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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das Kreuz mit dem konservativen Leben

| 208 Lesermeinungen

Spekulanten in Frankfurt, Bauern im Oberland und Berliner Kolumnisten gelten als konservativ. Das Wort beschreibt keine Eigenschaften, sondern einen schweren Irrtum.

10 Jahre ist es jetzt her, als die New Economy scheiterte; und rückblickend wird man sie vielleicht als kleines Praeludium zu jener Krise des ökonomischen Weltsystems betrachten, die wir momentan erleiden: Weil dort im Kleinen, in einem begrenzten Markt jene Mechanismen von Betrug und Gier ausprobiert wurden, die man wenige Jahre später bei CDOs und Subprimepapieren wiederholte. Deregulierte Märkte, laxe Aufsicht, ein System, in dem es nur Gewinner zu geben schien, das alles gab es schon um das Jahr 2000 herum. 2003 verabschiedeten sich die letzten Freunde aus dem Internetsektor, und brachen zu neuen Ufern auf. Als Berater waren die meisten von den Gestaden der Treuhand in die See der Wirtschaft gestochen: Es gab damals richtiggehende Netzwerke von ehemaligen Plattmachern in der ehemaligen DDR, die mit der New Economy ein neues, grosses Rad drehen wollten. In der DDR hatten sie gelernt, wie man schnell Geschäfte macht und sich schnell mit Gewinn verabschiedet, während hinter einem alles zusammenbricht, und in die normale Wirtschaft konnte man sie kaum integrieren. Da kam ihnen das Internet für den nächsten Hype gerade recht. 1995 blutete der Osten, 2003 der westdeutsche Kleinaktionär.

Bild zu: Das Kreuz mit dem konservativen Leben

Und inzwischen kommen sie gerade wieder aus dem Geschäft mit erneuerbaren Energien und der Vermögensverwaltung in einen Bereich, wo ich den ein oder anderen wieder treffe: Heute sind sie bei den Immobilien, sie treten für Gesellschaften als Käufer auf, als Makler oder, denn immer noch will wenig Geld viel Sicherheit, Verpacker von Fonds für kleine Leute, die um ihre Rente zittern. Was sich geändert hat, sind die Firmennamen und einige Vokabeln, aber es ist immer noch die gleiche Blase der inzwischen knapp 50 Jahre alten Jungstars der Treuhand und ihrer Profiteure. Mal haben sie den Staat ausgenommen und mal die Kleinanleger, mal die Familiy Offices und mal die Venture-Capitalists. Sie haben das im Osten gelernt, sie sind schnell, und meistens mit oben dabei. 2000 predigten sie das Neue und 2013 die robuste Geldanlage, 2007 die Photovoltaik und 1995 den Sieg der staatlich garantierten Marktmechanismen.

Und wenn man der Meinung ist, dass man diesen Leuten nicht wirklich Geschäfte, die Wirtschaft, den Einfluss in den Parlamenten oder das offene Ohr eines geltungssüchtigen Politikers anvertrauen möchte, gilt man erstaunlicherweise nicht mehr als konservativ, sondern irgendwie als „links”. Das entnehme ich zumindest gewissen Abteilungen fragwürdiger Verlagsprodukte, die entlang solcher Entscheidungsfragen erklären wollen, wer in welches Lager gehört. Wer den Finanzkapitalismus schätzt, ist konservativ. Und wer dumme Fragen stellt, oder einfach nur die Leute kennt, von denen sich solche Schreiber das Frühstück im Einstein und Politiker die gut dotierten Aufsichtsratsposten bezahlen lassen, der ist links, zu idealistisch, hat keine Ahnung von der Wirtschaft und will sicher nur die Steuern erhöhen, um die Wirtschaft zu ruinieren. Das Spiel, das da gespielt wird, ist eines um Deutungshoheit und um Werte, Werte moralischer Natur. Das Konservative ist die Brustwehr, hinter der man sich in diesen Zeiten gut verschanzen kann, nachdem andere Werte, Werte finanzieller Natur, recht volatil wurden.

Bild zu: Das Kreuz mit dem konservativen Leben

Auf 1250 Meter Höhe, an dem Baum mitten im Bild, hat vor Jahrzehnten jemand ein Marterl aufgestellt. Das ist sehr bayerisch, einerseits hat man es mit einer brutalen Hinrichtungsszene zu tun, andererseits wird es gleich wieder verniedlicht, nicht das Martyrium, sondern das Marterl. Wenn ich rodeln gehe, komme ich immer hier vorbei, und es ist genau an einer Stelle, da ich den schlimmsten Anstieg hinter mir und nur noch 100 Meter bis zum Kuchen vor mir habe. Ich bin nicht katholisch und ich bin auch kein Christ, aber Leid und Mitleid ist etwas, das nicht christlich oder rechts oder links ist, sondern für sich steht. Der Wähler der PDS keucht hier nicht schöner als der Wähler der CSU hoch, niemand mag Schmerzen. Aber während die Wirtschaft davon lebt, uns immer lachende und zufriedene Menschen anzuschauen, hat hier jemand kurz vor den Gipfel ein Bild von Leid und Elend gesetzt.

Es lohnt sich, ein wenig darüber nachzudenken, denn der Mensch, der das getan hat, war mit Sicherheit irgendwie konservativ. Er hat das bei einem Holzschnitzer bestellt, bezahlt und hier, wo kein Auto hinfährt, hoch getragen. Aus Gründen der Überzeugung und des Glaubens. Und weil an diesem Bild über Wochen nur ein verdorrter Ast hing, habe ich – kein Christ, kein Katholik – weit unten, an einem vom Wintersturm gefällten Baum, frische Zweige abgebrochen und auch hier hoch getragen. Einfach, weil ich Unachtsamkeit und die Respektlosigkeit, die in so einem ungepflegten Bild zum Ausdruck kommt, nicht leiden kann. Ich will nicht, dass der Breiss durch meine Berge läuft und den Eindruck hat, dass wir alles verkommen lassen. Es ist sehr viel Leid in diesem Bild und auch etwas Leid im Aufstieg. Da bin ich a bisserl konservativ.

Bild zu: Das Kreuz mit dem konservativen Leben

Nicht viel natürlich. Und wie konservativ der Bauer ist, dem dieser Wald gehört, ist nochmal eine andere Frage. Sehr! wird man vielleicht denken, wenn man die Wahlergebnisse der Region kennt. Und nicht weiss, dass diese Bauern an ihren Höfen den Otti Fischer plakatieren, mit einem Aufruf gegen gentechnisch produzierte Futtermittel. Dass sie ihr Vieh auf die Weide treiben und das Land nicht verkaufen, ist konservativ. Dass sie gegen die Lebensmittelkonzerne kämpfen und ihre eigene Genossenschaft – Genossen! Im Tegernseer Tal! – gegründet haben, das ist etwas, wörüber sich die Geschmierten im Einstein keine Gedanken machen. Das wird alles einfach irgendwie mit einbezogen beim Bild der Konservativen, so ein Landmann mit grüner Wiese ist doch auch gut für das Marketing, und egal wie mies die Erzeugerpreise und das Pferdefleisch sind, für das Werbemittel der Konzerne mit heiler Welt reicht es aus.

Jetzt haben wir schon vier Sorten Konservative, und einer davon hat die Mistgabel, die nach meiner bescheidenen Meinung zwecks Vermarterlung nach Berlin gehört, um den zwei andere Arten „Mores” beizubringen, was aus dem Kirchenlatein in den bayerischen Sprachgebrauch diffundierte und allein dadurch, dass es nicht verniedlicht wird, seinen ultimativen Charakter ausdrückt. Und wenn man sich überlegt, warum partiell konservative Menschen derartig empfinden, wird man sich wohl eingestehen müssen, dass „konservativ” ein viel zu weit gefasster Begriff ist. Ein Fall von Sprachverschluderung, weil man damit Leute hantieren lässt, die für den Begriff nur höchst umstrittene Werte haben, mit denen sie ihn füllen. Bevor die DDR die BRD übernommen hat, war konservativ noch eine gewisse Geisteshaltung, aber in der Welt der kapitalistischen 5-Jahrepläne von Katastrophe zu Katastrophe, von Umverteilung zu Umverteilung ist es ein Wort aus dem Marketing, eine Verteidigungsstrategie, und publizistische Geiselhaft anständiger Leute durch den Terror der Ökonomie.

Was übrigens nicht heisst, dass manche von denen nicht auch wirklich konservative Adern haben. Nur war ich mit denen auch schon mal bei Empfängen im Herculessaal der Münchner Residenz oder in der Orangerie von Nymphenburg, und es ist halt, wie es ist: An Geld interessierte Leute reden über Geld und versuchen, so viele Häppchen wie möglich so früh wie möglich zu ergattern. Über ihnen kämpft ein Halbgott, oder all die Lust des Rokoko wird ausgebreitet: Sie achten es nicht, sie sprechen von Rendite und Profit und stets neuen Märkten. Doch, die Anzüge sind konservativ. Aber was drin steckt, ist gleichzeitig zweckoptimiert und undefinierbar.

Bild zu: Das Kreuz mit dem konservativen Leben

Vielleicht mögen sie das Wort deshalb so gern. Weil man sich dann die weitere Debatte schenken und alles andere darunter vereinen kann. Und so kommt es, dass ich, der ich gar nicht konservativ bin, sehr konservativ im konservativsten Eckerl des Landes lebe und mich unter Konservativen bewege und mich mit ihnen verstehe. Ich fühle mich ihr wohl, ich bringe dem Herrgott Zweige, ich sage Grüss Gott am Berg und schlichte das Holz auf, während in der Küche als Dank Apfelstrudel gebacken wird. Da könnte so viel unter konservativ stehen. Aber manche denken, man wäre es nur dann, wenn man für eine höchst anfällige und riskante Wirtschaftsform eintritt, die es erst seit höchstens 20 Jahren gibt.

Die Haage, die langezogenen Baumreihen, unter denen bei uns das Vieh steht, gibt es seit dem frühen Mittelalter.

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208 Lesermeinungen

  1. "Das Kreuz mit dem...
    “Das Kreuz mit dem konservativen Leben
    16. Februar 2013, 20:00 Uhr
    Text”
    Zensur beim Don?

  2. haha ha
    hey, den job hätt ich...

    haha ha
    hey, den job hätt ich auch gern
    text text text…

  3. ++++++++ ??????...
    ++++++++ ??????

  4. "Text" ist ein bißchen...
    “Text” ist ein bißchen wenig.
    Bitte den “Rest des Textes” nachlegen, ich freu´mich schon so.

  5. wo ist der text?...
    wo ist der text?

  6. Ich habe vergessen, den...
    Ich habe vergessen, den vordatierten Text offline zu schalten. tut mir leid. Jetzt ist er da.

  7. sat, ich auch!!!!...
    sat, ich auch!!!!

  8. <p>Erwartet nie Zensur, wenn...
    Erwartet nie Zensur, wenn es technische Blödheit sein kann.

  9. Aber ganz ehrlich: Lieber 5...
    Aber ganz ehrlich: Lieber 5 Beschwerden nach 30 Minuten als 20000 PIs in drei Tagen und gar kein Kommentar.

  10. danke!...
    danke!

  11. Ich bin beim nicht besagten...
    Ich bin beim nicht besagten Buch auf Seite 80 und sehe keinerlei Grund für diese Annahme, wenn man nicht gerade ein Einsteinschreiber ist.

  12. "der hat abgeschrieben...
    “der hat abgeschrieben (Neudeutsch: plagiiert)” ist das neue “links”
    .
    schneller kriegt man keinen weg;

  13. Das geht doch in Ordnung. Man...
    Das geht doch in Ordnung. Man kann ein Glas Eierlikör trinken und gleichzeitig mit den Phoenixasteroiden reisen. Das ist weder konservativ noch progressiv, links, rechts, unten, oben. Das ist sexy.

  14. Also Zusammenfassung: Der Don...
    Also Zusammenfassung: Der Don ist nicht konservativ, aergert sich aber, wenn sich Neoliberale konservativ nennen, weil er dieses Attribut lieber den gruen-konservativen Biobauern seiner Region zugestehen moechte.
    Machen wir uns doch nichts vor, “konservativ” ist genau so ein kaum klar definierbarer Begriff wie z.B. liberal, progressiv oder gerecht. Muessig darueber zu streiten.

  15. Ich weiss, was ich möchte ist...
    Ich weiss, was ich möchte ist so unrealistisch wie eine Uranbergwerksfüllung mit käuflichen Medienvertretern bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Atomkraft, aber man wird doch noch Träume haben dürfen.
    .
    Abgesehen davon sind auch unsere Bauern nicht so leicht zu verorten. ich würde einfach gern jenseits der Schlagworte reden, aber das geht nicht ohne Haue.

  16. Edmund Burke hat das Testament...
    Edmund Burke hat das Testament der Konservativen geschrieben. Seitdem gibt es keine mehr, weil es keine mehr geben kann – die Bedingungen ihrer Existenz sind entfallen.
    Und wer sich die Entstehung der Stützen anieht, bevor diese Stützen wurden, der wird erstaunliche Parallelen zu den Neureichen und -bereicherern feststellen, an denen sich der Don gerade abschreibt. Wer gerade absteigt, wird die neuen Aufsteiger bevorzugt mit moralischen und ästhetischen Argumenten bekämpfen. Was denn sonst?
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  17. Der Don A. hat alles richtig...
    Der Don A. hat alles richtig gemacht.
    Er sitzt am Tegernsee und kommt auch nicht weiter. So denkt er aber nur an bitteren Tagen der Zweifel und Zerwürfnisse. Ein Bergkristall denkt so.
    Und manchmal geht der Don A. durch den wunderbaren Duft der Nadelbäume, er fühlt die Schneeluft in seinem Gesicht und sieht hinauf in einen wunderbaren grauen Himmel. Dann setzt er sich, holt einen Eierlikör aus der Tasche und fliegt mit den Phoenixasteroiden.
    Der Don A. hat alles richtig gemacht.

  18. Ok, jetzt haben Sie mich doch...
    Ok, jetzt haben Sie mich doch neugierig gemacht mit dem Buch, moegen Sie vielleicht verraten, wie der Titel ist?

  19. "Ego" vom Herausgeber des...
    “Ego” vom Herausgeber des Feuilletons (und dem Mann, unter dem ich hier arbeite).

  20. Wenn man den Titel kennt, aber...
    Wenn man den Titel kennt, aber noch nicht den Text, dann ist das wie ein Rätsel. Also habe ich mich gefragt, was wird der Don zum Thema: Kreuz und konservativ schreiben? … und lag völlig falsch. Bei Kreuz dachte ich an die katholische Kirche und an Papstwahl in der Fastenzeit durch konservative alte Männer in roten Roben ohne irgendwo eine einzige Frau. Aber vielleicht bin ich die einzige, die sich über die Unzeitgemässigkeit dieser Veranstaltung Gedanken macht (obwohl ich nicht einmal katholisch bin).

  21. Was zum Geier an einem Neolib...
    Was zum Geier an einem Neolib oder auch Neokon konservativ ist, habe ich auch noch nie verstanden.

  22. "Niemand mag Schmerzen". Das...
    “Niemand mag Schmerzen”. Das ist eine Absicht des Bewahrens seiner eigenen leiblichen Beschaffenheit, der wohl jeder zustimmen würde – und die einen die Empathie lehrt, die es heute dringend braucht, so eine Art inneren Kompass, der einem sagt, das geht nicht, das kann man nicht machen, das kann nicht gut gehen. Das wäre ein moderner Konservativismus-Begriff eines gesunden Menschenverstands, der jenseits aller politischen Etiketten stehen würde. Dialogbereitschaft statt Demagogie.
    .
    Der Finanzkapitalismus-Konservativismus ist doch eigentlich nur ein Euphemismus aus der 68er Zeit, als es galt, die Privilegien der Quandts und der Krupps etc. zu den Privilegien aller Reihenhausbesitzer umzuetikettieren.
    .
    Da ist heute soviel völlig abgehobener Euro-Voodoo auf frisch gedruckten Drogen unterwegs, dass man es im Moment, wie im Auge des Hurrikans, kaum glauben kann, dass die Devise jetzt heisst, Leute kauft Aktien und Immobilien, jetzt ist wieder Boom angesagt!
    Da ist soviel kriminelle Energie im Umlauf, die muss doch irgendwann irgendwo wieder zum Vorschein kommen?
    .
    Ich glaube, Don, da liegen Sie mit ihrem Tegensee-Idyllismus gar nicht falsch – von einem tatsächlichen Boden statt nur einem ideologischen Boden der Tatsachen auszugehen. Leben und leben lassen. Freundlichkeit. Humor. Höflichkeit.
    .
    Schaun wir mal. Und überlegen wir zweimal, was irgendwelche Parolen aus dem oder dem anderen Lager wirklich für uns bedeuten.

  23. Dankeschoen!...
    Dankeschoen!

  24. ThorHa,
    .
    die Neureichen sind...

    ThorHa,
    .
    die Neureichen sind mir auch ein Gräuel, aber das vorwiegend psychologische Motiv des Schreibens gegen jene, erkenne ich nicht. Ich habe mich sehr genau damit beschäftigt.
    Sonst würde ich hier nichts schreiben. Ich schreibe nicht aus Langweile oder Geltungsdrang.
    Ich sehe den Blog als Versuch einer Standortbestimmung und als Selbstfindungsprozess.
    Da schreibt nicht altreich gegen neureich. Ich möchte nicht näher ins Detail gehen, das hätte sonst etwas Kompromittierendes. Der Blog ist daher spannend, weil er hochambivalent ist und ein sehr kreativer Prozess hier exemplarisch dargestellt wird. Dieser Aspekt ist der für mich interessante.
    Man kann den Blog als rein politisches Instrumentarium deuten, aber das würde ihm unrecht tun. Unrecht in dem Sinne, dass es ihn darauf begrenzen würde.

  25. Vielleicht treffen es die...
    Vielleicht treffen es die Begriffe “konservativ” und “links” einfach nicht mehr, wenn man von der Einteilung der zwei Lager spricht, mit denen man es bei den Finanzmarktapologeten und deren Kritikern zu tun hat. Auch Moral würde ich da nicht verorten, sondern vielleicht sowas wie Ethik. Denn als was bezeichnet man sich, wenn beispielsweise Lebensmittelspekulationen am liebsten -noch gestern- verboten gesehen haben möchte? Als “Linker”? Vielleicht, aber wohl eher nicht. Andererseits kann man auch nur schwerlich von “bewahrend” reden, wenn man für solche Finanzprodukte ist, wenn man sich die Auswirkungen von derlei Spekulationen ansieht, die zu teilweisen tiefgreifenden Veränderungen in armen Ländern führen.
    .
    Mir gefällt die Idee mit den Zweigen sehr gut, aber vielleicht ist genau das auch nicht konservativ, sondern sogar links: etwas Solidarisches, der Gemeinschaft zugute kommend, z.B. zur allgemeinen Freude der Wanderer, die daran vorbeikommen.
    .
    Ein anregender Text. Danke!

  26. An das Buch musste ich auch...
    An das Buch musste ich auch denken, als ich den Text las. Aber werden die Ferengis darunter leiden, wenn das Feuilleton ihnen den Rücken kehrt. Einen echten Lichtstreif sehe ich erst, wenn der neoliberale Unfug aus dem Wirtschaftsteil verschwindet.

  27. Hm. Dieses geflügelte Wort...
    Hm. Dieses geflügelte Wort von den bösen “deregulierten Märkten” führt meine ich in die Irre. Ein Markt, in dem ich z.B. etwas verkaufen kann, was ich gar nicht habe (die sog. “Leerverkäufe” also) ist nicht dereguliert. Er ist massiv unnatürlich zu Gunsten Weniger reguliert. Und weiterhin wird zugunsten dieser Weniger reguliert, denn wieso ist diese tolle neue Finanztransaktionssteuer so ausgestaltet, dass Aktien und Anleihen klassischer Unternehmen durch sie zehn Mal so stark belastet werden, wie die rein virtuellen Derivate als Produkte der Finanzindustrie?
    Es geht also weiter wie bisher und unsere Volksvertreter behaupten auch noch quasi durch die Bank, dass nun die “Verursacher der Krise” mit den Kosten belastet werden. Das Gegenteil ist der Fall – der hier durch die Finanzlobby eingebaute erhebliche, illegitime, systemische Vorteil wird ihr in hohem Maße Gewinne bescheren.
    Bei genauer Betrachtung sind es -meine ich- eben nicht die natürlichen Marktkräfte, die die Krise verursachen. Es sind diese unnatürlichen Regelungen, die wir dem Lobbyismus und (bestenfalls, sonst wär´s ja Vorsatz) überforderten Politikern verdanken.

