wieder vorbeigeschaut,...
    Mal wieder vorbeigeschaut, werter Don. Ihr guter Text regt zur eigenen Positionsbestimmung an. Dachte schon, sie hätten sich an dem völlig überbewerteten Ponader festgebissen. Werden uns die Mappus-Leistungseliten den Weg weisen können?

  16. Der Mappus wäre zusammen mit...
    Der Mappus wäre zusammen mit dem Huber und ein paar anderen auch mal ein Thema: Wildgewordene Kleinbürger, die nie ans Ruder hätten gelangen dürfen. Nichts gegen Kleinbürger, auch Grossbürger haben ihre Scheusale, aber diese Sorte – ganz schlimm.
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    Gern geschene, wobei, das hemd kam vermutlich eher aus der anderen Himmelsrichtung.

  17. kaum getraut man es sich zu...
    kaum getraut man es sich zu sagen, aus sorge: eine kritik der kritik müsste wohl lauten: anfängerkritik.
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    dabei weiss er es besser, und hier fehlt nichts.
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    auch nicht das bürgerliche wissen, dass das bge ein fake ist. denn ich kann es jederzeit verpfänden, verkaufen, vorzeitig verhupen. die, die es fordern, haben nicht die hände, es festzuhalten. und kann nicht geändert werden.
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    es handelt sich um schlappe 12.000 im jahr. 120.000 in zehn. beantwortet die frage: gibts du mir 50.000 gleich, ich habe ein totsicheres projekt an der angel, dafür brauche ich die, und dafür kriegst du mein bge für acht jahre. ok zehn.”
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    wir sind also auch weiterhin der meinung der verschweigenheit. (über so leute redet man nicht. pflegt nicht mal umgang. kennt sie nicht. nimmt sie (am besten) nicht zur kenntnis. denn sonst bekäme man (qed) deren kurzhemden später nie wieder aus dem kopf. es sei denn womöglich mit psychologischen sondersitzngen(g))
    dafür aber ein paar gefallene brosamen vom herrentisch der gemeinen zeitgeistsprengsel?
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    was man sich nicht wünscht. (überall gibt es ein leben nach dem büro. nur in der faz nicht.)
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    und wer kein geld hat, sollte dabei bleiben. (aus dem beliebten berliner roman “umwege zur armut”)
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    und altersrassismus an der wahlurne. (worauf die schulen demnächst auch noch vorbereiten.)
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    und das niederbayrische dorf morgen. (wenn frau kein kittelett mehr trägt, dafür aber ihr emanzipierter mann.)
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    und unsere dekadenzerfindung des tages? (die motorisierte heroinnadel für eilige schmerzpatienten.)
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    und die generation öffentlicher spanngurt. (fixiert geldbündel anstatt bücherpakete)
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    wenn unterforderung groß macht, bin ich riese. (new yorks verhältniss zur welt) (wie bekannt: if i can make it there, …)
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    und frankreichs zukunft? (la future? c’est la retraite!) (was das volk der babyboomer weiß)
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    und beuys heute? (jeder! ist don alphonso)
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    aber jeder wie er mag. (wer sich von berlin abstoßen muss, hat auch keinen stil.)
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    und ein bekannter blogger, was ist das? (Kann man den füttern? macht der männchen? rollt der mit den augen, wenn man ihn krault? nimmt der leckerlis? hat seine couch eine besonders weiche decke? und die decke besonders artige bilder? und es gibt bestimmt ein besonderes shampoo fürs fell.)
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    und wo sind die wirklichen kontrastaussagen? (ich will kein bge, ich will besonders hart arbeiten. um was zu lernen und zu leisten. und wg. saß. auch an der leistung. ersatzbergmann in china wäre z.b. auch klasse. steinkohle in 1200 m tiefe. knarrender korb, spleißenden seile. entzündliche lampen.)
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    und die augustgabe für den gepflegten cabriofahrer? (angstfreie sitzkissen in katholisch purple. ganz ohne weltbezug.)
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    and geniuses to the front!

  18. Herr Schwarz, ich denke, für...
    Herr Schwarz, ich denke, für uns wird es gerade noch so reichen, trotz der Konzentrationsprozesse in diesem Land. Die einen zahlen und die anderen kaufen mit billigen Krediten, was nicht niet- und nagelfest ist, und dazwischen sind wir und überlegen, wohin mit diesem volatilen Zeug namens Geld. Retten wird uns keiner.
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    RittervomGeist, due Gesellschaft Jesu hat das hier in dieser Stadt und in meinem Haus nun mal leider so praktiziert und auch entsprechend Leute zu Tode gebracht – keine Frage, es gab auch Gegner, aber die kleine, dumme Stadt an der Donau war führend in Sachen Inquisition durch die Gesellschaft. Generell glaube ich nicht, dass viel Besseres nachkommt, und das Aussterben macht mir nichts aus, wenn ein paar andere vor mir verschwinden, Und da stehen die Chancen gut.

  19. HansMeier555, doch, man...
    HansMeier555, doch, man könnte, aber wer sollte das kaufen und lesen?
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    Foersterliesel, danke, sagen wir einmal so: Es gäbe schlimmere Schicksale, davor und auch danach.

  20. das hemd? wieso das hemd hatte...
    das hemd? wieso das hemd hatte p.57 doch schon längst verlinkt. (jeder von uns sah schleßlich schon mal so aus.) http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/mappus-und-notheis-enge-bande-zwischen-politik-und-wirtschaft-a-844702.html

  21. ... und ich warte immer noch...
    … und ich warte immer noch auf einen “Blogpost” bei dem weder “Tiger” noch “Don Ferrando” kommentieren … Thema an und fuer sich egal … ginge das?

  22. @hm555: Und die es zu Papier...
    @hm555: Und die es zu Papier bringen könnten verbringen Ihre Zeit mit Netz-soaps.

  23. Vorallem im medizinischen...
    Vorallem im medizinischen Sektor bei den Nachwuchsmedizinern tut sich allerdings eine Menge. Hier ist nicht nur/mehr die Kategorie der elitären Kriecher vertreten, sondern gehäuft nun auch diejenigen, die nicht mehr alles nötig haben und eine KITA fordern für ihre Kinder oder bei zu vielen Überstunden einfach den Arbeitsplatz wechseln bzw. diesen garnicht erst annehmen bei einer zu langen Arbeitswoche von 70 Stunden Woche etc.
    Ich denke, dass man die derzeitige Epoche nicht nur auf den vermurksten und schmuddeligen Finanzsektor reduzieren darf, da vielerorts, wo keine Gehälter von mehreren 100.000 Euro fließen und Bonuszahlungen vorherrschen, die Moral und das eigene Gewissen auch noch funktionieren. Und die Mediziner, Künstler, Architekten,… sind auch produktiv und wettbewerbsorientiert.
    Vielen Dank für diesen außerordentlich anregenden Blog! :)

  24. „... jene Zeiten, da die...
    „… jene Zeiten, da die Kirche gross, furchteinflösend und allmächtig war.“
    Könnten Sie bitte Ihr “ß” reanimieren? Mich befällt beim Lesen solcher Sätze ein kaum zu bändigender Korrekturimpuls, der unnötig vom Inhalt des Geschriebenen ablenkt.

  25. @Don
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    Wer soll das kaufen und...

    @Don
    .
    Wer soll das kaufen und lesen.
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    Manche der größten Schriftsteller schreiben nur für ihre Freunde, manche vor Erfindung des Buchdrucks.
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    Und wer es ohne Massenpublikum nicht macht, könnte sich ja ein Theaterstück oder Film-Szenario ausdenken. Ja, sowas schreit doch nach einem guten Kinoregisseur. Man sagt, da gäbe es eine riesen Filmindustrie die verzweifelt nach einer neuen Idee sucht. Statt einfach mal den Alltag in so einer Firma realistisch abzubilden.

  26. @Schmidt: Willkommen Herr oder...
    @Schmidt: Willkommen Herr oder Frau Schmidt! Ein Anfang wäre ja gemacht mit Ihrem – wenngleich zur Sache noch etwas dürrem – Beitrag!!

  27. @Schmidt – Da hab ich was...
    @Schmidt – Da hab ich was ganz Besonderes für Sie. Ende nächster Woche mache ich Ferien. Traumhaft in Kanada, mit Blick auf Wale und Adler. Ohne Internetanschluss, ohne FAZ und außerhalb eines Handytowers. Da können Sie dann drei Wochen lang Tiger-frei herumbloggen. Ich werde nicht einmal nachträglich lesen, was Sie alles über mich Böses geschrieben haben.

  28. Ein großer Teil der Jesuiten...
    Ein großer Teil der Jesuiten hatte zumindest Format, nicht nur was ihre Hände zum Scheffeln anbelangte, sondern meistenteils auch intellektuell… Hingegen schaut man heutiges Mappus-Wulff-DeuscheBänk-Gezücht, dann stechen zunächst und in erster Linie und eigentlich nur die Hände ins Auge.
    .
    the grabbing hands, grab all they can, all for themselves, after all
    (Manch eine englische Combo hat’s schon in den Achtzigern antizipiert)

  29. Seien Sie nicht zu streng, Don...
    Seien Sie nicht zu streng, Don Alphonso. Denn: In der ersten Zeit war der Diesel-Mini noch gar kein Diesel, denn zumindest in den winterlichen Breitengraden Ihres und unseres vielgeliebten Tegernsees fror der Diesel in diesem Möchtergern-Mini-Diesel gern immer mal wieder ein. So dass an jenem Automobil vor allem das ‘Mobil’ minimal waren. Mehr aber auch nicht. Und komme mir keiner mit Winterdiesel! Der war zu jener Zeit wohl dem einen oder anderen Mineralölkonzern mit handelsüblichen Zapfsäulen bekannt…

  30. Ich mache so etwas nur sehr...
    Ich mache so etwas nur sehr ungern, aber nachdem ich hier unten keinen irren Kleinkrieg um absolute Selbstverständlichkeiten will, habe ich einen Kommentar gelöscht und schreibe nur die zwei prominentesten Jesuiten der Sache, die sich hierselbst auch unmittelbar an solchem Treiben beteiligten, hier hin:
    .
    Gregor von Valencia und Jakob Gretser.
    .
    Und damit ist die Debatte beendet.

  31. auch einer, danke - in Bayern...
    auch einer, danke – in Bayern schon, auch wenn die sicher bald mit dem iPad kommen.
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    Don Ferrando, und die anderen sind Tote, die sich den Urlaub bald nicht mehr leisten können.

  32. Schöner Text.

    Allerdings...
    Schöner Text.
    Allerdings komm ich nicht drauf, wie man ein BGE als Neoliberal bezeichnen kann. Ich empfinde im Gegenteil eher den unbedingten Leistungsdruck in unserer Gesellschaft als Neoliberal.
    Ich gehe meiner Arbeit gern nach. Das Wort Angst ist mir in diesem Zusammenhang eigentlich zu stark, aber ohne die Befürchtung, nach einigen Monaten Arbeitslosigkeit die Lebensgrundlage zu verlieren, würde ich mit einem besseren Gefühl arbeiten, durchs Leben gehen.
    Besonders mit der fortschreitenden Automatisierung, die Vollbeschäftigung zu einem Mythos werden lässt, müssen wir uns meiner Meinung nach entscheiden. Entweder wir führen so etwas wie das BGE ein, oder wir lassen einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung am Hungertuch nagen.

  33. Danke, ein grossartiger Text....
    Danke, ein grossartiger Text. Alle wir „Brontosaurier des Wohllebens der Nach-68er“ stimmen aus vollem Herzen zu.
    Nur, das mit dem Mappus und dem Huber, das geht am eigentlichen Problem vorbei. Denn möglich gemacht werden die Verhältnisse die sie beschreiben und die Karrieren in denen solche Leute politische Macht erreichen, nun mal nur durch eine verkommene Demokratie mit einem verblödeten Wahlvolk, wie wir es heute haben.

  34. @HM, re Film
    Massenpublikum?...

    @HM, re Film
    Massenpublikum? Film-Szenario? den Arbeitsalltag in so einer Firma realistisch abbilden?
    Film und Kino zeigen Träume. Den Alltag in sooo einer Firma will kein Mensch (bzw. kein Paarhufer) im Kino sehen. Die einen kennen es doch live, jeden Tag – und die anderen, nicht betroffenen, werden den Film nicht verstehen.
    Einzige Möglichkeit: Einen Hauch von Burlesque reinbringen, wie Stromberg!
    (Leser dafür gibt vielleicht eher, aber, d’accord, es mangelt an Autoren)

  35. Die Kirchenfotos sind...
    Die Kirchenfotos sind superschön!

  36. Danke für den Text....
    Danke für den Text.

  37. Verehrter Don Alfonso,

    So hab...
    Verehrter Don Alfonso,
    So hab ich denn, seit ca. 2 Jahren, durch Abwesenheit geglänzt in Ihrem Blog – und auch in Anderen. Ihr sehr interessanter Text ist mir per Zufall auf mein Frühstückbrot gefallen.
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    War und bin immer noch voll der Angst, meine (Kern)Energie zu verschwenden im Kommentareschreiben und in der Lust, meinen Senf dazuzugeben. Auch bin ich nun voll des Überdrusses zu hören und zu lesen von Rettungen und Maßnahmen zur Rettung der Befreiung der Geldhändler von unternehmerischen Risiken. Alternativloses Gewurschtl geht mir am A vorbei inzwischen. Es wird kommen wie es kommen muß ! Daselbst der Einsatz von Jesuiten konnte das niemals verhindern.
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    Ich bin mit Ihnen, daß der Sinn des Lebens das Überleben ist – selbstverständlich lieber reich und gesund als arm und krank – aber niemals unter Inkaufnahme eines mit Leichen gepflasterten Weges.
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    Der unschuldige Erbe sei gesegnet mit dem Nachlass, denn er hat das Gesetz nicht brechen müssen um zu etwas zu kommen. Doch auch er braucht einen Plan für sich damit er notgedrungen sich nicht selbst entleibt.
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    Das Bild der Europäischen Zukunft ist den Europäern abhanden gekommen. Der Europäer hat genug von Friede – Freude – und Eierkuchen satt. Er sehnt sich nach der Vergangenheit, um fortzusetzen sein historisches Treiben. Alternativlos und Visionslos – geführt von alternativlosen Regierenden, welche den jungen Europäern Europas Vision niemals vermittelt haben und statt dessen die Bürger gefüttert haben mit medialem Einheitsbrei gekocht im Topf der jeweiligen Nation. Nur WerbeSlogans wie “Gleiches Bier für alle allüberall” schaffen es in alle Köpfe und brechen in ihrer Umsetzung selbst bayrische Traditionen. Aus diesem Grunde habe ich beschlossen meinen Weg von Biertrinker zum Schwäbischen Pietisten konsequent fortzusetzen.
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    Immerhin hat sich die FAZ zu einem Leuchtturm entwickelt und muß in Zukunft sicherlich darauf achten, daß sie von der Brandung nicht geschliffen wird wie viele Leuchttürme zuvor. Doch wer im Angesicht des Sturmes für sein Schiff nach Orientierung sucht der lasse sich vom Licht nicht blenden.

  38. Wichtig - Frau Tiger - ist die...
    Wichtig – Frau Tiger – ist die Kombination: kein “Tiger”, kein “Don Ferrando” – es muss einfach Themen geben zu dem Sie beide nichts zu sagen haben.

  39. ich verzichte freiwillig auf...
    ich verzichte freiwillig auf ein BGE
    hört lieber auf,mir ständig Knüppel zwischen die Beine zu werfen
    dann wäre ich schon zufrieden

  40. @Lutz
    Man muß ja nicht den...

    @Lutz
    Man muß ja nicht den ganzen Film damit füllen. Kein Dokumentarfilm. Nur ein Handlungsstrang, danach zur Erholung wieder was anderes.
    Aber Sie haben recht: Wollte neulich “Short cuts” von 1993 angucken, und war nach einer halben Stunde dermaßen deprimiert, dass ich ausgemacht habe. Und der Film geht drei Stunden.

  41. nein Lutz, es mangelt nicht an...
    nein Lutz, es mangelt nicht an entsprechend kultivierten autoren!
    http://www.epubli.de/shop/buch/2000000012913
    einfach nur mut und hinein in die hexameter. :-))

  42. Der großer Romancier des 19....
    Der großer Romancier des 19. Jh. war oft genug eines: Ein Aussteiger aus der großbürgerlichen Gesellschaft, der er entstammte.
    Schwer zu glauben, dass es heute weniger solcher Aussteiger gibt (es müssten eher noch mehr sein), oder dass sich unter ihnen niemanden findet, der literarisches Talent hat.
    .
    Woran liegt’s?
    Sind wir schon ins Zeitalter der postkulturellen Moderne eingetreten?
    Und führt (ausser dem Feudalismus) wirklich kein Weg zurück in die Kultur?

  43. Es ist einige Jahre her, da...
    Es ist einige Jahre her, da hatte ich eine Schwäche für die Lektüre von Erfahrungs- und Leidensberichten junger Leute aus aller Welt, die sich bei Google bewarben. Auf dem Parcour waren bis zu 8 Interviews zu überwinden, vielfältige Aufgaben und Prüfungen, die eine schwieriger, die andere weniger.
    .
    Das Minenspiel der Interview-Partner wurde ausgedeutet, eine Selbstbewertung wie nach dem Liebesspiel fand statt ( “ich war gut!” ) , die Umkehrung der verketteten Liste hatte er auch hinbekommen, aber der Russe, der ihm in Interview 5 gegenübersaß, der war ein harter Brocken, ein Typ mit starkem Akzent und ein Gesicht wie Eis. Da wurde er auf dem falschen Fuß erwischt und hatte irgendwie gepatzt.
    .
    Am Ende dieses Abenteuerrollenspiels lockte zwar nicht die Prinzessin und auch nicht die Erhebung des jungen Ritters in den Adelsstand, aber ein Job bei Google in Mountain View und ganz viele Perks.
    .
    Oh weh, er wurde abgelehnt! Ein Jammer, aber noch keine Schande. Ist nicht so schlimm wie vom Drachen gefressen zu werden, aber von der Bewerbung bis zur Ablehnung hatte es 3 Monate gedauert. Mit einem Preis, der so heiß war, hatte er sich natürlich nach nichts anderem umgesehen. “Ich habe viel dabei gelernt” – ja, so soll es sein, young man und deine Leser haben es dir gedankt.

  44. Die Ausführungen über das...
    Die Ausführungen über das Erscheinungsbild der SZ-Mitarbeiter deckt sich mit meinen Beobachtungen, die ich vor kurzem während eines Kantinenbesuchs im SZ-Hochhaus in Steinhausen machte.
    Über mögliche oder stattgefunden Geschäftsanbahnungen spricht man jedoch in der Regel nicht öffentlich, bzw. erst nach ein paar Jahren Stillhalten.
    Dieses Prinzip soll böses Blut vermeiden helfen.
    Leider gibt es keine Bloggerethikseite. Die Frage, wann man etwas für jemanden unangenehmes veröffentlichten darf, ist nämlich wichtig. Der SZ-Mann mit offen blankliegendem Bauch ist schließlich auch nur ein Mensch mit Angst.

  45. Sie zeigen einen nackten...
    Sie zeigen einen nackten Bauch,
    das Hemd ist kurz, das Hirn ist’s auch.
    Robert Gernhardt
    Grandios finde ich den Gedanken, dass heute die Märkte eigentlich tatsächlich die Funktion Gottes haben, der belohnen oder verdammen kann. Dann sind die Banker die Jesuiten? Und die Wirtschaftsweisen das Konzil? Aber wer ist Papst?
    Und gibt es in diesem Glaubenssystem so etwas wie Rechtfertigung?
    Es ist wirklich relativ paradox, dass in der Ökonomie, die im Wesentlichen aus der Aufklärung hervorgegangen ist(?), dieselben Mechanismen greifen wie in manchen kirchlichen Verhinderungsstrukturen. Aber das ist wohl ein Grundproblem von Wissenschaft: sie ist stets in der Gefahr ist, in ein Denken vermeidendes Kastensystem zu münden.
    Ich weiß übrigens nicht, ob mit dieser Kirche ein bedingungsloses Grundbarock zu verwirklichen wäre. Die Rückkehr zur Düsternis ist vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass wirklich gute Laune einfach unbezahlbar ist.

  46. Kein Mini bei Diesel --...
    Kein Mini bei Diesel —
    http://www.stylight.de/Diesel/Damen/

  47. Zum Aussterben:...
    Zum Aussterben: http://www.amazon.de/Die-Intelligenz-ihre-Feinde-Industriegesellschaft/dp/3902732016/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1342766036&sr=8-1
    ” Wir”, also die Träger einer aufgeklärten Wissensgesellschaft, müssen auf jeden Fall aussterben, da wir zur Bedrohung für das Ökosystem Erde und somit auch für die eigene Art werden.
    Rein subjektiv, weil ich eben Ängste habe vor der wirtschaftlichen Vernichtung, würde das BGE begrüßen. Würde man 400 Euro an gesunde Person zahlen, bliebe der Arbeitsdruck erhalten, die technikbedingte heutige große Angst vor der Arbeitslosigkeit und Verelendung aber wäre gebannt. Denn nur in der Theorie steht jedem Bedürftigen eine Unterstützung zu. Wer mal im Hartzamtdschungel war, weiß, daß der wirklich Bedürftige da auch gern mal ohne Unterstützung rausgeht. Nur derjenige, der gezielt seine Bedürftigkeit strategisch gestaltet, bekommt ” Hilfe” vom Amt. Insofern ist der Ponaderweg sogar der einzige, der in der jetzigen Gesellschaft zum “Erfolg ” führt.

  48. @Dreamtimer – Eines der...
    @Dreamtimer – Eines der Tigerbabys hat bei Google so ein Interviewparcour mitgemacht und wurde nicht genommen. Sie hat mir von diesem Auswahlverfahren erzählt, einen jungen Mann mit eiskalten Fragen im Gespräch unter vier Augen gab es auch. Wir haben uns geeinigt, dass ein Jobinterview eine zweiseitige Angelegenheit ist. Wer wollte in einer Firma arbeiten, die sich derartig in einem Interview präsentiert?

  49. @HansMeier555

    Wer liest heute...
    @HansMeier555
    Wer liest heute noch Romane? Aus was für eine Gesellschaft sollen wir aussteigen? Es gibt so viele Aussteiger, dass man gar nicht mehr weiß, wohin man aussteigen soll, ohne doch immer wieder dieselben Leute zu treffen.
    Die Romane der heutigen Zeit sind die großen Fernsehserien. Ich finde, da wird einiges an kritischem Portrait unserer Zeit geleistet. Kennen Sie “Mad Men”? Oder “The Wire”? Ich bin jetzt auch kein Spezialist, aber wenn eine Kunstform angesichts mangelnder Leserschaft dem Roman mit allen seinen Möglichkeiten nahe kommt, dann diese!
    @Dorfkramer
    Das Verschweigen ist manchmal auch Rücksicht. Es gibt Momente, da ist man so wütend, dass man keine Angst mehr kennt. Aber komischerweise immer noch Rücksicht (zum Beispiel, wenn einem jemand “locker bleiben” ins Ohr flüstert). Und hinterher denke ich, es ist manchmal besser, mit kühlem Kopf Dinge zu ändern, sich daran abzuarbeiten, als die Ungerechtigkeit herauszuschreien und einer Öffentlichkeit vor die Füße zu schmeißen, die erst ganz betroffen ist und dann alles wieder vergisst. Und wenn ich “manchmal” sage, meine ich eigentlich sehr oft.

  50. @ Der Tiger...verzeihung -...
    @ Der Tiger…verzeihung –
    ich habe Ihren Namen gegoogelt…
    Ein kleine Erheiterung – ich hoffe im ERNST – dass Sie es auch so sehen (können)
    “Tiger leben in der Regel einzelgängerisch und
    ernähren sich in erster Linie von GRÖSSEREN Huftieren.
    Heutzutage sind Tiger so gut wie verschwunden.
    Drei Unterarten sind bereits ausgestorben.
    Wilde Tiger – müssen in isolierten Schutzgebieten leben.
    Diese Art wird von der IUCN als „stark gefährdet“ eingestuft.”
    .
    Also aufpassen – schönen Urlaub – und laufen Sie niemandem vor die Flinte.
    Salve!

  51. Der da war 12 Jahre lang...
    Der da war 12 Jahre lang Preussischer Ministerpräsident und musste im Alter betteln gehen.
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Braun

  52. @Jordanus
    .
    TV, igitt.
    .
    In...

    @Jordanus
    .
    TV, igitt.
    .
    In meiner Jugend gab es den Witz, “Romane liest man nicht, die schreibt man”, aber das stimmt schon lang nicht mehr.
    Wenn ich mir die Ödnis in den Regalen der Buchhandlungen (zwischen Krimi und Kitsch) and sehe, dann habe ich den Verdacht, dass in Wirklichkeit sehr sehr viele Leute sehr sehr gerne mal wieder einen guten Roman (gern auch im langatmigen Stil) lesen würden. Es ist nur keiner da, der mutig und ausdauernd genug ist, ihn zu schreiben. Und sich über Jahre hinweg in der Realität all die Beobachtungen zu notieren.
    Und dem es erst einmal egal ist, was die Leser angeblich (nach Aussage der Agenten) wollen oder nicht wollen. Sondern der einfach nach großen Vorbildern so gut schreibt, wie er kann, und sich darauf verlässt, dass er damit irgendein Publikum schon finden wird.

