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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Mit altem Eisen gegen den neuen Oligarchenschick

| 47 Lesermeinungen

Jeder hat heute die Absicht, eine Mauer aus billigen Chinasteinen zu errichten: Angesichts der Verteidigungsanlagen der Neureichen wird kitschiges Schmiedeeisen zur schönen Erinnerung an den alten, freundlichen Westen.

…dann gespiesst auf heisse Stangen…

Gewisse Dinge hinterfragt man als Kind nicht, sie sind halt so, wie sie sind. Dass meine Eltern ein schmiedeeisernes Gartentor anfertigen liessen, was halt so. Dass ihnen die glatte, schlichte Eisenkonstruktion der Treppe nicht zusagte, und sie eine neue in Schmiedeeisen einbauen liessen, war halt so. Dass die Fenster mit schmiedeeisernen Gittern in Richtung Nachbarn ein Zeichen setzten, war halt so. Die meisten grösseren Häuser des Westviertels hatten in den 70er Jahren derartige Gestaltungsmittel dem Besucher entgegengereckt. Man nahm das als gegeben hin, wie die Perserteppiche, die Kachelöfen und die stilistisch nicht immer passenden, enormen Glasflächen zu den Terrassen und Gärten.

Jahrein Jahraus geht man an dieser sehr mitteleuropäischen Eisenkunst vorbei, die ihren Ausgang bei den Schlössern der Adligen nahm und sich dann lange bei den Bürgern einer grossen Beliebtheit erfreute, sei es nun weiss gestrichen, vergoldet, mit Blumen oder Drehungen, Wappen oder Löwen, Grotesken oder Kreisen. Die Handwerker hatten Jahrhunderte Zeit, Musterbücher anzulegen und Komplikationen zu erfinden, schier unerschöpflich ist das Spiel der Formen, wenn man es denn bezahlen kann. Das alles ist meist nicht ganz billig und sehr oft speziell angefertigt, aber so war das damals eben. Und so ein schmiedeeisernes Gartentor, das einen Einblick in die möglichst parkartigen Landschaften erlaubt, ist eigentlich auch freundlich und einladend, gerade, wenn die Pflanzen hinter den Mauern schon die Einblicke zugewuchert haben. Es erfüllt seinen Zweck: Geschlossen, weil es ein Tor ist, imposant, weil es mit viel Aufwand gefertigt wurde, und niedrig, weil es nicht abweisend sein sollte. Die Tore definierten dann auch die Höhe der Mauer, genau so hoch, dass die normal überernährte Katze aus dem Stand problemlos hinaufspringen kann.

So war das eben. Dass es aber heute nicht mehr so ist, fällt mir vor allem am Tegernsee auf, wo es wirklich noch so ist, und immer noch so gebaut wird. Da gibt es die Häuser mit traditionellen Bretterzäunen, oder eben die Häuser mit niedrigen Mauern und Schmiedeeisen. Was es aber noch gar nichts gibt, was hier wirklich fehlt und aufgrund der Bauvorschriften auch keinen Eingang findet, ist die neue Art der Abgrenzung, die heute als schick gilt: Hohe Eisengitterkonstruktionen, die mit Bruchsteinen verfüllt werden. Dazwischen dann mannhohe, blickdichte Tore und draussen das elektronische Auge des Hausbetriebs- und Überwachungssystems.

Auch das ist natürlich eine Ansage an den Betrachter. Da werden keine individuellen Wunschvorstellungen gezeigt, und seien sie noch so kitschig, keine Metallblume windet sich da um Stäbe und kein Wappen erzählt vom Willen, etwas Besseres zu sein. Da ist einfach eine Mauer aus Metall und Stein, gesichtslos und ohne jede Information, anonym und abweisend. Und die Tür ist keine Verbindung zwischen Drinnen und Draussen mehr, sondern ein Schott, eine Schleuse, eine Art Grenzbefestigung. Auch das hat hier übrigens historische Tradition, die Kelten errichteten in einer ähnlichen Kompositbauweise die Mauern ihrer Oppida – aber dann schlachteten sie auch ein Kind und vergruben es rituell unter dem Tor, und zwar nicht, weil es das Abitur nicht bestanden hatte. Insofern ist diese Tradition der Mauer eher fragwürdig und noch weniger zeitgemäss, als die Eisengitter mit ihrer Anlehnung an den Feudalismus.

