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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Armut, Demut, Aberglaube und Ikea

| 37 Lesermeinungen

Hauptsache, die Illusion stimmt: Mit dem richtigen Resopal aus China kann man auch heute noch Träumen von Stil und Eleganz nachhängern, die den schösten Propagandawünschen des Barock in nichts nachstehen.

Bis hierher und nicht weiter kamen die schwedischen Reiten
Motto der Sachsenklemme

Da sitzen sie also in ihren kleinen Kammern, arbeiten hart für Kost und Logis, ohne Aussicht, jemals ihr Los abschütteln zu können, Die Lebenserwartung ist signifikant niedriger als bei den wirklich Reichen, es gibt eine Zweiklassenmedizin, und sollten sie einmal den Plänen der Reichen im Weg sein, werden sie verdrängt und müssen schauen, wo sie bleiben. In ihrer Freizeit jedoch schauen sie sich an, wie schön es sein könnte, wenn sie von der Armut des Lebens erlöst wären, welchen Luxus, welche Pracht man ihnen geben würde, und würden sie nur ein wenig nachdenken, dann käne ihnen vielleicht, dass man ihnen ein Trugbild vorgaukelt, um sie bei der Stange zu halten. Kurz, in Ihren Briefkästen, liebe Leser, ist schon wieder ein Ikeakatalog und ich bin auf der Reise nach Meran wohlbehalten und nur leicht ausser Atem in Sterzing angekommen.

Unterwegs haben wir zweimal gehalten, um nicht vom Rad zu fallen und regungslos auf den Sanka zu warten uns barocke Innenräume anzuschauen, und ich nuss zugeben: Selbst mit den Raumerfahrungen des 20. Jahrhunderts sind die Kirche in Mühlbachl und das Gotteshaus der Deutschherren in Sterzing immer noch eindrucksvoll. Beide liegen an neuralgischen Stellen der Brennerroute, und schon früher bedeutete Fernhandel hohe Preisaufschläge, satte Gewinne und natürlich auch Zuwendungen für die Orte, die auf dem Weg lagen. Und hier nun ist das Erfreuliche, dass es nicht wie am Hamburger Hafen aussieht, sondern nach Kunst am Bau. Oben an den Decken nämlich ist das pralle Leben, man lächelt sich vor Palästen und schmucken Parkanlagen zu, alle sind gut gekleidet und ganz offensichtlich zufrieden – was man sicher auch wäre, würde man von einer kleinen Kammer mit 1,80 Meter hohe Decken dann in so eine Landschaft kommen. Und vielleicht auch noch etwas anderes als Hirsebrei und Kottbullar essen können.

Denn noterfüllt war diese Epoche und gar nicht schön, wenn man nicht zu den 1% Reichen gehörte. Aber dass diese Ziele unerreichbar war, hat die Menschen nicht angefochten; sie malten einfach den Prunk und die Intarsien, die sie nicht hatten, an ihre Möbel. Für Stuck war kein Geld da, also malten sie ihn an ihre Wände. Für behauene Quader hatten sie keine Mittel, aber schön wäre so etwas schon – also wurde deren Illusion an die Hausecken gemalt. Das sah gar nicht einmal schlecht aus, man holte für sich halt heraus, was man von den Träumen an der Decke haben konnte.

Primitiv und naiv mag das Gepinsel heute erscheinen, und so ein bemaltes Möbel ist, das muss man ehrlich zugeben, nicht immer formschön in eine moderne Einrichtung zu integrieren. Das Schicksal teilt es sich mit Eiche Rustikal und Gelsenkirchner Barock und der Neorenaissance der frühen Fabrikmöbel, denn nichts ist so klar und weiss wie beschichtete Holzverarbeitungsmüllbretter, die frisch aus der Verpackung kommen. Und selbst, wenn da Kirschfurnierimitat sein sollte, oder gar echtes billigstes Nadelholz seine Oberfläche zeigt: Es passt einfach nicht. Wer will sich schon mit Wohlstandsillusionen belasten, deren unerfreulichen Kontext man von Oma kennt, wer möchte nicht lieber neue, glatte und pflegeleichte Ableitungen des modernen Wohngeschmacks haben, und die Hoffnung, dereinst auch so einen Küchenblock im Wohnzimmer stehen zu haben, um dann dort mit Meike, Max und Viola zu kochen und dann über die Karriere zu reden.

