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Friedrich, Uhl, Metternich und andere Schrecken des Biedermeier

17.07.2013, 06:48 Uhr  ·  Die Idylle des Biedermeier sollten wir verlassen, meint Hans-Peter Uhl im NSA-Skandal. Dabei war das Biedermeier eine Epoche der totalitären Regimes, die einem nicht Bildungslosen erstaunlich modern und fortschrittlich erscheinen.

Von

ohne Sinn und Verstand und moralisch verkommen
Hans-Peter Uhl 2009 über Mitglieder des Chaos Computer Club

Eigentlich war diese Legislaturperiode aus kulturhistorischer Sicht gelaufen, als Bundesaussenminister Westerwelle seinen Sager von der spätrömischen Dekadenz zum Schlechtesten gab. Da war eigentlich klar: Es würde für seine Kabinettskollegen und Fraktionen schwer werden, dieses Niveau noch einmal zu unterbieten. Aber jetzt, auf der Zielgeraden kurz vor der Wahl, kommt die Blutgrätsche, und wie es sein muss, kommt sie nicht nur aus der CSU, sondern auch noch vom Hardliner Hans-Peter Uhl, der früher als Kreisverwaltungsreferent von München durch nicht gerade nachtschwärmer-, schwulen- und demonstrantenfreundliche Politik aufgefallen ist. Jetzt also, im Zuge von Prism und dem nicht enden wollenden NSA-Skandal, der längst auch ein Skandal des versagenden Innenministers ist, jetzt also stellt sich Uhl hin und sagt, angesichts der Datenspeicherung stosse “der Nationalstaat mit seiner Verpflichtung, seine Bürger zu schützen, erkennbar an Grenzen.” Und nach dieser Bankrotterklärung des Rechtsstaates kommt auch noch die kulturgeschichtliche, Westerwelle gnadenlos wegkeilende Meisterminderleistung:

Wir müssen die Idylle des Biedermeiers verlassen.”

Man muss Uhl vielleicht zugute halten, dass das Biedermeier in Bayern vergleichsweise mild und ohne allzu viel Staatsterror abgelaufen ist. Bayern war zu Zeiten der Aufklärung eher ein zurückgebliebener Gottesstaat, und der Wechsel zwischen Freiheitswillen und Unterdrückung war hier nicht so brutal wie in den umliegenden Nationen. Biedermeier in Uhls und meiner Heimat ist mehr Griechenbegeisterung und Klassizismus, Schönheitengalerie und Kunstförderung, und als andere 1848 gegen die Unterdrückung aufstanden, wehrte man sich in Bayern nur gegen das in den Augen der Bewohner liderliche Wesen der Lola Montez, mit der der bayerische König Schmutzeleien betrieb. Andere Stimmen, die das Biedermeier auch in Bayern als muffige, reaktionäre und auf dem flachen Land als katholisch-autoritäre Epoche schildern, werden dagegen gern mit den adretten Damen von Stieler und Graefle (s.o.) überdeckt.

Aber ansonsten ist die Epoche nach dem Ende der Napoleonischen Kriege auch unter einem anderen Namen bekannt: Vormärz, nach dem März 1848 und seiner Revolution. Und das ist nun wirklich keine Epoche, die man als Idyll würde ansehen wollen, sondern nach der Epoche der Erklärung der universellen Menschenrechte, auf die wir uns heute so gern berufen, eine Zeit übelster Repression, Unterdrückung, Zensur, politischem Mord, aussergerichtlicher Folterkerker und personell und technisch weitestgehender Überwachung. Wenn man sich die Sache etwas genauer anschaut, verlassen wir kein Idyll des Biedermeiers, wir betreten gerade kein merkel’sches Neuland, sondern eine Neuauflage einer totalitären Schreckenszeit, die viele, denen ihr Leben und ihre Freiheit lieb war, zum Rückzug in ihr privates, unpolitisches und rechtloses “Idyll” zwang.

Das Äquivalent zum “War on Terror” war damals die Demagogenverfolgung, der Patriot Act und all die Überwachungsgesetze in den Vasallenstaaten hiessen damals Karlsbader Beschlüsse, die, wie heute auch, hastig und rechtlich fragwürdig beschlossen und zugunsten der Totalkontrolle im Deutschen Bund und in Österreich umgesetzt wurden. Die Bevölkerung war damals wie heute den Nachforschungen und Kontrollen schutzlos ausgeliefert, es tagten damals schon geheime Gerichte, die kein Opfer anhörten: Die “Zentralkommission zur Untersuchung hochverräterischer Umtriebe” konnte in Form einer Sondergerichtsbarkeit dafür sorgen, dass Professoren ihre Stellen verloren, Studenten aus den Hochschulen geworfen wurden und Demokraten in Gefängnissen landeten. Samt und sonders Leute übrigens, die jene Politiker heute als Vorväter unserer Demokratie in hohen Ehren halten, die uns ansonsten aber die Vorteile der Internetüberwachung erklären – wie dieser Herr Uhl.

Das damals schon gebräuchliche Argument, das alles diente der inneren Sicherheit, hätte man sicher schon zu einem “Supergrundrecht” aufgebauscht, hätte man es für notwendig erachtet, einen andauernden Bruch der Verfassung für das Wahlvolk zurecht zu neusprechen. Allein, es gab damals kein Wahlvolk und kein Grundgesetz. Was es gab, waren Absprachen zwischen Freunden und Partnern und ihrer Dienste: Die Österreicher, der Kirchenstaat und die italienischen Bourbonen tauschten sich über die Carbonari und das Junge Italien aus, Russen, Österreicher und Preussen sprachen über polnische Patrioten, deren Land sie unter sich aufgeteilt hatten, und Österreich und Preussen redeten über Studenten und andere Störenfriede und wie man ihnen den Lebensraum entziehen kann. Man witterte überall Verschwörung, man war ein wenig paranoid, und man war scharf auf vermeintlich sicheres Wissen.

Dafür braucht man natürlich Informationen wie jene, die dieser Herr Uhl nach eigenen Worten für sicher hält, wären sie in einem versiegelten Brief gewesen. Ja, dieser Herr Uhl, der hätte damals sicher auch gesagt, dass der Briefverkehr kein rechtsfreier Raum sein darf, und Merketternich hätte ihm recht gegeben und dann hätten sie über Siegel gelacht: Tatsächlich war es nämlich so, dass in den sogenannten Schwarzen Kammern Heerscharen von Unterdrückern damit beschäftigt waren, die Post zu öffnen und zu lesen, und Metternich dann in Briefings zu melden, falls jemand so unvorsichtig war, etwas Falsches wie etwa fragwürdige Keywords zu schreiben. Und weil schon damals manche schlau genug waren, Nachrichten zu verstecken zu codieren, hatte Metternich auch noch eine eigene Dechiffrierungsabteilung eingerichtet, in der dann aber nicht nur normale Demokratieterroristen, sondern auch die diplomatische Post der Freunde und Partner gefilzt wurde, Das machten damals übrigens auch schon alle.

