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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Rentner schauen Arbeit an

| 57 Lesermeinungen

Die lieben, respektierten alten Machthaber schauen gerne beim Arbeiten zu. Und wir anderen dürfen deshalb später mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen, sofern wir nicht das Pech haben, Flaschen sammeln zu müssen.

Quidquid agis prudenter agas et respice finem.

Jede Epoche hat ihre eigenen Horrorvorstellungen: Bei Don Giovanni ist es der Komtur, beim deutschen Innenpolitiker seine NSA- und Stasiakte, und mein Grossvater etwa liebte es, Weinberln am Fenster zu pflücken und dann mit einem Blasrohr auf alte Frauen zu schiessen, wobei er selbst auch nicht mehr jung war. Aber es gab eine Ausnahme: Vorne an der Strasse, wo jetzt das schicke Cafe ist, war die alten Leichenhalle der Stadt, und die Leichenwäscherin – Seelfrau sagt man in Bayern – kam jeden Abend auf dem Weg nach Hause hier vorbei. Die konnte mein Grossvater gar nicht ertragen, und schaudernd ergriff er, der sonst kaltblütig alles und jeden beschoss, die Flucht.

So ähnlich sind die Reaktionen im fernen Berlin, wenn die Flaschensammler am Abend zwischen den heiteren Runden auf der Suche nach frischem Altglas auftauchen. Das ist nicht nur wegen der grassierenden Altersarmut ein Stimmungskiller, sondern auch und vor allem, so berichtet man mir, dem Umstand geschuldet, dass die Nachtschwärmer hier ihre eigene, ferne Zukunft erahnen. Irgendwo zwischen dem Ausleuchten der Mülltonnen, dem Kriechen in Buschruinen und der Verfolgung durch die Sozialämter, bei denen die Gewinne aus dieser Tätigkeit eigentlich anzugeben sind, damit sie die Bezüge der nicht mehr ganz so Notleidenden entsprechend kürzen können, sehen sie auch ihre eigene Altersperspektive. Und fragen sich vielleicht, wie man dem entgehen könnte. Vielleicht mit einer Zusatzversicherung, die sie aber kaum bedienen könnten, oder der Immobilie, die ihre Eltern vor drei Jahren vielleicht noch hätten zahlen können. Fast möchte ich wetten, dass der Griff zur Wodkaflasche schneller kommt, wenn der Flaschensammler kommt.

Weil es dort so viel Wodka gibt, und auch kein Mensch erwarte würde, dass man aus Anstand auf das öffentliche Trinken aus der Flasche verzichten würde, kann man sich nicht nur wie ein Asozialer benehmen, sondern auch alkoholumdünstet glauben, dass 45 Jahre ohne jemals geleistete echte Arbeit kein Problem sind, irgendein Gebührenprofiteur von ZDF Neo einem schon mal einen Auftrag geben wird, und irgendein Kühlschrank eines Freundes wird schon voll sein: Kurz, es ist noch viele Flaschen lang hin bis zum Rentenbescheid plus Sozialamt, und wenn man den Mann mit den klirrenden Tüten erst mal weggetrunken hat, kann man auch wieder mit proletarischem Stolze sagen, dass Berlin mehr Geld braucht, Armut nach Revolution schreit und Solidarität und bedingungsloses Grundeinkommen sein muss. Damit es ein Ende hat mit der Bevorzugung der Bayern, die selbst schuld sind, wenn sie in so einer uncoolen Region so viel arbeiten.

In der mit Abstand uncoolsten Ecke jedoch lebe ich, und niemand könnte hier vom Flaschensammeln leben: Erstens gibt es hier keinen bezahlbaren Wohnraum und zweitens lässt hier auch niemand die Flaschen herumliegen und falls es drittens doch einmal passiert, kommt jeden Morgen die Reinigung und macht alles sauber. Trotzdem weiss ich natürlich, dass das Alter für viele sehr unerfreulich wird. Ich kann den Zynismus in Bezug auf die Altersvorsorge und Rente durchaus verstehen, und wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich die Sache nicht weniger pessimistisch. Nicht, weil hier Flaschensammler sind. Hier ist das Gegenteil. Hier sitzen vermögende Rentner am Ufer in Tegernsee und schauen zu, wie Menschen arbeiten. So richtig. Sie bauen einen Steg, damit die Rentner in Zukunft weiter am Wasser spazieren können, und bezahlen mit ihrer Arbeit auch gleich noch die Rente, die es ihnen finanziell ermöglicht, so ihre Tage zu verbringen.

Es gibt wirklich viele davon. Ich sitze im Cafe am See, und sie schippern mit ihren Segelbooten vorbei, ich bin am Ufer, und ich höre ihre Wägen röhren und Erzählungen von der speziellen Kur in Südfrankreich, die man ihnen bewilligt hat, ich sehe die Juweliere, die Torten und die Fettabsauger, die dafür sorgen, dass die Ketten trotz Torten wieder an die Hälse passen, und das alles muss bezahlt werden. Ich bin einer der wenigen Menschen, die hier zwischen Bergtouren und Auszeit gegenüber der Alm noch wirklich arbeiten. Wir sind so wenige. Und das sind so viele. Da ahnt, da befüchtet man, wo die Altersvorsorge hingeht. Nicht dorthin jedenfalls, wo man sich noch irgendwelche Gedanken über meine Rente machen würde.