  28. Der Tiger,
    rote Roben sind...

    Der Tiger,
    rote Roben sind eigentlich sexy.
    Wenn sie am Klerus drüberhängen, dann nimmer so …
    Es ist ein Kreuz.

  29. @ Superschwiegersohn,
    wenn das...

    @ Superschwiegersohn,
    wenn das so ist, dann ist die Finanztransaktionssteuer eine Satire ihrer selbst, ein Schuss nach hinten. Politikern aller Couleur traue ich es zu, so ein Machwerk abgesegnet zu haben.
    Herr im Himmel, freu ich mich auf die Wahl.^^

  30. Beste Vroni:

    Woher nehmen Sie...
    Beste Vroni:
    Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass erstens Politiker im Parlament wissen, worüber sie abstimmen und zweitens, ob sie gegen den Fraktionszwang abzustimmen sich trauen würden? Die Gesetzestexte kommen doch heute nicht mehr aus den Ministerien, sondern von Anwaltskanzleien, die von anderen bezahlt wurden.

  31. ...
    http://www.youtube.com/watch?v=W2F0dHVZAm8
    Bei dem Marterl muss ich an Commander Powell denken. Vielleicht liegen wir hier alle schon in Kryostase.
    Denen, die überall oben schwimmen, bin ich 1993 schon als Austauschstudent in Magdeburg zu Hauf begegnet. Was habe ich mich als Wessie geschämt.

  32. @ Folkher Braun
    Das hab ich...

    @ Folkher Braun
    Das hab ich auch schon gehört, dass das Kanzleien machen. Spätestens seit Steinbrück weiß man das. Bestellen also schon, aber das Bestellte absegnen müssen Politiker schon noch und selbst. Schöner Schein.

  33. Vroni,
    (Blog davor. "Mein...

    Vroni,
    (Blog davor. “Mein Silber, mein Pferd, meine Yacht…” und was ist ein “süßer Spacko”, den Ausdruck kannte ich nicht, sounds funny.)
    Mir ging es hier um etwas anderes. Ich brauche keine Nachhilfe in politischer Bildung.
    Wie gesagt, “x” war ein No-free-Lunch-Theorem in einem unbekannten Fitnessraum; ich habe das doch jetzt oft genug erklärt. Mir hat der Blog in einer Phase sehr geholfen und habe gefunden, was ich suchte. Dafür bin ich Don A. dankbar. (Meine Methodik hat ihm übrigens auch geholfen. So unbescheiden bin ich nicht.)
    Ich habe mich an der Figur nie “abgearbeitet”, das schien nur so.
    Sie wissen jetzt, dass ich So heiße und eine Frau bin, die so ganz anders ist, als sie dachten.
    “x” war ein Suchverfahren. Und weil in diesem Blog so reizende Leute, wie Der Tiger, homobulla, prince Matecki, donna laura (meine Lieblinge) und der hochgescheite perfekt57 sind, bleibe ich ihm, wenn es zeitlich möglich ist, erhalten. Als So. As me, myself and I.
    Isn’t that kinky.

  34. Werter Tiger, der RKK...
    Werter Tiger, der RKK Unzeitgemaessigkeit vorzuwerfen ist Unfug, auch wenn natuerlich zu hoffen bleibt, dass die Zeit der Religion vorueber ist. Ausserhalb Euopas scheint dem aber leider ganz und gar nicht so zu sein, und auch die RKK ist – ganz zeitgemaess – auf diversen Wachstumsmaerkten recht erfolgreich taetig. Der vielleicht ausgeglichenste Kommentar zum Thema Ratzinger, den ich in den letzten Tagen gelesen habe, kommt dann auch von ausserhalb. Michael Schmidt-Salomon (Giordano-Bruno Stiftung):
    http://hpd.de/node/15040
    .
    superschwiegersohn, auch wenn ich Ihnen in Grunde genommen zustimme, halte ich bestimmte Formen des Leerverkaufs fuer durchaus gutartig, da sie manche Absicherungsgeschaefte auf dem Terminmarkt ueberhaupt erst moeglich machen. Eine sinnvolle Regulierung scheint jedoch schwer durchsetzbar, insofern waere ein komplettes Verbot vermutlich das kleinere Uebel.

  35. der Tag könnte kommen,an dem...
    der Tag könnte kommen,an dem chinesische Kriseninterventionstruppen erscheinen,um euch Gamsbart-Taliban auf dem Weg in die Neuzeit behilflich zu sein…

  36. @Vroni: Ganz recht! Was...
    @Vroni: Ganz recht! Was Neokons und Neolibs tatsächlich mit der Welt des ‘Bewahrens’ zu tun haben sollen, wissen diese nicht einmal selbst. Aber sie wissen, wie man die Macht der Deutungshoheit ausspielt. Denn der Mensch mag nun einmal nicht ‘bewährte’ Wege verlassen, weshalb es leicht ist, ihnen die Notwendigkeit der Angst vor dem schrecklichen Sozialismus, dem Gutmenschen, dem selbst denkenen Bürger einzureden. Weil: Von denen könnten ja Veränderungen und damit veränderte Machtstrukturen ausgehen. “Lasst uns über Euch herrschen!” können sie schlecht verkünden, “lasst uns Euch aussaugen!” auch nicht, weshalb sie das Prinzip des divide et impera anwenden. Hier wir, die Mehrheit, die Konservativen, dort die wenigen, die bösen Bolschewisten, die uns alle ins Unglück stürzen und vernichten wollen. Wer in den Leserkommentaren auch dieses FAZ-Online-Auftritts stöbert, findet unendlich viele Beispiele für diese immer noch wirkmächtige Hysterie. Und so lachen sich die Abzocker ins Fäustchen, wenn die Schafe sich scheu machen und dann vom Wolf reißen lassen. Der ehemalige HRE-Chef Funke jedenfalls genießt nach seiner Milliardenpleite seine Millionenabfindung sehr sehr ungestört am Gardasee, der Bayerische Landesbank Ex-Vorstand Kemmer (10 Milliarden Verlust) darf als Geschäftsführer des deutschen Bankenverbandes schon wieder öffentlich schwadronieren und als Lobbyist die Fäden ziehen, und von den aktuellen Deutsche Bank Bossen will man gar nicht reden.

  37. @Bruckbacher: Nunja, wenn ich...
    @Bruckbacher: Nunja, wenn ich mir die regelmäßigen Staus in der Ferienzeit auf der A8 von München ins Oberland so anschaue, dann scheint das Gamsbart-Taliban-Wesen aber ganz schön reizvoll zu sein bis hinein ins tiefste Holland und – ja! – auch ins Berlinerische.

  38. Auch mir schien dieser Blog...
    Auch mir schien dieser Blog Beitrag dem Schirrmacherschen Buch auf Anhieb sehr ähnlich. So ähnlich, dass mir spontan der Verdacht kam es könnte sich um denselben Autor handeln, der nebenbei anonym ein Blog betreibt…. Schirrmachers Publikationen in den letzten Jahren waren der Grund warum ich mir die FAZ, bzw eine aufs Feuilleton reduzierte FAZ überhaupt antun kann.
    Man sollte die Verlogenheit im redaktionellen Teil der FAZ, die sowohl den Ansichten des S wie dem Blog von Don A diametral gegenüberstehen nicht ignorieren.
    @Superschwiegersohn, ihr Irrtum liegt mir scheint es darin, dass sie eben verkennen, dass dies alles tatsächlich natürlich ist (was sollte auch es sonst sein) und natürlich auch legitimer Teil des Marktes.
    Es gibt diejenigen die den Markt selber beeinflussen können und es in ihrem Sinne auch tun. Warum sollten die nicht Teil des Marktes sein?
    Das Missverständnis liegt im Wunschdenken, was ein “freier Markt” denn bitte sein möge.
    @T.I.M. danke dass sie für GB und SS Reklame machen, ich habs nie getan, weil ich damit sicher die Leute eher vergraulen würde.

  39. @Werte Vroni: Wenn ich recht...
    @Werte Vroni: Wenn ich recht erinnere, hatte auch dieser Schreihals Roland Freisler rote Roben über seinen Schultern hängen.

  40. Die katholische Kirche ist...
    Die katholische Kirche ist wohl eine der wenigen Organisationen, die wirklich konservativ ist – und der das natürlich auch von den neuen “Konservativen” vorgeworfen wird. Aber vielleicht ist das auch bei großen und alten Organisationen so – sie können nicht anders.
    Was aber die Bergbauern und die Gentechnik angeht (bitte verzeihen Sie, aber das ist mein Steckenpferd): die Alternativen dazu sind auch nicht viel besser, und man sollte nicht die Technik mit der Geschäftspolitik mancher Firmen gleichsetzen. Atomkraft ist ja auch nicht per se böse, und ich vermute, die meisten Schreiber und Leser haben davon schon auf die eine oder andere Art profitiert.

  41. Lieber Don,

    Sie müssen Sie...
    Lieber Don,
    Sie müssen Sie keine Sorgen um Ihren Konservativismus machen! Denn Sie haben uns gerade eindrucksvoll die konservativste aller Lebensformen vor Augen geführt: den früher-war-alles-besser Romantiker.
    Das erinnert mich an die typischen Lateinlehrer im Gymnasium, die von “Mores” sprechend den Verfall der modernen Welt beklagen, im gleichen Atemzug aber heiß und innig alle großen Philanthropen der Weltgeschichte von Cäsar bis Napoleon bewundern. Wobei ich gerne einräume, dass Ihre Theorie, dass uns Betrug und Gier erst vor 20 Jahren von den Ostdeutschen gebracht wurden, eine Sonderrolle einnimmt.
    Und so fragt man sich, ob man Ihnen nicht das nächste mal zum Bergsteigen vielleicht statt einiger Zweige nicht lieber ein Geschichtsbuch mitgeben sollte. Dann können Sie mal suchen, ob Sie zu irgendeiner Zeit der Welt eine Gesellschaft finden, die weniger verkommen war als die heutige.

  42. Guten Morgen, gelegentlich...
    Guten Morgen, gelegentlich kommt in den Kommentaren der Begriff ‘neoliberal’ vor. Es würde mich schon interessieren, was darunter zu verstehen ist.

  43. @Torsten: Natürlich hat das...
    @Torsten: Natürlich hat das Begriffspaar konservativ-links keine Bedeutung, hatte übrigens noch niemals eine ernst zu nehmende Bedeutung im Sinne eines Gegensatzes. Wer zum Beispiel war im Grunde seines Herzens konservativer als die Grünen, die zurück zur Natur wollten? Während die angeblichen Erzkonservativen wie Strauß und Co mit gigantischen Modernisierungsprojekte wie Atomkraft und Infrastrukturmaßnahmen (Autobahnen, Wasserstraßen, Flurbereinigungen) eben jene Natur zerstörten.

  44. @Ephemeridenzeit

    Das...
    @Ephemeridenzeit
    Das “Bewahren” der Neokons bzw. Neoliberalen bezieht sich auf deren Taktik jeglichen Eingriff und Versuch der Regulierung mit dem Argument abzuwehren, solch “neue” Instrumente würden die mühevoll aufgebaute Wirtschaftsleistung untergraben. Während die Wirtschaft sich frei entwickeln soll – nach Logik des Marktes – soll der Staat dies nicht im gleichen Maße. Als Regulierer ungern gesehen soll er auf seinen logischen Ursprung – Eigentum schützen – reduziert werden.
    “Bewahrt” werden sollten schon immer die Freiräume, die der eigenen Gruppe Vorteile garantieren. Das ist nur logisch. Und wenn die tonangebende Gruppe sich als neue Wirtschaftselite versteht, dann findet auch diese Bereiche in denen Veränderung unerwünscht ist.
    Dass das konservative Argument zugleich bei Populisten beliebt ist weil es an das Schutzbedürfnis des Einzelnen appeliert soll nicht unterschlagen werden. In einer Welt mit vielen Unbekannten braucht doch jeder etwas Verlässliches – auch wenn es in Form eines Ärgernisses daherkommt. Denn sicher ist sicher.

  45. @The Great Artist: Leider ist...
    @The Great Artist: Leider ist der Tegernsee zwar landschaftlich schön, aber recht eigentlich ein ganz besonders schlechtes Beispiel für eine Leben-und-lebenlassen-Gesellschaft. So besteht die “Idylle” mittlerweile im Kampf einiger Seeanrainer gegen Spaziergänger und Sommerfrischler, für die ein begehbarer Steg gebaut werden soll, damit diese das Ufer entlanglaufen können, ohne von den Privatgrundstücken aufgehalten zu werden. Da streiten sich ganz “idyllisch” neureiche russische Villen-Erbauer mit etwas länger eingesessenen Hausbesitzern, weil in den Hanglagen durch die Neubauten der Boden ins Rutschen kommt. Ganz zu schweigen vom vor einiger Zeit heftigen Gerangel um den gigantomanischen Ausbau des Gutes Kaltenbrunn. Wohin man schaut: Ellenbogen, Ellenbogen, Ellenbogen!

  46. Jeder schafft es sich seine...
    Jeder schafft es sich seine Begriffe so umzudeuten, dass Sie für das eigene Leben passen. Auch die Junge Union sieht sich selber als cool und egal für welche Wirtschaftspolitik man steht, ich bin mir sicher der Begriff “Soziale Marktwirtschaft” passt dazu.
    Was mich aber interessieren würde, ein paar Artikel vorher hat der Autor sich selber als Reaktionär bezeichnet. Was für Werte könnten das denn sein? Unter dem Begriff Reaktionär fallen mir leider nur unschöne Einstellungen ein.

  47. @GuX: Das Problem von...
    @GuX: Das Problem von gentechnisch veränderten Futtermitteln (beispielsweise) ist ja nicht eine mögliche gesundheitliche Implikation, sondern dass Bauern durch sie in zusätzliche Abhängigkeit gestürzt werden. Beispiel: Eine gentechnisch veränderte Pflanze, welche gegen ein bestimmtes Pestizid resistent ist, bringt es mit sich, dass der Landwirt nur noch dieses eine Pestizid einsetzen kann – und es somit entsprechend kaufen muss. Abgesehen davon gaukelt die grüne Gentechnik eine Pseudo-Machbarkeit vor, die angeblich die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit sichern kann.

  48. @ Markus

    Früher war aber...
    @ Markus
    Früher war aber wirklich so manches besser! Als die betrugsbereit dampfenden Hanswurste unhaltbare Versprechen in der “neuen Ökonomie” platzierten, um auf diese Weise Kleinanleger und andere Überforderte vom Geld zu trennen, da ging es nur um einen kleinen Ausschnitt der Wirtschaft.
    Heute geht es schon um die ganze Wurst.
    Soll man da nicht wehmütig werden und den so einigermaßen guten alten Zeiten hinterhertrauern, bei dem sich der angerichtete Schaden noch in Grenzen hielt – während heute zum Beispiel zwei Drittel (!) der Jugend in Spanien ohne Perspektiven sind, nicht zuletzt aufgrund der weltwirtschaftlichen Verwerfungen, die durch “konservativ” gelabelte Gier zustande gebracht wurde?
    Im Übrigen, Markus, geht es dabei nicht um Romantik, sondern um Nostalgie. So viel sprachlichen Konservatismus gestatten Sie mir eventuell noch, oder? Rein auf der sachlichen Eben: Von “den Ostdeutchen” sprach mit Ausnahme von Ihnen bislang noch keiner.
    Tatsächlich ging es doch nur um eine bestimmte Form des Denkens und wirtschaftlichen Handelns, das Erfolg vor allem als solchen definiert, wenn dieser auf Kosten der Übrigen zustande kommt. Sei es nun in Gestalt eines “schlauen” Treuhandmanagers, seiner Immobilienvermögen raffenden Kumpanen oder in Gestalt der Märchenerzähler der “neuen” Ökonomie, welche in den letzten Jahren – leider – auch die Finanzmärkte bestimmt hat.
    Sagen wir es einfach ganz konservativ: Betrug als Geschäftsmodell.
    Randnotiz: Dazu passt in mancherlei Hinsicht auch ein ehemaliger “konservativer” Bundespräsident, zu dessen größte Freude neben den Glanzbildern in der Bunten die ausgiebige Nähe zu einem ehemaligen Chef einer Drückerkolonne rechnete…
    Da müssten sie einmal bayrische Bauern und Marktfrauen zu diesem Thema hören!

  49. Von der Kapriole zur...
    Von der Kapriole zur Dialektik, vom tragischen Helden und der Pharisäer
    .
    Über dieses Thema haben wir uns schon einmal unterhalten. So gibt es für mich eine Dialektik zwischen konservativ und revolutionär – http://blog.herold-binsack.eu/?p=462 -, was eng damit zusammenhängt, wer Subjekt, wer Objekt in der Geschichte sein will – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1761. Und eine revolutionäre Taktik zeichnet sich dadurch aus, dass sie diese träge also im Prinzip konservative Masse in eine revolutionäre zu verwandeln versteht – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1817. Und das gelingt ihr in dem Maße, wie sie diese Dialektik zwischen der objektiven und subjektiven Bewegung begreift. Doch die Todsünde der revolutionären Taktik wäre den Unterschied zwischen Sozialismus und Nihilismus zu verkennen – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1892, sich somit den (konservativ besetzten) Angstgefühlen der Massen zu beugen.
    .
    Im Verhältnis zwischen konservativ und revolutionär gibt es so manche Kapriole. Erkennbar z.B. daran, wie es einer vormals ultrarevolutionären Alice Schwarzer offenbar wenig ausmacht, sich einerseits für die Bild zu verdingen, jenem Prototyp des sexistischen Massenblatts, andererseits sich mit dem BND-lastigen Burdakonzern – http://blog.herold-binsack.eu/?p=1646 – auf der Jagd nach (männlichen) Sexisten zusammen zu schließen.
    .
    Dass Frau Schwarzer heute so etwas ist wie die Galionsfigur offen reaktionärer Thinktanks, von Bertelsmann bis Sarrazin – http://blog.herold-binsack.eu/?p=2075 -, mag eine Erklärung dafür sein. Nur erklärt dies nicht, woher das kommt.
    Es ist der Mangel an Bewusstsein, der den tragischen Helden zum Pharisäer macht – http://blog.herold-binsack.eu/?p=2343.

  50. Weil hier so gerne zitiert...
    Weil hier so gerne zitiert wird. Am 24.12.2012 schrieb der Don in seinem Blog “rebellmarkt” als “Weihnachtsbotschaft”: “Man muß nehmen, was man kriegen kann.”

  51. @Tony: Ja, das...
    @Tony: Ja, das Schutzbedürfnis der Menschen ist der Urinstinkt, welcher so erfolgreich ausgenutzt wird – da ist etwas dran. Umso erbärmlicher solches Handeln! In den 90ziger Jahren hat Breloer eine bebilderte Sammlung von Tagebuchauszügen aus der Zeit des zu Ende gehenden Zweiten Weltkriegs herausgegeben. Auf einem Foto ist ein riesiges Plakat in Hamburgs Ruinen zu sehen, auf dem steht “Sieg oder Bolschewismus”. Da hat man sich sein ganzes Hab und Gut über dem Kopf zusammenschlagen lassen, hat zehntausende von Toten gesehen – und dennoch funktionierte die Angstmacherei vor einer abstrakten ‘Gefahr’. Immerhin wissen wir heute, dass der real existierende Bolschewismus Hamburg nie erreicht hat…

  52. Konservativ sein heißt...
    Konservativ sein heißt “bewahrend” sein und ebenso wie man sonnengetränkte Aprikosen und Kirschen für kalte Tage bewahrt, bewahrt man eben auch Werte, die es wert sind. Das ist weniger politisch als klug und dem Fortbestand der Menschheit dienlich. Diesseits und jenseits des Tegernsees.

  53. ... immer wieder amüsant zu...
    … immer wieder amüsant zu lesen, Kompliment! – und immer wieder rätsle ich, ist es Ironie in ein bisschen Realität verpackt oder umgekehrt …

  54. Ich möchte hier einmal auch...
    Ich möchte hier einmal auch die Gelegenheit nutzen, mich für Ihre Texte zu bedanken und auch dafür, daß Sie uns hier die Möglichkeit geben, aktiv und passiv an einem interessanten Gedankenaustausch teilzunehmen!

  55. @Ephemeridenzeit

    Genau das...
    @Ephemeridenzeit
    Genau das meinte ich mit meiner Aussage, wonach man die Technik von der Geschäftspolitik trennen sollte. Man kann mit Hilfe der Gentechnik Pflanzen auch widerstandsfähiger gegen Dürre oder Kälte machen – ohne daß dafür beim Anbau zusätzliche Agrochemikalien notwendig sind. Auch die Idee hinter dem “goldenen Reis” war ja nicht, die Anbauer in ein Abhängigkeitsverhältnis zu zwingen.
    .
    Letztendlich ist die Gentechnik einfach nur eine Weiterentwicklung der Züchtungstechnik; natürlich bietet sie die Möglichkeit zum Mißbrauch, aber was tut das nicht?