Da ging es dann aber um die grosse Politik, wie etwa, Überraschung, Freihandelsabkommen. Für die normalen Bürger, die vermutlich auch dachten, sie hätten nichts zu verbergen, gab es dagegen ein enges Netz von Spitzeln und Informanten jenseits der rechtlichen Kontrolle, die vorsorglich und verdachtsunabhängig alles aufschrieben, was später einmal nützlich sein könnte. Hat jemand einen verdächtigen Freund getroffen? Kauft er mehr Heine als Goethe? Besucht er oft Rossiniopern, singt er gar mit Mozart, ob der Herr Graf ein Tänzchen wohl wagen will? Beschwert er sich über die Wiedereinführung der Gesellschaft Jesu? Alles für sich sind das nur Kleinigkeiten, aber zusammengenommen, mit dem richtigen Verdacht versehen, ergibt sich ein Bild, und dafür sucht man dann nach Beweisen und schwupps, ist er in Guantanamo.

Pardon, Spielberg natürlich, so hiess der Folterknast, in dem das biedermeierliche Wien – Freude schöner Götterfunken – seine Gegner ohne Prozess verrotten und krepieren liess, manchmal begründet und manchmal wegen Lappalien wie anderer politischer Auffassung. Man konnte das nie wissen, die Bedrohung dieses Systems ging von seiner Geheimniskrämerei aus. Wie viele Anschläge mit Gift und Dolch verhindert wurden? Unklar. Geheimsache. Warum 1846 die Preussen vom polnischen Aufstand Wind bekamen und die Österreicher trotz Überwachung überrascht wurden? Tja. Warum sie die Aufstände in Italien erst bemerkten, als sie begannen? Tja. 80.000 Anschläge gab es seit 2001 weltweit, angeblich 45 soll Prism verhindert haben, wie viele von hauseigenen Diensten mitinitiiert wurden, wie viele es wirklich sind und wo nur irgendwelche Auffassungen zu Anschlägen hochstilisiert wurden, war bei Metternich ebenso unklar wie heute. Man wusste es schon damals nicht: Metternichs Spitzel ersoffen in den gewonnenen Daten, aber zumindest den Zweck, die eigenen Untertanen und Vasallenregionen in Angst und Schrecken klein zu halten – das hat dieser Staatsterror geschafft. Bis März 1848, den wir heute als wichtigen Moment der deutschen Geschichte kennen.

Nur Killerdrohnen hatte man damals nicht. Allerdings gab es Figuren wie Antonio Capece Minutolo, der als Polizeiminister der italienischen Bourbonen so freundlich war, den Gegnern der italienischen Freiheitsbewegung Waffen für Todesschwadronen zu liefern, die auch für Metternich die Drecksarbeit des Verschwindenlassens und Beseitigens machten. Und wie heute gab es dabei erhebliche Kollateralschäden, die aber in den Wiener Hofnachrichten als Nebeneffekte der inneren Sicherheit allenfalls am Rande erwähnt wurden. Dann lagen halt ein paar tote Italiener neben einem Haus, das als Versteck des Widerstandes galt – selbst schuld, wenn sie Kinder mitbringen. Eine Untersuchung der Vorgänge ist nicht nötig gewesen, und man ist auch niemandem Rechenschaft schuldig. Nationale Sicherheit halt.

Biedermeier. Eine idyllische Epoche. Metternich hat man dann in der Revolution von 1848 vertrieben. Uhl und Friedrich gelten weiterhin als Innenexperten, und die Kanzlerin wird ihnen brutalstmöglich wie unseren Freunden und Partnern das Vertrauen aussprechen, und massiv für ein internationales Abkommen eintreten, das unsere Sicherheitsgrundrechte bestens schützt.

Mindestens so gut wie die Karlsbader Beschlüsse, darf man annehmen. Die Idylle des Biedermeier ist nicht vorbei, sie geht mit Überwachungsfreunden wie Friedrich und Uhl gerade erst richtig los.

HINWEIS:

Mit den Kommentaren geht es dagegen im speziellen Blog richtig weiter – den mit diesem Javascript hier würden nicht nur Kommentare, sondern auch versiegelte Briefe vermutlich verschwinden.

 

 
 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (80)
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28 Ellen Wild 17.07.2013, 08:13 Uhr

Obwohl ich Biedermeier-Möbel liebe,

ist mir bei Ihrem, ach so wahren, Geschichtsrückblick das Frühstück heute morgen im Hals stecken geblieben. Man ahnte schon, was immer wieder aufblitzte. Aber so zusammengefaßt, hat mich das heute doch sehr erschreckt und läßt einen "Horch & Guck" noch als Idyll erscheinen.
Und "Mutti" macht erst mal Ferien.

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2 Martin Jannetti 17.07.2013, 08:21 Uhr

Prosit Metternich!

trotz allem "Spielberg": wäre es nach dem Fürsten gegangen, wäre "Deutschland" viel erspart geblieben...

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großartig

lieber D.A.!

15 Peter Keul 17.07.2013, 09:50 Uhr

Verdammt, die Zeiten werden einfach nicht besser

lernen wir heute vom Geschichtskenner Alphons. Und Politiker, die sich zu den aktuellen Vorgängen äußern, würden besser schweigen, denn alles wird gegen sie verwendet. Und die Berliner Kumpels, ob sie nun Peer, Angela oder Walter heißen, sin allesamt zumindest Mittäter.
Die Mächtigen versuchen doch nur, ihre Macht zu behalten, so wie Alphons seine Silberkännchen und ich meinen Hartzvier-Anspruch. Da sollten wir als einfache Bürger doch Verständnis haben. Wir können uns damit trösten, dass die ganze Überwachungs-Paranoia nur sehr bedingt erfolgreich ist. Die angeblich so omnipotenten Machtstrukturen einschließlich der USA erleiden nahezu täglich größere und kleinere Niederlagen. Und die Macht muss immer wieder geteilt werden, und von Zeit zu Zeit geht sie auch mal verloren. Allerdings bekommen sie dann andere. manches mal nicht bessere. Auf Schahs folgen oft Ayatollas. Das weiß Angela Merkel. deshalb ist sie vorsichtig, wie die meisten in diesem unserem Land. Und welche Optionen hat Sie? Den USA den Krieg erklären? Alle Verträge kündigen? Das Internet abschalten? (wäre schade, schon wegen diesem Blog) Embargo gegen USA und England? Internationale Telefonverbindungen kappen? dann müssten die Spione wieder zu Fuß kommen. Alles mit ein par Unbequemlichkeiten verbunden. Aber ein klein wenig weniger Überwachung. Trotzdem leben Alphons und ich ganz gut in unserem jeweiligen Eck. Vielleicht weil wir die Macht nicht so sehr haben wollen. Und die CDU hat immer noch gute Umfragen.

