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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
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Burschi, magst Du einen Porsche?

13.08.2013, 14:20 Uhr  ·  Die einen verachten es als Hotel Mama, die anderen rechnen nach und sind zufrieden: Als vermögenswirksame Leistungen sind gutsituierte Eltern unabhängig von der Konjunktur und frei von den Betrugsrisiken, die andernorts drohen.

Von

Alleweil ein wenig Geld im Sack,
alleweil ein wenig Schnupftabak.
Valentin Rathgeber

Jaaaa, sagt S. gefährlich und gedehnt wie eine Giftschlange im Angriff, das soll es geben.

A propops Unterkunft, sage ich ausweichend, in Kloster Scheyern ist gerade eine Wanderausstellung zu Valentin Rathgeber im Kreuzgang, und die knallrot angelaufene P. steigt sofort darauf ein, so dass wir thematisch erfolgreich zur Barockmusik wechseln.

Davor hatte der von der P. eingeschleppte K. nämlich seine unqualifizierte Meinung über jüngere Menschen eingebracht, die immer noch im Dunstkreis ihrer Eltern wohnen, Riesenbabies, Hotel Mama, so etwas sagte er und unterstrich damit, dass ein gutes Einkommen bei einer Autofabrik noch lange nicht hilft, eine niedrige Herkunft zu vertuschen. Denn das Lästern über Familienbande ist ein beliebtes Motiv bei der Unterschicht, die keinerlei Einblick in den tatsächlichen Nutzen so einer Bindung hat.

In meinem Umfeld – und das erklärt die bitteren Reaktionen auf solche Vorwürfe – könnte man so ein Verhalten so gut wie jedem vorwerfen. Seit Generationen. Ich meine sogar, der Umstand, dass es bei uns seit Generationen so ist, macht einen zentralen Unterschied in der deutschen Klassengesellschaft aus. Nur sagte man früher nicht Hotel Mama. Sondern “Stammhaus”, und das spiegelt sich auch heute noch in den Namen mancher Häuser, die für uns nicht mit Nummern verknüpft sind, sondern mit den Namen von Clans. Bei mir ist das nicht ganz so, im Haus starb ein berühmter Kriegsverbrecher und Massenmörder, daher trägt es seinen Namen: Aber dass ein Haus und eine Familie zusammengehört, zeigt überdeutlich, wie wenig man früher vom Wegziehen der Kinder gehalten hat.

Natürlich sollte ein Haus in diesem Falle etwas grösser sein, aber ich möchte hier auch bestätigen, dass man sich in einem Gebäudekomplex mit über 50 Zimmern und einem Nebengebäude sehr viel leichter aus dem Weg gehen kann, als in einer 2-Zimmer-Mietwohnung, in die es Zuzügler wie den K. verschlagen hat. In einer Epoche ohne Altersheime war es für den Nachwuchs verbindlich, in der Nähe der Eltern zu bleiben, und in einer Ära des immens teuren und nachhaltigen Bauens und des knappen Wohnraums konnte man auch nicht einfach so ausziehen – einfach, weil es kaum Alternativen gab. Man muss das nicht umfassend nachahmenswert finden, aber wenn eine Familie so über 6, 7 Generationen so lebt, ist das eben Tradition, und die hat man oder man zahlt 9 Euro pro Quadratmeter Miete in Kleinmehrimg und hofft, sich irgendwann auf Kredit eine Wohnung in einem besseren Viertel leisten zu können. So ist diese Welt nun einmal beschaffen.

Es läge mir fern, die Schattenseiten dieses Zusammenbleibens der Familien kleinzureden, und natürlich verlief das früher auch in liberalen Familien nicht immer ohne Repression und Streit. Aber noch in der weiteren Nachkriegszeit, als nicht sicher war, ob sich dieses Land wieder zu einem Spionageziel der USA knapp unter der Einsatzgrenze für Mörderdrohnen entwickeln würde, galt die Wohnmöglichkeit im Elternhauskomplex für junge, heiratswillige Menschen als echter Startvorteil ins Leben. Sogar in den 70er Jahren war es in den besseren Wohnlagen und Kreisen durchaus noch üblich, Villen mit Einliegerwohnungen zu versehen, falls ein Kind einmal eine Wohnung brauchen würde. Damals konnte ja noch keiner ahnen, dass die Globalisierung alles ändern und Leute wie den K. hierher bringen würde, der das Loblied auf eine unbedingte, selbst bezahlte Selbstständigkeit in allen Belangen singt, die sich allerdings bei genauem Durchrechnen gar nicht lohnt.

