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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Burschi, magst Du einen Porsche?

| 73 Lesermeinungen

Die einen verachten es als Hotel Mama, die anderen rechnen nach und sind zufrieden: Als vermögenswirksame Leistungen sind gutsituierte Eltern unabhängig von der Konjunktur und frei von den Betrugsrisiken, die andernorts drohen.

Alleweil ein wenig Geld im Sack,
alleweil ein wenig Schnupftabak.
Valentin Rathgeber

Jaaaa, sagt S. gefährlich und gedehnt wie eine Giftschlange im Angriff, das soll es geben.

A propops Unterkunft, sage ich ausweichend, in Kloster Scheyern ist gerade eine Wanderausstellung zu Valentin Rathgeber im Kreuzgang, und die knallrot angelaufene P. steigt sofort darauf ein, so dass wir thematisch erfolgreich zur Barockmusik wechseln.

Davor hatte der von der P. eingeschleppte K. nämlich seine unqualifizierte Meinung über jüngere Menschen eingebracht, die immer noch im Dunstkreis ihrer Eltern wohnen, Riesenbabies, Hotel Mama, so etwas sagte er und unterstrich damit, dass ein gutes Einkommen bei einer Autofabrik noch lange nicht hilft, eine niedrige Herkunft zu vertuschen. Denn das Lästern über Familienbande ist ein beliebtes Motiv bei der Unterschicht, die keinerlei Einblick in den tatsächlichen Nutzen so einer Bindung hat.

In meinem Umfeld – und das erklärt die bitteren Reaktionen auf solche Vorwürfe – könnte man so ein Verhalten so gut wie jedem vorwerfen. Seit Generationen. Ich meine sogar, der Umstand, dass es bei uns seit Generationen so ist, macht einen zentralen Unterschied in der deutschen Klassengesellschaft aus. Nur sagte man früher nicht Hotel Mama. Sondern “Stammhaus”, und das spiegelt sich auch heute noch in den Namen mancher Häuser, die für uns nicht mit Nummern verknüpft sind, sondern mit den Namen von Clans. Bei mir ist das nicht ganz so, im Haus starb ein berühmter Kriegsverbrecher und Massenmörder, daher trägt es seinen Namen: Aber dass ein Haus und eine Familie zusammengehört, zeigt überdeutlich, wie wenig man früher vom Wegziehen der Kinder gehalten hat.

Natürlich sollte ein Haus in diesem Falle etwas grösser sein, aber ich möchte hier auch bestätigen, dass man sich in einem Gebäudekomplex mit über 50 Zimmern und einem Nebengebäude sehr viel leichter aus dem Weg gehen kann, als in einer 2-Zimmer-Mietwohnung, in die es Zuzügler wie den K. verschlagen hat. In einer Epoche ohne Altersheime war es für den Nachwuchs verbindlich, in der Nähe der Eltern zu bleiben, und in einer Ära des immens teuren und nachhaltigen Bauens und des knappen Wohnraums konnte man auch nicht einfach so ausziehen – einfach, weil es kaum Alternativen gab. Man muss das nicht umfassend nachahmenswert finden, aber wenn eine Familie so über 6, 7 Generationen so lebt, ist das eben Tradition, und die hat man oder man zahlt 9 Euro pro Quadratmeter Miete in Kleinmehrimg und hofft, sich irgendwann auf Kredit eine Wohnung in einem besseren Viertel leisten zu können. So ist diese Welt nun einmal beschaffen.

Es läge mir fern, die Schattenseiten dieses Zusammenbleibens der Familien kleinzureden, und natürlich verlief das früher auch in liberalen Familien nicht immer ohne Repression und Streit. Aber noch in der weiteren Nachkriegszeit, als nicht sicher war, ob sich dieses Land wieder zu einem Spionageziel der USA knapp unter der Einsatzgrenze für Mörderdrohnen entwickeln würde, galt die Wohnmöglichkeit im Elternhauskomplex für junge, heiratswillige Menschen als echter Startvorteil ins Leben. Sogar in den 70er Jahren war es in den besseren Wohnlagen und Kreisen durchaus noch üblich, Villen mit Einliegerwohnungen zu versehen, falls ein Kind einmal eine Wohnung brauchen würde. Damals konnte ja noch keiner ahnen, dass die Globalisierung alles ändern und Leute wie den K. hierher bringen würde, der das Loblied auf eine unbedingte, selbst bezahlte Selbstständigkeit in allen Belangen singt, die sich allerdings bei genauem Durchrechnen gar nicht lohnt.

Denn natürlich macht es von Anfang an einen Unterschied, ob man die richtige Unterstützung hat. Sozialdarwinistisch gesprochen hat man eigentlich durchgehend mit Elternbeihilfe die besseren Chancen, sich genetisch durchzusetzen. Bekommt man am Studienort eine eigene Wohnung nahe des Parkcafes und ein Auto, hat man mehr Zeit für den Umgang mit dem anderen Geschlecht und dessen gehobenen Vertreterinnen als jene, die Nachts schlafen müssen, um am nächsten Tag zu studieren und zu arbeiten, um sich Münchner Preise leisten zu können. Das ist einfach so. Fährt man am Wochenende heim und hat man dort im Stammhaus eine Wohnung mit Dachterrasse, gestaltet sich das Leben auch angenehmer, als beim Verbleib in der Mietwohnung. Über all die Erbfälle fällt dann auch sicher einmal eine den Eltern gehörende Wohnung ab, die man dauerhaft beziehen kann. Im Ergebnis hat man dank Eltern eine Wohnung in Bestlage zum Leben und eine alte Studentenwohnung in einer beliebten grossen Stadt zum Vermieten. Was der K. aufgrund seiner Herkunft nicht erkennen kann, ist der enorme Startvorteil, der sich dadurch ergibt. Natürlich ist man in solchen familiären Beziehungen und Banden lokal gebunden, aber in unserem Fall ist das genau dort, wo der K. als Neukommender mit seiner Selbermacherhaltung reüssieren möchte. Und er wird hier lange Tage in einem hässlichen Gebäude geregelt arbeiten müssen, um das netto zu erwirtschaften, was für andere – seiner Meinung nach bruttohässlich – einfach so da ist.Und dann hat er noch nicht mal einen Zweitwohnsitz im Alpenraum. Für den er, er muss schliesslich hart und viel arbeiten, vermutlich auch keine Zeit hätte.

Dann muss er gar nicht erst besseren Partien ins Gesicht sagen, dass er vom Quell ihrer Möglichkeiten nichts hält, um sich aus dem tauglichen Genpool zu entfernen. Denn so eine Haltung führt in Beziehungen immer zu übelsten Konflikten, wenn die Eltern auch weiterhin ihr Kind unterstützen, wie sie es gewohnt sind, nicht aber den Partner, der sie spüren lässt, dass er ein derartiges Verhalten verachtet. Und die Natur einer Klassengesellschaft bringt es nun mal mit sich, dass es von diese wenig besitzende, schlecht gelaunte Art nicht auf der roten Liste der bedrohten Schichten steht: Es gibt viele davon. Und viele wollen nach oben. Wer in München Wohnungen vermietet und Anfragen von Leuten bekommt, deren erster Satz ihr Einkommen ist, kennt sie zur Genüge. Dem Hotel Mama sind sie früh entwachsen, zu früh, um Manieren zu lernen. Was für sie zählt, ist die persönliche Leistung, und dann kreuzen ihre Wege die anderer Menschen, die vollkommen zu Recht der Meinung sind, dass persönliche Leistung krass überschätzt wird: Nicht umsonst schreibt das Subklassenportal “Spiegel Online” so oft darüber, wenn jemand mit 30 schon einen Professorentitel und ein Abi mit 16 hat, und man hört danach nie wieder von denen. Solche Einstellungen passen nicht zusammen. Im Ergebnis führt das zu einer genetischen Selektion nach altem Muster. Man sucht sich jemanden, der kein Problem damit hat, wenn Eltern halbironisch fragen: Burschi, wogst an Boasche?

