Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Beinahe schwul, kommunistisch und romantisch wegen Suhrkamp

| 243 Lesermeinungen

Das waren die Bücher, vor denen uns unsere Lehrer immer gewarnt haben: Eine kleine Hommage, unter anderem mit Historikerstreit, Brecht, Liebe, Anarchie, Bayern, einem Frankfurter Verlag und einer freundlichen Berliner Prostituierten.

Was hat denn Liebe mit Schuld zu tun?
Eduardo Mendoza, Das Jahr der Sintflut, bs 1243

Diese Bücherverbrennerei der Nazis war natürlich, alles in allem, eine Riesendummheit. Aber auf der anderen Seite tobte auch danach der Krieg der Systeme, und auch wenn man ihn als „kalt“ bezeichnete, so war er doch heiß und erzwang uniforme Gedanken. Schliesslich war die kleine, dumme Stadt an der Donau in den 60er Jahren mit einem Ring stinkender petrochemischer Anlagen umgeben worden, es gab einiges an militärisch wichtiger Industrie, einen Militärflughafen, einen Flugzeugbauer und nicht-Mensch-nicht-Tier-Pionier-Einrichtungen. Da, sagte man uns in der Schule, würden wir uns gar keine Gedanken machen müssen: Wir wären die ersten, die von den Russen eine Atombombe auf den Kopf bekommen würden. Also sollten wir bloss nicht auf die Idee kommen, den Wehrdienst zu verweigern, denn damit könnten wir dazu beitragen, den Kommunismus aufzuhalten – zumindest besser als in der Jugendzeit mancher Lehrer – und wenn es doch so weit käme, könnten wir uns mit der Waffe wenigstens wehren und unsere zu Aschehäufchen verbrannten Familie rächen, indem wir Russen umbringen. Ich denke, diese Zeit ist noch nicht lang genug zurück, dass man sich wirklich den Irrsinn verdeutlicht, mit dem man damals indoktriniert wurde, und welche Bedeutung „atomare Artillerie“ praktisch hat.

Bild zu: Beinahe schwul, kommunistisch und romantisch wegen Suhrkamp

Ungeachtet dessen kam man in der Schule nicht um die Besprechung von Autoren herum, die andere Vorstellungen vertraten. Natürlich hätte bei uns niemand Brecht verbrannt, aber als wir mit der Schule nach Berlin fuhren, dabei auch einen Tag Ostberlin betraten und bei der Frage an den Vopo, wo es denn zur Grenze ginge – Woisndod’Maua? wollten wir, ich, der Bernie und der Cookie bauernschlau wissen – nicht summarisch am roten Rathaus erschossen wurden, da besuchten wir auch das Theater am Schiffbauer Damm. Freiwillig. Auf dem Programm stand „Mann ist Mann“: „Soldaten wohnen auf den Kanonen, vom Kap bis Kooch Behar, und wenn es mal regnete, und es begegnete ihnen ne neue Rasse, ne schwarze oder blasse, dann machten sie daraus vielleicht ihr Beefsteak Tartar.“ Das machte man dann mit uns. Denn das Erlebnis erzählten wir dummerweise auch drüben im Westen, und der Lehrer G., der bei der Staatspartei war, fand das noch erheblich schlimmer als Lenins „Was tun“, das ich damals im Brechthaus gekauft und mit in den Westen gebracht hatte. Kurz, hätten wir den aus Sicht der Staatspartei erträglicheren Arturo Ui gesehen, oder was sonst noch nicht allzu wehrkraftzersetzend war, wäre es vielleicht besser ausgegangen. Zu unserem Glück erwischte der G. dann aber noch am selben Abend den O. mit einer kapitalistisch orientierten Dame vom Kudamm – Tucholsky hätte gesagt, und sie tut strichen gehen – und

das führt jetzt zu weit weg. Jedenfalls, dem G. konnte man es nicht recht machen, und auch das Erlebnis von Berlin machte uns nicht wehrbereiter als Berichte aus erster Hand von der Ostfront, adrett vom kommunistischen Widerstand gesäuberte Lehrbücher, oder die real existierende bürgerliche Freiheit des Westens in den tränengasverseuchten Wäldern von Wackersdorf. Aber der Umstand, dass wir unseren Zwangsumtausch in Büchern anlegten, zeigt schon, dass das alles auch bei uns nicht so einfach war. Man hätte nicht als Schüler in den Buchladen gehen können, und Lenin bestellen. Es war Bayern, es war Provinz, Strauss war an der Macht und vieles, was damals als normal galt, würde heute auch in Bayern zu einem Volksaufstand führen. Ich war für das Wohnen auf Kanonen untauglich und ging einen Sommer rennradfahren, der Cookie und die anderen verweigerten und wurden dennoch keine Terroristen, Haschischraucher oder Helfer des Systemfeinds.

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Man galt damals schon als problematisch, wenn man in der Schule mit dem politischen und wirtschftlichen Wissen auftrunmpfte, das man sich gegen den G. in der Reihe rororo aktuell angelesen hatte: Schmal, rot-gelb, stachen sie aus jedem Bücherregal hervor und sagten deutlich, dass man hier zu den 0,067% der Bevölkerung gehörte, für die öffentlich erklärt die CSU kein Gottesgeschenk für die Menschheit war. Nicht alle waren so mutig. Es gab auch Kinder als liberalen Familien, die es nicht auf Konflikte abgesehen hatten. Und für die war die Bibliothek Suhrkamp natürlich fein, hübsch und gediegen, denn die uniform-bunte Aufmachung verriet auf den schnellen Blick nicht, was da zu lesen war. Der linke Adorno? Der kommunistische Brecht? Oder doch nur der salonsozialistische Plauderer Octavio Paz, oder der geschichtlich korrekte – dachte man damals – Koeppen, oder triviale Unterhaltungsliteratur von Gide oder Giono, für die lesefreudigen Oberstufler, die im Sommer nach Frankreich radeln möchten.

Aber so schnell ist man theoretisch schon wieder in Schwierigkeiten mit dem System, denn in jenen schwarzen Tagen durften Lehrer ihren Schülern auch den Gide nicht einfach so empfehlen, denn der war schwul, und hatte ausserdem Skandalöses wie die Falschmünzer (zynische Verbrechen besserer Bürgersöhne) und die Verliesse des Vatikan (kirchenfeindlich und auch noch amüsant und geistreich!) geschrieben. Und Giono war mit Der Deserteur bei Bibliothek Suhrkamp vertreten: So bunt sind diese Bücher. So hübsch. So hochwertig. Und so unmoralisch und landesverräterisch verdorben. Man muss den Realitäten ins Auge sehen: Lenins Was tun, im Brechthaus erstanden und durch die Mauer in den amerikanischen Sektor geschmuggelt, ist ein sagenhaft bescheuertes Buch, besser hätte man noch eine Nachspeise im Ratskeller bestellt. Aber der Weg ins Bewusstsein jenseits von Kirche, Armee, Fabrik, Bayern und Vaterland, der wurde durch Suhrkamp viel hübscher und angenehmer eröffnet. Weil dort so ein Schmarrn wie Lenin ebenso wenig veröffentlicht worden wäre, wie ein Leserbrief vom G. zum Natodoppelbeschluss.

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So eine Haltung kommt natürlich nicht von nichts. Die ersten Bände hatte man nicht gekauft, sondern bei den Eltern aus dem Bücherschrank genommen, und wäre an Blochs Spuren gleich mal grandios gescheitert. Celan klingt als Name hübsch, aber der Ehrenburg war dann doch eher das, was man suchte (warum, frage ich mich bis heute, hat Suhrkamp nicht auch den Fall von Paris herausgegeben? So schade). Über Hesse konnte man trefflich reden, ausser mit mir, denn in meinem Leben gab es nie so einen Steppenwolf- oder Narziss-und-Goldmund-Moment, für mich war das mehr so wie Lenin oder gleich Neruda oder Plenzdorf. Dafür liebe ich Cesare Paveses Teufel auf den Hügeln: Italien! Jugend! Ein Landhaus! Reiche Menschen! Man muss nehmen, was man kriegen kann. Es ist wie in der Schule: Er hat sich nicht bemüht, konnte man über mich sagen, aber doch vieles probiert, der Knabe, naja, aus dem wird nie was, der macht später mal was mit Stahlbau, da kommt es auf die Sprache nicht so an. Hätte man dem G. gesagt, dass ich einmal in seiner historikerstreitenden FPunktAPunktZPunkt (Der Russe hat den Krieg eigentlich doch angefangen!Eins!!!Elf) so Zeug über ihn, den heldenhaften Verteidiger des Westens blogge…

Den einen trifft der Schlag jedoch früher und den anderen später, es ist, wie es ist, ewig schweigen heute die Wälder rund um Wackersdorf und der Russe bringt Gas, das nicht giftig ist, sondern nur teuer. Suhrkamp wird, egal wie es ausgeht, in meinem Bücherschrank mit diesem Teil meiner Geschichte noch Jahrzehnte leben, wenn der G. längst vergessen ist, und man von jener Epoche nur noch mit Entsetzen sprechen wird… kann man sich das vorstellen, dass die Männer damals den Frauen den Beruf verbieten konnten?… dass Homosexualität strafbar war?… dass man einen Strauss gewählt hat?… Es gab viel Schlechtes in der Zeit, viel Düsteres, sie war gar nicht so arg lustig, denn die Bomben und Raketen waren ja programmiert, es hätte nur ein Knopfdruck passieren müssen… Und unter diesem Schirm der Vernichtung sassen also die Gebildeten im Lichte der Aufklärung und der Lesefreude zusammen und stellten die einzige, elementare und entscheidende Frage, die Quintessenz all der Bildung aus der Bibliothek Suhrkamp, das ewige Rätsel und der unsterbliche Konflikt, die Frage, an der man unterscheiden kann zwischen einem Menschen und einem Banausen.

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Und sie lautet, jetzt und immerdar:

Schutzumschlag entfernen oder nicht?

NATÜRLICH NICHT!

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243 Lesermeinungen

  1. Das sieht mir auf dem letzten...
    Das sieht mir auf dem letzten Foto aber viel mehr nach der gelben Reihe von Diogenes aus als nach Suhrkamp.
    Ach so, das untere Brett …

  2. Bücher sind die Flügel, um...
    Bücher sind die Flügel, um sich die schnelldrehende Welt von oben zu betrachten.

  3. Das ist ein überzeugendes...
    Das ist ein überzeugendes Bewerbungsschreiben für den Posten des Geschäftsführers des Suhrkamp-Verlages.

  4. hier die top 20 der...
    hier die top 20 der romanliteratur
    1. Krieg und Frieden, 4. Anna Karenina, 7. a farewell to arms, 20. infinite jest
    letzteres als paperback für 17.99
    Verlage, Journale, Journalisten: ephemeral, kommen und gehen, ftd, fr, suhrkamp: sit tibi terra levis

  5. diese grässlichen...
    diese grässlichen Kunststoffdinger reiße ich stets weg, sobald ich ein Buch nach Hause bekomme. Warum sollte man sie auch behalten? Um das Verblassen zu vermeiden? Um die Uniformität zu steigern? Will man unverblasste, uniforme Bücherrücken?

  6. Wieder ein (zur Situation des...
    Wieder ein (zur Situation des Verlages) passendes Anagramm:
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    Suhrkamp – Pah, Murks!

  7. 'beinahe schwul' find ich gut....
    ‚beinahe schwul‘ find ich gut.

  8. Suhrkamp hat früher...
    Suhrkamp hat früher unverzichtbare Bücher gemacht. Die 20bändige Gesamtausgabe von Brecht habe ich zweimal gekauft, einmal in den Siebzigern zu meiner Studienzeit (die war dann zerfleddert und wegen leichtsinnigen Verleihs ohne dazugehörige Rückgabe unnvollständig), und einmal vor vier Jahren im Antiquariat (für 200 Euro, billiger scheint sie heute nicht zu kriegen zu sein). Die sonst guterhaltenen Bücher im Schuber verlieren aber ihre Heftung und zerfallen in einzelne Blätter, wenn man sie aufklappt und liest. Also muss ich wohl auch noch einen Buchbinder beauftragen und bezahlen. Handwerklich, was das Büchermachen angeht, also suboptimal.
    In den letzten zehn Jahren habe ich kein einziges Buch von Suhrkamp gekauft, und ich kaufe viele Bücher. Da ich nur wirklichen Schrott wegwerfen kann, stapenl sie sich ansonsten im Keller, ich schätze so 15.000 Stück.
    Der Fisch bei Suhrkamp roch natürlich schon lange vom Kopf her.

  9. Beefstaek Tartar? Beefstaeck...
    Beefstaek Tartar? Beefstaeck Tartar? Beef…?

  10. Ich bin Pazifist und...
    Ich bin Pazifist und Vegetarier, da kann sowas schon mal passieren.

  11. ma23, bei mir war es so, dass...
    ma23, bei mir war es so, dass ich bei der Bibliothek Suhrkamp auch bei Titeln zugegriffen habe, die ich bei anderen Verlagen vielleicht hätte liegen lassen. Das ist das Prestige, das bleibt. Und geracde BS schlägt sich, was die Qualität angeht, wacker.
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    abf, wie gesagt: Gide galt als jugendgefährdend. Wobei ich bis heute nicht sehe, wo in diesen Werken der homoerotische Vereführungsansatz sein soll.

  12. diktionaftis, das kann...
    diktionaftis, das kann vielleicht teilweise so sein, aber in meiner Erinnerung ist es das nicht.
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    palatinus, weil der Schutzumschlag die Bibliothek Suhrkamp von allen anderen Büchern abhebt. Bei anderen Verlagen ist mir das auch egal, aber hier nicht.

  13. berchtold, ja sicher, aber...
    berchtold, ja sicher, aber wenn dann schon fulminant und mit wehenden Fahnen!
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    Kaffeetrinker, alles nur das nicht, Ich bin mit einem Verleger gut befreundet und so sehr ich ihn liebe: Das würde ich mir nicht antun wollen.

  14. Bibo, leider oft auch Anlass...
    Bibo, leider oft auch Anlass für einen Absturz, man glaubt gar nicht, wieviel Schrott veröffentlicht wird.
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    ma23, ich habe alles von Woolrich, Hammet und Chandler, und ich schätze sie sehr.

  15. man ist es oder man ist es...
    man ist es oder man ist es nicht. die macht der literatur. in meiner zeit im magdalen college dachte ich kurzfristig, ich waere es. die lesezirkel dort, die sind schon sehr speziell.

  16. Kaffeetrinker, dann nennen wir...
    Kaffeetrinker, dann nennen wir ihn Don Unhold-Alphonso. Sechs Wochenstunden Arbeitszeit, Nassauern bei der Buchmesse, und seinen Autoschlüssel hat er auch schon verlegt: ein wahrer Suhrkämpfer!

  17. So viele Unterschiede und...
    So viele Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
    Wieso redet eigentlich nie jemand über Brokdorf, da war ich damals.
    Und aus dem Bücherschrank meiner Eltern habe ich den Kolle geklaut.
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    Suhrkamp gab es da nicht, und den Steppenwolf habe ich selbst gekauft.
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    Und es gab auch noch den Kuppelei-paragraphen.
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    Erlangen, wieder mal präsenile Verbalerotik, müssen Sie E.R.Tragen.
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    Der Cookie gefällt mir, was wurde aus dem?
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    Und das billige Mediengestalterzeug drumrum muss natürlich weg,
    wenn man Glück hat, kommt wirkliche Buchbinderhandwerkskunst zum Vorschein.
    Und wenn die dann Flecken hat, ja mei, ist Patina.

  18. Mit Schutzumschlag oder ohne...
    Mit Schutzumschlag oder ohne ist doch vollkommen gleichgueltig. Aber Nippes und Dromedare von den Buechern, so dass man nicht direkt sehen kann, um welche es sich handelt, das ist ein Unding (Heutzutage muessen Sie doch nichts mehr verbergen!). Oder horizontal gelagerte Buecher – sie brauchen hoehere Regale!
    Ausserdem, werter Don, sind sie bestenfalls Antibellizist; den Pazifisten nimmt man Ihnen nicht mehr ab, seit Sie von Ihren Weinstoecken berichteten.

  19. An Schutzumschlägen gabs...
    An Schutzumschlägen gabs nicht nur die Suhrkamp Kollektion, auch noch Manesse und bei einem Philosophie Studenten die von Kröner. Unseld kannte und mochte man, aber letztlich waren Verlage halt einfach so da…
    Als ärmerer, bzw. enterbter „Störfaktor“ (Religionslehrer zu mir, damals 12jährig) musste ich das Geld für Bücher ja erst selber verdienen, und es musste zudem auch noch für Musik von Hendrix bis Mahler reichen.
    Haschischrauchen eröffnete einem beim Lesen (wie bei der Musik) übrigens neue Welten: „don’t knock it, till you have tried it“. „100 Jahre Einsamkeit“ waren ein Musterbeispiel dafür, und in einem Ashram in Südindien hatte ich endlich Zeit und Musse um das ganze Krieg und Frieden zwar „unter Einfluss“, dafür aber zusammenhängend zu lesen.

  20. @ Don Alphonso: ein Blick ins...
    @ Don Alphonso: ein Blick ins Buecherregal, das ist ja fast ein striptease.
    .
    Die gelben, und dann weissen Diogenes- wunderbar, haben mir den gehobenen Kriminalroman erschlosen. vermutlich kein verlag, den deutschlands elteste Buchhaendlerin im Angebot hatte waehrend der praegenden jahre..
    .
    Ueber den Suhrkamps, da sieht nach Manesse aus. ueber deren Katalogen habe ich getraeumt, habe denen mein Taschengeld zugetragen, aber leider, leider hat es of auch nur fuer Reclam gereicht…

  21. Es gibt zwei Arten von...
    Es gibt zwei Arten von Deutschen….

  22. Apropos...
    Apropos Schiffbauerdamm:
    Niemand hat die Absicht, Heiner Müller zu verlegen.

  23. Und der Westen
    In Frankreich...

    Und der Westen
    In Frankreich gab es nie mehr als drei Verlagshäuser, und das war genug.

  24. Auch das Reich Karls des...
    Auch das Reich Karls des Großen haben die Erben pietätslos unter sich aufgeteilt, warum dann auch nicht so einen Verlag? Er ist doch nicht das nahtlose Gewand Christi.

  25. Trotzdem lustig diese negative...
    Trotzdem lustig diese negative Dialektik:
    .
    Vor 30 Jahren war Bayern die drückende Provinz, und so ein Frankfurter Verlag die große weite Welt des freien Geistes. Zumindest schien es so den Kleinstadtgymnasiasten
    .
    Und heute ist die bayerische Provinz das Refugium der Restgesellschaft, und Frankfurt ist längst ins postsoziale Berlin umgezogen.

  26. beefsteck bavare......
    beefsteck bavare…

  27. Sehr verehrter Don!
    Mich haben...

    Sehr verehrter Don!
    Mich haben in den Sechzigern nicht die Habermasse und Enzensberger vom Suhrkamp Verlag amüsiert, sondern: Die Klosterschule von Barbara Frischmuth, eine sehr treffende Beschreibung der katholischen Mädchenerziehung.
    .
    Damit verabschiede ich mich für die nächsten Tage von Ihrem höchst vergnüglichen Blog. Auch ich muss nach Frankfurt
    Ihr
    Tiger

  28. ..nach einigen zurecht sehr...
    ..nach einigen zurecht sehr gut bewerteten u.a. populärwissenschaftlichen Sachbüchern.und Erzählungen…musste ich mich vom Empfehlungs und rankingdruck befreien.
    Und ich hatte unbedingt Glück damit. Ein beinahe blinder Griff in die Auslage bescherte ein zwar patiniertes, aber gleichwohl erholsames Leseerlebnis/ im Diogenes Verlag erschienen..ein Lesebuch mit Berggeschichten.
    In der Auswahl an Sybille Berg vorbeiziehend..wäre auch nicht schlecht gewesen.,.durchwanderte ich mehrere Stunden mit Keruac und Max frisch(u.a.).die Orte meiner letzten kleinen Reisen in der Schweiz und anderswo.
    Mit oft ähnlicher Brille betrachtet und in Worten dargestellt fand ich mich in vielen Details selbst wieder..teils auch fliegend>@bibo..
    Die zu beginn erwähnten Natur und Ornitol. Bücher kann ich nicht um dritten Mal Lesen ohne danach Schaden an der Seele zu nehmen..piep..piep…
    Zu guter letzt die Kinderbücher als Geschenk für die Jungs; ..wenn man während der Auswahl beim Lesen des ersten Satzes schon losprustet, sollte man ja sagen zum Kauf.; ist die Illustration noch schön(gut?!), spielt der Preis nicht die ganz grosse Rolle und in der Regel ist er erstaunlich niedrig;…Mäuse die wenig arbeiten und Frederik heissen,
    Kröten die in ihren Handlungen am Rande der Legalität/Kriminalität und jenseits der guten Sitten agieren oder Bären , die nur rumhängen, machen auch für Erwachsene die kalte Jahreszeit erträglich!

  29. Ich denk mir immer öfter: Hut...
    Ich denk mir immer öfter: Hut ab, daß Sie überhaupt großgeworden sind, das war bestimmt nicht einfach in Bayern, damals, als Pazifist, Vegetarier, fast-Homosexueller ;-), fast-Kommunist…
    Aber: Welche arme Perle muß bei Ihnen eigentlich putzen und das ganze Zeug vor den Büchern weg- und wieder hinstellen? Und bolzt die Katze manchmal Ihre Devotionalien aus dem Regal?

  30. Die Männer konnten den Frauen...
    Die Männer konnten den Frauen nicht den Beruf verbieten, jedenfalls seit 1953 nicht mehr, und davor eigentlich auch nicht. Ich habe das schon mal ausführlicher aufgeschrieben und will mich nicht wiederholen, siehe den Link. Bei diesem Glauben, die Männer hätten so etwas gekonnt, scheint es sich um eine richtige Großstadtlegende zu handeln – keiner weiß, woher der Unsinn kommt, aber er hält sich hartnäckig und wird zum Beispiel auch von Politikern nachgebetet, die besser informiert sein sollten. Die Benachteiligungen gegenüber Frauen im Berufsleben sind doch bis heute real genug, muss man da noch welche dazu erfinden?

  31. Immer diese Pretiosen aus dem...
    Immer diese Pretiosen aus dem Privatleben. Notizen aus der niederbayrischen Behaglichkeitsprovinz und der kamin flackert unter der Renaissancedecke…ohne jeglichen Heizwert.

  32. Ja, ja, der liebe Hans Mayer...
    Ja, ja, der liebe Hans Mayer sel. Jüdisch, schwul und kommunistisch. Jude allein reichte ihm nicht. Meine Mutter hat ihn übrigens damals im legendären Hörsaal 40 noch erlebt. Muß ein Ereignis gewesen sein, sie schwärmt heute noch davon.
    Die Banausenfrage kläre ich salomonisch: beim Lesen ist der Umschlag ab und dann kommt er im Regal wieder drum. Es soll ja irgendwie schön aussehen. Patina ist was für Angeber. Und wer nicht wenigstens drei Dutzend Suhrkamp-Bücher im Regal hat, der schweige in diesem edlen Kreise. (Im übrigen gönne ich der Uschel den juristischen Dämpfer. Immer diese schrecklichen Witwen.)

  33. DOCH ENTFERNEN !! Das ist der...
    DOCH ENTFERNEN !! Das ist der Unterschiede zwischen denen die lesen und denen die Bücher in den Schrank stellen.

  34. es ist vorbei.....

    heute ist...
    es ist vorbei…..
    heute ist alles besser.
    bis auf diese ganzen sprengköpfe, die ja immer noch programmiert sind.
    nur würde wohl kein russe solch einen sprengkopf auf ein volk werfen, dass er auch mit einer leichten armbewegung zur seite schieben kann.

  35. @Christoph Coen
    Frauenbild -...

    @Christoph Coen
    Frauenbild – Werbung aus den Fünzigern:
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=072LrlGvSq8
    .
    Darin heißt es:
    „Sie wissen ja:
    Eine Frau hat zwei Lebensfragen.
    .
    – Was soll ich anziehen?
    Und:
    – Was soll ich kochen?“
    .
    Aber auch (@Don):
    .
    „Sie wissen ja:
    Männer, die gern Süßes essen, haben einen guten Charakter.“

  36. Ein wenig vermisse ich...
    Ein wenig vermisse ich Hinweise auf Regeln der SdG und Emporkömmlinge und reich vereheiratete Frauen, die kein Prinzessinmaterial sind.
    ein Magnus Enzensberger mag die Notwendigkeit mühseligen Aktenstudios angeben, um die Solidarität mit der Dame des Hauses nicht rechtfertigen zu müssen. Ein schlammgrüner Investigator mit schnellem Blog könnte aber schon darauf eingehen, wie man einem ungeliebten, nichtzugehörigen Mitgesellschafter die Kosten für eine große Villa reindrückt.
    Tat sie es, um Barlach zu zünden? Oder wolltesie es nur so durchziehen, den Verlag melken?
    U-B-U ist scheinbar keine SdG.

  37. Ich hatte tatsächlich mal...
    Ich hatte tatsächlich mal ’nen Anfall von Schutzumschlagentferneritis. Sie sah‘ mir zu bunt und zu wenig „gediegen“ aus, dieses Bücherwand.
    Danach sah sie aber auch nicht viel besser aus.
    Heute entfern‘ ich gleich die Bücher, die ich doch nie wieder in die Hand nehmen werde (und schon in den letzten 20 Jahren nicht mehr in der Hand hatte, außer bei einem Umzug; der komplette um 1970 verschlungene Hesse war auch dabei), so schaffe ich dringend benötigten Platz für neue Bücher.
    Nur die Umschläge, nee, das bringt’s nicht. Es sei denn, es ist ein wirklich widerlicher Umschlag, z.B. bei einer CD die ich mal bestellte, irgendwas von Bach oder Beethoven – da war tatsächlich auf dem Cover ein Foto einer Jubelveranstaltung an der Berliner Mauer, irgendwas mit Feuerwerk. Weg mit diesem bunten Papierfetzen!
    .
    A propos Heiner Müller: Der glaubhaftere Mensch und bessere Dichter Peter Hacks hat es sich verbeten, auf dem (berühmten) Friedhof, der bei ihm schräg gegenüber liegt, beerdigt zu werden; er wollte nicht die Ewigkeit neben diesem Heiner Müller liegend verbringen.