Denn natürlich macht es von Anfang an einen Unterschied, ob man die richtige Unterstützung hat. Sozialdarwinistisch gesprochen hat man eigentlich durchgehend mit Elternbeihilfe die besseren Chancen, sich genetisch durchzusetzen. Bekommt man am Studienort eine eigene Wohnung nahe des Parkcafes und ein Auto, hat man mehr Zeit für den Umgang mit dem anderen Geschlecht und dessen gehobenen Vertreterinnen als jene, die Nachts schlafen müssen, um am nächsten Tag zu studieren und zu arbeiten, um sich Münchner Preise leisten zu können. Das ist einfach so. Fährt man am Wochenende heim und hat man dort im Stammhaus eine Wohnung mit Dachterrasse, gestaltet sich das Leben auch angenehmer, als beim Verbleib in der Mietwohnung. Über all die Erbfälle fällt dann auch sicher einmal eine den Eltern gehörende Wohnung ab, die man dauerhaft beziehen kann. Im Ergebnis hat man dank Eltern eine Wohnung in Bestlage zum Leben und eine alte Studentenwohnung in einer beliebten grossen Stadt zum Vermieten. Was der K. aufgrund seiner Herkunft nicht erkennen kann, ist der enorme Startvorteil, der sich dadurch ergibt. Natürlich ist man in solchen familiären Beziehungen und Banden lokal gebunden, aber in unserem Fall ist das genau dort, wo der K. als Neukommender mit seiner Selbermacherhaltung reüssieren möchte. Und er wird hier lange Tage in einem hässlichen Gebäude geregelt arbeiten müssen, um das netto zu erwirtschaften, was für andere – seiner Meinung nach bruttohässlich – einfach so da ist.Und dann hat er noch nicht mal einen Zweitwohnsitz im Alpenraum. Für den er, er muss schliesslich hart und viel arbeiten, vermutlich auch keine Zeit hätte.

Dann muss er gar nicht erst besseren Partien ins Gesicht sagen, dass er vom Quell ihrer Möglichkeiten nichts hält, um sich aus dem tauglichen Genpool zu entfernen. Denn so eine Haltung führt in Beziehungen immer zu übelsten Konflikten, wenn die Eltern auch weiterhin ihr Kind unterstützen, wie sie es gewohnt sind, nicht aber den Partner, der sie spüren lässt, dass er ein derartiges Verhalten verachtet. Und die Natur einer Klassengesellschaft bringt es nun mal mit sich, dass es von diese wenig besitzende, schlecht gelaunte Art nicht auf der roten Liste der bedrohten Schichten steht: Es gibt viele davon. Und viele wollen nach oben. Wer in München Wohnungen vermietet und Anfragen von Leuten bekommt, deren erster Satz ihr Einkommen ist, kennt sie zur Genüge. Dem Hotel Mama sind sie früh entwachsen, zu früh, um Manieren zu lernen. Was für sie zählt, ist die persönliche Leistung, und dann kreuzen ihre Wege die anderer Menschen, die vollkommen zu Recht der Meinung sind, dass persönliche Leistung krass überschätzt wird: Nicht umsonst schreibt das Subklassenportal “Spiegel Online” so oft darüber, wenn jemand mit 30 schon einen Professorentitel und ein Abi mit 16 hat, und man hört danach nie wieder von denen. Solche Einstellungen passen nicht zusammen. Im Ergebnis führt das zu einer genetischen Selektion nach altem Muster. Man sucht sich jemanden, der kein Problem damit hat, wenn Eltern halbironisch fragen: Burschi, wogst an Boasche?

Denn es gibt zwei Arten von Menschen, die einen leasen und bei den anderen machen Eltern Sicherheitsbedenken wegen des alten Sportwagens geltend. Oh, natürlich ist es nicht so, dass man nicht auch Respekt für den selbst erarbeiteten Aufstieg hätte. Aber man möchte nicht verurteilt werden, weil man nicht das Vermögen an Exzellenz-Unis zur Förderung der Fleissigsten und Angepassten verschenkt, sondern wie all die anderen Generationen das Sach zusammenhält und an die eigenen Leute gibt. Blut ist nun mal dicker als Wasser, Kinder sollen es nicht schlecht haben und angesichts der ganzen Karrieristen, die nach Festanstellung und Dienstwägen und Managermagazin-Abo schreien, ist es ohnehin schon schwer genug, sich zu behaupten.

