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Der Doktor, der Maserati und der Modigliani

09.02.2013, 20:34 Uhr  ·  Je niedriger das Ross, desto weicher und angenehmer der Fall: Wer nicht nach dem Höchsten strebt, lebt auch ganz gut und bricht sich dabei nicht öffentlich das Genick.

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Um zu gewinnen, muss man erst mal überleben.

Der K. war eigentlich ein feiner Kerl aus gutem Hause. Überhaupt niemand, von den man annehmen würde, er tanzte höhnisch auf anderer Leute Gräbern. Und dennoch schrieb er diesen bösen Satz jemandem ins Internetstammbuch. Um zu gewinnen, muss man erst mal überleben. Der Adressat hatte gerade die zweite Geschäftsidee vor die Wand gefahren, und das Scheitern nicht minder bedeutungsschwanger als Beinahesieg verkauft, wie er schon den Start als Beginn einer neuen Ära hatte feiern lassen. Der K. arbeitete in diesem Bereich schon seit Jahren und war damals nicht eben begeistert über diese neue, laute Konkurrenz, die jetzt alles zu liefern versprach, was der K. auch schon geboten hatte, nur eben mit 40 unter Tarif bezahlten Mitarbeitern, die das aber toll fanden, weil sie auf die Chancen scharf waren, und nicht so sehr auf das Recht auf angemessene Bezahlung. Und als es dann gescheitert war, hielt den K. nichts mehr, und er schrieb diese Worte mit ihrem schweren Sinn: Wer oben ankommen will, darf vorher nicht fallen. Eigentlich ganz einfach. Eine Binsenweisheit.

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Der K. hat das damals von seinem Büro in Schwabing aus geschrieben, nicht fern der Leopoldstrasse, und da stehe ich gerade mit einem verbeulten, 18 Jahre alten Sportwagen, und neben mir schaut einer herüber, der in einem himmelblauen Maserati Quattroporte sitzt. Die Ampel schaltet um auf Grün, der Maserati beschleunigt und ist vor mir an der nächsten roten Ampel. Die Ampel schaltet auf Grün, der Maserati sprintet los, und an der nächsten roten Ampel sehen wir uns wieder. So ein Quattroporte in mittelgebrauchtem Zustand kostet rund 20.000 Euro, und bis zu diesem Punkt hat er 80.000 Euro an Wert verloren. Aber er ist immer vorn dran. Der Fahrer sieht etwas verbissen aus. Ich weiss nicht, wohin er fährt, aber ich bin mit meinem verbeulten Fiat auf dem Weg zu meiner Wohnung in der Maxvorstadt, die man nicht sieht und die, egal wohin man tritt, an keiner Ampel der Welt auch nur einen Millimeter weit fahren würde. Sie ist nur etwas teurer als so ein Auto.

Und es geht mir dabei wirklich gut. Es muss für den göttlichen Heilsplan Leute wie mich geben, die auf ihrer Wohnung sitzen, und einen himmelblaue Maserati auf der Leopoldstrasse. Natürlich bin ich auch der Meinung, dass man, wenn man gewinnen will, erst mal überleben muss, und tendenziell ist so eine Raserei auch stets ein guter Anlass, früh zu sterben. Aber dieser Fahrer übernimmt damit eine wichtige Funktion, er drängelt sich nach vorne, sein lauter Motor schiebt ihn auf den ersten Platz, und dahinter ist es gar nicht so unbequem. Ganz im Gegenteil. Der Bereich hinter den aufdringlichen, lauten Vorpreschern, Überfliegern und Entscheidern ist seit jeher derjenige, der ein angenehmes und ruhiges Dasein verspricht. Inzwischen hat sich bei uns herumgesprochen, dass Elite keinesfalls so aussieht, dass man sich ein Leben lang abhetzt und dann mit 66 zum Wohle der Rentenkasse in die Ewigkeit abtritt. Der dicke, gemütliche Kommerzienrat hat zwar als Leitfigur ausgedient, aber seine Haltung lebt überall dort weiter, wo man den anderen gern die Überholspur frei räumt.

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Natürlich ist die Überholspur heute der Ort, wo man zu sein hat, schliesslich ist Zeit Geld und der Zeitmesser, den man sich in der Klickstrecke mit den 200 exklusivsten Uhren herausgesucht hat, muss ja auch abbezahlt werden. Hier in München gibt es so gut wie kein laut beworbenes Wohnprojekt mehr, das nicht Residenz, Hof, exklusiv, Luxus und einzigartig ist, selbst wenn es sich nur um einen überbauten Block in Ramersdorf handelt. Es ist die Stadt, in der viele die Karriereberatung wirklich noch ernst nehmen, und wer hier Managementtraining mit Rafting oder Freeklimbimclimbing anbietet, kann ein Vermögen machen: Es gibt genug Firmen, die der Meinung sind, dass man so exzellent wird, wie auch schon unsere Universitäten Spitzenplätze haben, und wer wirklich nach oben will, der sollte auch einen Doktor vorweisen können. Vor zwei Generationen war man noch froh, wenn man ein Kind an die Uni schicken konnte, heute sollte es schon die Promotion sein, wenn man international mitspielen möchte. Exzellenz, eben. Je toller, je effektiver, desto mehr Geld auch für die Universitäten.

Nun ja. Der Text, den Sie hier lesen, wird von einem ehemaligen Langzeitstudenten verfasst, der bis heute mehr über das Tanzen im Babalu und im Parkcafe als über eine wirtschaftlich sinnvolle Anwendung seiner Orchideenfächer erzählen kann. Die Welt, die mir diese Freiheiten gestattete, haben Leistungsfetischisten und Exzellenzfanatiker mit Stumpf und Stiel ausgerottet, Leute wie Frau Professor Doktor Schavan. Es war schon damals ziemlich offensichtlich, dass mein Studium mehr meinen Neigungen als der Unterordnung unter ökonomische Zwänge diente, aber es war auch eine Zeit, da sich Eltern darüber nicht beklagten: Es gab die Zuversicht, dass aus den Kindern schon etwas werden würde. Heute ist das oft anders, da glauben weder Studenten noch ihre Eltern oder gar die Professoren, dass man eine Chance bekommt, wenn man nicht mindestens ganz vorne mit dabei ist. Man hat die Tore des Bildungssystems am Beginn geöffnet, aber nach hinten raus wird das eine sehr enge, druckvolle und leistungsorientierte Angelegenheit. Eine Leopoldstrasse des Vorankommens, auf der jeder den Maserati fahren will. Dass nun ausgerechnet die ministeriell-a.D.e Verkörperung des Leistungsdrucks Gefahr läuft, wie eine Studienabbrecherin dazustehen… der himmelblaue Quattroporte muss abbiegen und die Radler vorbeilassen, und ich fahre lächelnd gerade aus weiter.

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Das mit der Exzellenz ist halt immer so eine Sache. Vor ein paar Tagen wurde ein bekannter Experte für das Werk von Amadeo Modigliani verhaftet, weil er das Werk des Meisters zu seinen eigenen Gunsten unzulässig erweitert hat. Das alles ist voll von feiner Ironie: Hier der gesundheitlich angeschlagene Künstler, der in Paris soff, Drogen konsumierte und sexuell recht freizügig lebte, dort eine Welt reicher und reichster Sammler, in der nur die ersten Namen und die höchsten Preise zählen, die von Rekord zu Rekord eilen. Und dazwischen jemand, der all die Eitelkeiten sieht und die Nachfrage befriedigt. Und jetzt steht also die Elite vor Leinwänden, kratzt sich am Kopf, und hat lange etwas bewundert, das weniger echt ist als die Rokokoportraits, an denen sich unsereins delektiert: Dritte Wahl, da lohnt sich eine Fälschung nicht. Es musste aber ein echter Modigliani sein, und ein übermotorisierter Maserati und ein Doktor einer Uni, deren Mitarbeiter alles tun, um ein Bapperl zu bekommen, von einer Ministerin, die es selbst auch nicht so genau nahm.

Sicher wird jetzt wieder viel geredet, wie man Exzellenz exzellenter machen kann, damit sie nicht mehr so lächerlich aussieht. Der Raser will freie Fahrt, die besten Universitäten sollen noch besser prüfen und die Auktionshäuser noch genauer hinschauen. Man möchte nicht schon wieder mit heruntergelassenen Hosen dastehen, aber so lange diese Exzellenz, das Herausragende, das Beste unbedingt sein muss, wird es auch welche geben, die dafür krumme Wege gehen. Manche fliegen auf, andere kommen trotzdem an der Spitze des Systems an, und die Exponierten der Leistungsgesellschaft meinen nun, das sollte überhaupt kein Grund sein, über eine pervertierte Anspruchshaltung und die Dummheit des Leistungsdrucks zu reden. Oder sie auszulachen. Sollte man zu Schavans Zeiten tatsächlich lockerer gearbeitet haben, und sollte Frau Schavan tatsächlich eine tolle Ministerin gewesen sein, könnte man doch auch fragen, ob etwas weniger Druck und mehr Nachsicht, mehr brauchbarer Durchschnitt statt guttenberg’sche Summa-cum-Laude-Elite nicht auch eine lässige Sache wäre. Man kann auch mit einem alten Fiat Pässe fahren und Biedermeierdamen aufhängen und überhaupt, wann immer die Deutschen die besten sein wollten, ging es daneben… meistens tragisch, aber die der Doppelmoral innewohnende Komik im Fall unserer serienentpromovierten Leistungselite ist doch eine nicht nur heimlich feine Sache.

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Ich habe weiterhin volles Vertrauen, dass man auch ganz normale Studenten brauchen wird, dass 10 Praktika einem nichts über das Leben beibringen und so ein Sturz die Verhältnisse wieder gerade rückt. Die Frage ist, was man eigentlich gewinnen möchte, und wenn ich mich so unschaue, möchten die meisten eigentlich ein gutes Leben ohne das Gefühl, in jeder Lebenslage den besten Wein, das beste Steak, das beste Auktionshaus, den besten Schneider, die beste Hochschule und die besten Chancen für das Kind zu kennen. Frau Schavan geht, man sollte sie nicht aufhalten und ihr das ganze Leistungsgehupe mit auf dem Weg ins Nichts geben. Dann hat man schon so einiges gewonnen.

Und es reicht, wenn es die anderen nicht überleben.

 
 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (235)
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0 waskostetdiewelt 09.02.2013, 20:55 Uhr

der nächste h(umoris)....

der nächste h(umoris). c(ausa). aus der Marzipanstadt wird ihre Serie vollständig machen. So viel Abschiedslob wird meist von noch heftigerem Vergessen gefolgt.

Wie wenn das Leistungsgehupe...

Wie wenn das Leistungsgehupe nur an der abgehenden Person Schavans hängen würde ... Das Leistungsding ist eine Medusa. Schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen weitere nach. Man hat ihr ja nicht einmal eine leicht schlamperte Doktorarbeit nachgesehen ... :-)

0 E.R.Binvonhier 09.02.2013, 21:24 Uhr

Erst die strahlenden 'Ladies...

Erst die strahlenden 'Ladies in Red' und jetzt gemeinsam in 'Trauerschwarz '. . Bitte, dass hat doch keine Bedeutung?

Das heutige Leistungsgedöns...

Das heutige Leistungsgedöns als menschen- und lebensqualitätsfeindlich zu erkennen, ist freilich kein großes Verdienst und keine Kunst. . Gehört es doch von jeher zum guten Habitus ("best practise") von besseren, eigentlich gut erzogenen Bürgerkindern, erfolgreich von einer exzellenten Mittelmäßigkeit samt Faulheit geschlagen zu sein. . Üble Leistungsmeierei zu erkennen und zu ändern, auszusteigen, wenn man selbst 'erfolgreich' im Hamsterrad der Exzellenz-Seuche war, das ist dann schon größeres Verdienst. . Ich sehe jedoch überall weniger die anstrengende Suche nach wahrer Leistung und nach echter großer Exzellenz. Was ich sehe, ist der große Bluff. Man blufft Exzellenz nur vor. Scheint für viele zu funktionieren, egal ob ausbeuterische Startup-Ideen, gescheitelte Existenzen oder - später dann: Schöner-Scheitern-Biografien ab 35. . Grüße aus M., der Hauptstadt des Bluffs und der Angeberei. Bluffen und Lügen finde ich jedoch fast noch anstrengender als wirklich etwas zu leisten.

Genau so isses. In der...

Genau so isses. In der Steinzeit haben ein paar beschlossen auszusterben. Vermutlich nach dem Motto: Macht doch euren Shice allein. Dumm waren die bestimmt nicht. Man fand Schädel von ihnen, da war ein Loch hinein gebohrt. Und zwar, damit die Seele austreten kann. Maserati und Lingustini und über so einen Schmarrn haben die sich keinen Kopf gemacht. Besser ein Loch im Kopf als eins im Bauch, haben die sich gedacht... Schmarrn, der Satz ergibt keinen Sinn. Aber er klingt gut. Besser ein Loch im Kopf als eins im Bauch. So schaut 's nämlich aus.

Wo kann ich hier...

Wo kann ich hier unterschreiben :-)? Der Glaube, dass eine Einserausbildung zum Dotoranden für jemanden mehr tun kann, als ihm einen problemlosen Berufseinstieg zu ermöglichen, hält sich hartnäckig und ist falsch. Einige der erfolgreichsten leute, die ich kenne, haben entweder kein oder für ihren Beruf das "falsche" Studium, dafür aber Lebenserfahrung, Gelassenheit und Überblick. Wir werden nie Vorstandsvorsitzender, aber die dritte Reihe im Businesstheater hat ihre Vorteile ... Gruss, Thorsten Haupts

0 Maseratifahrer 09.02.2013, 22:29 Uhr

Hallo DON, ich bin der im...

Hallo DON, ich bin der im blauen Maserati, rechts. Besitze in der Leopoldstraße ein 8-fam. Haus und in Grinzing ( Wien ) ein Weinlokal und in Hamburg ein Hotel. Na, was sagst?

Vielen Dank - wie wohltuend....

Vielen Dank - wie wohltuend. Zu Beginn der Selbstständigkeit wurde ich immer von jungen Unternehmergenies aufgefordert, das Alleinstellungsmerkmal zu nennen. Muss denn jeder, der etwas anbietet, so tun, als machte es kein anderer (so)? Braucht jeder z. B. Bäcker ein Alleinstellungsmerkmal? Sind nicht gute Qualität der Produkte ausreichend? Muss alles Luxusansprüchen genügen? Woher kommt eigentlich diese "Denke", überall seien nur Luxusverbraucher? Leute, die ruhig ihre Arbeit machen, Zugänglich sind und verlässlich, darauf kommt es doch an. Einfach gut. Und das auch zu ihren Partnern, Lieferanten und Kunden sowie Beschäftigten. Und ihren Familien und Freunden. Haben doch alle etwas davon. Oder braucht es dieses ewige schlechte Gewissen, das überall verbreitet wird: Alleinstellung, exzellent... "Es ist ihre beste Zeit - Holen sie das Maximum heraus", predigt die Leistungskirche KPMG. Und schon werden alle nur Sieger, denn bei denen gewinnen immer nur alle. Rationalität und Wahrscheinlichkeiten zählen nicht mehr, "second to none" und wer nur will, der kann fliegen. Hauptsache laut schreien und beeindrucken. Allen einen angenehmen Sonntag. Zu den Jahreszeiten - Witthüser & Westrupp Wir erkennen, dass nicht Zahlen und Figuren sind die Schlüssel aller Kreaturen. Dass alle, die gern singen oder küssen, mehr als die Tiefgelehrten wissen; dass man in Märchen und Gedichten erkennt die alten Weltgeschichten: Drum lasst uns diesen Tag besingen. (hören z. B. bei Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=s8tzn_HHYow)

0 donalphonso 09.02.2013, 22:35 Uhr

Wien? Hamburg? Das ist ja noch...

Wien? Hamburg? Das ist ja noch schlimmer, als ich dachte.

Danke, Don, für die gar nicht...

Danke, Don, für die gar nicht klammheimliche Schadenfreude. Tolle Leistungsträgerelite!! Ich glaube aber, die Frage nach den Schummeleien in unseren Leistungseliten ist trotzdem falschherum gestellt (Was erwarten wir von Politikern?) Zumal die "graue Maus" (Zitat Tiger) ja auch selbst nur Leistungen, besser: Gegenleistungen, gekürzt hat. Sie hat sich in den Kanon eingereiht und ist mitgeschwommen, für Kultur und Wissenschaft ist nach dem Bankencrash dann nichts mehr da. Mir ist ein Rätsel, warum manche noch die Peanuts aus den "Exzellenz-Initiativen" loben. Die Frage lautet einfach, was die jungen Wissenschaftler an Gegenleistung bekommen, die wirklich mit viel Geduld, Spucke und viel Einsatz promovieren: Sie bekommen nichts, W2-Armut im besten Fall, werden kinderlose Akademiker, frustrierte (Fern-!!) Pendler, fallen alle 2-3 Jahre auf Null zurück. Da wirft so eine Cusanus-LandesM-BundsMinnen-EU-Berater-Karriere doch mehr und früher Rente ab, gell? Wissenschaftliche Karrieren nach der Massenuni sind schlicht nicht vorgesehen. Working poor. Oft lassen sich Frauen darauf ein, weil sie unterrichten können/dürfen. Dabei bekommt schon jeder Direktor in Brüssel mehr als die Kanzlerin. Und hinter dieser Abschaffung des Forschertypus und seiner Mutation zum Dauer-Mitteleinwerber steckt am Ende: der Wähler (mehrheitlich ohne Abitur).

0 Hamburger 09.02.2013, 23:21 Uhr

Nanana. München ist schön,...

Nanana. München ist schön, aber Hamburg... Wenn nur das miese Wetter nicht wär.

0 Leopard II Quattroporte 09.02.2013, 23:30 Uhr

Sehr schön - Exzellenzcluster...

Sehr schön - Exzellenzcluster wohin man nur sieht, sogar auf der Berliner Viehweide. Die vierspurige Tempelhofer Landesbibliothek, "ein Ort der Kommunikation, des Lernens und der Begegnung [...] der institutionelle Anker für ein neues Bildungsquartier" (Zitat), der halbfertige Neubau des Bundesbildungsministeriums und u.a. ein von hochtiefen Spaniern zu erbauendes, sicher exzellentes "Berliner Schloß". Die seltsamen Sandkastenspiele an der Polnischen Grenze mal außen vor: "Der Karneval wird abgeschafft, die Jecken geh'n in Einzelhaft" (auch ein Zitat) - Mir alles egal, solange nur die U-Bahn von und nach Tegel rechtzeitig fertig wird. - Gute Nacht.

1 Folkher Braun 10.02.2013, 01:35 Uhr

Bester DA: Sie haben bis...

Bester DA: Sie haben bis heute nicht verstanden, dass das etwas sinnlose Bewegen von exklusiven Automobilen zu tun hat mit dem Erheischen gesellschaftlicher Anerkennung. Also: Wenn mein Cheffe (der kann ich auch selber sein), Frau, Kind, Hund, Pferd zuhause nicht mehr reagieren auf meine Anforderung der Respektsbekundung, muss ich diese Dienstleistung woanders einfordern. Der öffentliche Straßenverkehr ist dafür ein gutes Betätigungsfeld, weil meine Drangsalierung, Nötigung und so weiter weitestgehends unbestraft bleibt. Daher die Aufrüstung bei den Automobilen. Die befriedigen eine zunehmende Nachfrage nach Ausrüstungen, die eine Bestrafung anderer Verkehrsteilnehmer direkt ermöglichen. Macht der SUV- Hausfrauenpanzer einen Fehler, ist der Kollisionsgegner tot, macht der Kollisionsgegner einen Fehler, ist er auch tot. Auf diese Weise bleiben die Stützen der Gesellschaft verkehrstechnisch auf Dauer unter sich, wie sie es ja vor 200 Jahren vor Erfindung der Eisenbahnen und deren Holzklasse auch schon waren.

0 Tyler Durden Volland 10.02.2013, 02:05 Uhr

@Driver „Und hinter dieser...

@Driver „Und hinter dieser Abschaffung des Forschertypus und seiner Mutation zum Dauer-Mitteleinwerber steckt am Ende: der Wähler (mehrheitlich ohne Abitur).“ Haben sie einleuchtende Theorie, warum diese doch recht simple Einsicht zur katastrophalen Bedeutung des Wählers in der postdemokratischen Gesellschaft permanent geleugnet wird? Wo man es auch versucht mit dem Fingr auf den Verursacher der Misere in noch jeder Demokratie zu deuten, überall wird ratzebutz zensiert. (Ausser hier….) Von FAZ bis TAZ, politisch korrekt stets nur zugunsten des Bürgers/Wählers/Steuerzahlers darf kommentiert werden.

"Es gab die Zuversicht, dass...

"Es gab die Zuversicht, dass aus den Kindern schon etwas werden würde." Ja, die Zuversicht ist dahin, komplett. Und das sieht man der Generation, die jetzt in Berufsleben tritt, auch deutlich an. MBA von EBS + Auslandserfahrung und exzellente Zusatzqualifikationen, aber entweder große Unsicherheit oder große Schnauze nix dahinter. ThorHa: "Einige der erfolgreichsten leute, die ich kenne, haben entweder kein oder für ihren Beruf das "falsche" Studium, dafür aber Lebenserfahrung, Gelassenheit und Überblick". So isses. In geschäftlichen Entscheidungen vetraue ich mit zunehmenden Alter immer mehr dem "Bauch" als den "Zahlen". Kann ich nur weiterempfehlen.

0 waskostetdiewelt 10.02.2013, 02:51 Uhr

Letztendlich ein gerechtes...

Letztendlich ein gerechtes Opfer der monstranzartig vorhergetragenen "Leistungsethik". Dem Leistungsgedanken gemäß verbindet sich mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozeß auch eine wiederholte Überprüfung älterer Erkenntnisse. Nicht belastbare geistige Schummelelaborate werden eben durch den gewissenhaften Erkenntnisrost gerüttelt. Die Wissenschaft frißt ihre illegitimen Kinder. Die gewünschte Excellenzinitiative verwirklicht sich auch auf ungeahnten Pfaden. Das zweite Rigorosum könnte zum Exportschlager reifen. Die nun nur noch hc-Promotesse könnte ja den Standortvorteil des gewissenhaft kuratierten akademischen Ethos verteidigen.

0 superschwiegersohn 10.02.2013, 05:49 Uhr

Es wurde in der Tat Zeit, dass...

Es wurde in der Tat Zeit, dass sich mal jemand diesen albernen Exzellenz-Wahn vornimmt. In der Tat werden wir von drittklassigen Politikern belogen, die per definitionem keine Exzellenz generieren können. Auch die Exzellenz-Unis sind lächerlich - wer immer vor 10 Jahren Absolventen einstellte und dies gewissenhaft tat, wusste genau von welcher Fakultät (nicht Uni) die besten typischerweise kommen. Nun haben wir einen angelsächsischen Scheiss unreflektiert und wenig exzellent kopiert und nur noch Studenten an der Grenze zum Burnout, dafür ohne jede Persönlichkeit und -nein, Don- die meisten haben eben leider keine Zeit mehr für ein gutes Praktikum, leider...KOELLE ALAAF!

0 Dreamtimer 10.02.2013, 05:52 Uhr

"Braucht jeder z. B. Bäcker...

"Braucht jeder z. B. Bäcker ein Alleinstellungsmerkmal? Sind nicht gute Qualität der Produkte ausreichend?" . Bei solchen Fragen wenden Sie sich am besten an die nächste Strategieberatung in ihrem Stadtviertel :) . Alles hängt doch wohl davon ab, was der Unternehmer erreichen will. Vielleicht will er sich in seinem Handwerk verwirklichen und träumt davon, gleich einem Künstler, von seinen Kreationen zu leben. Ist sein Laden auch Treffpunkt, d.h. die Leute sollen kommen um zu kaufen und zu ratschen? Ist er hingegen Industrieunternehmer, dann geht es ihm um Wachstum, Marktanteile, Produktionsplanung, Logistik, Franchising-Modelle und all den anderen BWL Kram. Der Kleinunternehmer, der einen Laden pachtet, wird einfach zu einem Arbeiter unter anderen. . Wenn Sie hingegen ein ehrgeiziger Politiker sind, dann wollen Sie, dass die deutsche Bäckerei nicht gegenüber jener des europäischen Auslands abfällt und es gilt die Backmischung europäisch zu harmonisieren. Ständige Qualitätskontrollen sind gefragt, damit das Label "Made In Germany" sich an der Weltspitze halten kann und deutsches Brot auch künftig exportiert wird. Reiheitsgebote, Frischesiegel, ökologische Unbedenklichkeiten sind da gefragt. Ganz schlecht macht sich hingegen Mäusekot. Es gilt dann abzuwägen zwischen dem Wohl der Wahlbürger und der Erhaltung von Arbeitsplätzen eines Industriebetriebs. Kataloge von Regeln und Sanktionen sind zu erarbeiten. Natürlich muss auch die Ausbildung stimmen und das Bäckereihandwerk muss als Beruf mit Zukunftschancen beworben werden. Die Nähe von Bäckerei zu Technologie und Wissenschaft ist dabei zu betonen, aber auch nicht zu sehr, s.d. der abschreckende Eindruck vermieden wird, man müsse in Verfahrenstechnik oder Chemie promoviert haben, um künftig ein Brot zu backen. Wer das bodenständig rüberbringt, dem ist der Talkshow-Applaus gewiss. . Noch mehr als den gemeinen Technokraten und Polithandwerker bewegt die Lautstärke des Publikumsapplaus das Denken und Handeln des Politstrategen, der sich wieder humanistischen Werten verbunden fühlt und einen Ausgleich sucht, zwischen den "Sorgen und Nöten der Menschen im Lande" und der Forschheit der Technokraten. Er besucht gelegentlich einen der Bäckerei-Künstler, stellt sich aber auch hinter die Müller-Brot Franchise NehmerInnen und isst vor laufender Kamera demonstrativ einen Krapfen. Er ist für die Bewerbung von Politik als Weichware verantwortlich, für Bäckerei mit menschlichem Antlitz. Alle haben irgendwie Recht, die Künstler und die Sozialarbeiter unter den Bäckern, die Industrieunternehmer, die Technokraten und natürlich auch die Kunden, die Angst vor Mäusekot und Chemie im Brot haben, die aber auch nicht mehr Geld ausgeben wollen, als sie ohnehin nicht haben. Da muss doch einer vermitteln, einer der ganz Mensch ist, aber auch Statistiken interpretieren kann, Argumente des polit. Gegners entkräften und der Entfremdung von Politiker und Wähler entgegentreten. . Für alles ist gesorgt.

0 HansMeier555 10.02.2013, 06:23 Uhr

DANKE . Wobei man nicht...

DANKE . Wobei man nicht vergessen darf, dass es auch hier wieder die Rot-grüne Schröderregierung war, die dem neoliberalen Wahnsinn zum Durchbruch verholfen hat. Edelgard Bulmahn (nicht promoviert) hiess die verantwortliche Person.

0 Bruckbacher 10.02.2013, 06:36 Uhr

meine Kommentare sind nie...

meine Kommentare sind nie exzellent das mag an der pervertierten Anspruchshaltung hier liegen aber ich lasse mich nicht unter Leistungsdruck setzen ich lächle und kommentiere geradeaus weiter so überlebt man immer am besten

Es gibt eine unendliche Breite...