  56. ...
    Kinderversteckspiel:
    Alläääääs muß versteckt sein!
    Hinter meiner, vorder meiner, links, rechts. Aufgschaut! Ich koooooommä!
    *
    Was haben eine Konservendose und Konservatismus gemeinsam?
    *
    Die Liberalen, incl. der Neoliberalen, sind ökonomische Libertins.

  57. Der Unterschied zwischen...
    Der Unterschied zwischen geschichtlichem Subjekt und Objekt ist immer eine Frage der Lage.
    Ob Hammer oder Amboss ist schon bedeutungsvoll im echt Materiellen: Hautse, hautse, immer in die Schnauze. Und mit vergnüchtem Sinn immer in die Fresse rin.

  58. Anmerkung:
    Der eine rote Robe...

    Anmerkung:
    Der eine rote Robe tragende Schreihals R. Freisler war übrigens zu Beginn seiner Karriere überzeugter Kommunist gewesen.

  59. Die geplatzte Dotcom-Blase und...
    Die geplatzte Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2007 haben mitnichten dieselben Ursachen: war die Dotcom-Blase noch eine echte Spekulationsblase, geht die Subprime-Krise eben nicht auf deregulierte Märkte zurück – so würde sich keine Privatbank um die Vergabe von Subprime-Krediten reißen. Im Gegenteil waren die Subprime-Kredite verstärkt ab 2001 von der Regierung Clinton initiiert, um die Auswirkungen der geplatzten Dotcom-Blase einzudämmen. So wurden die staatsnahen Hypothekenbanken zur Kreditvergabe gezielt an Zahlungsunfähige verklagt, weil sonst eine “finanzielle Diskriminierung” bestehe.
    Die Subprime-Krise ist keine Auswirkung des freien Marktes, sondern der staatlichen Regulierung. Dass man deren Auswirkungen nun mit noch mehr staatlicher Regulierung in den Griff zu bekommen versucht, verdeutlicht, dass die Ursachen der Krise bis heute nicht ins öffentliche Bewusstsein vorgedrungen sind. Und die fehlerhafte Annahme, bei der Subprime-Krise handele es sich um eine Krise des Neoliberalismus, bringt den Autor auch zum Trugschluss, dass jeder, der gegen derartige Markt- (und staatliche Wirtschaftsregulierungs-)mechanismen sei, doch eigentlich automatisch als links gelten müsse.
    Cui bono? Wer gegen Wirtschaftskrisen ist, muss also links wählen. Und wenn er sich – wie der Autor – trotzdem nicht dezidiert links fühlt, steckt er in einem Dilemma. Die Ursache der Subprime-Krise und der darauffolgenden Eurokrise, bei der wieder nicht die Gier ungezügelter Märkte den griechischen Haushalt ruiniert hat, zu erkennen und beim Namen zu nennen würde künftigen Unklarheiten, was überhaupt rechts und links ist, entschieden vorbeugen. Ich wünsche dem grundsätzlich nicht unsympathischen, hier allerdings völlig auf dem Holzweg irrenden Don Alphonso viel Erfolg.

  60. "...nicht mehr als...
    “…nicht mehr als konservativ, sondern irgendwie als „links”.”
    .
    Das erinnert mich an die späten sechziger Jahre: “Ein gescheites Wort, schon ist man Kommunist.”

  61. Wer oder was ist das tertium...
    Wer oder was ist das tertium comparationis für folgende pol. Grundhaltungen:
    Horaz: “Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben”
    S. Lec: “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Aber wie kommt man zu den
    Tätigkeitswörtern?”
    F.J. Strauß: Ein wertkonservativer christlicher Politiker
    G.Gysi: “Sozialismus mit menschlichem Antlitz”
    DKP-
    Spartakus: “Die DDR ist der einzige demokratische Staat auf deutschem Boden”
    ( Uni-Flugblatt, 1972 )
    G.Schröder: “Putin ist ein lupenreiner Demokrat”
    J. Fischer: Garant nachhaltiger grüner Politik in M. Albright’s Lobbyistenkanzlei.
    Berlusconi: Opfert sich zum 3.Mal, um Italiens Interessen zu retten, indem er
    die “kommunistischen Staatsanwälte” bekämpft.
    P. Steinbrück: ” Ich möchte sozial-demokratische Politik erlebbar machen”
    Papst B: Stellvertreter Gottes auf Erden a.D.
    Reaktionär – Konservativ – Progressiv – Revolutionär – ???

  62. @antagonist: Ja. Solche...
    @antagonist: Ja. Solche Karrieren haben so manche Nazigrößen durchlaufen. Immerhin kam ja im Parteinamen auch das Wörtchen “sozialistisch” vor. Und der eine oder andere Parteigänger ist dann später ohne große Friktion zu den Liberalen (vulgo FDP) gegangen. Und so merke: Es gilt die Gesinnung, nicht das Etikett.

  63. "Ich weiss, was ich möchte...
    “Ich weiss, was ich möchte ist so unrealistisch wie eine Uranbergwerksfüllung mit käuflichen Medienvertretern bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Atomkraft, aber man wird doch noch Träume haben dürfen.”
    .
    Wenn Sie das “Alte Kapital” dazu bringen würden, mit potentiellen Unternehmern, also Leuten die “arm” sind und Kapital brauchen, im Nymphenburger Schloss über den barocken Himmel zu sprechen, wären Sie zwar auch nur ein Berater, Vermittler, Kuppler oder dergleichen, aber Sie würden vermutlich Ihre Mission erfüllen, wenn auch nur indirekt. Freilich müsste das improvisiert sein, so dass man es sich niemand im Schnellkurs ein paar Skills aneignen kann.
    .
    Für mich fällt das in den Bereich des Unwahrscheinlichen aber nicht Unmöglichen. Mag der Patriarch oder die Patriarchin dann noch eine Vertrauensperson mitbringen, die Geschäftspläne lesen kann und die Blender aussortiert.
    .
    Der Sinn all dieser Exerzitien besteht darin, die “gamefication” zu hintertreiben, d.h. den Kern dessen, was den Optimierer ausmacht. Wenn Sie keine Füchse wollen, müssen Sie ihre Anpassungsfähigkeit unterbinden, was voraussetzt, dass Sie, der Löwe, vom Fuchs nicht gelesen werden können. Das “Alte Kapital” darf aber auch nicht so unsichtbr sein, dass es nur Mangeltalente im eigenen Netzwerk anzieht, denn dann degeneriert es einfach, ohne irgendwelche Werte zu schaffen und sich selbst als Wert fortzusetzen. Es ist eine Gradwanderung zwischen Lesbarkeit und Unlesbarkeit.
    .
    Man komme dabei nicht gleich nicht Mafia, Familieneintritt und ähnlichem Quatsch. Es geht nicht um eine kriminelle Vereinigung, die Freimaurer, Gendynastien oder die Gewähr beim Tritt über die Schwelle, ausgesorgt zu haben. Auch SUV-Muttis mögen ihre Kinder gerne weiterhin mit dem SUV 100km weit in die Schule fahren.

  64. Goebbels hatte auch so eine...
    Goebbels hatte auch so eine vulgärsozialistische Ader, und Mussolini versuchte sich nach 1943 als Arbeiterführer zu stilisieren, der daor gezwungen war, mit den katholiken gemeinsame Sache zu machen. Ich würde darauf nicht zu viel geben, die eigentliche Gtundeinstellung war bei denen immer “unmenschlich”.

  65. greiffenhagen, martin; das...
    greiffenhagen, martin; das dilemma des konservativismus in deutschland, münchen 1948 bzw. frankfurt 1986

  66. pascha50: Strauß und...
    pascha50: Strauß und “wertkonservativ” und “christlich”? Ähem, hüstel! War er nicht weniger christlich als egoistisch bis zum rüpelhaft Bedrohlichen? Waren ihm Werte nicht nur so lange wichtig, wie sie in seinen Kram passten? Man erinnere sich: korrupte Rüstungsgeschäfte, Spiegelaffäre, Bedrohung von eilfertigen Polizisten, DDR-Geschäfte, ein Vermögensverwalter namens Schreiber und dergleichen mehr. Strauß war so wertkonservativ und christlich wie es heute Putin ist und es dazumalen August der Starke war…

  67. @Jeeves: Und heute würde es...
    @Jeeves: Und heute würde es heißen “Ein gescheites Wort – und man ist Kommunist oder Gutmensch.” Ich habe übrigens nie verstanden, was an “gut” schlecht sein kann.

  68. @auch-einer: Werter Forist,...
    @auch-einer: Werter Forist, könnten Sie mich über München 1948 und Frankfurt 1986 aufklären? Abgesehen von diesen seltsamen Chiffren scheint bei Ihnen der Spaß an Verben nicht ausgeprägt zu sein, oder waren Sie arg in Eile?

  69. @x: Ihr Satzteil muss korrekt...
    @x: Ihr Satzteil muss korrekt lauten: << .
    Ob er Eierlikör mag, da wäre ich mir nicht so sicher (noch nicht mal in der Torte).
    .
    Sie haben vollauf Recht, der Don macht alles richtig (im Sinne einer sehr entspannten Geisteshaltung und Lebensführung).

  70. @Dreamtimer 12:15: ja das...
    @Dreamtimer 12:15: ja das wärs. Sowas würde helfen.

  71. @Ephemeridenzeit 10:12: Man...
    @Ephemeridenzeit 10:12: Man lernt nie aus, habe schon gedacht, dass der wirkliche Tegernsee seine Schatten hat, jetzt weiss ich es…

  72. Geehrter Don, meine Mutter...
    Geehrter Don, meine Mutter pflegt stets zu sagen: Es gibt nix Gutes außer man tut es.
    Nun, den Etikettenschwindel gibt es nicht nur bei Lasagne, wie wir alle seit langem Wissen. Und immer dann, wenn die Proklamation religiöse Züge annimmt, folgt die Inhaftnahme. Bisweilen mit Haut und Haar.
    @Superschwiegersohn, die Finanztransaktionssteuer ist nichts anderes als eine Nebelkerze. Motto: Wir tun was dagegen. Nehmen Sie mal was ganz “banales” wie den unterschiedlichen Mehrwertsteuersatz von 7 und 19% im Gastrobereich. Der ambulante Hühnergrill zahlt für das verkaufte Antibiotika-Mastanlagen-Hendl 7%. Der Restaurantbetreiber mit Bio-Hühnern zahlt 19%. Obwohl letzterer die weit höhere Wertschöpfung erzeugt, wird er für diese noch bestraft. Und ist letztlich besser zu fassen als der ambulante Steuerzahler. Was soll man von solchen Leuten erwarten.
    Diese “Derregulierung” hatte allerdings noch ein weiteres Novum wie die Bilanzierung, in der nämlich Positionen im subprime-Markt nicht zu erscheinen brauchten. Unternehmens- bzw. Bankenbewertungen wurden dadurch vollkommen verzehrt. Das alles geschah allerdings unter der Ägide von Gazprom-Gerd, der Rot-Grünen wie schon Agenda2010, Hartz4 und das EEG in der jetzigen Form: Die Umverteilung von unten nach oben schlechthin.

  73. Vom „gescheiten Wort“ bis...
    Vom „gescheiten Wort“ bis zum „guten“ Kommunisten
    .
    @Antagonist: Freisler war „am Anfang“ so wenig ein „überzeugter Kommunist“, wie Mussolini ein Sozialist. Und Übrigens, selbst Hitler hat sich eine Zeit lang unter linken Behomien herum getrieben. War er also Kommunist, als er „Mein Kampf“ verfasste? Dem Don ist recht zu geben: deren einzige Überzeugung war ihre Menschenverachtung.
    Und ob man Subjekt oder Objekt in der Geschichte ist, ist eine Frage des Bewusstseins. Darüber sollten Sie mal nachdenken!
    .
    Zu Ihrer Information: Kommunist ist man ein leben Lang oder nie (gewesen). Es ist kein Zufall, dass sog. ehemalige Kommunisten die schlimmsten Renegaten sind. Und Renegat wird man, ob des Opportunismus, nicht des Kommunismus. Ein Beispiel wäre der Koenen vom KBW. Heute nennt er sich Historiker. Und als solcher ist er jetzt bemüht, sich mit seinem „Schwarzbuch des Kommunismus“ jene Hände reinzuwaschen, die einst vielleicht eines Pol Pot Hände geschüttelt haben. Kommunist kann nur der sein, der sich ein Leben nicht nur kritisch mit der Welt, sondern vor allem auch mit sich selbst – also selbstkritisch – auseinander setzt. Und das bedeutet vor allem: Kampf gegen Opportunismus und Karrierismus. Selbstkritik bedeutet mitnichten Rechtfertigung des Renegatentums. Solange die Klassengesellschaft existiert, bleibt das Ziel eines revolutionär eingestellten Menschen die klassenlose Gesellschaft. Und wer dieses Ziel irgendwann verleugnet, hat nie etwas vom Kommunismus begriffen, war also nie Kommunist, sondern ein bürgerlicher Karrierist – Trittbrettfahrer des Kommunismus. Er greift sich eine ideologische Nische, aus der heraus er sich den Herrschenden anzubieten sucht, mal teuer, mal wohlfeil. Unvergessen der Schachzug von Schmierer und Koenen, nämlich die Parteimassen, noch kurz vor der Liquidierung der Partei, in der SPD oder bei den Grünen untergebracht zu haben. Schmierer gar avancierte als Belohnung dafür zum Assistenten in Fischers Auswärtiges Amt.
    .
    Nicht der Kommunismus war ein Irrtum. Diese kleinbürgerlichen Karrieristen waren der Irrtum des Kommunismus.
    .
    @Jeeves: „Ein gescheites Wort, schon ist man Kommunist“. Wenn man das umgekehrt formuliert, erkennt man den Funken der Wahrheit. Denn in Zeiten, in denen nur von Kommunisten „gescheite Worte“ kommen, sind abgesehen davon, dass es düstere Zeiten sein müssen, da das gescheite Wort offenbar gefährdet ist, auch Zeiten einer schweren intellektuellen Krise – http://blog.herold-binsack.eu/?p=2350 . Und was waren denn die 60er? Übrigens, darin heute nicht unähnlich.
    .
    @Ephemeridenzeit: Wie recht Sie doch haben. Und gerade diese Kombination aus „Gutmensch“ und „Kommunist“ sind aus dem Munde gewisser (verleumderischen) Subjekte eine indirekte Bestätigung dafür, dass ein guter Mensch wohl Kommunist sein sollte, und vice versa. Die Dialektik diesbezüglich, erschließt sich einem in der kapitalistischen Welt aber nicht so leicht. Sonst wären Werke wie „Der gute Mensch von Sezuan“ – http://schaubuehne.de/de_DE/program/repertoire/471817 nicht so bedeutungsvoll.

  74. @Rechtsliberaler: Clintons...
    @Rechtsliberaler: Clintons Gutmenschentum ist sicher nicht unschuldig, ein echtes Road-to-Hell-Programm hat aber erst der von Ihnen nicht erwähnte J.W. Bush losgetreten.
    .
    << .
    Erst unter Bush ging der Goldrausch richtig los, mit skrupellosen Gierschlündern die auszogen, um Ihr eigenes Vermögen über “Provisionen” zu machen:
    .
    << .
    und warum eigentlich einschreiten – es lief doch so toll:
    .
    <<

  75. Und für diejenigen, denen...
    Und für diejenigen, denen “konservativ sein” einfach zu konservativ klang, hat man dann das “nachhaltig denken, arbeiten und sein” eingeführt. Zuvor hatte auf wundersame Weise “erneuerbar” Einzug in die Energie und den allgemeinen Sprachgebrauch gehalten, obwohl man doch alternative Energiequellen meinte. Seither ist “nachhaltig” und “erneuerbar” nicht von einander zu trennen: Die erneuerbare Nachhaltigkeit. Auf gehts!

  76. "Konservativ" ist auch einfach...
    “Konservativ” ist auch einfach eine Vokabel, mit der sich die reiche, starke, erfolgreiche Minderheit von den müden Langweilern und Versagern abgrenzt.
    .
    Wer es politisch und wirtschaftlich nach oben geschafft hat, wird jetzt auch noch die Deutungshoheit über die Vergangenheit und Werte haben wollen. Und da gehört “konservativ” einfach dazu, genau wie “innovativ” natürlich.

  77. Welche Gestalt müsste denn...
    Welche Gestalt müsste denn die Gerechtigkeit haben, die in unseren metaphysischen Wüsten noch blühen könnte?

  78. @homobulla, die Grünen wohl!?...
    @homobulla, die Grünen wohl!? Habe eben den Kommentar zur Energie- äh Idiologiewende gelesen:-)
    @HM555, Erfolg gibt eben recht.

  79. so wir er sind, sind ja...
    so wir er sind, sind ja inzwischen viele. vielleicht sogar die meisten.
    .
    wobei, wir lasen gerade einmal von reisefreuden. an den lido müsste man auch mal wieder, spazieren gehen mit familie. und wer weiß, vielleicht begegnete man ja auch thomas aschenbach? der ist schließlich auch fast immer dabei. wie bekannt http://www.venere.com/de/resort/venedig/resort-excelsior/?ref=42350 http://venedig-hotel.eu/venedig/stadtteile/lido.html allerdings heute ist nicht gestern. und heute ist auch schon vorbei. http://www.des-bains.com/EN/home.php

  80. @ x
    :x)
    Dieser Blog ist doch...

    @ x
    :x)
    Dieser Blog ist doch irgendwie wie ein großes Puzzle, an dem alle mitpuzzeln, nicht? Hin und wieder fällt ein Stück bei jemandem an die richtige Stelle. Juhu. Aber das Puzzle hat aber auch verdammt viele Teile… haben Sie gesehen, wieviele noch unter den Tisch gefallen sind? Puh.
    .
    Ich habe noch ein Puzzlesteinchen für Sie (ob es an die Stelle passt, weiss ich aber nicht, sonst erst mal wieder weglegen, vielleicht passt es nachher oben am Himmel); noch eine Zoetrope zu Ihrer Zoetrope (whats behind all that mirrors?), mit freundlichen Grüßen aus Frankfurt um 1840:
    .
    “Wie die zerstäubenden Tropfen des tobenden Wasserfalls mit Blitzesschnelle wechseln, während der Regenbogen, dessen Träger sie sind, in unbeweglicher Ruhe fest steht, ganz unberührt von jenem rastlosen Wechsel; so bleibt jede Idee, d.i. jede Gattung lebender Wesen, ganz unberührt vom fortwährenden Wechsel ihrer Individuen.”

  81. @T.I.M – Vielen Dank für...
    @T.I.M – Vielen Dank für den Link zum Interview mit Michael Schmidt-Salomon. Fand ich sehr interessant. Aber Ihrer Bemerkung: “RKK Unzeitgemaessigkeit vorzuwerfen ist Unfug” erlaube ich mir zu widersprechen. Ich werfe der RKK nichts vor, jeder soll nach seiner Fasson selig werden und schließlich ist niemand gezwungen RKK Mitglied zu werden. Ich beobachte aber schon seit Jahren mit großem Interesse den Machtinstinkt dieser Institution und insbesondere des Papstes. Wie ich hier schon mal erwähnt habe, verließ Ratzinger Tübingen gerade als ich dort anfing zu studieren. Man sagte der Grund sei, dass die Studenten in dem kleinen Neckarstädtchen zu frech gewesen wären (verglichen mit Frankfurt waren die Weisenknaben).
    .
    Das Zweite Vatikanische Konzil habe ich erster Hand im Rahmen meiner RKK Schule miterlebt. Unter meinen katholischen Mitschülerinnen und Lehrer herrschte Aufbruchstimmung. Eines Montags kamen die Nonnen in neuen Trachten mit kürzeren Röcken und weniger einklemmenden Hauben. Als ich das Interview des Herrn Schmidt-Salomon gelesen hatte, kam mir ein komischer Gedanke: ‘Das einzige was ich vom Ergebnis dieses Konzils weiß, sind die kürzeren Röcke der Nonnen…. Ob das wohl wirklich das einzige gewesen sein wird?’

