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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Occupy Tegernsee – wir sind die 1%

| 44 Lesermeinungen

Der Zugang zum See ist nur so frei, wie man ihn sein lässt: Mit der richtigen Bewaffnung und Absperrung bleibt die private Bucht privat, und der Schadtourist muss sich ein anderes Reservat für Grill und Bierflasche suchen.

Ich bin schon da!
Igel zum Hasen

Untröstlich sind Münchens Isaranwohner, so grausam ist ihr Schicksal: Eigentlich dachten sie, das Badegelände an der Isar würde ihre Wohnungen aufwerten, der Strand läge direkt gegenüber, und im Sommer könnte man sich dort treffen und angenehme Stunden am Wasser verbringen. Was man halt so denkt, wenn man an der Isar wohnt und Leute kennt, die dort ebenfalls wohnen und lieber ihre Kinder verhungern als zu Schnellrestaurants gehen lassen. Leider stellte sich dann aber heraus, dass das Konzept “Innerstädtische Badefläche kostenlos für alle” auch Menschen anzog, die gar keine Isarimmobilien hatten, ja gar nur in anderen Stadtteilen zur Miete wohnten und nun dort, von der U-Bahn ausgespuckt, Lärm, Dreck, Krawall und Ärger anstelle von gemütlichem Biedermeier machten. Andere kauften billige Bierkästen und schoben sie durch das Gewühl, um Reibach zu machen, und inzwischen ist es dort so, dass die Kinder dieser Leute glauben, Glasscherben seien Isarkiesel und Büsche Urinale. Die Lebensqualität der Unterschicht geht klar auf Kosten der besseren Kreise.

Nun darf das nicht überraschen, zwei bis drei Millionn Menschen wohnen im Grossraum München, der heizt sich durch ihre Abgase auf und so drängen sie halt zum Wasser, wo welches ist – das war schon in Herculaneum so, als der Vesuv ausbrach. Am Wochenende aber zieht es sie nicht nur an die Isar, sondern an jeden See, der irgendwie billig erreichbar ist, idealerweise kostenneutral mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das konnte natürlich keiner ahnen, als vor über 100 Jahren die Eisenbahn an den Tegernsee gebaut wurde, denn damals wusste man sich noch zu benehmen, und München war klein und überschaubar und die Fahrpreise gesalzen wie eine echte bayerische Breze. Aber heute tun die Zugewanderten das Salz herunter, statt die Salzigste zu verlangen (gut gegen den Kropf!), und fahren mit salzlosem Fabrikgebäck in Massen hemmungslos zum erstbesten Strand am See. Und das ist meiner. Weil: Ich wohne da. Und ich bin nicht einer der 15000 Seeanwohner geworden, um mich von 1,5 Millionen Münchnern vertreiben zu lassen.

Zum Glück gibt es hier relativ grosse und offene Liegewiesen, wo sich jene in der knalligen Sonne einen Hautkrebs holen, die die Folgen der ausserordentlich klaren Höhenluft nicht begreifen. Es ist der ideale Ort für Metropolenmenschen, die von Münchens Lärm schon so geschädigt sind, dass ihnen die Lage an Strasse und Bahn nicht als Störung erscheint. Es ist der beste Platz, um von mir nicht als Schadmünchner betrachtet zu werden, denn ich komme von hier und weiss, dass die besten Plätze in der anderen Richtung, entlang einer Perlenkette von kleinen Buchten sind, mit schattigen Bäumen, kleinem Kies und höchstens 10 Meter Breite, fern aller Lärmquellen und zumeist angenehm. Ausser wenn am Wochenende der Schadmünchner mit dem Biertragl kommt.

Der Schadmünchner nämlich ist von der Isar verlottert zu jeder nur denkbaren Schandtat bereit. Unter der Woche radelt hier der Anwohner so weit, bis er eine ihm genehme Bucht gefunden hat, und meistens, eigentlich immer ist es dann so, dass die anderen Anwohner das respektieren und nur ganz selten einmal fragen, ob auf der anderen Seite der Bucht nicht noch ein Platz frei wäre, was man natürlich bejaht, denn die meisten sind ja von hier und es ist dann auch ihr See und wenn noch eine andere Bucht frei wäre, würden sie nicht fragen. Aber der Schadmünchner quetscht sich mit Anhang einfach auf eine freie Flache, stellt das Bier ab und hat sicher auch noch einen kleinen Wegwerfgrill dabei, der hier eigentlich verboten ist. Und einen ebenso dreckigen Köter.. Kurz, er benimmt sich übler als jene, die hier daheim sind, und er weiss: Er kann das. Er fährt am Abend wieder heim, Wir aber müssen mit dem Dreck leben.