Es gibt eine unendliche Breite von Möglichkeiten, um zu überleben. Da ist einmal der klassische Diogenes; heute können tatkräftige Leute in alternativen Wohnformen ganze Häuser mit 60m² Wohnfläche aus Abfall- und Abbruchmaterial bauen. Und auf der anderen Ecke der Bandbreite gilt das 36. Strategem der chinesischen Kriegsführung, das wichtigste; es behandelt die Flucht, durch die man sein Heer, also seine Schlagkraft, rettet. Beide Überlebensflanken sind aber Anachronismen. Unsere Gesellschaft ist eine kreditierte und finanzierte. Die eigenen 60m² sind so unbedeutend wie die gerettete eigene Schlagkraft. Es kommt nur darauf an, dass man immer wieder neue Soldaten, Gelder und Maseratis kreditiert bekommt. Und unsere Annette Schavan war einfach zu brav. Wäre sie kein Anachronismus gewesen, hätte sie als Bildungsministerin längst ein paar Doktortitel anderer Universitäten für ein und das selbe parawissenschaftliche Blabla erhalten, wäre sie Dr.h.c. mult. Nichts hat sie gehabt außer ihre Blümchen aus dem Schrebergarten ihrer Eltern.

wenn alle studieren und...

wenn alle studieren und 'Elite' werden - wer macht dann den Klempner, der nicht wegen einem Rohrbruch das Haus abreist, den Baeckerder 'richtiges' Brot baeckt.... Studieren und dann die fleissig besungene Generation Pratikum... Ein Elektriker, der einen vor den schlimmsten Fehlern beim Hausbau bewart ist gesellschaftlich wichtiger als der x-te Dr. soundso.

Bei der ganzen Diskussion um...

Bei der ganzen Diskussion um die Promotion mancher Politiker geht aber völlig unter, daß die Naturwissenschaften von Doktoranden leben - und zwar in doppelter Hinsicht. Zum einen sollten Doktoranden ja Forschung betreiben, die interessante und/oder wichtige Ergebnisse bringt, und Doktoranden sind meistens motiviert genug, um auch schwierige Probleme anzugehen. Zum anderen ist die Promotion für einen zukünftigen Wissenschaftler auch notwendig um zu sehen, ob die Frustrationstoleranz für eine Karriere in der Forschung vorhanden ist. Ich kenne aber kaum einen Doktoranden (in unserem Bereich), der ernsthaft glaubt, die Promotion würde zu mehr Gehalt oder Anerkennung führen - man macht es, weil man die Arbeit interessant findet oder weil man in der Wissenschaft bleiben will. Und eine Wissenschaftlerkarriere - besonders in akademischen Einrichtungen - führt selten zu Ruhm, Ehre und Reichtum. Wenn ein bekanntes Blatt aus München schreibt, eine Promotion würde mehr als €30k im Jahr bringen, dann muß ich mich immer fragen, was ich (und unsere Doktoranden) wohl falsch gemacht haben, denn die verdienen oft weniger als Studenten, die direkt nach dem Abschluß etwas sinnvolles gemacht haben. Die meisten Doktoranden (in den Fächern, in denen ich das beurteilen kann) verbringen viele Tage und Nächte an ihrer Arbeit, u.a. auch weil es sie interessiert; und für diese Doktoranden sind die Ereignisse der letzten Zeit ein Schlag ins Gesicht: nicht nur wegen der Betrügereien, sondern weil man plötzlich in der Öffentlichkeit nur noch als karrieregeiler Betrüger angesehen wird.

Hamburg, meine Perle!...hat...

Hamburg, meine Perle!...hat nun auch den BVB vermöbelt. Das Wetter von Andalusien und es wäre der Himmel auf Erden. Oder von hohen Mauern umgeben wie die von Avila. Der Fall Parisot erinnert mich wieder an Beltracchi, allerdings in anderer Form. Beltracchi hatte bei vielen Werken nur eben das weitergedacht- und gemalt, was seinen Vorbildern fehlte oder nicht zu Ende bringen konnten:-), und das in bestechender Güte. Eigentlich gehörte dem ein Doktorgrad. . So ein Quattroporte wär mir aber dann doch lieber als Mineralwasser dekantieren zu lassen.

0 Hape Etzold 10.02.2013, 09:06 Uhr

Die Ersten werden die Letzten...

Die Ersten werden die Letzten sein, heißt es in der Bibel. Es heißt darin aber auch, wir sollen bei allem, was wir tun, unser Bestes geben, z.B. ein Arzt bei der OP, der Fischhändler auf dem Markt, der Postbote... Das erwarten alle - oft aber nur von den andern. Wenn nur so getan wird als ob, dann haben wir den Salat. Vor Jahren dauerte eine Autoanmeldung in Berlin einen halben Tag, im schwäbischen Städtle 10 Minuten. Ich habe große Zweifel, ob die Berliner Landesbehörden inzwischen schneller aus dem Knie kommen. Mit der Jobmaschine Flughafen lässt man sich jedenfalls sehr viel Zeit. Berlin kann sichs wohl leisten. Die Deutschen gucken im Schnitt 5 Stunden TV pro Tag. Vielleicht sind wir auch dabei, uns von der Leistungs- zur Blendergesellschaft zu entwickeln. Das Richtige richtig machen - dazu muss man seine göttliche Berufung kennen. Das hat auch nichts mit der Automarke zu tun.

0 hildennet 10.02.2013, 09:16 Uhr

Na ja, Alfons, ich glaube ja...

Na ja, Alfons, ich glaube ja nicht, dass Sie wirklich was gege Exzellenz haben, wenn ich mich an Ihre Schwärmereien für Kunst, Architektur, Landschaften und Silberpötte erinnere. Wenn es aber um die vorherrschende Scheinexzellenzen gehen sollte, stimme ich zu. Allerdings gibt es verhältnismäßig wenige, die tatsächlich auch nur die Möglichkeit haben, ganz nach vorne zu gehen. Von fünf Millionen Fußballern in D sind nur ca. 10 wirklich genial. Aber das ist schön so. und wenn jemand über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt, ist das geradezu wunderbar, z.b. in der Gastronomie. Aberauch hier sind das verschwindend wenige. Bleibt das Problem, was macht man mit den Vielen, die faul und mittelmäßig sind, soweit sie nicht reiche Erbeen sind?. Die wurschteln sich auch durch. Und manche, wo es zu einer beruflichen Karriere nicht reicht, werden dann Politiker oder Gewerkschaftsfunktionär. Die Ansprüche in dieser Welt der potemkinschen Dörfer sind eher niedrig. So wie der Output dieser Systeme. Dass es trotzdem irgendwie funktioniert liegt eben an den wenigen Exzellenzen. Allerdings würde es besser funktionierenwenn die Fähigen nicht ständig gegen die Gummibarrieren anrennen müssten, die von den Durchschnittlichen zum Selbstschutz errichtet werden

0 donalphonso 10.02.2013, 09:31 Uhr

Es ist halt so: Ab einem...

Es ist halt so: Ab einem gewissen Punkt muss man erheblich mehr Unangenehmes erdulden, als dass es besser werden würde. Irgendwann stehen Leistung und Gewinn in keinem Verhältnis mehr, und dann sollte man es halt bleiben lassen. Mit den Unis ist das gegenteil passiert, da muss jeder in den Rankings nach vorne.

0 E.R.Bonvonhier 10.02.2013, 09:36 Uhr

Ja, es war die...

Ja, es war die Schröder-Regierung, die dem neoliberalen Wahnsinn zum Durchbruch verholfen hat. Schwarz-Gelb blieb es überlassen, das ganze auf unter Merkel-Niveau zu drücken.

Bescheidenheit.... In der...

Bescheidenheit.... In der Deutschschweiz sagt man "Nur nicht auffallen, liebes Kind". Nach einem Uni-Abschluss (GB) habe ich die Handelsschule in Zug besucht. Then I joined a trading company in Zug - but there I had to spend a couple of months "Sitting next to Nelly" (bei einer Sachbearbeiterin who had done a 3-year KV Lehre) to learn the business. After that I was allowed to trade.

0 donalphonso 10.02.2013, 09:48 Uhr

Naja, da haben die...

Naja, da haben die Bundesländer aber auch ganz heftig mitgewirkt (Bildung->Ländersache) und das nachgeplappert, was der Focus mit seinem Ranking vergebrüllt hat. Ich glaube, das war einfach der Zeitgeist der 90er und 00er Jahre, den es jetzt zu vertreiben gilt.

Nicht täuschen lassen: Jede...

Nicht täuschen lassen: Jede erfolgreiche Bäckerei hat ein Alleinstellungsmerkmal, aber nicht jeder kluge Bäckermeister hängt es an die große Glocke. Das ist sein Erfolgsgeheimnis: Ein USP haben und selbst nicht drüber reden. Die Kunden müssen es bemerken und weitererzählen. Schorsch Ringsgwandl hats bei Bäcker Meier bemerkt (in "Untersendling" Plattentipp)) http://www.songtexte.com/songtext/georg-ringsgwandl/beim-backer-meier-1bfae5c0.html

0 HansMeier555 10.02.2013, 10:13 Uhr

"Brain up -- Deutschland sucht...

"Brain up -- Deutschland sucht die Super-Uni". . Kein Witz: Das war der Werbespruch, mit dem Frau Bulmahn 2004 den Rattenwettlauf gestartet hat.

0 E.R.Binvonhier 10.02.2013, 10:15 Uhr

Den Zeitgeist der 90er und...

Den Zeitgeist der 90er und 00er Jahre zu vertreiben fände mehr Mitwirkende, wenn man nur den zukünftigen ahnen könnte.

0 antagonist 10.02.2013, 10:25 Uhr

....das vorab schon...

....das vorab schon ma. Komparativ, komparativer, am komparativsten. * Wer dagegen ist, ganz klar, ist ein Pinscher. Kein schöner Land in diehiehieser Zeiheit. * Oamoi hams mi scho bratzeld, itza wer i aa no dableckt: För düse ührö Fördünste um das Gömöinwohl gebührt ür moin alleröchstör Röschpökt. * Bologna dir leb ich, Bologna dir sterb ich. * Wos isn scho a so a lausiga Masaratti gegn an Lamborghini?

0 HansMeier555 10.02.2013, 10:30 Uhr

Lieber Don, . das mit dem...

Lieber Don, . das mit dem "Zeitgeist vertreiben" ist schwierig, weil die akademische Welt der übrigen da circa 15 bis 20 Jahre nachhinkt. Das Bildungsministerium ist jetzt gerade so in der Phase "New Economy" angekommen.

0 E.R.Langen 10.02.2013, 10:31 Uhr

Bitter kommt es einen auch an,...

Bitter kommt es einen auch an, dass dem Fall Schavan überdauernd "Tragik" attestiert wird. Schavans Betrug ist alles, aber nicht tragisch (also von mächtigen Göttern beschlossen). Den hat sie schon noch selbst begangen.

0 E.R.Langen 10.02.2013, 10:31 Uhr

Bitter kommt es einen auch an,...

Bitter kommt es einen auch an, dass dem Fall Schavan überdauernd "Tragik" attestiert wird. Schavans Betrug ist alles, aber nicht tragisch (also von mächtigen Göttern beschlossen). Den hat sie schon noch selbst begangen.

0 Dreamtimer 10.02.2013, 10:39 Uhr

"Ich glaube, das war einfach...

"Ich glaube, das war einfach der Zeitgeist der 90er und 00er Jahre, den es jetzt zu vertreiben gilt." . Was wäre denn der Zeitgeist der 10er Jahre? Das was Berkeley, MIT, Stanford, Princeton usw. machen, die ihre Kurse Online anbieten?

0 Wimmerl d. Ä. 10.02.2013, 10:42 Uhr

Sie, dena Ihra Maseratti den...

Sie, dena Ihra Maseratti den wo Sie da an da Wand hänga hom, schaugt ja gnau a so pfundig daher, wia dea ächti Modigliani, so a higflackta waiblicha Akt, woaßt, den wo mia uns neili beim Monsieur Parisot bschtöllt ham. Des Öxcellence Gutachtn fia de Brovinienz hot uns a echta Gunsthisdorigga-Dokta extra gschriebn. Teier wora scho gweng, wos wuist macha, netwoahrr.

0 prince Matecki 10.02.2013, 10:53 Uhr

Ich fürchte, einer der...

Ich fürchte, einer der großen, nicht einmal im Verborgenen agierenden Treiber hinsichtlich der Hochschulpolitik ist die Bertelsmann-Stiftung. Sie berät geschickt die Politik, finanziert Studien und zertifiziert praktischer weise auch gleich noch Studiengänge hinsichtlich Erfüllung der bachelor / master Vorgaben. Sie schicken gut geschriebene Vierfarb-Hefte zur Jugendpolitik, Chancengleicheit, Bildungs- und Hochschulpolitik in die Ministerien. Gleich mit Handlungsempfehlungen für gestresste Referatsleiter dabei. Hat die irgend jemand irgendwie legitimiert? Übrigens auch geschickte Personalpolitik, der ehemals Senator Dräger aus Hamburg wurde da aufgefangen und eingebunden, Frage wer kennt die Mitglieder der Kultusministerkonferenz und Wissenschaftsministerkonferenz so gut wie einer der als Senator drin gesessen hat? Verglichen mit dieser subtilen Umgestaltung der Erziehungs- und Bildungspoltik die Bertelsmann (immer mit Liz Mohn Bild drin) da ohne großes Aufsehen vorantreibt ist Friede Springer ein Ausbund demokratischer Zurückhaltung.

Das passt. Unterschreibe ich...

Das passt. Unterschreibe ich sofort. . Weils hier gerade auch um die politische Verantwortung für diesen Unsinn ging - man kann sich heute einfach nicht mehr vorstellen, dass es bei den Gelben tatsächlich auch mal Lichtgestalten wie Karl-Hermann Flach gab. Sein Text von 1971 "Kleiner liberaler Katechismus", den ich gestern das erste Mal las, lässt einen vor dem Hintergrund des erbärmlichen Zustands der Partei sprachlos zurück. LEST ES UND WÄHLT DIE ALTE AB. Alternativen? Kommt Zeit, kommt Rat.

Der Zeitgeist hat die Unis zu...

Der Zeitgeist hat die Unis zu einer weiteren Schulart gemacht. Wenn jeder Beruf einen Hochschulabschluß voraus setzt (und die OECD kritisiert Deutschland ja regelmäßig für die geringe Zahl der Hochschulabsolventen), dann muß sich die Uni anpassen und statt eines Studiums eine Ausbildung anbieten - und Diplom und Promotion werden dann einfach nur ein besseres Abitur. Ich weiß nicht, wie das in Deutschland ist, aber im UK ist dieser Prozeß schon sehr weit fortgeschritten. Die meisten Studenten studieren nicht, weil sie etwas wissen wolle, sondern wegen des Abschlusses; daher bieten wir auch keine Bildung mehr an, sondern eine "student experience" und die Vorlesungen werden darauf optimiert, was zukünftige Arbeitgeber gerne hätten. Und die Studenten machen ja auch mit - es gibt offizielle Beschwerden, wenn Dozenten in einer Lehrveranstaltungen Themen behandeln, die nicht in der Prüfung abgefragt werden ("verschwendete Zeit"). Das Studium sollte das werden, was es einmal war: die Möglichkeit, Wissen (oder Bildung) zu erlangen - und nicht einfach eine weiterführende Schule.

0 hansgeier333 10.02.2013, 11:38 Uhr

Was machen die jetzt in Ulm,...

Was machen die jetzt in Ulm, um Ulm und um Ulm herum? Suchen sie sich eine neue Schamanin? Wie geht man mit einer zurückgetretenen Ministeriellen um? Schade, dass sie wohl nicht die finanziellen Mittel hat, sich für ein paar Jahre in die neue Welt abzusetzen wie weiland Gutti. Vielleicht wäre Rom für sie eine Alternative, da wird viel vergeben und noch mehr vergessen. Hohe Pforte statt Quattroporte! Exzellenz oder Eminenz, Hauptsache Italien.

Wie immer schön geschrieben,...

Wie immer schön geschrieben, handelt es sich doch im Grunde um die Tatsache, daß sich die Menschen, v.a. in M, immer mehr von den Lebenswirklichkeiten entkoppeln und einer "virtuellen" Perfektion und Elite hinterherstreben, der sie aber in der Realität nicht entsprechen. Da ist dann u.U. jedes Mittel der Täuschung recht, nur um den vermeintlichen Vorsprung zu erlangen. Derweil kann das Leben so einfach sein, wenn man es auf die "Basics" zurückführt. Einen Schwung Kinder ein Stück Land außerhalb von M, "kein" Konsumdruck und völlige Abgeschiedenheit. Der Fiat Sportwagen ist, wenn man das Foto des letzten Beitrags mit dem (Totwinkelassistenten 1.0) zugrundelegt, ein Fiat Coupe 20V ?

Alleinstellungsmerkmale von...

Alleinstellungsmerkmale von Bäckern, BWL-Sums @ Dreamtimer Mir wäre es lieber, der Bäcker im Viertel würde als Alleinstellungsmerkmal darauf achten, endlich gute Topfenkolatschen zu backen. Mir würde das voll reichen. :-)

0 specialmarke 10.02.2013, 13:02 Uhr

Empfehle zum Thema die...

Empfehle zum Thema die Lektüre dieses heute erschienenen taz-Artikels...

@ Tyler DV „Und hinter...

@ Tyler DV „Und hinter dieser Abschaffung des Forschertypus und seiner Mutation zum Dauer-Mitteleinwerber steckt am Ende: der Wähler (mehrheitlich ohne Abitur).“ "Haben sie eine einleuchtende Theorie, warum diese doch recht simple Einsicht zur katastrophalen Bedeutung des Wählers in der postdemokratischen Gesellschaft permanent geleugnet wird?" Ja, es gibt einen Hass auf Intelligenz, deshalb auch impulsive Maßnahmen gegen Bildungsaufstieg, boomende Privatschulen, gekürzte Bafög-Sätze, Herdprämien für gebildete Frauen im Job usw. Dieser Hass kommt von unten und auch aus den eigenen Familien. Früher war das Studieren sowieso nur für Zweitgeborene... Der Hass folgt der simplen Logik der Produktion. Solange die Intelligenz "unterm Schornstein" arbeitet und Stahl schmiedet: Boote für Saudis, Panzer für Griechen, Sportwagen für Chinesen, solange ist alles klar. Sobald die Intelligenz Texte produziert, hassen wir sie. Hey, Texte kann schließlich jeder! Und man braucht ja auch nur ein paar Vorzeigeschreiberlinge, Rosamunde Pilcher und so. Die "Ironie" im Fall Schavan ist, daß 30 Jahre lang niemand das Ding gelesen hat - und Wikiplag hat den Text ja AUCH nicht gelesen, sondern nur gescannt. Und zwar letztlich fürs Fernsehen. Hatse nu abgeschrieben oder nich? Niemand wäre auch nur auf die Idee gekommen, die Arbeit zu rezensieren. Und sie hat ja auch kein "summa" bekommen, also war eigentlich nicht auf der akademischen Karriereschiene. Neue Autos hinten in den Stau schieben mit produktiver Überkapazität bringt 20 Mio. im Jahr. Aber Forschung ist nunmal keine Produktion, bringt nichts ein, "brotlos", langwierig, nicht messbar, akademisch, für die Mehrheit (auch der Studenten) außer Reichweite. Deswegen sind die 20 Mio. für Papa und 200.000 für den Talkshowclown OK, der Forscher aber muss für jeden 1000er ein Formular ausfüllen und hinterher einen Bericht schreiben, sich also rund um die Uhr rechtfertigen. Dieses apriori- oder Image-Ranking folgt voll und ganz der allgemeinen Wahrnehmung, dem "Volksempfinden". Deswegen liegt auch alles unterhalb des verbeamteten Professors unterhalb der medialen Wahrnehmungsschwelle. Come on, Marx, Freud und Gebser waren ja auch glücklich ohne Professur, oder?

0 HansMeier555 10.02.2013, 15:52 Uhr

Sehen Sie...

Sehen Sie da: . http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/wissenschaftliches-publizieren-muss-ich-das-lesen-12051418.html . Sind die Social-Media-Berater bei Vodafone abgeblitzt und wollen jetzt die Geisteswissenschaften übernehmen?

0 perfekt!57 10.02.2013, 17:08 Uhr

evtl. zwei links: . "reich...

evtl. zwei links: . "reich sein ist ein harter job, du musst immer erst nachdenken, bevor du was sagen darfst". http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/08f09dee-c131-3898-beea-3efa0cea90b0/20125588 . und "wandgemälde wie immobilien in der zweiten und dritten reihe können gefühlt genau so schön sein - schützen aber, vor dem tod und dem colt": http://www.3sat.de/page/?source=/specials/137295/index.html (evtl. sehenswert, weil von westvierteln für westviertel gemacht, also von gero von oehm) . "Rubljowka (russisch Рублёвка) ist in Russland eine weitverbreitete, inoffizielle Bezeichnung des Landstrichs rund um die Ausfallstraße Rubljowo-Uspenskoje-Chaussee (Рублёво-Успенское шоссе) unmittelbar westlich der Stadtgrenzen Moskaus. Charakteristisch für diese Gegend ist die Vielzahl repräsentativer Villen und extrem hohe Grundstückspreise." http://de.wikipedia.org/wiki/Rubljowka http://www.youtube.com/watch?v=CH_HWQAeMDE (http://www.youtube.com/watch?v=KweGk1aUMHI)

Am Ende, liebe Freunde,...

Am Ende, liebe Freunde, zählen keine Abschlüsse. Es zählen keine Dokumente. Keine in Rahmen an die Wand gehängten Zertifikate. Es zählt allein der Kontoauszug als einzig wahre Instanz. Das ganze Gequassel um Bildung ist völliger Mumpitz, wenn es nicht in eine Tätigkeit mündet, die 10.000 Euro monatlich netto verspricht. Und danach kann man lange suchen und dürfte bei der Suche alt und grau werden, wenn man denn eine Festanstellung sucht. Lasst uns doch lieber die Freiberufler feiern, die Selbständigen! Egal ob Journalist, Kiosk-Besitzer, Drogenhändler oder Profi-Killer. Das Bankkonto klärt die Dinge. Nichts sonst.

Die Gesellschaft stagniert...

Die Gesellschaft stagniert seit Jahrzehnten. Man kann das an der aktuelle Feminismus-Debatte sehr gut erkennen aber auch an anderen Themen. Da werden Dinge erörtert, die galten eigentlich schon vor 30 Jahren als geklärt. Die ewiger Wiederkehr des Gleichen kennzeichnet unsere Kultur, mit zunehmender Mainstreamisierung der Themen. Politisches Interesse und Bewusstsein der Jugend gleich Null. Die Debatten werden von APO-Opas dominiert, die meinen, ihren Gang durch die Institutionen nun auf das Web verlagern oder auslagern zu müssen. Das werden Rezepte angeboten, die noch nie funktioniert haben. Rezepte aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts, als die Maschinen das Laufen lernten. Kein Wunder, dass viele denken: Komm, geh' doch weg. Eine Aufbruchstimmung, im Sinne von, lasst uns endlich das 21. Jahrhundert positiv gestalten, sehe ich nicht. Wenn das Web eine Art Spiegel der Gesellschaft ist, na dann gute Nacht. Eine Welt der Consumer Reviews und des totalen Marketings brauche ich eigentlich nicht. Die Kommentarfunktion als pseudodemokratisches Mitreden ist auch irgendwie albern. Unsere westliche Gesellschaft befindet sich im langsamen Fall nach unten. Ich denke nicht, dass man das aufhalten kann.

0 perfekt57 10.02.2013, 17:22 Uhr

@ 'x' - so etwas doch nicht...

@ 'x' - so etwas doch nicht etwa? http://www.dmax.de/video/special-forces-rettungsfallschirmspringer-1/ (1:42 - "ich wollte schon immer besser als der durchschnitt sein".) zum glück sind wir ja alle teil der zivilisation. also immer alles nach recht und gesetz. und wär es wie ein maserati an der ampel. (*g*)

0 perfekt57 10.02.2013, 17:26 Uhr

oleg tinkoff und team kommen...

oleg tinkoff und team kommen bei gero von boehm übrigens auch vor. nebst radteam und wohnsitzen (an seen und in städten). schweiz, italien, paris, usw.. nichts, was uns reizen könnte also.

0 perfekt57 10.02.2013, 17:26 Uhr

...

http://www.rennrad-news.de/forum/threads/tinkoff-will-bestes-radteam-der-welt-gr%C3%BCnden.44052/ daher.

0 perfekt57 10.02.2013, 17:58 Uhr

@09:48 - seine eigene zeitung...

@09:48 - seine eigene zeitung schreibt es so. "Doch selbst wenn Schavan gewollt hätte, sie hätte daran nichts ändern können. Als Kultusministerin in Baden-Württemberg hat sie selbst dafür gekämpft, dass die Bildungshoheit der Länder erhalten bleibt, und das Kooperationsverbot herbeigeführt. Ihre Amtsvorgängerin Edelgard Bulmahn (SPD) konnte sich der giftigen Pfeile der Kultusministerin aus Baden-Württemberg gewiss sein, wenn sie das Wort „Ganztagsschule“ nur in den Mund nahm. Die vom Bund 2003 angebotenen Milliarden für Ganztagsschulen verspottete Frau Schavan damals als „Suppenküchenprogramm“. Nach ihrem Seitenwechsel in das Bundeskabinett sah sie sich selbst mit der Forderung der Länder nach mehr Bundesgeld für Ganztagsschulen konfrontiert. . Frau Schavan begann ihre Karriere als Geschäftsführerin der Frauenunion und wissenschaftliche Referentin bei der bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk, das sie von 1991 bis 1995 leitete. Ihren Werdegang verdankt sie nicht nur ihrem unermüdlichen Arbeitseifer und ihrem Durchsetzungsvermögen, sondern auch katholischen Netzwerken und der Frauenförderung in der Union. Entscheidende Stellen im Bundesbildungsministerium hat sie selbst entsprechend besetzt. Zu oft war sie, die der CDU schon 1975 als Studentin beigetreten war, sowohl in der katholischen Kirche als auch in der CDU an die Grenzen der jeweils herrschenden Patriarchate gestoßen. Die Verwechslung von Frauenförderung mit Qualitätssteigerung in der Wissenschaft ist biographisch verständlich, ... . Gegen die Kritiker der Bologna-Reform kämpfte Frau Schavan mit einer Hartnäckigkeit, die an Realitätsverweigerung grenzte. Erst als die Studenten auf der Straße demonstrierten, sprach sie von „Nachbesserungsbedarf“ und wieder einmal vom „Weiterentwickeln“, mahnte auch, das Prinzip „Bildung durch Wissenschaft“ nicht zu kurz kommen zu lassen, das manche Bologna-Studiengänge soeben beseitigt hatten. Während sich der Studienalltag in überfüllten Veranstaltungen immer weiter verschlechterte, feierte sie die Bologna-Reform als europäische Erfolgsgeschichte." http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schavans-karriere-die-weiterentwicklung-der-annette-s-12057967.html . wir halten es also mit unseren kindern auch weiterhin - und höchst gelassen - genau so, wie er es auch von seinen eltern in den vorherigen generationen beschrieben haben: es wird schon was aus ihnen werden. (man bekommt das halt von zu hause so mit, nicht wahr?) und je länger talente zeit haben, sich auszubilden, zu reifen und zu vervollkommnen, desto besser womöglich(1). und nicht jedes kind ist gleich. so wie auch die zeiten unterschiedlich sind. eine familie sich aber immer im ruhigen fahrwasser befindet. . 1 - wobei es gibt mindestens noch eine weitere art des universitätsbesuches (also z.b. dessen), relativ zu den beiden von ihm beschriebenen ("der eigenen und der der anderen") - nämlich ganz einfach und wie selbstversändlich nach 12 semestern und innerhalb der regelstudienzeit abzuschließen, ohne überhaupt bemerkt zu haben, dass man studierte, eine berufsqulifikation erwarb, usw., usf. eben weil alles so selbstverständlich. und am richtigen platz. und innen und außen eine einheit. . und das tv bietet womöglich hin- u. wieder doch möglichkeiten der welt nicht ganz abhanden zu kommen. wir sahen kürzlich z. b. eine vorschau davon: "gifteln ist kleinbürgerlich" sagte man früher. es hat in vielen teilen der welt aber doch ausmasse angenommen, die an früher für unmöglich gehalten hätte. gegenden dies haben neigen natürlich eher zur "westviertelszersetzung". http://www.tvmovie.de/drogen-im-visier-tv-3608097.html?bid=3820749 (und programmzeitschriften online gibts, wer hätte das früher gedacht?)(http://www.tvmovie.de/heroin-tv-3639367.html?bid=3820751)

1 bertholdIV 10.02.2013, 19:09 Uhr

sehr schön, man sollte sich...

sehr schön, man sollte sich fast schon einen g'scheiten rausch antrinken aus freude zum als anlass der demission dieser frau prof. dr. a.s. nicht, dass der unfug an den unis nciht schon früher begonnen hätte. ich erinnere mich an die ganzen forschungsverbünde in bayern. aber das wusste man wenigstens, dass angewandte forschung nicht alles ist und man ein paar theoretiker/grundlagenforscher mitfinanzieren muss. aber dies ganze bologna reforn, ersonnen in güterloh durch das che und protegiert durch die o.g. frau prof. dr.

