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Dr. Strangemoney oder Wie ich lernte, den Homo Oeconomicus zu lieben

04.03.2013, 23:57 Uhr  ·  Es kommt nur auf den richtigen Blickwinkel an: Dann wird aus Sklaverei Freiheit, aus der Krise allgemeiner Wohlstand,, aus der unschönen Analyse eine Verschwörungstherie, und alles, was komplex war, ist plötzlich ganz einfach.

Von

Most people in this society who aren’t actively mad are, at best, reformed or potential lunatics.
Susan Sontag.

Ich habe natürlich von Wirtschaft und Journalismus keine Ahnung. Ich bin eher so Vor- und Frühgeschichtler, also einer von denen, die anhand von Zerstörungsschichten in Siedlungen erkennen, wenn Gier und Propaganda unschöne Folgen hatten. Wenn mir, wie beim Thema Fracking, einer sagt, Deutschland müsste doch die Chancen nutzen und dürfte nicht von kleinlichen Bedenkenträgern abgehängt werden, dann entgegne ich ihm, dass so vermutlich auch die Bronzehersteller der frühen Metallzeit argumentierten, als sie Kupfer noch mit dem Schwermetall Arsen legierten. Da sagte man sich auch: Klasse Technik, wir kriegen gute Ergebnisse und Profite. Bis man dann nach gut 2 Jahrhunderten bemerkte, welche Nebenwirkungen Arsen in den Atemwegen hat. Ja, der Mensch, sein wichtigstes Lernorgan ist zu allen Zeiten nicht das Hirn, sondern die Schmerzzelle.

Oder beim Thema Leistungsschutzrecht; da erzählt man mir, dass ein böser Monopolist sich auf Kosten der Medien bereichere und man deshalb von allem, was sich da im Netz frech bei den Medien bedient, gern Lizenzzahlungen haben würde, eben, um einen gerechten Ausgleich zu bekommen. Ich denke, dass das Zunftwesen auch lange Zeit eine sehr stabile Sache war, bis zu dem Moment, da sich woanders niemand mehr darum scherte und den Kunden jenseits des Zunftzwanges andere Alternativen angeboten hat. Ich persönlich kaufe übrigens meine Bienenwachskerzen bis heute direkt beim Kerzenmacher, ich bin da als historisch interessierter Mensch konservativ, aber keine Förderung der Kerzenzieher durch die Gaslampenhersteller hätte etwas an ihrem Niedergang ändern können. Dass die Gaslampen übrigens auch so ein hübsches Beispiel für eine nicht nachhaltige technische Entwicklung sind, die im Gegensatz zu Kerzen Wohnhäuser explodieren und Bibliotheken verrotten liess, und die – vorläufig – uns richtig erscheinende Lösung der elektrische Strom ist, sei hier nur am Rande angemerkt. Das Quecksilber in den Energiesparlampen ist auch gesünder als Arsen – man nennt es Fortschritt.

Und natürlich weiss ich aus historischer Betrachtung auch, dass es Gesellschaften nicht dauerhaft nutzt, wenn sie Egomanie und Gier als Prämisse des Handelns definieren. Natürlich wird das nicht offen so formuliert, bei Pol Pot war es der Sieg des Kommunismus und die Autonomie von Kambodscha, an der Wall Street die Liberalisierung und das freie Handeln mit Immobilien, Schulden und deren Verbriefung. So etwas liest sich auf dem Papier immer erst mal gut – Glück und Wohlstand und Freiheit für alle – aber ich bin nicht nur Historiker, sondern auch Angehöriger der Klasse, die an Tagen wie diesen nicht mühsam in die Berge fahren muss. Ich wohne hier. Und ganz viele andere tun das nicht. Glück und Wohlstand und Freiheit für alle geht für mich nur exakt so lang in Ordnung, solange es für mich dazu noch meine Wohnung am Tegernsee, meinen Parkettboden in einem ehemaligen Jesuitenseminar aus dem Jahr 1600 und bei Heuschnupfen die Möglichkeit gibt, für drei Monate nach Italien umzusiedeln. Kurz, ich glaube nicht an die Ungleichheit der Menschen, aber es ist nun mal so, dass die einen im Stau stehen, wenn ich noch frühstücke, und trotzdem bin ich vor ihnen auf dem Berg.