So wirst Du einst sein, sagt der Flaschenmann dem Berliner. So wirst Du nie sein, sagt mir die fettabgesaugte Ministerialdirektorenfrau, und zwar nicht, weil Du es wegen der Bergsteigerei nicht nötig haben wirst, sondern weil ich es jetzt nötig habe und dann später nichts mehr da ist. Und hier kann man sich nun fragen, was schlimmer ist: Das Wissen, dass man in viel zu naher Zukunft wird hungern und darben müssen. Oder das Wissen, dass es einmal anders war und jede Chance, dass es so bleiben würde, hier und jetzt verkonsumiert wird. Es wird immer so sein, sagt der Berliner. Es war nicht immer so, werde ich später einmal sagen. Es wird schlaue Forscher geben, die errechnen, um wie viele Jahre das Flaschensammeln in Not das Leben der Armen kürzt, und wieviel das dem Staat an kümmerlicher Rente spart. Aber niemand wird vermutlich nachrechnen, wie viele Tegernseerentner damit all die Jahre und Jahrzehnte jammern können, dass es mit dem Golfen nicht mehr so geht, wenn sie jetzt nicht bald neue Carbonschläger bekommen. An der Stelle jedoch wird es dann wieder Forscher geben, die erklären, wie gesund das für diese Senioren ist, und es sie fit hält.

Nun ist es bei uns freilich so, dass man noch nie allein auf die Rente angewiesen gewesen ist, es gab seit der Erfindung dieses jetzt zusammenbrechenden Schneeballsystems immer auch noch zusätzliche Sicherheiten für das Alter und das Glaserl Sekt am Morgen. Zum Staat gehen war früher ohnehin verpönt, und dass er einen, wenn er kann, wie eine Gans ausnimmt, wissen wir seit Jahrhunderten. Es ist daher das Bestreben, zur Not so viel zu haben, dass es auch ganz ohne Rente geht, und einen keiner aus den Häusern vertreiben kann, weil sie einem selbst gehören. Trotzdem können wir nicht umhin, an diesem System teilzunehmen, und manchmal, wenn die Rentner am See sitzen und hinüber zur Spielbank schauen, frage ich mich schon, ob die gesetzlich garantierte Verlustrate da drüben nicht besser ist als jene, die andere nach einem Leben der schlecht bezahlten Arbeit zum Flaschensammeln schickt. Zum Glück merkt man das woanders, wo die Menschen viel und hart an ihrem Aufstieg arbeiten, nicht so deutlich, denn diese Rentner sind hier: Sonst würden die Arbeiter vielleicht auch Zweifel haben, ob all die blumigen Versprechen vom sorglosen Alter, für das sie sich so anstrengen, nicht übertrieben sind.

Dieses sorglose Alter ist hier und jetzt. Bei uns wird man, da muss man sich keine Illusionen machen, das Renteneintrittsalter in Richtung 70 Jahre öffnen, und weil man vom Markt trotzdem spätestens mit 62 aussortiert wird, läuft das dann auf eine praktische Rentenkürzung bei theoretisch weiterhin gut klingenden Versprechungen hinaus. Anders, wird man uns sagen, ist das alles nicht mehr finanzierbar. Es stimmt, denn nachher werde ich gleich an einem ganz normalen Werktag Mittag gegen diese Rentner um einen Platz in meinem beliebten Biergarten kämpfen müssen, und am Ende, ganz zum Schluss, bekomme ich dafür eine Rechnung, die ich weder bezahlen noch prellen kann.

Ja, die Jugend, sie ist ein wenig zynisch, wenn es um die Rente geht. Aus guten Gründen in Berlin und allerbesten Gründen hier am Tegernsee.

Hinweis:

Neben dem porösen System hier gibt es auch ein zweites System, in dem die Kommentare für diesen Beitrag nicht so lahm wie am Krückstock daherkommen.

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57 Lesermeinungen

  1. Welche Reife, die Wohlgefallen auslöst!
    Werter Don Alphonso,

    seit längerem habe ich Ihre übrigens stets amüsanten Abhandlungen schon nicht mehr gelesen und bin bei der heutigen Lektüre angenehm überrascht.
    Ist da etwa echte Anteilnahme für die Einen und echte Kritik am Lebenswandel der Anderen zu erkennen, die über reinen Zynismus hinausgeht? Wenn das so ist, wie ich doch annehme, sind Sie in der Zeit meiner Abstinenz gereift. Aus einem Prosecco ist auf wundersame Weise ein veritabler Champagner geworden. Ich hoffe, dass auch Ihre Leserschaft diesen Wandel vollzieht.

    Grüße von Nebenan

    ein Nachbar

  2. Es gibt nicht nur Flaschen
    Man sollte sich nicht nur auf Flaschen fokussieren, so viele Flaschen gibt es nun auch nicht. Aber es gibt zahlreiche Müllhalden, die verwertbare Schätze bergen. Ohne Spaß: die Zeiten werden nicht besser, jedenfalls nicht für alle, das ist sicher. Wohl dem, der dann in der Nähe einer ergiebigen Müllhalde wohnt. Vom Arbeitsmarkt ausgesondert wird man übrigens schon ab 45, mit 55 oder 60 ist man Rentner. Sogar die Schweiz, wo bisher “ältere Arbeitnehmer” durchaus eine berufliche Existenzberechtigung hatten, ist dazu übergegangen, “Senioren” entweder zu entfernen oder gar nicht erst einzustellen.

    • Titel eingeben
      Ach sind diese Hirn-Flöhe auch schon auf die Schweiz übergesprungen?

