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Wie viele arm und wenige reich bleiben

31.05.2013, 23:45 Uhr  ·  Der Deutschen liebste Kinder sind Autos, Urlaub und Selbstmitleid, und seitdem andere Europäer reicher erscheinen, fehlt es nicht an Wehklagen, wie man das ändern könnte. Ganz einfach: Man müsste das Vermögen anderen wegnehmen.

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Get rich or survive trying

Noch immer schwappen Nachwirkungen der Untersuchung zum Vermögen der Europäer durch die Netzdebatten, noch immer werden ergänzende Studien vorgestellt, und es macht doch den Eindruck, als seien tatsächlich die deutschen Haushalte im Schnitt weitaus weniger mit Vermögen gesegnet, als die Haushalte in Krisenländern. Die politischen Folgen wie der Hass auf andere sind weitreichend, es wird damit für die sog „Alternative für Deutschland“ geworben und wenig danach gefragt, inwieweit das eigentlich mit der Vermögensverteilung im eigenen Land erklärbar ist. Etwa mit extremen Konzentrationsprozessen, und verarmten Schichten.

Dabei ist diese Frage gar nicht so unwichtig, denn insgesamt, da ist man sich einig, haben „die Deutschen“ ein enormes Vermögen. Das wird – unabhängig von dieser viel debattierten EU-Studie – bislang auf ungefähr 5000 Milliarden geschätzt, und pro Haushalt, wenn man das Gebrauchsvermögen – Autos, Tafelsilber, Barockspiegel, Seidenteppiche etc. – herausrechnet, bleiben immer noch angenehme 234.900 Euro übrig. Das ist gar nicht so schlecht. Schlecht ist es erst, wenn man einen Sohn oder eine Tochter aus besserem Hause von der absoluten Unterkante der Oberschicht nimmt, ihr Vermögen zusammenrechnet, das sie als Alleinstehende besitzen, und zumindest das ganz schnell in den Bereich von einer halben Million vorstösst. Und das heisst, brutal gesagt: Auf jeden dieser Fälle, die das täglich Brot dieses Blogs sind, kommen zwei Haushalte mit mehr als 2 Personen, die nur 117.000 Euro besitzen.

Und für jeden Submultimillionär mit 2 Millionen – was heute in den Zeiten von Monti wirklich nicht mehr viel ist – gibt es 8 Haushalte, die gar nichts haben. Man kann das Spiel im nationalen Rahmen beliebig oft spielen, am Ende bleibt halt die Erkenntnis, dass es wie im durchschnittlich 30 Zentimeter tiefen Fluss ist, in dem der Statistiker ertrinkt: Durchschnitt ist nichts. Verteilung ist alles. Und da ist Deutschland innerhalb der EU nun mal ein krasses Beispiel für eine Entwicklung, gegen die ich mich hier gefahrlos aussprechen darf: Ich erlebe das nun schon seit Jahrzehnten. Und die anderen bekommen zur Wahl Wohltaten versprochen, die sie danach mit Mehrwertsteuererhöhungen und Autobahnmaut gegenfinanzieren müssen. Die Betroffenen wählen immer irgendwie jene, die das tun, was den Reichen nützt.

(Dass man Mietpreisbremsen mit Löchern ausstatten wird, so gross, dass drei Makler-S-Klassen nebeneinander durchpassen – darauf wette ich übrigens gerne) Wo waren wir… auch so, ja, die Verteilung. Ich glaube, wir müssen die Realitäten betrachten. Es gibt also dieses Vermögen in Deutschland, das nach Geldwert stark und nach Sachwert weniger stark ansteigt, und eben die entsprechende Verteilung auf Reich und nicht auf Arm. In Zeiten der Eurokrise können wir sog. Exportüberschüsse einfach mal vernachlässigen, die in die Rettung ausländischer Banken und Nationen und damit der eigenen Forderungen fliessen. Ich darf hier auch sagen, ich wohne nunmehr seit 6 Jahren am Tegernsee, und der ist auch nicht grösser geworden, es ist also einfach nicht mehr da. Sagen wir der Einfachheit halber also, das bleibt alles so, wie es ist, mit etwas Produktion und Wertschöpfung.