  38. Ja, die Suhrkamp - Autoren....
    Ja, die Suhrkamp – Autoren.
    Hätt ich auch mehr lesen sollen, damals in den späten Siebzigern zuhause in meiner dummen, kleinen Stadt an der Isar.
    .
    Mir empfahl man aber Schundliteratur, Vulgär-Systemkritik à la Bernt Engelmann („Ihr da oben wir da unten“, „Einig gegen Recht und Freiheit“ ) – Karl May für Jung-KBWler.
    .
    Naja, letzlich hab ich dann doch mehr geschafkopft als revolutioniert.

  39. <p>Berké[edit: HUST....
    Berké[edit: HUST. Don. Pardon, ich bitte um Nachsicht].
    .
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    Habe kein einziges Buch von Suhrkamp. Muss schweigen, bis es wieder um Weiber, Wein und Gesang geht. Oder Klempner.

  40. @ma 23: "ich schätze so...
    @ma 23: „ich schätze so 15.000 Stück.“
    .
    Ihre Lebenszeit reicht nicht, das alles zu lesen oder gelesen zu haben. Rechnen Sie mal nach. Wenn Sie 3000 in einem Leben schaffen, sind sie schon sehr gut (und haben viel Zeit).

  41. Die zwischen Hans Barlach und...
    Die zwischen Hans Barlach und Barbara Unseld strittige Villa, der literarische Salon des Suhrkamp-Verlages, liegt in Berlin-Nikolassee, Gerkrathstr. 6. Google maps zeigt eine der schönsten Wohngegenden Berlins, nämlich die Rehwiese. Die Villa ist bei Streetview gepixelt, aber heute auf Seite 3 des „Tagesspiegels“ abgebildet. Ursula Unseld wohnt zur Miete, erhält aber die „Miete“ von monatlich 6.600 Euro ausgezahlt, wie das Blatt dort weiter berichtet. Als Erbin stehen ihr natürlich solche Entnahmen aus dem Geschäft zu, gehen aber ungefragt auch zu Lasten des Mitgesellschafters Barlach. Schade, daß Unselds Erzählung „Reine Erfindung“ noch nicht veröffentlich ist, denn dort wird über das „Ende der Angst- und Spaßgesellschaft“ erzählt (nicht berichtet). Warten wir nicht alle darauf?

  42. "Jüdisch, schwul und...
    „Jüdisch, schwul und kommunistisch.“
    Da geht noch was:
    Jüdisch + Neger + einäugig (und das in den USA), und besonders gross war er auch nicht. Aber GROSSARTIG.

  43. hm, weil mein Vater in großen...
    hm, weil mein Vater in großen deutschen Zeiten im Jungvolk lieber nicht im Gelände herumtollen wollte sondern der Bibliothekarin der neu aufzubauenden städtischen Bibliothek half, hatte er Leseausweis No 156. Nach Fatio / Duvoisins glücklichem Löwen stieg ich dann recht schnell in die Literatur auf, hatte dann einen eigenen Leseausweis, aber bei allem was man einem pubertierenden Jungen nicht mitgeben wollte zückte ich Paps Lesekarte…
    Daneben habe ich den väterlichen Bücherschrank quer durch gelesen, von homo faber ( fand ich urst langweilig, die Erstausgabe, auch Suhrkamp) über eine wilde Piratengeschichte und Thomas Mann usw.
    Später kaufte ich vom Taschengeld viel Reclam, rde rowohlts deutsche enzyklopädie, dtv (mit den Grassi- Grafiken auf dem Einband) und Fischer.
    Suhrkamp auch, aber eher selektiv, meine (jüngeren) Lehrer in NRW waren Ende der 60er / Anfang 70er ja eher linksliberal und lobten das über den grünen Klee, da wurde ich skeptisch. Alain Fournier kaufte ich dann später noch mal in einer schönen französischen Ausgabe.
    Manesse, Kröner (für einige philosophische Sachen) ja auch, und vieles mehr inzwischen.
    Beim Leben im Ausland ist mir aufgefallen dass in USA und ganz stark in Frankreich vieles primär im Paperback veröffentlicht wird, Leineneinbände sind da eher selten. Was sich aber gut verkauft oder den Test der Zeit übersteht wird dann gern in Leder gebunden. So habe ich von John Donne bis A Farewell to Arms und von Pensées bis Gide etliches in dunklem Leder mit Rückenprägung im Regal stehen und gelesen, wobei mir die éditions de la Pleiade wirklich gut gefallen vom haptischen Eindruck her. (und oft auch von den Erläuterungen und dem wissenschaftlichen Apparat)
    Was aber nun den inkriminierten Verlag angeht, so haben In-Sich-Geschäfte schon ein Geschmäckle, und wenn man sie als Geschäftsführerin begeht, ohne alleinige Eigentümerin zu sein, so könnte ein sehr übelwollender Staatsanwalt im Bezug auf das Geschäftsvermögen da vielleicht sogar an Untreue denken wollen. Oder wie mein alter Chemie-Lehrer bei missglückten Versuchsaufbauten der Schüler dann so schön zu sagen pflegte: „Naja, es gibt schon ungeschickte Kaffeetrinker!“

  44. Gute Bücher können ohne...
    Gute Bücher können ohne Weiteres ein paar hundert Jahre alt werden. Deshalb: Pro Schutzumschlag! – Die Frage erübrigt sich, wenn man, wie der Unterzeichnete, von einem freundlichen Deutschlehrer in den 70ern eine Suhrkamp Literaturzeitung in die Hand gedrückt bekommt. Das war der komplette Steppenwolf im Zeitungsformat, nicht schlecht gemacht. Ich habe anschließend natürlich alles Erreichbare von dem Manne gelesen (Zitat: auch ein Suhrkamp-Autor, inzwischen!), und sehe Hesse bis heute mit Sympathie. Seine Sprache ist ganz 19. Jhdt, aber dahinter steckt eine gehörige Portion Anarchie und Gelächter, und wenn er mal vom Leder zieht (wie in den Krisis-Gedichten) klingt er wie ein würdiger Vorläufer der SdG.

  45. Lustig, dass hier alle...
    Lustig, dass hier alle ungefragt ihre Lesegewohnheiten offenbaren, ob 15.000 Bücher im Keller oder Studium an irgendwelchen Colleges.
    Früher sagte man: „Haben Sie keinen Frisör?“
    Ach, früher…

  46. Wie heißt denn die im dritten...
    Wie heißt denn die im dritten Satz genannte „kleine, dumme Stadt an der Donau“?

  47. Ich erwähne sie aus Prinzip...
    Ich erwähne sie aus Prinzip nie mit ihrem Namen – schliesslich gibt es so viele dumme, kleine Städte an dieser Kloake, und ab der Grenze zu Österreich wird es nicht besser – , aber dort ist ein grosser, bekannter Autobauer, und sie liegt in Oberbayern.

  48. Letztes gutes Buch dass ich...
    Letztes gutes Buch dass ich gelesen habe: K H Bohrer Granatsplitter, aber das war Hanser. Der Schutzumschlag ist noch drum.

  49. @Jeeves, danke für den Tipp...
    @Jeeves, danke für den Tipp wegen Gabriele Goettle neulich. Ist zwar nicht Suhrkamp und daher ein wenig OT, wird aber an Weihnachten verschenkt an zwei Menschen, die ich sehr gern mag.

  50. Hat diese geheimnisvolle Stadt...
    Hat diese geheimnisvolle Stadt nicht auch was mit einer etwas zweideutigen Form von Erleuchtung zu tun?
    Dazu gab es dort – glaube ich- mal einen Vorläufer der Bionik, dem es angeblich gelang, aus den Überresten vorzeitig Verblichener mit einer etwas markenten Nähtechnik einen Film- und Fernsehstar zu erschaffen, der seit vielen Jahrzehnten weit erfolgreicher über die Bildschirme geistert, als es jedem prämierten singenden Casting-Wackelpudding jemals gelingen würde?
    .
    In diesem Sinne: Igor, bring frische Hirne!

  51. Nach Food Porn nun Book Porn....
    Nach Food Porn nun Book Porn. Das gefällt mir.
    Ich besitze auch eine Reihe von Suhrkampbüchern, aber meist Taschenbuchausgaben. Die habe ich auch schon abgelichtet, um sie auf irgendwelchen Foren posten zu können :)
    Das ein eigentlich gesunder, renommierter Verlag wie Suhrkamp nicht durch mangelndes Publikumsinteresse sondern durch Zwistigkeiten der Eigner zu Grunde geht, ist doppelt traurig. Und die von überall hereinbrechende Häme ist auch nicht grade ein Ruhmesblatt für die literarische Landschaft.

  52. Titcanic meldet...
    Titcanic meldet „Suhrkampfhandlungen“ – Ich befürchte Sumpfkampfhandlungen.
    Da lockt die andere, die ggesitliche Welt.
    @benedict-pontifex: „Ich bin unbeschnitten. Und das ist gut so.“ [Ohne Ausrufezeichen! In veritate.]
    Und seine Schutzumschläge wird er nicht offen legen.
    Ich werde ihm in einem Tweet K H Bohrers „Granatsplitter“ empfehlen. Für die Noch-Nachkriegsjungs.

  53. Ich kaufe häufig gebrauchte...
    Ich kaufe häufig gebrauchte Bücher (gebundene Ausgaben) und da empfiehlt es sich, den Schutzumschlag zu entfernen – ohne ist das Buch wieder wie neu und so ein gediegener Leineneinband fühlt sich viel besser an als der Schutzumschlag aus Papier.
    Von Suhrkamp finde ich genau drei Bücher bei mir im Regal: Kaschnitz, Lavant und Celan. Über Barockmusik bringen sie gar nichts und auch sonst wenig, was mich interessiert. Taschenbücher kaufe ich grundsätzlich nicht. Von mir aus kann der Verlag also ruhig eingehen, ob mit oder ohne Schutzumschlag.

  54. Aus einer anderen dummen...
    Aus einer anderen dummen kleinen bairischen Stadt kommend, muss ich sagen, dass uns keiner am Mädchen-Gym (in der nächstgrößeren, dummen kleinen Stadt) je André Gide versagt hätte.
    .
    Die Lehrer waren allesamt recht liberal, wir hätten auch ‚Das Kapital‘ im Unterricht gelesen, wenn es die Mehrheit der Schülerinnen so gewollt hätte.
    .
    Auch das ist Bayern. In den späten Siebzigern.
    Vermutlich aber so nur in Nordbayern möglich. Wobei ich sagen muss, der Unterricht dort war so etwas Ähnliches wie ein geschützter Raum. Sobald der Unterricht rum war und man war draußen, war dermaßen klar, dass man in CSU-Country lebte …

  55. @Jeeves

    "Ihre Lebenszeit...
    @Jeeves
    „Ihre Lebenszeit reicht nicht, das alles zu lesen oder gelesen zu haben. Rechnen Sie mal nach. Wenn Sie 3000 in einem Leben schaffen, sind sie schon sehr gut (und haben viel Zeit). “
    Ein langes Leben hat etwa 30.000 Tage, und ich lese seit meinem 6. Lebensjahr täglich (und schnell, ein Buch am Tag ist nicht unrealistisch). Aber Sie haben schon recht, alles habe ich nicht gelesen und werde ich wohl auch nicht lesen. Da ist unter anderem die geerbte Bibliothek meiner Eltern dabei, und da interessiert mich vieles nicht so sehr. Aber wegwerfen kann ich die Bücher eben auch nicht, sie halten normalerweise Jahrhunderte …

  56. Das Debakel um Suhrkamp...
    Das Debakel um Suhrkamp bestätigt doch nur alle BWL-er (und meinen Vater +), dass Linke, Literaten und Salonsozialisten noch nie mit Geld umgehen konnten.
    .
    Und dass Erbprinzessinnen zu Hochmuth und recht verwinkelten Ver-Mietgeschäften am Rande des Erlaubten neigen.
    .
    Also nix Neues. Alles Stützen der Gesellschaft.
    Gehe jetzt meine Suhrkamp-Bücher von damals zählen …

  57. Dumme kleine Stadt an der...
    Dumme kleine Stadt an der Donau?
    Die Donau fließt ja hauptsächlich durch Schwaben und Niederbayern usw, durch Oberbayern nur ein kurzes Stück. An diesem Stück Donau gibt es nur drei Städte, wenn ich richtig gezählt habe. Ingolstadt scheidet aus, denn Ingolstadt ist ja keine kleine Stadt, sondern eine Großstadt, seit 20 Jahren schon. Neuburg scheidet auch aus, dort werden keine Fahrzeuge gebaut. Des Rätsels Lösung deshalb: Vohburg, 7000 Einwohner klein, erfüllt die Suchkriterien (obwohl ich nicht sicher bin, ob die „Franz Strasser Fahrzeugbau GmbH“ die erwähnte Firma ist).

  58. ...
    NöNöNö
    Suhrkamp-Schutzumschlag: Nö, fühle mich dennoch nicht als Banausin
    Hesse-Hybris: Nö, fühle mich wieder nicht als Banausin
    Suhrkamp-Chefs: Nö, da stimmt doch `was nicht, aber dazu haben sich hier andere in nicht banausischer Art geäußert.
    Mal direkt an den Don: Ich frage Sie jetzt mal als ex-Dorfnachbarin (weil ich 5 Jahre in Gmund und davor in Rottach und davor in Tegernsee gewohnt habe): Hätten Sie nicht mal Lust, einen Blog-Beitrag über Buch-Autoren zu schreiben, die aus bestimmten Gründen den herkömmlichen Buch-Verlagen den Rücken kehren und ihre Bücher selbst publizieren? Am heutigen Donnerstag gibt es im Bayerischen Fernsehen einen kleinen Beitrag dazu – und zwar um 16:45, bzw 18:45 h in der „Rundschau“ – dort durfte ich ein kurzes Statement zu diesem Thema abgeben – vielleicht hat jemand Zeit u Lust, sich den Beitrag anzugucken. Jedenfalls tun sich neue Wege für Buch-Autoren auf – und zwar unabhängig von zerstrittenen oder nicht zerstrittenen Verlagen und ich fände es spannend, wenn mehr darüber gemacht wird.
    Servus

  59. Linksliberale Lesekultur kann...
    Linksliberale Lesekultur kann zur Menschwerdung beitragen.
    Das freundliche Verhalten zu Randgruppen (Frauen, Neger) bringt in Bayern jedoch nix als Ärger ein.

  60. Gut, dass unser Gastgeber...
    Gut, dass unser Gastgeber keine Abkömmlinge hat: die fänden seine Heldensagen aus der finsteren Jugendzeit im schwarzen Bayern und dem Wilden Wackersdorf bestimmt so ermüdend wie er selbst die Erzählungen seiner Ahnen aus der Zeit „damals in den Aedennen“. Passt aber irgendwie zum aktuellen Suhrkrampf.

  61. Handlich wie ein iPad,...
    Handlich wie ein iPad, inhaltlich Nahrung für den Kopf. Apropos: der Schutzumschlag ist wichtig, nicht wegen den Farben, sondern der Quintessenz und der kurzen Einführung wegen.

  62. Suhrkamp ist / war ja auch...
    Suhrkamp ist / war ja auch immer Insel, Insel-Taschenbücher bzw. Insel- Bücherei(natürlich bei unserem familiären militärischen Hintergrund „Die Weise von Liebe und Tod…“) bis hin zu Nievo Pisana (in dem ich nach seinem Tod ein Lesezeichen meines Vaters fand) und als damals neue Idee die wunderschönen Pappmachée kaschierten Bändchen in Kassetten mit Werken von Hesse, Carossa (dessen Erlebnisse als Arzt im 1.WK so gar nicht Goethe epigonal klingen wie unser Deutschlehrer ihm nachsagte) bis zu Proust dessen Suche ich so auf Deutsch erstmals las, bis ich später die drei Bände der Pleiade kaufte und dann auf französisch lange Zeit früh schlafen gegangen bin.
    Insofern gab es mal neue und auch marketing – mäßig erfolgreiche Ideen dort, ich erinnere mich auch daran dass in der kleinen Stadt in der ich aufwuchs 1970 ein Buchladen neu aufmachte, dessen vorderer Raum nur mit Suhrkamp ( Bibliothek, Taschebücher, Insel) bestückt war, was wegen der farbigen Einbände der Suhrkamp Reihe einen Eindruck machte, denn wir cool genannt hätten wenn der Ausdruck damals schon Mode gewesen wäre.
    Umso unverständlicher, dass Partei A nicht genügend erlöst, um Partei B einfach auszukaufen. Das und anderes spricht dann doch dafür, dass es mit der Buchhaltung und den Erträgen nicht so wirklich toll ist. Ein Geschäftsführer ist aber in einem Verlag neben dem Verlegerischen auch dem Buchhalterischen verpflichtet, da beißt das HGB keinen Faden ab.

  63. Pardon, aber Neuburg ist keine...
    Pardon, aber Neuburg ist keine Stadt, das ist nur das Sumpfgebiet, hinter dem sich Gerüchten zufolge das legendäre Braunau am Inn verbirgt, Vohburg ist auch nichts als ein Räubernest am Donauübergang, und ich behaupte, dass sogar eine Stadt wie Berlin klein und dumm sein kann.

  64. (mupe09) und wegen des...
    (mupe09) und wegen des schlagenden Zitates!
    .
    Don Aldduck, mit solchen Themen quäle ich nur FAZ-Leser. Kinder würde ich mit der Baugeschichte des Domes martern!

  65. irritatio, ich habe keinen...
    irritatio, ich habe keinen Fernseher und bin grad nicht am See, komme aber spätestens nächste Woche, die email wäre donalphonso äd gmail dot com.

  66. Vroni, nun ja, es gibt in...
    Vroni, nun ja, es gibt in Bayrn auch Frauen die wo man besser freundlich behandelt, wenn man nicht unter dem fallenden Watschenbaum stehen möchte. Alles eine Frage der Gewal äh des Typs. Die Geschichten, die den Verlag akturll umtreiben, mit dieser Mischung als links und Hochmut, will ich nicht kommentieren. Man kann aber auch links und pedantisch sein.

  67. Barocke Hörerin, nun,...
    Barocke Hörerin, nun, Suhrkamp ist nun mal stark zeitgebunden. Und auch bei mir ist dort die Leselust nicht immer, aber die Italiener, da ist doch immer Opera Buffa. Werde aber vor Weihnachten nochmal über CDs schreiben!
    .
    Antonym, vor allem lockt da die stgb-und Gesellschaftsrechtswelt.

  68. Don,
    Randgruppe Frauen war...

    Don,
    Randgruppe Frauen war nur ein Ka-lauer.
    (Meine Damen und Herren, liebe Neger …)
    Aber einer, der stimmt.

  69. Für mich waren...
    Für mich waren Suhrkamp-Bücher später:
    der Verlag, der ausschließlich links-drehend-depressive Nabelschau-Autoren druckt.
    .
    Aber vermutlich sind die meisten Autoren depressiv.
    .
    Lese jetzt als Gegengift zur neoliberalen Realität nur noch knallharte, rechte Fiktion: depressivoide literarische Kriminalromane. Reiner rechter Eskapismus.
    .
    Da gibt es wenigstens irgendwann am Schluss eine klitzekleine Lösung, nicht nur melancholische Nabelprobleme: Der Kriminelle ist in den letzten 10 Seiten detected. Law and Order. Eine Wohltat im Unterschied zur Realität, in der die Kriminellen nicht in den Bau einfahren, sondern am Ruder sind.

  70. Da fällt mir gerade ein: Habe...
    Da fällt mir gerade ein: Habe Marx- Engels- Werke abzugeben, Dietz- Ausgabe, alle um 1970. Alle mit blauem Umschlag, 42 Bände.

  71. Gut, es war kein Tom Sharpe...
    Gut, es war kein Tom Sharpe und Ibargüengoitiia hat woanders richtige Brüller geschrieben, aber man muss das in einem Kontext einer grossen Bibliothek sehen, wo man auch eine leicht depressiv-dogmatisch-linksdrehende Eck braucht. Allerdings ist da auch ein echtes rechtes Borstenvieh wie d’Annunzio dabei.

  72. @Vroni ein Tip aus der FAZ...
    @Vroni ein Tip aus der FAZ vom ?Sonntag?
    George RR Martins Songs of Fire and Ice. Eskapismus pur. Knallhart. Mit über 30 Erzählern, reicher Phantasie und wenig Magie. Starke, teils harte und böse Frauen. Viel graue, mehrschichtige Figuren. Und es sind einige Tausend Seiten

  73. Baugeschichte des Domes?...
    Baugeschichte des Domes? Kennen die Kiddies doch aus dem Fernsehen. Von Don… ne: Ken Follett heißt der ja… Die Beulen der Erde – oder so ähnlich…
    .
    War auch voller Intrigen, Meucheleien und so. Aber Suhrkrampf packt so etwas Triviales ja nicht zwischen Buchdeckel, sindern macht ein Live-Rollenspiel draus.

  74. Die deutsche Mittelschicht...
    Die deutsche Mittelschicht schrumpft…..
    (auf ARD Teletext)

  75. Wagenbach ♥...
    Wagenbach ♥

  76. Und wieder keine...
    Und wieder keine Begleitmusik!
    .
    Einer der Vorteile hier zu lesen war, dass
    ich Beschenckte mit meinem erlesenen Musikgeschmack
    beeindrucken konnte.
    .
    Wenn es dem Stuetzen nicht wie dem Suhrkamp Verlag
    gehen soll – bitte, etwas mehr Service.

  77. Wider den Ökonomismus
    .
    Mit...

    Wider den Ökonomismus
    .
    Mit 12 las ich Lady Chatterley’s Lover, heraus geschmökert aus Tante Hannas teakenen Bücheregalen. Danach Balzacs Tolldreiste Geschichten, usw. usf. Ich gestehe es: die Details aus diesen damals wie heute „nicht ganz jugendfreien Büchern“ (so zumindest laut der wütenden Mutter eines 14-jährigen Mädchens aus der Nachbarschaft, welchem ich jene Beute nämlich überließ) sind mir heute immer noch präsenter als die Zwischentitel aus Lenins Was Tun? Doch Lenins Was Tun? als „bescheuerte Literatur“ vorzustellen, ist wenig originell. Lenins Was Tun? ist vielleicht schlechte Literatur im gewissen Sinne (Lenin selber entschuldigte sich dafür: „Der Entschuldigung wegen der Verspätung muß ich also noch die Entschuldigung wegen der riesigen Mängel in der literarischen Bearbeitung der Broschüre hinzufügen: ich mußte in größter Hast arbeiten und wurde überdies durch alle möglichen anderen Arbeiten aufgehalten…“, zitiert aus dem Vorwort, entnommen 13.12.2012 http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/vorwort.htm),
    im Verhältnis zu eines Tschernyschewskijs Was Tun? http://agiw.fak1.tu-berlin.de/Scriptorium/Texte_SO/Tschernyschewski,%20Was%20tun.pdf, doch war es gerade dieses Werk, welches lt. Lenin eine „ganze Generation russischer Revolutionäre“ (siehe auch: http://agiw.fak1.tu-berlin.de/Scriptorium/Texte_SO/Tschernyschewski,%20Was%20tun.pdf mit hervorgebracht haben soll. Und somit schufen beide Was Tun? die Voraussetzung dafür, dass es so etwas wie eine russische sozialistische Revolution überhaupt gab. Und das wiederum ist der Stoff aus dem nicht nur die Geschichte gemacht ist, sondern eben auch die Literatur.
    .
    Mit Hilfe dieses Werks gelang es Lenin den Einfluss der bis dahin herrschenden kleinbürgerlichen und solchermaßen hauptsächlich terroristisch kämpfenden Bewegung der Sozialrevolutionäre zurück zu drängen. Den Sozialismus auch in Russland aus der Utopie zur Wissenschaft aufwachsen zu lassen. Schuf er doch die Voraussetzung dafür, dass in diesem Land nicht ein obskurer bäuerlicher „Urkommunismus“ weiter die Hirne der Revolutionäre vernebelte (welcher im Übrigen die gesamte russische sog. progressive Literatur bis dahin beherrschte, und der da glauben machten wollte, dass dieses Bauerntum gegen die aufsteigende Bourgeoisie das „Gemeindeeigentum“ an Grund und Boden behaupten könne, vgl. dazu auch Marxens Darstellungen im „Kapital“). Das Verhältnis von Spontaneität und Bewusstsein war und ist das tragende Thema des Leninismus. Ein Thema, das weit über den kleinbürgerlichen Ökonomismus (und Terrorismus) Russlands hinausreicht, denn ist der Kampf gegen den Trade-Unionismus und kleinbürgerlichen Terrorismus – http://blog.herold-binsack.eu/?p=2210 – seitdem die ideologische Hauptfront innerhalb der Arbeiterbewegung selbst. Und das diesbezügliche Hauptwerk bleibt „Was Tun?“
    .
    Doch hören wir kurz aus dem Vorwort, http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/vorwort.htm:
    „Ihr Hauptthema sollten die drei Fragen sein, die im Artikel Womit beginnen? (Lenin Bd. 5, S. 5-13, Dietzverlag). aufgeworfen worden sind. Und zwar: die Fragen nach dem Charakter und dem Hauptinhalt unserer politischen Agitation, nach unseren organisatorischen Aufgaben, nach dem Plan für den gleichzeitig und von verschiedenen Seiten in Angriff zu nehmenden Aufbau einer kampffähigen gesamtrussischen Organisation.“ (ebenda, S. 357 – 359)
    @Volker Braun: Marx-Engels Bde. 12-14 und Bd. 29 fehlen mir. Verkaufen Sie auch einzeln?

  78. @Don Aldduck
    Scho. Hang zur...

    @Don Aldduck
    Scho. Hang zur Hochdramatik und zum anwaltsgestützten Theaterdonner. Wo sonst kann ein Autor drohen, er steige aus. Woanders wird er linksrechts rausgeschmissen.