Gestern jedoch habe ich etwas länger gebraucht, denn bei meiner morgendlichen Lektüre ist mir auch ein Beitrag von einem gewissen Nikolaus Piper in die Hände gefallen, der für die Süddeutsche Zeitung in den USA leben musste, und ein weiterer dieser Freunde der ungezügelten Marktwirtschaft ist, die in den Regionen jenseits des Tegernsees gerade eine üble Krise zur Folge haben. Dort, am Nabel des Kapitalismus, echauffiert er sich über Ansichten, dass der Mensch heute ein von Modellen vorhersehbarer Homo Oeconomicus sei, der nur seinen eigenen Nutzen in den Vordergrund stelle, und dabei auf die Methoden der Spieltheorie hereinfalle. Das sei aber gar nicht so: Man müsste sich doch nur mal anschauen, mit welcher Selbstlosigkeit sich die New Yorker beim Hurrikan Sandy gegenseitig geholfen hätten. Moral sei durchaus ein wichtiges Kriterium für Handlungsweisen. Das tief verwurzelte Misstrauen gegen die Kapitalismus sei falsch, das müsste man „nach fast 65 Jahren sozialer Marktwirtschaft besser wissen“. Man bedenke, dass man im Süden Deutschlands auch „Vergelt’s Gott“ sagen würde, weil man nicht nur auf irdische Vorteile hoffen würde.

Nun lebe ich dort, wo die Menschen das sagen sollen, und ich muss betonen: Man hört das wie viele andere an Gott gerichtete Ausrufe inzwischen sehr selten, und nur noch ganz wenige kennen die einzig richtige Antwort „Segn’s Gott“. Wie überhaupt mein innerer Historiker auf die Barrikaden bei solchen Praxisbeispielen gehen will: Ob sich „die New Yorker“ im Sturm liebevoll umeinander gekümmert haben, weiss ich nicht, aber es ist allgemein bekannt, dass überall der Strom ausgefallen ist. Nur das Gebäude von Goldman Sachs war hell erleuchtet, und man muss wohl davon ausgehen, dass die da drin arbeitenden New Yorker nicht eben Sammelaktionen und Spendenaufrufe organisierten. Das „Vergelt’s Gott“ kenne ich in meiner Heimat nur noch vom Wochenmarkt; da, wo die grosse Mehrheit an kurzen Kassenflächen schnell billiges Essen in Tüten schaufelt, werden nur die Preise genannt und Rabattkarten zwecks optimaler Kundenausforschung durch den Scanner gezogen. Das ist nun mal die Realität der anderen. Man muss sich im Baumarkt verständnislos anschauen lassen, wenn man auf die Frage nach der Postleitzahl „Nein Danke“ sagt. Und was dieses dämliche Cookie von mir hält, das nach Abgabe eines Wohnungsangebots mir ununterbrochen Münchner Topangebote als Werbung zeigen lässt, kann ich mir auch ungefähr denken: Man muss überhaupt kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu verstehen, dass man uns in alle Kanäle nachkriecht. Die einen machen es mit netten Namen wie Herzensammeln, und die Propagandisten bringen hübsche Gegenbeispiele von der heilen, sündenlosen Bergwelt, für die so ein normaler Journalist schon mehr als nur ein paar kostenlose Abspeisungen von Banken annehmen muss, wenn er sich hier niederlassen wollte. Ich mag durchaus diese Folge von 65 Jahren sozialer Marktwirtschaft.

Man könnte als Historiker die Piper’sche Relativierung grenzenlos und mit dem gleichen Recht fortschreiben: Man muss nur einmal schauen, wie zivilisiert die Briten Tee trinken, da können doch das ganze Gerede über die brutalen Folgen des Thatcherismus gar nicht stimmen. Wer erlebt hat, wie sich manche Europäer selbstlos beim Untergang der Titanic opferten, wird wissen: So schlecht war es unter Wilhelm II auch nicht. Gott will es, riefen die Christen bei der Pauschalreise ins heilige Land, da sieht man, wie wichtig die Moral ist, wenn man nebenbei noch im Herzogtum Antiochia prassen kann. Es gibt gute Gründe, warum man sich in der Wissenschaft solche Bezüge verkneift, man kennt genug Brandschichten und Massengräber. Moderne Schuldenberater hinterlasse keine Spuren und Pipers Erben werden davon profitieren, dass die Archäologie kongolesischer Gräberfelder der Warlordepoche später einmal nicht so relevant ist, dass man darüber reden müsste. Was ich aber nach diesen 65 Jahren der Marktwirtschaft sicher weiss ist, dass es uns hier auch trotz Krise blendend geht. Da muss ich nur schauen, wer da alles am Sonntag meinen Berg hochstiefelt.