Und nun kommt also jemand auf die Idee, dass er „reicher“ werden will. Also nicht mehr Geld aus den schönen Druckereien bekommt, wie alle anderen auch, sondern insgesamt mehr als der Durchschnitt: Darunter versteht man ja allgemein „reicher werden“. Das geht angesichts des existierenden Vermögens nun mal nur, wenn man entweder in der Lage ist, sich Besitz zu verschaffen, den andere haben, oder eben den Staat darum zu bitten, das für einen zu tun. Kleines Beispiel: Wenn ich die Kosten für einen steueroptimierenden Steuerberater von der Steuer absetzen kann, dann finanziert der Staat teilweise das Drücken meiner Steuerlast – im Bereich des Anlagebetrugs würde man das einen Kickback nennen. Wenn der Staat es aber gemeinerweise nicht einsieht, überdurchschnittliche Bereicherung zu fördern, ist man im besten Fall allein. Oder im schlimmsten Fall bei einem Anlageberater, der die Welt in anwaltsbewehrte Kunden und nichts verstehende Lehmanomas aufteilt.

Der Durchschnitt der Deutschen gehört zur zweiten Kategorie, alles was darunter ist und vieles, sehr vieles, was darüber liegt, denn selbst mit einem verfügbaren Vermögen eines Papiereinzelmillionbesitzers ist man allenfalls Kleinaktionär oder zeichnet Fonds wie jene, die das Hotel Heiligendamm aufbauten, das jetzt gerade zum Spottpreis versteigert wurde. Aber während man in diesem Markt noch ein Eindruck haben kann, mit einer gewissen Grandezza unterzugehen, sind all die Geldvermögen des Durchschnitts schlicht zu klein, um darüber nennenswerte Gewinne zu erzielen. Eine Gruppe von Anlegern, für die man Zertifikate erschaffen hat, die den Banken famose Gewinne bringen, wenn es gut geht, und wenn nicht, trifft es eben die Zertifikatebesitzer oder beim Bailout den Staat, der genauso formschön wie beim Steueroptimieren hilft. Es gibt eine ziemlich lange Liste von Anlageformen, die ähnlich wie Zertifikate funktioniert haben, was jetzt angesichts der DAX-Rekorde etwas in Vergessenheit gerät: Die T-Aktie, Infineon, Schifffahrtsfonds, geschlossene Immobilienfonds, Filmfonds, denen auch noch die Steuervorteile gestrichen wurden – man sehe mir das bitte nach, ich empfinde überhaupt kein Mitleid angesichts des Umstandes, dass sich solche Anlagen bewerbende Autoren gerade hartes Brot der Krise essen.

Insofern sind die Leute der Massen, die ihre 20000 Euro mit Rücksicht auf unvorhergesehene Ausgaben auf dem Konto lassen und dafür zähneknirschend die Geldentwertung in Kauf nehmen, nicht etwa dumm oder falsch beraten: Es gibt für ihre Lebensumstände wenig sinnvolle Alternativen. Wollte man daran etwas ändern, müsste man in Deutschland die Gesetze im Bereich des Anlagebetrugs drastisch erweitern und verschärfen, man bräuchte eine wirksame Finanzmarktaufsicht, man müsste den Sumpf des grauen Kapitalmarkts austrocknen und viele Dinge tun, die noch schwieriger sind, als die Mietpreisentwicklung in München zu stoppen: Aber selbst dann bliebe die Frage, wie dadurch umverteilt werden soll.

Und daran glaube ich einfach nicht. Bei uns am See knn das keiner wollen. Es müsste irgendein marktwirtschaftliches Instrument geben, das das Vermögen dort holt, wo es in Deutschland in grossen Mengen ist – also bei den Vermögenden des Landes – und dorthin bringt, wo es über all die Jahre abgezogen wurde. Das Instrument müsste in der Lage sein, die staatlich erlaubte Umverteilung umzudrehen, und es sollte sich dabei nicht um Kidnapping oder räuberische Erpressung handeln. Es müsste irgendetwas sein, dem die Menschen ausserdem nach all den Reinfällen wieder glauben. Dass der DAX heute steigt und morgen beim Fall angeblich wieder Milliardenwerte vernichtet werden, haben sie vermutlich inzwischen so weit verstanden, dass sie, soweit möglich, lieber Stein und Ziegel kaufen. Das macht sie vielleicht noch nicht reich an dem Papier, das gedruckt wird, aber es gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit, und sie müssen sich nicht dauernd Sorgen machen, welchen falschen Versprechungen sie diesmal aufgesessen sind.

Jeder kann arm bleiben.
Jeder kann ärmer werden.
Aber nicht jeder kann reich werden.