0 The Great Artiste 10.02.2013, 19:17 Uhr

Heute muss ich mich da...

Heute muss ich mich da zunächst einmal ThorHa anschliessen und Ihnen herzlich beiflichten. Wenn man einfach losrennt, um im Rattenrennen vorne zu liegen, hat man noch lange nicht die Frage gelöst, wohin man denn eigentlich rennen wollte. . Das ganze stammt aus dem schlabberigen Hirnbrei einiger Pokerspieler und Kettenbriefdesigner, die zu der Idee gelangten, dass die Produktion von nützlichen Gegenständen ein völlig veraltetes Wirtschaftsmodell ist, im Gegensatz zur Erfindung von genialen "Finanzprodukten". . Ich kann mich an eine Erzählung von einem Börsenmakler erinnern, der sich mit 25 schon einen offenen Opel leisten konnte (was ca. 1913 etwas ziemlich tolles war), der nach 1945 nicht mehr an die Börse zurückkehren wollte, weil den Banken ein gewisser Eigenhandel erlaubt werden würde, der die Börse zum Spielkasino machen würde. . Was ist ein wirkliches Lebensziel ? Liebe? Sex? Geld? Da habe ich schon oft Vorschläge gemacht, die ich jetzt nicht wiederholen möchte, einzig Empathie und Freundschaft stehen so heraus, dass ich sie hier kurz nennen möchte. . Um auf Materielles einen Satz zu verwenden, dass man mit einem Barchetta wunderbar Passstrassen und Seeuferpromenaden langfahren kann, genauso wie mit einem Leasingratenblender mit erstklassigem Wertverlust, da sind wir uns auch einig, wenn ich PT Cruiser als billiges Cabrio mit guter Stereoanlage lobe, in das man auch noch einiges an Gepäck rein kriegt. . Was vielleicht für jede Art von Publizist/Autor ein wertvolles Motiv sein dürfte, ist die Möglichkeit, seine Meinung und seine Erfahrungen so aufzuarbeiten, dass sie andere Menschen ins Nachdenken, ganz optimistisch zu anderem Handeln bringen. . Sonst wäre eventuell die Zeit vor dem Computer vergnüglicher verbracht vor anderen Bildchen... Nicht nur dabei, was alle jetzt denken. . In diesem Sinn komme ich auch noch mal auf mein momentanes Lieblingsthema zurück: Dieses unendliche Schweigen der öffentlichen Meinung zum Thema Fracking. Das zeigt doch die ziemliche Verkommenheit im Sinne postdemokratischer Interessenpolitik, dass nicht mal die Grünen JETZT schon dazu etwas sagen. . Wäre doch ein tolles Anliegen für die FDP, sich für Bürgerrechte stark zu machen, sich dieses Thema an die Brust zu nehmen. . Aber man fragt sich ganz unwillkürlich, wer alles da schon kassiert hat, dass man diese Schweinerei erst richtig mitbekommen hat, als schon halb Amerika verhunzt war. . Um die Frage noch einmal anders zu stellen: wie kann man heute die Welt noch verändern? Wenn man an George Clooneys "Syriana" , an Matt Damons "Promised Land" denkt, wenn man einen "Namen" hat, kann man nicht ganz wie zu McCarthys Zeiten in die zweite Reihe der Buchhaltung versetzt werden... . Und in diesem Sinn bin ich einigermassen guter Hoffnung, dass diese Plattform doch so ihr eigenes Publikum besitzt, dass die Zeit, hier mit zu kommentieren sinnvoller genutzt ist, als im Siegener St.Florianskirchenblatt den Sing- und Spielnachmittag der Senioren-Kinder-Gruppe redaktionell aufzubereiten...

Die Neureichen/Pranzer... sind...

Die Neureichen/Pranzer... sind mir immer noch lieber als nieder-bis-mittelintelligente Erben, die ach so furchtbar unauffällig mit ihrem Zugewinn (oder - God forbid - ihrer Halbbildung) angeben müssen. Ich lernte mal so einen beruflich kennen, dessen einzige Eigenschaft ausser Mundgeruch darin zu bestehen schien, auf seine immobile finanzielle Unabhängigkeit hinzuweisen. Dann sollen solche gefälligst auch gar nicht arbeiten - oder etwas Eigenes machen wie der Don. Ist angenehmer für die Mehrheit, die es muss, und es dann wenigstens ungestörter unter Seinesgleichen tut und etwas Vermögen aufbaut.

Es lässt sich doch generell...

Es lässt sich doch generell beobachten, dass ein Großteil der eifrigen Studenten versuchen, ihr Leben in den optimalen Lebenslauf zu pressen. Wäre es nicht eigentlich sinnvoller, das eigene Leben so zu gestalten, dass die Biographie für sich selbst spricht? In diesem Sinne: Hoffentlich führt Bologna nicht zu einem Aussterben der Langzeitstundenten ...

0 E.R.Binvonhier 10.02.2013, 20:48 Uhr

Die Anerkennung und den...

Die Anerkennung und den Respekt, den man landauf und landab Frau Schavan Auch von der Opposition nachträgt, ist ein einziger Kotau vor Frau Mohn und der Bertelsmann-Stiftung? nun wundert mich auch nicht mehr, dass sich Frau Schavan in ihrer Rücktrittsrede genötigt sah, Frau Merkel ihrer Freundschaft zu versichern - über die Amtszeit hinaus.

0 Der Tiger 10.02.2013, 21:02 Uhr

Zum Wohle @B4 und alle anderen...

Zum Wohle @B4 und alle anderen

0 HansMeier555 10.02.2013, 21:19 Uhr

@Specialmarke . Danke für den...

@Specialmarke . Danke für den tollen Link! Ja, es gibt Gerüchte, dass das BMBF unter Schavan mit vollen Händen Geld ausgeschüttet hat. In bester feudaler Tradition. . Ich sag ja: Auch wer mit dem Gesicht einer verkniffenen Betschwester Karriere macht, kann es faustdick hinter den Ohren haben. .

1 Norddeutsche 10.02.2013, 21:41 Uhr

Ach was, dieses unsägliche...

Ach was, dieses unsägliche Streben nach einem leistungs- und gewinnorientierten und maximierten Leben in allen Bereichen! Ist die Welt eine bessere, wenn alle BWL studieren oder irgendeinen anderen Mist, den man sich in sechs Semestern per Powerpointfolie ins Gehirn gezwängt hat? Wahre Geistesgrößen haben mindestens vierzehn Semester Byzantinistik, Ur- und Frühgeschichte, Ägyptologie, Kunstgeschichte, Romanistik, Kunstgeschichte oder Philosophie studiert. Da hat man echtes Wissen angesammelt und ist befähigt, den Rest seines Lebens Wissen zu erschließen, was so Wirtschaftsfuzzies doch trotz Promotion nicht können, weil ihnen leider grundlegende Zusammenhänge über die sie umgebende Kultur nicht bekannt sind. Aber Hauptsache, der Lebenslauf stimmt. (Für was und wen eigentlich?) In diesem Sinne@Martin: ja, ich hoffe auch, daß der Langzeitstudent als solcher nicht aussterben möge.

0 The Great Artiste 10.02.2013, 21:58 Uhr

@x, 18:21: Sie liegen sicher...

@x, 18:21: Sie liegen sicher nicht falsch - die Jugend liest Testberichte für biologisch abbaubares Geschirrspülmittel und die langlebigsten Inline-Skater-Rollen. Was ist denn der grosse Fortschritt zwischen EIFON 4.1 und 5.0? Was ist der grosse reale Gewinn, das Internet immer mit mir herumschleppen zu können? Ein bezahlbares Prepaid-Handy ( kann wirklich billig sein) ist doch prima. . Wir füttern unsere Sinne und Synapsen mit gequirler Waldmeister-Sülze aus Datenmüll. Alles richtig. Das Protestpotential ist fest in der Hand derer, die zu RäF-Zeiten totschiessen dann doch als etwas krass empfanden. Da konnte man sogar Innen- und Aussenminister werden, wenn man nicht die Reize von Volk und Blut oder schlimmerem Blödsinn entdeckte. Rainer Langhans hat im Fernsehen Käfer und Maden verspeist; wahrscheinlich weil er pleite war? . Aber gerade weil es schwierig ist, mal nicht zu schimpfen, sondern positive Ideen in die Welt zu setzen, oder zumindest nachdenklich zu machen, ist das doch eine lohnenswerte Aufgabe für kreative Geister, in der auch sie und andere sich hier ganz wacker schlagen, dank der oft amüsant vorgelegten Beiträge unseres Gastgebers.

@prince Matecki -...

@prince Matecki - Bertelsmann: ... Erstens ist vieles von dem, was die schreiben, durchaus vernünftig. Sie übertreffen ausserdem mit dem "undemokratisch" gerade Tyler noch mal um eine Nummer. Sie halten offenbar auch noch alle Entscheidungsträger - höhere Beamte gehören in einer duchlegalisierten Republik dazu - für dumm. Wenn das offene Werben für bestimmte Richtungen in einer freien und pluralistischen Gesellschaft schon per se als undemokratisch gilt, machen wir den Laden doch einfach zu und begeben uns stracks wieder in die Hände absoluter Monarchen. Da wurde nur mit gutem Essen und Kanonen geworben ... ... Gruss, Thorsten Haupts

0 perfekt57 10.02.2013, 22:15 Uhr

sein thema etwas ins...

sein thema etwas ins weltweite, also interessantere, weil deutschallein-fernere zu transformieren: hier "der general, die frauen und das globale gemälde" (mehr als nur in der phantasie) - also "der general, die frauen und multimissions in cyberspace": . "MR. CORDESMAN: Question, really—today DOD is recommending to Congress that women may be able to broaden their roles in combat. And what is the impact this is going to have on the Air Force? GEN. SCHWARTZ: Modest, because we already—99 percent of our skills are open to females as it stands today. Those that are limited right know are primarily the b skills that are involved in close combat kinds of situations. But we will be opening, for example, our air liaison officer opportunities at the battalion level to females. That is an example of one area that the new department policy will permit. The bottom line, though, for our Air Force—and I think this is true certainly for the other services—is you’ve got to go where the talent is. And 20 percent of our Air Force is female, and that’s where the talent is. . MR. CORDESMAN: In another completely different area, do you see the gradual emergence of something approaching a peer threat from the Chinese air force? GEN. SCHWARTZ: They are striving to arrive at a broad-based multiple-mission capability in airspace and cyberspace. So the short answer is it’s clear to me that, you know, the Chinese are in pursuit of that objective. And it suggests to me that we need to be cognizant of that and responsive to that reality with respect to our own capabilities." seite 14 unten: https://csis.org/files/attachments/120209_schwartz_transcript.pdf . "a broad-based multiple-mission capability in airspace and cyberspace" zusammen also ist, was wir erwarten können. abseits der tegernsee womöglich. . "And 20 percent of our Air Force is female, and that’s where the talent is." . deutlicher focus auf die holde weiblichkeit also - und zwar nahezu in einem atemzuge mit "cyberspace". die ausrichtung der zukunft also klar und deutlich zu sehen. . und wir hatten die vortragsversion bereits einmal verlinkt gehabt? https://csis.org/event/military-strategy-forum-general-norton-schwartz-chief-staff-us-air-force (wobei der general während des vortrages auch darauf hinweist, "dass es für deutlich weniger als 500 milliarden dollar pro jahr auch kaum zu machen sein würde". bislang hatten die einschnitte lediglich kapazitätsreduzierugen zur folge, aber noch nicht fähigkeitsreduzierungen. wiewohl auch ein deutliches umschwenken von europa (weniger flugzeuggestütze panzerjäger z.b.) hin nach fernost der fall sein wird.) . ... während gleichzeitig jemand hinter uns "rausch und geschäft" auf ntv sieht. "28.000 neue aids-infizierte jedes jahr in san franzisko"... . http://tv.welt.de/STV/S/obj/TC/tcShow.cfm?PK=6410162 und an einem kilo heroin verdient ein bauer in afghanistan ein jahresgehalt. der warlord, der's von ihm aufkauft, bekommt 5000 dafür, und auf dem weltmarkt ist's sodann 130.000 wert. . mein gott münchen, wie hast du es gut ...! . (und weil "cyberspace" ja evtl. auch eine gewisse innere repräsentation haben müsste hätte, "so ähnlich wie das innere abbild eines gemäldes auch".)

@Driver - Hass auf...

@Driver - Hass auf Intelligenz: ... Da ist jedenfalls was dran. In den USA hat dieser Hass inzwischen eine der beiden staatstragenden Parteien unter Kontrolle, in der man mit offen abfälligen Bemerkungen über Gebildete Wählerpunkte sammeln kann. Das könnte uns auch noch blühen, obwohl ich das in Deutschland für unwahrscheinlich halte. Alles in allem ist der Respekt vor Bildung noch ziemlich gross, allerdings verändert sich das mit der vorwiegend faktenfreien, aber emotionalen, facebook-Kommunikation gerade. ... Gruss, Thorsten Haupts

0 Folkher Braun 11.02.2013, 00:23 Uhr

@Martin: Stimmt: Habe im...

@Martin: Stimmt: Habe im Alter von 18,5 Jahren ein Studium angefangen und mit 22,7 Jahren abgeschlossen. Wurde dann Berufsschullehrer weil keine Partei, Gewerkschaft, Versicherung, Bundesbahn einen so jungen Akademiker haben wollte. Dann habe ich ein Jahr lang sogenannte "Hauswirtschaftsklassen" (kleine pubertierende Mädges) an der Berufsschule in Bocholt unterrichtet. Nach einem Jahr habe ich das drangegeben. Und wurde Lastwagenfahrer. Was ist der Vorteil des Lastwagenfahrens gegenüber dem Berufsschul- Pädagogierens? - Die Stille. Also besser Langzeitstudieren statt Kurzzeit- Berufsverzwängung auf wenige Nachfrager.

0 Tyler Durden Volland 11.02.2013, 00:49 Uhr

@HansMeier555 "Brain up --...

@HansMeier555 "Brain up -- Deutschland sucht die Super-Uni. Kein Witz: Das war der Werbespruch, mit dem Frau Bulmahn 2004 den Rattenwettlauf gestartet hat.“ Ja, das ist wahr, allerdings vertuscht ihre Feststellung wieder mal das Entscheidende: Damit sowas funktioniert braucht man auch das passende Volk dafür. Also eines, das es völlig in Ordnung findet wenn sowas wie Kohl, Schröder, oder gar Merkel durch freie Wahlen Kanzler wird… Bulmahn ist eine ganz normale Besetzung… sie vergessen, dass selbst ein Kohl 16 Jahre lang gewählt wurde. @E.R.Langen „Bitter kommt es einen auch an, dass dem Fall Schavan überdauernd "Tragik" attestiert wird.“ Redlicherweise sollten schon auch sagen, dass dies von Merkel getan wird. Also auch dies: völlig normal. Sowas wird vom deutschen Volk ja trotzdem gewählt…. @prince Matecki Deutschland wird ja schon seit längerem von Angela, Friede und Liz regiert. Sehen sie irgendwo Protest dagegen? Also wird es die Mehrheit schon in Ordnung finden. @Driver „Ja, es gibt einen Hass auf Intelligenz…“ Ich freue mich immer wieder, wenn jemand den Nagel so auf den Kopf trifft.

0 Dreamtimer 11.02.2013, 01:50 Uhr

"Sobald die Intelligenz Texte...

"Sobald die Intelligenz Texte produziert, hassen wir sie." . Ich glaube auch, dass die Leute jede Art von intellektueller Elite von Grund auf ablehnen und ihr unterstellen, nichts zu können und das auch noch schlecht. Die Abneigung beruht freilich auf Gegenseitigkeit und die Möglichkeiten das gemeine Volk herabzusetzen erweisen sich endlos. Sie wird auch nicht dadurch gemildert, dass die Gräben innerhalb der Intelligenz noch tiefer zu sein scheinen, als die zwischen ihr und dem Rest der Gesellschaft. Da hackt wirklich jede Krähe der anderen ein Auge aus und oft kann man einfach dasitzen und warten bis Intellektuelle sich gegenseitig fetzen, dabei seinen Spaß haben und sich wundern. . Nach dieser Logik müsste die Intelligenz als gesellschaftlicher Stand eigentlich schon lange aufgehört haben zu existieren. Nur so einfach ist das in einer Demokratie ja nicht. Im schlimmsten Falle wird sie dort marginalisiert, fühlt sich wirkungslos und muss sich über den Buchmarkt oder Zeitungen/Zeitschriften finanzieren, wenn der Staat ihr die finanziellen Zuwendungen streicht. Nur welcher unter den idiotisierten Massenmenschen sollte auf die Idee kommen, ihre Bücher zu kaufen? Die wollen doch alle nur Superstars, Fußball, Pilcher-Kitsch und Dschungle-Camp. . Ihre Persistenz gibt einem dann doch zu denken und während sie sich selbst als Randgruppe betrachtet, die kurz vor der Auslöschung durch den Mob steht, kann man sich die Frage stellen, ob man ihrer Selbstbeschreibung nicht allzu sehr auf den Leim geht. Ist die Hypochondrie der Intelligenz, die Drohung ihres baldigen Untergangs nicht der Kern ihres Geschäftsmodells? Den Leuten unangenehme Wahrheiten zumuten, die sie nicht hören wollen, scheint genau das zu sein, wo alle hinhören. Man kann gar nicht genug Verdrängtes exponiert bekommen. Gewiss, Extrempositionen zu beziehen und radikale Kritik zu üben ist riskant, aber so wurde der Beruf nun einmal gewählt. . Schwer wiegt allerdings, dass Kritik und Volksbeschimpfung auch originell sein müssen, was die Zahl jener natürlich begrenzt, die als kritische Intellektuelle ein Auskommen haben können.

Topfenkolatschen mit...

Topfenkolatschen mit Migrationshintergrund muss die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden! . So true, brother, so true.

0 HansMeier555 11.02.2013, 06:37 Uhr

Ach Tyler Durden, . ganz so...

Ach Tyler Durden, . ganz so einfach ist es auch nicht. Zwischen dem "Volk" da unten den politischen Entscheidern da oben befinden sich komplexe Mechanismen der Meinungs- und Willensbildung, die wiederum von Verhältnissen der Abhängigkeit und Rivalität durchzogen sind. Das "Volk" kann da nix dafür. Die meisten Leute haben andere Sorgen als Wissenschaftspolitik und unterstellen den "Großkopferten" da oben, dass die schon wissen, was sie tun. . Wenn man irgendwem Vorwürfe machen muss, dann dem Professoren-Volk. Die hätten sich wehren müssen und haben's nicht getan. . Das ist die eigentlich schockierende Entdeckung der letzten 15 Jahre: Dass der Teil der Bevölkerung, der defiinitionsgemäß über die bestmögliche Bildung verfügt und zum großen Teil finanziell abgesichert ist, sich als unfähig erwiesen hat, diejenige "demokratische Kultur" zu leben, welche zu verkünden oder gar zu "garantieren" er doch bis dato immer als seine Aufgabe bezeichnet hat. . "Wir brauchen die Geisteswissenschaften, um die Gesellschaft zu Humanismus und Demokratie zu erziehen" -- das ist das Credo und das Mantra, aus dem sie letztlich ihre Existenzberechtigung ableiten. . Aber in der Stunde der Wahrheit haben sie keinen Widerstand organisiert. Ihr Verhalten war stattdessen duckmäuserisch, obrigkeitshörig und vorauseilend gehorsam, im besten Fall taktisch geschickt auf institutionelle Besitzstandswahrung bedacht. . Ja, sie waren bereit, jeden albernen Schnickschnack mitzumachen. In der Hoffnung, dass das "oben gut ankommt". Genau wie so ein feiger Streber in der Schule.

0 HansMeier555 11.02.2013, 06:45 Uhr

Apropos "Hass auf...

Apropos "Hass auf Intelligenz" . Schlimmer ist der Selbst-Haß. Diese Geisteswissenschaftler haben enorme Komplexe - weil man sie ja, im Gegensatz zu Ingenieuren, Juristen oder Wiwis eben "nicht braucht". Darum sind sie völlig unfähig, ihren Standpunkt offensiv zu vertreten. . Stattdessen neigen sie dazu, sich a) zu verstecken oder b) bei starken, mächtigen Instititutionen und Trends (wie z.B. dem Privat-TV) Trittbrett zu fahren. . Sie suchen so verzweifelt nach Existenz-Begründungen, dass sie über Gründe gar nicht mehr nachdenken können. . Hinter dem albernen Slogan "Deutschland sucht die Super-Uni" steckt ja auch die heimliche Sehnsucht, vom breiten Volk da draussen endlich wieder einmal geliebt und akzeptiert zu werden.

0 HansMeier555 11.02.2013, 06:55 Uhr

Und natürlich so idiotische...

Und natürlich so idiotische Überschriften wie: . "Dreijährige hat höheren IQ als Einstein". . Da hat man die ganze Besessenheit, alle Fetische auf einmal: Wunderkind! IQ! Einstein! . Aus meiner Sicht ein Fall fürs Jugendamt.

0 bertholdIV 11.02.2013, 06:56 Uhr

@prince Matecki 10. Februar...

@prince Matecki 10. Februar 2013, 11:53 sie haben recht, aber der link che - bertelsmann ist zu nennen. che ist das instrument, in dem man das bei den unis den wissenschaftlichen anstrich gab. hier für alle, die es nicht kennen: http://www.che.de/cms/?getObject=5&getLang=de

Geht es Ihnen persönlich...

Geht es Ihnen persönlich MATERIELL besser oder schlechter als zu Kohls Zeiten? Fühlen Sie sich MENTAL besser oder schlechter als zu Kohls Zeiten? . Woran liegt das? . Möchten Sie lieber gestorben sein oder noch eine Zeit leben als gesundes Tier? Und als welches? . http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/antworten-auf-max-frisch-was-fehlt-uns-zum-glueck-1635100.html

@Driver Das Einwerben von...

@Driver Das Einwerben von Mitteln ist ja gar nicht so tragisch - es hat auch Vorteile, wenn man sich über seine Arbeit einmal etwas mehr Gedanken machen muß und von Gutachtern ein paar sinnvolle Ratschläge gibt. Das Problem ist, daß es immer schwieriger wird, diese Mittel einzuwerben (bei uns im UK eine Erfolgsquote von weniger als 10% in manchen Bereichen) und daß es sehr viel Arbeit macht, solche Anträge zu schreiben. Forschung - zumindest in den Naturwissenschaften - ist teuer, und wenn man allen die gleichen Mittel zur Verfügung stellen würde, wäre für viele einfach nicht genug vorhanden (das ist ähnlich wie beim Gesundheitssystem - wenn die Resourcen endlich sind, muß man sie irgendwie sinnvoll aufteilen). Aber wie soll sich das ändern? Der "gemeine Bürger" bekommt von der Forschung doch praktisch nichts mit außer ein paar Pressemeldungen über Erfolge (die es geben muß - man will ja schließlich im Gespräch bleiben) oder Skandale. Ansonsten leben "wir" ziemlich abgeschnitten von der Außenwelt und sogar Studenten sind der Ansicht, daß wir abgesehen von ein paar Vorlesungen den Tag mit Kaffeetrinken zubringen. Ich wurde schon mehr als einmal gefragt, wann ich denn endlich mal was "richtiges" mache und mir eine Stelle suche, weil man an der Uni ja eigentlich nur rumgammelt. Das liegt aber mMn auch daran, daß Wissenschaft und Forschung - gerade in Deutschland - mit sehr viel Skepsis und fast schon Abneigung gesehen wird: Neue Studienergebnisse? Garantiert von der Industrie gekauft. Gentechnik? Böse, besonders die grüne. Tierversuche? Schrecklich. Die "Wissenschaft" braucht man genausowenig wie man früher die Kraftwerke gebraucht hat, da der Strom ja aus der Steckdose kommt. Es ist eine Spielerei von ein paar Spinnern.

0 Thorsten Haupts 11.02.2013, 07:59 Uhr

@HM 555 -...

@HM 555 - Geisteswissenschaftler: ... Die sind doch nie in einer halbwegs modernen Gesellschaft angekommen. Mit zwei von deren tragenden Säulen fremdeln sie erkennbar bis heute - Demokratie (wegen "das Volk ist dumm") und Marktwirtschaft (wegen Konkurrenz und der Produktion von Siegern und Verlierern). ... Was erwarten Sie denn von einer beamteten Schicht mittelmässiger Vergangenheitsbewältiger, deren offener Traum von Gesellschaft sich auf sozialbürokratischen Verwaltungsdirigismus beschränkt? Impulse für diejenigen, deren Leben sich nicht auf die Interpretation antiker Texte bezieht? ... Und was die fehlende Gegenwehr gegen "Bologna" betrifft, dazu nur zwei Anmerkungen: 1) Deutschlands Stärke war nie seine Akademiker-, sondern seine dem dualen Ausbildungssystem entspringende Facharbeiterschicht. Den Sirenengesängen der schlechtinformierten OECD durch noch schlechter informierte Akademiker folgend haben wir das System schon nahezu kaputtgekriegt, was durch noch so viele halbgebildete Akademiker nicht zu ersetzen ist. 2) Bologna war die natürliche und unvermeidbare Reaktion darauf, dass 50% der Schulabgänger eben nicht alle in die Wissenschaft wollten, sondern die meisten nur (schnell) einen berufsqualifizierenden Abschluss. Die Alternative hätte darin bestehen müssen, den Run auf die Hochschulen zu beenden. Was mit der Verankerung akademischer Selbstbeweihräucherung in Medien, Politik und Beamtenschaft politisch unmöglich weil undenkbar war. Der Widerstand einiger Professoren hätte am Grunddilemma nichts geändert. ... Gruss, Thorsten Haupts

HansMeier555, 07:37ff Ich kann...