Denn es wird langsam warm, und man kann auch wieder Kleidung tragen, die etwas her macht. Oben geben sich Pornobrillen und Goldschmuck das übliche Stelldichein, man darf die neue Kollektion von H***** bewundern, und eine Münchnerin zeigt mir ihre an sich ungeeigneten, aber sicher sehr teuren Lammfellschuhe, mit denen sie hier hochgeklettert ist. Um 13.30 Uhr sind schon die Spinatknödel aus, es wird gegesssen, was noch da ist, und um die Plätze gestritten, dass es eine Freude ist. Und hier nun fängt die Piper’sche Strategie an, durchaus formschön zu wirken: Sollte demnächst das Finanzamt um Geld für die Bezahlung von Sozialkosten bitten, kann ich doch sicher auch sagen, man müsste sich doch nur mal die Neureuth anschauen. Dieser Bedarf für HartzIV ist sicher nur eine Verschwörungstheorie, dafür zahlen wir nicht, und ausserdem sage ich hier am Berg auch brav zu allen Millionären Grüss Gott, ich bin also sehr dem Jenseitigen zugetan und damit habe ich auch schon wieder viel für das Sozialgefüge getan. Sollte der unverschämte Büttel dann immer noch quengeln, werde ich auf den Piper verweisen und sagen, 65 Jahre soziale Marktwirtschaft sind prima gelaufen, da kann es doch gar kein Berlin geben, in dem 20% der Bevölkerung von HartzIV leben. Undenkbar. Hier jedenfalls sieht man davon auch bei 200 Kilometer Fernsicht nichts. Nur den Starnberger See und die Grenze zu Österreich, wo es keine Erbschaftssteuer gibt.

Vergelt’s Gott, werde ich dem Büttel nachrufen, wenn er dann verstanden hat, dass ich gar nicht als Homo Oeconomicus mein Geld behalte, sondern ganz im Sinne des Systems, das mich nach oben gestellt hat. Je länger man darüber nachdenkt, desto erbaulicher erscheint es, sich bei der Betrachtung von Problemen auf jene Gruppen und Ereignisse zu beschränken, die davon nicht betroffen sind. Archäologie mag andere Ergebnisse liefern, aber wie viele Leute schauen sich eine Ausstellung über Brandschichten an, und wie viele glauben, dass das Essen bei Ikea wirklich quersubventioniert ist, und sie dabei noch einen Gewinn machen, wenn sie dort essen, statt mal wieder auf dem Markt einzukaufen und zu kochen?

Am Ende werden manche hier wohnen und andere nicht.Und warum das so ist, und auch so bleiben wird, warum die einen im System zappeln und die anderen fassungslos sind, weil es keine Spinatknödel mehr gibt, das ist komplex, und nicht einfach zu erklären, wie ein Planun in einer Ausgrabung, das ist.. also… ich bin schon über 7000 Zeichen…das ist schwierig in einem Satz… und wir müssen froh sein, dass es all die Pipers gibt, die es uns ganz, ganz leicht machen, die Welt zu verstehen und das zu sehen, was uns passt.

Dann schaut der Rest auch wie eine störende Verschwörungstheorie aus. Gegen uns und das, was uns zu glauben gefällt.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (59)
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5 Egon Weissmann 05.03.2013, 04:50 Uhr

Kaum ein Symptom des Wahnsinns .... !