Denn es gibt zwei Arten von Menschen, die einen leasen und bei den anderen machen Eltern Sicherheitsbedenken wegen des alten Sportwagens geltend. Oh, natürlich ist es nicht so, dass man nicht auch Respekt für den selbst erarbeiteten Aufstieg hätte. Aber man möchte nicht verurteilt werden, weil man nicht das Vermögen an Exzellenz-Unis zur Förderung der Fleissigsten und Angepassten verschenkt, sondern wie all die anderen Generationen das Sach zusammenhält und an die eigenen Leute gibt. Blut ist nun mal dicker als Wasser, Kinder sollen es nicht schlecht haben und angesichts der ganzen Karrieristen, die nach Festanstellung und Dienstwägen und Managermagazin-Abo schreien, ist es ohnehin schon schwer genug, sich zu behaupten.

Sicher, man muss sich dafür Spott anhören, keine Kanzlerin vergibt dafür einen Preis und eine Rede hält sie zum Glück auch nicht, und der Zeitgeist verlangt immer noch nach anderen Lebensmodellen, auch wenn Mietnot, Geldentwertung und Griechenlandrettung überdeutlich die Vorteile des Hotels Mama aufzeigen. Mit dem Wissen, dass man, egal wie schlimm es kommt, immer ein Dach und Stuck und Kronleuchter über dem Kopf haben wird, lebt es sich nun mal unbeschwerter als in der bleibenden Unsicherheit fehlender Netze und stets kündbarer Scheingewissheiten wie Lebensversicherungen, Rentenkassen und Aktienfonds. Wenn man unbedingt will, kann man ja auch antworten: Nein, ich möchte gern meinen Kleinwagen weiter fahren. Oder: Den Porsche erarbeite ich mir selbst.

Oder, was plausibler ist: Na gut, aber den übernächsten Porsche bezahle ich dann wirklich selbst. Denn es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass man auch eigenen Ehrgeiz entwickelt. Es muss nur nicht jetzt sofort sein, wenn es jeder und sogar dieser K. macht, was für Teilnehmende schlechte Gesellschaft bedeuten würde.

HINWEIS:

EIn eigener Witz wären die kruden Falschmeldungen, die das hiesige Sstem mal wieder ausspielte, als ich den Beitrag gebaut habe. Ich kann also nur die Ausweichmöglichkeit zum Kommentieren anbieten und ansonsten beten, dass es hier nicht immer so bleibt.

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73 Lesermeinungen

  1. Don, natürlich ist es nicht so, dass ich nicht auch Respekt für gepflegtes Erbe habe.
    Aber echten, persönlichen Respekt reserviere ich für Aufsteiger aus eigener Leistung. Und für Angehörige von wirklich alten Familien, für die die von ihnen beschriebenen Stützen Ihrer Schicht auch nichts anderes sind, als kleinstbürgerliche Neureiche ohne Kultur und Geschichte.

    Ich weiss allerdings, dass die zweite Kategorie albern ist. Umso mehr wundert mich bei einem klugen Menschen die Verteidigung von Standesdünkeln bei Leuten ohne Stand.

    Ist nicht ohne Chuzpe, Ihre Verteidigung der strikten Weigerung erwachsen zu werden, auf Kosten seiner Eltern, zu einer verteidigungswürdigen Clantugend. Meinen Glückwunsch dazu. Und mein Beileid all jenen, die in derartige Familien einheiraten. Arroganz kann erträglich sein, wo sie auf eigener Leistung beruht, oder wenigstens auf jahrhundertelanger Herrschaftsgeschichte. Unerträglich wird sie bei erbenden Kleinbürgern.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Natürlich triggert das ungemein.
      Und so ist es vermutlich auch gedacht. (Kunstfigur müsste man sein …)

      Die Realität sieht anders aus als diese derart konstruierte Kluft: Hier der nicht mehr zu stigmatisierende Satte, der nur erbt und nichts tun muss, außer zur Familie hübsch nett zu bleiben …, dort der Respekt gebietende fleißige Top-Aufsteiger aus eigener Leistung …

      Beide sind doch nur Klischees. (Don, du bist ein Klischee … ; -) )

      Die Realität: Ein Stigma, eine nagende Schuld, ist es natürlich trotzdem, eigentlich längst ein eigenes Leben haben zu sollen oder sogar eins gehabt zu haben, aber wieder von der Hilfe der Eltern abhängig zu sein.

      Das entmündigt, das macht unerwachsen wider Willen. Elterliche Unterstützung ist in allen Kreisen leider normal geworden. Selbst Eltern, die auch nicht auf Rosen gebettet sind, müssen immer öfter ihre großen Kinder unterstützen, weil am Monatsende zuviel Monat ist. Ob es den Eltern oder ob es den Kindern nun passt oder nicht, danach fragt keiner.

      Der eigentliche Skandal ist natürlich nicht das lässige, von Daddy ausgehaltene Porsche-Bübschen, sondern dass Arbeiten für immer mehr Leute anscheinend nicht mehr reicht.

      Logisch eigentlich: Denn nicht jeder kann in einer an Perspektiven knapper werdenden Arbeitswelt die noch knapper werden Top-Positionen einnehmen. Die Karriereleiter für den “Top-Performer”hatte früher zwei Enden und war vorausehbar linear, jetzt ist sie rund: Hamsterrad. Noch halbwegs gut bezahlt. Aber “normale” Arbeit der meisten (Zimmermädchen, angestellte Handwerker, Leiharbeiter) wird nicht mehr anständig bezahlt. Zum Leben zuwenig und zum Sterben zuviel.

      Daher müsste man eigentlich an dem anderen Stigma arbeiten: Wer “Es” nicht geschafft hat, ist deswegen noch lange kein Versager.

      Es ist aber typisch für die hier schreibende Kunstfigur, bewusst eine provozierende umgekehrte Sicht einzunehmen. Statt des viel zu langweiligen, da zu oft gehört: “Der Leistungsfetischismus muss weg” das provokante: “Warum nieecht sich unterstützen lassen, was ist so schlecht daran …”

      Sehen Sie es doch mal so.
      :-)

    • Ist Ihnen schon einmal die Idee gekommen, ich koennte bei oeffentlichen Auftritten
      (Also hier) genauso eine Kunstfigur sein, wie der Don? Nur eine unter klarnamen schreibende?

      Und bitte verkaufen Sie Ihre Legende vom “fuer immer mehr reicht es nicht mehr zum Leben” anderen. Es gibt genug begeisterte Abnehmer. Aber nicht jemandem, der sich noch an die Zeit erinnert, als es 5% Akademiker gab (heute 40), als Studenten froh waren, eine 12 qm Zimmer mit Dusche auf dem Flur zu haben (endlich weg von den Eltern, sturmfreie Bude) und als ein Leutnant der Bundeswehr mit 400 DM im Monat eine Familie durchbrachte. Und als Urlaub bedeutete Schwarzwald oder Nordsee.

      Die seitdem gestiegenen Ansprueche sind in einer Wohlstands- und Einkindgesellschaft moeglicherweise unausweichlich. Aber alle mir vorliegenden Daten und Beonachtungen in ganz verschiedenen sozialen Schichten ergeben keine Verschlechterung, wenn wir als Referenzpunkt 1980 nehmen wollen. Eine Seitwaertsbewegung fuer die meisten nach 1990, fuer viele Millionen Ostdeutsche eine massive Verbesserung.