HansMeier555, 07:37ff Ich kann Ihnen voll zustimmen! Das 'Volk' hat zur Mehrheit andere, banalere Probleme, als sich über Frau Schavan und Exzellenz-Unis aufzuregen. Die sog. Eliten sind es, die immer wiede versagenr, die, die es besser wissen, bzw. besser wissen könnten. Aber die schimpfen nur auf das blöde' Volk', das Kohl, Schröder, Merkel wählt. So einfach ist es halt nicht! Aber trotz allen 'Flaschen', die das blöde 'Volk' wählt: Wir leben in der besten Welt aller Zeiten - und jammern auf höchstem Niveau. 90% der Weltbevölkerung wäre froh, wenn sie nur unsere Sorgen hätten!

0 braincoach 11.02.2013, 08:57 Uhr

...A L L E Handlungen müssen...

...A L L E Handlungen müssen nachhaltig sein...

0 colorcraze 11.02.2013, 09:07 Uhr

Man hat so das Empfinden einer...

Man hat so das Empfinden einer Kohl-Ära, in der auch nichts weiterging und nur das Handaufhalten immer merklicher wurde. Aber heute empfinde ich es als zersplitterter, so wie ein scharfkantiger Scherbenhaufen. Dafür scheinen mir die Leute allmählich weitsichtiger werden zu wollen, sie geben sich nicht mehr so vollständig mit der erstbesten Kulissenarchitektur zufrieden (man ist sich inzwischen halbwegs bewußt über die Steuerung aus dem Hintergrund, wie es etwa B4 immer mal wieder anspricht; allerdings meine ich doch, daß es irgendwo zusammenlaufen bzw. einen "Chef" haben müßte, der ohne Weisungen agiert, sondern nur Untergebene hat, und eine solche Instanz ist mir bis jetzt noch nicht wirklich glaubhaft untergekommen.) - Sonst: ist die Fasnacht denn merklich? Hier in Charlottenburg merkt man wie immer nichts davon.

0 colorcraze 11.02.2013, 09:22 Uhr

@ThorHa: mit dem Ansprechen...

@ThorHa: mit dem Ansprechen der in ziemlicher Breite veränderten Ausbildungsbedingungen zeigen sie eine Veränderung der Lebensrealität über die Generationen auf. Unis als Ausbildungsstätten sind unter anderem auch eine Art Auslagerung der notwendigen Welterfahrung für Jüngere als Simulation. So eine Art Aufschieben von sich existentiell auswirkenden Tätigkeiten, als da wären Welt anschauen und kennenlernen, Einkommen sichern und Familie gründen. Die Haptik rutscht völlig weg, es wird nur noch geäugt.

0 prince Matecki 11.02.2013, 09:28 Uhr

Ach, es ist immer "nicht alles...

Ach, es ist immer "nicht alles schlecht" oder "nicht alles dumm", wie wahr, das meinten schon Vorfahren. Aber der Bund hat in der Wissenschaftspolitik nur eine schmale Kompetenz. Trotzdem hat er (bzw. sie A.S.) die Länder getrieben. Kleine Scherzfrage: warum hat man die Medizin-Studiengänge (Human-, Zahn-, Veterinär- M und Pharmazie) nicht auf bachelor / master umgestellt? Etwa weil sich Politiker und Ministerialbeamte rechtzeitig vorgestellt haben was das in 10 Jahren bedeuten würde, wenn man selbst oder mit Waldi........? . Die OECD Vergleiche hinken unter anderem deswegen regelmäßig, weil wir besonders im Gesundheitswesen für die Assistenzberufe eine Fachschulausbildung (Schwesternschulen, MTA-Schulen usw) haben, während andere europäische Länder dafür eine Fachhochschulausbildung ("applied sciences") haben, rechnet man die Beschäftigten bzw. Schüler dieser Systemteile in D zu den akademisch gebildeten kommt man zu fast gleichen Quoten wie im OECD Schnitt. Die EU Initiative, für Ausbildung im Gesundheitswesen einen 12-jährigen Schulbesuch als Eingangsvoraussetzung zu fordern, hat D im Rahmen der EU torpediert, man wird es auch in Zukunft tun. Dabei fordern das - und die "akademische Pflegeausbildung" auch die Fachverbände des Pflegepersonals in D. Die Verweigerung seitens der Politik hat nur einen Grund: In D folgt die Bezahlung im öffentlichen Dienst (und der Gesundheitssektor ist in weiten Bereichen Öffentlicher Dienst oder - kirchlich, frei gemeinnützig tarifähnlich zum ÖD) dem Ausbildungsabschluss. Wären Schwestern Fachhochschul - studiert müssten sie in den gehobenen Dienst, die Pflegedienstleiterin mit Master in den höheren Dienst bzw. vergleichbare TVöD Gruppen. Dann würde das Gesundheitswesen noch unbezahlbarer. Und weil nicht sein kann was nicht sein darf, wird es politisch da keine Beschlüsse in diese Richtung geben. Merkwürdigerweise erscheint das beim che nicht in den Berichten. Ein Schelm, wer dabei böses denkt!

0 colorcraze 11.02.2013, 09:31 Uhr

@achwas: ich stelle mir das...

@achwas: ich stelle mir das Dasein als Tier etwas langweilig vor, aber wenns sein müßte, wäre es als Wildsau oder Keiler im Tegeler Forst vielleicht noch am lustigsten, dann kann man Spaziergänger auf Bäume jagen.

0 antagonist 11.02.2013, 09:42 Uhr

Na ja, hier stehen ja jede...

Na ja, hier stehen ja jede Menge kluger und erhellender Kmmentare in dieser Ausgabe des Blogs. Wirklich schön, auch in der sorgfältigen Analyse! Ählisch! Nur Eines kann ich mir gegenwärtig nicht vorstellen. Nämlich dass, unter natürlich veränderten histrischen Umständen, es Personen wie die "Göttinger Sieben" in der heutigen, deutschen akademischen Welt/Landschaft geben würde. Denen würde sofort eine gehörige Portion Mohn eingeträufelt, danach wären sie schavanisiert und schliesslich eingemerkelt worden. So wie ja früher schon vor 89 solche Mißliebigen verkohlt wurden, oder verhonneckert. Man mache sich nichts vor, unter anderen politisch parteilichen Auspizien wäre es nicht anders abgegangen.

0 bertholdIV 11.02.2013, 09:49 Uhr

@colorcraze in wien ist leider...

@colorcraze in wien ist leider auch nichts von fastnacht..aber dafür halt bälle; na ja @Thorha mit ihrer analyse zu bologna haben sie ziemlich recht. hinzufügen würde ich noch den massivsten ausbau der fh's auch benutzt um manche uni in einen sinnlosen konkurrenzkampf zu treiben

0 antagonist 11.02.2013, 09:51 Uhr

Man muß sich das mal...

Man muß sich das mal vorstellen, im sog. finsteren(?) Mittelalter konnten schon begabte Dreizehnjährige ohne Regelabfrage studieren, Sechzehnjährige hielten ihre disputatio ab zur Verteidigung ihrer Thesen in Latein. Und waren danach ein frischgebackener Doctor der freien Künste. Was wir gegenwärtig haben ist eine, in großen Teilen, aufgeblähte monströse, nachhaltige Bürokratismus-Maschine, die sich Wissenschaft schimpft.

0 HansMeier555 11.02.2013, 09:57 Uhr

@ThorHa . Es geht nicht nur...

@ThorHa . Es geht nicht nur darum, was "Deutschland Stärke" ist. Gerade die Geisteswissenschaften sind immer schon eine internationale Angelegenheit gewesen, wo es (anders als auf dem Weltmarkt für PKWs) nicht darum gehen konnte, andere zu übertrumpfen. . Trotzdem kann ich Ihnen sagen: Das Ansehen, das Deutschland über lange Zeit in der Welt genoss, beruhte nicht zuletzt auf den Leistungen Deutscher "Dichter-und-Denker"; all dieser Orientalisten, Altphilologen, Archälogen, Historikern, Philosophen, etc. Über viele Jahrzehnte hinweg war das für Bildungsbürger auf der ganzen Welt (sic) ein wichtiger Grund, deutsch zu lernen. . In der Mitte des 19. Jh. waren viele dieser Professoren politisch engagiert (für die Demokratie) und nahmen dafür beträchtliche Existenzrisiken in Kauf. (Bestimmt auch nur damals eine kleine Minderheit, aber immerhin eine recht gut sichtbare und hoch angesehene): . Allerdings gibt es für Kunstmuseen, archäologische Ausgrabungen oder Quellen-Editionsprojekte tatsächlich keinen "freien Markt", das jemals finanzieren könnte. Insofern kann man es diesen Institutionen nicht vorwerfen, dass sie "nicht dort angekommen sind". So gut wie alle alten deutschen Unis (deren Tradition von modernen Leistungs-Fanatikern so sehr als Prestige-Fetisch geschätzt wird) wurden von mehr oder weniger absoluten Fürsten gegründet und finanziert (deren Namen sie in der Regel heute noch tragen). Wer diesen Institutionen mit dem "Markt" kommt, kann sie auch gleich zumachen. Das ist halt die Frage, die die Gesellschaft für sich selber beantworten muss. Ob sie solche Institutionen überhaupt braucht. In Lateinamerika oder in der GUS hat man das ja auch nicht, und die Leute leben trotzdem. . Der Lebensentwurf der Akademiker ist einfach ein anderer: Sie geben sich mit einem vergleichsweise geringen Einkommen zufrieden und verzichten auf das Geld, das sie mit ihren Fähigkeiten anderswo verdienen könnten. (Das gilt ausdrücklich auch für die "mittelmässigen". Auch die könnten als Bankangestellte, Immobilienmakler oder Ministerialbeamte vermutlich mehr verdienen.). . Darauf verzichten sie, wollen dann aber auch ein wenig Sicherheit. . Sehen Sie sich doch einmal um auf der Welt, insbesonder in der anglo-sächsischen, die Leute mit Ihrer Meinung immer als Vorbild anführen: Die sind jetzt alle vollgestopft mit deutschen Akademikern, von denen viele in den 80ern und 90ern an irgendeiner grauen, gesichtslosen, mittelmäßigen deutschen Massen-Uni studiert haben, die es auch seitdem in keinem dieser idiotschen "Rankings" je auf einen vorderen Platz geschafft hat. Aber um heute in Oxford oder Harvard zu unterrichten, sind die dort ausgebildeten weltfremden Träumer trotzdem irgendwie gut genug. Wie kommt das nur?

@Thorsten Haupts Die...

@Thorsten Haupts Die Geisteswissenschaften sind genauso notwendig wie die Naturwissenschaften; nur eben auf eine andere Art. Ich bekomme diesen Konflikt auch regelmäßig mit, da sich manche Geisteswissenschaftler für geistig überlegen halten und das den Naturwissenschaftlern auch zeigen (und vice versa). Aber letztendlich haben wir ja alles das gleiche Ziel - ein ruhiges Leben und eine großzügige Rente. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß die Zusammenarbeit mit Geisteswissenschaftlern eigentlich fast immer zu interessanten Ideen (und Ergebnissen) geführt hat, zumindest nachdem man angefangen hat, sich gegenseitig zu verstehen. Und das ist mMn auch eine der großen Stärken von Einrichtungen wie Oxford oder Cambridge, wo sich die verschiedenen Fachbereiche im College treffen und sich eben auch unterhalten. Und nicht nur Geisteswissenschaftler fremdeln mit den Prinzipien von Marktwirtschaft und Demokratie (die ja auch viel miteinander zu tun haben), denn in der Wissenschaft ist es eben nicht die Mehrheit oder der Erfolg, der das Ergebnis bestimmt. Gute Wissenschaft zeichnet sich oft dadurch aus, daß sie eine Minderheitsmeinung vertritt.

0 HansMeier555 11.02.2013, 10:11 Uhr

Und, lieber ThorHa, noch...

Und, lieber ThorHa, noch einmal speziell für Sie. . Wissen Sie, gerade die Geisteswissenschaftler sind eigentlich schon immer dem größten Existenzrisiko ausgesetzt gewesen. Die Gefahr, später keinen gutbezahlten Job zu finden, war für sie schon immer viel höher als für Physiker, Mathematiker, Ärzte, Juristen, Wiwis und so fort. . Die Situation, wie sie hier beschrieben wird: Anfangs viel Party, am Ende das Rattenrennen um die rettenden Plätze im Boot -- das war für Literatur- oder Musikwissenschaftler oder Kunsthistoriker doch schon immer die Realität, auch zu den gemütlichsten Zeiten unter Helmut Kohl. . Insofern ist der Vorwurf -- ihr seid faul, feige, mittelmäßig und habt ein Problem mit der Konkurrenz -- wirklich ungerecht. Nirgendwo ist die Konkurrenz so hart wie unter Germanisten. . Die Lebensrealität sieht so aus, dass die, die "es schaffen wollen" sich eben 20 Jahre (oder wie lange sie brauchen, um irgendwann eine unbefristete Stelle zu ergattern) kaum je ein freies Wochenende gönnen und auch nachts um 2 noch über Manuskripten hängen. . Sorry, falls das "weinerlich" klingt. Aber es muss auch einmal gesagt werden.

0 astroklaus 11.02.2013, 10:15 Uhr

"Bologna" hat in D genau in...

"Bologna" hat in D genau in den Dünkelgraben zwischen Unis und FH getroffen und damit (wie beim Kegeln) alles umgerissen. Einen relativ zügig zu erreichenden Berufsabschluß anzubieten, wäre ja eher eine Aufgabe für Fachhochschulen, aber damit hätten die Unis deutlich weniger Studenten - und da das schon etabliert war, die Bedeutung an Hörerzahlen zu messen, wäre das natürlich fatal gewesen. Eine Zusammenarbeit war auch undenkbar ("wir, die Uni, mit einer - wie war das noch mal - FachhochSchule??") Zum Ausgleich für das so eingehandelte Elend stürzt man sich nun auf die "Exzellenz". Das sind dann die "Leuchttürme", die vereinzelt aus dem Sumpf ragen - nur ist eine einsame Spitze ohne tragfähige Umgebung und Basis eher ein Blender als eine Hilfe. Was für seltsame Blüten dort treiben, kann man auch bei dem Wettbewerb um die "European FET-Flagship"-Gelder bewundern: Wenn auch das Projekt abgewiesen wurde, das mal eben die gesamte(!) Welt simulieren und passende Zukunftsvorhersagen machen wollte, so blieb doch u.A. übrig, das man immerhin das gesamte menschliche Gehirn simulieren möchte und ein Projekt mit dem poetischen Namen "Guardian Angels for a Smarter Planet" (je nach Lesart eine Art Super-Nanny "from the cradle to the grave" oder die ultimative Abgabe jedes Denkprozesses an Maschinen oder 1984 per PDA). Wenn man mal ein wenig durch das Antragsmaterial solcher Projekte gestöbert hat, kann man sich fragen, wer da größenwahnsinniger ist: die Antragsteller, die mit Euro-Glitzern vor den Augen alles versprechen, was ein Gutachter gerne hören möchte oder die Komission, die glaubt, mit einem solchen Verfahren könnte man Forschungsgeld sinnvoll verteilen. Auf der Ebene der Sonderforschungsbereiche habe ich das schon selber erlebt, daß ein offensichtlich sinnloser mit allerdings den richtigen Vokabeln im Antrag weiter gefördert wurde (das notwendige Gerät stand erst Jahre später zur Verfügung), während ein anderer sehr guter, aber bescheidener, gestrichen wurde (der Vollständigkeit halber: beteiligt war ich am ersten, wenn auch nur sehr indirekt).

@colorcraze im Tegeler Forst: ...

@colorcraze im Tegeler Forst: Noch besser: BMX- und andere Radler

@RoRo: Es ist immer müßig,...

@RoRo: Es ist immer müßig, darauf hinzuweisen (um hiesiges zu entschuldigen), dass es "woanders" noch schlimmer sein. Das macht man im Kindergarten.

0 Der Tiger 11.02.2013, 10:59 Uhr

@colorcraze – Ich fürchte,...

@colorcraze – Ich fürchte, Sie haben keine Ahnung. Ich fühle mich als Tiger blendend und habe mir ganz bewusst diese Existenz gesucht, anderenfalls würde man mich vielleicht mit Dr. House verwechseln, so’nen Spießer. . Um es ganz klar zu sagen, ich bin viel lieber DER Tiger (nicht Theobald Tiger von Tucholsky) als Mutti vom Kanzleramt. . @berthold4 – Was Theobald Tiger vom NRW Blog betrifft, hätte ich da eine Frage an den Alleskönner. Was haben sich die Anonymen dabei gedacht, einen Blog für Steinbrücke zu finanzieren? Wollten die ihn bewusst in eine Falle locken? Ich denke, wenn man jemanden in seiner Bundeskanzlerkandidatur unterstützt, sollte man das ganz offen tun. Seit Kohl’s Fehltritt anonymer Spender müsste das doch jedem klar sein – den Anonymen als auch Steinbrücke als auch der SPD.

0 Der Tiger 11.02.2013, 11:07 Uhr

Und bevor jetzt jemand fragt,...

Und bevor jetzt jemand fragt, wen ich als Kanzlerkandidat denn unterstützen wollte, antworte ich mit den Worten des Junckers aus Luxemburg: “Wer eine Verhandlungsstrategie hat, sollte sie nicht vor Beginn der Verhandlungen offenlegen, sonst hat er nämlich keine mehr.” (Interview NZZ 19. Januar 2013)

Ist es nicht auch Aufgabe der...

Ist es nicht auch Aufgabe der Medien zwischen 'denen da oben und uns da unten' vermittelnd und erklaerend dazischen zu stehen. Da schaut's in D grausig aus. Aus technischen Gruenden nutzte ich eher BBC, Al Jazeera und Deutsche Welle. Dort findet man Diskussionsrunden in denen die Diskutanten etwas zu sagen haben. Es lohnt sich nicht fuer Maischberger etc. die nacht zu verlieren. Die 'Bild am Montag' ist auch als 'SPON' kaum zu ertragen. Es kaimt der Verdacht das Methode dahinter steckt den Plebs dumm zu ahlten und aus Verzweiflung Dschungelgeschichten konsummieren zu lassen.

0 just2cent 11.02.2013, 11:11 Uhr

Das Problem mit der Uni und...

Das Problem mit der Uni und Schule liegt doch auf der Hand. Das ganze Bildungssystem, die Vorlesungstruktur ist nicht auf ein denkendes Individuum, auf die schon erwähnte "Intelligenz" ausgerichtet. Die "Intelligenz", sofern sie sich nicht einem bestimmten Zweck untergeordnet ist, wird erst dann für sich genommen wirkungsvoll, wenn die Entfaltung der eigenen Gedanken aus sich selbst, aus einem eigenen inneren Werte-Koordinatensystem heraus entstehen und der Dialog dabei ehrlich und selbstreflektierend mit sich selbst immer wieder geführt wird. Jedoch wird in allen Bildungsinstitutionen des Staates, das eigene Denken und die Kreativität des freien Geistes auf das höchste mit allen möglichen Mitteln "bekämpft". Das liegt daran, dass das Individuum gezähmt und "geradegerichtet" werden soll. Die Bologna Reform bildet dabei nur die Spitze des Eisbergs, wonach die Studenten nur noch studieren um später für die Wirtschaft zu "funktionieren". Die Ideologie ist einfach: Am Ende des ganzen Bildungs- und Erziehungsprozesses sollen funktionierende, an das System angepasste "Sklaven" rauskommen und keine aufgeklärten, mündigen, selbstständigen und reflektierenden Individuuen und schon garkeine freien Geister, die stets jede Struktur, die der Entfaltung ihres freien Geistes behindert in Frage stellen und zu bekämpfen versuchen. Am Beispiel der Lehrerausbildung im Referendariat, ist gerade das Andocken an das System von Vorteil, wo jeder innere Widerstand gebrochen wird und wo am Ende Lehrer rauskommen, die sich selbst und das System nicht mehr hinterfragen. Der innere Widerstand und der innere Selbstdialog ist zum Wohle des Systems aber zum Leid der Schüler erloschen. Die meisten Universitäten und Schulen in Deutschland bieten im Grunde jämmerliche Arbeitsplätze für angepasste und bestens funktionierende Nerds. Die Selbstentfaltung und der innere Prozess wird bei der täglichen Arbeit verleugnet und alles was dort vom Menschen bleibt ist zwar ein von außen funktionierendes Wesen aber eine von innen verwesene Leere und meist leblose Hülle.

0 donalphonso 11.02.2013, 11:16 Uhr

antagonist, as latein des...

antagonist, as latein des Mittelalters war mehr so ein Haufen zusammenkeklebter Formulierungen, und die normale Klosterbibliothek bestand aus einem Schrank meist recht gleichlautender Bücher. Ich glaube, das kann man nicht vergleichen.

0 Thorsten Haupts 11.02.2013, 11:30 Uhr

@HM 555: ... So kann man sich...

@HM 555: ... So kann man sich auch missverstehen. Meine Kritik an den Geisteswisenschaften bezog sich explizit nicht darauf, dass diese mit Markt oder Demokratie beruflich ein Problem hätten, sondern darauf, dass die politisch wirksamen unter ihnen mit der Gesllschaft über Kreuz liegen, und dass schon seit einem Jahrhundert. ... Was die Bezahlung angeht - so, so, Börsenmakler, Äzrte oder Versicherungsvertreter verdienen also per se mehr? Wann hatten Sie das letzte Mal einen Zusammenstoss mit der Realität? ... Aber im Ergebnis liegen wir so weit gar nicht auseinander. Natürlich brauchen Geistes- und Kulturwissenschaften ein staatlich finanziertes Umfeld für ihre brotlose - aber lebensnotwendige - Kunst. Mein Einwand bezog sich auf Ihr "widerstandsloses Umfallen", dass ich als Ergebnis über Jahrzehnte aufgebauter Dekadenz begreife, nicht aber als Einknicken vor dem bösen Neoliberalismus. Nicht nur bei Ihnen ist "Neoliberalismus" ein überlanges Wort für "Teufel" geworden, religiöse Instinkte müssen auch beim modernen Menschen irgendwohin? ... Gruss, Thorsten Haupts

0 Thorsten Haupts 11.02.2013, 11:34 Uhr

@Astroklaus - Unis und...

@Astroklaus - Unis und FH: ... Bingo. Nicht umsonst kam eine Altfunktionärs-Kommission meines Studentenverbandes schon 1992 zu dem Schluss, wer mehr Leute akademisch ausbilden wolle, müsse die FHs (zu Lasten der Unis) massiv ausbauen. In der Realität wegen der erwartbaren Widerstände völlig illusorisch wurde "Bologna" erfunden, das auf eine Ver-FH-lung der Unis hinausläuft. ... Gruss, Thorsten Haupts

0 HansMeier555 11.02.2013, 11:45 Uhr

Wer ein Bildungssystem will...

Wer ein Bildungssystem will wie im Mittelalter kriegt dann halt auch einen Bildungsstand wie im Mittelalter. . In den USA hat man lange geglaubt, das es genügt, wenn das Universitätssystem "Weltklasse" ist und das Schulsystem gerne mal die ärmeren zwei Drittel vernachlässigen darf. Und jetzt wundern sie sich. . In den Nachkriegsjahrzehnten waren die USA nicht nur bei Science/Medicine tonangebend, sondern auch in den Geisteswissenschaften. DAs ist jetzt längst nicht mehr so. Inzwischen hat Deutschland gegenüber der angelsächsichen Welt beträchtlich an Prestige und "Relevanz" zurückgewonnen. . Was sagt uns das? Ich glaube, folgendes: 1) Die US Humanities hatten ihren Boom zum großen Teil europäischen Emigranten zu verdanken, die vor den Nazis und Kommunisten dorthin geflüchtet wren. Die waren um 1990 alle in Rente. 2) Die US-Gesellschaft produziert da selber viel zu wenig Nachwuchs. Woher soll der auch kommen? Um in den Geisteswissenschaften "exzellent" zu sein, muss man mindestens zwei Fremdsprachen können, und damit fängt der Normalami doch gar nicht an. Weil seine Eltern gar nicht wissen, wofür man "das braucht".

0 whatcrisis 11.02.2013, 11:51 Uhr

Noch ein Rücktritt. Auf die...

Noch ein Rücktritt. Auf die mediale Vermittlung bin ich mal gespannt. Schlechte Stimmung? Fallende Werte?

0 prince Matecki 11.02.2013, 11:54 Uhr

Don Alphonso, das wage ich zu...

Don Alphonso, das wage ich zu bezweifeln. Die Pariser Universität hatte schon kurz nach der Gründung Zugang / Zugriff auf vierstellige Zahlen von Manuskripten, es gab Fristen für Professoren (und dass einige zweimal berufen wurden, d.h. nach einer Unterbrechung erneut dort lehren, galt als große Ehre). Nicht zuletzt, ohne fleißige Nonnen und Brüder, die in Skriptorien antike Autoren abschrieben (was müssen die bei Terenz geschmunzelt haben) wüssten wir deutlich weniger über die Antike. Langerhans wurde noch im 19. Jahrhundert mit einer kurzen Arbeit über die Inseln im Pankreas promoviert, die bis heute seinen Namen tragen. Da geht Qualität der Entdeckung (etwas neues gesehn, erkannt dass es neu war, beschrieben) vor Quantität der Zitate! . Ansonsten vernahm ich gerade mit Erstaunen und Respekt den angekündigten Rücktritt des Papstes zum Ende des Monats. Alsdann an den Iden des März auf ein neues Konklave!

Ratze wollte es wohl nicht...

Ratze wollte es wohl nicht darauf ankommen lassen, dass die Alte ihm ihr "vollstes Vertrauen" ausspricht.

0 HansMeier555 11.02.2013, 12:08 Uhr

@astroklaus. . Wie sehr das...

@astroklaus. . Wie sehr das stimmt! . Und das schlimmste ist: Die Professoren trimmen den Nachwuchs darauf, dieses Antrags-Spiel mitzuspielen. Und das müssen sie auch, wenn sie ihren Schülern Erfolg wünschen. . Das alles natürlich im Namen der Konkurrenz, der peer control, der Qualitätssteigerung. Forciert von einer Politik und einer Bürokratie, die sich auf diesem Wege -- nein, keine planwirtschaftliche Kontrolle, aber doch die Illusion einer solchen -- verschaffen will.

0 bertholdIV 11.02.2013, 12:23 Uhr

@derTiger bei der spd kenne...

@derTiger bei der spd kenne ich mich nicht aus - sorry

0 Der Tiger 11.02.2013, 12:39 Uhr

@prince Matecki –...