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22 geier333 17.07.2013, 10:23 Uhr

hans

In einer Zeit, in der es besser ist, von nichts zu wissen bzw. nichts gewusst zu haben, braucht man sich nicht zu wundern, dass wir von Doofen regiert werden.

12 Thomas Kuhn 17.07.2013, 10:53 Uhr

Stille macht Angst

Mir scheinen solche Richtigstellungen etwas überflüssig: Uhl wie jedem anderen ist doch klar, dass er keine Botschaft übermitteln will, die etwas bedeuten soll, sondern nur sinnloses und einlullendes Rauschen erzeugt. Solange die Maschine surrt, ist alles in Ordnung, das ist die einzige Aussage.
Der Gebrauch von Termini aus dem Kultur- oder Wissenschaftsbereich ist nahezu immer falsch. Kein Mensch, der nicht vom Fach ist, weiß, was "Paradigmenwechsel", "Quantensprung" o.ä wirklich bedeuten. Es klingt aber irgendwie kompetent und macht das Rauschen daher noch beruhigender.

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15 Reinhard Lammering 17.07.2013, 10:55 Uhr

Warum lassen wir es

überhaupt zu,uns von ungebildeten Juristen wie dem Herrn Uhl, von denen es Heerscharen in den Ministerien gibt, die aber ganz stolz auf ihre Prädikatsexamina hinweisen und weg. eigener Unfähigkeit Gesetzentwürfe von Anwaltskanzleien fertigen lassen müssen, bevormunden zu lassen.Da verwundert die Meldung aus Bayern auch nicht, dass ein Schulleiter der CSU die Abiturnoten frisiert, um sich als Eliteschule aufzuspielen.Bildung fällt eben auch im Reiche des Horst S. nicht vom Himmel.

28 tiberiat 17.07.2013, 11:06 Uhr

Mann oh Mann, Sie schreiben Sachen; Danke und...

Mann oh Mann, Sie schreiben Sachen; Danke und viel Glück bei der Flucht :-)

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5 Leopold Hahn 17.07.2013, 11:13 Uhr

etwas kleinkarierter Kommentar

Ihre vertiefende Auskunft zum Biedermeier in Ehren.

Aber landläufig wird etwa die Malerei von Carl Spitzweg als "biedermeierlich" bezeichnet. Kunsthistorisch darf man Biedermeier also durchaus mit "Idyll" assoziieren. Auf Wikipedia finden Sie etwa das Bild vom "Briefbote im Rosenthal": Das ist durchaus idyllisch, wie ein freundlicher Postbote den Brief zuverlässig zu seinem Empfänger bringt.

Der Vergleich macht schon Sinn: Viele Nutzer von elektronischen Medien meinen - vielleicht einem etwas veralteten "Idyll" nachhängend, der Staat könnte seinen gesetzlichen Schutzauftrag voll durchsetzen, auch wenn die Daten in Wahrheit nationale Grenzen überschreiten und generell für viele Versierte offen stehen.

Also Herr D.A.: War die Äußerung von Uhl wirklich so abwegig?

Antworten (6) auf diese Lesermeinung

6 E.R.Binvonhier 17.07.2013, 11:22 Uhr

Weder Frau Merkel

...noch Herr Schäuble haben je aus ihren politischen Vorbildern ein Geheimnis gemacht.

Was Frau Merkel eine Zarin Katharina ( und deren bekannt inniges Verhältnis zu der
Leibeigenen Bevölkerung) ist für
Herrn Schäuble - nach eigenem Bekenntnis - METTERNICH .

9 Tyler Durden Volland 17.07.2013, 11:38 Uhr

....

...plus ça change, plus c'est la même chose...

3 E.R.Binvonhier 17.07.2013, 12:27 Uhr

Trotzdem

Komm ich aus dem Staunen nicht heraus, wieviel Raum die Medien dieser Sache
Einräumen, wo die parlamentarische Opposition doch zum Jagen getragen werden muss.

Selbst die Bild-Zeitung liefert Material.

???

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6 Herold Binsack 17.07.2013, 12:30 Uhr

Nur Dummheit macht so hilflos wie diesen Herrn Uhl

Ich freue mich solches wieder mal lesen zu dürfen. Nämlich auch unter dem Aspekt betrachtet, wie dumm eigentlich all diejenigen sind, die uns regieren, bzw. da sie das nicht völlig schaffen, uns zu bespitzeln suchen. Und wie die bisherige Geschichte eben schon bewies, und wie Sie so wunderbar klarstellen, macht Widerstand Sinn. Nur wenn wir genauso dumm bleiben, wie solche Regierenden, wie dieser famose Uhl nämlich, dann kann uns niemand helfen, dann bleiben wir so hilflos, wie eben auch dieser Uhl.
.
Hier mein Beitrag, den ich bereits unter http://www.faz.net/aktuell/politik/prism-affaere-bundeswehr-hat-schon-lange-kenntnis-von-amerikas-spaehprogramm-12285004.html gepostet habe, der aber viel besser hierher passt (und ja, Sie haben ja so furchtbar recht, der Blog ist seit der letzten „Reform“ eine Zumutung, ich poste es daher gleich nochmal in Ihrem persönlichen):
Es wäre der Wahlboykott die angemessene Antwort drauf
.
Die regierenden Kasten der ganzen Welt sind alle involviert in ein System, das sich ganz grundsätzlich gegen deren eigene Völker richtet. Als Agenten einer fremden Macht handeln sie, nicht als gewählte Stellvertreter der Völker. Sie wähnen sich als Auserwählte, nicht als Gewählte. Dieses System wird trefflich durch das Bilderbergertreffen repräsentiert. Dort sind sie alle, die Gewählten, die nicht Gewählten, die Auserwählten. Verschworen gegen die eigenen Völker. Das lässt im Übrigen auch den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur hinfällig werden. Die Diktatur unterscheidet sich von der Demokratie nur noch graduell – am Grad der Gewalt. Am Ausmaß der subjektiven Hilflosigkeit der betroffenen Volksmassen. Objektiv sind wir alle gleichermaßen hilflos. Wofür die Arroganz der USA ganz subjektiv zu stehen scheint. Und in der Tat: es wäre der Wahlboykott die angemessene Antwort drauf. Zeigte dieser doch, dass die Völker sich all dessen bewusst sind und damit nicht völlig hilflos.