  79. ..depressiv...
    ..depressiv linksdrehend…schubladie…..randgruppenliterarisch..schublada…links-dogmatisch.tra..lalla..
    ich finde nichts von Suhrkamp,..Langenscheidt, Buske, hatje cranz, blv, Goldmann, piper, Ulmer..
    Soll das ganze darauf hinauslaufen, dass ein Verlag, der politisch festgelegt ist, ohnehin zugrunde gehen muss?..oder andersherum , das verlegte Spectrum möglichst breit gestreut und dennoch auf gehobenem Niveau platziert sein sollte?
    Sachbücher Romane, Neuauflagen und Neuerscheinungen, Fachliteratur usw.
    ok, wo ordnet man sich>Suhrkamp..ein?
    .hätte man es besser wissen sollen, soll man produktive Veränderundgsvorschläge, Auflagenmixe o.ä. formulieren helfen?..Heul doch!!!
    ist es Zeit zu trauern? Was anderes..
    Die Süddeutsche hat ´mal eine Weile lang Weltliteratur aufgelegt, günstig als Reihe verkauft und damit literarische must haves geordnet verfügbar gemacht. Was es alles gibt.
    Ich habe, auch aus Zeitgründen dort nicht zugelangt und mich meinen eigenen Interessens-Schwerpunkten gewidmet. Vielleicht war´s ja ein Fehler..
    Mut zur Nische(als Verlag), Mut zur Lücke(als Leser) und Lust zur Alternative, wen muss man kennen, wen oder was gelesen haben?
    Beethoven hat was mit Musik zu tun und Albert Schweitzer war Arzt. ..
    zunächstemal..
    Tom Sharpe ist nichts dauerhaftes..so am Rande..

  80. Die meisten Suhrkamp-Bücher...
    Die meisten Suhrkamp-Bücher sind deprimierend, und am schlimmsten sind die hässlichen Einbände. Irgendwann habe ich dann angefangen, meinen Badeofen damit zu befeuern.

  81. mein beitrag zum...
    mein beitrag zum suhrkamp-ringelspiel:
    stanislaw lem

  82. @mawu,
    dringend an...

    @mawu,
    dringend an Vorschlaegen für kenntnisreiche
    Jazz- Liebhaber interessiert.

  83. @ Melursus
    Kleiner Nachteil:...

    @ Melursus
    Kleiner Nachteil: Von bösen Frauen und grauen mehrschichtige Figuren allein zu lesen macht noch nicht den Vroni’schen Eskapismus aus. Für mich ist wichtig: Lösung als Erlösung. Ich will Hoffnung = als eskapistischer Leser, dass sie zumindest im Buch geoutet und geschnappt werden. Also alles, was die Realität nicht schafft.
    .
    Ich könnt natürlich auch rosa Nixnutzbücher, Pilcher lesen. Oder die Nolte.
    Aber bei Hausfrauenschreibe kriege ich jedoch Voll-Ausschlag.
    (Die Nolte verfilmt ist a bissi besser, immerhin hat sie feine, böse Ideen.)

  84. Lieber Don Alphonso, damals,...
    Lieber Don Alphonso, damals, in Berlin, war da der Holgi auch mit dabei?

  85. Folkher, wenn Sie nicht bis...
    Folkher, wenn Sie nicht bis zum 10. Mai warten können, veranstalten Sie ihren eigenen burning man.

  86. Also, ich finden Nippes im...
    Also, ich finden Nippes im Regal hübscher als die Bücher. Wenn Sie die Bücher wegwerfen würden, Fotos nach hinten und Figuren davorstellen würden, dann wäre das ein Diorama erster Güte. Ein paar Bücher könnten noch als Rahmen stehen bleiben. Der Rest kommt in den Müll. Sie sammeln doch schließlich auch keine alten Zeitungen. Oder?

  87. --Don Aldduck 13. Dezember...
    –Don Aldduck 13. Dezember 2012, 14:41
    –Gut, dass unser Gastgeber keine Abkömmlinge hat: die fänden seine
    –Heldensagen aus der finsteren Jugendzeit im schwarzen Bayern und dem Wilden
    –Wackersdorf bestimmt so ermüdend wie er selbst die Erzählungen seiner Ahnen
    –aus der Zeit „damals in den Aedennen“. Passt aber irgendwie zum aktuellen
    –Suhrkrampf.
    Richtig.
    Ich glaube, das kommt daher, dass für einen, der dem Kampf des Daseins
    enthoben ist, die Zeit stehenbleibt, und die Vergangenheit unverhältnismässig
    (oder unverhältnismüssig ??) Bedeutung erhält, er gleicht sich so, wie wohl
    auch sein Tagesverlauf und -beschäftigung, den Rentnern an, und findet
    Bücher aus dem Suhrkamp-Verlag „gut“.

  88. Uebrigens: dtv-Umschlag war...
    Uebrigens: dtv-Umschlag war Celestino Piatti.

  89. Sehr schön, natürlich lässt...
    Sehr schön, natürlich lässt man den Schutzumschlag dran! Genau wie sie habe ich den damaligen Zwangsumtausch in Bücher angelegt. Allerdings kaufte ich mir Schpolski Atomphysik Band I und II. Und gut Mary, das kapitalistische Manifest Band 1. Gut ich komme auch aus Bremen, da war Marx nicht so schlimm. :-)

  90. Mich lässt die Frage nicht...
    Mich lässt die Frage nicht los, warum Enzensberger die Suhrkamp-Witwe verteidigt? Ich bewundere Enzensberger sehr und habe ihn bis heute für einen vernünftigen Denker gehalten. Hat jemand Infos darüber, warum er sich so entschieden hat? Die Frage beschäftigt mich deshalb, weil ich gehört habe, dass Suhrkamp-Autoren alles andere als begeistert seien von der Witwe – und Enzensberger wurde ja mit dem Satz zitiert, dass sie so gut mit Autoren umgehen könne?????

  91. Dass die SED damals Bertolt...
    Dass die SED damals Bertolt Brecht’s „Mann ist Mann“ hat auffuehren lassen, ist interessant. Aber wenigstens waren die boesen, boesen Soldaten ja die Briten, der imperialistische kolonialistische Klassenfeind! Galy Gay trug sicher keine NVA-aehnliche Uniform – erinnern Sie sich?

  92. Wie geht es eigentlich dem...
    Wie geht es eigentlich dem Ehapa-Verlag?

  93. Liebe Buchsenioren: kindle....
    Liebe Buchsenioren: kindle.

  94. .. und wieso "beinah" schwul?...
    .. und wieso „beinah“ schwul?

  95. dies suhrkamp-bashing entzieht...
    dies suhrkamp-bashing entzieht sich m.e. dem verständnis, aber man muss nicht alles verstehen im leben.
    .
    ceterum kommt man in gewissen bereichen um suhrkamp nicht nur nicht herum, sondern freut sich auf und über die hin und wieder nicht völlig anstrengungsfreien* buchinhalte [„quäl dich, du sau!“ ;-)] und von ganzem herzen an den liebevoll entworfenen inselausgaben, bei denen es fast einerlei ist, welch ein inhalt sich darin verbirgt, wobei er so übel zumeist nicht ist, und eine vergleichsweise, zeitgenössisch realistische, da noch oder nicht mehr finanzierbare handwerkliche hochqualität, wie sie zwar durchaus nicht an mittelalterliche facsimileausgaben heranreicht, aber doch optisch wie haptisch ist um einiges befriedigender, als es ein kindle oder die meiste massenware sein kann.
    wobei es – bei anderen verlagen – zuweilen ein graus ist, dass manch flacher gedanke nicht einfach in ein billiges paperback,
    dreilagig,
    gepresst wurde, sondern mit einem marketingbasierten intellektualitätsanspruch mit firlefanz und tütü flirtet.
    bei suhrkamp wurde man wenigstens nicht mit trash konfrontiert.
    .
    allerdings hat der inhalt doch vorfahrt; es soll vorkommen, dass es unterschiedliche ausgaben gibt, und je nach persönlicher zuträglichkeit kauft man sich eben günstigeres oder teureres dämmmaterial für die bibliothek.
    .
    lieber hansgeier333, sie werden doch nicht etwa einer bücherverbrennung das wort reden…
    es werden noch zeiten und wunder kommen, die dazu führen, dass man sich überlegt, was mehr wärmt, die lektüre oder der ofen…
    .
    lieber bertholdIV, wie geht es ihnen?

  96. oh, himmel, habe ich 'wurde'...
    oh, himmel, habe ich ‚wurde‘ geschrieben…?
    .
    liebe irritatio, enzensberger lebt von seinem ruf, doch hin und wieder soll er seine ansichten wechseln, sagt man.
    .
    lieber HansMeier555, die spinnen, die römer. das stimmt sogar.

  97. ach - und Walter Benjamins...
    ach – und Walter Benjamins „Über Haschisch“ (braun) und Daniel Guérins Anarchismus (lila – oder nicht doch violett?).
    und die Buchhandlung unter den Linden – wo man sich mit naturwissenschaftlicher Literatur eindeckte – neben dem Café – in dem man keinen 4. Stuhl an den Tisch ranrücken durfte…

  98. Der jährliche Blick von der...
    Der jährliche Blick von der Burg auf diese Seite freut: nichts hat sich verändert, und alle sind noch lautgebend. Nur Grimaldeli dürfte inzwischen im Sanatorium siechen.

  99. chere donna, warum heißt wohl...
    chere donna, warum heißt wohl amazons wunderwaffe kindle „fire“? Die Zukunft ist digital, sonst hätte Freund Helmut oben (10:48) nicht so sinnenfroh über die Lage der Villa in Berlin referieren können. Gefühl ist alles, Papier wird Schall und Rauch, sagt der Dichterfürst. Und wenn man die MEWs anzündet, stinken sie nur noch einmal…

  100. @Vroni
    In den späten 70er…...

    @Vroni
    In den späten 70er… sicher.
    Aber von Mitte der 50er bis Mitte der 60er? Als ich eine bayrische Grosstadt Schule besuchen durfte, gab es für Vergehen wie das zum-Fenster-hinaussehen Tatzen mit einem Rohrstock auf die Handflächen. Sie können sich sicher vorstellen, welche Literatur da gelehrt wurde…..
    Und „..noch nie mit Geld umgehen konnten…“ Mit Geld umgehen muss nur können, wer zuwenig davon hat.
    Die Kleinstadt von der Don spricht ist eigentlich leicht zu erraten. Die Raffinerien waren beim Vorbeifahren auf der Autobahn kaum zu überlesen….
    @Devin08
    „Den Sozialismus auch in Russland aus der Utopie zur Wissenschaft aufwachsen zu lassen.“
    Sie meinen den Satz ernst, gell?

  101. @HansMeier 555: Ich vermute,...
    @HansMeier 555: Ich vermute, fix und foxi…
    .
    Aber zum eigentlichen Gespräch.Das Thema liess mich unmittelbar an einen Klassiker aus der Sprücheklopferei bräsiger Fabrikantendiners denken:
    „Wer vor 30 kein Kommunist war, hat kein Herz – und wer nach 30 immer noch Kommunist ist, hat kein Hirn.“
    .
    Die Aufklärung hatte es vorbereitet, indem man mal vernünftig über das nachzudenken begann, was man früher immer wie Papa und Mama gemacht hatte; der feudale sagenverwobenene Rudelmensch wurde zum eigenen Schmalspurhelden.
    .
    Durch die effizientere Ausbeutung der herrschaftlichen Güter durch kapitalistisch wirtschaftende Gutsverwalter schuf man +/- um 1750 einen Überschuss an Nahrungsmitteln, der Arbeiter freisetzte für die allmählich sich erfindende Textilindustrie – und damit die Keimzelle der Industriellen Revolution.
    Sehr verkürzt – stieg man in Deutschland erst 100 Jahre später von den Bäumen herunter, als die Eisenbahn eine nationale Wirtschaftseinheit erzwang. Vorher waren alle Uhren, nicht nur in Bayern, anders gegangen…
    Da war man dann aber schon für die Kolonien zu spät gekommen, was eine Menge Ärger durch eine heillos minderwertigkeitskomplexbeladene Elite bedeutete, die einen Liegestuhl etwas glorreicher als in Mallorca in die Sonne stellen wollte.
    Das Resultat davon, dass man gewaltig einen in die Schnauze bekam, war die daraus folgende Katastrophe 33/45. Man hatte einen Hang zu Übertreibungen.
    .
    Bis dahin waren zwei Möglichkeiten entstanden: Entweder Wettbewerb ( hurra, in Erhards Deutschland mit sozialer Komponente) oder Gleichheit ( und irgendwer passte sehr zum eigenen Vorteil darauf auf, dass keiner zu erfolgreich gleicher wurde all sein Nachbar).
    Die Atombomben vom August 1945 hatten die Möglichkeit, den Systemantagonismus offen auszukämpfen unmöglich gemacht und letzlich die echte Moderne geschaffen. Man musste sich im Dialog einigen, so schwer es auch fiel. Die Kubakrise und 1989 waren der Beweis, dass der Kahnsche Nuklearfatalismus nicht zum Tragen kam.
    .
    Das Scheitern des Versprechens von Gleichheit im Sozialismus und von Teilhabe am Wachstum im Kapitalismus waren in gewisser Weise das Scheitern des vernünftig agierenden Politikers und schufen den Rücksturz in ein von Neoreligiosität, Staatskapitalismus und Lobbyismus geprägtes Zeitalter des Rudelmenschen 2.0. Mit Fanatismus, Faithbook und Fussball.
    .
    Keiner will es genau wissen, wie mies er dran ist. Hauptsache, das neueste Apfel-Gadget und Dortmund wird Meister.
    .
    Darum ärgert auch das Sexthema so (sehr schön, mediensegler, au ja, statt erlangen ertragen sagen…).
    Vor so gut wie nichts steht das Individuum so einsam wie vor seinen äffischen Trieben. Von wegen: Nur Herz und Hirn. Es treibt einem doch das Grausen sonst wo hin, wenn man sich vor Augen führt, WAS ein Mann von Format wie DSK anrichten kann, wenn ihm sein Schw4nz den Kopf vernebelt. Es war leider eine Illusion in den Sechzigern, das alle Menschen Sex als eine Form von Entertainment sehen müssten.
    .
    Die Sache von ihrer Natur her hatte viel mehr mit Babygeschrei, Familiengründung und valider Paarbeziehung zu tun, als den meisten Männern je lieb sein würde.
    .
    Wo das Klischee der erotischen Fantasie für den Mann so um Dons FKK-Club herum mäandern dürfte (der in Sachen kapitalistisches Gunstgewerbe sehr pragmatische Schweizer z.b liebt dabei auch das Kuscheln) – könnte der weibliche Sextraum vielleicht in die Richtung gehen, einen mächtigen, ungestümen Hengst zuzureiten, (Wie sollte sonst ein so hahnebüchen dröges, schlecht geschriebenes Buch wie „50 shades of greulich“ sich als endlose Trilogie wie heisse Würstchen verkaufen), und mit ihm Kinder grosszuziehen.
    Später kann man dann notfalls nach Kenia fahren.
    .
    Auch wenn das jetzt böse war, sollte man das ganze nicht unter den Teppich kehren, um nicht am Ende sich auf der toten Couch vor Markus Lanz gemeinsam anzuöden, weil es nicht nur Herz und Hirn bedarf, um als aufgeklärtes Indivuum sein Leben in die Hand zu nehmen.
    .
    So gesehen, war Kolle wirklich ein Meilenstein, damit nicht alles beim Handbetrieb blieb…

  102. Seufz!...
    Seufz!

  103. @HM 555: Gut wird es dem...
    @HM 555: Gut wird es dem Verlag gehen, denn er hat die gegenüber Suhrkamp eindeutig die erfolgreichere Taschenbuchreihe. It makes more fun to complete…

  104. Ehapa, lieber Meier, macht...
    Ehapa, lieber Meier, macht irgendwas, das ich nicht haben will. Dringend, jetzt vor Weihnachten, ersuchte ich den Verlag um alle Exemplare der
    Geschichten von Donald Duck, gedruckt mit den Lithos der 70er Jahre und den unverfaelschten Originaltexten von Erika Fuchs.
    Man beschied mich abschlaegig.
    .
    Soviel zur (ha!) Suhrkamp-Kultur.

  105. Savall13. Dezember 2012,...
    Savall13. Dezember 2012, 10:14
    „Und wer nicht wenigstens drei Dutzend Suhrkamp-Bücher im Regal hat, der schweige in diesem edlen Kreise.“
    Habe nachgeschaut und gezählt, also 3×12 stehen da schon, aber nicht von Suhrkamp,
    gilt das Dr.Oetker-Kochbuch auch?
    Loriots Gesammelte Werke oder die schönsten Brücken Deutschlands,
    sind aber mehr Bilder drin als Buchstaben. Also, auf 15000 komme ich nicht,
    mein Auto hat aber auch keine 200 PS.
    .
    Schade, dass ich jetzt nicht mehr mitmachen darf.
    .
    Habe mal bei der FTD nachgeschaut, was bleiben soll und verschwinden kann,
    Suhrkamp war nirgends in der Liste.
    Aber Kondome mit Noppen. Ts,ts …?
    .
    http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:abschied-der-financial-times-deutschland-die-finale-wunschliste-der-ftd/70126448.html?google_editors_picks=true
    .
    Gute Nacht in die Runde, bin wirklich deprimiert. Brauche einen Schlummertrunk.

  106. The Great Artiste13. Dezember...
    The Great Artiste13. Dezember 2012, 23:17
    P.S. Schön, dass wenigstens Sie es immer wieder schaffen von 33 auf 69 zu kommen.
    Muss ins Bett, morgen ist wieder Geld verdienen angesagt.
    Da kam schon wieder so ein Paket von Weltbild. ;-)

  107. Kinderkrankheiten und...
    Kinderkrankheiten und Altersgebrechen
    .
    @Tyler Durden Volland: „@Devin08 ‚Den Sozialismus auch in Russland aus der Utopie zur Wissenschaft aufwachsen zu lassen.‘ Sie meinen den Satz ernst, gell?“
    .
    Auch wenn sich das manchmal so anhört, aber nur des Spaßes wegen, schreibe ich hier nicht! Aber ich weiß natürlich, worauf Sie anspielen. Doch auch in Bezug auf die mögliche Wiederholung einer „sowjetischen Geschichte“ gälte das, wovor Marx und Engels, in Anspielung auf eines Hegels Aphorismus‘, immer wieder gewarnt haben. Nämlich, dass, wenn die Geschichte sich wiederholt, dann als Farce. Ich rekurriere also nicht auf eine wie auch immer geartete sozialistische Geschichtsapologie, sondern auf den Wissenschaftlichen Sozialismus – http://blog.herold-binsack.eu/?p=284 -, der solange keine Geschichte ist, wie der Kapitalismus auch. Der sowjetische Sozialismus ist definitiv untergegangen, doch nicht der Wissenschaftliche Sozialismus. In einer Krise steckt dieser auch, wie auch die bürgerliche Wissenschaft. Dennoch ist der unmittelbare Zusammenhang wohl eher der zur Krise des bürgerlichen Staates. Denn wo der Sozialismus nicht nur Ergebnis der Krise des bürgerlichen Staates ist, sondern auch dessen unmittelbarer Ausdruck, da ist auch ein sozialistischer Staat von Beginn an in seiner Krise. Was des einen Kinderkrankheiten sind, sind des anderen Altersgebrechen. Die Dialektik meint es allerdings hin und wieder gut mit uns. Sieht es doch so aus, als ob ein siegreicher Kapitalismus die Altersgebrechen – http://blog.herold-binsack.eu/?p=2095 – des von ihm zerstörten Sozialismus geerbt hat. Das macht Hoffnung

  108. lieber hansgeier333, nun, wenn...
    lieber hansgeier333, nun, wenn man ein buch von der festplatte seines kindle löschen wollte…
    .
    lieber TGA, „Nur Herz und Hirn.“ – sie haben den hintern vergessen, conditio sine qua non.

  109. Das war dann wohl der große...
    Das war dann wohl der große Unterschied in den 80ern und frühen 90ern im Vergleich zu Schwaben. Dort konnte man, dank früherer Industrialisierung und damit einhergehend großflächig gewachsenem Klassenbewusstsein (inzwischen wieder verschwunden) über Bloch sprechen, Brecht war irgendwie respektiert und so manche im württembergischen Pietcong in und um Calw herum genierten sich abwechselnd für und wegen Hesse.

  110. "Ich hatte tatsächlich mal...
    „Ich hatte tatsächlich mal ’nen Anfall von Schutzumschlagentferneritis. Sie sah‘ mir zu bunt und zu wenig „gediegen“ aus, dieses Bücherwand. Danach sah sie aber auch nicht viel besser aus.“
    .
    Meine Bücherwand verleiht der Wohnung etwas leicht messiehaftes. Das gedruckte Zeug scheint ohne jede Ordnung zu wuchern und ein Ende ist nicht abzusehen. Gediegene Bücherwände finde ich irgendwie proll.
    .
    „Ja, ich erinnere mich an Sie“. Mit einem einzigen Griff in einen riesigen Stapel Papier, der sich auf seinem Schreibtisch angehäuft hatte, fischte der Prof die wissenschaftliche Abhandlung heraus, die für ihn der einzige Grund war, sich an jemanden zu erinnern.
    .
    Ich habe Geselligkeit, die sich um Bücher und Verlage herum bildet, nie begriffen. Ich spreche auch fast nie über das, was ich lese. Vermutlich bin ich dafür im fakschen Myer-Briggs Quadranten. „Literaturbetrieb“ – das scheint mir eine ganz sonderbare Sache zu sein, fast so als gäbe es zu einem Buch, diesem Medium für Introvertierte, gleich noch eine Theatervorstellung dazu.

  111. Im FAZ-Interview wirkte...
    Im FAZ-Interview wirkte Barlach auf mich vernünftig. Von den Hintergründen weiss ich ja nichts.
    .
    Das Problem von Suhrkamp ist letztlich dasselbe wie der geistigen BRD insgesamt. Diese Backlist-Großdenker haben die Refeudalisierung verschlafen.

  112. Wann war Ihre Zeit als...
    Wann war Ihre Zeit als Oberstufenschüler? In den frühen 80ern? Dann waren Suhrkamp-Autoren kein Tabu, sie standen auf dem Lehrplan: Brecht, Frisch, Horvath z.B. Gelesen wurden auch Hesse, Bachmann, Walser, Koeppen… Das bayerische Gymnasium war also nicht notwendig die kulturelle Antithese zu Suhrkamp. Klar gab es da tiefschwarze Reaktionäre, aber auch viele linksliberale Pädagogen, die auf dem Marsch durch die Institutionen im Beamtenstatus angekommen waren. In den 70ern und 80ern war in der bayerischen Provinz das kulturelle und politische Klima an der Schule meist offener als im Rest der provinziellen Gesellschaft, einschließlich vieler Elternhäuser. Meine Lehrer (bin Jg. 71, aus Nordbayern) waren eher links, der Klassenlehrer z.B. in der Friedensbewegung, der stand am Bauzaun in Wackersdorf, FJS war ein Feindbild, „Gesellschaftskritik“ galt als Grundlage von Kunst und Wissenschaft. Um da zu provozieren hätte man eher stramm rechts sein müssen als Kommunist oder Kiffer. Bestimmt hat sich der Mief der 50er und frühen 60er zuweilen bis ins letzte Jahrzehnt der alten Bundesrepublik gehalten. Für viele war das bayerische Gymnasium aber vor 30 Jahren auch ein kultureller Freiraum, der Anregung und Ermutigung bot, gerade, wenn man nicht aus einem bildungsbürgerlichen Elternhaus kam. Vielleicht sogar in mancher Hinsicht mehr als heute.

  113. Ja, liebe Donna, aber denken...
    Ja, liebe Donna, aber denken Sie doch daran, dass Enzensberger bisher immer auf der „richtigen“ Seite stand – was auch immer das sein mag. Denken Sie an „Ein Sommer der Anarchie“ – und dann war er ja bei den 68ern im Geiste dabei, hat sich aber deutlich von Gewalt distanziert. Es gibt wenige Dichter der Gegenwart, die so umfassend und human denken, schreiben … und jetzt diese Bescherung mit der Suhrkamp-U-Witwe! Das verstehe ich nicht, denn für mich war Enzensberger immer eine Gerechtigkeits-Institution und wenn ich höre, dass nicht wenige Suhrkamp-Autoren verzweifelt seien mit der Witwe, dann kapiere ich nicht, warum Enzensberger (als Suhrkamp-AUTOR!)sich auf ihre Seite schlägt. Natürlich kann er mal seine Meinung wechseln, hat er auch öfter getan, aber zum ersten Mal erlebe ich, dass er die Gerechtigkeitslinie verlässt. Oder aber mir fehlen Hintergrundinfos und ich stufe das Ganze völlig falsch ein.

  114. @ irritatio: Ich spreche es...
    @ irritatio: Ich spreche es jetzt endlich aus: Ursula Unseld-B. ist eine schöne Frau.

  115. Da hab ich doch glatt die...
    Da hab ich doch glatt die Designer verwechselt, obwohl nach Celestino Piatti sogar ein Preis für Buchgrafik bekannt ist. Übrigens haben wir in der Schule auch Brecht und Weiss ( „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade“ uff was ein Titel – sicherheitshalber gegoogelt) gelesen. Den Weiss wenn ich recht erinnere 1968, das war 4 Jahre nach der Uraufführung, also ziemlich zeitgenössisch. Ich habe dann zum Ausgleich daheim lieber Schillers Dramen gelesen, die damals auf unserem kleinen Theater recht unbeliebt waren, die ich aber irgendwie „besser“ fand… Schulisch wurden wir zum Beispiel für eine recht misslungene Adaptation von „Örtlich betäubt“ ins Theater gejagt, oder wie wir Pennäler scherzten „wörtlich betäubt“.
    .
    Was aber den Verlagsstreit angeht, wird das immer undurchsichtiger, wenn man erfährt dass Herrn Barlach das Nennen der Geschäftszahlen verboten wird (weil „Verrat von Geschäftsgeheimnissen“), die Zahlen aber mehr oder weniger hell oder dunkel rot sein sollen. Wenn ein flammender Kommentar in der Welt heute zu bedenken gibt, Verlagsgeschäft sei kein „Sockenhandel“ ( vermutlich assoziierte der Verfasser das wegen seiner kalten Füße), so muss man doch sagen dass das heißeste Verlegerblut keine neuen Bücher produzieren kann wenn die Betriebsverluste das haftende Eigenkapital übersteigen, weil dann schlicht Insolvenz oder Konkurs eintreten. Man lese bei Berman-Fischer nach und dessen Hausautor Thomas Mann, auch dem Lübecker „Geschäft von einiger Größe“ ging es ja nicht auf Dauer gut in der 3. Generation.