Sicher, man muss sich dafür Spott anhören, keine Kanzlerin vergibt dafür einen Preis und eine Rede hält sie zum Glück auch nicht, und der Zeitgeist verlangt immer noch nach anderen Lebensmodellen, auch wenn Mietnot, Geldentwertung und Griechenlandrettung überdeutlich die Vorteile des Hotels Mama aufzeigen. Mit dem Wissen, dass man, egal wie schlimm es kommt, immer ein Dach und Stuck und Kronleuchter über dem Kopf haben wird, lebt es sich nun mal unbeschwerter als in der bleibenden Unsicherheit fehlender Netze und stets kündbarer Scheingewissheiten wie Lebensversicherungen, Rentenkassen und Aktienfonds. Wenn man unbedingt will, kann man ja auch antworten: Nein, ich möchte gern meinen Kleinwagen weiter fahren. Oder: Den Porsche erarbeite ich mir selbst.

Oder, was plausibler ist: Na gut, aber den übernächsten Porsche bezahle ich dann wirklich selbst. Denn es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass man auch eigenen Ehrgeiz entwickelt. Es muss nur nicht jetzt sofort sein, wenn es jeder und sogar dieser K. macht, was für Teilnehmende schlechte Gesellschaft bedeuten würde.

HINWEIS:

EIn eigener Witz wären die kruden Falschmeldungen, die das hiesige Sstem mal wieder ausspielte, als ich den Beitrag gebaut habe. Ich kann also nur die Ausweichmöglichkeit zum Kommentieren anbieten und ansonsten beten, dass es hier nicht immer so bleibt.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (73)
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46 Thorsten Haupts 13.08.2013, 15:42 Uhr

Don, natürlich ist es nicht so, dass ich nicht auch Respekt für gepflegtes Erbe habe.

Aber echten, persönlichen Respekt reserviere ich für Aufsteiger aus eigener Leistung. Und für Angehörige von wirklich alten Familien, für die die von ihnen beschriebenen Stützen Ihrer Schicht auch nichts anderes sind, als kleinstbürgerliche Neureiche ohne Kultur und Geschichte.

Ich weiss allerdings, dass die zweite Kategorie albern ist. Umso mehr wundert mich bei einem klugen Menschen die Verteidigung von Standesdünkeln bei Leuten ohne Stand.

Ist nicht ohne Chuzpe, Ihre Verteidigung der strikten Weigerung erwachsen zu werden, auf Kosten seiner Eltern, zu einer verteidigungswürdigen Clantugend. Meinen Glückwunsch dazu. Und mein Beileid all jenen, die in derartige Familien einheiraten. Arroganz kann erträglich sein, wo sie auf eigener Leistung beruht, oder wenigstens auf jahrhundertelanger Herrschaftsgeschichte. Unerträglich wird sie bei erbenden Kleinbürgern.

Gruss,
Thorsten Haupts

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12 E.R.Langen 13.08.2013, 16:57 Uhr

Herr Widmann

O.T.: In der Zeit schreibt einer über: "Was Jeff Bezos den Zeitungen lehren kann". Der Autor nennt sich Leiter "der Berliner Journalistenschule". Das Würstchen kann nicht einmal deutsch. Und will die Journalisten lehren. Kein Wunder, dass es mit der Journaille niedergeht.

Don, bitte auf die stimmige Semantik achten: ...

Don, bitte auf die stimmige Semantik achten: "Meine Eltern wohnen noch bei mir" heißt das korrekterweise.

Sündenstolz

Ein erfrischend unangepasster Artikel.

Ob die Haltung des "dann sollen Sie eben Kuchen essen" mehrheitsfähig ist, lasse ich mal dahingestellt. Aber wie hat es Talleyrand so schön formuliert: "Wer das Leben unter dem Ancien regime nicht kennengelernt hat, hat nicht gelebt."

Andererseits:
Vielleicht wird es einfach mal wieder Zeit, die Guillotine auf dem Marktplatz aufzustellen und ein paar von den unnützen, selbstverliebten Fressern zu entsorgen...

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Der uralte Bewohner von Don's elterlichem Anwesen ...

... muss als "berühmter Kriegsverbrecher und Massenmörder" wohl im 30-jaehrigen Krieg oder so gewuetet haben, als das Haus noch ein Jesuitenkolleg war. Ansonsten koennte ich mir in D nicht vorstellen, dass es seinen Namen 2013 tragen wuerde, waeren diese Taten im 20. Jahrhundert veruebt worden - und Mao stab ja bekanntlich in Beijing ("I am feeling sick, call a doctor") und nicht an der Donau, und in China "ziehrt" sein Konterfei noch heute die Yuan-Scheine.