      Aber die Story von “ich komme mit meinen Anspruechen ans Leben nicht klar, weil ich nie gelernt habe, damit unzugehen und zuviel Glamourmagazine lese” klingt natuerlich ungleich schlechter als Ihre gesellschaftliche Weh- und Anklage. Keine Sorge, bald sind die Leute aus der oeffentlichen Diskussion verschwunden, die Ihnen widersprechen koennten :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • O weh
      O weh, ich glaube, ich muss etwas gerade rücken.
      Ich komme doch selbst aus Gegenden/Verhältnissen, in denen es nie so recht gereicht hat.

      Wer jedoch leugnen will, dass es mittlerweile um die 7 Millionen Minijobs gibt, dafür aber normale Arbeitsverhältnisse weggefallen sind, und dass selbst die Jubel-Agenda-SPD, die das verbrochen hat, inzwischen von oberer Stelle zugibt, das sei enorm schiefgelaufen, nur zu. :- )

    • Warum sollte ich eine Erfolgsstory leugnen?
      Es arbeiten heute wie 1993 (!) etwa 40% aller Menschen im Erwerbsalter in Vollzeit. Nicht-Erwerbstätige und Arbeitslose zusammen machten 1993 etwa 32% aller Erwerbsfähigen aus, 2013 waren es nur noch 27%.

      Also sind die Mini- und Teilzeitjobs hinzugekommen und haben zusätzliche bezahlte Beschäftigungsmöglichkeiten generiert. Da gibt´s also nichts zu leugnen.

      Völlig davon abgesehen war Ihr Ausgangsargument ein völlig anderes – dass ein Job für immer mehr Menschen (gegenüber welchem Referenzjahr übrigens?) nicht mehr zum Leben reicht. Bringen Sie dafür noch handfeste Belege?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Erfolgsstory?
      Geschätzter Herr Haupts,
      die nette Beleghuberei ist eine tagfüllende Beschäftigung, bitte um Verzeihung, dass ich ihr nur mit einem fertigen Dossier kommen kann, das ich leider nicht selbst erstellen konnte (dafür fehlt mir die Zeit dazu).

      Fertig wäre eines hier, das ich Ihnen wärmstens ans Herz legen kann:
      ZEIT Dossier, DIE ZEIt N° 33 Printausgabe:
      ” … und raus bist du.”
      Subheadline: “Deutschland feiert sein Jobwunder. Doch der Erfolg ist teuer erkauft: Durch Leiharbeit. Niedriglöhne und die ständige Gefahr des Abstiegs. Von Roland Kirbach.”

      Und ein paar Zahlen. Sie lieben ja Zahlen.
      2002 waren angeblich 4,1 Millionen Menschen ohne Job.
      Heute sind es angeblich nur 2,9 Millionen.
      Dazu gekommen sind angeblich aber 7 Millionen prekäre Jobs.

      [Bei beiden Zahlen gehe ich als erfahrener und verschmitzter Polit-Statistikleser davon aus, dass sie getürkt sind.

      Als einigermaßen brauchbar könnte man grade noch eine etwaige Tendenz nehmen, Sie wissen ja. In beiden Zahlenabschnitten ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit in Wirklichkeit höher. Man rechnet sich ja aus politischen Gründen erfolgreich (egal ob rote oder schwarze Regierung), raus fliegen immer die Leute in sogenannten “Maßnahmen”. Welche zwar oft sinnlos sind wie ein Kropf, aber die Statistik erheblich schönen. ]

      Wenn ich also unschuldig nach Adam Ries durchrechne, was mir der Staat an seltsamen Statistiken anbietet, dann muss man sich doch fragen: Die wunderbare Jobvermehrung ist doch nur auf Grund der Minijobs entstanden, wovon viele Minijobinhaber 2 Minijobs pro Person auf sich vereinigen. Wenn mich nicht alles täuscht, könnten das gerade die sein, denen der ganzer normale Job abhanden ging: diese angeblich erfolgreichen 4,1 minus 2,9 Millionen = 1,2 Millionen.
      Der Rest sind Hausfrauen und Rentner, die mit 1 Minijob dazuverdienen.

      Das Blöde an den “Jobwunder”-Minijobs ist, dass sie kaum Rentenpunkte geben oder gar keine. Wir wandern also auf eine Altersarmut in den nächsten 10-20 Jahren zu, die nicht mehr feierlich ist.

      Das andere ist laut dem ZEIT-Dossier der enorme Zuwachs an Leiharbeit, welcher den Leiharbeitsfirmen Wohlstand, den betroffenen Menschen aber einen Rückgang der Einkommen um 30% beschert. Noch wilder fällt das Ergebnis aus, wenn man bedenkt, dass Firmen, die es nicht nötig hätten, BMW und Daimler, sogar auf die noch billigeren und zum Teil schon betrügerischen Werksverträge (noch billiger als Leiharbeit) umschwenken, wo den Menschen noch weniger bleibt.

      Aber natürlich, wenn ich das alles mit ’45 nachm Kriech oder mit den Zahlen von 1980 mit den damals billigen Mieten schönrechne, dann sagt man freilich: Alles Jammerer!

      Dazu gekommen ist der Effekt, dass viele Menschen die Schikanen aus Hartz 4 dermaßen fürchten, das sie lieber entweder Unterstützung aus der eigenen Familie (ebenfalls eine gewisse Demütigung und oft ein Kampf mit ungewissem Ausgang bei dysfunktionalen Familien) vorziehen oder Flaschen sammeln gehen. Im reichen München sehe ich das Nachts um 4 Uhr gehäuft seit einiger Zeit (bin Nachtmensch und schau halt auch genau hin, weil ich um dies Uhrzeit eben nicht besoffen bin wie die Partygänger).

      So. Das war das eine.
      Das andere neben den Zahlen ist, dass ich halt hinschau.
      Gehen Sie mal nachts um 4 a. m. spazieren, Herr Haupts.

      Grüße aus München,
      von einem, der erfolgreicher “Leistungsträger” war im Sinne der neoliberalen Definition und bewusst ausgestiegen ist. Weil das alles nicht mehr wahr ist, was da abgeht.

    • Ja, ich bin und bleibe Zahlenmensch ...
      Und als solcher stelle ich fest:

      1) Die Vollzeitäquivalenz-Beschäftigtenquote (Umrechnung aller Jobs in Vollzeitjobs, d.h., aus 2 bis 3 Minijobs wird ein Vollzeitjob in der Statistik) für Deutschland betrug 2001 etwa 59%, 2005 etwa 57,6% und 2011 etwa 60,7%. Es sind also definitiv bezahlte Beschäftigungsangebote gewachsen
      2) Die Alternative zu Teilzeit, Minijobs oder Niedriglohnarbeit heisst Arbeitslosigkeit. Und auch nach meiner persönlichen Erfahrung gibt es für die meisten Menschen langfristig nichts schlimmeres
      3) Die Flaschensammler kann ich von meiner Wohnung aus beobachten und tue das auch. Mit einem (Zufallsauswahl) habe ich mich mal unterhalten. An einem guten Abend ist sein Nettoeinkommen pro Stunde mit Flaschensammeln bei 7 bis 8 Euro, er könnte mit Lohnarbeit mangels Qualifikation erstens nicht mehr verdienen und zweitens arbeitet er gerne nachts.