  82. http://www.beauty.de/...
    http://www.beauty.de/ “intertanionale leitmesse für kosmetik, nail, fuß, wellness und spa” – wie schön, dass wir all diesen zivilisationsfortschritt am meisten haben, in ganz europa. und bestimmt viel besser, als noch mehr wehrtechnik.
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    und wie schade, dass faz’s gastgeber sich (mangels anderer inhalte?) an solchen wortkreationen auf- u. abarbeitet:
    .
    “Das italienische Wort Farfalla bedeutet Schmetterling und weckt Assoziationen wie Frühling, Sanftheit und Blumenwiesen. Auch das Unternehmen Farfalla, das Naturkosmetik und ätherische Öle in Bio-Qualität vertreibt, steht für diese Attribute. Doch neben Sanftheit sind auch ökologisches, menschliches und konsequentes Handeln die Essenz der Farfalla-Firmenphilosophie.”

  83. tyler, gern geschehen, obwohl...
    tyler, gern geschehen, obwohl die GBS oft zu sehr wie eine one-man-show wirkt für meinen Geschmack. Der Kommentar zu Benedikt ist tatsächlich einer der brauchbarsten, gerade weil er nicht mit bestimmten Hoffnungen aufgeladen die Problematik der rkk analysiert (die Sätze am Ende der allgemeinen Religionskritik dienen wohl nur der Einordnung des Autors).

  84. Paul Krugman in the Int....
    Paul Krugman in the Int. Herald Tribune Feb 16-17 heads his article
    “Zombie Economics” and writes “A zombie idea is a proposition that has been thoroughly refuted by evidence and should be dead – but won’t stay dead because it serves a political purpose, appeals to prejudices, or both”.
    And he goes on “How did we get into the mess we’re in?” And he continues
    “The financial crisis of 2008, and its painful aftermath which we’re still dealing with, were a huge slap in the face for free-market fundamentalists”….
    P.S. Zombie is word from Africa meaning “a stupid or useless person”.

  85. und natürlich sind wir alle...
    und natürlich sind wir alle heute längst so international. (nur an sich überholte regionalzeitschriften die die faz können und wollen das nicht wahrhaben, uns zersetzender weise was anderes verkaufen, weil sie selbst bloß mit der internationaliserung (also ihr geschäftsmodell) noch nicht standhalten kann.) sogar (sogar?) “sogar auch die kath. kirche ist doch seit jahren schon – aus richtung “bottom-up” und überregional – wieder vermehrt zu den menschen hin unterwegs”.
    .
    hier “eine woche spirituelles erwachen in belgien” (“Gelegenheit zur Teilnahme am geistlichen Leben der Ordensgemeinschaft”): http://www.12steps.de/joomla25/tagungen/event/96-montenau/2-ein-spirituelles-erwachen/0 (montenau/amel/blegien)
    .
    (heutzutage sinnigerweise gleich direkt hinter dem “gewerbegebiet kaiserbaracke” (amel) – https://www.google.de/search?q=kaiserbaracke&hl=de&client=firefox-a&hs=9bR&tbo=u&rls=org.mozilla:de:official&tbm=isch&source=univ&sa=X&ei=Gu4gUeeKI4ibtQbuwoDwBQ&ved=0CDEQsAQ&biw=1280&bih=662)
    .
    und nachrichtlich @gastgeber: vorletzten freitag kam auf deutschlandfunk (dradio) ca. 19:15 eine podiumsdisskission “zukunft der printmedien in deutschland” – uns brach schon während der anmoderation die aufmerksamkeit weg (“wer will schon noch wissen, welche deppen von gestern da auf dem weg zum todeskampf ihre letzverbleiberanteile besserverteidigen?”) – immerhin waren wir gelegenheitshalber noch unterwegs, hätten hören können, falls wir einen sinn darin hätten erblicken wollen können… . (irgend sowas vermutlich hat http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturgespraech/2004178/)
    .
    und der “presseclub” von heute. hier die gästeliste: http://www.wdr.de/tv/presseclub/2013/0217/gaeste.phtml – alle schlugen sich beachtlich. da aber deutschland auch weiterhin “wie ohne kinder”, also “ohne veratwortung und zukunft” wirkt, auch weiterhin alles “irgendwie so blutleer”, “zukunftlos”. und auch der geniale volker herres ganz sicher unersetzlich. http://www.wdr.de/tv/presseclub/

  86. @ Köstlich:

    Dafür, dass die...
    @ Köstlich:
    Dafür, dass die Deregulierung schuld an der Subprime-Krise ist, hatten die Behörden aber verdächtig ihre Finger im Spiel: Das US Department of Housing and Urban Development, denen Fannie Mae und Freddie Mac unterstanden, war ebenso in der Hand der Democrats wie die Finanzaufsicht. Deren Vorsitzender, Barney Frank, äußerte, als ihn die Regierung Bush darauf hinwies, dass die staatsnahen Hypothekenbanken hoffnungslos überschuldet seien: “These two entities — Fannie Mae and Freddie Mac — are not facing any kind of financial crisis. The more people exaggerate these problems, the more pressure there is on these companies, the less we will see in terms of affordable housing.” Barney Frank blockierte daraufhin nähere Durchleuchtungen der staatsnahen Hypothekenbanken.
    Sie werfen Bush gleichzeitig vor, die Märkte zu verfälschen und sie zu deregulieren. Damit landen Sie im selben Dilemma wie Don Alphonso, der nicht mehr weiß, ob er jetzt rechts oder links sein soll. Wenn Bush die Märkte durch staatliche Interventionen verfälscht haben sollte, wäre das keine marktradikale Politik, sondern planwirtschaftliche! Und wenn er sie dereguliert hat, kann er nicht gleichzeitig staatlich subventionierten Hausbau vorangetrieben haben! Dass er sich selbst als Sozialpolitiker verkauft, um Stimmen zu fangen, steht auf einem anderen Blatt. Nur die Taten zählen.
    Die wahrscheinlich größte Errungenschaft linker Politik ist die Besetzung der Begriffe. Die haben es hinbekommen, einen antifaschistischen Schutzwall gegen die demokratische BRD zu bauen, obwohl sie selbst den Totalitarismus des Dritten Reichs nahtlos übernommen hatten. Neoliberale Politik und Deregulierung für die Subprime-Krise verantwortlich zu machen folgt demselben Prinzip.

  87. Die Ferengis der letzten...
    Die Ferengis der letzten Jahrzehnte haben dem Ehrbaren Kaufmann
    halt den endgültigen Garaus gemacht:
    http://www.der-ehrbare-kaufmann.de/index.php?id=95
    .
    Jetzt haben wir statt der Figur des Ehrbaren Kaufmanns die Figur des unehrenhaften Abzockers.
    .
    Abzocker gab es schon immer.
    Richtig schlimm ist nur, dass sie jetzt nicht nur eine Absolution, sondern eine gewaltige Aufwertung erfahren haben.
    .
    Mit der saftigen Think-Tank-Lüge, dass dieser Abzock-Egozentrismus gut fürs Gemeinwohl sei. Und dass dies vom Manager über die Hausfrau bis zum Hartz4-ler (ja, auch der redet so daher) nur zu gern geglaubt wird: der eigene Vorteil, geil!
    .
    In der zukünftigen Geschichtsschreibung und Geschichtsanalyse einige tausend Jahre später wird dieses unmenschliche Denken wohl als die “Jahrzehnte der geistigen Verwirrung”, oder als die “Epoche der Aberratio” “beschleunigt durch digitale Demenz” seinen Eingang finden.

  88. ephemeridenzeit,
    das buch von...

    ephemeridenzeit,
    das buch von greiffenhagen erschien zuerst bei piper in münchen, dann bei suhrkamp in frankfurt a m.
    .
    wenn ich mich richtig erinnere, sagt greiffenhagen, ein konservativer suche für ihn angenehme umstände der gesellschaft zu bewahren. die konservativen zu kaisers zeiten verteidigten agrarische interessen der grossgrundbesitzer im osten. das war für die cdu eines adenauer kein thema mehr, bei der ging es um die interessen der rheinischen schweríondustrie.
    .
    kann man bei der amazone wohlfeil gebraucht erwerben, wenn man mehr dazu wissen will und die örtliche bücherei nicht so gut sortiert ist. anderen genügt schon die überlegung, dass der konservative auf dauer immer der verlierer ist. das was schon immer so, seitdem die affen gegen sein anraten von den bäumen gestiegen sind, und dann auch noch später, wieder gegen sein anraten, den faustkeil eingeführt haben. dass beides womöglich ein fehler war, steht auf einem anderen blatt.

  89. Konservative Politik sieht in...
    Konservative Politik sieht in Spanien so aus: http://economia.elpais.com/economia/2013/02/16/actualidad/1361043416_187573.html
    In 2012 stieg die Verschuldung um 146 Mia. auf 882 Mia. bei ca. 1 Billion BIP sprich ca. 84%! Ein Buchalter würde sagen: Der Letzte macht das Licht aus. Spanien ist pleite.
    Und die hatten nicht diese Derugulierung – sorry Regulierung – der Finanzmärkte vollzogen wie in D, aber eine Immobilienblase.

  90. Auf den letzten Ferengi, der...
    Auf den letzten Ferengi, der gegen Jahresende bei mir reinschneite (und den ich dann Gottseidank vertragstechnisch fast ohne Blessuren wieder herausschneien konnte), passt die Vokabel “konservativ” ebenfalls überhaupt nicht.
    .
    Vom Typ:
    – durchgeknallt
    – von sich selbst und seiner Firma besoffen
    – Vertragsinhalte interessieren ihn nicht
    – bevorzugt Einschüchterung
    – schreibt nachts wirre Mails
    .
    Das ist nicht konservativ sondern psychiatrisch.
    Er wird sich weiterhin toll finden. Das muss er auch, sonst sackt seine Self-Awareness brutal ab.
    .
    Bin Dienstleister seit über einem Jahrzehnt. Am Anfang gings noch, solche tauchen aber seit Halbzeit immer häufiger auf. Das kann auch Schirrmacher nicht ändern.
    Überlege ein Praktikum als Pflegehelfer in einer psychiatrischen Klinik, damit ich diese Ferengi-Ökonomicusse noch rascher erkenne. Am besten dann schon, wenn sie von weitem aus dem Nebel der deutschen Tiefebene auftauchen und ich auf die Berge flüchten kann. Überlegung wieder abgeblasen: Leider sind in den Kliniken die Falschen. Die, die von solchen wahnsinnig gemacht wurden.

  91. "Konservativ" ist keine...
    “Konservativ” ist keine Vokabel und schon gar keine einfache!
    Es ist ein soziologisch-politischer Begriff, der von seinem Zwillingsbruder ebenso zu unterscheiden ist wie bei dem anderen Brüderpaar “progressiv” von “revolutionär”.
    Die Trennschärfe ist nicht mit dem Lineal zu ziehen, es ist eine riesige Grauzone dazwischen, je nach Standort / Blickwinkel / Epoche / Gesellschaftsform.
    Und ahistorisch, über Raum und Zeit hinweg, sind die o.g. Begriffe schon gar nicht zu bestimmen. (War die Athenische Demokratie “demokratisch”?)
    Binsenweisheit:
    Konservativ sein bedeutet das Schüren / Hüten des Feuers.
    Reaktonär sein bedeutet das Bewahren der Asche.
    Wann wird die letzte Glut zur unproduktiven Asche?
    ( Wann ist “tot” “tot”?- herztot? hirntot? )
    Im 18. Jhr. war dem jungen Bürgertum eindeutig das Etikett “progressiv” zuzuordnen, da es sich von der zunehmend reaktionären Adelsgesellschaft abgrenzte.
    Auf dem Höhepunkt der ökonomischen Macht war es aber keine Minderheit mehr.
    Gesellschaftliche Minderheiten waren und sind niemals konservativ.
    Sie sind immer reaktionär- wenn sie auf der Verliererseite der Geschichte stehen- oder, auf der anderen Seite des Spektrums, progressiv oder auch revolutionär.
    Den größten politisch-ökonomisch-sozialen Interessenskonflikt ruft aber der Begriff “Fortschritt” hervor. Hier kann es nie und nimmer zu einem begrifflichen gesellschaftlichen Konsens kommen.
    Aus der Sicht der Amöbe ist der Mensch kaum als Fortschritt anzusehen.

  92. @ Rechtsliberaler: Da lagen...
    @ Rechtsliberaler: Da lagen sicher Interessenkonflikte auf beiden Seiten des politischen Spektrums.
    .
    Ich bin daher ganz bei Ihnen, nicht so sehr auf die politische Couleur sondern mehr auf die Wirkung der Taten oder Unterlassungen zu schauen.
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    Der Fehler war wohl wesentlich in Fannie und Freddie angelegt, die als quasi-staatlich (insbesondere auch in Deutschland) “über jeden Zweifel erhaben” schienen. Das hat sich irgendwann verselbständigt.
    .
    Auch in Deutschland haben wir eine “Förder” Bank, ohne die scheinbar kein Eigenheim- oder Infrastrukturkredit mehr vergeben wird. Und die übrigen Banken (die eigentlich im Wettbewerb stehen sollten) spielen das Spiel lustig mit. Man kann sich schon fragen, ob das so sein muss.

  93. @nico - viel schwieriger...
    @nico – viel schwieriger scheint mir 55% Arbeitslosigkeit unter der Jugend. Da kann man nicht das Licht ausmachen wie ein Buchhalter. Das zu lösen fällt wirklich in die Kategorie “It’s a dirty job, but somebody has to do it.”

  94. ??? Ich habe alles...
    ??? Ich habe alles freigeschaltet.

  95. und überhaupt, war das nicht...
    und überhaupt, war das nicht früher so, dass die besten der westviertel sich ein high-end-auto (jaguar e-type, mercedes s-klasse und-was-noch) leisten konnten – und ein grundig oder braun-design-radio dazu, nebst revox-bandmaschine? aber keine weichen ziele diskutierten, wie ökologisch-autoritätsarme kindergärten oder einkaufswagen? aber sehr wohl horst derrick im zdf sahen.
    .
    und heute? “weiche ziele für reiche?” oder liefe hier nur was an teilen der westvierteln vorbei? (1)
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    hier, heute; was so normale nerds von der pcgh machen oder wissen: http://www.youtube.com/watch?v=E3M5FSat_Tw http://www.youtube.com/watch?v=_kkwDTeQY7k – geräte für 25.000 euro müssten doch – skaliert gedacht – eigentlich westviertelmässig nur das notzubehör zu 300- bis 400 k-euro pkw’s sein, oder nicht? und wer heute noch auf einem ungekrümmten schirm sähe, wäre morgen schon hinter der zeit?
    .
    (1 – der erhalt des euro verlangt, das westviertel überall gleich arm sein werden, sicher. top-down scheint das längst beschlossen. von der sozialen schicht oberhalb. welche die kanzlerin mitschickte, auf den weg dahin.
    .
    und die gegenwärtige euro-rettung macht sinn: je mehr arbeitsstellen aus europa zu uns her importiert werden – und arbeitslosigkeit von uns auf dem wege dieses austausches an die peripherie exportiert, desto billiger kommt die eurorettung. also unsere hoch-westviertel. denn eine arbeitsloser (nebst familie womöglich) an der peripherie kostet viel weniger als bei uns.
    .
    und der arbeitsplatz bei uns, in der anschaffung kapitalmässig viel teuerer gewesen und daher global leistungsfähiger, ist %-tual höher ausgelastet, was gut ist. und auf den wettbewerbsmässig schlechter dagestanden-habenden, nn fortseienden arbeitsplatz im süden den reformdruck erhöhte. nebst erhöhung des drucks auf bisher reformwiederstrebende bis unwillige südstaaten und staatsdiener dort. die reformieren müssen, um pro arbeitslosen und pro staatsdiener demnächst (noch) weniger kosten zu haben.
    .
    wobei die kosten hierfür wie esm und kapitalmärkte wieder alle europäer tragen. alle, die nicht als firmenbesitz in eine bilanz thesaurieren. aber alle anderen.
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    also auch alle don a. mit, sowie alle pensionäre und rentner und arbeitslose und südarbeitgeber mit ewigem reformstau.
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    am ende aber werden alle gleich sein, das macht die eine währung unausweichlich: ausgehend von der führenden position der unternehmen mit der global höchsten wettbewerbsfähigkeit.
    .
    und alle westviertel werden ungefähr gleich arm sein. u.a. auch zugusten der sich an “mehr weniger vermögen” preiswerter refinanzierenden “großindustrie”. (“wer weniger hat, auch druckmittel wie “gehe ich halt zur konkurrenz”, bekommt die schlechteren konditionen”).
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    können die westviertel alle aber durch mehr snobismus wahrscheinlich gut kompensieren. ihren eigenen nicht-westvierteln gegenüber zumindest. und eine zeit lang noch.
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    aber internet-vernetzte globalnews-rezipierer, wie die anderen europäische auch-westviertler auch, lassen sch untereinander auch weiterhin kein x für ein u vormachen.
    .
    die rettung des euro schließt daher die rettung der westviertel auf breiter basis aus.)
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    (und die faz ist auf seite der europäisch-einheitlich überall-bilanzierenden unternehmen (2), nicht auf seiten der westviertel. und warum sollte sie auch, da “print” ausstirbt?) (2 -die überall in euroland auf ähnliche art- u. weise arbeitkräfte und staatliche dienstleistungen, die sie als unternehmen und bilanz fördern, nachfragt – und so preiswert wie möglich haben will, “wg. globaler wettbewerbsfähigkeit”, s.o.. “wenn für leser kein platz than not for westviertels either.”)
    .
    immerhin gebet.

  96. gastgeber, wir sehen nichts,...
    gastgeber, wir sehen nichts, immer noch nicht.

  97. @nico
    haha, diese Antwort habe...

    @nico
    haha, diese Antwort habe ich wohl als Strafe dafür bekommen, dass ich meine Frage so schön pathetisch formuliert hatte. Ich kann den grünkappigen Trittinling direkt aus dem Boden spriessen sehen;-)

  98. Mein lieber Herr Devin, vielen...
    Mein lieber Herr Devin, vielen Dank für ihre Belehrung. Sie haben in meiner brutalen Ironie leider nicht bemerkt, dass ein Schmied nicht aus purer Dollerei mit dem Hammer auf den Amboss haut. Dazwischen liegen die eigentlichen Massen, je nachdem sind es Proletarier, Bürger, Bauern, Kaufleute, Beamte, Angestellte, Selbständige etc. die dazwischen geraten sind und geformt werden sollen von wildgewordenen Philantropen und selbstberufenen Soterologen, die sich allzugern,
    kaum an den Schalthebeln der Mach angelangt, der Dienste von geheimen staatlichen “Sicherheitsorganisationen” mittels Bürokratie und neuester Technik bedienen. So z. B. von solchen (neueren) Typen wie Mussolini, Hitler, Franco, Lenin, Stalin, Mao tse tung, Pol Pot, W. Bush jr. vorgeführt.
    Über meine Selbsterforschung machen Sie sich unnötig Sorgen.
    Faszinierend an Ihren, durchaus auch klugen, Beiträgen finde ich immer wieder, wie Sie streng mit sich selbst, an der (selbst-)”verordneten” Begrifflichkeit ohne ein Quentchen von Zweifel klebenbleiben. Das gilt auch für manch anderen hiesigen Kommentaristen von der anderen Seite des Spiegels. Mir persönlich können all die wortgewaltigen Posaunisten, gleich welcher Couleur und des von ihnen favorisierten ismus, mit ihren aufgeblähten Beglückungsbacken gestohlen bleiben.
    Ganz sicher aber auch gibt es keinen sog. dritten Weg. Wir sind mittlerweile in einer sehr eigenartigen Situation gefangen, die alle Züge von selbstinduzierter Science Fiction aufweist. Aus dieser fatalen Pattpartie herauszukommen dürfte nicht einfach sein. Ein Rezept wäre z. B., den vereinten Roßtäuschern und innen dieser besten aller existierenden Welten per grandiosem Lächerlichmachen beizukommen.
    Welche Form von konkreter kommunistischer Gleichheit schwebt Ihnen, ganz scheinheilig und naiv gefragt, denn da so zukünftig vor?
    Inhalt und Etikett (Vorsicht: Schwindel!) von Dogmen, Reden, Verlautbarungen, Ideologien driften da oft grotesk weit mit ihren verblasenen Versprechungen auseinander in Bezug zur objektiven (sic) Realität, als deren eigentlicher, nicht wegzuleugnender, naturwüchsiger Testanordnung.

  99. Mehr als ich tue, kann man...
    Mehr als ich tue, kann man hier nicht machen, und das Wort “Zensur” möchte ich in diesem Kontext wirklich nicht mehr lesen.

  100. Vroni@. Der R. Musil hat wohl...
    Vroni@. Der R. Musil hat wohl nicht umsonst den Tp des durchgeknallten Psychoten mit Namen Mossbrugger in seinem Werk “Mann ohne Eigenschaften” eingeführt. Ihn muß damals vor glatt einhundert Jahren schon Schreckliches zum Kommenden hellsichtig geschwant haben.

