Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Wurzelecht und bunt gemischt

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Es ist die Rettung der Artenvielfalt: Auf nur noch 20 Weinbergen in Deutschland erhalten Enthusiasten Weinsorten, die andernorts längst ausgestorben sind.

Vorbemerkung: Natürlich wird uns alle irgendwann der Teufel holen, aber manche haben das Glück des Tüchtigen und kommen noch einmal davon. Wie jene echten Weinstöcke des Alten Europa, von denen Christoph Raffelt zu berichten weiss:

Daz niemand keinen win mit gemecht machen sol noch keinen hunischen stock machen oder legen noch kein sun davon ziehen
Heilbronner Urkundenbuch von 1399

Wenn wir heute über Wein sprechen, meinen wir in erster Linie ein Genussmittel, dem wir mehr oder weniger viel Aufmerksamkeit schenken. Wein muss nicht immer edel und teuer sein, es kann auch ein einfacher Alltagswein sein, der uns schmeckt. Die Zeiten, in denen die Bedeutung von Wein über die eines Genussmittels hinausging, sind dagegen noch gar nicht so lange vergangen. Noch Ende des 19. Jahrhunderts baute beispielsweise der Gründer eines der heute angesehensten und größten Weinunternehmens der Welt, Dr. Christopher Rawson Penfold, kurz nach seiner Einwanderung in Australien den Wein als Heilmittel an. Er ging von der tonischen Wirkung dieses Getränks aus, das anämischen Patienten besonders in den abgasbelasteten Städten des industrialisierten Nordens den Aufbau roter Blutkörperchen erleichtern sollte. Neben dem Einsatz als Heilmittel hatte Wein jedoch eine noch viel wichtigere, ja lebenswichtige Bedeutung. Wein galt über Jahrhunderte hinweg als Lebensmittel, genauer gesagt als Standardgetränk, mit dem zum Teil auch Arbeiten entlohnt wurden.

Genau aus diesem Grund kam das Weinland Südafrika zu seinem heute wichtigsten Exportartikel. Südafrika lag auf der Route der Holländisch-Ostindischen Compagnie, und diese nahm auf dem Weg nach Indien das Kap Afrikas in Besitz, um zunächst einmal eines zu tun: Wein anzubauen. Wein wurde auf Schiffen als Wasserersatz genutzt; denn er war nicht nur sauberer als das meiste Wasser, das früher zu haben war, er hielt sich auf Schiffsreisen auch bedeutend länger. Von ähnlicher Bedeutung war der Wein im Mittelalter und darüber hinaus. Neben der zweifelsohne berauschenden Wirkung dieses Getränks diente es in den vergangenen Jahrhunderten auch der Grundversorgung. Vom Regensburger Dombau – ein großes und hohes Gebäude, bei dem es eigentlich auf Zuverlässigkeit und sicheren Tritt ankam – und seinen Rechnungen weiss man, dass die dortigen Arbeiter trotzdem mehrere Liter Wein am Tag tranken. Auch wenn der Wein, was den Alkoholgehalt angeht, kaum mit dem heutigen vergleichbar gewesen sein dürfte, muss die Leber ordentlich zu tun gehabt haben. Auch die Qualität dieser Weine dürfte selten wirklich Freude bereitet haben; denn Wein wurde überall, auch in kalten Gegenden angebaut, in denen nicht einmal die früh reifenden Sorten jemals eine Chance für die Reife hatten. Selbst die kleine Eiszeit vom 14. bis 19. Jahrhundert hielt in Deutschland kaum jemanden davon ab, aus erbärmlichen Hügeln jene Weinberge zu machen, die heute noch in Flurnamen erhalten sind.