      -/-

      Es gibt in D schon Unternehmer, die Ältere “nehmen”.
      Doch sie sind erstens dünn gesät (2 pro Bundesland?) und zweitens voller Widersprüche und Eigenheiten. Wie Sina Trinkwalder, Ex-Werberin, voller Sendungsbewusstsein und etwas jungforsch. Aber vielleicht muss man so sein.

      Ein Unternehmer wie Thomas Selter hingegen “hält Altersarmut jedoch für kein aktuelles Problem und verteidigt sich dafür, auch Leiharbeiter einzusetzen, die nicht genug verdienen, um privat vorzusorgen”. (Zitat aus FAZ-Frühkritik. “Anne Will” , Thema Altersarmut, Sina Trinkwalder und Thomas Selter waren Gäste. Neben u. a. Gregor Gysi, der immerhin für seine Idee der Mindestrente auch Abgeordnete und Selbständige zahlen lassen will, damit nicht ausschließlich die Ärmeren ihr eigenes Downsizing finanzieren müssen.)

  3. "Du schreibst die Kommentare zu schnell. Mach mal langsam."
    “Du schreibst die Kommentare zu schnell. Mach mal langsam.” Ich hab für den Kommentar, der ja eigentlcih bloß ein Hinweis war, über eine geschlagene Stunde gebraucht – zu schnell?

    • Es tut mir Leid. Das System hier ist ein Haufen Javascriptmüll und ich hoffe, dass bald ein Chef kommt, der mit diesem Desaster gründlich aufräumt. Wegen diesem Schrott gibt es ja ein Ausweichblog.

    • Dort lese ich aber nur …
      Wenn ich hier versuche, das Ersatzblog aufzurufen, sehe ich nur:

      „Über die Stützen
      Warum Drosselkom nervt und das Tempolimit egal ist

      Stützen der Gesellschaft
      ~ Darf ich noch ein Stück Torte anbieten?
      Non trovato!

      Quello che cerchi non esiste o non è più qui. Ci dispiace :(

      Torna alla homepage o utilizza il campo di ricerca in alto“

      Verwendete Link-Adresse, von oben kopiert: http://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2013/07/12/renter/%20%E2%80%8E

      Wenn ich über den vorigen Beitrag (Den Patrioten ins Gesicht) das Ersatzblog aufrufe und dort über “commentari recenti” einen Kommentar zu “Rentner schauen Arbeit an” aufrufe, komme ich ins Ersatzblog zum hiesigen Beitrag über:
      http://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2013/07/12/renter-schauen-arbeit-an/comment-page-1/#comment-10253

      (Nur Hinweis zur zu Recht kritisierten Blogtechnik hier. Braucht nicht freigeschaltet zu werden.)

  4. Erhellende, blumig bunte Worte...
    zur Beschreibung einer anfänglichen Tunnelfahrt ohne Licht und Tunnelbeleuchtung.
    Gefällt mir…gefällt mir nicht…
    ich kann keine Menschen weinen sehen…im Jammertal.
    Vielleicht hilft Arbeiten UND Beten…und wenn arbeiten nicht mehr hilft…
    dann nur noch beten…sagte einmal
    Prof.Dr.Dr.Dr.rer.nat. (Mathem.; theor.Physik; prakt.Physik; Philosophie) Hofmann,
    zu mir, Gott sei seiner Seele gnädig.
    ….und…vor JEDER Klausur (8 Semester lang):
    “Wer Hofmann mit 2f schreibt, bekommt eine 6-” …
    da fing quasi die “Rentenbedrohung” schon an…beim “Namen richtig schreiben können”.
    Ich habe damals sofort beides gemacht…vor allem…UND beten.

    Ja, die ältere Jugend, sie ist ein wenig zynisch, wenn es um die Rente geht.
    Aus guten Gründen im “Studierort” und aus allerbesten Gründen hier im “Beten-Ort”.

    :-)

  5. Titel eingeben
    Trotz großem Latrinum habe ich mal die “non trovato”-Hürde in den Ausweichblog nihil geschafft. Vielleicht liegt dies daran, dass die NSA sich mittlerweile auch über diesen Blog enthusiasmiert. Von meiner US-Verwandschaft weiß ich ja, dass irgendwann Alles aus dem gelobten Land zu uns herüber schwappt. Insofern gibt es Porösität auf allen Ebenen, quod erat demonstrandum.

  6. Wie man mit dem Renter philosophiert - oder
    Demenz im Alter – Warum so lange warten?

  7. Was sollen Rentner
    Anderes machen, als Arbeit anschauen.
    Sie den Jüngeren wegnehmen, wo seit Jahrzehnten gepredigt wird “Uns geht die Arbeit aus”.
    Ist doch praktisch, wenn auch noch die Weltbevölkerung rapide altert.
    Auch die zukünftigen Rentner werden ein Wirtschaftsfaktor sein, dazu ein leicht zu
    berechnender und eignen sich hervorragend für die angesagte ‘Globalsteuerung’ der
    Wirtschaft.
    Wenn sich nur die Ökonomen einigen könnten, was sie eigentlich wollen.

  8. @ThorHa
    Ich hoffe der Hausherr gestattet einen Nachtrag zum NSA Thema?