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1 H-Kennzeichen-Fahrer 13.08.2013, 18:52 Uhr

OK, ich gebe zu, ..

auch ich war etwas länger noch in der "Heimatkaserne", und das in Zeiten, wo darüber noch nicht gleich "geforscht" wurde.
Aber ich bestand darauf, im Gegenzug, ab dem ersten Gehalt Geld bei den Eltern abzuliefern. Es blieb trotzdem noch genug übrig, nach einem Jahr eine 356-Replica auf Käferbasis zu kaufen. Nur die Felgen waren original. Tolles Teil, und es läuft noch immer.

Money isn't everything -- but it helps.

Nun ja war schon ewig so, werter Don Alphonso. Ich meine die Sache mit dem "Alten Gelf" und dem "Neuen" das so manchen Arriviste unsicher macht.
Entweder man hats und genisst es, ohne viel Laerm, weder von Porsche, Aston Martin, oder sonstiger Hardware. oder man bejammert den Mangel dessen. Und dazu kommt das Verstaendnis man hat "Class". Die anderen muessen das erst erkaempfen.
Fuer die Nouveu Rich bleibt der Klassenkampf und der "Drang nach Oben" -- manchmal muessen die das "ohne Klasse" tun.
Alles tres gauche, fluestern die, die es schon immer hatten. Old money has class, wissen die anscheinend schon von Geburt.
Das mit dem Multi-Wohnsitzten ist auch so ne Sache, werter Don Alphonso.
Man hat sein Chalet in Aspen, Gstaad, oder St,Moritz und mit etwas Hilfe alter Feunde geht man zum "Grouse Shooting" in dei Schottischen Highlands, wo die Aristo-typen Sommern, und ihre Plaene fuer Bermuda oder die Cote d'Azur fuer die naechste Ueberwinterung machen.
Nur ist es dann verblueffend wenn die Grenzwaechter fragen beim Grenzuebertritt: "Wo ist zuhause ?"
Was nun? Sagt man Muenchen? Duesseldorf? Manhattan? Malle? oder erklaert man das Schifflein im Monte Hafen wo man gerne das "Good Life" zelebriert als die "Residence of Record"?
Ausserdem sind das verdammt neugierige Fragen von diesen Leuten. Geht doch niemanden was an, oder?
Ob sowas mit Steuersmmeln zu tun hat?
Nicht einfach -- die Trubulationen der Betuchten.
Pax vobiscum

und die www.pentagon-gmbh.de aus alfeld,...

und die www.pentagon-gmbh.de aus alfeld, leine versteigert, passend zur zeit, und zu versteigerungspreisen (261259228250 - scroll) ab 60 euro aufwärts, schwere abbruchhämmer "bodenstahl" - "für alle, die mal wieder was größeres vorhaben". es ist schon so viel schief gegangen - da kommt es nun darauf dann auch nicht mehr an.

wobei - fühlbar aus bereichen maximaler...

wobei - fühlbar aus bereichen maximaler zufriedenheit gesprochen, und daher ohne jeden anflug irgendeines auch nur irgendwie beeinträchtigenden gefühls - wobei also für ein kleines, südliches restempfinden eben auch die hesse-existenz in montagnola vielleicht für mancvhe bald wieder etwas hätte:
.
so alle 10 jahre einen steppenwolf schreiben, in den zwischenzeiten gut leben, also lange schlafen unter südlich-mildem himmel, dann ausgiebig in richtung lunch mit dem lebenskamerad w/m zusammensitzen, klönen, quatschen, projekte wälzen, belanglos nette aquarelle malen in der freizeit, wandern, spazieren gehen, gärtnern, einkaufen gehen, kochen, pflanzarbeit, ein tässchen mokka zur rechten stunde, unter ins städtchen, besorgungen machen, abends sterne am himmel und vielleicht ein mond, im schlaf träume vom glück, was ist ein gutes moskitonetz dazu, und rund ums haus lauter große schilder "achtung selbstschussanlagen" und "herr h. ist nicht zu haus" - das hätte auch noch was - "decadence rulez" sozusagen.
.
bliebe nur die frage der unteren verpflichtungen, in steine und an wesen, als letzter eines langen geschlechtes. und manche verpflichtungen sind keine. als sohn aus gutem hause.
.
und wer möchte, sieht "gärten im tessin" - grad solche, wie man selber einen mag. http://videos.arte.tv/de/videos/landtraeume-ein-garten-im-tessin-ausschnitt--6536768.html

4 Just a simple reader 13.08.2013, 20:01 Uhr

@ Thorsten Haupts : Punktlandung - Perfekt....

@ Thorsten Haupts :

Punktlandung - Perfekt.