Bild zu:   Wurzelecht und bunt gemischt

Um jedoch den Weinberg möglichst widerstandsfähig gegen Frost und Krankheiten zu halten, wählte man damals eine Anbaumethode, die heute unter dem Namen Gemischter Satz bekannt ist. Dabei werden im Gegensatz zur heute üblichen Monokultur unterschiedliche Sorten gepflanzt. Ein Gemischter Satz ist also eine Umschreibung für einen Weinberg, in dem es wild zugeht, so wild, wie wir es gar nicht mehr gewohnt sind. Nach heutiger Definition müssen mindestens zwei verschiedene Rebsorten durchmischt gepflanzt sein, meist waren es jedoch bis zu dreißig. Und da konnten sich dann auch rote Sorten mit weißen Sorten die Fläche teilen. Zum Schluss wurde das Mittelmaß der Reife genommen, oder der Winzer orientierte sich an der Leitrebsorte des Weinbergs. Er wird im Laufe der Zeit die Erfahrung gemacht haben, dass der Wein am besten schmeckt, wenn eine spezifische Sorte des Weinbergs ausgereift ist. Entsprechend durften früh reifende Sorten ein wenig überreif sein und andere, spät reifende Sorten, durften noch etwas grün und unreif sein. Im Mittel jedoch – diese Erfahrung konnte man mit solchen Weinen machen – fiel es nicht auf. Für den Winzer ist diese ganz alte Form des Weinanbaus ein Schutz gewesen; denn er hatte mit dieser Methode durch die Sortenvielfalt einen widerstandsfähigeren Weinberg, der Weinberg wurde zu einem einzigen Zeitpunkt gelesen und die klimatischen Schwankungen wurden zumindest teilweise ausgeglichen.

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Wo im Mittel gelesen wird, kann auch nur eine mittlere Qualität herauskommen, mag man annehmen – aber so einfach ist es nicht. Auch wenn kaum ein Winzer, der einen gemischten Satz anbaut, mit diesem in die Riege der Spitzenweine vorstoßen dürfte, gibt es doch eine Reihe wirklich bemerkenswerter Weine, die über ein Mittelmaß deutlich hinausgehen. Die Ergebnisse sind sogar so gut, dass man wohl von einer kleinen, noch schüchternen Renaissance sprechen kann. Leider haben die Wiener Winzer sich die Bezeichnung Gemischter Satz frühzeitig EU-weit schützen lassen, sodass sich nur Weine aus dem Wiener Weinviertel so nennen dürfen. Alle anderen Weine müssen auf andere Bezeichnungen wie Alter Satz etc. ausweichen. Einer der Winzer, die einen solchen Weinberg frisch angelegt haben und sich eine entsprechende Bezeichnung suchen mussten, ist der Nahe-Winzer Matthias Adams, der mit seiner Frau Luise Freifrau von Racknitz das gleichnamige Weingut führt.

Vor einigen Tagen traf ich ihn auf einer Veranstaltung, wo es um eine ganz spezielle, ja rare Form des Gemischten Satzes ging, nämlich um Gemischte Sätze aus wurzelechten Reben. Wenn Gemischte Sätze schon relativ selten sind, so sind es die aus wurzelechten Reben erst recht; denn sie sind Relikte einer weitgehend vergangenen Zeit. Sie stammen im Wesentlichen aus der Zeit vor der Reblausplage im 19. Jahrhundert. Die Reblausplage, die mit Setzlingen aus den USA eingeschleppt wurde, zerstörte innerhalb weniger Jahre die meisten Rebbestände in Mitteleuropa und ließ, vereinfacht gesagt, nur dort Reben übrig, wo die Rebläuse sich nicht im Boden festsetzen konnten, beispielsweise im reinen Schiefer einiger Mosellagen oder in sandigen Böden. Von dort, wo das Verderben herkam, wurde irgendwann allerdings auch die Hilfe geliefert. Es waren wilde amerikanische Rebsorten, die schließlich in den hiesigen Weinbaugebieten gepflanzt wurden – nicht um Wein zu liefern; denn der schmeckte nicht. Die Rebstöcke liefern bis heute lediglich die Unterlage, also den Stamm, auf dem die edlen Reben wie Riesling, Chardonnay oder Pinot Noir wachsen.