Aber sie passt zur Zeit und den Entwicklungen, die auf der einen Seite schamlose Selbstinszenierung und Nacktmachung verlangen, bei der Bewerbung und bei der Wahl des Autos, bei den Facebook-Profilen und der öffentlichen Heiratsplanung im Netz. Und auf der anderen Seite Distinktion, Ausgrenzung, Trennung, Rückzug und Verteidigung des Erreichten gegen eine als feindlich wahrgenommene Umwelt. Daheim, an der Donau, im Westviertel, fallen die Neuzugezogenen, die Heimatlosen des Kapitalismus mit solchen Mauern auf. Da wird, wie es so schön heisst, nachverdichtet, da sitzt dann Haus auf Haus mit minimalen Gartenflächen, ja sogar weniger als 300 Quadratmeter, und diese Designhäuser werden gerne mit solche Festungswerken gegen das Bestehende von der Umwelt abgeschnitten. Sie kommen als Eroberer, sie quetschen sich noch rein und bauen ihr Bedürfnis, sich gegen altes Geld und neue Bankenkrisen und Zahlungszwänge im Pleitenfall zu schützen. Der Tegernsee, der durch die Lage, den dörflichen Charakter und die einheitliche Sozialstruktur der nicht ganz Armen wenige Unterschiede kennt, braucht das nicht. Ausserdem will man dort wie auch sonst im Feudalismus die Landschaft sehen, und nicht Kleinberliner Mauern.

Dass sich derartige Konstruktionen überhaupt einbürgern konnten, ist übrigens auch Folge eben jener als feindlich wahrgenommenen Umwelt der sozialen Brüche, gegen die man sich verteidigen möchte. Denn gerade billig ist solche Festungsbaukunst nicht, und überhaupt finanzierbar erst durch den Niedergang der globalen Steinpreise. Für so eine Mauer geht man nicht zu einem Handwerker und bespricht Ornamente, dafür beschafft man sich neben den Gittern auch die Steinbrocken, und die kommen inzwischen oft aus China oder Indien, wo sich, Sklaven- und Kinderarbeit sei dank, die Preise niedrig halten lassen. Stein ist Stein, mag man denken, man sieht es so einem Brocken nicht an, ob er unter Arbeitsschutz aus dem Bayerischen Wald oder unter Ausbeutung in China gebrochen wird, da kann man gefahrlos sparen und die Mauer einen Meter höher machen: Den Aufschrei, den es früher bei Perserteppichen wegen der Kinderarbeit gab, hat man hier nicht zu befürchten. Es sind doch nur anonyme, abweisende Steine, über die man nicht redet, sondern einfach den anderen ins Gesicht stellt.

Da hat man nichts zu lachen. Spöttisch belächeln mag man vielleicht den Metallzierat, der vor 40 Jahre Mode war, aber diese Gitter sagen auch: Schon vor 40, 60, 100 Jahren konnte man sich das leisten, einen echten Kunsthandwerker beschäftigen, der mehr von Gestaltung versteht als jener Bauarbeiter, der ein Gerüst verfüllt, sicher auch nicht billig war – aber dafür hat der Kitsch dann auch all die Zeit gehalten, die Kinder haben sich über diese Tore hinweg geküsst, und heute atmen sie ein wenig Geschichte und erinnern an den Traum einer romantisch geprägten Zukunft, in der ein Bankenpräsident kein Chef einer kriminellen Vereinigung und Überwachung nur das Abfangen einiger Telegramme gewesen ist. Man muss sich das leisten können, diese Offenheit und die leicht kitschigen Ideale dieser Gitter, dazu bedarf es eines gewissen Vertrauens in die Welt und die soziale Ordnung. Was man heute dagegen aufschüttet, ist die passende Ergänzung zu Tempora, Prism, der NSA und des Überwachungsstaates mit seinen Drohnen. Ein hübsches Mädchen aus meiner Klasse, das damals wie heute auch hinter so einem schmiedeeisernen Zaun lebt, hat den elterlichen Alarmanlagenbetrieb übernommen. Ihr Vater hatte fast nur Geschäftskunden. Heute fragen vor allem Privatleute nach umfassenden Kontrollmassnahmen. Ein Gartentor mit Klinke und Türoffner dahinter, den man von aussen erreicht, passt nicht mehr ins Überwachungssystem.