  53. @Jordanus
    Und aus welcher...

    @Jordanus
    Und aus welcher Gesellschaft man aussteigen sollte?
    Ganz einfach: Aus der Gesellschaft derjenigen, die immer nett und brav sein und bleiben müssen, um sich nicht die Chance auf einen der üblichen Geldjobs zu verlieren.
    Denn darauf beruht ja die (mehrheitliche) bürgerliche Gesellschaft: Auf dem nicht erzwungenen, sondern freiwilligen Verzicht auf Meinungsäußerungen, auf dem bewußt gewählten Konformismus, auf dem Opportunismus als Lebensstrategie (welches Erziehungsziel an die Kinder weitergegeben wird) und die inbrünstige Anpassung nach oben von Kindesbeinen an.
    .
    Der Bruch mit dieser Gesellschaft wäre die Voraussetzung, die auch der Nachwuchsromanautor nicht automatisch erfüllt. Der nämlich steckt im Literaturbetrieb, der (hinter der alternativ krawattenlosen Fassade) am Ende ebenso hierarchisch und konformistisch organisiert wird, nur eben womöglich noch viel giftiger, kleinlicher, gehässiger, nachtragender als die Controllerbranche.
    .
    Die Angst, dass einen am Ende keiner lesen will, begründet auch hier wieder das System.
    Diese Angst wird von all den Agenten und Platzhirschen darum auch bewußt geschürt, denn darauf beruht ja ihre Macht.
    .
    @Don
    Was macht eigentlich Frau Diener? Ich seh hier noch Platz für einen FAZ-Literaturblog.

  54. "Und gibt es in diesem...
    “Und gibt es in diesem Glaubenssystem so etwas wie Rechtfertigung?”
    .
    “Wohlstand für alle” oder weniger alt-bundesrepublikanisch und dafür utilitaristisch ausgedrückt: der größtmögliche Wohlstand für die größtmögliche Zahl.
    .
    Das ist ein harter Brocken, an dem zu kauen ist, denn selbst jene, die überzeugend darlegen, wie eine winzige Oligarchie Reichtum akkumuliert, während die Massen zunehmend präkarisieren, können nicht sagen, ob dies beim nächsten Systemmorph oder zumindest nach einem Crash in Abschnitten und einer Periode des New Deal mit starken staatlichen Reglementierungen auch noch so sein wird. Schließlich kam der fordistische Kapitalismus, mit all seinen sozialistischen Zügen, dem utilitaristischen Ideal schon relativ nahe und wurde erst aufgegeben nachdem eine längere Phase der Stagnation eingetreten war. Ikonographisch verewigt wurde der Wechsel von Oliver Stone in Gordon Gecko’s berühmter greed-is-good Rede in “Wallstreet” gegen die Direktoren einer Papierfirma, die eine Art Totenreich verkörperten. Auch Stone argumentierte im Film gegen die Ära der neuen Räuberbarone nur moralistisch, wie jetzt übrigens auch Obama im Wahlkampf gegen die Ex-Heuschrecke Romney.
    .
    Einen Papst gibt es im Kapitalismus nicht und auch keine göttliche Gnade und Erlösung. Jede Analogie muss irgendwann enden.

  55. Es gibt diesen Kipp-Moment bei...
    Es gibt diesen Kipp-Moment bei korrupten Strukturen.
    .
    Solange sie sich noch nicht voll etabliert haben, fühlen sie sich angreifbar, leugnen ihre Existenz und weisen jeden Verdacht empört von sich.
    .
    Wenn sie erstmal stark genug fühlen, übertreiben sie ihre Macht und Unangreifbarkeit. Dann geben sie damit an, dass ja alle Richter korrupt und gekauft sind, um jeden potentiellen Querulanten von prophylaktisch einzuschüchtern.
    Das machen sich viele Beobachter nicht immer ganz klar: Dass viele Behörden und Regierungen ein handfestes Interesse daran haben, dass man sie für hoffnungslos korrupt hält. Und dass sie das Ausmass der Korruption und Willkür gerne noch kräftig übertreiben. Denn dann arbeitet es sich doch viel reibungsloser, unbürokratischer, angenehmer.

  56. Die Personalabteilung,...
    Die Personalabteilung, neudeutsch “human resources” [Frage des Bw erfahrenen Stabsoffiziers: Ist das “Verbrauchsmaterial”?] als neue Inquisition. Wie apart. Deckt sich mit meinen Erfahrungen, sowohl als Objekt als auch derzeit bei der Besetzung freier Posten in meinem neuen Bereich. Immerhin darf ich Eignungsreihenfolgen bilden.
    Ich wäre sehr dafür, die Mitarbeiter solcher HR Inquisitionen zunächst zwei Jahre Philosophie studieren zu lassen, anschließend noch ein wenig Theologie, gar bei der S.J., dann wüssten sie wenigstens was sie tun.
    Ein Aspekt, der mir noch einfiel: Ab einem bestimmten Funktions- und Erfahrungshorizont kennt man so viele Sklette in den Schränken der Vorgesetzten, dass man keine Angst mehr haben muss.
    .
    Und wenn wir einige Milliarden abwzeigen könnten, um Kirchen zu bauen, wäre es nicht nur für das Seelenheil – erwähnte ich schon dass wir stramm katholisch sind? – sondern auch für Kultur und nachwachsende Generationen besser als das Versenken im Moloch von Banken, die ihre Geschäftsrisiken kannten, aber nicht verstanden.

  57. Die Jesuiten waren...
    Die Jesuiten waren Inquisitoren. Zeugen dafür sind der gestiefelte Kater und Puh der Bär.

  58. 'Nur derjenige, der gezielt...
    ‘Nur derjenige, der gezielt seine Bedürftigkeit strategisch gestaltet, bekommt ” Hilfe” vom Amt. Insofern ist der Ponaderweg sogar der einzige, der in der jetzigen Gesellschaft zum “Erfolg” führt.’
    .
    Gehen Sie weiter davon aus, dass Ponader HIV bekommt, trotz des Artikels hier neulich und der von ihm dokumentierten Querschüsse von Amtsinhabern, auf seine Person, die sicherlich auch politisch motiviert waren oder meinen Sie mit “Erfolg” die Finanzierung durch Family, Friends & Fools, wonach es ja derzeit aussieht. Oder ist das alles egal, denn er ist halt ideologischer Gegner – welcher Ideologie ist dabei nicht so klar, vermutlich geht es um nichts – und man mag ihn eben nicht.

  59. GASTBEITRAG
    Was Sie wussten es...

    GASTBEITRAG
    Was Sie wussten es noch nicht? Der Schorschi G. aus P…ing hat die Katinka N. aus Kr….heim gepudert, öfters. Dieser Dimpfl ohne Einkommen, dieser twitterfuzzi mit geleastem IPad dot (tersackl). Mit Zweitwohnsitz in Börlin-Schalottenburch. Man kann es nicht verstehen warum sich die Tussi ausgerechnet. Und so. Wo sie doch so schon wunderbar sorgenfrei alimentiert aus der 1. Ehe und lässt sich von dem einen Bankert. Wo doch eh alle Welt weiß, dass er mit der Chefsekretärin von diesem Redaktör der ……., nein das traue ich mich jetzt nicht zu veröffentlichen. Auf jeden Fall, hatte jene diesen Job auch nur als Netwörkerin von Graden. Gennauuuu, bingo, Sie haben richtig getippt. M. a. W. alles getoppte Flops. Mit BGE.
    In München ist er meist angesagt. Weil das wäre der Ort seiner Inschpirationen.
    Hier residiert er in einem ascetisch eingerichteten Loft. Da Bappa werds scho richtn. So leben sie halt, diese Fallots, Hallodris, Heißluftballons der abgedichteten Scheinwelt. Seit über 100 Jahren.
    (Die reale Welt der wirklichen Malocher in den Fabriken, der Lokführer, der Landwirte, der Kindergärtnerinnen, der Strom- und Gasableser, Postboten, SB-Marktkassiererinnen, Fernfahrer usw. läuft auf einem anderen Planeten ab.)

  60. Die spanische unheilige...
    Die spanische unheilige Hermandad der Bankenretter, ohne SJ im background, hatte Gestern erfolgreich von Brüssels Gnaden (ohne Kardinalinfanten) in Berlin vollwertig und erfolgreich abgegriffen. Was ist da schon so ein Pinscher wie der Ponader dagegen?

  61. E. R. Langen@: Sie haben das...
    E. R. Langen@: Sie haben das Rotkäppchen aus Berlin vergessen. Schade.

  62. @HansMeier555
    Literaturblog?...

    @HansMeier555
    Literaturblog? Da sehe ich auch Bedarf. Man könnte wieder mal einer der Lieblingsfragen der FAZ und MRRs nachgehen, wo eigentlich der grrrroße Rrrrroman der Bundesrepublik bleibt. Wenn man das sehr gründlich macht, hat man ihn dann vielleicht irgendwann.
    Man bräuchte einen über die “Bonner Republik” und einen über die “Berliner Republik”. Material hat man inzwischen genug, denn sei der Kohl-Zeit ist doch ziemlich viel passiert in Deutschland. Seit 1998 hat sich soviel geändert, was man vorher gar nicht zu denken wagte.
    Aber ich bin sehr vorsichtig, was deutsche Romane angeht. Die Gefahr, dass man an einen Typen gerät, den man nicht versteht, weil er eigentlich nichts zu sagen hat, ist groß. Die romantische Tradition der Unverständlichkeit liegt immer noch wie eine schwere Last über der deutschen Literatur. Ich entdecke auch im Feuilleton einen oft noch sehr akademischen und dunklen Stil, der mich selten für die Lektüre der besprochenen Bücher begeistern kann.
    Aber das hat mit Jesuiten, Bankenrettung und Barock natürlich gar nichts zu tun.

  63. @ Prince Matecki
    Wie manche...

    @ Prince Matecki
    Wie manche Journalisten sind Personaler häufig die Gatekeeper, die als letzte neue Entwicklungen begreifen. Deswegen sind sie ja Personaler. Ich mit meiner bescheidenen Konzernerfahrung habe gehört, dass Gescheiterte oft in Richtung HR weggelobt werden.
    In der Kirche ist es auch manchmal so: Wer als Pfarrer scheitert, kommt in die Verwaltung und wird Propst oder Bischof.

  64. Sagense mal, DA, ist das hier...
    Sagense mal, DA, ist das hier die Kommentarmüllgrube des HM555, wo er im Minutentakt die Sätzelaster rankarren und hier seine durch
    .
    und
    .
    noch nen
    .
    -total affektiert, übrigens-
    unverwertbaren Kommentare abkippt? Ich beantrage im Sinne der Qualität dieses Blogs eine müllentsorgungsrechtliche Erlaubnisüberprüfung des verschwurbelten Vokabelentsorgers.
    .
    und
    .
    Punkt!

  65. Der Bruch mit der Gesellschaft...
    Der Bruch mit der Gesellschaft ist auch im Kapitalismus nicht mehr einfach. Angesichts der geringen Zinsen für Schlafanleihen.

  66. @gabriele – Heute muss ein...
    @gabriele – Heute muss ein guter Tag werden, da er mit so einem charmanten Kompliment angefangen hat! Vielen Dank!
    .
    @HansMeier555 – Frau Diener füllte gestern die erste Seite des Reiseblatts in der Printversion: “Mit Adele in der Jurte”.

  67. Irgendwie sind heut viele sehr...
    Irgendwie sind heut viele sehr wuschig. Könnte man sich vielleicht etwas entspannen? Danke. Und Kommentare lösche ich nur, wenn es gar nicht anders geht. Weil ich sobst nämlich dauernd fragen müsste, was gerecht oder ungerecht ist.

  68. @prince Matecki – Vor 35...
    @prince Matecki – Vor 35 Jahren waren die Herren Stabsoffiziere auch nicht viel anders. Ich wollte Karten mit Computern herstellen – Google maps – war promoviert und hatte für die damaligen Verhältnisse überdurchschnittlich viel Erfahrung. (Dazu gehörte aber damals auf dem Gebiet nicht viel). Mit einer passenden Empfehlung in der Tasche ging ich zum kartographischen Institut der Bundeswehr. Deren – sichtbar wenig benutzte – Hardware war auf dem neusten Stand. Aber ich konnte den Gesichtern der Herren ablesen, wie erleichtert sie waren, mir zu sagen zu können: ‘Die Bundeswehr nimmt aus Prinzip keine Frauen – außer im medizinischen Bereich.’
    .
    …. Wenn sie gewollt hätten, hätte es Möglichkeiten gegeben, mich per Werkauftrag einzubeziehen, hätte ich auch angenommen… schon allein um an der top-of-the-line Hardware arbeiten zu können.

  69. lieber Lutz, lieber Jordanus,...
    lieber Lutz, lieber Jordanus, lieber HansMeier555 (haben sie ärger mit frau diener, oder warum möchten sie sie quälen?),
    daran, dass es kaum intellektuell fordernde neuerscheinungen gibt, dürfte zum einen die verlagslandschaft schuld sein, die viel lieber shades of grey, rosa hinternpflaster- und geklaute schwanzlurchromane sowie mehr oder minder schwache ergüsse bereits etablierter autoren unter das mit solcherlei schreiberzeugnissen sozialisierte volk bringt.
    .
    eigentlich setzt man lieber auf leute, deren namen schon bekannt sind und für die schreibhemmung ein fremdwort ist, oder auf themen, die immer ziehen – also so etwas wie kurtisanengespräche, nur eben auf anderem niveau, hauptsache weib, sex und ‘geständnisse’ -, denn dies spart marketingkosten.
    .
    eine finanzielle fehlentscheidung kostet mittlerweile nicht nur der etwas übergewichtigen, birkenstockbewehrten lektorin mit der frustschokolade in der schublade den job, sondern, bei entsprechend kleinen verlagen, gleich den job aller kollegen – auch hier führt die angst vor existenzfährdung das regime.
    .
    und zum anderen die fast schon hirnverbrannt zu nennende verbissenheit von menschen, die basierend auf verschwörungstheorien, esoterik und drei wochen schreibseminar in den bergen und daraus resultierender dümmlicher selbstbesoffenheit, seiten vollschreiben, und glauben, damit ein hochstehendes werk vollbracht zu haben. die arme lektorin.
    .
    meiner wenigkeit sind einige werke aus meinem doch eher dandyhaften umfeld bekannt, die, möglicherweise auch aufgrund zu geringen interesses der schreiber, noch nicht verlegt wurden, vielleicht auch, weil sie zu lang sind, weil sie zu sexistisch erscheinen oder weil man ständig darum bettelt, auch das zeug rauchen zu dürfen, das wohl der autor zu sich genommen haben muss.
    wer muss hier schon arbeiten – man kümmert sich um ein paar zu vernachlässigende hobbys, nur so zum zeitvertreib und damit man unter die leute kommt.
    mir persönlich ist ein ziemlich gutes, joycehaftes, völlig abgedrehtes buch lieb und teuer, dessen fiktion mit den jahren zusehends von fakten eingeholt wird. fast schon auf gruselige art.
    .
    andererseits kann man sich des eindrucks nicht erwehren, dass sich auch das breite publikum nicht mehr traut – das zum thema angst -, etwas anderes zu lesen als geschichten über die freundschaft eines indianers und eines wolfs, über superfrauen und dergleichen quark, solange die satzkonstruktion unkomplex bleibt.
    denn sie zeigen einem nicht, dass das leben auch ganz anders möglich wäre, wenn man nur unabhängig denken würde, sondern bestätigen letztlich nur die eigene lebensweise (an der man bitte bitte! bitte!! nicht rütteln möchte, ein kartenhaus, dies magere sein vor dem abgrund, und wer fällt schon gern aus seiner soziologischen nische).
    .
    bloss nichts ins denken kommen. man könnte ja aus der kurve fliegen.
    .
    schauen sie sich in der morgendlichen s-bahn doch einmal die lektüre an: entweder vokabelhefte, fachliteratur oder eskapistischer wälzerquark.

  70. Ein Brontosaurus steht im...
    Ein Brontosaurus steht im Sumpf,
    es dämmert etwas in ihm dumpf:
    “Es ist wohl so:
    Ich bin der letzten einer.
    Ist hier keiner,
    der so ist wie ich?
    Gibt’s den nich?”
    Und er stöhnt: “Oh!”
    .
    Am Horizont fliegt Archaeopteryx.
    Der versteht von all dem nix.
    “Fliegen ist voll krass!”
    Und ‘s macht auch Spass.
    .
    Erhebt euch in die Lüfte!
    Überwindet tiefe Klüfte!

  71. lieber Jordanus, tja ja, man...
    lieber Jordanus, tja ja, man müsste den grossen weltroman schreiben*.
    und nein, literaturblogs sind oft langweilig, weil auch dort sich die schreibkunst sehr sehr oft wiederholt, so wie in der bildenden kunst man über manche form kaum hinauskommt, und zuweilen neben mangelnder originalität nicht eben kunstfertigkeit aufweist. oder man ergeht sich in zelebrierter düsternis, was auch wieder langweilt. wer zum beispiel versucht, wie celan zu dichten, kann nur auf die nase fallen, an das original kommt man nicht heran. und sagen sie mal, christian kracht habe ich nicht nur einmal zu mir genommen, aber der eindruck tut sich auf, dass er zwar in der lage ist, atmosphäre zu erzeugen, aber manches scharf und manches anscheinend unbegründet sehr undeutlich, zu verschwommen ist. ortheil, ein leicht zu lesender autor, der eigentlich ganz normale, leichte lektüre schreiben kann, den habe ich neulich mitten im kapitel einfach zur seite gelegt, und da liegt er heute noch und zuckt nicht.
    .
    meine wenigkeit bewegt aus so produziertem ennui sich allmählich auf der zeitschiene zurück, die gelesenen bücher werden immer älter.

  72. Wolfgang Koeppen hatte das...
    Wolfgang Koeppen hatte das Zeug um dieser merkwürdig verschwurbelten deutschen anfänglichen Lebenswirklichkeit West nach Anno 45 gekonnt literarische Form zu geben. Ein Verkannter.
    Nun bräuchte es halt Einen/Eine um die Bindfäden von Ost und West kunstvoll zu verknüpfen, etwa ab 1989.

  73. @Jordanus
    @donna laura
    .
    Doch...

    @Jordanus
    @donna laura
    .
    Doch hat es mit Jesuiten, Barock u.v. mit dem Thema Angst zu tun — der Scheu, über die Verhältnisse zu schreiben, in denen man selber lebt.
    .
    Eine Pattsituation:
    Wer die Realität kennt, hält den Mund (aus Angst), und wer als Autor eine Marke werden will, kommt mit ihr gar nicht erst in Berührung.
    .
    Auf der einen Seite tausend Besucher von Schreibseminaren, die alle damit Geld verdienen wollen, und zugleich eine soziale Realität, die, obwohl sie großartigen Stoff abgeben könnte, ignoriert und geleugnet und unbeschrieben bleibt.
    .
    Darum hat die Bahnhofsbuchhandlung nur noch mausetote Pornographe statt anregender Klassiker.

  74. @donna laura
    das wäre...

    @donna laura
    das wäre überhaupt raffiniert, sich in einem literaturblog auf der zeitschiene zurückzubewegen und immer ältere bücher zu lesen. das viele neue hat sich schließlich noch gar nicht bewährt. Man dürfte das Literaturblog vielleicht auch gar nicht so nennen. Das schreckt einfach zu viele Leute ab. Stumpf Bücher zu rezensieren wäre ja auch langweilig, irgendwie analog. Es sollte was sein, was das gemeinsame Lesen, Diskutieren und Verstehen ermöglicht, ein Kommentargespräch, das Lust auf Lesen macht.
    Ich hätte auch schon einen Namen: DIE BUCHSTÜTZEN DER GESELLSCHAFT
    Wieso leidet Frau Diener, wenn wir darüber reden? Das war nicht meine Absicht.
    @Plindos: Gert Ledig wird auch unterschätzt. Aber der ist auch zum ersticken brutal, das liest man einmal und dann hat man die Nase voll und will nie wieder was davon hören.

  75. Werte Gemeinde, bei all dem...
    Werte Gemeinde, bei all dem medialem Infoüberfluss da erwartet Ihr Einen der das ganze noch zu Papier bringt in einen allumfassenden gefälligen Wälzer genannt Roman um das deutsche bundesrepuplikanische Reich seit 89 darzustellen und vielleicht noch zu erklären?? Also echt, Ihr spinnt Ihr Blogger!

  76. Lion Feuchtwanger wieder...
    Lion Feuchtwanger wieder lesen:
    beginnend mit
    Füchse im Weinberg I: Waffen für Amerika (Benjamin Franklin tritt auf)
    Die häßliche Herzogin
    Die Jüdin von Toledo
    Die Brüder Lautensack
    usw.

  77. Die Füchse im Weinberg /...
    Die Füchse im Weinberg / Waffen für Amerika
    neu zu lesen ist so spannend, weil
    darin erzählt wird von der witzigen Torheit,
    der schlauen Dummheit und der übergesitteten
    Verderbtheit einer untergehenden Gesellschaft.
    Und einem großen Mann inmitten von Laffen. (Benj.Franklin)
    Berichtet wird von der Blindheit der Menschen
    vor dem Fortschreiten der Geschichte und
    von dem Glauben an ein langsames, langsames,
    doch sicheres Wachsen menschlicher Vernunft zwischen
    der letzten Eiszeit und der kommenden…

  78. Leider hat man nicht den...
    Leider hat man nicht den Eindruck, dass die beiden beschriebenen Extremisten-Positionen weithin als gleichermaßen grundfalsch und zerstörerisch wahrgenommen werden. Dann wären wir schon zehn Schritte weiter.

  79. Angst ist bei der Arbeit...
    Angst ist bei der Arbeit eigentlich immer dabei, ziemlich wenig, aber auf jeden Fall anwesend. Wehe sie fehlt, so schnell kann man gar nicht schauen, schon liegt meinereins auf der Nase. Bildlich gesprochen. Die Folgen reichen von keiner hat´s gemerkt bis wer rettet meine Haut? Angstfrei für mich wäre wie bremsenfreies Abwärtsfahren über die Alpenpässe zwischen Meran und Tegernsee, beispielsweise. But that´s just me. Und für´s Kupieren der Angst sind Gebäude wie das von Ihnen, geehrter Don Alphonso, gerade vorgestellte eine durchaus feine Sache. Auch wenn man nicht – mittlerweile nur noch stramm , statt wie ehedem strammm – katholisch ist wie prince matecki.
    Man bittet halt immer um einen günstigen Ausgang der Angelegenheiten.

  80. HansMeier, die Zeiten, als...
    HansMeier, die Zeiten, als Klassiker noch als “anregend” galten, sind spätestens dann vorbei, wenn Gymnasien und alle anderen Schulen keine Zeit mehr dafür vorsehen, stattdessen nur noch “Kompetenzen” auf dem Lehrplan stehen und die Schüler mit geistlosem und pseudoavantgardistischem Mist wie powerpoint, moodle u.ä. bis zum Erbrechen traktiert werden. Dabei gibt es nur wenig borniertere Spiesser als IT-Lehrer, die vor lauter Selbstherrlichkeit nicht einmal merken, dass sie seit dreissig Jahren nur nützliche Idioten der Computerindustrie sind und jahrhundertlang bewährte Traditionen der Kulturaneignung mit Füssen treten.
    Nein, das hat nichts mit der Nutzung des Internet als Wissensdatenbank zu tun.

  81. Ihr Auftritt, Herr Savall. Das...
    Ihr Auftritt, Herr Savall. Das Stichwort ist gefallen. Sie brauchen keinen Souffleure, Sie koennen auch extemporieren.
    Marsch auf die Buehne!

  82. @FS
    .
    Von wegen...

    @FS
    .
    Von wegen Informationsfluss. Wenn das Netz irgendwas sichtbar gemacht hat, dann die geistige Wüste und Leere.
    .
    Früher konnte man noch die Illusion haben, es gäbe da irgendwo irgendwas, und man kriegte es selber nur nicht mit. Gnad und Gugel.

  83. Bin e chli enttäuscht .
    DA...

    Bin e chli enttäuscht .
    DA hat La Tour de Farce nicht einmal erwähnt.

  84. Potz Blitz, so ein Weltroman...
    Potz Blitz, so ein Weltroman wäre ein Geniestreich. Den könnte man den Bänkern, Bürokraten und Parlamentariern an den Kopf werfen, wenn die Rosa Wattebäuschchen ausgehen.

  85. Plindos, wieso "Schade"?...
    Plindos, wieso “Schade”?

  86. Feuilletonistische Fabeln vom...
    Feuilletonistische Fabeln vom Wohlleben mit winselweichen Wörtchen bemittleidenswerter Selbstgerechtigkeit! Die Einen kompensieren ihren fühlbare Minderwertigkeit dadurch, dass sie sich von Huren in Nazi-Kostümen fesseln und peitschen lassen, andere lassen ihre Furchtgefühle von Nichtsnutzigkeit hinter wortgewaltige Satzgefühle aufscheinen – was kümmert mich alten Rentner das alles noch? Jedes einzelne dieser armselig aufgebretzelten Sätzchen stinkt vor Selbstgefälligkeit, sich beweisen zu müssen, ein rechtes Leben im Falschen zu führen.