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Racknitz‘ Wein mit dem Namen Gemengelage stammt zwar nicht direkt von alten knorrigen wurzelechten Reben, und doch hat er etwas damit zu tun. Matthias Adams hat diesen Weinberg gepflanzt, um Rebsorten zu erhalten, die kurz davor sind auszusterben und die es teilweise nur noch in diesen uralten wurzelechten Weinbergen gibt. Eine dieser Sorten ist der Weiße Orléans und einen Rebstock, vielleicht den ältesten, mehrere hundert Jahre alten fand man bei von Racknitz am Disibodenberg. Dort, wo Hildegard von Bingen ihr halbes Leben verbrachte, wird seit Urzeiten Weinbau betrieben, und einer dieser vielleicht im ausgehenden Mittelalter gepflanzten Rebstöcke hat bis heute überlebt. Damit der Weiße Orléans dort erhalten bleibt, wurde auf dem Weingut ein Weinberg angelegt, in dem Orléans-Klone im Verbund mit anderen, teils höchst seltenen Sorten gepflanzt wurden. Dabei hat Matthias Adams einen besonders alten und gesunden Weinberg fast eins zu eins abgebildet und lediglich einige weitere alte Sorten zusätzlich mit aufgenommen. Der wurzelechte Weinberg, von dem diese Reben stammen, steht in Franken und wurde in jenem Jahr gepflanzt, als die erste deutsche Eisenbahn, der Adler, von Nürnberg nach Fürth fuhr – 1835. Seitdem hat dieser Weinberg Fröste genauso wie Krankheiten überlebt, und für das Weingut Zang in Somerach ist der aus diesem Weinberg stammende sogenannte Alte Satz mittlerweile das Paradepferd im Angebot. Es war auch der beste Wein des Abends, den der Bonner Weinenthusiast Thomas Riedl in dreijähriger Vorbereitung organisiert hat. Schnell wurde bei seiner Präsentation klar, wie aufwendig die Recherche nach den verbliebenen uralten, teils winzigen Weinbergen war. Er hat etwa 20 gefunden, und sehr viel mehr dürfte es in Deutschland, wo der Gemischte Satz über Jahrhunderte hinweg die normale Anbauform war, nicht mehr geben. So stand auch weniger die Weinqualität der einzelnen Weine der Probe im Vordergrund – hier spielt ja auch die Erfahrung der Winzer eine nicht ganz unbedeutende Rolle -, sondern vielmehr das Besondere im Weinberg.

Zwar habe ich an jenem Abend nicht das erste Mal vom Blauen Kölner gehört; denn ich bin im Rheinland aufgewachsen und dank Kölsch und Karneval ist mir der Blaue Kölner nicht fremd. Nur als Rebsorte hatte ich ihn bisher nicht wahrgenommen. Auch das Möhrchen war mir bisher als Rebsorte gänzlich unbekannt. Im Alten Satz von Zang stehen vornehmlich uns bekannte Sorten wie Elbling, Silvaner, Traminer, Riesling oder Gutedel. Eine solche Mischung wird als vinum francium oder Herrensatz bezeichnet, denn hier finden sich die noblen Rebsorten, die für den Adel bestimmt waren, und die als Zehntwein abgegeben werden mussten. Für das einfache Volk gab es vinum hunicum, den heunischen Wein oder Knechtwein, also den für den Hausgebrauch. In solchen Sätzen finden sich die Sorten, die heute kaum noch jemand kennt und die tatsächlich so rar sind, dass sie in wenigen Jahren ganz aus unseren Weinbergen verschwinden könnten. Zählte man im 19. Jahrhundert offiziell noch über 400 gebräuchliche Weinsorten, sind es heute noch 130, Tendenz fallend – man kennt es von Birnen- und Apfelsorten zur Genüge. Aufzählen muss ich einige dieser Sorten; denn wer vermutet schon eine Putzscheere im Weinberg? Wer kennt noch Honigler oder Vogelfränkische, Hartschwartz oder den Blauen Urban? Auch der Weiße Heunisch, neben dem Traminer die zweite Sorte, die sich irgendwann in einer Wildkreuzung zum Riesling geformt hat, gehörte zu den heunischen Weinen, während der Traminer zu den edlen Sorten gezählt wird.

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Wer als Winzer das schnelle Geld machen will, ist bei dieser Art Weinbau natürlich falsch aufgehoben. Das wurde beim letzten Wein des Abends mehr als deutlich, einem roten gemischten Satz aus Franken, wo mit Abstand die meisten dieser alten Rebanlagen zu finden sind. Der im churfränkischen Klingenberg stehende Satz besteht aus 16 Rebsorten wie der Fleischtraube, dem Roten Elbling, dem Roten Franken (den es nur noch dort gibt), Cabernet Sauvignon (tatsächlich wurzelecht) oder Blauem Kölner (sic!). Um den Weinberg zu erhalten, hat man kürzlich allein 116 Meter an neuen Mauern gezogen, eine Treppe neu angelegt und den Weinberg teils neu terrassiert – für 130 Flaschen Erntemenge pro Jahr. Das Thema ist also ohne Zweifel eine Aufgabe für Enthusiasten. Genauso aber eine Aufgabe für jene, die gerne neben Chardonnay und Pinot, Riesling und Sauvignon Blanc mal etwas weiter schauen und stöbern, um etwas Unbekanntes zu finden, was dabei übrigens selten mehr als einen Zehnten kostet und doch deutlich seltener ist als Romanée-Conti oder eine Flasche Château Petrus.