Klingt fies, hat aber den Vorteil, dass ich auch weiterhin niemanden als Nachbarn begrüssen muss, der an das glaubt, was er in Finanzdingen schreibt, und seine dürftigen Mittel entsprechend anlegt.

HINWEIS:

Hier geplagt von anhaltenden Unzulänglichkeiten darf ich Sie auch im Kommentarblog begrüssen und viel Spass beim Debattieren wünschen.

 

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (97)
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18 Tyler Durden Volland 01.06.2013, 04:05 Uhr

Ja, kein Zweifel, genau so ist es !

Der Kernsatz steht gleich ziemlich am Anfang:

"Die Betroffenen wählen immer irgendwie jene, die das tun, was den Reichen nützt."

Und genau deswegen gibt es auch keinen Grund darin irgend ein Problem zu sehen. Natürlich lügen und manipulieren die Medien die Massen aufs Dreckigste, aber... in der real existierenden Welt sind Ausreden völlig uninteressant. Man machte es, oder man macht es halt nicht. Punkt.

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18 Don Pepe 01.06.2013, 06:40 Uhr

Werte

Estimado Don Alphonso

Reicher werden um den Nachbarn auszustechen treibt ja irgendwie die Wirtschaft an und eine gewisse Verteilung finded statt. Manch einer findet Wege Gesetze und Regeln zu umgehen. In einer Demokratie hat man die Möglichkeit etwas daran zu ändern. Sich Gestzesbrechern zu wiedersetzen aber birgt Gefahren, wenn dies auf einer Chefetage passiert verlieren Sie Ihren Job, auch wenn Sie der Beste sind und nach Ihrem Rausschmiss die Gewinne deutlich nach unten gehen. Mann kann das mehrmals wiederholen weil man glaubt einfach Pech gehabt zu haben. Es ist also geboten aufzuhäufen so gut es geht und sich doch irgendwie treu bleiben.

Es bedarf jedoch viel Kraft, Kraft die man immer wieder versucht zu erneuern. Man liesst dann dies und das und auch die FAZ. Ein Blogbesuch ist auch ganz schön unter zivilisierten Leuten.
"Diskutieren Sie mit!" Ein "Gastauftritt" ist sogar erwünscht. Die Tür erscheint offen, kein Rausschmeisser der darauf achtet das man den Laden nicht als Kritiker betritt?

Sich materiell zu verbessern zu wollen ist legitim und wünschenswert da es den Wirtschaftskreislauf fördert. Die meisten Menschen wünschen sich das es irgendwie gerecht zu geht. Viele bemühen sich dass dies auch geschieht. Journalisten tragen sehr viel dazu bei, einschliesslich die FAZ selbstverständlich. Ich weiss, da ich sie seit vielen Jahrzehnten lese.
Werte werden hier hochgehalten. Man investiert in diese Werte indem man dieses Produkt kauft und weiterempfehlt. Ein gewisser Wohlfühlfaktor etabliert sich den man nicht gerne wiederher gibt. Dazu gehört dann auch Verantwortung zu übernehmen wen etwas schief geht. Man sucht sich dann den Schuldigen und "knallt ihm Eine", na ja, im übertragenen Sinne. Der sagt auch ganz net mea culpa, und macht dann aber weiter wie zuvor. Es handelt sich um Ihren Blog Nachbarn der hier die Werte hochhält und gleichzeitig vernichtet. Nennen wir ihn Don Hänschen. Obwohl ein Don an einer britischen Universität er wohl nicht ist, er ist lediglich Professor an einer amerikanischen. Man könnte auch sagen das er "gumption" hat. Was Sie zu seinem Namen führt. Genug der Wortklauberei.

Ich wünsche Ihnen viele Kommentare, Don Hänschen wiederum wünscht sich keine, er verbietet sie. Sie sagen: Diskutieren Sie mit! Er sagt: Es kann nicht mehr kommentiert werden. Das "mehr" ist eine Lüge! Es konnte noch nie kommentiert werden.

In Finanzdingen, Don Alphonso, sind wir abhängig von guten Kontroleuren und Auditoren der entsprechenden bekannten Firmen die ich wiederum von innen kenne. Damit der Kreislauf des Geldes wirklich funktioniert bedarf es mutigerer Menschen die die Wahrheit ans Licht des Tages bringen. Fördern Sie also Whistleblower, wenn immer Sie können!

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31 Mad Manninger 01.06.2013, 06:51 Uhr

Meister , geh uns voran !!