Gut, zugegeben, eigentlich haben unsere Gemeindearbeiter den Dreck, die hier alles am Montag Morgen säubern, aber das ändert nichts daran, dass hier die 99% Münchner dem 1% Anwohnern vorschreiben wollen, wie es in ihren Buchten zuzugehen hat. Drüben auf den Liegewiesen ist man ihnen schutzlos ausgeliefert, aber in den Buchten kann man sich wehren. Denn die Buchten sind nicht wirklich gross, und man kann sie zur Alpenseefestung ausbauen, damit die Invasion der Schweine in der Bucht keinen Erfolg hat. Dabei hat sich folgende Ausrüstung bestens bewährt:

Vier Handtücher und Decken.möglichst gross. Strategisch in der ganzen Bucht ausgelegt. Die anderen, kann man sagen, kommen gleich wieder.

Taucherflossen lassen unangenehme sportliche Hektik an dieser Stelle vermuten und nehmen, elegant ausgebreitet, leicht zwei Quadratmeter Platz ein.

Porzellan und Silber für Kuchen und andere Speisen. Das gibt dem Schadmünchner das Gefühl, hier wirklich fremd zu sein.

Ein möglichst grobes, farblich auffälliges Bergrad. Es signalisiert schon von weitem, richtig am Zugang abgestellt, dass hier belegt ist, und erschwert den Zutritt.

Bücher verdeutlichen: Man möchte Ruhe und nicht gestört werden. Das hilft vielleicht gegen den ein oder anderen NichtBildplusabobesitzer.

Einen üppigen Rucksack kann man auch noch an den Zugang stellen.

Auch das Vortäuschen einer gesitigen Tätigkeit, wie ich es hier gerade tue, kann abweisend wirken, und dann sucht sich das Pack ein anderes Opfer, das unvorsichtig genug ist, ihrer Erscheinung mehr zun entsprechen, denn Gleich und Gleich gesellt sich gern.

Generell versucht es der Schadmünchner gern mit der Fraternisierung, deshalb geht er ja auch auf die Waldfeste und erzählt dann am Montag, er hätte am Tegernsee mit dem und jenem über dies und das gesprochen, was dann thematisch besser als seine 1-Zimmer-Wohnung in Milbertshofen und Randale am Flaucher erscheint. Er ist nicht klug genug, das Paradies zu bewahren, aber so blöd, dass er dessen Prestige nicht bis zum Letzten ausschlachtet, ist er auch nicht. Also: Nicht füttern! Nicht helfen. Nicht Möglichkeiten eröffnen. Nie. Auf keinen Fall. Jede Form von Freundlichkeit wäre falsch. Nie “Leider nein” sagen, sondern gleich ganz deutlich “Nah” raunzen; wir sind hier in Bayern, da darf man, da hat man das Gesinde immer so behandelt. Man muss das tun. Der Schadmünchner ist so von der Isar und plumper Bierwerbung mit angeblicher Klassenvermischung im Biergarten sozialisiert, und alles andere würde ihm als indirekte Einladung erscheinen: Er respektiert anderer Leute Buchten nicht und denkt, man würde ihm auf Augenhöhe begegnen, als wäre er hier mitsamt Bierkasten, Grill und später eintrudelndem Rudel erwünscht. Das ist nämlich deren Trick: Erst fragt nur einer und dann kommen noch 10 andere nach. “Ja hallo Jutta, ich habe jetzt hier eine Bucht, der Jens und der Harry sind auch schon da, bring doch die Wiebke mit und noch eine Kasten….”

So sind sie. Weil sie es können, weil man sie lässt, weil sie es als legitimen Akt gegen das spiessige München empfinden und es so am Isarbad gelehrt wird. Und weil sie aus vielen Gründen hierher kommen, aber ganz sicher nicht, um Anstand und Benehmen zu erlernen. Den geschädigten Isaranwohnern würde ein anderer Empfang der Schadmünchner am See übrigens auch nicht helfen: Für jeden, der uns am Wochenende heimsucht, liegen vier andere an der Isar, die dann alle im gleichen Augenblick nicht arbeiten. Weil Wochenende ist und nicht, weil man das mit dem Arbeiten halt nicht tut, wenn man baden gehen will.