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

pas d'accord

trotz erklecklichem Erbe in Aussicht und obwohl ich es mir leisten konnte, was ähnlich brotloses wie Sie zu studieren, möchte ich nachdrücklich kundtun, dass mir die Leute, die aus eigener Kraft was schaffen, die Ehrgeiz zeigen, die selbständig sind bzw. sein müssen (2-Zimmer Wohnung), viel lieber als die Maden im Speck, v.a. so manche männlicher Natur, die nichts anderes kennen als sich bedienen und beschenken zu lassen. So was von unsexy!!!

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

1 Wolfgang Hennig 13.08.2013, 21:39 Uhr

Das "Erb-Rätsel"...makaber!?

Wir besitzen ab Geburt:
Ich Selb"ER"
Ich Selb"ST"
eine angeborene Schizophrenie, die uns befähigt zu denken "Ich bin", "Du bist"...
Reflexionsfähigkeit und Wirkung:
Das Gute und Das Böse...ist Das GUT "both"...Selber und Selbst...
und kein ich, du gut bin, bist...oder ich, du böse bin, bist???

am Lebensende:
Ich ST "ERbe", "ST" erben für den Tod?....

:-)

6 E.R.Binvonhier 13.08.2013, 21:58 Uhr

Wenn ich Burschi wäre

Und unbedingt Porsche fahren wollte, würde ich mich bei der
Autobahnpolizei in BaWü bewerben.

Das stell ich mir entspannter vor. Coorperate Identity wird mitgeliefert.

Sorry, ich mein ja nur.

3 Köstlich 13.08.2013, 22:51 Uhr

Der Idealzustand ist doch ...

... wenn der Vater -statt mehrerer Dienstkarossen von langweiligen Marken- seit 40 - 50 Jahren nachhaltig Porsche 911 gefahren und beim Neukauf etwa alle 10 Jahre, das alte Schätzchen nicht verkauft sondern einfach behalten hat. Wenn dann nun auch ein Wasserkocher dabei sein sollte, dann kann sich der Filius ja mal daran probieren.
.
Bevor der Filius jedoch lässig einsteigt würde ich den Marktwert vom Filius auf meinem Konto verlangen. Es ist schliesslich schon schwer genug, einen Porsche mit nachweisbarer Historie zu finden - fast wie bei den Geschlechts -verkehrs- partnern.

7 Elisabeth 13.08.2013, 22:55 Uhr

Werter Don Alphonso,

ich habe ein wenig nachgerechnet hinsichtlich Ihres Familienvermögens. Seit 6-7 Generationen wird demnach das Familienvermögen vorwiegend innerhalb der Blutsbande verteilt. So, pro Generation rechnet man ca. 30 Jahre, dies rückgerechnet ist Ihre Familie also seit ca. 1800 n. Chr. wohlhabend. Also sagen wir mal, knapp nach der französischen Revolution (was das auch immer heissen mag).

Was hat ihre Familie vorher gemacht? Hat sie sich etwa aus der Unterschicht emporgearbeitet? - Mit alten englischen Adelsgeschlechtern können Sie da nicht mithalten..

Mir stellt sich auch die Frage ab wieviel Generationen man reich sein muss, um nicht "neureich" zu sein. Neureich sind beispielsweise Amerikaner (noch nicht so lange der Wildnis entwachsen), Chinesen, arabische/russische Ölmilliardäre...

Nein, werter Don, Sie sind nicht priviligiert. Sich innerhalb der 1% der Bevölkerung, die Ihrem Vermögenslevel entsprechen, bewegen zu müssen, um nicht mit Unterschicht oder Aufstrebern zu tun zu haben, schränkt ein. Es bleibt wenig Freiheit der Wahl, aber zumindest ist diese Unfreiheit selbstgewählt.

Antworten (5) auf diese Lesermeinung

2 Köstlich 13.08.2013, 23:22 Uhr

Neue Porsche würde ich nicht mehr sammeln ....

.... eher neue Tesla Modelle (sobald KM-Laufleistungen > 200.000 mit dem ersten Batteriepack zuverlässig möglich sind).

