Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren (270)
 

Mit gewollter Patina

31.01.2013, 22:37 Uhr  ·  Kein Kachelofen, keine Ehe: Wie man sich auf dem Land den harten Regeln von Zeit und Alterung anpasst, lernt man sicher nicht in den diversen Landzeitschriften.

Von

Während ich faul wie ein Sack gottgesegneter Kartoffeln am Tegernsee sitze und mich so wenig wie möglich wegbewege, wohnt Isabella Hilger in einen kleinen, romantischen Dorf bei Rosenheim, wo die Geranien an den Fenstern blühen. Und fährt nach München in die Arbeit, weshalb sie beide Welten kennt und hier im Königlich Bella’schen Ofengericht darüber schreibt:

Jetzt muss ich, damit Sie nicht glauben, ich würde Märchen erzählen, eine Anekdote vorausschicken. Von der B., die, g’scheid wie sie war, eine Naturwissenschaft studiert hatte und eigentlich eine ordentliche Karriere in der Forschung wollte. Leider ist ihr kurz nach dem Diplom, in so einer leicht unsicheren Phase, der S. begegnet und der Rest ist Geschichte.

Es passierte was halt so passiert und am Ende bauten die B. und der frisch angetraute, baldige Kindsvater S. ein Haus in schöner Hanglage. In der Rohbauphase dann, die B. war schon sehr schwanger, meinte der S. er würde gern noch ein paar Details ändern, und die B. dachte sich nichts dabei. Bis sie gemerkt hat, dass er aus dem Kachelofen zuerst einen gemauerten Ofen und am Ende gar keinen Ofen machen wollte. So schnell können frische Ehen am Ende sein. Woraufhin die B. erstmals mit ihrem Vater, einem Jäger, gedroht hat. Also zusätzlich zum Rauswurf des S. Der mochte sich wegen des neuen Jobs im Maximilianeum viel einbilden, aber ein Kachelofen ist ein Kachelofen und mit einem Mannsbild, der das nicht verstand, wollte die B. eigentlich nicht verheiratet sein. Der S. war dann am Wochenende öfter bei den Eltern der B.. Das war zu seinem Besten. Es ist ein sehr hübscher Kachelofen geworden. Und daneben steht das alte Küchenbuffet von der B. ihrer Großtante. Grad extra.

Bild zu: Mit gewollter Patina

Jetzt mögen sie sagen, dass ein Kachelofen doch arg bieder ist ,und sie es verstehen, wenn junge Leute sowas nicht mehr einbauen wollen. Außerdem, der Feinstaub, die Ökologie, der Holzverbrauch. Jetzt frage ich Sie: Haben sie schonmal Dampfnudeln gegessen? Große, weiche, hervorragende Dampfnudeln mit einer feinen Kruste unten? Vermutlich kennen sie nur eine sehr standardisierte Variante davon, und da können sie nicht einmal was dafür. Weil, die besten Dampfnudeln überhaupt hat meine Großmutter gemacht. Auf einem Holzofen. Sie wissen schon, die alten Öfen auf denen gekocht wurde. In der Früh hat eine arme Seele eingeschürt, und denn Rest des Tages war die Küche der wärmste und wohlriechendste Ort im ganzen Haus.

Sie wissen nicht, wie…? Oh, das tut mir leid. Zugegeben, der Ofen auf dem meine Großmutter, die huldvolle Donna Dora, in fingerknöchelhoher Milch ihre Dampfnudeln ansetzte, war einer der letzten seiner Art. Bis Ende der Neunziger gab es diesen Ofen in der Hofküche und zwei Schritte daneben war die Durchreiche in die Stubn und unter der Durchreiche eine Schublade, in der das Jod war. Weil, Jod kam immer auf alles drauf. Wenn ich heute manchmal in dieser mittlerweile renovierten Küche stehe, vermisse ich den Geruch.

Bild zu: Mit gewollter Patina

Jedenfalls habe ich momentan, privat und beruflich arg viel mit Möbeln und Stilen und Begriffen wie Shabby Chic oder dem trendigen Landhausstil zu tun. Und ich habe mit IKEA bzw. Menschen zu tun, die sich erstmals mit Alternativen zu IKEA auseinandersetzen, weil sie die erste richtige eigene Wohnung einrichten und sich Gedanken machen, ob das Mac-Book und die Espressomaschine vielleicht auch eine Unterlage aus echtem Holz oder wenigstens Glas verdient haben. Außer in München natürlich. In München ziehen junge Menschen nicht vor dem dritten Job in eigene, selbstbezahle Wohnungen. Und auf dem Land bauen die Gleichaltrigen, die seit 10 Jahren bei der Sparkasse sind, ein Haus. Es geht also um “gewollte Gebrauchsspuren” auf Möbeln und Intarsien und Schränke mit Rosen drauf oder doch liebe die ans barocke angelehnte Variante mit Schnörkeln?

So stand ich vor kurzem umzingelt von Beistelltischen, hörte mir etwas über den aparten Look von gealtertem Teakholz an und war zunehmend gelangweilt. Dann sagte der Expertenmensch, dass Metalltische ja nicht so schön blieben und man sich das gut überlegen sollte. Ich biss mir auf die Zunge, und dachte an meinen Jugendstil-Beistelltisch aus Messing. Den hatte ich mit 16 auf einem verwandten Dachboden entdeckt und mir einverleibt. Er hat Dellen und Risse in der Abstellfläche und war durchgehend Rotbraun vor lauter Oxydation. Ich habe ihn gesäubert und poliert und jetzt ist die Verwandtschaft etwas zerknirscht darüber, dass man mir den Tisch einfach so überlies.

Bild zu: Mit gewollter Patina

Ähnlich hab ich es mit zwei Mitgifttruhen und einem Schaukelstuhl gemacht, und auf das Kuchenbuffet der Großcousine A. habe ich durchaus ein Auge. All diese Dinge haben echte Gebrauchsspuren und Patina. Geschichte. In dem Raum mit den neuen Beistelltischen war auch ein Stapel dieser fröhlichen Marketinghefterl, die das Land irgendwo im Titel tragen und voller Apfelkuchenrezepte sind. Dort wird oft und viel der gemütliche Stil auf dem Land angepriesen. Wo man jahreszeitlich dekoriert und Marmelade selbst macht. Vorausgesetzt man hat Zeit dazu. Aber die Wunschklientel dieser Magazine hat nichts als Zeit und Geld. Um sich beispielsweise im Chalet-Chic mit Deko-Schlitten einzurichten. Tatsächlich wirken diese Zusammenstellung in Ruhpolding genauso fremdartig wie in Düsseldorf, aber in Düsseldorf ist man buzzy und hat keine Zeit sondern maximal Personal für Dekorationsorgien.

Das ist nämlich die Sache mit dem Land. Die Zeit. Und die Ruhe, aber die kommt meistens automatisch mit der Zeit. Dabei idealisieren viele diese teils gewollte, teils unausweichliche Langsamkeit genauso, wie sie sie fürchten. Was tut man nur damit? Während der Apfelbaum wächst und die Möbel mit der Zeit echte Gebrauchsspuren bekommen, was tut der Mensch da, wenn er nicht Holz für den Ofen hakt oder auf Beistelltischen etwas dekoriert? Ohne Multiplex und Festival und in schwierigen Gegenden ohne Highspeed-DSL – ist das der Ursprung dieser sagenumwobenen Hobbys?

Bild zu: Mit gewollter Patina

Zeit haben ist manchmal sehr anstrengend. Und zäh, weil man plötzlich Raum zum Nachdenken hat und der Mensch begreift, wie viel das Land aus den Filmen mit Hansi Hinterseher und Schöner Wohnen mit der Realität zu tun hat.

Man begreift, dass der Landhausstil keine Stirichtung ist, weil das Land keine Gegend und keine Epoche, sondern ein Zustand ist. Künstlich gealterte Möbel und gewollte Gebrauchsspuren sind weder Patina noch Geschichte. Ohne Geschichten kein Mythos, ohne Mythos keine Sehnsucht und ohne Sehnsucht keine fröhlichen Marktinghefterl voller Brot- und Marmeladenrezepte. Und wenn Leute sagen, sie ziehen aufs Land, wegen der Ruhe – dann meinen sie damit die Zeit, die sie zum sein zurück haben wollen. Nur zum sein und denken und manchmal begreifen. Damit etwas entsteht.

Wie Großmütter, die ihre Dampfnudeln und Auszongne über etliche Versuche perfektionieren. Und eine Kaffeetafel auf der frische Schmoiznudeln serviert werden. Die geben Energie zum Lästern. Darüber, dass die B. (wieder schwanger) sich ein Katzerl zugelegt hat. Wie egal ihr das ist, dass der S. eine Allergie hat, weil er auch so tut als wüßte sie nicht, dass seine Assistentin nicht nur 23 ist sondern auch noch Kulturpädagogikoderso studiert hat. Da sitze ich dann daneben, nehme mir noch eine Schmoiznudel und denke mir meinen Teil. Oder auch nicht.

Bild zu: Mit gewollter Patina

Manchmal tue ich einfach gar nichts, ich bin einfach nur. Aber hier auf dem Land ist das okay. Es gibt einen Unterschied zwischen arbeiten und nicht-arbeiten und wer gearbeitet hat, unterliegt keinerlei Verpflichtung die Nicht-Arbeitszeit mit irgendwelchen Tätitgkeiten vollzupacken. Hier ist Zeit vergehen lassen eine tolerierte bis anerkannte Tätigkeit.

 

Veröffentlicht unter: Gastbeitrag

  Weitersagen Kommentieren Empfehlen (1) Drucken
 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden
Lesermeinungen zu diesem Artikel (270)
Sortieren nach

die gute alte Zeit....

die gute alte Zeit.

Wunderschön, danke!...

Wunderschön, danke!

0 Bruckbacher 01.02.2013, 05:57 Uhr

Ein Kachelofen ist wirklich...

Ein Kachelofen ist wirklich eine feine Sache,besonders wenn er noch eine sog."Kuuscht" hat.Das ist eine Sitzbank entlang der drei Ofenseiten in der Stube. Mit dem Rücken an den warmen Ofen gelehnt kann man da so richtig abhängen. Was arbeiten und nicht-arbeiten angeht,habe ich völlig andere Erfahrungen als Sie gemacht.Auf dem Land wird permanent versucht,sich an Arbeitsamkeit zu übertrumpfen.Man sollte sich nicht ohne irgendein Werkzeug in der Hand antreffen lassen.Schaufel oder Unkrauthacke oder Sense können einem unangenehme Fragen ersparen. Nix kann ein Bäuerlein mehr ärgern,als wenn er am Samstag abend auf der Kuuscht sitzt und hört,dass draussen noch einer mit dem Traktor rummacht. Ein ehrlicher Dörfler sagte mir mal: Wir arbeiten immer.Wir können nix anderes. Irgendwie muss halt kompensiert werden,dass das Geld nicht von der Arbeit,sondern aus Brüssel kommt.Ein grosses Freilufttheater mit vielen Schauspielern. Mag sein,dass man vor Kurgästen und Zugezogenen ein anderes Stück aufführt. Aber die sind halt auch keine Konkurrenz

0 HansMeier555 01.02.2013, 06:14 Uhr

Aber wie passen in das...

Aber wie passen in das Landhaus mit den abgeschabten Kisten jetzt diese ganzen Rokokoluder? Wie macht man aus einem alten Bauernhof mit Kuhstall jetzt ein Schloss?

1 prince Matecki 01.02.2013, 07:34 Uhr

Achja, die Sehnsucht nach dem...

Achja, die Sehnsucht nach dem Landleben, eine Lebensart für die es nur bei wenigen noch die Voraussetzungen gibt: die Kenntnis der Landwirtschaft, die Sorgen um Vieh und Ernteertrag, die Frage was der Holzeinschlag aus dem Wäldchen hergibt und was die Bank sagt, die Frage wie man Dachflächen dicht hält, deren Unterbau 250 oder 400 Jahre alt ist, die Schindlen auch schon 100 und deren Fläche locker 2 Fußballfelder übersteigt, denn nicht nur das Herrenhaus braucht ein dichtes Dach, die Scheune auch. Der Denkmalschutz, der doch so gerne perfekt restaurierten Fassadenstuck haben will und selbst bei Enbau von Bädern und WCs für die Kinderzimmer meckert... Oder die Personalfrage, wer sich ehrlich macht und sein Personal sozialversichert, tut gut daran, einen Neben- Hauptjob als Bankvorstand zu haben oder dergleichen... Und wenn man gegen den Wildschaden auf den umliegenden Feldern selbst ansitzt, an einem kalten feuchten Morgen um 4, um anschließend weil der erste Schuß in der Dämmerung nicht saß, doch mit dem Spürhund auf Nachsuche zu gehen, eine Stunde durchs Unterholz schleift, dann das erlegte Wild zum klapprigen alten Rover schleppt und aus der Decke schlägt, dann hat man zwar etwas konkretes getan und nicht nur auf der Tastatur geklappert, aber man steht den Freuden des (feudalen) (Gruß an HM555) Landlebens doch etwas skeptischer gegenüber. Insofern ist der Verlust unserer Besitzungen durch die Geschichte auch Freiheit, man seufzt etwas, aber wenn ich das bei Freunden, die weiter westlich auf ihren Gütern bleiben durften heute sehe, dann sehe ich vor allem auch Verantwortung, Arbeit und manchmal Last! Und nur selten wird einem dann die gewährt, dass man ausruhen kann, im milden Schein der Frühjahrs- oder Herbstsonne, und einfach - nichts macht. Worauf man dann sagen kann, dass es ein köstlich Ding sei wenn das Herz fest wird, welches geschehe durch Gnade.

RE:Bruckbacher Also käme mir...

RE:Bruckbacher Also käme mir jemand mit einer Sense entgegen, ich wäre doch leicht verwundert. Natürlich, so ein ordentlicher Bauer arbeitet quasi immer und fällt mit 60 tot um - aber es gibt nicht nur die auf dem Land. Außerdem: Die wochenend-Traktorfahrer sind mittlerweile oft genug gelangweilte zugezogene, die voller Stolz ein Zehntel Tagewerk bearbeiten und sich damit bodenständig fühlen.

Re: HandMeier555 Aber der...

Re: HandMeier555 Aber der Bauernhof ist doch per se schon ein Schloss. Gemauerte Bögen und breite Gänge, da fallen ein paar Rokokoluder nicht weiter ins Gewicht.

1 Köstlich 01.02.2013, 08:04 Uhr

Der schönste Ort ist doch die...

Der schönste Ort ist doch die Küche (abgetrennt vom Wohnzimmer), wo man rings um einen Tisch bei gemütlichem Plausch das ein oder andere Viertel Wein schlotzen kann. Bei meiner Grossmutter stand auch noch ein alter Herd mit Feuerstelle drin, die leckere Suppen köchelte stets oben drauf und erfüllte weite Teile des Hauses mit ihrem herrlichen Duft. Das ist wohl der Grund weshalb ich mich nicht wirklich für offene Küchen -mit Bar- und Barhockern für den schnellen Espresso und Snack bestuhlt- begeistern kann.

0 Herr Schwarz 01.02.2013, 08:19 Uhr

Wunderschön geschrieben! Ich...

Wunderschön geschrieben! Ich glaube die allermeisten Menschen fürchten sich heutzutage vor der Stille, deshalb packen sie Smartphone, ständige Erreichbarkeit, Beschallung und der gleichen mehr in ihr Leben. Flucht vor sich selbst und dem was man in sich findet?

@Bruckbacher, ich kenn´ mich...

@Bruckbacher, ich kenn´ mich jetzt mit Politik nicht so aus, aber ich nehme mal an, dass auch in Brüssel das Geld nicht auf den Bäumen wächst. Bei aller Liebe zur Kritik an dem Subvensionsirrsinn, aber die Produktion von Lebensmitteln scheint mir immer noch ein sinnvollerer Zeitvertreib zu sein, als die Produktion von beliebig vielen Nullen in der Luft.

0 HansMeier555 01.02.2013, 08:46 Uhr

Wenn es nicht so verflixt...

Wenn es nicht so verflixt schwer wäre, geeignetes Personal zu finden.

0 kein Landlustleser 01.02.2013, 08:47 Uhr

Es ist schon schizophren, daß...

Es ist schon schizophren, daß genau in den Zeiten, in denen die Menschen in Scharen (wieder) in die (Groß)Städte ziehen und dort die Mieten explodieren lassen, auf der anderen Seite eben durch diese "Marketinghefterl" das sog.Landleben als erstrebenswert dargestellt wird. So daß sich heute im münchener "Speckgürtel" dutzendweise "Landhäuser" finden, deren barocke oder(postmoderne) Kachelöfenkarikaturen alles andere als zum Verweilen einladen. Nur hat das darin pseudogelebte Idyll mit Realität nicht allzuviel gemein. Das "wahre" Landleben ist auch heute noch mit realer, nicht virtueller, Arbeit verbunden.

0 @ColliniSue 01.02.2013, 08:54 Uhr

"Manchmal tue ich einfach gar...

"Manchmal tue ich einfach gar nichts,ich bin einfach nur" Schon jetzt zu finden in den Top Ten meiner Sätze des Jahres. Soeben unterwegs aus dem Heimatort mit 850 Einwohnern in den Arbeitsort München muss ich das Gelesene noch ein wenig sacken lassen. Mir fällt es meistens schwer sich auf textliche Inhalte einzulassen. Ich lese manchmal Bücherseiten doppelt, weil ich nur die Wörter und Sätze durchgekaut habe ohne den Inhalt wahr zu nehmen. Dein Text hat mich gebunden vom ersten Moment. Kein "Nebenbei-Lesen".Volle Aufmerksamkeit. Danke dafür. Wie Mini-Kurz-Urlaub für den businessgeplagten Businessschädel. Muss mich jetzt aber beeilen. Will heute noch zurück an den Kamin.Ohne Kacheln.

Das mit dem Kuchenbuffet - ist...

Das mit dem Kuchenbuffet - ist das nicht etwas leichtsinnig, das hier einfach so öffentlich zu sagen???

1 HansMeier555 01.02.2013, 08:57 Uhr

Das schreit doch nach einer...

Das schreit doch nach einer Private-Public-Partnership zwischen den Tegernsee-Gemeinden und den ARbeitsagenturen der nördlichen Bundesländer? (inklusive Butlerlehrgänge an den Berufsfachschulen) . Apropos: Kommt vom Immobilienmarkt nicht auch ein starkes Signal zur Wiedereinrichtung von Dienstbotenkammern? Speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Singles, die sich so durch harte Arbeit (Hemdenbügeln, Silberputzen...) die Möglichkeit verschaffen können, an einem privilegierten Ort (Münchener Innenstadt, Tegernsee) zu leben?

RE; Javali "A Internet?...

RE; Javali "A Internet? Wofür brauchat na I a Internet? Geh nah, solang I strickn kon, passd des scho." Weder die Großtante noch jemand in deren direkter Umgebung läuft Gefahr, das hier zu lesen. Und selbst wenn: Der ihre Bagage hat sich mit weißen Glanzküchen eingerichtet. Da passt das Buffet ohnehin nicht dazu.

kein Landlustleser, Ihr Text...

kein Landlustleser, Ihr Text wäre doch ein prima Nicht-Leserbrief an die Landlustredaktion, meinen Sie nicht? Aber käme der nicht 8 Jahre zu spät? Auf dem "wahren" Land ticken die Uhren halt noch anders, ja ja...

Genial: Hier ist Zeit...

Genial: Hier ist Zeit vergehen lassen eine tolerierte bis anerkannte Tätigkeit. Klar, weil man es sich "leisten" kann. Und es stimmt mal wieder alles an diesem Text. Meine Erfahrung: Landleben ist mit Arbeit verbunden, ich sehe es bei meinen Eltern. Aber es ist schön und es hat nichts mit "Landleben" zu tun, mit dem Wecken eines Lebensgefühls, oder besser ausgedrückt: Das Leben eines Lifestyle-Lebens voller Dinge, die man nicht wirklich braucht. Aber einen Kaminofen oder Kachelofen, den braucht man wenn es auf dem Land kalt wird und der Schneesturm um die Hausecken pfeift.

0 Wimmerl d. Ä. 01.02.2013, 09:59 Uhr

Oiso, wann dia heitzedog oahna...

Oiso, wann dia heitzedog oahna mid ara Sensn ieban Weg laffa duat, nocha is des pfeilgrad da Boandlkramer. Damitsd das woasst. Des Landlebn. Oha. Mia hom vor a poar Joahrr no des Scheißheisl hintam Haus ghobt, host mi? Mid am Dürl mid an Herzal einigschniddn. Wia mas hoit a so soggt, netwoahrr: I hob Pratzn wiar a Abortdeckl. Um Finfi i da Fruah samma auf gschtandn hom a Millisuppn gessen mid Bröckerl vo eignem Brod eibrockt. Nacha bist in Schtoi eini, d´ Küah fuadern, melkn, ausmistn un Mist mid a Schubkarrn des Zeigl afn Stolz des Hofes aussibracht. Im Somma host grad no Zeit ghabt mid am Traktor d´Mahd z´macha. Mi leckst. Beim Zwölfileitn host Middag gmachd bei a Brennsuppn, mid am Gselchtn un a Kraut. Nacha is a so weida ganga, bist ins Hoiz neigfoahrn un wos woas I. Gwiss, a Brodzeid homma scho aa gmachd um Vieri. Un wieda is weida ganga. Da Dog hod koa End. Aussm Ofn, vom Wassaschaff host a woarms Wassa vo da Beirin afd Nocht kriagt, um di z waschn. Um hoiwi Zehni bist nacha in s Bed neigfoin. Jetza host dei Ruah. Jetza schaugs dias grod o, wias daher redn vom wundörboren Landlöbön. Un mim Finga in da Nosn bohrn beim simuliarrn üba de Schtillä, de gsundä Landluft un ois a so an Schmarrn , a so an auffgsetztn.

"Also käme mir jemand mit...

"Also käme mir jemand mit einer Sense entgegen, ich wäre doch leicht verwundert." Seh' ich jedes Jahr Ende Juli in Südtirol: Die Kühe brauchen im WInter schließlich was zu fressen und die Wiesen an den Berghängen sind zu steil für Maschinen. Die ackern (resp: sensen) und schwitzen da richtig, und zwar die ganze Familie. Den ganzen Tag über und morgen wieder.

0 Don Giovanni 01.02.2013, 10:11 Uhr

Herrlich :) herzlichen Dank...

Herrlich :) herzlichen Dank für diesen wunderbaren Text.

0 Der Gärtner 01.02.2013, 10:26 Uhr

Die Idylle geht auch und vor...

Die Idylle geht auch und vor allem rund um Berlin: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/amerikas-landlust-vergesst-die-grossstadt-12040314.html

Oh, das hab´ ich noch...

Oh, das hab´ ich noch gefunden, aus der Reihe: "Vertragt euch doch, liebe Leute": http://www.youtube.com/watch?v=HuvzydbFA28

Wenn die arme Seele die den...

Wenn die arme Seele die den ofen einschuert die eigene ist... Die Waerme war trotzdem schoen. Das anschleppen des Heizmaterial hat schon fuer den ersten Waermestau gesorgt.