Antworten (3) auf diese Lesermeinung

Guter Vergleich. Oder hinkt er doch?

Bemerkenswert guter Artikel, Don Alphonso; als geschichtsbeflissener Bürger ärgere ich mich fast, dass ich diese Parallele zum Biedermeier nicht selbst schon entdeckt habe. Aber wie das mit historischen Parallelen so ist - man möchte dann auch wissen, wie weit man sie in die Zukunft extrapolieren kann. Im Biedermeier waren die Feinde diejenigen, die Demokratie wollten, und letztlich haben sie sie bekommen (wenn es in Deutschland auch 100 Jahre dauerte). Da fällt eine Identifizierung mit den Unterdrückten nicht schwer.

Aber heutzutage sind die Feinde in erster Linie diejenigen, die den islamischen Gottesstaat wollen... Ich gebe selbst zu, dass das sehr einseitig klingt, aber wer sonst ist es zuletzt noch? Und bei aller Sympathie für unschuldige Guantanamo-Opfer - sollen wir uns mit aus purer Abneigung gegen staatliche Repression jetzt mit den Islamisten solidarisieren? Dass die ganze staatlich-kommerzielle Überwachung ein riesiges Missbrauchspotenzial hat, ist selbstverständlich unbenommen.

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.......

"jetzt also stellt sich Uhl hin und sagt, angesichts der Datenspeicherung stosse “der Nationalstaat mit seiner Verpflichtung, seine Bürger zu schützen, erkennbar an Grenzen.”"

Nachdem man also schon die ganze Zeit so tut als wäre Nationalstaat so gestern tut man nun so als habe er auch keine Pflichen mehr, MEINE Sicherheit heisst Datenschutz nicht Transparenz.

Denn wer weiss vielleicht sag ich mal das falsche irgendwo und mir fällt eine Rakete auf die Rübe, mit freundlichen Grüssen vom Friedensnobelpreisträger...

Die CDU verhält sich ihrer Geschichte, ihrem Selbstverständnis als konservative Partei und dem deutschen Volk gegenüber in einer Art und weise die früheren Grossen dieser Partei wohl den Herzschlag geben würde wären sie nicht schon tot....

[...] Friedrich, Uhl, Metternich und andere...

[...] Friedrich, Uhl, Metternich und andere Schrecken des Biedermeier [...]

5 Gerhard Dünnhaupt 17.07.2013, 13:01 Uhr

Die Erinnerung des Volks ist voller Löcher

In der ganzen ehemaligen k.u.k. Donaumonarchie "erinnert" man sich bis heute an Franz Joseph mit Kaiserschmarren, Schlagobers und Walzerträumen. In Wirklichkeit war es eine grausame militaristische Periode brutaler Unterdrückung.

6 Andy Hunter 17.07.2013, 13:09 Uhr

Na ja

Ich weiss nicht. Metternich musste damals den österreichischen Vielvölkerstaat zusammenhalten. In den kleineren Staaten war die Repression sowieso überschaubar - Nationaldenker wie Friedrich List hat man zwar gedemütigt und in die Verbannung geschickt, aber nicht gleich umgebracht. Es war eher die fehlende wirtschaftliche Einsicht der Landesfürsten (Zollschranken, Industrialisierung), die den Pfad dann schnell Richtung "Globalisierung" wenigstens des kleindeutschen Raums gelenkt hat. So musste man schliesslich auch in der bayerischen Lokalbahn den nervtötenden preussischen Düngemittelhändler (Ludwig Thoma) zähneknirschend akzeptieren. Ob das nach 1871 einsetzende nationale Erwachen jedenfalls wesensmässig besser als die Metternichsche Restauration war, wage ich zu bezweifeln.

In unserer in Partikularinteressen zersplitterten Gesellschaft ist ein bisschen Überwachung vielleicht gar nicht schlecht - die Zahl der Irren nimmt immer mehr zu, und wer wollte sonst die ganzen Antidemokraten und Salafisten im Auge behalten.

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5 bebe flusi 17.07.2013, 13:32 Uhr

historie

Die Spitze des Eisberges

Ich bin mir nicht sicher was es nach den bereits integrierten
Seriennummern der Pentium 90 Intel Chips und Echolon noch
gebraucht haben soll um wach zu werden. Der Patriot-Act macht
in neuer Qualität klar um was es geht und ich möchte die sauber
ausformulierten Bündnisverträge aller deutschen Regierungen
nach 1945 auch gar nicht kennen, da würde uns an eingeschränkter
Soveränität so manches allen Regierungen in die Wiege
gelegt. Und die Bevölkerung wird mit Phrasen geblendet
"keine Kampfeinsätze" im 2. Irakkrieg; da lachen nicht mal
mehr die fortlaufend gackernden Hühner...

1 Philipp Graf Gudenus 17.07.2013, 13:52 Uhr

Le Biedermeier - derer gab es viele

Man kannte sich nicht. Die handelnden Personen der bieder Herr Meier, der Herr Hofrat,dieser eigentlich ohne Frau, der gennnante Fürst.

Wans ging es zu Ende? 1835 ? Gibt es eine Aussage Seiner Durchlaucht? Das Zeitalter des wohlhaben,den Kleinbürgers in Wien?

GrafGudenus, Paris.

Wohin nach dem Idyll

In welche Richtung moechte jener Herr Uhl das biedermaiersche Idyll verlassen? Sollte dies ein versteckter Aufruf sein die Datenbanken zu stuermen und wir haben ihn falsch verstanden?
Frueher standen die Bayern in dem Ruf die FDGO bis zur letzten Mas zu verteidigen - jetzt steht der da hin und grummelt: Jo mai

Heine schrieb zu jener Zeit: Denk ich an Deutschland in der Nacht...

1 Wolfgang Hennig 17.07.2013, 14:24 Uhr

Gut die Wiederholung der "Geschichtsabläufe" erkannt.