Anmerkung: Bild 3, von Matthias Adams zur Verfügung gestellt, zeigt den Jahrhunderte alten weißen Orléans am Disibodenberg, der auf den ersten Blick eher an Efeu denn an Wein erinnert. Auf Bild 1 und 2 bekommt man einen Eindruck vom Zustand solch alter Rebanlagen und auf Bild 4 gibt es einen Blick auf die Parzellierung eines alten fränkischen Weinbergs. Fotos jeweils von Thomas Riedl, dem viel Dank gebührt.

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22 Lesermeinungen

  1. Herzlichen Dank für diesen...
    Herzlichen Dank für diesen Artikel, Herr Raffelt. Im Eingangsabsatz habe ich einen Punkt vermißt. Wenn Sie von der Bedeutung des Weins schreiben, die über das Genußmittel hinausreicht und dann über das Lebensmittel an Bord und auf dem Baul schreiben und wenn der Don mit dem Teifi einleitet, dann, Herr Raffelt, hatte ich ein Wort zum Wein als Mittel des Heils erwartet.
    Schließen möchte ich mit einem echten Lob: Wenn Sie in den Stützen schreiben, so ist es keine Enttäuschung sondern eine angenehme Ergänzung zu dem erhofften neuen DA.

  2. "es kann auch ein einfacher...
    „es kann auch ein einfacher Alltagswein sein, der uns schmeckt.“
    So ist es. Und der Name ist: Trollinger. Der schmeckt mir.

  3. @melursus, Herzlichen Dank!...
    @melursus, Herzlichen Dank! Ja, die Heilserwartung zusätzlich zum Heilaspekt hätte ich noch aufgreifen können. Aber das wäre ein so großes und unergründliches Fass geworden, dass es mir zu viel erschien. Das wäre vielleicht mal einen eigenen Artikel wert. Wobei der Don da wahrscheinlich mehr beizutragen hätte, als ich.

  4. Guten Abend, Herr Raffelt. Bin...
    Guten Abend, Herr Raffelt. Bin wieder mal hoechst erfreut von Getraenken zu lesen, die ich zu mir nehme (reichlich, reichlich), von denen ich aber nicht wirklich etwas verstehe. Dicke Buecher ueber Weine zu lesen, wie es so mancher in der Gesellschaft Aufstiegswillige tut, bin ich leider nicht in der Lage. Einerseits aus Stolz (wer will schon so sein, wie DIE?), andererseits bin ich zu gemuetlicher Stunde, die ich mit Zubereitung einer Mahlzeit zuzubringen gezwungen bin, viel zu Knuelle fuer eine komplexe Lektuere, welche die subtile Herrichtung von Alkoholika behandelt [1].
    .
    In diesem Sinne erhebe ich den Koelschkranz mit acht vollen Glaesern vom Fass. Vier gegen den Durst, der Rest zum Genuss.
    .
    [1] Eben darum bin ich immer wieder dankbar fuer Ihre Ueberfluege.
    .
    PS: Hat sich noch kein Schweizer gemeldet? Diese Knickstiefel!

  5. Sehr schön, Herr Raffelt,...
    Sehr schön, Herr Raffelt, wieder was gelernt!
    Das mit dem Heil können wir ja noch in den Kommentaren nachholen. Ich fang mal, wie in den Geisteswissenschaften üblich, mit den alten Griechen an:
    Der Wein ist unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneien das Schmackhafteste,
    unter den Nahrungsmitteln das Angenehmste. (Plutarch, wo und wann genau weiß ich jetzt gerade nicht und bin auch zu faul nachzusehen.)

  6. Ein wohltuender Beitrag.
    Und...

    Ein wohltuender Beitrag.
    Und sicher eine der angenehmsten Form der Vermögensverwaltung.

  7. @Filou, Oh Kölsch,...
    @Filou, Oh Kölsch, *schluchz*. Das gibt es hier im Norden ja leider nicht. Aber in zwei Wochen bin ich wieder im Rheinland.
    .
    @windsbraut, Eine Kulturgeschichte des Weins ist auch so was, wo sich niemand so richtig ran gewagt hat, meines Wissens.