@prince Matecki – Interessant, trifft dasselbe auch fürs Personal in Kindergärten und Kitas zu? . @B4 – Schade, dass ich nicht gewettet habe. Samstag nach der Ankündigung von A.S Rücktritt, dachte ich, irgendjemand tritt am Montag ab… aber wer? Auf das Oberhaupt der RKK wäre ich nie gekommen. Der kann doch mit der Diss von Frau Schavan wirklich nichts zu tun haben.

0 colorcraze 11.02.2013, 12:53 Uhr

@Tiger: ich bleib lieber...

@Tiger: ich bleib lieber Mensch. – Den Dr. House mußte ich gugeln. Zu meiner Enttäuschung hat das nichts mit House-Musik zu tun, sondern ist eine Fernsehserie. Also, da Sie ja mal Ihr Portrait hier verlinkt haben, und da ich nun das Bild des Schauspielers sah: wie soll man sie beide verwechseln? Gut, wenn Sie sich Mühe geben mit der Maske – Bart ankleben soll ja helfen, bei der Steinigung mitmachen zu dürfen, außer die Römer merken es – und nichts sagen und den Abstand einhalten, hinter dem ich nur noch verschwommen sehe... dann vielleicht. Aber eigentlich erkenne ich Personen an ihrem Gang, dagegen hilft denn auch Verkleiden nichts. - @HM555: Tja, die Göttinger 7, von deren Vermächtnis zehren wir heute noch. Wie bewerkstelligten die eigentlich ihr praktisches Überleben?

0 The Great Artiste 11.02.2013, 12:56 Uhr

@ach was: Netter Link. Ein...

@ach was: Netter Link. Ein bisschen gründlicher darüber nachdenken, welches Häppchen vopm grossen Büffet des Lebens man sich auch auf den Teller lädt, und es wirklich zu geniessen, statt den Teller reflexartig mit dem teuersten vollzuschaufeln, wäre sicher ein Schritt nach vorn. . Die beste Massnahme für mehr Gerechtigkeit wäre möglicherweise wenn all diese jungen seit Chinesich-Kita-Tagen optimierten Karriere-Zäpfchen neben sich treten würden, und ganz andere Lebensziele entdecken würden, als mit 36 zum CEO einer megagehypten Sonstwas-mit Medien-Klitsche ernannt zu werden. Um sich dann mit 39 mit einer Millionenabfindung in seiner Villa in Grünwald im Bademantel an den Pool zu setzen und seine Überraschungseierfiguren zu sortieren, während die Insolvenz der trostlosen Geschäftsidee auf einmal allen logisch vorkam. Und ein paar hundert neue Bolognaratten fiepen nach mehr als nach HarzerKäse und einer Wohnung im Umland von Dachau und FFB, die sie vielleicht noch bezahlen können, ohne ganz heimatvertrieben zu werden. . @RoRo: stimmt schon, hoffen wir dass es so bleibt... Wenn man nur den Radionachrichten zu Stuttgart 21 folgt, kann einem doch schon schlecht werden. . Welches gescheite Grossprojekt haben unsere Würdenträger in den letzten Jahren denn nicht vergeigt? Gorleben?(ohne damit zu sagen, das DIES gescheit war, aber ein Endlager brauchts in den nächsten Jahrtausenden schon). Elbphilharmonie? Berliner Flughafen? Nürburgring? Euro??? . Dafür gibts dann eine Mischung aus HartzIV für alle und konfiskatorische "Reichenbesteuerung" - Mauschelmeier und Co. zahlen ihre Suite im Bayerischen Hof mit der Kreditkarte auf ihre Holding auf den Heuschrecken-Inseln Gran Piranha und White Shark. . Die Mischung aus geballter Inkompetenz und verschlagenem Eigeninteresse, wenn man nur an die herrlichen Public Private Partnerships denkt, von denen, glaub ich, vor allem donna laura "geschwärmt" hatte - das kann schnell dazu führen, dass es hier auch nicht mehr so unbekümmert zugeht. . Griechenland, Spanien, Portugal und Italien hätte man nie mit dem Schlagwort "failed states" in Verbindung gebracht - aber Jugendarbeitslosigkeitsraten von fast 60 % bringen einen da auch noch auf ganz andere Gedanken. . @ThorHa: Heute muss ich Ihnen deutlich widersprechen: Ohne Geisteswissenschaftler würden wir wahrscheinlich immer noch für Ludwig den 4567. Steine klopfen und uns den Hintern mit Wollresten reinigen, weil man gar keine Notwendigkeit gesehen hätte, Kanalisationen zu erfinden für die städtischen Sklaven. Ein bisschen polemisch, aber es waren nicht die Ingenieure, denen wir die Moderne verdanken, sondern die politischen Philosphen, die Lebensbedingungen schufen, in denen es überhaupt Sinn machte, etwas zu erfinden. . Die von ihnen bespotteten Verwaltungstechnokraten sind eine Richtung der Geisteswissenschaft, die ich auch nicht besonders schätze, aber deshalb das aktuelle weltweite Herummurkeln für "alternativlos" zu halten, halte ich für grottenfalsch. . Wenn ich nur an das Basler Manifest zum Finanzdisaster denke, dass ich hier kennenlernte: . http://www.zrwp.ch/fileadmin/user_upload/basler_manifest.pdf . Oder an Norbert Bolz denke, der u.a. deutlich gegen die Bologna-Reformen Stellung bezogen hat. . http://www.cicero.de/salon/norbert-bolz-bildung-der-teamgeist-ist-der-groesste-feind-des-geistes/51995 . So sehr ich die duale Ausbildung als Meilenstein in der Schaffung von Bruttosozialprodukt auch schätze, aber politisches Bewusstsein erwirbt so wenig, und bei einer Medienlandschaft, die aus einer durchaus ganz respektablen Politikerin mit süffisantem Grinsen eine Hoppelheide macht, und sich darauf freut, einem abgewrackten Helmut Berger beim Verzehr eines Warzenschwein-Pi&&els zusehen zu können, in der der Fehlgriff eines müden, vielleicht von etwas Trollinger befeuerten Politikers weit mehr Schlagzeilen macht, als etwa die Vorstösse der Lobbyisten zu Fracking, oder die Art, wie die katastrophalen Verträge zu den verka%%ten Grossprojekten abgeschlossen wurden, da liegt die Kanalratte in der leckeren Ochsenschwanzsuppe. . Also muss man diese Medien eben mit frischen adretten Schweinchen beliefern, die in die richtige Richtung durch das Dorf rasen. . Was mal Technokraten gegen Ratten..., man muss unweigerlich daran denken, auch wenn sich solche Vergleiche strikt für jeden redlichen Autor verbieten, aber wenn so eine pauschale Verdammnis der Geisteswissenschaft gegen über marktwirtschaftlich effizient denkenden Politgesellen ( ein paar Meister??) bekommt man als Nicht-naturwissenschaftlich gedient Habender schon mit der Angst. Und -wie oft- schätze ich ihre nonkonforme, redliche Meinung, ThorHa, durchaus, aber da muss ich widersprechen.

0 colorcraze 11.02.2013, 13:06 Uhr

Gerade gesehen, daß das...

Gerade gesehen, daß das Handelsblatt neben all dem Sportmüll, der es so unleserlich macht, Artikel über die Amtsmüdigkeit des Papstes bringt. Ts, ts.

0 donalphonso 11.02.2013, 13:33 Uhr

Paris war in jeder Hinsicht...

Paris war in jeder Hinsicht eine Ausnahme, aber in Zeiten des handgeschriebenen Buches und der nur teilweise mit Scriptorien gesegneten Klöster war der Buchbesitz nicht sonderlich üppig. Ich denke, die generelle Verfügbarkeitsproblematik muss man auf jeden Fall bis in die Zeit um 1350 zumindest nördlich der Alpen berücksichtigen. Auf eine Schreibschule in Prüfening kommen in Bayern 30, 40 Klöster als Abnehmer, und dort sieht es dann eben entsprechend mau aus.

0 Der Tiger 11.02.2013, 13:48 Uhr

@colorcraze – Was Sie nicht...

@colorcraze – Was Sie nicht bei Google finden konnten: auf Seite 31 der heutigen FAZ Auslandsausgabe gibt es einen passenden Artikel mit der Überschrift: “Dieser Richter treibt sie alle in den Wahnsinn – ‘Bartolis Gesetz’: Die Miniserie aus der französischen Provinz hat einen Helden, der sehr an Dr. House erinnert” . Im Übrigen verkleide ich mich nicht, sondern ziehe mich gegebenenfalls nur ein wenig eleganter an als üblich.

0 HansMeier555 11.02.2013, 13:50 Uhr

@ThorHa . Neoliberalismus als...

@ThorHa . Neoliberalismus als "Teufel"? . Ach nun ja. Der Witz ist ja, dass so eine Uni immer einen starke korporatistische Selbsterhaltungstrieb hat und schon darum jede Ideologie so pervertiert, dass am Ende was anderes rauskommt. . Darum ja auch das (für naive Menschen verblüffende) Phänomen, dass planwirtschaftliche und neoliberale Ideologie (zumindest in der Uni-Landschaft) auf dasselbe hinauslaufen: Ein verschultes System, indem alle nur noch Rechenschaftsberichte schreiben und keiner mehr zur eingentlichen Arbeit kommt. . Bologna ist Ostblock pur. Dort waren die Absolventen nie älter als 23.

0 HansMeier555 11.02.2013, 13:58 Uhr

Im Mittelalter gab es viele...

Im Mittelalter gab es viele Studenten mit 15, aber die wussten dafür nix über Integralrechnungen oder Thomas Mann.

0 bertholdIV 11.02.2013, 13:59 Uhr

@hm555 2013=1517?...

@hm555 2013=1517?

0 Der Tiger 11.02.2013, 14:04 Uhr

@colorcraze – was den Gang...

@colorcraze – was den Gang betrifft, wäre ich mir nicht so sicher. Das RKK Institut der Mater Rhabana hat mich gelehrt, wie, wann und warum Damen enge Röcke tragen. Auch wie man elegant sitzt, wurde uns anlässlich des Abiturs beigebracht – wo wir am Tischchen vor der gesamten Lehrerschaft sitzen mussten. Am Samstag musste ich wieder grinsen als ich den großschrittigen Auftritt der Hosenanzugdamen Schavan und Merkel sah. Mater Rhabanas Erziehung hat mir mehr Subtilität beigebracht.

0 perfekt!57 11.02.2013, 14:22 Uhr

und der westerwald - gehört...

und der westerwald - gehört wie bekannt auch dazu. http://www.youtube.com/watch?v=tcb7gSGC1sY

0 prince Matecki 11.02.2013, 14:25 Uhr

@D.A.14:33 das würde ich...

@D.A.14:33 das würde ich Ihnen gerne konzedieren, mit Differenzierungen nördlich / südlich der Alpen, nicht zu vergessen den frühen Druck (Blockbuch, ohne bewegliche Lettern). Renaissance, Reformation und Aufbau von Universitäten sind mit Buchdruck unzweifelhaft assoziiert, insofern geht Gutenberg (und sei es als "korporative Persönlichkeit des Buchdrucks, wenn mit BIV diese theologische Vokabel hier verzeiht) als "man of the millenium" in Ordnung. . @Der Tiger 13:39 Im Prinzip ja, allerdings ist da der Kreis von Ländern mit akademischer Ausbildung für Horte deutlich kleiner, bei Kindergärten ist es sicher halbe / halbe, aber wir haben da in D auch akademisch (FH wie Uni) ausgebildete Erzieher/Innen, nur reichen die auf Fachschul- gebildete berechneten Gehälter kaum für das Ernähren einer Familie. (Weswegen es auch schwer fällt dafür Männer zu gewinnen, in der Erziehung einschließlich Grundschule kommen auf 1 Mann inzwischen 9 Frauen, in manchen Regionen 1 auf 19). Zunehmende Erziehungsschwierigkeiten bei Jungen werden von einigen Erziehungswissenschaftlern auf mangelnde Rollenidentifikation in einer weiblich dominierten Erziehung und Sozialisation zurückgeführt.

Ja, so ein Maserati hat schon...

Ja, so ein Maserati hat schon was. Ende der 60er Jahre wurde Maserati übrigens von Citroen aufgekauft und als einziges Citroen Produkt mit Maserati Flair kam der Citroen SM auf den Markt. In Sachen Formgebung für mich bis heute eines der schönsten Autos, ausgestattet mit einem V6 Maserati Motor und der Citroen typischen Hydropneumatik. Ein Fahrgenuß erster Güte. Wem also ein Oldie von Mercedes zu teuer ist, der ist hier für relativ schlankes Budget dabei. Bei mir hat es "nur" zu einem Citroen DS gereicht - http://goodnewstoday.de/gute_nachrichten/2009/09/25/citroen-ds-leidenschaft-vs-vernunft/

@ HM555 "Sehen Sie sich doch...

@ HM555 "Sehen Sie sich doch einmal um auf der Welt, insbesonder in der anglo-sächsischen, die Leute mit Ihrer Meinung immer als Vorbild anführen: Die sind jetzt alle vollgestopft mit deutschen Akademikern, von denen viele in den 80ern und 90ern an irgendeiner grauen, gesichtslosen, mittelmäßigen deutschen Massen-Uni studiert haben, die es auch seitdem in keinem dieser idiotschen "Rankings" je auf einen vorderen Platz geschafft hat. Aber um heute in Oxford oder Harvard zu unterrichten, sind die dort ausgebildeten weltfremden Träumer trotzdem irgendwie gut genug. Wie kommt das nur?" Richtig! Der DAAD vertreibt komplette, ellenlange Listen mit unseren Jungs und Mädels in der Ferne. Und finanziert werden diese angelsächsischen Bildungsinstitutionen von: den Chinesen. Bis auf weiteres. Denen machen £9k im Jahr ja nix aus. Und klar, den Weg zurück in den Schoß der (Muttis) Heimat findet kaum jemand mehr... @ GuX "Das Problem ist, daß es immer schwieriger wird, diese Mittel einzuwerben (bei uns im UK eine Erfolgsquote von weniger als 10% in manchen Bereichen) und daß es sehr viel Arbeit macht, solche Anträge zu schreiben." Ganz klar. Wie oft kann der Nachwuchs durch diese Antragsmühle gehen? 2x? 3x? Der Beamte ist mit seiner Einstellung alimentiert und versichert und wird nie mehr evaluiert. Der Wissenschaftler steigt ein in einen endlosen Rechtfertigungsdiskurs und rennt jahrelang Bagatell-Grants hinterher. So wird das nix! Ich bin sicher gegen verbeamtete Wissenschaftler, aber das Beamtentum muss halt überall fallen, auch in Berlin und Brüssel. Die Gründe lesen Sie beim @Tiger nach. Ganz am Ende läufts wie beim alten Goethe. Der Geist braucht eben einen reichen Fürsten, der ihn und den er "unterhält". Beim geringsten Mucks darf der Mohr Voltaire dann gehen, Stichwort Zeitvertrag. Vor allem deswegen hat der alte Goethe ja mit dem Dr. Faust nur sich selbst gemeint - seine Abhängigkeit fiel ihm halt erst sehr spät auf, im päpstlichen Alter. Mir gefiel der Gedanke, dass die Geisteswissenschaften der Realität um 15 Jahre hinterherlaufen. Wir machen jetzt New Economy, copy and paste-Debatten. Wenn dann die größte Blase platzt, reden wir über spanische Immobilien (Hochschulbau). Mal ehrlich, deutsche Proffs sind ja auch so eine langatmige Gattung, bis die merken, was gespielt wird, W2 und so, hat die F.D.P. schon 3 Leihstimmenkampagnen erfolgreich evaluiert.

0 perfekt57 11.02.2013, 14:46 Uhr

und der kampf des guten gegen...

und der kampf des guten gegen das böse kann gewonnen werden. (dadurch, dass das gute zu kämpfen aufhört.) (und platz machte für die rükselbstverwandlung des bösen - aus eigenem antriebe.) (eine preiswerte methode) (bei usa gegen china zumindest würde das funktionieren, meint der deutsche. nur bei seinen eigenen westvierteln eher nicht. *g*) . und der hier-heute-extra-und-ausnahmsweisesong für alle karrierefrauen dieser welt: ja, wir haben verstanden! http://www.youtube.com/watch?v=FZXyC8A3fbw . (apfelmus ist das, was vom paradies übrig geblieben ist, jaja.) (ok: bergapfelmus) (und die damen hier in berlin sind schon sehr dominant.) (und die männer wollen an die arbeit, schon stimmlich) (aus der serie "waterboarding für die ohren", nur echt bei don alphonso) . http://www.helene-fischer.de/hf/musik/songtext/von-hier-bis-unendlich/und-morgen-fr%C3%BCh-k%C3%BCss-ich-dich-wach

@ HansMeier "... der Vorwurf...

@ HansMeier "... der Vorwurf [an Germanisten ]-- ihr seid faul, feige, mittelmäßig ..." . Diesen Vorwurf hörte mein Mann, Germanist, jeden Tag. Von seinen eigenen Eltern. Vor allem von Muttern. . Das sitzt jetzt so tief drin, dass ich auch nicht mehr dagegen ankann, er glaubt das jetzt. Psychologen würden sagen: Er hat das nun verinnerlicht. http://www.blog.vroni-graebel.de/logisches/2011/09/langenscheidt-deutsch%E2%80%94muttermutter%E2%80%94deutsch/ . Auszug aus "Deutsch-Mutter": . Abitur: "nichts lernen, bloß auf die Schule gehen." . studieren: "in die Schule gehen, bis man dreißig ist." . BWL: "Geld machen." . Zahnmedizin: "was aus sich machen." . Geisteswissenschaften: "Lesen und Schreiben." . Germanistik: "unfallfrei ein Buch lesen können." . selbstständig: "arbeitslos." . Arbeit finden: "nirgends anders genommen werden." . promovieren: "doch lieber weiter auf die Schule gehen." . selbstständig, fünfzehn Jahre lang: "bis heute nie irgendwo eingestellt." . eigene Firma: "noch nie eine Arbeit gehabt." . [Sie denkt wirklich so. Das ist jetzt weniger Satire, als man freundlicherweise annehmen möchte, sondern seine Elternhaus-Realität.] . . Über andere Berufe hat er - kein Wunder, wenn man mit Muttern und einer Lebensrealität, die halt mal so ist wie sie ist, geschlagen ist - sich ebenfalls schon eifrig Gedanken gemacht: http://www.blog.vroni-graebel.de/logisches/2012/10/architekten-sind-nicht-manns-genug-zum-ingenieur-und-nicht-schwul-genug-zum-designer/ . Und das in Zeiten, in denen der nicht einmal der Paket-Kurier das Wort Architekt mehr unfallfrei schreiben kann. [Er hat übrigens wenige Tage später noch einmal genau den gleichen Zettel hingepappt, weil der Arsch... wohl das Paket nicht abholte: Arschitekt. Zumindest konsequent falsch. Er steht zu seinen Fehlern. Der Kurier.]

Und für die Freunde der...

Und für die Freunde der großbürgerlichen Gelassenheit: "Urlaub für immer - eine Anleitung in drei Schritten." . Schritt 1: Studieren Sie, was Ihnen Freude bereitet! [Spitzen-Coacher-Weisheit. Der Zusammenbruch kommt dann wie von alleine.] http://www.blog.vroni-graebel.de/logisches/2010/12/urlaub-fur-immer-eine-anleitung-in-3-schritten/

Anreize für Bildung: . Der...

Anreize für Bildung: . Der Satz: Schau mal, wenn du gebildet bist, verdienst du auch viel mehr. Der Satz funktioniert in Teilen der Gesellschaft nicht mehr. . Hass auf Intelligenz: . Den gibt es. Es ist ein Irrtum, zu glauben, es würde nur von "oben" nach "unten" getreten. . Schlechte "Eliten": . Hat viel mit Psychologie zu tun, Macht und Ohnmacht, erlebter Ohnmacht. . Ideologie/Religion . Sollte langsam mal überwunden sein. . Spruch des Tages: . Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind. Wir sehen wie wir sind.

0 perfekt57 11.02.2013, 15:17 Uhr

und er hat ja so recht:...

und er hat ja so recht: "Trotzdem kann ich Ihnen sagen: Das Ansehen, das Deutschland über lange Zeit in der Welt genoss, beruhte nicht zuletzt auf den Leistungen Deutscher "Dichter-und-Denker"; all dieser Orientalisten, Altphilologen, Archälogen, Historikern, Philosophen, etc. Über viele Jahrzehnte hinweg war das für Bildungsbürger auf der ganzen Welt (sic) ein wichtiger Grund, deutsch zu lernen." . das aber nur die halbe miete. die wesentlichen texte entstanden aber nur durch die mittelmässigen, aussenseiter, kranken & süchtige (keine entschuldigung). . hier, so ein typischer - und daher zu recht weitgehend unbekannter - anfänger- u. außenseitertext, "natürlich voll am echten deutschtum vorbei": http://www.youtube.com/watch?v=yzdyEX1zFkc . und dieser blog war natürlich auf den punkt zur stelle, gestern, (sagte es einer schon?) - "mit der ostmathematik als höchstredlichem ausweichportal ins hochwohlmögender überdenkerglück"? frau wanka also, "ostmathematikerin vom bauernhof" - "von starker und gesunder, nicht-selbstentfremdeter, demütig-tragender scholle" würde keiner dazu sagen, eingedenk unserer aller gemeinsamen deutschen geschichte - karriere und professur und aufstieg aus spähren ohne geld, aber durch eigene, zunehmend konservativer verstandene leistung, und am ende spezialisert auf ingenieur-mathematik - wenn man das nicht "punktlandung im don a. blog" (unserer kanzlerin vorlieben) nennen sollte, dann wissen wir auch nicht .... . . hier, der gerade weg zur leistung "ohne jeden umweg durch die zeitläufe" sozusagen: . "1993 erhielt Wanka einen Ruf als Professorin für Ingenieurmathematik an die Hochschule Merseburg, in der ihr Fachbereich aufgegangen war. Im März 1994 wurde sie zur Rektorin ihrer Hochschule gewählt. Sie übte dieses Amt bis zu ihrer Berufung als Ministerin im Oktober 2000 aus. Von 1994 bis 1998 war sie Vizepräsidentin der Landesrektorenkonferenz Sachsen-Anhalt und von 1995 bis 1998 stellvertretende Vorsitzende des Beirates für Wissenschaft und Forschung des Landes Sachsen-Anhalt. . Wanka war Mitglied der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Sie arbeitete seit Frühjahr 1989 in der Bürgerbewegung der DDR mit und war im September 1989 Gründungsmitglied des Neuen Forums in Merseburg, für das sie auch von 1990 bis 1994 Mitglied des Kreistages Merseburg war. Im Jahre 2000 wurde Wanka, damals noch parteilos, für die CDU im Kabinett Stolpe III Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg. Diese Funktion übte sie bis November 2009 aus.Seit März 2001 ist Wanka Mitglied der CDU. Von Mai 2003 bis Juni 2010 war sie Mitglied im CDU-Landesvorstand Brandenburg. Im Dezember 2003 wurde Wanka zur Kreisvorsitzenden der CDU Dahme-Spreewald gewählt." (wiki) . und wahrscheinlich kommt schon morgen einer und jagt die differentialgleichungen der promotion durch die üblichen internet-plagiat-vergleichsportale und stellt fast "alles nicht selber gerechnet und auch nicht verstanden, sondern bloß billig irgendwo abgeschrieben". . wir verstehen unsere kanzlerin: leistung muss belastbar sein. am ende doch.

0 bertholdIV 11.02.2013, 15:23 Uhr

das zweite mal nach 1077...

das zweite mal nach 1077 passiert rkk-theologisch was interessantes und der don ist offline belusconi plant dem vatican den kirchenstaat zurück zu geben als dankeschön

@ The Great...

@ The Great Artiste "[Medienlandschaft]... in der der Fehlgriff eines müden, vielleicht von etwas Trollinger befeuerten Politikers weit mehr Schlagzeilen macht, als etwa die Vorstösse der Lobbyisten zu Fracking, ..." . Ganz recht. Ich glaube nicht einmal so arg an eine Medien-Verschwörung zur Ablenkung und zum besonders bekloppten Raubbau der Erde. Eher schon an die ganz normale, sich in den Medien halt leider exponentiell kumuliert habende menschliche Dummheit. Auch an die Bosheit der Banalität. Die Dummheit der Gier. . (Was nichts daran ändert, dass ich vermute, dass der Sexismus - der Glaube, dass das eigene Geschlecht was Besseres ist als das andere - gerade wieder recht aufblüht. Backlash. Das Motiv: Mit irgendetwas muss man sich ja heutzutage besser fühlen können, wenn man sonst nichts hat außer Pi__el oder Ti__en. :-) . Um auf den jeweils anderen herunter schauen und ihn demütigen zu können. Eine der etwas ekelhafteren Formen der Distinktion. Psychologen meinen, dass das trotz oft großer Klappe - und nix dahinter - mit geringem Selbstwertgefühl zu tun habe, welches viele Menschen mit allem Möglichen aufwerten möchten, um sich besser zu fühlen. Am ehesten kriegen es die meisten die eigene Aufwertung hin, indem sie andere eben abwerten ... Wozu der Mensch überhaupt Distinktion braucht und dann noch in dieser besonders ekelhaften, abwertenden, menschenverachtenden Facette, wird mir trotzdem immer ein Rätsel bleiben.)

0 perfekt57 11.02.2013, 15:29 Uhr

und, so sagte man uns...

und, so sagte man uns inzwischen, unter den infizierten unter den männer in san franzisko wären inzwischen sogar große "aids-only-partys" üblich. gesunde verboten. wir wollen uner uns sein. denn wenn alle "es eh schon haben" - und evtl. relativ bald sterben werden - dann bräuchte man ja gerade überhaupt keine hemmungen mehr zu haben. sehr gut. und wenn dann noch christal-meth hinzukäme - dauerektionen ohne jedes schlafbedürfniss ahoi - dann ginge zu recht die party ab. . ob es manche unserer heutigen 35-50 jährigen, die alle keine kinder haben und wollen und haben werden, es dereinst dem ende zu womöglich einmal ähnlich halten werden? "haus raus, nun ist doch eh alles egal, es gibt kein morgen mehr, für uns nun wirklich sicher nicht! drum weg mit dem mist" - inhaltsleere, hoffungs- u. verantwortungslose leben wollte womöglich eben auch keiner erinnern ... .

0 bertholdIV 11.02.2013, 15:38 Uhr

@HM555 was ist mit all den...

@HM555 was ist mit all den priesteramtskandidaten, die kirchengeschichte nach dem franzen gelernt haben?

Viel lesen hat nicht...

Viel lesen hat nicht zwangsläufig mit Bildung zu tun. Man wird auch nicht zum Cineasten, indem man viel fern sieht. . Klassenlosen Kram machen. Zuhören, häufig öffentliche Verkehrsmittel benutzen, günstige vietnamesische Nudeln essen, Kindern beim Spielen zu sehen, sich Buntstifte kaufen. Und vor allem: ein wenig unnütz sein.

Vielleicht hielt ja der Papst...

Vielleicht hielt ja der Papst die Machenschaften der Vatikan-Bank nicht mehr aus. . http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vatikanbank-die-umstrittene-bank-des-papstes-a-876033.html Am 24. Mai 2012 trat IOR-Chef Gotti Tedeschi zurück. Er habe "grundlegenden Anforderungen" nicht genügt, vermeldete das offizielle vatikanische Presseamt, und "bestimmte Aufgaben von vordringlicher Wichtigkeit nicht ausgeführt".