Interressant wenn jemand, z.B Sie, diese Zusammenhänge sieht und in einem
Artikel anhand "Biedermeier-Geschichte" sehr unterhaltsam erzählt;
und damit zum Nachdenken über "Geschichtswiederholung" anstoßen möchte,
verbunden mit der Frage: Wie kommt man aus diesem "Geschichtsdilemma".
Genau so interressant manche Kommentare.
Es wird geschaut, ob auch alles, bis aufs "I-Tüpfelchen", 10te Stelle hinter dem Komma,
"Biedermeier-Parallel" ist....und wehe nicht...aua...aua...aua.
Zum, meiner Meinung nach, "Kernthema Geschichtswiederholung", warum...
nicht nur "Biedermeier-Zeit"...sondern fließend durchgängig seit den Pyramiden,
trotz gewachsener Intelligenz. Wo ist der "Geist-Knackpunkt" und wie wäre das zu ändern...
und...und...und...finde ich nicht viel...oder es ist zu versteckt für meinen Horizont.

Ich denke z.B. über Zusammenhänge von Intelligenz, Verstand, Emotion, Vernunft
und Geist nach...um diese, meiner Meinung nach gestellte, "Geschichtswiederholungsfrage"
zu beantworten.

Falls ich komplett falsch liege, bitte ich um klärende Antwort.
Im Voraus vielen Dank...und vergellt's Gott.

:-)

Antworten (5) auf diese Lesermeinung

5 AnjaBöttcher 17.07.2013, 14:59 Uhr

Ein wirklich treffender und toller Artikel...

...doch brauchen wir noch weitere HeinesBörnesGutzkows, damit gegen die neue totalitäre Synthese politischer und ökonomischer Oligarchen ein breiter, anhaltender und heftiger Widerstand gedeihen kann. Denn noch schläft Europa (und ein Großteil seiner Presse) selig auf weichem Pfühle, während Magnaten wie Monsantos Europas Land schon als Agrar- und Absatzfelder einkalkuliert haben und die Energiekonzerne sich gegen den Willen der überwältigen Anzahl der Bürger 'Rechte' zum (vorläufigen) 'Probe'-Fracking erzwingen. Juliane Reding, die einsam in der EU versucht, gemeinsame Datenschutzregelungen durchzusetzen, klagt schon seit Januar 2012 vehement gegen rabiate Angriffe der Lobbyisten gegen sie selbst als Person und ihr politisches Vorhaben. Aber bislang war sie eine einsame Stimme in der Wüste. Der Vorwand 'Sicherheit' ist nur das Geflüster, mit dem die politischen Schafe eingelullt werden sollen. In Wirklichkeit wäre der frei sich artikulierende Wille souveräner Bürger schlecht fürs Geschäft.

1 E.R.Binvonhier 17.07.2013, 15:56 Uhr

Erinnere mich noch

wie Frau Merkel zu ihrem ersten Gipfel nach St.Petersburg reiste und es genoss
O-Ton " am Tisch der Mächtigen zu sitzen" ...und nun doch wieder: every bodies Depp.

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

Dank nachhaltiger, langfristiger...

Dank nachhaltiger, langfristiger Ueberarbeitung hatte ich schon lange keine Zeit mehr, hier einen Blogbeitrag zu lesen, geschweige denn zu kommentieren. Aber bei diesem Beitrag bin ich doch froh, die email-Benachrichtigungen *nicht* abbestellt zu haben! Da ich nicht in Deutschland lebe, ist mir die "Original-Biedermeier-Bemerkung", wenn man das so nennen kann, leider entgangen, der Skandal selbst hingegen regt mich enorm auf. Ist wahrscheinlich ein Berufsrisiko, wenn man seit mehr als zehn Jahren im Bereich Menschenrechte arbeitet. Wie auch immer, lieber Don, haben Sie vielen Dank: Ihr Beitrag war gleichzeitig das Lustigste und Tiefsinnigste, was ich bisher dazu lessen durfte. Vielen Dank!

0 Bruce Lecompte-Robert 17.07.2013, 22:11 Uhr

Überwachung solange es Gruppen und Staaten gibt

So war es schon immer: Während der römischen Kaiserzeit konnte man der Religion huldigen, der man wollte, oder eben seine Meinung frei äussern, ohne vor Häschern Angst haben zu müssen. Aber öffentlich gegen den Kaiser lästern war ein Tabu, das streng bestraft wurde. In einigen Gegenden des Reiches wurde man auch dafür gekreuzigt. Ob in während der Biedermeierzeit, der Habsburger Monarchie oder später, man wurde überwacht, in welcher Form auch immer. Heute haben wir political correctness, eine Erfindung, mit der es sich leichter regieren lässt. Und was die heutige Demokratie (ich will das mal so nennen) angeht, so fühlt man sich an den Satz des französischen Komikers Coluche erinnert: "In der Diktatur heisst es: Halt's Maul, in der Demokratie: Red' du nur". Tja, wenigstens kann man in einer Demokratie reden, eben auch im überwachten und ausgewerteten Internet.

Ihr Wachrütteln ist nötiger denn je, beim aktuellen Wahlkrampf!

Geschätzter Don, ihr auch historisch begründetes Wachrütteln ist nötiger denn je, beim aktuellen Wahlkrampf. Bin ratlos wie noch nie - welche Partei ist denn überhaupt noch fähig, etwa auf folgende Fragen zu antworten:

Welche Maßnahmen wurden in der Vergangenheit von deutscher Seite wohlwollend durchgewunken?
Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und Staatsorganen beim Austausch von Daten aus?
Warum gibt es keine öffentliche Debatten über Risiken und Nebenwirkungen für den unaufgeklärten Bürger!
Welchen Preis zahlen wir für das unreflektierte Posten in kommerziellen sozialen Netzwerken?
Warum gibt es kein Ministerium für Datenschutz und den Missbrauch personengebundener Konsumdaten?
Wann gibt es endlich ein verbindliches Regelwerk für all die gewerblichen Datenfischer?

Dies alles sind Zukunftsfragen für die eigene Privatsphäre!

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

0 Köstlich 17.07.2013, 23:12 Uhr

Ich sage nur ...

... "einfordern" ist nicht "durchsetzen".
.
Wir sind mit unserer urlaubenden Mutti samt Innen-Fritze eben immer noch die Bedauernswerte Republik Deutschland ... zumindest im Verhältnis zu unseren amerikanischen Beschützern.
.
Ohhh bummer sagt der Ami zu so was.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

Nur weil Friedrich, Pofalla, Uhl, Merkel an...