12 U.Bruckbacher 14.08.2013, 06:44 Uhr

unsere Familie ist uralt und riesengross

jeder hat 8 Milliarden Brüder und Schwestern
dementsprechend sollte man sich auch verhalten
bürgerlicher Aufstieg ist menschlicher Abstieg
wenn ich die Augen zu mache sehe ich was mir gehört
alles andere ist nur geliehen
trotzdem muss man natürlich irgendwo wohnen
dazu empfehle ich jedem:
.
Dauercamping

3 E.R.Binvonhier 14.08.2013, 06:50 Uhr

Aufsteiger aus eigener Leistung

zu sein, finde ich nicht so erstrebenswert.
Erst holt man für das 'Old Money' die Kohlen aus dem Feuer, bekommt die
Gesellschaftliche Anerkennung dafür versagt und darf nie nicht wagen
sich Ihnen vor die Nase zu setzen.
Alles bekannt.
Naheliegend, dass sie lieber als Bankster und neureiche Manager
Ihren eigenen Laden aufmachen.
Dem 'Old Money' erzählt man wie sehr, das alles nur zu ihrem besten sei.

nach langer Zeit

..trotz allem, ..schöne Autos und ´nochmal interessante und bunte Kommentierungen>steppenwolf

Die Zeiten waren andere um den 30-jaehrigen...

Die Zeiten waren andere um den 30-jaehrigen herum. Felder und Waelder waren langfristige Investitionen,die passenden Flurstuecke mussten geheiratet werden.

Quartalsergebnisse waren unbekannt, die Kasse wurde nach dem Erntedankfest gestuerzt. Es wurde in groesseren Zeitabschnitten gedacht, gespart und vererbt. Ob's noch in die 'Neuzeit' passt, wer weis das schon.

Die power point praesentierer haben es geschafft Mainz vom Schienenverkehr abzuhaengen. Dies haben nicht mal die Alliierten mit Tonnen von Bomben fuer laengere Zeit erreicht.

Lieber Don, dann ist's der Tilly!

Danke fuer Ihre Antwort, und damit hat sich das Raetsel geloest, nicht war? Der boese Tilly also ist's ;-) !! Eine Realschule hat man auch gleich nach ihm benannt ...

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5 Nicholaz Beresford 14.08.2013, 13:14 Uhr

Als einer aus dem Subproletariat ...

... der sich dank Könnens und ein bißchen Glück außerhalb der Konzernstromlinienförmigkeit, sagen wir mal, ein bißchen was erarbeitet hat, kann man mir natürlich vorwerfen, es ginge hier um zu hoch hängende Kirschen, aber trotzdem:

Ich müßte mich wundern, wenn das Leben als Burschi mit Boarschi nicht auch seinen Preis hätte, in einer Währung die Unabhängigkeit und Freiheit heißt ... ein Preis der mir (weshalb ich auch von den Konzernen wegblieb) viel zu hoch wäre.

Nun mag's welche geben die, in generationenlanger Tradition domestiziert, den Wunsch nach Unabhängigkeit von der Familie und vom Clan sehr mißtrausch beäugen, oder gar für dumm halten, so wie Fahren ohne Sicherheitsgurt, aber ich sag's mal so:

Ob man under der Knute der Familientradition oder der Knute der Anforderung der Karriereplanung in Master/Bachelor/Excellence steht, ist auch schon wurscht. Dem einen seine Netzwerkermeetings sind dem anderen seine Einladungen im nahen und fernen Familienkreis (vom Bekanntenkreis ganz zu schweigen).

Was ich sagen will: Alles hat seinen Preis, auch wenn er nicht in EURonen gezahlt wird, wobei ich dem Don schon insofern recht gebe, wenn man sich schon anbiedern muß, dann lieber bei der Familie als bei den Konzernfuzzis.

Antworten (9) auf diese Lesermeinung

Resi, i hol di mit`m Porsche ab

leider ist es schon fast in Vergessenheit geraten
Porsche hat in den 1950/60ger Jahren auch prima Traktoren gebaut
alle mit unkaputtbarem luftgekühltem Dieselmotor
die Modelle hiessen glaub ich Junior,Master und Super
so ein Teil hat gegenüber einem Porsche Carrera einen entscheidenden Vorteil
man kommt über alle Bahnübergänge und Bremsschwellen
ohne hinterher den Frontspoiler von der Strasse holen zu müssen

2 Ellen Wild 15.08.2013, 07:40 Uhr

Mit dem "Bedingslosen Grundeinkommen"

und dem dazu nötigen bedinglosen Egalisieren von Besitz wird diese Lebenseinstellung dann allerdings schwierig. Aber dann wird ja auch der Aufsteiger egalisiert und dann haben eben alle
einen schönen Schlafplatz im Proletenregal. Das wird die Arbeitsmoral ungeheuer steigern, wenn
Big Brother das Grundeinkommen per IBAN anweist und Geldschmuggel DAS Geschäft der Zukunft sein wird.