  87. Obwohl ich ein DA-Fan bin, ist...
    Obwohl ich ein DA-Fan bin, ist mir Rokoko definitiv OTT.

  88. Das Parlament hat bei der...
    Das Parlament hat bei der Verabschiedung der ESM-Verträger “umfassende Mitwirkungsrechte”.
    .
    Und die Deutsche Bank will ihren “Vertrag mit der Gesellschaft” erneuern.
    .
    Noch Fragen?

  89. Auch mein...
    Auch mein 400-Euro-BGE-Vorschlag – allenfalls diese Summe halte ich für praktikabel-würde mir natürlich die Angst vor der wirtschaftlichen Vernichtung nicht nehmen. Nur wenige haben die finanzielle Unabhängigkeit des Hausherrn und können es sich wirklich leisten, eine Meinung auch öffentlich zu pflegen. Ich konnte mir das nur zu den Zeiten leisten, als ich sehr prekär als Zeitungszusteller angestellt war und in der kurzen Zeit, die ich danach Hartzie war.Als Betreiber eines Ladens dagegen kann ich mir keine Meinung leisten, schon gar nicht die Meinung und Lebensgeschichte von stimmviech. Fazit: ich kann auch ohne BGE leben, es würde sich für mich kaum was ändern. Trotzdem wäre eine BGE-Gesellschaft ehrlicher, denn sie würde den Dauerzustand des Prekariats anerkennen.

  90. Der junge Mann mit den...
    Der junge Mann mit den eiskalten Fragen.
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    Flutkatastrophe in Hamburg. Der junge Innensenator auf die vielen Angebote wie
    sie den helfen könnten: “Sind Sie ein Boot?”
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    Von allen kulturellen Angeboten, die in den letzten Dekaden gemacht wurden, ist
    mir nur die “Kultur der Kälte” hängen geblieben.

  91. HM555 kommentiert mit Behagen,...
    HM555 kommentiert mit Behagen, Stil und klarer Kontur. In einer feudalen Welt wäre er Mundschenk oder Marschall.
    .
    Also bitte kein Genöle an ihm aus den billigen Rängen!

  92. lieber Jordanus, buchstützen,...
    lieber Jordanus, buchstützen, das ist hübsch. adressat meiner frage zu frau diener war eigentlich Johannes; gemeint war, dass man sich mit einem literaturblog herrlich selbst foltern kann.
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    haben sie sich einmal das vergnügen bereitet, mal nach unabhängigen, feld-wald-und-wiesenminiaturverlagen zu suchen, die teile der von ihnen vertriebenen bücher ins netz stellen, so dass man einen surrealen eindruck des realen grausens erhalten kann, welche verbrechen am text und am leser so alles begangen werden können?
    .
    auch literaturblogs sind nicht ganz einfach, vermutlich ist es geschmacksache. mit hera lind bekommen sie mich nicht einmal hinter dem ofen hervor, wenn ich selbigen mit erzeugnissen selbiger befeuern dürfte. ganz grausam. die neueste gequälte grauschattensau ist liest sich vermutlich so, wie wenn ein notgeiler königspudel sich am hosenbein schubbert. dieses ewige ‘die luft ist verhangen und grau, mein nachbar hat ferien und ich die krätze’-gesäusel so mancher blogs geht einem ebenso nicht zu wenig auf die nerven.
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    denis scheck unternimmt seinen verriss ja zuweilen ganz unterhaltsam; am liebsten habe ich ihn, wenn er von zehn büchern neun in den container pfeffert (zehn darf er wohl nicht).
    .
    was es noch gibt, sind manchmal gemeinschaftlich geführte literaturprojekte wie ampool, aus denen später manchmal auch ein buch entsteht. einerlei, was man davon halten mag, doch war diese idee vor zehn jahren auf alle fälle originell.
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    wertes FS, oui, pourquoi pas? aber es muss unter den vorzeichen der gegenwärtigen art der globalisierung nicht ‘der’ deutsche roman sein.
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    weltroman, ja, weltroman, das hätte etwas*.
    —–
    * wie gesagt, in meinem umfeld gibt es dieses buch schon. karnevalesk, grössenwahnsinnig, irre, und immer realer. absolut phantastisch. ich liebe es immmer noch: bei einem kleinen, sorgfältigen buchbinder hergestellt, leder, güldene prägung, auflage: 15.

  93. liebe fionn, wenn der...
    liebe fionn, wenn der geschätzte gastgeber doch noch seinen kleinen roman, den mit den barocken damen, veröffentlicht, frage ich mich, ob dieser nicht – in analogie zu otc – etwa utc (under the counter) wäre. man wartet gespannt und harrt der dinge…

  94. Passend auch die...
    Passend auch die Bandenwerbung!

  95. In einer feudalen Welt wäre...
    In einer feudalen Welt wäre er Kanzler oder Hofnarr. Oder beides.

  96. @Schmidt – Es gibt durchaus...
    @Schmidt – Es gibt durchaus Themen, zu denen ich nichts zu sagen habe, zeitgenössische Literatur zum Beispiel. Über 20 Seiten komme ich nie mehr hinaus, dann langweilen sie mich. Das letzte, durch das ich mich bis zum Ende quälte, war Schnee (Ohan Pamuk). Mittlerweile lese ich nur noch Gedichte aus vergangenen Zeiten oder Sachbücher über Politik. Aber letztere kommen mir manchmal auch reichlich fiktional vor.

  97. Aber, aber, Filou, ich muß...
    Aber, aber, Filou, ich muß doch erstmal vom Frondienst nach Hause kommen, die überbordenden Kommentare studieren und dann erst erzählt Oppa vom Kriech. Alsdenn: große Gesellschaftsromane? Bitte: „Der Turm“, „In Zeiten des abnehmenden Lichts“, „Das alte Jahrhundert“ (Peter Kurzeck). Wer Ohren hat zu hören, der höre! Natürlich kann man über das Westviertel der Bundesrepublik keinen wirklich großen Roman schreiben. Das Westviertel hat keine großen Konflikte, sondern nur kleine Wehwehchen und denkt, daß ein Kurssturz an der Börse den Untergang des Abendlandes bedeutet. Existenzielle Krisen sind in jener Weltgegend noch gar nicht angekommen. Deswegen ist auch der gültige Roman über die Ängste des Westviertels „Das Geld“ von Emile Zola. Über diesen Stand ist man noch nicht hinausgekommen und so mag jener Roman als Maßstab einstweilen genügen.
    .
    Frau Diener bloggt leider nicht mehr. Ich versuche sie hin und wieder zu animieren, leider ohne Erfolg. Wer etwas von ihr sehen und lesen will muß sich zu Facebook bemühen. Oder regelmäßig das Reiseblatt lesen. Es lohnt sich. Hier der schon erwähnte Monogolei-Artikel:
    http://www.faz.net/aktuell/reise/innere-mongolei-mit-adele-in-der-jurte-11824254.html

  98. Verschiedene...
    Verschiedene Bauerngeschlechter aus dem südöstlichen Niedersachsen möchte ich ausdrücklich zu den Brontosauriern des Wohllebens hinzuzählen. Ich als zweitgeborener habe ausreichend früh die Zeichen der Zeit erkannt und meinen sorgenfreien Sumpf zwischen den Waldaihöhen, dem Sabalan und dem Tienschan gefunden. Datenknechte gibt es hier auch. Aber die sind nicht so weinerlich. Einer meiner IT-Manager wurde erschossen, weil er sich für die, angebliche, Beleidigung einer verheirateten Frau nicht entschuldigen wollte. Derartiges ist unter freibeuterischen Netzwerkadministratoren undenkbar.

  99. @gabriele – Mit Bezug auf...
    @gabriele – Mit Bezug auf diesen Satz, hätte ich da noch etwas anzumerken: “Wilde Tiger – müssen in isolierten Schutzgebieten leben.” Die Immobilie hinter unserem kanadischen Ferienhaus gehörte einer Liechtensteiner Immobilienfirma, die darauf spekulierte, eines Tages viel Geld zu verdienen, wenn sie die Erlaubnis kriegt, dort 20 Traumhäuser zu bauen. Vor ein paar Sommern stellten wir erstaunt fest, dass der Staat Kanada das Gelände aufgekauft hatte. Jetzt ist es ein Park, was aber nur unter den Inselbewohnern bekannt ist. Für uns ist das natürlich ein Superluxus, weil wir jetzt ganz erlaubt auf dem Gelände herumspazieren können… ein isoliertes Schutzgebiet.
    .
    @savall – Da stimme ich mit Ihnen nicht überein. Man kann über Westviertel Romane schreiben… oder wie sonst würden sie Buddenbrooks einstufen?

  100. Lieber Don, ein sehr...
    Lieber Don, ein sehr anrührender, sehr ehrlicher Text, den ich im Gegensatz zu einigen anderen Kommentatoren überhaupt nicht lustig, sondern eher todtraurig finde, nicht für mich, ich weiß mich in dieser Welt zu bewegen, sondern für die, die in diesen Zeiten noch Ihren Platz suchen müssen. Nett fand ich folgendes:
    “So kann man sich fragen, ob es nicht vielleicht so etwas wie wirtschaftliche Zyklen gibt, in denen hin und wieder Freiheit und Freude im Angebot ist.
    Im Sumpf dazwischen stehen die Brontosaurier des Wohllebens der Nach-68er wie ich, lachen über den Mangel an Sitzhaltung vom G., fressen dickes Gras aus dem Morast der alten Beziehungen, und halten zusammen, weil sie auch morgen noch gemütlich Rokokokirchen anschauen wollen, ohne von den Eliten der Leistung und Leistungsverweigerer geschlachtet, zerteilt und gefressen zu werden.”

  101. Beobachtung aus der Praxis zur...
    Beobachtung aus der Praxis zur Arbeitsangst: Das Motto der heutigen Arbeitszeit ist “Unabhängigkeit um jeden Preis”. Jeder versucht das zu suggerieren, weil man als “Abhängiger” (und wenn’s auch nur vermutet wird) sofort fair game ist und zum Abschuss oder wenigstens zur Verarschung, mindestens aber zur gönnerhaften Behandlung durch mentale Kleinbürger freigegeben ist, die zu hart arbeiten mussten, um dort zu sein, wo sie sind. Da darf’s auch sonst keiner einfach und angstfrei haben.

  102. @Tiger
    In der Tat, über...

    @Tiger
    In der Tat, über Westviertel (oder erste Lage an der Trave) und über “ein Geschäft von einiger Größe”, wie man den letzten Film benannte, immerhin nach einer Textstelle. Im originalen Untertitel auch “Verfall einer Familie”
    .
    Übrigens würde ich – in seit Oktober 90 mitgelebter Kenntnis Neufünflands und seiner Menschen gerade auch den Turm unter solche Epochen-Romane zählen.

  103. No. 6 20. Juli 2012,...
    No. 6 20. Juli 2012, 04:43
    Kommen sie doch wieder öfter vorbei.

  104. Nee, Tiger, Sie mystifizieren...
    Nee, Tiger, Sie mystifizieren mich? Johann Buddenbrook und Anton Ackermann? Adrian Leverkühn und Dieter Bohlen? Lübeck und Bad Wiessee? Sehen Sie nicht die Differenz?

  105. Das dicke Gras der alten...
    Das dicke Gras der alten Beziehungen habe ich nicht gefressen,
    ich stamme aus einer Flüchtlingsfamilie, die sich den Wohlstand wirklich erst erarbeiten musste, aber als “Etwas zu spät 68er” hatte ich in meinen “Twenties”
    nie wirklich Existenzangst, sondern ausschließlich unbändiges Vertrauen
    in das eigene Können, und Schleimspuren habe ich nie hinterlassen.
    Es kam schon mal vor, dass man in seinem bemalten Auto Ende der 70er
    mit sehr langen Haaren, Kajallidstrich, patchouliduftend auf der vollgesperrten Autobahn in eine Gewehrmündung schaute oder beim Bäcker Schulter an Schulter mit schwer bewaffneten Männern in Tarnanzügen Brötchen kaufte, (RAF),
    aber man nahm das nicht ernst, man wusste einfach, dass man seinen Weg geht
    und keiner einen daran hindert.
    Man konnte sich in verschiedenen Szenen ausprobieren, und auch schon mal scheitern, ohne gleich die Existenz zu verlieren.
    Wenn einem dann die Eltern auch noch beigebracht hatten,
    unfallfrei mit Messer und Gabel zu essen, bei Tisch nicht zu furzen
    und bei einer laufenden Konversation erst einmal zuzuhören, stand einem,
    eine gewisse Bildung vorausgesetzt, die Welt offen.
    Ich bedauere die heutigen jungen aufstrebenden Leute aufrichtig.

  106. ... Und das, obwohl die Leute...
    … Und das, obwohl die Leute in diesen Abteilungen oft keinen geraden Satz herausbringen …
    Bezahlte Psychopathen brauchen auch nicht lesen oder scheiben zu können, dafür werden sie nicht angeheuert.
    Ein sehr schönes (Un)sittengemälde, wirklich eines Ihrer Besten!

  107. lieber Savall, da muss ich Der...
    lieber Savall, da muss ich Der Tiger aber rundheraus zustimmen. nicht das armutselend oder der totale absturz – wie in l’argent – allein zeitigen romanhafte qualitäten. auch der von ihnen erwähnte aktienabsturz kann existenzvernichtend sein, hospitalismus und drogen, süchte und siechtum, zermürbende ehen und noch debilere nachkommen – all das erscheint mehr als nur möglich. thomas mann wäre das stichwort; goethes wahlverwandschaften spielen auch nicht in elenden gemäuern.
    .
    und was ist mit brideshead revisited?

  108. "Da stimme ich mit Ihnen nicht...
    “Da stimme ich mit Ihnen nicht überein. Man kann über Westviertel Romane schreiben… oder wie sonst würden sie Buddenbrooks einstufen?”
    .
    Der Punkt geht an Sie. Nun musste Thomas Mann aber auch wirklich nie nach unten peilen, für großen Stoff. Muss man das eigentlich sagen, dass der einzige große deutsche Gesellschaftsroman, der MRR zufrieden stellen könnte, aus dem Westviertel stammte, so wie auch dessen Protagonisten? Nicht, dass die Hoffnung groß wäre …
    .
    Wie für den Tiger ist auch für mich die Landkarte der zeitgenössischen Literatur nahezu weiss. Im vergangenen Jahr habe ich auf Empfehlung die wie ein Möbius-Band strukturierte Novelle “Omega Point” von Don De Lilo gelesen. Nach einem Interview auf BLDGBLOG mit Zachary Mason auch dessen “The Lost Books Of The Odyssee”, aber das ist v.a. eine Zwillingsangelenheit. Gleicher Beruf, gleiche literatische Vorlieben, vergleichbares Alter, die gleiche Neigung zum zerebralen und imaginativen. Er bekam gute Besprechungen für sein Debüt, ausser in der NZZ, in der eine Deutschlehrerin oder etwas ähnliches, nichts mit ihm anfangen konnte. Jemand, der mit 14 seinen High School Abschluss gemacht hat, kann halt nicht für jeden schreiben. Das ist ganz normal.
    .
    Einem Literaturblog stehe ich skeptisch gegenüber, genauso wie HM555s früher artikulierten Vorschlag der bildenden Kunst eins zu widmen. Gewiss, man kann nie wissen und aufs Ganze gesehen bin ich kein Pessimist, aber eine Weile werden die Wüsten noch wachsen, so meine Erwartung.
    .
    Was haben alle mit Frau Diener? Ich habe jetzt den zweifach verlinkten Mongolei-Artikel gelesen. Eine Touristin, die sieht, was Touristen so sehen und erleben und darüber schreibt. Nicht schlecht, aber auch nichts besonderes.

  109. Interessante Plauderei werter...
    Interessante Plauderei werter Don Alphonso. Immer lesenswert.
    Ich habe auch die Rokoko Ornamentierung in der besagten Kirche genossen, ein visueller Schmauss — und auch ein Exemplar von Religion, selbst fuer Atheisten.
    Pax vobiscum

  110. @ stimmviech 20. Juli 2012,...
    @ stimmviech 20. Juli 2012, 14:26
    Sie übersehen die wesentliche Konsequenz eines BGE, und genau die ist es die den Abzockern dieser Gesellschaft so schwer auf dem Magen liegt.
    Ein BGE würde es den Bürgern ermöglichen absurd bezahlte Jobs nicht mehr annehmen zu müssen. Es ist nicht akzeptabel, dass in einem Land in Mitteleuropa Menschen Vollzeit arbeiten und damit nicht genug Geld verdienen können um die Familie zu ernähren.
    Heutzutage kann jeder „Unternehmer“ jeden in eine Zwangssituation geratenen Bürger bis zum Maximum ausnehmen und dessen Lohn dann vom Steuerzahler aufstocken lassen.
    Bei einem BGE müsste jeder dieser „Herren“ einen angemessenen Lohn bezahlen, sonst würde er niemand finden, der bereit ist ihn mit seiner Arbeit reich zu machen.
    Ist doch recht einfach zu verstehen. Was auch heute immer wieder sofort unter den Tisch fällt ist, dass das BGE kein kommunistisches Unterwanderungs-Werkzeug ist, sondern von einem sehr erfolgreichen Unternehmer, Herrn Werner von den dm Märkten populär gemacht wurde.
    @Der Tiger 20. Juli 2012, 19:37
    Sie Glückspilz, wie hiess es doch schon vor langer Zeit: „Etwas besseres als hier finden wir immer“.
    Man muss halt seinen Hintern bewegen, die Welt ist gross und wunderschön.

  111. Ich stelle mir einen...
    Ich stelle mir einen Literaturblog vor, in dem die Plauderei das wichtigste ist und nicht unbedingt die Vorstellung von einem bestimmten Buch oder einem Autor. Sondern gerne themenbezogen. Z.B. einmal darüber, wie Vorstellungsgespräche und später die Angst vor Arbeitslosigkeit in der Gegenwartsliteratur beschrieben werden. Ein paar gute Textstellen versammeln.
    Dabei können dann nebenbei auch Werke vorgestellt werden, die vielleicht schon ein paar Jahre älter sind, aber weniger bekannt.A
    Und man könnte aus den Beiträgen eine Art Band knüpfen, wo manche Stränge immer wieder hervorkommen, man kann auf dieselben Bücher wieder bezug nehmen, man kann Neuerscheinungen einordnen, etc..
    .
    Also so, dass keine REzension einer Neuerscheinung der Aufhänger ist, sondern irgendein Aspekt des Lebens, und man dann jeweils guckt, was die (gegenwarts)Literatur dazu zu sagen hat bzw. nicht.
    .
    So ein Blog könnte die Literatur womöglich beeinflussen, denn mancher Autor würde ja doch mitlesen.

  112. Ich kenne die äußere...
    Ich kenne die äußere Mongolei recht gut. Was den dortigen Kulturverlust seit dem Einfall des Kapitalismus angeht, schätze ich die innere Mongolei ähnlich ein. Leider wird das nicht thematisiert.

  113. Den Artikel von Frau Diener...
    Den Artikel von Frau Diener fand ich etwas durchschnittlich. Aber über China habe ich einen Reisebericht gelesen, den ich sehr interessant fand: Jangse – Strom des Lebens; Eine Reise von Shanghai ins tibetanische Hochland. Das Buch stammt von einem norwegischen Journalisten, Tor Farovik (2003, übersetzt in Deutsche 2010)

  114. @ donna laura 20.7 @...
    @ donna laura 20.7 @ 16.13h
    Vamos a ver…
    Angst. Es gibt kein Aequivalent in der E-Sprache, also man hat das Wort Angst übernommen. In meinem Wörterbuch wird “Angst” so definiert:
    “A general feeling of anxiety produced by awareness of the uncertainties and paradoxes inherent in the state of being human”.
    Was tun gegen Angst? Sich weiterbilden und eine gute Beziehung zu einem Vermittlungsbüro pflegen?

  115. @Frau Tiger - ja das ist doch...
    @Frau Tiger – ja das ist doch schon mal ein Anfang, wenn jetzt noch “don ferrando” mitzieht schaffen wir es. Ich glaube fest daran. Strengen Sie sich an.

  116. @mediensegler - Welt offen...
    @mediensegler – Welt offen stehen:
    Und was genau hat sich daran geändert? Ausser, dass wir älter geworden sind und die Vergangenheit selig verklaeren?
    Gruß,
    Thorsten Haupts

  117. Da scheint ein...
    Da scheint ein Mißverständnis vorzuwalten, Donna Laura. Meierns ursprüngliche These war, daß man über heutige soziale Verhältnisse keinen Roman verfassen könne, beziehungsweise es niemand tut. Nur in diesem Sinne halte ich Buddenbrooks für ungeeignet. Die Lübecker Verhältnisse waren eben ganz anders: gutbürgerlich, solide, mit „safety“. Und die Buddenbrooks hatten Stil. Selbst beim Sterben. Kurios. Ganz anders bei Zola. Mir kommt es nicht so sehr auf die Elendsbeschreibungen an als auf die Figur des Saccard (bitte neben „Das Geld“ auch an „Die Beute“ denken). Das ist ein glaubhaftes Muster gegenwärtigen Bankstertums. Und es zeigt außerdem, daß den Finanzkriminellen in den letzten 150 Jahren nichts neues eingefallen ist.

  118. Wolfgang Koeppen habe ich gern...
    Wolfgang Koeppen habe ich gern gelesen. Aber fällt er nicht unter die “klassische Moderne”? Und haben wir nicht bei den Produkten der unmittelbaren Gegenwart in der Literatur dasselbe Problem wie in allen Künsten – Musik, bildende Kunst -, nämlich das Problem der noch nicht erfolgten Filterung? Insofern ist es doch deutlich einfacher, Kunstwerke aus vergangenen Epochen zu finden und wertzuschätzen als aus der, in der man gerade lebt. Und war das nicht schon immer so?

  119. @Don - Angst und HR:
    Yep, da...

    @Don – Angst und HR:
    Yep, da scheint was dran zu sein. Ich habe mich vor 2 Jahren per Mail an verschiedene Landtags- und Bundestagsabgeordnete sowie den bayrischen Innenminister gewandt, um einem Kollegen und seiner russischen Frau in einer abstrusen Aufenthaltsangelegenheit zu helfen. Ein paar Wochen später wurde der Kollege zum Personalchef zitiert und wohl in ziemlicher Lautstärke darauf hingewiesen, er würde gefeuert, wenn der Personalchef noch einmal den Firmennamen in dieser Angelegenheit höre. Leider waren sowohl der Kollege als auch mein Chef strikt dagegen, mich dem “Herren” gegenüber einiges klarstellen zu lassen.
    Unter anderem seine Befugnis, sich in Privatangelegenheiten der Firmenmitarbeiter zu mischen.
    Gruß,
    Thorsten Haupts

  120. Urlaubslektüre?
    z.B....

    Urlaubslektüre?
    z.B. Interessante Charaktere – gut beschrieben – in klarer Sprache – spannend.
    Stefan Zweig … 1.Josef Foucheé 2.Magellan..der Seefahrer
    Elias Canetti … 1.Die gerettete Zunge 2.Die Fackel im Ohr
    Monika Maron … 1.Flugasche 2.Stille Zeile sechs
    Hannah Arendt /Heinrich Blücher Briefe

  121. ...neben Monika Maron (große...
    …neben Monika Maron (große Klasse!) hat mir als sog. “Ost”-Erzähler
    Thomas Rosenlöcher mit den verkauften Pflastersteinen
    und seinem hinreißendem Ostgezeter
    noch der Jens Bisky mit -Geboren am 13.August – gefallen.
    Alle drei empfinde ich als Mutmacher!
    .
    Gestern auf einem Büchertisch von Zola “Die Beute” für 1.-€ ergattert.
    Gutes Lesewetter!

  122. lieber Savall, das menschliche...
    lieber Savall, das menschliche bleibt sich doch stets gleich, ob mit schnallenbesetzten lackschuhen oder pumphosen oder mit kravatte oder baseballkappe.
    und insofern wundert mich der ausbleibende wandel des geierwesens wenig.
    .
    nun, auch meiner wenigkeit ist in einer buchhandlung noch kein grosser westviertelroman untergekommen, gleichwohl muss sie gestehen, dass sie nicht danach gesucht hat. zu bedeuten hat dies jedoch nicht, dass es ihn nicht gibt. siehe oben, das privat gestaltete buch. insofern besteht hier kaum ein mangel.
    .
    wenn es zutrifft, dass die anthropologischen konstanten kaum variieren, dann darf man mit fug und recht ein wenig veraltet erscheinênde literatur heranziehen, und denkend parallelen ziehen zum jeweiligen heute, in dem man selbst lebt.
    .
    was HansMeier555 zur ausgestaltung eines literaturblog sagt, erscheint mir recht aufschlussreich, denn zugleich wäre dies
    ein veritabel literaturwissenschaftlich ausgestalteter blog, der sich mit themen befasst, ganz so wie literaturwissenschaftler, wie ich mir habe andeuten lassen, arbeiteten, doch bitte hier in durchweg leichter, humorvoller, amüsanter plauderform. und liebend gerne mit genussvollen verrissen. es liesse sich dabei einiges lernen, denn bücher wissen viel von ihrer zeit.