Nur weil Friedrich, Pofalla, Uhl, Merkel an die Grenzen ihrer Rechtsstaats- und Demokratietreue und die Grenzen Ihres Pflichtgefühls gegenüber ihrem Amtseid und ihrer Verpflichtung gegenüber Verfassung und Staatsbürgern geraten sind, heisst das noch lange nicht, dass damit auch schon der deutsche Staat und das Grundgesetz am Ende sei. Nur weil die noch herrschenden Parteien und Regierungsmitglieder versagen und wohl sowohl unfähig wie auch unwillens sind, Bürger und Grundrechte zu schätzen und zu schützen, bedeutet das noch lange nicht, dass es zu derlei Personal keinerlei Alternative gäbe.
Vieles wäre möglich. Man müsste es eigentlich nur wollen und dann auch tun. Technisch wäre es ohne weiteres möglich, allen innerdeutschen Internetverkehr sowie alle innerdeutschen Telefonate eben NICHT via gläsernem Kabel anderen Nationen mit anderen Vorstellungen von Sicherheit und Freiheit zum Fraß und zur gefälligen freien Verfügung untertänigst vorzulegen. Ohne weiteres könnte man auch die Tätigkeit spionierender ausländischer Internetfirmen untersagen und unterbinden, Frau von der Leyen hatte zum Thema Internetsperren ja einige wegweisende Ideen. Ferner könnte man auch Parteien wie CDU und CSU, die sich aktiv dazu bekennen, die Verfassung und die Grundrechte nicht mehr zu achten und zu schützen, vom Verfassungsschutz observieren lassen und über ein Parteienverbot nachdenken.
Welch eine geistig-moralische Wende diese Koalition der Achse der Guten in nur wenigen Wochen kurz vor Ende da noch offenbart hat: Von Freunden von Freiheit in Frieden zu Freunden von totaler Überwachung und totaler Staatssicherheit...
Dieses Schwarz-Gelb war Gift für Deutschland. Die Bundesrepublik ist faktisch tot. Ein Zombiestaat mit einer untoten Verfassung. Eine großartige Bilanz, Frau Merkel, darf man zu so viel Erfolg kondo- äh gratulieren?

Gelöschter Welt-Artikel: PRISM wird von der BReg mitbetrieben

Geschätzter don,

vielen Dank. Diese Verbrähmung der guten alten Zeiten ist stellenweise entsetzlich. Ja haben denn die angeblich so Schlauen keine Augen im Kopf, um zu lesen? Danke für die sehr zutreffenden Worte, die es ja nch nicht einmal vollständig schildern.

Geheimdienste machen was sie können: http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Fouch%C3%A9 (der Registrator - unvergessen der atemberaubende Roman Zweigs). Aber wir müssen mitnichten richtig finden, was. Und in Erinnerung bringen, was nicht vergessen werden darf: Bevölkerungsüberwachung ist verboten und unerwünscht. Das Postgeheimnis ist heilig. Da gibt es nicht daran zu deuteln.

Das System erodiert eben aktiv.

Sie haben ja zu Recht vermutet, dass da noch viel nachkommen wird.

Dass es noch viel schlimmer ist, als bekannt, sagt ein Geheimdienstler. Demnach ist die BRD geheim einem Netzwerk begetreten, das all die verbotene Sammlung von Infos und Metadaten mitbetreibt:

Man folge dem hier: http://www.anonpedia.net/wiki/Gel%C3%B6schter_Artikel_der_Welt

Oder gehe direkt zu:

http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:http://www.welt.de/politik/ausland/article117571925/Ehemaliger-NSA-Agent-wirft-Merkel-Heuchelei-vor.html

Alles bisher ist Ablenkung, auch auf ide Gefahr dümmlich zu erscheinen. Denn es wird mühevoll verdeckt, wie die wichtige Frage ist, ob die BuReg, wie in der oben eingangs erwähnten Quelle, ganz offiziell bei PRISM mitmacht. Und dafür sorgt, dass welche im Ausland unsere Daten bekommt.

Das wäre absichtlich: http://de.wikipedia.org/wiki/Absicht_%28Recht%29

Und ich gehe davon aus, dass es sich genau so verhält. Die haben nicht fahrlässig irgendwie nichts mitbekommen, sondern aktiv mitgemacht. Und das muss kaschiert werden, denn sonst wird es eng.

Das Gute ist, und ich erlaube mir das hochachtungsvoll anzumerken, dass man nur ein aufrechter Mann sein muss, wie sie es sind, um ein guter Patriot zu sein.

Dass die Souveränitätsfrage mit auf dem Tapet steht, sei nicht vergessen.

Mit besten Empfehlungen - azur

PS: eine "Kenner" wie T. Haupts sollte wissen, dass die einzig korrekte Abkürzung für das BVerfG BVerfG lautet. BVG ist die Abkürzung des Bundesversorgungsgesetz und der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft. Aber auch der Berliner Verkehrsbetriebe. Grüße aus der Hauptstadt!

Was ist nur aus all den Wertkonservativen und...

Was ist nur aus all den Wertkonservativen und Verfassungspatrioten geworden. Sie ziehen die Werte und Ideale ihrer geistigen Vorväter in den Dreck und zucken auch noch frech und ganz unbekümmert und ungeniert lächelnd mit den Achseln dabei, vor aller Augen, vor allem Volk, ja direkt vor den Wahlen gar. Sie glauben zu wissen, dass sie sich wirklich alles ungestraft leisten können.

PS: auch die anderen sind Geheimdienstfreaks

Vergass leider, dass nicht vergessen werden darf, dass das schon lange so geht und auch Steinmeier in seiner Zeit auf der Position POfallas brutal Geheimdienst-gilt-mehr-als-Bürgerrechte betrieben haben soll. Man muss ja aufpassen was man sagt.

Sie sind in der Redaktionen und überall: Jeder Dritte sei ständiger Gesprächspartner der Dienste, hat ein alter ZDF.Geheimdienstexperte berichtet. Denn die sammeln nicht nur Informationen - sie teilen auch mit.

Und siehe:

"Der BND kooperiert mit den Amerikanern auf verschiedenen Sektoren der Aufklärung. Die Frage ist, was die Kanzlerin von den Dimensionen wusste", sagt Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom.
(15.07.2013)

http://www.heute.de/Geheimdienst-Experte-Aussp%C3%A4h-Ausma%C3%9F-war-bekannt-28843648.html

Besonders stinkt es aus dem Cicero. Was für ein übler Tenor in der Frage.