Re: Wimmerl Aba nacherd hod...

Re: Wimmerl Aba nacherd hod ma übagem und de Junga bei d' Arbat zuagschaut fom Hausbankl aus, in da Sun. Und zum Kaffeetscherl hods ano oiwei an guadn Kuacha gem, mit gscheid Schlograhm drauf. Seybst wan da Dogta gsogt hod, dass ma des lossn soiad. Zum Biar hods aufnocht ollawei no glangt und do war dann scho a weng a Ruar und a Muse zum fazeyn. Daas ned immer g'arbat woan is, ham ja de fo da Stodt ned wissen miasn.

...

Wochendendsägeundrasenmähorgienvermeidungsstrategie: Antizyklisch leben . Dürfen ... wenn man es will. Dazu gehört auch die Kunst eigene Schleichwege zu finden. . Andere lieben diese Wochenendrituale und plaudern gern am Zaun über das demnächst geplante Baumsägemassaker. . Wenn man nicht selber das Holzhacken gelernt hat, ist es nur KRACH, der stört, weil man grad lesen will. Schön gestapelte Holzscheite sind Kunstwerke. Holz sowieso…in jeder Form. Wir haben das ja auch noch aus dem Wurzelkinderbuch von unserer Oma (die hat das aus dem Osten geschickt!jaja) gelernt! . Aber alles hat seine Zeit! Was die Truhe der Oma für die Tochter, ist vielleicht für die Enkelin schon Ballast, weil diese (jenseits des genderblablas) als Logistikspezialistin in der ganzen Welt zu Hause ist… . Und was bedeutet die Märklin-Eisenbahn vom Opa dem Enkel? Der Sohn erinnert sich wehmütig, dass er nie damit spielen durfte… Denn kaum war alles fertig, wurde alles wieder abgerissen, weil halt die Bastelei das Schöne war. Nun will der Enkel lieber eine Spielkonsole. . Dazu gehört auch, dass man weiß, dass die fürchterliche Leberknödlsuppn der Schwiegermutter das allerliebste Leibgericht ihres Sohnes war … und ist … und bleiben wird! . Auch wenn es überhaupt nicht stimmt. :-) Wir würgen das runter. Der Liebe wegen. . Auf dem Nachhauseweg singen wir...sehr laut, ach wir grölen: http://www.youtube.com/watch?v=hFE2SnliiV0

@Wimmerl und Isabella ..."zum...

@Wimmerl und Isabella ..."zum fazeyn" ... . schaugt sooo schee aus und glingt a guad! So schee, das ma in da Diaschbora gscheid Hoamweh griagt. . Wos nachad fei umso mehra weh duad, wei ma woaß, dass oam scho FRÜHER dahoam ollawei z´eng gwesn is. Zefix.

0 Der Tiger 01.02.2013, 11:33 Uhr

Für ein paar Jahre war ich...

Für ein paar Jahre war ich mal regelmäßig von Berufswegen in Paris. Das Hotelzimmer war klein und deswegen bin ich abends stundenlang in der Stadt herumgewandert. Besonders interessiert haben mich Antiquitätenläden. Aber das erstaunlichste fand ich die Geschäfte für Ausstattungen fürs Landhaus. Mitten in Paris, nicht weit von der Oper stieß ich auf einen Laden voller funkelnagelneuer Agas: . http://www.aga-germany.de/aga-herde/aga-herde.aspx . zu Preisen, von denen ich mein gesamtes Mobiliar hätte bezahlen können. . Nun aber habe ich mal eine Frage an die werte Kommentatorschaft: Wie bekannt, kaufe ich in Läden zweiter Hand. In einem meiner Lieblingsläden in Den Haag gibt es den Nachlass eines Buch-Sammlers deutscher und russischer Bücher: den gesamten Goethe, Platon, Brecht usw. Wenn ich nur das kaufe, was ich nicht schon habe, könnte ich meine Bibliothek für 400 Euro verdoppeln. Jetzt stehe ich vor der schwierigen Frage, lohnt es sich? Werde ich – zum Beispiel - die drei dicken Fontane Bände der Wanderungen durch die Mark-Brandenburg jemals auch nur anlesen?

0 Der Tiger 01.02.2013, 12:14 Uhr

@Prince Matecki – noch...

@Prince Matecki – noch schlimmer ist es, wenn man einen Anteil von so einem Landgut in n-ter Generation erbt. Jeder will für sich Geld raus schlagen und nichts investieren. Ich habe ein Äckerchen deutscher Eu-Norm Größe als Teil eines Ackers argentinischer Norm in Argentinien geerbt. Herrlich Landleben, auch schön warm. War ich aber froh, als mir die dort lebende Cousine angeboten hat, meinen Ackerteil für einen Appel-und-Ei abzunehmen! Sollen die anderen Miterben nun für Dachreparaturen und Zäune aufkommen.

0 homobulla 01.02.2013, 13:05 Uhr

Also bei uns ist das so: Die...

Also bei uns ist das so: Die mit dem Reetdach, den original-Butzscheiben und der gewachsenen Patina auf der Supraporte (frühes 18. Jh) das sind die Düsseldorfer. Die Ureinwohner haben Plastikfenster und Eternitdächer und die Doppel-Fertiggarage mit Wellblechdach jetzt da, wo mal die alte Kastanie stand, die immer soviel Dreck gemacht hat.

0 Wimmerl d. Ä. 01.02.2013, 13:13 Uhr

Mia Baiern hom scho ollaweil a...

Mia Baiern hom scho ollaweil a Gfui ghobt fiers Indanatzionalä un des Bodnschdändigä. Man denggä nur an die friehane Fix-Brauerei in Athen, die wo untam Widdelsbacher Kini Otto gegrindet worn is. Oda an deni idalienischn Buidlmola, die wo unsana barocknen Kirchn ausgmoit hom. Grad mia kenna des, Traditsion, Weltleifigkeit un Dableckn zu oana neichen Schbitznfoarrm in Oaklang bringga, netwoahrr. Ieba des dengga un dischkariern bi I fei wieda richti durschti woarn. A geh Zenzi, bringst ma halt no a Hoiwi. http://de.wikipedia.org/wiki/Fix_%28Brauerei%29 http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pop/stoiber-on-drums-ein-getrommeltes-gedicht-12046108.html

0 antagonist 01.02.2013, 13:18 Uhr

Der Tiger: Wenn Sie weniger...

Der Tiger: Wenn Sie weniger die hiesigen Kommentare lesen würden, könnte es Ihnen sogar gelingen und die 400.-€ wären gut angelegt. Bildung veraltet nie.

0 Köstlich 01.02.2013, 13:44 Uhr

@Wimmerl d. Ä.: Herrlich,...

@Wimmerl d. Ä.: Herrlich, wenn ich auch aufs Herzlhäusli durchaus verzichten kann. Bei der Grossmutter war nämlich auch immer nur die Küche warm, der Rest des Hauses im Winter eiskalt! Irgendwann kamen dann elektrische Heizdecken, dann wars zumindest bis zum nächsten Herzlgang erträglich.

0 seben v. theben 01.02.2013, 13:50 Uhr

Don, als großer Fan Ihrer...

Don, als großer Fan Ihrer ausgezeichneten Begabung, feine Beobachtungen lecker zu formulieren (das Märchen kürzlich war großartig!), finde ich Ihre Oma-war-die Beste-Themen immer wieder ernüchternd. Dieser stetig loopende Grabenkrieg gegen Traditionslosigkeit und mangelndem Familienvermögen liest sich wie ein eloquenter aber im Grunde schruller Versuch, fehlendes Interesse an Neuem zu rechtfertigen. Lassen Sie doch die Düsseldorfer Hausfrauen ihre Laura Ashley Bettwäsche kaufen und nehmen Sie sich lieber die wirklich systemrelevanten Bösen vor...

0 homobulla 01.02.2013, 14:01 Uhr

Aber nicht nur auf die gemeine...

Aber nicht nur auf die gemeine Landbevölkerung, auch auf den Adel ist hier oben kein Verlass. Der von Ahlefeld hat schließlich schon in den 70ern alles in der Spielbank von Tavemünde verjuckelt. Auf seinen Allonge-Perücken-Ahnen (Gottfried Kneller attr.) konnte man dann jüngst bei Ebay mitbieten. Der Rest des Besitzes vagabundiert patiniert und globalisiert über die Antikmärkte. Das Leben auf dem Lande geht derweil weiter und solange die Kühe hier immer noch Körbchengröße L haben ist sowieso alles ok.

Re: Seben v....

Re: Seben v. theben Zunächst: Das obige Stück hat der Don ja nicht selbst geschrieben. Es ist auch kein Grabenkrieg, sondern eine Perspektiverweiterung. Für mich sind Schilderungen des Lebens abseits von Berlin, Hamburg und München noch zu wenig im Netz vorhanden und darüber hinaus eine schöne Gelegenheit auf ein paar Dinge einzugehen. Dass die Hausfrau in Düsseldorf Laura Ashley kauft, weil sie glaubt das müsste so sein ist schließlich im Sinne der systemrelevanten Bösen.

0 Don Ferrando 01.02.2013, 14:37 Uhr

Werte Isabella, neulich hatte...

Werte Isabella, neulich hatte Herr Alphons ja schon einmal auf Ihre Beobachtungen im Nahverkehrszug von der Stadt aufs Land verlinkt. Schön, daß Sie nun auch hier einen Gastbeitrag bringen. repitita placebunt.

Was für ein gutes...

Was für ein gutes Blog. Dieses gehaltvolle, eigensinnige Kunstwerk aus eleganter Satire und charmanter, intelligenter Unterhaltung ist wohl einmalig. Die F-A.Z. hat mit Don A. einen der hochkarätigsten Vertreter der Blogkultur an Bord gebeten. Referenzklasse

0 antagonist 01.02.2013, 15:14 Uhr

homobulla@: Um diese...

homobulla@: Um diese ästhetische Erscheinung in ihrer tiefren Dialektik würdigen zu können, muß man differenzieren. Die Ureinwohner (aborigines rhenansiensae) haben den Drang vespürt, sich veränderten Lebensbedinungen und Riten der Moderne anzupassen. Deren arrivierte Nachkommen wiederum stehen unter einem ganz anderen Druck. Sie müssen sich des Behaviours der Klasse der SdG amissilieren. Der Wertekanon ist schlicht ein ganz andere gewordenr. Ein Beispiel, welches umgekehrt funktioniert: In allen Wohnungen von etablierten Offizieren der BW werden Sie durchgängig Biedermeier in stringenter Konsequenz finden. Bei den Anwärtern und Newcomern dagegen echtes IKEA. Ob dies Systemrelevanz hat, sei dahingestellt und bedürfte einer näheren soziokulturellen Untersuchung.

@DerGärtner "Landleben rund...

@DerGärtner "Landleben rund um Berlin". Ja, gibt's, ein paar Minuten unter Lichterfelde: http://www.gut-osdorf.de/ Den Ziegebock, der uns dort immer "hungrig" begrüßt, nennen wir Hubertus.

0 homobulla 01.02.2013, 15:57 Uhr

@antagonist Aber wenn es doch...

@antagonist Aber wenn es doch schon kaum noch Gentlemen gibt, gibt es dann wohl auch keine echten Offiziere mehr? "Meine Damen und Herren, zur Versteigerung kommt ein Aufsatzsekretär, Kirsche intarsiert, stringentes Biedermeier. Vor 25 Jahren im Kunsthandel für 30.000,- DM erworben. Wir beginnen mit 900,- Euro, ich erwarte Ihre Gebote ... ... ... ... nun ... nein? ... wir kommen zum nächsten Los, eine Barockkommode aus dem Besitz..." . Einstürzende Neubauten und einbrechende Antikmärkte. . Nein, aber selbstverständlich nicht hier: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunstmarkt/auktionen/auktionswoche-in-new-york-jetzt-stehen-die-alten-meister-auf-12039361.html Da, wo der Teufel auf den allerdicksten Haufen macht, wusste man natürlich immer schon, wo man seine überschüssigen Boni krisensicher und abseits aller Biedermeier-oder IKEA-Behaviourismen imageträchtig platziert. . Einen echten Bronzino über ein Björn-Sofa zu hängen, wäre ja aber auch mal ein echter postbarocker Knüller!

@ DA. 4 U ...

@ DA. 4 U !! http://www.youtube.com/watch?v=QuxSl_4yLz4

Möglicher Weise ist es ja mit...

Möglicher Weise ist es ja mit dem Jüngsten Gericht so daß Gott Berlin zurecht rückt, und das Land rund um den Tegernsee auch. Dann erübrigt sich auch das hoch oder hinten anstellen, man wird verstehen, und alles wird gut sein. Das Land-Stadt-Leben-Paradies sozusagen.

Ich habe ein paar Jahre in...

Ich habe ein paar Jahre in einem kleinen Dorf in Frankreich gelebt. In dem ebenfalls kleinen Restaurant stand ein antiquarisch nicht sehr wertvolles aber schön anzusehendes Buffet (so ein Vertiko mit Säulchen und Schrankaufsatz). Eines Tages wars weg und durch ein modernes Schrecknis ersetzt. "Was habt ihr mit dem Buffet gemacht?" war meine entsetzte Frage. "Steht auf dem Dachboden, willst Du's haben?" war des Eigentümers Antwort. Als ich kurz darauf nach Grenoble gezogen bin, kam das Buffet mit. Und ein paar Jahre später ist es mit mir in die USA gezogen, wo es jetzt in meiner Küche steht. Innen kleben immer noch die Etiketten, auf denen Medoc oder Bourgogne steht. Und jedesmal wenn ichs ansehe, freue ich mich dran, denke mit ein bißchen Wehmut an das kleine Dorf und das nette Restaurant zurück und fühle mich zu Hause.

0 antagonist 01.02.2013, 16:26 Uhr

homobulla@: Schaun Sie. Sie...

homobulla@: Schaun Sie. Sie sollten mal von W. Gaddis, US-Scchriftsteller, "Die Fälschung" lesen. Es gibt auf der Welt hochpezialisierte Klitschen, die den Markt für jedes Genre an Kunst und Deko mit echter, einwandfreier Patina abdecken. Subtile Anbieter versuchen immer in diesem Markt Mangel zu erzeugen. Das wirkt sich profitabel auf die Preisgestaltung aus. Soviel mittelalterliche Kunst, sowie der der Renaissance wie des Barocks, wie gegenwärtig vorhanden, kann unmöglich, angesichts der relativ niedrigen Bevölkerungszahlen im damaligen Europa, nicht produziert worden sein.

Lieber Don! 'Manchmal tue ich...

Lieber Don! 'Manchmal tue ich einfach gar nichts, ich bin einfach nur.' Sehr schön, das kenne ich gut, und das ergibt sich für mich am Ortasee oft. Allerdings schaue ich dabei meistens auf den See, auf die Berge, und lausche den Vogelstimmen in den Palmen, auf den Arokarien und in den Oleanderbüschen. Obwohl es hier in Wien zwischendurch auch schön ist, fiebere ich schon wieder dem Ortasee entgegen und freue mich unter anderem auch auf das Kaminfeuer nach dem Skifahren auf unserem Hausberg Mottarone. Wenn Sie mal wieder in dieser Gegend sind: Schauen Sie vorbei... Herzliche Grüße aus Wien und vielen Dank für Ihre Einfälle und Anregungen.

0 HansMeier555 01.02.2013, 16:45 Uhr

@x . Ach was. Dieses Blog hier...

@x . Ach was. Dieses Blog hier ist das Normale. . Auch wenn es der postkulturellen Gesellschaft nicht auf Anhieb so vorkommt.

0 Der Tiger 01.02.2013, 16:58 Uhr

@antagonist – Ich finde die...

@antagonist – Ich finde die Kommentare dieses Blog sehr unterhaltsam und als zeitgenössische Bildung durchaus so gut wie Fontane. Sicherlich stimme ich Ihnen zu, Bildung veraltert nie. Aber die Anschaffung einiger Regale voller Bücher deutscher Geistesgeschichte ist noch keine Bildung. Wenn ich die Bücher bei mir aufstelle, aber davon ausgehe, dass ich nicht zum Lesen komme, dann ist das nach meinem Gefühl so wie bei diversen Neureichen, die ihre Regale mit gefakten Buchrücken garnieren.

Oh, oh, Don Alphonso, wie...

Oh, oh, Don Alphonso, wie leichtsinnig von Ihnen, die Vertretung Donna Isabella anzuvertrauen! Man könnt sich ja nachgerad dran gewöhnen. Mich überkommt auf jeden Fall heftige Landlust, auch wenn meine Kenntnis des bajuwarischen Landlebens sich mehrenteils aus Marcus H. Rosenmüllers filmischem Schaffen speist. Andererseits ist die Entfernung von Hausham nach Rosenheim nicht so weit, wie ich sehe, also mag es mutatis mutandis gelten. Ich finde die Lebenswelt, die zum Beispiel in "Beste Zeit" geschildert wird von den eigenen halb dörflich, halb kleinstädtischen Kindheitserfahrungen gar nicht so unterschiedlich. Da unsere Familie immer kleine Leut gewesen sind, hatte auch alles Patina, es ging gar nicht anders. Wenn überhaupt, dann wurde zur Hochzeit was neues angeschafft und dann jahrzehntelang genutzt und nach Möglichkeit vererbt und der Hochzeitsanzug mußte auch für den Bandlkramer noch reichen (notfalls wurde die Rückennaht aufgetrennt). Ich für meinen Teil bin mit dieser Entschleunigung vollauf einverstanden, solange ein Herzhäuschen nicht inbegriffen ist. Es gibt Grenzen und durchaus Segnungen des zivilisatorischen Fortschritts. In summa einen herzlichen Dank, Isabella, für diesen wohlgelungenen Einstand. Ich werde morgen einen Krapfen zu Ihrem Gedächtnis verzehren. (Wenn ich richtig viel Glück habe, gibt es welche mit Eierlikör. Ist ja Fasching bald.)

0 prince Matecki 01.02.2013, 17:12 Uhr

Erstens, wiewohl...

Erstens, wiewohl denstgradmäßig etabliert, lege ich Wert darauf dass Sie bei mir kein Biedermeier finden werden. Ich habe im Arbeitszimmer Hülsta (weil solide und praktisch) und im Wohnzimmer colonial Mahagony dass ich aus meiner US Austausch Zeit mitgebracht habe und englisches georgian. Dazu als Esstisch spätes deutsches 19 Jh und barocke Stühle. @der Tiger 12:33 Wie an der Börse! Kaufen! Die Wanderungen habe ich damals während des Studiums bis kurz vor dem Examen zum Ausgleich gelesen, manchmal knochentrocken, aber man lernt viel über Geschichte aus dem Blickwinkel kleinerer Akteure und reales Landleben des 18. und 19. Jh. Wenn es eine gute Ausgabe ist (ich hatte damals eine Ullstein Taschenbuch Ausgabe der großen Fontane Ausgabe) sind im anhang die Kommentare mit einigen weiteren Erläuterungen, wer immer sich für Geschichte interessiert liest es mit Gewinn. Wenn eventuelle Dubletten da sind die Sie nicht brauchen und die ich noch nicht habe sollten wir uns kontakten, da würde ich sicher was übernehmen! Viel Spaß und anblättern und festlesen!

HansMeier666, . ja? Dürfen...

HansMeier666, . ja? Dürfen wir uns die Postkutschengesellschaft als glückliche Menschen vorstellen? Oder liegt das Glück auf dem Rücken der Pferde?

Oh, fast vergessen: Fontanes...

Oh, fast vergessen: Fontanes "Wanderungen" sind unbedingt empfehlenswert, Der Tiger. Ich hatte dennmals auch Bedenken, daß es so eine Art dröger Reisführer ist. Weit gefehlt. Es ist ein kultur- und sachhistorisches Kompendium von Graden. Die Welt und die ersten und letzten Fragen in einer Art Brennglas. Das Ganze durchaus mit Humor vorgetragen. Geduld ist allerdings angesagt. Fontane ist eben ein gemütlicher Caseur. Das Rechte für die Ofenbank.

0 Dreamtimer 01.02.2013, 17:21 Uhr

Wir erkennen in B. und S....

Wir erkennen in B. und S. nicht so sehr Märchenfiguren, als vielmehr die Prototypen literatischer Figuren unserer Zeit. Sie leben nicht ihr eigenes Leben, sind aber auch nicht von Eltern, Arbeit und Millieu fremdbestimmt. Um sie zu erklären greifen wir zu Werbeillusionen, die von Möbelmagazinen bis zum Tourismus reichen. Das "Land" wird zu einer weiteren konsumierbaren Designer-Phantasie, die wir wählen können, wenn wir über genügend Mittel verfügen. Sie füllen sich mit allen Dingen an, die ihnen scheinbar fehlen und die ihnen denoch fremd bleiben. Diese industriell gefertigten hyperrealen Gebrauchsspuren in Möbeln oder Kleidungsstücken liefern eine schöne Metapher für diese schwarze Magie. . Es sind Geister, die in ihnen leben. Wir haben nichts dagegen gelegentlich und willentlich Geister zu werden, etwa wenn wir touristisch reisen, denn das ist eine Bewegung im Kreis an deren Ende wir wieder an unserem Platz sind, einer entfremdeten Arbeit nachgehen usw. Diese Geister aber sind es dauerhaft und ohne Ausweg, denn sie befinden sich bereits in einem lokalen Optimum, d.h. jeder Schritt davon weg ist erst einmal eine Verschlechterung. Nun ist es kein böser Zauberer, der ihre Seelen dort eingefangen hat, der Spiritismus steckt bereits in den Bildern und Phantasien, vielleicht auch in Verbindung mit Erinnerungen an einen Bauernhofurlaub in der Kindheit oder ähnliches, worüber der Text schweigt. Das wäre dann der andere Aspekt zeitgenössischer Literatur: sich Authentitizität aus der eigenen Kindheit borgen, daraus, Sohn oder Tochter gewesen zu sein und etwas erlebt zu haben. Die eigene Geschichte wird zur Bank, bei der man Glaubwürdigkeit abhebt. . Es ist also kein Märchen, sondern eine Gespenstergeschichte. In seinem Rundgang durch Matera fragt Bruce Sterling, ob unsere eigene Geschichte, unsere Gespenstergeschichte wohl eines Tages zu einem Teil der wirklichen Geschichte wird, in welcher der Kulturindustrie, die unsere Kultur ist, eine eigene Schicht in der kollektiven Erinnerung zukommt. Sterlings Podcast kann man hier sehen: . https://vimeo.com/1142372

Als Madame und ich einmal der...