  123. ThorHa 21. Juli 2012,...
    ThorHa 21. Juli 2012, 10:41
    Beruflich habe ich heutzutage mit Praktikanten zu tun,
    die bei renommierten Firmen (unseren Kunden) teilweise unentgeltlich,
    teilweise für eine geringe Aufwandsentschädigung bis zu einem Jahr ihr Praktikum absolvieren, weil am Ende eventuell (nicht garantiert) eine befristete Einstellung winkt.
    Glauben Sie wirklich, denen steht die Welt offen?
    .
    Und verklärt sehe ich die Vergangenheit bestimmt nicht, Ende der 70er brauchte man, eine entsprechende Ausbildung vorausgesetzt, nur hier zu schreien,
    und hatte einen entsprechenden Job.
    Und gutes Betriebsklima wurde damals noch hochgehalten,
    einfach um die Mitarbeiter zu binden.

  124. Oremus.
    Ham Sie scho amoi an...

    Oremus.
    Ham Sie scho amoi an nackertn Nonnenbauch ogfasst? Na? Oiso kenhan Sie scho amoi goarnet mitredn do herinna. Schaugn´S, mia homma scho amoi an Minista in Bonn ghabt. Oana vo uns. An F. J. Schtrauß sowiaso. Net wahrr. Hom´s mi? Old Schwurehand. Dea hots gnau so gmacht wias mia mei Vodda beibrocht hot: Wannst schwöarn muasst Bua, nocha duast as wias da Richta wui, de Pratzn mit deni zwoa Finaga nach obän, gö, un mi dera andan Pratzn duast pfeilgrad die Finga zum Bodän zeigän. Nocha is da Schwuar beim Teifi un nacha brauchtas net beichtn. Domit I des net im Lebn nimma net vagiss, hot dea Oidi, dea Hundling, mia glei zwoa Watschn gschmiarrt. Des Zwoati moi hotta des söll no amoi gmacht, wia mia zwoa i da Nocht finf Grenzstoa vasetzt hom. Beim Grindlbaua, unsam Nachba seim Acka im Eichhölzl. Dea hots bis heit gschpannt.
    A Angst hom mia nia net gkannt. Oiso diräkt net, mei scho wia d´ Res, de Magd mia gsogt hott, s´wär bei ihr übad Zeit. S´is oba guat auskemma. Unsane Lideradurbäbsde san der Ganghofer un dea Ludwig Thoma, dea Wiggerl. Fiers Humorisdischä hom mia den Luggi un an Kare, meahrr brauchts net, net wahrr.
    Pfüat Eich God.

  125. 1. Den Meyerschen Vorschlag in...
    1. Den Meyerschen Vorschlag in der Fassung vom 21. Juli 2012, 06:51 unterstuetze ich von ganzem Herzen (war auch wieder frueh auf, der Mann. Lichtgestirn bringt Gold ins Hirn).
    .
    2. Den deutschen Roman der Nachwendezeit koennte nur einer schreiben, der die Gene von Hans Fallada erbte. Komisch, dass dieser Name hier noch nicht fiel. Kam wohl im Leistungskurs nicht vor.

  126. Ja, das ist richtig Arbeit...
    Ja, das ist richtig Arbeit wenn man spät in die Diskussionsrunde stösst und zumindest einigen Beiträgen gerecht werden möchte.
    .
    DA: Zeiten der Freiheit und der Freude werden abgelöst von Epochen der Furcht und Unterwerfung, in denen man als Brontosaurier der Zwischenzeit seine vegetarischen Leckerli mampft und mit geistreichen Äusserungen auf sein Aussterben (möglichst lange) wartet. Ein schöner Text, der die heutige Epoche gut trifft.
    Was für ein Quatsch (im Prinzip) als deutscher Steuerzahler spanische Banken von leerstehenden Betonruinen zu erlösen, wegen derer dann die Spanier 23% Mehrwertsteuer u.a. zahlen sollen.
    .
    Die unkalkulierbare Absurdität unserer bestimmenden Lebensrealität produziert weltweit (Fionn-21/10:15)) “German Angst” und führt dazu, dass wir uns ( ja, Donna Laura, 20/12:48) mit Chinesischvokabelheften, Marketingbüchern für Meerschweinchen-Futter und eskapistischem Wälzerquark die Reste unserer Hirnsubstanz wegballern.
    .
    “Highperformance optimiertes Karrierezäpfchen verliebt sich in nigerianische Flüchtlingschristin und bekommt ein einbeiniges Down-Syndrom Kind, aus dem sie einen neuen Gerhard Richter machen”
    .
    Das wäre doch ein Weltroman.(veil of Ignornance,20/12:48). Ähem. Die bedrückenden Storys von Daniel Suarez über Internet-Daemonen und autonom riechende Ameisendrohnen haben einen gruselig realen Hintergrund, sind aber viel zu kompliziert für die S-Bahn.
    .
    Ich finde auch (Jordanus, 20/11:46), wir könnten einen Literaturblog als Kommentargespräch gebrauchen.
    Literatur als der amüsant possierliche überschaubare Sandkasten unserer Wirklichkeit. Ihr Vorschlag mit Buchstützen der Gesellschaft ist ziemilich genial.
    .
    Und ich wünschte mir Donna Laura als Gastgeberin, Sie haben in dieser Diskussion wundervoll plastische Bilder in einer Sprache, die sowohlt pointiert trifft wie humorvoll amüsiert. Qualitäten, die ich auch bei Ihnen, Don, sehr schätze, aber Sie müssen ja nicht alles machen wie Schuhbeck.
    Ich warte nur noch darauf, bis auch das Hofbräuhaus in “Alfons Schubecks königlich bayrisches Hofbräuhaus umgetauft wird.
    .
    Donna Laura, ich wäre auch gespannt, um was für ein geheimes Werk es sich handelt, dass sie in ihrem Beitrag erwähnen.
    .
    Das Elend des Literaturbetriebs ist, dass es ein Inzucht-Verein ist. Und kaum jemand von Außerhalb die Zeit findet, ca. dreihundert Seiten stilistisch sauber, orthographisch und grammatikalisch korrekt, abwechslungsreich und nicht langweilig zu füllen. Und das Thema sollte ja auch ein bisschen interessieren…
    .
    Da heisst es dann eben immer wieder: “Guten Morgen, meine lieben Fliegen und Flieginnen, dann wollen wir doch mal wieder mit ganz genau dem selben Fleisse gehen an ganz genau diesselbe Schreisse.”
    .
    Birkenstock. Frustschokolade. Adel. Schicksalsschläge. Migrationshintergrund. Verweigerte Karriere. Zaubern. Blutsaugen. Schmachten.
    Fantasy Joghurt ( man kann ja nicht immer nur Quark schreiben).
    Unerwartet entdeckte Talente. Susan Boyle und Peter Pott Stories.
    Und natürlich Gruselkram der allerscheusslichsten Art…
    .
    Da fällt mir doch noch was neues ein. Ein Roman über den Gewinner der Casting Show: “The all original Jesus 2012″.
    .
    Womit wir wieder bei den Jesuiten angekommen wären.
    .
    Da könnte man Power Beting machen. Über-Wasser-laufen. Mit einem Fisch ein Fussballstadion satt kriegen. Tote wiederbeleben. Etc.
    .
    Und nachdem unser Held dann ein Jahr lang um die Welt gejettet ist mit Segnen und Handauflegen, hat ihn Mauschelmeier mit OTC-Vatikan-Aktienderivaten um sein Preisgeld beschissen.
    Zwingt ihn zurück in die frittierfettige Hölle einer Currywurst-Bude, wo er dann die SPD für sich endeckt und Kanzler wird, der dann endlich die Vereinigten Schuldenstaaten von Europa gründet. Und allen haben sich wieder lieb und den tollsten Sex ihres Lebens.

  127. da schau. es mischt sich...
    da schau. es mischt sich gumbrecht in den kanon http://faz-community.faz.net/blogs/digital/archive/2012/07/20/jetzt-ist-zeit-fuer-grunewald.aspx

  128. @mediensegler – auf die...
    @mediensegler – auf die Gefahr hin, die anderen hier mit Wiederholungen zu langweilen – man brauchte nicht nur die richtige Ausbildung, sondern auch das richtige Geschlecht, siehe oben.

  129. Fallada....doch, doch werter...
    Fallada….doch, doch werter Monsieur Filou. Der Plot im Finale p. e.: Vom Blechnapf dann der Kopf durch Henkershand direkt in den mit Sägemehl gefüllten Korb. So etwas kann man doch heutzutage schwachen Nerven einpfach nicht mehr zumuten. Gut, Damen vielleicht, die hamm sowieso die stärkeren Nerven. In allen Lebenslagen.
    ..
    Das mit dem Gestirn, Gold und so, ssssehr schön.
    ..
    Weltliteratur: Naiphaul.

  130. Lieber Plindos, Falladas...
    Lieber Plindos, Falladas Schilderungen des Milieus der Engen und Bedreangten, besonders bei ‘Bauern, Bonzen, Bomben’ koennen einen jungen Leser sehr nachhaltig beeinflussen. Davon wird man nicht zum Revolutionaer, aber es koennte die Ursache fuer eine kluge Aenderung des vorgeschrieben geglaubten Lebenswegs sein.
    .
    (‘Jeder stirbt fuer sich allein’, besonders in fruehen DDR-Ausgaben, hielt ich fuer eine kriecherische Auftragsarbeit. Warum F. das getan hat, weiss ich nicht.)

  131. El futurismo: Gruppo...
    El futurismo: Gruppo (20)47.
    ..
    “Die Erblindeten und die Blenderin”, science fiction 200012, Handlungsort: Berlin/Madrid,Situation: Morgennebel in einer renommierten Badbank, leerer Safe, leeres Parlament.
    ..
    Der historische Tatsachenroman: “Qua vadis” oder “Die geschredderten Akten”. Insiderbericht von einem verfassten Schützer, Erfurt und Köln.

  132. Der Tiger@:...
    Der Tiger@: Geschlechtsumwandlung. Ein gängiger chirurgischer Eingriff und fertig ist der Weihnachtsmann.

  133. am rande erreichte nachricht....
    am rande erreichte nachricht. es findet sich zum 1.1.2013 eine u. a. möglicherweise recht interessant auszugestaltenden stelle inter/transnational angeboten.
    .
    http://www.telejob.ethz.ch/advertisement/oberassistenz/21183

  134. Wenn ich den Gumbi lesn tu,...
    Wenn ich den Gumbi lesn tu, dann lutsche ich gern dabei die geschmacksneutralen Superschmackis mit dem Remake-(Mohn-)geschmack vom interflyinflyoutshopinshop direkt aus Kabul eingeflogen.

  135. über gumbrecht (diesmal guter...
    über gumbrecht (diesmal guter text übrigens muss man sagen, das athmosphärische dieser zeit – und seiner eigenen alterstufe darin – wohl recht gut und treffend wiedergegeben – und über cfas (wallot str. 19) eben doch noch auf ein gegenwartsrestbruchstück gestoßen:
    .
    kommenden montag in münchen, der bekannte herr beck, und seine noch bekannteren “berichte zum don-alphonso-blog”, zwei-tätiges seminar im “cfas münchen” über “methodological cosmopolitanism.”
    .
    http://www.cas.uni-muenchen.de/veranstaltungen/tagungen/ws_beck/index.html (hauptsache weiter hin zu den menschen. aber nicht ins büro. *g*)(wir alle kennen beck. tritt auch bald ab, der alte herr, so wie gumbrecht. http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Beck)

  136. Eine großchristliche...
    Eine großchristliche Abrechnung: “Die energetische Muppetshow” (Wir haben davon nie, nie, nie etwas gewußt.)

  137. und ein literaturblog heute...
    und ein literaturblog heute wäre nur eines: eskapismus. (der allerdings weit verbreitet, daher auch der erfolg??wir meinen nein. denn die leute wollen keinen literarischen eskapimsmus, nicht mal den: auch der e. muß heute wie yogurette sein.)
    .
    und warum kaum jemand von außerhalb platz findet, ca. 300 blogbeträge stilistisch schmutzig, orthographisch unkomplex aber höchst nachlässig sowie grammatikalisch inexistent, abschlußreich und hirnlos zu füllen. wissen wir auch nicht. wäre aber womöglich schön!
    .

  138. Fallada war ja schwer drogen-...
    Fallada war ja schwer drogen- und alkoholabhängig, Filou. Und während der Nazizeit hatte er mächtig mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, geradezu existenzgefährdend. Nach dem Krieg hat ihn Johannes R. Becher (damals Kulturminister) wieder aus dem Sumpf gezogen. Quasi aus Dankbarkeit hat er dann „Jeder stirbt für sich allein“ geschrieben. Die Akten zu dem Fall hatte er von Becher bekommen. Übrigens war es in der Realität deprimierend: die beiden Romanhelden hatten sich gegenseitig verraten. Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.
    Zu Fallada im allgemeinen sehr empfehlenswert: Tom Crepon, Die Leben und Tode des Hans Fallada.

  139. und desweiteren wäre...
    und desweiteren wäre eskapismus evtl. nur schön mit aussicht. und evtl. auch hin- u. wieder noch besuchern. gefährlichen besuchern womöglich. sonst nicht
    .
    “Aus welchem Grunde dann? Kinderfreundliche Nachbarschaft? Ich will keine Kinder.” http://alt.juergenalbertsen.de/2004/05/casa-malaparte/
    .
    “ich ging dem deutschen general entgegen und bat ihn in meine bibliothek. es war feldmarschall rommel … ich führte ihn von zimmer zu zimmer, durch das ganze haus. von der bibliothek bis in den keller, und als wir wieder in der mächtigen vorhalle standen, deren fenster auf die schönste landschaft der welt geöffnet waren, bot ich ihm ein glass vesuvwein an, aus den rebgärten von pompeij. er hob sein glas, sagt “prosit” und trank in einem zug aus; dann, bevor er ging, fragte er mich, ob ich mein haus so, wie es sei, gekauft hätte, oder ob ich es selbst entworfen hätte, oder ob ich es selbst entworfen und gebaut hätte. ich erwiderte – was nicht der wahrheit entsprach – dass ich es schon so, wie es sei, gekauft hätte. und mit einer weiten armbewegung zeigte ich auf die steilwand der matromania, auf die drei riesenklippen der faraglioni, auf die sorrentiner halbinsel, auf die inseln der sirenen, auf das verschwimmende blau der küste von amalfi, auf den fernen goldenen schimmer des gestad(curzio malaparte über rommels besuch bei ihm in der casa malaparte)
    .
    was uns zu den üblichen fragen und aussagen bringt:
    .
    warum dürfen immer nur ausländer so dreist lügen?
    warum hatte dem general gegen den durst nicht schon früher ein deutscher offizier rechtzeitig was angeboten?
    saft trinken generäle aber nie in einem zug. beim saft gehört sichs anders.
    der bericht lügt: rommel trank gesittet. und es war auch bier.
    manche häuser braucht man nicht bauen. sie fallen für uns vom himmel.
    rommel hatte es eilig. er wollte wieder zurück nach deutschland.
    und außerdem war ihm gerade noch eingefallen, dass ihn zu hause ein verfahren erwarten solle. wg. gemeingefährlichem westviertelverlassen.
    und am tegernsee gibts zum glück keine solchen klippen.
    dafür kommen dort aber häufiger italienische generäle zu besuch. zum schäckern mit den frauen nicht. aber zum schachspielen. und sie bringen auch immer die neusten cabriolets mit. aus frankreich.
    und malaprate wollte um sein haus auch noch eine autorennbahn bauen lassen. und einen tunnel unter dem tegernsee.
    und rommel hatte in der bibliothek auch noch ein buch geklaut. mit hübschen bildern. vom dichter eigens dazu beschafft. (frauen, nicht schäferhunde oder junge männer)(von 1913 – http://www.flickr.com/photos/26872131@N07/6867302232/ evtl. auch hier, scrollen, ganz unten in farbe, ggfls. click http://www.tma.ethz.ch/gedenkzimmer/ )
    und außerdem gehört capri doch zu korsika. im weitesten sinne. nicht seit napoleon erst.
    .
    am rande: und eskapismus ohne aussicht? mit neun buchstaben? (stammheim. wo der staat sich verbarg.) (http://www.youtube.com/watch?v=cnQwU18PqBw immer mal wieder im öffentlich rechtlichen fernsehen, schilly gefällt.)(inzwischen auch klar, waruum der schilly reich werden musste und in die toskana siedelte: zwei möglichkeiten auf einmal, sich evtl. disfunktionalen nachstellungen kleinbürgerlich-dummer bis primitiver deutscher staatsanteile zu entziehen, sich in sicherheiten zu bringen.) aber nur am rande, und weil es die sache runder macht. (mörder werden zu recht verurteilt. ob es aber stammheim sein musste, diese kleinbürgerlichen anteile von rache von schlechtwegekommenen darin wirken heute womöglich eher noch peinlicher und primitiver, als früher schon. aber teroristen sind selber schuld.)(wären sie mal in ihren westvierteln geblieben.)(uupss…)

  140. @Plindos – ich glaube meine...
    @Plindos – ich glaube meine Freunde im Lauf meines Lebens hätten das nicht so gut gefunden ☺

  141. »Une promesse de bonheur«...
    »Une promesse de bonheur« oder “knaben am waldquell”
    .
    “Lassen Sie mich vorab bekennen, daß es mir eine große Ehre ist, bei Ihnen
    sprechen zu dürfen. Es ist mir aber auch eine große Freude, in Ihrer
    leuchtenden Stadt zu sein. Ich kenne sie zu meinem Leidwesen noch
    wenig genug. Forsche ich jedoch in meiner Seele nach Jugendeindrükken,
    so fällt mir immerhin auf, daß ich zu den Anhängern Ihres berühmten
    Fußballclubs zähle seit meinen frühesten Tagen, oder genauer: seit
    in meinem Elternhaus das Erste Deutsche Fernsehen und damit die
    Sportschau empfangen werden konnte. Erst etwas später wurde München
    auch die Stadt Thomas Manns, die Stadt, in der Thomas Mann die
    meiste Zeit seines Lebens verbracht hat. Er wohnte länger hier als in Lübeck
    und viel länger als in Zürich. Mir ist vor kurzem aufgefallen, daß die
    Namen aller dieser europäischen Thomas-Mann-Städte genau zwei Silben
    haben, deren erste betont wird und jeweils ein ü einschließt. »Mais
    ga c’estsupreme!«, würde Madame Houpfle aus den Bekenntnissen des
    Hochstaplers Felix Krull vielleicht ausrufen und behaupten, dies sei keineswegs
    Zufall, vielmehr habe Thomas Mann in Lübeck, München und
    Zürich den Typus der göttlichen Stadt gesucht und geliebt, so wie sie
    den Typus des »göttlichen Jünglings«. Damit bin ich thematisch aber
    schon am Schluß meines Vortrags, was etwas liederlich ist. Ich werde ihn
    jetzt also ordentlich beginnen. …”
    “Ich bin in Sorge um ein Bild von Ihnen, in das ich mich diesen Winter
    bis über beide Ohren verliebte. Es gehörte der Kollektion an, die
    während einiger Wochen bei Caspari ausgestellt war. Ich war im
    Begriffe, es zu kaufen, aber ich durfte nicht. Meine Verhältnisse
    sind augenblicklich zu ungeordnet, – wie ein rechter Neudeutscher
    lebe ich über meine Verhältnisse, der Bau einer Villa hat mich ausgepowert
    – verzeihen Sie meine zutrauliche Sachlichkeit! – und so
    mußte ich, für den Augenblick wenigstens, Vernunft annehmen.”
    .
    http://www.tma.ethz.ch/assets/Uploads/Ueber-uns/Thomas-Sprecher/Dokumente/TSPromesse-de-bonheur.pdf
    .
    und es gibt wie bekannt ein generalrecht auf irrtum, für bürgerliche immerhin:
    .
    “Gedenkzimmer
    .
    „Familiar surroundings mean much to a writer”, schrieb Thomas Mann 1941. Er verstand darunter „his accustomed books and walls, the view from the window of his study”; als erstes aber nannte er „his own desk”. Lange ist angenommen worden, er habe den grossen, frei im Raum stehenden, neubarocken Mahagoni-Schreibtisch 1905 von seinem Schwiegervater Alfred Pringsheim erhalten. Dies ist aber nicht der Fall. Denn auf den Fotos bis ungefähr 1928 ist ein anderer Schreibtisch abgebildet. Erst auf Fotos ab 1930 ist der erhaltene Schreibtisch zu erkennen. Offenbar hat ihn Thomas Mann gegen Ende der 1920er Jahre erworben. Vielleicht hat er sich ihn nach dem Erfolg des Zauberberg bei Bernheimer herstellen lassen.” http://www.tma.ethz.ch/gedenkzimmer/
    .
    und wenn neger rechtshänder sind, sind sie doppelt gefährlich.

  142. @HansMeier555 -...
    @HansMeier555 – Gesellschaftsausstieg und freiwilliger Konformismus:
    Auf freiwilligem Konformismus beruht jede Art von Gesellschaft, solange der Mensch ist, wie er ist. Einige DA Blogs zuvor haben Sie darueber noch Vorträge gehalten, jetzt denunzieren Sie das Verhalten. Warum?
    Gruß,
    Thorsten Haupts,
    Noch immer das Größte europaeische Volksfest genießend, das ausgerechnet von einer Stadtverwaltung erfunden wurde

  143. Wo auch immer sich der...
    Wo auch immer sich der Aussteiger in spe befindet, der bereit wäre, den großen Roman über die Angst der Westviertel zu schreiben, er hätte genug literarische Vorlagen. Und weil es in den Westvierteln zwar Angst gibt, aber niemand darüber offen reden will, sondern in publico die humorvolle Distanzierung bevorzugt, wären die Vorbilder vielleicht nicht bei Zola zu suchen, sondern beispielsweise bei Voltaire (Candide) oder Heller (Catch 22) zu finden.
    Catch 22 zumindest auf den Berufsalltag in der Finanzwelt zu übertragen, wurde in den 90igern sogar schon einmal versucht. Dass es kein Erfolg war, könnte daran gelegen haben, dass Bronsons Buch weit unter dem Niveau des Vorbilds zurück blieb. Ein neuer Anlauf könnte sich dennoch lohnen.
    Es gab da zu Zeiten des letzen Banken Big Bangs ein Buch eines deutschen Autors über einen Banker in den Zeiten der Krise, aber ich habe den Autor vergessen. Ich glaube mich zu erinnern, dass es passenderweise sogar ein Frankfurter Autor war.

  144. Mal abgesehen davon, daß ich...
    Mal abgesehen davon, daß ich natürlich mit meinem Verweis auf Zola recht habe. (Was ist der ESM gegen die Banque Universelle?) Wer ist Bronson, Observator? Es interessiert mich. Im übrigen ist Catch 22 eine Satire auf die menschliche Unzulänglichkeit im allgemeinen und nicht den heutigen Bankensektor im besonderen. Wie auch der brave Soldat Schwejk. Ich bitte alle und jeden “Geld” einfach nochmal zu lesen.

  145. wir bitten die in der obigen...
    wir bitten die in der obigen vwersion versehentlich gehabte auslassung gegen ende zu entschuldigen:
    .
    “und mit einer weiten armbewegung zeigte ich auf die steilwand der matromania, auf die drei riesenklippen der faraglioni, auf die sorrentiner halbinsel, auf die inseln der sirenen, auf das verschwimmende blau der küste von amalfi, auf den fernen goldenen schimmer des gestades von paestum, und sagte zu ihm: “ich habe die landschaft entworfen”.” (curzio malaparte über rommels besuch bei ihm in der casa malaparte)
    .
    (warum wir heute besonders leise schreiben müssen? man schläft nebenan auf der sommercouch, bei lediglich angelehnten türen)

  146. Aber sonst, lieber Savall,...
    Aber sonst, lieber Savall, waere ein Fallada gut geeignet, endlich einen Roman zumindest ueber die Nachwendezeit zu fertigen, nicht wahr?
    MRR wuerde das Ding verreissen. Lobte er es, kaufte ich es nicht.
    .
    (Das mit JRB und der Drogensucht, und den anderen Problemen des F.; das wusste ich. Aber manchmal stelle ich mich aus Faulheit doof an.)

  147. Wusste ich auch nicht, dass...
    Wusste ich auch nicht, dass alle Neger Linkshaender sind. Dass sie Schwarz sein sollen, wurde mir erzaehlt. Ich glaub’s aber nicht.
    .
    PS:Ich liebe Deppenapostrophe.

  148. Eine der großen...
    Eine der großen Errungenschaften, vor der letzten Reform der teutschen Sprache, ist die Groß- und die Kleinschreibung im schriftlichen Ausdruck. Einfach weil dieses die Palette dessen, was man von sich geben will, erweitetr und ungemein bereichert hatte. Der Autor des großen Wurfs des ersehnten Romans,
    der hier die Gemüter bewegt, besinnt sich hoffentlich auf dieses unentbehrliche Stil-und Gestaltungsmittel….I am an old fashioned man. Nichts ist komischer als die eben gehabte und für Ernst genommene, gar für perfekt gehaltene, Moderne. “Guck mal da Mami, der Kaiser ist ja nackelig!”