      Und jetzt singen wir alle gemeinsam wieder das Mantra vom unausweichlichen Abstieg, dem bösen Neoliberalismus, den herzlosen Eliten, den sinnlosen “Leistungsträgern” usw. etc. Da wird einem dann immer so warm ums Herz, in der Klagegemeinschaft der Unterdrückten, Ausgebeuteten und Entrechteten.

      Bevor ich´s vergesse – Sie können doch all das im Schwesterblog (bei WordPress) nicht nur widerspruchsfrei tun, seitdem ich das Feld geräumt habe, nein, Sie kriegen dafür jede Menge Streicheleinheiten und Zustimmung?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  2. Herr Widmann
    O.T.: In der Zeit schreibt einer über: “Was Jeff Bezos den Zeitungen lehren kann”. Der Autor nennt sich Leiter “der Berliner Journalistenschule”. Das Würstchen kann nicht einmal deutsch. Und will die Journalisten lehren. Kein Wunder, dass es mit der Journaille niedergeht.

  3. Titel eingeben
    Don, bitte auf die stimmige Semantik achten: “Meine Eltern wohnen noch bei mir” heißt das korrekterweise.

  4. Sündenstolz
    Ein erfrischend unangepasster Artikel.

    Ob die Haltung des “dann sollen Sie eben Kuchen essen” mehrheitsfähig ist, lasse ich mal dahingestellt. Aber wie hat es Talleyrand so schön formuliert: “Wer das Leben unter dem Ancien regime nicht kennengelernt hat, hat nicht gelebt.”

    Andererseits:
    Vielleicht wird es einfach mal wieder Zeit, die Guillotine auf dem Marktplatz aufzustellen und ein paar von den unnützen, selbstverliebten Fressern zu entsorgen…

    • Und was sollte das letztlich bringen?

    • und dann...
      Wenn dann die Fresser beseitigt sind, wird der Rest enteignet und die Wirtschaft an die Wand gefahren. Schliesslich kann man dann die Buerodrohnen einziehen und den Kontinent erorbern – oder auch nicht.
      Das Problem der Blutrunst ist, dass sie unersaettlich bleibt und immer zum Untergang aller fuehrt.

      Und die Geschichte zeigt, dass Fresser beseitigen immer zum Chaos fuehrt.

    • Wenn das wenigstens was nützen würde,
      wäre es ja erwägenswert. Die Bilanz fast aller blutigen Revolutionen bis heute ist ziemlich negativ.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Nichts, und das sollte auch mit wenig Beobachtungsgabe und Geschichtskenntnis leicht erkennbar sein
      Von wegen „Moriendum esse“. Das ist auch Schmarrn.

    • Was bringts?
      Nun ja. Das mit den negativen Ergebnissen kommt immer darauf an, von welchen Revolutionen wir sprechen.

      Die Bilanz der amerikanischen Revolution, der “Glorious Revolution” oder auch der Französichen Revolution ist so schlecht nicht. Und die Russische Revolution (vor der Machtübernahme der Kommunisten durch einen Militärputsch) hatte durchaus auch etwas für sich.

      Das deutsche Kaiserreich sind wir 1918 auch nur per Revolution losgeworden.

      Und dann haben wir da noch den Fall der Mauer. Nur haben wir es in Deutschland damals eben leider versäumt, die hohen Herren von der SED zur Verantwortung zu ziehen. So blöd, einem Diktator wie dem Herrn Honecker auch noch von Staats wegen Rente zu zahlen, sind nur die Deutschen.

    • Langfristig gesehen...
      Was es bringen soll?

      Was auch immer Sie wollen; jedenfalls hat z.B. die erste französische Republik so ihre Staatsschulden bezahlt. Und es hat Ihnen nicht geschadet. Und die hohen Herren von der “gesellschaftlichen Elite” (damals = Adel) waren danach auch viel handzahmer. Gesellschaftliche Verhältnisse sind also nicht “alternativlos”, sondern vielmehr durchaus veränderbar.

      Natürlich löst so etwas nicht alle Probleme. Aber immerhin muss man sich dann von denjenigen, die leistungslos von der Arbeit anderer profitieren (heute = Politiker, Erben, Bankster u.a.) nicht auch noch verspotten lassen. Es hätte also “pädagogischen Wert”.

  5. Der uralte Bewohner von Don's elterlichem Anwesen ...
    … muss als “berühmter Kriegsverbrecher und Massenmörder” wohl im 30-jaehrigen Krieg oder so gewuetet haben, als das Haus noch ein Jesuitenkolleg war. Ansonsten koennte ich mir in D nicht vorstellen, dass es seinen Namen 2013 tragen wuerde, waeren diese Taten im 20. Jahrhundert veruebt worden – und Mao stab ja bekanntlich in Beijing (“I am feeling sick, call a doctor”) und nicht an der Donau, und in China “ziehrt” sein Konterfei noch heute die Yuan-Scheine.

  6. OK, ich gebe zu, ..
    auch ich war etwas länger noch in der “Heimatkaserne”, und das in Zeiten, wo darüber noch nicht gleich “geforscht” wurde.
    Aber ich bestand darauf, im Gegenzug, ab dem ersten Gehalt Geld bei den Eltern abzuliefern. Es blieb trotzdem noch genug übrig, nach einem Jahr eine 356-Replica auf Käferbasis zu kaufen. Nur die Felgen waren original. Tolles Teil, und es läuft noch immer.

  7. Money isn't everything -- but it helps.
    Nun ja war schon ewig so, werter Don Alphonso. Ich meine die Sache mit dem “Alten Gelf” und dem “Neuen” das so manchen Arriviste unsicher macht.
    Entweder man hats und genisst es, ohne viel Laerm, weder von Porsche, Aston Martin, oder sonstiger Hardware. oder man bejammert den Mangel dessen. Und dazu kommt das Verstaendnis man hat “Class”. Die anderen muessen das erst erkaempfen.
    Fuer die Nouveu Rich bleibt der Klassenkampf und der “Drang nach Oben” — manchmal muessen die das “ohne Klasse” tun.
    Alles tres gauche, fluestern die, die es schon immer hatten. Old money has class, wissen die anscheinend schon von Geburt.
    Das mit dem Multi-Wohnsitzten ist auch so ne Sache, werter Don Alphonso.
    Man hat sein Chalet in Aspen, Gstaad, oder St,Moritz und mit etwas Hilfe alter Feunde geht man zum “Grouse Shooting” in dei Schottischen Highlands, wo die Aristo-typen Sommern, und ihre Plaene fuer Bermuda oder die Cote d’Azur fuer die naechste Ueberwinterung machen.
    Nur ist es dann verblueffend wenn die Grenzwaechter fragen beim Grenzuebertritt: “Wo ist zuhause ?”
    Was nun? Sagt man Muenchen? Duesseldorf? Manhattan? Malle? oder erklaert man das Schifflein im Monte Hafen wo man gerne das “Good Life” zelebriert als die “Residence of Record”?
    Ausserdem sind das verdammt neugierige Fragen von diesen Leuten. Geht doch niemanden was an, oder?
    Ob sowas mit Steuersmmeln zu tun hat?
    Nicht einfach — die Trubulationen der Betuchten.
    Pax vobiscum

  8. Titel eingeben
    und die http://www.pentagon-gmbh.de aus alfeld, leine versteigert, passend zur zeit, und zu versteigerungspreisen (261259228250 – scroll) ab 60 euro aufwärts, schwere abbruchhämmer “bodenstahl” – “für alle, die mal wieder was größeres vorhaben”. es ist schon so viel schief gegangen – da kommt es nun darauf dann auch nicht mehr an.