HINWEIS:

Nicht weniger schlimm als der Schadmünchner ist überigens das Schadjavascript und das Schadlayout, die hier auch nach 5 Moanten noch immer nicht das tut, was sie sollen – keine Kommentare fressen zum Beispiel. Daher gibt es im Kommentarblog quasi eine Bucht, in der die Kommentare leichter abzugeben sind.

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44 Lesermeinungen

  1. hans
    Wie war das mit der spätrömischen Dekadenz?

  2. Wie lange noch
    werden diese überkommenen Distinktionsrituale der 1%, den 99% verständlich sein?

  3. Armer?, bedauernsweter?, Don,...
    es ist wohl, aber nicht immer, die zu große Geistreifedifferenz,
    als Folge unserer “Volk-Bildung-Kultur”,
    die den Unterschied zwischen Fressen, Saufen, Grölen,….
    und Speisen in ruhigem, rücksichtsvollen, Umfeld…Ambiente?…ausmacht.

    Wenn Sie die folgende “Speise” genießen… zum Zweck der Genesung,
    dann können Sie “Frust”im “Wutraum”, in “Bedauern” im “Gelassenheitsraum”
    verwandeln…der Anfang braucht wohl seine Zeit.

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann,
    den Mut
    Dinge zu ändern die ich ändern kann
    und die Weisheit,
    das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Plau-Sibel…oder?

  4. Ich wuensche Ihnen,
    dass Ihre Strategie aufgeht.
    Sind es denn wirklich nur die Muenchner, die wie Heuschrecken einfallen?

    • München, Landkreis, umliegende Landkreise vor allem, aber weiter unten (Rottach) auch viele Norddeutsche, die das für das Sylt des Südens halten.

    • Titel eingeben
      Aktuell (heute zuende) ein brauereigesponsortes Mini-Festival vor dem Schloß Charlottenburg. Dort auch das ganze Umland vertreten, zusätzlich zu den Touristen aus ganz Europa plus Süddeutschland und Schweiz, die mehr das Schloß umschwärmen.
      Aber im Heckenseparée hat man seine Ruhe und kann schön im Schatten dösen, hähä. Das finden die Touristen und auch die einheimischen Jogger und Gehwegverpester (Radfahrer) nämlich nicht.

    • schad-kölner
      dann seien sie froh, dass nur die schadmünchner und norddeutschen kommen… wären es die multikulti-schad-kölner … glauben sie dann nur nicht, dass ein paar große tücher und ein „naa“ diese vertreiben könnten. nein, sie, verehrter don, traumatisiert vom anblick und erzwungenem mithören selbstherrlichen kollegialen getöses gewisser menschengruppen, sie, verehrter don, würden porzellan, kuchen, sonnenhut, decken, bücher – alles alles würden sie liegen lassen und schleunigst die flucht auf ihrem rennrad antreten.

  5. Wen soll man nun bedauern,
    den Schadmünchener oder die Tegernseer? Antizyklisch verhalten, geehrter Don: Ab nach München.
    Andrea Camilleri schöne See-Lektüre. Haben Sie schon die Siziliansche Oper gelesen? Köstlich!

    • Alles nur nicht München oder sonst einen urbanen Backofen – am See ist es mindestens 5 Grad kühler.

    • So eine verlassene Stadt
      hat auch was für sich, lieber Don. Sie wirkt dann so ganz entspannt. Man kann von Cafehaus zu Cafehaus schlendern und findet dort die Ruhe, die dort sonst fremd ist. Zur Urlaubszeit ist es besonders attraktiv, wenn sich die Masse am Flughafen auf die Hacken fährt oder am Strande oder Hotelpool des Urlaubsziels die Handtücher verteilt und Ihnen am See nach dem Rade trachtet. Und nichts ist schlimmer als so ein ergatterter Seeplatz in ständiger Angst, Bierkistenträger mit Grill und Multimediageräten treffen ein. Alles hat zwei Seiten. Und ich erinnere ein Blog zu ebenjenem Thema, da haben Sie sich schrecklich empört. Das waren wohl Angler mit Bierkisten.

  6. Titel eingeben
    Wie kümmerlich, nur ein Zwetschgendatschi, viel Teig und dicker Boden, die Zwetschgen platt wie mit dem Fleischklopfer bearbeitet, eine Zwetschgenhälfte auf den Quadratmeter. Ein Bild des Elends am See… Wie konnte es nur soweit bergab gehen, dass ein ordentlicher Zwetschgenkuchen mit dicht auf Kante gestellten Zwetschgen, ein kulinarisches Kulturgut ersten Ranges, auf Ihrem Teller von einer solch ordinären Steinobstpizza verdrängt wurde?
    Und das auch noch ohne Schlagobers. Der Untergang des Abendlandes ist zu einem Gutteil selbstverschuldet!