  116. genial geschrieben! und so...
    genial geschrieben! und so wahr!
    .
    wobei die gelb-schwarzen buecher aber die verbrecherbuecher sind, nicht wahr? „dashiell hamett und so.“
    .
    und den bakunin hat er als highlight natuerlich mit absicht halb abgeschnitten mit dem bildausschnitt, jaja.
    .
    und kurz al jezeera einmal mehr: wolfgang kaleck, berlin, wird dort als „human rights lawyer“ empfohlen (g).
    .
    und ausserdem repariert man beschaedigte mohnfelder am besten mit junkies.
    .
    oder von der klugheit der vampire. (als herzchirurg eben: unterbricht die arbeit am offenen herzen hoechstens fuer einen gaanz kleinen schluck zwischendrin aus der halsschlagader, niemals aber fuer soviel, dass die ganze op gefaehrdet waere.)
    .
    und zum glueck hoeren ja die probleme der welt niemals auf, da hat ja dann jeder tuechtige mann – und der, der so einer werden will – zu seinem grossen glueck gelegenheit, etwas zu leisten. und ein grosser held zu werden, fuer immer. (warum wir fuer richtige maenner immer neue probleme schaffen muessten, und waere es ad infinitum.)
    .
    und dr. motykie ist empfohlen fuer plastische chirurgie: http://www.drmotykie.com/ „You may recognize Dr Motykie through his involvement in television shows such as the E! Channel’s Dr 90210, the Discovery Channel’s Plastic surgery Before & After, his personal appearances on Extreme Dr 90210, celebrity plastic surgery, VH1, MTV, Inside Edition, Extra and Dr Phil as well as being a part of articles in the Los Angeles Times, Wall Street Journal and numerous scientific publications around the world“
    .
    .
    und auf das die ackerflaeche global mehr abnehme. mehr ackerflaeche ist schaedlich. fuer touristen und chem. wirkungsgrad!
    .
    und globale erwaermung ist wichtig! globale erwaermung braucht mehr sturmflaeche. damit die energien sich austoben koennen!
    .
    und wie schoen, wenn das chaos herrscht! denn chaos braucht weniger trinkwasser!
    .
    und das leben ist als generationenabfolge gedacht, damit es sich an abstiege schneller gewoehnte. denn abstiege gingen leichter.
    .
    und was waeren die schulden der anderen anderes, als unser reichtum? („denn auf mich entfallen doch laengst mehr milliarden schulden der anderen, als auf dich, du looser!“ so ein anscheinend auch aktuelles rat-race.)
    .
    und wer nicht den film lieben kann wie fassbinder, hat eh keine ahnung vom celluloid.
    .
    und gefaehr. und die panfloete in ronda.

  117. Nur so:
    Ein Mensch gilt als...

    Nur so:
    Ein Mensch gilt als intelligent,
    – wenn er komplexe Informationen rasch erfasst
    – auf Informationen adäquat reagiert
    – Erkenntnisse anwendet und Konsequenzen zieht.
    :-)
    „Business Intelligence“ beschreibt die auf eine Unterstützung, Durchführung und Kontrolle betrieblicher Aktivitäten ausgerichtete Intelligenz (Einsicht!) sowie die zu ihrer Erzielung eingesetzten Konzepte, Methoden und Informationssysteme. (aus dem www)
    ?
    Machen Bücher (noch) klug oder gar einsichtig?
    Machtinstinkte („Interessen“) walzen u.U. alles nieder.
    .
    Dazu fällt mir ein ganz alter „Hut“ ein:
    Der kaukasische Kreidekreis:
    Herrisch reißt die Gouverneursfrau ihr Kind an sich, welches Grusche voll Mitleid loslässt. Hierdurch erweist sie sich als die „wahrhaft Mütterliche“, die ihr Kind liebt und es lieber los lässt, als ihm weh zu tun.

  118. @ donna laura - chanel no. 5...
    @ donna laura – chanel no. 5 wurde auch nicht an einem tag aufgebraucht.
    .
    .
    und welche der aussagen ist wahrer?
    .
    – es gibt zwei moeglichkeiten wachsende weltbevoelkerungen abzusaettigen: a. durch krieg, b. durch hunger.
    .
    – krieg ist immer eine folge vom uebergewicht weniger.

  119. und de gaulle in person bleibt...
    und de gaulle in person bleibt unser „center for british studies to the max.“
    und meine vortraege daempfen erwartungen (von der verwendung des dampfkochtopfs in der aktuellen politik)
    .
    und so lieben wir unseren gastgeber: hellwach, hochintelligent – und geldbewusst.
    .
    und al jezeera empfahl sich selbst, mit einem update an uns, die bilder bis ins jetzt neu verlaengert: „The Choke Points of Power“ . http://www.aljazeera.com/programmes/aljazeeraworld/2012/12/2012124114036244389.html – evtl. tube, der ganze film ist deutlich laenger als 10 minuten. („es gibt anscheinend eine neue mittel-ost-strategie: der persische golf spieglt zwei grosse, oelreiche, autoritaer regierte, wuesste landmassen, den iran und saudiarabien. fuer den westen ist es bedeutsam, welche von beiden spaeter faellt“.) (die schuetzenpanzer fuer saudi-arabien wurden aber nicht explizit erwaehnt)
    .
    @ gastgeber: und ihr name war xantippe. sie blieb ihm unbekannt. (von den vielfaeltigen nachteilen des junggesellentums)
    .
    und man hat in riad selbstverstaendlich ein „center for americans studies“. wann kam eigentlich das letzte interview mit dessen chef in der faz? (wg. vielfalt, nicht um gegen etwas zu sein.)
    .
    und wir lieben den film wie fassbinder, denn alles andere bloss celluloid.
    .
    and what we are all seeking is the post-empire internet?
    .
    und beobachtungen:
    .
    „rochebobois“ hat inzwischen auch ein sofa „blogger“ im programm.
    .
    und auch die aktuelle bunte weiss: attraktive junge frauen unklarer herkunft aber aufstrebender absicht nennen sich heute bevorzugt mannequin, modell und bloggerin.
    .
    und auch folgenden bericht fanden wir als journalistische ergaenzung erwaehnetnswert http://www.aljazeera.com/programmes/peopleandpower/2012/12/201212126227280456.html und auch die klaren ansagen der daenischen natosoldaten (fuehrungskraefte) (marschieren ueben die am leibstebn den ganzen tag, aber auf den hindernissparkour, der ihr zukuenftiges aufgabengebiet abbildet gehen die in drei monaten hoechstens einmal, eine stunde, usw., usf.) (und 30% der gesamten armee muessen jedes jahr ersetzt werden)
    .

  120. achwas,
    der "Hut" (Der...

    achwas,
    der „Hut“ (Der kaukasische Kreidekreis) ist ja noch viel älter.
    Das „Salomonische Urteil“ hier zu erläutern – hieße aber wohl „Bier nach München zu bringen“ …

  121. Rowohlt, S.Fischer, dtv, was...
    Rowohlt, S.Fischer, dtv, was gab es noch?
    Ach ja, Merve! Mein Gott.

  122. wir bitten einmal mehr und...
    wir bitten einmal mehr und staendig um nachsicht fuer allfaellige unmoeglich- und ungeschicklichkeiten (posten von einem geborgten spanischen netbook mit spanischer tastatur. macht man gerne, ist aber durchaus staerker (fehler)anfaellig, als ein gewohntes zeilen/tasturbild) (und unter starkem druck, die zeit anderweitig doch besser zu verwenden)
    .
    wie gesagt: teilnahme am zeitgeist alles. (moeglicherweise provokante gedanken hervorrufend nicht ausgeschlossen.)
    .
    und hasard im spiel kann jeder. (letztendlich sind wir doch alle bloss verwalter eines erbes – oder hasardeure im ernst) (mit betonung auf erbe im ersten teil)
    .
    @ donna laura – maenner sind dumm. darum muessen sie auch immer neu anfangen. (und keinem mann wohnt ein zauber inne.) (aber genie ist normalitaet. lediglich nicht-genie waere ungewoehnlich, *g*)
    .
    und arbeiter. mienenspiel unter der dusche. nach der schicht. alles pechschwarz.
    .
    und kann man den tegernsee austrinken? so wie geldboersen? (idee fuer eine vorueberziehende, kleinbuergerliche kunstaktion: maerkischen sand auf einem pailsadenfloss zu jammermusik unendlich langsam ueber den tegernssee rudern; „seht her, wir aber kehren das unterste zu oberst“.)
    .
    und westviertel bleiben gelebte menschenkenntniss: spiegelt ihr glanz doch lediglich den gerechtenen teil vom glanz.

  123. @Helmut Weiß

    Sie haben etwas...
    @Helmut Weiß
    Sie haben etwas ausgesprochen, was ich nicht zu sagen wagte: Ja, die Verlegers-Witwe ist eine schöne Frau – aber unterstellen wir an dieser Stelle nicht etwas? Ich hänge den Leuten nicht gern `was an, wenn ich nicht weiß, was wirklich los ist. Wir haben aber nix Schlimmes gesagt, im Gegenteil, wir haben Frau Ursula U-B ein Kompliment gemacht, wenn wir betonen, dass sie schön ist.
    Ich hätte eine andere Vermutung: Enzensberger gehört zu den Suhrkamp-Autoren, die mit die größte Aufmerksamkeit erfahren – er wird gute Erfahrungen mit der Suhrkamp-Leitung gemacht haben, denn in der Regel werden populäre Autoren hofiert. Und all jene anderen Suhrkamp-Autoren, die eher geringe Auflagenzahlen vorweisen, fühlen sich vielleicht nicht so gut behandelt, weil man sie kaum wahrnimmt? Sowas kann an die Substanz gehen und schon heißt es: Autoren kommen mit der Suhrkamp-Verlegerin nicht zurecht – wir wissen ja, wie schnell Gerüchte entstehen …

  124. und "weltrepraesentationen,...
    und „weltrepraesentationen, tagebuechern abgeschaut“? (steinbrueck erscheint dumm. und seine spd genauso. denn ueberalterte gesellschaften wollen ein mildes idol an der spitze, keine jung- (womoeglich: juenger als sie selbst) gebliebene kampfmaschine.) (also ein noch milderes idol, als sie selbst es heute sind, darauf kaeme es an) („als sie selbst, geworden durch eigene lebensleistung und durch eigene anstrengung!“ darf aber nicht uebertroffen sein.)
    .
    (Nobel laureate Thomas Mann, not a Catholic, wrote after an audience with Pope
    Pius XII:I „kneeled not in front of a person, but before a mild idol in white, who…“)
    .
    und mancher dolch ist faschistiod, wie er erdolcht. und unsere sprache ist perfekt, wenn sie nicht begehrt. (buchstabenkenntnis vor allem, *g*)
    .
    und verschwiegene bergseen II: statt des nazigoldes die champagner-flaschen der finanzkrise versenken. (denn wir stossen jeden tag an, wenn nicht krise ist. so ist´s richtig.) (oder warum immer mehr leute jeden tag, an dem nicht finanzkrise ist, mit mineralwasser begruessen. also mit stillem solchen.)
    .
    oder champagner in leere geldboersen schuetten, und diese dann ueber bord werfen. den weiten weltfisch noch betrunkener machen.
    .
    und die deutschen sind das europaeische problem. (aber ein problem …. lenken, hiesse es beseitigen?)
    .
    und nietzsche, um seine gedicht zu zitieren, war mehr dichter als professor & buerger – seine sprachmacht machte ihn womoeglich dazu (und die sprachunmacht der anderen hob ihn ab) – die kunst der kraft laege aber wahrscheinlich genau weiterhin darin, sich nicht zu entscheiden – selbst wenn alle anderen es taeten.
    .
    und es laege auch weiterhin viel neurotik in den neuen normalitaetsannahmen? (aber ja, auch wir stimmen diesem blog ausdruecklich auch zu)
    .
    und es gab unsere dichter:
    .
    Wer nicht tanzen kann mit Winden,
    Wer sich wickeln muß mit Binden,
    Angebunden, Krüppel-Greis,
    Wer da gleicht den Heuchel-Hänsen,
    Ehren-Tölpeln, Tugend-Gänsen,
    Fort aus unsrem Paradeis!
    .
    Wirbeln wir den Staub der Straßen
    Allen Kranken in die Nasen,
    Scheuchen wir die Kranken-Brut!
    Lösen wir die ganze Küste
    Von dem Odem dürrer Brüste,
    Von den Augen ohne Mut!“
    .
    energien, man weiss… .

  125. und immer noch...
    und immer noch zeitgeist:
    .
    und die solidaritaet von frauen? gilt frauen! nicht nationalstaaten. deswegen sind frauen ja auch heute so unverzichtbar in der politik. (einsichtsvolle weiterentwicklung bleibt angesagt)
    .
    und solange wir gluecklich schlafen, ist uns das bett egal. (worte zu wortbetten, aber „echte maenner unter die bruecke“, *g*)

  126. und @gastgeber: geduld!...
    und @gastgeber: geduld! geduld! geduld! (hgemeint: ganz ohne ausrufezeiche)
    .
    denn wir wissen, wie markus soeder im tv sagte: „alles, was ich im leben geworden bin, habe ich mir erkaempfen muessen und auch erkaempft – und darauf bin ich stolz!“
    .
    und d.a. steht fuer genau das gegenteil. und das wird so bleiben (denken womoeglich auch wir.) und das ist gut so.
    .
    denn schliesslich werden auch wolfgang schaueble und petra roth etc. eines tages im alter von neunzig zuruecktreten – und dann muss halt don a. sowieso die gerechte verwaltung der freiheitlich-demokratischen grundordnung repraesentieren. und waere es im alter von fuenfundsechzig aufwaerts und ganz alleine. (smile)
    .
    oder anderes. jede im freiden nachfolgende generation ist jung, erfahren und klug: ein erbe kann man sich erkaempfen, man kann erben, „einfach so“ – oder ein erbe ausschlagen. freiheit ist die freiheit der verantwortung – aber eben auch der freien wahl.
    .
    keiner muss deutschland waehlen. und schon gar nicht zu vorgegebenen bedingungen. (except fdgo, q.e.d)

  127. Da könnte man ihm die...
    Da könnte man ihm die Geschichte mit seinen Frauen und dem, was darüber gekommen ist, klar entgegenhalten. Das mag ich an dem Söder nicht so sonderlich, diese Schmutzeleien.

  128. -- The Great Artiste 13....
    — The Great Artiste 13. Dezember 2012, 23:17
    Und wem haben Sie das jetzt erzählt, uns oder sich selber?

  129. -- Foxrommel 13. Dezember...
    — Foxrommel 13. Dezember 2012, 22:16
    — .. und wieso „beinah“ schwul?
    Dass dieser Kommentar unkommentiert blieb, find ich bemerkenswert.

  130. merve, lieber HansMeier555,...
    merve, lieber HansMeier555, eine katastrophe des handwerks! allein die haptik, rau wie eine bauarbeiterhand im winter! allein die optik, bezaubernd wie ein praktikantenentwurf aus den 80ern! der drucksatz eine zumutung, der geruch unangenehmer als des verschiedenen hundes abluft. immerhin, der inhalt, hin und wieder…
    .
    wenn suhrkamp dahinschiede, wäre merve am zuge, zumindest war das in der vergangenheit bereits so, wenn suhrkamp keine lust hatte oder es krach gab.
    .
    liebe irritatio, enzensberger streift man so, nicht nur aus höflichkeit den lehrenden gegenüber, und nicht unklug war so mancher gedanke. wie habermas einer der intellektuellen deutschlands, ganz im gegensatz zur selbstinszenierung mancher rotbekammter blogger, die so etwas so gerne wären und wohl kaum je werden werden. andere grossintellektuelle, quasigewissen der nation, desavouierten sich bereits in frühester jugend, schwiegen sich aber darüber geflissentlich aus. mittlerweile kommt so etwas heraus, ganz wie im schwarzen gebunkerte steueroptimierungen, und auch das riecht nicht wie rosenwasser.
    .
    lieber Dreamtimer, eine bibliothek ist der einzige ausweg, bücher halbwegs ansprechend zu präsentieren, und wenn man dafür sein wohnzimmer aufgäbe. es soll menschen geben, die bücher einer (bereits etablierten bibliothek) nach farben umsortieren. wenn das jemand bei mir versuchte: erstens in den hintern treten, zweitens haare ausreissen, drittens teeren, viertens federn, fünftens vierteilen, sechstens guillotinieren, siebentens an die fische verfüttern. apropos antibellizistin…
    .
    irgendwie erscheint es beinahe abstrus, dass sich niemand hier auf die von TGA nicht so selten hervorgebrachte äusserung, frauen mögen keinen sex* oder wenn, dann nur mit dem zuchtbullen, stürzt, sich nicht einmal verwahrt oder gar verbittet, ein faktum, dass man durchaus schon einige wochen stillschweigend, aber sich wundernd konstatieren muss.
    und ausserdem, dass sex nur fad und lästig sei, reden darüber könne man auch nicht.
    selbstverständlich sind hier drinnen alle intelligent, abgesichert, kaufen im feinkostgeschäft, sind vollumfassendst befriedigt, schlank, schön und sexy, so dass man gespräche darüber auf rein hypothetischer basis ausloten müsste, was aber in anderen bereichen doch durchaus geht, siehe die probleme im umgang mit schutzumschlägen. doch man erbarme sich gerade in der dunklen zeit der nächstenliebe doch bitte den armen greteln und hanseln da draussen.
    —–
    * sicher, wenn der held kein bringer ist, so kann man es sich sicherlich vergnüglicher vorstellen, mit sublimierter liebe weihnachtskekse zu backen, wie so viele es derzeit tun *duck and cover and gone*…

  131. Herr Meier - nicht den...
    Herr Meier – nicht den Piper-Verlag vergessen!
    Der alte „Piper“ hat viel für die Künstler getan! (sagt Mama)
    .
    Merkwürdig ist,
    dass Enkel Hans BARLACH um Suhrkamp kämpft, während
    (der Opa) Ernst Barlach mit Reinhard PIPER (der ein richtiger
    Buchhändler war) in lebenslanger Freundschaft verbunden war.

  132. Ich möchte gern noch etwas...
    Ich möchte gern noch etwas zur Ästhetik des Widerstands in kalten Zeiten sagen.
    Sie verweisen mich, Don Alphonso, auf die achtziger Jahre, als Strauß regierte und die Welt auf ihren Untergang zuzusteuern schien. In solchen Zeiten, möchte ich meinen, bedarf es im besonderen Maße moralischer Anstalten. Wenn ich mir jene Jahre vergegenwärtige, dann glaube ich durchaus, daß es jene moralische Anstalten waren, die ein Klima schufen, das es den Dr. Strangeloves und Jack Rippers unmöglich machte, ihre Wunschvorstellungen auszuleben. Man nenne mich naiv und romantisch, ich glaube es eben. Ich zähle als Bibliomane natürlich Verlage zu diesen moralischen Anstalten (zumindest einige von ihnen) und den Suhrkamp-Verlag ganz besonders. Ich habe mal nachgeschaut (nur als Stichprobe), was ich damals, als ich bei Suhrkamp nicht direkt kaufen konnte, so von Suhrkamp gelesen habe. Denn es erschienen in der DDR viele Lizenzausgaben. Besonders eifrig und erfolgreich war der Verlag „Volk und Welt“. Ich habe heute noch etliche Regalmeter von diesem Verlag und bewahre die Bücher in allen Ehren. Jean Genet war allerdings eine Lizenz von Merlin und André Gide eine Lizenz von der DVA. Aber Adolf Muschg und Hermann Broch waren von Suhrkamp und ich würde sicher noch mehr finden, wenn ich systematisch suchen würde. Naja, ich war jung und hatte keine Ahnung, so hab ich auch mal Martin Walser gelesen. Jeder hat so seine Jugendsünden, die er gerne verschweigt. Nichtsdestotrotz war das Lesen solcher Bücher ein Akt des Widerstands, gegen geistige, sittliche und ästhetische Verwahrlosung. Ein schwacher Akt, freilich, aber dennoch Widerstand. Es war dann staunenswert zu sehen, als wir unsere gesenkten Köpfe endlich hoben, daß wir so viele Gleichgesinnte waren, die oft die gleichen Bücher gelesen hatten. Und deshalb meine ich, daß Suhrkamp pars pro toto als moralische Anstalt fortbestehen muß, in welcher Form auch immer.

  133. @donna laura
    .
    Die Produktion...

    @donna laura
    .
    Die Produktion von Begehren…

  134. So findet halt Einjeder die...
    So findet halt Einjeder die Bestaetigung seiner unsicheren Gedanken im Gedruckten.
    Der eine im Alten, der andere im Neuen Testament, ein anderer bei Julius Streicher, bei Marx, bei Lenin oder bei sonstwem.
    Der gedruckte Gedanke ist eine feile Ware, der Haendler steht auf dem Markt, verkauft alles an jeden-und verdient dabei. Er ist der Gewinner. Je nach Zeitlaeuften kommen die Glaeubigen und die Glaubensverkuender auf den Parnass oder auf den Richtblock.
    Die Tetzels jedoch nehmen die Kasse, ziehen auf einen der sieben Huegel und lachen sich einen.

  135. @Savall
    Luchterhand, ja,...

    @Savall
    Luchterhand, ja, Pahl-Rugenstein nein!

  136. @achwas
    .
    Dazu nen Denkanstoß...

    @achwas
    .
    Dazu nen Denkanstoß von Fritz Raddatz: Stand er mit andern Gästen in einer Stockholmer Villa vor einem Picasso. Dazu die dumme Frage von, [Name dort nachlesen]: „Ist der echt?“, und hörte die trockene Antwort von […]: „Natürlich, ist doch kein Piper-Druck…“

  137. Bücherlesen als Akt des...
    Bücherlesen als Akt des Widerstands, vielleicht auch Fernsehn gucken, emailen, chillen… Und hinterher waren sie alle Widerstandskämpfer… Hab ich doch schonmal gehört… Der arme Adolf, wie konnte er es so weit bringen, inmitten all dieser (widerlichen) Widerstandskämpfer!

  138. Esssen, Kochen und...
    Esssen, Kochen und Schutzumschlag-Bibliophilie kommen mir ein bisschen vor wie die Leidenschaften von Opa, der vom Krieg träumt, der dann seinem Enkel das Atomkraftwerk aus Naturholz schenkt, und dann macht es bumm und alle Kühe fallen tot um.
    .
    Darum, Foxrommel, habe ich versucht, ein paar provokantere Gedanken zum Zustand, warum wir alle mal mit dem Sozialismus geliebäugelt haben (und der freien(?!) Liebe), und jetzt bei Salzstangen von den neuen Sicherheitsgimmiks unseres ach so umweltfreundlichen Volvos schwärmen, mit dem wir diese ganz pittoreske Trattoria bei Urbino entdeckt haben.
    .
    Wie urteilte unsere geliebte Frankfurter Mutter FAZ gestern? Unseren Wirtschaftsführern fehle es an sozialer Kompetenz, Empathie und Reflexionsvermögen – sie würden rekrutiert nach Dienstalter und Durchsetzungsvermögen.
    .
    Überall Sofabesetzer.
    .
    Darum ist es spannender, kontroverse Gedanken zu spinnen, als nur bildungsbürgerliches Verlagsnamedropping wie eine Fussballdiskussion durchzuhecheln – das was ein Buch auszeichnet, ist weniger der Umschlag als seine Meinung. Darum auch der Abriss über die Kommunismus-Kapitalismusdebatte, die längst in einen Verteidigungskampf des Individuums gegen den nachhaltig gläubigen ökologischen Konsumenten umgeschlagen ist.
    .
    Darum werde ich immer ein bisschen in die Richtung pieken, um was es denn wirklich geht im Leben, ausser ums perfekte Soufflet.
    .
    Im Fernsehen gibt es schon genug Kochen, Sport und quizzlige Hirnwichsolympiaden, dass ich hier gerne über das lese, was sonst kaum an die Oberfläche dringt. Ob es mir gelingt, dazu beizutragen – oder ob es nervt? Bislang habe ich die Resonanz als nicht so fürchterlich empfunden…

  139. Und mir ist vor allem das...
    Und mir ist vor allem das anarchozettelige „Merkheft“ von 2001 in Erinnerung geblieben. (Neulich durch die Kantstraße gefahren. Der Laden hält sich immer noch wacker. Die Umgebung rechts, links und über die Straße hat sich schon mehrfach geändert.) Suhrkamp war eher so „Lehrerkram“…

  140. Ach so, ja, ein paar Bücher...
    Ach so, ja, ein paar Bücher mit nach Jahrzehnten intaktem Schutzumschlag habe ich auch – ein paar „wirklich wichtige“ und ein paar kaum gelesene. Und eine gewellte verfleckte Lateingrammatik aus Schulzeiten – nur echt mit Capri-Sonne – sah ich neulich auch noch erhalten auf dem Speicher im Elternhaus. Ohne Schutzumschlag, versteht sich.

  141. Hm, Filou, mag sein. Der...
    Hm, Filou, mag sein. Der Bibliothekar der Unsichtbaren Universität ist aber der unwiderlegbaren Meinung, daß eine größere Anzahl beieinanderstehender Bücher eine Krümmung des Raum-Zeit-Kontinuums bewirkt. Alle Bibliotheken aller Universen hängen miteinander zusammen. Feile Ware? Nicht in meinem Universum. Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen.
    .
    HansMeier555, Sie schockieren mich manchmal in Kenntnis meines bescheidenen Charakters. Luchterhand ja, Pahl-Rugenstein auch, bis ich begriff. Kein Ort. Nirgends.
    .
    hansgeier333: Was soll ich Ihnen sagen? Es muß auch solche Käuze geben?
    In Sachen Schicklgruber und Literatur: Jochen Klepper, Der Vater. Lesen Sie bitte anschließend die Biographie von Klepper. Es mag ja sein, daß Ihnen heroische Blasmusik näher steht. Ich stehe zu Klepper. Und a la longue ist es immer die bessere Seite.

  142. Ach Herr Meier, ich kann und...
    Ach Herr Meier, ich kann und will nix vom Herrn Rabbatz lesen;
    der krampft einfach all zu distinktionswütig.