Senk deinen Mietern die Miete !
Verhöker die Barchetta und lauf zu Fuß !
Stell alle Silberkännchen bei Ebaj ein !
Verteil diese Erlöse an die Minderbemittelten !
Hör auf,die gehässigen Kommentare der Armen zu löschen !

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hans

Ist das gehäufte Gesabbel von einem Mundwinkel-nach-unten-Verzieher vor Sparkassen und Landesleihbanken sowie Anwaltsfirmen gegen Bares noch kickback wie beim Anlagebetrug oder schon das Anfüttern eines potentiell Drogensüchtigen?

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32 Peter Keul 01.06.2013, 10:34 Uhr

Kein Zweifel, viel Nebel und ein Fünkchen Wahrheit

Wie so viel Statistik sind auch diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen, Don. So ist z. B. allein der Rechtsanspruch auf Hartz 4 schätzungsweise 360 000.- € wert. Soviel Vermögen brauche ich, um die durchschnittliche Rendite von Jährlich 7200 bei 2% Zinsen zu erzielen. Ihre postkommunistischen Vorschläge sind zwar romantisch, leiden allerdings am Mangel der Undurchführbarkeit. So wie dem ganzen Sozialismus dieser Mangel innewohnt. Gleichwohl wird er gerade mal wieder modern. Es verhält sich mit dem Sozialismus wie mit Rauschgift und Alkohol. Man hat ein gutes Gefühl, das mit der Realität nichts zu tun hat.

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11 DonHänschenhatsgetan 01.06.2013, 19:28 Uhr

Der Ferrari-Restaurator hat gewhistlet...

...und darf seither die Forensik in Bayreuth von innen betrachten.
Als Filmempfehlung:
http://www.swr.de/report/mollath-und-das-schwarzgeld/-/id=233454/nid=233454/did=11274574/1oe4m41/index.html

Für die Ängstlichen: so sollte man es nicht machen.
Für die Geldverstecksuchenden: man muß in andere Richtungen denken.
Für die Skrupellosen: Hähä.
Den Aufrechten: gewidmet!
Von Juristen erklärt:
http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/05/26/der-fall-mollath-eine-hangepartie/

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Es ist doch alles in Ordnung

Umverteilung, etwa unverschämterweise von oben nach unten, wird es wohl so schnell nicht geben hierzulande, ausser vielleicht ein paar Häppchen jetzt zu den Wahlen - aber sicher ist das ja noch nicht. Tatsächlich bräuchten wir eine Menge vom Geiste Sankt Martins, Sie wissen schon, jener, der mit einem Bettler seinen Mantel teilte. Aber der Mainstream sieht anders aus, insbesondere. seit Maggi Thatcher, Milton Friedman mit seinen Chicago-Boys, und schliesslich seit der Ex-Kanzler als Trojanisches Pferd eines knallharten Neoliberalismus den Zeitgeist geprägt haben. Das grundlegende Problem ist doch: Die Volksmasse akzeptiert es, spielt mit, zockt mit.........und erfreut sich einer Mutti als Kanzlerin. Es ist also alles in Ordnung.

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2 E.R.Binvonhier 02.06.2013, 09:27 Uhr

Ist die Umverteilung

Und die Frage wieviele Arme und Reiche tatsächlich ein Problem, oder wieder nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Akademiker.
Konkret gefragt welche realen Erfahrungen mit Wirtschaft und Arbeitswelt macht ein Akademiker
außerhalb seiner eigenen Welt, die über Dienstleistungen persönlicher Art hinausgehen und
Können davon ganze Völker existieren?
.

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Heilgendamm

Hier ist ein Beweis wie "dumm "das Geld ist.

Las Vegas war auch eine Fehlinvestion bis die Mafia sich der Sache angenommen hat.

Man kann also etwas "in den Sand setzen" solange man eine massgeschneiderte Loesung doch noch irgendwie findet.

Sand ist in diesem Fall ein Schluesselwort. Aber wo ist das Meer?