Als Kind war ich dabei, als meine Eltern die Schmiedeeisen bestellten, und ein paar Muster – es wurden die kitschigsten, würde man heute vielleicht sagen – durfte ich auch mit aussuchen, denn schon damals hatte ich einen erlesenen Geschmack für Mehr und Üppiger. Das war alles sehr spannend, die Werkhalle, die Eisenstäbe, das glühende Metall, die Hämmer, die Geräusche, der Geruch der Schweissarbeiten… ein Abenteuer für Kinder. Die heute Zeugen werden, wie man sie von der Restwelt abschneidet, und dann kommt der Techniker und baut dezente, geruchslose kabel und elektronische Augen ein, als sei dies Südamerika und man müsste am besten mit dem Hubschrauber fliegen, um Entführungsgefahren zu entgehen. Die neuen Oligarchen, sie haben kein Selbstbewusstsein. Und keinen Sinn für das Hübsche. Vermutlich denken sie, es ist cool und modern und der Landschaftsgärtner, den sie für ihre Grünrestflächen fengschuien lassen, hat gesagt, dass die P. in St. Moritz und die H. auf Teneriffa das jetzt auch so machen. So ist das, wenn man endlich oben angekommen ist. Die Mauern sind so hoch, man sieht gar nicht, wie man draussen durch die Mauer gesehen wird.

HINWEIS:

Es ist kein Geheimnis, dass die Software hier so hübsch wie eine Chinamauer ist und auch entsprechend einladend funktioniert, daher gibt es auch ein Gartentorblog für schmiedeiserne Kommentare ohne Probleme.

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47 Lesermeinungen

  1. Ein System
    Bei dem jeder mitmacht und verdienen will… Und doch a la Merkel öffentlich zurück
    verachtet.

    Komisch

    • Ich denke, siw verachtet den Umstand, dass jetzt alle wissen, was ihr schon immer klar gewesen ist. Und was wir nicht wissen sollten. Hat jemand Zweifel, dass die Deutsche Bank anders denkt?

    • Wenn ihr das
      Text eingeben

    • schon immer
      klar gewesen ist, dann ist sie …. Eine Märtyrerin.

  2. Werter DA
    Diesen von Ihnen, als Oligarchenschick beschriebenen Mauern, haftet etwas provisorisches,
    Flüchtiges an.

    • Titel eingeben
      Das ist ja das Lachhafte dran, dieses Provisorisch-Brachiale.

    • Der Herr Finanzminister sieht das anders
      Er hält das für einen Ausdruck “abgehobener Über -Menschen “.

      Die Schäuble’schen Sprüche waren auch schon mal besser.

    • Titel eingeben
      NOCH werden Sandsäcke ja bloß zum Häuserabdichten und Dammerhöhen benutzt. Ich aber sage Euch: wer Gabionen toppen will, nimmt Sandsäcke! Damit kann man schöne Burgen à la Ruinen von Zimbabwe bauen. Sogar schießen geht, ohne Streuwirkung wie bei Gabionen.
      Und es ist alles noch provisorischer und noch rieselfähiger.