Als Madame und ich einmal der tristen, verregneten Realitaet unseres Lebensmittelpunktes entflohen, landeten wir in einem ehemaligen Relais an der Landtrasse nach Luik in den Ardennen [1]. Die Besitzerin hatte die Zimmer mit allerlei Trouvaillen von Antiquemaerkten dekoriert. Da wurde deutlich, wie mit Geschmack, selbst mit wenig Kunstverstaendnis, die irresten Gegenstaende zu einem zusammenpassenden Ganzen gefuegt werden koennen. Ist aber reine Frauensache. . Aus Frauenangelegenheiten soll Mann sich sowieso raushalten. Irgendwann bezog ich mein eigenes Schlafzimmer, und im Gegensatz zur Kammer von Mdm. Filou, wurde es bei mir moenchisch: ein Bett [2], zwei Tischerl, zwei Stuehle. Alles auss Pappe. Muss reichen. . (Den Engholm gibts als Sofa? Bei IKEA?. Abwaschbar? Like!) . [1] Die Gegend ist furchtbar. Selbst wenn es nicht regnet. Kein Wunder, dass der kreuzfahrende Gottfried lieber sein Leben im sonnendurchfluteten Heiligen Land riskierte. . [2] Aesthetisch mehr als befriedigend und preiswert: http://www.stange-design.de/produkte/bett/ . Am Thema vorbei kommentiert? Kann sein. Ich finde Moebelbesitz fluchthindernd, wer weiss schon, wann die naechste osmanische Horde brandschatzend und raubend...

0 homobulla 01.02.2013, 17:29 Uhr

@ Ach, so ein...

@ Ach, so ein mittelalterlicher Tag kann sich aber ganz schön ziehen ohne Fernsehen, Internet, E-Mail, Radio, Bücher, Telefon, Fussball, Steuererklärung, Autowaschen, Rasenmähen, ... Da konnte man schon das ein oder andere Meisterwerk zustandebringen.

zu 01. Februar 2013, 17:26,...

zu 01. Februar 2013, 17:26, ich verweise hiemit nachdruecklich auf die Geschichte von der 'Kapitolinische Venus' von Mark Twain. Spaetes 19tes Jhdt.

0 HansMeier555 01.02.2013, 17:36 Uhr

@x . Was hat Kultur mit Glück...

@x . Was hat Kultur mit Glück zu tun? . O fortunatos nimium, sua si bona norint, agricolas

0 hansgeier333 01.02.2013, 17:59 Uhr

Dass sich Heino noch als...

Dass sich Heino noch als deadhead outet, chapeau! http://www.youtube.com/watch?v=0wPkx8bApxc

0 homobulla 01.02.2013, 18:07 Uhr

@Filou Sich auf Art dieser...

@Filou Sich auf Art dieser Belgierin ein Wunder-Land zu schaffen, kann ja auch eine Art von Eskapismus sein. . "I could be bounded in a nutshell and count myself king of infinite space."

♥⊙⊙♥...

♥⊙⊙♥ http://www.stange-design.de/produkte/schaf/

0 homobulla 01.02.2013, 18:20 Uhr

@HansMeier555 Und haben Kunst...

@HansMeier555 Und haben Kunst und Kultur eigentlich eine Schnittmenge?

HansMeier555, . Tout a à voir...

HansMeier555, . Tout a à voir avec tout. . Es ist Ihr gutes Recht mein Urteil zu relativieren; das ändert aber nichts an meiner positiven Meinung hinsichtlich des Gastgebers.

@Filou Doch, das ist genau...

@Filou Doch, das ist genau das Thema finde ich. Denn einerseits: Bitteschön mobil und flexibel sein und andererseits Werte erhalten und nicht alles sofort auf den Sperrmüll werfen. Dilemma der Generation.

0 HansMeier555 01.02.2013, 18:34 Uhr

Noch eine Frage, über die ich...

Noch eine Frage, über die ich mir nie klar werden kann: . Verfeinert Eitelkeit den Geschmack? Oder verdirbt sie ihn vollends?

0 homobulla 01.02.2013, 19:07 Uhr

@HansMeier555 Diese Frage hat...

@HansMeier555 Diese Frage hat ein leicht snobistisches Geschmäckle, für meinen Geschmack.

@HM555, 19:34: tut es nicht....

@HM555, 19:34: tut es nicht. Siehe Beau Brummel, eine Heiligenfigur der Popper.

Wer unter euch ohne Eitelkeit...

Wer unter euch ohne Eitelkeit ist, HansMeier555, der werfe den ersten Stein. Es kömmt aber nicht darauf, an die Welt zu verändern, sondern sie verständig zu interpretieren.

Leben wie die Waltons und wie...

Leben wie die Waltons und wie im Haus am Eaton Place. Gleichzeitig. Das ist Zen. Und/oder/vielleicht/aber (?): "Kacherache, Panache..." Meret Oppenheim (die große)

0 perfekt57 01.02.2013, 19:47 Uhr

mit gewollter patina ... . wir...

mit gewollter patina ... . wir würden die dokumentationen zu die manns dirngend empfehlen - wg. der umfassend gezeigten bürgerlichkeit darin! . http://www.youtube.com/watch?v=7SWSVtHNi0Y http://www.youtube.com/watch?v=5S39lT73Hn4 http://www.youtube.com/watch?v=qq5IYJuppNk http://www.youtube.com/watch?v=XmlAJJsX7kM

Geehter Don, so ganz kann ich...

Geehter Don, so ganz kann ich den letzten Absatz nicht nachempfinden, den zum einen ist gerade die Landbevölkerung heutzutage sehr mobil. Für jeden Mist müssen die - und tun es auch - ins Auto steigen. Überdies wird man womöglich von auslaufenden Städtern übervölkert. Vom nach Apfelkuchen mit Sahne trachtendem Volk (Omas Rezept) wollen wir nicht schreiben. Nichts empfinde ich in der Stadt beruhigender als in den Ferien und Feiertagen von Cafe zu Cafe zu schreiten, Rad zu fahrenoder einfach nichts zu tun - außer zu lesen. Und sind es nicht gerade diese Landhausbesitzer, die man ständig im Garten arbeiten sieht. Nebenberuflich sozusagen. Da ist doch alles wie geleckt. Sonntags ziehen die dann noch Anzug und Krawatte an, wenns zum Schweinebraten geht. Nur der Städter darf auch Schlampe sein.

Ich hörte mal, übertriebene...

Ich hörte mal, übertriebene Eitelkeit sei der Anfang von Dummheit.

0 HansMeier555 01.02.2013, 20:11 Uhr

Eigentlich meinte ich die...

Eigentlich meinte ich die Eitelkeit, die jeder hat. . Sollte man nicht -- um der Ästhetik, der öffentlichen Schönheit willen -- ihr häufiger mal ein wenig nachgeben?

0 HansMeier555 01.02.2013, 20:12 Uhr

@Nico58 . Wenn sie nur das...

@Nico58 . Wenn sie nur das Ende der Hässlichkeit wäre...

@antagonist: "... W. Gaddis,...

@antagonist: "... W. Gaddis, US-Schriftsteller, "Die Fälschung".... Soviel mittelalterliche Kunst, sowie der der Renaissance wie des Barocks, wie gegenwärtig vorhanden, kann unmöglich, angesichts der relativ niedrigen Bevölkerungszahlen im damaligen Europa, nicht produziert worden sein." . Auch sehr aufschlussreich zu lesen (nur noch antiquarisch): Roger Peyrefitte "Die Kunst des Handelns oder das abenteuerliche Leben des Fernand Legros" (1977). Hier geht's um den Riesenschwindel mit Bildern der "Moderne". Und auch hier das Fazit: Die Museen in aller Welt sind (noch heute, und nicht nur in Japan) voll mit Bildern, die nie wirklich...(usw). Vorsicht: kein trockenes wissenschaftliches Buch, eher eine Beichte - und sehr unterhaltsam. Zweites Fazit: "Moderne Kunst" ließ (läßt) sich als Auftragsarbeit viel leichter & schneller als die großen Klassiker nachmachen und an Sammler (und an Museen) verkaufen.

Noblesse oplüsch, Nico58, und...

Noblesse oplüsch, Nico58, und Ehre, wem Ehre gebührt. Don Alphonso ist momentan krankheitsbedingt abwesend und obenstehenden Text verdanken wir Donna Isabella. . Was ich noch gern in Sachen Fontane nachgetragen hätte: wenn es eine dreibändige Ausgabe ist, Der Tiger, dann ist es vermutlich die Nürnbergersche Ausgabe. Die kann man getrost als Leseausgabe benutzen, sie ist recht gut. State-of-the-art ist die achtbändige Edition im Aufbau-Verlag ("Große Brandenburger Ausgabe").

Also Fotos von dem...

Also Fotos von dem Beistelltisch würden mich jetzt schon interessieren...

0 Dreamtimer 01.02.2013, 21:36 Uhr

"Zweites Fazit: "Moderne...

"Zweites Fazit: "Moderne Kunst" ließ (läßt) sich als Auftragsarbeit viel leichter & schneller als die großen Klassiker nachmachen und an Sammler (und an Museen) verkaufen." . Verschwörungstheorien auf CDU-Stammtisch Niveau. . "Wer unter euch ohne Eitelkeit ist, HansMeier555, der werfe den ersten Stein." . Auf Eitle wirft man keine Steine, höchstens schminkt man sie als Schweine.

Das Ende der Hässlichkeit,...

Das Ende der Hässlichkeit, HansMeier555, ist auch das Ende der Dummheit. Der Schönheit fehlt dann aber der Betrachter. Womit wir wieder bei der Eitelkeit wäre.

Pferde sollten jedenfalls...

Pferde sollten jedenfalls Taschentücher verschenken.

0 Der Tiger 02.02.2013, 08:15 Uhr

Für die diversen Ermutigungen...

Für die diversen Ermutigungen bedanke ich mich! Nach dem Frühstück werde ich nach Den Haag radeln, mir die Wanderungen in der Mark-Brandenburg kaufen und was mich sonst noch anspricht. Die Satteltaschen bestimmen das Anschaffungslimit….. wenn mir nicht jemand zuvorgekommen ist.

Schönheit? W.Genazino...

Schönheit? W.Genazino schreibt: „Man kann Schönheit immer nur anstarren, mehr ist nicht zu holen. Wenn man sehr viel Schönheit auf einmal gesehen hat (z.B.Venedig…), und dann mit leeren Händen verschwinden muss, wird der Mensch ein wenig schwermütig.“ . Wenn man sich wiederum zu sehr an Schönheit gewöhnt, sie nicht achtet, wird sie unsichtbar. Der liebevolle Blick entdeckt und weckt besondere Schönheiten. . Der Schriftsteller James Lord ist so ein liebevoller Betrachter. Wen interessiert, wie ein Mann seinem Freund Modell sitzt während der Freund um Vollendung dieses Portraits ringt, sollte von ihm: “Alberto Giacometti- Ein Portrait” lesen. J.Lord beschreibt eindrücklich und sensibel die vielen Sitzungen, Giacomettis Selbstzweifel, über seine Angst, etwas nicht vollenden zu können. . John Lord: „Was das schriftliche Portrait angeht, so ist es im Vergleich mit dem wirklichen Menschen nur eine armselige Sache. … Und ich hoffe, dass andere ahnen können, was ihn zu einem so ungewöhnlichen Menschen und überragenden Künstler gemacht hat.“ . Man lernt in dem Buch „Kunstwerke“ die man u.U. nicht versteht, mit anderen Augen zu betrachten. Darum geht es doch, um die Fähigkeit einen anderen Blick zu erwerben, oder?

@Liebe Fr. Hilger, die...

@Liebe Fr. Hilger, die Verwechselung bitte ich zu entschuldigen. Die Stützen sind wohl untrennbar von Don Alphonso.... @savall, danke. Wer lesen kann, ist eben im Vorteil. @HM555, oh ja, Sie sagen es. Ich kann das nur bestätigen. Hier in Andalusien geht man nur allzu oft etwas grob zuwerke. Schön, meistens ist das noch von den Arabern herrührend, liegt nur zu oft an verschandelt. Und in der tollen Natur, wo im Prinzip nichts passierte. Und zu dieser Jahreszeit una maravilla. Dem Don wünsche ich beste Genesung. Hier in Andalusien bei angenehmen Temperaturen - tolle Radtour durch die sierra - und niedriger Luftfeuchtigkeit könnte er genesen.

0 prince Matecki 02.02.2013, 08:35 Uhr

Andersrum wird ein Schuh...

Andersrum wird ein Schuh draus, man kann über Wahrscheinlichkeitsbewertungen und Provenienzforschung nachweisen: Es hat wesentlich mehr bildende Kunst gegeben (aus Mittelalter, Renaissance usw) als heute erhalten ist: Modernisierung im Zeitgeschmack, Bildersturm, Reformation, Kriege, Stadtbrände haben riesige Mengen davon vernichtet. Auch waren 95 % dieser Kunst christlich, bzw auf die christliche Inkonographie bezogen. Selbst die frühe Landschaftsmalerei, getriggert durch den Bedarf des Adels und des Bürgertums der Niederlande, die nicht nur kahle Wände daheim anschauen wollten, nimmt ikonologisch überwiegend entweder christliches (einschließlich der seit der Bibellektüre durch die Reformation bekannten Geschichten des AT) auf oder antikisierendes, erst im 18. Jahnhundert gibt es größere Bestände von Landschaften ohne jeden entsprechenden Bezug!

Nicht vergessen sollte man...

Nicht vergessen sollte man allerdings, dass man als nachkriegsgeborener Mensch unter einer Zivilisation-Glocke lebt, die zwar viele unangenehme Auswüchse zeigt, aber auch Gegenbewegungen Raum gibt. Die Firnis hat Patina, aber sie hält noch.

DA ist der "typical country...

DA ist der "typical country gentleman", und - genau wie Goethe - will trotzdem (or deshalb?) einen Teil des Jahres in Italien verbringen. P.S. Goethe hat es bis Palermo geschafft - DA auch?

0 perfekt57 02.02.2013, 10:18 Uhr

"Verfeinert Eitelkeit den...

"Verfeinert Eitelkeit den Geschmack?" . hat denn immer noch keiner geantwortet? denn es gibt nur eine richtige antwort, wie bekannt: sie ist die unverzichtbare voraussetzung. geltungsstreben, sich-an-stelle-setzen-wollen auch, alleinvertretungsanspruch, usw.. . darum auch ist man ja nicht eitel. bekämpft alles an ort und stelle, damit man nicht wie ein speer oder karajan werden müsste. ("übers (lebens-)werk zur erlösung" war halt noch nie gut katholisch, oder?) ("..weil mehr lebenswerk evtl. mehr erlöste?" - so einer von vielen allgm. "strebsamkeitswahnen" weiter womöglich auch.) ("der papst solte seinen kreuzzug gegen die ungläubigen wieder vermehrt in nordamerika beginnen", so ein evtl. mögliches vorurteil, "protestantische irrläufer und von ihnen säkular abstammende, waren noch immer der welt ein greuel, und für sie. mord und soziale gleichmacherei ist am ende immer nur eines: fanatisch & evangelisch - der mantel aber des verständnisses und seiner einen, ewigen kirche dagegen ist verstehend und weit.") . und klar geht jeder weg zur wahren meisterschaft eben auch von eitelkeit aus und mit ihr einher. und arroganz. (wir sagten das schon?) . und warum nicht? . und ja: das bildnis des dorian grey gibts auch schon, samt erforscherter und schon wieder vergessener psychologismen dazu. http://4.bp.blogspot.com/_USpmF4elo4c/TU9ag1ZHioI/AAAAAAAAK80/5g-ZxZy8sOE/s1600/dorian_gray_vfx.jpg (wenn noch langanhaltender, stoffgebundener mißbrauch dazu käme, sähe man die überverwüstete seele dann bald auch von außen, "also körperlich-physiognomisch" - kokain "als ausweichender versuch von eitelkeit nach innen" anteilig (zunächst) womöglich auch) . und die veränderung der welt geht immer von herausragenden individuen aus. man er kennt sie leicht. spätestens, wenn sie den mund aufmachen (1). aber nicht von politischen systemen. (1 - oder dazu gezwungen werden: "aua!", *g*)

Ich weiß nicht, prince...

Ich weiß nicht, prince Matecki, ob man die singuläre Bilderwut der Niederländer im 17. Jahrhundert nur durch nackte Wände erklären kann. Mit der Vorherrschaft christlicher Bildmotive haben Sie allerdings sicher recht. Es ist mitunter ermüdend. Vor allem, weil es immer und immer die gleichen Motive sind. Wieviel Tausende Bilder mit der "Anbetung der Hl. drei Könige" mag es wohl geben? Um aber wieder auf die Patina zu kommen: ist es nicht irgendwie falsch, dieselbe zu entfernen? Ich bin über die quietschbunte Sixtina eher verstört als erfreut. Der Pergamonaltar war ja auch erschreckend bunt wie ein Kaufhausschaufenster. Sehr gewöhnungsbedürftig.

0 homobulla 02.02.2013, 10:42 Uhr

@prince Matecki "erst im 18....

@prince Matecki "erst im 18. Jahnhundert gibt es größere Bestände von Landschaften ohne jeden entsprechenden Bezug!" Das ist nicht richtig. Zumindest wenn Sie von der Landschaft sprechen, durch die gerade der Tiger radelt, sollten sie das auf das 17. Jahrhundert vordatieren.

0 perfekt57 02.02.2013, 11:48 Uhr

hier, das meinten wir...

hier, das meinten wir selbstverständlich: http://www.amazon.de/Die-Manns-Jahrhundertroman-Geschenkbox-DVDs/dp/B0000E261N - breloer und team setzen da schließlich bilder hin (vors auge des betrachters) und an die wand (im salon),wo vorher och gar nichts war. und wie sie das machen! schließlich schrieben alle(!) aus dieser familie. tagebuch, briefe, werke, essays, vorträge, aufsätze, das ganze programm. nur die mutter katia nicht. darum setzte man sie im hohen alter fast zwangsweise noch vor die kamera "so, jetzt üssen sie aber auch noch mal" und machte mit ihr "meine ungeschriebenen memoiren". sie kommen also selbst zu wort. und auch die hunderte bis tausenden fotos von familie situation und häusern innen und außen. dazu gegenstände und fahrzeuge. . wer den ganzen breloer nicht gesehen hat, take für take bewusst als werk, als inszenierung von bildern (beweisbar nach der menschlichen und allgm. realität - und teils werkpsycholgisch auf den punkt wahr darüber hinaus) gesehen, verstanden, begriffen, in sich aufgenommen hätte, mit sich herumtragen würde, der wäre wahrscheinlich nicht auf der höhe dieses jetzt, dem würden gewisse voraussetzungen fehlen, womöglich grundsätzlich überhaupt von deutscher bürgerlichkeit mitreden zu dürfen. (und was für ein glück fürs bürgertum, dasss es die gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlchen gibt, die so etwas, so einen luxus, machen können. (die schiere existenz dieses werks ja der luxus an sich)) (man weiß, aufklärung und wahrheit sind gemeinnutz - stehen häufig eher profitfern - und deshalb unter unserem besonderen und wahren schutz: http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerische_Gemeinn%C3%BCtzige_Gesellschaft - netter geschäftssitz selbstversändlich auch. . am rande, und joe biden gehört? (dankenswerter weise auch in deutschland) - ab ca. 3:26 "and the transatlantic alliance continues to be the basis upon which our entire relationships in the world rest" - für die generation schmidt und kohl noch der wunderbae glücksfall, für uns heutige bald problem, last, unangenehm, ja (be)drohung fast? und was würde die wegnahme dessen für deutschland bedeuten? schließlich fährt biden fort: "without a strong europe and the close ties to europe it is not conceivable how americas interest can be met around the world." http://www.youtube.com/watch?v=uKBL7neXgvs . ganz klar: falsches substantiv: ""americas" interrest arond the world" interessiert hier und heute bzgl. der zukunft niemanden mehr. zumal unter jungen vermutlich. zumindest wirkt es wie altes denken (hoch ehrenvolles solches zwar, aber immerhin) - denn es geht, so steht anzunehmen, um das interesse der zivilisation an der welt, der welt an sich also, der welt der kontinente, staaten ethnien, minoritäten, der umwelt, des friedens und der gemeinsamen nutzung von bodenschätzen, ressourcen, usw.. . und amerika hat da die aufgabe erster erfüllungsgehilfe zur sein. des allgemeinen ud gleichen glücks. zum wohle der welt. nicht mehr und nicht weniger kann es sein. das aber immerhin. aber im zeitalter der welt ist die welt die welt - und nicht amerika wäre ihrer stellvertretend. hier liegt also ersichtlich ein trugschluss vor von seiten bidens. die usa evtl. bald nicht einmal mehr erster unter gleichen (was die usa bisher auch noch nicht anstrebten, zu sein, soweit ersichtlich). . aber nur am rande. damit die westviertel auch schon mal gedanklich wieder ihre gärten inspizierten, wo sie denn unter welchem baum der strauch ihre münzen in töpfen bürgen. so wie immer schon. nur für den fall das. (und sie auch sorge tragen würden um ihre firmenanteile in nordamerika, bis zu deren verschwinden) . ungefähr. . und trakl nie vergessen. trakls worte am vorabend der katastrophe: "und so klimmen wir, oh mein bruder, wie blinde zeiger gen' mitternacht". (man könnte das mitfühlen, erspüren ggls., falls die lage womöglich wieder einmal ähnlich wäre oder erschiene, nicht?) ("unter dornenbogen...")

0 perfekt57 02.02.2013, 12:07 Uhr

@ landschaft - danke fürs...

@ landschaft - danke fürs stichwort. auch wir warteten schon drauf. (*g*). . vorschlag zur güte: mal versuchsweise jung genug sein, alle bisher vorhandenen bilder von landschaft im speicher zu löschen. heute nachmittag rausgehen. eine stelle, einen ort finden, an dem man vor sich voraus ca. 600-1600 meter relativ ebene fläche, am besten ackerland, fände. dahinter begrenzt von einem wald. sonst nichts. keine mast, keine strasse, kein gebäude, keine kondenstreifen, nichts anderes sicht- u. wahrnehmbar als dieses. auch keine anderen menschen oder tiere. nur flaches bis maximal leicht welliges, leeres ackerland voraus, begrenzt von einem wald. in einger entfernung vom horizont. und als solcher. . und dann wird sofort erfahrbar und klar (wir hatten das erst kürzlich, man merkts?), wie europas zukunft aussieht: genau so. da wir keine kinder haben. . sobald wir uns an dieser stelle als letzter zum sterben lägen. wäre kein mensch mehr da. und das und so wohl die zukunft mitteleuropas. keine sammelte irgendwelche bilder, sich nicht noch drei generationen oder fünf. niemand erzählte geschichten. keiner schöb eine cd mit fotos irgendwo rein (oder einen stick). niemand betritt ein musuem. keiner erinnert eine staat oder leistungen. alles gehäufte ist fürs nichts. . klar aber auch: weil europa so großartig und grandios und einzigartig und kulturell war, bleibt es bei der leeren fläche mit dem landschaftlich-fahl-feuchten, etwas neblig-trüben an- und ausblick: hier ist kein horror vakui, hier fehlt nichts. . und deshalb wandern hierher dann, sobald wir weg sind, auch von den seiten - welche sowieso wie bekannt ganz sicher schon immer nur minderwärtigerweise rändern gleichkamen - auch keine anderen ein oder zu. nein, alles bleibt friedlich. fuchs und hase sagen gute nacht. . wie gesag: gleich heute nachmttag machen. bloß keine blockaden!

Da ist die Frage, ist's Patina...

