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Bella Italia in Bewegung

22.05.2013, 15:03 Uhr  ·  Schönheit allein reicht nicht, und es darf auch laut, vulgär und patiniert sein: Erst die Bewegung macht Menschen, alte Automobile und ein ganzes Land so verführerisch, dass man auch über die gröbsten Fehler und Zweifel hinwegsieht.

Von

 Senti Italiano vo’darti moglie
Rossini, Die Italienerin in Algier

Sag mal,, sagte die meine Italienpassion nicht teilende I., als sie meine Bilder aus Italien gesehen hatte. Die Italienerin an sich, sagte sie etwas abschätzig, ist jetzt aber nicht wirklich rasend schön. Ich sah noch keine Isabella Rosselini auf Deinen Bildern, die sind manchmal schon etwas vulgär oder billig angezogen, die Mädchen sind schlampig wie in Berlin und die Schuhe der Damen sind wirklich peinlich mit diesen Absätzen. Und dann ist bei den Bildern aus dem Cafe in Mantua immer diese entsetzlihe deutsche Billigparfümerie im Bild, wie in Zwickau: Ich dachte, dass die Italienerin mehr auf sich achtet.

In solchen Momenten kann man gleichzeitig als Freund und Italienliebhaber eigentlich keine richtige Antwort geben. Verteidigt man ritterlich die Italienerin als solche, fragt sich die gepflegte, bessere Tochter, warum sie so viel Mühe auf ihr Aussehen verwendet, wenn der Bekannte auch Turnschuhmädchen und überdrehte Alte mit Dalmatinerpunkthigheels in seinem Blog herzeigt, und das auch noch toll findet. Da könnte sie es ja auch gleich bleiben lassen. Auf der anderen Seite mache ich so etwas tatsächlich nur in Italien; in Deutschland habe ich überhaupt keine Lust auf die Darstellung von Menschen in Alltagssituationen. Und natürlich hat die I. recht: Nach den formalen Kriterien, denen auch viele Italienerinnen ebenso krampfhaft wie sinnlos nachzueifern versuchen, weil die normale Italienerin halt kein Supermodell ist und auch nie werden wird, sieht Schönheit so wie in den Magazinen oder wie die Telegattas in Berlusconis Schmierensendern aus. Aber möchte man das so sagen?

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Statt dessen sage ich dann, dass man nicht nach den Bildern gehen kann und darf. Bilder frieren Augenblicke fest, Bilder sind erstarrte Posen, Bildern fehlt die zeitliche Tiefe, sie erzählen die Geschichte eines Moments, und wenn der schön sein soll, dann muss man sich in Pose stellen und auf sich achten. Was aber die Italienerin schön macht, zumindest in meinen Augen, ist nicht nur der Moment, sondern die Bewegung. Sobald das Bild nicht mehr statisch ist, sobald die Italienerin ihren Gang, ihre Gestik, ihre Mimik einsetzen kann, wird alles anders. Das Bild wird ihr, wie auch die manchmal sehr bissige die I., nicht gerecht, das gibt die Möglichkeit, nach Fehlern zu suchen, und man wird da, wie immer in Italien, schnell fündig. Aber in Bewegung! Im Verfallen von der einen Pose in die nächste, da hat man gar keine Zeit mehr, genau hinzuschauen. Aber ich finde das dann schön.

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Und so ist es auch mit der Mille Miglia (Teil 1 mit dem Start hier, Teil 2 mit den äh dynamischen Bewegungen hier). Es gibt gute, sehr gute Gründe, warum man die Natur nicht mit ungefilterten Abgasen belasten sollte. Es gibt gute Gründe, sein Geld in etwas anderes zu investieren, als ein paar tausend Euro an einem Wochenende für eine Rundfahrt zu verprassen. Es gibt gute Gründe, warum man diese öltriefenden Kisten nicht mit Vollgas durch den Stadtverkehr preschen und rote Ampeln ignorieren lassen sollte. Und wenn man ehrlich ist, und sich ein wenig vor der wahren Grösse des mittelalterlichen Siena klein gefühlt hat, vor der Geschichte und Kultur, dann sind das nur ein paar alte, stinkende Droschken ohne Motor und, auf lange Sicht, auch ohne historische Relevanz. Auf 1600 Kilometer rauscht die Mille Miglia an Kulturdenkmälern, Naturschönheiten, Museen und Palästen vorbei, nichts wird besichtigt, nie bleibt man stehen, immer ist man in Bewegung: Zum Glück ist es Überland nicht so hektisch, und in Siena muss man im Zeichen der Schnecke durch die Gassen kriechen, bis man auf dem Campo ist.