  101. Deregulierte Märkte udn laxe...
    Deregulierte Märkte udn laxe Aufsicht schließen sich deshalb aus weil deregulation eine hohes maß an Konkurrenz hervorbringt welche der Regulation dient (ich mache nur mehr Geschäft wenn der andere Anbieter in meiner Branchen weniger macht).
    Laxe Aufsicht bei WETTBEWERBSKRIMINALITÄT – angeblich aus dem Ausland – tatsächlich jedoch vom Konkurrenten in der Nähe kommende (was soll dort jemand Internetgebürhen bezahlen um hier jemanden den er nicht kenn zu ärgern – das ist doch kein Motiv) DDOS Attacken gegen feindliche Online-Händler um deren Kunden zur Suche nach Einkaufsalternativen zu bewegen.
    Laxe aufischt bei KARTELLEN. Mindestlohn ist H(artz)IV/ALG2. Darüber könnte manLöhen wie Arbeistzeiten eigentlich frei vereinbaren. Wieso also ALG1? Sind dei älteren Arbeitslsoen menshclich höherwertig? WIeso macht nicht ein Supermarkt von 16:00 bis 24:00 Uhr auf und hat dann alle Berufstätigen kunden satt sich an den Öffnungszeiten-Irrsin su halten
    http://central.banktunnel.eu/hartzvier-freibier-judenmarkt-arbeit-macht-frei.jpg

  102. Bester Don,
    Danke für den...

    Bester Don,
    Danke für den Artikel!
    @Vroni (18:30)
    Das ist ein zu wenig betrachtetes Kernproblem der Wirtschaftswissenschaften als Sozialwissenschaften: Indem sie (als Hilfestellung beim Policy-Making) den Homo-Oeconomicus unterstellt, schafft sie ihn. Denn wenn die Rahmenbedingungen zugunsten der Optimierer gesetzt sind, dann fangen die Menschen in der Masse einfach an zu optimieren.
    @ fionn: Der Zombie ist auch ein philosophisches Gedankenspiel: Ein Ding, das aussieht und körperlich so funktioniert wie ein Mensch, aber kein Seelenleben hat.
    Bei der Betrachtung der Regulierung oder Deregulierung von Märkten ist folgender Aspekt in Betracht zu ziehen: Diejenigen, die Deregulierung besonders promoten könnten ihren Keynes gut gelesen haben. Der war der Meinung, das unregulierte Märkte instabil sind.

  103. @DerTiger: Gerne korrigiere...
    @DerTiger: Gerne korrigiere ich meine Aussage zu “Der RKK Unzeitgemaessheit vorzuwerfen WAERE Unfug”; ich will Ihnen sicherlich nichts unterstellen.
    Dass niemand gezwungen waere, RKK-Mitglied zu werden, halte aber hingegen ich fuer unwahr. Wie schon Monty Python sangen: They take you as soon as you’re warm! Wenn Eltern entscheiden, ihr Baby taufen zu lassen, so ist es fuer Rom fuer in alle Ewigkeit katholisch. Selbst als Apostat, der aus der RKK ausgetreten ist, gelte ich nach Kirchenrecht auf ewig als katholisch, daran aendert auch die (in D bei Austritt automatische) Exkommunikation nichts. There’s no way out!
    .
    Was das zweite Vatikanum angeht: Falls Sie mal einen katholischen Gottesdienst besucht haben sollten (demnaechst ist ja Ostern, aus kulturhistorischer Sicht gehoert die Osternacht sicher zu den interessanteren Veranstaltungen in katholischen Kirchen) werden sie festgestellt haben, dass die meisten Gebete heutzutage in Landessprache gesprochen werden. Das war frueher nicht so. Oder dass sich Laien in allen moeglichen und unmoeglichen Formen “einbringen” koennen, das ist auch relativ neu. Das mit den kuerzeren Roecken hab ich nicht gehoert, kann aber eine spezifische Sache bestimmter Orden sein (fuer vorher-nachher bin ich entschieden zu jung).

  104. Verehrter Don Alphonso,...
    Verehrter Don Alphonso,
    grossartig, brilliant, chapeau! Während sich viele Blog-Kommentatoren mit der Mainstreamdiskussion, was “konservativ” ist, sein soll, bedeuten könnten durch die übliche rechts-links-Falschinterpretation irreleiten lassen (hierzu taugt allein Robert Spaemann: konservativ ist nicht rechts), haben Sie mit dem Hinweis auf die handelnden Protagonisten mit der bestechenden Zeitlinie seit der Deutschen Vereinigungsorgie DAS wesentliche Thema angesprochen: Eine unverantwortliche Gruppe von Egomane (sie nennen sich selbst “Meritokraten”) stürzt dieses Land in immer kürzeren Intervallen mit immer höherem Einsatz in Krisen, die nichts, rein gar nichts mit Überzeugungen oder Ideologien oder politischen Richtungen zu tun haben. Einzige Motivation dieser Protagonisten ist der persönliche cash out – egal wie, egal zu welchem Preis, egal auf wessen Kosten, hauptsache viel, ohne Haftung, ohne Verantwortung.
    Es wäre sehr wichtig, auch einmal das unselige Wirken der weltgrößten (angelsächsischen) Strategieunternehmensberater zu beleuchten. Auch auf die Gefahr hin, dass es einem danach schlechter geht als nach dem Verzehr von billigst-Scheiss-Hack, diese Hackfressen und ihrer Alumni sollten in dieser Diskussion nicht ausgespart werden.

  105. @pascha50, letzter Satz: doch....
    @pascha50, letzter Satz: doch. sexuelle Fortpflanzung macht sooo viel mehr her.
    Obwohl, eine Amöbe wird sich das nicht vorstellen können, womit Sie, pascha50, wieder Recht hätten.

  106. @ Vroni: Danke für Ihre...
    @ Vroni: Danke für Ihre Reaktion. Gesetz bitte selber lesen und eigene Schlüsse ziehen. Aber welche relevante Partei (=im Bundestag vertreten) widerspricht denn noch, obgleich des klar erkennbaren Wahnsinns (wenn man nur mal eine Ebene unterhalb der Berichterstattung der Medien schaut und darüber auch noch qualifiziert nachdenkt?) Bzgl. “Satire” widerspreche ich: Dies ist alles so gewollt. Der Tagesthemen-Gucker wird es eben in dieser Konsequenze auch nicht begreifen…es fehlen die relevante Zusatzinfos!
    @T.I.M.: Meine Kernaussage war ja “nur”, dass bestimmte Entwicklungen eben nicht unregulierter Märkte Resultat sind, sondern bewusst zum Nutzen Weniger überregulierte Märkte.
    @tylerdurdenvolland: Ihnen muss ich aus meiner Sicht leider vollends widersprechen. Dass ich etwas verkaufen kann, was ich gar nicht habe, ist bereits ein widernatürliches, künstliches Konstrukt und wird (neben vielen anderen, auch viel komplexeren und Otto-Normalverbraucher gar nicht bekannten Konstrukten) von wenigen zur Marktmanipulation genutzt. Was ist daran natürlich, etwas zu verkaufen, was ich gar nicht habe – dieser Ansatz KANN nur der Spekulation dienen. Mit “Märkten” oder gar dem hochgeschätzten Hrn. Erhard hat diese Perversion von Marktmechanismen nichts mehr zu tun.
    @nico: Habe Ihr Beispiel nicht verstanden, bin aber mit Ihrer Einleitung auf einer Linie.
    @all: Der Schreiber dieser Zeilen hat einschlägig studiert, arbeitet sehr gewissenhaft im einschlägigen Umfeld und macht sich sehr große Sorgen…

  107. @T.I.M.
    Ich unterstütze den...

    @T.I.M.
    Ich unterstütze den Verein zwar, weil ich der Meinung bin, es müsse so etwas geben, wenn jemand etwas dergleichen sucht.
    Leider ist das Ganze natürlich ein hoffnungsloses Unterfangen, da die Vorraussetzung die man zum gläubigen Christen (oder Moslem oder Juden) braucht, leider bei der grossen Masse immer schon vorhanden waren.
    Wenn ich Anti-kirchliches hören will, so möchte ich dabei das tun, was mir dem Thema angemessener erscheint, lauthals Lachen zu müssen über soviel geballte Dummheit.
    Es gibt auf HBO seit über einem Jahrzehnt eine sogenannte Talkshow: „Real Time, with Bill Maher“, die sich da weniger Grenzen auferlegt. In den USA jeden Freitag abend, im grossen Rest der Welt also ganz praktisch, Samstags neu:
    http://eztv.it/shows/225/real-time-with-bill-maher/
    In der gestrigen Sendung war natürlich der Abschied von St. Joseph ein grosses Thema.
    @Antagonist
    Wenn man Welt und Menschen ungeschminkt sieht, wird man unweigerlich Zyniker. Man kann ja nicht 24 Stunden am Tag vor Schmerzen schreien.
    So ungefähr?
    Man wird also die Psychopathen, ob sie nun Mossbrugger oder anders heissen, angesichts der Wähler niemals auf Dauer vermeiden können. Ist es da nicht sinnvoller sich einfach darauf zu beschränken sich selber rechtzeitig aus deren potentiellem Machtbereich zu entfernen?

  108. @superschwiegersohn: Warum...
    @superschwiegersohn: Warum gewissenhaft arbeiten oder überhaupt sorgen?
    .
    Sie werden erben, oder warum verdingen Sie sich sonst zum superschwiegersohn?

  109. @ Booster
    Vielleicht ist das...

    @ Booster
    Vielleicht ist das erst damit Erschaffen ein faustisch Ding.
    Auf jeden Fall eine sich selbst erfüllende Kraft. Wobei ich nicht glaube, dass Wirtschaftswissenschaftler sonderlich viel Göten lesen.
    .
    Ich überlege mir grade, ob man den Effekt nicht wieder umkehren kann.
    Einfach statt des homo oecomomicus ein neues Konstrukt zugrunde legen. Um es zu statuieren und in die Köpfe zu pflanzen, um das alte verdrängen. Wobei mir lieber wäre, es ginge ohne solche erneute Gegentricks. Die Systemiker (Palo Alto) würden sagen, dass nein, man müsse umdeuten quasi neu pflanzen. Aber vielleicht hatten diese auch schon lange vor dem kalten Krieg ihre Finger drin, die Menschheit nach ihrem Sinn umzukrempeln …

  110. mit Konservativen hab ich kaum...
    mit Konservativen hab ich kaum Umgang
    .
    mit Präservativen schon eher…

  111. obwohl ja Konservative und...
    obwohl ja Konservative und Präservative einiges gemeinsam haben:
    .
    extrem flexibel,schmierige Oberfläche und überall leicht zu kaufen..

  112. @Devin08:
    Der Spruch "Ein...

    @Devin08:
    Der Spruch “Ein gescheites Wort und schon ist man Kommunist” wurde anno 1967/’68 von Walter Jens als Vorwurf gegen die hetzerische Springerpresse geschrieben, die in der Tat damals alles was ein wenig aufklärerisch (beileibe nicht “kommunistisch”) oder langhaarig (“Gammler”, D), provozierend (“Provos”, NL) oder auch nur komische Musik hörend oer gar produzierend daherkam mit dem Hasswort “Kommunist” belegt und “geht doch rüber!”.
    Will sagen: Das war keine mathematische Formel à la “Gescheit = Kommunist” oder andersrum, sondern eine sanft satirische Beschreibung des damaligen Alltags …und zumindest für Berlin kann ich’s bestätigen: die Blödzeitung spielte hier keine Rolle, aber deren kleine schmutzige Schwester, die B.Z. haute verbal ganz schön drauf, auch der “Konservative” (sic!) harte Knochen Matthias Walden in der “Welt”…

  113. Das Problem dieser und jeder...
    Das Problem dieser und jeder anderer Diskussionen ist die moralische Wertigkeit die beide Seiten in die Diskussion einbringen, oft auch als Grabenkaempfe bezeichnet. Hier wir, ihr da! Wir gut, ihr boese! (s.u.a. Beitrag von devin08 auf den ich zum Ende zurueckkommen werde) Als ueberzeugter Konservativer (ja auch mit Blick auf das gegenwaertige politische Parteienspektrum), glaeubiger evang. Christ (muss man das im Zusammenhang mit konservativ betonen bzw. darf man das noch, da sonst die gesell. Stellung, Einfluss und Glaubwuerdigkeit verloren gehen, man als hinterwaeldlerisch und unaufgeklaert bezeichnet wird/gilt (selbst wenn man sich mit seinem Glauben aktiv auseinadersetzt und ihn hinterfragt (hat), was man von vielen Atheisten nicht behaupten kann (ist das jetzt auch moralisch?)- gerade im Zusammenhang mit Geschenken an Weihnachten- warum genau am 24.12 und nicht am 23. oder 25???) hat der Satz von Fr. Steinbach zum Thema konservativ sein sehr viel Bedeutung, allerdings etwas umgedeutet: Sie sagte im Interview mit dieser Zeitung, auf die Frage, was bedeutet es konservativ zu sein: Konservativ heisst einen dreckigen Eimer Wasser in der Wueste erst wegzuschueetten wenn ein sauberer bereit steht.
    Ich fuer meinen Teil habe die Aussage folgendermassen umgedeutet und sehe da auch teilweise Ansaetze in der im Text beschriebenen Aktion des Autors: Einen dreckigen Eimer Wasser schuette ich unabhaengig von den klimatischen Bedingungen ueberhaupt nicht weg, sondern freue mich auf den Eimer mit neuem Wasser, der mir bereit gestellt worden ist (oder den ich mir selbst erarbeitet habe!!!) und konserviere den Alten, selbst wenn dadurch Kosten gepaart mit Ineffizienz und ein physischer Aufwand entstehen (das ist doch herrlich antikapitalistisch und doch wieder sehr fortschritllich und Fortschritt ist, mit Blick auf die Vergangenheit aus wirtschaftlicher Sicht mehr der Marktwirtschaft als dem Sozialismus zu zu schreiben – leider kann der Kapitalismus geanuso wenig fuer das fehlende soziale Gewissen, an dem es den fuehrenden Persoenlichkeiten und nicht nur diesen (man beachte HRE, die Lehmanns Papiere etc waren es hier nicht viele Kleinanleger, also Menschen wie du und ich, die auf Grund von mehr Rendite, Prozentpunkten im Zehntelbereich blindlinks (!) gefolgt sind?) mangelt, wie der Bandarbeiter in Deutschland fuer den Importueberschuss Griechenlands … Soziales Gewissen, Moral, Nachhaltigkeit, Naechstenliebe (ist zu christlich angehaucht, kommt in einer aufgeklaerten Welt bestimmt nicht gut an – hoert sich aus dem Mund einer Fr. W. mit Blick auf den gefuellten Raum mit Genossen und dem Ruf nach Solidaritaet bestimmt besser an – oh wann kommt endlich die Zeit, in der man sie nicht mehr ertragen muss ), sind das nicht Begriffe die gesamtgesellschaftlich gelten sollten, unabhaengig der politischen Couleur? Folgt man den Beschreibungen des Autors, so erkennt man (ich nehme mir jetzt die Freiheit! – warum um Himmels Willens muss man das in einer Demokratie immer noch erwaehnen – ach ja, sichert man sich nicht nach allen Seiten ab kommt die Keule mit der politischen Korrektheit, gepaart mit fehlendem Vermoegen eigene Fehler einzugesten, von Politik und Wirtschaft bis hin zum Kleinbuergertum (wie gerne wuerde man sich jemanden wuenschen, der sagt: Ja hier lag ich falsch, ihr hattet recht…auch ein gesellschaftliches Problem oder?) dass auch er keine Muehen und keinen Aufwand scheut in Tagen der Effizienz, ineffizienten Dingen zu froehnen, Muehen auf sich zu nehmen, zum Wohl der Gemeinschaft (Wanderer) einfach aus Dank und viell. auch aus Ehrfurcht vor dem was einmal war Dinge zu tun die nicht dem rationalen Mechanismus von Algorithmen folgen….ich kann ihnen nur sagen lieber Don, hoechst konservativ!!
    Nachtrag: @devin08 fuer Brecht habe ich nichts uebrig: ich hoffe nie in die Situation zu kommen, aber ich glaube fest an die Mitmenschlichkeit (an die obigen Werte) selbst in Zeiten von Hunger und Not – was er ja offensichtlich anders sah…

  114. @auch-einer: Haben Sie vielen...
    @auch-einer: Haben Sie vielen Dank und entschuldigen Sie meine verspätete Reaktion auf Ihre Antwort. Ich bin – zumindest in dieser Frage – wesentlich erhellter.

  115. Bruckbacher@: Das Sie der...
    Bruckbacher@: Das Sie der Oberzensor hole.

  116. Konservativ ist,
    wer sich aus...

    Konservativ ist,
    wer sich aus Konserven ernährt.

  117. @T.i.m. – Ein katholischer...
    @T.i.m. – Ein katholischer Gottesdienst aus kulturhistorischer Sicht scheint mir prinzipiell eine interessante Idee. Ein sehr guter Freund katholischer Herkunft hat mir mal vorgeschlagen, mit mir nach Maria Laach zur Osternachtmesse zu gehen. Hab ich dann aber nicht gemacht, denn ich bin von Natur aus vorsichtig, weswegen ich auch facebook meide. Ich möchte nicht von mir fremden Systemen vereinnahmt werden.

  118. Als die Senatoren Roms sich...
    Als die Senatoren Roms sich Cäsars annahmen, weils ihnen zu bunt wurde mit ihm, und ihn mit vereinten Kräften auf dem Forum erdolchten, waren sie sicherlich der guten und fesenfesten Auffassung im besten Sinne konservativ zu handeln. Nur verhindern ließ sich so nicht der Zug der Zeit hin zum imperatorischen Regim, weg von der Republike.
    Als dreimal gefinkelter Zyniker kann man den Schluß aus der Staatsaffäre
    ziehen, locker, flockig, leicht wie ein Korken sich der Strömung anheimzugeben, ohne großen Killefitz, Sprich ohne Widerstand. Denn seien wir mal (ausnahmsweise) ehrlich, wer möchte schon, daß man unsereinerr auf einem Marterl gedenket. Nicht wahr?

  119. ißt...
    ißt

  120. HansMeier555@: Und wo bleibt...
    HansMeier555@: Und wo bleibt der Unterschied? (S. meine Frage oben)

  121. Progressiv ist, wer schneller...
    Progressiv ist, wer schneller seinen Reibach macht. S. unter homo oeconomicus.

  122. Verkaufen, was man gar nicht...
    Verkaufen, was man gar nicht hat, ist doch das Markenzeichen der Neo-Konservativen: Sie verkaufen Werte, die sie in Zeiten des Niveaulimbo erst noch später erwerben müssen (z. B. Schavan den Doktertitel, Kohl den Respekt vor dem Gesetz, Stichwort “Ehrenwort”).

  123. HansMeier555...
    HansMeier555 schreibt:
    “Konservativ ist,
    wer sich aus Konserven ernährt.”
    .
    Schade, dass man hier keine Daumen hoch vergeben kann, denn das wäre mir definitiv einen wert. Und nicht ironisch gemeint!
    .
    Die Bezeichnungen von politischen Strömungen bereiten mir ebenfalls einiges Kopfzerbrechen. Der Bezeichnung des Konservativen hängt eine Rückwärtsgewandtheit an, die der tatsächlichen als konservativ bezeichneten Politik schlicht nicht gerecht wird: Ein Ludwig Erhard war ebensowenig rückwärtsgewandt wie ein Ronald Reagan, um nur mal zwei äußerst progressive Verfechter der freien Marktwirtschaft zu nennen.
    .
    Analog dazu sind Sozialisten mitnichten sozial, sondern sie sozialisieren: die gesamte Wirtschaft eines Landes wird verstaatlicht und von oben kommandiert; dass der ideologische Eigentümer der Wirtschaftsbetriebe dann der Arbeiter selbst sein soll, ist nur Fassade. Ebendieselbe Bündelung (ital. “fasco” = “Bündel”) von Wirtschaft und Politik betrieben auch die Faschisten – womit Sozialismus und Faschismus in der Wirtschaftspolitik identisch sind – wobei ein Faschist heute nicht als Wirtschaftssozialisierer wahrgenommen wird, sondern als Mörder und Rassist. Was natürlich auch richtig ist, sich aber ebensogut, sogar fast noch besser auf Soziaslisten anwenden ließe (wenn man den Rassenkampf mit dem Klassenkampf ersetzt).
    .
    Wirtschaftsliberale Konservative gelten als rückwärtsgewandt, totalitäre Sozialisten als sozial und totalitäre Faschisten als rassistisch. Wobei das letzte Wort ebenfalls einen Bedeutungswandel erfährt und man inzwischen schon bei kritischer Haltung gegenüber anderen Kulturen und Religionen unzutreffenderweise als Rassist bezeichnet wird. Man braucht eben Munition für den Kampf gegen Rechts, wobei diese grundsätzliche Ablehnung anderer Gesinnungen die einzige Pauschalverurteilung sein dürfte, dem der Vorwurf des Rassismus erspart bleiben wird.
    .
    Die etablierten Einstufungen sind überkommen. Sozialisten haben mit sozialer Politik tatsächlich so viel gemein wie Konservative mit Konserven. Und links und rechts ist im jeweiligen Extrem auch nicht mehr zu unterscheiden. Daher unterscheide ich selbst zunehmend zwischen totalitären und offenen Systemen: Sozialismus, Faschismus und religiöser Fanatismus sind geschlossen und Einwirkungen von außen nicht zugänglich; Demokratie und Marktwirtschaft korrigieren sich ständig selbst und fordern die Einmischung des Bürgers, statt ihn in die gewünschte Form zu pressen. Das offenste System nach herkömmlicher Bezeichnung ist m.E. der Rechtsliberalismus, dem rheinischen Ordoliberalismus nicht unähnlich.
    .
    Was zählt, ist die Substanz; Worte sind nur Schall und Rauch, die einige für sich vereinnahmt haben, wovon man sich aber nicht irritieren lassen sollte. Konservative als Konservenesser zu bezeichnen finde ich eine treffende Persiflage.