  9. Titel eingeben
    wobei – fühlbar aus bereichen maximaler zufriedenheit gesprochen, und daher ohne jeden anflug irgendeines auch nur irgendwie beeinträchtigenden gefühls – wobei also für ein kleines, südliches restempfinden eben auch die hesse-existenz in montagnola vielleicht für mancvhe bald wieder etwas hätte:
    .
    so alle 10 jahre einen steppenwolf schreiben, in den zwischenzeiten gut leben, also lange schlafen unter südlich-mildem himmel, dann ausgiebig in richtung lunch mit dem lebenskamerad w/m zusammensitzen, klönen, quatschen, projekte wälzen, belanglos nette aquarelle malen in der freizeit, wandern, spazieren gehen, gärtnern, einkaufen gehen, kochen, pflanzarbeit, ein tässchen mokka zur rechten stunde, unter ins städtchen, besorgungen machen, abends sterne am himmel und vielleicht ein mond, im schlaf träume vom glück, was ist ein gutes moskitonetz dazu, und rund ums haus lauter große schilder “achtung selbstschussanlagen” und “herr h. ist nicht zu haus” – das hätte auch noch was – “decadence rulez” sozusagen.
    .
    bliebe nur die frage der unteren verpflichtungen, in steine und an wesen, als letzter eines langen geschlechtes. und manche verpflichtungen sind keine. als sohn aus gutem hause.
    .
    und wer möchte, sieht “gärten im tessin” – grad solche, wie man selber einen mag. http://videos.arte.tv/de/videos/landtraeume-ein-garten-im-tessin-ausschnitt–6536768.html

  10. Titel eingeben
    @ Thorsten Haupts :

    Punktlandung – Perfekt.

  11. pas d'accord
    trotz erklecklichem Erbe in Aussicht und obwohl ich es mir leisten konnte, was ähnlich brotloses wie Sie zu studieren, möchte ich nachdrücklich kundtun, dass mir die Leute, die aus eigener Kraft was schaffen, die Ehrgeiz zeigen, die selbständig sind bzw. sein müssen (2-Zimmer Wohnung), viel lieber als die Maden im Speck, v.a. so manche männlicher Natur, die nichts anderes kennen als sich bedienen und beschenken zu lassen. So was von unsexy!!!

    • Pourquoi pas?
      Spätestens beim zweiten Blick sollte einem doch auffallen, dass der Unterschied zwischen Menschen die “aus eigener Kraft was schaffen” und den “Maden im Speck” ein völlig untaugliches Mittel ist einzelne Individuen zu beurteilen….

      Gerade Don unterscheidet sich von den üblichen Maden im Speck dadurch, dass er ehrlich zu seinen unverdienten Privilegien steht und im Blog bechreibt, auf welche diversen Art und Weisen er diese geniesst.
      Wenn Sie also Wahl hätten, mit wem würden Sie den Abend verbringen wollen, mit ihm, oder jemanden der Sie permanent mit seinen eigenen “Leistungen” und ach so tollen neu erworbenen Besitztümern unterhält?
      Der Grossteil der Menschen der einen Klasse ist ebenso verblödet wie der der anderen, ich kenne beide Ebenen nur zu gut.
      Es sind Individuen, die interessant sind, und die können überall herstammen… Der Rest sind Vorurteile und im schlimmeren Fall Nietzschesches Ressentiment.

  12. Das "Erb-Rätsel"...makaber!?
    Wir besitzen ab Geburt:
    Ich Selb”ER”
    Ich Selb”ST”
    eine angeborene Schizophrenie, die uns befähigt zu denken “Ich bin”, “Du bist”…
    Reflexionsfähigkeit und Wirkung:
    Das Gute und Das Böse…ist Das GUT “both”…Selber und Selbst…
    und kein ich, du gut bin, bist…oder ich, du böse bin, bist???

    am Lebensende:
    Ich ST “ERbe”, “ST” erben für den Tod?….

    :-)

  13. Wenn ich Burschi wäre
    Und unbedingt Porsche fahren wollte, würde ich mich bei der
    Autobahnpolizei in BaWü bewerben.

    Das stell ich mir entspannter vor. Coorperate Identity wird mitgeliefert.

    Sorry, ich mein ja nur.

  14. Der Idealzustand ist doch ...
    … wenn der Vater -statt mehrerer Dienstkarossen von langweiligen Marken- seit 40 – 50 Jahren nachhaltig Porsche 911 gefahren und beim Neukauf etwa alle 10 Jahre, das alte Schätzchen nicht verkauft sondern einfach behalten hat. Wenn dann nun auch ein Wasserkocher dabei sein sollte, dann kann sich der Filius ja mal daran probieren.
    .
    Bevor der Filius jedoch lässig einsteigt würde ich den Marktwert vom Filius auf meinem Konto verlangen. Es ist schliesslich schon schwer genug, einen Porsche mit nachweisbarer Historie zu finden – fast wie bei den Geschlechts -verkehrs- partnern.

  15. Werter Don Alphonso,
    ich habe ein wenig nachgerechnet hinsichtlich Ihres Familienvermögens. Seit 6-7 Generationen wird demnach das Familienvermögen vorwiegend innerhalb der Blutsbande verteilt. So, pro Generation rechnet man ca. 30 Jahre, dies rückgerechnet ist Ihre Familie also seit ca. 1800 n. Chr. wohlhabend. Also sagen wir mal, knapp nach der französischen Revolution (was das auch immer heissen mag).

    Was hat ihre Familie vorher gemacht? Hat sie sich etwa aus der Unterschicht emporgearbeitet? – Mit alten englischen Adelsgeschlechtern können Sie da nicht mithalten..

    Mir stellt sich auch die Frage ab wieviel Generationen man reich sein muss, um nicht “neureich” zu sein. Neureich sind beispielsweise Amerikaner (noch nicht so lange der Wildnis entwachsen), Chinesen, arabische/russische Ölmilliardäre…

    Nein, werter Don, Sie sind nicht priviligiert. Sich innerhalb der 1% der Bevölkerung, die Ihrem Vermögenslevel entsprechen, bewegen zu müssen, um nicht mit Unterschicht oder Aufstrebern zu tun zu haben, schränkt ein. Es bleibt wenig Freiheit der Wahl, aber zumindest ist diese Unfreiheit selbstgewählt.

    • Nun, mit langt’s.

    • Interessante These..
      Eine Frage hätt ich denn doch…

      Kennen Sie ein Beispiel eines Menschen der mal auf “ehrliche” Art und wweise reich geworden ist? Statt am Elend der anderen?

    • Weisheit
      Eben.

    • Reich oder wohlhabend?
      Für die erste Kategorie könnte ich auf Anhieb einige, für die zweite auf Anhieb viele nennen, davon einige im erweiterten persönlichen Bekanntenkreis.

      Es sei denn, man hält es per se für unanständig, Menschen den Preis für eine Dienstleistung oder ein Produkt abzuknöpfen, den diese dafür bezahlen wollen. Dann wird allerdings auch die Frage überflüssig, da dann das Unanständige definitionsgemäss bereits im Begriff “reich” stecken muss (= es kann keine “anständige” Art geben, reich zu werden).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ja. Ich kenne solche Menschen aus dem persönlichen Umfeld.
      Zur passenden Zeit am passenden Ort mit der passenden Geschäftsidee und “gross” einsteigen (klotzen nicht kleckern) mit anfangs 20 Angestellten (gut bezahlt um Diebstähle zu vermeiden).

      Das reichte in Zeiten des Wirtschaftswunders um netto 20.000 DM pro Tag zu verdienen. Den oberen 1% gehört die Dame nach Ablauf ihres Erwerbslebens zwar nicht an, aber im oberen Fünftel ist sie durchaus einzuordnen.