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In der Toskana ist die Mille Miglia am schönsten, weil sie nicht rast, sondern wie eine Italinerin in Bewegung ist. Das Licht in Siena am Mittag ist fast surreal, und die Antwort auf die Frage, warum man das macht, findet man auch im Zweifel stets hier. Natürlich habe ich auch Zweifel, denn diese Ausfahrt erscheint mir, wenn sie in den Städten ankommt, wie ein Requiem auf die Mobilität, um sie herum die Leichen der modernen Autoindustrie in Grau, Silber und Schwarz, und dann kracht ein bunter, lauter, obszöner Blitz hindurch, der Dies Irae, die Erinnerung an die Zeiten, als Autofahren noch lebensgefährliche Freiheit war, und nicht die Suche nach einem Parkplatz und die Auswahl eines Navigationsgerätes. Die Mille Miglia hat damit nichts zu tun; sie ist so zeitgemäss wie die Contraden in Siena, das Pferderennen auf dem Campo, ein analoges Objektiv oder was auch sonst immer die Angriffe der alles gleich und gleich schön machenden Ordnung des globalen Kapitalismus zu überleben in der Lage ist. Oft überlebt nicht das Gute, sondern auch das Schlechte oder, wie die Mille Miglia, das Ambivalente.

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Sie ist eine Erinnerung, die man vermutlich in den Menschen ausmeisseln muss, um all die Geräte zu verkaufen, mit denen sich die Moderne in Italien und Europa in eine ungewisse Zukunft schleppt. Es sind Relikte aus einer Zeit, da man sich keine Fragen um die Zukunft der Mobilität stellte, weil man ohnehin nicht wusste, ob man das Rennen überlebt. Aber wenn das Rennen dann zur Landpartie wird, durch Siena am Mittag oder über die abgelegenen Landstrassen, dann ist das alles sehr bei sich und in Bewegung schön. Mehr nicht, aber das ist ja auch ganz angenehm.

(Den Anfang dieses Beitrags habe ich vor einem Jahr geschrieben, unmittelbar nach der Heimreise eines zweimonatigen Aufenthaltes, als Abschluss für die Serie „Bella Italia“, die damals in der FAZ abgedruckt wurde. Ich war so etwa zur Hälfte damit fertig, als ich Mails von meinen Freunden aus Italien bekam, dass es dort gekracht hat: Das grosse Erdbeben von 2012. Ein Beitrag über italienische Bewegungen in Zeiten des Terremoto ist vielleicht nicht die beste Sache, also blieb der Beitrag unfertig. Statt dessen warf ich meine Koffer ins Auto, fuhr zurück und schrieb, was ich sah, hörte und fühlte; seitdem bin ich etwas vorsichtig mit Formulierungen wie „die Erde bebt“ oder „erschüttert die Wände“. In den nächsten Tagen erscheint in der gedruckten FAZ ein grösserer Beitrag über den aktuellen Stand der Dinge, der eher nur so mittelerfreulich ist. Italien steckt tief in der Krise, für 58 dringende Notfälle gefährdeter Bauten hat die Region Mantua – immerhin eine reiche Region mit dem Status eines Weltkulturerbes – nur lumpige 4 Millionen Euro zur Verfügung. Man hat wenigstens die Hoffnung, dass das grosse Beben nun vorbei ist, und deshalb habe ich jetzt, ein Jahr später, den halbfertigen Beitrag umgearbeitet und hier eingebaut, damit die Geschichte weitergeht.)

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (65)
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1 Prinzessin auf der Erbse 22.05.2013, 15:10 Uhr

Die Information über einen Blogbeitrag kommt...

Die Information über einen Blogbeitrag kommt wieder per Mail. Es geht aufwärts!

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Oh

ist das schön dort. Bei der Landschaft können die paar alten Töfftöffs nicht viel anrichten. Dieser Fernblick!

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2 E.R.Langen 22.05.2013, 16:05 Uhr

off topic(ture)

Frau Merkel hat Herrn De Maizière ihr vollstes Vertrauen ausgesprochen. Armer Kerl, nun muss er fort. Allerdings - gutbezahlt. Weinen wir also nur leise... (und ein wenig auch um die verbrannnten Steuermillionen).
.
Ansonsten: bitte mehr von der MM! Das ist bravourös!

Antworten (4) auf diese Lesermeinung

8 Der Tiger 22.05.2013, 16:10 Uhr

Über die Beweglichkeit der Italiener

Sehr geehrter Don!
Ihrer charmanten Beschreibung der Italienerin, möchte ich meine Bewunderung für die Italiener hinzufügen. Sie können mit dem größten Chaos umgehen, weil sie immer in Bewegung bleiben. Wir Deutschen machen einen Plan und dann bleiben wir bei dem Plan – egal was passiert oder wie unnütz der Plan wird. Bestenfalls haben wir Mutti, die einfach den Minus-Plan macht, das heißt, wie vorher, aber umgekehrt. Die Italiener, die ich bewundern gelernt habe, kamen ständig mit neuen Ideen. Im Gegensatz zu einem deutschen Manager haben sie sich überhaupt nicht geniert, am Montag etwas ganz anderes vorzuschlagen als das, was sie am Freitag für richtig hielten. Am Wochenende ist ihnen halt was eingefallen. Man denkt, man hat sie von etwas überzeugt, setzt sich bequem zur Ruhe – und wupps, kommen sie mit einem neuen Vorschlag. Und weil man faul war und sich nicht darauf gewappnet hat, ist man ihnen ausgeliefert.