Keine Wunder: http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Naumann#Familie

Und was den angeblichen Freiheitkämpfer #Horch und Gauck' angeht:

fefe hierzu: http://blog.fefe.de/?ts=b1b3db40

"Hier passt einfach alles! Ein obskurer Think-Tank mit Extended Validation SSL-Zertifikat der Deutschen Post, krude Thesen gegen Anonymität im Internet und für mehr "Sicherheit", und ausgerechnet Gauck gibt sich als Mouthpiece her. Ich will mal aus dem Vorwort der Kurzfassung zitieren, was Gauck da sagt:

Das weltweite Internet bietet alle Voraussetzungen, um die in den ersten zehn Artikeln unserer Verfassung verankerten Grundrechte aller Bürger in diesem Land auszuhöhlen

Wait, what?!

Das gilt insbesondere für das Recht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit in Artikel Fünf — eine wesentliche Grundlage unserer funktionierenden Demokratie — und es gilt letztlich auch für den Kernsatz unserer Verfassung, den Artikel Eins des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Hat jemand dem Gauck mal gezeigt, wie so ein Internet aussieht? Man kann ja viel sagen über das Internet, aber dass es die Pressefreiheit oder das Recht auf freie Meinungsäußerung einschränkt, das ist ja nun wirklich das exakte Gegenteil der Realität. WTF? Haben die da keinen Lektor bei der Post? Wie können die ihn denn so einen Mumpitz im Vorwort schreiben lassen? Der arme alte Mann macht sich da doch gerade lächerlich!"

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Unsere taegliche Katastrophe

Man ist des aufregens Muede, alternative waere die Schnappatmung jeden Morgen mit den ersten Nachrichten.
In Spanien wurden Baucontracte mit etwas Schmiergeld vergeben (wer wohl die Rechnung bezahlt), Griechenland ist seit ewig pleite und die Bevoelkerung demonstriert fuer weitere Subventionen. Der griechischen Bevoelkerung geht es ohne Zweifel schlecht, aber das ist das Ergenbnis wenn man diese Regierungen waehlt. D hat das ganze noch vor sich, wenn die Reserven verdummt sind und nichts mehr zu verschenken ist.
Mutti wirft das Tafelsilber in den EU chackpot ohne das sie ein gutes Blatt auf der Hand hat. Und jetzt wird man halt noch abgehoert – so what. Der Mensch gewoehnt sich an Katastrophen.
Unser suedlicher Nachbar, wo Stil und Form in die Wiege gelegt wird und ‚fare bella figura‘ das Zentrum des Lebens ist. Nun ja, den bunga bunga Praesidenten haette man vor Jahrzehnten in die Adria geworfen – man sieht was jahrzehntelanges Privatfernsehen anrichten koennen.

Weshalb schreibe ich Kommentare zu schnell? Kommt da jemand beim mitlesen nicht mit? Wird doch gespeichert.

1 Der Mittelhessischer Landbote 18.07.2013, 06:43 Uhr

Ein 'Primat' der Sicherheit ?

Man kann sich nur schwer des Eindrucks erwehren, Ziel der Übung sei es, die unmündigen Landeskinder preemptiv tatsächlich wieder in eine Art biedermeierliche Vorhölle zurückzuführen (und u.a. ihre Meldedaten an die Werbetreibenden zu verkaufen). Es gibt natürlich einen gewissen Spielraum zwischen einer staatlichen 'Verpflichtung' zum Schutz gegenüber einer -mehr oder weniger marktkonformen- 'Schutzunterlassung' i.V.m. staatlich geduldeter -oder gar geförderter- Spionage. Zusätzliche Eigeninitiative ist natürlich zu begrüßen, sie kann -und soll- derzeit aber staatlichen Schutz nicht ersetzen ('stand your ground' ?). Sicherheit ist wichtig, sie ist aber sicher KEIN fraktionsübergreifendes "Supergrundrecht", welches quasi alternativlos sämtliche herkömmliche Vorstellungen von 'Sicherheit' und 'Freiheit' aushebelt. Schlußendlich sind manipulierte Zielkoordinaten, die Toten eines durchschnittlichen WE, Bandenkriege, der EURO und seine Krise(n), die Opiumernte am Hindukush ...moment ... da ist jemand an der Tür..

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2 E.R.Binvonhier 18.07.2013, 07:34 Uhr

Das ist Alles

so widersinnig.
Staat und Politik nehmen für sich in Anspruch, das Leben seiner Bürger bis ins Detail
auszuforschen und zu regeln, dank *Neuland* ist das möglich.

Andererseits lehnen sie jede Verantwortung für die Folgen ab.

Soll sich der Bürger doch bitteschön selbst drum kümmern.

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1 U.Bruckbacher 18.07.2013, 07:47 Uhr

das Übel an der Wurzel anpacken

Jedes grosse Übel hat seinen Ursprung im kleinen.
Deshalb sollte es auch zuerst im kleinen angegangen werden.
z.B. mein Nachbar der Holzmattenbauer (der wo letztes Jahr an der Hirschhalde seinen Heuwagen umgeworfen hat) schaut dauernd mit dem Fernglas rüber,ob ich schon mit dem Mähen angefangen habe.Dauernd schickt er seine Alte unter einem Vorwand zu uns (ich bräucht a weng Zucker,Salz, Oregano,Chilli ad.Lib.).Die spioniert dann in unserem Garten rum und erzählt hinterher überall,ihre Johannisbeeren wären grösser als unsere.
Aber der Krug geht solange zum Brunnen,bis das Fass überläuft.
Ich habe Massnahmen in die Wege geleitet,die meiner Forderung nach Privatsphäre Nachdruck verleihen werden. Zusätzlich zur Mahnwache findet ab sofort jeden Samstag 22Uhr eine Menschenkette statt.Wir werden uns an den Händen halten und Lichtlein anzünden.
Kommt alle !! Ich zähl auf euch !!
Treffpunkt ist immer vor dem Holzmattenhof

Zur Lage der Nation. Einige Merk(el)sätze an die deutschen Untertanen

Liebe Bundesbürger!
Wir alle sind auf einem guten Weg, mutig schreiten wir voran in Neuland mit blühenden Überwachungslandschaften. Unser gewaltiger Fortschritt in Technik und Politik lässt sich nicht verändern und verhindern. Auch unsere Wiederwahl übrigens nicht.

Ihr habt eingesehen, das lückenlose Ausspionieren eurer Privatsphäre und Geschäftsgeheimnisse ist systemrelevant und alternativlos, also fügt ihr euch ins Unvermeidliche. Das ist staatsbürgerliche Größe aber auch ein Vorbild für unsere Jugend. Darauf können Sie zu recht stolz sein.