    Ein paar der Infos die (nicht nur) Sie suchen.
    Erst mal Foschepoth:

    http://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/_/Innenminister_Friedrich_will_dem_Buendnispartner__auf_die_Finger_klopfen_.html

    Auch der Kommentar von Jörges ist hilfreich:

    http://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/kommentar/hans_ulrich_joerges.html

    Details zur Entwicklung der Überwachung:

    http://www.berliner-zeitung.de/politik/geheimdienste-ist-der-nato-buendnisfall-der-schluessel-,10808018,23648258.html

  9. Der Link zu WordPress ????
    “Non trovato!
    Quello che cerchi non esiste o non è più qui. Ci dispiace :(
    Torna alla homepage o utilizza il campo di ricerca in alto”

    Nur bei mir?

  10. Flaschenmänner...
    “zweitens lässt hier auch niemand die Fla[s]chen herumliegen”
    Hmm, habe ich irgendwie anders in Erinnerung. Einer der ersten Beiträge, die ich hier gelesen habe, handelte von einem solchen Flaschenmann. War ein netter Artikel übrigens, den ich (fies wie ich bin) doch glatt ohne Urheberrechtsanfrage o.ä. im Unterricht verwendet habe.

    Das Gejammer über den anstehenden Untergang Deutschlands & den Verfall der Gesellschaft gibt es übrigens schon seit Jahrzehnten. Wird wohl noch ein Weilchen auf sich warten lassen.

    • Ich lebe an zwei Orten, einmal an der Donau und einmal am Tegernsee. An der Donau in einer kleinen Grossstadt, wo es durchaus Flaschensammler gibt. Und eben am Tegernsee, wo es das mangels bezahlbarer Wohnmöglichkeiten nicht gibt.

    • Aha,...
      … also schlechtes Gedächtnis meinerseits.

  11. non solum "Quidquid agis prudenter agas et respice finem"
    sed etiam “Quid sit futurum cras, fuge quaerere!”

  12. Testkommentar
    alle Berliner sind doof

    Rente ist was für Weicheier

    der Tegernsee ist schöner als der Titicacasee

    • Titel eingeben
      Was den Titicacasee angeht: Dem kann ich nun gar nicht zustimmen. Außerdem sitzen da nur ganz wenige Rentner am Ufer. Und so geschleckt wie am Tegernsee ist es auch nicht.

  13. OT
    Die USA soll sich der deutschen Forderung nach Freilassung des ägyptischen Präsidenten
    Mursi angeschlossen haben.
    Es gibt also doch noch ein Land vor dem beide Regierungen Angst haben: Saudi Arabien.

  14. Lieber reich und gesund als........
    Das überhaupt, egal wo, Flaschen gesammelt werden können, ist doch das Versäumnis und Versagen des Dosenpfandministers namens Trittin. Ein Pfand, der den Namen verdient, würde die Tankstellen-Sixpack- und Trinkhallen-Käufer zu anderem Verhalten anhalten. Ich will ja nicht Arbeitsplätze oder Nebeneinkünfte der Sammler reduzieren, aber ärgerlich sind nun mal die ständigen Plattfüße in den Reifen der Edelräder. Im RHS muß das gar furchtbar sein, wenn es schon in nordd. Großstätten so ist.
    Mit der indirekten Rentenkürzung fängt man doch schon weit vorher an, nämlich bei der Berechnung des ALG I, welches auf Basis des Verdienstes der letzten 12 Monate berechnet wird. Früher der letzten drei Monate. Da immer mehr Kurzfristigbeschäftigte mit Zeitarbeitsverträgen dieses Wirtschaftswunderdeutschland mit nahender Vollbeschäftigung die Republik beseelen, wird so sukzessive das ALG geschrumpft – um so abermals den Druck zu erhöhen, jedwede Arbeit aufzunehmen – und letztlich auch die Rente. Und mit der kann man dann auch noch als Flaschensammeler aktiv am Arbeitsmarkt partizipieren.

  15. noch OT
    Saudi Arabien,
    Wäre das nicht ein hübsches Beispiel für Kryptokratie?

  16. Titel eingeben
    sammeln wir Schnupftabakdosen;

  17. Als als 5-jähriger mit der Erbsenpistole immer auf harmlose Passanten Schießender....
    …. hätte ich sehr gerne Ihren verehrten Herrn Großvater kennengelernt, werter Don Alphonso, und mit ihm über die Wahl unserer Waffen diskutiert: Die Erbsenpistole macht – dank ihrer Repetierfunktion – mehr Treffer pro Minute, das Blasrohr hingegen – zeitraubend nachzuladen – macht den höheren Schaden. Will man also nur Menschen erschrecken, ist die Erbsenpistole die 1. Wahl, legt man es aber darauf an, jemanden zu verletzen….
    Sine arma silent leges.

    Den Grund, warum mir meine Eltern dann das Blasrohr wegnahmen und mich zum dauerhaften Erbsenpistolero verdonnerten, verstehe ich bis heute nicht: Ich hatten einen Weg gefunden, ein Blasrohrgeschoß aus mit Klebstoff gehärteten Kaugummi mit einem Nagel in der Mitte herzustellen.

    Natürlich ist es dem gemeinen – noch unentdeckten- Amazonas-Indio nicht möglich, sein Blasrohr mit industriell hergestellten Nägeln zu bestücken, aber woher sollte ich als blondgelockter Kindergarten-Knabe wissen, daß solche nagelbestückten Geschosse bereits seit dem Jahr 1899 durch die Haager Landkriegsordnung aufs Allerschärfste geächtet wurden?