  143. Das wollte ich noch...
    Das wollte ich noch nachtragen:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fuehrungskraefte-in-deutschland-fuehren-die-falschen-11991331.html
    @ Savall: Sie werfen einen nicht unwichtigen Aspekt auf: Hat das „Böllwerk“ der deutschen Literatur genug Polarisation abgebaut, um den Ost-West Konflikt kooperativ und nicht durch die Erzeugnisse des militärisch-industriellen Komplexes ( vor dem sogar Expräsident und General Eisenhower schon gewarnt hatte) aufzulösen?
    Betonköpfe, die Privilegien zu verlieren hatten, muss es auf beiden Seiten gegeben haben, gegen die sich dann die „Vernünftigeren“ mal durchgesetzt haben? Oder hat man in Think-tanks auf beiden Seiten ausgerechnet, dass die privaten Profitmöglichkeiten einer „Perestroika“ unermesslich sein könnten?
    .
    Waren sie – wenn man die Karrieren in Russland und im Wallstreetumfeld ansieht. Oligarchen ( eine Zeitlang hat man sich noch getraut, sie weniger höflich zu bezeichnen) und Hedge Fonds Heuschrecken hatten ihr Bonanza.
    .
    Es ist es wert, darüber nachzudenken, wer heute noch veröffentlicht wird, was noch veröffentlicht wird, was noch gelesen wird.
    .
    Linksliberal-schwul-feministische Betroffenheitsliteratur verkauft sich ganz ordentlich – dieses Publikum fühlt sich vom Fernsehen nicht bespasst, wie der mittelständische Wohlstandsbürger, der mit Will, Jauch, Plassberg, Maischberger sich Politgrusel reinzieht – wie ein Kinosaal voller Insekten, die sich bei Gary Larson den Horrorfilm antun:“ The Return of the Killer Windshield.“
    .
    Ein bisschen Eskapismus. Weltuntergangsfantasy. Lokalkrimis. Und merkwürdiger Sex…
    .
    Was wir in Anbetracht unserer Buchindustrie oft vergessen, ist dass in vergangenen Zeiten (noch in den Fünfzigern war es nicht utopisch, für einen jungen Berufsanfänger-Akademiker, sich eine feste Hausgehilfin/Kindermädchen zu halten) „die besseren Kreise“ von so manchen Qualen des Alltags fast völlig entlastet waren, um der Schöngeistigkeit zu frönen.
    .
    Der Müll landete in einer Tonne – und musste nicht sortiert zum Wertstoffhof chauffiert werden.
    Fürs Putzen kam jemand ins Haus, über deren Unfallversicherung, Altersversorgung, Krankenversicherung und Lohnsteuer man keinen Moment nachdachte. Sie kriegte halt ihre Stunde bezahlt. War ja nur ne Putzfrau.
    Wenn das Auto verreckte, flickte man es. Man brauchte keinen Prozess um Kulanzansprüche für eine neue Kupplung für 250 DM führen. Gehörte zum Lebensrisiko, mit einer kaputten Wasserpumpe am Brenner eine Extraurlaubsnacht zu verbringen. Leute sind mit der Isetta von Köln nach Rimini gefahren.
    Für Kinder gab es Kindergarten und Schule. Karrierecoaching begann noch nicht mit einem Nuckel im Mund.
    .
    Aber für fast alle gab es noch was zu tun, weil man es noch nicht viel billiger anderswo machen lassen konnte.
    Wir hatten vielleicht ziemlich mickrige Autos, Fernseher und Skistiefel, aber keiner hatte „High Tech“ Ansprüche, man war stolz auf die Bananen, die ein so billiges Argument gegen den Kommunismus hergaben, ein Filetsteak mit ner ordentlichen Scheibe Gänseleber drauf war der kulinarische Olymp ( dass man im El Bully für kandierte Garneelenschalen mal ein Vermögen ausgeben würde, während sie in der Küche die profanen Schwänze futterten, undenkbar) – man träumte von fliegenden Autos und Pauschalreisen zum Mond.
    .
    Es ging bergauf, und es war gut, dass es „Intellektuelle“ gab, die darauf hinwiesen, dass das aber alles ziemlich einseitig gesehen wurde.
    Wie heute.
    Mossadegh. Vietnamkrieg. Allende. Und welche Leichen sonst noch von den glitzernden Chromflossen der 50/70er weggefunkelt wurden.
    .
    Heute sind wir viel „vernetzter“. Eingebunden in wechselseitige Abhängigkeiten, Alltagspflichten, Gesundheitsaufgaben, Umweltschutz, Armutsbekämpfung. Arbeitsplatzsicherung. Altersversorgung. Einige von uns sind aber auch sicher nur noch dank des medizinischen Fortschritts hier, den sich (bald?) nicht jeder mehr leisten kann. In Afrika sowieso nicht…
    .
    Und da ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, uns zu überlegen, was für ein Buch wir gerne lesen würden, weil es uns wie vielleicht einst Kerouacs „On the Road“ einen Schubs geben konnte, wie wir leben wollen könnten.
    .
    Um nicht als Nerd einfach nur das Programm abzuspielen, auf das uns Mama und Papa als strömungsoptimierte Karrierezäpfchen abgerichtet haben.
    Was ist uns wirklich kostbar?
    .
    Zum Schluss noch eine nette Buchempfehlung: „Der Krieg mit den Molchen“ von Karel Capek. Äusserst amüsant…

  144. GTA, fairerweise muss man auch...
    GTA, fairerweise muss man auch sagen, dass die letzten drei von mir gelesenen Bücher von 2012 waren, und ich nebenbei an einem modernen Rad schraube – ich kann der Gegenwart also schon was abgewinnen, nur fehlt es heute halt an Themen, wie ich sie schätze.

  145. Vom Krieg mit den Molchen gab...
    Vom Krieg mit den Molchen gab es übrigens in den 80er Jahren auch eine tolle DDR-Ausgabe, gekauft bei unserem damals eröffnet habenden linken Buchladen.

  146. lieber TGA, so ähnlich...
    lieber TGA, so ähnlich wünscht man sich diskussionen, nicht ausweichend, manchmal schräg, immer quirlig -aber was denn sonst als gegen den strich denken und fabulieren führt den einzelnen und das ganze weiter, hin zum denken, zum sein, und nicht in den schneckenturm der hyperkonformität. dafür meinen verbindlichsten dank mit knicks. bitte nicht damit aufhören. ehrlich gesagt, macht es mir einen heidenspass, ihre zeilen zu lesen.
    .
    den krieg mit den molchen kann ich ebenso nur empfehlen. sehr lustig und vor allem nicht so viele buchstaben, nein, auch bilder!
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    lieber HansMeier555, beim sprechen über gewisses ist es nicht das was, sondern das wie, hm?

  147. Lieber Savall, ich meinte Sie...
    Lieber Savall, ich meinte Sie nicht persoenlich. Aber das sollte sowie klar sein.
    .
    Unzaehlige Menschen belasten ihre Fussboeden mit Tonnen von Buechern. Vereaendert wurde die Welt eigentlich nur im Geringsten durch den Geist den diese Buecher innehatten, mehr aber war der Wille, die basalen, banalen Verhaeltnisse zu verbessern die Ursache von Umstuerzen.
    Die Welt ist ein dem Konkreten verbundener Sauhaufen.
    .
    Verleger bedienen einen Markt. Mit feiner Nase, manchmal mit politischen Praeferenzen korrumpiert, denken sie vor allem ans Geschaeft. Unseld z.B. als den Hueter einer ‚moralischen Anstalt‘ zu betrachten ist eine huebsche Illusion.
    .
    Ich gebe allerdings gerne zu, dass man in der Enge der DDR-wo sich jeder gleichgesinnt Gebende eine nach Bautzen fuehrende Klatschtante sein koennte- sehr auf Gedanken angewiesen war die von ausserhalb dieser Welt kamen.
    Der Verkaeufer dieser Gedanken, der lizenzgebende Verleger, hatte alles andere im Kopf, als die Subversion eines Gesellschaftssystems.
    .
    Kuratoren unsichtbarer Bibliotheken sind mir wurscht. Wenn ich sie irgendwann mal sehen sollte, wuerde ich pruefen, ob sie nicht Gauner sind.

  148. Danke, Don, für den Hinweis,...
    Danke, Don, für den Hinweis, ich glaube, ich habe diese Ausgabe des DDR-Aufbau-Verlags auch erbeutet, nachdem ich das erste Exemplar als Taschenbuch (Diogenes??) auf dem Wühltisch für so gut wie nix kaufte, weil mir der Titel so gut gefiel.
    Die von mir mit den etwas mühsam zusammengesammelten Exemplaren des Taschenbuchs Beschenkten sind alle sehr zufrieden gewesen..
    .
    Erstaunlich, wie ein solches Buch fast völlig in der Versenkung verschwinden konnte, wie es feinfühlig Mitte der 30er den Geist des Faschismus veralberte – und so bitter mit der Biographie seines tschechischen Autors verbunden ist, der sich (laut Wikipedia) 1938 nach dem Münchner Abkommen zu Tode hungerte (Kafka, der Hungerkünstler: Es ist ja nicht so, dass ich das Hungern so toll gefunden hätte, ich habe nur keine Nahrung gefunden, die mir geschmeckt hätte.)
    So schliesst sich der Kreis: Es fehlen wirklich die Themen, die einen begeistern.

  149. etwas condomieuses hat ein...
    etwas condomieuses hat ein schutzumschlag an sich – lieber mediensegler, nur ohne noppen!

  150. das erinnert mich - noch ein...
    das erinnert mich – noch ein armagnac, die runde?

  151. @achwas
    .
    Nix? Nichtmal...

    @achwas
    .
    Nix? Nichtmal Gemeinheiten über ebenso Distinktionswütige?

  152. le musée du préservatif -...
    le musée du préservatif – auch wir haben humor. noch. die kleine, dumme stadt an der baïse.

  153. @donna laura
    danke der...

    @donna laura
    danke der nachfrage: ganz gut im moment, hoffe das bleibt so und dass das ganze problem etwas klarer wird…
    ich hatte doch die alpenrepublik dazu verlassen. vielleicht hatte ich nur pech, was aber am ergebnis nichts ändert. ich fürchte aber (fast) – um mit meiner mutter zu sprechen, bei so wichtigen (weltlichen) dingen sich doch eher den lutherischen anvertrauen – dass meine uneingestandenen „vorbehalte“ mich für die behandlung aus meinem gastland getrieben haben.
    andererseits: meine erfahrungen mit den rkk-hospitälern in wien sind gut, nur sind die hier nicht fokussiert auf mein problem.
    wenn wir schon bei wien sind: ein nettes geschäft in einem schönen grätzel, ob die bücher was taugen, kann ich nicht sagen.
    http://salon-fuer-kunstbuch.at/

  154. Was mir schon vor langer Zeit...
    Was mir schon vor langer Zeit auffiel: Viele Menschen lassen sich gern vor ihrem Buecherregal fotografieren.
    .
    Was hat das wohl zu bedeuten?

  155. Un musée moins ludique....
    Un musée moins ludique.

  156. hansgeier33314. Dezember 2012,...
    hansgeier33314. Dezember 2012, 19:06
    Hatte mir Widerstandskämpfer auch immer ganz anders vorgestellt.
    .
    Liebe Donna, kommt ganz auf die Zutaten für die Plätzchen an.
    Habe aber keine Zeit fürs Backen, muss im Ohrensessel Widerstand leisten.
    Die Äusserung von TGA? Was erwarten Sie bei Männerüberschuss +50 hier?
    Vroni, bitte melden.

  157. Besser als vor dem TV-Gerät....
    Besser als vor dem TV-Gerät.

  158. @HansMeier555

    „Diese...
    @HansMeier555
    „Diese Backlist-Großdenker haben die Refeudalisierung verschlafen.“
    Ein grossartiger Satz!
    @Devin 08
    Auch wenn der Sozialismus hier nicht das Thema ist, trotzdem zwei kurze Anmerkungen. Wie ja unsere heutige Realität unmissverständlich noch mal zeigt, bräuchte man für einen Sozialismus eindeutig entweder andere Menschen als die jetzigen um einen anderen Staat zu schaffen. Oder man bräuchte bereits jenen anderen Staat, der dann „bessere“ Menschen formen würde… sie sehen das Problem?
    Und glauben sie mir, selbst als mehr oder weniger Linker, gut in ihren Augen hin sich sicher nur ein kleinbürgerlicher Anarchist der ins Gulag gehört, aber selbst ich würde notfalls, wenn es denn gar nicht mehr anders ginge zum ersten Mal in meinem Leben eine Waffe anfassen, um eine „Diktatur des Proletariats“ zu verhindern. Ich finde die Dummheit und den Mangel an Intelligenz des jetzigen Führungspersonals bereits unerträglich, da muss man nicht unbedingt noch dümmeres aus der untersten Schublade rausholen. Wie sowas aussieht. das konnte man bei der chinesischen Kulturrevolution oder auch in Kambodscha gut genug beobachten.
    Ich empfände schon einen Lafontaine als Kanzler ganz wie ein Wunder. Falls er als Kanzler das täte, was er jetzt verspricht. Die kleinen, offensichtlichen Dummheiten oder auch Verbrechen abstellen, wie die Bundeswehr Einsätze, einen Mindestlohn einführen, die Auswüchse der Finanzwirtschaft eindämmen und die Verantwortlichen aus Finanz und Politik vor Gericht zu stellen….
    Da so was aber garantiert beim tatsächlichen Niveau des deutschen (Wahl-) Volkes niemals möglich sein wird, ziehe ich es vor einfach ganz weit weg zu leben. Wo es zwar nicht besser ist, aber ich wenigstens nicht mit dem ganzen Dreck identifiziert bin und stressfrei mein Leben geniessen kann.

  159. @Mediensegler,
    ich sag jetzt...

    @Mediensegler,
    ich sag jetzt nix.
    Männer!
    .
    .
    Männer: Kant
    .
    Eines Tages geschah es Kant,
    .
    daß er keine Worte fand.
    .
    Stundenlang hielt er den Mund
    .
    und er schwieg nicht ohne Grund.
    .
    Ihm fiel absolut nichts ein,
    .
    drum ließ er das Sprechen sein.
    .
    Erst als man ihn zum Essen rief, wurd‘ er wieder kreativ,
    .
    und sprach die schönen Worte: „Gibt es hinterher auch Torte?“

  160. Filou,
    auch schön: wie sich...

    Filou,
    auch schön: wie sich Autoren immer wieder Aufnahmen mit den Fingern am Gesicht machen lassen.
    .
    Paule
    http://www.bbc.co.uk/radio4/arts/images/2004/2204frontrow_paul.jpg
    .
    Enzi
    http://lamossadelcavallo.files.wordpress.com/2009/05/enzensberger.jpg
    .
    Ein einzelner Russe muss wieder aus der Reihe tanzen:
    http://www.bz-berlin.de/multimedia/archive/00331/Kaminer_Katze_33154418.jpg

  161. Liebe Donna...
    Liebe Donna Laura,
    Großintellektuelle wie Enzensberger sind mE nicht deshalb bewundernswert, weil sie einen großen Namen haben, sondern – und hier dürfen Sie den Unterschied spüren, der nach meinem Geschmack zu anderen „Großdenkern“ besteht: Nehmen wir Habermas — meiner Ansicht nach hoffnungslos überschätzt als Philosoph und Gesellschaftskritiker. Ich muss da nur an Ernst Tugendhat denken: Nicht so populär und für mich als Philosoph u Denker viel gewichtiger. Nehmen wir den Großmoralisten GG (den Sie glaube ich indirekt andeuten) – ich hatte nie Zugang zu seiner Dichtung/seinen Büchern und überhaupt malt er besser als er schreibt. Es gibt andere Literaten, die mE eher den Lit-Nobelpreis verdient hätten: Yasar Kemal zB (den Friedenspreis des … hat er gekriegt, aber nicht den Nobelpreis). Enzensberger – und deshalb reite ich auf seinem Namen wiederholt `rum – ist ein Ausnahme-Großkopf – und für mich als Nichtdeutsche ist er das schöne Gesicht Deutschlands.
    Ihre Ausführungen über Sex und die „Schlanken-Klugen-Reichen“ finde ich interessant – könnten Sie sie etwas genauer erläutern?

  162. Der Bibliothekar der...
    Der Bibliothekar der Unsichtbaren Universität ist vieles, Filou. Er hat sogar schonmal die Orgel des Total Bekloppten Johnson gespielt. Außerdem ist er auf Grund eines thaumaturgischen Unfalls derzeit ein Orang-Utan. Aber ein Gauner ist er ganz bestimmt nicht.

  163. Mit launigen Beiträgen und...
    Mit launigen Beiträgen und Erzählungen über deutsche Lesegewohnheiten der Vergangenheit dürfte der schönen Witwe wohl nicht zu helfen sein. Statt dem Verlag die Kündigung anzudrohen, hätte der wohlversorgte Enzensberger eine Gesellschaft gründen sollen, die Barlach den Minderheitsanteil abzukaufen versucht, was bei Heuschrecken spätestens dann erfolgreich ist, wenn der Wert des Anteils rapide dahinschmilzt. Die Alternative wäre, mit vereinten Kräften gerichtlich die Spaltung und Neugründung des Verlages zu betreiben. Ich bitte darum, meine schlichten, mehr praktischen Ausführungen zu entschuldigen.

  164. @ filou 23.27h gestern

    Ihre...
    @ filou 23.27h gestern
    Ihre Frage, eine mögliche Antwort:
    Because they are intellectual snobs?

  165. Jetzt, lieber Savall, verstehe...
    Jetzt, lieber Savall, verstehe ich garnichts mehr. Heute Morgen, nach Absolvierung meines Pflichtalbdruckes erwachend, glaubte ich, dass Sie mich mit einer handgeschmidteten [1] Rouladennadel meucheln wollten um auf meinem entseelten Buckel ein Post-It mit Goethezitat zu befestigen. Da war ich beruhigt. Nun machen Sie mir meine schoene Sicherheit wieder kaputt, bah.
    .
    Trotzdem aber lehrten Sie mich eines: Illiteralitaet ist ein ehrlicher Zustand. Man verstrickt sich bewusst in die Irrungen eigener Welterkenntnis, statt im Murmelchor der Dichter und Denker befangen, hinterher die Fehlleitungen durch jene Fremden still, aber traenenreich zu beklagen.
    .
    [1] Ist kein Schreibfehler.

  166. .Herr Meier (gestern 23:58)...
    .Herr Meier (gestern 23:58)
    Tja der Herr Raddatz …
    Es ist (leider) banal: Ich trau´ ihm nicht.
    .
    Vielleicht weil er so übertreibt, seine Opfer bloßstellt …
    während er sich hinter einem Bart versteckt.
    .
    Beim Bart des Propheten!
    Trau-schau-wem.
    .
    Wenn Sie mir ein Buch nennen können, wo er nicht grob ist,
    ich werde es lesen.
    In meiner Bibliothek ist so ziemlich alles vorhanden.
    8 Minuten Fußweg … schon bin ich da.

  167. sonderlich deutsch, liebe...
    sonderlich deutsch, liebe irritatio, ist auch meine wenigkeit nicht, insofern drücke ich mich durchaus nicht ungerne um bewertungen der intellektualität mancher quasiikonen herum – wer bin ich denn -, es sei denn, es fällt ohnehin dem dümmsten noch ins auge. dann darf es auffallen, dass es auch mir auffällt.
    .
    meine aussage bezog sich auf das nicht unhäufig getätigte diktum von The Great Artiste, frauen hätten nicht viel vom sex, so wie er sei, sie hätten ihn gern ‚anders‘, mit wildem stier und nicht mit jammerlappen (also, wenn es nur die zwei gäbe, nun denn… äh, einmal stier bitte.
    (wenn man nicht gerade europa heisst; dann dürfte man erst einmal das näschen voll haben und sich einen esel suchen)).
    .
    wenn hier TGAs aussage nicht widersprochen wird, wundert man sich schon; meine meinung zum thema (man lebt nur einmal) dürfte einigermassen klar sein, insofern befand ich es zunächst für redundant, darauf einzugehen.
    .
    und nun medienseglers einwurf!
    bedeutet dies, dass man als partnerin einer mannes über 50 zu verzichten hat?
    (nun gut, der abscheulich aussehende hugh hefner sei nicht mehr *räusper* und das einmalige *hüstel* mit ihm sei äusserst kurz gewesen; mais bon, der typ ist allerdings auch 80+, aber seine künftige gattin 26. wtf!?!)

  168. Wenn die literarische...
    Wenn die literarische Klatschszene sich das Maul zerreisst.
    .
    Dies hier war richtig glaubhaft. Man haette es dem Unseld glatt zugetraut:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13515834.html
    .
    Dass Raddatz ueber einen Bahnhof stolperte, verwundert auch nicht, denn er, der R., war nun wirklich groesser als jenes Gebaeude an der Nuttenstrasse:
    http://www.fr-online.de/debatte/frankfurter-buchmesse-1981-suhrkamp–aldi-und-satire,1473340,7189700.html
    .
    Die kleine Erzaehlung von Arno Schmidt vom Besuch des mit einem weissen Porsche bewaffneten Grosskritikers muss man sich selber suchen. Ich bin zu faul, meine fragmentiert gelagerten fuenf Buecher zu suchen.

  169. Suhrkamp wäre auch ohne den...
    Suhrkamp wäre auch ohne den katalysator Barlach untergegangen.

  170. Im TV auftreten, aber eben vor...
    Im TV auftreten, aber eben vor einer Bücherwand — so geht die Übung.
    Die Bücherwand hat dieselbe Funktion wie der Dr.

  171. @achwas
    .
    Trauen müssen sie...

    @achwas
    .
    Trauen müssen sie Raddatz nicht, aber er ist wenigstens kein Zutodlangweiler und alles in allem weniger boshaft als ein gewisser anderer Großkritiker.
    Und wen haben, hatten wir denn noch?
    Karasek?
    Mattussek?
    Heidenreich?

    Vor ein paar Jahren setzte ich in Stefan Gärtner Hoffnungen, aber vergeblich.
    So wenn sich doch die NASA erbarmte und uns diese Professoren, Spaßbremsen, Päpste, Vermarkter von denen das Feuilleton wimmelt, endlich auf den Mond schösse!
    .
    Ach ja, es gab mal einen Robert Neumann. Den hab ich zufällig im Bücherregal entdeckt und musste mich erstmal umständlich erkundigen, wer das war, so vergessen ist er inzwischen. Der war genial und witzig.

  172. So, nun haben Sie es...
    So, nun haben Sie es geschafft, Filou: ich bekam während des Lachens einen Hustenanfall. Da werden die Nachbarn wieder über mich alten Zausel das Haupt geschüttelt haben. Arno Schmidt zitiere ich übrigens nur sonntags. Noblesse oblige. Um beim Thema zu bleiben: die Werkgruppe I gibt es neuerdings wieder als preiswerte Broschurenkassette bei Suhrkamp. Und in der Officina Ludi ist eine wunderschöne Ausgabe von „Seelandschaft mit Pocahontas“ erschienen, die ich Ihnen nur wärmstens empfehlen kann. Dank der Illustrationen ist das Buch ja auch für Illiteraten geeignet.

  173. AUch von Reinald Grebe erwarte...
    AUch von Reinald Grebe erwarte ich nichts mehr. Nie über Brandenburg und Thüringen hinausgekommen! Sein Singsang ist mindestens so öd und leer wie Frechen bei Köln.

  174. Vroni /Mediensegler, ich kann...
    Vroni /Mediensegler, ich kann es mir nicht verkneifen.
    .
    (ich hab´Robert Gernhardt auf Vronis Anregung wie eine Bibel aufgeschlagen, und landete bei folgendem Text, der sich wie
    ein feines „Gender“-Programm liest.)
    Man oh Man
    .
    Man ist nur so jung
    Wie man sich fühlt.
    Man denkt nur so tief
    Wie man sich wühlt.
    Man kriegt nur so viel
    Wie man gibt.
    Man lebt nur so lang
    Wie man sich liebt.

  175. @Great Artiste: ich kann Ihren...
    @Great Artiste: ich kann Ihren lockeren Skizzen so einiges abgewinnen. – Irgendwer erwähnte irgendwo mal ein Buch, das im 19. Jhdt. in Baden zum unverzichtbaren Inventar gehört habe. Autor und Titel hab ich leider vergessen. Nur, daß es um „die Krankheit als Grundlage des Eigensinns“ ging und es sehr erheiternd sein soll, ist mir noch in Erinnerung. Vielleicht sollte man es mal wieder ausgraben. – Die Molche, die Savall erwähnt, gehen eventuell auch in diese Richtung, ich werde mir das als Lesetipp mal notieren.

  176. Schon wahr, HansMeier555, die...
    Schon wahr, HansMeier555, die Großkritiker gibt es nicht mehr und die großen Autoren noch weniger. Aber es gibt noch Felicitas von Lovenberg und Iris Radisch. Ist jetzt nicht auch so das wahre. Aber Wieland und der Teutsche Merkur sind eben auch schon lange Vergangenheit. Begnügen wir uns mit dem was wir haben. Zukünftigen Zeitaltern werden wir trotzdem als das goldene solche gelten. Das ist eben so. Aus der Distanz ist alles besser.

  177. @donna laura, colorcraze:...
    @donna laura, colorcraze: Danke Danke! Ich versuche, meine Beiträge unterhaltsam zu gestalten…
    Bei den Molchen muss ich immer mal wieder an die Skizze denken, dass irgendwann ein Molchkult aufkam, beim dem man Ts Ts Ts sagte, und sich zaghaft in die Seite biss.. Capek hatte wirklich eine blühende Fantasie…
    .
    @mediensegler: Männerüberschuss über 50 – ich fürchte, ich fürchte, das könnte nicht völlig falsch sein ??? haben die besonders viel Zeit oder ein besonderes Mitteilungsbedürfnis…
    .
    Richtig schlimm ist es aber bei der stinknormalen deutschen FKK-Community – vielleicht 89% unter den merkwürdigsten Pseudonymen registrierte, grösstenteils merkwürdig wirkende Silberrücken, (um in einem angepassten Bild zu bleiben, Moment, mir ist auch gerade die Banane runtergefallen), 10 % wo der Mann offensichtlich mit seinen Bekehrungsversuchen Erfolg hatte, und vielleicht 1% Frauen, die es wie auch immer dorthin verschlagen hat.
    Bei über hundert Seiten (!) Kontaktwünschen um über Skype zu bildtelefonieren kann man sich dann endgültig totlachen, wenn ein armes Hascherl dann postet, eigentlich wäre es ja ganz nett, nur dass die Hände der Gesprächspartner immer irgendwo tiefer zugange seien, wäre doch ein bisschen arg…
    .
    Ich kann mich an Zeiten erinnern, als es für alle eher „normal“ war, in eine gemischte Sauna zu gehen oder an den Baggersee ohne Badesachen. Wo Fasching nicht nur Ballermännern war. Ist aber definitiv kein Mainstream mehr.
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    Erotik ist offensichtlich ein Thema geworden, vor dem die Frauen fliehen, weil sie sich verfolgt fühlen wie von Untoten in einem Zombiefilm.
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    Da bleibt dann eben nur Schmachten von Brad Pitt oder George Clooney, und dann kommt der eitle Vizechef auf der Weihnachtsfeier, der sich nach drei Prosecco doch ganz nett anfühlt…

  178. lieber TGA, ihre ausführungen...
    lieber TGA, ihre ausführungen erinnern doch sehr an http://www.youtube.com/watch?v=lYxrkoBwgfw
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    eines ihrer saunamonster ist doch mitnichten erotisch, gerademal gewaschen aber da sind seife und parfum verloren -, und wenn so einer hinter einem her grapscht… gnade. zum glück sind die nur die penetrante (nicht etwa penetrierende), absolute minderheit. ab ins kröpfchen!
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    aber dieser schnucklige, wohl geratene gemüseverkäufer da hinten, der wäre schon ganz nett, wenn er sich nur trauen dürfte, denn so wie er mit dem gemüse umgeht, könnte er ein charmantes früchtchen sein. während die filmstars gerade terminschwierigkeiten vorschieben, dann tut es eben auch ihr vizechef, besonders er zur zyklisch günstigen zeit zuhanden und nicht zu angeheitert ist, hauptsache, er riecht gut, ist anstellig und kein jammerlappen oder narziss.
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    lieber HansMeier555, potemkinsche bücher.