Ich hatte grosse Schwierigkeiten damals Dr. Strangelove und seine Bombe zu lieben, genau so wie ich kaum etwas von Amour erspaehe, mit dem Homo Erecticus Oeconomicus, den Sie hier erwaehnen.
Wie sie wissen, werter Don Alphonso, Liebe ist so ne Sache. Unerklaerlich. Unfassbar. Begeisternd, Euphorisch. Depressiv ... und vieles Andere.
Da ist auch der nagende Verdacht, wie lange "unsterbliche Liebe" wohl am Leben bleibt?.
Vielen Dank fuer ihre diverse Beobachtungen aus ihrer historischen Perspektive -- im Tal sowie auf den Bergen. Sicherlich ist auf dem Gipfel die Perspektive besonders erhebend. "Height elevates the spirit" sagt man mir.
Ihr Zitat von Susan Sontag "Most people in this society who aren't actively mad, ar at best, reformed or potential lunatics", hat mich besonders beruehrt.
"Verdammt", sagte ich zu mir, "Ich bin doch kein Lunatic. Unmoeglich".
Egal wie ich mich anstrenge, und egal wie tief ich in meine Psyche schaue, da ist absolut kein Symptom von "Lunacy" -- weder reformiert oder potenziell.
Ich kann nur schaetzen dass die werte Autorin mit einer anderen Art/Species von homo sapiens verkehrt -- eventuell eine Gruppe wo "Lunacy" besonders praevalent ist. Epedemisch wo moeglich, was?
Meine Stammtisch Consultants, sind auch alle in bester Verfassung. Kein Hauch von Dementia oder Aehnliches . Einige magen reformierte Alkoholiker sein, aber davon abgesehen wissen die alles, was zu wissen ist. Tolle Menschen. Richtige Besserwisser.
Die Gruessen auch immer schoen: "Nabend", oder "Gruetzi mitanand", "Gute", "Mahlzeit" auch "Gruess Gott" wenn sie dem Priest begegnen, auf dem Heimweg von der Kneipe.
Summa summarium: Die sind Pracht Exemplare unserer Gesellschaft. Der Stolz der Nachbarschaft. Und sie sind so sehr geliebt von ihren Frauen dass die manchmal ihre Helden persoenlich vom Stammtisch entfuhren. Das ist wahre "Liebe", was?
Life is full of surprises !
Pax vobiscum

Antworten (8) auf diese Lesermeinung

7 Frankie Bernankie 05.03.2013, 12:05 Uhr

Ach Gott, Piper halt...wer in der SZ was...

Ach Gott, Piper halt...wer in der SZ was interessantes über Ökonomie lesen will, der muss im Feuilleton schauen.
Schön der Hinweis auf die "kurzen Kassenflächen", ein für meine Begriffe totgeschwiegener Skandal, bei dem der Kunde zur Akkordeinpackerei genötigt wird. Besonders perfide ist dabei der Kunstgriff, dass man dabei die anderen Kunden in der Schlange und ihre genervten Blicke zur Psycho-Peinigung einspannt, wenn man mal zu langsam ist. Habe mich deshalb auch schon bei EDEKA beschwert, bekam aber die an Doofheit nicht zu überbietende Antwort:"...der Hersteller baut sie eben so..."

Antworten (4) auf diese Lesermeinung

2 Jutta Kuehn-Rechenmacher 05.03.2013, 15:18 Uhr

Who or what is Piper?

Hochverehrter Don,

nachdem ich vor über vierzig Jahren in die Bayerische Kulturlandschaft des Katholizismus und der staatstragenden Jurisprudenz eingeheiratet habe, aber alle Familienmitglieder dieser Kohorte durch unverdient frühen Tod darhingerafft wurden, gibt es familiär niemanden mehr, den ich nach dem in Ihrem wie immer höchst amüsanten Blog erwähnten "Piper" fragen könnte.

Google zeigte mir den Verlag in der Georgenstraße - da habe ich auch einmal gewohnt - aber ist das tatsächlich "Ihr" Piper.

Für eine ganz kurze Aufklärung würde ich mich wirklich sehr freuen und bedanke mich im Voraus!

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

Suchanzeige

Halloooo! Foersterliesel! Ja, ich bin's. Wir stehen nicht mehr bei unserem alten Kiosk. Wir sind umgezogen. Ja, taten wir. Wir stehen jetzt beim neuen Wasserhaeuschen. Noe, kein Champagner. Kellergeister. Die Butze heisst: http://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/.
Ja, der Berthi aus Wien ist auch da. Kommst auch? Das Hunderl darfst mitbringen.