Antworten (6) auf diese Lesermeinung

5 U.Bruckbacher 17.08.2013, 13:03 Uhr

Die Unterschicht

> die Unterschicht < ist für mich ein Begriff aus dem Forstwegebau
dort gilt die eiserne Regel :
die Unterschicht muss so stabil und solide wie nur möglich sein
weil sonst kurz nach der Unterschicht auch die Oberschicht abkackt

3 U.Bruckbacher 17.08.2013, 13:07 Uhr

Entschuldigung

es muss heissen : > absackt <

0 Michel Drückeberger 17.08.2013, 20:44 Uhr

Porsche?

Porsche? Da war doch mal was... Richtig:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25604168.html

5 Köstlich 18.08.2013, 12:32 Uhr

Der erste Schritt zum Reichtum ...

... ist die Armut an Ansprüchen.
.
Wenn ich dann allerdings -zwangsweise, weil in breitem und lautem Dialekt im ICE vorgetragen- immer so mitkriege was die angebliche Mittelschicht (Sandalen mit Socken - Fraktion) so an Urlaubsansprüchen hegt, die sie auf Teneriffa, Tunesien, Türkei und Thailand befriedigt, dann komme ich nicht umhin zu glauben, dass wir da einen Schiefstand haben.
.
Gänzlich k - tzen könnte ich, wenn selbiger Redner, der von seinen vielen Urlauben schwärmt (bei denen er die Gänge blockierendes Übergepäck bis in die entferntesten Winkel der Welt tragen kann), in der nächsten Vortragsreihe dann das Thema seiner anstehenden Frühverrentung "wegen Rückenproblemen" ins Grossraumabteil absondert.

nein - und auch keine harley -...

nein - und auch keine harley - http://tinyurl.com/mfdjvxc
.
aber wir hatten früher auch deutsche, die verantworteten weltöffentlich saturn v-raketen. (im ernst, war so. kein märchen, keine aufschneiderische angabe)
.
heute halt kriegen die burschis blöde, enge, dumme porsche angedient. mutti und papi gebens ihrem kinde. wie sich die zeiten ändern.
.
aber dies natürlich nur ein urteil, eine blöde und falsche projektion. die burschis gabs schon immer - und sie blieben auch gerne unter sich.
.
porsche als firma und produkt natürlich prima. und ja: die autos halt nahezu immer intelligenter und schneller als ihre burschis. von denen viele auch schon mal mit dem schlüpfrigen slipper vom pedal rutschten, vor all der hektik beim fahren. und kuppeln und schalten muss man auch noch.
.
und klar doch: ich soll das eine tun - und das andere nicht lassen. z.b. eine meinung haben. wenn das frankfurter feuilleton immer enger und ignoranter wird.
.
denn gleichzeitig wird die lebensleistungbiographie eines f. piech, wie man den eindruck gewinnen kann, gar nicht mehr wahrgenommen. der porsche in sein reich intergrierte - (ob vw in porsche oder umgekehrt, war ja vollkomen egal - nur durch ihn musste es sein) und gab uns den veyron - wo vorher gar nichts war.
.
und es bleibt womöglich doch mehr das fernsehen, als print, welches uns, neben don alphonso und der bunten, zum tage und zur zeit mit interessanten und ausführlich-gut gemachten biographien und nachrufen erfreut. über donna summer neulich im tv. eine aufsteigerin, welche - durchaus verständlicher weise, vor allem das geld wollte. gerade auch für ihre altern eltern in boston/usa besser sorgen können, ein neues haus kaufen. und die später den nachnahmen ihres deutschen ehemanns, herrn sommers, anglizierte. und sich einige 10 jahre in die karriere hinein wieder stärker den usa zuwandte, weil dort mehr geld zu verdienen war, und das geld - und geld machen - "weniger politisch", als im deutschland der 1970; donna summer also, die in fehleinschätzung ihres dankenswerterweise bunt gemischten publikums von der bühne hinunter eines tages scheinbar auf den beginn allen lebens hinweisen musste: "am anfang "it was adame and eve - not adam and steve"" - was eben fehler war. obwohl sie es nur gut meinte. http://www.donna-tribute.com/articles/80/advocate2.htm
.
schade also, dass in deutschland heutzutage "oberhalb der burschis" anscheinend bald nichts mehr wäre. und eine gewisse westviertel-hermetik sich selber gerne noch mehr und ausschließlicher sähe. denn enge wäre klug.
.
was also geben uns don alphonso und die faz - wo vorher gar nichts war?

0 E.R.Binvonhier 18.08.2013, 22:42 Uhr

Jetzt fällt es mir wieder ein

was da in Ägypten los ist.

Es gab mal wieder eine Volkszählung.

Wenn das selbst im ruhigen Deutschland zu Rechtsstreitigkeiten führt,
wozu erst in Ägypten.