  3. Titel eingeben
    Wehrter Don,

    wieder einmal habt Ihr mein Mitgefühl, doch seit froh wenn die ” netten” Nachbarn solch eine Mauer setzen.
    Denn solch Mauer kann auch ein Schutz vor Ihnen ” den Nachbarn” sein.
    Herzlichst P.

  4. Die Steinkäfige
    sind ein schönes Zuhause.

  5. Nur mal eben...
    Was “Transparenz” für die “aufklärende Intelligenz”…
    ist “Transzendenz” für “Ab-ge-grenzten Geist”…
    verbindungsmöglichkeiten…Bildungszweck…”Grenz(en)-überschreitend-verbinden”….
    zur “Klarheit”…mit Konsequenz…für “Alle”.

  6. schönes Bild
    Nr. 3 = schönes Bild!

  7. Erholsame Antiquitäten
    Ich wohne am Ammersee und bin von Neureichen umgeben. Ich selbst bin vorwiegend mit Antiquitäten umgeben wie in einem Schloss), Kunstobjekte und Möbel aus drei Jahrhunderten. Dabei bin ich selbst keineswegs antiquiert eingestellt und weiß natürlich, dass die guten alten Zeiten verdammt unbequem, ungesund und auch gefährlich waren, also wirklich keine Idylle. Aber die antike Einrichtung ist eine Kompensation, ein Ausgleich zu unserer hektischen, nervösen und entseelten Epoche. Ich finde das erholsam und könnte in einer kühleren, funktionalen Einrichtung schlecht leben. Die Neureichen haben eine ganz andere Sicht der Dinge, viele lassen sich aber durch die nicht immer positiven und auch nicht stets konstruktiven Einflüsse unserer Zeit vereinnahmen und manipulieren.

    • Könnte es nicht sein
      dass die Bewohner solch kalten Industriedesign ein solch reiches Innenleben
      haben und alles andere als Kahlheit unerträglich wäre.

  8. Schöne Idee, schöner Text!
    Wie schön! Ein Text, der eigentlich nur von “Gartenzäunen” handelt (Sie verzeihen mir diese Unverfrorenheit), und doch so viel mehr durchblicken lässt. Wie das Gartentor selbst, als wäre der Text seine eigene Metapher.

    Ich kann ein solches Einmauerungsgebaren in einem relativ sicheren Land wie Deutschland auch nicht so ganz nachvollziehen. Wovor haben die Angst? Oder: Was machen die so beruflich, dass sie meinen, Angst haben zu müssen? Man traut im Allgemeinen ja den anderen nur so viel Schlechtigkeit zu, wie sich selbst…

    Gut, wer heute einfach nur in einer Bank arbeitet, der muss sich vielleicht tatsächlich fürchten ;)

    Ich lebe in einem Land, das nicht so sicher ist wie Deutschland. Hier gibt es sehr viele sehr Arme, viele sehr Reiche (die überraschenderweise oft sogenannte “Sozialisten” sind) und wenig Mitte. Ich muss mich zum Glück nicht verbarrikadieren. Und auf lange Sicht: Die, vor denen man sich hier fürchten sollte, haben ohnehin alle den sehnlichen Wunsch, irgendwann nach Deutschland auszuwandern…
    Dann lohnen sich die neuen Mauern wenigstens.

    In diesem Sinne…
    Mit freundlichen Grüßen aus Budapest!

    • Langfristig denken...
      Viele deuteche Familien besitzen altes Geld. Kaiser, Weimar, 3.Reich, Republik… kein Problem, kann man alles managen… aber 100 oder 200 Jahre sind eine lange Zukunft.
      Noch ist nicht geklärt ob das amerikanische Jahrhundert wirklich schon vorbei ist, oder ob die brutale Gewalt die Oberhand behalten wird. Aber, es mehren sich die Anzeichen und wer weiss wie weit es mit Kultur und Zivilisation abwärts gehen kann.
      Ungarn ist da gar kein schlechtes Beispiel…

  9. geehrter Don
    Text eingeben

  10. schöne Grüße Don
    meinen Sie diese Drahtkäfige mit Müll drin? Weder im Norden Westen oder Süden
    ist soetwas akzebtabel, reines Ghetto, egal welcher Preisklasse. mfG. T.