  149. Mir würde es gefallen, wenn...
    Mir würde es gefallen, wenn so ein richtig toller Autor einen Weltroman schriebe –
    mit mir in der Hauptrolle- …oder mir Ihnen und Ihnen und Ihnen und Ihnen…….

  150. .....eigentlich wollte ich...
    …..eigentlich wollte ich heute eine neue Nummer ausprobieren…aber die Realität ist mir immer um Nummern voraus. Ach, da kommt ja mein Nummerngirlie. Ole,
    eine rassige Spanierin…was, die Katalanen nicht mehr?

  151. ...schließlich möchte man...
    …schließlich möchte man doch wissen was aus dem eigenen Erbe wird.
    .
    Zu Lebzeiten!!!

  152. @ThorstenHaupts
    .
    Den...

    @ThorstenHaupts
    .
    Den freiwilligen Konformismus denunziere ich gar nicht. Ohne ihn geht es ja auch nicht. Für die meisten Menschen ist das die beste Lebenseinstellung, die ich ihnen auch empfehlen würde.
    Aber es muß daneben auch noch Künstler geben, Schriftsteller z.B., die sich davon freimachen können, zumindest innerlich.
    Thomas Mann blieb ja wie Tonio Kröger immer ein “verirrter Bürger”(?). Aber die Buddenbrooks sind über viele Seiten hinweg ein ätzender Spott auf das Lübecker Bürgertum, den viele Betreffenden als bösartig empfunden haben müssen. So was gehörte sich wirklich nicht. Der junge Mann war 26 und sein Anschauungsmaterial lebte noch.

  153. Es gibt Charaktere und...
    Es gibt Charaktere und Verhältnisse, über die zu reden oder zu schreiben der gute Geschmack schlicht verbietet. Das ist eine Frage der Haltung und des guten Stils, sie mit Verachtung und Schweigen abzustrafen.
    Dostojewskj schrieb Der Idiot, Walser einen Muttersohn. Man wendet sich eben interessanteren Sujets zu. Der Geist meidet den Ungeist, denn dieser hat auch etwas Infektiöses an sich. Schaust du zu lange in den Abgrund, blickt der Abgrund zurück, Nietzsche wusste es, natürlich. Und kein guter und fürsorglicher Autor möchte seine geliebten Leser derart malträtieren. Auch verkaufen sich Tragödien in Zeiten kurzer Röcke und Weltschmerzes und german angst einfach schlecht; davon kann man nicht gut leben und sich z.B. einen ordentlichen Schreibtisch kaufen.
    Und für gute Komödie braucht es Distanz; und die Zahl derer, die in sicherer Distanz vom Drama leben, nimmt einfach zu massiv ab.
    Kunst ist eben ein Produkt luxuriöser Verhältnisse oder gelungener Ausbeutung. Von der Ausbeutung hat inzwischen eigentlich jeder die Nase voll, und Vatileaks und wikileaks sind ja nur erste Symptome dafür, dass die Hemmschwellen und Grenzen der Geduld sich zu Grunde neigen…

  154. Perfekt 57, wenn Sie Ihre oft...
    Perfekt 57, wenn Sie Ihre oft klugen Gedanken ein wenig mehr pointieren und bündeln könnten, als nur umfangreich zusammenzukopieren, wären Ihre Beiträge viel spannender. Ich frag mich immer, worauf will der hinaus?
    .
    In der heutigen Datenüberflutung schätze ich deswegen so sehr unseren Gastgeber, Mediensegler, Donna Laura, Filou, Fionn, Dreamtimer, Jordanus, Hans Meier 555 und noch ein paar andere, die es fast immer schaffen, ein buntes, Aufmerksamkeit heischendes Fähnchen an ihre Gedanken zu knoten, so dass einem die Idee hängen bleibt.
    .
    Post-68 er Brontosaurier, notgeiler Königspudel, Brötchen im Tarnanzug… etc.
    .
    Ich sehe einen Literaturblog deshalb nicht prinzipiell als Eskapismus.
    .
    Im Buch kann man ganze Welten schaffen, durchspielen, zerstören und wieder aufleben lassen, ohne dass es einen Cent mehr Produktionskosten verschlingt, wenn ich einen ganzen Flugzeugträger in die Luft jage als nur einen elf Jahre alten, zumindest noch teuer aussehenden Jaguar XJ6, der immer das budgetfreundliche Fahrzeug der Tatort-Bösewichter war. ( als es keine billigen Citroen DS mehr gab).
    .
    Im Buch darf man fast alles, ohne verhaftet zu werden. Darum z.B. meine Wertschätzung für die Plots von Daniel Suarez, die wie Big Brother oder Fahrenheit 451 sehr moderne Bedrohungen illustrieren, auch wenn mir ( wie wahrscheinlich den meisten) die detaillierten Computerkenntnisse und die Zeit abgehen, die Bücher wirklich demnächst zu lesen.
    .
    Da haben wir nämlich das Problem. Eigentlich wollen wir alle viel lieber die Wikipedia-Rezension lesen, als das ganze Werk. Unsere Welt ist so komplex und ermüdend, mit ihren TÜV Terminen, Energieberatungen, Wertstoffhof-Pilgerfahrten, Steuerberatungen, Arztterminen und Zahnhygiene-Vorsorgen, Fitnesscenter-Besuchen und Einkäufen beim Biobauern, Grossmarkt, Ebay, und Discounter, dass wir gar nicht mehr die Musse haben, mal ruhig darüber nachzudenken, wer und was wir wirklich sind. Was uns ausmacht.
    .
    Darum: klarer Widerspruch, Thor Ha. Die Welt steht uns wirklich nicht mehr offen, wie es Mediensegler beschrieb.
    .
    Überall muss man aufpassen, dass man nicht unliebsam auffällt. Wenn man über Sex redet, dann eigentlich nur noch im Zusammenhang von Exhibitionismus und Missbrauch.
    Es war ein Teil Freiheit, dass in den Achtzigern in München Teenager beiderlei Geschlechts nackt den Eisbach herunterschwammen, um dann mit der Strassenbahn wieder zurück zu fahren, so dass man sich in der Boulevardpresse vor allem über die fehlenden Fahrscheine oder Portemonnaies ereiferte. Es gab x-quasi Fkk-Faschingsfeste und die Weissen Feste waren auch alles andere als besoffen grölende Rentnertreffen. Wo früher Fkk einfach normal war, herrschen heute brustvergrössernde BHs und grosssegelgrosse Badehosen.
    .
    Es kam mir nicht besonders ungewöhnlich vor, ein Fitness-Center mit Sauna mit nur einem gemeinsamen Dusch-und Umkleidebereich zu erleben ( man sah sich ja später sowieso wieder), während heutzutage komplett rasieren zwar zur Standardhygiene gehört – dafür sich aber kaum noch eine jüngere Frau in die allen offen stehende Saunabereiche wagt, weil sie da vom Bodensatz der altersbeschädigt bauchtraqenden Männlichkeit angeglotzt werden wie in der Internetpeepshow.
    .
    Heute ist fast alles eine Machtfrage. Wer bestellt? Wer konsumiert? Wer bezahlt?
    .
    Ihre Frage, Dreamtimer, nach der Rechtfertigung des Systems, im Sinne einer Wohlstandsmaximierung, kann auch auf psychische Reichtümer ausgedehnt werden.
    Wir leben im postkulturellen Dauerstress.
    .
    Darum fände ich Bücher, die die heutige Realität prägnant destillieren, durchaus spannend, und nicht eskapistisch.
    Und eine Kurzpräsentation im Stil unseres werten Gastgebers oder Verrisse in den amüsanten Worten Donna Lauras sehr lesenswert, die einen unterhaltsam davor bewahren könnten, so manchem geistigen Erguss der üblichen Schwanzlurche aus dem feuchten Biotop zwischen alter Weinerlichkeit und neuer Vergeblichkeit (ich weiss, das ist zitiert, ich weiss nur nicht mehr woher) mehr Aufmersamkeit zu schenken, als sie jemals verdient hätten.

  155. @The Great Artiste - offene...
    @The Great Artiste – offene Welt:
    Wurde sie verriegelt? Oder haben wir selbst oder unsere Nachfahren sie verriegelt?
    Ich habe keinen facebookaccount, sehe nicht fern, halte Sport für Mord, erledige die Familieneinkaeufe so effizient wie möglich. Und habe Zeit. ICH habe entschieden, sie mit Spielen, Lesen und Diskutieren zu verbringen. Diese Entscheidung kann noch immer jeder für sich selber faellen. Wenn er sich endlich vom Urteil der Irrelevanten (Promis, Medien, Pyschoquatscher etc.) freimacht. Kants Programm war nie einfacher umzusetzen als heute, auch 1975 nicht.
    Wenn eine Mehrheit von Menschen ihr Hamsterrad freiwillig bezieht – ist dann die Gesellschaft fehlkonstruiert? Oder vielleicht doch der Mensch?
    Gruß,
    Thorsten Haupts

  156. @HansMeier555 -...
    @HansMeier555 – Schriftsteller:
    Ich bin sicher, die adäquaten Nachfolger von Mann oder Köeppen gibt es bereits. nehmen wir sie noch wahr? Womit denn der Aufregerwert von Literatur, wenn jede, wirklich jede Art und Form von Kritik mit jener Gleichgültigkeit quittiert wird, die man uns als Toleranz gelehrt hat? Auch die Buddenbrooks lebten davon, dass sich die Schicht, die sich karikiert sah, aufregte. Heute lernt jeder mit der Muttermilch, dass er in der Öffentlichkeit genau eines nicht darf – sich aufregen. Gegen dieses Gummi anzuschreiben würde auch einen Shakespeare überfordern. Aufregung erzielen geht heute nur noch über Kinderschändung, harte Formen des Faschismus, Militarismus oder betonte Religiositaet. Vielleicht. Alles andere wird auch von denen wohlwollend ignoriert, gegen die es sich richtet.
    Die Dressur der Gleichgültigkeit hat gewirkt.
    Gruß,
    Thorsten Haupts

  157. Mein letzter...
    Mein letzter Literaturvorschlag: Gianni Rodari, Zwiebelchen.
    .
    Also Gute Nacht. Morgen muss ich wieder auf dem Dachgarten roedeln. Das Leben gleicht einem Camembert. Klein und stinkig.
    .
    Genug gescherzt. Gaehn!

  158. Hallo Filou! Auf dem...
    Hallo Filou! Auf dem Dachgarten roedeln? Mit wem denn?
    Ich hoffe, der Camembert ist gross genug, dass es genug Platz gibt, damit niemand stinkig wird….
    Gute Nacht!

  159. @savall

    Philip Bronson heißt...
    @savall
    Philip Bronson heißt er und sein Roman “Die Broker”. Oder hieß er “Der Broker”? Egal – ob einer, oder mehrere: gebrochene Existenzen allemal. Wenn Sie ihn gelesen haben, sagen Sie mir, wie er Ihnen gefiel. Ich kann mich erinnern, dass ich damals etwas enttäuscht war. Ist aber schon lange her, vielleicht sollte ich ihm eine zweite Chance geben.
    Catch 22 handelt natürlich nicht von Banken. Es geht um den Krieg, diese altbekannte menschliche Unzulänglichkeit. Insbesondere geht es um die Angst von Befehlsempfängern, zynische Vorgesetzte, die ihre Untergebenen um ihrer Karriere willen verheizen und um das Gefangensein in einer menschengemachten Paradoxie, in der es keine Alternativen zu geben scheint, die einen Ausweg eröffnen würden. Das kann man ebenso gut auf zivile Berufsgruppen ummünzen und der Gedanke an den Finanzsektor taucht da ganz zwanglos vorm arglosen geistigen Auge auf. Ich weiss auch nicht, warum.
    Darum kam er mir im Zusammenhang mit dem Thema des Gastgebers als literarisches Vorbild in den Sinn. Schweijk passt in diesem Falle gar nicht, da haben Sie recht (falls Sie das gemeint haben).

  160. ...und am liebsten, am...
    …und am liebsten, am allerliebsten wäre ich Lloyd Blankfein.

  161. Und nicht Eckermann oder...
    Und nicht Eckermann oder Ackermann.

  162. ...in einer Welt voller...
    …in einer Welt voller Offenbarungseide…

  163. Ich glaube, es ist kein...
    Ich glaube, es ist kein Zufall, dass der große Name Thomas Mann gefallen ist und so beschäftigt. Die Zeit verlangt vielleicht tatsächlich nach nordisch kühler Ironie.
    Aber Kafka fehlt mir noch. Der hätte “Das Verhör” geschrieben, eine Spiegelung der grauen jungen Männer mit den eiskalten Augen und noch kälteren Fragen, sitzend in uneinnehmbaren Schlössern von Eiskönigen, Glas- und Marmorpaläste ohne Geheimnisse und ohne Möglichkeit für private Fluchten…
    .
    Menetekel Fukushima, immer wieder: Arbeiter wurden angewiesen, ihre Dosimeter abzudecken, wenn sie ihren Job behalten wollten. Und sie habens natürlich gemacht. Bis auf einige wenige, die kündigten. Es sind nie genug Aussteiger, darum ist alles machbar. Jedes System braucht nur genügend Mitläufer, und es finden sich eben doch immer wieder genügend.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/akw-fukushima-arbeiter-sollen-dosimeter-manipuliert-haben-a-845688.html

  164. Nun auch Krise auf den...
    Nun auch Krise auf den Märkten für Getreide und Mais, wegen massiver Dürre. Das Überleben wird, wenn es denn überhaupt gelingt, ungemütlich. Die Substanz schwindet allerorten. Es scheint, als habe auch der Kapitalismus sein Teil am Zugrundewirtschaften der Welt, nicht nur ökonomisch oder kulturell wird nur noch Dauerkrise und Wachstums von Knappheit und Mangel erzeugt, auch ökologisch.
    .
    Thriller boomen. Und man darf das nicht unterschätzen. Wie einst Fabel und Märchen so wird auch hier Welt und Wirklichkeit schon abgebildet, freilich fein verborgen und kodiert. So wie in guten Krimis sehr viel soziale Realität steckt, so auch in den Dystopien.
    Freilich, derartige Literatur ist nicht kompliziert und fein entwickelt, das muss sie aber auch nicht sein. Auch Dickens und Zola sind gut und doch nicht gerade übermäßig artifiziell, wozu auch, denn das ist ja gar nicht nötig.
    .
    Margaret Atwood möchte ich empfehlen, “Das Jahr der Flut” – ein Jahrhundertwerk, längst im Globalen angekommen. Wen interessiert denn bitteschön schon noch der Deutschlandroman, wenn die Zustände die zu schildern wären, weit über die Grenzen und den Horizont des europäischen Vielvölkerflickenteppichs hinausgehen…

  165. Lieber Don Alphonso, so ganz...
    Lieber Don Alphonso, so ganz behagt mir der Barock als alternative schöne Aussicht ja doch nicht, Rokoko finde ich noch eine Stufe lebensfroher, aber da ist es halt schwer, im doch katholischen Bayern etwas zu finden, das nicht so eskapistisch ist wie des Ludwigs Schlösser und Gärten…
    Und was das Überleben anbelangt: Das Leben erholt sich doch immer wieder, und ebenso das Schöne, und damit auch die Möglichkeit, schön und gut zu leben.
    Auf die düstere Gotik folgte die schon hellere Renaissance, auf barocke Restauration das anmutige Nebeneinander von eben Rokoko und Aufklärung, und auf unsere heutige puritanische Globalmoderne wird vermutlich so etwas wie eine Neo-Romantik folgen – jedoch keine kitschige, sondern eine sinnenfrohe, vitale, radikaler noch als die Frühromantik, da gepaart mit einem welterfahrenen und lebensklugen Realismus…

  166. Dass ein großes und...
    Dass ein großes und umfassendes Epos möglich und machbar ist, beweist ja Balzac. Für eine neue Menschliche Komödie wäre es allerdings wie beim Vorbild nötig, sich in die engen, kalten, lauten, dreckigen und stinkenden Gassen des Herzens der Finsternis zu begeben, mittenhinein in all das Elend, auf unabsehbare Zeit fern allen lieblichen Seenufern, man müsste die Kaffeezufuhr erhöhen, auf Torten und Schinken hingegen verzichten…
    Ich glaube, Frank Schirrmacher hat schon recht mit seiner Phillipika auf die Generation Babyboomer.
    .
    Was wäre alles möglich. Welche Blütenpracht könnte sich entfalten, gäbe es mal wieder einen wie den Heine. In diesen Zeiten, welche nur noch Mangel und Verödung zu produzieren scheinen, muss ich öfters an seine Klage denken, man werde seine Gedichte hernehmen und Fische darin einwickeln…
    Statt bunter Blütenfülle ungezählte Schattierungen von Grau. Dosenbier statt Champagner. Heine hat es geahnt, Leopardi auch, und Oscar Wilde.
    .
    Auch der gerechte Zorn und Abscheu eines MRR fehlt, ein Karl Kraus wäre nötig, und noch so vieles andere.
    Stattdessen wohin man blickt, Asche. Aber vulkanische Asche ist ein hervorragender Nährboden, man muss den Dingen einfach wohl nur Zeit lassen und sich gedulden. Von Vulkanerde kommen die gehaltvollsten Weine. Und solange es nur Wasser und flache Jungweine gibt, darf man sich durchaus an die edlen alten Jahrgänge halten, ja.

  167. @ThorHa
    .
    Bin da nicht...

    @ThorHa
    .
    Bin da nicht kompetent, aber ich fürchte: Die Nachfolger von Thomas Mann oder Koeppen gibt es eben nicht.
    In der Buchhandlung finde ich auch nix, was danach aussieht.
    .
    Eben darum vermisse ich ja so einen Blog.
    Das soll ja sozusagen das Frühwarnsystem abgeben, das dafür sorgt, dass wichtige Texte nicht übersehen werden.
    Ein Literaturfeuilleton, das nicht als verlängerte Verlagswerbung daher kommt, sondern eher schon als ein Volkshochschulkurs für lebenserfahrene Ehefrauen. Das meine ich im Ernst. Das Nieveau darf natürlich noch höher sein, aber ankommen täte es auf die unarrogante Haltung, der Respekt vor den Lesern.

  168. Ebenso die...
    Ebenso die Kinderliteratur.
    Vor genau 50 Jahren, 1962, erschienen zwei KLassiker, Jim Knopf und der Räuber Hotzenplotz.
    Und seitdem?
    Und was gibt es denn für Kinderreime, die es Spaß macht, auswendig zu können, und die nicht schon 100 Jahre alt sind?

  169. Während die Prokrasti-Nation...
    Während die Prokrasti-Nation faul und träge auf weichen Kissen so vor sich hin dämmert, sägen die beflissenen dienstfertigen Prokrustes sie schon mal auf passende Konfektionsmaße. Das kommt davon, wenn man nicht in die Puschen und aus den Federn kommt.
    .
    Mit dem Schreiben großer Romane ist es wie mit kreativem Problemlösen: Vom Nichtstun kommt halt nichts. Die leere Seite starrt uns an, und sie ist zu Recht ein stiller Vorwurf.
    .
    In Spanien tut sich hingegen was. Es scheint, als sei der Rubikon überschritten. Sich wehren bringt Ehren, was macht die Zeit ewig lang: Müßgiggang.
    Auch Goethe fehlt.

  170. Die Angst erhält neue...
    Die Angst erhält neue Nahrung: Der IWF steigt bei Griechenland aus. In Spanien brauchen nun nach den Banken auch die Provinzen Milliarden. Die Chancen für ein BGE verschlechtern sich, würde ich sagen. Ist aber ohnehin ein Luxusproblemchen irgendwie. Etwas für Lebenskünstler und Tagträumer, die vielleicht zuviel im Internet sind und dadurch die Haftung und den Kontakt zur wirklichen Welt etwas verloren haben. :)

  171. "Ihre Frage, Dreamtimer, nach...
    “Ihre Frage, Dreamtimer, nach der Rechtfertigung des Systems, im Sinne einer Wohlstandsmaximierung, kann auch auf psychische Reichtümer ausgedehnt werden.
    Wir leben im postkulturellen Dauerstress.”
    .
    Die ( rhetorische? ) Frage war von Jordanus, die Antwort von mir. Merkwürdig an der Diagnose der “Nach-Kultur” ist, dass wir nicht sagen können, was Kultur eigentlich war, als sie existierte und es gibt keine Epoche, nach der sich jemand wirklich zurücksehnt. Worum geht es eigentlich bei dem Kulturwunsch?
    .
    Sehen Sie sich nur die Kommentatoren des Blogs an. Sie selbst artikulieren einen wehmütigen Erotizismus, HM555 tritt für den Feudalismus ein, ist aber ansonsten antiautoritär gestimmt, TorHa würde am liebsten den Sowjetkommunismus besiegen, der allerdings schon lange tot ist, ich weiss nicht was das stimmviech will, aber irgendetwas regt ihn immer noch an Ponader auf, der schon gar kein HIV mehr bekommt, Vroni ist für das BGE, glaubt aber nicht an dessen Verwirklichung, Herr Perfekt sieht im Literaturblog “Eskapismus”, ein Vorwurf der vor Generationen einmal schwer wog und keiner kann sich daran erinnern warum eigentlich und der Don schließlich stichelt gegen die digitale Boheme, lobt sich selbst und die Unverwüstlichkeit seiner guten Erziehung und besucht Rokokoschlösser.
    .
    Ein “großer deutscher Roman”, heute geschrieben, müsste eine bürgerliche Subjektivität erst erfinden, damit ein gebildetes Publikum, bei dem jeder sein kleines Äffchen auf der Schulter mit sich herum trägt und sein ganz eigenes Ding macht, in ihr wiedererkennt, sich auf sie projeziert. Er kann sich nicht nur aus lauter bunten Nebenfiguren zusammensetzen, die sich aus Bruchstücken vergangener Weltanschauungen, aktueller Nachrichten und Kommentatoren-Meinungen ihr geistiges Mobiliar zusammenzimmern. Oder vielleicht doch und das ist es dann schon?
    .
    Der große Roman, der in Zukunft geschrieben wird, wie die einstige Kultur in dessen Nachwelt wir leben, beschenken uns mit einer Ganzheitlichkeit, an die wir nicht glauben und die wir im Grunde auch ablehnen, jeder für sich aus seinen eignen, besonderen Gründen oder auch Nicht-Gründen, einfach so. Dieser hässliche Grundton eines andauernden Genörgels hat viel damit zu tun, dass alle irgendeine vage Sehnsucht haben, die Wirklichkeit mit ihr vergleichen und dann feststellen, dass es wieder nichts damit ist. Alles ist eine einzige Zumutung.

  172. @Dreamtimer 9:14 - vage...
    @Dreamtimer 9:14 – vage Sehnsucht:
    Der beste Kommentar, den ich bisher gelesen habe. Denkbar schlechte Voraussetzungen für DEN relevanten Gesellschaftsroman.
    Gruß,
    Thorsten Haupts

  173. @Observator - Catch 22, Krieg...
    @Observator – Catch 22, Krieg und die Bankenkrise:
    Je mehr Menschen sich diese Ähnlichkeit einreden (lassen), desto eher wird dieser Bluff Wirklichkeit …
    Gruß,
    Thorsten Haupts

  174. Zu Zolas „Die Beute“ +...
    Zu Zolas „Die Beute“ + „Das Geld“
    Gestern angefangen: „Die Beute“. Habe mich bemüht und scheiterte
    an der sehr blumigen ausschweifenden Sprache..
    (ist mir bei Zola neu, bin aber auch eine unqualifizierte Lesetante)
    .
    Bei „Das Geld“ ist es anders – aber sicher nicht – weil 20 Jahre dazwischen liegen?
    der Link zum hineinlesen.
    Das Geld . http://gutenberg.spiegel.de/buch/5845/1
    und
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/boersenwahn-gemetzel-am-nachmittag/1150854.html
    …………………………………………………………………………………….
    In der schriftstellerischen Arbeit und Rolle von Émile Zola sieht
    HEINRICH Mann jene Vereinigung von Intellekt und Engagement,
    die er in seinem 1910 publizierten Aufsatz Geist und Tat zu umreissen
    versucht und in Deutschland in praxi kaum verwirklicht sieht.
    Die Haltung Zolas ist ihm fortan Maßstab. (!)
    Die von den Widersachern diskreditierend gemeinte Charakterisierung Zolas
    als „intellectuell“ stellt sich für Heinrich Mann als ein Ideal dar, an dem sich die
    eigene Identität zu orientieren hat. (!)
    http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=8425#biblio
    Ha…Frühwarnsystem HEINRICH Mann sagte es: die Deutschen werden,
    in ihrer öffentlichen Unbegabtheit, irgendeinen neuen Unfug anstellen.
    .
    Interpretationen zu Aussagen eines Frühwarnsystems kann man
    in den Beitragen des vorigen Blogs lesen…
    woraufhin Savall –auch als Frühwarnsystem – empfahl:
    LEST von ZOLA „Das Geld“
    Nächste Woche:
    -wie halte ich Hühner auf dem Dach- brauche ich etwa einen Hahn-
    und wie bekomme ich eigentlich diese Biester tot-

  175. Dreamtimer (09:14), gute...
    Dreamtimer (09:14), gute Beschreibung der Stimmungslage hier beim Don.
    .
    Das “Buchstützen-Blog”, eine Kommentatoren-Wiese mit Orchideen und Disteln, mit Plauderern und Zwischenrufern. Finde den gerade laufenden Austausch darüber recht anregend. Werter Don, lässt sich da etwas einrichten?