    Und was Ihrem Großvater seine Seelfrau, war mir ein großer Mann mit grobschlächtigem Körperbau und kantigem Gesicht, vor dem ich als damals 120 cm kleiner Junge einfach Angst hatte. Keine moralischen Bedenken, keine Angst vor den Geistern der Verstorbenen und der Angst, daß das einem bald selbst drohen könnte, nix metaphysisches sondern einfachste Angst vor handfest Physischem.

    Jetzt zum Inhaltlichen, werter Don Alphonso (sprachlich hingegen weiterhin ein Genuß: “1, setzen!”): Es geht um die Klage über die nicht vorhandene Nachhaltigkeit des Lebens prekärer Nichtsnutze in Berlin und um die ebenso wenig vorhandene der Wohlhabenderen am Tegernsee, wo doch beide Biotope bereits durch manchmal zombiehaft aus dem Nebel herüberwabernde Schattengestalten die Vorboten ihrer eigenen wenig verheißungsvollen Zukunft vor Auge haben.

    Ganz egal, was der Flaschenmann dem Berliner sagt und was die fettabgesaugte Ministerialdirektorenfrau dem Don in zärtlicher Umarmung – bevor er an ihr Hand anlegen muß – anvertraut, ich halte dagegen: Es gab keine, es gibt keine und es wird auch nie eine „Nachhaltigkeit“ geben.

    Beschäftigen Sie sich bitte mal mit dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik: Man kann machen, was man will, aber der Grad der Entropie wird immer weiter zunehmen! Auch Gesellschaften und ihre funktionierenden Strukturen werden durch (jeweils und/oder) eine Idee, kulturelle Übereinstimmung, Macht/Gewalt, ethnisches Zugehörigkeitsgefühl, Religion, etc. zusammengehalten. Sie schwingen sich irgendwann auf….

    ….und nach dem Glühen kommt dann zwangsläufig das Ausglühen, der Zerfall.

    Vollkommen vertane Zeit, über bürgerliche Themen wie Rente und vermeintlich abschmelzenden Wohlstand nachzudenken, wenn man als gut situierter Aristokrat im weiß-blauen Karopollunder mit schwielenlosen Klavierspielerhänden den Pitching Wedge neben den 1907er Piper-Heidsiec
    in die Golftasche packt.

    Was nicht aufzuhalten ist, ist nicht aufzuhalten.

    Für Menschen wie uns beide, werter Don, für Stützen der Gesellschaft, wird es – darauf einen Piccolo – immer einen abgefederten gangbaren Weg geben….

    …. und sei es auf dem Rücken von anderen, auf die man zuvor als 5-jähriger mit der Erbsenpistole geschossen hat.

    • Blasrohr
      Das Blasrohr hat Maschinengewehrqualitäten, schon wegen des längeren Rohrs. Zum schnellen Nachladen einfach eine T-förmige Schlauchkonstruktion hinten aufschieben – & die überlebenden Luftratten & Nichtaugenaushacker suchen sich bald andere Gefilde.

  18. Wenn man hier
    Und im Nachbarblog die Ansichten über die zukünftige Altersversorgung liest,

    Ja warum sollte die Politik.. und .die Finanzmärkte diese Erwartungen nicht erfüllen.
    Das tun sie sicher gerne – in Deutschland.
    In den anderen europäischen Ländern leben keine solche Lämmer.

    Und nochmal zur Demografie: was nützt den Franzosen ihre tolle Demografie, wenn es
    Keine Arbeitsplätze für die Jungen gibt und es den deutschen Sozialkassen nur so gut geht,
    Weil es wenig Junge gibt.
    Deutschland stand vor 20 Jahren vor der gleichen Situation wie Frankreich jetzt und was
    machte Blüm – er führte die Frühverrentung mit 58 ein. Als Gegenleistung versprach ihm
    die Wirtschaft 400 000 Arbeitsplätze für die Jüngeren.

    “Auf diese Arbeitsplätze warte ich heute noch” Norbert Blüm.
    .

  19. Privatier
    Legere est humanum.

  20. Flaschensammler Gefechte
    Rentner und sonstige Betagte die sich mit dem Flaschensammeln auseinandersetzen, sehe ich mit neuem Respekt.
    Ich habe sogar entdeckt ueber die letzten Jahre dass das Sammeln keine einfache Sache ist, sondern sogar soziale Bedeutung fuer
    westliche Gesellschaften hat.
    Da sind Arme Sammler, die kaempfen zu Fuss.
    Betuchte kommen per Vehikel …….. !

    Tschuldigung fuer den Themawechsel.