0 Thorsten Haupts 11.02.2013, 16:09 Uhr

@TGA - Bedeutung der...

@TGA - Bedeutung der Geisteswissenschaften: ... Ich nehme Ihren Widerspruch gerne, kann mich ihm nur nicht anschliessen. Die wirklichen Meilensteine menschenrechtlicher oder staatsphilosophischer Denkfortschritte wurden überwiegend ausserhalb der akademischen Lehranstalten entwickelt. Weder Platon noch Sokrates, weder Thomas von Aquin noch Augustinus, weder Spinoza noch Pascale, weder Montesquieu noch John Locke, weder Tocqueville noch Alembert waren Akademiker, Angestellte der öffentlichen Hand. Die deutschen Philosophen, allen voran ihre beiden einflussreichsten Vertreter (Kant und Hegel) waren allerdings Angestellte der öffentlichen Hand. Nur wäre auch ohne ihre Beiträge (mit einer Verneigung vor Kant) die gesellschaftliche Entwicklung im Westen da gelandet, wo sie heute ist. Die wesentlichen Vorarbeiten wurden ohne sie geleistet, ab Hegel (und nach meiner Auffassung ihn eingeschlossen) war die deutsche Philosophie ein vormoderner, antirationaler und mythisch-verklärender Sonderweg der wesentlichen westlichen Individuum- und Staatslehre. Diese Krankheit hat sie danach nie wieder abgelegt, dicke Spuren finden sich noch in der Frankfurter Schule. ... Gruss, Thorsten Haupts

Wehrter Don, danke für diese...

Wehrter Don, danke für diese sehr lesenswerte Einstellung. Es immer schön noch von vernünftigen Leuten zu hören oder zu lesen. Herzlichst P.

0 Der Tiger 11.02.2013, 17:20 Uhr

@colorcraze – Nur mal so ein...

@colorcraze – Nur mal so ein Beispiel: Wenn ich statt Mutti die Ansage zum Rücktritt von Papst Benedikts XVI machen würde, würde ich was Buntes anziehen. Mutti trägt Schwarz und liest (anscheinend) die im Archiv des Bundeskanzleramts gelagerte und auf den Anlass minimal angepasste Totenrede auf den Papst vor, mit einer Totenrede angepassten ernsten Stimme. Wobei ich mich gefragt habe, warum Frau Kanzlerin zum Rücktritt überhaupt eine derartige Stellungnahme geben muss. Wenn schon, dann täte ich das mit weniger Worten aber mit ein bisschen charmanten Lächeln und ein bisschen Witz für den alten Herrn in Rom.

0 HansMeier555 11.02.2013, 17:51 Uhr

@b4 . Ja, die RKK sucht...

@b4 . Ja, die RKK sucht händeringend Priester. Da kriegt jeder einen sicheren Job. Wer einen IQ über 89 hat und ausserdem nicht pädophil, sollte es automatisch zum Bischof bringen.

"...Erziehungswissenschaftlern...

"...Erziehungswissenschaftlern auf mangelnde Rollenidentifikation in einer weiblich dominierten Erziehung und Sozialisation zurückgeführt." . Dazu braucht man noch nicht einmal Erziehungswissenschaftler zu sein. Eine unvoreingenommene (nennt es 'naive') Sicht auf auf die Arbeits-und Lebensumstaende, der Vergleich von 'Soll' (idealisiert)-und 'Ist' zeigt das voellig ungeschoent. Die erste und zweite Generation von Nachkriegskindern, deren Vaeter waehrend befohlener Auslandsreisen ums Leben kamen, bahnte den Weg in das Dilemma der heutigen ueberfluessigen Genderdebatten und gesellschaftlichen Verwerfungen in Deutschland. Der zwangslaeufig schiefe Einstieg in eine neue Gesellschaft gebiert Grotesken [1]. . Waehre ich mehr religieus, muesste ich dem alttestamentarischen Fluch ueber die Suenden der Vergangenheit und deren Bestrafung bis ins Siebente Glied noch mehr Bedeutung zumessen, als ich es sowieso schon tue. . Polemisch ausgedrueckt in einer alten Programmierweisheit: Garbage in- Garbage out. . Nun wird geflickschustert.

Sagen Sie mal, x, wie kommen...

Sagen Sie mal, x, wie kommen Sie auf meine Ideen? Niemals habe ich darueber geredet.

0 bertholdIV 11.02.2013, 18:33 Uhr

da das alles mit ps.1 nicht...

da das alles mit ps.1 nicht für zynismus taugt, möchte ich bxvi danken, dass er heute das "amt" des bischofs von rom von der wurzel her gereinigt hat von all der geschichtlichen vereinnahmung durch rom, die habsburger usw. usw. ein guter tag für die kirche, aber schade, dass er damit nicht mehr papst ist. hier in wien hofft man schon mit dem kandidaten des deutschen hochordens zum ziel zu kommen ab 28.2.2013, aber nur, das wird ein anderes papsttum sein

0 antogonist 11.02.2013, 18:37 Uhr

Meiner unmaßgeblichen...

Meiner unmaßgeblichen Auffassung nach ist der scheidende Papst Benedikt XVI ein großartiger, bescheidener, liebender, gläubiger Mensch und christlicher Theologe sowie ein hervorragender Staatsmann. Das Beste mit, was Bayern der Welt gab. Aller Spott und alle Ironie versagt und prallt an ihm ab.

Mein Lieblings-Prof. hatte die...

Mein Lieblings-Prof. hatte die Eigenart, Studenten zu sich einzuladen. Er hatte Sachen von Blinky Palermo in seiner Bude und einen Haufen Häkelkunst seiner Frau. Wie das so ist, bei jungen Lernwütigen, haben wir ihn immer gelöchert. Warum, wieso, weshalb und überhaupt? Während er endlos an seinen Espresso-Gerätschaften fummelte, sagte er immer völlig verzweifelt: Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung. Nachdem er seine Espresso-Aktion beendet hatte, setzte er sich immer sichtlich erschöpft auf seinen Stuhl und wiederholte: Ich weiß es wirklich nicht. Ich habe den Mann geliebt.

0 HansMeier555 11.02.2013, 18:51 Uhr

@ThorHa . Auch die Wikipedia...

@ThorHa . Auch die Wikipedia wurde von nicht von der Max-Planck-Gesellschaft erfunden. (Würde sonst bis heute nicht funktionieren). . Aber hin und wieder sollten Sie sie trotzdem benutzen.

0 bertholdIV 11.02.2013, 19:03 Uhr

@hm555 das mit der pädophilie...

@hm555 das mit der pädophilie sollten sie so m.e. so streichen...

0 HansMeier555 11.02.2013, 19:08 Uhr

Und hätte Marx eine...

Und hätte Marx eine preussische Professur gekriegt, hätt er bestimmt nicht so viel geistiges Unheil angerichtet! . Auch das sollten die Propheten der Privatgelehrsamkeit bedenken.

@Driver Ich gebe zu, dass...

@Driver Ich gebe zu, dass diese Situation auch nicht ideal ist; allerdings halte ich ein wenig Wettbewerb in der Hochschullandschaft für sinnvoll und notwendig. Früher gab es auch im UK deutlich großzügigere Mittel und die Erfolgsquoten waren besser - wenn man davon ausgehen kann, dass etwa 50% der Anträge erfolgreich sind, dann kann man damit Leben. "Wir" (als Wissenschaftler) sollten auch sehen, dass wir idR vom Steuerzahler, also der Allgemeinheit, finanziert werden, und daher haben wir in meinen Augen auch die Pflicht, sorgfältig mit dieser Finanzierung umzugehen. Dazu gehört auch, dass die vorhanden Mittel so sinnvoll wie möglich eingesetzt werden. Was wäre denn eine sinnvolle Alternative? Der ideale Wissenschaftler ist noch immer der Privatgelehrte, der unabhängig von äußeren Einflüssen seiner Forschung nachgehen kann; nur leider gibt es davon nur sehr wenige.

0 Der Tiger 11.02.2013, 19:43 Uhr

@Thorsten Haupt –...

@Thorsten Haupt – Angestellte der öffentlichen Hand mit Pensionsberechtigung etc gibt es in der uns bekannten Form noch nicht so lange. Davor war man Angestellter eines Herrschers und/oder der Kirche. Oder man lebt zumindest von deren Aufträgen. Insofern hinkt ihr Argument ein bisschen.

0 hansgeier333 11.02.2013, 20:03 Uhr

hm3x5, die Preussen hatten es...

hm3x5, die Preussen hatten es lieber mit den ostelbischen Krautjunkern, dumm geboren, nichts dazugelernt und Krieg geführt.

Alain Delon hat vor kurzem...

Alain Delon hat vor kurzem sein Maserati (ca. 15-20 Jahre alt?) für €170'000 verkauft... P.S. Re Doktor Titeln. Intellektueller Snobismus kann ich nicht ausstehen.

0 HansMeier555 11.02.2013, 20:16 Uhr

@hg333 . Aber nein, die...

@hg333 . Aber nein, die preussische Hochschulpolitik im 19. Jh. war vorbildlich.

0 antagonist 11.02.2013, 20:32 Uhr

hnasgeier333@11. Februar 2013,...

hnasgeier333@11. Februar 2013, 21:03: So gut oft Ihre Argumentation hier als Kommentator von mir wahrgenommen wird, hier haben Sie aber mächtig ins Kraut geschossen. So eine Art Geschichtsklitterung mit veritablen Knieschuß ins Eigene.

@GuX Tja, ich kann auch nur...

@GuX Tja, ich kann auch nur aus UK-Erfahrung sprechen, aber 10% Erfolgsquote heißt 90% verlorene Zeit. DAS kann sich ein Forscher in der Tat NICHT leisten - zumal er ja ohnehin gedanklich immer bei "seiner" Sache sein muss. Frage: Was heißt "früher" ?? "Früher gab es auch im UK deutlich großzügigere Mittel und die Erfolgsquoten waren besser - wenn man davon ausgehen kann, dass etwa 50% der Anträge erfolgreich sind, dann kann man damit Leben." 50% mögen OK (gewesen) sein, aber 10% nach peer reviewing und dem ganzen Gedöns führt direkt in den Verlust. Zum "Steuerzahler": Was glaubt der eigentlich, was wir so machen? Ist alles außer Am-Fließband-Stehen keine Arbeit mehr? Wo kommen die nicht-plagiierten Titel her? Und was schmeißt der Steuerzahler dann wieder anderen Leuten ohne jede Kontrolle und Bedingung hinterher? Das meinte ich mit "Hass auf Intelligenz". Den Bankster lieben sie, den Lecturer hassen sie, Bonus hier, Malus dort. Warum? Fragen Sie TylerDV! Ich hatte als postdoc (EU) mindestens doppelt soviel wie jetzt. Macht das Sinn? Die message aber ist klar: Bleibenlassen! Im angelsäxischen System heißt es ja immer, man müsse einwerben, was man kostet... Das Arbeit ihren Wert hat, leuchtet hier niemandem ein. Wir brauchen Berufsbild/Karriereweg/Finanzierung für Forschung. Deswegen müssen einige von Beruf Forscher sein dürfen. Aber das ist natürlich DDR, retro, ein langer Weg. Dann lieber einfach alles "dem Markt" überlassen... in dem das VK täglich der DDR ähnlicher wird... (Pferdefleisch und so)

0 Köstlich 11.02.2013, 21:22 Uhr

ich hätte nie geglaubt, dass...

ich hätte nie geglaubt, dass ich so etwas einmal von mir geben würde, aber die Rücktrittsschrift von "Wir sind P_ _ _ _ !" hat mich ehrlich bewegt und nötigt mir grössten persönlichen Respekt ab. . Für mich bleibt er Mensch, obwohl er auf dem Pfad zur Heiligsprechung (nach tradierten Vorstellungen) besser unterwegs war als all die Anderen, die an Ihren Posten klammern und klammern bis zum letzten Atemzug ... oft gefangen im Glauben an ein diffuses Heilsversprechen. . Oder musste er kapitulieren vor "Wir sind P O R N O !" und den "aids-only-partys" als Ausdruck grenzenloser Individualität ? . Liegt ein Lösungsansatz im Denkansatz der Ökonomin "Shoshana Zuboff" ? .

Mal kurz zurück zu...

Mal kurz zurück zu Maserati. Ich habe mir den neuen Quattroporte V8 angesehen. Der Wagen ist auf eine hässliche Art schön. Er vollzieht die Transformation zur Luxus-Limousine bei Beibehaltung des Sportwagen. Eine Art Mutant, der ganz Sportwagen und ganz Limousine ist. Das Aussehen ist weder geschmäcklerisch noch gibt es vor, mehr zu sein als es ist. Souverän kommt einem in den Sinn. Auch erlaubt er sich kleine Modernismen, wie die Vorderleuchten. Man hat aber nicht das Gefühl, dass er zitiert. Man empfindet, sie müssten so sein und alle, die Ähnliches davor machten, waren nur voreilig. Nichts an ihm ist overstyled. Und, dass er nicht im klassischen Sinne schön ist und es auch nicht sein will, spricht für seine Qualität. Ein Blender ist er nicht. Der Wagen ist State of the Art. Aber nichts zum Anglotzen und Bewundern. Er will gefahren werden. Ziemlich geiler Wagen.

0 Folkher Braun 11.02.2013, 21:31 Uhr

@ThorHa 17:09 Lesen Sie mal...

@ThorHa 17:09 Lesen Sie mal Adam Smith: The Theory of Moral Sentiments, am besten in der Version der Oxford University Press. Und vergleichen Sie dann diese Ideen von 1759 mit denen der deutschen Philosophie- Mischpoke, deren Geschäftsmodell darin bestand, einfache Zusammenhänge möglichst kompliziert zu verdrechseln. Der Theorie Super- Gau war dann Luhmann, der die DDR- Systemtheorie als seine Erfindung ausgab und damit zugleich beerdigte.

0 hansgeier333 11.02.2013, 21:51 Uhr

Meine Schelte galt den...

Meine Schelte galt den Dumpfbacken und Kriegstreibern der Kamarilla und nicht den schöngeistigen Grabräubern, die die Museumsinsel auffüllten.

0 bertholdIV 11.02.2013, 22:27 Uhr

der promovierte Journalist aus...

der promovierte Journalist aus Roding? hat die Zeichen der Zeit erkannt: http://www.sueddeutsche.de/panorama/ruecktritt-von-benedikt-xvi-stellvertreter-gottes-a-d-1.1597421 auch im Land der Habsburger dämmert es manchem: http://derstandard.at/1360161436951/Moeglicherweise-entwickelt-sich-eine-Ruecktrittskultur#forumstart

@HM 555: ... ??? Netter...

@HM 555: ... ??? Netter Querschuss - war doch einer der von mir Genannten angestellter Akademiker? Selbst dann bleibe ich dabei - der Menschheitsfortschritt (im Schneckentempo) hing nicht von beamteten Geisteswissenschaftlern ab. Im übrigen war Marx ein grosser Gelehrter, seine falsche monokausale Geschichtserklärung lag im Trend der Zeit und ist ihm daher kaum vorzuwerfen. ... Gruss, Thorsten Haupts

@Driver 90% verlorene Zeit...

@Driver 90% verlorene Zeit heißt es nicht unbedingt, denn man kann die Anträge ja wiederverwerten und eine verbesserte Version in der nächsten Runde einreichen - und die Kommentare der peer-reviewer sind ja manchmal auch hilfreich. Aber frustrierend kann es dennoch sein, das sehe ich auch so. Ich glaube nicht, daß der Steuerzahler das so kritisch sieht; ich erlebe tendenziell eigentlich eher ein großes Interesse an unserer Arbeit, besonders wenn man sich die Zeit nimmt, sie verständlich zu erklären. Es geht dabei weniger darum, ob die Arbeit sinnvoll ist (das verstehen in vielen Fällen ja ohnehin nur die Experten), sondern ob wir uns die Mühe geben, sie einigermaßen verständlich zu erklären. Und ich finde, daß der Steuerzahler durchaus einen Anspruch hat zu erfahren, was man mit seinem Geld macht (und wenn andere Bereiche wie zB die verstaatlichten Banken das nicht machen, ist das deren Problem). Wir sind hier eigentlich in einer recht guten Position; im Gegensatz zum deutschen System kann man schon recht früh sehr selbstständig sein (als Lecturer), und im Gegensatz zum amerikanischen System ist die Festanstellung deutlich einfacher - besonders, weil man nicht unbedingt Mittel einwerben muß um die tenure zu bekommen. Man hat also in vielen Fällen auf jeden Fall seine Stelle und die notwendige Infrastruktur (Bibliothek, Labor, übliche Laborgeräte), und damit kann man oft schon recht viel machen. Kleine Grants für Projekte gibt es ja auch noch relativ einfach. Ich glaube, daß auch die Wissenschaft einen evolutionären Prozeß (man kann ihn Markt nennen, oder auch anders) zum Fortschritt benötigt; und ein Wettbewerb um Mittel führt auf jeden Fall dazu, daß neue (und bessere) Ideen entwickelt und weiterentwickelt werden, und daß man (zumindest in meinem Fall) anfängt, unübliche Allianzen zu bilden (Natur- und Geisteswissenschaftler) Die Gehälter sind noch einmal eine ganz andere Sache; letztendlich verdienen auch postdocs im UK nicht so schlecht, wenn man sie mit anderen Berufen (ähnlicher Qualifikation) vergleicht; schlimmer sind die befristeten Verträge. Aber spätestens nach der Promotion (oder dem ersten Postdoc) sollte eigentlich den meisten klar sein, daß man in der (akademischen) Wissenschaft keine Reichtümer anhäufen kann.

0 colorcraze 11.02.2013, 23:33 Uhr

B4, wenn wir Sie nicht...

B4, wenn wir Sie nicht hätten! Soso, Wien will einen Kandidaten einbringen und eine "Berlusconische Schenkung" wird angedacht... Köstlich: "...am Ende angelangt?" einstweilen ja, das Totalmonopol ist ja in Arbeit.

Vroni, . ein Architekt ist...

Vroni, . ein Architekt ist doch meist Dipl. Ing. Und auch viele Designer, wie Industrie-Designer, Textil-Designer sind Ingenieure. . Apropos Job: Ihr Beispiel aus der Welt der Schweinebauchwerbung: "Lust auf einen neuen Job", das fand ich heftig. Extrem geschmacklos. Fast noch schlimmer als Helvetica kursiv. Wer denkt sich so etwas aus. Hammer. Die Werbung sollte Wortspielereien grundsätzlich bleiben lassen. Das ist so eine abgelutschte Marotte von ihr geworden. Wie: "Hehe, verstehste?". Yeah homie, I know what you mean, oder was soll man sich dazu denken? Bleibt das besser haften? Ich denke, nein. Die Werbung steckt noch tief in den 80ern, hat wenig neuen Ideen und ist nur lästig. Die Gründe sind auf der von Ihnen bewirtschafteten Seite genannt. Kennen Sie "Münchner Geschichten". I'm sure you do. Der Charly hatte da einst die Idee mit der "Negativwerbung". Geniale Serie war das, mit einem traurigen Ende.

0 Greenbowlerhat 12.02.2013, 00:33 Uhr

Der seit 2003 aktuelle...

Der seit 2003 aktuelle Quattroporte V hat einen (wohl sehr guten und langlebigen) Ferrari-Motor, Ferrari gehört zu 90% dem Fiat-Konzern, und dann passt es schon wieder zur Barchetta. Für 20K bekommt man allerdings kaum einen Quattroporte V, selbst die DuoSelect rangieren noch im Bereich um 25K. QPIV gibt es natürlich billiger. Studiert habe ich 10 Jahre lang, einen Großteil davon habe ich gearbeitet, in einem Bereich, der mit meinem Studium so gar nichts zu tun hatte. Aber dieser Arbeit habe ich es zu verdanken, dass ich in meinem dem Studium entsprechenden Beruf ein bisschen Erfolg habe - genug, um sich das Leben in München leisten zu können. Und demnächst, nach einer gewissen Sparphase, auch einen (gebrauchten) Maserati. Den ich dann mit Genuß durch die Stadt und auch über Land um des bloßen Vergnügens wilen bewegen werde, und "dientliche" Touren weiterhin abradele. Selber schuld, wer sich in so einem Auto hetzen lässt (zumal von einem Fiat), oder sich für so ein Auto verschuldet weil er es sich eigentlich nicht leisten kann.

Köstlich, . "...unser...

Köstlich, . "...unser Verlangen zu kontrollieren". . Das Verlangen kontrolliert nicht der Kapitalismus. Weder gebar er es noch nährte er es. Der Kapitalismus ist nur ein Grüßaugust des Verlangen. Ein völlig überschätzter Patron, der mit stets sich zeigender Zunge, Windeln und Spielgeld in der Tasche im Flur steht. Die Königin heißt Sehnsucht. Ihr Haar ist gülden, ihre Stimme sanft.

0 Tyler Durden Volland 12.02.2013, 02:17 Uhr

@HansMeier555 11....

@HansMeier555 11. Februar 2013, 07:37 Hab mich wohl zu undeutlich ausgedrückt. „Zwischen dem "Volk" da unten den politischen Entscheidern da oben“… ich kann da keinen grossen Unterschied erkennen. Ganz im Gegenteil, sein Fehlen ist das untrügliche Zeichen real existierender Demokratie. So wie Kohl, Schröder und Merkel drei verchiedene Formen extremen Mittelmasses sind, so repräsentieren auch ein Idiot wie Bush und ein verlognere heuchler wie Obama die Amerikaner. Das Problem ist eben nicht, dass „man auch nachts um 2 noch über Manuskripten hängt“. Sondern, dass es letztlich völlig sinnlos ist und die Entwicklung in die entgegengesetzte Richting geht! Nehmen sie die Welt der 70er Jahre, die Kohlsche und die heutige sehen sie einen Fortschritt? Wir haben eine Welt mit BKA Trojaner für die Bürger und Drohnen für einen gefeierten Kriegs-Verbrecher mit Friedensnobel Preis und sich anmasst eigenständig entscheiden zu dürfen, wer lebt und wer stirbt…. @GuX hat es ja beschrieben: „Und nicht nur Geisteswissenschaftler fremdeln mit den Prinzipien von Marktwirtschaft und Demokratie (die ja auch viel miteinander zu tun haben), denn in der Wissenschaft ist es eben nicht die Mehrheit oder der Erfolg, der das Ergebnis bestimmt. Gute Wissenschaft zeichnet sich oft dadurch aus, daß sie eine Minderheitsmeinung vertritt.“ In einer Demokratie reüssiert die Mehrheit, seit der Bell Kurve per definition: das Mittelmass. Mittlerweile spricht es sich ja auch herum woran es liegt, dass sich dies nicht ändern lässt. Die öffentliche Meinung wurde durch die veröffentlichte Meinung ersetzt. Die Medien sind heute in Konzernhänden und deren Bosse wissen natürlich welche Macht sie damit besitzen und heute benutzen sie sie auch. Weiter oben hatten im Thread wir schon mal das Triumvirat aus Merkel, Mohn und Springer. Wie das in der täglichen Realität aussieht kann man permanent auf den nachdenkseiten.de nachlesen oder heute auch auf telepolis: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38515/1.html „Journalismusforschung:"Ganz auf Linie mit den Eliten" Eine neue Studie analysiert die Berichterstattung von deutschen Spitzenjournalisten Wie eng verbunden sind deutsche Spitzenjournalisten mit anderen Eliten unserer Gesellschaft? Und spiegelt sich die Verbundenheit zwischen Top-Journalisten und anderen Eliten auch in der Berichterstattung wieder?“ @Maier2 Beantwortet das ihre Frage nach Rolle der medien? Aber mit Al Jazeera haben sie recht, auch BBC ist kaum noch erträglich. Es ist ja bezeichnend, dass die guten Köpfe von dort ebenfalls zu Al Jazeera abgewandert sin. @Der Tiger „Was haben sich die Anonymen dabei gedacht, einen Blog für Steinbrücke zu finanzieren? Wollten die ihn bewusst in eine Falle locken?“ Ich befürchte sie überschätzen diese Leute. Man vergisst, dass die „Eliten und Leistungsträger“ ja lediglich selbsternannt sind. Vor ein paar Jahren war diese Einsicht noch weiter verbreitet als anscheinend heute…. @Vroni hat recht: „Urlaub für immer“. Also spazieren gehen, lesen, bei Freunden sein, das eigene Brot backen, Musik von Hendrix bis Shostakovich… und wie @x schreibt Kindern beim Spielen zusehen und ein wenig unnütz sein.

Der Tiger, . einmal habe ich...

Der Tiger, . einmal habe ich eine Schere mitgenommen. Nachdem die anderen schon alle weg waren, bin ich zu eines dieser Häkelkunstobjekte gegangen und habe es zerschnitten. Er hat währenddessen auf der Türschwelle gestanden und nichts getan. Als ich fertig war, hat er mich gefragt, warum ich das gemacht habe. Das war eine dekonstruktive Performance, habe ich geantwortet. Dann habe ich seine Augen geküsst und bin weinend nach Hause gegangen. Das ist ziemlich intim, was ich Ihnen da erzähle. Ich mache das aus mehreren Gründen: Einmal weil sie von dem amerikanischen Offizier erzählt haben, dann, weil sie viel stärker sind als ich, der Hauptgrund ist aber, dass ich finde, sie sollten unbedingt unterrichten.

0 HansMeier555 12.02.2013, 05:39 Uhr

@Driver . Das mit 10% kommt...

@Driver . Das mit 10% kommt auch daher, dass die Zahl der Bewerbungen künstlich aufgebläht wird. Wer dahinter steht? Die Presseabteilungen! Die machen der Verwaltung enormen Druck, ihr Stipendien / Förderprogramm bitte so intensiv zu bewerben wie irgendwie möglich, mit dem erklärten Ziel, die Zahl der Anträge zu erhöhen. . Die Versicherung, dass die aussichtsreichsten Bewerber längst bescheid wüssten ("steht doch jedes Jahr 2 Monate lang auf unserer Homepage"), ficht die nicht an: Wir müssen so viele Bewerbungen reinholen wie möglich, um dadurch beweisen zu können, dass unser Programm attraktiv ist und nicht unter wenigen irgendeinen, sondern unter ganz ganz vielen die allerbesten ausgewählt haben! . Und das bei wirklich nicht berauschenden Summen. Dass das gegenüber den ohnehin chancenarmen Bewerbern eine Gemeinheit ist (die ihre Zeit besser hätten verwenden können), auf diese Idee kommen diese PR-Leute gar nicht. . Die Kosten (Zeit, Aufwand, Spesen) für die Erstellung eines aussichtsreichen Antrags werden im FörderungsSystem bei Null angesetzt.

Immer wieder habe ich darüber...

Immer wieder habe ich darüber nachgedacht wie es sein konnte, dass Joseph Ratzinger und Hannah Arendt beide (wenn auch mit unterschiedlicher Themenwahl) ausgerechnet über Augustinus promoviert haben. In dieser Haltung: „Ich kann und will das nicht (länger) tun.“ finde ich (m)eine Antwort. . Ist es nicht interessant, dass der Papst erst „schwach“ werden musste um zu dieser inneren Größe zu gelangen?

0 E.R.Binvonhier 12.02.2013, 07:54 Uhr

"Der Kapitalismus, in dem wir...