  176. @Dreamtimer
    .
    Sehen Sie, die...

    @Dreamtimer
    .
    Sehen Sie, die ideologischen Bekenntnisse sind doch das langweiligste von allem.
    .
    Kultur ist ein weites Feld, aber speziell mir fehlt eine Reflexion der Verhältnisse, unter denen wir leben. Realismus. Der Roman des 19. Jahrhundert hatte den Anspruch, realistisch zu sein, und darin lag seine Kraft und seine Größe.
    .
    Es gibt natürlich auch eine Kunst ohne diesen Anspruch. Aber bei uns ebenfalls nicht.

  177. Es gibt auch heute ein paar...
    Es gibt auch heute ein paar Autoren, die es versuchen, z.B. Ortheil.
    Gutes Handwerk und liest sich gefällig.

  178. @ Dreamtimer
    "... Vroni ist...

    @ Dreamtimer
    “… Vroni ist für das BGE, glaubt aber nicht an dessen Verwirklichung,
    .
    Nope. Weder für das BGE, noch für die Verwirklichung.
    .
    Und a. a. O. hier habe ich dargelegt, warum die Verwirklichung des BGE nix eine linke, sogar eine sehr neoliberale Einrichtung sein wird, die den Menschen nicht dient, aber massiv Kaufkraft verzerrt. Z. B. Stichwort Umlage komplett auf die Mehrwertsteuer. Da werden einige heulen und mit den Zähnen klappern, gerade die Armen. Zusätzlich zu den Mieten wird das nicht ganz witzig werden. Da sind die 1000 € schnell verdunstet. Das BGE ist nicht umsonst die Idee eines Unternehmers, kleine Leute sollten da sehr misstrauisch werden. Der ehemalige dm-Manager ist nicht der gute, milde Weihnachtsmann mit seinen Gaben. Der konnte schon immer knallhart rechnen. Für seinen Vorteil. Für den Vorteil seiner Kaste.
    .
    Wie Don gegen die Berliner Digitaleria zu schimpfen ersparte ich mir aber. Vielleicht komme ich deswegen recht mild rüber. Grund: Die haben doch eh nix zu melden. Warum soll ich da rumwüten. Mache ich meinen Lieben in der gleichen Zeit lieber etwas Gutes zu essen. Heute: sizilianisch.

  179. lieber The Great Artiste, oh,...
    lieber The Great Artiste, oh, merci beaucoup für ihr sehr freundliches compliment und ihre aufforderung.
    .
    sie sehen meine parvität tiefrot mit gesenktem köpfchen in ihre goldlöckchen versunken, mit wirklich nur scheinbar züchtigem blick auf die zart beschuhten füsschen, die noch vor einigen stunden genussvoll grinsend einige allerwerteste autoren maltraitierten.
    .
    wenn man ihren werten ausführungen zur literatur so folgt: woher wissen sie eigentlich, was in dem besagten buch steht?
    .
    lieber Dreamtimer, vermutlich gibt es den grossen deutschen gegenwartsroman schon längst, auch in veröffentlichter form (zum bleistift the buch), man nimmt ihn nur nicht als solchen war, da er die verhältnisse der menschen im alter von zwanzig bis fünfunddreissig zwar zu treffend beschreibt, aber ausserordentlich langweilig ist.
    .
    langweilig, ja, langweilig ist er auch, weil er die escapismen beschreibt, in denen man sich ergeht, fern der ungeschildert bleibenden ängste, die der don hier in seinem artikel anreisst.
    es ist die rede von den fadesten mosaiksteinchen aus der potenziellen fülle des lebens wie den starfuçkscafés, in denen man sich mit stylisher nerdbrille in angesagten roten hosen und vom grossen bruder geerbter freitagtasche – schräg angelegt freilich – trifft, um aus der grossen auswahl der coolen sorten sich den coolsten café auszuwählen – anstatt aus der grossen varianz der lebensentwürfe, die möglich sind, möglich wurden resp. werden mussten, m.e. gar unausweichlich sind, so man einen funken verstand besitzt, da die sicherheiten, über die die 68 und ihre alterskollegen von den anderen fronten noch verfügen, für folgegenerationen – und je jünger desto unmerkbarer: – in ein kaum merkbares nichts schwanden.
    .
    zu den ängsten hier habe ich bislang wenig vermerkt, zuvorderst, da ich meinen nachwuchs noch in die welt integrieren muss, denn unsere lebensgrundlage kann nicht wirklich für alle herhalten, und insofern gibt es dieses sehr laute grundrauschen der ‘ängst’ längst.
    aber was hilft es.
    gleichwohl wird hier dafür nach kräften gesorgt, dass sie besser ausgebildet werden und flexibler sind als andere, auch im geiste.
    und erzogen im wissen, dass morgen schon oder nächste woche individuell gesehen alles vorbei sein kann, doch für die anderen nicht, die weiterleben werden.
    sei dir sicher, dass nichts sicher ist, dann ist wenigstens dies die sicherheit, die jedoch eher wie ein bett aus rosen denn ein ruhe- oder gar lotterbett ist.
    im prinzip könnte man hier auch überleben, wenn alle erbinnen und erben tapfer zusammenhielten und genügsam das feld bestellten.
    .
    dass die pensionskassen ankündigten, dass die privatrenten wegen der niedrigen zinsen um circa ein drittel niedriger ausfallen könnten, vernahm ich heute morgen vernahm ich über das internetradio.
    nun, nicht ohne grund wird eine solche meldung an einem sonntag in der ferienzeit verkündet.
    vermutlich zielen ihre vertreter darauf, dass sie die garantien, die sie für die unterkante der auszuzahlenden renten ausgaben, im nachhinein noch senken dürfen.
    .
    und ach ja, sagen sie, liebe runde, die gesetzliche rente wird – zurzeit noch – nach oben hin angepasst, in richtung der – gleichwohl nur – offiziellen inflationsrate.
    .
    und die privaten renten, werden die auch angepasst oder ist das dann privat?
    wie viel kuchen wird man sich denn von einer privatrente in höhe von, sagen wir, 565 euro denn in dreissig jahren kaufen können?

  180. lieber HansMeier555, das...
    lieber HansMeier555, das kleine gespenst war ja ganz nett.
    .
    das grosse spanische gespenst prügelt sich gerade mit dem grossen griechischen gespenst um garantien.

  181. Die Sascha Lobos, Helene...
    Die Sascha Lobos, Helene Hegemanns, Ponaders, Sibylle Bergs, die Guttenbergs und Wulffs und von der Laiens unserer Tage, um nur mal einige meiner liebsten aufzuzählen, diese anthropologischen Konstanten gabs schon immer:
    “Wir gingen zusammen hin und saßen im Hörsaal nebeneinander. Als der Redner seine Kanzel bestieg und seine Ansprache begann, enttäuschte er manche Zuhörer, welche eine Art von Propheten in ihm vermutet hatten, durch die etwas geschniegelte und eitle Art seines Auftretens. Als er nun zu reden begann und zum Beginn den Zuhörern einige Schmeicheleien sagte und für ihr zahlreiches Erscheinen dankte, da warf mir der Steppenwolf einen ganz kurzen Blick zu, einen Blick der Kritik über diese Worte und über die ganze Person des Redners, o, einen unvergesslichen und furchtbaren Blick, über dessen Bedeutung man ein ganzes Buch schreiben könnte!
    Der Blick kritisierte nicht bloß jenen Redner und machte den berühmten Mann durch seine zwingende, obwohl sanfte Ironie zunichte, das war das Wenigste daran. (…) nein, der Blick des Steppenwolfes durchdrang unsre ganze Zeit, das ganze betriebsame Getue, die ganze Streberei, die ganze Eitelkeit, das ganze oberflächliche Spiel einer eingebildeten, seichten Geistigkeit – ach, und leider ging der Blick noch tiefer, ging noch viel weiter als bloß auf Mängel und Hoffnungslosigkeiten unserer Zeit, unsrer Geistigkeit, unsrer Kultur. Er ging bis ins Herz alles Menschentums (…) Dieser Blick sagte: “Schau, solche Affen sind wir! Schau, so ist der Mensch!”…
    Man muss wohl immer wieder hinsehen. Das Bühnenpersonal ist oft grausam schlecht, abscheulich wie ein Autounfall, und man kann nicht wegsehen, und erst recht nicht weggehen. Sich zurücklehnen und betroffen blicken aber ist noch gestattet, das ist erst in wirklich ganz schlimmen Zeiten dann auch noch verboten, als Majestätsbeleidigung. Dann wirds gefährlich, ironisch oder zu traurig auch nur zu blicken.

  182. @Dreamtimer
    Die Sehnsucht ist...

    @Dreamtimer
    Die Sehnsucht ist gar nicht so vage, sie ist vielmehr ganz handfest, simpel und konkret: dass die Wirklichkeit nicht immerdar und allerorten so hässlich und unerträglich sein möge, dass man nicht mehr weiß, wohin man noch blicken soll…
    Täglich überlege ich mir neu, welche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Kultur ich diesmal lieber nicht vernommen hätte. Die besten Nachrichten sind noch die, dass mal wieder ein wirklich bedeutender, mit Glück sogar noch lebender und schaffender Mensch, Geburtstag oder ein Jubiläum hat…

  183. Was ist/war Kultur?...
    Was ist/war Kultur?
    .
    Zunächst möchte ich mich für Ihre sehr profunden Überlegungen bedanken, Dreamtimer, und mich bei Jordanus entschuldigen, wenn ich die ursprüngliche Frage in seinen Beiträgen überlesen habe.
    .
    Das stimmt schon sehr genau, dass wir alle mit unseren herumhüpfenden Individualäffchen auf der Schulter weit entfernt sind von einer irgendwie gearteten quasi-mythischen Gemeinsamkeit, wie man sie RocknRollern, Hippies, Punks, Reborns, Ballermänern, Schlagerfuzzis, NeoNazis, Ferrari-Kommunisten und anderen K-Grüpplern, RAF-Sympathisanten zuschreibt – auch wenn die Generalisierung meist ein wenig oberflächlich ist und von aussen kommt.
    .
    Freiheit und Freude wurden abgelöst von Furcht und Unterwerfung, lautete der Ausgangsgedanke, warum wir in dieser kakophonen Symphonie für Klodeckel und Bohrhammer mit dem Titel “Das grosse Genörgel” verharren und immer weniger Spass daran haben, zumal uns der Bettvorleger, auf dem wir gelandet sind, von Bankstern und Politkomplizen immer ein Stückchen weiter weggezogen wird.
    Wer erinnert sich da noch, als welche Art von Raubkatze er oder sie in der Jugend da mal losgesprungen war.
    .
    Sie, Dreamtimer, zählen zurecht die verschiedenen Grundperspektiven in diesem Salon auf. Und vielleicht setzt sich die große moderne Erzählung, deren Inexistenz wir bedauern, wirklich aus einer ganzen Reihe von Figuren zusammen.
    .
    Nicht mehr die Schlacht eines aufgeklärt Erleuchteten gegen die Mächte des Unbewussten, Dunklen, blind überlieferten – sondern das aufrichtige verschiedene Bemühen, aus den plus minus 60 Jahren erwachsener Munterkeit, die uns so geschenkt sind, das beste rauszuholen.
    .
    Es schaudert mich jedesmal, wenn ich lese, sehe oder höre, wie mit Sinnen und Intelligenz begabte junge Leute diese Zeit wegwerfen, um es dann als Tote richtig krachen lassen zu können. (Die eine Wiedergeburt als Fliegin, Grillhähnchen oder Pottwal in Betracht ziehen, seien dabei ganz aussen vor gelassen).
    .
    Machen wir das beste draus, schauen wir den Problemen ins Gesicht, und versuchen wir unseren Kopf dafür einzusetzen, das wir die Erleuchtung nicht darin suchen, eine möglichst perfekt digital mit sich selbst spielende Modelleisenbahnanlage zu erbauen.
    .
    Wer hin und wieder mal Modelleisenbahn- und Modellautosammlertreffen besucht hat, wird schnell auf den Gedanken kommen, dass unsere Kultur vor dem baldigen Aussterben steht, weil den Weibchen unserer Spezies bei dieser geballten Anhäufung von männlicher Anti-Erotik jedwede Form von Vermehrungsfreude vergeht.
    .
    Analoges liesse sich allerdings von einer grossen Zahl von Vernissagen und Kunstauktionen sagen, wo es in diesem Fall die ihr Leid mit dem gebotenen Prosecco wegballernden Männchen sind, wenn sie die von alten Designerklamotten, dickem Make-up und chirurgischen Eingriffen frisch gehaltenen Überreste weiblicher Reizendheit über den ergreifenden Dialog zwischen der Horizontalen und der Vertikalen in einem Stahlschrotthaufen parlieren hören.
    .

  184. Das Genörgel ist nicht...
    Das Genörgel ist nicht annähernd so hässlich und abstoßend wie seine Anlässe und Auslöser, das möchte ich noch anfügen.
    Hässliches Genörgel – ein ästhetischer Einwand gegen Kritik?
    Es ist gerade die Kritiklosigkeit und das Fehlen exzellenter Analytiker und Kritiker heute ein Problem. Oder, wenn sie nicht fehlen, dann ihr langes Schweigen. Sie lassen sich so viel Zeit, bis es eigentlich für Debatten oder Klagen fast schon zu spät ist, ob ein Herr Sinn oder ein Herr Kirchhoff.
    Und die watteweichgespülte Medienwelt saugt jeden klaren Ton auf wie eine Schallschutzwand. Weswegen es keiner Knebel und keiner Zwangsjacken mehr bedarf, ja nicht einmal mehr eines Opiums für das Volk, das in seiner selbstverschuldeten Indolenz einem Komatösen mehr und mehr gleicht…
    Einwand für das Nörgeln: Es macht unglaublich viel Spaß und gute Laune! Es hebt die Stimmung, etwa so wie ein guter politischer Witz.

  185. The Great Artiste
    21. Juli...

    The Great Artiste
    21. Juli 2012, 21:47
    Lieber grossartiger Artist, danke für die Blumen, als Sie Ihren Kommentar verfassten, hatte ich ein tiefes inniges Treffen mit der Welt namens Realität,
    sprich, wir hatten unser monatliches Kochen, 4 Paare, einer kocht, die anderen essen, dabei gibt es immer sehr anregende Unterhaltung über Gott und die Welt,
    auch immer wieder gerne über $€X.
    Gestern hatten wir Vor- und Nachteile der Beschneidung bei Männern
    und passend zu Ihrem Thema Standardhygiene Ganzkörperrasur, die Mode,
    die äußeren Schamlippen entweder ganz zu entfernen oder aufzuspritzen.
    Da sind wir dann auch bei Ihrer Frage: Wer bestellt? Wer konsumiert? Wer bezahlt? ;-)
    Es war eine sehr anregende Diskussion, und da relativ viel Wein floss,
    erinnere ich jetzt nur noch, dass auch irgendwie über Schlauchboote parliert wurde.

  186. whatcrisis21. Juli 2012, 21:16...
    whatcrisis21. Juli 2012, 21:16 Ihr Satz:
    Die Zahl derer, die in sicherer Distanz vom Drama leben, nimmt einfach zu massiv ab.
    .
    Wow, noch einer, der im Real Life mal nach rechts und links schaut.

  187. @Thorsten Haupts
    Welchen Bluff...

    @Thorsten Haupts
    Welchen Bluff meinen Sie denn? Ich sprach nicht davon, dass der Krieg Ähnlichkeit mit der Finanzwirtschaft habe, sondern davon, dass es in Catch 22 ein paar – sagen wir mal, zeitlose – Themen gibt, auf die man auch in Friedenszeiten stossen kann. Diese Themen habe ich genannt. Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt, dann entschuldige ich mich für mein sprachliches Unvermögen. Oder meinen Sie einen anderen Bluff? Dann gewährt Aufklärung, Sire!
    Ich muss jetzt ohnehin zum Flieger, daher noch eine schöne Zeit an alle Plauderer und Diskutanten.

  188. Ehrlich gesagt finde ich, dass...
    Ehrlich gesagt finde ich, dass die Summe der Filous hier einen ausgezeichneten Roman ergibt. Ich amüsiere mich jedenfalls (fast) immer. Gute Teamarbeit ist eben oft erfolgreicher als die eines Individuums – selbst wenn es sich um ein ausgezeichnetes handelt.
    .
    Den letzte Roman, den ich noch zu lesen anfangen wollte, war von Frau Hacker. “flirrenden, atmosphärisch dichten Sprache”, hat die Jury des Buchpreises befunden.
    .
    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/roman-habenichtse-deutscher-buchpreis-fuer-katharina-hacker-a-440501.html
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    Mama mia, SPIEGEL-Redakteur Volker Hage, Buchhändler Stephan Samtleben, die Literaturkritikern Elmar Krekeler, Denis Scheck und Pia Reinacher, sowie der Dramatiker John von Düffel und die Schriftstellerin Terézia Mora hätte mal Donna Laura lesen sollen, dann wüsste sie was das ist.
    .
    ‘In ihrem sechsten Roman erzählt Hacker die Geschichte eines Mittdreißiger-Pärchens, das sich am 11. September 2001 kennenlernt und scheinbar alles hat, was ein junges, erfolgreiches Paar auszeichnet. Trotzdem stehen die beiden letztlich doch mit leeren Händen da. Rat- und tatenlos sehen sie zu, wie ihre Welt aus den Fugen gerät.’
    .
    Die Summe der Dons hier steht jedenfalls nicht rat- und tatenlos da, obwohl die Welt aus den Fugen zu geraten scheint. Und was die ‘Geschichtsräume und in Problemfelder der unmittelbarsten Gegenwart’ betrifft, ist der Blog fast immer auf dem neusten Stand.

  189. whatcrisis 22. Juli 2012,...
    whatcrisis 22. Juli 2012, 14:37
    „Wie kannst du sagen, du habest dir mit dem Leben Mühe gegeben,
    wenn du nicht einmal tanzen willst?“ (Hermine zu Harry Haller)

  190. Der Mappus wäre zusammen mit...
    Der Mappus wäre zusammen mit dem Huber…
    Eine unglaublich lange Lieferzeit …doch ich blieb mir sicher, Sie werden irgendwann, das heißt am 19. Juli 2012 um 22.15, über den Huber schreiben.

  191. Frühwarnsystem Handelsblatt:...
    Frühwarnsystem Handelsblatt:
    Griechenland könnte schon im September pleitegehen.
    Kaffee und Kuchen holen … dann hat man schon mal DAS hinter sich.
    Frühwarn-Literaturblogs- bröseln garantiert –
    wenn man nicht einen effizienten cliffhanger einbaut.
    z.B. “die Tunixe im Saustall Berlin”
    Ein cliffhanger: “Sapere aude ” – wär das was?
    Der eine sagt aha:
    „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
    und es fällt ihm die Schweiz ein, weil er da Herrn Sowieso, den Schwager von …. und zu….kennt.
    Der andere interpretiert aber so: „Wage es, vernünftig zu sein!“
    und dem fällt ein, dass er eigentlich nicht viel zum Glück braucht, er wird als liebenswürdiger Mensch schon weiterhin mit seiner Familie, den Freunden und den Nachbarn zurecht kommen und kümmert sich erst mal…genau um die.
    Und wer z.B. im FERNSEHEN sah+hörte, wie Heiner Schlitzohr geschickt
    die Bürger und die Verträge bei S21 vergeißelt hat – sollte zumindest
    hellhörig geworden sein.
    Er legt deshalb schon mal Bach-Oden auf: “Erwacht zum neuen Leben”
    Mitsingen!

  192. The Great Artiste 22. Juli...
    The Great Artiste 22. Juli 2012, 14:46
    Auch eine Modelleisenbahn schiebt hin und wieder in den Tunnel.
    Dieses Bild wird im Film doch immer wieder gerne verwendet.

  193. Vroni 22. Juli 2012,...
    Vroni 22. Juli 2012, 12:50:
    “Die haben doch eh nix zu melden. Warum soll ich da rumwüten. Mache ich meinen Lieben in der gleichen Zeit lieber etwas Gutes zu essen. Heute: sizilianisch.”
    So ähnlich wird man auch am Hofe Ludwigs des Letzten von Frankreich gedacht haben – bevor erst der Vorhang und dann die Guillotine fiel.
    Es kann nicht schaden, Ideen beizeiten einmal bei Lichte zu betrachten, manche von ihnen werden nämlich lästigerweise Realität, auch eine Form von Realismus, und ein Phänomen des Spiels von Geist und Macht.
    Was hätte uns eine rechtzeitige breite kritische Analyse und öffentliche Diskussion des Euro beispielsweise alles ersparen können. Und nun haben wir all die täglichen Kalamitäten.

  194. am rande:
    .
    und den...

    am rande:
    .
    und den freiwilligen konfuzianismus denunzieren auch wir gar nicht. jedenfalls nicht mehr so sehr. wie z .b. heute vormittag noch.
    .
    @great a.: die welt nicht verändern, was sonst? http://www.youtube.com/watch?v=CzTgs0bfp54
    .
    und @ hansmeier555
    .
    nicht seßhaft-sein bedeutet nun einmal maximalkritik. an den hockern.
    .
    und mehr wortmusik bitte! (silben an die tonleiter!)
    .
    und die einen treiben sich auf der strasse herum. und die anderen in meinen büros. was wäre der unterschied? (aus der ersten postmodern-nachgereichten klagesammlung altgedienter arbeitgeberverbände)
    .
    abwechslungen, gerade jetzt wieder jede woche neu empfohlen. (man, oder hannibals nachfahren – mit 440 elefanten über den schwarzwald.)
    .
    und hütten, förster, sensationen. (“salto tannale” – sogar der deutsche wald kommt jetzt auch in bewegung) (was wir den finanzmärkten auch noch verdanken)
    .
    und blogger an die festplatten! (denn des literaten zusammenhalt war der buchrücken)
    .
    und die USA antworten mit wüste. (eine eisarmee zur eroberung alaskas aufstellen)
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    und die zustände unter erhaltung der westviertel nähern sich einem vorläufigen höhepunkt.
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    und die wahrheit, dass die welt eine stellschraube wäre, ist zum glück auch nicht auszurotten.
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    die womöglich weiterhin typische musik zur zeit. http://www.youtube.com/watch?v=ZsZgoANROBE
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    während weiter wenige bloggen oder schreiben, werden auch weiterhin im hintergrund von vielen neue kulturoasen gezimmert, nach art der potemkinschen staatsverfassungen. (denn staat ist kultur.)
    .
    und wenn auch weiterhin nur diejenigen arbeiten gehen dürften, die es nicht gerne machen, wäre die republik nicht komplett.
    .
    und warum bildung, wenn schon prinzipien unnütz sind?

  195. rebecca f. - a voice praising...
    rebecca f. – a voice praising god.
    .
    und @donna laura: eine gute ehe besteht zu 90% aus streit, zu 9% aus versöhnung, 0,9% liebe und 0,1% gemeinsamkeit. (und es gibt viel gemeinsamkeit in einer guten ehe)
    .
    und nur leckerer speck macht die liebe beweglich. (salatblat ist stillstand.)
    .
    und es gibt ein vermesssungsbüro. sogar auf dem lockhorn.
    .
    und grpoße politik im rückspiegel. (ich habe nioch nie einen erstklassigen soldaten gesehen, der ein zweitklassiger mensch gewesen wäre. (de gaulle))
    .
    und revolution 2.0 (wenn die westviertelsöhne endlich die ostviertel stürmen. als moderne sinnsuchernomaden, durchgangsweise.) (nicht auf der suche nach beute oder frauen)
    .
    und vielleicht handelt es sich ja auch bloß um so eine vollkommen natürliche art von zyklischem kapitalismus-porno? (werdet endlich wieder bloß und nackt, werft alle finanzdecken fort!) (ok, es handelt sich lediglich um die wiederherstellung von natürlichkeit)
    .
    und die gutgenetiker unter uns werden es noch erleben.
    .
    und der tod eines menschen ist mehr, als bloße beschäftigungstherapie für soldaten, kriminelle, staatsanwälte und medien.
    .
    warum finanzmärkte vollkommen banal sind? (weil sie handeln wie suchtkranke. sie müssen sich zugang zu ihrer droge erzwingen)
    .
    und das problem an der krise sind am ende immer die vielen armen leute. (im staatsdienst) (warum wir dafür in zukunft nur noch reiche nehmen)(damit alles wieder sicher und gemütlich wird natürlich)
    .
    und zur aktiven verkleinerung deutschlands trage ich nichts bei. (höchstens meinen immobilienbesitz)
    .
    und das bekannte blogger-paradoxon? (man kann nicht ständig mit don a. zusammen sein – und auf dauer trotzdem ein idiot bleiben)
    .
    und beim kauf eines stillebens, kaufte man da nicht eher den tod, als das leben?
    .
    und man sollte immer in zwei dinge thesaurieren. (sicherheit und ein gutes leben)
    .
    und incognito road – oder was wollte man mit solchen, die geschworen hätten, niemals auseinander zu stehen?
    .
    und soweit wir die gesetzesprotokolle richtig verfolgt hatten, wurden bilanzen daraus. (brüderle auf dem letzten kongress der liberalen internationale.
    .
    und neue meditationen, dem deutschen volk von sich selbst vorgeschlagen? (“staaten kommen – und staaten gehen; wir aber halten unseren besitz fest in der hand”)
    .
    und der untergang der ddr war eigentlich etwas anderes. (ein ausbruch der amateure nämlich?)
    .
    und mit gruppen vion deutschen kann man keine ziele erreichen. mit gruppen von deutschen kann man nur jammern.
    .
    und der feind steht links. links von marine le pen.
    .
    oder so.