Da ist die Frage, ist's Patina oder Schmutz? In den 1970gern hat man Notre-Dame de Paris von der Patina vieler Jahrhunderte befreit. Es der Kathedrale wirklich nicht geschadet. . Tja, die quietschbunten antiken Tempel. Wuerde man sie wieder so herrichten, wie sie frueher mal waren, ist doch zu befuerchten, dass der deutsche Oberlehrer die Wuerde, Ernst und Heiligkeit, vor der er so gerne in die Knie sinkt, seinen Schuelern nicht mehr vermitteln kann. Mich taet's freuen. . Als der Wirt einer beliebten Kneipe auf der rechten Rheinseite Koelns, die auch mir selbstverstaendlich nicht unbekannt war, seinen Betrieb fuer zwei Wochen schloss, ein Schild mit der Aufschrift 'Wegen Renovierung geschlossen' in die Tuer hing, hob ein bedenkliches Murmeln unter den Ausgeschlossenen an. Man befuerchtete den Verlust verqualmter Waende und des ganzen warmen Miefs. Geruechte um neue Tische und Stuehle machten die Runde, das versiffte Herrenklo wollte man ebenfalls nicht erneuert sehen. Einen Weltuntergang haette man leichter verkraftet. Nach der Wiedereroeffnung sah man nur noch zufrieden Gesichter. Alles war beim Alten geblieben. Der Wirt hatte gescherzt.

0 prince Matecki 02.02.2013, 12:39 Uhr

@homobulla Ich habe eine...

@homobulla Ich habe eine Bilddatenbank mit ca 3000 Abbildungen von Landschaftsgemälden bis etwa 1700, natürlich sind da Niederländer, Utrechter Italianisanten, Flamen etc dabei, genau so wie Claude (Lorrain) und Onkel (Senior) und Neffe (angeheiratet) Poussin, dazu Italiener und Deutsche usw. Ich hätte nicht übel Lust, in meiner Datenbank ebenso wie im Stechow (Ich habe die 2. Auflage von "Dutch landscape painting" aus den USA, oder kennen Sie eine besser und umfassendere neuere Arbeit?) auszuzählen. Ich flähe seit Jahren auch online - Kataloge der Auktionshäuser. Es ist überraschend, wenn man AT und Antike gut kennt und einen versierten Kunsthistoriker hat, in wie vielen Landschaftsbildern die Figurenstaffage tatsächlich Historie ist und entsprechende Themen aufnimmt. Das Elend ist, dass außer ein paar Spezialisten das heute keiner mehr erkennt und Auktionskataloge wie Museumsinschriften dann häufig nur "Landschaft mit Figuren" angeben. Letztendlich Verlust kultureller Kompetenz! (PS Gehen Sie mal das LCI durch, es gibt eine relativ günstige Paperback Ausgabe!)

Leider ist Italien südlich...

Leider ist Italien südlich von Rom für Don Alphonso no-go-area, Fionn. Ich würd, wenn ich könnte, ihn ja mal nach Griechenland schicken. Schon allein, um ihn über die miesen Hotels meckern zu hören. Kennen Sie William Lithgow, Fionn? Herrlich, isn't it?

0 perfekt57 02.02.2013, 12:45 Uhr

man kennt es: literatur der...

man kennt es: literatur der dekadencé - und nur der? und der mensch als zeiger, resp. die menschheit als anzeiger - ihrer selbst - http://books.google.de/books?id=8HCZnIZpFkYC&pg=PA181&lpg=PA181&dq=klimmen+wir+blinde+zeiger+gen+mitternacht&source=bl&ots=6Mu43fDXvA&sig=BlWUxPNhY_V7Q4hgKJ0j0xEbEp4&hl=de&sa=X&ei=cAQNUdDACIr6sgaWvYHgCg&ved=0CEQQ6AEwAw#v=onepage&q=klimmen%20wir%20blinde%20zeiger%20gen%20mitternacht&f=false . der mechanik inzwischen falsch und seelenlos gewordener gestriger verträge auch unterworfen? (wir sollten die NATO umtaufen - in NAIO (sprich "NAYO" wie "MAYO") "north atlantic internet organisation" - um anzuzeigen, wo, wie und in welchem raume in den vor uns liegenden zeiten die probleme gelöst werden werden (und zwar durch das internet und seine menschen schon bevor sie überhaupt auftreten, dass ja die sache - und ganz sicher unverzichtbar, wollten wir uns "zivilisation" auch weiterhin nennen dürfen). . weitgehen waffenfrei. und militärisch kostenminimal. und eine reine frauenfreude.) (und man weiß: "t" steht für "treaty" - all dies ließe sich auch unter dem - im vergleich zu internet - viel größeren und weiteren namen und begriff "treaty" machen - das aber wohl nicht das dings. . wir brauchen aber "evolution zur revolution" - und der neue geist internet- u. kommunikationsbasierter, egalitärer völkerzusammenführung, der förderung eines für alle erreichbaren breiten zusammenlebens, statt waffen & experten und expertenwaffen, braucht einen neuen namen: daher NAIO zunächst - als diskussionsvorschlag zur güte. "gsci - re-naming our organisations, putting forward the new emphasis" daher - oder so.) (wäre doch schön, wenn der gegenwärtige NATO-Generalsekretär zugleich auch der letzte einer reihe verdienter großer abträte. platz machte für seine grundsätzliche ablösung.) (ein wenig so ähnlich, wie bei der dezentralen energieversorung: irgendwann muss die politik entscheiden. früher oder später macht das internet die heutige NATO - und die NATO sammt planstellen überhaupt weitgehend überflüssig. "NATO i.A." so der vorgeschlagene name der abwicklungsorganisation. . und man denke erst jung & zeitlich voraus - und global stratgisch: die in hardware (militärisch) bislang (vergleichsweise dumm) gebundenen mittel wollen frei werden. sich den neuen, lohnenderen zielen zuwenden. . meinen wir. & am rande.

0 perfekt57 02.02.2013, 12:45 Uhr

man kennt es: literatur der...

man kennt es: literatur der dekadencé - und nur der? und der mensch als zeiger, resp. die menschheit als anzeiger - ihrer selbst - http://books.google.de/books?id=8HCZnIZpFkYC&pg=PA181&lpg=PA181&dq=klimmen+wir+blinde+zeiger+gen+mitternacht&source=bl&ots=6Mu43fDXvA&sig=BlWUxPNhY_V7Q4hgKJ0j0xEbEp4&hl=de&sa=X&ei=cAQNUdDACIr6sgaWvYHgCg&ved=0CEQQ6AEwAw#v=onepage&q=klimmen%20wir%20blinde%20zeiger%20gen%20mitternacht&f=false . der mechanik inzwischen falsch und seelenlos gewordener gestriger verträge auch unterworfen? (wir sollten die NATO umtaufen - in NAIO (sprich "NAYO" wie "MAYO") "north atlantic internet organisation" - um anzuzeigen, wo, wie und in welchem raume in den vor uns liegenden zeiten die probleme gelöst werden werden (und zwar durch das internet und seine menschen schon bevor sie überhaupt auftreten, dass ja die sache - und ganz sicher unverzichtbar, wollten wir uns "zivilisation" auch weiterhin nennen dürfen). . weitgehen waffenfrei. und militärisch kostenminimal. und eine reine frauenfreude.) (und man weiß: "t" steht für "treaty" - all dies ließe sich auch unter dem - im vergleich zu internet - viel größeren und weiteren namen und begriff "treaty" machen - das aber wohl nicht das dings. . wir brauchen aber "evolution zur revolution" - und der neue geist internet- u. kommunikationsbasierter, egalitärer völkerzusammenführung, der förderung eines für alle erreichbaren breiten zusammenlebens, statt waffen & experten und expertenwaffen, braucht einen neuen namen: daher NAIO zunächst - als diskussionsvorschlag zur güte. "gsci - re-naming our organisations, putting forward the new emphasis" daher - oder so.) (wäre doch schön, wenn der gegenwärtige NATO-Generalsekretär zugleich auch der letzte einer reihe verdienter großer abträte. platz machte für seine grundsätzliche ablösung.) (ein wenig so ähnlich, wie bei der dezentralen energieversorung: irgendwann muss die politik entscheiden. früher oder später macht das internet die heutige NATO - und die NATO sammt planstellen überhaupt weitgehend überflüssig. "NATO i.A." so der vorgeschlagene name der abwicklungsorganisation. . und man denke erst jung & zeitlich voraus - und global stratgisch: die in hardware (militärisch) bislang (vergleichsweise dumm) gebundenen mittel wollen frei werden. sich den neuen, lohnenderen zielen zuwenden. . meinen wir. & am rande.

0 homobulla 02.02.2013, 13:21 Uhr

@Savall Die einfache Grundlage...

@Savall Die einfache Grundlage für das goldene Kunst-Zeitalter der Niederländer: sie waren stinkreich. Frühglobalisierte VOC-"Pfeffersäcke", die mit dem Handel* von Gewürzen und blauweissen Porzellanpreziosen sich nicht nur eine goldene Nase verdienten, sondern diese auch - alles ist eitel - auf ihrem Portrait an der Wand wiederfinden wollten. Maria wurde dann auch in logischer Konsequenz von Tulpenstilleben abgelöst. > siehe "Tulpenmanie" und "Tulpencrash" . *Wobei der Handel eigentlich eher Piraterie war, denn die Holländer fuhren selten bis China, gern haben sie einfach die portugiesischen Handelsschiffe überfallen.

0 homobulla 02.02.2013, 13:42 Uhr

Ein sehr eitler Freund von mir...

Ein sehr eitler Freund von mir lässt geschmacklich sowieso nur die Malerei des italienischen Seicento gelten: "Diese gräßlichen Holländer! Rembrandt, grauenhaft..." Aber wenn man so will, hat Rembrandt nicht tatsächlich auch schon "mit gewollter Patina" gemalt? Shabby chic!

0 Der Tiger 02.02.2013, 13:55 Uhr

Sehr geehrter Prinz...

Sehr geehrter Prinz Matecki! In meinen beiden vollen Satteltaschen waren nicht nur reichlich Philosophie und Fontanes Wanderungen, sondern auch: Der Krieg gegen Frankreich 1870-1871 in vier Bänden aus der Manesse Bibliothek der Weltgeschichte. Zum selben Thema gab es auch eine weniger noble Ausgabe aus dem DDR Verlag der Nationen. Auf dem Umschlag von “Aus den Tagen der Okkupation” las ich mit Interesse: “In den nächsten Tagen werde ich das neue Buch, wie auch dem Kaiser überreichen lassen…. In Petersburg, in Warschau, in New York, in der Schweiz, in Holland wird man es wahrscheinlich mit Zustimmung lesen, hier wird man es wohl wieder zu finden.” (Fontane an Mathilde von Rohr, Berlin 19. Dezember 1871) . Die vier Manesse Bändchen sind sehr schön und von einer Qualität, die eher in die Bibliothek eines Offiziers als die eines Diogenes-Tigers passt. Wenn Sie diese noch nicht haben, schenke ich sie Ihnen gerne.

0 aristius fuscus 02.02.2013, 14:03 Uhr

@savall: aber wenn man sich...

@savall: aber wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, will man es nicht mehr missen. Vor ein paar Jahren gab es im Liebighaus in Frankfurt mal eine Ausstellung mit dem Titel "Die bunten Götter". Dabei ist versucht worden, die antiken Statuen mit ihrer ursprünglichen Farbe, wie man sie aus spektroskopischen Untersuchungen herleiten konnte, darzustellen. Nach einer Stunde in der Ausstellung kam mir das Bunte ganz natürlich vor und es gefällt mir jetzt eigentlich viel besser als das fahle Weiss, an das uns das trübselige 19. Jahrhundert aus Unwissenheit gewöhnt hat.

0 antagonist 02.02.2013, 14:12 Uhr

Es ist alles eitel hinnieden....

Es ist alles eitel hinnieden. Das bisschen Kulturrr überdeckt nur mühsam die Untugenden der Menschen, wie griechisch Φθόνος, latein Invidia, oder eben vanitas (lat.) die leere Eitelkeit. Und dagegen in den Niederlandden, der große Bildersturm z. Z. der Geusen. Gar die Ikonoklasten in Byzanz vor der ersten Jahrtausendwende. Beides spiegeln letztlich das Unvermögen wider mit sich selbst fertig zu werden. Es gibt ja im Koran das ausgesprochene Bilderverbot. Und was ist? Gehen sie mal in eine muslimische Familie wie da alle Mitglieder wie verzaubert vor der Glotze hängen, so oft wie möglich. Natürlich i. d. lieben Christenheit ebenso. Die Magie des Bildes. Des Abbildes. Sozusagen die Verdoppelung der Seele und damit die Illusion der Selbstgewissheit herauffführend. A. Altdorfer aus der Donauschule, wie auch A. Dürer, später Wenceslaus Hollar hatten angefangen sich vom Bezug zum biblischen, heroischen oder mythologischen Narrativ zu lösen.

0 antagonist 02.02.2013, 14:36 Uhr

Jeeves@: it depends. Und es...

Jeeves@: it depends. Und es kommt nun mal, wie überall, auf den Bedarfer an. Wenn der nun mal partout auf qualitätvoller Renäsangs ital. Provenienz, incl. Bräunungs-, Sfumato-Patina>echter L. da Vinci) steht und der Markt nix hergibt, dann reguliert diese Nachfrage der Markt. Wo soll da ein Problem sein? Es ist nur eine Frage von genügend Bimbes/Diridari,Kohle/Moos und geeigneter Fachkraft. Giorgio Vasari beklagte schon damals das Auftreten von systematischer Fälschung (u. Hand in Hand falscher Zuschreibung etc.). Man denke nur an die allfälligen Kavalierstouren seit dem 16. Jhdt-18. Jhdt., die für sich allein schon Bedarf genuch auslösten. Ihnen wird geholfen (Trappazoni).

0 antagonist 02.02.2013, 14:53 Uhr

Mit der camera oscura konnte...

Mit der camera oscura konnte man schon bildnerisch einen Sprung machen und in die Vollen gehen. Aber dann die photographischen Experimente von Taylor, Nadir, Daguerre. Das wirkte sich exponentiell aus. Was wäre der heutige Politiker ohne die Wucht/Wahrheit(?)/Authenzität des sekündlich verbreiteteten Bildes? Ein Würstchen per se. Da kommt es nicht mehr auf Patina an, ganz im Gegenteil. pefekt@:Gemacht, getan: Nix auffe Aufnahme und nun folgt der Untergang des Abendlandes, Tatatatam, als Soapopera.

Es geht um verschiedene...

Es geht um verschiedene Blickwinkel. . Und es geht um Thonet-Stühle und um 40 Rennräder. Einige haben 40 Rennräder. Einige haben Thonet-Stühle. Rennräder, die sich mich Thonet-Stühlen unterhalten. Oder ein Cassina LC7 mit einem Vitra LCW- Oder Rennräder mit Rennrädern. Wir begrüßen das.

gewöhnungsbedürftig ist. Ich...

gewöhnungsbedürftig ist. Ich bin ja der Meinung, daß die gesamte griechische Kunst mit ihrem lächerlichen Anthropomorphismus gnadenlos peinlich ist. Irgendetwas wie die Puppen aus dem Kadewe. Einfach lächerlich, so wie die Griechenseligkeit des ganzen 19. Jahrhunderts. . Nunja, homobulla, das Hell-Dunkel mag nicht jedem gefallen, und reich waren mancherorts und zu vielen Zeiten ein Menge Leute. Den Bilderwahn erklärt mir das nicht. Ich hatte letztens im hiesigen Bildermuseum die Möglichkeit, auch die zweitklassigen Meister zu sehen. Bemerkenswert. Was aber trieb die Auftraggeber? . Es ist wirklich ganz albern, Der Tiger. Aber genau diese Ausgabe hab ich vor ein paar Tagen erworben. Bestellung am 23.01., Lieferung des Antiquariats am Stadtbach am 29.01. Irre, nicht? Übrigens, wenn Sie weniger als 100 EUR für die Ausgabe zahlten, war es ein echtes Schnäppchen. Diese Ausgabe ist sehr selten.

0 donalphonso 02.02.2013, 15:27 Uhr

Bislang hänge ich hier fest,...

Bislang hänge ich hier fest, und was sein wird: Ich weiss es noch nicht. Sizilien im Februar wäre schön.

@ Savall 12.40h William...

@ Savall 12.40h William Lithgow? Scottish family name? Tell me about him. Re Griechenland - Ein Teil meiner Familie ist griechisch. One time in Greece, about a dpozen of the family hired a minibus and driver to take us on a tour. Some of the family were "night birds" and did not get out of bed until noon the next day. Others were "early birds" and ready very early for breakfast and to leave. Chaos.

0 prince Matecki 02.02.2013, 15:48 Uhr

Gutes Beispiel für die...

Gutes Beispiel für die Problematik ist das Bild von Nicolaes Berchem "Landschaft mit stillender Bäuerin und Bauer" in der National Gallery London, gemalt wohl 1658, bei der man (angesichts der Farbgebung, die eher Abendlicht suggeriert)prüfen müsste ob die graue Kuh im Hintergrund nicht Übermalung eines Esels ist. Im nämlichen Fall wäre es natürlich ikonologisch klar eine "Ruhe auf der Flucht nach Ägypten", und kein Genrebild. Wobei die Anpassung durchaus vom Künstler selbst im Hinblick auf den Verkauf (Katholik als kunde versus Reformierter) passiert sein kann! Link zum fraglichen Bild: http://ichef.bbci.co.uk/arts/yourpaintings/images/paintings/ng/large/ng_ng_ng1006_large.jpg

@fionn Ich weiß nicht wie...

@fionn Ich weiß nicht wie glücklich der Don mit dem Titel Country Gentleman wäre ;-) @perfekt57 Ich würde eine Differenzierung bei der Art der Eitelkeit machen. Es macht einen Unterschied, ob die Eitelkeit gebietet sich vollständig dem Zeitgeist anzupassen oder damit ein gewisser Stolz auf den eigenen Geschmack gemeint ist. Und was die leeren Landschaften angeht - ich glaube ja, dass der Masterplan unserer furchterbaren Familienministerin darauf abzielt uns alle zurück aufs Land zum Gebären zu locken.

0 prince Matecki 02.02.2013, 15:56 Uhr

Sehr geehrter Tiger, lesen...

Sehr geehrter Tiger, lesen Sie es selbst, ich habe in der Tat bereits seit Jahren die Manesse Ausgabe der Fontane Bücher über den Krieg 1870/71 wie auch (in einer anderen Ausgabe) die beiden Bücher "Kriegsgefangen" und "Aus den Tagen der Occupation". Sehr interessante Lektüre die beiden letzteren, während die Kriegsbücher (ich habe auch die über 1864 und 66) militärhistorisch interessant sind, aber manchmal etwas formelhaft heroisierend: "... und jeder der ihn hinsinken sah, wußte dass er zu Tode getroffen war" Also herzlichen Dank für ihr Angebot, aber als Halb- und Musspreuße sowie Offizier ist dieser Bereich bei mir gut vertreten.

@ DA. Eigentlich könnte...

@ DA. Eigentlich könnte Sizilien gefährlich sein - seit der Krise ist die Kriminalität (insb. Mugging ) in den letzten Jahren in der Schweiz merkbar gestiegen.

0 Der Tiger 02.02.2013, 16:05 Uhr

@Savall - Da hatte ich...

@Savall - Da hatte ich offensichtlich viel Glück. Ich habe nur 60 Euro für die vier Manesse Bändchen gezahlt - einschließlich den Brandenburger Wanderungen, drei Bände Antiker Komödien aus der Winkler Weltliteratur im Dünndruck, der drei Kritiken von Imammanuel Kant als Jubiläumsausgabe, noch ein paar weitere Bücher und einer 10 cm großen Sokratesbrüste aus Marmor. Gegen den gesamten Platon habe ich mich aber dann doch entschieden. Ich habe nur zwei Bände billigster Qualität mit meinen Lieblingsstücken. Die wollte ich nicht durch eine funkelnagelneue ungelesene Nobelausgabe verdrängen.

0 donalphonso 02.02.2013, 16:11 Uhr

Icj glaube, für das Mugging...

Icj glaube, für das Mugging nimmt man eher leichte Leute und weniger die Betonierer vor dem Herrn.

0 antagonist 02.02.2013, 16:14 Uhr

Entzauberung der...

Entzauberung der Landschaft. Der absolute Hype in der Landschaftsdarstellung war das Photographieren der Landschaft mittels Surveyor im Aeroplane im WW I. Beide Seiten versuchten sofort daraufhin eine leere Landschaft zu suggerieren, Mimikry per camouflage. Mit den heutigen Drohnen und dank Google earth ist dies von vornherein ein aussichtsloses Unterfangen. Krieg führt demnach augenfällig zu Nihilismus.> Walter Benjamin.

0 homobulla 02.02.2013, 16:17 Uhr

@prince Matecki Dass in den...

@prince Matecki Dass in den Landschaftsbildern natürlich allegorische verborgene Sinnschichten enthalten sind will ich gar nicht bestreiten. Ob diese aber unbedingt nur historisch/religiösen Bezug haben, und nicht vielleicht auch andere z.B. Vanitas-Gedanken transportieren, bleibt eine andere Frage. Schwer auch festzulegen, wo Symbolik beginnt und an welcher Stelle Komposition endet. Darüberhinaus findet man als Betrachter natürlich auch gern das, wonach man sucht...

Oops! Da ist wohl was...

Oops! Da ist wohl was technisch schiefgegangen. Der erste Absatz sollte so lauten: Ja, ja, aristius fuscus, ich weiß das sehr wohl. Aber Sie müssen zugeben, daß es sehr gewöhnungsbedürftig ist. Ich bin ja der Meinung, daß die gesamte griechische Kunst mit ihrem lächerlichen Anthropomorphismus gnadenlos peinlich ist. Irgendetwas wie die Puppen aus dem Kadewe. Einfach lächerlich, so wie die Griechenseligkeit des ganzen 19. Jahrhunderts. . Sizilien wäre außerordentlich erfreulich, Don Alphonso. So goethe- und leopardenmäßig.

0 homobulla 02.02.2013, 16:39 Uhr

@ prince Matecki Das ist...

@ prince Matecki Das ist offensichtlich die Flucht nach Ägypten, selbstverständlich. Aber hier?: http://noslides.com/images_collect/1651-rembrandt-view_of_bloemendaal.jpg Ich sehe hier das Portrait einer Landschaft. L'andschaft pour l'andschaft :-)

Ein echtes Schnäppchen, Der...

Ein echtes Schnäppchen, Der Tiger. Ich hab 60 nur für die vier Manesse-Bände gezahlt und das war schon günstig. . "Ruhe auf der Flucht" ist auch so ein Bilderdauerthema, prince Matecki. Wöre übrigens interessant, so eine statistische Gliederung. . Lithgow ist der geniale Reisende, Fionn. Er will eigentlich nicht weg und fühlt sich allenthalben unwohl. http://en.wikipedia.org/wiki/William_Lithgow_%28traveller_and_author%29

What I mean is: It's not...