"Der Kapitalismus, in dem wir leben,hält immer noch daran fest, unser Verlangen zu kontrollieren." Da es scheinbar um Markt vs Individuum geht, sollte man sich nicht hinter "wir" und "unser" verstecken. Redlicher wäre es zu schreiben: Der Kapitalismus, in dem wir leben , hält daran fest, 'mein' Verlangen zu kontrollieren. - auch das der Ökonomin Shoshana Zuboff - . Sorry, aber langsam werde ich allergisch dagegen, wenn ich als Leser sofort vom Autor unter sein Ich subsumiert werde, wo ich nur lesen will.

"Vitamin B". Es sind Bar,...

"Vitamin B". Es sind Bar, Beziehungen und Besitz die zählen.

0 bertholdIV 12.02.2013, 08:17 Uhr

@achwas ich habe mal bei brox...

@achwas ich habe mal bei brox - ein kollege von ratzinger an der runi regensburg - eine augustinus vorlesung gehört - ich wurde von ihm danns ogar über augustinus und manichäismus geprüft. mich überrascht das nicht. ich war mal bei einer audienz von bxvi, da hat er eine origenes homilie gehalten, alleine das ist schon aussage genug.. aber ihre analyse ist sehr schön unfd wahr, obwohl ratzinger immer diese innere größe hatte, die leute wollten es halt nicht sehen

Der Blitzstrahl von...

Der Blitzstrahl von oben! http://www.bluewin.ch/de/index.php/16,757193/Wer_wird_der_naechste_Papst/de/news/ausland/

0 Thorsten Haupts 12.02.2013, 09:34 Uhr

@Folkher Braun: ... Ja, es ist...

@Folkher Braun: ... Ja, es ist ein echter Genuss, die guten angelsächsischen und französischen Denker (die englischsprachigen im Original) zu lesen, verglichen mit dem Geschwurbel von z.B. Hegel. Es gab, soweit ich das übersehen kann, genau zwei deutsche Denker von Bedeutung, die sich um Klarheit wenigstens bemühten - Kant und Schopenhauer. Hätte ich mir Philosophie über Fichte, Hegel und Heidegger aneignen müssen (statt über Hume, Locke und Popper) - ich hätte es sofort wegen erkennbarer Sinnlosigkeit geschmissen. Noch heute halten (meinem Eindruck nach) viele gebildete Deutsche einen Text für umso tiefsinniger, je unverständlicher er geschrieben ist. ... Gruss, Thorsten Haupts

0 HansMeier555 12.02.2013, 10:15 Uhr

Komisch. Hab über Hegel immer...

Komisch. Hab über Hegel immer dasselbe gedacht. Aber wenn der das sagt, dann muss man vielleicht umdenken? Beim Blablameter jedenfalls erhält Hegel viel niedrigere WErte als ich. Und jetzt? . Der Zarathustra übrigens. Herrlich kurz und prägnant. "Viel zu viele werden geboren und für die Überflüssigen ward der Staat erfunden". . Der braucht sich hinter keinem Angelsachsen zu verstecken, sag ich! . Und dann war da noch Siegmund Freud. Auch kein Professor.

0 The Great Artiste 12.02.2013, 10:21 Uhr

@köstlich, 11.2.,22:22:...

@köstlich, 11.2.,22:22: Kompliment für den Link, wirklich eine Bereicherung des Horizonts!

@HM55 Zumindest im UK wird...

@HM55 Zumindest im UK wird eigentlich versucht, die Zahl der Bewerbungen auf (staatliche) Fördermittel zu reduzieren, damit die Zahl nicht ganz so schlimm aussieht. Und auch z.B. beim NIH glaube ich kaum, daß man dort die Zahl der Bewerbungen künstlich aufbläht - warum sollte man das?

Bis auf den Anflug von...

Bis auf den Anflug von Zynismus ist das, ja, ein fast seelsorgerlicher Text. Danke sehr.

@Thorsten Haupts . Heidegger...

@Thorsten Haupts . Heidegger ist stellenweise gar nicht so unverständlich. Er benutzt nur eine ganz andere Sprache und passt sich nicht den Begrifflichkeiten an, die die anderen erfunden haben. Damit übernimmt man nämlich auch die ganzen schlechten Hypothesen und Hypotheken. . Unterschätzt wird übrigens auch Hamann, der große Freund und Gegner Kants. Der lebte auch kein bißchen auf der Überholspur und eignet sich deswegen für Exzellenzverweigerer sehr gut als Vorbild.

Was wären wir Menschen nur...

Was wären wir Menschen nur ohne Computer? Menschen ohne Computer. (Helge live, gestern) . Verständlich und tiefsinnig.

0 Der Tiger 12.02.2013, 11:23 Uhr

@X – Wenn ich mich langweile...

@X – Wenn ich mich langweile arbeite ich an einem Masterkurs: “Project Management and System Engineering”. Eigentlich ist das nicht ernsthaft Arbeit, denn sowohl das eine, wie auch das andere, kann ich im Schlaf. Aber womit ich mich schon des Längeren beschäftige ist die Frage, ob man in so einem Kurs die Frage der Ethik anschneiden soll und was man angehenden Ingenieuren darüber beibringen kann. Zum Beispiel: „Was macht man, wenn man rauskriegt, dass die Forschung oder Produktion meiner Abteilung einem ganz anderen Zweck dient als von allen (und auch von mir bisher) angenommen?“

0 E.R.Binvaonhier 12.02.2013, 11:51 Uhr

...oder der Kapitalismus in...

...oder der Kapitalismus in dem ich lebe, ist dazu verurteilt aus all den Individuen neue Massen zu destillieren. Nur so kann er überleben.

0 E.R.Binvaonhier 12.02.2013, 11:51 Uhr

...oder der Kapitalismus in...

...oder der Kapitalismus in dem ich lebe, ist dazu verurteilt aus all den Individuen neue Massen zu destillieren. Nur so kann er überleben.

0 specialmarke 12.02.2013, 12:25 Uhr

Oh, die Ratingagentur Haupts...

Oh, die Ratingagentur Haupts hat zwei deutschen Philosophen die Höchstnote verliehen! Alle übrigen - selbstverständlich auch Marx, Hegel, Heidegger und Fichte - sind auf Ramschniveau gefallen. Alaaaf....

@GuX @HM555 "Und das bei...

@GuX @HM555 "Und das bei wirklich nicht berauschenden Summen. Dass das gegenüber den ohnehin chancenarmen Bewerbern eine Gemeinheit ist (die ihre Zeit besser hätten verwenden können), auf diese Idee kommen diese PR-Leute gar nicht. Die Kosten (Zeit, Aufwand, Spesen) für die Erstellung eines aussichtsreichen Antrags werden im FörderungsSystem bei Null angesetzt." Mes amis, das war ja ungefähr mein Argument. So bleibt man im Hamsterrad und verliert 1/2 der eigenen Arbeitszeit und Energie und bekommt dann noch gesagt, man müsse die Mittel für sich selbst schon selbst einwerben: Katze beißt Schwanz. An der Spitze des System bleibt, wer in den goldenen Jahren (bei uns die Einstellungen in den 70ern, in UK die Labour-Jahre) locker das Treppchen erklomm. In puncto: "Erklär´s deinem Steuerzahler!" Der Steuerzahler will "Leistung", und die wird quantifiziert. Das führt zu Überproduktion: mehr Fleisch, mehr Autos, mehr Fernsehen, mehr "wissenschaftliche" Publikation. Der Vertreter des Steuerzahlers, der Beamte, liest Publikationslisten, keine Publikationen. Der Medienvertreter liest Wikiplag, keine Dissertationen. Und so bleibt es der Wissenschaft, d.h. ihren hierarchigebundenen, abhängigen Vertretern wieder selbst überlassen, sich gegenseitig zu begutachten, bis die letzte gute Idee in der Akte verschwunden ist: lost in translation. Kurz: Mich stört gar nicht die Verelendung, sondern diese Heuchelei. Man tut sei als gäbe es noch etwas zu verteilen, wenn nur Leistung, Publikationen, utreach, methods, track record, marks, referees, value-for-money, und "enterprise and engagement" stimmten - und, surprise, an einer Stelle haperts dann ja immer. Während all dieser Diskussionen bekommt der Brüsseler Beamte sein Geld, mehr als ein Kanzler, und ist rundum versichert ohne jede Evaluation. Das stört den Steuerzahler aber wenig - der Beamte bleibt ja grau und nervt nicht rum. Sein Apparat versorgt sich selbst. Das englische Lecturer-System ist im Prinzip tatsächlich besser als das deutsche Alles-oder-Nichts, aber es funktioniert natürlich nicht mehr. Auslandszeiten und ausländische Abschlüsse bleiben unberücksichtigt - der Import von Personal aus Deutschland und Osteuropa ist vor allem ein Zugriff auf billige Arbeitskraft.

0 homobulla 12.02.2013, 13:11 Uhr

Da hat Schopenhauer aber noch...

Da hat Schopenhauer aber noch mal Glück gehabt, dass er - da er sich ja "wenigstens bemüht" hat, noch ins Relevant-Set gerutscht ist. Puh. Das war knapp.

0 Der Zensor 12.02.2013, 13:21 Uhr

@ThorHa "Selbst dann bleibe...

@ThorHa "Selbst dann bleibe ich dabei - der Menschheitsfortschritt (im Schneckentempo) hing nicht von beamteten Geisteswissenschaftlern ab." Jemand hat's Ihnen doch schon zuvor erklärt, also nochmal: Seit wann gibt es "Menschheit" und seit wann "Beamte"? Logisch, dass "beamtete Geisteswissenschaft" nur einen Bruchteil des "Menschheitsfortschritts" ausmacht. . A propos "Fortschritt": Andauernd wird oben beklagt, dass heute alles so schlecht ist ( also früher, jeweils VOR einem "Fortschritt", alles viel besser war). Drum: wat denn nu? Einigt Euch doch mal, ich würde so gerne etwas von Euch lernen.

0 Thorsten Haupts 12.02.2013, 15:44 Uhr

...

@homobulla/specialmarke: ... :-)))))). Es war meine Wertung. Und die ist für niemanden massgeblich, verbindlich oder wichtig, genau für diese Freiheit wurde einmal das Konzept der freien Rede entwickelt. Nicht von einem deutschen Geisteswissenschaftler. ... Gruss, Thorsten Haupts

0 aristius fuscus 12.02.2013, 15:46 Uhr

@HM555: Nietzsche ist sowieso...

@HM555: Nietzsche ist sowieso eher Schriftsteller oder Essayist als Philosoph. Das meine ich als Kompliment, im ganzen halte ich die Philosophen (nicht nur die deutschen Systemerfinder wie Kant und Hegel, sondern auch Engländer wie Popper) für überflüssig. Es gibt auch gute Philosophen (Ernst Mach fällt mir da ein), aber deren Leistung beschränkt sich eigentlich darauf, ihre Anhänger vor den Irrtümern der schlechten Philosophen zu bewahren. Ohne die ganze neuzeitliche Philosophie wären wir wahrscheinlich besser, aber mit Sicherheit nicht schlechter dran. Wenn man wirklich gutes Deutsch lesen will, geht aber an dem Zarathustra oder Jenseits von Gut und Böse kein Weg vorbei, und die Freude an seinen Formulierungen können mir auch Nietzsches' zum Teil schon ziemlich abstrusen Ideen nicht nehmen.

0 Thorsten Haupts 12.02.2013, 15:50 Uhr

@HM 555: ... Sie machen Ihre...

@HM 555: ... Sie machen Ihre Wertung von irgendetwas davon abhängig, wie andere dasselbe werten? Aha. In eine Debatte über den Beitrag deutscher Geisteswissenschaftler zur Gesellschaftsentwicklung Nietzsche einzuführen ist nach meinem Empfinden zwar grenzwertig, kann man natürlich trotzdem machen. Was allerdings Freud da zu suchen hat, ausser für einen Seitenhieb missbraucht zu werden, erschliesst sich mir nicht ganz? ... Gruss, Thorsten Haupts

0 stefan marquardt 12.02.2013, 15:53 Uhr

da hier gerade so viele...

da hier gerade so viele Hochschulinsider (vom Fach wie auch aus UK) versammelt sind und da bei uns akkut eine Entscheidung ansteht: kann man seiner Tochter (die gerade ihr I.B. macht) mit ruhigem Gewissen zur ihrer Studienwahl, in GB Kunstgeschichte und engl. Literatur zu studieren, beglückwünschen? Die Auffahrt auf die Leopoldstraße des Vorankommens ist das ja eher nicht (aber für mich vollkommen ok). ??? danke und grüße p.s. (wenn die Zwischenfrage stören sollte, bitte einfach nicht freischalten)

0 Thorsten Haupts 12.02.2013, 15:56 Uhr

@Jordanus -...

@Jordanus - Heidegger: ... Wenn Sie ihn näher kennen, kann und werde ich Ihrer Einschätzung mangels vertiefter Kenntnis nicht widersprechen. Ich kann und werde auch zukünftig nicht viel Arbeit in den Spezialjargon bestimmter philosophischer Denkschulen stecken, nur um herauszufinden, ob diese Schule etwas Bedenkenswertes mitzuteilen hat. Das überlasse ich gerne anderen, ich erinnere mich noch mit grossem Vergnügen an das kossmische Überlegenheitsgefühl, dass der versierte Umgang mit diesem Jargon Neomarxisten und Hegelianern an der Uni verschafft hat. ... Gruss, Thorsten Haupts

0 E R.binvonhier 12.02.2013, 15:59 Uhr

Vielleicht OT: Die neue...

Vielleicht OT: Die neue chinesische Führung empfiehlt öffentlich die Lektüre "Der alte Staat und die Revolution" von Alexis de Tocquevilles. . Der Artikel auf FAZ.net erklärt leider nicht, warum diese Schrift nur für die Chinesen lesenswert sein soll.

0 Dreamtimer 12.02.2013, 16:33 Uhr

"Marx, Hegel, Heidegger und...

"Marx, Hegel, Heidegger und Fichte - sind auf Ramschniveau gefallen" . gedownvoted

homobulla, . :) :) :) . der...

homobulla, . :) :) :) . der genannte Oberdurchblicker hätte aber trotz seiner Mühe, öfters eine eiszeitliche Meditationshaltung einnehmen sollen, dann hätte er nicht so einen frustrierten Sesselfurz "über die Weiber" geschrieben. . Der Zensor, . früher war die Architektur besser und die Kleidung geschmackvoller. Der Rest war so lala. . Der Tiger, . doch hoffentlich nicht, wie in dem Witz von dem Arbeiter, der 1939 in der Staubsaugerfabrik arbeitet und mangels Geld beschließt, jeden Tag ein kleines Teil aus der Produktion mitgehen zu lassen. Dann aber, egal, wie er die Teile zu Hause verschraubt und dreht und wendet, immer ein Maschinengewehr daraus wird. . Ja, die Ethik. Ich weiß nicht, ob man das in Kursen oder Vorträgen vermitteln kann. . Eine Bekannte von mir ist Sinologin. Sie hält Vorträge für Manager über Umgangsformen bzw. kulturellen Hintergrund des Geschäftspartners China. Sie erzählte mir, dass das Management nach ihren Vorträgen immer ganz klein mit Hut ist und sich gar nicht alles merken kann. Sie verdient sich dumm und dusselig zur Zeit und kleidet sich nur mit dem Feinsten. Ich gönne es ihr. Sie hat jahrelang bitterarm gelebt und ihr zweifacher Dr. ist durch und durch echt. An ihr ist nichts neureich oder pseudohaft. . An Ihnen, Der Tiger, übrigens auch nicht.

@Driver Es hilft leider nicht...

@Driver Es hilft leider nicht viel, das Vergangene zu bedauern; die Zeit großzügiger Geschenke durch den Staat dürften vorläufig vorbei sein. Aber das Problem ist mMn eher das mangelnde Vertrauen und die immer schlimmer werdende Regulierungswut und die Wahnvorstellung, man müsse alles objektiv und transparent gestalten. Wir haben jetzt wieder die REF (Nachfolger der RAE, wenn Dir das etwas sagt) - für die Verteilung von Mitteln ist das eigentlich keine schlechte Idee, aber es ist inzwischen zu einer Veranstaltung ausgeartet, die nicht mehr die Leistung mißt, sondern nur noch die Fähigkeit, die vorhandenen Regeln am besten zu interpretieren (wenn unsere Studenten das gleiche machen, werden sie als "unprofessionell" beschumpfen). Der Import aus Deutschland ist aber auch ein Problem der deutschen Hochschullandschaft; wenn ich mir Kollegen in meinem Alter bzw meiner Position anschaue, dann sind sie eben noch immer Mitarbeiter an einem Lehrstuhl und machen, was ihnen gesagt wird. Sie haben dafür zwar mehr Mittel, aber ich ziehe meine Freiheit vor. Ich habe den Eindruck, wir triften ein wenig vom eigentlichen Thema ab; bevor uns der Hausherr darauf aufmerksam macht, sollten wir vielleicht zu einem Ende kommen oder uns einen anderen Ort suchen.

0 specialmarke 12.02.2013, 17:41 Uhr

@ThorHa: Und ihren Clausewitz...

@ThorHa: Und ihren Clausewitz haben Sie offenbar auch nicht gelesen...

0 homobulla 12.02.2013, 18:43 Uhr

@x Da er sonst so geniale...

@x Da er sonst so geniale Gedanken hatte, kann ich das ausnahmsweise verzeihen. Er war wahrscheinlich nur schrecklich frustriert: "Und was die Weiber betrifft, so war ich diesen sehr gewogen – hätten sie mich nur haben wollen." A.S.

0 HansMeier555 12.02.2013, 19:09 Uhr

Schneckheitsfortschritt im...

Schneckheitsfortschritt im Menschentempo ...

0 HansMeier555 12.02.2013, 19:16 Uhr

Die Institute für...

Die Institute für Sozialforschung ("Frankfurter Schule" und "Reemtsma") waren oder sind übrigens auch so komische Drittmitteldinger. Sozusagen gestiftete Privatgelehrsamkeit.

ThorHa mit dem Hammer: Es ist...

ThorHa mit dem Hammer: Es ist nicht so einfach. So hat der umfassendste angelsächsische Denker der Gegenwart, auch politischer Philosoph, Charles Taylor, seine Karriere mit einem Hegel-Buch von (in der deutschen Uebersetzung) knapp 800 Seiten begonnen (1975). Ein Versuch, Hegel-Lektüre zu empfehlen. - Schlichte Frage: Warum wohl?

0 Der Tiger 12.02.2013, 19:42 Uhr

@X – Ich denke auch, dass...

@X – Ich denke auch, dass man Ethik nicht unterrichten kann, zumindest nicht abfragen. Aber ansprechen sollte man es schon, insbesondere da es oft geschieht, dass rechtliche Fragen als ethische verkauft werden. Unethisch zu sein, ist in gewissen Geschäftskreisen nicht nur akzeptable sondern sogar schick. Aber selbst Vertreter dieser Kreise sollten aufpassen, dass sie nicht die Grenze zum Rechtsbruch überschreiten, sonst kriegen sie Zoff mit dem Staatsanwalt ... eines Tages. . Aber was ich gemeint habe, ist wirklich die Frage der Ethik im Geschäftsleben. In meinem Büchlein über Projektleitung (das ich für die Tigerbabys geschrieben habe) steht, dass man bei Verhandlungen kein Angebot machen soll, dass man selbst nie akzeptieren würde. Hört sich sehr ethisch an, ist aber ein sehr praktikabler Ratschlag. Zum Beipiel würde ich Herrn Obama fragen, sollte er meinen Kurs besuchen: “Was glauben sie, warum der Iran oder Nord Korea ihrem Anspruch folgen soll, keine Atomwaffen zu entwickeln? Würden sie ihre Atomis abschaffen, wenn man das von Ihnen fordern würde? Warum glauben sie, Herr Obama (oder Madame Clinton), dass auf sie (und ihr Land) andere Maßstäbe zutreffen?”

0 antagonist 12.02.2013, 20:25 Uhr

So Leute, jetzte wolln wa mal....

So Leute, jetzte wolln wa mal. Was gänzlich Innovatives, Kreatives aus der Taufe heben. Wer fängt an? Es kann alles das Gute :reingerührt werden, sozusagen als Basic-Fonds, was wir ererbt von unseren Vätern und Müttern 1.) Die ollen Griechen sowies, samt dem Besten von den Römern. 2:) Etwas Aquinate und Augustinus. 3.) Erasmus, eine Prise Luther 4.) Montaigne, ein Quentchen Pico de Mirandola 6.) Wg. des Druckes Pascal, ein Schüppchen rationalen Spinoza 7.) Cogito ergo sum als Zwischenvergewisserung 8.) Hobbes, Locke, Hume et A. Smith um des liberal-freihändigen Austeilens, die Wölfe heulen nach Fleisch inne Soup 9.) Ah, mes amis: Les Philosophes, diese Schriftsteller-Aufrührer 10.) Nachgeschmeckt mit Rousseau et Voltaire 11.) Kant zum Nachtrocknen 12.) Ein Guß deutschen Idealismus zum Aufschäumen 13.) Strategische Knallerbsen à la Clausewitz 13.) Schopenhauer: Wo ein Wille ist auch ein Weg, von Nichts kommt nichts 14.) Nietzsche ist immer dabei um des Übermenschlichen willen, welches uns das Denken abverlangt. 15.)K. Marx, rot schmückt als scharfer Paprika ungemein, S. Freud, weil Soße ohne Sex nix is. 16.) M. Heidegge wg. des Anbräunens und Raunens 17.) Averroes, Raimundus Lullus, Cusanus, Adam Riese, Galilei, Leibniz, Newton,Poincnaré, Hilbert, B. Russel, Bohr, Einstein, Gödel etc. schmücken ohngemein als Superfußnotenn, lesen tut sie eh keiner. 18.) Es hilft kein Sträuben, der Sirup muß rein: Luhmann, K. Popper, v. Hayek, Schumpeter, Keynes (war ihr Schicksal) und all die Nobelgepreisten, wer waren sie noch? Dieser Topf Pichelsteiner kann sie garnicht alle fassen. Für die poetische Verzierung, weil vor allen Dingen ein deutscher Eintop sein soll, Göthestreusel drüber. Bei Schillern ist uns um Gedankenfreiheit nicht bange, weil die Suppe ausgelöffelt werden muß.. Eine andere Menüzusammenstellung ist erwägenswert. Gegessen wird was auf den Tisch kommt, basta! http://www.youtube.com/watch?v=aSyi-zZ7IFo

0 Folkher Braun 12.02.2013, 20:56 Uhr

@joal: Das war nicht der...

@joal: Das war nicht der Punkt. Sondern, dass deutsche Geistesgrößen eine Neigung zur unverständlichen Ausdrucksweise besitzen. Friedrich Engels kritisierte Marx wegen der komplizierten Darstellung der Werttheorie. Deswegen gab es in der Erstauflage des Kapital einen "Anhang zur Wertform". Der wurde dummerweise in den folgenden Auflagen weggelassen. Adam Smith war lange Jahre Privatlehrer und Zollinspektor. Der konnte sich verständlich ausdrücken.

0 Der Tiger 12.02.2013, 21:22 Uhr

@X - Ich hab noch mal schnell...

@X - Ich hab noch mal schnell in mein Archiv geguckt. Was ich da vor 15 Jahren für die Tigerbabys geschrieb, ist echt eine Lektion für den Präsident der Vereinigten Staaten: "To start with, it is always safe to assume that an offer that would not be acceptable to you would also not be acceptable to the other party. In addition, if it is obvious that you are offering something that you would never accept yourself, you may even run the risk of spoiling the negotiation by offending the other party’s pride."

0 Der Tiger 12.02.2013, 21:27 Uhr

@antagonist - wer von dieser...

@antagonist - wer von dieser langen Liste ist eine Frau? Ich lese da nur, wie es ja auch korrekt zitiert wäre: "Was du ererbst von deinen Vätern"... weswegen ich mich nicht sonderlich angesprochen fühle.

0 colorcraze 12.02.2013, 22:17 Uhr

@antagonist: da haben Sie eine...

@antagonist: da haben Sie eine schöne Ochsenschwanzsuppe zubereitet. Ich tät noch ein wenig Hebel und Grimm beigeben zur Abrundung. @Tiger: wenn man Papas Erbschaft ablehnt, kann man sich aber auch nicht als "enterbt" ausgeben. @ThorHa: soso, Sie stehen also auf "leichte Kost". Wers mag. Mir ist es zu nährstoffarm. - Ansonsten, bezüglich der gern zum Zausen hergenommenen Beamten (kenn ich, kenn ich, ist sozusagen traditionell der absolute Lieblingsstrohmannfeind der Selbständigen und Angestellten) - im Sinne von Festangestellten, was ja heutzutage allmählich vor allem in der jüngeren Generation zur Rarität wird -, fiel mir ein: ja wie lebten wohl die Maler, die die von unserem werten Gastgeber gern gekauften Bilder gemalt haben? Da wird so mancher auch angestellt gewesen sein. Es gab Zeiten, da konnte man vom Malen leben. Zum Beispiel zu Zeiten der Lithographie. Beim Trödler fanden sich noch ein paar Drucke aus dem 19. Jhdt., die müssen damals massenhaft verbreitet gewesen sein. Denn am Senefelderplatz gibt es das Senefelder-Denkmal - wahrscheinlich das einzige Denkmal in Berlin und weit darüberhinaus überhaupt, das dankbare Handwerker - Lithographiemaler nämlich - von eigenem Geld gestiftet haben, weil dessen Erfindung sie in Lohn und Brot brachte.

0 colorcraze 12.02.2013, 22:22 Uhr

@X: sie bringen das leidige...

@X: sie bringen das leidige Thema wieder aufs Tapet; eben die dort getätigten Äußerungen legten schon zu Schulzeiten mein abschließendes Urteil über diesen Autor fest: eindeutig unterbelichtet.

0 colorcraze 12.02.2013, 22:36 Uhr

@BinVonHier: ja, der...

@BinVonHier: ja, der Tocqueville, jedenfalls die einigen Seiten, die ich von ihm gelesen habe, haben mir auch sehr gefallen. Auch wenn er sich mMn in seiner Einschätzung sehr geirrt hat. Er schreibt aus erster Hand und in einer sehr vibrierenden Klarheit. - Ist Luhmann eigentlich so eine Art Hegel für Kunststudenten? Also so eine Art pocket sketch? Fällt mir nur so ein, weil ich die Profs in meiner Diplomprüfung damit quälte (oh, die langen Gesichter, je... ). Über "den Unterschied, der einen Unterschied macht" bin ich immer noch nicht weg. Ich meine nach wie vor, daß das der blinde Fleck ist, in den er alles Dynamisch-Energetische wegpackt, um sich weiters nur mit Erstarrtem zu befassen. - Ach ja, ein wenig Machiavelli sollte der Suppe vielleicht auch noch beigegeben werden.

0 colorcraze 12.02.2013, 22:43 Uhr

@Tiger 20:42: Ohne Ihrem...

@Tiger 20:42: Ohne Ihrem Aufruf zu Fair Play und Wahrnehmen auf Augenhöhe zu nahe treten zu wollen - aber ich fürchte, der Hai, der mit dem Karpfen verhandelt, wird sich dazu nicht extra in einen Karpfen verwandeln wollen.