Wir Bürger haben in diesen schwierigen Zeiten auch verstanden und begriffen: Politik muss marktkonform sein, und Bürger systemkonform. Nur dan klappt das auch mit dem Regieren, auch wenn man mal nichts tut oder nichtssagend einfach weiter so macht.

Wir sind Deutschland, und wir sind stolz darauf, was wir aus diesem unserem Lande gemacht haben, und wir sind da ja noch auf dem Weg und noch lange nicht fertig. Besonders erfreut uns jeder offene Zuspruch, aber auch all die schweigende Solidarität aus der Mitte und der Mehrheit der Bevölkerung, das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Getragen von dieser beeindruckenden Welle von Sympathie und Zustimmung versprechen wir, auch künftig nicht weniger als unser Bestes zu geben, so wie auch in den vergangenen vier Jahren, in denen wir Beispielloses geleistet haben.

Liebe Bundesbürger, ich möchte Ihnen zurufen: Machen Sie weiter so! Sie dürfen dabei mit unserer herzlichen und vollsten Unterstützung rechnen.

3 Herold Binsack 18.07.2013, 11:03 Uhr

Wenn man sich im Arsch Obamas auch noch wohlfühlt

Dass ein Konsumboykott möglich ist, will ich grundsätzlich nicht bestreiten. Der Zuckerboykott Englands im Kampf gegen die Sklaverei wäre ein treffliches Beispiel für. Doch hätte ein Wahlboykott, wäre er durchführbar, ganz andere Ziele. Es geht eben nicht primär darum, der „Konkurrenz“ zu schaden, und auch der Zuckerboykott diente ja nicht zuletzt den Interessen Englands, gegen die „unlautere Konkurrenz“, sondern die Verantwortlichen h i e r zu packen. Unsere Regierenden. Klar, die USA haben die Macht, doch die Uhls und Konsorten kriechen ihnen hinten rein – und fühlen sich auch noch wohl dabei. Dieses Wohlgefühl möchte ich ihnen nehmen. Wenn es im Arsch Obamas ungemütlich wird, dann begreifen sie vielleicht, dass Volkssouveränität kein leerer Begriff aus den vergangenen Jahrhunderten ist, keine Phrase der Aufklärung, sondern ein unverzichtbares Element jeder moderner Kultur.

[...] Uhls Äußerungen machen aber deutlich:...

[...] Uhls Äußerungen machen aber deutlich: Wir müssen uns wieder vor dem Leviathan sorgen. [...]

4 Thomas Bez 19.07.2013, 07:26 Uhr

Bleierner Vormärz

Danke, Don, Ihr Beitrag bringt wie immer etwas Licht der Aufklärung in diese dumpfe Welt. Wenn Sie irgendwo Anzeichen für die Bereitschaft zu einer Revolution bemerken, lassen Sie es uns unbedingt wissen. Ich verspreche mitzumachen, wenn ich das dann noch kann.

Dies hoffe ich wohl, denn zwar jährt sich der Beginn der nachnapoleonischen Restauration jetzt zum 200sten Mal, aber mit unserer heutigen Restauration haben wir schon ein paar Jahre Vorsprung. Vielleicht werden wir also nicht bis zum Jahr '48 warten müssen, zumal die Entwicklung von Allem heute so rasant schneller verläuft.

Allerdings ist die Welt heute nicht nur eine europäisch, sondern eine global erschlaffte. Die Restauration ist global, auch die Revolution müßte dies wohl sein. Auch sind die Drogen heute viel besser, das Volk ist nach wie vor benebelt, wie aktuelle Umfragen zeigen. Man könnte an des Volkes Unfähigkeit, unter den gegebenen Verhältnissen zu leiden, schier verzweifeln.

Wenn Sie auch dazu ein paar geschichtliche Parallelen entdeckten und und was dazu etwas Hoffnungsvolles schrieben, würde uns das das Warten auf die nächsten Märztage etwas erleichtern.

1 Katinka Horváth 19.07.2013, 10:36 Uhr

Ein Lichtblick in düsterer Medienlandschaft

Ich habe diesen Beitrag wieder sehr gerne gelesen und mich an seiner Kritik der bestehenden, unerfreulichen Verhältnisse erfreut. Eine der wenigen Stimmen in der Medienlandschaft, die hinterfragt und den Bullshit benennt, der dem Bürger tagtäglich von der Politikerkaste um die Ohren gehauen wird.

Ich warte noch auf die Entrüstung und den Aufschrei in den Medien ob der momentanen wiederholten Salami-Taktik der Bundesregierung. Ist es denn die Möglichkeit, dass (wie immer) erst, wenn etwas in den Medien steht, es von "Berlin" eingestanden wird??? Für wie blöd wird die Bevölkerung eigentlich verkauft??? Prism 1 und 2 ist nicht das Selbe???! Zwei Geheimdienstprogramme mit dem gleichen Namen??? Da kriegt man, mit Verlaub, das kalte Kotzen!

Ich vermisse eine Person in Medien oder Politik mit dem Rückgrad, die die Dinge einfach mal beim Namen nennt. Und auch die Opposition verhält sich hier absolut lächerlich - da wird ein bisschen der Zeigefinger erhoben und das war´s. Weil auch sie - wie jeder andere - weiß, dass der BND seit Jahren das eigene Volk an den deutschen Gesetzen vorbei über die NSA ausspäht. Und Merkel wusste das nicht??? Ein Witz sondergleichen.
Und die Grünen und die SPD sind deshalb so still, weil das ganze schon zu ihrer Regierungszeit so funktionierte.

Der Bürger ist hier nur noch der Depp, der alles als Letzter (wenn überhaupt) erfährt. Was Russen und Chinesen schon immer machen, macht Europa und die USA auch schon immer - keiner ist auch nur einen Deut besser als der andere. Letztere Beiden sind einfach nur scheinheiliger und mit besserer Technik ausgestattet.

1 E.R.Binvonhier 19.07.2013, 13:56 Uhr

Die Bundestagswahl

Kann man voll vergessen!

Egal was man wählt, man bekommt immer MERKEL.

0 Philipp Hi 19.07.2013, 16:01 Uhr

Danke

Ein schoener Eintrag.

0 Don Alfredo 22.07.2013, 02:02 Uhr

Trotz aller Zustimmung

möchte ich etwas polemisch anmerken, dass der Vergleich Merkel-Metternich in einem Punkt hinkt: Metternich hat nie Krieg geführt...

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.