What I mean is: It's not necessary to give Robert De Niro props for bumping Harvey Keitel off that rescued Jodie Foster. But most of the lovely Ladies and Gentlemen here know that. . Landleben: Ich habe im Waldviertel (Österreich) ein Haus aus dem 17 Jhd. mitten im Wald erworben. Eine ehemalige kleines Rasthaus an einem Gebirgsbach. Es war in einem schlimmen Zustand und ich habe es jahrelang peu à peu behutsam renoviert. Es ist dort arg einsam. Nach zwei Wochen wird man seltsam. Aber es ist dort wunderschön. Etwas in mir ist dort zuhause.

Das ist meine Ausgabe,...

Das ist meine Ausgabe, Fionn: http://www.mare.de/index.php?article_id=1574

@prince Matecki, Esel...

@prince Matecki, Esel übermalen, wer macht denn sowas. Für eine Flucht nach Ägypten ist der Bub doch auch schon viel zu gross und von einer Stillerei kann ich da auch nichts entdecken. Ich denke ja, es geht um die Symbolik des Instrumentes, und wieder ein neues Wort gelernt: Hurdy-Gurdy: http://www.youtube.com/watch?v=qUpRAe7Nd24

0 antagonist 02.02.2013, 17:13 Uhr

Aus dem Feuilleton der...

Aus dem Feuilleton der heutigen Ausgabe der FAZ: "Ware und Wahrheit" Doch gefälscht? In Italien wurde der Modiglinai-Kenner Parisot verhaftet. v.Stefan Koldehoff

0 aristius fuscus 02.02.2013, 17:25 Uhr

Da werden wir wohl kaum...

Da werden wir wohl kaum zusammenkommen, lieber Savall. Ich finde die griechische Kunst -vor allem wenn sie bunt und fröhlich daherkommt- so ziemlich das beste, was das Abendland hervorgebracht hat. Das gilt vor allem für die Literatur, aber auch die Bildhauerei und sogar die Musik (soweit man sie rekonstruieren kann) hat mir einiges zu sagen. Ich kann Sie aber verstehen, jeder hat so seine Hassepoche. Bei mir ist es die Gotik, dieses verdrechselte, diese deprimierenden Figuren, das schreit für mich geradezu nach einer Stange Dynamit.

0 donalphonso 02.02.2013, 17:26 Uhr

WAAAAAS? Modigliani gab es...

WAAAAAS? Modigliani gab es wirklich? ich dachte, das wäre eine Kunstdruckmarke für Zahnärzte.

0 donalphonso 02.02.2013, 17:28 Uhr

Hier übrigens auch im...

Hier übrigens auch im Netz: - http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/modigliani-faelschung-ware-und-wahrheit-12047498.html

Es wird übrigens demnächst...

Es wird übrigens demnächst ein schönes Buch zu "Taxi-Driver" erscheinen, x. Hab schonmal einen Blick drauf werfen können. (Unsereins hat manchmal Privilegien.) . You talkin' to me?

@ Savall In fact, in the past...

@ Savall In fact, in the past 3 years I have only bought 2 books, both about economics - "Schweizer KMU" in 2010, and "Wirtschaftswunder Schweiz" in 2011. In 2012 I didn't buy any book but I regularly read a lot on stock markets in the media (printed and online). My mother made a lot of money by buying shares in de-nationalized industries in the UK and when Germany and Switzerland followed a few years later with the same scenarios, I bought shares in German and Swiss privatisations. Economics and Accounting were my main subjects at university. P.S. I also like G.B.'s Economics Blog.

0 donalphonso 02.02.2013, 17:59 Uhr

Ich habe heute in vier...

Ich habe heute in vier Neuerwerbungen geblättert, Jorge Amado, Andrea Camilleri, Marcello Mastroianni und Juan Gabriel Vasquez, und alles war voll mit Sex, gesprächen darüber und Ausssagen über Männer und Frauen, die auf den Scheiterhaufen der Feminististinnen gehören.
.
Kurz, ich habe mich gut unterhalten.

0 prince Matecki 02.02.2013, 18:04 Uhr

Peter Paul Rubens und...

Peter Paul Rubens und Rembrandt Harmensz van Rijn sind Sonderfälle, vermutlich malten sie Landschaften eher für sich, beide waren aus unterschiedlichen Gründen nicht sehr "markt-abhängig" mit ihren Gemälden. ( Rubens produzierte Fabrik- mäßig und malte vollständig eigenhändig entweder für Kunden die exorbitante Preise zahlen konnten oder für seine Frau und sich, Rembrandt verkaufte für ein kleines Atelier genug und hatte die Radierungen als Basisfinanzierung, dazu den ein oder anderen großen Auftrag, auch er malte Landschaften wohl eher für seltene Kenner und vielleicht auch für sich). Demngegenüber mussten die anderen Maler der Epoche vom Verkauf der Standards leben. Ein Sonderfall vermutlich Vermeer, mit seinem kleinen Oevre, den Stadt- bzw Straßenansichten. Später Ruisdael (bzw die Sippe) konnten dann schon von Landschaften, teils dramatisch mit Gewitterwolken aufgeladen, recht gut leben. Dafür wurde Ruisdael auch schon früh gefälscht.

0 amtagonist 02.02.2013, 18:12 Uhr

DA@: Die von Ihnen erwähnte...

DA@: Die von Ihnen erwähnte Kunstdruckmarke für Zahnärzte ist eine echte Kunstdruckmarke für Zahnärzte. ** Der magische Realismus des (Ab-)Bildes: Auf einer öffentlichen Agitationveranstaltung der Bolschewiki unter freiem Himmel während der Revolutionszeit, ist W. I. Lenin auf einem Photo zu sehen. Etwas unterhalb des Rednerpultes der Schöpfer der Roten Armee, Leo Trotzki. In der Stalinära war diese Bild auch in den großen historischen Werken der UdSSR nur noch retouchiert ohne Trotzki zu sehen. Auch in allen Bibliotheken waren ältere Exemplare nicht mehr aufzufinden. Wer seiner Erinnerung dennoch mehr traute und die damnatio memoriae nicht mitmachen wollte, dem wurde mit Genickschuß aufgeholfen. Wir haben fertig.

0 antagonist 02.02.2013, 18:21 Uhr

Raffael, Michelangelo, P. P....

Raffael, Michelangelo, P. P. Rubens, F. Goya malten/produzierten ebenfalls am Stück und geschnitten quasi fabrikmässig für den schönen Schein. Die Nachfrage war enorm. Allein schon aus propaganamässigen Befürfnissen der honnetten Potentaten. Einen Reynolds können sie in jedem fashionablen Castle finden. Dem Mann müssen die Finger abgefallen sein, wen er das Alles allein geschaffen haben wollte.

0 prince Matecki 02.02.2013, 18:24 Uhr

Die Größe des Jesusknaben...

Die Größe des Jesusknaben kann man übrigens kunstgeschichtlich nicht als Argument nehmen, es ist ein alter ikonoligischer Topos seit der Buchmalerei des Mittelalters dass der Jesusknabe größer ist als es einer realistischen Darstellung eines Neugeborenen in den Proportionen zu den Erwachsenen entspräche. Angesichts der Bedeutung des Erlösers geht zu klein halt nicht. Das geht so über die Altartafeln im 14. / 15.Jh bis zur Malerei des seicento, erst langsam emanzipiert sich der realistische Blick von der ikonologischen Tradition. Aber wir bewegen uns von Landlust zum kunstgeschichtlichen Proseminar.

Savall, . vergeben und...

Savall, . vergeben und vergessen. . Sie scheinen Bücher zu mögen. Ich hab' mir vorgenommen, Prousts "Auf der Suche der verlorenen Zeit" ENDLICH zu lesen. Suhrkamp. Ich habe eine recht schöne Taschenbuchausgabe davon. (Manet ist vorne drauf.)

0 antagonist 02.02.2013, 18:42 Uhr

Weltkulturerbe. Aus der...

Weltkulturerbe. Aus der ****schen Expertise, eines jungen, eminent klugen Wilden der Kunsthistoriker-Szene des 21. Jhdts., ist zu entnehmen, dass die Dresdner Raffael-Madonna, lediglich dem Umfeld Raffaels, wenn überhaupt, zuzuschreiben ist.

0 antagonist 02.02.2013, 18:49 Uhr

prince Matecki@: Kunst und...

prince Matecki@: Kunst und Landlust ergänzen sich halt auf´s trefflichste. Nur Kenner wissen das schätzen. Sie haben die byzantinische Ikonographie leider nicht erwähnt. Gerade der Byzantinismus feiert im heutigen Europa fröhliche Urständ.

0 Dreamtimer 02.02.2013, 18:52 Uhr

"Auf einer öffentlichen...

"Auf einer öffentlichen Agitationveranstaltung der Bolschewiki unter freiem Himmel während der Revolutionszeit, ist W. I. Lenin auf einem Photo zu sehen..." . Wo Sie ihn gerade erwähnen - hier ein Bild von ihm, gemalt von einem besonders eitlen, alten Sack der gerade Geburtstag hatte: . http://tinyurl.com/cgmrss6

0 homobulla 02.02.2013, 19:24 Uhr

@prince Matecki schön so ein...

@prince Matecki schön so ein kleiner Parforce-Ritt mit Ihnen durch die Landschaft des 17. Jahrhunderts. Jetzt klappe ich mein Apple-Diptychon aber erst mal zu und verabschiede mich.

Sie sollten den Erwerb eines...

Sie sollten den Erwerb eines dritten Buches ins Auge fassen, Fionn. Wenn es der Lithgow nicht sein soll, dann aus dem gleichen Verlag der "Atlas der abgelegenen Inseln" von Judith Schalansky. Ein Buch, das ich allen empfehle, die sich nicht wehren können. Der Ausgewogenheit halber noch einige Empfehlungen des Galiani-Verlags: "Der waghalsige Reisende" von Bruno Preisendörfer und "Grrrimm" von Karen Duve. . Sie haben zweifelsohne recht, x. Allerdings bin ich bei Proust über "Swann" noch nie hinausgekommen. Aber es braucht wohl noch Herausforderungen für die Zukunft.

Wenn wir schon mal bei...

Wenn wir schon mal bei hoellaendischen Malern des 17ten und 18ten Jhdt. sind. Die Hollaender hatten auch auf diesem Gebiet eine feine Nase fuer Geschaeft und Klientel. Im letzten Drittel des 18ten Jhdt. fiel eine kleine Rotte niederlaendischer Malersmaenner in Italien ein, die nach dem Geschmack ihrer heimatlichen Kundschaft recht drastische Genrebilder fertigten. Sehr beliebt waren Raeuberszenen, diskret angedeutete Strassenhuren, Trinker und Strassenkoeter. Nicht jeder emporgekommene und zu einigem Wohlstand gelangte Hollaender wollte sich an religioesen, oder pseudoreligieuser Erotik (Susanna im Bade z.B.) delektieren, denn der Realist will Realistisches an der Mauer haengen haben. Feinsinn war nicht die Art jener Kunstfreunde, aber gut gemalte Bilder (somit Kunst) wollte man schon gerne herzeigen. Es durfte auch schon mal etwas teuer sein. Es war war der andere Kunstmarkt. Wenn ich es recht erinnere nannten sich diese Kuenstler, handwerklich sicher hochklassig, Il Bombicianti. Leider ist mein Buchbestand in unserem Haus sehr fragmentiert gelagert, so konnte ich auf Schnelle den Katalog nicht finden. Sicherlich mag es eine marginale Kunstrichtung gewesen sein, eine ertragreiche war sie sicherlich.

0 Der Tiger 02.02.2013, 20:10 Uhr

Sehr geehrter Prinz...

Sehr geehrter Prinz Matecki! Schade, ich hatte die vier Manesse Bändchen extra für Sie gekauft, weil ich mich dafür bedanken wollte, dass Sie mich ermutigt haben, etwas zu kaufen, was ich nicht unbedingt brauche. Jetzt besitze ich einen dicken Kant in lateinischer Schrift, denn den weniger vollständigen, den ich mir secondhand zu Unizeiten leisten konnte, war in deutscher. (Aber ich hätte mir natürlich denken können, dass ein belesener Offizier die schönen Manesse Bändchen schon hat). . Ich gehe sehr gerne ins Frans Hals Museum in Harlem. Die Bilder da sind 16.Jahrhundert und haben wenig mit Religion zu tun. Am besten finde ich die Gemälde des Aufsichtsrats des Armenhauses. Die hatten damals vor der Quotenreglung einen weiblichen und einen männlichen Aufsichtsrat. . Einmal war ich in einem Nobelrestaurant in Luxemburg. Am nächsten Tisch saßen 10 Holländer, Kaufmänner oder Banker oder so. Ich habe mich köstlich amüsiert die 10 Holländer zu beobachten. Die sahen aus und flüsterten miteinander, wie auf einem Bild von Frans Hals.

Aha, Filou, holländische...

Aha, Filou, holländische Tomaten gab es also auch in früheren Jahrhunderten. De Gouden Eeuw liegt immer im Auge des Betrachters.

0 prince Matecki 02.02.2013, 20:14 Uhr

In der Tat, Filou, das waren...

In der Tat, Filou, das waren die bamboccianti, allerdings müssen wir sie etwas früher ansetzen, von 1625 bis zum Ende des Jahrhunderts, ein Phänomen wie die "Utrechter Italianisanten" und die "Frankenthaler Malerschule". Zu den Bambocchianti siehe: http://en.wikipedia.org/wiki/Bamboccianti da ist das gut erklärt. Sie überschneiden sich mit einer anderen flämischen Malergruppe in Rom, den Bentvueghels. Witzigerweise gehen einige moderne Kunsthistoriker davon aus, das (nach guten dokumentarischen Unterlagen) nicht alle der Maler aus diesen Gruppen tatsächlich in Rom waren und dort gemalt haben. Teils haben sie sich wohl von den Rückkehrern berichten lassen und deren Stil / Sich- / Malweise kopiert. Aber das wird dann schon sehr speziell. Darüber schreiben Studentinnen der Kunstgeschichte ihre master - Arbeiten!

Aber ich bitt, prince Matecki,...

Aber ich bitt, prince Matecki, wir sind doch hier hoffentlich oberhalb des Master-Niveaus. Ich würde übrigens gern nochmal auf die sozialgeschichtlichen Aspekte des gouden eeuw zu sprechen kommen. Warum also haben de heeren zeventien und artverwandte sich so sehr für die Kunst interessiert?

Genau da hänge ich auch,...

Genau da hänge ich auch, Savall, in Swanns Welt. Man braucht schon sehr viel Zeit und Muse um sich dem hinzugeben, trotz aller sprachlichen Kunstfertigkeit, die einen immer wieder bei der Stange hält. Ich hatte nach meiner Studienzeit eine richtige Aversion gegen alles Papierene, das hält teilweise noch an. Die Musilsche Art der Durchdringung der Welt ist scheinbar nicht so meins und ich lese Prosa nicht besonders gerne. Geisteswissenschaftliches lese ich lieber. Das Visuelle als Träger für Information ist mein Ding. Ich habe beruflich mit Kunst zu tun, alter und neuer, wobei ich die intellektuelle Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst präferiere.

Doch, lieber princeMatecki,...

Doch, lieber princeMatecki, dass die Brueder voneinander abgemalt haben, glaube ich gerne. Kann man es das journalistische Prinzip in der Malerei nennen? Die Personnage war ueberall zu finden, die Kleidung brauchte man nurentsprechend zu variieren, die Themen fand man schwerverwundet oder gar tot auf der Strasse. Im Zweifelsfall schaute man kurz ueber die Grenze, da war, besonders in meiner Gegend, die Hoelle los. Alles in allem muss man feststellen, dass eine zutiefst buergerliche Gesellschaft, wie die niederlaendische, der Kunst jeglicher Art viele Freiraeume ermoeglichte. Das damit auch eine inhaltliche Nivellierung einher ging, tja das sieht man Kulturgeschehen heutiger Tage. Die Herstellung von Kunst blieb elitaer, der 'Verbrauch' derselben fand und findet rez-de-chaussee statt. . Savall, die Hoellaender sind erstklassige adopters. Sie aber auch sehr faehig gute Ideen weiterzuentwickeln. Spanische Tomaten, nach hoellaendischen Prinzipien gezogen, sind noch viel schlechter als jene von denen. Sizilianische Tomaten gibt es hier leider nicht. Das ganze Jahr lang schon. Das Goldene Jahrhundert, lieber Savall, fand auch in Frankreich statt. Die Hollaender waren in jener Zeit der Lieblingsfeind des von mir sehr bewunderten Louis XIV.

0 Der Tiger 02.02.2013, 22:18 Uhr

@Savall – dazu habe ich eine...

@Savall – dazu habe ich eine sehr simple Erklärung: die Landschaft hier ist eintönig flach, das Wetter grau in grau für Monate. Wenn man das für ein paar Jahre mitgemacht hat, schmückt man sein Haus mit Tulpen und Bilder (und Kerzen), um nicht depressiv zu werden.

Vor kurzem habe ich...

Vor kurzem habe ich spaßeshalber einen Maler gefragt, warum er da ein Baum hingemalt hat. Er tat es weil er noch etwas grüne Farbe übrig hatte, und der kleine Rest sonst eingetrocknet wäre und er sparsam ist. Man könnte jetzt sagen, oh, er thematisiert die Fülle und die Leere. Die Natur, die die Fülle ist und das Ich im Bezug zum Kapital etc. Ja, das war auch irgendwie dabei.

@prince Matecki, ich meinte zu...

@prince Matecki, ich meinte zu gross auch eher im Sinne von zu alt, denn auch ohne Relation zur Mutter ist der Knabe nach Haarwuchs, Körperproportion und Kleidung doch mindestens Zwei. Aber natürlich kann ich mit dem Level an kunsthistorischer und humanistischer Bildung hier in gar keiner Weise mithalten (und manchmal traut man sich ja auch kaum noch was zu sagen, ganz schön einschuchternd das).

Das Leben als...

Das Leben als selbsthuldigender Selbstversuch in "postkulturellen" Zeiten. Vielleicht kommt bei dieser Beliebigkeit ja was heraus. Besser als einem König mit Perücke zu huldigen. Mit diesen besinnlichen Worten und mit den Gedichten von Meret Oppenheim ziehe ich mich jetzt in meine Gemächer zurück.

0 Folkher Braun 03.02.2013, 02:11 Uhr

Beste der Tiger: Fahren Sie...

Beste der Tiger: Fahren Sie einfach mal ´raus zum Botleg. Da haben Sie das pralle Leben. Die Ortsveränderung von Gütern weltweit in genormtem Kisten. Und für die bulkfreight fragen Sie mal bei Naaktgeboren vor Ort, wie man damit umgeht. gruß fb

@X: "Vor kurzem habe ich...

@X: "Vor kurzem habe ich spaßeshalber einen Maler gefragt, warum er da ein Baum hingemalt hat. ... Er tat es weil er noch etwas grüne Farbe übrig hatte" . Das gibt's auch nicht selten in meinem Metier, der Musik ...und wohl in jeder Kunst, die letztlich zu 90% Handwerk ist (oder sein sollte).

0 homobulla 03.02.2013, 10:08 Uhr

@Savall, ich denke immer noch...

@Savall, ich denke immer noch rund um ihre Frage herum: woher diese Bilderlust der Holländer? Eine spekulative Idee, eher im Ahnungsbereich, als ein kunstgeschichtlich gesicherter Gedanke: . Vielleicht, dass mit der Entwicklung zu einer bürgerlichen Gesellschaft natürlich auch eine Art "Aufklärung" anbrach? Die Lust, die Welt zu entdecken, nicht nur per Schiff, sondern auch in den Dingen und der Welt, die einen tagtäglich profan umgibt. Und daher eben NICHT mehr das ewig repetierte Bibel-Programm der "Flucht nach Ägypten" als Denkvorlage taugte, sondern dass nun ein ganz anderer "Tag" anbrach, in der die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen war. Denn wenn ich mir Rembrandts Radierung http://noslides.com/images_collect/1651-rembrandt-view_of_bloemendaal.jpg noch mal intensiver anschaue: Es ist doch, als säße man mit Rembrandt zusammen auf einer kleinen Anhöhe und schaute auf diese Landschaft. Nein, als säße man IN Rembrandt und schaute mit seinen Augen. (im schopenhauerschen Sinne von 'lesen ist denken mit fremden Gehirn') Vielleicht also öffneten die Künstler den Holländern die Augen? . Und "schauen mit fremden Augen": das mag uns heute ganz normal vorkommen, aber damals? Das war ja im Prinzip schon fast wie Fernsehen. Und erklärt die anhaltende Begeisterung ;-)

0 antagonist 03.02.2013, 10:52 Uhr

Es ist unter bestimmten...

Es ist unter bestimmten Aspekten kein Unterschied zu sehen zwischen einer Segelyacht zu einem auf oberbaierisch-bäuerlich getrimmten, anpatinierten Landhauses. Beide sind der Welt der Sphäre des trivialen Nutzdenkens enthoben. Somit im Eigentlichen völlig nutzlos. Weil nicht mehr der direkten Sphäre des nackten Broterwerbs, der Fron des Überlebens, unterworfen. Gleiches gilt womöglich analog auch für die Kunst. Sobald diese aus den Raum des Magisch-Mythisch-Rituellen heraustritt, wird sie bloßes Dekoelement für die Gefühlslage im Studio oder Wohnzimmer. Museen sind lediglich Orte der Mumifizierung. Alle intellektuellen Verbrämungskünste vermögen diesen inhärenten Hiatus zwischen Transzendenz und Bricolage nicht zu überbrücken. Eine Madonna 14. Jhdt. in einer alten Dorfkirche oder in einem Landhaus macht diesen Unterschied deutlich. Die Avantgarde der letzten einhundert Jahre versuchte sich mittels einer Entgegenständlichkeit eskapistisch dieser mangelnden Existenzgrundlage zu entschlagen.

0 perfekt57 03.02.2013, 11:48 Uhr

"Ich hatte eine richtige...

"Ich hatte eine richtige Aversion gegen alles Papierene, das hält noch an. Die Durchdringung der Welt ist scheinbar nicht so meins" - das geht uns oft nicht anders (*g*) . wobei wir eigentlich keine schwere geburt waren. so mit steckenbleiben im geburtskanal und stundenlangem wehenstillstand. obwohls ja mesitens von da kommen soll.

0 perfekt57 03.02.2013, 12:06 Uhr

"Museen sind lediglich Orte...

"Museen sind lediglich Orte der Mumifizierung". ganz ohne kritik: wer so einen unsinn schreibt, denkt ihn womöglich auch. museen sind orte der erinnerung. solange es noch lebende gibt. (und wo verwesung oder vergehen stattfänden, wäre das beiden und den beteiligten molekülen, welche sich auch bloß zu einfacheren, thermodynamisch niederen formen wandeln, vollkommen wurscht. und auch mumifizierung ist nichts anders. lediglich nach der zeitachse etwas gestreckt.) . schon die literatur reflektiert 1924 via hofrat behrens, das jahrhundertwende-normalwissen von 1907, dass das leben aus kaum mehr als ein paar elemtarbausteinen zusammengsetzt ist: stickstoff, sauerstoff, wasserstoff, ein wenig phospor und ein bißchen schwefel dazu. und grundsätzlich unbelebte materie, wie in museen, kann man nicht muifizieren. auch holz nicht.) . aber nun denn. hier ist das feuilleton. hier kann man nicht tanzen, sondern nur stürzen.