  196. @perfekt 57 19:40,
    herzlichen...

    @perfekt 57 19:40,
    herzlichen Dank, jetzt hab ich es auch verstanden…mein ich.
    .
    Nur die Westviertel zu erhalten, war schon beim letzten Mal sehr teuer, und mehr als man hatte. Wie oft lässt sich das wiederholen?
    .
    Warum gibt es nur so gute und Viele ansprechende Musik und Interpreten?
    Sie gehen doch über die gleichen Parcours und sind ähnlichen medial/industriellen Fertigungsmethoden ausgesetzt wie die Autoren.

  197. liebe/r Der Tiger/17.07 u: es...
    liebe/r Der Tiger/17.07 u: es steht zu vermuten, dass sich mal wieder ein scherzkeks ihres werten und geschätzten namens bemächtigte, um ein bestimmtes buch zu promoten.
    .
    warum auch nicht, wenn es begründet ist, aber wieso durch kapern eines eingeführten nick names (grüsse an frau hacker, wie geht es ihr)?
    .
    und, ach ja, zum dritten absatz: wie meinen?

  198. Sehr verehrte Donna Laura!
    Das...

    Sehr verehrte Donna Laura!
    Das da oben habe ich tatsächlich selbst (allerdings teilweise vom Spiegel ab) geschrieben. Was den dritten Absatz betrifft, habe ich keine Ahnung was “flirrende(n), atmosphärisch dichte(n) Sprache” ist. Ich bin ja auch kein Literaturkritiker wie MRR, sondern kann (bezahlt) nur trockene Vertragstexte und Lastenhefte schreiben. Aber da “flirrende(n), atmosphärisch dichte(n) Sprache” offensichtlich ein großes Kompliment für eine literarisch schreibende Person ist, wollte ich es an Sie weitergeben.
    Ich hoffe, ich habe Sie damit nicht beleidigt.
    Mit freundlichen Grüssen
    Der Tiger

  199. Eine wirklich spannende...
    Eine wirklich spannende Diskussion heute. Dreamtimer. Mediensegler. Donna Laura. Whatcrisis.
    Und ansatzweise möchte ich auch mal ThorHa loben. Auch wenn ich oft “Oje” denke (wie möglicherweise einige andere??), beim Lesen seiner Beiträge – gerade der Ausfall nicht medienhäppchengerechter Gedanken im öffentlichen Talkshowzircus führt dazu, dass heftigere Vertreter einer ähnlichen Denkungsart sich ganz in den Schmollwinkel zurückziehen, und anfangen, wirklich extrem zu werden.
    Gelebter Pluralismus lebt auch vom Zusammenleben klar unterschiedlicher Weltanschauungen.
    .
    Welche “Sympathisantenscharen” hätte die RAF hinter sich herziehen können, wenn sie den armen Schleyer hätten laufen lassen nach dem Motto: “Wir sind nicht wie Ihr.” Nachdem sie wochenlang mit ihm zusammen gehaust haben.
    .
    Eskalation ist immer so ein stupides Balett, in dem man den nächsten Schritt nur macht, weil man über die letzten fünf nie gründlich nachgedacht hatte.
    Eine Tragödie, die in Deutschland lange Tradition hat, wen man an die Thesen von der stufenweisen Radikalisierung des Dritten Reichs denkt, je näher es dem Untergang ging, desto schlimmer wurde es.
    .
    Miteinander reden. Streiten. (möglichst ohne beleidigend zu werden).
    Das finde ich im Moment ganz spannend.
    Wenn mir nicht falsch ein gewisser wehmütiger Erotizismus zugeschrieben wird, sehe ich den effektivsten Hebel zu einer Verbesserung der Lebensverhältnisse in glücklichen Liebesbeziehungen, Freundschaften und freundlichen Verwandtschaftsbeziehungen.
    Eine Ethik der Nähe, mit nach aussen abnehmendem Grad der Verpflichtung.
    Die aber gerade deshalb nicht antisozial wird, weil man nicht mit überbordender Gier nach Selbstglorifizierung den Beziehungs-Leichenberg verdrängen muss, den man so hinterlassen hat.
    .
    Und aus der Freude, die man aus der Zeit mit seinen Lebensgefährten zieht, wird man genug Empathie lernen, den Wunsch nach menschlichen Lebensbedingungen auch bei anderen zu akzeptieren – statt nur nach dem grössten Haus, dem teuersten Auto, der längsten Yacht, der seltensten HO-Märklin-Modelllokomotive oder dem beklopptesten Stahlschrotthaufen zu lechzen.
    .
    Wie dämlich muss man sein, ein paar afrikanische Krankenhäuser für eine wirklich hässliche Giacometti-Plastik auszugeben, die förmlich danach geschrien hat, hundertfach kopiert zu werden….
    .
    Kunst ist für mich immer noch, etwas zu schaffen, was man können muss, und was man nícht beliebig gleich gut nachmachen kann.
    .
    Und gerade weil ich sehe, wie sehr die Perspektiven von Männern und Frauen auf Sexualität auseinanderliegen, kann ich eine gewisse Wehmut auf die Zeiten vor Aids und Internetpornographie nicht verleugnen, als ALLE froh waren, dem Mief der Jahrhunderte entronnen zu sein.
    .
    Gerade weil wir heute ausgeprägte Individuen sind, sind erotisch befriedigende Beziehungen darum recht schwer geworden: Wie oft laufen sich Exhibitionistin und Voyeur, Masochist und Sadistin, Fesselfreak und Bondageliebhaberin, Gummiadler und Lederhaut über den Weg?
    .
    Scherz beiseite, aber bei aller individuellen Ausprägung ist es schwer geworden, die Erwartung und das Faible des anderen zu treffen.
    Zumal den selektiven Grundton der weiblichen Erotik eine möglichst hohe Qualität des theoretischen Nachwuchses ausmacht; ich glaube, Frauen wählen i.A. sehr viel gründlicher und spezifischer aus.
    .
    Sie legen sogar viel mehr Wert auf eine schönen Partner, als Männer, die zwar gerne ein Trophy-wife an ihrer Seite sehen, aber wie Schwarzenegger oder Becker dann doch einen Homunculus mit der Putzfrau im Treppenhaus zeugen können.
    .
    Wir Männer sind zu einer gewissen, die Savanne beglückenden Abwechslung verdammt. (s.O.) Sonst könnten wir uns mit vierzehn das Prn0heftchen unseres Lebens kaufen und mit den feuchten Früchten unserer Hände bis ins hohe Alter glücklich werden.
    .
    So schwer es einer schönen Frau fällt, zu verstehen, warum nicht Ihr Anblick und ihre Berührung auf der Stelle eine befriedigende Erregung hervorbringt, kann man als Mann erklären, warum wir immer wieder eine gewisse Variation in unserem Liebesleben ( die nicht zwingend eine andere Partnerin bedeutet) brauchen, um begeistert zu werden.
    .
    Da man darüber aber nicht reden kann, giftet man sich lieber ein paar Jahre an und lässt sich dann lieber scheiden.
    Vorher hat man es dann noch mit glorreichen beruflichen Erfolgen, teuren Wellnesskuren und Operationen und ein paar diskreten Affären auf Dienstreise oder mit dem Reitlehrer versucht.
    .
    Und dann wird die ganze Schreisse an den Nachwuchs weitergegeben, der dann sein Heil als Computernerd, Ökotussi oder Sauerkraut-Tali&&n sucht.
    .
    Was sie da schildern , mediensegler, lässt einem sowieso das Blut in den Adern gefrieren. Gruseliger können zwischengeschlechtliche Missverständnisse nicht eskalieren.
    Welcher Mann wünscht sich eine Frau, die an bestimmter Stelle wie ein Sparschwein aussieht?
    .
    Weibliche Beschneidung ist für mich im Prinzip ein Tabuthema auch für diese, doch in erster Linie der Unterhaltung dienliche Runde, so unsagbar krank wie der Holocaust – aber dass das Frauen auch noch freiwillig machen lassen aus einer amoklaufenden ästhetischen Vorstellung ist so ziemlich eine der extremsten Folgen, dass man über S%x nicht reden kann.
    .
    Wir liegen da, glaube ich, gar nicht so weit auseinander – was gibt es Besseres für das Selbstbewustsein und gegen die Existenzangst, ohne alle amourösen oder kommerziellen Verrenkungen nett im gegenseitigen Einvernehmen geamselt zu haben – und zu wissen, dass es keiner Peitschen, Windeln, Nylonstrümpfe und was sonst noch alles braucht, um sich an den natürlichen weiblichen Reizen zu erfreuen?
    .
    Das das leider viel einfacher geschrieben als getan ist, ist leider traurige Realität.
    .
    Wir alle malen uns in der Phantasie eine Liebesnacht in einer tahitianischen Bucht bei Vollmond aus, sind aber viel zu feige, ohne Badelatschen vom Liegestuhl ins Meer von Cesenatico zu laufen, weil ja doch irgendeine Glasscherbe oder spitze Muschel im Sand verborgen sein könnte.
    .
    Wir sind alle viel zu gut dressiert, um uns aus unseren Schneckenhöschen heraus zu trauen.
    .
    Oder wir finden gleich Drogen aller Art sowieso viel aufregender.
    Meistens aber sammelt man Modelleisenbahnen, Oldtimer, Barockgemälöde, Silberkannen oder Leipziger Schule….

  200. Der Tiger 22. Juli 2012,...
    Der Tiger 22. Juli 2012, 17:07
    Sind Sie das wirklich?
    Fühlt sich irgendwie nicht richtig an.

  201. @whatcrisis -...
    @whatcrisis – Eurodiskussion:
    Nur der Fairness halber, die gab es! Sie wurde nur weitgehend ignoriert. Weil sich Medien- und Politikergruppen in einem einig waren: Europa wird und muss kommen. Mea culpa, ich war damals derselben Ansicht, der Euro würde ein einiges Europa schlicht erzwingen, das war allgemeine Ansicht der Europabefürworter. Liest man das Argument umgekehrt, waren die immensen Schwächen der Waehrungs- ohne politische Union praktisch Allgemeingut. Bei denen, die sich interessierten.
    Gruß,
    Thorsten Haupts.

  202. @silent cook: Die Kernschmelze...
    @silent cook: Die Kernschmelze hat begonnen. Die EZB kann möglicherweise noch etwas kühlen, aber irgendwann fliegt uns der Bettel um die Ohren.
    .
    German Angst war niemals wertvoller als heute.

  203. Nun, ich will wenigstens einen...
    Nun, ich will wenigstens einen Vorschlag machen, wie wir halbwegs geordnet aus der Misere raus kommen:
    .
    Neben der bereits geforderten sofortigen Umstellung der (viel zu hohen) Beamtemgehälter + Pensionen auf die neuen Weichwährungen könnten auch die Gläubiger der öffentliche Forderungen ihre Zinszahlungen weiterhin in EUR, die Rückzahlung aber in lokaler Weichwährung (sei es Drachme, Peseta, Escudo etc.) erhalten.
    .
    Damit wäre auch Zeit gewonnen, die die Politiker scheinbar doch so dringend brauchen.

  204. @ whatcrisis
    Immer solche...

    @ whatcrisis
    Immer solche dramatischen, angstmachenden Vergleiche aus dem Guillotine-lastigen Splatter & Blood-Geschichtsunterricht. Cool bleiben: Die BGE-befürwortenden Piraten sind bundesweit nach ihrem 10%-11%-Höhenflug im Mai wieder bei 6-8% gelandet.
    .
    @ alle, Don
    Viel besser als gezielt Vorstände oder piratennahe Pesonen aus den Berliner Kreisen anzudissen, wäre Aufklärung für alle. Damit keiner – egal welcher Provenienz – mehr auf die Idee kommt, mit verschwiemelten BGE-Versprechen in den Wahlkampf zu ziehen und mit der Dummheit der Leute billig Stimmen zu ködern. Das ist doch das Problem, das Dumme-Ködern.
    .
    Dafür zu sorgen, dass das Heilsversprechen des BGE Götz Werner’scher Strickart und die damit zusammenhängende Rechenschwäche der Bundesbürger aufgedeckt wird.
    .
    Wer, z. B. wie er, will, dass die normalen Soalzialleistungen und Steuern wegfalllen und dafür eine 50%-ige Mehrwertsteuer eingeführt wird, der will, dass die kleinen Leute die Zeche zahlen: Essen und Miete steigen für Kleine ins Unendliche. All ihr kleines Gehalt oder BGE wird dafür drauf gehen. Firmen ist diese hohe Mehrwertsteuer als Kostentreiber fast egal: Sie reichen sie einfach weiter und sie können sie dazu noch als Vorsteuer absetzen. Gewinne vor Steuern werden nach wie vor gerne von deren kreativen Bilanzkünstlern kleingerechnet. Einen Haushaltsvorstand mit einem Gehalt ab 10.000,000 [Währung bitte selbst einsetzen] kratzt eine derart hohe Mehrwertsteuer kaum. Bei dem sind die Kosten der Lebensführung nicht in so großer Relation als bei jemande, mit 1000,00 [Währung].
    .
    Finde die Angstmache, die beinahe religiösen Pros und Kons und die Unsachlichkeiten – auf beiden Seiten, der Gegner und der Befürworter – bezeichnend. Übel auch dieses die-wollen-bloß-nichts-arbeiten-Gedisse.
    .
    Anscheinend kann aber keiner der beiden Seiten Mathe und wenigstens ein bisschen Wirtschaftsrechnen.
    .
    Es kann doch nicht so schwer sein. Bereits mit dem 50%-Mehrwertsteuerding kann man einem Befürworter von mittlerer Intelligenz verständlich ausrechnen, dass er mit dem BGE auf ein noch schmaleres Existenzminimum kommen wird als bei Hartz 4. Da gewaltige Abzüge dank der MwSt. Gleichzeitig ist er genauso wie bei Hartz4 image-mäßig auf dem sozialen Abstellgleis und kommt da nimmer weg.
    .
    Meine Conclusio: Das Werner’sche BGE ist eine der billigsten Stilllegeprämien-Ideen, die es im neoliberalen Dunstkreis gibt und perfekter Klassenkampf von oben im Heileheile-Gänschen-Gewande.
    .
    Unternehmer werden sich die Hände reiben, da die Preise für Dienstleistungen rapide nach unten gehen werden. Denn keiner wird zum Beispiel einem freiberuflichen IT-ler/Entwickler mehr sein gewünschtes Stundenhonorar von z. B. 90,00 [Währung] zahlen. Er wird ihm sagen: Du kriegst doch Grundeinkommen, dann gehe auch mit dem Stundenhonorar runter! Alle betriebswirtschaftlichen Kalkulationen eines Heers an Dienstleistern werden in die Tonne gekloppt werden können. Seltsamerweise wird umgekehrt keiner der Verbraucher vorm BMW-Werkstor stehen und lauthals ein günstigeres Wägelchen fordern können, weil die Familie Quandt doch auch Grundeinkommen bekäme…
    .
    Die ganzen Heilsversprechungen, dass mit einem BGE die Leute weniger Existenzangst hätten, sind Makulatur: Im Geldbeutel kann es und wird es sogar noch viel schlechter aussehen. Angst plusplus. Eine einfache Polizistin, die 1500,00 netto (Währung] kriegt, wird sich schwer überlegen, ob sie nicht doch besser zuhause bleibt , statt sich beim gefährlichen Großsstadt-Streifendienst zusammenschießen zu lassen, denn das Grundeinkommen wird ihrem kleinen Gehalt (nach Werner’schem Vorschlag) AN-gerechnet: 1000,00 plus 500,00. Sie wird also nach wie vor nur 1500,00 bekommen, von wegen toll zum BGE dazu verdienen. Diese seltsame finanzielle Konstruktion motiviert auch den Nichtfaulen zu überhaupt nichts an toller kreativer Mehr-Arbeit, außer zum zuhause bleiben.
    .
    Wer nicht glaubt, das bei Götz Werner so gerechnet wird, der lese und staune:
    http://www.unternimm-die-zukunft.de/de/zum-grundeinkommen/kurz-gefasst/prinzip/
    .
    Jahrelang war ich diesem Mann neutral bis freundlich gegenüber eingestellt und fand, das Ding mit der positiven Grundannahme, dass jeder Mensch doch eigentlich gerne (dazu) arbeite, hat was. Hat auch was. Bin weniger negativ als Don zum grundsätzlichen Willen des Menschen eingestellt, arbeiten zu wollen. Die meisten Menschen wollen das, weil das Anerkennung bedeutet.
    .
    Aber Götz Werners Finanzierungsvorschläge mit der Mehrwertsteuer-Umlage sind schlicht gesagt ergreifend zynisch. Hauen die Preise für industriell hergestellte Dinge rauf, untergraben jede Eigeninitiative/Motivation, schädigen kleine Dienstleister, machen ihre Preise kaputt, schädigen den Binnenmarkt endgültig (wer fast nichts mehr übrig hat zum Monatsende, der spart eisern am Essenausgeben) oder sind gar für die Tonne. Wer soll bitte so etwas reinfallen, wenn er’s denn mal begriffen hat: 1000,00 abzüglich Essen 500,00 und abzüglich Miete 600,00 = -110,00. = Schulden monatlich. Und iPhone: gestrichen. Ab in die Brandenburgischen Wälder und Holzhütte gebaut, Beeren essen.

  205. @ ThorHa 22. Juli 2012, 22:36...
    @ ThorHa 22. Juli 2012, 22:36
    Das all diesen Absurditäten zu Grunde liegende Problem ist das Prinzip Demokratie, das nun mal unweigerlich dem Mittelmass alle Macht überantwortet. Es kann manipuliert werden und wird alles nachplappern, wenn man nur an seine Instinkte appelliert, derzeit sehr beliebt: die Habgier.
    Welch absurdes Denken muss in einem Volk vorherrschen, das die letzten drei Kanzler gewählt hat. Nun muss es halt mit den Folgen leben.

  206. Die Diskussion zum Euro gab...
    Die Diskussion zum Euro gab es, aber am falschen Ort.
    .
    Am richtigen Ort fehlte sie, nämlich innerhalb der Parteien, innerhalb der Parlamente, innerhalb der großen Vier-Parteien-Koalition, die bei uns seit Jahrzehnten die Politik oligopolisiert hat.
    .
    Und schon gar nicht in Brüssel.
    .
    Die politische Klasse ist eine Makro-Korporation, die im Konsens regiert und sich durch Kooptation erneuert.
    .
    Es ist schon lange nicht mehr so (in D überhaupt nie so gewesen), dass sich in der sog. “bürgerlichen Zivilgesellschaft” ein politischer Wille bildet, der sich dann über die demokratischen Instanzen als Regierungspolitik manifestiert.
    Sondern andersrum: Die herrschende Korporation ist immer schon da mit ihren Zielen und Ideen und braucht den demokratischen Zirkus nur, um hübsch Akklamation aufzuführen.
    .
    Was natürlich nie so lange und reibngslos funktioniert hätte, wenn die Regierten nicht alles in allem zufrieden gewesen wären.
    .
    Zitiert der Ministerpräsident den Finanzminister am Sonntag nachmittag für 23 Uhr in die Staatskanzlei, eine Ausgabe über 4,3 Milliarden abzusegnen. Und der unterschreibt tatsächlich.
    Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet: Die Kanzlei Gleis Lutz nämlich.
    .
    Wir haben in Europa kein Finanzproblem. Im Gegenteil, wir sind immer noch viel zu reich und viel zu produktiv!
    Wir haben ein Identitätsproblem. Wir wollen demokratisch sein und können es nicht, und darum fühlen wir uns immer so unglücklich.

  207. Noch nie war german angst so...
    Noch nie war german angst so gut bzw. so wichtig wie heute? Na, ich weiß nicht. Vorsicht, Sorgfalt, Überlegtheit sind die besseren Ratgeber. Existenzangst ist mir zu nahe an Panik. Angst ist natürlich ein Warnsignal, aber wozu braucht es noch Warnsignale, wenn die Krise längst allen bewusst ist?
    .
    An Signalen fehlt(e) es ja nicht. Sondern vielmehr an angemessenen klugen Reaktionen. An vernünftigen und haltbaren Risiko- und Folgenabschätzungen, daran, diese dann auch in effektive Schutzmechanismen umzusetzen, diese auch zu aktivieren – oder, in der Einsicht, dass alle Vorkehrungen nicht ausreichen werden, das technische Großprojekt einzustellen.
    Wenn man hingegen grobfahrlässig bedenkenlos mit elementaren und schnell unkontrollierbaren Kräften zu spielen anfängt wie ein Zauberlehrling (ohne dass es einen Meister in der Hinterhand noch gäbe), dann ist Panik beim Eintritt des eigentlich vorhersehbar gewesenen GAU nur das Bewusstwerden, dass man sich übernommen hat.
    Wenn ich weiß, dass Atomkraft ein Spiel mit Feuer ist, das zum Großbrand führen muss, früher oder später, dann muss ich die Finger davon lassen. Auch hier wieder: Fukushima als lehrreiches Beispiel. Und auch hier wieder ein kurzer kritischer Blick auf die Lage: was wird eigentlich gemacht, um wirklich da auszusteigen? Nichts! Stattdessen Boykott des Notwendigen mittels Untätigkeit.
    Was wird gemacht um die Kräfte unkontrollierbarer Finanzmärkte herunterzufahren und einen Ausstieg aus dem System mit festeingebauter Katastrophe zu machen? Nichts! Vage Zusagen. Man werde versuchen, sich da für Korrekturen einzusetzen. Das ist Absage mit Ansage!
    So lösen sich nicht nur Probleme nicht, so kommt auch berechtigte Kritik und Unzufriedenheit mit derlei Regierungskunst nicht zur Ruhe. Aber es geht ja in der Politik mE nicht mehr darum, Probleme zu lösen oder demokratisch Wählerwillen zu ergründen und dann zu repräsentieren. Es geht auch nicht mehr darum, Schaden für Nation oder deren Bürger abzuwenden. Da begnügt man sich inzwischen mit einem hinreichend erscheinenden “so tun als ob”.
    .
    Weder Angstbürger noch Wutbürger möchte ich. Sowohl die entfesselte Gier als auch entfesselte Panik im Großmaßstab will ich nicht erleben, werde es aber womöglich müssen. Es war einmal möglich, dass Westviertler und Ostviertler friedlich koexistierten. Jetzt hingegen sieht es fast so aus, als würden sie planvoll aufeinander gehetzt, und nichts steht mehr mäßigend, dämpfend oder verbindend in der Mitte. Weil die Mitte – obwohl alle Parteien sie doch haben wollten – auf- und abgelöst wurde. Und so fliehen die Massen zentrifugal an die Ränder, das Ganze bekommt massiv Unwucht, fängt an zu eiern und muss in Kürze um die Ohren fliegen. Jeder Automechaniker wird wissen was ich meine, aber auch jeder Atomingenieur. Nur unsere Staatselite scheint keine Ahnung zu haben (was ich ihnen aber nicht glaube, und selbst wenns so wäre: dann verlangte ich, dass sie sich gefälligst sachkundig zu machen haben). Passend dazu die sich mehrenden Anzeichen, dass die Volksvertreter, wenn sie denn nicht ohnehin gleich von vornherein übergangen werden, zuwenig Zeit haben, Entscheidungsvorlagen auch nur vollständig zu lesen, geschweige denn zu begreifen oder die Folgen zu bedenken! Sie sollen blind abnicken, die Dosimeter ausschalten, wenn sie ihren Job behalten wollen – so siehts für mich aus.
    .
    Das Bürgertum, ob nun konservatives, liberales oder soziales – wurde neutralisiert. Politisch, und auch ökonomisch. Man hat die Wurzeln vergiftet, die Triebe kupiert und geizt nach Kräften mit Nährboden und Pflege. Statt blühenden Landschaften also verbrannte Erde.
    Wo die bürgerliche Mitte aber fehlt, fehlt der verbindende Kitt und die stabilisierende Masse in der Mitte, je stärker soziale Ungleichgewichte, je größer die Abstände zwischen oben und unten, arm und reich, desto labiler und desto weniger sozialer Friede (und desto weniger Lebenszufriedenheit, desto mehr Krankheiten, übrigens auf allen Seiten und an allen Rändern). Ohne Schwerpunkt in der Mitte kein Gleichgewicht, sondern Disbalance und Dysfunktion, und das Ganze muss und wird dann kippen. Es braucht weder Angst noch Wut, um das erkennen zu können, und noch weniger, um das zu verhindern. Dazu braucht es gute alte aufklärerische Tugenden: Vernunft! und Mut, sich ihrer zu bedienen.