    Ihre Leser, werter Don Alphonso, moegen womoeglich auch etwas ueber diesen Aspekt wissen. Darf ich meine Erfahrung teilen?
    Im meinen Gefilden werden jede Woche die Tonnen die auf Rollern sind mit “Recycling: abegeholt. Viele enthalten die beruehmten Flaschen fuer die man Pfand zurueck bekommt.
    Ich weiss nicht ob meine Nachbrschaft (nicht am Tegernsee), besonders viele Saeufer beherbergt, aber unser Tonnen sind aeusserst beliebt — unter den Flaschensammlern.
    Kaum ist es dunkel kommen sie an. Aeltere weibliche Wesen, mit Rollkoffer oder aehnlichem Geraet, inspizieren die Tonnen und Toene der Freude entrinnen ihnen wen sie eine Flaschtrophaee entdeckten.
    Kurz danach kommt die betuchte Schwadron von Sammlern. Einer faehrt einen alten Merzedes. Parkt in der Mitte der Strasse und eilt von Tonne zu Tonne, ehe er wieder in das Auto springt und weiter braust.
    Danach koemen noch andere und untersuchen die Tonnen die man schon von Flaschen befreit hatte.
    Der Sammler Wettbewerb scheint sehr gross. Man sieht nicht oft diese betagten Menschen in solcher Eile. Da hat anscheinen keiner Rheuma, Arthritis, oder sonstiges. Die Sammler sind fit und schnell. Ich schau denen zu, voller Bewunderung und wundere mich ob es denen Spass macht. Anscheinend doch, denn die selben kommen jedes mal wenn die Recycling Tonnen am Strassenrand stehen. Ob sich ds lohnt?.
    Ein Sammler, der laufend seinen Karl Marx Bart streichelte, hat sich fuer eine neue Karriere entschlossen, hoerte ich letzt. Der ewige Flaschensammler Krieg, sei zu viel, sagte sein Enkel, der sich die Sammelszene anguckte> Er erzaehlte mir das “der Opa” nicht mehr sammelt, aber jetzt taeglich vor dem Komputer auf der Dachstube sitzt und sich als ‘Day Trader” beschaeftigt. Er hofft mit dem Boersen Zocken besser zu tun als mit den Flaschen.
    Ich weiss nicht wie der da klar kommt, denn viele Day Traders schaffen es kaum laenger als einige Monate. Dann sind die pleite.
    Hoffentlich kauft er Aktien von einem Flaschenproduzent der Dividenden bezahlt.
    Das scheint mir besser als sammeln…und ist doch sicherlich eine schoene Aktivitaet im Alter, was? Man ist in der warmen Stube, und hofft auf Erfolg …. nach dem Motto: Buy Low, Sell High.”
    Ich wuensche ihm und all den anderen Sammlern “Viel Glueck”.
    Pax vobiscum

  21. Bla, Bla, Bla...
    Der heutige Rentner sollte sich nicht nach dem Rentenbescheid definieren!

    Der heutige Rentner sollte arbeiten, kämpfen, wenn er dazu fähig ist und er es möchte!

    Kopfschüttel!

  22. Die Rentenformel 2015
    (Tegern)See plus Schlauchboot plus Rucksack voll Steine plus 1 Flasche Wodka plus 1 Nadel gleich Ruhe und Freiheit minus Friedhofsgebühren geteilt durch Mineralölsteuersenkung mal Wirtschaftswachstum im Quadrat

  23. Euthanasiephantasien des Neoproletariats
    Dumm gelaufen. FAZ: Nevermore. Wie kann ich meinen FAZ-Account kündigen?

  24. Flaschensammler
    ich komme gerade zurück aus Kuba. Dort mühte sich ein etwa 50 jähriger einbeiniger Mensch auf seinen Krücken über den Strand. Er begehrte einen CUC ( etwa ein Euro). Ich sagte ihm, dass man in der Badehose kein Portemainnaie spazierentrage, aber morgen… Er kam am nächsten Tag nicht, wohl aber einen Tag später und ich hatte einen Cuc dabei. Vielleicht war es ihm angenehm, dass ich überhaupt dran gedacht hatte. Wir redeten miteinander und er freute sich riesig, dass ich mich für die Rumba cubana interessierte. Er pfiff seine Frau herbei, setzte sich auf meinen Liegestuhl und ich sah in ein hochintelligentes offenes Gesicht, voller Kultur. Wir redeten über die kubanische Musik, schließlich nahm er seinen Cuc und ging. Trotz Bettelei hatte dieses Würde. Er schaute einem in die Augen, statt in der Anonymität der “Versicherungen” sich selbst leid zu tun. Respekt! Alter ist keine Krankheit und kein Verwesungsprozeß, eher die Gnade des langen Lebens. Auch mit einem Bein. Kommt drauf an, was man draus macht. In der deutschen Neidgesellschaft sieht es anders aus. Wer klatscht hier schon gerne Beifall, wenn es dem anderen besser geht, als einem selbst? Das Flaschensammeln mag vom Leiden des Bewußtseins wegen der Bessergehens der anderen ablenken. Und was interessiert mich heute die Rente von morgen ? Manche sind mit 20 Jahren im Geiste schon Rentner, und wenn sie es denn tatsächlich sind, denken sie darüber nach, was sie im Laufe des Lebens verpasst haben. Sicherheit bedingt eben Verzicht.

    • In letzter Zeit habe ich Erfahrungen mit Versicherungen gemacht, die michleicht köcheln lassen und irgendwann, das verspreche ich, kocht das auch hier hoch.

    • Titel eingeben
      Naja, es gibt scheints 2 Sorten. Die eine zahlt schnell mit Abschlag, die andere erst ein Jahr später, aber aus Peinlichkeitsgründen ohne Abschlag. In etwa.

  25. Megalokratie
    So ein Foto wäre es gewesen:
    http://kimjongillookingatthings.tumblr.com/
    Nicht diese genussverzweifelten Rückseiten, denen im Panorama herumgearbeitet wird. Wenn Sie rechts etwas in den See gepaddelt wären, dann hätten Sie das mit einem Teleobjektiv hingekriegt. So aber bleibt von der ganzen Tragik nur die gewöhnliche Voralpendepression. Dem alten Kim war nämlich vollkommen klar, dass das alles nicht für ihn ist; was er sieht, sind Dinge, die weiterbestehen, wenn er schon längst vermodert ist. Den Gesichtsausdruck der verzweifelten Panoramagenießer würde ich gern sehen. Auch wenn sie Arbeit anschauen, sind die bestimmt eher ungehalten.