0 antagonist 03.02.2013, 12:24 Uhr

perfekt sind wir an der ironie...

perfekt sind wir an der ironie vorbeigesegelt ;-)ihr kurator.

0 homobulla 03.02.2013, 12:25 Uhr

@antagonist "Museen sind...

@antagonist "Museen sind lediglich Orte der Mumifizierung." Ein erkenntnisreicher Museumsbesuch setzt allerdings auch lebendige Museumsbesucher voraus. Man sollte also sich nicht selber schon komplett intellektuell mumifiziert haben, wenn man sich mal "Rembrandts Augen" borgen will. Sonst erschließt sich da natürlich nichts, egal wie lange man draufstarrt.

0 Dreamtimer 03.02.2013, 12:32 Uhr

"Museen sind lediglich Orte...

"Museen sind lediglich Orte der Mumifizierung." . Wir sprechen heute wohl eher von "kulturellem Gedächtnis" und dort kann man Bibliotheken gleich hinzufügen, über die wir überraschenderweise nicht so scharf urteilen. . Ich vermute das liegt allein daran, dass wir, mit Ausnahme von darstellenden und abstrakten Künstlern, zu denen ich auch Architekten und Designer zähle, gar keine visuelle Intelligenz jenseits dessen ausgebildet haben, was wir schon im zarten Alter besaßen, als uns das Lesen als Kulturtechnik beigebracht wurde. Deswegen erwarten wir, dass wir mit unserem Kindergartenaugen der Kunst gegenüberzutreten und irgendwie ästhetisch von ihr befriedigt zu werden. . "Die Avantgarde der letzten einhundert Jahre versuchte sich mittels einer Entgegenständlichkeit eskapistisch dieser mangelnden Existenzgrundlage zu entschlagen." . Die Avantgarde der letzten 100 Jaher versuchte zu allererst der Entgegenständlichung der Welt durch Wissenschaft und Technik, die auf erfolgreich eingesetzen Konzepten wie Kraft, Energieumwandlung und Entropie/Information beruht, nicht auf der Vermittlung durch Autorität und heilige Familie, eine Erfahrungsmöglichkeit einer solchen abstrakten Welt im Rahmen der bildenen Kunst gegenüberzustellen, die nicht an einen naiven Realismus und eigentlich überhaupt nicht an getreue Abbildungen glaubt. Das Bild wurde auf seine Elemente zerlegt und neu zusammengesetzt. Zweideutig blieb der Status des Künstlers. War er nun romantisches Genie oder Autopilot in einem Entstehungsprozess? Vermutlich eine Mischung aus beidem oder gar das eine wegen des anderen. Der Grund für die absurden Lobhudeleien von Künstlern, wie auch die Bitterkeit, die der ungegenständlichen Kunst entgegentritt habe ich oben schon genannt.

0 perfekt57 03.02.2013, 12:35 Uhr

Es ist unter bestimmten...

Es ist unter bestimmten Aspekten kein Unterschied zu sehen zwischen einer Segelyacht zu einem auf oberbaierisch-bäuerlich getrimmten, anpatinierten Landhauses. Beide sind der Welt der Sphäre des trivialen Nutzdenkens enthoben. . wir würden dem nicht zustimmen.also überhaupt nicht. . die yacht ist nach 30-40 jahren auf dem salzwasser schrott. yacht ist in 99,9% eine nichtkapitalanlage, ist "geldvernichtungsanstalt" - aber womöglich genau deshalb eine so massive investition in die eigene bioraphie. also ein gefühl davon. also in eine ganz typisches stück lebensabschnttsgestaltung, "bestimmt wertvoller solcher!" . während man vom dem landhaus denken kann, was man mag. schon vor und wähend der herstellung: die gehabten vorstellungen, absichten und erfolgten psychologischen projektionen aber viel flüchtiger, als der stein. häuser daher eher "fetisch in abfolge" (bei schwachen, dummen und anfängern), ansonsten "charakterreifungsanlass". und werden vererbt. an aufgeklärten, reifen nachwuchs, der da womöglich auch schon aufwuches - oder neue, fremde gier und reifungsabsicht, fetischannäherung .. . . erfolgreiche und kluge hochbauer kümmern sich daher, wie bekannt, ausschließlich um lage, anmutung und substanz. den "innenbastel" z.b. macht dann schon wieder ihre spießig dummen eigentümer bestens selbst. oder mit hilfe. und wird alle 20-30 jahre der mode unterworfen. ("das war aber gestern, das kann aber heute so nicht bleiben!" - und wie treffsicher das immer erkannt ist!) . daher auch der schritt der persölichkeitsentwicklung beim kohl so groß: vom "blöden pfalzspießer" zum "kanzleramtsbauherrn" (und: gerade dieses baus) war ein weitaus größerer schritt, als ihn die notwendige sozialkonstanz der meisten dummen westviertel überhaupt zu denken können wagen würde ... . (von einer aussöhnung mit mitterrand ganz zu schweigen) (aber genau diese sozialkonstanz - und wäre es teils in verblendung auch - das wichtigste, kann und soll nicht geändert werden.) . a propos: sich mal die kernforschungsanstalt jülich bei google earth von oben angesehen? wie das inzwischen wie ein "extrem mieser spießerbastel von gestern" wirkt? (männer sind doof, ja.) . und ja, die zeit.

0 antagonist 03.02.2013, 13:00 Uhr

Landlust: Das Preisgeld,...

Landlust: Das Preisgeld, welches Thomas Bernhard in einen zerbröselden,, stark patinierten Vierkanthof anlegte, um von dorten seine einsamen Spazziergänge führen zu können.

0 perfekt57 03.02.2013, 13:30 Uhr

evtl. hier scrollen "radium...

evtl. hier scrollen "radium heilt! radium macht schön!" "entdeckungen wollen anwendungen" (brauchen also einen markt) - und bloß keine blockaden! "L’Esprit d’Aventure Nucléaire" http://blog.bessora.fr/?p=4406 (wir sind gegen nichts - nur für intelligenz) (scrollen, wg. der bilder) . "radon ist ein natürlches heilmittel - schon zu beginn des 20. jahrhunderts". http://www.youtube.com/watch?v=TphBGHMEo2E http://www.youtube.com/watch?v=-S8vr27plZs http://www.youtube.com/watch?v=FO6Xq9mJevo . zum glück sind wir alle heute weiter. und ganz ohne vorurteile. oder absichten und gier.

...

(*g*) . -------- . unnütz: Wir meinen, die Höhlenmaler bannten das Tier. Unnütz? --------- homobulla, ich entdecke in letzter Zeit fast nur noch qualitativ herausragende Kunst bei Frauen. Zufall? Selektive Wahrnehmung? Vielleicht. Aber ich könnte willkürlich Objekte zeigen und man wüsste nicht: Mann oder Frau? "Frauenkunst", im abwertenden Sinne, wie früher "Frauenliteratur", das gibt es kaum noch. Sehr gut! Intelligenter Feminismus ist sehr gut! Für den Mann, für die Frau.

Thomas Bernhard: Seinem...

Thomas Bernhard: Seinem Theatermacher war es wichtig, dass am Schluss das Notlicht aus ist. Wir sahen es ihn Wien und waren sehr beeindruckt. Von der Komödie, die ja eigentlich eine Tragödie war.

0 antagonist 03.02.2013, 14:20 Uhr

Raison d´^etre. ...wer sich...

Raison d´^etre. ...wer sich an den allerheiligsten Gütern der globalisierten Nation mutwillig vergreift, dem drohen..... * Im Ernst, ich habe schon einiges an abstrakten Schinken produziert, habe mich mit all den mir selbst angefressenen Theorien der Physik, der Dekonstruktion, der theologischen Hermeneutik, Philosphie, Kunstgeschichte usw. angefüllt. Der Tinnef wurde nicht besser von. Auch nicht vom Lesen des Feuilletons, ich erlaube mir nur das Stichwort W.Spies. Aber es versuch nur mal jemand anständig eine Hand oder einen Kopf zu zeichnen. .. In neinem nächsten Leben komm ich als Kulturwart/beauftragter auf die Welt. Sofern höhern Orts erlaubt. Ja doch, manche sind es schon von Geburt an.

0 homobulla 03.02.2013, 14:36 Uhr

x, ob und wann sich...

x, ob und wann sich herausragende Kunst überhaupt (egal, ob von Männern oder Frauen) in der "Interessengemeinschaft Kunst" durchsetzen kann, ist in meinen Augen eigentlich die spannendere Frage. . Aber vielleicht gefällt es Ihnen ja einfach - um nochmal dieses Bild zu bemühen - durch die Augen einer Frau die Welt zu anzuschauen? Auch, wenn es nicht offensichtlich den Objekten anhaftet. Die Welt immer nur durch den Mann-Künstler reflektiert, ist zwar schön gewohnt, aber ja auch manchmal ein bisschen gewöhnlich.

Wir meinen: Am Anfang war die...

Wir meinen: Am Anfang war die Musik. Aber: Du sollst dir kein Bild machen. Es bleibt schwierig. - Raison d’être ist auch eine Band.

0 perfekt!57 03.02.2013, 14:54 Uhr

während uns immer das...

während uns immer das notlicht beeindruckt. meist sehen wir während aller aufführungen immer nur zu ihm. nichts ist wichtiger. denn die geschichten sind immer gleich. nur das notlicht jedesmal neu. und wärmt die rücken mancher, die in den kulissen stehen. (und die geschichte bekannt: das ausschalten des notlichts war eine massive in fragestellung. daher auch memoriert.) (wobei wir schon immer thomas bernhard ausschalten wollten - damit das notlicht immer aus bliebe) (mit einem fingerschnippen, in gedanken. denn odysseus und athen hatten auch kein lichte zur not) . und intellektueller zurichter an einer prätorianergarde? (schrieben die notwendigen wercke, also warum prätorianer so klug, überlegen, edel, einzigartig, uniform, hübsch, gerade, wundertreu und über alle massen herausragend sind. und wäre es auch nur insgeheim. weil man die die große zahl (der anderen) eben über "die wahrheit, die wirkliche wahrheit, also die des lebens, des staates und der menschen an sich", nun einmal nicht wirklich richtig unterrichten kann. "weil die das eben ja so auch gar nicht wirklich wollen". sondern uns brauchen. in ewigkeit amen." so das prätorianergebet- ) (oder warum die welt über sie hinaus muss. weit hinaus. und weil frauen anders sind.) (preiswert sein ganz glück erkennen) (wobei des der prätorianerkönig erst 20 jahre in sein pensionsalter hinein wirklich ganz begreift. also noch bevor es zu spät ist.)

Rebecca Horn! . Quecksilber...

Rebecca Horn! . Quecksilber im Glassarg. Glänzende pralle Oberflächenspannung zitterte gefährlich schön. . Alle ihre Objekte berühren, zart und hart.

Am Anfang war das Notlicht...

Am Anfang war das Notlicht aus.

0 homobulla 03.02.2013, 15:06 Uhr

@antagonist Wenn selbst das...

@antagonist Wenn selbst das Feuilleton nicht hilft, vielleicht tröstet dann zumindest James Bond: "Good morning, gentleman. ART pollution inspection. We're cleaning up the world, we thought your studio was a suitable starting point." ;-)

0 Dreamtimer 03.02.2013, 15:19 Uhr

"Ich entdecke in letzter Zeit...

"Ich entdecke in letzter Zeit fast nur noch qualitativ herausragende Kunst bei Frauen. Zufall?" . Nun seien Sie doch nicht so verschwiegen, schließlich ist die Befassung mit der Materie Ihr Beruf. . "a propos: sich mal die kernforschungsanstalt jülich bei google earth von oben angesehen? wie das inzwischen wie ein "extrem mieser spießerbastel von gestern" wirkt? (männer sind doof, ja.)" . Sieht für mich genauso aus, wie jedes andere x-beliebige Industriegelände. Was hätten wir erwarten sollen, einen Libeskind-Bau? . "Im Ernst, ich habe schon einiges an abstrakten Schinken produziert, habe mich mit all den mir selbst angefressenen Theorien der Physik, der Dekonstruktion, der theologischen Hermeneutik, Philosphie, Kunstgeschichte usw. angefüllt." . Dem einen bekommt kräftiges und üppiges Essen und er bleibt trotzdem schlank, der andere erleidet eine Bulimie. Was kann man da sagen?

antogonist, sind Sie...

antogonist, sind Sie Maler? Eigentlich stellt sich nur die Frage: Was male ich wie. Alles anderer ist automatisch mit dabei. Es ist bei allen Künsten ein Anfängerfehler zu viel hinein zu packen. (Ich meine mit Anfänger nicht Sie, kenne Sie ja nicht.) Das ist ein wenig wie: "Mammi schau mal, was ich alles kann". Ein Kind, das sich der Liebe, Wohlwollen etc. seiner Mutter versichert. Die Liebe der Mutter ist der Ast auf dem sitzt. (Stark verkürzt dargestellt, dem Raum eines Kommentars entsprechend, es ist viel komplizierter.)

Ich werde mehr auf meine...

Ich werde mehr auf meine Orthographie achten. . perfekt, denken Sie, wir haben heute eine ähnliche Situation, wie sie Thomas Mann im Zauberberg beschreibt. Eine Krankheit der Lunge, die man noch nicht genau beschreiben kann. Eine Ahnung von Unheil, wenn auch anderer Gestalt als dieses braune Gesocks. Ein neuer großer Krieg. Jeder gegen jeden. Ich halte den Zauberberg für ein sehr gelungenes Werk. Es hat mich lange begleitet. . homobulla, ich mag Sie.

0 Dreamtimer 03.02.2013, 15:56 Uhr

"Es ist bei allen Künsten ein...

"Es ist bei allen Künsten ein Anfängerfehler zu viel hinein zu packen." . Ich habe einmal gelesen, der größte Anfängerfehler beim Zeichnen nach Modell besteht darin, zu zeichnen, was man denkt, nicht was man sieht. Eine Zen-Angelegenheit. Ich habe das noch nicht ausprobiert und vielleicht werde ich auch nie die Geduld aufbringen, zu einem mittelmäßigen Maler zu werden. Ich bräuchte dafür schon ein starkes Zuckerle, stärker noch als Mutterliebe.

0 antagonist 03.02.2013, 15:59 Uhr

Dreamtimer: Die Stelle als...

Dreamtimer: Die Stelle als praecaeptor germaniae ist momentan vakant, wie wärs ;-)) Die Lektüre fand ich ganz gewiß nicht zum Kotzen, seien Sie dessen versichert. Nur taugte diese kaum fürs Bildnerische. Selbst Pataphysik ist nicht der Bringer. * x@: Heiteres Beruferaten? Jedoch so viel sei gesagt, für Hobbies fehlte mir die Zeit.

0 homobulla 03.02.2013, 16:38 Uhr

@x Das ist nett! Ich schau...

@x Das ist nett! Ich schau gern mal wieder rein. Für heute sage ich tschüß mit einem Zitat von Kurt Vonnegut, (passt es nicht ganz hervorragend zu diesem wunderbaren Stützen-Blog?): "Hello babies. Welcome to Earth. It's hot in the summer and cold in the winter. It's round and wet and crowded. On the outside, babies, you've got a hundred years here. There's only one rule that I know of, babies - God damn it, you've got to be kind."

0 perfekt!57 03.02.2013, 16:46 Uhr

... denn das fortwährende...

... denn das fortwährende notlicht signalisierte womöglich den fortbestand der normalität. und nur es. bürger und dichter am bürger schon extra. aufgepfropft. (1) . ok, das nicht gerade - aber diktaturen z.b. hätten so gesehen entweder kein notlicht und keinen thomas bernhard, oder immer nur notlicht - dies dafür in schönheit und zwangsweise. das einfach-schmale, billig-funzlige unaufdringliche notlicht der normalität kann deshalb, wie bekannt, auch der hit sein. . (1 - die kleinbürgerliche sichtweise nur, selbstverständlich)

0 perfekt57 03.02.2013, 16:50 Uhr

@dreamtimer - danke für die...

@dreamtimer - danke für die denkhilfe, jederzeit gerne wieder! and lways a pleasure! . (manche behauten anscheinend womöglich in unserem kopf sie hätten aber ein ewiges oder ewigeres leben, als andere; evtl. daher?)

0 perfekt57 03.02.2013, 17:02 Uhr

tippfehler in der patina, wie...

tippfehler in der patina, wie üblich: "preiswert sein glück ganz erkennen. wobei dies der prätorianerkönig erst 20 jahre in sein pensionsalter hinein wirklich ganz begreift. also noch bevor es zu spät ist." . (preiswert deshalb, weil glücklich sein so einfach ist: es braucht lediglich die notwendigkeit des verzichts auf eine männerlebensleistungsbiographie dazu. "bring ihr gleich blumen mit! komm' vor den überstunden heim! arbeite dich nicht krank. sag' sofort die zwei magischen worte "ich kündige", wechsele konsequent, falls es woanders besser ist. verachte die verachter von ausweichstrategien nicht, sondern stimme ihnen zu. aber verändere dich, sobald es zeit ist." die bessere lösung schneller ist doppelter gewinn. nicht ausweichstrategie, man weiß) . (männerüberlebensleistungsbiographie vs. männerlebensüberleistungsbiographie also)

0 Der Tiger 03.02.2013, 17:21 Uhr

@X – Zum Thema Frauen und...

@X – Zum Thema Frauen und Kunst hat mal ein guter Freund von mir, Italiener, gemeint: “Wenn es ums überleben ihrer Brut geht, setzen Frauen ihre gesamte Intelligenz ein. Und mit einer wütenden Löwin in solch einer Situation sollte man sich nicht anlegen, da verliert jeder Löwe und auch jede kinderlose Löwin.”

0 Dreamtimer 03.02.2013, 17:26 Uhr

"Die Lektüre fand ich ganz...

"Die Lektüre fand ich ganz gewiß nicht zum Kotzen, seien Sie dessen versichert. Nur taugte diese kaum fürs Bildnerische. Selbst Pataphysik ist nicht der Bringer." . Oh, ja. Da stimme ich Ihnen zu. Kennen Sie das Buch "The Age of Insight" von Eric Kandel? Ich selbst habe es nicht gelesen, denke aber danach es mir zuzulegen. . "Dreamtimer: Die Stelle als praecaeptor germaniae ist momentan vakant, wie wärs ;-))" . Wo bewirbt man sich denn da?

0 perfekt!57 03.02.2013, 18:08 Uhr

18:26 bei uns - aber die...

18:26 bei uns - aber die stelle ist bereits vergeben. sie kommen zu spät. es tut uns leid. vielleicht in einem der nächsten jahrhunderte wieder.

0 Der Tiger 03.02.2013, 20:54 Uhr

Was mir so zum Thema Schavan...

Was mir so zum Thema Schavan einfiel: . http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/plagiatsvorwurf-schavan-wird-wohl-den-titel-verlieren-12049590.html . Meine Doktorarbeit, Wien 1976, existiert in einem Original und fünf oder sechs Karbonkopien. Mehr konnte man damals mit einer mechanischen Schreibmaschine nicht herstellen Wenn ich mich recht erinnern kann, musste ich die Arbeit mit drei Kopien abliefern. Mein eigenes Exemplar liegt in meinem Bücherschrank und nicht in einem Safe. Eine Kopie habe ich in Kanada weggeworfen und eine liegt in der Bibliothek eines Freundes. . Wenn jemand mir böse will, wäre es ein leichtes, das Original, das in der Uni Wien und die Kopien da mit Texten auszutauschen in denen die Gänsefüsschen weniger genau sitzen. Ich habe die Arbeit seit dreißig Jahren nicht angefasst und wäre nicht in der Lage, zu merken, dass mir fehlende Gänsefüsschen untergeschoben wurden. . Um noch weiter zu gehen, ich kann mich nur vage daran erinnern, was in meiner Doktorarbeit steht. In meiner vagen Erinnerung waren es zwei oder drei innovative Gedanken, keine Meisterleistung, aber ich bekam auch nur “cum Laude” ohne summa. Aber wenn mich heute jemand auffordern würde, die innovativen Ideen meiner Diss. zu verteidigen, käme ich in ernste Schwierigkeiten. Seitdem habe ich auf völlig anderen Feldern gearbeitet und hatte ich viele neue Ideen, von denen mehrere erheblich besser und interessanter waren als die in der Diss. Mein Doktorvater könnte mir auch nicht helfen. Der ist seit 25 Jahren tot. . Summa summarum, wenn mir jemand unterstellen würde ich hätte plagiatiert, würde der Diogenes-Tiger sagen: “Bitte schön, nehmt euch den Titel zurück. Einen Titel, der mich von einer Sekretärin unterscheidet, brauche ich sowieso nicht (mehr).”

0 HansMeier555 03.02.2013, 21:22 Uhr

Lebenslanges Lernen: . Auch...

Lebenslanges Lernen: . Auch wer aussieht wie eine verkniffene Betschwester, kann es faustdick hinter den Ohren haben.

DerTiger, die Gefahr, Sie zu...

DerTiger, die Gefahr, Sie zu verwechseln, sehe ich nicht. . Die Italiener sind sehr elegant im Denken.

0 Folkher Braun 04.02.2013, 00:32 Uhr

Bin gerade dabei, die...

Bin gerade dabei, die Literatur vor 1973, wo ich diplomiert wurde, wegzuwerfen. Hat jemand noch Bedarf für seinerzeitige Politikwissenschaft wie Schwarz und Hobsbawn, Say, Ricardo und Friedrich List? Und einen halben Meter Suhrkamp aus der Zeit? Oder Lastauto- omnibus 1965 bis 1992? Wenn Bedarf dann bitte unter info@trailer-test.de anmelden.

0 HansMeier555 04.02.2013, 07:02 Uhr

@Folkher Braun . Auch...

@Folkher Braun . Auch katholische Pädagogik?

0 antagonist 04.02.2013, 09:35 Uhr

Landlust II Zuück zum Thema....

Landlust II Zuück zum Thema. Ein wundersamer Kasten mit uralter Patina ist das Schlößchen Zwickledt bei Wernstein a. Inn, Oberösterr samt seinem Garten. Hier strichelte sich sein letzter, langjähriger Besitzer Alfred Kubin die Lemuren, Dämonen der stagniernden Untiefen der abendländischen Seele aufs Papier oder setzte sie in Radierungen um. Wer auf "Die andere Seite" gelangen will, sollte schon etwas Zeit mitbringen und sich aus der Mode gekommenen Vehikeln anvertrauen. (Bitte alles auf eigene Gefahr!)

0 prince Matecki 04.02.2013, 09:35 Uhr

Nachdem ich gestern im realen...