Der Tiger, . ich möchte Ihnen...

Der Tiger, . ich möchte Ihnen als Künstlerin antworten (hat auch ein wenig mit Geopolitk zu tun). Ich halte mir im Umgang mit allem, inkl. moi même alle Optionen frei. Manchmal habe ich Lust mit einem Quasar zu tanzen und möchte Gott eine Freude machen. Manchmal sitze ich nur so da und trinke Espresso mit Herren, die sehen können und deren Frauen verstehen können. Manchmal bin ich sehr eitel, pathetisch, exhibitionistisch - wie alle braven Mädchen. Die meiste Zeit suche die Antwort auf eine Frage, die ich vergessen habe. Ich glaube, wenn ich die Antwort finde, fällt mir auch die Frage wieder ein. Es hatte irgendetwas mit Liebe zu tun. Mit Geopolitik.

0 Köstlich 12.02.2013, 23:51 Uhr

@Greenbowlerhat: Ich denke...

@Greenbowlerhat: Ich denke auch seit Jahren gelegentlich über den Quattroporte (dunkelblau, Leder hellbraun) nach. Aus meinem Gebrauchtkauf-Traum reisst mich dann der Gedanke an die laufenden Inspektions- bzw. Reparaturrechnungen. Die Preise verhalten sich nämlich auch wie bei Ferrari; da sind dann schnell die nächsten 20 bis 30 ganz grossen Scheine fällig. . @The Great Artiste: der Dank gebührt Frau Zuboff, die hats erdacht. . @x: Oben hab ichs ja bereits gestanden - meine materielle "Sehnsuchts-Königinnen" trägt den Dreizack vor dem Kühler. Ich darf ihr aber nicht nachgeben und muss "vernünftig" bleiben.

homobulla, . und da sie ihn...

homobulla, . und da sie ihn nicht haben wollten, hat er beschlossen, sie nicht zu mögen. (A. S. die Frauen) Wie kommt der denn zu Erkenntnissen. Ein Geistesfürst sollte wie ein Bergkristall denken und nicht wie eine Leberwurst.

1 Tyler Durden Volland 13.02.2013, 01:20 Uhr

@achwas Sehen sie den Herrn...

@achwas Sehen sie den Herrn Ratzinger nicht ein wenig naiv? Wie schwer kann es denn sein, dass man ab einem bestimmten Zeitpunkt einsieht, dass man zum Kampf gegen Mächte wie Intelligenz, Vernunft und Selber-Denken schon recht fit sein sollte? Zum Papst Rücktritt gibt es auch andere Meinungen: http://www.alternet.org/news-amp-politics/pope-benedict-stepping-down-shocking-abdication?akid=10041.13669.tjVxRj&rd=1&src=newsletter792857&t=3&paging=off @Thorsten Haupts Was finden sie denn an Nietzsche so unverständlich? Bei „Hume und Popper statt Fichte und Hegel“ bin ich ganz auf ihrer Seite. Ich bin bei „unserem“ Pfaffenknecht Spaemann in München mal böse ins Fettnäpfchen getreten als ich anmerkte, dass Philosophie im Grunde erst mit Hume beginnt. @HansMeier555 Zarthustra geht aber noch weiter: „Wie heisst das graueste aller grauen Ungeheuer? Es heisst der Staat. Was er auch sagt, gelogen ists. Was er auch hat, gestohlen hat ers.“ @Driver Ist natürlich richtig: „So bleibt man im Hamsterrad und verliert 1/2 der eigenen Arbeitszeit und Energie und bekommt dann noch gesagt, man müsse die Mittel für sich selbst schon selbst einwerben: Katze beißt Schwanz.“ Es wird keiner gezwungen im Hamsterrad zu blieben, oder? Stellen sie nicht selber fest: „Mich stört gar nicht die Verelendung, sondern diese Heuchelei.“ ? Man hätte doch eine Wahl, oder? Wer die Konsequenzen des „Nein-sagen“ zu diesem System fürchtet, ist der nicht auch selber ein Heuchler? @Der Tiger Die Antwort auf ihre Frage ist recht einfach und lautet: „American exceptionalism“. Exceptionalism ist weder etwas Neues noch ungewöhnlich: The most cogent case against “the myth” I’ve read of late is Stephen M. Walt’s article with the same title (Foreign Policy, November 2011). In it the Harvard professor dissects it from five angles to show it is fantasy based on ignorance and self-aggrandizement. First, Walt points to the notion that “there is something exceptional about American exceptionalism.” There simply isn’t. Powers of any international standing at one time or another entertained similar ideas to justify their “missions.” Dazu kommt noch der drohende Verlust der US Vormachtstellung. Spezialist hierfür ist wie so oft mein alter Lieblings Professor Noam Chomsky: http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2012/feb/14/losing-the-world-american-decline-noam-chomsky und Teil 2 http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2012/feb/15/imperial-way-american-decline-noam-chomsky/print Grundsätzlich kann ich aber nicht nachvollziehen, wie sie jemals auf die Idee gekommen sein können, Ethik hätte in der Politik irgendwelche grundsätzliche Bedeutung (jenseits von PR).

0 Tyler Durden Volland 13.02.2013, 03:03 Uhr

@Der Tiger Nachtrag: Falls...

@Der Tiger Nachtrag: Falls sie meine Gedanken übertrieben finden, schlage ich vor sich auf arte die drei Sendungen anzuschauen, die gerade gestern abend über die EU nach 20.15 liefen. Und keine Missverständnisse. Ich habe nichts Pinzipielles gegen Verbrecher. Wie sie es ja von sich selber behaupten, habe ich etwas gegen Heuchelei. Wenn sie Anteil an Verbrecherorganisationen haben wollen, so ist dagegen eigentlich nichts zu sagen. Nur wenn sie von sich behaupten, sie finden das sei falsch, es aber trotzdem tun, dann sind sie halt ein Heuchler. Entweder sie finden die Gesellschaft so wie sie ist akzeptabel, oder eben nicht. Die Welt der Ethik von der sie reden, existiert nicht, hat es niemals, und wird es auch niemals.... Also stehen sie dazu, oder zeigen sie, dass sie es nicht tun. Und, bitte. Keine Ausreden, die kenne ich alle….

0 Dreamtimer 13.02.2013, 05:21 Uhr

"Ich meine nach wie vor, daß...

"Ich meine nach wie vor, daß das der blinde Fleck ist, in den er alles Dynamisch-Energetische wegpackt, um sich weiters nur mit Erstarrtem zu befassen." . Wäre nicht erst ein dynamisch-energetischer Luhmann etwas für Kunststudenten, die sich einst für derartige Zwecke Rudolf Steiner zuwandten? Andererseits, der Soziologe als Möchtegern-Physiker - ist das nicht ein anderes Wort für "Ökonom"? . Man kann sich über jeden Jargon lustig machen, ebenso wie den einen oder anderen Denker loben, um damit in einem Atemzug div. andere herabzusetzen, meist jene, deren Motivation noch weniger verstanden wird, als ihre Sprache. Das ist eine der Gründungsgesten der Philosophie selbst, wobei die ewige Rückkehr zum Kanon, aus dem gelegentlich einer herausfällt und in den ein anderer aufsteigt, dieses uralte Karrieremuster, eigentlich zeigt, dass es nicht funktioniert. Man muss da gar nicht mitmachen, finde ich.

0 HansMeier555 13.02.2013, 05:45 Uhr

Sind alle an...

Sind alle an Bord? . Wittgenstein, Bourdieu, H.Schneider, Foucault, Max Weber, J.S. Mill, Descartes und Leibniz nur im Kochrezept, Rawls, Parsons, Teilhard de Chardin, Jaspers, Sartre, Deleuze, George Lucas, S. Lem, und per "Anhalter durch Sophies Welt"... . Beckenbauer a surprise here...

true - aber alles hat gute und...

true - aber alles hat gute und schlechte seiten. so ist unsere heutige gesellschaft aufgebaut - und sie ist nicht leicht zu erschüttern. ich denk, dass es eines jeden ziel sein sollte, die für ihn beste lebenssituation zu suchen. und wenn man schon so stark kritisiert, sollte man dann nicht auch vorangehen und der gesellschaft wirkliche veränderungen beibringen anstatt sich nr zu beschwehren. think about that. Wir leben alle unter demselben Himmel - aber nicht alle haben denselben horizont. da mach so eine gesellschaft doch eigentlich sinn solange sie gewisse gruppen nich vernachlässigt.

0 prince Matecki 13.02.2013, 07:05 Uhr

@Stefan Marquardt 12.02.13...

@Stefan Marquardt 12.02.13 16:53 Ich finde das ganz in Ordnung wenn Ihre Tochter das in UK studieren will, für Anglistik / Englische Literatur ist man da ja sozuagen an der Quelle. Nach meiner persönlichen Einschätzung kommt für Kunstgeschichte als Zweitfach aber eigentlich nur Oxbridge in Frage, persönlich würde ich eher zu Cambridge tendieren. Wenn sie dort in einem der traditionellen colleges unterkommen kann bekommt sie auf jeden Fall gute Betreuung, gesellschaftliche Kontakte die im besten Fall für ein Leben halten und einen interdisziplinären Horizont.

0 Der Tiger 13.02.2013, 08:42 Uhr

@colorcraze – Mir ist schon...

@colorcraze – Mir ist schon klar, dass ich enterbt worden bin. Aber der Diogenes Tiger ließ sich halt nicht erpressen – auch nicht mit dem Verlust einer Erbschaft. . Was den Karpfen und den Hecht betrifft, hatte die Tigermama noch einen Rat: . “People do not like to face problems . Many people try to solve problems by ignoring them, usually because they do not know how to handle them. These people do not realize that almost every problem can be solved with good preparation and a little patience. Formal negotiations often become necessary when the parties involved have avoided solving their day-to-day problems for too long. . Because people do not like to face problems, you can help them by making the negotiations short and comprehensive. To start, encourage everybody to table all open issues in order to include them in one overall agreement. It is not advisable to have a large, formal negotiation that covers only part of the issues or leaves open ends. Often there are hidden problems, which your team or the team on the other side is reluctant to reveal because they feel guilty or have hidden the problems from their management in the past. Then you have to convince them that ‘a painful end is better than endless pain’.” . Obama hat halt keine Mama, die ihm erklärt, dass es sinnlos ist mit Putin zu verhandeln, wenn man die verwandelbaren Staubsauger in den Fabriken des eigenen (Völker)Teams unter dem Tisch behält und nicht auch in die Verhandlung einbezieht

0 Der Tiger 13.02.2013, 08:54 Uhr

@Tyler Durden Volland – Wie...

@Tyler Durden Volland – Wie ich schon des Öfteren erwähnt habe, ich bin nur ein simpler Tiger. Ich habe auch keinen (Zauber) Stab, der mir hilft, wie ich meine Gedanken ordnen soll. Manchmal laufen die schnell, manchmal sind sie blockiert. Manchmal gehen sie in die eine Richtung, manchmal in eine andere. . Gestern habe ich mich mit der Frage beschäftigt, in wie weit ein Buddhist Verantwortung zu übernehmen bereit wäre. Ich meine, in wie weit die Verpflichtung, Verantwortung zu übernehmen, in der buddhistischen Religion und Philosophie verankert ist.

0 stefan marquardt 13.02.2013, 09:50 Uhr

danke für Ihre Antwort prince...

danke für Ihre Antwort prince Matecki, Oxbridge wäre schön, aus familiären (meine Frau ist Schottin) und finanziellen Gründen (anstelle des Maseratis auf der Leopoldstraße habe ich mich für den alten Land Rover auf der Landstraße entschieden) kommt wahrscheinlich eher Edinburgh oder Glasgow in Betracht. grüße stefan marquardt

0 Dreamtimer 13.02.2013, 10:08 Uhr

"Gestern habe ich mich mit der...

"Gestern habe ich mich mit der Frage beschäftigt, in wie weit ein Buddhist Verantwortung zu übernehmen bereit wäre. Ich meine, in wie weit die Verpflichtung, Verantwortung zu übernehmen, in der buddhistischen Religion und Philosophie verankert ist." . Das kommt darauf an, was Sie selbst unter "Verantworung" verstehen. Nehmen Sie folgendes begriffliches Modell. . "Verantwortung" ist stets an eine bestimmte Rolle gebunden und daran, dass diese Rolle irgendwie belebt wird. Derjenige, der sie belebt, den nennen wir "Person" und der Person wird zumindest soviel Freiheit zugebilligt, dass sie sich im Rahmen der für die Rolle wichtigen Entscheidungen und Handlungen frei verhalten kann, d.h. immer auch anders. Dies wiederum machen wir daran fest, ob wir uns eine andere Person in derselben Rolle vorstellen können, die anders handelt. . Die Grundlage um Entscheidungen und Handlungen im Rahmen der Rolle auszuführen, nennen wir die "Eignung" der Person. Wenn wir sagen, jemand handle verantworlich, dann meinen wir, dass eine Person ihre Eignung im Rahmen ihrer Rolle zeigt. Zieht man die Person zur Verantwortung, dann bestraft man sie für den Mangel an Eignung ihre Rolle auszufüllen. Die Verantwortung kann ihr dann entzogen werden, d.h. Rolle und Person werden voneinander getrennt. . Man kann dies noch weiter treiben und annehmen, dass sich Personalität in der Übertragung von Rollen ereignet, d.h. es gibt eine Art Prozedur bei der geklärt wird, ob sich jemand für eine Rolle geeignet fühlt und erst nach dieser Übertragung wird auch Verantwortung gefordert. Mitunter wird dies aber explizit ritualisiert und ist nicht an Bedingungen geknüpft, etwa mit dem Erreichen der Volljährigkeit oder beim Eintritt der Elternschaft. . Wie Sie sehen bin ich der Frage ausgewichen, was eine Person wirklich ist. Buddhistisch aufgefasst ist sie wohl eine Illusion, d.h. ohne Wesen, und der ganze Bereich der Verantwortlichkeit gehört zur Bewegung des Scheins. Diese Bewegung wird letzlich abgelehnt, aber sie kann nur vollkommen abgelehnt werden, d.h. alles was zu ihr gehört, auch Rollen, Entscheidungen und Handlungen. Man kann nicht einfach ein Element der Struktur entfernen und alles andere so lassen.

@Stefan Marquardt 12.02.13...

@Stefan Marquardt 12.02.13 16:53 & Prince Matecki Größtenteils Zustimmung, wobei es auch noch andere gute Unis gibt; St Andrews fällt zum Beispiel ein. Generell hätte ich bei künstlerischen Fächern eher Oxford empfohlen (auch wenn mir das schwer fällt), da ich Cambridge als eher naturwissenschaftlich orientiert kenne. Die Betreuung ist auf jeden Fall hervorragend und die Colleges unterstützen nicht nur beim Studium. Beide Unis haben eigentlich recht gute admission teams, die viele Fragen beantworten können, und es gibt Tage der offenen Tür; am besten sollte sie die Uni mal vor den Interviews besuchen (wenn das möglich ist). Auf jeden Fall ist es hilfreich, recht breit gefächerte Interessen zu haben - das ist zumindest meine Erfahrung.

0 The Great Artiste 13.02.2013, 10:14 Uhr

@colorcraze: Bei Luhmann...

@colorcraze: Bei Luhmann gleich Hegel für Kunststudenten musste ich breit grinsen - und Hai verhandelt mit Karpfen ist auch ein schönes Bild. Das ganze name dropping führt oft dazu, dass man seine jeweiligen Säulenheiligen durchs Auditorium trägt und intensiv dabei überlegt, was einem von der Bande wirklich so hängen geblieben ist, dass man es ohne Nachschlagen im Schlaf aufsagen könnte. Aber stimmt schon , antagonist, dreamtimer, das ist schon ein wenig die "AllerZeitenWeltauswahl" - ziemlich Europalastig... . Dass die chinesische Führung sich jetzt für Tocqueville ( auch einer für die Suppe) interessiert, ist ganz bemerkenswert. Die wahrscheinlich wichtigste Macht, die es zu beherrschen gilt, ist die Hoheit über das (mobile) Internet und das Fernsehen - da wird wohl das meiste an "Bewusstsein" ausgebrütet. . Es ist vielleicht kein Zufall, dass auch bei uns in erster Linie in Talkshows nur im "Promiklatsch"( was für ein Wort, SWR 3)-Jargon über Pseudothemen geredet wird. In einer Arte-Sendung über die Lobbyeinflüsse in Brüssel wurde man mit persönlichen Kinkerlitzchen der Akteure eingelullt, damit man die drei, vier relevanten Sätze möglichst überschlief - der Lobbyverband der Grossinvestoren wollte vom politischen "Gemeinsamen Markt" quasi eine Gewinngarantie für Auslandsinvestitionen, Entschädigungen für Umweltauflagen etc. . Man wird als NGO seine Strategien gründlich überdenken müssen, um die gestresste und die gelangweilte Smartphone-Daddel-Gemeinde überhaupt noch zu erreichen.

0 homobulla 13.02.2013, 10:51 Uhr

@colorcraze @x Dann dürften...

@colorcraze @x Dann dürften Sie seit Ihrer Schulzeit aber dann nicht mehr viel gelesen haben, denn wenn die beknacktesten Äußerungen als Maßstab gelten, dann waren auch die anderen bergkristallernen Geistesfürsten doch eigentlich fast alle "eindeutig leberwurstig unterbelichtet": . "Selten denkt das Frauenzimmer / Denkt es aber, taugt es nichts!." Nietzsche . "Die Frau ist ein verfehlter Mann." Aristoteles . "Stehen Frauen an der Spitze der Regierung, so ist der Staat in Gefahr, denn sie handeln nicht nach den Anforderungen der Allgemeinheit, sondern nach zufälliger Neigung und Meinung." Hegel . "Für einen Gelehrten ist eine gelehrte Frau ein schlechtes Glück, weil es der Letzern bisweilen einfällt, mit dem Erstern zu rivalisiren." Kant . Luther: "Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden." . Platon behauptet, dass die Seele im Körper einer Frau wiedergeboren wird, wenn sie entsprechend ungünstige Voraussetzungen mitbringt. . Achje... Usw-usf ... soll ich noch mit Tocqueville und Machiavelli weitermachen?... . Man sollte den Philosophen an seinen besten Büchern messen, nicht an seinen schlechtesten, oder nicht? Und sind wir mal ehrlich, ist Schopenhauer zu seinen bergkristallernen Erkenntnissen nicht auch u.a. deshalb gekommen, da er so von seinem unbefriedigten Sexualdrang >Wille< gepeinigt wurde?

0 Der Tiger 13.02.2013, 12:00 Uhr

@Dreamtimer -...

@Dreamtimer - “”Verantwortung" ist stets an eine bestimmte Rolle gebunden und daran, dass diese Rolle irgendwie belebt wird.” Wobei meine Frage wäre, wer wählt die Rolle aus? In wieweit hat der buddhistische Mensch auf Grund seines Gewissens die freie Wahl, sich eine Rolle zu suchen aber damit auch die Pflicht, die Verantwortung zu übernehmen, die mit der Rolle kommt, welche sein Gewissen für nötig und passend hält?

@ Stefan Marquardt. I got a...

@ Stefan Marquardt. I got a degree at Edinburgh University. The UK has changed since Tony Blair, anybody can get into university there now and foreigners will have to pay a lot more. Alcohol, a fall in academic standards and a lack of discipline are major problems, you just have to look at the blogs online to see all the spelling mistakes....

0 colorcraze 13.02.2013, 13:18 Uhr

@homobulla: daß man die...

@homobulla: daß man die besseren Teile nehmen und die schlechteren wegtun sollte, mag sein, aber bei Schopenhauer hatte ich das Pech, zuvörderst über die kleinlichsten zu stoßen, was bei allen anderen nur nebenbei vorkam (daß Luther z.T. sehr brutale Ansichten hatte, ist mir bekannt). Zwar brachte mich Schopenhauer auch mal sehr zum Lachen, weil er sich über den Peitschenknall eines Pferdefuhrwerks beschwerte, der ihn im Denken gestört hatte - das fand ich sehr aufmerksam gegenüber der Sensibilität, die ein Mensch halt so hat; aber bei dem sonstigen hatte ich den Eindruck, daß er sich auf Nebengleise locken ließ und dadurch zu seinem eigentlichen Thema Interaktion mit überscharfer Wahrnehmung nicht so wirklich vordringen konnte.

0 stefan marquardt 13.02.2013, 13:46 Uhr

@GuX und fionn - danke für...

@GuX und fionn - danke für die tipps. Ja, die schottische Regierung möchte wohl gerne, daß ausländische Studenten so hohen Gebühren wie in England zahlen (ich laß, Edinburgh wäre nach danach die teuerste britische Uni). Allerdings macht die EU hier einen Strich durch diese Rechnung: wer seinen eigenen Studenten keine Studiengebühren abnimmt, der darf auch von Studenten aus EU Ländern keine Gebühren verlangen. Wäre Benachteiligung. Ein Hoch auf die EU! fionn - your name doesn´t by any chance refer to the "fionn loch"?

0 Der Tiger 13.02.2013, 13:48 Uhr

Das mit der Peitsche knallen,...

Das mit der Peitsche knallen, amüsiert mich auch. Meinem Vater war von seinem Weibe anerzogen worden, sexuelle Sprüche von sich zu geben. In diesem Sinne drückt er sich so aus: ‘Ist der den noch fit genug, um mit der Peitsche zu knallen?’ Armer Schopenhauer, folgend der Sprache meines Vaters war er neidisch auf das Knallen der anderen.

0 homobulla 13.02.2013, 15:26 Uhr

@colorcraze + tiger Ach, armer...

@colorcraze + tiger Ach, armer Schopenhauer, dass er hier nur so anekdotisch ein Nebengleise-Dasein fristen darf. Verdammt. Ich würde so gern lieber Reklame machen für sein "Die Welt als Wille und Vorstellung". Großartig. Sensationell. Weltbewegend. Nix Nebengleise.

@ stefan marquardt I am...

@ stefan marquardt I am sure you must already have gathered lots of info but you might find this page of the Daily Telegraph interesting re Unis. http://www.telegraph.co.uk/search/?queryText=universities+in+the+UK+&Search= I know that at Swiss universities Masters Degree courses are in English now.

@ stefan m. P.S. Re fionn -...

@ stefan m. P.S. Re fionn - that's a Gaelic word - it means "fair" in the sense of having a fair, pale skin. I've never heard of "fionn loch".

0 stefan marquardt 13.02.2013, 17:11 Uhr

@fionn: fionn loch - a...

@fionn: fionn loch - a picturesque loch in the scottish highlands. probably the loch with fair hair and pale skin.

0 Der Tiger 13.02.2013, 19:36 Uhr

@colorcraze – Was Karpfen...

@colorcraze – Was Karpfen und Hecht betrifft, möchte ich schnell noch aus unserem lokalen Blättchen zitieren, De Wassenaarse Krant. Die haben eine internationale Seite und berichten über die Botschafter und für diese, die in unserem Dorf wohnen, auf Englisch. Diese Woche war der Botschafter des Irans dran. . “ ‘It is our firm policy that atomic energy should be for all and nuclear weapons for none,’ according to Ambassador Gharib Abaldi, who concluded his remarks by mentioning the 400 year old relationship between Iran and The Netherlands, during which the two countries have develop deeper understanding for each other.”

0 colorcraze 13.02.2013, 22:17 Uhr

@homobulla: ach, der Titel...

@homobulla: ach, der Titel "die Welt als Wille und Vorstellung" ist durchaus anlockend gewählt, dagegen mecker ich garnicht. Wenn Sie sagen, das sei recht lesenswert, werde ich, so es mal meinen Weg kreuzt, die Nase reinstecken. - Bei manchen, beileibe nicht allen, Texten drängt sich mir eine Vorstellung vom Autor auf, - über die naturgemäß leichter zu schwadronieren ist als die Thesen des Autors einzuordnen und zu bewerten. Ich gewichte beides mit meinem limbischen System. Dadurch bekomme ich recht schnell einen Abstand zu verkopften Autoren, auch wenn es keine reinen Nachbeter (die oftmals als Schüler einer Lichtgestalt sich ausgeben) sind. Ich kann recht trockenes Zeug lesen, aber lieber sind mir lebhafte Darstellungen. - Xenophon, jaha, der ist zwar ziemlich mittelmäßig, aber durchaus lesenswert. Sein Haushaltsbuch kenne ich nicht, nur seinen Ausflug nach Persien ("das Meer! das Meer!") als Söldner in seiner Jugend... - Und für die Erwähnung des Zartgefühls möchte ich wärmstens danken. Das ist etwas, das es zu bewahren gilt, und zu beschützen gegen das Erfrieren.

0 colorcraze 13.02.2013, 22:19 Uhr

@Fionn: demnach "fahl"?...

@Fionn: demnach "fahl"?

0 Tyler Durden Volland 13.02.2013, 22:42 Uhr

@jH „und wenn man schon so...

@jH „und wenn man schon so stark kritisiert, sollte man dann nicht auch vorangehen und der gesellschaft wirkliche veränderungen beibringen anstatt sich nr zu beschwehren. think about that.“ Habe ihren Rat angenommen und darüber nachgedacht. Scheint eine gute Idee zu sein und man wundert sich, dass noch keiner früher drauf gekommen ist. Ich nehme mal an nicht nur ich, sondern auch viele andere warten jetzt ganz aufgeregt auf ihren Rat, wie man das denn bewerkstelligen kann? @Tiger Gut, ich bin Zen und nicht Buddhist, aber da laut Buddha alles Handeln Leid verursacht, ist die Frage „wie man Verantwortung übernimmt“ doch einfach zu beantworten. M.a.W. Wer meint das Leben sei dazu da um es zu geniessen, ob es nun ein „ich“ gibt oder nicht, der ist ein schlechter Buddhist…. Dreamtimer hat da recht, sie dürfen rein gar nichts tun. Da „ich“ aber ohnedies nicht existiert, sollte das kein Problem sein? Noch einen Schritt weiter in Punkto Verantwortung geht da eine andere Religion, die Jain. Die tragen immer Gesichtsmasken um beim Atmen auch ja kein Insekt einzuatmen. Vielleicht können sie mir ja eine Frage zum Buddhismus beantworten: Wie kann man etwas ernst nehmen, dessen erste der acht Weisheiten behauptet Leben sei Leiden? Und: ein Buddhist wählt keine Rolle aus, er akzeptiert was ist. Choiceless Awareness…. Anstatt Ja oder Nein, sagt er: Aha! @homobulla „Man sollte den Philosophen an seinen besten Büchern messen, nicht an seinen schlechtesten, oder nicht?“ Schöner Satz… Bei Nietzsche ist das einfach. Ein Mann der in seinem Leben einmal mit einer Frau schläft und sich dabei gleich die Syphilis einhandelt, ist bei dem Thema später nicht gerade ein verlässlicher Zeuge. Das sollte aber den Rest seiner Gedanken nicht entwerten. Weniger geeignet ist dagegen Aristoteles, der doch allen ernstes behauptet Frauen seine so minderwertig, dass sie sogar weniger Zähne als Männer haben. Man muss so scharfe Denker einfach lieben, die erst gar nicht auf die Idee kommen im Mund der eigenen Frau nachzuzählen. Kein Wunder, dass der bei Katholiken so populär ist…. Ansonsten, ja! Schopenhauer…..

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.