  26. Deutsche Wagen nichts
    so Bayer-Chef Deckers und moniert die deutsche Ängstlichkeit.

    Aus guten Gründen, wenn sie gezwungen sind, tagtäglich die Leistungen der Politik-
    und Wirtschaftseliten anzuschauen.

    Da wird einem Angst und Bange.

    • Tja, das ist tatsächlich ein Problem...
      Der Kapitalismus deutscher Kultur besteht in seinem Kern ja darin, dass man stets als Priorität als Allererstes jemanden sucht der bezahlt.
      Denn das eigene Geld ist viel zu wertvoll. das gilt für Linke und Rechte, das gilt auch für Herrn Deckers…

      Am Deutlichsten kann man das ja im Bankensektor (nicht nur dem Deutschen) seit Jahren beobachten. Der Beruf des Anlageberaters steht/stand hoch im Kurs: Anderer Leute Geld Gassi führen!

      Wenn Sie wirklich “gezwungen sind, tagtäglich die Leistungen der Politik-
      und Wirtschaftseliten anzuschauen”, warum tun Sie nicht einfach was anderes?

    • Tja,
      Immer diese verdammte Alternativlosigkeit. ;-)

    • Es ist schon erstaunlich
      welchen Einheitsbrei Markwirtschaft und Wettbewerb erzeugen.

    • Korrektur
      Deckers hatte gasagt: “Deutsche Wagen taugen nichts.” Nach scharfem Protest der Automobilindustrie hat die Pressestelle das “taugen” gestrichen. Pfiffige Kerlchen, dort.

    • War mir entgangen
      Bedecke mein Haupt mit Asche.

  27. Erst
    Die Deutschen zu braven Geißlein abrichten, die sich ängstlich hinter Mutti scharen und
    schwups- auf Knopfdruck-verwandeln sie sich in kreidefressende Wölfe.

    Herr Dekkers glaubt sich auch im Lande der Eierlegendenwollmichsau angekommen.

    • Eier !!.......Wir brauchen Eier !!....
      ..sagte:
      – der Herr Dekkers zur Wollmilchsau
      – der Herr Kahn zum Fussballreporter
      – der Konditor zum Wienerwald-Vertreter
      – die Bürgerschaft beim Gauck-Besuch
      – der Wallach zum Ochsen

  28. Rentner, Pensionäre und Privatiers
    haben nur gemeinsam, daß sie im Alter von den Früchten ihrer Arbeit, vom Ererbten oder sonstigen Sozialtransfers leben können sollten.
    Die Rentner, die viel in die staatlichen “Sozialkassen” brav eingezahlt haben, erhalten am wenigsten, weil man ihre versprochenen Renten umverteilt und “reformiert” hat, vor allem auf die, die nicht ausreichend einzahlen konnten, z.B. Mütter, oder eingezahlt haben, z.B. SchwarzarbeiterInnen und die jetzt Grundsicherung (Sozialtransfers) beziehen. Die Pensionäre wurden lebenslang garantiert gut bezahlt, haben nichts eingezahlt und werden üppig alimentiert. Die Privatiers leben vom Ertrag des Erarbeiteten und Ererbten, manche schlecht, die meisten gut, wenn es gescheit angelegt wurde oder immer noch arbeitet.
    Deshalb können in unserem “Sozialstaat” immer mehr Alimentierte und Privatiers den Rentnern und Grundgesicherten beim Flaschensammeln, Regaleinräumen, Heckenschneiden und ähnlichen nützlichen Tätigkeiten zuschauen. Und dank der unsicheren Arbeitsverhältnisse, der Zeitarbeiter, Mindestlöhner, ewigen Praktikanten und kam qualifizierten Einwanderer in die Sozialsysteme werden die Alimentierten und Privatiers in Zukunft noch viel mehr “Rentnern” beim Arbeiten in ihren Refugien zuschauen können, denn die öffentlichen Parks sollten sie dann besser aus Sicherheitsgründen meiden.

    • Rentner, Pensionäre und Privatiers
      …eint, dass sie alle von liquiden Finanzmärkten abhängen.

      Warum sonst wird ein Rettungsschirm nach dem anderen aufgespannt?

    • Renter, Pensionäre und Privatiers
      eint, daß nur eine ausreichend beschäftigte junge Generation das Geld erwirtschaften kann, das letztendlich alle lebenden Generationen ernähren muß: Kinder, Alte, Kranke und Behinderte und natürlich die, die das alles erwirtschaften müssen.
      Leider haben die Zocker und Bankster der “Finanzmärkte” das Teilen aber immer zu umgehen verstanden. Bei uns helfen die Ehrenamtlichen Rentner den ganzen Armen und der Mittelstand zahlt über Steuern die ganze Sause, während die “Finanzmärkte” ihre Edelyachten und Luxusvillen an den teuren Stränden dieser Welt zur Schau stellen.

    • Titel eingeben
      Die Sache ist die: es schändet nicht.
      Regaleinräumen, Flaschensammeln und Heckenschneiden, das schändet alles nicht. Es ist ehrliche Arbeit mit den Händen und sollte nicht so schlecht beleumundet sein, dass man auf solche Menschen, egal ob es Ältere sind oder Junge, griesgrämig herabschaut, auf ihnen herumhackt oder sie als Abschaum mobbt. Der wahre Abschaum, das sind andere.