2 John Doe expostulates 05.03.2013, 19:58 Uhr

the decapitation of...

Analyse oder Verschwörungstheorie ist doch hier völlig egal. Solange er erwiesenermaßen nicht in der Lage ist, über den Tellerrand hinauszusehen, zumindest nicht solange er den jeweiligen Tellerrand nicht vorher gekauft hat, ist jegliche Gleichstellung des Homo Oeconomicus strikt abzulehnen. Es gibt Bereiche, in denen er als Modell sogar völlig untauglich ist.

'We need to make sure we get the right regulatory regime in place quickly so we can get to work (D. Magness, Chevron Europe Exploration and Production zum U.S.-Poland Economic Forum in New York)' ...Nun, Polen ist nicht wirklich weit weg, und eine -ebenfalls vereinfachte- praktische Anschauung des 'Divide et impera' gibt es wieder einmal im wassertechnisch privatisierten Berlin. Milliardengräber überall- die hier ansäßigen 'Bahn', die sich seit einigen Jahren erstaunlicherweise für einen Bauträger hält, dabei aber Bahnhöfe verfallen und auch bayrische Verbindungen veröden läßt, und anderswo sogar Bahnhöfe tiefer legt. Dann, eine Stadtverwaltung, welche jegliche Kompetenz in 'Bezirke' wegdividiert, um diese dann im Sinne der eigenen Komplizen 'gegeneinander ausspielen' zu können. Eines Herrn Piper und seiner Relativierungen bedarf es hier gar nicht, denn es gibt hier den 'Tagesspiegel', dessen Lokalredaktion in Sachen dumpfbackiger Ergebenheit sogar gewisse bayrische Hauspostillen zu deren besten Zeiten in den Schatten stellt.

Die Jugend darf indes an der 'Eastsidegallerie' mit Herrn Ströbele und einem früheren Schmutzimmobiliennotar protestieren (wie hier berichtet), und in der Nähe des Hauptbahnhof werden zur Stunde dann aber wieder Bäume gefällt, und kein einziger Baumschützer läßt sich blicken. Für die -hier wie dort- geplanten Luxusimmobilien, welche man hier offenbar irgendwelchen amerikanischen Neuberlinern an die Backe drücken will, wird -natürlich auch hier wieder nur im Sinne aller Beteiligten- die Hausbank (bzw deren Zentralbank) des ... hüstel ...'zypriotischen' Investors mit Krediten versorgt. Vom verwendeten 'Gift' kommt ja auch gar niemalsnicht auch nur irgendetwas ins 'Trinkwasser', und die Einheitsparteien haben immer recht, 'pacta sunt servanda' etc. pp.. - Nun, manche von den Giften sind halt leider wirklich welche. Nichts gelernt aus der Finanzkrise? Es gibt da nichts zu relativieren, und manche 'Kriege' sollten eben geführt werden. Segn’s Gott ? ...Segn’s Eam ? ...Wahrscheinlich ist es der Typ mit der Motorsäge vom Hauptbahnhof, und auch hier brechen augenscheinlich die 'Stützen' weg. Wie hiess es doch schon 1485 ? Let 'Blood, Blood, BLOOD!' be your motto! Slit their gizzards! Murder her brothers, then marry her; Uncertain way of gain ...

2 Riesenschecke 05.03.2013, 21:58 Uhr

Bitte

das Bild mit Tee und Kuchen in Wallpapergröße posten ;)

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Langweilig

Finde Ihren Text langweilig. Monolog aus der Alpenperspektive und ausschweifend, umständlich formuliert. Was wissen Sie von New York in Krisenzeiten, wenn ihre Hauptsorge ist, den eigenen Hintern vor den Touristen auf den Berg zu schwingen.