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12 Robert dCZ 02.06.2013, 21:32 Uhr

weltfremd

Wenn die Regierung nicht versuchen wuerde umzuverteilen, und wenn wir nicht Millionenheere von Politikern und Aparatchicks durchfuettern muessten, dann haette der Mittelstand mehr als genug allen mehr zu geben - und wuerden dies wahrscheinlich auch durch groessere Ausgaben tun.
Da jedoch das ganze System mitlerwiele Reichenfeindlich ist und die Medien immer mehr zur Volksverbloedung beitragen, setzt sich der Mittelstand zunehmend ins Ausland ab. Wenn die wahren Produzenten von Wachstum und Wohlstand aufgeben oder abwandern, dann wundern sich die Medien woher es soviele Arme geben kann.
Eine funktionierende Wirtschaft ist eben kein Nullsummenspiel. Um das daraus zu machen braucht man sozial-liberale Politiker und Medienfachleute.

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2 grauenvoll 02.06.2013, 21:52 Uhr

zinsen mal minus eins

Wie wäre es denn damit:
Ab sofort gilt: alle Zinsen werden mal minus eins gerechnet. Wer Vermögen hat, muß Zinsen zahlen, wer Schulden hat, erhält Zinsen. Das würde die ganze Angelegenheit doch wieder ins Lot bringen.

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6 Christian Faust 02.06.2013, 22:55 Uhr

Destruktivität der Zinswirtschaft fördert wachsende Arm/Reich Divergenz

Eine wesentliche Rolle bei der fortschreitenden Divergenz zwischen Reich und Arm spielt das exponentielle Wachstum des mit Zinseszins verzinsten Geldvermögens, dass nur dadurch erbracht werden kann, dass immer mehr Schuldner (inkl. Staat) Schuldendienst für immer mehr weniger Zinsgewinner erbringen. Eine genaue Analyse dazu präsentiert Professor Send aus Berlin, siehe z.B. http://www.youtube.com/watch?v=U5hXa1MYGOg bzw. http://www.berndsenf.de/

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5 PaulePanter 02.06.2013, 23:32 Uhr

Irgendein Mechanismus...... und weitertraeumen.....

Es gibt zwischen ganz unten und ganz oben noch eine "Schicht" - die Wassertraeger, die im vorauseilendem Gehorsam den Rahmen schaffen, in dem die Ausbeutung von ganz unten funktioniert, und duerfen dafuer am Kuchen (etwas) teilhaben. Diese Schicht ist breit, und aus Angst vor dem Absturz selten bereit, den Mund aufzumachen. Weil naemlich direkt die eigene Karriere, und damit der eigene Zugriff beendet waere. Diese Schicht hat taeglich Angst, und dort kann es sich keiner leisten den Mund aufzumachen, mangels finanzieller Alternativen.

Aus eigener Erfahrung - Rueckgrat und Zivilcourage sind Luxusgueter, die sich die wenigsten heute noch leisten koennen.

Und die Wassertraeger (WT) gestalten den Maschinenraum, sorgen z.B. dafuer, dass die ernsthaft steuerpruefenden Beamten im Vortaunus im Ruhestand (wg. Krankheit mit ca. 40) verschwinden, weil diese zuu genau hingesehen haben. Diese WT drehen an den Stellschrauben, die langsam, aber sicher die Eigentumsrechte aushebeln. [ob ueber sinnlose Fondsprodukte, ueber Inflation etc]. Und jeder, der ernsthaft etwas aendern wollte, braucht das breitgefaecherte Wissen dieser WT. Nur, jede Aenderung zu mehr Gerechtigkeit zugunsten der breiten Masse ist zum unmittelbaren und direkten Nachteil der WT. Es besteht also keinerlei Interesse zu helfen, die Stellschrauben "gerechter" einzustellen.

Mehr Transparenz mag helfen. Gerade in Deutschland ist die "Vetternwirtschaft" weit verbreitet [Bay. Landtag und Verwandte auf Staatskosten beschaeftigen?], werden kleine Kungeleien von allen toleriert, weil auch viele davon profitieren. Wer findet heute noch ohne die "richtigen" Kontakte einen gutbezahlten Job? Wenige. Und die, die die Jobs haben, muessen "dankbar" sein. Und so beginnt es vom neuen...

Die Mechanismen waeren - nicht ganz einfach, aber machbar - zu schaffen. Nur, solange es den WT ohne besser geht, wird sich nichts aendern. Erst wenn auch diese vom Absturz betroffen sind....

Und eine leicht zynische Schlussbemerkung: man kann von der AfD halten, was man will, und auch ich sehe die Partei kritisch, nur haben die sich genau das auf die Fahnen geschrieben. Einhaltung der Rechtsordnung. Nicht viel, aber ein Anfang.

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6 Tyler Durden Volland 03.06.2013, 02:06 Uhr

Professoren und andere Banker...