Nachdem ich gestern im realen Leben unterwegs war und in der ökumenischen Ansgar-Vesper in St Petri in Hamburg, eine Nachtfahrt durch den Schnee nach Berlin hinter mich brachte, kann ich dann heute wieder mitbloggen. Ja warum waren die Niederländer im "goldenen Zeitalter" so Bilder- verliebt? Weil sie es sich leisten konnten, weil der Bildersturm der Reformation (vorallem im calvinistisch geprägten Bereich) so viel zerstört hatte, man aber nicht nur die Buchstaben haben wollte, deswegen verkauften sich illustrierte Bibelausgaben in den protestantischen Ländern auch so gut! Vielleicht auch weil man an einer Schnittstelle saß, der Handel, der Austausch, die französischen (hugenottischen) Exildrucker, die Forscher und Professoren der Universität(en), aber auch die Wirksamkeit der katholischen untergrundkirche. In Utrecht blieb das kath. Bistum de facto die ganze Zeit über bestehen, man darf so etwas nicht unterschätzen. Auch in England ist die Kunstgeschichte der Ausschmückung von Haus- und "Schrankkirchen" ein eigenes Kapitel, Musiker schrieben anglikanische Kirchenmusik ex officio und katholische privatim (letztere oft nur a capella oder mit Begleitung einer Gambe), und manche Motette auf lateinischen Text ließ sich problemlos sowohl als auch einsetzen. So auch in der Kunst, die Niederlänger (und Flamen, vom in Siegen geborenen Peter Paul war oben schon die Rede) pilgerten nach Rom und kannten dortige religiöse wie weltliche Malerei. Clair-Obscur, Hell-Dunkel, der Siegeszug der durch Caravaggio populär gewordenen Stilistik bis hin zu den Gemälden Rembrandts (und den Radierungen!)(Demokratisierung der Kunst durch Vervielfältigung!)ist ohne diesen Austausch nicht zu denken, dafür saß man damals an zentraler geographischer Stelle. Übrigens wurde Rubens durch Kupferstecher populär, unter anderen Hendrick Goltzius, dessen Rolle bei der Enwicklung des Manierismus ein eigenes Thema wäre. Leider sind einige seiner sehr schönen Stiche nach Rubens nicht im Netz und nur selten im Kunsthandel, auf der Rubens- Ausstellung von 1977 habe ich welche gesehen.

0 Folkher Braun 04.02.2013, 09:58 Uhr

Ja, Marx- Engels Werke, MEW,...

Ja, Marx- Engels Werke, MEW, Dietz- Verlag, komplett.

0 antagonist 04.02.2013, 10:09 Uhr

dreamtimer@: Besten Dank für...

dreamtimer@: Besten Dank für den lit. Hinweis. Hier eine kleine Revanche. http://www.youtube.com/watch?v=Gjy526vPKX ** HM555@: Sie barmherziger Inquisitor.

0 homobulla 04.02.2013, 10:57 Uhr

@prince Matecki Hendrick...

@prince Matecki Hendrick Goltzius, ja, grandios. . Und mein Patenonkel. . http://www.artnet.fr/artistes/hendrik-goltzius/homo+bulla+est-0PGuHtqlng1KRlOAi9E1ZA2

0 Der Tiger 04.02.2013, 11:16 Uhr

@Folkher Braun – Ich würde...

@Folkher Braun – Ich würde Ihnen raten, die Bücher zu behalten. Mein Mann und ich haben uns gestern damit amüsiert, in unserem großen Bücherregal 60cm Regalbreite zu finden um meine neuerworbene Bildung unterzubringen. Mein Mann schlug vor, “TEACH YOUR OWN” von John Holt wegzuwerfen. “Brauchen wir schließlich nicht mehr”, meinte er. Dann haben wir uns aber entschlossen, unserer aller conter-culture Bücher aus unserer Jugend zu behalten. “The whole world catalogue” auf billigem Papier wird unsere Enkel sicherlich einmal zum Lachen bringen. . Bevor jemand jetzt nachfragt, die Krimis wurden ins Gästezimmer verlegt, wo auch ein Großteil der temporären Bestseller auf weitere Leser wartet.

Landleben: Rom, Paris, London...

Landleben: Rom, Paris, London sind Städte. So gesehen lebt man hier auf dem Land. Und dicke Lippe oben an der Spree hat noch nicht mal einen vernünftigen Flughafen. Außerdem haben die mir meinen Mandarina Duck-Koffer auf ihrem Partyflughafen verkratzt.

homobulla, . mein...

homobulla, . mein Patenonkel: . http://www2.arthistory.su.se/plan-l3.htm

0 astroklaus 04.02.2013, 12:22 Uhr

Wer mal ganz unbiblische...

Wer mal ganz unbiblische holländische Landschaftsmalerei vom Anfang des 18. Jh sehen möchte, kann auch in München im Schloßpark Nymphenburg die Pagodenburg besuchen (aus 1716-1719). Als Reverenz an China ist dort nicht nur das ganze Obergeschoß als Chinesischer Salon mit chinesischen Tapeten und Lackmalerei ausgestaltet, nach einem kleinen gedanklichen Umweg ist das Erdgeschoß fast komplett mit holländischen Porzellan-Kacheln weiß-blau versehen (oder doch blau-weiß?) Dort gibt es nicht nur etliche Landschaften ohne Figurinen, sondern auch eine ganze Reihe mit sehr unbiblischen, die eher "zu dem anderen Thema" passen würden...

0 Der Tiger 04.02.2013, 12:40 Uhr

@Folkher Braun – Suhrkamp...

@Folkher Braun – Suhrkamp würde ich sowieso nicht wegwerfen. Die sind - wie immer - auf dem aktuellsten Stand der politischen Debatte: . http://www.suhrkamp.de/buecher/allein_unter_deutschen-tuvia_tenenbom_46374.html

0 antagonist 04.02.2013, 12:48 Uhr

hommobulla@: Sie alter...

hommobulla@: Sie alter Pataphysiker: The man is but a bubble. Isnt it? http://lustik.tumblr.com/post/11059178850/homo-bulla-est-the-bubbles-of-vanitas-still

Das Taxtstand davor ist fast...

Das Taxtstand davor ist fast größer als der Flughafen. Als ich "jetlagig" in so ein popeliges 20. Semester- Politkwissenschaften-Taxi gestiegen bin, fing der Fahrer gleich an, mich vollzuquasseln. Wo ich denn herkomme und ob ich schon auf der Funkausstellung war und blablabla. Als ich ihm erzählte, ich käme aus Novosibirsk und wohne u.a. in München, ging es erst richtig los. Ob ich denn wüsste, wie viel größer Berlin sei usw. Was für eine Nervensäge. Der Preis der ganzen Chose war Euro 32,80. Ich hab' ihm Euro 33,- gegeben. Der Rest war für ihn.

The Whole Earth Catalogue ......

The Whole Earth Catalogue ... den, und all die Underground- und Drogenerklär-Literatur der später Sixties (und den kompletten Hesse) hab' ich ebenfalls bei meinem letzten Umzug 1999 "entsorgt", zumindest den "Catalogue" hätte ich gerne wieder. Aber was sollte man machen: die neue Wohnung war nur halb so groß und da musste vieles weg: 1Komma4 Tonnen bedrucktes Papier. Mein Sohn ist nun auch älter und wenn er mir von seiner jeweiligen momentanen Lektüre erzählt, muss ich so manches Mal sagen: ach ja, kenn' ich. Hatte ich. Hab's aber '99 weggeworfen. Und schon wieder sind die Ragale voll. Gerade heute kam dazu: der neue Henscheid...

0 antagonist 04.02.2013, 13:37 Uhr

"Herbst des Mittelalters" ...

"Herbst des Mittelalters" „Es ist der Name des Goldenden Zeitalters selbst, der nichts taugt. Er riecht nach jener aurea aetas der Antike, jenem mythologischen Schlaraffenland, das uns schon als Schulbuben bei Ovid leicht gelangweilt hat. Wenn unsre Blütezeit einen Namen haben soll, so nenne man sie nach Holz und Stahl, Pech und Teer, Farbe und Tinte, Wagemut und Frömmigkeit, Geist und Phantasie.“ - Johan Huizinga- ** Die Spanier hatten ebenfalls ihr sieglo d´oro.

@x, 12:23 Uhr, den mit den...

@x, 12:23 Uhr, den mit den schmalen Wulsten?

0 antagonist 04.02.2013, 14:15 Uhr

Erasmus von Rotterdam, der...

Erasmus von Rotterdam, der geistige Vorläufer des Goldenen Zeitalters der Niederlande prägte diese inhaltsschwere Formel: Homo bulla est. Damit ist im Umkehrschluß bewiesen, dass E. v. R. selber ein Bubble war.

0 homobulla 04.02.2013, 14:27 Uhr

@ x mein Lieber Herr...

@ x mein Lieber Herr Gesangsverein - ganz schön raffiniert... . @antagonist you've got it! And woman is but a bubble too. . @ Crassus Labium ut dicitur, si est homo bulla

0 homobulla 04.02.2013, 14:47 Uhr

@ astroklaus Oh je, jetzt...

@ astroklaus Oh je, jetzt fangen Sie nicht bloß auch noch mit blauweissem Porzellan an... sonst komme ich gleich schon wieder ins Schwärmen und hab zum Schluss den ganzen Tag verschwatzt. Ich habe einen Delfter Teller (17/18. Jh) mit dem Motiv eines Chinesen in chinesischer Landschaft. Ich suche aber immer noch das passende Pendant: Denn es gibt aus der Zeit auch blauweisse chinesische Teller mit Holländern in holländischer Landschaft. Kein Witz! . Also wenn einer hier im Saal vielleicht zufällig einen Solchen zu verkaufen hätte ... verschenken ginge zur Not auch.

0 Erasmus von Rotterdam 04.02.2013, 15:08 Uhr

@antagonist Ist das...

@antagonist Ist das menschliche Leben etwas anders, als ein Schauspiel, in welchem Jeder in einer besondern Larve auftritt, und so lange seine Rolle wegspielt, bis sein Principal zu ihm spricht: Tritt ab!

0 E.R.Langen 04.02.2013, 15:33 Uhr

"Bei Schießübungen in Texas...

"Bei Schießübungen in Texas ist der amerikanische Scharfschütze Chris Kyle, der bei Einsätzen im Irak mehr als 160 Aufständische erschoss, getötet worden. Laut der Behörde für öffentliche Sicherheit schoss der 25Jahre alte Eddie Ray Routh am Samstagabend auf Kyle und seinen Freund Chad Littlefield, als die ehemaligen Soldaten den Schießstand Rough Creek Lodge bei Glen Rose besuchten." . Und da behaupten ahnungslose Menschen, in den USA seien zuviele Waffen in Umlauf.

George Best aus Nordirland,...

George Best aus Nordirland, der geistige Vorläufer von Paul Gascoigne (England) prägte jene inhaltsschwere Formel: "Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst.“

0 bertholdIV 04.02.2013, 16:29 Uhr

@prince matecki gestern...

@prince matecki gestern abendmesse in st. michael in wien. der priester hat den blasius segen nicht wie ich es aus meiner kindheit kannte mit kerzen gespendet, sondern man konnte vorkommen und es wurde jedem die st. blasius reliquie aufgelegt... zum calvinistischen bildersturm; der hat auch was gutes. wenn sie mal in der oberen pfalz sind, da sind ja ein paar militärplätze, dann schauen's doch mal in st. martin und st. georg rein. beide - sie wissen ja friedrich v und unser verlorener krieg, und recht viel mehr ist ja der residenstadt nicht mehr geblieben - sind ja wieder katholisch, trotzdem hat der bildersturm der basilika minor nicht geschadet. ich würde auch den g-ttesdienst in dieser empfehlen, solange der sehr belesene pfarrer trotz seines alters noch in amt und würden ist

0 antagonist 04.02.2013, 16:50 Uhr

Landlust III Nach 1794 ließ...

Landlust III Nach 1794 ließ die kunstverständige, neuetablierte Prefecture de l´Rhin et Moselle das relativ große Einfamilienhaus Chateau Roettgen (Herzogsfreude) prés de Bonn auf Abbruch versteigern. Der geistl Herr Churfürst Clemens August aus dem Hause Wittelsbach hatte es sich just zum plaisir einige Jahre zuvor bauen lassen (obwol er schon einige von diesen Schuppen in vielen Gegenden seines Herrschaftsbereiches rumstehen hatte). Mit allem Drumunddran u. a. mit einem Saal completemang mit Delfter Kacheln, handgemalt versteht sich, verzieren lassen. Die Delfter Manufacture sitzt heute noch auf ihren unbezahlten Wechseln. Watt fott is fott.

Dank für die vielen Gedanken...

Dank für die vielen Gedanken zur niederländischen Bilderwut. Ich glaube, die Kombination von Wohlstand mit dem horror vacui nach dem Bildersturm könnte es wohl zutreffend beschreiben. Profane Internalisierung gewissermaßen, weil man es öffentlich nicht zeigen durfte.

0 antagonist 04.02.2013, 17:55 Uhr

X@: Waren Sie durch den ...

X@: Waren Sie durch den Länderausgleich (Munic) dermaßen ausgezutzelt? Ihm stand effektiv mehr zu.

0 antagonist 04.02.2013, 17:58 Uhr

Berlin. Die Hauptstadt des...

Berlin. Die Hauptstadt des Konkubinats.

homobulla, . wie aufmerksam...

homobulla, . wie aufmerksam von Ihnen! Wäre Ihnen auch mit französischen Tellern gedient? Es werden Crème brûlée und andere barocke Naschereien serviert.

Jeeves, bei mir ist es...

Jeeves, bei mir ist es umgekehrt, ich lese die Sachen meiner Tochter, die . Der Tiger, auf so einer Hippie-Uni studieren will! Hippies-mit-Gant-Klamotten-Uni. Yale. Ich habe ihr gesagt, dann ist sie nicht mehr meine Tochter. Daraufhin musste ich ihr ihre Bücher wiedergeben. Frauen!

Schlagzeilen online in den...

Schlagzeilen online in den CH-Medien heute Abend: "Obama may authorize preventive cyber attacks". Keep your heads down.

Filou, dickes B., das...

Filou, dickes B., das Lied dickes b oben an der spree immer winter tust du weh und im sommer tust du auch weh. oder so ähnlich. . sucks Zu dem Shice hätte ich mir nicht mal ein Milchshake in den 80ern bestellt. Was soll das sein? Kiez-Lyrik mit Groove? Vorn geht anders. . Ich bin vom Vorübergeh'n der Stäbe so müd' geworden.

0 colorcraze 04.02.2013, 21:34 Uhr

[OT] Am Breitscheidplatz/Zoo...

[OT] Am Breitscheidplatz/Zoo ist es seit Bau des Waldorf Astoria so böig, man sollte ihn in Kap Hoorn umtaufen. Letzte Woche hats mich fast umgeweht.

0 colorcraze 04.02.2013, 21:39 Uhr

homobulla 15:47: Von den...

homobulla 15:47: Von den Tellern mit Europäern als Exoten drauf in Asien (Japan/China) hab ich auch schonmal gerüchteweise gelesen. Vermutlich kommt man als Europäer da aber eher schwer ran, weil die unter den Einheimischen als "Geheimtip" für wirklich ausgefallene Sammelwerte gelten und gern vererbt werden. Halt so wie bei uns auch.

0 colorcraze 04.02.2013, 21:47 Uhr

@Tiger: ich bin ja froh, daß...

@Tiger: ich bin ja froh, daß Sie sich aufgemacht haben, die Bücher zu kaufen. Als ich von der Sache las, waren Sie wohl gerade schon unterwegs, und so konnte ich mir das "unbedingt: kaufen!!" sparen. - Krimis im Gästezimmer paßt. Das ist genau das Richtige, um etwaige Stimmungen ins Gesprächliche zu bringen. - Sonst Dank an prince Matecki, Savall und andere, die so hübsch die niederländische Malerei aufgeblättert haben. Die Frage, warum die Menschen manchmal so bilder(sehn)süchtig sind und manchmal eher genügsam - also so als Kunstinteresse über die Jahrzehnte verteilt - harret aber noch der Gedankensplitter.

zu 22:34, das ist seit 1880 am...

zu 22:34, das ist seit 1880 am Dom zu Koeln nicht anders. Wer Boeen vermeiden will und vom Hbf kommt nimmt das Nordportal, geht still gruessend an den Betenden vorbei [1] und verlaesst ueber das Suedportal das behuetende Gebaeude. Danach links um die Ecke, dann rechts um die Ecke-dann kommt ein Brauhaus. . [1] Rechts hinter dem Hauptaltar ist es schummrig und ruhig. Dort setzt sich der ortskundige Junkie einen Schuss.

0 homobulla 04.02.2013, 22:32 Uhr

@x Französische Teller? Mais...

@x Französische Teller? Mais oui, pourquoi pas. Wenn Gäste kommen lasse ich das gute Geschirr auch immer im Schrank. Aber die barocke Naschereien ... hm ... wie verführerisch. Sicher noch besser als ihr jüngstes Gericht.

0 homobulla 04.02.2013, 22:49 Uhr

@colorcraze Ich finde jetzt...

@colorcraze Ich finde jetzt auf die Schnelle nur ein japanisches Exemplar, der muss jetzt halt mal herhalten. Die chinesischen sind aber noch schöner. Aber die Interpretation einer holländischen Landschaft, die sie nie gesehen hatten, ist doch lustig, oder? . http://metmuseum.org/Collections/search-the-collections/60020077?rpp=20&pg=1&ft=dutch&deptids=6&pos=2

0 Dreamtimer 05.02.2013, 03:42 Uhr

"Dank für die vielen Gedanken...

"Dank für die vielen Gedanken zur niederländischen Bilderwut. Ich glaube, die Kombination von Wohlstand mit dem horror vacui nach dem Bildersturm könnte es wohl zutreffend beschreiben." . Die allwissende WP meint dazu, dass eine regelrechte Kulturindustrie entstand, mit bis zu 70.000 Bildern, die jährlich in Manufakturen hergestellt wurden, in denen ein malendes Proletariat schuftete. Das Bürgertum tat es aus Prestige-Gründen und bla - naja, was Soziologen halt immer zum Bürgertum einfällt. . Die Bilder-Konsumenten, die schon lange tot sind, waren halt nie in einem modernen Sinne jung und kannten folglich auch keine Popkultur oder etwas vergleichbares. Nur Rangordnungskämpfe, Kommerz, Religion und andere düstere Dinge waren ihnen im liberalen Holland gestattet. Keine Parties, obwohl man diese auf den Bildern sieht, keine Drogen für die aufstrebende Handelsnation, kein positives Lebensgefühl, dass aus dem Bewusstsein kultureller und wissenschaftlich-technischer Überlegenheit gespeist wird. Alles viel zu spekulativ und damit der Reputation nicht förderlich. Reich waren sie, aber doch irgendwie arm dran.

Werter Tiger, Sie sind doch...

Werter Tiger, Sie sind doch Ingenieurin oder Naturwissenschaftlerin, wenn ich Ihre Kommentare bislang richtig verfolgt habe, da ist das mit den Anfuehrungszeichen nicht unbedingt so wichtig. Zur Versicherung hier ein aktueller Kommentar in einer der wichtigsten naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften (ohne paywall): . http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/anie.201204076/full . "Identical text appearing in two published documents by different authors need not be an instance of plagiarism. In particular, technical descriptions of a procedure with slightly varying parameter values that is used in research over and over will not be changed from one paper to the next or from PhD thesis to PhD thesis, because there is no academic value in modifying a description already highly optimized with respect to clarity. Such copying of text does not violate the basic rules of academia and doesn’t constitute plagiarism. [...] self-plagiarism is a contradiction in terms." W.F. van Gusteren . Ich nehme an, das kann man getrost auf so ziemlich alle MINT-Dissertationen uebertragen.

0 HansMeier555 05.02.2013, 08:20 Uhr

Was ist denn schon ein bissel...

Was ist denn schon ein bissel Fussball-Betrug gegen die Gründung einer öffentlich-rechtlosen Rundfurzanstalt?

0 Der Tiger 05.02.2013, 09:14 Uhr

@colorcraze – Ich denke...

@colorcraze – Ich denke nicht, dass ernsthafte Stürme in Berlin zur Kenntnis genommen werden. Da sind doch mittlerweile alle unter Muttis warme Bettdecke geschlüpft. Wenn sich irgendwo in der Welt ein Gewitter zusammenbraut, ziehen die Herren und Damen in der Bundeshauptstadt diese schöne warme Decke über die Ohren und warten gemeinsam darauf, dass das Unwetter vorbeizieht…. ohne Ihnen zu schaden.

0 antagonist 05.02.2013, 09:16 Uhr

Anpatinierte Verhältnisse,...

Anpatinierte Verhältnisse, gefürstete Bigamie mit Luthers Segen. So es denn die Politik notwendig machen tut/täte. http://www.welt.de/kultur/history/article1348291/Die-Geschichte-einer-fuerstlichen-Bigamie.html

Keine Patina in Genf, sondern...

Keine Patina in Genf, sondern Vandalismus. http://www.tdg.ch/

0 hansgeier333 05.02.2013, 10:56 Uhr

klar, fionn: some stupid with...

klar, fionn: some stupid with a flaregun... http://www.youtube.com/watch?v=7mCK05dgwgU

Eine kleine Dickmadam fuhr mal...

Eine kleine Dickmadam fuhr mal mit der Bundesbahn. Dickmadam, die lachte, Bundesbahn, die krachte. Dickmadam die tatscht nun stumm auf dem Handy heimlich rum: „Geduldig warten – wie ´ne Katz` am Bundes-Tischchen wird bald Platz. . Unter Honi, Kohl und Schreiber Lernt´ Madam vom Hockenbleiber. Sie ist oben, trinkt meist Brause. Er tat´s nicht – der arme Krause. . All die Jahre heiter, werkelt Mutti weiter. Die Patina nimmt keiner wahr. Die Kunst heißt Täuschung immerdar.

0 Der Tiger 05.02.2013, 12:06 Uhr

@T.I.M. - Ob ich wirklich MINT...

@T.I.M. - Ob ich wirklich MINT bin, weiß ich eigentlich nicht. Zwar wäre mein Traumberuf, Rektor einer Technischen Universität und ich lese sehr gerne Herrn Appels Technik Teil der Printausgabe. Aber mein erstes großes technisches Projekt war nicht nur deswegen erfolgreich, weil ich state-of-art h/w durchgesetzt, ein elegantes Design gemacht und eine state-of-art Datenbank gebaut habe, sondern weil ich verstanden habe, wie man Nerds und Nerdmanager dazu kriegt, im Team erfolgreich h/w und s/w zu entwickeln. . Dafür bin ich gut bezahlt worden, weswegen es mir völlig egal sein kann, ob ich einen Dr. habe oder nicht (im Pass steht der sowieso nicht, weil mir ein Antrag im kanadischen Konsulat seinerzeit zu teuer war).

...

homobulla, . http://www.lyproli.de/gegenwind/dok_kuerzel03.html . Raison d’être .

Die Geschichte des...

Die Geschichte des Verkehrsfunks ist eine Geschichte voller Missverständnisse, HansMeier555.

Karslruhe, 9:35 Uhr, bewölkt ...

Karslruhe, 9:35 Uhr, bewölkt - die Friseur sitzt. Berlin, 14:42 Uhr, nebelig - die Friseur sitzt. Hamburg, 23:55 Uhr, heiter - die Friseur sitzt.

Senoirenliteratur: Patina...

Senoirenliteratur: Patina Gespräche

Der sehr geschätzte Gastgeber...