  179. "... dann kommt der eitle...
    „… dann kommt der eitle Vizechef.“
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    Auch das wissen kluge Frauen mittlerweile, lieber GTA: don’t fuck the company!
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    Was aber generell helfen könnte (ist aber keine Lebensberatung für Männer, denen die Frauen ständig davon hüpfen, sobald es – für den Mann – interessant wird):
    Die Grabbelhändchen bis sich zu behalten und die Dame derweil ein wenig zu testen ob sie überhaupt für sinnliche Genüsse zu haben ist.
    .
    Wie:
    Wenn diese stundenlang neben Ihnen sitzt und ein Wasser und ein Salatblatt verzehrt und außer Gossipkram zu labern stumm ist wie ein Fisch, können Sie Gift darauf nehmen, dass da wenig Spontaneität und wenig Sinnlichkeit ist. Oder erfolgreich zugeschüttet wurde mit ‚man sollte eigentlich‘, ‚man müsste doch‘ und ‚unerhört‘.
    .
    Mit solchen Damen werd das nix.
    Sogar bei weiblichen Auftraggebern kann man geschäftlichen Misserfolg mit einer hohen Wahrscheinlichkeit so prognostizieren. Projekte mit ihnen werden zu 80% sau-stachlig wie Borstentier.
    .
    Daher gehe ich gern erstmal mit dem prospektiven Klienten was mampfen. Dann schaun mer mal.
    .
    Daher gibt es ja im Business genau diese Sitte des gemeinsamen Ausgehens. Ich kann das auch privat nur unterstützen. Nicht nur was trinken gehen: essen! Und zwar was Gscheits.
    .
    (Testessen II: Hatte mal einen Chef, der hat sogar in Edel-Etablissments vor den Augen der geschockten Kunden mit dem Dessertlöffelchen minutiös und kratzig laut das Sorbet vom Tellerchen geschabt und mampfend dabei entschuldigend gesagt „Wissen Sie, ich bin ein Nachkriegskind …“ Außerdem schmatzte er. Sprach Bände. So einer kriegt den Hals nicht voll, gibt aber wenig. Ich bin sicher, dass ich so jemanden vom Stamme Nimm nie haben will. Weder als Kunde noch als Gefährte.)

  180. Kann Erotik zum "Thema"...
    Kann Erotik zum „Thema“ werden, ohne sich in etwas anderes zu verwandeln?

  181. @ Filou
    Auch ich habe Verlage...

    @ Filou
    Auch ich habe Verlage wie Suhrkampf eher weniger als Gralshüter linken Geistesguts empfunden. Sondern einfach als Unternehmen, das Bücher verlegt und sich dabei eben klugerweise positioniert hat.
    .
    Kann ja nicht jeder eine Grabbelkiste wie Goldmann sein. Anderer Verlag, andere Marotten, anderes Konzept, aber immer auch: Geld verdienen.
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    Aber dass die sowas Erhabenes machten wie die Gesellschaft als Ganzes und linke Autoren im einzelnen retten oder der Menschheit Humanismus beibringen, weil es sonst keiner macht, darauf ist der sonst an Phantasie reiche Vronibär nicht gekommen. Spricht da jetzt gegen oder für mich, ich weiß es nicht. Man merkt allerdings immer erst dann, dass etwas fehlt, wenn es nicht mehr da ist. So gesehen.

  182. Anderes Thema. Crisis? What...
    Anderes Thema. Crisis? What Crisis?
    So schlimm die Sache ist, geht einem das Betroffenheitsballett „All die armen Kinderchen, diese Psychopathen und die schrecklich vielen Waffen“ jetzt schon auf die N*sse. Solche Dinge passieren wie Autounfälle – dass in unseren absolut stressigen Gesellschaften mal einer durchdreht, wird es immer geben.
    .
    Viel beunruhigender finde ich den Artikel, den ein an Katastrophen gewöhnter Fachmann von Griechenland zeichnet.
    Da kommt es einem fast wie ein Wunder vor, dass dort nicht linksorientiert national denkende (!!!) Offiziere die Macht ergreifen, wie in Portugal 1974, und versuchen, den Saustall auszumisten. Bevor das ganze Staatseigentum auch noch zu Schleuderpreisen an Hedge Fonds etc. geht. Sollen doch die internationalen Banken zusehen, wo sie ihr Geld wieder holen…
    .
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/krise-in-griechenland-eine-gesellschaft-stuerzt-ins-bodenlose-11992352.html
    .
    Noch ist es ja ganz gemütlich an Merkels sich durchwurstelnder Schnittchenparty, aber wehe, wenn bei dem Nebel, den alle in die Botanik geblasen haben, mal der Abgrund kommt, weil die Ereignisse einen Haken schlagen und man immer so stolz war, auf Sicht zu fahren…
    .
    Die ganze Springprozession, zwei links, zwei rechts, drei fallen lassen, basiert doch darauf, dass man weiss, wo im See Genezareth die Steine liegen.
    .
    Mutti kann über Wasser laufen? Das kann man doch nur treuen CDU-Wählern verkaufen…
    Wehe, wenn bei der ganzen Rettungsalternativlosigkeit mal ein wirklich wichtiger Dominostein in die falsche Richtung kippt, womit man nie gerechnet hätte.
    .
    Wie war das? Unser Führungspersonal hat Defizite in sozialer Kompetenz, Empathie und Reflexionsvermögen…

  183. Alles kann man aber nicht auf...
    Alles kann man aber nicht auf die Ära Strauß schieben, zumal Hans Maier vergleichsweise liberal war. Ich vermute, die stramm rechten Schulen waren so, weil es die Direktoren und Lehrer so wollten.
    .
    Ich habe in den Achtzigern in Bayern im katholischen Religionsunterricht „Das Leben des Brian“ gesehen. Nach Tschernobyl äußerte der Chemielehrer seine Zweifel an der Atomkraft, die er mit der ungelösten Endlagerung begründete, die Französischlehrerin unterschrieb uns die Einwendungen gegen die WAA und der Kunstlehrer gefiel sich als Zyniker, der mit dem PR-Material der Atomindustrie einen Modellbau-Supergau basteln wollte. Und der Geschichtelehrer erwähnte die Homosexuellen-Verfolgung der NS-Zeit und war zwei Sätze weiter schon bei Gauweilers Aids-Politik, und privat war er beim Bund Naturschutz.
    .
    Wir hatten nicht mal eine richtige Schülerzeitungs-Zensur!

  184. @savall

    Danke für den...
    @savall
    Danke für den Hinweis auf officina ludi! Wunderschön!

  185. donna laura 15. Dezember 2012,...
    donna laura 15. Dezember 2012, 12:43
    The Great Artiste15. Dezember 2012, 15:59
    Männer 50+ bezog sich auf diese Runde hier, und wenn ich richtig mitgezählt habe,
    und einige Aussagen eben NICHT virtuell verstehe, dann gibt es hier nur fünf
    Kommentatoren mit Partnern, oder nicht? Vroni, TGA schreiben von Partnern,
    Donna von Gary, Filou von Madame und die beste aller Frauen schüttelt gerade mit dem Kopf, weil ich hier wieder schreibe, anstatt mich mit Ihr zu beschäftigen. ;-)
    Aber man kann hier ja auch alles erfinden.
    Deswegen bin ich ja auch dann immer besonders dankbar für einen Kommentar
    der sich nach gelebter Erfahrung anfühlt.
    Die Lebenserfahrungen der erwähnten Kommentatoren fühlen sich halt öfter echt an.
    Und bei vielen anderen habe ich den Eindruck, sie haben noch weniger Unterleib
    als unser Gastgeber.

  186. The Great Artiste15. Dezember...
    The Great Artiste15. Dezember 2012, 15:59
    „Baggersee ohne Badesachen“
    Es gab da eine Zeit in dem Städtchen meiner Eltern, als alle um mich rum so zwischen
    18-25 waren, da sind wir regelmäßig nach Mitternacht am Wochenende in das dort ansässige Freibad eingebrochen und haben da Feten veranstaltet.
    Da trug niemand Textilien. Wir waren schlau, machten nix kaputt und waren nicht laut,
    und sind auch nie erwischt worden. Aber so was erzählt hier ja keiner.

  187. Natuerlich kann Frau Merkel...
    Natuerlich kann Frau Merkel über Wasser
    Gehen. Die Palladine platzieren die Steine schon wie
    gewünscht.
    Mehr Gedanken sollte man sich machen, von
    welchem Europa die BK spricht, wenn sie
    eine ernste Krise erkennt und andere nicht.

  188. Es ist für Frau Merkel evtl....
    Es ist für Frau Merkel evtl. nur einfach die falsche Krise.
    Ansonsten hängt sie doch sehr an ‚Krisen‘.

  189. „Kann Erotik zum "Thema"...
    „Kann Erotik zum „Thema“ werden, ohne sich in etwas anderes zu verwandeln?“
    Nein.
    dito:
    Kann Humor zum “Thema“ werden, ohne sich in etwas anderes zu verwandeln?
    ………………………..
    > Robert Neumann:
    „ Aber wenn die Jungen meine Bücher wieder entdeckten, das wäre ein Spaß!“
    http://www.zeit.de/1975/03/vielleicht-das-heitere/komplettansicht
    Fein geschriebener Text zu Neumann; macht neugierig.

  190. Vroni 15. Dezember 2012,...
    Vroni 15. Dezember 2012, 17:06
    Der Vronibär lag ganz bestimmt nicht falsch. Und das spricht für Sie.

  191. The Great Artiste15. Dezember...
    The Great Artiste15. Dezember 2012, 17:23
    Das Stehenbleiben der Dominosteine ist alternativlos, ein Kippen ist nicht vorgesehen.
    (Lese Sie immer wieder gerne, mehr davon)
    .
    Irene15. Dezember 2012, 17:32
    Gibts auch Popoküsschen?

  192. Lieber GTA,
    Superbeitrag....

    Lieber GTA,
    Superbeitrag. Und:
    „Unser Führungspersonal hat Defizite in sozialer Kompetenz, Empathie und Reflexionsvermögen…“
    .
    Kombiniere: Voll-Asperger.
    Das ist in der Führungsschicht aber kein Fehler, sondern Vorraussetzung.
    .
    .
    Es wäre nicht schlecht, wenn man(n) Erotik nicht auf Sauna reduzierte.

  193. achwas 15. Dezember 2012,...
    achwas 15. Dezember 2012, 11:54
    „8 Minuten Fußweg … schon bin ich da.“
    Der war gerade in dieser Runde hier,
    in der fast jeder sich vor SEINEM Bücheregal
    fotografieren lässt, wirklich gut.
    Filou, SIE nicht, mit 5 können Sie da nicht konkurrieren. ;-)

  194. @donna laura: Ja, hübsch...
    @donna laura: Ja, hübsch gesagt, Europa kann auf den Stier verzichten, den haben die Märkte längst zum Ochsen degradiert, und wenn’s der Esel nicht mehr packt, vielleicht kann es dann ein gut geöltes Kamel retten?
    .
    @Vroni, 16:41: Hübscher Beitrag. Das mit dem zusammen essen gehen, ist tiefgründiger, als es auf den ersten Blick scheint.
    Kann mich erinnern, dass ich mal hörte, dass man in den Sechzigern bei DAX-Konzernen Bewerber, die man an relevanter Position öffentlich im Einkauf/Verkauf vorzeigen musste, in der Kantine zu Spaghetti mit Tomatensosse einlud.
    .
    @mediensegler: auch Sie lese ich gerne, aus dem gleichen Grund, weil es nicht so verkopft daher kommt. So ein stubenreiner Hirnwix kann amüsante oder erleuchtende Aspekte beitragen, gelegentlich, aber oft ist die Lektüre harte exegetische Arbeit: Häh, was war denn DAS wieder!

  195. "Wenn diese stundenlang neben...
    „Wenn diese stundenlang neben Ihnen sitzt und ein Wasser und ein Salatblatt verzehrt und außer Gossipkram zu labern stumm ist wie ein Fisch, können Sie Gift darauf nehmen, dass da wenig Spontaneität und wenig Sinnlichkeit ist.“
    .
    Nun wissen Männer ( und Frauen? ) aber auch, dass Intellekt ein bevorzugtes Kampfinstrument ist, dass einen zwar hier und da ein Argument gewinnen und den anderen dumm dastehen lässt, aber damit nicht unbedingt in die Komfortzone trägt. Wenn er nun schon einmal da ist, kann man es mit Abrüstungsangeboten versuchen. Ich kann jedoch nicht aus eigener Erfahrung sagen, dass dies besonders erfolgreich wäre.
    .
    Die Biologie, der Körper und das Lächeln sind die einzigen, halbwegs zuverlässigen Werbemaßnahmen. Der Gossip-Kram oder das Reden über den Job, das Salatblatt, der Vorschein hoher Intelligenz, können das ein wenig neutralisieren, aber auch das ist nicht zwingend so. Wenn man sieht, wer sich kreuz und quer alles zusammenfindet und zur Paarung, ja sogar zu einem sozialen Zusammenleben bereit ist, was entweder das Prinzip Hoffnung oder eine gewisse konzeptionelle Integrität ( „der/die passt zu mir“ ) voraussetzt, der wird vermutlich resigniert feststellen, dass es am Ende doch der blinde Zufall ist der regiert.
    .
    Das frustriert aber wieder nur den Intellekt, der nach einem Muster sucht und die Idee schauen will. Umgekehrt können sich auch die hoffnungslosen Fälle gelegentlich ein wenig Hoffnung machen. Das hat nicht ein liebender Gott für sie eingerichtet, es ist einfach das Regime des egoistischen Gens, dass blind seine Reproduktion vorantreibt, ohne sich an kulturelle, soziale, ästhetische oder sonst welche Normen zu halten. Basis, nicht Überbau, wenn man so will. In der Praxis sind der schrankenlosen Ausbreitung dann wiederum Grenzen durch die Interessen anderer gesetzt, durch Regeln des sozialen Zusammenlebens, wie in Hochkulturen oder der Zwang beim Kapitalismus mitzumachen, wie bei uns.
    .
    Der Zufall kann einem auch einen gewissen Frieden geben. Statt ständig einen gewaltigen Schuldkomplex zu erneuern oder sich um die eigenen Makel oder jene der anderen zu kümmern, kann man die Dinge einfach laufen lassen. Es wird immer auch genug Leute geben, die alles beurteilen und daraus ihre Maßnahmen zur Regulierung der Welt ableiten. Das soll die eher perzeptiven Naturen nicht kümmern.

  196. Verehrte Donna Laura,

    wenn...
    Verehrte Donna Laura,
    wenn ich Habermas für einen übershätzten Denker halte, dann nicht, weil ich meine, dass dieses Urteil richtig ist, sondern es spiegelt lediglich meinen höchst subjektiven Geschmack wider – so wie ich auch viel lieber Schoko mampfe als Lebergulasch.
    Und zum abschweifenden Thema „Sex“: Ihre Ansichten kenne ich nicht, weil ich mich so gut wie nie in Blogs bewege – habe ich nur 2x bisher im Leben gemacht und dies beim DonA hier. Ich wundere mich nur darüber, dass die Äußerungen anderer hier im Forum zu diesem Thema recht pauschal ausfallen. Da ist von Salatblättern die Rede, von denen abgeleitet werden könne, ob jemand sinnlich sei oder nicht – ähnlich wird mit Gossipgequatsche verfahren-dann wird behauptet, dass gewisse Leute keinen Unterleib hätten. Allein der Unterleib!!! Wenn man den nur eindimensional betrachtet, geht so vieles verloren. Dann das Diktat der Partnerschaft: Ich kenne so viele andere alternative Arten, zum befriedigenden Sex zu gelangen – insofern wäre es doch völlig ok, wenn es tatsächlich so wäre, dass viele Männer+50 hier im Forum ohne Partnerin sind. Und wir Frauen, was wollen wir eigentlich? Was wollen Männer eigentlich? Ich stelle fest, dass beide Geschlechter sich an die Nase fassen sollten und sich ganz ehrlich die Frage stellen sollten: Bin ich ein guter Liebhaber – Bin ich eine gute Liebhaberin? Und dann sollte die Beglückte/der Beglückte diese Frage beantworten – und zwar in einer Phase, in der die akute Verliebtheit vorbei ist. Ich wette, fast jeder von uns würde ziemlich mau abschneiden.
    So, jetzt habe ich mich enorm vom Thema wegbewegt, deswegen will ich hier die Fassade wahren und füge hinzu: Suhrkamp hätte auch ohne Barlach Probleme bekommen, schreibt Dr. Hoinz hier – da ist was dran.

  197. Eduardo Mendoza, Das Jahr der...
    Eduardo Mendoza, Das Jahr der Sintflut: Spielerisch und anrührend erzählt.

  198. Ach ja Irrsinn. Mir wurde...
    Ach ja Irrsinn. Mir wurde allerdings erzählt, dass zuerst die Russen ein Bömbchen auf die Rübe kriegen würden. Flexible Response hiess das. War vielleicht nicht besonders schlau aber irgendwie auch nachvollziehbar. Denn nach 9 Jahren Ex-Sowjetunion ist mir klar. Der größere Irrsinn herrschte eindeutig im Osten.

  199. Nur so:
    Paare die in einer...

    Nur so:
    Paare die in einer Symbiose leben sind ÖDE.
    Einer vollendet den Satz des anderen.
    „Meine bessere Hälfte…“ Kicher…
    Einer muss hier ohne Unterleib, der andere ohne Kopf auskommen.
    .
    Suhrkamp?

  200. "Und wir Frauen, was wollen...
    „Und wir Frauen, was wollen wir eigentlich? Was wollen Männer eigentlich?“
    .
    In dem einen Augenblick etwas und in dem nächsten etwas anderes?
    .
    Ich glaube, der psychologische Realismus, der so fragt, entpuppt sich fast immer als Falle, denn mit „eigentlich“ oder „wirklich“ ist das andere immer ausgeschlossen, das Uneigentliche und Unwirkliche. Aber wenn wir dem Uneigentlichen und Unwirklichen Namen geben, wie Illusion, Traum, Verführung, Imagination, Zukunft, Vergangenheit, Poesie, … dann ahnt man doch zumindest, dass die Erotik komplexer ist als der Wille zur Wirklichkeit, der immer irgendwie auf den Punkt gebracht werden muss.
    .
    Gelegentlich wurden die Pole natürlich auch vertauscht und irgendeine Idee wurde nun wirklicher als das Wirkliche. Die Leute wurden in eine magisch/religiöse Welt hineingelockt, um sie irgendwann mit Schrecken wieder zu verlassen. Sie wurde gelegentlich gegen eine neue Illusion, etwa die Morgenröte der Aufklärung getauscht mitsamt einer Geschichtsphilosophie im Anhang, die die Befreiung von allem Übel durch Erkenntnis und durch Aufstand gegen herrschende Mächte versprach, die selbst im Dunkel bleiben oder abstrakt geworden sind. Ein anderes Märchen, ein anderer Zauber, der sich inzwischen entzaubert hat.
    .
    Nun hocken wir also auf unserer Wirklichkeit, die ein unerotisches Universum ist und sinnieren darüber, wie man es durch noch mehr Realismus zurückbekommt. Irgendwie paradox, nicht?

  201. " Es wird immer auch genug...
    “ Es wird immer auch genug Leute geben, die alles
    beurteilen und daraus ihre Maßnahme zur Regulierung
    der Welt ableiten. Das soll die eher perzeptiven Menschen
    nicht kümmern.“
    Werter Dreamtimer, das wollen Sie ernsthaft einem Volk
    von Schiedsrichtern empfehlen? :-))
    .
    Man wird doch noch rummaulen dürfen.

  202. mediensegler
    Unter dem...

    mediensegler
    Unter dem Scheffel ist noch genug Licht für das blinde Huhn.
    ……
    Ein Oberarzt ist am Op-Tisch aus den Latschen gekippt. Psst!!
    Es gab 3 freie Stellen zu besetzen. Doch der Wasserkopf wartet
    – ob es auch so geht. Sparen wo es geht.
    Den LETZTEN beissen die Hunde. Wolf unter Wölfen?
    Wer bekommt den Hörsturz, der Pflichtbewusste oder
    der Schwächling, der „Schlappschwanz“.
    Man sieht: Die alte Muster taugen nicht mehr.
    Suhrkamp ? Jedermann !
    Weibliche Eigenschaften versus Männliche Eigenschaften?
    Tauschen, ausprobieren, heute ich und morgen du.
    Frau kann Reifenwechseln lernen. Mann kann kuscheln lernen.
    Heute decke ich dich zu, morgen liest du mir vor. Erotik überall.
    Neues entsteht. Mit Zu- und Ver-trauen.
    „So doch nicht!“ zu schreien wirkt extrem kontraproduktiv.
    .
    Hillary Clinton hat sich einen Virus aus Europa eingefangen.
    (Dann hat sie auch noch ihr Gehirn erschüttert) Verzeihung.

  203. Mediensegler, was für...
    Mediensegler, was für Popoküsschen? Der Direktor war ja schon eher der sentimentale Typ, aber er verschenkte meines Wissens nur Toblerone und keine Küsse.
    Kopierküsschen könnte ich derzeit anbieten: http://ebookautorin.de/martina-gercke-erfolgholunderkuesschen/

  204. liebe Vroni, lieber TGA,...
    liebe Vroni, lieber TGA, apropos asberg und führungskräfte
    – um ganz dicht am thema zu bleiben, wenn sie gestatten, eine kleine epmfehlung von mir: ‚johannes holtrop‘, rainald goetz, erschienen bei – voilà – suhrkamp
    (mit blauem schutzumschlag, doch ohne noppen, lieber mediensegler, vermutlich aufpreispflichtig).
    .
    wirklich lesbar geschrieben, amüsante neologismen, verschachtelt, schön beobachtet. mit wirtschaft befasst und sozialen mechanismen der führung von unternehmen auf verschiedenen ebenen auf der spur.
    ein böser, wütender, ironischer erzähler, der deppen, ochsen und esel beim namen nennt. herzerfrischend.
    zwar bin ich nicht ganz durch, aber es gefällt.
    .
    liebe achwas, das kenne ich ein wenig anders: man beginnt einen satz und der holde kapert sich wortesprudelnd diesen satzanfang und macht einen salat daraus. ‚riri, fifi et loulou‘ ist dann meine replik. bis ich dann allerdings gelegenheit erhalte, in den nicht uninteressanten wortschwall meines gatten hineinzustossen, ist das thema meist schon wieder durch, einige zeit vergangen und mein gedächtnis ist angesichts dieser betörend strahlenden, funkelnden blauen augen und den dunklen wuschelsträhnen schwach, so schwach, ach…