    • Titel eingeben
      Ausgleich: Dafür ist doch der Camilleri daneben feinste Sahne.
      Nicht nur der Körper auch der Geist …

      Dem Don seine Mama – und der Don selbst – die machen ihre Zwetschgen sicher richtig steil drauf, da bin ich sicher.

      Dass die Cafés in Deutschland Kuchen und Datschi nicht richtig können, setze ich bei Cafés fast schon voraus. Backe mir zum Beispiel meine Topfengolatschen grundsätzlich selbst. In Bayerns Cafés kannst die einfach nicht mehr essen, übersüß, verpappt, zu schwerer Teig, falscher Teig. Seit das Café Kröll dicht ist. Und überhaupt. Untergang alles.

    • Ich gestehe, den habe ich gekauft und nicht selbst bemacht, bei mir sehen die anders aus.

      Das wird sich aber bald ändern.

    • Dem Don seine Mama ...
      … macht ihn bestimmt mit steil stehenden Zwetschgen und schön dünn, damit er so richtig “durch” ist. Dass die Cafés keinen Kuchen können, war schon immer so. Bei Kreutzkamm in Dresden tun sie tatsächlich Streusel auf den Stachelbeerkuchen. Ich bitte Sie, welch ein Sakrileg!

  7. A smile in the morning.
    The solemn
    desire is a
    beautiful
    sadness that
    often returns
    when a fine
    thought appears.

    Francesco Sinibaldi

  8. Die Ein Prozent
    Das ist doch wirklich wenig.
    Schon eine bedrohte Art – auch im globalen Maßstab.
    Da muss man sich solidarisieren. Die USA wie die EU können da nicht mehr helfen.
    …und deutsches Recht, naja…

    Empfehlenswert wäre, dieses Problem bei der UNO vorzutragen.

    • Sollte es wider Erwarten
      dafür noch keine eigene UN-Organisation geben, sollte man eine gründen.
      Es EILT!
      Am besten unter deutschem Vorsitz, die erarbeiten dann einen 10 Punkte-Plan,
      Ach, was soll’s einen 100 Punkte-Plan.

    • Oder einen runden Tisch mit Merkelexperten, der das alles nach der Wahl macht.

  9. Wann beendet die Frankfurter Allgemeine Zeitung ...
    … endlich diesen Don Alphonso-Quatsch? Der Redakteur, der diesen Wortmüll verantwortet, sollte im bairischen See baden gehen.

    • Blos nicht.
      Den Don lese so gerne am Sonntag, obwohl (oder gerade deswegen) ich selbst Prekarier bin.

    • Bitte wenden Sie sich bitte an den Herausgeber, für den ich schreibe, aber allzu viel Hoffnung kann ich Ihnen da nicht machen.

    • Werte Vespasia
      Wo drückt Sie der Schuh?

      Immer heraus damit!!!

      In diesen Medienzeiten sich über Wortmüll zu beklagen – geschenkt.

  10. So sind die Bayern.
    Nachdem es nicht mehr politisch korrekt und sogar gesellschaftlich geächtet ist sich über die vielen Ausländer im schönen Bayern aufzuregen muss man sich eben den nächsten Feind suchen der hier nicht sein darf.

  11. NEIN WIE GEIL!
    Hat da der Don was nettes geblogt und der (Schad)Münchner blickt es mal wieder nicht mit der Ironie. Als ich vor paar Jahren bei dem Autohersteller mit den drei Buchstaben gearbeitet habe, ist mir das aber auch schon aufgefallen. Dachte damals, das wären nur Einzelfälle von Nixblickern. Die Kommentare hier geben mir aber schon wieder zu denken. Obwohl man bei sechs bis sieben zufälligen Aussagen sicher nicht von statistisch signifikant reden kann.

    Aber mal ernsthaft (heißt, das ist jetzt nicht ironisch): Macht Euch locker, wie soll das erst werden, wenn in Deutschlands die ersten Riots anfangen?