Der Mensch strebt nun einmal nach Erlösung, und da, wo früher die Kirche stilbildend war, ist es jetzt die jährlich wechselnde Mode der Möbelhäuser und ihre Rabatt- und Finanzierungsschlachten, die vermutlich nur Historiker ganz fatal an die Wettbewerbe zwischen barocken Wallfahtskirchen und Prunk und besondere Heilsgaben erinnern mögen. Wichtig waren und sind Grösse und Traumerfüllung, neu dazu kommen Parkplätz und Lieferservice, damit man sich nicht so schinden muss wie etwa der Radfahrer, der sich hier an der Pestsäule von Ampass vorbei zu diesen Sehenswürdigkeiten des Barock kämpft. Und bis dann der nächste Katalog mit den neuesten Moden kommt, fühlt man sich daheim wohl und ist zufrieden mit der Welt. Nur der Vermieter sollte dann keine Mieterhöhung schicken. Das war aber früher beim Pachtzins auch schon so.

Fairerweise muss man sagen, dass die Vorspiegelung der barocken Lebensfreude kein allzu nachhaltiges Geschäftsmodell war, denn zu den Zeiten der Ausmalung galten solche Bildwerke den Aufklärern schon als abscheulicher Aberglaube, und ein gewisser Voltaire liess seinen Candide damals durch ein Europa ziehen, das für den normalen Menschen weitaus unerfreulicher war. 50 Jahre später wütete hier der Napoleonische Krieg, und damit endete dann auch die Epoche dieser lebensfrohen Decken der Opulenz und Verschwendung. Heute ist man näher am Menschen dran, und weil wir heute technisch weiter sind, können wir auch Ärmeren jeden Designtraum erfüllen. Das Material mag minderwertig sein, aber es ähnelt den besten Produkten. Der Landhausstil wird im Internet bestellt und in China zusammengeleimt, und auch fragwürdige Wohngegenden und sogar in Düsseldorf nennen sich seelenlose Asozialbauten Höfe, Quartier, und der meist weibliche Name davor erinnert an Adel, Herkunft und gehobenes Publikum.

Nur die alten Bauernschränke, die enden dann meist in anderen Ecken des Landes, wo man dergleichen auffälliges Marketingbenehmen gar nicht möchte. Amüsanterweise bekomme ich all die Prospekte auch nur in der kleinen und von Neuzuwanderern geprägten Stadt an der Donau, am Tegernsee dagegen – wo auch mein bemalter Bauernschrank steht – scheint man erkannt zu haben, dass das Publikum andere Interessen hat. Gut, auch die Heilsversprechen der Anteile an Altersruhesitzen und die Werbung für erstklassige Seniorenwohnanlagen mit allem Komfort mögen auch nicht weniger die Vorspiegelung einer Seelenrettung für Menschen sein, die vom Leben nicht mehr allzu viel Heil erwarten dürfen, und niemand würde hier behaupten, dass Vermögende weniger anfällig für Lug und Trug sind. Nur kann man im Zweifelsfall gegen Kapitalbetrüger klagen. Aber gegen die Enttäuschung, dass der ganze Plunder nach ein paar Jahren veraltet ist und für viel Geld ausgetauscht werden muss, hilft kein Protest: Das ist nun mal das System des Kapitalismus, da kommt man genauso wenig raus wie aus dem System, dessen schönste Ausformungen am der Kirchendecke zu finden sind.

Und so wird man auch dereinst versuchen müssen, uns aus unserer Zeit heraus zu verstehen. Sonderlich schwer wird das nicht sein, denn die Mechanismen, nach denen wir zappeln, liegen in Excelsheets und Bilanzberichten offen, und diese kleine Mäkelei wird nichts sein gegen die Rechnungsstapel, die vom durchschlagenden Erfolg global agierender Firmen berichten. Man muss heute gar kein Jenseits mehr erfinden, um die Menschen ruhig und zufrieden sein zu lassen, und nachdem ich sicher auch zu den Profiteuren gehöre, liegt es mir fern, daran zu rütteln oder gar zu raten, etwas an den Umständen zu ändern. Man freut sich auf den Katalog. Man trägt das Geld gern hin, und ich kann mich über diese abartige Dummheit der Menschen und ihrer lehmaneske Verschwendungssucht aufregen wie ein Jochgeier abwenden und morgen den Jaufenpass bezwingen, wo es Gemsen gibt und Steine, aber kein querfinanziertes Essen für 2,99 und Gutscheine beim Kauf einer neuen Küche.

HINWEIS:

Ich kann hier auf dem Jaufenpass keine Kommentare freischalten, aber im Kommentarblog ist das auch gar nicht nötig. Bin am Montag wieder am Platz!