  124. @superschwiegersohn, das...
    @superschwiegersohn, das Beispiel sollte lediglich die Lächerlichkeit mancher Steuergesetze zeigen. Der Restaurantbetreiber oder Cafehaus leistet die größere Wertschöpfung, beschäftigt mehr Leute, zahlt Miete oder Zinsen, schlägt sich mit Berufsgenossenschaft und GEMA rum, Hygieneverordnungen, Parkplatzablöse etcpp und wird dafür bestraft mit höhererm Mehrwertsteuersatz. Und ist auch besser vom Fiskus zu fassen, da nicht ambulant tätig:-)

  125. Liberal ist,
    wer sich von...

    Liberal ist,
    wer sich von Büchern ernährt

  126. antagonist, siehe auch unter...
    antagonist, siehe auch unter “fracking” und “weiso sind eigentlich die Schuldigen für S21 noch im Amt”.

  127. @Der Tiger, nun, wenn das...
    @Der Tiger, nun, wenn das Licht hier aus geht, sitze auch ich im Dunkeln:-) Aber glücklicherweise scheint in Andalusien fast immer die Sonne und mit etwas Photovoltaik brauche ich auch kein Netzanschluß.
    Ja, irgendwer muß den Job machen, doch wer? Die Solzialisten haben das nicht vorhandene Geld mit beiden Händen verteilt, was die PP allerdings zuvor anfing, aber der Anschlag in Madrid 2004 dazwischen kam. Und nun, ein Jahr nach AMtsübernahme steht Rajoy`s PP im Parteispendensumpf wie einst die CDU mit Leisler-kiep&Co. und vor dem besagten Schuldensumpf. Es gibt jetzt ein Programm mit 3 Mia. für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, 1,2 Mia. davon aus dem EU/Solzialfonds. Toll, hoffe, das ist nicht nur der besseren Statistik wegen wie in D.
    Ich weiß wirklich nicht, wie man soviel Wachstum erzeugen will, um diesen Elend zu entommen. Schön und leider bezeichnend war am Samstag eine Sendung im TV: audiencia abierta, in der man Spanien u. a. durch die vielen sportl. Erfolge der zeit, die Beendigung der Diktatur usw. als weltweite Marke feierte. Das macht etwas Sorge. Letztlich aber ist D ja genauso pleite. Ich fürchte, die Peseta ist die einzige Lösung.

  128. Der eine wahrt "die" Werte,...
    Der eine wahrt “die” Werte, der andere seine Besitzstände.

  129. @nico – Wirtschaftlicher...
    @nico – Wirtschaftlicher Aufschwung beruht zum großen Teil auf Glauben. Wenn die Leute keinen Glauben an die Zukunft haben, weil sie nicht wissen, ob es in fünf Jahren die jetzige Währung = Euro überhaupt noch gibt, gibt es keinen Aufschwung – weder in Spanien noch sonst wo in der Eurozone. Welcher konservative, das heißt in diesem Fall langfristig denkende Unternehmer wird im Moment in den FISH oder sonst wie abgekürzten Ländern investieren? Muttis nun schon über Jahre exerzierte Berg-und-Tal Fahrt in der Politik ermutigt Spekulanten und Geldspieler. Zum Beispiel, wer erst Hü’ zur Atomindustrie sagt, und dann schlagartig Hott, dem nimmt man keine konsequente Politik mehr ab. Bisher sagt Mutti Hü zum Euro. Aber bei ihrem Politikstil muss man damit rechnen, dass sie nächsten Mittwoch (oder an irgendeinem anderen Stichtag) auf einmal plötzlich Hott bestimmt – weil irgendwo irgendetwas passiert ist.
    .
    Dass zum Schluss für alle das Licht ausgeht, ist durchaus möglich. Mutti wird dann sagen: ‘Alternativlos!’

  130. T.I.M., zur GB-Stiftung: Logo,...
    T.I.M., zur GB-Stiftung: Logo, dass die armen, durch Religion und Kirche verfolgten und vergewohltätigten Atheisten auch ne Lobby brauchen – allein schon um den Beweis anzutreten, dass sie nicht minder verbohrt argumentieren. Gäääähn.
    .
    Konservativ isst, wer die Suppe auslöffelt.

  131. Das mit dem Marterl hat mir...
    Das mit dem Marterl hat mir gefallen. Diese Geste hat etwas Behutsames, Zartes.
    Sagt eigentlich alles, was diese Lebenshaltung ausmacht. Man kann sich sämtliche nachfolgenden Definitionen sparen, sie verwässern alles wieder. Sie sind fast ärgerlich.

  132. Bruckbacher, die von Ihnen...
    Bruckbacher, die von Ihnen favorisierten Gummis haben ein Ablaufdatum, die Konservativen sind für die Ewigkeit. Sie sind weder zum Reinbeißen noch zum Aufblasen, dafür hart wie Kruppstahl, zäh wie Ziegen-äh-Geißler-Leder und flink wie Kettenhunde. Wulff-äh-wuff.

  133. Ein Besitzstandswahrer...
    Ein Besitzstandswahrer –>Rohstoffe sichern … falls nötig mit Hilfe des Militärs!
    .
    Das steht prominent auf Seite 1 der Druckausgabe – und keiner empört sich darüber.
    .
    An Werten verarmendes Deutschland.

  134. Die Neocons meinen mit...
    Die Neocons meinen mit “Werten” wohl nur “Valuta”.
    Alkohol konseviert doch auch..da haben wir im Lande wohl mehr konservierte Konservative als man ahnt.

  135. @nico: Ich finde das nicht...
    @nico: Ich finde das nicht lächerlich. Es ist bewusst so eingerichtet, dass virtuell erschaffene Derivate der Finanzindustrie im Rahmen dieser so ausgestalteten Finanztransaktionssteuer nur mit einem Zehntel dessen belastet werden, was für die Aktien und Anleihen mit Sachwerten hinterlegter Unternehmen fällig wird. Unternehmen, die sich klassisch mit Kapital versorgen wollen, werden systematisch gegenüber dieser Null-Industrie benachteiligt, mit allen realwirtschaftlichen Auswirkungen.
    Wie könnte also das Beratungsgespräch der Zukunft aussehen: “Ja, lieber Herr Kunde, diese Aktie ist schon interessant. Wir haben hier aber ein tolles Zertifikat, bei dem die Kurs-Entwicklung genau so nachvollzogen wird. Sie haben ja bestimmt schon von der Finanztransaktionssteuer gehört. Bei der Aktie müssen sie dafür das Zehnfache zahlen.” Und -schwupps- wieder ein Zahlungsstrom raus aus der Realwirtschaft, rein in die Finanzindustrie und Derivateblase.
    Ich finde es nicht lächerlich, dass Gesetze durch Lobbyismus so völlig unsinnig und wider die Zeichen der Zeit gebastelt werden, zudem Politiker aller relevanten Parteien großspurig behaupten, nun würde es den Verursachern der Krise an den Kragen gehen. Ich finde es im Gegenteil sehr bedenklich, insbesondere wenn es so (und dies auch an anderen Stellen) weiter laufen wird.

  136. Der unglaublich destruktive...
    Der unglaublich destruktive Zerriss von Schirrmacher macht nachdenklich – hat er
    etwa ins Wespennest gestochen?

  137. Offensichtlich - der...
    Offensichtlich – der bankberater will, dass seine Lakaien den Menschen sagen, er wolle das Beste für sie und nicht das, was ihm ein Modell der Eierköpfe vorschreibt, dass er sie anlügen soll.

  138. @superschwiegersohn: Beim...
    @superschwiegersohn: Beim Zertifikate basteln kann jetzt jeder mitmachen!
    .
    Ein weiterer Schritt zur Abkoppelung von den Underlyings, aber ziemlich transparent und irgendwie auch demokratisch.

  139. Ein mir bekanntes Tegernseer...
    Ein mir bekanntes Tegernseer Millionärsbüberl war zur Jahrtausendwende nach London gegangen zum Zwecke eines Studiums der Finanzwirtschaft. Nach dem Studium wurde er trefflich angestellt und bankte Investment. Weil er fand, daß seine Millionärseltern ihr Vermögen und damit sein Erbe weniger konservativ anlegen sollten, wurden bald ein paar Immobilien versilbert, und der Erlös dem braven Buben zur trefflichen Vermehrung in die Hände gelegt. Das finanzstudierte Büberl hat es doch tatsächlich geschafft sich auf diese Weise zu enterben. Naja, nicht ganz. Ein Häusl haben die wackeren Alten noch aber des gebns ned her. Da muss der Bub nun warten bis die beiden raussterben. Der Bub fristet die Restlebenszeit seiner rüstigen Eltern in der Isarmetropole und berät unbeirrt Kunden in Anlagedingen. Mein Mitleid hält sich in Grenzen, er darf ja wenn die Marterl für seine Leute aufgestellt sind wieder an den Tegernseer ziehen. Fast könnte man meinen ich sei neidisch.

  140. I logged in, went to the...
    I logged in, went to the kitchen to make a cup of tea and get a biscuit, but now I’ve forgotten what I was going to write.

  141. "Auf dem Internationalen...
    “Auf dem Internationalen Agrarforum auf der Grünen Woche 2013 fragt Fitschen (Deutsche Bank) den Landwirtschaftsminister Pacheco, ob Mosambik bereit sei, Investoren eine beherrschende Stellung zuzugestehen und eventuell hinzunehmen, dass traditionelle Handelsströme dadurch zerstört werden könnten. Eine konkrete Antwort bleibt Pacheco in der Diskussionsrunde schuldig. Stattdessen fragt er Fitschen, warum Banken die Landwirtschaft “wie einen Krieg bewerten” würden.”
    .
    Gute Frage.

  142. @C. von Egern: sicher bangte...
    @C. von Egern: sicher bangte er und seine Leut auch um das Investment.
    .
    Schöne Formulierungen – “…und bankte Investment … zur trefflichen Vermehrung…”

  143. @tylerdurdenvolland: nur weil...
    @tylerdurdenvolland: nur weil die Psychopathen der einen Weltgegend im Rampenlicht stehen, heißt das nicht, daß es dort, wo man nicht so genau hinguckt, keine gäbe. Sagt mir mein Mißtrauen. Weshalb ich Ihre Biege-Fliege-„Lösung“ für keine halte. Sicher, anderswo zu leben, fühlt sich anders an, und man bleibt immer der Exot. Mir reicht es jedoch, ein paar Jahrzehnte als Punk hier den Exot gespielt zu haben, ich brauch mir das nicht noch in Echtzeit in einem Land geben, dessen Sprache und Sitten ich erst noch jahrzehntelang studieren muß. Ich kenn das schon ansatzweise von Besuchen in anderen Ländern.
    @Tiger: ach, bei einer Messe können Sie sich schon hinten einschleichen, ohne gleich sonderlich aufzufallen – sofern Sie sich um unauffälliges Stehen, Knien und Sitzen bemühen. Sie werden nicht gleich getauft, und wenn sie nicht mitsingen und beten, werden sie auch nicht gleich rausgezerrt.
    @antagonist 9:26: ja eben, das klägliche Ergebnis hat auf Jahrtausende abgeschreckt.
    @Egern 15:18: es ist aber immer noch eine Geschichte wie „Hans im Glück“.

  144. @homobulla 15:37: der...
    @homobulla 15:37: der Landwirtschaftsminister scheint verstanden zu haben, was Sache ist.

  145. @Blüte 14:14: ist das so? Las...
    @Blüte 14:14: ist das so? Las gestern den Kurzessay von ihm und das Interview im Spiegel. Er hat was verstanden, und versucht es nicht unnötig unterkomplex darzustellen. Aber ganz allgemein wird Lochbohren in Kulissen halt meist bekämpft.

  146. @nico & Superschwiegersohn:...
    @nico & Superschwiegersohn: Das geht in D auch noch verschwurbelter mit den Mehrwertsteuersätzen: ein Eiscafe bat per Aushang darum, das am ambulanten Tresen gekaufte Eis bitte nicht an den draußen aufgestellten Tischen sitzend zu verzehren. Zunächst vermutet man dort natürlich Kniestigkeit des Wirts – aber nein, der hatte den Fiskus im Nacken: an der Theke zahlt der Kunde 7%, am Tisch 19% Mehrwertsteuer für dasselbe Eis!

  147. @C. von Egern: In gewissem...
    @C. von Egern: In gewissem Sinne sind die, die an ihren eigenen Schwachsinn glauben in diesem Umfeld ja fast noch sympathisch (zumindest gibt das eine gewisse tragische Größe). Die typischen Theorien in diesem Bereich sind so dermaßen hanebüchen zusammengezimmert, das klappt nur bei schönem Wetter oder durch Zufall.
    Der erste richtig “schöne” Fall in dieser Kategorie war LTCM, wo Wirtschafts”Nobelpreis”-Träger ihren Hedgefonds auf der Basis ihrer eigenen Theorien 1998 dermaßen in den Sand gesetzt haben, daß Greenspan einschreiten mußte, um das Finanzsystem zu retten.
    Kommt das jetzt irgendwem vertraut vor?
    Gelernt hat jedenfalls anscheinend niemand etwas davon.

  148. @colorcraze – “sofern Sie...
    @colorcraze – “sofern Sie sich um unauffälliges Stehen, Knien und Sitzen bemühen.” Das ist genau das, was ich nicht tun würde. Gewisse Leute haben nämlich gewissen Leuten erzählt, ich sei ein Lamm, ließe mir alles gefallen, sei ungemein fromm, vielleicht sogar ins Kloster gegangen. Diesen gewissen Leuten werde ich bestimmt nicht den Gefallen tun, einen Film von mir schießen zu können, auf dem ich in eine katholische Kirche gehe und dort andächtig knie.
    .
    Im Übrigen hätte ich keine Angst, ungewollt katholisch getauft zu werden oder worden zu sein. Dass ich dann auf Ewigkeit Mitglied der RKK wäre, ist deren Glaube, nicht meiner. Für mich gilt nur, was ich für richtig halte und vor meinem Gewissen verantworten kann.

  149. @DerTiger: Maria Laach ist so...
    @DerTiger: Maria Laach ist so mittelalterlich wie irgend moeglich (also die Kirche); ich bin in der Naehe aufgewachsen und kenne die Abtei von Sonntagsausfluegen (aber einen Gottesdienst habe ich dort auch noch nie gesehen). Koennte sich als Ausflug auf jeden Fall lohnen. Der Laacher See zeigt noch vulkanische Aktivitaet und ist geologisch sehr interessant, im Sommer kann man auch baden, und es gibt ein wunderbar altmodisches Naturkundemuseum (zumindest in meiner Erinnerung).
    .
    @tyler: Bill Maher und seine Show kenn ich natuerlich (auch “Religiulous” von vor ein paar Jahren). Das tolle ist doch, dass wir heutzutage die Moeglichkeit haben, uns lauthals ueber Religion lustig zu machen. In den 50ern haetten Sie das in Deutschland (zumindest nicht im katholischen Rheinland, wo meine Familie herkommt) nicht machen koennen – zumindest wenn man nicht reich oder anderweitig “Elite” war. Aber man sollte nicht so tun, als sei das eine unveraenderliche Selbstverstaendlichkeit! In der Geschichte des Christentums ist das Pendel immer hin- und hergeschlagen (in den USA ist Maher zwar durch die Verfassung in zeinem Tun geschuetzt, aber in bestimmte Bundesstaaten sollte er vermutlich nicht unbedingt ohne Kamerateam reisen). Eine (scheinbar oder tatsaechlich?) groessere Bedrohung der Meinungsfreiheit geht momentan vom Islam aus, der sich offenbar in einer Periode zunehmenden religioesen Dogmatismuses befindet. Wenn sich jemand dafuer einsetzt, die Stimme derjenigen, die nicht von religioesen Gesellschaftsvorstellungen gegaengelt werden wollen, zumindest ansatzweise zu vertreten, dann hat er prinzipiell meine Zustimmung. Ob das jetzt ausgerechnet die GBS sein muss, die mehr eine Privatveranstaltung von Herrn Schmidt-Salomon zu sein schein, ist eine andere Frage. Im Zweifel steht aber auch der mir naeher als eine Margot Kaessmann oder ein Kardinal Woelki und sein Engagement ist aller Ehren wert.
    .
    @muscat: Ich hatte eigentlich nicht vor, fuer die GBS zu “werben” (Ich bin auch NICHT Mitglied, beziehe aber seit Jahren deren Newsletter), insofern erscheint mir Ihre Polemik etwas schleierhaft. Wenn die vom Souveraen bestimmten Organe des Staates endlich aufhoeren wuerden, die Pfaffen wegen jedem Mist zu Rate zu ziehen, braeuchte es auch keiner dezidiert anti-klerikalen Vertretung in Ethikraeten und aehnlichem. Unser aufgeblaehtes Parlament (das ja prinzipiell religioese, laizistische und nicht-theistische Politiker enthalten duerfte) traut sich aber offenbar nicht zu, mit eigenem Verstand ueber wichtige gesellschaftliche Fragen zu entscheiden.

  150. @Superschwiegersohn, nun...
    @Superschwiegersohn, nun kommen Sie mal runter. Mit „lächerlich“ meinte ich die innewohnende Ungerechtigkeit, nicht etwa eine Geringfügigkeit der Besteuerung. Daher mein Beispiel. Sie haben ja nun ausführlich beschrieben, wie ungerecht sie ist. Ich bin doch ganz mit Ihnen, wie mein erster Kommentar doch nahelegt. Ich lese schon noch.
    .
    @Der Tiger, ich erinnere an meine Jugend, und darin war mir die Währung, mit der ich die Cola oder das Eis bezahlte, relativ worscht. Die Jugend und Erwachsenen hier in Spanien sollte ihren Glauben nicht am Euro oder einer anderen Währung aufhängen, sondern an ihrem Ehrgeiz und den Möglichkeiten. Und wenn die Vorstellungen und Gegebenheiten darüber europaweit eben nicht kompatibel sind, wie sie es sind, so braucht man keine gemeinsame Währung. Spanien ist dem süßen Gift des Euro erlegen: Das Geld war billig, man hat alles zugebaut und tolle Konvergenzkriterien hingelegt – alles auf Kredit. Man lachte gar über D. Die Party ist vorbei, und wie nach jedem Koksrausch kam auch hier die Landung.
    Und das Zauberwort “Investoren”. Seit wann kommen denn Investoren in derart verschuldete und unsichere Länder mit dem Euro im Genick. Die gehen doch lieber nach Indien und lassen dort untertage fertigen. Als die Peseta noch vorherrschte, hat VW hier auch investiert, da stimmten nämlich noch die Relationen.
    Auf Ihr Atommüllfaß tret ich besser nicht.

  151. @Köstlich: Exakt, das Geld...
    @Köstlich: Exakt, das Geld haben jetzt andere Investoren. Vielleicht auch schon nicht mehr, dann halt ganz andere.
    @colorcraze@: Sie haben Recht mit Hans, ist mir nur nicht aufgefallen.