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1 Muckefuck 06.03.2013, 11:15 Uhr

Leistungsschutz hast nun gar nix mit Zunft und Abschottung zu tun

Lieber Don Alphonso,
wie immer fast durchweg wunderbar und so klug und treffend sarkastisch. Nur verstehe ich dann nicht das Ausfallen jeder kritischen Überlegung beim Leistungschutzrecht. Der Vergleich mit zünftischem Ab- und Ausschließen ist doch vollkommen unzutreffend. Das ist Ihnen als historisch gebildetem Schreiber doch hoffentlich selbst bewußt: Es geht überhaupt nicht um das Verbot von Konkurrenz. Nein, es geht um Klauen und unter eigenem Namen weiterverkaufen! Also um im Zunftbild zu bleiben: Was Google und Konsorten machen, ist ja eben gar nichts produzieren. Sondern als würde das Landgewerbe um eine Zunfthandwerker-Stadt herum alles absperren und die Stadthandwerker zwingen, ihnen ihre Produkte für den Vertrieb mit dem Rest der Welt kostenlos zu überlassen, um dann in eigenem Namen zu vertreiben und das Geld restlos für sich zu behalten. Und also die Stadthandwerker zu kostenlosen Herstellersklaven zu machen.
Deshalb steht dieser kurze Mißgriff von Ihnen meiner Überzeugung nach auch inhaltlich im Gegensatz zum Rest Ihres wie immer lustvoll zu lesenden Pamphlets.
Ich würde es eher zum Vorgängerartikel über die neue freiwillige Sklaverei dazunehmen.
Herzliche Grüße,
Michael

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0 Peter Geble 06.03.2013, 11:35 Uhr

FAZ - was ist aus der Zeitung nur geworden ...

Der Artikel ist von derselben aufgeblasenen, hochnäsigen Rhetorik wie die Prosa des ungenannten Herrn, der darin verteidigt wird. Aber von diesem, dem Paten des Feuilletons, wird's bestimmt in der einen oder anderen Form ein Vergelt's Gott geben. Bloggen als Speichelleckerei, großartig!

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Teehändler

Sie sollten den Teehändler wechseln. Ist ja grauenvoll sowas ansehen zu müssen.

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2 Reinhard Wolf 06.03.2013, 12:03 Uhr

"..., dass es uns hier auch trotz Krise blendend geht"

Die sogenannte "Krise" ist doch nichts weiter nur als ein geschickt lanciertes Kunstprodukt, das dazu dient die Arbeitnehmerschaft im Trott und in der Spur zu halten:. Gerade am Tegernssee ist es doch mehr als offensichtlich: Schauen Sie sich doch mal um! Nein! Wir hatten keinen Vulkanaubruch, kein Erdbeben, keine Tsunami und auch keinen Krieg! Es ist alles im Überfluß da und es wird sogar gegen Prämie (Abwrackprämie) weggeworfen. Die "Krise" ist nur Politik: Der Abeiter darf auf gar keinen Fall so viel verdienen, dass er darüber nachdenkt am nächsten Tag frei machen zu können. Die Sklaven müssen die "Notwendigkeit" ihres Tuns begreifen und das tun sie nur wenn sie schön knapp gehalten werden. Dann merken sie noch nicht einmal, dass das was sie produzieren a.) keiner wirklich braucht und b.) des überdrüssigen Überflußes wegen weggeworfen wird (wg. Modediktaten, "Technische Neuerungen" oder einfach nur so: 30-40% aller Lebensmittel!) ... und wehe dem, der nicht mitmacht! Grüße von der Hartz-IV-Front von einem, der das Leben auch zu genießen weiß wenn er gerade mal nicht am Tegernsee verweilt.

Was mich bei den Pipers am meisten...

Was mich bei den Pipers am meisten verwundert: merken die wirklich nicht, wie sie sich mit ihrer schranzigen Schuputzerei für die Neoliberalen selber schaden? Was kriegt ein SPONge heute?
Doch sicher kein Äquivalent zu den 1500 Mark garantiert, die Tiziano Terzani vor vierzig Jahren wie ein Königreich vorkamen.

0 Hans-Jürgen Steffens 06.03.2013, 12:13 Uhr

6000 Zeichen? Darf ich mich auch kürzer fassen? ;-)

Der Start ist gut, das Ende blamabel:

"dass so vermutlich auch die Bronzehersteller der frühen Metallzeit argumentierten, als sie Kupfer noch mit dem Schwermetall Arsen legierten. Da sagte man sich auch: Klasse Technik, wir kriegen gute Ergebnisse und Profite. Bis man dann nach gut 2 Jahrhunderten bemerkte, welche Nebenwirkungen...."