Antworten (7) auf diese Lesermeinung

4 Der Tiger 22.05.2013, 16:45 Uhr

Von der Eroberung von Italienern

Ich weiß zwar nicht wie man bewegliche Italienerinnen erobert, aber ich weiß, wie man mit den Männern aus diesem Land umgeht: Man überlegt sich selbst jeden Tag eine neue Idee. Damit ist man seinen italienischen Bossen immer schon einen Schritt voraus.

2 H-Kennzeichen-Fahrer 22.05.2013, 17:34 Uhr

Tolle Bilder

Tolle stimmungsvolle Bilder (mein Favorit: das allerletzte Bild). Aber gibt es wirklich keine Katzen mehr in Italien ???

Antworten (3) auf diese Lesermeinung

Die größte Enttäuschung über die...

Die größte Enttäuschung über die Italienerinnen erlebte ich in der U-Bahn von Rom. Als nämlich eine wunderschöne Dame zu mir aufblickte... mir dann Ihren Sitzplatz anbot. Zum ersten mal fühlte ich mich alt.

4 Köstlich 22.05.2013, 20:30 Uhr

@H-Kennzeichen-Fahrer: Keine Katzen mehr in...

@H-Kennzeichen-Fahrer: Keine Katzen mehr in Italien ?
.
Nun, ich kann sagen, dass ich vorgestern in einem Bordmagazin der Air Dolomiti (oder wars doch das der Lufthansa?) ein Bild von P Cruz in rotem Kleid bei Nacht umschlichen von etwa ein Dutzend schwarzen Katzen gesehen habe.
.
Die C ist sonst nicht mein Typ, aber das Bild hatte was.

Antworten (3) auf diese Lesermeinung

hans

"Das Licht in Siena am Mittag ist fast surreal"
Und das von einem, der angeblich keinen Alk anrührt.
Wohl zu lange am Auspuff des Vordermanns geschnüffelt.
Da erhält das Wort Bollerwagen eine völlig neue Bedeutung.
Wie sangen früher die bösen Buben von der Grundschule: Caterina Valente hat nen ... wie ne Ente ... und erst der Po von der Lollo...

3 Köstlich 22.05.2013, 20:55 Uhr

Darf in Italien Olivenöl bald auch nur noch von einem EU-Beamten am Tisch ausgeschenkt werden?

Noch sind wir nicht so weit.
.
Der gerade präsentierte Unsinn aus der Bürokratenhauptstadt wird nur die grossen Olivenölvermarkter freuen.
.
Wie immer: Lukrative Lobbyarbeit als Verbraucherschutz getarnt.

1 Don Ferrando 22.05.2013, 21:35 Uhr

Am Samstag saß ich in meinem Lieblings Café...

Am Samstag saß ich in meinem Lieblings Café und beobachtete die Menschen und erfreute mich an den Gesten, der Mimik, der Bewegung.
Und wenn ich wieder in Deutschland bin, freue ich mich immer über Ihre Bilder, die genauso dies so schön einfangen. Dann tauchen vorbmeinem geistigen Auge auch wieder die bewegten Bilder auf und ich freue mich schon auf den nächsten Italienaufenthalt.
Danke für die Bilder und auch Texte aus Italien.

Schönheit allein...

...doch wie sieht es denn mit den kulinarischen Offenbarungen aus, die nun gerade diese Region Italiens in so angenehmer Weise verführerisch macht. Dies kommt bei all dem Benzin, Lärm und Blech etwas zu kurz, geschätzter Don. Ich denke hier an ein Bistecca Florentina mit einem schönen Brunello - passend zu den Springenden Pferden?! Und all die Pasta und Olivenöl, handgedengelten Käse...Ach, bella italia.

Tolle Bilder.

Zweifeln kann nur, der für das Schöne nicht taugt.

1 Frundsberg 22.05.2013, 23:18 Uhr

Den südlichen Nachbarn fehlt leider auch...

Den südlichen Nachbarn fehlt leider auch immer das "nos sunt". Der Gemeinsinn ist dort noch genauso rudimentär ausgeprägt wie zur Zeit des letzten magister militum namens Odoaker. Kopf in den Sand und es wird schon. Italiker können: nette Plünnen, Schuhe und Autos herstellen. Regieren - impossibile. Da ist mir "Mutti" dann doch lieber. Sic.