Sorry für das OT

0 E.R.Binvonhier 19.08.2013, 01:35 Uhr

Noch mehr OT

Der Bahn bleibt auch nix erspart. Jetzt lässt NSA mitteilen, dass europäische IC-Züge
von Terrorakten bedroht sind.

Zweifel am Wirken der NSA kann tödlich sein.

Bitte dringend darum, jede Kritik einzustellen und nicht fragen, warum eigentlich
europäische?
Wir tun doch den Islamisten nix.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

Die Entweder-Oder-Typisierung halte ich für...

Die Entweder-Oder-Typisierung halte ich für bizarr. Allerdings beleuchtet sie die fast krampfartige Mode, "weg" von den Eltern, "sich selbständig machen", "ein eigenes Leben führen", die derzeit von fast allen Erziehungsgurus gebetsmühlenartig ihren Anhängern vorgebetet wird und nicht selten in eine Entfremdung der Generationen ausartet. Statt die Probleme und den Nutzen des Miteinander der Generationen auszuloten wird das Gegeneinander propagiert, obwohl jedem halbwegs denkenden Menschen inzwischen klar sein dürfte, dass die Zukunft nur durch das Miteinander der Generationen zu bewältigen sein wird. Die psychische, emotionale Flexibilität und Selbstverantwortlichkeit, die dazu erforderlich sein wird, die sollte man sich rechtzeitig aneignen. Auch die Fähigkeit, sich abzugrenzen und trotzdem dabei zu bleiben dürfte Training erfordern.
Das Hotel "Mama", konstruktiv betrachtet, erfordert erwachsene Personen und keine greinenden Kinder.

hier mal was (zumindest für mich) interessantes zu dem Thema aus Richtung Süden(geklaut aus einem

hier mal was (zumindest für mich) interessantes zu dem Thema aus Richtung Süden(geklaut aus einem Forum):

„Dass die Italiener ein höheres Pro-Kopf-Vermögen haben und es in Italien ein höheres durchschnittliches pro Kopf-Vermögen gibt als in Deutschland, liegt schlicht weg daran, dass in der italienischen Mentalität Miete zu zahlen, als "herausgeschmissenes Geld" angesehen wird. Die Gesellschaft ist in Italien ganz anders strukturiert. Hier leben die Kinder länger bei den Eltern (im Schnitt bis Ende 20/Anfang 30) und haben damit die Chance das, was sie sonst als Miete zahlen würden, auf die hohe Kante zu legen. Wenn man dann aus dem Elternhaus auszieht (oft, weil man entschiedet zu heiraten und eine Familie zu gründen) dann ist schon Geld da (dann natürlich von 2 Personen). Und das, was noch fehlt für ein Eigenheim, wird als Darlehen aufgenommen. Anstatt Miete zu zahlen, wird das Darlehen abgezahlt, gleiche Ausgabe aber eben Investition ins Eigenheim. Bei einem Alter von ca. 50 Jahren ist das Darlehen abgezahlt und man kann wieder Geld auf die Seite legen, um eventuell eine Wohnung für die Kinder zu kaufen oder diese beim Kauf zumindest zu unterstützen.

In Deutschland ziehen doch die Kinder aus, sobald sie die Schule fertig haben und gehen zum Studium oder zur Ausbildung. Klar, dass man da noch kein Eigenheim kauft. Entweder zahlen die Eltern die Miete oder das Ausbildungsgehalt muss herhalten. Und wenn man mit Studium oder Ausbildung fertig ist, hat man nicht genug Geld weggelegt, um für eine Bank kreditwürdig zu sein. Und zu Mama und Papa zurück geht nun nicht mehr. Also ist die einzige Möglichkeit wieder die Miete ... Und selbst wenn.. jemand, der in Deutschland mit Mitte-Ende 20 ein Darlehen aufnimmt, ist doch eher ein Paradiesvogel...

Ähnlich wie in Italien, sieht es übrigens auch in Spanien und Frankreich aus ...

To make a log story short: Das Eigenheim hat weniger mit der Regierung zu tun, als man hier versucht Glauben zu machen. Es ist schlicht-weg eine Mentalitätssache ...

…und natürlich studieren italienische Kinder auch (die Berufsschule wie in Deutschland gibt es nicht, entweder man geht studieren oder arbeiten). Es wird aber versucht, eine räumlich nahe Universität zu finden.“

La familia

0 Stefan Gruner 17.10.2013, 19:35 Uhr

Siehe Jose Ortega y Gasset:

Aufstand der Massen (1930). Darin ist diesem Thema ---Erbe versus Eigenleistung--- ein eigenes Kapitel (VII) gewidmet.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.