Nur die halbe Wahrheit noch dazu die schlechtere Hälfte.

Besuchen Sie einmal das deutsche Museum, dann finden Sie in der Abteilung Metallurgie (ich schildere aus dem Gedächtnis, und vielleicht wurde es in der Zwischenzeit umarrangiert) eine interessante Bemerkung zum Kupfer (sinngemäß): Kupfer ist als Schwermetall eigentlich giftig wurde aber als eines der ersten Metalle verhüttet, so dass die Menschen durch die in der Evolution üblichen Selektionsmechanismen sich an den Gebrauch des Kupfers gewöhnten.

Ich denke, so wird ein Schuh draus, der besser passt....
Denken Sie beim nächsten Gebrauch des Kupfergeschirrs in Ihrer Desgnerküche mal daran.

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eher schlecht geschrieben

den Anfang vom Text finde ich gut! Aber die Argumente mit Gott-dingen und anschließend die persönliche Verfärbung finde ich eher beschränkt und abstoßend!

5 Exilbayer 06.03.2013, 13:53 Uhr

Süddeutsche Usancen

Bei der SZ gefiel mir immer schon der bizarre Spagat zwischen linksliberal-sozialem Kultur- und Gesellschaftsteil oder SZ-Magazin oder JETZT, und der Wirtschaftsredaktion, wo im Stil der Prawda die neoliberale Ideologie die einzige Wahrheit ist. Und dann frag ich mich immer, ob die SZ-Leser vielleicht selbst auch so schizophren sind, das Geld bei Goldman-Sachs oder in einem Nahrungsmittelspekulationsfonds auf den Caymans oder in Luxemburg gebunkert, die SPD und die Grünen wegen Schröder oder Oswald Metzger (heute CDU) gewählt. Aber dann in Hipsterkleidung auf irgendsoeiner gesellschaftskritischen Galerieeröffnung rumstehen und über Vegetarismus bei Hartz4-Empfängern oder fair produzierte Lederpeitschen herumphilosophieren und irgendein Umdenken einfordern, oder so.

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So unbedingt möchte ich nicht in die Tristesse

der Berge.
Verzicht und Bescheidenheit sind aus der Mode, aber sie helfen ungemein.
Denn: Wer sich der Logik des Geldes verschreibt, stellt immer fest: Es ist nie genug...

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o.T.

Der Link funzt nicht: "Ikea wirklich quersubventioniert ist"
...oder?

0 Don Alphonso 06.03.2013, 20:45 Uhr

Kann mal bitte jemand unter diesem Kommentar

einen Testkommentar eingeben und schauen, wie lange es dauert, bis die Seite dann wieder fertig aufgebaut ist, und das dann nochmal kommentieren? Bei mir hängt nämlich Javascript und doubleclick, und es dauert 20 Sekunden. Was ziemlich viel ist.

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whatnot

ergebnis:
wp-comments-post.php: 997ms
2.47 sekunden (onload: 3.08 sekunden)

0 colorcraze 06.03.2013, 23:47 Uhr

also das ging jetzt zack-zack

unmittelbar nach abschicken erschien das Fensterchen.
Absolut nix mit langem Gedödel.

0 Schrottplatzkatze 07.03.2013, 09:16 Uhr

Testkommentar

und acht Sekunden zum kompletten Seitenaufbau

6 Veil of ignorance 07.03.2013, 13:12 Uhr

Wer Menschheit sagt, der will betrügen

Homo oeconomicus ist doch auch nur Neusprech für Jude

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Quantitatively Easier

Ha ha - Dr. Strangemoney ? - Ich habe mir gerade das Onlineangebot hier angesehen: Nach nicht unerheblichem Gewürge wurde der inländische 'Armutsbericht' vorgestellt. Beruhigend auch: "Die Notenbanker wissen jetzt, wie reich oder arm die Menschen im Währungsraum sind. Die Daten liegen längst vor, in einigen Ländern - etwa in Italien, Spanien und Österreich - sind sie auch schon veröffentlicht. Nachzügler ist die Bundesbank, die ihren Bericht in einigen Wochen vorstellen will". Der Median, also der Wert für den die Hälfte der inländischen Mitmenschen reicher und die andere ärmer ist, sei für Deutschland „Politisch zu brisant“.