Der sehr geschätzte Gastgeber hat die richtigen geistigen Links gesetzt. Links, zu dem was Qualität hat und Links zu dem was eigentlich wichtig ist und wie ein geglücktes Leben aussehen kann. Die amüsante, vergnügliche und lehrreiche Konversation der Anwesenden erwies uns zusätzliche Dienste. . Bruscon: "Wie gesagt, in meiner Komödie hat es am Ende vollkommen finster zu sein, auch das Notlicht muß gelöscht sein, vollkommen finster, absolut finster. Ist es am Ende meiner Komödie nicht absolut finster, ist mein Rad der Geschichte vernichtet…“ . Thomas Bernhard, Der Theatermacher .

0 colorcraze 05.02.2013, 21:27 Uhr

@Tiger: mit „Stürme nicht...

@Tiger: mit „Stürme nicht mehr zur Kenntnis nehmen“ mögen sie recht haben, denn was ich im innersten Bekanntenkreis mitbekomme (wir sind recht fern der Bundespolitik), ist da nur noch das Rudern gegen tägliche Hiobsbotschaften, und tägliche weitere Ausfälle von Leuten, mit deren Erscheinen und Arbeit man eigentlich gerechnet hatte. Wie es halt so ist, wenn die Belegschaft auf Unterniveau abgemagert wird – dann staut sich erstmal alles hoch und höher und einer nach dem anderen klappt zusammen, weil ers nicht mehr mit ansehen kann. (Ah ja, und für die Abmagerung sind die Bayern zuständig. Möge ihnen die Einsicht reifen, daß es in der Art einfach nicht geht.)

0 colorcraze 05.02.2013, 21:30 Uhr

@HM555: wobei ich heute...

@HM555: wobei ich heute räsonnierte, daß doch einfach die Haushaltsgröße wachsen muß. Warum nicht ein Haus (mit 30 Parteien) als GEZ-Haushalt nehmen, es steht ja wohl nicht geschrieben, daß jeder Single in seinem Zimmer einen Haushalt darstellen muß.

0 colorcraze 05.02.2013, 21:36 Uhr

@homobulla: danke, sehr...

@homobulla: danke, sehr lustig! Der Kirchturm ist gut getroffen, die Häuserdächer auch, nur was der Lüftungskamin in der Bildmitte darstellen soll, ist ein wenig rätselhaft. Die Leutchen, nun ja, könnten von überall sein, die sind nicht so wirklich einer Gegend und einem Jahrhundert zuzuordnen.

0 colorcraze 05.02.2013, 21:40 Uhr

@Dreamtimer: reich aber arm...

@Dreamtimer: reich aber arm dran sind doch eigentlich alle Hamster in der Tretmühle. Heraustreten ist nur möglich, wenn man genug Diridari für ein paar Jahre zur Seite hat und sich mit wenig begnügt solang (sich auf das einem Wichtige beschränken). Danach gehts hat wieder weiter in der Tretmühle. Ich fürchte, das ändert sich auch in 1000 jahren nicht.

0 colorcraze 05.02.2013, 21:45 Uhr

@antagonist 18:58: äh, wieso?...

@antagonist 18:58: äh, wieso? Es ist eher so, daß die Stadt Berlin eine Art Viertehefrau unter den Städten darstellt, siehe wikipedia/EN zu "global cities". Es bekommt befohlen von allen Seiten und wird nur herumgestoßen, ohne das Maul aufmachen zu können. Und da in Berlin nach wie vor eigentlich die bundesdeutsche (Jung-)Intelligenz beisammen ist, ist das ein arg kläglicher Zustand.

0 colorcraze 05.02.2013, 21:50 Uhr

[OT] Schwiegermutter war drin,...

[OT] Schwiegermutter war drin, im Café vom Waldorf Astoria. Sie war nicht angetan. "Zu steril, da helfen auch keine Bücherwände". Und Tee ohne alles, dafür kommt 5 Minuten später der Kellner und fragt, ob man noch was will. Was soll man da noch sagen außer "jetzt nicht mehr, danke, es reicht, die Rechnung bitte, ich gehe"?

0 perfekt57 05.02.2013, 21:51 Uhr

mit gewollter patina - an der...

mit gewollter patina - an der heute gerieben wurde? hier der deutschlandfunk heute zu einem 10. jahrestag, 18:40 - 19:00 "Plädoyer für den Irakrieg" http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2000827/ anhören empfiehlt sich, fanden wir, rechts auf der seite button (http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=60444&datum=20130205&playtime=1360086009&fileid=3a52d485&sendung=60444&beitrag=2000827&/)

0 colorcraze 05.02.2013, 22:00 Uhr

@antagonist 17:50: irgendwo im...

@antagonist 17:50: irgendwo im Märkischen bekam ich mal einen Küchenkeller zu Gesicht mit Delfter Kacheln. Die müssen seinerzeit enorm verbreitet gewesen sein. - Immerhin betrieben sie scheints kein scharfes Inkasso, wie es ein als in Deutschland als Wanderhandwerker tätiger Engländer mir mal vor ca. 15 Jahren erzählte: er hatte die Schindeln schon zur Hälfte angebracht, als sich herausstellte, daß $Patron nicht wirklich zahlen wollte. Die nächsten 2 Tage baute er alles wieder ab.

0 colorcraze 05.02.2013, 22:07 Uhr

@perfekt 13:35: zum Mittelteil...

@perfekt 13:35: zum Mittelteil Zustimmung. Ansonsten hat Kohl sich wohl in Bonn ein äußerst 90er-artiges Pavillon bauen lassen zum Wohnen, ein Glaskasten. So durchsichtig, daß "der Rest der Familie" (eh eine Tragödie) es nur mit Vorhängen aushielt (wer will schon 24/7 im Zoo ausgestellt sein). - Die Quälerei der Glaskästen wäre mal ein eigenes Betrachtungsthema.

0 colorcraze 05.02.2013, 22:08 Uhr

Nicht daß es noch viel Wind...

Nicht daß es noch viel Wind machte, aber gerade eben kam http://www.tagesschau.de/inland/schavan274.html rein - jö...

0 colorcraze 05.02.2013, 22:12 Uhr

@Tiger 10:14: die Decke, naja,...

@Tiger 10:14: die Decke, naja, von der merkt man in der Stadt nicht viel, aber es ist ohnehin diejenige, die die ganze Republik bedeckt, wenn nicht sogar die ganze EU. Insofern wirklich nichts berlinspezifisches, sondern das pure "weiter so, denn sonst ist nur Untergang".

0 perfekt57 05.02.2013, 22:38 Uhr

und wer evtl. noch wissen...

und wer evtl. noch wissen wollte, wie sich die patina veränderte, sehe evtl. den aktuellen bericht "n24 firepower usa" an. . man hat den eindruck "ein sehr gut gemachter werbefilm in eigener sache" - gerichtet ans eigene volk, die eben auch wähler. und auch weiterhin das geld geben sollen. . und auch das ziel, "the mission" also und wozu man überhaupt da ist, wie man sie selbst sieht und sich dazu, und wie beides wohl auch in der vergangenheit bislang zustimmungsfähig gewesen: . das die usa eben a. jederzeit und b. an jedem ort der welt zu wasser, zu lande, in der luft, im weltraum und unter der grasnarbe jeden feind und jedes ziel nach ihren eigenen masstäben und einzig-überlegen bekämpfen können (kommt so mehrfach im text). . dies zu zeigen unternimmt der film, wenn man so will, einen parforce-ritt durch alle waffengattungen, -systeme und (begeisterte) dienstgrade - vom einfachen soldaten über den feldwebel bis zum offizier und ex-verteidigungspolitiker. . gleichzeitig sieht man als zuschauer anscheinend aber auch deutlich, wie dringend scheinbar der bedarf nach erklärung. . und präsentation dessen was man hat und kann. wofür also all das geld der bürger und steuerzahler ausgeben wurde. (wobei zivile hilfe anläßlich von unglücken wie fokishima, auf die auch bezug genommen, evtl. durch andere, rein zivile organisationseinheiten, wenn man sie haben wollte, evtl. preiwerter zu habe wäre, als durch eine armee, die ca. knapp 700 milliarden us-dollar pro jahr kostete.) . http://www.n24.de/mediathek/secret-access-superpower-firepower-usa-die-waffen-der-supermacht-1_1583641.html . nettes update also. und wie man dazu stünde, hätte evtl. auch damit zu tun, wie das eigene vermögen sich dazu verhielte, a. aufbauend, weil man zulieferer, am umsatz beteiligt wäre, oder b. sagen wir privatier, evtuelle steuererhöhungen fürchend, resp. nicht-erhalt sonst alternativ möglicher steuersenkungen befürchtend. (und evtl. frage umweltschutz?) . und evtl. auch noch eine frage des geschlechts und zu welchen 51% der menschheit man gehörte, a. männern oder b. frauen - und der je und je grundsätzlichen haltung zu nicht-weiblichen problemlösungen " au nee, noch so ein doofes waffensystem, wann hört denn das endlich auf, wieviel von dem kram haben die denn noch, könen die überhaupt noch was anderes, kein wundner, dass die inzwischen so arm sind?" usw. usf. (wir hörten es so, ja.) . und man achte bei ganzheitlicher betrachtung evtl. darauf, wie anscheinend die aktuellen "transition-efforts" sind: . - ältere sachen werden elektronisch aufgerüstet und weiter verwendet. - es gibt erste hybridantribe , z.b. für schiffe, - der präsident hat, wo möglich, die grundsätzliche verwendung von umweltfreundlichem biodiesel befohlen. - hypermodere, aber noch bemannte neue weltjagdflugzeuge (raptor) kommen verspätet, - an drohnen aber wird vordringlich entwickelt, - die marine bekommt einen eigenen typ midi-size flugzeugträger - usw... . . wie gesagt: sehr informativ. auch alle wichtigen entwicklungs- und erprobungsstandorte in den usa "über alles" werden via google earth aus dem weltraum rangezoomt. "westviertel pflichtlektüre" sozusagen. (gleichzeitig aber natürlich nicht überall ein thema, *g*) . http://www.n24.de/mediathek/secret-access-superpower-firepower-usa-die-waffen-der-supermacht-2_1583647.html . ungefähr. und nie zuvor waren die usa so früh dran mit soviel info (2009, wie z.b. im kommentar erwähnt, ist ja erst gut drei jahre her) - vorbildliche offenheit also. . aber näme das geld ab - und das durchschnittsalter bevölkerung zu, dann täte dies evtl. auch die patina. zunehmen also. (wie bei alten leuten in allen häusern überall ... .)

Liebe Isabella, bevor ich...

Liebe Isabella, bevor ich jetzt mit einer Tonkruke voll heissen Wassers (die Heizung funktioniert noch nicht recht) ins Heiabettchen verschwinde, bereits gelesen Buecher (alte Bekannte, sind ein gutes Schlafmittel) nochmals durchlese, moechte ich mich fuer ihren seelenberuhigenden Beitrag bedanken. . Wenn die Waermflasche schoen warm ist, Der Letzte Calvados getrunken, Und der Monde, der nackerte Oarsch, Sich nicht aus den Wolken heraustraut, Wird es Zeit, sich erholsamen Traeumen hinzugeben. . Bis demnaechst! Hoffe ich doch.

0 Der Tiger 06.02.2013, 08:49 Uhr

@colorcraze – “You can...

@colorcraze – “You can fool some of the people all of the time, and all of the people some of the time, but you can not fool all of the people all of the time.” . Abraham Lincoln

0 hansgeier333 06.02.2013, 09:29 Uhr

Die Schavan muss bleiben! In...

Die Schavan muss bleiben! In Zeiten, in denen das Sitzenbleiben abgeschafft wird, die Kleinschule mit mehreren Jahrgängen in einem Klassenzimmer (wie bei meiner seligen Mutter) propagiert und der Bettscheler im Fernsehen zum Playboy hochstilisiert wird, ist eine Bundes-Bildungs-Ministerin ohne Studienabschluss geradezu ein Muss. Früher haben wir uns sogar mal einen Ökonomie-Professor als Wirtschaftsminister geleistet. Heute muss ein Stabsarzt mit abgebrochener Facharztausbildung dafür herhalten. Und es geht auch. Niveaulimbo sagt der jugendliche Volksmund dazu. Den nächsten holen wir uns vom Bahnhofsklo. Oder von der Gewerkschaft.

0 Der Tiger 06.02.2013, 09:42 Uhr

@X – Der Verkehrsfunk in...

@X – Der Verkehrsfunk in Deutschland hat erstaunliche Fähigkeiten. Einmal haben sie angesagt, dass irgendwo eine Palette auf der Straße liegt. Ich dachte Malerpalette, fahr mal lieber vorsichtig. Zwei Ausfahrten weiter, der letzten vor der niederländischen Grenze, kam ein buntbemalter Hippiebus von der Seite reingerauscht und schnitt in meine Bahn. Wenn ich – meiner Vorliebe nach auf dieser Strecke 220 km/h gefahren wäre - wäre ich auf ihn gedonnert.

Knock, knock! Who's...

Knock, knock! Who's there? It's me, Fi Fi who? Fee....ling lonely Where's DA?

Die Heizung, immer noch nicht...

Die Heizung, immer noch nicht intakt. Dem Monteur haben Sie inzwischen aber eingeheizt?

0 donalphonso 06.02.2013, 13:05 Uhr

Ich möchte hier keine...

Ich möchte hier keine Fieberphantasie abliefern, sondern einen guten Text.

Knock, knock! Who's...

Knock, knock! Who's there? Don Don who? Don...'t go away I'm coming back soon.

0 antagonist 06.02.2013, 13:37 Uhr

Während des (auf-)polierens...

Während des (auf-)polierens alter Patina: "Mit beiden habe ich immer gut zusammengearbeitet." causa 1 Verstoß gegen das Protiokoll in Zusammenhang avec des affaires étrangère. cuasa 2 Eigener Knieschuß von Wehner´schem Format (er drückte es auch drastischer aus).

0 prince Matecki 06.02.2013, 14:34 Uhr

Verehrter Don, gute Besserung...

Verehrter Don, gute Besserung und gutes Gelingen, gerade in Zeiten in denen die Wirklichkeit die Verdoppelung der Satire darstellt.

Der Tiger, da sehen Sie es....

Der Tiger, da sehen Sie es. Immer diese Hippies. Kein Geld für eine vernünftige Navigation aber Bäume auf Autos malen. Typisch Open Source. Saßen Sie in dem Supra? Eine Frau in einem Toyota Supra 3.0 finde ich ziemlich lässig. Respekt! Meine Tochter hat sich jetzt doch umentschieden. "Zum Schluss komme ich noch als promovierte Football-Spielerin und Trägern des renommierten Button-Down-Kragens in Gold wieder", meinte sie. Kluges Mädchen. Yale ist nix, zu sehr Kaderschmiede. Berkeley find' ich okay. Aber eine Europa-Uni wäre mir lieber für sie. Apropos, d i e Friseur war kein Verschreiber, sondern Neusprech-Gendersprache. Trotz meines kleinen Herrenwitzes für HM555, bin ich, was die Television betrifft, eigentlich recht zufrieden. Bei 3sat, arte, ZDFkultur (alle in HD) kann man schon hin und wieder fündig werden. Aber wir Europäer lästern gern, macht ja auch Spaß. Ein vereinigendes Element.

An so einen Kachelofen, vor...

An so einen Kachelofen, vor allem wenn er so schön grün ist, würde ich mal einen Geigerzähler halten. Das kann dann u.U. doch wieder ein bisschen Lust auf Fortschritt machen.

Die Vereine. Was wäre die...

Die Vereine. Was wäre die Deutschschweiz (und Bayern?) ohne Vereinë?

0 antagonist 06.02.2013, 16:11 Uhr

Die deutsche Realsatire als...

Die deutsche Realsatire als solche ist keine. Sie ist dagen bitterernst gemeint und hat einen hochjodelnden Tenor. Diese wird notfalls, ob ihres Glaubwürdigkeitsanspruches auch vor Gericht erstritten. In Zeiten wie diesen, in den selbst hochbegabte Rheoriker mit 25.000 @ pro 45 Minuten Sprechzeit von klammen Stadtwerken entlohnt, by the way, werden dürfen, kann die objektive Realität nicht bizarr genuch sein. Man denke nur an das Herauspauken des von russischem Schwarzgeld gefluteten Zypern.

0 Der Tiger 06.02.2013, 17:25 Uhr

@X – Ich fuhr meinen...

@X – Ich fuhr meinen Classic- Mercedes. Aber heute habe ich mich entschlossen, ihn zu verkaufen. Ich denke ich werde ihn mit einem Celica ersetzen. Ich hatte schon einmal einen, vor 30 Jahren. Aber vorher habe ich vor, Herrn Appel zu fragen, was er von meiner Wahl hält und ob er mir ein anderes Auto empfiehlt (Bei schwierigen Fragen wende ich mich immer an Experten). . Über die amerikanischen Kaderschmieden ärgere ich mich auch. Sie kosten einen Haufen Geld, 200.000 $ für einen Bachelor. Das große Tigerbaby hat einen Mathe Bachelor der TU Delft, das kleine den teureren Mathe Bachelor von Stanford. Beide sind gleich begabt. Einen bemerkenswerten Unterschied konnte ich nicht erkennen. . Man zahlt dafür, dass die Ivy-league Nobelpreisgewinner en masse haben. Diese Nobelpreisträger werden von Europäern bestimmt, die auch an der Reputation von MIT und Stanford teilnehmen wollen, weil ein Nobelpreis an jemanden von Harvard viel besser klingt als einer an jemanden von der weniger bekannten Erasmus Universiteit Rotterdam. (genauso wir Obama ausgezeichnet wurde, obwohl er noch gar nichts geleistet hatte). . Um Rektor einer technischen Universität zu werden, bin ich zu alt und außerdem bin ich nicht habilitiert. Aber etwas für den Ruf europäischer Universitäten möchte ich doch noch tun. Mein Altersprojekt so zu sagen. Vorschläge nehme ich gern an.

Wir wählen den/die...

Wir wählen den/die Best-Dressed-Man/Women. Damit liegt man nie falsch. Gegelte, gefärbte und T-Shirts-unter-Hemden-tragende fallen damit schon mal weg. Und in die obere Jackett-Tasche gehört ein Tuch und Hemdsärmel werden mit Manschettenknöpfen geschlossen. Dass unsere Politikdarsteller Business Style tragen, sagt alles. Sie laufen herum wie die Abteilungsleiter einer Versicherung oder verhinderte Sparkassendirektoren, nicht wie die Vertreter uralter Kulturnationen.

@...

@ fionn: http://www.youtube.com/watch?v=--L0NTzk_jQ

0 Der Tiger 06.02.2013, 19:29 Uhr

@X – Bevor Sie frage, nein,...

@X – Bevor Sie frage, nein, ich habe die Studiengebühren für Stanford nicht bezahlt. Das tat der amerikanische Großvater, der damit erreicht hat, mit seinen europäischen Nachkommen in engem Kontakt zu bleiben. Zur Graduation haben wir ihn nicht nur eingeladen, sondern auch zu Hause abgeholt. Graduation in Stanford bedeutet, dass 3200 junge Menschen und deren Eltern Palo Alto überströmen. Auf Anweisung ihrer Mama hat das Tigerbaby rechtzeitig Hotel und ein passendes Restaurant arrangiert. Da war der 88 Jahre alte US-Großpapa sehr stolz. Er saß im selben Restaurant in dem Clinton ein oder zwei Jahre zuvor den Mathe-Bachelor seiner Tochter gefeiert hatte.

Ich hab auch schon mal an...

Ich hab auch schon mal an einem Ort ein Bier getrunken, an dem ein beruehmter Mensch sein Bier trank. Und zwar BEVOR Bill Clinton zur Malzmuehle [1] kam, und DANACH nochmal. Dann kehrte ich wie immer beim Frueh ein [2]. Wenn ich dann noch laufen konnte, verfuegte ich mich zum Paeffgen [3]. Zu Ladenschluss bestellte der Koebes fuer mich immer einen Kranwagen. . Doktortitel wollte ich nie haben. Hab das Geld lieber versoffen. Das behuetet einen vor ehrgeizigen Schwiegermuettern. . [1] http://www.muehlenkoelsch.de/ [2] http://www.frueh.de/ [3] http://www.paeffgen-koelsch.de/brauhaus/raeume/

Treppenwitz. Es faellt einem...

Treppenwitz. Es faellt einem alles zu spaet ein. Also zum letzten Satz von eben: http://www.hkv-krane.de/

0 perfekt57 06.02.2013, 21:24 Uhr

"Aber etwas für den Ruf...

"Aber etwas für den Ruf europäischer Universitäten möchte ich doch noch tun." . wie wärs damit: in anbetracht der alterspyramide alle unis ins tal des todes stellen, und zwar an eine stelle, an der's besonders schön hallt? und dann immer rufen lassen? also alleine gegen einen kalten wind? . und wer dauerhaft noch etwas etwas für den Ruf europäischer Universitäten tun wollte, sollte dies dann auch noch außenwändig mit hieroglyphen bedecken lassen. also besonders tief eingeritzt. (die werkzeuge dazu beherrschte er schon auch?)

0 Dreamtimer 07.02.2013, 05:04 Uhr

"Aber etwas für den Ruf...

"Aber etwas für den Ruf europäischer Universitäten möchte ich doch noch tun." . Merkwürdiges Ansinnen, die Bedeutung einer alteuropäischen, hierarchischen Institution wieder herzustellen, vorgetragen von einem Tiger, der eben noch anmerkte, wie belanglos für ihn selbst seit jeher diese ganze Titelei gewesen sei. . "und wer dauerhaft noch etwas etwas für den Ruf europäischer Universitäten tun wollte, sollte dies dann auch noch außenwändig mit hieroglyphen bedecken lassen. also besonders tief eingeritzt." . Künstliche Patina für moderne Universitäten. Prächtige, mit Zeichen übersähte Mausoleen aus Gebäuden machen, in denen nie vergangene Geister gelebt haben. Das wäre "Landlust" fürs geistige Europa. Nicht diese optimistischen Funktionsbauten, wie in Jülich, wo wir doch gar nicht mehr ans Funktionieren glauben. Stattdessen vernetzen wir uns und irgendwo im Netz findet dann ein Ereignis statt oder wird bekannt gemacht, dass vielleicht Bedeutung besitzt und sich wieder einholen lässt, wie ein Fischzug. Map-Reduce. . Asemische Hieroglyphen, Zeichen die gemalt werden und keine Bedeutung tragen. Zur feierlichen Eröffnung der ersten Post-Literaten Universität gibt es Ambient-Noise statt klassischer Musik und Schnittchen aus unidentifizierbaren aber doch wohlschmeckenden Materialien. Gelegentlich wird eine KI verpflichtet, mit ordentlichem Feedback statt mit Reputation. Die modische Vorstellung man könne Online lernen wird allerdings strikt zurückgewiesen. Es besteht Anwesenheitspflicht, nur Termine sind nicht bekannt, was auch nicht nötig ist, da Zeit ohnehin überbewertet wird und die Studenten gerufen werden. Es gibt nur ein Hauptfach und ein Nebenfach. Lernen und Unlernen. Gelegentlich werden sie auch vertauscht und dann ist Unlernen das Haupt- und Lernen das Nebenfach.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.