  208. Schätze mal Schwarz-Geld wird...
    Schätze mal Schwarz-Geld wird 2013 wiedergewählt und Wessiwelle nochmal FDP-Vorsitzender.
    Stellen Sie sich schon einmal darauf ein.

  209. @Köstlich
    Immer auf die...

    @Köstlich
    Immer auf die Beamten… ich war schon immer dagegen, funktionierende Infrastruktur qualitativ ersatzlos zu vernichten und sein Tafelsilber bei dubiosen Metallhändlern weit unter Preis zu verscherbeln. Was haben die neoliberalen Vernichtungsfeldzüge schon alles mit der Bauernfängerei der Privatisierung untergepflügt. Nein danke, irgendwann ists wirklich mal genug des Nepps. Lohndumping auch noch in der öffentlichen Verwaltung? Schuldensklaverei auch noch dort!? Bei solchen Vorschlägen frage ich mich, ob denjenigen überhaupt bewusst ist, was sie an (noch) gut funktionalen öffentlichen Strukturen und Infrastrukturen haben. Falls ihnen dazu nichts einfällt: ein Blick in den wilden Osten könnte sich lohnen; ab jenseits von Polen, und ruhig auch bis hinter den Ural, Pakistan oder Afghanistan beispielsweise. Die klügeren in unseren neuen Bundesländern haben begriffen, wie wertvoll Rechtsstaat und eine verlässliche funktionale Verwaltung sind, nicht nur für die Freiheit, auch für materielle Sicherheit… Gauck ist nicht grundlos über dies glücklich und dankbar dafür, und er steht damit auch nicht alleine.
    @Vroni
    Danke für den Argumentationsleitfaden, das hat mir einiges an Aufwand erspart und mich überzeugt. Möge die frohe Botschaft sich verbreiten!
    Die Rechenkunst ist in Zeiten wie diesen ein survival tool allerersten Ranges; Rechenschwäche kann geradezu tödlich sein. Und der Grad ihrer Verbreitung ist erschreckend. Dyskalkulie ist der moderne Analphabetismus, und es gälte, die Massen das rechnen zu lehren.
    .
    Zu BGE und Piraten: Umfragewerte sind nur trügerische Momentaufnahmen. Die Größe von Eisbergen bemisst sich nicht nach ihrem sichtbaren Anteil, und überhaupt werden sie leicht unterschätzt, besonders gefährlich wirds, wenn man sich an Bord von unsinkbaren Technikwundern wähnt, mächtig, weil geschützt von Systemkomponenten, konstruiert “too big to fail”…
    Die Wirkung von Ideen hängt nicht nur und nicht unbedingt entscheidend von Zahl oder Art ihrer Anhänger ab, das kommt noch erschwerend hinzu.

  210. @ Don: Sehr schoener Text zu...
    @ Don: Sehr schoener Text zu einer sehr nahegehenden beobachtung.
    .
    “Human resources”. What to do with resources? You exploit them…
    .
    Da gefaellt mir dem Naturell nach der altertuemliche Begriff der “Personalverwaltung” gleich wieder viel besser.
    .
    Was aber die Angst angeht- die schafft auch Helden. In letzter Zeit selten schoen formuliert von Stephen Hunt- sicher kein Thomas Mann und durch Genrebindung im Handicap, aber ein sehr vergnueglicher Schriftsteller:
    .
    “Brave is waking up every morning and trudging into a mill or the fields before the sun is up, worrying about feeding your family, worrying about whether your children will get an education, food on their plate, or survive the next winter’s round of whooping cough. Worrying about whether the crops will fail or your manufactory will have enough work to be able to hire you on for the following month. That’s real fear, Mister Keats. Living an ordinary life takes real bravery”.
    Hunt, Stephen. Jack Cloudie. Harper Collins, Inc.

  211. Nun wirds ernst mit dem GAU,...
    Nun wirds ernst mit dem GAU, zunächst für Griechenland. Mit dem IWF sind ja auch Finnland und Belgien automatisch schon ausgestiegen, und auch D hält wohl daran fest, dass es Geld nur und nur solange gibt, wie IWF und alle anderen, die noch Geld ausgeben könnten, sich beteiligen. Das Ende naht, nun mit schnellen Schritten:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/griechenland/zeitungsbericht-merkel-verweigert-neues-hilfspaket-fuer-griechenland-11829107.html

  212. Zur Demokratie fehlen uns alle...
    Zur Demokratie fehlen uns alle zivilisatorischen Voraussetzungen.
    .
    Finden wir uns damit ab und ziehen daraus die offensichtliche Schlußfolgerung: unter den nichtdemokratischen Regierungsformen die älteste und schönste wiederzubeleben.

  213. @whatcrisis -...
    @whatcrisis – Griechenland:
    Ich hoffe ja, Sie haben Recht. Wäre der erste Schritt zur wirklichen Lösung der Krise – den unheilbaren Wundbrand herausschneiden. Dass Griechenland unrettbar Pleite ist, wusste man schon vor 2 Jahren, bei Anwendung der Kulturtechnik “Rechnen”.
    Gruß,
    Thorsten Haupts

  214. @HansMeier555 -...
    @HansMeier555 – Politikkartell:
    Ich teile Ihre Sicht der Dinge ausdrücklich nicht. Aber ich nehme jetzt einmal an, Sie hätten Recht. Glauben Sie tatsaechlich, in “echter” demokratischer, politischer Willensbildung wären bessere Ergebnisse erzielt worden? In genauer Kenntnis des Menschen (mich eingeschlossen) glaube ich das nicht. Wo die Instinkte und Vorurteile der Menschenmassen ungefiltert in Politik durchschlagen kann man nur noch rechtzeitig fliehen.
    Gruß,
    Thorsten Haupts

  215. @mediensegler – Natürlich...
    @mediensegler – Natürlich kann ich nicht beweisen, dass ich es war, die den Kommentar schrieb. Genauso wenig können Sie beweisen, dass ich es nicht war. Natürlich können sich die IT Leute von der FAZ die URL angucken und mit denen vergleichen, die Sie authentisch fanden. Wie sollte ich dann aber beweisen, dass es nicht mein Mann war, der von seinem Window und nicht von meinem Mac schrieb? Aber auch die URL (and IP) kann man faken. Wenn man’s genau wissen will, bleibt einem nichts anderes übrig als ein kleinen Schnüffelprogramm in den Computer zu platzieren, das neben ertippten auch die Photoboth aktiviert und das Gesicht vor dem Computer weiterreicht… Vor Gericht aber, helfen solche Fisimatentchen gar nicht. Die ganze Beweiskette kann ja gefaked sein!

  216. lieber mediensegler /22.53 u,...
    lieber mediensegler /22.53 u, ihren vermutungen schliesse ich mich an und erweitere diese auf den folgekommentar, der eigentlich die absicht gehabt haben wird, diese vermutung zu widerlegen.
    .
    denn üblicherweise ist Der Tiger ganz gut zu verstehen. hier hat man allerdings den eindruck, dass jemand weitaus nachlässiger formulierte, als es Madame hinter Der Tiger i.a. sonst so tut, denn die dame weiss in der regel ziemlich genau, was sie tut, und ihr stil ist schwer zu kopieren.
    doch ist es müssig. hauptsache, ein buch wurde noch einmal vermarktet, das hier vermutlich kaum jemand im kopf gehabt haben durfte.
    .
    sten nadolny gefällt mit die entdeckung der langsamkeit – klug gemacht, doch nicht sonderlich leer, langweilig und lustlosigkeit herausstellend und damit *hust* so welthaltig wie manches andere gegenwärtige.

  217. "Ein aus Europa stammender...
    “Ein aus Europa stammender Informant sagte Reuters, die Geldhäuser hofften darauf, dass die Regulierungsbehörden die Hauptschuld in dem Fehlverhalten einzelner Händler sähen.” (Handelsblatt) – Oh nein, mit Kitt aus der Ritze läßt man sich nicht mehr abspeisen. Da muß viel gründlicher entrümpelt werden, beim Dach angefangen.

  218. liebe/r kommentator/in von...
    liebe/r kommentator/in von 22.21 u, vielen dank noch einmal für das freundliche kompliment, und bitte verzeihen sie den eindruck, dass ich dem verwendeten pseudonym nicht recht über den weg traute, denn er stimmt.
    .
    was allesdings ‘flirrend’ bedeuten sollte – ausser fieberhaft, delirial, asphaltheiss – das vermag auch leider meine wenigkeit wohl nicht angemessen zu beurteilen.
    vermutlich ein wort für konsistent, aber das versteht ja niemand, der flirrend besser verstünde, wie das allgemein vom ihm selbst nicht zu unrecht unterschätzte lesevolk des ehemaligen nachrichtenmagazins.

  219. @whatcrisis: Ich hacke nicht...
    @whatcrisis: Ich hacke nicht auf den deutschen Beamten herum, sondern beklage den überbordenden Beamten=Versorgungsapparat im Club Med. Wenn die Griechen keine Euros mehr haben, um ihre Beamten zu bezahlen, dann muss eben in neuer Drachme bezahlt werden.
    .
    Der Reallohnschnitt kommt dann ganz von allein.

  220. Korrigiere Tippfehler. So...
    Korrigiere Tippfehler. So isses richtig: 100,00 Schulden (nicht 110,00).

  221. und dann hat einer die...
    und dann hat einer die Taschenuhr zu fest aufgezogen, und die Feder machte knack.

  222. Dummbeispiel 2
    Nach den...

    Dummbeispiel 2
    Nach den Grundrechenarten Hauptschulniveau jetzt allgemeine Rechtskunde, Realschulniveau, für Firmeninhaber:
    .
    Ich gebe ja zum Beispiel zu, dass der gegenwärtige Urheberrechtsschutz recht komplex bis kompliziert ist. Aber als Betreiber einer Firma oder eines Instituts sollte man schon wissen, dass das Zusammenschieben von zwei Buchstaben allein noch keine schützenswerte Bildidee für eine Markeneintragung darstellt. Und 2. dass man nicht einfach einen externen, nicht angestellten Grafiker als Ausführungspfötchen mist_brauchen darf. Ihm zwar die Höllenarbeit zumuten, dass er aus der generic Allerweltsidee eine einzigartige Eigenart herstellen möge, dann aber ihm das Urheberrecht dazu absprechen. Weil man ja selbst die Idee hatte, zwei Allerwelts-Buchstaben zusammenzuschieben, sei man eindeutig der Urheber. Prust.
    .
    Aber probieren kann man es ja. Jeden Morgen steht ein dummer Ausführender auf.

  223. Was wird die Schweizer...
    Was wird die Schweizer Nationalbank jetzt machen? Urlaub?

  224. Was mir gestern Abend nicht...
    Was mir gestern Abend nicht präziser aus dem Stegreif einfiel, war die These der “Funktionalisten” um Hans Mommsen, die im “Histrorikerstreit”das “Dritte Reich” nicht wie die “Intentionalisten” als ein wahnsinninges, im wesentlichen von Hitler konzipiertes System begriffen – sondern es mehr oder minder als ein chaotisches, gegenseitig um die Vorherrschaft ringendes Gewusel verschiedener Interessengruppen interpretierten, das aus dieser latenten Planlosigkeit heraus sich fortschreitend kumulativ radikalisierte; einer Perspektive, die mir auch mehr einleuchtet. Es war eher eine nationale Psychose als die Tat einiger weniger ganz böser Bösewichter.
    .
    Hoffen wir mal, dass beim Versuch, das Euromonster wieder in seinen Käfig zu sperren und den Finanzmärkten wieder Zügel anzulegen, nicht ähnlich destruktive gruppendynamische Prozessse in Bewegung gesetzt werden.
    .
    Darum bleibe ich bei dem Primat der persönlichen Beziehungen. Was nützt einem die längste Jacht, wenn einem aus dem Liegestuhl gegenüber eine silikongefüllte sauteure Bastelarbeit der plastischen Chirurgie mit Schlauchbootlippen a la Lana Del Rey in vierter Ehe angrinst, mit der man weder über die Titelseite der FAZ etc. reden kann, noch über einen Witz lachen, weil ihr und einem selber (begreiflicherweise) jeder Ansatz von Selbstironie abgeht.
    .
    Wie will man der makroökonomischen Realität verantwortungsvoll gegenübertreten, wenn man dazu nicht einmal bei den Menschen in der Lage war, mit denen man täglich als Familie zusammen lebte?

  225. κρείσσων γὰρ...
    κρείσσων γὰρ βασιλεὺς ὅτε χώσεται ἀνδρὶ χέρηι·
    εἴ περ γάρ τε χόλον γε καὶ αὐτῆμαρ καταπέψῃ,
    ἀλλά τε καὶ μετόπισθεν ἔχει κότον, ὄφρα τελέσσῃ,
    ἐν στήθεσσιν ἑοῖσι·

  226. @Köstlich 0:42,
    nur Mut, es...

    @Köstlich 0:42,
    nur Mut, es läuft doch alles in Ihrem Sinne. Die Griechen aus dem Euro zu werfen,
    war von Beginn an Ziel deutscher Regierungspolitik. Das ganze Taktieren hatte
    nur diesen Sinn. Nun ist man wieder in der Teflon-Position und befolgt nur brav
    die Forderungen Dritter.
    .
    Auch Ihre weiteren Vorstellungen dürften Konsens sein. Ich sehe nichts was deren
    Verwirklichung im Wege stünde.

  227. ...und dieser Ausverkauf...
    …und dieser Ausverkauf jeglichen Tafelsilbers hat doch auch sein Gutes.
    .
    Man ist endlich frei.
    .
    Frei für eine bessere Zukunft, ohne Ballast mit sich herumschleppen zu müssen.

  228. @ Alle, nichts für ungut. Ich...
    @ Alle, nichts für ungut. Ich lebe nun mal in einem Zipfel Deutschlands, dem ging
    jede Völkerwanderung am A… vorbei und der Eintritt der Moderne ließ auch
    auf sich warten.
    Daran hat sich nichts geändert. Zum Leidwesen jener Bildungsminsterin:
    “Es gibt hier eine festverwurzelte Tradition des Sitzenbleibens. Pädagogen wie
    Eltern sind der Überzeugung, dass dies für ein Kind nur vorteilhaft sein kann.”
    .
    Diese ganze Krise ist ein fernes Gewitter. Selbst in der gescholtenen Sozialbürokratie
    weiß man, der Blitz kann einem Treffen; aber ‘Hach’ dann brauchen wir uns sowieso
    keine Gedanken mehr machen.

  229. Sommerempfehlung....
    Sommerempfehlung. Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen, Rainer Beck. Hexenprozess gegen Kinder in aufgeklärter Gründlichkeit. Wunderbar geschrieben. Kein Roman, ein Historiker schreibt, Prozessakten sind da. Ein nüchternes Buch, ein aufklärendes Buch.

  230. @Donna Laura – wenn Sie...
    @Donna Laura – wenn Sie Recht haben, haben Sie Recht. Ich bin tatsächlich dabei, für mein Weihnachtsbuch noch ein Kapitel zu schreiben. Den Kerngedanken habe ich schon aufgeschrieben, der Rest wird mir sicher noch einfallen, bevor ich in die Ferien gehe. Anders gesehen, wenn ich in die Ferien gehe, sage ich einfach: That’s it, Tiger!

  231. In Zeiten wie diesen ist es...
    In Zeiten wie diesen ist es eine riesige Eselei, an die Spitze der Deutschen Bank einen Inder zu setzen. Schweizer geht grade noch, aber Inder?
    Banken sind derzeit auf politische Unterstützung angewiesen, während die Politiker sich in rassistische Klischees flüchten müssen (dumme Türken, faule Griechen), um ihre Wählerbasis bei der Stange zu halten.
    .
    Da wäre es doch wirklich so rein atmosphärisch nicht ganz verkehrt, irgendeinen Sauerländer, Schwaben oder Bayern als Chef der Deutschen Bank zu haben. Der dann wenn nötig auch ein bissel gemütlich und hemdsärmlig rüberkommen kann und so tun kann, als säße er im selben Boot wie die Steuerzahler, von denen er lebt. Aber so? Gegenüber einem Inder fühlt sich ja jeder CSU Hinterbänkler, der bis vor zwei Wochen nicht wusste, dass es so was wie den “Libor” übehaupt gibt und dass man ihn manipulieren kann, jetzt im Recht, “Auskünfte” zu verlangen. Wenn das mal gutgeht.

  232. @hansMeier555 - "Zur...
    @hansMeier555 – “Zur Demokratie fehlen uns alle zivilisatorischen Voraussetzungen.”:
    Aber nicht im mindesten. Nur gilt für die Demokratien dasselbe wie für Banken – ohne Sanktionen kein vernünftiges Verhalten. Also müssen auch sie von Zeit zu Zeit auf die Schnauze fallen, damit sie in Zukunft vernünftiger werden.
    Die Menschheit lernt in Jahrhunderen, nicht in Jahren.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  233. @HansMeier555
    „Souverän...

    @HansMeier555
    „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet“
    Das ist die leider nicht zu verleugnende Wahrheit, nur die stimmte auch schon vor den letzten 8 Bundestagswahlen. Es ist das Volk das in seinem albernen Glauben, es sei der Souverän, diese Macht immer wieder aufs Neue den Falschen übergibt.
    „Wir wollen demokratisch sein und können es nicht, und darum fühlen wir uns immer so unglücklich. „
    Nein, das übersieht den Grundfehler jeder Demokratie. Um eine Demokratie zu haben, die den Namen auch verdient, braucht man Menschen die informierte Entscheidungen treffen.
    Je mehr die Medien in einer Gesellschaft gleichgeschaltet sind, und sich in den Händen einiger weniger Konzerne befinden, umso weniger ist es für durchschnittliche Menschen möglich sich eine informierte Meinung darüber zu bilden, um was es bei einer anstehenden Wahl eigentlich geht. Und genau diesen Zustand haben wir in Deutschland, und nicht nur dort.
    Das Resultat dieses Zustandes sehen wir jetzt auf uns zukommen.

  234. OT: Das Bayern eine höhere...
    OT: Das Bayern eine höhere Anziehungskraft auf Zuwanderer ausübt als z.B. Berlin
    hält einer statistischen Nachprüfung nicht stand.
    Ganz Bayern mit seinen 12 Mio Einwohnern erzielt in 2011 einen Bevölkerungszuwachs
    von ca. 50.000.
    Berlin hat Ende 2011 3.5 Mio Einwohner und erzielt ein Plus von
    ca. 40.000.
    @ stimmviech, bevor Sie Ihre Hoffnungen auf massive Wertsteigerung der Immos
    in Brandenburg allzusehr ins Kraut schießen lassen, schauen Sie sich doch bitte
    die statistischen Zahlen an.
    .
    Das große NRW kann gerade mal durch Zuwanderung seine natürlichen
    Bevölkerungsrückgang ausgleichen.
    Selbst Hamburg ist für Zuwanderer nicht so anziehend wie Berlin.
    .
    Ich weiß, man hätte es gern anders, aber die Welt ist nicht so.

  235. @tyler
    .
    Ach was, Medien....

    @tyler
    .
    Ach was, Medien.

  236. Stefan Zweig: Joseph...
    Stefan Zweig: Joseph Fouché… gestern gelesen ..Seite 11:
    … Die(se) unerschütterliche Kaltblütigkeit ist auch Fouchés eigentliche
    Kraft. Die Nerven beherrschen ihn nicht, die Sinne verführen ihn nicht,
    alle seine Leidenschaft lädt und entspannt sich hinter der undurchdring-
    lichen Wand seiner Stirn. Er läßt seine Kräfte spielen und lauert dabei
    wach auf die Fehler der anderen; er läßt die die Leidenschaft der
    anderen sich verbrauchen und wartet geduldig, bis sie sich verbraucht
    haben oder in ihrer Unbeherrschtheit eine Blöße geben: dann stößt er
    unerbittlich zu. Furchtbar ist diese Überlegenheit seiner nervenlosen
    Geduld: wer so warten kann und sich so verbergen, der kann auch den
    Geübtesten täuschen. Ruhig wird Fouché dienen, er wird ohne mit der
    Wimper zu zucken, die gröbsten Beleidigungen, die schmachvollsten
    Erniedrigungen kühl lächelnd einstecken, keine Drohung, keine Wut
    wird diesen Fischblütigen erschüttern. Robespierre und Napoleon,
    beide zerschellen sie an dieser steinernen Ruhe wie Wasser am Fels….
    http://www.weltbild.de/media/ab/2/001807078-joseph-fouche.jpg
    http://media.web.britannica.com/eb-media/64/11764-004-0CBBB3D3.jpg
    Dieser kühle Blick …. kommt mir bekannt vor.
    ……………………………………
    Folgt der Spur des Geldes!
    Feigenblattgesinnung als Lehre aus der Vergangenheit.
    Dummheit ist als Humankapital auf der Welt.
    Banker, Globalplayer, die Fundamentalisten des Glaubens
    jeder Rheumadecken-Ganove lebt davon.
    Der verbriefte Giftmüll war für ausschließlich für die Dummen bestimmt.
    Risiken + Nebenwirkungen ganz ganz klein zu drucken….
    warum konnte das so NORMAL werden?
    .
    Ich fürchte da rollt schon ein neuer Ball ins Spielfeld…
    Jetzt liest man wiederholt… die Katastrophe in Fukushima
    sei im Prinzip „nur“ auf menschliches Versagen des bösen
    Stromversorgers Tepco zurückzuführen, weil nämlich
    Tepco Schadensberichte gefälscht und sogar unterschlagen habe…
    Gleichzeitig wird der Zeitplan der Energiewende
    durch Umweltminister Altmaier + FDP-Chef Rösler in Frage gestellt…
    RWE-Rhetorik?
    Gibt es bei passender Gelegenheit quasi einen Fall-Rückzieher –
    einen Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt …?

  237. @HansMeier555 24. Juli...
    @HansMeier555 24. Juli 2012, 08:23
    @tyler Ach was, Medien.
    Ich weiss nicht so recht…
    Ist ihnen klar, dass es einzig und allein die Meinungsmache und Manipulation der Medien ist, welche die Wahlergebnisse erzeugen? (Wenn man von der allgemeinen Dummheit mal absieht, die nötig ist, damit die Manipulation auch Erfolg hat)
    Und daran stört sie nichts?

  238. Was wird die Schweizer...
    Was wird die Schweizer Nationalbank jetzt machen? Urlaub?
    .
    aber nein. sie ist vielmehr für granit als stollenmaterial. und von dem material kann man in der tat nicht genug haben. stollenluft also, reine, reinste schweizer granitstollenluft z.b. sie baut also weiter. von dem aus, was sie schon hat. und selbstverständlich völlig selbstgenügsam und bescheiden. (ihr einziger schmuck ist die sicherheit.)(schweizer granitstollen können auch niemals übermütig werden, biegungen, erweiterungen, ausbuchten, anhalte ausgeschlossen, sogar völlig ausgeschlossen; ein stollen ist schließlich ein stollen und keine bummsveranstaltung mit larifari-musik für die kaverne, mit maximal einem mann muss man armeslänge von wand zu wand spannen können. und immer im lichte schweizer elektrolampen das andere ende sehen. und das schöne feldgrau der uniformen. im schmucke eines edelweiss.)(denn geld hat keine farbe. es gehört in schöne fichtenholzkisten, komma naturbelassen. mit akkuratem metallbügelverschluss. und dass wir es wieder herausholen können, ist schon unsere dividende.)(geld muss schließlich arbeiten. also die berge stärken, nicht?)(und man könnte noch stark planen jetzt bald eine weiter verbesserte, verstärkte dritte sohle einbauen. bevor die fünfte kolonne kommt. evtl. sogar aus frankfurt am main.)

  239. "was allesdings 'flirrend'...
    “was allesdings ‘flirrend’ bedeuten sollte – ausser fieberhaft, delirial, asphaltheiss” das schon sehr gut, treffend, den punkt darstellend. evtl. auch noch ein kleid über diesem asphalt, kurz, sehr kurz, an nackten beinen, leicht im wind sich drehend über dem genannten bitumen, leicht und selbstvergessen selbstverständlich, und voller erwartung. flirrend eben. denn wer könnte die welt erkennen, wenn nicht der mensch? also der weibliche mensch. in reinform. (denn flirrend wäre auch das kommen der niederlassung, niederwerfung, ist vorwort, vorspruch von heimsuchung, ist ankündigung der beiwohnung, ist geliebte gegenwart auch, unverzichtbares ingredienz jeder hitze.) oder so.

  240. Immer dasselbe mit den Medien,...
    Immer dasselbe mit den Medien, aber köstlich für eine Unterhaltung =)

  241. Dem Argument der "Angstmache"...
    Dem Argument der “Angstmache” kann ich nur bedingt zustimmen. Die Zustände in manchen Ländern sind mehr als bedenklich. Jeder sollte dazu frei seine Meinung äußern dürfen, dafür sind Foren und diese Kommentar-Funktion ja da. Ich habe die Argumentation bzw. Diskussion mit Spannung gelesen. Sehr schöne Denkansätze! Lob!

  242. mit geht nicht ohne aber auch...
    mit geht nicht ohne aber auch nicht :-)

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