Das Vermögen des 5. Zehntels der 'Achtzigmillionen' betrage allerdings 113 Mrd EUR, das des 6. Zehntels 265 Mrd. Doch (113*10^9)/(8*10^6) bzw. (265*10^9)/(8*10^6) ergibt für den Median (pro Kopf) irgendetwas zwischen 14.125 und 33.125 Euro. Das sieht mir jedoch nicht wirklich nach viel aus, sind die Angaben der Zehntelvermögen also pro 'Privathaushalt' ? - "Der Medianwert der privaten Vermögen betrug etwa in Italien im Jahr 2010 rund 164.000 Euro", was jedem Kenner Norditaliens auch einleuchtet. Werden hier also Äpfel mit Birnen verglichen ? Gleichzeitig will man mir erklären, ich sei gegenüber 1991 'statistisch' heute (10854/4783), also 2,3 mal so vermögend.

P.S.: Ja, der Teehändler kommt auch mir seltsam vor.

0 E.R Binvonhier 07.03.2013, 15:46 Uhr

O.T.

Herrn Schirrmachers Buechern haftet der Nachteil an,
dass ihr Autor durch und durch Jounalist ist und sich der
Quellen wie ein Journalist bedient und - naja - auswaehlt.

0 Jürgen Braun 07.03.2013, 20:21 Uhr

arsen für die lunge - das war klasse

kann man sich auch unter die fußsohlen schmieren, zu den tbc-bakterien - das macht einen giftigen gang. oder hinterlässt eine spur doppelter verwüstung. *g*
.
und was ist, wenn der wandelnde armutsbericht einen rodel sieht? (er steigt auf - und fährt hoch) (was sonst?)
.
und das cato-institut empfiehlt sich. für westviertelwerte auch.
.
und fürsprache im wandel der generationen? ("picardie - region agro l'industrie")
.
und thorsten haupt hat oft so atemberaubend recht - genau wie viele trivialprodukte. (wie sich wohl die thorha's des jahres 2048 anhören werden, wenn sie in genau der weise über die gewesene wahrheit in "click-mix-produkten" resümieren werden?) (wir bitten um nachsicht, aber ... .)
.
und wer noch vom euro geld nimmt, handelt unrecht. (vom weisen kleingeld zukünftiger währungen) (denn nur kleines geld hat moral)
.
und @ globalisierung - du musst in der lage sein, deine bedürfnisse stärker zu modifizieren, als die märkte, dann gewinnst du. (lob der angenehmen mieter, mit anderen worten)
.
und ein blutgeruch vom tavor begleitet sie. (wenn tabellettensüchtige staatschefs kriege anordnen) (warum wir für die routinemässige online-stellung aller blutwerte alle zukünftigen staatschefs sind) (vorbeugend, selbstverständlich) (gsci...)
.
und das freie wort kann man nicht in westviertel integrieren. denn das freie wort und gebundes geld stehen immer heimlich konträr. (von den irrtümern, die siebte) (offen sichtlich, *g*)
.
and this blog is still lacking every bit of a genius ( - you bet!, *gg*)
.
und deutschland heute? (es handelt sich noch immer um die auswüchse einer primitiv-verjährten vorform eines adenauer-2.0-deutschands) (die andauernde revival-tour) (hängt den jungen langsam aber sich endlich zum hals heraus.) ("nachkrieg und kein ende") (... mündend in verantwortung!)

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

0 Oachkatzerl 07.03.2013, 20:41 Uhr

Für die Herren Journalisten

Statistisches Bundesamt, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), Geld- und Immobilienvermögen sowie Schulden privater Haushalte am 1.1.2003 und 1.1.2008: Das "durchschnittliche" Nettogesamtvermögen je Haushalt in EUR beträgt 123.000 (1.1.2003), sowie magere 117.600 (1.1.2008). Die jetzt fällige EVS 2013 ist bislang noch nicht erhoben, 'wie gerufen' kommt da vermutlich die Veröffentlichung des Armutsberichts noch vor der kommenden Aufnahme der Koalition im September 2013.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.