  152. Dear fionn
    .
    Thank you for the...

    Dear fionn
    .
    Thank you for the smile on my face.
    .
    So

  153. "Dann können Sie mal suchen,...
    “Dann können Sie mal suchen, ob Sie zu irgendeiner Zeit der Welt eine Gesellschaft finden, die weniger verkommen war als die heutige.”
    Bayern nach Napoleon und vor den Preussen;
    das fruehvictorianische England;
    die Niederlande nach Unabhaengigkeit und vor den Englandkriegen;
    einfach einmal so als Denkbeispiele.

  154. Liebe...
    Liebe homobulla,
    .
    ausgerechnet Geothe. Genauso gut hätten Sie mir, “Immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her” zitieren können. Aber ich sehe die Geste und danke.
    Ich habe auch was Sie:
    .
    man is a bubble
    it is a trouble
    to be a couple
    .
    Einen Preis für Lyrik werde ich dafür auch nicht bekommen, kam aber von Herzen.
    .
    See you soon, Lady homobulla
    So

  155. @Tiger 17:46: *kopfkratz*...
    @Tiger 17:46: *kopfkratz* verstehe. Ich war seinerzeit nicht so strikt im Öffentlichkeitsgebahren, drum gibt es von mir Bilder, auf denen ich esse, in der halben Welt. Sofern sie bei den Umzügen und ähnlichen Lebensveränderungen, die die Fotografierenden sicher auch heimsuchten, nicht inzwischen verschütt gegangen sind.

  156. @Tiger: (nochn Tipp) wenn es...
    @Tiger: (nochn Tipp) wenn es voll ist, also an Feiertagen, stehen immer welche im hinteren Bereich, die keine Sitzplätze auf den Bänken gefunden haben. Die stehen dann die ganze Zeit.

  157. @nico – Ich bin unter Franco...
    @nico – Ich bin unter Franco in Spanien getrampt. Da zahlte man mit Peseten für sein Cola. Im EU Rausch haben die Spanier gewaltig gebaut und Schulden gemacht. Aber es ist eine Illusion zu glauben, dass diese Schulden mit einem Ausstieg aus der EU wie durch einen Zauberschlag weggehen. Wenn Spanien aus der Eurozone austritt, dann bleiben die Schulden, die das Land in den zurückliegenden EU Jahren aufgehäuft hat, an eben diesem Land hängen… zusätzlich zu der fehlenden Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung. Dann wird abgewertet. Aber wer wird schon im Peseten investieren, wenn der auf Talfahrt ist?

  158. @x
    Immer, wenn Du denkst es...

    @x
    Immer, wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Goethe her? Goethe war es nicht. Macht ja nichts.
    .
    take the telescope from Hubble
    and look out for the doublebubble

  159. @T.I.M. – Maria Laach ist...
    @T.I.M. – Maria Laach ist eine Benediktiner Abtei. Mein Freund sagte mir, dass deren Musik besonders schön sei. Die Osternacht sei aber deswegen besonders, weil die Mönche vor Erleichterung und Freude über die Auferstehung laut zu lachen anfangen…. So jedenfalls habe ich seine Erklärung in Erinnerung.

  160. Was habt Ihr hier alle mit...
    Was habt Ihr hier alle mit Ego.
    .
    Das Buch, dass der Don meinte, heißt Momo von Michael Ende.
    Soweit ich das noch richtig erinnere,
    musste Momo mal rückwärts gehen, um voranzukommen.
    Und es gab Zeitdiebe mit dicken Zigarren.
    Für alle hier eine Stunden-Blume von mir.

  161. @ x
    Hätte ich Ihnen das...

    @ x
    Hätte ich Ihnen das Licht-Sprüchlein von Goethe schicken wollen, hätte ich Ihnen ja das Licht-Sprüchlein geschickt. Aber wozu? Ich wollte Ihnen ein Bild schicken und das auch eher als Phänomen, als als Gute-Nacht-Roman. Ich mag Bilder, die Philosophen machen. Und ich mag diese Art Zoetrope, an die ich denken musste, als Sie Ihre YouTube-Zoetrope gepostet hatten. Ausserdem schillert der Regenbogen fast so schön wie die Schlieren in meiner Bulla-Blase. Plötzlich, als ich kopfüber schillerte, war da eine Fata Morgana, oder so ähnlich. War nur ein kleiner Gruss für die imaginäre Retina, liebe Madame So.
    .
    Aber vielleicht vergesse ich manchmal, das das ja die Möglichkeit besteht, dass das nicht jeder unbedingt so sehen kann oder muss x-), dann täte es mir leid, Sie durch dieses Missverständnis vielleicht versehentlich in eine Situation der Unterforderung gebracht zu haben.
    .
    Aber zur Strafe ;-) habe ich natürlich auch einen von Donatien Alphonso Marquis de Sade: “Das Best am Menschen ist seine Imagination.” Ja, der Spruch ist auch banal, aber von diesem Absender zumindest schön abgründig.
    .
    Huch, lieber Don Alphonso, müssen wir hier – Donatien Alphonso – eigentlich Ihre Abstammung vermuten?

  162. @DerTiger: Die Moenche da...
    @DerTiger: Die Moenche da betreiben auch eine grosse Gaertnerei (damit finanzieren sie zum Teil ihr Kloster). Vermutlich zuechten sie sich dort einen “besonderen” Weihrauch. Zumindest koennte das die Lachanfaelle erklaeren.

  163. Liebe homobulla,
    .
    vom Schopi...

    Liebe homobulla,
    .
    vom Schopi war es, oh my goodness, das mir. Quelle malheur.
    Nun, da ich, Dame der Nacht, Kind der Macht, Zofe der Pracht, kopfüber stürze, sehe ich Sie ganz!
    .
    So

  164. @colorcraze
    Es stellt sich...

    @colorcraze
    Es stellt sich prinzipiell die Fage wie man die Zukunft der verschiedenen Weltregionen einschätzt. Und, sie dürfen nicht davon ausgehen, dass alle Völker gleich hysterisch oder gar aggressiv auf anders aussehende reagieren. Ob ich als Deutscher in Tokyo, oder als Nigerianer in Cottbus wohne, ist etwas völlig anderes…..
    @T.I.M.
    Ich hab mir schon vor sehr langer Zeit angewöhnt bei Unterhaltungen über „Religionen“ immmer hinzuzufügen, dass ich den Islam eindeutig für noch eine Nummer dümmer als das Christentum halte. Dazu muss man nur mal den Koran lesen…
    Da trennt sich dann immer ganz schnell die Spreu vom Weizen. Was mir seit 30 Jahren auffällt ist, dass anscheinend die Intelligenteren mehr werden, die den Unterschied zwischen Religion und Religiosität begriffen haben.
    Gerade beim Islam müsste man sich eigentlich nur klar machen, dass er eben erst in seinem 17.Jahrhundert ist und man verstünde vieles. Als das Christentum soweit war, da gab es mal schnell einen 30 jährigen Krieg nach einer Reformation.
    Aber wer will solche Parallelen schon sehen, vor allem solange mit Öl so viel Geld zu machen ist und die herrschende politische Korrektheit der Gut-Menschen den Isalm zu einem Teil Deutschlands erklärt.
    Wie in der Politik auch, habe ich nicht das geringste dagegen wenn jemand an Allah, Jahve oder eine alten Mann mit Bart in einem weissen Nachthemd glauben will. Ich habe aber sehr wohl etwas dagegen, wenn mir diese Schafherden vorschrieben wollen wie ich zu leben habe oder nicht.
    Die GBS ist wohl eher ein Anlaufstelle für Leute mit ersten Zweifeln, die dort lernen können, dass auch andere nicht mehr an den lieben Gott glauben, und trotzdem nicht postwendend zur Hölle gefahren sind. So etwas ist lobenswert.
    @Armiger “Dann können Sie mal suchen, ob Sie zu irgendeiner Zeit der Welt eine Gesellschaft finden, die weniger verkommen war als die heutige.”
    Natürlich ist der Satz sachlich falsch, aber es geht um das realistische Sehen der heutigen, so viel freieren und „demokratischen“ Welt.
    Ich bin sicher die Kinderarmut in Deutschland ist ihnen ein Begriff, ich will ihnen dazu eine Erläuterung geben, die ihre Feststellung relativieren dürfte:
    80 Millionen Euro Bonus habe der Vorstand der Deutschen Bank seinem Londoner Händler Christian Bittar für das Jahr 2008 genehmigt, berichtet der Stern in seiner aktuellen Ausgabe.
    Die Deutsche Bank entließ ihn, weil interne Ermittlungen ergeben hatten, dass er offensichtlich an den Manipulationen des Zinssatzes Libor beteiligt waren, die ihre Profite z.T. ja erst ermöglichte. Herr Bittar soll seinem Arbeitgeber mit seinen Geschäften Einnahmen von 500 Millionen Euro beschert haben, wohlgemerkt in dem Jahr, in dem Lehman Brothers Pleite ging und die Deutsche Bank im Investmentbanking mehr als sieben Milliarden Euro Verlust machte.
    Wenn sie mitrechnen, dann sind das auf das Jahr gerechnet mehr als 220.000 Euro pro Tag, völlig legal, für eine korrupten Bankster.

  165. Liebe homobulla,
    .
    jetzt haben...

    Liebe homobulla,
    .
    jetzt haben Sie es geschafft, dass ich mitten in der Nacht noch mal meinen Computer starte.
    Sind Sie sicher, dass Sie kein Stefanel-Kleid tragen und gleichzeitig in Nowosibirsk wohnen? An ihrer Stelle wäre ich mir da nicht sicher.
    Für Sie, Lady homobulla
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=mVpOB3kSKaU
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=CHF2ex5KD24
    .
    So

  166. "Der unglaublich destruktive...
    “Der unglaublich destruktive Zerriss von Schirrmacher macht nachdenklich – hat er
    etwa ins Wespennest gestochen?”
    .
    Gewiss. Andererseits: das Ego, die Algorithmen, die Daten, die Spieltheorie, die Rationalität. Das ist vielleicht ein bisserl viel unverdaute Mathematik/Informatik/Philosophie auf einmal und dann kommt es noch im Modus der Verschwörungstheorie daher, als feindliche Übernahme von ehem. Atomphysikern.
    .
    Ich habe mal gelesen, dass Physiker und Mathematiker besonders gern in der Finanzindustrie angestellt werden, weil sie nichts verstehen von Märkten, Geschäften, Psychologie usw. sondern ausschließlich Zahlen und deren Muster und Bewegung sehen, d.h. für sie sind die Märkte einfach Teil der Natur. Selbst wenn dies eine überzeichnete Charakterisierung ist, ist sie doch sinnvoll, denn dafür haben sie ihre Instrumente geschaffen und über Jahrhunderte verfeinert. Sie werden freilich, genauso wie jeder andere auch, eine Alltagsvorstellung von Märkten und Menschen haben und die ökonomischen Begriffe kennen, aber das fließt in ihre Arbeit nicht ein es sei denn metaphorisch. “Nutzenfunktion” ist z.B. eine Metapher. Wenn wir anfangen dies zu moralisieren, dann kann man sich als nächstes fragen, ob dann auch keine Epidemien mehr simuliert werden dürfen, denn da kommen ja auch keine freien Subjekte vor. Nun kann man beklagen, dass diese Instrumente nicht funktionieren, dass sie Schrott sind. Das tut insbesondere Taleb, der hitzig darüber werden kann, aber Taleb ist keine “deutsche Seele”…
    .
    Diese Seele wird offenbar auch von Google angefressen. Ich wundere mich schon, ob sich da nicht die Neigung dieser Seele zur Hypochondrie zeigt. Sie ist schon ein sehr empfindliches Wesen, dass heftig auf alles geistige reagiert. Was ist schon Vronis Psycho verglichen mit diesen aufziehenden dunklen Mächten. Indessen empfindet die Bevölkerung eher die GEMA als dunkle bzw. taumstummblinde Macht und nicht Youtube und die demokratische Vernunft, die uns alle retten wird, vernimmt die Weisheiten von GEZ-Kirchhoff, der prinzipienfester und axiomatischer argumentiert als es sich ein Physiker je trauen würde.

  167. warum steckt der Tannenzweig...
    warum steckt der Tannenzweig eigentlich im Rücken ?
    .
    der gehört doch in den Mund

  168. Natürlich war die Welt in den...
    Natürlich war die Welt in den nachnapoleonischen Zeiten, speziell auch im Königreich Baiern,
    so verkommen wie heutzutage und überall. Nur eben anders. Man lese nur mal die exempl. Kriminafälle, die Anselm von Ffeuerbach, Jurist und wirklicher geheimer bair. Staatsrat,
    s. Z. veröffentlichte. Die Frage, welche sich da stellt bei diesen Malefizverbrechen, sind die Menschen die diese Verbrechen verüben von Grund auf so disponiert, sozusagen auf neudeutsch gesagt genetisch, oder macht Zeit und Gelegenheit sie dazu?
    Auf jeden Fall, die Welt so wie ist und immer war, kann niemals eine Insel der Seligen gewest sein. Da können all die hochgestimmten Aufklärer und bonhommes nixi dran ändern. Mit einem Male ist die Situation halt da. Aus dem off, entweder schleichend oder von hier auf jetzt. Justament dies lesend und dennoch gern mein Schalerl Kaffeetrinkend und dabei diskret der Bedienung vergnügten Sinnes in den wohlproportionierten Ausschnit schauend. Man weiß ja nie, was noch so alles über einen kömmt
    http://www.die-andere-bibliothek.de/Originalausgaben/Merkwuerdige-Verbrechen::107.html

  169. Seit alters her waren die...
    Seit alters her waren die Menschen bestrebt, die Natur zu überleisten. Exemplarisch zeigt uns Odysseus am Polyphem wie so etwas als machination trickreich umgesetzt wird. in euern zeiten bedienen sich die Hochfinanz,-Kriegs,-
    und Schrottplätze der Naturwissenschaftler, so da sind Mathematiker und Physiker,
    als Mystagogen um den ultimativen Endsieg davonzutragen. Natürlich lesen die Betreiber dieser Plätze privatimschon mal Lyrik oder spielen Geige oder Menschärgeredichnicht. Das heißt aber gar nichts.

  170. Dreamtimer, was genau hat der...
    Dreamtimer, was genau hat der Bodo Kirchhoff denn hinsichtlich GEZ erzählt? Ich finde da einfach nix.
    .
    tylerdurdenvolland, “der Islam ist eben erst in seinem 17. Jahrhundert”, so so (stöhn…). Das wäre doch toll, dann ist die Aufklärung wohl nicht mehr weit.

  171. @x
    Wenn ich aus meinem...

    @x
    Wenn ich aus meinem graugefüllten Fenster schaue, bin ich mir da auch nicht so sicher… habe im Kleiderschrank nachgeschaut, nein, das in Frage kommende ist von Strenesse. Sorry So, it’s just me. xx

  172. Amazon macht es uns doch vor,...
    Amazon macht es uns doch vor, wie man mit nicht-konservativen Methoden auch in der Realwirtschaft seinen Reibach machen kann. Dazu braucht’s nicht immer den Bankster-Beistand.

  173. @muscat: Monsieur Kirchhoff...
    @muscat: Monsieur Kirchhoff verbreitete vor wenigen Wochen, dass es anderswo auch ähnliche Ungerechtigkeiten gäbe wie die Haushaltszwangsabgabe für die Öffentlich-Rechtlichen, so dass diese neue Ungerechtigkeit gar niemanden sauer aufstoßen solle. Und ich füge bescheiden hinzu: Auch den Menschen nicht, die blind sind und taub zugleich.

  174. Ach, Ihr Armen im Geiste! Ist...
    Ach, Ihr Armen im Geiste! Ist bei den SdG keiner mehr der das österliche Lachen als alte liturgische Tradition kennt? Hat jemand wenigstens Wallensteins Lager in der Schule gelesen, mit dem Kapuziner, den Schiller aus überlieferten Predigttexten u.a. des Abraham a Santa Clara ausstaffierte?
    Wo bleibt BIV mit den entsprechenden theologischen Argumenten?
    Da braucht es keinen “Spezialweihrauch” oder ähnliches, aber anscheinend können wir heute Ostern und Pfingsten nur noch intoxikativ oder psychiatrisch halluzinatorisch erklären, ein Einbruch der Transzendenz in das Leben erscheint den Buchhalterseelen der Alltagsumtriebigkeit vollends unmöglich.

  175. @Dreamtimer:
    Die Physiker und...

    @Dreamtimer:
    Die Physiker und Mathematiker sind vor allem auch deswegen in der Finanzbranche gesucht, weil sie von dort kommen, wo die Ökonomen ihre Modelle abgekupfert haben. Die Ökonomen haben freilich nicht so ganz wirklich verstanden, was man für Voraussetzungen braucht, damit die Modelle auch funktionieren – meistens tun sie das nämlich nur dann, wenn es auch ohne Modelle ginge, und wenn man sie dringend bräuchte, funktionieren sie nicht (siehe mein Beispiel von LTCM). Das hat der ehemalige Binnenmarktkommissar McCreevy sogar mal explizit so in der Börsenzeitung geschrieben – aber das interessiert dort keinen.
    Genommen werden dann am liebsten die frischen Absolventen, die idealerweise das Verhältnis von Realität und Modell noch nicht wirklich verstanden haben. Die glauben dann wirklich, daß ihre aufgeplusterte Statistik ein besseres Verständnis der Realität liefert als die Realität selbst – ich “durfte” einige davon persönlich kennenlernen. Ein wirklicher Physiker (und nicht ein “Physikant”) wird nie axiomatisch argumentieren.
    Die Besonnenen gehen freilich im Börsengeschrei und der manischen Fixiertheit auf Zahlen unter: Benoit Mandelbrot (der mit dem Apfelmännchen) hat eine viel bessere Beschreibung für Kursveränderungen gefunden – aber er kann halt keine Prognosezahlen liefern, ganz anders als die seriösen Besserwisser mit ihren gestutzten melierten Bärten.

  176. @tylerdurdenvolland: War das...
    @tylerdurdenvolland: War das instrumentalisierte Hickhack unserer lieben Christen-Vorväter denn tatsächlich mit dem Dreißigjährigen Kriege vorbei? Unbestätigten Berichten zufolge schlagen sich die einen oder anderen Iren doch noch heute ihre Köpfe wenn nicht ein, so wenigstens blutig?

  177. @Yog Sothoth, Esq. ...heißt...
    @Yog Sothoth, Esq. …heißt das, man solle mehr in konservierende Werte anlegen?

  178. @x: Schopenhauer? Shoppen-Hour...
    @x: Schopenhauer? Shoppen-Hour heißt das heute!

  179. @astroklaus, genaus so ist...
    @astroklaus, genaus so ist das, der deutsche Regulierungswahn. Und deshalb haben sich auch ganz Findige und Geschäftstüchtige den cafe to go einfallen lassen. Gleicher Preis und aus dem Pappbecher! mit nur 7%. Und deswegen wird man dann immer nervtötend gefragt: to go? Aber auch das geht ja in D besonders gut.

  180. homobulla,
    wenn Sie möchten,...

    homobulla,
    wenn Sie möchten, würde ich sehr gerne in einen nichtöffentlichen Raum mit Ihnen korrespondieren.
    Ich poste jedoch ungern meine Mail-Adresse.
    Sind sie daran interessiert und falls ja, haben Sie eine Idee, wie ich Sie (oder Sie mich) kontaktieren könnte?
    Die anderen hätten auch was davon und müssten nicht unsere Privatgespräche lesen. :o)
    So

  181. Das hat Bodo Kirchhoff gesagt?...
    Das hat Bodo Kirchhoff gesagt? Tatsächlich?
    Ich geb´s auf… Ich hoffe, Sie sehen mir meine Unkenntnis nach.
    .
    prince Matecki, gerade wollte ich dazu was schreiben und dachte mir, oh je, noch ne Runde Klugschei$$en. Danke, dass Sie mir das abgenommen haben.

  182. prince matecki@: Werd ich denn...
    prince matecki@: Werd ich denn hier auf dem Markt der öffentlichen Beliebigkeit meine österlichden resp. fastenzeitlichen, innerlichen Betrachtungen der Menge zum Hohn vorzeigen? Es würde weder nutzen noch frommen. Die Atheisten und Agnostiker hätten ihren Spaß und ihre Freude daran sich die Zunge zu wetzen. Schon die Erwähnung nur eines Marterls im Hochgebirge löst Amüsement aus. Die im Glauben Festen lassen sich sowieso nicht beirren. Es sei denn, man fühle die Berufung des Missionierens in sich und will darum coram publico sich äussern. Wer ist schon smit soviel Wortgewalt ausgestattet wie Abraham a Sancta Clara?

  183. muscat: Es war Prof. PAUL...
    muscat: Es war Prof. PAUL Kirchhoff.