    PS: Die SchadStuttgarter sind auch nicht besser, nur anders ;-)

  12. Was findet man nur am Tegernsee?
    Ich verstehe nicht ganz, wie man es im Touristenkaff Tegernsee überhaupt aushalten kann. Ausser Postkartenlandschaft ist im Dorf nichts los. Und der See ist meistens zu kalt zum Badevergnügen. Aber es gibt dort einen Lichtblick: Gute Kliniken und Luxusherbergen in Bad Wiessee, plus Spielkasino. Ich wohne am Ammersee, das erscheint mir zehnmal bessere Alternative zu sein, ist auch nicht so zugebaut wie der Starnberger See.

  13. Der Münchner an sich lernt schnell.
    Ach wissen Sie, die Münchner bekommen schon am Viktualienmarkt von irgendwelchen darhergelaufenen Zeltlagerbetreibern gesagt, daß “kein Mensch illegal” ist (“Nirgendwo”). Da fahren sie halt zum Tegernsee raus, und nehmen das auch für sich in Anspruch.

    • Diese Zeltlagerbetreiber
      Sind ja richtig lustige Typen.
      Dass kein Mensch illegal ist, nirgendwo, hören die Lagerbetreiber von Guantanamo
      und ähnlichen menschenfreundlichen Einrichtungen, sicher gerne.

  14. Mir soll's Recht sein
    “Für jeden, der uns am Wochenende heimsucht, liegen vier andere an der Isar.”

    Umgekehrt wird ein Schuh draus! Denn für jedes zusätzlich verkaufte 22-Euro-Bayern-Ticket mit Destination Tegernsee okkupieren fünf Schadschwaben weniger meinem geliebten Isar-Flaucher.

    Das Problem der Liege-Kapazitäten liesse sich im Übrigen durch den Bau einer Staustufe in Gmünd und Überflutung der unmittelbar am See gelegenen Tegernseer Schadgastronomie, sowie der gefühlt ein Dutzend Schadgolfplätze elegant lösen (Stichwort: Renaturierung des Alpenvorlands).

    • AAber Strand hätte man immer.

      Das Bayernticket ist doch dazu da, um in Baern weit zu fahren. Vielleicht sollte man eine Mindestreichweite von 70 KIlometern verlangen, dann könnten sie ja an den Bodensee oder Königssee.

    • Golfplätze
      Eine Überflutung der Golfplätze und/oder Nutzbarmachung als Liegefläche hätte wirklich große Vorteile. Denn wie sagte bereits George Carlin:

      There are over seventeen thousand golf courses in America, they average over one hundred and fifty acres a piece – that’s three million plus acres, four thousand, eight hundred and twenty square miles – you could build two Rhode Islands and a Delaware for the homeless on the land currently being wasted on this meaningless, mindless, arrogant, elitist, racist, there’s another thing; the only blacks you’ll find at country clubs are carrying trays. And a boring game. A boring game for boring people. You ever watch golf on television? It’s like watching flies fuck!

  15. Ein Geigenkasten und ein Notenstaender mit Partitur
    wirken ebenfalls gut als “Abschreckung”. Ihre Idee mit den vier (!) Handtuechern strategisch verteilt ist genial, dazu noch ein paar Accoutrements (Sonnenoelflasche, Buch – Manfred Koehnlechner: “Man stirbt nicht im August” – Sonnenbrille), und schon ist “Tarnen und Taeuschen perfekt. Danke fuer den Tip!!

    • Gern geschehen. Übrigens sind auch grosse Sonnenhüte von Vorteil, habe ich ganz vergessen. Am besten mit so einem “Für eine Handvoll Dollar”-Blick darunter Nah sagen.

    • Titel eingeben
      Jetzt wo Sies sagen, am Schlachtensee machen das auch manche so (Hut, abschreckender Blick, abweisende Auskunft).

  16. schädlich oder zumindest schade...
    ist es doch eher, den Fokus seiner Texte nahezu ausschliesslich auf irgendwelche Gruppen(Rentner,Münchner etc) oder Regionen (Berlin im Allgemeinen) zu legen, und sich schliesslich vollbepackt mit Vorurteilen und Verallgemeinerungen in einem wortreichen Schwall von Diffamierungen über sie zu ergiessen. Gibt es keine interessanteren Themen als sich ständig über irgendwen oder irgendwas aufzuregen?

    • So ist das eben und dieses Blog redet über das, worüber man ansonsten lieber nicht redet. Tut mir ein wenig Leid, die Illusion der klassenosen Gesellschaft zu zerstören, aber so ist das nun mal.