  8. Ich meine, bin aber nicht anz...
    Ich meine, bin aber nicht anz sicher, auch Kneipp pries mal eine Weinkur an: Es sollten fünf Flaschen täglich getrunken werden………
    Nach all den Ausflügen in die Weinwelt – und natürlich vielen Enttäuschungen, insbesondere wegen der Zusätze beim Wein-Machen – bin ich doch auch eher für den guten Alltagswein als Essensbegleiter. Gerne mit Plastik-, Glas – oder Schraubverschluß. Zuviel Religion beim Trinken ist dem Genuß abträglich.
    Bei Kartoffeln und Äpfeln gibt es ja einen ähnliche Pflege der alten Sorten. Das ist toll.

  9. Ich geniesse seit Jahren den...
    Ich geniesse seit Jahren den schoenen Hauswein aus allen moeglichen Laendern, ohne das BankKonto zu dezimieren. Ich fand schon schmackhaftes aus Ausralien, Chile, Sued Afrika, Argentinien, France und natuerlich die vielen guten Deutschen Weine.
    Auch unser Einheimischen aus der Niagara oder California Region machen Freude.
    Auf meiner letzten Expedition in die Pfalz fand ich immer schoene Weine aus Maikammer, St. Martin, und all die anderen Oertchen an der Weinstrase .
    Dazu lernte ich von Urpfaelzern solche Ausdruecke wie „Rachebutzer“ fuer eine Fluessigkeit die nicht aus der Kategory Nobler Weine ist, aber manchem zusagt. Geschmackssache, was?
    Besonders gut fand ich es wenn dort der erste Wein ankam, und man sprach begeistert vom dem „Federweissen“ oder vom „Roten Rauscher“ — beide die bestens mit der Pfaelzer Kueche gingen.
    Die naechste Expedition geht in die Wein Region bei Colmar in Alsace an der rue du vin entlang, und spaeter nach Rhein Hessen dort soll der Niersteiner zuhause sein.
    Nur schade dass ich nicht oft genug dort hin komme.
    Prost Alle.

  10. Food and wine gehören...
    Food and wine gehören zusammen. Winzerhotels resp. Weinguthotels zum Beispiel?
    http://www.gut-hotels.de/de/welt-winzerhotels-weinguthotels

  11. Noch jeder Offizier bekam in...
    Noch jeder Offizier bekam in der Kaiserlichen Marine pro Tag eine Flasche Wein.

  12. Herr Raffelt, ganz interessant...
    Herr Raffelt, ganz interessant im Zusammenhang mit der Reblausplage des 19.Jh. finde ich, daß Mallarco davon zunächst einige Jahre profitierte, bis sie dann auch da alles vernichtete. Habe ich zumindest in einem Buch über diese schöne Insel gelesen. Die Reblaus stammt sicher aus der Familie des „Korkengängers“, der uns schon so manchen Wein versaute

  13. In Südostösterreich gibt es...
    In Südostösterreich gibt es noch den Uhudler: http://de.wikipedia.org/wiki/Uhudler

  14. @Wolpertinger, Der Uhudler ist...
    @Wolpertinger, Der Uhudler ist aber keine alte Rebsorte sondern eine amerikanische Wildrebe, bzw. mehrere, die nach der Reblausplage eigentlich, wie oben angesprochen, als Unterlagen diesen sollten, in einem Teil Österreichs jedoch als Sorte mit dem originellen Namen Uhudler weiter ihr Dasein fristeten. Mehr schlecht als recht die meiste Zeit, da der österreichische Rebsortenpapst Zweigelt keine Existenzberechtigung sah.

  15. Ich dachte, das sind die...
    Ich dachte, das sind die Ergebnisse von Versuchen ohne Breitenwirkung, aus alten, anfälligen europäische Sorten und amerikanische Wildreben neue, reblausresistente europäische Sorten zu kreuzen (ohne Veredelung).
    Der WP-Artikel schreibt auch „Hybridsorten“ – das ist doch eine Kreuzung, oder?
    P.S.: auf „Leute in spitzen Hüten“ höre ich schon länger nicht mehr ;) und alles was diese verbieten übt einen besonderen Reiz aus :)

  16. 116 Meter Mauern für 130...
    116 Meter Mauern für 130 Flaschen Wein pro Jahr. Ich befürchte, dass die nicht in meine Preisklasse fallen …