      Und der Job hat ihr Spass gemacht.

  16. Neue Porsche würde ich nicht mehr sammeln ....
    …. eher neue Tesla Modelle (sobald KM-Laufleistungen > 200.000 mit dem ersten Batteriepack zuverlässig möglich sind).

  17. unsere Familie ist uralt und riesengross
    jeder hat 8 Milliarden Brüder und Schwestern
    dementsprechend sollte man sich auch verhalten
    bürgerlicher Aufstieg ist menschlicher Abstieg
    wenn ich die Augen zu mache sehe ich was mir gehört
    alles andere ist nur geliehen
    trotzdem muss man natürlich irgendwo wohnen
    dazu empfehle ich jedem:
    .
    Dauercamping

  18. Aufsteiger aus eigener Leistung
    zu sein, finde ich nicht so erstrebenswert.
    Erst holt man für das ‘Old Money’ die Kohlen aus dem Feuer, bekommt die
    Gesellschaftliche Anerkennung dafür versagt und darf nie nicht wagen
    sich Ihnen vor die Nase zu setzen.
    Alles bekannt.
    Naheliegend, dass sie lieber als Bankster und neureiche Manager
    Ihren eigenen Laden aufmachen.
    Dem ‘Old Money’ erzählt man wie sehr, das alles nur zu ihrem besten sei.

  19. nach langer Zeit
    ..trotz allem, ..schöne Autos und ´nochmal interessante und bunte Kommentierungen>steppenwolf

  20. Titel eingeben
    Die Zeiten waren andere um den 30-jaehrigen herum. Felder und Waelder waren langfristige Investitionen,die passenden Flurstuecke mussten geheiratet werden.

    Quartalsergebnisse waren unbekannt, die Kasse wurde nach dem Erntedankfest gestuerzt. Es wurde in groesseren Zeitabschnitten gedacht, gespart und vererbt. Ob’s noch in die ‘Neuzeit’ passt, wer weis das schon.

    Die power point praesentierer haben es geschafft Mainz vom Schienenverkehr abzuhaengen. Dies haben nicht mal die Alliierten mit Tonnen von Bomben fuer laengere Zeit erreicht.

  21. Lieber Don, dann ist's der Tilly!
    Danke fuer Ihre Antwort, und damit hat sich das Raetsel geloest, nicht war? Der boese Tilly also ist’s ;-) !! Eine Realschule hat man auch gleich nach ihm benannt …

    • Ja, das historische Hirn der Stadt ist kurz und löchrig.

    • Tilly böse?
      Sehr geehrter Herr Alphonso: Tilly war doch nicht böse, er hat doch NUR ein paar Protestanten abgeschlachtet. Die Schweden sind dann auch abgezogen, nachdem es ihn dahingerafft hatte. Also ich kann schon verstehen, dass die Schanzer Tilly ganz cool finden. ;-)

      Dass wegen Tilly nun Touristen vor Ihrem Haus rumlungern ist natürlich nicht immer erbaulich. Wenn die sich dann noch am Wein vergehen, unerhört!

  22. Als einer aus dem Subproletariat ...
    … der sich dank Könnens und ein bißchen Glück außerhalb der Konzernstromlinienförmigkeit, sagen wir mal, ein bißchen was erarbeitet hat, kann man mir natürlich vorwerfen, es ginge hier um zu hoch hängende Kirschen, aber trotzdem:

    Ich müßte mich wundern, wenn das Leben als Burschi mit Boarschi nicht auch seinen Preis hätte, in einer Währung die Unabhängigkeit und Freiheit heißt … ein Preis der mir (weshalb ich auch von den Konzernen wegblieb) viel zu hoch wäre.

    Nun mag’s welche geben die, in generationenlanger Tradition domestiziert, den Wunsch nach Unabhängigkeit von der Familie und vom Clan sehr mißtrausch beäugen, oder gar für dumm halten, so wie Fahren ohne Sicherheitsgurt, aber ich sag’s mal so:

    Ob man under der Knute der Familientradition oder der Knute der Anforderung der Karriereplanung in Master/Bachelor/Excellence steht, ist auch schon wurscht. Dem einen seine Netzwerkermeetings sind dem anderen seine Einladungen im nahen und fernen Familienkreis (vom Bekanntenkreis ganz zu schweigen).

    Was ich sagen will: Alles hat seinen Preis, auch wenn er nicht in EURonen gezahlt wird, wobei ich dem Don schon insofern recht gebe, wenn man sich schon anbiedern muß, dann lieber bei der Familie als bei den Konzernfuzzis.

    • Das ist sicher richtig, es gibt kein kostenloses Mittagsessen. Ich wende mich aber eigentlich nur gegeh die pauschale Verurteilung des Prinzips familiärer Unterstützung, das früher sehr effektiv gewesen ist, und das auch heute noch seine Vorteile hat. Man kann darüber unvoreingenommen reden, und natürlich wird es nur dann gut, wenn sich die Kinder selbst unter Kontrolle habem und die Eltern keine Erpresser sind – Gegenbeispiele kenne ich auch. Ich möchte halt nur ungern dafür Vorwürfe hören. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, es gibt immer nur Alternativen, die mal mehr und mal weniger gut sind.

      Und in einer Zeit, wo Leistung als Fetisch behandelt wird, wollte ich halt auch mal anmerken, dass es auch noch was anderes gibt.

    • Leistung als Fetisch?
      In meiner Generation war es auch unter den Stützen noch üblich, Selbständigkeit, die Fähigkeit zur Selbstversorgung, für etwas Anerkennenswertes zu halten und sowohl privat als auch bei öffentlichen Wortmeldungen zu unterstützen.

      Waren dann aber ziemlich fetischbesessen, die Generationen der bis in die sechziger Jahre geborenen Stützen.

      Würde ohnehin gerne wissen – woher stammt eigentlich das völlig unzutreffende Gerücht, ausgerechnet die heutige Zeit betrachte “Leistung” als “Fetisch”? Wer behauptet das, auf wen beruft er sich und wie untermauert er die steile These? Nach meiner Lebenserfahrung gab es noch nie soviel gesellschaftliche Akzeptanz für alternative Lebensansätze wie heute. Und noch nie soviel Wissen wie Berichterstattung darüber, dass z.B. Aufstiege in Strukturen den Netzwerkfähigkeiten der Betroffenen mindestens ebensoviel verdanken, wie ihrer fachlichen und menschlichen Leistung.

      Das mit dem an ganz bestimmten Stellen von ganz bestimmten Leuten gerne behaupteten “Fetisch”character von Leistung üerhaupt nicht zu vereinbaren.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Re: Das ist sicher richtig, es gibt kein...
      Pauschalurteile ignorieren die Details und sind selten präzise, das liegt in ihrer Natur.

      Und man mag es dem K. nachsehen, jeder hat halt etwas im Leben woraus er seinen Selbstrespekt zieht, da nimmt man in der Regel etwas, was vorhanden oder zumindest erreichbar ist … bei denen einen eben Leistung (oder den Willen dazu), bei den anderen die Länge des Ahnenbaums und die Summe unter dem Wert der Anwesen.

      Beides mischt sich halt schlecht und wo das hinführt, wenn einer aus der einen Gruppe versucht mit den Werten der anderen Gruppe zu Punkten, hat man dann ja beim von und zu Guttenberg gesehen.

    • Man mag es dem K. Nachsehen
      Text eingeben

    • ...
      Ich würde es dem K. nicht nachsehen.
      Da geh ich mit ‘Ekel Alfred’ .