  11. Steinmauer oder Schmiedeeisen?
    Ist es wirklich so verwunderlich, dass der Trend zu stabilen Mauern geht?
    Was sind denn das für Menschen die in den letzte Jahren so reich geworden sind, dass sie sich eine eigene gated Community in die Gegend stellen müssen, weil die Etablierten von einem anderen Menschenschlag belegt sind?
    Unsere Bangla Deshi Firmenbesitzer, oder die Banker und Trader, die wissen ganz genau wozu man bereit sein muss, um in dieser Welt reich zu werden und befürchten wohl zu Recht, merh und mehr Leute könnte sich die eigene Karriere zum Vorbild nehmen, und sich mit der wirksamen „anything goes“ Methode zu bereichern. Noch nicht heute, aber wie lange geht das noch gut?
    Und altes Geld? Das bekommt langsam dieselbe Angst. Wie lange schützt es noch ausreichend, hinter Schmiedeeisen zu leben? Ist ein Kollabieren der Staatsgewalt auszuschliessen? Für immer? Dass man sich zum Auswandern meistens erst viel zu spät entschliesst, das hat sich in Deutschland 1933 gezeigt.
    Man hat in den USA (wo sonst?) einen Film zu dieser gesellschaftlichen Situation gedreht. Keinen besonders guten, aber die Idee ist interessant: Weil Verbrechen ausser Kontrolle geraten sind, hat man landesweit einmal jedes Jahr eine Frei-Nacht von 19 bis 7 Uhr eingeführt. Nur automatische Waffen und Bomben sind verboten, sonst ist nichts ein Verbrechen.

    Und „The Purge“ reinigt die Psyche….

    Es gibt da eine Szene, wo eine Familie im bestens geschützten Haus lebt, aber ein Off Road Vehikel wird mit einer Kette, zb an schmiedeeisernen Toren befestigt und vorbei ists mit der Sicherheit…

  12. Hinter der Mauer
    Schoener Kommentar werter Don Alphonso. Auch ihre Beobachtungen ueber das Leben hinter den Schmiedeisentoren sind interessant.
    Beim Lesen musste ich immer an eine alte Lehre denken die man mir vor vielen Jahren eintrichterte: Good fences, make good neighbours.
    Ob das auch etwas mit der neuen “Mauerkunst” in ihren Gefilden zu tun hat?
    Oder lieben Leute die hinter den Mauern leben ihre “Privacy”?
    Das scheint schon ewig so gewesen zu sein… man denkt an das Leben hinter der (Stadt) Mauer, oder hinter den Mauern der “gated communities” die man immer mehr in vielen Laendern findet.
    Das ist wohl ein Fall von “Fuer jeden seine Burg — mit oder ohne Mauer”. Aber bitte keinen Stacheldraht oder Glassscherben auf der Mauer, das ist meine Empfehlung. Sowas koennte Erinnerungen bringen.
    Ich gebs zu, eine Mauer ist unter Hundefreunden nicht beliebt, da deren lieben Vierbeiner dann nicht mehr meinen Rasen hinter der Mauer besuchen koennen, und dort ihre Geschenke abzuliefern. Sorry, tut mir Leid.
    Deshalb: Gute Mauern machen gute Nachbarn.

  13. Leider ist den schwerreichen Zockern und Oligarchen
    auch völlig egal, daß all die Granitsäulen, -steine und Gabionenmauern in Schwerstarbeit von
    sehr armen Lohnsklaven und Kindern in Indien und China abgebaut und behauen werden.
    Aber das kann man ja auf der nächsten Charity-Party mit berücksichtigen.
    Schließlich kann man natürlich auf solchen Bauwerken bei Gartenpartys auch die Schampusgläser viel sicherer abstellen. Das spart nochmals richtig Geld, denn selbst mit Werbung drauf sind Roederer-Champagner-Gläser teuer. Aber die muß sein, sonst weiß ja niemand, wie teuer die Gläser waren.