      Was aber wirklich ein Elend ist: der Betreffende verdient kaum und – das ist noch nicht das Schlimmste – er wird herumgeschubst, drangsaliert (man sehe sich an, wie Menschen in der Gastronomie kontrolliert, gemaßregelt und gebosst werden), gegängelt und als Mensch zweiter Klasse abgestempelt.

      Das zeichnet unsere Gesellschaft aus: mangelnde Achtung vor dem anderen Menschen. Mittlerweile auf allen Ebenen. Nicht nur auf der Ebene des Geldes.

      Andersherum gesehen (dann wird das schlüssig): Wer als halbmafiöser Bauunternehmer, seines Zeichens prozessierfreudiger Finanzamtssteuerseumiger und Menschen- und eigene-Mutterschinder (ich kenn da zufällig einen und genügend Vorfälle mit dem) sich aufführt wie eine Drecksau, dem wird immer noch – von den meisten Kriechern in seiner Umgebung – Respekt gezollt. Warum? Weil er Mords-Kohle einfährt, Riesenautos in der Garage hat, weil er sich eben präpotent aufführt. So einer ist dann was – und der ehrliche (ehrlich, sofern nicht Schwarzarbeit) Heckenschneider ist ein Nichts. Umgekehrt sollte es sein, wenn sich eine Gesellschaft noch als menschlich bezeichnen will.

      Papst Franziskus hat da in dieser Richtung Erstaunliches gesagt. Da möchte man fast wieder katholisch werden. Und man möchte zumindest hoffen, dass er nicht plötzlich aus unerklärlichen Gründen ablebt. Historisches Schicksal von Päpsten, die sich aus dem Fenster lehnen.

  29. Titel eingeben
    Seit Langem,für mich, mal wieder ein guter Beitrag.Es ist schon schwer von “Rente” zu leben,
    zumal,obwohl von Uraltadel, Krankheit und Pech mit Anwälten, das Einkommen nicht dem
    Stand entspricht.Andereseits kann man das Leben auch ganz gut geniessen,sogar mit Golf,
    nur leider nicht in Alemania,passt gerade noch in Andalusien…

  30. Titel eingeben
    Geehrter DON ALPHONSO,
    für halbwegs intelligente Personen, wie Sie, empfinde ich nur Verachtung, denn die Mehrzahl der von Ihnen zitierten Renter haben mindestens 47 und manche auch 50 Jahre hart gearbeitet. Nicht nur 8 Stunden und die dann noch mit Zigarettenpausen ausgenutzt, sondern sind schon vor 6 Uhr gestartet und nach 18 h erst nach Hause gekommen. Und das bis zu den 60er Jahren an 6 Tagen in der Woche und nur max 18 Tage Urlaub. Und solche verhöhnen Sie mit Ihren “Gedankenergüssen”!
    Ich kann Ironie ab, aber nicht Ihre Art. Denken Sie da einmal drüber nach. Es gibt viele die diese Nation in den 50/60/70 Jahren aufgebaut haben und es auch trotz mittlerer Reife zu leitenden Funktionen schafften/aufrückten – nicht wegen Protektion, sondern aufgrund ihrer Leistungen und des Einsatzes für das Unternehmen. Solchen Personen sollten Sie etwas mehr Respekt zollen, denn diese haben in das System nicht schlecht eingezahlt, von dem Sie und viele andere auch profitieren. Nur noch eine Schlussbemerkung “Ein leerer Sack steht nicht!”, sagte meine Mutter und hatte Recht. Wo viel diskutiert wird ist Armut, wo aber gearbeitet wird ist Wohlstand!

    Gruß aus NRW, das einmal soviel an die Bayern gezahlt hat und jetzt am liebsten nichts an die anderen Bundesländer abgeben will.

    • Sie haben den Beitrag offensichtlich nicht gelesen und wenn doch, dann nur so mittelprächtig den Sinn dieses Blogs verstanden, das sich überhaupt nicht um “normale” Menschen dreht, sondern um die obersten 5-10% der Bevölkerung, wenn man den reichtum betrachtet. WWenn da einer schon mit “Verachtung” kommt, ist mir das eigentlich herzlich egal.

      Ansonsten rackern sich auch viele junge Menschen enorm ab und das wird angesichts der Demographie sicher auch nicht weniger.

    • Vor allem Eins
      sie haben an sich geglaubt.

    • Lieber Gast...
      … haben Sie gestern die Doku zum deutschen Wirtschaftswunder gesehen? Da ist Ihr Bild vom “bienenfleissigen Deutschen in den 50/60/70er Jahren” kräftig zerrupft worden.
      .
      6 Uhr bis 18 Uhr x 6 als Angestellter = unmenschliche Maloche, die heute in China geleistet wird, weil die noch heute so hirarchiegläubig, unterordnungsfähig und duckmäuserisch -eben aufstiegswillig- sind, wie “wir” damals.

  31. In der mit Abstand uncoolsten Ecke jedoch ...
    … gibt es auch noch Möglichkeiten, etwas im ursprünglichen Wortsinne GRUNDLEGEND zu ändern. Man bohre etwa an der tiefsten Stelle des eiszeitlichen Zungenbeckens – großkalibrig zum Keuper hinab & dort dann tief hinein. Dann unterlasse man es, das Bohrloch ordnungsgemäß zu verrohren oder gar abzudichten.

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