  205. @mediensegler: Genau so etwas,...
    @mediensegler: Genau so etwas, wie Sie mit ihren Schwimmbadfeten beschreiben, fehlt heute doch fast komplett.
    Da kommt dann ein Trupp wodkaflaschenbewaffneter Desperados mit wahrscheinlich leicht anderem kulturellen Hintergrund, aufgeputscht von Flügel-Brause, hinterläst einen Müllberg mit Scherbenhaufen und f…t die ganzen „Schlampen“ erst mal richtig durch.
    .
    @donna laura: Das Problem ist, WO wollten Sie Ihrem frisch gewaschenen Früchtchen heute näher kommen, ohne ein gewisses Risiko einzugehen, dass es sich, wenn es geschält wurde, gar nicht mehr nett verhält?
    .
    Wahscheinlich haben wir gar nicht mehr mitbekommen, oder es völlig verdrängt, wie uns der neoliberale Dauerstress, seinen Besitzstand zu wahren, oder irgendwie sich ans leckere Büffett nach vorne zu kämpfen, so viele Raubtiere unter uns beschert hat, dass wir uns ganz automatisch nie mehr trauen, aus unserem Schneckenhäuschen herauszuklettern.
    @dreamtimer:“Nun hocken wir also auf unserer Wirklichkeit, die ein unerotisches Universum ist und sinnieren darüber, wie man es durch noch mehr Realismus zurückbekommt. Irgendwie paradox, nicht? “ Gut beobachtet, analog „achwas“, Erotik als Thema wird etwas anderes. Und „irritatio“ mit ihrem „mau“, leicht peinlich berührt, sich off-topic nicht zu Büchern zu äussern, trifft doch das von einigen hier angesprochene „Unbehagen an der Kultur “ ganz gut.
    .
    Natürlich ist Erotik nicht nur Sauna etc. , Vroni.
    Aber ich glaube, eines der ganz grossen Probleme in diesem Bereich ist, dass viele sich die Gefühlswelt des anderen Geschlechts kaum vorstellen können.
    Darum wundert man sich, warum der/die andere überhaupt nichts mit dem anfangen kann, was einen selbst antörnt. Nur als Beispiele, Frauen können mit rein optischen Reizen viel weniger anfangen, ein Mann ist von nackten Tatsachen sehr leicht tief zu beeindrucken.
    Eine Frau wundert sich, warum die gleiche Situation, die gleichen Kosewörter, die gleichen Berührungen, der gleiche Ablauf, der einmal befriedigend war, es nach dem 20. Mal nicht mehr so ist.
    .
    Eine Kultur der Nähe, mit Freiräumen für phantasievolle Erotik, zu erwarten, ist heute fast absurd.
    Auch wenn nichts ein Männchen friedlicher macht, als wenn es richtig nett gev…lt hat. Und Gewöhnung daran, erotische Aufregung als soziale Situation wahrzunehmen, nicht als merkwürdige Fast-trance, Katastrophen wie DSK etc. eigentlich gut verhindern sollte.
    .
    Nichts ist ekliger, Frauen, bei denen man nicht eine ganze Dornröschenhecke vorm Bettchen niederwalzen muss, dafür auch noch zu verachten – dieser abscheuliche, scheinheilige Huren-Madonnen-Komplex.
    Der mir so vorkommt, dass sich damit Herr Asperger noch dafür selbst feiert, wie er die Hecke niedergerammt hat, so dass die M….i dahinter dann nicht wertvoller war als ein Hundekuchen.
    .
    Darum mein Plädoyer für Situationen, in denen man sich als zivilisierte Menschen erotisch-sinnlichen Gefühlen nähern kann, ohne gleich in einsamer Zweisamkeit die Schwelle vom Esstisch zum Schlafzimmer zu durchschreiten, aus dem es dann oft kein Entrinnen gibt.
    Vielleicht ist es genau dieser unerklärte Krieg, für den man sich mit 500PS Kombis, Oldtimern, Lamborghinis, Megamuckis, Tattoos, Piercings, und gegeltem Superstyling auf der einen Seite aufrüstet. Die andere Seite hält dagegen mit Mörderabsätzen an 1000€ Schuhen, Designerkleidern zum Kleinwagenpreis, Haarverlängerungen und Silikonbusen, Hausfrauenpanzern. Und alle twittern, was das Zeug hält, im fröhlichen Chor ihrer aller Vollmeisen.
    .
    Ich glaube nicht, dass lebendige Beziehung Zufall ist. Viel eher Gefallen am Typ des anderen und zuverlässige Freundschaft für den Menschen, der einen so nah und (oft) lange durch alle Wechselfälle des Lebens begleitet.
    Da ist das Geschlecht gar nicht so wichtig, man hat aber viel mehr davon, wenn man nicht schwul ist, wenn man sich eine Frau aussucht und keinen Fussballkumpel oder Saufkumpan.
    .
    Beziehung ist immer ein wenig Überraschungsmenü, aber es ist das, was im Leben am kostbarsten ist. Ich mag Frauen, eine heute ganz besonders; und ich habe mich lange gewundert, wie oft ich als Nurfreund für das Bejammern der Grausamheiten von He-Man-partner herhalten musste, während es zwischen uns immer „etwas ganz anderes“ war.
    Da hätten mir ein paar solcher Feten wie sie mediensegler beschrieb, sicher nicht schlecht gefallen, um das schlechte Gewissen als eines dieser schrecklichen haarigen Biester endlich loszuwwerden, irgendwie auch nur das eine gewollt zu haben von einem Mädchen…

  206. liebe irritatio, unter uns...
    liebe irritatio, unter uns gesagt ist habermas meines auch nicht, doch ziehe ich es in der regel vor, darüber zu schweigen, um niemanden zu verletzen.
    meine ansichten sind hier im blog seit jahren bereits nicht so selten durchdekliniert worden, wie die allgemeinen lebensumstände auch; vielleicht haben sie ja sogar ein wenig spass, in den alten beiträgen unseres geschätzten gastgebers zu lesen – sie haben kein verfallsdatum und machen auch im nachhinein auch noch freude, wie wenn man in einem buch, das gefällt, liest. ich persönlich mache es so, dass ich einen artikel aufrufe und dann ein stichwort (tarte, filo, laur) in das suchen-fenster eingebe, und dann wird das gesuchte farblich markiert.
    .
    daher nur ganz kurz, um die runde nicht mit allfälliger redundanz zu langweilen:
    monogamie ist nicht meines – und ich denke, sie wird auch nicht dem menschen gerecht -, auch wenn ich schon sehr lange glücklichst verheiratet bin, mit dem mann, den ich gerne zum gefährten haben wollte. das erste von elf kindern vohn ihm kam gegenden willen der altvorderen, aber völlig gewollt vor dem baccalauréat zur welt und ist nun schon über den grossen teich, und der nächste präpariert sich;
    im laufe der jahre gesellte sich ciccio, der italienische hausfreund mit lizenz zum dichten und richten hinzu, und schliesslich war es ein gutes stück arbeit, gary dazu zu bewegen, anzuerkennen, dass auch andere frauen ganz hübsch sind, wenn sie verstehen.
    .
    irgendwie sind meine begleiter recht treue seelen, so wie ich auch, und ich bin sehr dagegen, wenn jemand behauptet, männer hätten keine ordentlichen gefühle; es kommt doch nicht auf das geschlecht, wohl aber auf die geisteshaltung an, und dies ist der wahre unterschied zwischen den menschen.
    .
    so hat ciccio es aufgegeben, neben mir noch weitere zu haben – schade, ein hübscher mann -, und so wie es ist, scheint er nicht unzufrieden. zuweilen ist es so, dass die beiden herren – man wohnt bestens befreundet in der gleichen burg – mit gutem rotwein vor dem kamin sitzen und die pralinen aufessen, und ich konnte dann alleine zum konzert oder in die oper gehen; wo ich dann allerdings den von mir so genannten terminator auftrieb, der mich nun auch schon wieder ein paar jahre begleitet *hüstel*, oder so. tja, das kommt davon.
    .
    monogamie überhaupt als credo scheint mittlerweile so etwas wie ein leitmedium zu sein, wie das geld, so dass man nicht darum herum kommt; interessante ausführungen dazu hat robert pfaller in seinen zweiten welten (nicht suhrkamp) veröffentlicht;
    so wird zumindest in den medien davon ausgegangen, dass monogamie heterosexueller ausprägung die basis und mithin das einzig richtige sei
    – und alles andere lug und trug und sensation, deren ausüber sich in erklärungsnöte gestürzt sehen.
    .
    wissen sie, ihren eindruck, dass man hier ebenso wie in gesellschaft ohne worte dem grossthema sex gegenübersteht, teile ich. man sagt hier oft genug, man könne nicht darüber reden; ich persönlich denke gar nicht, dass man hier tricks zur ausübung von formationen aus dem kamasutra besprechen sollte, sondern zum beispiel über den eindruck sich austauschen könnte, dass sich diese in manchen bereichen schon einmal liberaler, spielerischer gewesene alteuropäische gesellschaft auf ein verklemmteres weltbild als in den 50ern zubewegt; in den 50ern konnte man im dunkeln noch munkeln, so zumindest berichtet man es mir en famille, und da war es schon spannend, mal ein, zwei partner neben dem hauptpartner zu haben und sich mündlich um jemanden zu kümmern, und heute langweile es, so ist es aus den medien zu vernehmen, schon zwölfjährige, wenn sodomie in spiel kommen sollte.
    .
    das problem ist, wenn – vorgeblich – alles geht, will wohl niemand mehr, und doch sollte es einem doch gleich sein, was das über-ich einem erzählen möchte.
    .
    hey, wieso nicht? hier wird niemand mehr gehängt, wenn er auch andere menschen tatkräftig begehrenswert findet: nicht einmal gegen rudelbmusen ist strafrechtlich noch etwas einzuwenden (ausser in der öffentlichkeit), und man muss noch nicht einmal wortreich bacchanalien (oder, pardon, homophone bach-analien [i]) anführen zur entschuldigung.
    .
    das problem ist, und da stimme ich pfaller ausdrücklich zu, dass heutzutage sexualität sehr in die nähe von kriminalität und (im falle der zwolfjährigen sexbesessenen; dies wort allein!) verwahrlosung, bestenfalls krankheit gerückt wird, und so stimme ich auch HansMeier555 zu, wenn er rhetorisch fragt, ob es gelingt, nur beim thema erotik zu bleiben: nein, denn es gesellt sich dann stets das in dsk kulminierte, TGA’sche saunamonster hinzu, grapschend und beleidigend in worten und in optik zugleich.
    .
    als ob es keine normalen männer gäbe.
    Don Alphonso hat einmal im grünen salon nebenan vom fetisch der normalität gesprochen; da ist etwas dran.
    .
    das problem ist, dass sich das schlechte gewissen im menschen, der doch nur als herdentier beschrieben werden kann – ob er sich abgrenzt oder nicht (auch abgrenzungsbestrebungen bedeuten gruppenzugehörigkeit, denn man kann sich nur gegen ‚etwas‘ abgrenzen) -, breitmacht und spontanität in einem stets doch nur unerforscht bleiben könnenden (und vielleicht auch sollenden, s. Dreamtimer) bereich,
    anarchisch und archaisch zugleich,
    untergraben wird.
    .
    gute liebhaberin: es geht wohl um die bilder im kopf des mannes (et vice versa)…
    es geht überhaupt nicht um harmonie, wohl um wohlgesonnenheit.
    es geht um ein spiel, um eine grosse portion absichtlich ungewiss belassenenes,
    es geht nicht darum, einander zu lähmen mit impliziten unterstellungen und dem zirkus von therapeutischen begriffen, die oft genug in ein griff in die toilette sind.
    ungebundenheit ist eine lebensweise, wieso nicht, denn es geht mich nichts an; schade ist es, wenn es in einer verbindung langfristig nicht möglich sein sollte, zur sexuellen erfüllung zugelangen – und wenn man sich öffnet für neue perspektiven, die letztlich, ich wiederhole mich nur zu gern, so neu gar nicht sind; neu ist, dass sie erlaubt sind. zu dumm nur, dass man sich dazu zunächst mit sich selbst auseinandersetzen muss.
    allerdings empfehle ich dazu, die perspektive von achtzigjährigen mit der frage ‚hat mir etwas gefehlt?‘ einzunehmen.
    .
    was wollen frauen: für andere kann ich nicht sprechen, aber mir gefallen nach meinen kriterien gut aussehende männer, die aufmerksam, zufrieden, gelassen, dem konkurrenzkampf resp. rattenrennen enthoben, charmant, freundlich, klug und, last but not least: gewaschen sind.
    das ist schon einmal ein anfang, und es ist so kompliziert und selten nicht, dem zu entsprechen.
    ein depp hat halt pech.
    .
    wenn erotik, also das knistern, ein scherz, das lachen, die zarte berührung, in den alltag eingeht (das heisst wirklich nicht, den larry heraushängen zu lassen!), wenn man sich unzielgerichtet zeit füreinander nimmt, den anderen wirklich wahrnimmt und nicht nur die bilder, die man von ihm im kopf hat,
    schliesslich, wenn sich der mann verführen lässt, wenn er selbst verführt. schlecht ist es natürlich nicht, wenn man zumindest nicht über technische schwierigkeiten stolpert, aber auch damit wird man wohl im laufe des lebens zurechtkommen müssen. aber erst später.
    .
    lieber Dreamtimer, ich denke, männer und frauen unterscheiden sich gar nicht so sehr, sondern am ehesten auf individueller ebene. mir sind ehrlich gesagt, meine versammelten holden zuweilen manchmal noch zu faul, wenn sie verstehen; was ich geerbt von meinen vätern – mei, ging es eben auf die tochter über.
    dass erotik und sex im imaginären, zauberhaften, vorgelagerten stets bleiben werden – und by the way, der mensch ohnehin ein ziemlich dumm zu nennendes talent dafür hat, dinge zum problem zu verbalisieren, um nachher wie ochs und esel davorzustehen und keine lösung zu wissen für ein problem, dass so nicht bestand -, muss m.e. nichts schlechtes sein.
    es ist, wie es ist. dionysos hatte nicht unrecht.
    —–
    [i] = allergikerhinweis: in diesem betrieb werden auch ironie und kopfnüsse verarbeitet.

  207. Da ich aus der Verlagsbranche...
    Da ich aus der Verlagsbranche komme, kannte ich natürlich auch Herrn Unselt.
    Er hat Großes geleistet, und er hat es verstanden – zum Ärger vieler Verlagskonkurrenten – viele große Autoren an seinen Verlag zu binden. Er hat sie gut betreut, und das Suhrkamp-Marketing war zu seiner Zeit einfach Spitze!
    Er war der Größte – und da bleibt es bei älteren Herren oft nicht aus, dass Verführungen locken…
    Und das hat natürlich seinem Sohn nicht gefallen, dass seine Mutter von einer Neuen ersetzt wurde, die zudem auch noch am Verlagsgeschäft interessiert war.
    Der Kapitalismus ist oft ein Feind der Familien…

  208. Lieber GTA,
    "...Spaghetti mit...

    Lieber GTA,
    „…Spaghetti mit Tomatensosse…“
    .
    Ach Spritzer, die macht Persil weg. Vermutlich kurz gehüpfte BWL-Idee. :-)#
    .
    Die Art, wie groß einer seine Häppchen nimmt (potenzieller Gierlappen?) – oder nach der Gabel schnappt, statt sie zum Mund zu führen … Oder wie hastig jemand spachtelt – oder ob er genießen kann.
    .
    Wie wärs hintersinnigerweise mit freier Wahl lassen, welches Gericht.
    Leute, die in einem Restaurant, in dem es z. B. Scalopps, Salade niçoise, Pesto mit Walnüssen oder İmam bayıldı gibt, und ich das alles doch zahle, den Kellner nach Schnitzel mit gem. Sal. fragen …

  209. Lieber Dreamtimer,
    Sie werden...

    Lieber Dreamtimer,
    Sie werden immerhin zugeben, dass jemand, der keinen Gefallen am Essen hat, mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit auch anderswo ziemlich dröge sein wird. Natürlich gibt es Ausreißer, es gibt die Gauß’sche Unschärfe, aber kommt hin.
    .
    Ich weiß nicht, wie es in Ihrem Umfeld auschaut, aber meine kleine Umfeld-Empirie sagt mir seit Jahren, dass ja.
    .
    Wenn ich ein Mann wäre, käme mir eine krankgehungerte Salatblättchen-Madame nicht ins Bettchen. Außerdem runzeln sie früh. Die Medames. Die Salatblättchen ohne a gscheits Olivenöl auch.
    :-)

  210. @ donna laura
    Ihre...

    @ donna laura
    Ihre Buchempfehlung:
    “ …Geschehnisse in der von Holtrop geführten Assperg AG …“
    .
    Hrghrg, Assperg AG!
    Schenk ich mir selbst zum Fest.

  211. "Werter Dreamtimer, das wollen...
    „Werter Dreamtimer, das wollen Sie ernsthaft einem Volk von Schiedsrichtern empfehlen? :-))“
    .
    Ich dachte immer, es sei ein Volk von Bundestrainern! Alle würden gerne mal wieder die Ärmel bis zum Bizeps hochkrempeln, um zu zeigen, dass sie es nicht nur besser wissen, sondern auch besser können: die Aufstellung machen, die Taktik vorgeben, am Spielfeldrand stehen und brüllen. Lauter gehemmte Engagierte. Ich finde das harmlos und man kann es mit Humor nehmen.
    .
    Andererseits empfehle ich natürlich nichts, nicht einmal Bücher.

  212. liebe Vroni, assperg ag -...
    liebe Vroni, assperg ag – zugegeben, subtil ist das nicht. allein schon das ass – nicht unzutreffend.
    .
    und was sagt meine vorliebe für mignardises, hm? (immerhin viele mignardises.)

  213. lieber TGA, das problem mit...
    lieber TGA, das problem mit den früchtchen, faulig oder süss, gab es schon immer. tritte in die weichteile aber auch, aber nur für die hinterhand. im übrigen ist ihre sorge sehr männlich, was ich sehr zu schätzen weiss. merkwürdig mag klingen, dass man sich nie in jemandem täuschte bis jetzt, wobei man stets ein wenig achtsam sein und die umgebung beachten sollte, das ist sicher richtig. beim plaudern bemerkt man zumeist, wie der andere die welt, das gegenüber und sich selbst sieht. wixxer ziehen lassen…

  214. @dreamtimer: Das mit den...
    @dreamtimer: Das mit den Bundestrainern sehe ich auch so, aber das ist doch fast überall so geworden, dass es fast keine Indianer mehr gibt, nur noch Häuplinge..
    .
    Weil man meistens keine Ahnung hat, muss man diese Überzeugung deshalb um so vehementer vertreten…
    @donna laura: im Rahmen der selbstverurteilenden Kriminalsierung des nicht fortpflanzungspflegerisch ausgeübten Sexualaktes kann man sie nur zu ihrem munteren Familienleben beglückwünschen…

  215. munter, ach, wie gesagt,...
    munter, ach, wie gesagt, lieber TGA, zuweilen sind helden auch müde.
    .
    „nicht fortpflanzungspflegerisch ausgeübten Sexualakt“ – nun, die bonobos, so lässt man sich sagen, im übrigen ziemlich enge verwandte des homo sapiens, sind mittlerweile gründlcih desavouiert, sind sie doch längst nicht so verrucht, wie man allgemein annimmt, beschäftigen sich doch zuvörderst aus sozialen gründen alle durcheinander miteinander und nicht wie die elche nur fürs kleineelchemachen – aber die bonobos haben sicherlich kein schlechtes gewissen;
    nur sind die männchen zumeist veritable muttersöhnchen.
    und der vorgang ist recht kurz. da würde man sich aber beschweren!
    .
    wohin das auge blickt… elend!
    ts!

  216. Ich kann die Bonobos gut...
    Ich kann die Bonobos gut verstehen, immerhin braucht man ja auch Zeit um etwas zu trinken.

  217. den gesang nicht zu vergessen,...
    den gesang nicht zu vergessen, cher Filou… http://www.youtube.com/watch?v=Qq7VdpZhDaU

  218. Donna, ich habe einmal...
    Donna, ich habe einmal irgendwo die Anekdote gelesen, dass Napoleon seiner Josephine
    durch einen Boten die Nachricht zukommen ließ: „Nicht waschen – komme in drei Tagen“

  219. ach Donna Laura: Genau das...
    ach Donna Laura: Genau das meine ich:
    „….man beginnt einen satz und der holde kapert sich wortesprudelnd diesen satzanfang und macht einen salat daraus…“
    halt aus der Perspektive desjenigen, der sich
    „Aug in Aug“ (mit IHNEN) bzw. der vermuteten besseren Hälfte :-) unterhalten wollte.
    Was soll man da mit aufgedrängtem Salat …
    wenn man das feine Sahnetörtchen wollte!
    Eine Bevormundung sondergleichen ist das, jawoll!

  220. @ mediensegler: "Aber so was...
    @ mediensegler: „Aber so was erzählt hier ja keiner.“
    .
    Weil das alle gemacht haben. Sogar ich hier im Moloch Berlin.
    Zum Beispiel: Flughafensee in Tegel. Und dabei einmal meines damaligen amerikanischen Straßenkreuzers verlustig ging, den ich da in der Nähe (Laubenpieperkolonie) geparkt hatte …. die Geschichte nahm noch’n komisches & gutes Ende, aber das passt hier nicht rein: zu lang, zu ulkig, zu weit weg vom Thema. Wie war das eigentlich?

  221. Jeeves 17. Dezember 2012,...
    Jeeves 17. Dezember 2012, 15:29
    Lieber Jeeves, alle, das bezweifle ich, da ich weiß, dass Sie mit Musik zu tun haben,
    zweifle ich überhaupt nicht an Ihrer Geschichte, aber haben Sie TGA dazu gelesen?
    Ich glaube, es definierte sich wirklich darüber, welche Musik man damals hörte.
    Meine beiden ersten Langspielplatten, mit 15 vom ersten Lehrlingssalär gekauft,
    waren ELP die erste und Tangerine Dream Zeit.
    Und das Thema war Suhrkamp, lasse aber gerne mal fünfe gerade sein.
    Aber Ihre Geschichte interessiert mich sehr, auch wenn Sie lang ist, bitte, bitte.

  222. Verehrte Donna Laura,

    und...
    Verehrte Donna Laura,
    und jetzt mal wirklich verehrt – und nicht nur als freundlihe Floskel in der Anrede gemeint – es war köstlich, Ihre Zeilen zu lesen, zumal ich nicht das vermutet habe, was jetzt von Ihnen gekommen ist.
    Nun, natürlich hätte ich frühere DON-Artikel samt DonnaLaura-Zeilen lesen können, damit Sie sich nicht aufgefordert fühlen, Dinge zu wiederholen, die andere bereits kennen. Aber ich bin Ihnen dankbar dafür, dass Sie es dennoch gemacht haben, denn ich fühle mich in den letzten Tagen ein wenig malade und da ist es recht anstrengend, über die Pflicht hinaus zu lesen. Da ich derzeit immer noch ein wenig unpässlich bin, weiß ich erstens nicht so genau, was ich Ihnen jetzt schreibe und zweitens werde ich versuchen, mich kurz zu fassen – an einem anderen Tag kommt dann vielleicht mehr.
    Nur schade, dass wir mit dem Artikel „Beinahe schwul …“ samt Kommentaren mittlerweile recht versteckt sind, weil ein neues Don-Thema aufgetaucht ist – dennoch, ich schreibe Ihnen lieber hier.
    Mich würde interessieren, ob nicht gewisse Unwegbarkeiten auftreten bei der Art, wie Sie Ihre Liebesbeziehungen pflegen? Ich frage deshalb, weil ich in der Vergangenheit einen ähnlichen Versuch gestartet habe; da es mir wichtig war, dass alle Beteiligten voneinander wussten, ging es eher schief. Ich bin nicht so gut im Organisieren, mache vieles eher nach Bauch – vielleicht war das der Fehler. Dann dieser Alleinbesitzanspruch, den viele Männer leider haben, da helfen logische und vernünftige oder auch gefühlvolle Argumente nicht. Im Ergebnis war es ein Desaster und deshalb lasse ich es mittlerweile lieber. Meine Energie, Zeit und Liebesmüh richte ich seit 2 Jahren auf etwas anderes und dieses Andere ist viel dankbarer als so manch ein Mann – die Liebe beruht sozusagen auf Gegenseitigkeit und keiner beschwert sich. Es handelt sich dabei zwar nicht um einen Mann oder mehrere Mannen, aber immerhin – manch eine/einer kriegt nicht einmal das hin, ich kann mich also glücklich schätzen.
    So, ich melde mich bald wieder, wenn meine vermaledeite Unpässlichkeit auf die geniale Idee kommen sollte, sich von mir zu verabschieden – ich wäre doch sehr dafür.
    Und sorry, dass ich Ihnen indirekt die monogam-heterosex.-Partnerschaft unterstellt habe. Wobei ich nichts gegen sie habe. Wer glücklich damit wird, den beglückwünsche ich – gleichzeitig aber wünsche ich mir, dass heterosex.-mono- Partner es ebenso akzeptieren, wenn sie Menschen vor sich haben, die ihr Liebesleben anders gestalten. Das eine Modell ist nicht besser als das andere, es ist nur anders und das ist doch ok.

  223. Lieber Dreamtimer,

    treffende...
    Lieber Dreamtimer,
    treffende Worte, wenn Sie vom Uneigentlichen/Unwirklichen sprechen. Aber wer macht sich schon die Mühe, eine solche Grenzerfahrung zu erleben? Wohl die wenigsten Menschen.
    Gerade, weil auch nach meinem Geschmack das Schwebende eine enorme Faszination ausübt, spreche ich mich hier vehement gegen das Salatblatt aus, das als Lackmusindikator der Liebe angeführt wurde.
    Nur mal ein Beipiel: Zwei Balzende gehen Essen. Frau stochert in Salatblättern rum, ist dann aber nach dem Essen um so gieriger auf den Mann und frisst ihn mit Haut und Haaren auf. Szenenwechsel: ein anderes Balzpaar sitzt am Esstisch – Frau isst opulent, das Genuss-Essen dauert Stunden, sie greift ordentlich zu. Danach sagt die Frau: „Das war ein wundervoller Genuss, ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas gibt, was dieses Erlebnis toppt“- und Schwupp verabschiedet sie sich. In beiden Fällen hat der Mann die Frau eingeladen-da war es doch in jeder Hinsicht günstiger, die Salat-Begleiterin am Tisch zu haben? Nein, das Ungefähre und Unbestimmte lässt sich weder auf Salatblätter zurückführen, noch auf andere äußere Indikatoren. Statt dessen sollten wir uns von jedem einzelnen Menschen überraschen lassen, ganz gleich, ob er Salat frisst oder Schnitzel oder ein raffiniert zubereitetes 8-Gänge-Menü.

  224. Ach Suhrkamp! Minima Moralia...
    Ach Suhrkamp! Minima Moralia und den Jargon der Eigentlichkeit las man schon im Gymnasium und später hatte man viele Bücheregale und keinen Kleiderschrank, denn die Jeans und Pullover paßten auch gut in eine Truhe. Aber Witwen, also Witwen, vor allem die Musikerwitwen, die den Nachruhm des Seeligen bearbeiten, oje! Immer wieder fällt mir dazu auch melursus Bemerkung über die mangelnde Benevolenz von Frauen untereinander dazu ein, denn niemand hackt gemeiner gegen einen gefallenen Schwan als die Durchschnittsente.
    Im übrigen freu auch ich mich über berthold IVs Lebenszeichen!

  225. Schriftstellerwitwen sind auch...
    Schriftstellerwitwen sind auch nicht so Ohne, liebe Foersterliesel. Denken wir mal an Mary Gerold-Tucholsky-und des rechtzeitigen Abgreifen des schriftlichen Nachlasses durch einen hier bereits erwaehnten Grosskritiker.

  226. irritatio18. Dezember 2012,...
    irritatio18. Dezember 2012, 08:32
    Eher das 8 Gänge Menü, das Dessert muss nicht unbedingt was Süßes sein.