  17. In der deutsch-französischen...
    In der deutsch-französischen (franco-allemand…) Brigade in Donaueschingen gibt es – wie man hört – für die französischen Soldaten selbstverständlich ein Glas Wein zum Mittagessen, für die deutschen selbstverständlich nicht…
    Selbst erlebt habe ich das in einem deutsch-französisch-spanischen Institut: dort konnte man auf dem Observatorium selbstverständlich Wein zum Essen trinken – aber offenbar waren die Trinkgewohnheiten national unterschiedlich. Jedenfalls war der Verbrauch deutlich höher, wenn mehr deutsche Besucher da waren. Eine Ausnahme gab es bei der Gruppe, die zusammen mit ihren Gerätschaften immer ein oder zwei Fäßchen Bitburger mitbrachte…
    Wie im übrigen früher die Trinkwasserversorgung ausgesehen haben muß, kann man sich heute gar nicht leicht vorstellen. Nicht nur auf See war da ein gewisser Alkoholanteil allein schon wegen der bakteriziden Wirkung ausgesprochen gesundheitsfördernd.
    Wenn man sich vorstellt, wie viele Städte den Rhein für ihre Wäsche benutzt haben, in Beuel noch in großem Stil (von anderen Dingen ganz zu schweigen), dann ist leicht einzusehen, wieso man dann lieber Kölsch trinkt…
    (Wieso die Düsseldorfer dann – aber das ist eine andere Geschichte)
    Aber noch eine technische Frage on-topic: wie paßt denn eigentlich so ein Gemischter Satz in das deutsche Weinrecht? Darf man den als Qualitätswein verkaufen oder muß man darauf vertrauen, daß man die Handvoll Flaschen an Kenner verkaufen kann, denen die Prädikate auf dem Etikett weniger wichtig sind als der Inhalt?

  18. Gut, dass es taut, da kann ich...
    Gut, dass es taut, da kann ich wieder Leitungswasser in die Scheibenwaschanlage füllen.

  19. <p>@Wolpertinger, Ja, Der...
    @Wolpertinger, Ja, Der uhudler ist meines Wissens nicht eine spezielle Sorte, sondern eine Gruppe von Hybriden amerikanischer Wildreben und europäischer Sorten. diese nennt an dann amerikanische Hybride.

    @egghat, Der Rotwein aus diesem aufwändig restaurierten Weinberg kostet knapp 20 Euro. Fast alle anderen weine der oben genannten Probe unter 10 Euro. Einen wirklich umfangreichen Bericht liefert Matthias Neske auf chezmatze.wordpress.com/…/deutschlands-wurzelechte-gemischte-satze-die-allerletzten
    .
    @astroklaus, Das ist ein Problem. Manche dieser Sorten dürfen eigentlich gar nicht mehr angebaut werden. In alten Rebbergen werden sie geduldet, bei Neuanpflanzungen wird es problematisch und wurzelecht geht eh nicht mehr. Dies ist aus Angst vor der Reblaus strikt verboten. Das alles wird an Liebhaber verkauft und meines Wissens erhalten diese Weine die unterste Qualitätsstufe.
    .
    @hansgeier333, Und für den Winter haben Sie noch alte Flaschen mit Glykolanteil?

  20. Bei meinem...
    Bei meinem Lieblings-Discounter ist manch südländische Plörre günstiger als der Frostschutz für die Scheibenwaschanlage. Bei gleichem Alkoholgehalt stellt sich da schon die Groschenfrage.

  21. Lieber Herr raffelt,
    ich hate...

    Lieber Herr raffelt,
    ich hate hier schon mal verlauten lassen, daß ich einen alten Weinberg rekultivieren möchte. Es ist in einer Sagiovese Gegend, wobei auch Colorino und Cilegiolo gepflanzt wird.
    In welchem Verhältnis würde das dann einem gemischten Satz entsprechen? Üblicherweise kommen die beiden letztgenannten Rebsorten auf ca 15% vom Sangiovese.

  22. Lieber Don Ferrando, ein...
    Lieber Don Ferrando, ein gemischter Satz ist schon vorhanden wenn mehr als eine Rebsorte in einem Weinberg gepflanzt wird, dabei darf die Hauptrebsorte meines Wissens nach bis zu 90% betragen. Die Sorten werden durchmischt gepflanzt und gemeinsam verarbeitet. Wenn Sie also Colorino und Cilegiolo mit dem Saniovese in den Weinberg pflanzen und zusammen vergären, haben Sie einen klassischen gemischten Satz.

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