  184. homobulla,
    .
    jetzt ist mir...

    homobulla,
    .
    jetzt ist mir etwas eingefallen.
    .
    xsox
    und dann das at-Zeichen
    und dann anpa.de
    .
    Ein Mail-Alias, das wieder gelöscht wird, sobald Sie geschrieben haben.
    Ich trage meist Ann Demeulemeester.
    Strenesse mag ich auch – Come As You Are

  185. @Ephemeridenzeit...
    @Ephemeridenzeit 10:29.
    Kicher.

  186. @prince Matecki - Einbruch der...
    @prince Matecki – Einbruch der Transzendenz:

    Ich versteh Sie schon. Entsprechende Impulse bei mir selbst muss ich immer niederkämpfen. Religion, religionsähnliche Ideologie und Esoterik bedienen ein vorhandenes Menschheitsbedürfnis, sonst wären sie nicht so weit verbreitet.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  187. @prince Matecki – Bei Ostern...
    @prince Matecki – Bei Ostern fällt mir nicht Wallenstein, sondern Faust ein: “Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht sind sie alle ans Licht gebracht.” Außerdem gehört zum lutherischen Leben das Anhören der Matthäuspassion. „Oh Haupt voll Blut und Wunden…”Hier in den Niederlanden wird die überall zelebriert.

  188. @muscat: Weil Sie unter Bodo...
    @muscat: Weil Sie unter Bodo gucken und nicht unter Paul. Für zwei Euro können Sie das Interview im FAZ Archiv nachlesen:
    ‘Paul Kirchhof im Gespräch
    „Der Rundfunkbeitrag ist wie eine Kurtaxe“
    Die neue Rundfunkabgabe ist da – mit allem Ärger, der dazugehört. Selbst gehörlose oder blinde Menschen müssen zahlen. Der Vater des neuen Modells, Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof, lobt seine Idee trotzdem.’

  189. Sieh an - wenigstens einmal...
    Sieh an – wenigstens einmal den Namen des Professors aus Heidelberg richtig abgeschrieben bzw. reinkopiert. Die Stützen der Gesellschaft machen Fortschritte.

  190. @Ephemeridenzeit 10.25 :...
    @Ephemeridenzeit 10.25 :
    Natürlich! Gerne in hochprozentiges schottisches Lebenswasser. Das sind 40%, die Sie jederzeit flüssig machen können!

  191. @prince matecki
    adsum....

    @prince matecki
    adsum. metaphysischer einbruch, den hatten wir doch am rosenmontag oder? das reicht doch für dieses ostern..

  192. @Tyler: es ist auch was...
    @Tyler: es ist auch was anderes, ob Sie als Nigerianer in Frankfurt/M. wohnen oder in einem japanischen 300-Seelen-Dorf, nehme ich an.
    @Ephemeridenzeit 10:03: wie, was?! X Jahre lang mußte Bezos daherbeten „das Konzept funktioniert, das Konzept funktioniert“ um seine Bank bei Laune zu halten, denn es dauerte und dauerte und dauerte, bis endlich mal eine schwarzrote Null rauskam. Ich erinnere mich noch lebhaft, wie darüber gespöttelt wurde, daß da Geld versenkt werde für ein zweifelhaftes Unterfangen. Nein, sowas vergesse ich nicht so schnell. Gerade Amazon brauchte einen enormen Bankerrückhalt!
    @astroklaus: „Genommen werden dann am liebsten die frischen Absolventen, die idealerweise das Verhältnis von Realität und Modell noch nicht wirklich verstanden haben.“ Hahaha. So ist das wohl. Es mangelt noch an Desillusionierung. Vor Jahren hörte ich bereits den schönen Satz „wenn Sie das Produkt zu sehr verstehen, können Sie es nicht mehr verkaufen.“- Aber die Prognosen, die Prognosen, die will man doch gern haben, uns wenns nur für 5 Millisekunden ist, da könnte man ja schon was mit machen.

  193. Die Einzugsermächtigung für...
    Die Einzugsermächtigung für die GEZ habe ich per Brief widerrufen.
    Mein Anschreiben per mail wurden mit dem Hinweis beantwortet, die GEZ zu
    “unterstützen” und wegen Anfrageflut bitte keine Anfragen mehr zu stellen.
    Wir gehorchen doch gerne, nich?

  194. „...2007 kam die...
    „…2007 kam die Photovoltaik…“ Dazu muß noch was geschrieben werden.
    Das Einspeisegesetz kam 1991 auf den Weg, dann kam 1999 ein 100.000-Dächer-Programm, welches später (2000) unter Rot-Grün zum jetzigen EEG modifiziert wurde.
    Und darin (EEG) werden Stromproduktion und Einspeisung aus Wind-, Sonne-, Wasserkraft- und Biogas/BHKW- Anlagen gefördert. Die anfangs (2000) hohen Vergütungen von über 50ct./KWh für Strom aus Sonne, der Ausbaukorridor aller „Erneuerbaren“ – für PV 52GW, jetzt schon 32 – und letztlich der spätere Preisverfall durch Überkapazitäten weltweit – haben den Boom im Osten, Solar Valley, erst möglich gemacht. Und leider auch den Niedergang. Unternehmen wie Q-Cells waren seit 2001 dort!

  195. Der des kalten neoliberalen...
    Der des kalten neoliberalen und menschenfeindlichen Wespennest-Zahlenfetischismus doch relativ unverdächtige Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/2014630/
    rezensierte “Ego”:
    .
    Zitat: “… nach Auswegen aus der beschriebenen Krise sucht man in dem Buch auch vergebens. Interessant ist lediglich die Grundkonstruktion: Ein konservativer FAZ-Feuilletonist wettert gegen die internationale Macht der Banken und Börsen.”
    .
    Das ist für mich interessant genug. Einstweilen.
    .
    Zitat weiter:”Globalisierungs-Gegner und neue Formen sozialen Widerstands blendet der Publizist aus. ”
    .
    Mag sein.
    Hab jedoch noch nie erlebt, dass andere Wirtschafts-Bestseller (wir wissen schon, die die Dinger, die in der Hugendubel-Wirtschafts-Abteilung fett auf dem Präsentiertisch liegen) sonderlich viel Seitenaufwand für Lösungen bereit halten. Das soll keine Verteidigung des Herausgeber-Buchs sein, eher eine traurige Feststellung, die eigentlich fast alle Wirtschafts-Bestsellerbücher betrifft. Sie beschreiben eloquent eine Situation, analysieren sie amüsant bis brillant, übrig bleiben Dampf und Pulverrauch.
    .
    Der ‘mündige Bürger’, den der Deutschlandfunk in der Renzension beschwört und den der Herr Schirrmacher nicht erwähne, hat jedoch längst seine Lösungen gefunden:
    – keine Aktien, vor allem keine Zertifikate
    – Mensch bleiben (andere nicht beduppen um des kurzfristigen schnöden Vorteils willen)
    – keinen Schrott kaufen
    – ordentlich essen und die Lasagne selber bauen
    – keinen Politiker wählen, der es immer noch nicht begriffen hat (sie notfalls mit Anfragen bombardieren, das hassen sie, das blockiert ihr Büro, ihre Sekretär-Innen.)
    – sich dafür einsetzen, dass wichtige Volksabstimmungen bundesweit die Regel werden (das ergibt einige schmackhafte Startbahn-Desaster für unser lieben Lobbyisten)
    .
    Das Problem ist nur, es gibt anscheinend nicht so viel ‘mündige Bürger’. (Gab es wohl nie.)
    .
    Mehr geht nicht. Isse dumme Demokratie. Außer vielleicht: sich bei Attac und anderen globalisierungskritischen Organisationen anmelden.
    .
    Mein Fazit: die Lösungen liegen eigentlich auf der Hand, soviel ‘mündiger Bürger’ traut Herr Schirrmacher dem bewusst lesendem Leser auch zu.
    .
    __________________________________________________
    Die Begrifflichkeit ‘mündiger Bürger’ ist mir seit den 90er-Jahre-Tempolimit-Diskussionen ziemlich verhasst. Ich übernahm sie nur, weil sie hier Teil der Rezension des Deutschlandfunks war.

  196. Der Mangel an Empathie...
    Der Mangel an Empathie heutzutage
    .
    Woher der auch von Schirrmacher erkannte zunehmende Mangel an Empathie herkommt:
    Neben der von ihm diskutierten These, dass es am missbräuchlichen Brainwash durch die Spieltheorie und dem fiesen Konstrukt des homo oeconomicus liege, eine weitere denkbare politisch-gesellschaftliche These:
    .
    Der zunehmende Mangel an Empathie
    liegt auch daran, dass immer mehr Menschen heutzutage an temporären und auch an ausgewachsenen, klinisch manifestierteen Depressionen leiden. Wer depressiv ist, hat keine Empathie mehr zu anderen. Er spürt: nichts. Keine Regung, keine Freude, keine Trauer, keine freiwillige Aktivität, keine Empathie. Maximal spürt er Aggressionen und latent Schuldgefühle, weil er sein noch-empathisches Umfeld mit seiner Versteinerung runterzieht.
    .
    Die überkommene Vorstellung von Depression ist falsch und muss revidiert werden.
    .
    Die allgemein verbreitete und akzeptierte Idee, dass wer Depressionen habe, halt traurig sei, ist ein unzulässiges Konstrukt, eine gesellschaftlich verinnerlichte Halbwahrheit genau wie die über den homo oeconomicus.
    Wer depressiv ist, ist nicht einmal mehr traurig. Er ist inaktiver Stein.
    Diese klinische Manifestation kennt der Kliniker.
    Die Gesellschaft hat ein anderes, schieferes Bild.
    .
    Einspruch denkbar: Ob Depressionen tatsächlich in der modernen Zeit nach dem II. Weltkrieg zugenommen haben oder ob nur Ihre Diagnosen, darüber wird noch gestritten.
    .
    Mein Eindruck trotz des Einspruchs: haben in den letzten 60 Jahren zugenommen.
    .
    Versteckte gab es jedoch immer. Darunter auch und genau die der damaligen Kriegsheimgekehrten. Heute als posttraumatische Belastungsstörung bekannt.
    Die Kriegsheimkeher sowie die daheimgebleiben überlebenden Ausgebombten waren hochdepressiv, verstört, konnten das jedoch aus existenziellen Gründen des blanken körperlichen Überlebens nicht zulassen. Gaben diese unbehandelten Depressionen in den 50ern und 60ern per Erziehung (hypermaterielles Denken plus Schweigen über Gefühle oder nichtvorhandene Gefühlswelt) an ihre nachgeborenen Kinder und Enkel weiter. Das wirkt über 3-4 Generationen bis hinein in die heutige Zeit.
    .
    Heute erfährt dieses depressive Erscheinungsbild eines ziemlich deutlichen Teils der Bevölkerung noch eine Verschärfung durch moderne Stressbeigaben.
    Möglicherweise auch wechselseitiges Hochschaukeln zusammen mit den Auswüchsen des ziemlich aktiven homo erectus oeconomicus.
    .
    Eine Gesellschaft, die in ihren großen Teilen keine Empathie mehr hat, sondern nur stumpf agiert, ist so wie die von Schirrmacher beschriebene.
    Ob diese Zustandsbeschreibung stimmt: Schon. Auch das Internet aht sieen Anteil daran, dass Empathie zuverlässig am Verschwinden ist.
    (Der andere, der in den http://www.-Weiten hinter seinem Knopf sitzt, den kennt man zwar nicht. Aber den macht man erstmal fertig, ha!)
    .
    Fast die selbe Distanzfunktion wie die des Roten Knopfs im Kalten Krieg: Das Abdrücken ist leichter, wenn man die Menschen nicht kennt und ihnen nicht vis-à-vis ins Gesicht schauen muss.
    Daher wird das Internet nie die Empathie verbessern. Eher verschlechtern.

  197. @prince Matecki: Das...
    @prince Matecki: Das Osterlachen war mir tatsaechlich nicht gelaeufig, obschon katholisch aufgewachsen mit zumindest einem tief-religioesen Grosselternhaus. Am Mittelrhein gibt es die Tradition, vor der Fastenzeit eine karnevalistische Messe zu lesen, in der Osternacht selbst kenne ich das nicht.
    Der Spezialweihrauch war natuerlich nur ein Scherz, da ich als Kind gelegentlich mit meinem anderen (nicht dem ueber-katholischen) Grossvater in genau jener Kloster-Gaertnerei einkaufen war. (Und selig die Bekloppten, denn sie brauchen keinen Hammer.)

  198. Oh Gott Vroni, im Moment bin...
    Oh Gott Vroni, im Moment bin ich froh, dass Sie nicht HM 555 sind …
    Wirtschaftsbücher ohne Lösungen? Schon mal Josef Stieglitz “Im freien Fall” gelesen? Oder Roubini/Mihm “Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft”. Wenn Sie´s ein bisschen journalistischer haben wollen – Thomas Friedman “Die Welt ist flach”. Lösungen zuhauf. Nein, nicht die allesumfassende, göttliche, endgültige. Wenn die einer ernsthaft umsetzen will, greif ich zur Waffe …

    Und dann noch Esoterik pur. Die Menschheit, im friedlichen kriegsentwöhnten Europa, im bisherigen Zenit existentieller Sorglosigkeit eine mit jeder Generation grösser werdende Bande von depressiv Versteinerten? Wo soll das denn herkommen? Wenn ich mich derartigen Überlegungen hingebe, ist mein nächster Gedanke normalerweise, dass ICH jetzt wohl depressiv bin. Zu Recht.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  199. Vron@: Sie verschwenden sich....
    Vron@: Sie verschwenden sich. Meine Sympathie für den größten Teil ihrer Ausführungen ist Ihnen allerdings sicher.

  200. @vroni – Ich glaube nicht,...
    @vroni – Ich glaube nicht, dass Volksabstimmungen die Lösung sind. Die Schweiz ist da kein Vorbild, denn es ist ein Land mit einer sehr homogenen Entwicklung, ohne besonders großen Zukunftsaufgaben und klein genug, dass sich die Führungskräfte noch gegenseitig kennen und Volksabstimmungen entsprechend vorbereiten können. Die Politik, die unser nicht-Schweizer Leben am meisten bestimmt, ist eine komplizierte Angelegenheit, die man nicht auf ja und nein reduzieren kann. Was bei Stuttgart 21 geht, geht nicht für europäische Fragen.
    .
    Die längste Zeit meines Lebens habe ich gut verdient und kann mir heute unabhängige Politik leisten. Aber damals hatte ich gerade mal genug Zeit, täglich die Überschriften in der FAZ und einen oder zwei Kommentare zu lesen. In der Situation bleibt einem nichts anderes übrig, als Politik zu delegieren. Aber wenn man an jemanden delegiert, ist es ein Grundsatz guten Managements, dass man demjenigen auch die Freiheit lässt zu entscheiden – manchmal auch anders als man es selbst tun würde. Das muss man akzeptieren und nicht mit punktuellen Volksabstimmungen unterminieren. Sonst findet man nämlich keine Menschen mehr, die Lust haben und fähig sind, Politik als anspruchvollen Vollzeitjob verantwortungsvoll zu übernehmen.

  201. Noch einmal zum Thema...
    Noch einmal zum Thema “Fehlende Empathie”. Fehlende was? Man hat den Menschen in einem genialen Zangenangriff – ökonomisch, sozial, politisch, philosophisch – von vielen Bindungen und Zwängen befreit. Pflichtgefühl? Damit kann man ein KZ führen. Heimatverbundenheit? Provinzieller Mief. Disziplin? Selbstverkrüppelung. Sorge um Werte? Quatsch, Deckung für Spezalinteressen. Ehe? Gefängnis der unterdrückten Sexualität. Familie? Wer braucht denn die. Ehrenamt? Was für unterbelichtete Frührentner.

    Was glauben denn alle Beteiligten, was dabei rauskommt? Jesus, Buddha und Mutter Theresa in einer Person, in jedem Menschen? Nö, der nackte, unverfälschte Mensch, eines Grossteils der Sanktionen und Anreize beraubt, die ihn vorher “sozial” machten. Im festen Vertrauen auf den von Natur aus guten Menschen wurde er der meisten Fesseln entledigt. Das Resultat kann besichtigt werden, auf der Strasse WIE in den Banktürmen.

    Nur Erzreaktionäre, Kulturpessimisten und Menschen mit rabenschwarzer Seele (wie ich) wussten über die wahre Natur des Menschen. Die in allererster Linie im umfassenden Sinne egoistisch ist, die eigene Selbsterhaltung, das eigene Fortkommen, die Selbstentfaltung über alles andere stellend. Was denn sonst, das hat Mutter Natur so programmiert, andernfalls wären wir längst ausgestorben. Zivilisation, Kultur, Verantwortungsübernahme für andere, soziales Verhalten – erlernt, nicht angeboren. Mühsam.

    Das heisst aber auch, das wäre, das ist korrigierbar. Und wird korrigiert, bei Strafe des langsamen, schleichenden Unterganges. Mit Empathie oder deren Fehlen hat das alles nichts zu tun. Es ist nur das alte Spiel aus Anreizen und Sanktionen, das menschliches Verhalten schon immer bestimmt hat.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  202. Der feste Glaube an den...
    Der feste Glaube an den Sozialdarwinismus hilft diese Welt zu durchstehen. Gluecklich macht es nicht, aber den Siegern ist das egal. Sind aber keine Sieger. Die Besiegten sind tot. Was aber ist ein Sieger ohne leidende Besiegte?
    Ein menschliche NULL.
    Pech gehabt.

  203. Das Gefühl, das man sich hier...
    Das Gefühl, das man sich hier verschwendet, teile ich sicher mit einigen, die hier nicht oder nicht mehr schreiben.
    Va bien. Passt auf euch auf.

  204. <p>Ich weiss nicht, ob das so...
    Ich weiss nicht, ob das so ist. Ich bin dankbar um Kommentare, aber weil sie wie ein Geschenk sind, kann man sie auch nicht erzwingen.

  205. @Ephemeridenzeit und ...
    @Ephemeridenzeit und @muscat
    Ich hab ja auch nirgends angekündigt, dass es auch beim Islam nach einem 30jährigen Krieg vorbei ist.
    Ich hab nur auf die Parallele hingewisen, dass der Islam nicht die erste Religion ist, bei der es nach 17.Jahrhunderten kracht.
    Dass dies auch beim Islam so weitergeht wie nach Wallenstein ist unwahrscheinlich, der Fortschritt bei der Waffenproduktion ist zu verschieden…
    @colorcraze
    Natürlich, allerdings hat ein nicht am Hungertuch nagender Deutscher auch andere Möglichkeiten, als ein nigerianischer Flüchtling in FfM.
    In Japan hat man den Vorteil der grossen Bedeutung von Umgangsformen und Äusserlichkeiten.
    Es gibt also auch für farbige Ausländer kaum offene Beleidigungen und Gewalttätigkeiten exitieren nahezu nie. Dummheit zeigt sich hier anders und seltener. Freundlichkeit dagegen öfter und offener.
    Sie können sich kaum vorstellen wie wunderbar stressfrei das Leben hier ist (zumindest wenn man nicht arbeiten muss). Ich komme ja ab und zu nach München und sehe dies jedes Mal aufs Neue. Man atmet befreiter, wenn LH 705 um 17.00 vom passenderweise auch noch Franz Josef Strauss genannten Airport abhebt… ;-)
    @ThorHa
    Ihrem Kommentar zur „fehlenden Empatie“ kann man nur zustimmen, aber….
    Wenn man zu der Meinung gekommen ist, dass die Welt tatsächlich so ist, warum bleibt man dann dort wo sie so ist?
    Das Leben des Menschen ist doch sowieso viel zu kurz, als dass man alle angebotenen Möglichkeiten der Welt ausschöpfen kann.
    Dableiben, weil man fürchtet, dass es anderswo auch nicht besser sein könnte? Kulturpessimist ist ja schön und gut und richtig, aber man muss deshalb doch kein Lebens-Pessimist sein.
    Aussteiger zu werden war eine der wenigen akzeptablen Optionen unserer 68er Generation. Ich kann immer noch keinen Grund sehen meine Entscheidung zu bereuen….

  206. Ein Versuch
    Ich will gerade testen ob das auch ohne JavaScript im Browser geht oder nicht.

  207. Verschlechterung
    Die Neuorganisation des Kommentarwesens ist nicht schön. Die alte Variante war lese- und kommentierungsfreundlicher.

    Grüße, Nörgler

  208. Vroni et al
    Die Zeichenbeschränkung ist gar nicht schlecht. Jetzt müssen Leute wie Vroni statt 10 Beiträge a 10000 Zeichen, 100 Beiträge schreiben, um ihr infantiles Sendungsbewusstsein zu befriedigen.

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