      …und diesem Kommentarsystem schon gar nix.

    • Sorry,
      Da brauchte es den Spruch “Leistung muss sich lohnen” auch noch nicht.
      Oder sowas wie: ” Leistung aus Leidenschaft”
      Kann man sich doch gleich dazu denken, dass es sich nicht lohnt.

    • Warum so streng?
      Herr Haupts, als alter Forumsteilnehmer gehen sie jetzt mit anderen Auffassungen und Meinungen sehr streng ins Gericht – gibt es doch viele Wege zu Anerkennung und Ruhm. Da in ihren Wortbeiträgen oftmals durchschimmerte, die 68iger wären die Wegbereiter für das heutige “Anything goes” und die verlotterten Sitten, lautet meine Antwort: “Schuld war nur der Bossa Nova” (Caterina Valente). Und “Der diskrete Charme der Bourgeoisie” ist auch immer eine Frage des Stils.

    • Innerhalb von Dons Blogkommentaren vertrete ich immer eine dort ausgeprägte
      Minderheitenposition. Erzeugt das vielleicht den Eindruck von “streng”, den ich mir sonst nur schwer erklären kann?

      Ich gebe allerdings gerne zu, dass mich Dons (Kunstfguren?) Dünkel schon immer amüsiert und zu Antworten provoziert hat, er ist so wunderbar arriviert klein(stadt)bürgerlich.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Don tritt nicht in den Rücken, er stärkt ihn
      Lieber Don,

      ich bin bass erstaunt, wie Ihr Artikel aufgenommen wird. Recht haben Sie, eindeutig. Sie beschreiben aus meiner Sicht auch nur was ist und für welche Effekte es sorgt.
      .
      Im Grund genommen sollte es für viele hilfreich und tröstlich sein, dass zu lesen. Aber nein, es “triggert”: “Dünkel” und Wut.
      .
      Recht haben Sie und wenn ich es könnte, würde ich es auch so handhaben. Großzügigkeit und Gönnen können, haben eben oft positive Effekte.
      .
      Ihnen wünsche ich bei dieser Einstellung Kinder. Habe zwar kein Geld, nur viel Arbeit. Aber mein Kinder und meine Liebe sind mein Reichtum. Mit denen habe ich es gut, weil wir uns geben, was wir können.
      .
      Dieser ganze Leistungswahn ist schmarrn, weil er viel zu viel vernachlässigt, dass ebenfalls eine Rolle spielt. Und: Wer gut drauf ist, der hat an Höchstleistungen Interesse, ohne dazu irgend wie gezwungen zu werden.
      .
      Bleibe dabei: Das wieder nicht von oben herab, sondern in Wirklichkeit voll Herz.

  23. Resi, i hol di mit`m Porsche ab
    leider ist es schon fast in Vergessenheit geraten
    Porsche hat in den 1950/60ger Jahren auch prima Traktoren gebaut
    alle mit unkaputtbarem luftgekühltem Dieselmotor
    die Modelle hiessen glaub ich Junior,Master und Super
    so ein Teil hat gegenüber einem Porsche Carrera einen entscheidenden Vorteil
    man kommt über alle Bahnübergänge und Bremsschwellen
    ohne hinterher den Frontspoiler von der Strasse holen zu müssen

  24. Mit dem "Bedingslosen Grundeinkommen"
    und dem dazu nötigen bedinglosen Egalisieren von Besitz wird diese Lebenseinstellung dann allerdings schwierig. Aber dann wird ja auch der Aufsteiger egalisiert und dann haben eben alle
    einen schönen Schlafplatz im Proletenregal. Das wird die Arbeitsmoral ungeheuer steigern, wenn
    Big Brother das Grundeinkommen per IBAN anweist und Geldschmuggel DAS Geschäft der Zukunft sein wird.

    • Titel eingeben
      Ja, das wäre dann vermutlich das Ende ganz vieler Dinge, wie man sie heute kennt. Es gab ja welche, die 100% Erbschaftssteuer verlangen…

    • Selbstbewusstsein
      Aber Bitte, selbst dann würden sich doch Wege finden, zusammen zu halten. Also auch Vermögen.
      .
      Die, die etwas haben, vermögen doch damit viel. Und wenn es die Pflege schöne Plätze und Häuser ist. Bin denen dankbar, die es können und machen.
      .
      Ritterlichkeit und Tugendhaftigkeit, um hier einmal hoch zu greifen, hängen im Übrigen nicht von Geld ab.
      .
      Gute Clans halten zusammen, auch wo weniger attraktive Vermögensgegenstände sind. Auch alte Dorfclans verfahren so.
      .
      Neid kommt von Gier und macht blind.

    • hans
      Das wäre ja so, als ob nicht nur der Volant des Porsche rotiert, sondern auch der/die Fahrer/in. Sonderausstattung Schleudersitz sozusagen. Gab´s das nicht mal bei den Grünen? Bei der SPD haben sie´s jetzt serienmässig. Wie im flat-rate-Puff: Jeder darf mal ran.

    • Auf irgendeine Weise
      Muss der seit Jahrzehnten immer wieder ausgegegrabene Sience Fiction Film-Plot
      A La “Elysium” doch noch Wirklichkeit werden.

      Wenn auch in diesem Fall gilt: die USA = Welt; bin ich’s zufrieden.

    • Erstaunlich
      ist nur, dass die auf der Erde zurückgeblieben Elenden auch auf die Raumstation
      der Reichen wollen.

    • Oder
      sie heißen all Breuer, wie der Kommentator beim Fazit-Blog ( danke, muscat ).

  25. Die Unterschicht
    > die Unterschicht < ist für mich ein Begriff aus dem Forstwegebau
    dort gilt die eiserne Regel :
    die Unterschicht muss so stabil und solide wie nur möglich sein
    weil sonst kurz nach der Unterschicht auch die Oberschicht abkackt

  26. Entschuldigung
    es muss heissen : > absackt <

  27. Porsche?
    Porsche? Da war doch mal was… Richtig:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25604168.html

  28. Der erste Schritt zum Reichtum ...
    … ist die Armut an Ansprüchen.
    .
    Wenn ich dann allerdings -zwangsweise, weil in breitem und lautem Dialekt im ICE vorgetragen- immer so mitkriege was die angebliche Mittelschicht (Sandalen mit Socken – Fraktion) so an Urlaubsansprüchen hegt, die sie auf Teneriffa, Tunesien, Türkei und Thailand befriedigt, dann komme ich nicht umhin zu glauben, dass wir da einen Schiefstand haben.
    .
    Gänzlich k – tzen könnte ich, wenn selbiger Redner, der von seinen vielen Urlauben schwärmt (bei denen er die Gänge blockierendes Übergepäck bis in die entferntesten Winkel der Welt tragen kann), in der nächsten Vortragsreihe dann das Thema seiner anstehenden Frühverrentung “wegen Rückenproblemen” ins Grossraumabteil absondert.