Das Licht in Siena am Mittag ist fast...

Das Licht in Siena am Mittag ist fast surreal....

eine noch surrealere vorstellung bei dem wetter in frankfurt. heute. merci für die reminiszenz-aufwachen. das licht in siena schien damals wirklich so unwirklich.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

Schöne Bilder,

schöne Bewegungen, schöne Prosa! Endlich fließt es wieder. Auguri!
E.R. Langen: Sie brauchen dringend Urlaub!

Antworten (9) auf diese Lesermeinung

1 Don Alphonso 23.05.2013, 10:10 Uhr

Aus gegebenem Anlass: Wenn ich einen...

Aus gegebenem Anlass: Wenn ich einen Kommentar lösche (was ich gerade nach einiger Daueranfieserei getan habe), dann ist er lediglich weg. Wenn ich das aber mache, indem ich ihn zu Spam erkläre. landet alles in Zukunft im Spam, von dieser Person. Ich würde es also nicht zu weit treiben, sonst schreibt man ausschliesslich für die Mülltonne, ohne dass ich es auch nur sehe.

Antworten (6) auf diese Lesermeinung

1 Köstlich 23.05.2013, 19:15 Uhr

Der Gemeinsinn des Italieners endet an der Familiengrenze

Lieber Frundsberg, der Gemeinsinn der Italiener ist sehr ausgeprägt, so lange es in der Familie bleibt. Deshalb genügt ja auch ein einziger Beamter in Italien, um eine Sippe von 12 so irgendwie durchs Leben zu schaukeln.
.
Wichtig ist, dass ein Familienmitglied ein regelmässiges Einkommen hat und der Beamte / die Beamtin steht dort im Ansehen ganz weit oben. Was die tun ist egal, Hauptsache die Uniform ist fesch und das Geld pünktlich am Konto.
.
Der Rest der Familie kann sich dann ganz entspannt den allfälligen Nebentätigkeiten hingeben. Mutti geht auf den Markt. Omi betreut die Kinder, Opa sitzt im Cafe oder am Glücksspielautomaten. Das Töchterchen zupft Wimpern oder Kapern. Der Sohnemann schraubt an Papas Auto oder seiner Vespa. Der Schwager baut kräftig mit am Haus, wenn mal Geld übrig ist.
.
Und keiner hat das Gefühl arbeits- oder nutzlos zu sein ... zumindest unten im Süden.

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0 Sterngucker 24.05.2013, 09:53 Uhr

Einfach schön.

Mille grazie, Don.

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

Sehr geehrter Don Alphonso; ich würde mich...

Sehr geehrter Don Alphonso;
ich würde mich freuen von Ihnen erfahren zu können um welchen Fahrzeugtyp es sich bei Bild Nr. 10 im zweiten Block handelt?

und falls Sie noch keine zeit hatten nach einen WordPress Bild Galerie- plugin zu suchen: das flipping book arbeitet prima.

httpx://wordpress.org/plugins/page-flip-image-gallery/

Besten Dank für die tollen Bilder,
WoDie

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

0 Yes_we_jam_ 24.05.2013, 19:52 Uhr

Schöne Bilder! Schöne Frauen?

Kompliment und ein Dankeschön für die Aufnahmen.
Was die Damen betrifft, so sehe ich hier nur extrem leger gekeidete Touristinnen (gilt auch fast durchgängig für die Herren) - und wohl eher nicht italienischer Herkunft. Da siegt das Praktische. Und so sieht es auch aus. Die wenigen schönen Frauen, die sitzen in den Autos, was aber vermutlich andere Gründe hat.

0 Frundsberg 25.05.2013, 18:38 Uhr

Bei den gegenwärtigen Wetterkapriolen in...

Bei den gegenwärtigen Wetterkapriolen in teutschen Landen kann ich die Leidenschaft Euer Liebden für Bella Italia zum Teil nachverfolgen. Ein italienisches Auto würde diese Widrigkeiten hierzulande ja noch mitmachen (ich liebe Alfa & Co. !) - aber auch eine 'Bella Donna' ?

0 Dieter Spethmann 28.05.2013, 16:42 Uhr

Wie sagt man doch: "Vergangenheit kann nur in der Gegenwart leben"

Wer Historie liebt und den linken Niederrhein durch die historische Brille sieht, der sieht 2000 Jahre altes römisches Erbe bis nach Xanten, auf dessen Werften damals Nordsee-gängige Boote gebaut wurden. Ich bin also nicht fixiert auf Bismarck, der gesagt haben soll, "die Italiener hätten einen Krieg noch nie auf derselben Seite beendet, auf der sie ihn begonnen hatten." Die Christianisierung des Niederrheins kam übrigens von Irland und nicht aus Rom.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.