  17. Borkenkäfer überlistet man mit Pheromonfallen, manche sagen dazu "Honeypot".
    Eventuell mal darüber nachdenken. ;-)

  18. Der einzige Trost bei diesem Text ist ...
    … dass es dem Herrn in Italien genauso geht und er als Schaddeutscher – vulgo tedesco bruttissimo – nur die minderwertige Ware und Sehenswürdigkeiten bekommt. Andererseits, die Italiener sind ja so entwaffnend gastfreundlich: ich erinnere mich an eine schöne Führung im Dom zu Matua, nur auf italienisch, wo aber nur für mich so langsam gesprochen wurde, dass sogar ich die Geschichte des Longinius und der sagenhaften Blutrelique verstand (man versuche mal als Italiener dasselbe im Pendant in Weingarten, keine Chance, außerdem findet man dort niemanden mehr, der die Dinge verständig erklärt). Oder an eine alte Italienerin, die mir aus schierer Freundlichkeit und Wohlerzogenheit die allerschönsten Stellen in ihrem Städtchen zeigte. Die Manie, den anderen mit einer unbedingten Härte und gewissen Häme auszuschießen und sich zu freuen, dass man als einziger auf den Bootssteg darf, selbst wenn man ihn nicht nutzt, ist an den oberbayerischen Seen allerdings Tradition und so tief verankert, dass man die Verlogenheit des Werbespruches der herzlichen Gastfreundschaft, der sich diese Orte auf Schildern und In Broschüren rühmen, nicht mehr wahrnimmt. Gastfreundschaft besteht aber nicht darin, dass ich anderen Zwetchgenkuchen verkaufe, sondern dem Fremden den besten zeige und hoffe, dass er ihm schmecken möge, auch wenn ich selbst keinen mehr abbekomme. Das ist die heilige Gastfreundschaft, die selbst die Götter ehren und belohnen.

    • Titel eingeben
      Der höfliche Gast bedankt sich für die Gastfreundschaft und zieht ohne unappetitliche Hinterlassenschaften weiter. Gesehen und gehört zu haben genügt.
      Es fehlt mir an Vorstellungskraft, dass der Don sein “Meixner” und ein paar silberne Kuchengabeln am Ufer des Sees zurück lassen würde.

  19. wie soll dann die Putzfrau
    aus Milbertshofen an die zu säubernden Villen am Tegernsee kommen wenn sich deren Bewohner dagegen sträuben? Putzen Sie dann selbst?

  20. Früher in den 60-zigern und auch noch in den folgenden Jahren war dies ruhiger und beschaulicher!!
    So darf ich dies aus der Erinnerung umreißen. Meine Schwester und ich führten den Titel “Fischer und Fischerin vom Tegernsee”. Ich durfte vom Bootshaus unseres Anwesen in Abwinkl das Boot zur Reparatur nach Tegernsee rüber rudern alleine (!) und zu der Zeit brauste (!) Herzog Max noch mit seinem Auto: MB-HM 600 von Tegernsee nach Kreuth. Dort weiter hinten konnten wir genüsslich unsere Milch aus einem Porzellanbecher bei den “Siebenhütten” trinken. Auf den Wallberg stiegen wir um 5.00 Uhr auf, bevor das gemeine Volk kam und uns unsere Ruhe nahm. Unser Vater hielt sich zudem mehr in Neuhaus/Schliersee auf bei einem gewissen Georg Wilhelm von H. auf, einem Jugendfreund.
    Jetzt der Tegernsee: bin froh das einige Bauern ihr Land nicht verkauft haben und sich zwischen Rottach und Kreuth vor Jahren eine Käserei angesiedelt hat, die ihre Produkte bis nach Berlin vertreibt. Bin 1976 das letzte Mal vor Ort gewesen und zuvor immer “stolz” gewesen, wenn ich denn im “Bräustüberl” , an den beiden Tischen der Einheimischen sitzend gefragt wurde von welchem Hof ich denn kommen würde.
    Vergelt´s Gott werter Don…………….

  21. hans
    Wer hat denn wann die B 318 von Gmund nach Bad Wiessee “Münchner Straße” genannt?

  22. Lago Bavaria
    vor vier Wochen war in Bayern genug Wasser da
    da hätte jeder sein Plätzchen dran gefunden
    aber ihr habt es ja ungehindert weg fliessen lassen
    da sag ich nur:
    selber schuld !

  23. Nicht in Prozent, in Jahrhunderten denken!
    http://youtu.be/5LTOkN1Skp0

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