  227. @mediensegler

    Natürlich hat...
    @mediensegler
    Natürlich hat ein 8-Gänge-Menü seine Reize, aber denken Sie daran, dass pro Teller eher Portiönchen liegen – wenn Sie das Ganze zusammenzählen, kommen Sie wahrscheinlich auf den Inhalt eines einzigen Tellers! Nun ja, wir sind ja sublimiert … und hinterlassen viel dreckiges Geschirr … Da empfinde ich manchmal einen gut gefüllten Teller als ehrlicher. Wenn ich hier so vehement die Salatstocherinnen verteidige, dann nicht deshalb, weil ich selbst eine bin (bin eher das Gegenteil) – sondern es stört mich, wenn in einer generalisierenden Art sämtliche Salatstocherinnen in einem Abwasch genannt und ihnen bestimmte, feststehene Eigenschaften zugesprochen werden – in einem Wort: ein Klischee wird bedient und bei Klischees klingeln bei mir alle Glocken.
    Hier hat jetzt jemand zusätzlich zur S-U-Witwe die Tucholsky-Witwe erwähnt – das klingt alles nicht so schön, was von den Witwen zu hören ist. Gab es in der Malerei nicht auch die eine oder andere Wwe, die gewisse Dinge an sich riss? Geht es bei UUB noch um Bücher und Buchmacherei – andererseits: Warum sollten Wwen schlechter mit Büchern/Autoren umgehen als die offiziell agierenden Verleger, Schriftsteller?

  228. lieber mediensegler, nun, wenn...
    lieber mediensegler, nun, wenn man danach noch etwas nettes, gar süsses vernaschen darf…
    .
    liebe irritatio, zunächst einmal möchte ich ihnen gute besserung wünschen und darf ihnen ebenso für ihre replik danken, nicht ohne mich für meine zeitweilige abwesenheit zu entschuldigen – ein wenig sinnlose freizeitbeschäftigung hielt mich von wichtigerem ab.
    .
    organisation ist im prinzip alles. so kommt bei der nicht ganz verschwindend geringen anzahl an munteren erbinnen und erben darauf an, diese trefflich und nervenschonend zu verteilen. nun sitzen wir hier noch mit den drei kleinen, die grundschülerinnen sind bei meinen eltern unter der woche und besuchen eine bestimmte schule, die grösseren sind im internat, und der erste ist flügge. am wochenende geht es natürlich rund, ein veritabler flohzirkus, aber mit hochgezogenen augenbrauen aller erwachsenen und einer perle ist das zu schaffen, ausserdem erziehen die älteren die kleinen gleich mit, und gary kümmert sich vor allem die scherereien unseres unziemlich chaotischen dritten, der uns fast alles auf zwei beinen – ausser dem bürgermeister und kirchenangestellte; aber wer weiss, was kommt – schon einmal in die burg geschleppt hat, ein nicht unquirliger satansbraten, der sicher noch interessantes bereit halten mag.
    .
    zeit, geduld sowie einfühlungsvermögen ohne manipulationsbestrebungen scheinen nicht ganz zu vernachlässigen, zieht man in betracht, das im bürgerlichen etablierte schema nicht zu adaptieren. ein paar jahre nun dauerte es gut und gerne, bis der ehrentitel hausfreund dem endlich doch freudestrahlenden italiener verliehen wurde; natürlich wollte er mich alleine, und natürlich wurde daraus nichts. er hätte sich auch zurückziehen dürfen, freund bleiben oder nicht, doch dies kam ihm wohl nicht in den sinn; ohne eifersucht gab es zu zeiten gary durchaus nicht, aber zum glück auch nicht ohne ordentliches, wohlverdientes selbstbewusstsein, und sicherlich mag es da zeitweise unstimmigkeiten gegeben haben. bei einführung des terminators winkte gary ab, war er doch selbst aufs schönste ein wenig abgelenkt, ciccio jedoch offerierte zunächst eine bunte spannbreite zwischen beleidigter salsiccia di fegato und seufzendem elend im feinen kaschmir. aber ihm ist die welt gleichwohl ein sündenpfuhl.
    .
    nun mögen solche umstände eine gewisse ratlosigkeit bescheren: was tun. verzichtet man, so verzichtet man aus rücksicht auf den ersten partner auf letztlich nicht unter den tisch zu kehrendes, eigene potenzialitäten, einen guten teil seines eigenen lebens – und man lebt nur einmal: der andere aber ebenso – und verletzt einen liebenden und geliebten menschen, der schlichtweg zum besonders für ihn ungünstigeren zeitpunkt ins leben trat; geht man eine weitere verbindung ein, so muss man über lange zeiträume hinweg ebenso einen liebenden und geliebten menschen verletzen, weil die fee im kindergarten und der weihnachtsmann das ganz anders versprochen zu haben scheinen.
    .
    nicht die wahl ist allerdings das weitverbreitete totreden und erzwingen oder gar eine religion aus schlichten wünschen zu machen! abwarten und vorsichtiges und sehr dosiertes vorgehen, nicht schwindeln, nicht taktieren, nicht auch irgendwie knallhart die eigene position vorantreiben oder gar logisch argumentieren, sondern die brüche der eigenen gedankengänge herausstellen, das gegenüber als wichtiger als das eigene leben betrachten – was bei der liebe nicht schwerfällt, da dem nun einmal wirklich so ist; bei zugeständnissen lieber sehr zögerlich bei etwaiger umsetzung sein, und einmal mehr vorsichtig nach einiger zeit in erfahrung bringen, wie das denn nun genau und ob eine erteilte ‚erlaubnis‘ denn tatsächlich so gemeint sei.
    des weiteren vor den augen des einen keinerlei tändeleien mit dem anderen;
    schliesslich will auch niemand wissen, wie das kalb zum geschnetztelten wird.
    .
    zwar halbwegs den themen romantik und lektüreinduziertes andersdenken treu, war dies einmal noch ein wenig zu lang, dafür mein aufrichtiges pardon, lieber, geschätzter gastgeber, doch nun wieder zu anderem…
    .
    liebe irritatio, nun spannen sie ihre geneigte leserschaft durchaus auch auf die folter, was es denn bei ihnen nun sein möge, und ich hoffe inständig, sie verzeihen mir die undamenhaft schelmische nachfrage (sie wissen schon, ironie und kopfnüsse): frau oder hund?

  229. donna laura 19. Dezember 2012,...
    donna laura 19. Dezember 2012, 14:24
    Gedacht wurde da wohl das gleiche, allerdings hatte ich beim Dessert mehr in Richtung herb herzhaft gedacht, dass Süße ist nicht mein Ding, und ich meine nicht Käse.
    Gerade beim „Dessert“ kommt es auf die Präsentation an, auf die Verpackung sozusagen,
    und wenn die stimmt, zaubert das ein Lächeln in mein Gesicht, und wenn dann auch noch die Umgebung stimmt … hach.
    Ihre beschriebene Art, Ihr Leben zu gestalten, kann ich sehr gut nachvollziehen,
    obwohl es bei mir anders ist, ich hatte ein sehr bewegtes ereignisreiches Leben
    in Liebesdingen, bis ich die „beste aller Frauen kennenlernte“ und Sie können mir glauben, ich vermisse nichts. Was nicht heißt, dass ich nicht ab und zu woanders
    schaue, flirten darf man ja. ;-)

  230. irritatio 19. Dezember 2012,...
    irritatio 19. Dezember 2012, 13:41
    Bei Klischee denke ich eher an Drucktechnik und natürlich weiß ich, dass ein 3,4,6, oder 8 Gänge Menü, wenn es keine Völlerei sein soll, Tellergemälde sind,
    aber allein schon das Wort Tellergemälde … hm, ist doch irgendwie netter, oder?
    Das hat auch nicht unbedingt mit Geld zu tun, sondern eher mit Zeit und Wertschätzung. Und auf zwischenmenschliche Dinge übertragen ist ein Tellergericht sättigend und ein Menü ein Fest, das genossen werden sollte. Sinnlichkeit eben.

  231. lieber mediensegler, "ich...
    lieber mediensegler, „ich hatte ein sehr bewegtes ereignisreiches Leben in Liebesdingen, bis ich die „beste aller Frauen kennenlernte““ – das freut mich, denn umso grösser muss die freude über die beste aller frauen sein; im übrigen umschreiben sie damit einen zustand, der so nicht in der biographie meiner parvität vorkommen konnte, aus gründen der relation von geburtsjahr und jahr der eheschliessung. nicht alle erkenntnisse erschliessen sich zeitgleich mit dem bac.

  232. Begeistert von ihren Texten -...
    Begeistert von ihren Texten – ein Ingolstädter, welches Gymnasium war es denn damals?

  233. Werte Donna,

    puh, Respekt,...
    Werte Donna,
    puh, Respekt, wie Sie die Dinge nicht nur betrachten, sondern auch gestalten!! So viel Klugheit, Kreativität und Leichtigkeit … da werde ich misstrauisch und frage mich erneut: wie geht das in der Praxis??? Denn nochmal: Ich bin eher den „beleidigten salsiccias di fegato und dem seufzenden elend“ begegnet, wie Sie es trefflich nennen. Und vergessen Sie nicht die Wutgeladenen, von denen zu hören ist, die Frau sei nicht in der Lage zu lieben, weil sie diese Liebe nicht auf einen Mann konzentrieren könne – ja, ich hatte des Öfteren Konzentrationsschwächen.
    Ich hätte mir auch gewünscht, den Ehrentitel „Hausfreund“ vergeben zu dürfen, aber das ging immer nur für eine beschränkte Zeit gut, auf Dauer mündete es im Desaster. Einer meiner Verflossenen lud nur deshalb seinen Nebenbuhler ins Haus ein, um ihn auszuhorchen und mir dann hinterher en Detail darzustellen, wie er ihn „existenziell zu zerstören gedenke“ – ich bräuchte nur ein Wort zu sagen und der Besagte würde im Sarg liegen. Neben meiner Konzentrationsschwäche kam das totale Schweigen hinzu. Ab da wurde ich vorsichtiger, denn die Schuld einer indirekten Mörderin auf mich zu laden, das wollte ich auf keinen Fall. Und das alles nur, weil ich diesen Ehrentitel „Hausfreund“ ab und zu und auch mal für länger in Ehren halten wollte.
    Tja, wie um Gottes willen soll der Mensch Einfühlungsvermögen ohne Manipulationsbestrebungen an den Tag legen??? Ich kenne niemanden, der/die das kann. Und dann noch Dinge wie Zeit, Geduld mitbringen – ist das nicht alles a bisserl viel für eine einzige Frau??? Und dann das Chaos bei den vielen lebhaften Kleinen und Größeren, die Sie tagtäglich umgeben: Sie brauchen ja Nerven wie Kruppstahl und die Zeit des Nirwana, um damit klarzukommen. Ich gestehe, ich würde es nicht packen. Deshalb beschäftige ich mich gar nicht mehr damit – zumal mein letztes Erlebnis dieser Art so abschreckend war, dass ich wenig – um nicht zu sagen: gar kein Bedürfnis nach Wiederholung verspüre. Und jetzt zu Ihrer Frage die Antwort: Weder Frau, noch Hund, werte Donna – und da wären wir endlich wieder beim Thema, von dem insbesondere wir beide und der werte monagame mediensegler mit seinem herzhaften Dessert sträflich abgekommen sind: B Ü C H E R!!! Sie waren schon immer meine große Leidenschaft, aber nun habe ich selbst zweien zur Geburt verholfen. Gut, ich bin weit von Ihrer Zahl entfernt, verehrte Donna Laura, aber nicht jede Frau bekommt die gleiche Anzahl an Kindern. Wie ist es eigentlich bei Männern, dürfen die auch die Analogie zum Kindergäberen benutzen, wenn sie Bücher schreiben? Ich würde es ihnen gestatten, da ich mich zu den Grenzgängern zähle und dem Mann (theoretisch) nicht einmal absprechen möchte, dass er mal in der Lage sein wird, zu gebären – wie auch immer das dann aussehen mag – vielleicht nur mental-metaphorisch, aber das ist ja auch schon mal was.
    Ich stelle fest: Wir sind entre nous hier, nicht wahr – Sie, mediensegler und ich – die rasende Zeit rauscht an uns vorbei, DonA hat schon mehrere neue Blogthemen eröffnet und wir hängen hier und plaudern über unsere großen (Vor-)Lieben. Der Mensch muss eben selbst und manchmal auch entgegen dem Zeitstrom für sein Amusement sorgen.

  234. "Es kann leicht so scheinen,...
    „Es kann leicht so scheinen, als zeigte jeder Zweifel nur eine vorhandene Lücke im Fundament; so daß ein sicheres Verständnis nur dann möglich ist, wenn wir zuerst an allem zweifeln, woran gezweifelt werden kann, und dann alle diese Zweifel beheben.“
    .
    liebe irritatio, sie sind wieder genesen? schön! geniessen sie doch die nächsten, freidlichen tage mitd er lektüre der archivierten beiträge der sdg, nicht veraltet, nur sehr amüsant.
    ganz kuzr nu, wegen der vorbereitungen. ludwig wittgenstein hat zuweilen nicht unrecht. selbstverständlich kann man zweifeln, weil man es sprachlich kann; die frage aber stellt sich ob das sinnvol ist.
    .
    bitte nehmen sie meine umstände als bereits seit lmagem etabliert an, es läuft, wie, hat man hier angerissen – unter der massgabe einer halbwegs stattfindenden discretion, um himmels willen, das weiss niemand, was ich hier treibe -, und ein running system ist m.e. nicht zu tangieren.
    dass es funktionniert, liebgt vielleichta uch daran, dass die anzahl der idioten in der burg äusserst überschaubar ist, jeder etwas ganz kostbares zu verlieren hätte und man nie an den point of no return auch nur heranging.
    .
    im neusten beitrag frug auch schon einmal jemand, welchen stand man habe: lederschwuler, für alle, dies es niucht glauebn mögen. tjaja.
    .
    fröhliche weihnachten!

  235. irritatio 22. Dezember 2012,...
    irritatio 22. Dezember 2012, 20:23
    Würde Ihnen ja gerne mal auf amerikanisch Frohe Weihnachten wünschen, aber mir sind in dem anderen folgenden Blog die Xe ausgegangen.
    Hatte aber wirklich damit zu tun, ein na ja, zumindest mehr Gänge Menü vorzubereiten.
    Bin aber mehr Hauptgang orientiert. ;-)

  236. Werte Donna Laura,

    ich glaube...
    Werte Donna Laura,
    ich glaube Ihnen, wenn Sie schreiben, dass Ihre Liebesweise seit langem etabliert sei. Ich stelle es mir bloß in der profanen Praxis äußerst schwierig vor. Mit meinen Zweifeln will ich nicht Schwarzmalerei betreiben und ich bin auch in der Lage, mich für andere – in diesem Fall für Sie – zu freuen, nur der Zweifel ist mir tatsächlich in die Wiege gelegt worden – ergo zweifle ich – so generell und nicht unbedingt allein auf Ihre ausgesprochen komplexe und verfeinerte Liebesweise bezogen. Mit den Gewissheiten (und mit dem offiziellen Weihnachtsfest) habe ich es zugegebenermaßen nicht so sehr. Und da wir grad beim Zugeben sind: Ich gestehe Ihnen gegenüber: Was ich Ihnen geschrieben habe über Frauen/Männer und das Verhältnis der Geschlechter, verteilt sich auf die Charaktere meiner Romanfiguren – ich habe es mir von ihnen sozusagen geliehen – und deshalb betrachte ich es weder als Diebstahl noch als Lüge.
    Ihre Zeilen, werte Donna (und dies ist als Kompliment gemeint) über die Liebe und das Leben haben mich in diesem Blog so sehr angesprochen, dass ich sie aufgriff, in die Rolle der einen oder anderen weiblichen Figur meiner Romane schlüpfte und von dort aus mich ausließ über die Liebe an sich und etwas konkreter über die Liebe für sich. Zumal gewisse positive wie negative Abgründe unserer Seelen zu meinen Sujets zählen. Um beim Kompliment zu bleiben: Sie, liebe Donna Laura, sind die geborene Verführerin. Es wundert mich nicht, dass Ihr Liebesleben in vielerlei Hinsicht so fruchtbar ist. Warum schreibe ich Ihnen als Figur und nicht als die Person, die ich bin? Das hat einen einfachen Grund: Ich konnte und wollte schon immer nicht streng unterscheiden zwischen Realität und Illusion, zwischen Wahrheit (was immer sie sei) und Lüge (was immer diese sei). Ich bin eine geborene Grenzgängerin und weigere mich bis heute tapfer, die Grenze anzuerkennen, die die so genannte Wirklichkeit von der Virtualität trennen möchte. Ohne Scheu und Hemmungen tauche ich ein in Welten und Figuren, die ich selbst kreiere. Insbesondere in meinem zweiten Roman verschwinden die Barrieren zwischen Realität und Virtualität derart, dass es gar gefährlich wird für eine meiner weiblichen Protagonistinnen. Wie ich diese Figuren finde? Meist sind es Freundinnen, von denen ich vereinzelte Charaktereigenschaften stibitze – manchmal Frauen, denen ich nur kurz begegne und die mich stark beeindrucken. Die Frauen wurden stets vorab von mir unterrichtet und erteilten mir dann die Erlaubnis. Auch wenn ich die eine oder andere Dame nicht immer vorteilhaft skizziert habe, kamen sie in puncto Amusement stets auf ihre Kosten (haben sie mir zumindest erzählt).
    Wenn ich mir angucke, was die menschliche Wahrnehmung ausmacht und welchen Sinnestäuschungen wir unterliegen können (angefangen bei unseren individuell stark variierenden Vorstellungen über Wahrnehmung und Wahrheit, Platons Höhlengleichnis bis hin zu zeitgenössischen Theorien der Physik über Parallelwelten, in denen die (Natur-) Gesetze und Wahrnehmung völlig anders ablaufen könnten …) – fühle ich mich in meiner Weigerung bestätigt, die allgemein gültige Trennung von Realität und den Möglichkeitswelten anzuerkennen (ich meine dies nicht im Ufo-Sinne oder wie die Esoteriker rangehen, sondern eben eher so, wie Platon und jetzige Physiker die Welten betrachten). . Ich hoffe sehr, dass Sie mir meine Eigenart, in meine eigenen Figuren/möglichen Welten zu schlüpfen und von dort aus zu sprechen, nicht verübeln, denn wenn es auch nur aus der Ferne ist: Ich schätze Sie, werte Donna und ich fände es schade, wenn Sie mir bös` sein sollten. Mich aufzuspalten in Figuren und mögliche Welten, ist für mich ein lustvoller Akt, deswegen sind Bücher meine große Liebe, denn dort kann ich es grenzenlos und ungeschoren tun. Was die Gesellschaft oder gar die Psychiatrie dazu sagen mag, interessiert mich nicht sonderlich. Es gibt Dinge – liebe Donna- und das dürften Sie kennen, die jenseits von Gesellschaft und Konvention liegen und die einem große Lust bescheren.
    Ich kehre nur dann hin und wieder zur Realität zurück, wenn zB mediensegler andeutet, er habe ein mehrgängiges Menü zubereitet. Einige reale Details würden mich interessieren – und um den Bogen zum ursprünglichen Thema zurück zu spannen: Wer als Mann ein mehrgängiges Menü vor sich hat (womöglich von mediensegler gekocht), ein jugendgefährdendes Suhrkamp-Buch à la André Guillaume Gide aufschlägt und wohlig in sich still hineingrunzt: „Verdammt, Liebe geht wirklich durch den Magen!“, dem könnte es passieren, dass er beinahe schwul wird – aber das wird mediensegler nicht gefallen, denn er hat ja nicht den „besten“ aller Männer als Lebenspartner, sondern die „beste“ aller Frauen. Wie geht also ein gebundener, monogam gewordener Mann wie mediensegler mit einem Mann um, der ihm beim Mehrgangmenü ganz tiefverliebt in die Augen blickt? Wird er beinahe schwul oder nicht?

  237. irritatio 24. Dezember 2012,...
    irritatio 24. Dezember 2012, 20:15
    Da wird Ihr Roman leicht unglaubwürdig, und die Empfehlung von Donna,
    die letzten Blogs des zumindest letzten Jahres zu lesen,
    kann ich in diesem Fall wirklich nur unterstützen.
    Es hat etwas mit dem Alter zu tun, der Lebenserfahrung, und dass man nicht mehr,
    wie in jungen Jahren, bereit ist, zu experimentieren.
    Beinahe schwul (was soll das eigentlich sein ;-) geht nur jung,
    heute wäre ich nur irritiert, nicht mehr bereit für Experimente.
    Und das Menü, 6 Gänge, gibt es heute, mit Freunden nebst Tante,
    der Hauptgang ist von mir, bei den anderen habe ich der besten aller Frauen zugearbeitet, ein Team halt, langjährig erprobt, das nächste Mal kann es umgekehrt sein, 1:5 oder 5:1 ist völlig egal, wenn über das Endergebnis Übereinstimmung
    besteht. Also eher nicht, bezüglich Ihrer Frage.

  238. lieber mediensegler,

    was...
    lieber mediensegler,
    was meinen Sie an dieser Stelle mit „unglaubwürdig“? Nun ja, sicher würde ich gern die Blogbeiträge der letzten Jahre lesen, da ich aber mein Leben nicht allein mit dem Schreiben von Romanen verbringe, sondern „nebenher“ einem sehr leseintensiven Brotjob nachgehe, ist es mit dem zusätzlichen Lesen in der meist nicht vorhandenen Freizeit a bisserl schwierig. Ich werde es tun, wenn ich Ferien habe.
    Beinahe schwul geht durchaus, auch ohne Gide-Lektüre: Stellen Sie sich eine Frau vor, die sich mit gewissen Hilfsmitteln in einen Rausch bringt. Sie geht aus und mit ihrer leicht verändernten Wahrnehmung betrachtet sie Frauen auf der Tanzfläche – schöne Frauen. Sie denkt sich: „Das sind aber verdammt schöne Frauen, wenn ich ein Mann wäre, würde ich sie allesamt …“ Dann aber besinnt sie sich und ruft sich in Erinnerung: „Ich hab`s ja mehr mit Männern“. Da sie ja in der Rolle des männlichen Machos steckt – also beinahe als Mann fühlt – und es auf Männer abgesehen hat, ist sie schwuppdiwupp (beinahe) schwul. Ist ein wenig verdreht, das gebe ich zu, aber rein gedanklich wäre es möglich.

  239. lieber mediensegler, ihrer...
    lieber mediensegler, ihrer einschätzung schliesse ich mich gerne an; zumindest kann ich büchern nichts amoureuses abgewinnen: man liest sie, im besten fall findet imagination statt, und wem das reicht – bitteschön, gibt es doch auch ein paar interessante stellen bei djuna barnes ladies almanach oder bei zolas nana.
    .
    liebe irritatio, nach dem, was sie schildern, bei aller liebe, so ist doch phantasie das eine, das leben 1.0. das andere.
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    so besonders ist das alles nicht, aus den lebensumständen wird nicht religion, nicht psychogequatsche, denn das wäre die hölle – es ist, wie es ist.
    .
    nun hoffe ich, nicht bei ihnen als romanfigur zu enden. das gefiele mir gar nicht.

  240. Wer den heutigen faz-Artikel...
    Wer den heutigen faz-Artikel über die Suhrkamps liest, für den scheinen die Fronten klar: Auf der einen Seite die V-Witwe, die juristisch korrekt betrachtet die legitime Geschäftsführerin ist und auf der anderen Seite der U-Sohn Joachim + Barlach, die jeweils aus egoistischen Gründen gegen sie wettern – und ja, ein Journalist hat sich noch dazugesellt, einer, der nicht ordentlich recherchiert habe. Nachdem die Fronten geklärt sind, bleibt eines: die Uneinigkeit, der Streit. Zu einem Streit gehören stets zwei – und wie nun alles tatsächlich abgelaufen sein mag, wird sich posthum schwerlich in den Details rekonstruieren lassen. Was bleibt, ist ein Streit, der weder einem Verlag, noch den Büchern, noch den Autoren gut tun kann (auch dann nicht, wenn die Geschäftszahlen erfreulich sein mögen). Im Artikel wird angedeutet, dass die legitim agierende Geschäftsführerin Unseld-B. das Recht dazu habe, eine neue Geschäftsführung zu bestellen. Hatte Barlach nicht öffentlich gesagt, dass nicht er darüber bestimmen wolle, wer die Geschäftsführung übernehmen soll? Ist da nicht ein klitzekleiner Schnittpunkt? Oder meint er damit: „Nicht ich, aber auch nicht Frau Unseld-B“? Dann würde wieder Uneinigkeit herrschen und der Machtkampf ginge weiter.
    Werte Donna: Sie haben nichts zu befürchten, sie landen nicht als Romanfigur in einem leblosen Buch. Meine Vorliebe für mögliche, virtuelle Figuren sollte nur die Lust am „zwischen-den Ebenen Wandern“ illustrieren und erhebt nicht den Anspruch, etwas Neues oder Bahnbrechendes darzustellen. Welche Quellen der Lust es außerhalb dieser mentalen Möglichkeitkeitswelten gibt, darüber möchte ich mich ncht auslassen – das sind Dinge, die wirklich erlebt werden und über die rede ich nicht so gerne in öffentlichen Blogs, denen übrigens eine gewisse Virtualität nicht abgesprochen werden kann. Und wenn ich in einem (virtuellen) Blog über virtuelle Lüste von Romanfiguren rede, dann finde ich das okay. Genauso okay finde ich es, wenn Sie unter einem Pseudonym so vorgehen, wie Sie es eben tun.

  241. irritatio27. Dezember 2012,...
    irritatio27. Dezember 2012, 12:11
    Donna Lauras Meinung schließe ich mich an,
    Life 1.0 ist doch wesentlich interessanter als diese Puppe Matrjoschka,
    die immer wieder eine neue hervorbringt.
    Und meine Geschichten wahr oder unwahr irgendwo anders zu lesen,
    ohne von mir autorisiert zu sein,
    würde mich auch nicht wirklich amüsieren.

  242. Wenn ich eines weiß, dann...
    Wenn ich eines weiß, dann dies: Weder werde ich Ihre wahren oder unwahren noch Donna Lauras wahre oder unwahre „Geschichten“ für eine Romanvorlage benutzen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum Sie mir so etwas unterschieben. Meine eigenen Ideen sind von der Anzahl und Art her so viele, dass ich drei oder vier Menschenleben haben müsste, um sie zu verwirklichen – da macht es keinen Sinn, fremde Ideen heranzuholen. Sicher finde ich es interessant, wie Donna Laura zu leben scheint, aber bei aller Liebe: Es gab in der Vergangenheit schon so viele Frauen, die sich Ähnliches herausgenommen haben: Nehmen wir Lou Salomé. Was für eine Frau!! Sie hatte es u.a. mit Nietzsche, Freud, Rilke und ihre Beziehungen fanden zT auch zeitlich parallel statt – wenn ich mir eine Frauenfigur zu diesem Thema vorknöpfen sollte, dann die Salomé. Aber das habe ich nicht vor, somit mit Donna Laura erst recht nicht.

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