  29. Titel eingeben
    nein – und auch keine harley – http://tinyurl.com/mfdjvxc
    .
    aber wir hatten früher auch deutsche, die verantworteten weltöffentlich saturn v-raketen. (im ernst, war so. kein märchen, keine aufschneiderische angabe)
    .
    heute halt kriegen die burschis blöde, enge, dumme porsche angedient. mutti und papi gebens ihrem kinde. wie sich die zeiten ändern.
    .
    aber dies natürlich nur ein urteil, eine blöde und falsche projektion. die burschis gabs schon immer – und sie blieben auch gerne unter sich.
    .
    porsche als firma und produkt natürlich prima. und ja: die autos halt nahezu immer intelligenter und schneller als ihre burschis. von denen viele auch schon mal mit dem schlüpfrigen slipper vom pedal rutschten, vor all der hektik beim fahren. und kuppeln und schalten muss man auch noch.
    .
    und klar doch: ich soll das eine tun – und das andere nicht lassen. z.b. eine meinung haben. wenn das frankfurter feuilleton immer enger und ignoranter wird.
    .
    denn gleichzeitig wird die lebensleistungbiographie eines f. piech, wie man den eindruck gewinnen kann, gar nicht mehr wahrgenommen. der porsche in sein reich intergrierte – (ob vw in porsche oder umgekehrt, war ja vollkomen egal – nur durch ihn musste es sein) und gab uns den veyron – wo vorher gar nichts war.
    .
    und es bleibt womöglich doch mehr das fernsehen, als print, welches uns, neben don alphonso und der bunten, zum tage und zur zeit mit interessanten und ausführlich-gut gemachten biographien und nachrufen erfreut. über donna summer neulich im tv. eine aufsteigerin, welche – durchaus verständlicher weise, vor allem das geld wollte. gerade auch für ihre altern eltern in boston/usa besser sorgen können, ein neues haus kaufen. und die später den nachnahmen ihres deutschen ehemanns, herrn sommers, anglizierte. und sich einige 10 jahre in die karriere hinein wieder stärker den usa zuwandte, weil dort mehr geld zu verdienen war, und das geld – und geld machen – “weniger politisch”, als im deutschland der 1970; donna summer also, die in fehleinschätzung ihres dankenswerterweise bunt gemischten publikums von der bühne hinunter eines tages scheinbar auf den beginn allen lebens hinweisen musste: “am anfang “it was adame and eve – not adam and steve”” – was eben fehler war. obwohl sie es nur gut meinte. http://www.donna-tribute.com/articles/80/advocate2.htm
    .
    schade also, dass in deutschland heutzutage “oberhalb der burschis” anscheinend bald nichts mehr wäre. und eine gewisse westviertel-hermetik sich selber gerne noch mehr und ausschließlicher sähe. denn enge wäre klug.
    .
    was also geben uns don alphonso und die faz – wo vorher gar nichts war?

  30. Jetzt fällt es mir wieder ein
    was da in Ägypten los ist.

    Es gab mal wieder eine Volkszählung.

    Wenn das selbst im ruhigen Deutschland zu Rechtsstreitigkeiten führt,
    wozu erst in Ägypten.

    Sorry für das OT

  31. Noch mehr OT
    Der Bahn bleibt auch nix erspart. Jetzt lässt NSA mitteilen, dass europäische IC-Züge
    von Terrorakten bedroht sind.

    Zweifel am Wirken der NSA kann tödlich sein.

    Bitte dringend darum, jede Kritik einzustellen und nicht fragen, warum eigentlich
    europäische?
    Wir tun doch den Islamisten nix.

    • Was soll überhaupt diese
      Informations-Aufklärungsgschaftlhuberei.
      Wieso soll dem Medienkonsumenten mehr geboten werden, als computergenerierte
      Information.
      Die ” Entscheider” müssen damit auch klarkommen.

      Das führt zwar zu einer Informationsadipositas, und alle müssen in Rollstühlen
      herumgeschoben werden, aber dafür werden die Züge und Datenautobahnen
      immer schneller.

    • Da hilft es nichts
      sich voller Wehmut, der einst satten und ertragreichen Medien-Äcker zu erinnern,
      die sich den Erben nun als bunt lackierte nasse Wiesen präsentieren.

  32. Titel eingeben
    Die Entweder-Oder-Typisierung halte ich für bizarr. Allerdings beleuchtet sie die fast krampfartige Mode, “weg” von den Eltern, “sich selbständig machen”, “ein eigenes Leben führen”, die derzeit von fast allen Erziehungsgurus gebetsmühlenartig ihren Anhängern vorgebetet wird und nicht selten in eine Entfremdung der Generationen ausartet. Statt die Probleme und den Nutzen des Miteinander der Generationen auszuloten wird das Gegeneinander propagiert, obwohl jedem halbwegs denkenden Menschen inzwischen klar sein dürfte, dass die Zukunft nur durch das Miteinander der Generationen zu bewältigen sein wird. Die psychische, emotionale Flexibilität und Selbstverantwortlichkeit, die dazu erforderlich sein wird, die sollte man sich rechtzeitig aneignen. Auch die Fähigkeit, sich abzugrenzen und trotzdem dabei zu bleiben dürfte Training erfordern.
    Das Hotel “Mama”, konstruktiv betrachtet, erfordert erwachsene Personen und keine greinenden Kinder.

  33. hier mal was (zumindest für mich) interessantes zu dem Thema aus Richtung Süden(geklaut aus einem
    hier mal was (zumindest für mich) interessantes zu dem Thema aus Richtung Süden(geklaut aus einem Forum):

    „Dass die Italiener ein höheres Pro-Kopf-Vermögen haben und es in Italien ein höheres durchschnittliches pro Kopf-Vermögen gibt als in Deutschland, liegt schlicht weg daran, dass in der italienischen Mentalität Miete zu zahlen, als “herausgeschmissenes Geld” angesehen wird. Die Gesellschaft ist in Italien ganz anders strukturiert. Hier leben die Kinder länger bei den Eltern (im Schnitt bis Ende 20/Anfang 30) und haben damit die Chance das, was sie sonst als Miete zahlen würden, auf die hohe Kante zu legen. Wenn man dann aus dem Elternhaus auszieht (oft, weil man entschiedet zu heiraten und eine Familie zu gründen) dann ist schon Geld da (dann natürlich von 2 Personen). Und das, was noch fehlt für ein Eigenheim, wird als Darlehen aufgenommen. Anstatt Miete zu zahlen, wird das Darlehen abgezahlt, gleiche Ausgabe aber eben Investition ins Eigenheim. Bei einem Alter von ca. 50 Jahren ist das Darlehen abgezahlt und man kann wieder Geld auf die Seite legen, um eventuell eine Wohnung für die Kinder zu kaufen oder diese beim Kauf zumindest zu unterstützen.

    In Deutschland ziehen doch die Kinder aus, sobald sie die Schule fertig haben und gehen zum Studium oder zur Ausbildung. Klar, dass man da noch kein Eigenheim kauft. Entweder zahlen die Eltern die Miete oder das Ausbildungsgehalt muss herhalten. Und wenn man mit Studium oder Ausbildung fertig ist, hat man nicht genug Geld weggelegt, um für eine Bank kreditwürdig zu sein. Und zu Mama und Papa zurück geht nun nicht mehr. Also ist die einzige Möglichkeit wieder die Miete … Und selbst wenn.. jemand, der in Deutschland mit Mitte-Ende 20 ein Darlehen aufnimmt, ist doch eher ein Paradiesvogel…

    Ähnlich wie in Italien, sieht es übrigens auch in Spanien und Frankreich aus …

    To make a log story short: Das Eigenheim hat weniger mit der Regierung zu tun, als man hier versucht Glauben zu machen. Es ist schlicht-weg eine Mentalitätssache …

    …und natürlich studieren italienische Kinder auch (die Berufsschule wie in Deutschland gibt es nicht, entweder man geht studieren oder arbeiten). Es wird aber versucht, eine räumlich nahe Universität zu finden.“

    La familia

  34. Siehe Jose Ortega y Gasset:
    Aufstand der Massen (1930). Darin ist diesem Thema —Erbe versus Eigenleistung— ein eigenes Kapitel (VII) gewidmet.

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