Ein Wort zu Herrn Gumprecht… dass es solche Menschen gibt, ist natürlich normal, dass sie Professor werden können sagt nur etwas über Bildungssysteme aus und wie wichtig Staaten die Bildung in der Realität wirklich nehmen….
Ich glaube das eigentliche Problem liegt letztlich darin, dass sich eine „Qualitätszeitung“ wie die FAZ nicht geniert einem solchen „Intellektuellen“ eine Blog-Platz anzubieten und ihm zu erlauben seine Meinungen ohne die Möglichkeit der Widerrede zu verbreiten. Nun ja, wer denken kann, der weiss was dies über die FAZ aussagt, und wer nicht völlig ideologisch fetstgefahren ist, der wird auch seine Schlüsse daraus ziehen. Damit ist wohl alles Nötige zu G gesagt?

Zum Thema hier gibt’s aber heute zwei Nachrichten, die wie die Faust aufs Auge passen. Aus der Website der FAZ zitiert:

„Schwerverletzte bei Blockupy-Demonstration
01.06.2013 • Bei der Frankfurter Blockupy-Demonstration ist die Polizei am Samstag hart vorgegangen. Mehrere hundert Menschen wurden eingekesselt, es gab Schwerverletzte.“

Und unter der Rubrik Finanzen auf der Webseite hingegen nicht zu finden ist die ja anscheinend unwesentliche Kleinigkeit, dass es die Finanzlobby geschafft hat, die Transaktionssteuer in den Papierkorb zu befördern.

Warum sollte man so etwas auch noch medial verbreiten, wen es etwas angeht, der weiss es sowieso?

Zur Erinnerung:

Heute Abend in der ARD „Der Fall Mollath“

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Mal wieder ganz dem Zeitgeist verpflichter

Inhaltlich weitestgehend falsch; hört sich in Zeiten von Blockuppy aber gut an. Zwei Buchempfehlungen zum Thema Umgang mit Reichen/Umverteilung: Götz Aly, Hitlers Volksstaat. Ayn Rand, Der Streik.

Die Methoden sind noch immer gleich, nur die Rhetorik weicht ein wenig ab.

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3 Reinhard Wilhelm 03.06.2013, 07:09 Uhr

Die Schmarotzer sind überall !

Selbst wenn Sie "Stein und Ziegel" oder Beton kaufen, Sie füttern immer den Staat und die Reichen mit ihren Renditen, mittelbar die Banken mit ihren Zinsegewinnen durch. Am besten erkennen Sie es anhand der Eigenleistungen. Verdient der Deutsche im Mittel ca. 10 EUR pro Stunde netto, so muss er für die qualifizierte Handwerksstunde ca. 60 EUR pro Stunde brutto aufbringen. Erst ab einem Brutto-Monatseinkommen von ca. 15.000 EUR [ Einige Tausend EUR, ca. sechs davon, habe ich abgezogen, da in dem Stundenlohn auch Werkzeug eingepreist ist. ] ist die Beschäftigung eines Handwerkers kein Verlustgeschäft.

Weshalb denn "werden"?

Weshalb denn "werden"? Und überhaupt: Geld, was für ein unendlich langweiliges Thema! Schreiben Sie lieber über die Liebe, Italien, schöne Wägen u. Personen - der Regen ist doch schon schlimm genug. Ein Text wie Vollkornreis: man bekommt ihn gar nicht so recht durchgekaut. Zu amerikanisch for my taste.

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instrument und umsetzung

Die beste Idee wird Ihren Sinn nur in der Umsetzung realisieren.
So gibt es bereits ein perfekt ausformuliertes Wirtschaftsmodell, das die komplette Beteiligung/Teilhabe aller Bürger eines Wirtschaftskreises sichert, in dem es die Besteuerung der Unternehmen an die o.g. Beteiligung koppelt.
Zusätzlich ist eine Vermögensbeschränkung des 1000-fachen Jahresdurchschnittsgehaltes geplant, um Machtkontzentration zu vermeiden.
Ohne eine ordentliche volksgewählte Verfassung, der strikten Beachtung des darin enthaltenen Gemeinwohlcharakters durch Richter und Regierende und Abschaffung der Parteiendemokratur werden derartige Modelle jedoch nicht umgesetzt.
Die Hoffnung das endlich genügend Menschen endlich erwachen stirbt zuletzt und diese Hoffnung ist tatsächlich alternativlos.

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ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.