  14. "Esches Mauer"
    Peter Hacks dichtete tief in der DDR für seinen Freund:
    Esche, von Erfahrnem sauer,
    Esche baut sich eine Mauer.
    Manchem wird die Wallanlage
    Mit der Zeit zur Kostenfrage,
    Nicht so ihm. Nicht am Cashe,
    Nicht am Baren scheitert Esche.
    Esche, anders als die Meisten,
    Kann sich eine Mauer leisten……

    Ist es nicht deprimierend? Kaum hat man eine Mauer unter großem Getöse eingerissen, entstehen viele, viele neue.

    Niemand hat die Absicht, eine Mauer… Denkste! Jeder hat. Und wer noch keine hat, kann sie sich vielleicht nur nicht leisten.

  15. Das ist alles nur zweidimensional gedacht
    Aber sie gucken ja nicht nur von der Seite,sondern auch von oben.
    Mit dem Satellit siehst du,ob Madam Oligarch im Bikini im Liegestuhl liegt oder ohne.
    Hier können auch Freunde alten Eisens leicht Abhilfe schaffen.
    Früher lagerte man das Flüssiggas in riesigen Metallkugeln ausserhalb der Stadt, ø bis 50m.
    Gelegentlich wird so eine ausgemustert,einfach mal bei Ebay gucken oder so.
    Dann die Kugel auseinander flexen und eine Hälfte mit dem Hubschrauber über das Haus setzen lassen.Das ist auch ein prima Blitzschutz -> Faradayscher Käfig.
    Natürlich ist es unter der Halbkugel dunkel, aber erstens hat ein Oligarch das Elektrische im Haus und zweitens muss man für 100%ige Ruhe und Sicherheit halt anderswo Abstriche machen

    • Titel eingeben
      Tja, mehr Kuppeln.
      Nur ist die Patchwork/Pastiche/Umnutzungsmode gerade nicht so recht bei Konjunktur.

  16. Auch Kitsch wird irgendwann wieder Mode
    Schon in mehreren Großstädten weltweit sind mir Dekorationsfirmen mit Namen “Kitsch” begegnet, wie Delikatessen und Kindergarten einem der vielen unübersetzbaren deutschen Wörter. Noch in den zwanziger Jahren hielt man den bayrischen Hochbarock der Wieskirche für Kitsch, aber heute drängen sich die Touristen. Neuschwanstein und Linderhof allerdings waren schon vom ersten Tag an Kitsch, was dem Touristenandrang freilich keinen Abbruch tut.

    • Titel eingeben
      Könnten Sie die Großstädte aufzählen, in denen Sie das gesehen haben?
      Komme nicht so sehr viel rum, bin aber neugierig.

  17. Bar jeglicher repräsentativer Zwecke
    Wehrter Don,
    ein gelungener Artikel. Schon Jean-Jaques, der durch sein vagbondierendes Leben sicherlich ein gespaltenes Verhältnis zu Grenzen hatte, schloss:
    “Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen »Dies gehört mir« und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft.”

  18. OT
    Was mich bei dieser groß angelegten Schnüffelaktion wundert:
    Den USA müsste es doch in jeder Beziehung wirtschaftlich und politisch
    ‘GOLD ‘ gehen – uneinholbar.
    Geben die Erträge das nicht her?
    Oder versteht man sie nicht zu nutzen?

    • Hat die BK
      Wenigstens einen Nutzen aus der Ausspionierei der EU gezogen?

    • Titel eingeben
      Naja, vielleicht schafft man sich jetzt doch einen EU-IT-Kammerjäger an, den man erstmal durchschicken kann, wenn man auswärts konferenzt.

    • Bis dahin
      Kann sich die schweigende Mehrheit mal an ihre Wurzeln erinnern – und schweigen.