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37 Lesermeinungen

  1. Hütten
    “in Düsseldorf nennen sich seelenlose Asozialbauten Höfe, Quartier, …”
    In Berlin heißen diese Hütten jetzt nur noch “Palais”.

  2. Titel eingeben
    jaufen ist gut, jaufen rockt, der doofe brenner dagegen doch bloß ein schwindel. und nächstes jahr bitte ungedingt den ötztaler mitfahren – für uns leser bitte mit! (ötz, kühtai, brenner, jaufen, timmelsjoch, ötz: genial!)
    .
    man kennt das, die faz hat viele leser. http://www.oetztaler-radmarathon.com/ darin irgendwo auch “höhenprofil”. ob 11 oder 12h gar nicht so wichtig, nur olympia zählt.
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    mast und schotbruch.
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  3. warum so blödsinn?
    “Und so wird man auch dereinst versuchen müssen, uns aus unserer Zeit heraus zu verstehen”. (1)
    .
    wenn der moderne mensch holz sehen will, geht er wieder in den wald – oder hinters haus, zum brennholz. aber nicht in ein doofes möbelhaus. oder okkupiert diogenes tonne. oder ein erstes parkett in einer wagner-aufführung. denn es gehören immer zwei dazu. der eine steckt die augen in den ikea-katalog, der andere zieht ein schwert aus dem baum. (siegfried)
    .
    das rumpsteak an sich bei ikea erfahrungsgemäß übrigens nicht wirklich zu verachten. erstklassige sozialnormierung. erwartungsgerecht. auf den punkt so zart. und lecker. ungefähr genauso wie die lachsplatte. man lässt sie sich aber besser nach hause bringen. auch zur schonung des eigenen einrichtungsgeschmacks wegen, sicher. (und noch viel besseres als ikea gibt es immer, ja.)
    .
    (1- evtl. nur unter einer bedingung: falls man diese zeit als eine vorkriegszeit würde begreifen müssen; retrospektiv gesehen, aber aus einigen 30-40 jahren nach diesem dann gewesen-seienden dritten großen kriege? sonst würde man dieses jetzt wohl eher nicht verstehen wollen – oder müssen?)
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    und wer würde sich nicht – entfernungsweise – auch an dieter koschina erinnert fühlen, der frühmorgens in seinen dicken, deutschen gummistiefeln immer noch so gerne einsam am strand entlang stapfte, und noch früher noch davor selber frische fische holte, direkt vom boot?
    .
    “Die Vila Joya war zwölf Jahre lang das einzige Restaurant mit zwei ** Michelin-Sternen in Portugal. Der erste Stern wurde dem Restaurant 1995 und der zweite 1999 verliehen. Das “Schmuckkästchen” Vila Joya ist ein kleiner Palast direkt an der Atlantikküste. Sie finden die Vila Joya an einem atemberaubend schönen Ort. Maurische Architektur und der Duft des Atlantiks verbreitet den Charme eines Märchens. Der sonnige Garten mit Palmen, Zypressen und Agaven lädt die Gäste zu einem Spaziergang oder zum Verweilen ein. Sanddünen und kleine Buchten zwischen Felsen präsentieren eine beeindruckende Küste und die privilegierte Lage sorgt für perfekte Erholung. Genießen Sie Slow Food in einem der besten portugiesischen Restaurants mit zwei Michelin-Sternen.”
    .
    tja faz.

    • Pascha50
      Wenn Sie, steinerner Gast, nicht Perfect 57 sind, fress ich einen Besen!

      Manchmal könnte man glauben, Sie seien in Ihrem anakoluth-geschwängerten Thema-Rhema-Chaos ein eineiiger Drillingsbruder von Arno Schmidt und James Joyce.

      So schizophren -bedrohlich Ihr erster Absatz daher kommt, so elegisch – einladend wirkt Ihre kulinarische Liebeserklärung an Portugal.

      Schade, Perfect 57, dass Sie sich selbst aus dem Stützenblog katapultiert haben.

    • Es ist Perfect 57, wie er leibt und lebt
      @Pascha50:

      Warum sagen Sie nicht, daß er rausgeworfen wurde? Ich weiß die Antwort, jaja.

  4. Hölzerne Säulen, wie Marmor angepinselt
    Das bayerische Bauernbarock erinnert immer wieder an die Illusionstechnik Hollywoods. Mit möglichst wenigen Mitteln wurden damals erstaunliche Effekte erzielt.