  19. vielleicht
    Hätte Frau Merkel doch bei der Zaunauswahl mehr auf Oligarchenschick statt
    auf altes Eisen setzen sollen.

    • Ach, die kommt von hinter der alten Mauer und steht jetzt vor der nächsten, die kennt sich damit aus und wie man nicht auffällt.

  20. Herr Snowden
    sollte besser nicht nach Deutschland kommen.
    in Russland ist er ein freier Mann.
    Putin kann er nichts erzählen, was der noch nicht weiß.

  21. Merkwürdig
    @Binvonhier und Marie:

    Sie erhalten vom Don erstaunlich schnell Antwort, nämlich in 1-3 Sekunden. In dieser Zeit muß man Ihre Beiträge lesen, kurz darüber nachdenken, schreiben und eine Antwort absenden können. Ihr Nick “Binvonhier” ist allerdings nicht ohne Witz. Aber irgendwie muß man der kränkelnden Kommentarspalte ja auf die Beine helfen, nachdem die ca. 5 Panegyriker in das Parallelblog ausgewandert sind und dort für Hunderte von OT-Beiträgen sorgen.

    PS.: Löschen meines Beitrags nicht vergessen.

    • Sehen Sie
      Das ist der Unterschied!

      Meine Beiträge ergreifen von selbst die Flucht.
      Hier und anderswo.
      Da braucht es keine Aufforderung;-)

    • Werter Herr Weiss
      Bitte, Bedenken Sie auch, dass es sich beim benachbarten
      Kommentarblog nicht um den Diogenes Club handelt.

    • Titel eingeben
      Sehr geehrter Herr Weiß, ich musste “Panegyriker” nachschlagen – aber wo Sie recht haben – haben Sie recht! You made my day!

    • Ich habe nicht die geringste Ahnung, warum jetzt 3 Tage alte Kommentare plötzlich wieder offline waren. Es ist zum K*******

  22. OT
    Man sollte m.E. Nicht vergessen, dass es sich bei der ‘ offenen Gesellschaft ‘
    um ein akademisches Konstrukt handelt.
    Erst wenn die akadem. Welt sich durch Datenkapitalismus bedroht sieht, ist eine
    Veränderung zu erwarten.

  23. Wie kann Herr Snowden hoffen
    In Deutschland Asyl zu erhalten, nachdem er die politische Klasse demaskiert hat.

    Damit nicht genug reicht er noch in 20 anderen Staaten Asylgesuche ein und zwingt sie
    zum Offenbarungseid.

    Die US-Regierung müsste ihm einen Orden verleihen. Wer sonst konnte die Macht der USA
    derart beweisen.

  24. moin
    auf einen west-östlichen Divan hat wohl niemand mehr Lust,
    wird sicher auch langweilig. mfG, T.

  25. Titel eingeben
    Dieses alte Eisen hält die gute alte Tante FAZ noch samt Leserkommentaren lesebereit:
    http://www.faz.net/themenarchiv/2.1278/mauerfall-wo-ist-egon-krenz-1880759.html
    Das komplette Resultat aus dieses Blogs älterer Kommentarschmiede wird dagegen in Sicherungsverwahrung hinter hohen Mauern gehalten, wenn es nicht schon auf dem Schrott gelandet ist.
    Technische Gründe können dies kaum erklären, wenn ausgerechnet eine Reliquie des größten Kommentators der FAZ alle Zeit bereitsteht.

  26. Durchdachte Gedanken....
    Ich bin selten ein Freund von Telepolis, aber diesmal ist es wert gelesen zu werden:

    http://www.heise.de/tp/artikel/39/39419/1.html

    “Fünf Jahre nach dem Ende der Theorie

    Claas Triebel 02.07.2013

    PRISM und Tempora künden von einem erkenntnistheoretischen Paradigmenwechsel”

  27. PuuuH
    …das waren garnicht die europ. Regierungen oder die US Regierung, die Herrn
    Morales zum landen nötigten.
    Das waren lauter kleine Algorithmen.

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