  5. Fotos
    Sg. Don Alfonso,

    danke für ihre pointierten Artikel! Ich darf ihnen jedoch empfehlen, in der Fotografie etwas aufzuholen, die Fotos sind schlecht und entsprechen nicht dem Niveau einer FAZ!

    • Die Photos sind mit einer Winzkiste unterwegs bearbeitet, nach dem Patscher Sattel und dem Brenner und Ampass, und ich halte es für ein Wunder, dass ich danach überhaup noch etwas anderes tun als den Notarzt rufen konnte. Wenn ich etwas Zeit habe, bessere ich nach!

  6. Gewisse Erfolgsmuster
    Scheinen nicht mehr zu funktionieren.
    Ähnlich dem ” wir müssen Vergangenheit aufarbeiten” .
    Jetzt wird öffentlich zugegeben, dass nur um die Verteilung von Forschungsgeldern geht.

    Wenn es um Spendengelder geht müssen die Leser wie das Beispiel Syrien zeigt, ihren
    Kopf noch selbst anstrengen.
    Der Kampf gegen jede Form der Armut und des Aberglaubens kann nur in Demut geführt
    werden.

  7. Schade,
    wenn die digitale Welt, der wir mehr vertrauen sollen, als unserer eigenen
    begrenzten Lebenserfahrung, in ihrem Bemühen die wirkliche Welt zu plagiieren,
    auch die Schummeleien, Verdrehungen und Lügen versucht ‘ einzubauen’.

  8. @Binvonhier - statt IKEA ein Mercedes... oder doch lieber ein Ferrari?
    Wollen sie damit sagen, dass das Abschaffen einer IKEAküche Kampf gegen Aberglaube und Armut sei? Unser royaal vooroorlogs herenhuis, welches wir von einem Niederländer und nicht von einem Expat gekauft haben, hatte beim Kauf eine bottom-of-the-line IKEAküche, die wir bisher nur leicht moduliert haben. Jetzt aber schlägt sie Wellen. Also ging ich in den hiesigen Küchensalon, wo man den heutigen Barock kauft. “Bulthaup”, meinte die dortige Salondame, ‘Ist wie ein Mercedes.’ In meiner Küche hängt aber ein Ferrari(kalender)und da fiel mir plötzlich auf, dass in Herrn Appels FAZ Technikbeilage viel von Wohnwagen(küchen) aber wenig von Bulthaup oder Ferrariküchen steht. Warum? Interessiert sich keiner für den Vor- oder Nachteil von Granitarbeitsplatten und eingebauten Espressomaschinen? Ob ich den FAZ-Herrn darauf aufmerksam machen soll? Wird er mir helfen zu entscheiden, ob ich der Salondame Vorschlag – Miele für den Herd (Gas), Siemens für den Ofen (elektrisch) – folgen soll?

    • Titel eingeben
      Also, Gas für den Herd und Elektrik für den Backofen kann ich nur weiterempfehlen, das ist wirklich brauchbar zum Kochen und Backen. Da Sie richtig Geld ausgeben wollen und Herd und Backofen getrennt anschaffen: drauf achten, daß der Herd genug Flammen hat. Meine Schwiegermutter trauert sehr ihrem 5flammigen Gasherd hinterher, und ich habe mit 4 auch oftmals meine Not.

  9. Antiquitäten ohne Staub
    Es gibt ja schon seit vielen Jahren die “Minimalist”-Bewegung, der ich zum ersten Mal in den USA begegnet bin. Die Jünger dieser Tendenz werden angeblich immer zahlreicher. Für mich bedeutet dies: Der Mensch unterwirft sich den Doktrinen der Wirtschaftsglobalisierung: Man braucht nichts als sich selbst, seinen Laptop und einen Job, irgendwo auf der Welt – alles andere wird als Ballast empfunden. Ein Inneneinrichtungsloser Nomade des 21. Jahrhunderts zum Wohle der Wirtschaft.

    Ich selbst bin eine Art Antithese des eben geschilderten. Ein Mix aus Moderne, Louis-XVI-Möbeln und Kunstgegenstände, alles aus der Zeit, alter und neuer Kunst kann sehr behaglich sein. Auch krame ich oft das massive Silbergeschirr hervor – französisches Altsilber, das wiegt schwer in der Hand, ist aber wunderschön. Mit mir werden Läden wie Ikea keine Geschäfte machen.

    • Nichts Neues unter der Sonne
      “Minimalist-Bewegung”? In den Siebziegern gab’s “Small is Beautiful” (Schumacher).
      Un den Whole Earth Catalog.
      Also immer mal wieder zurück um dann…

  10. Von originalen und weniger originalen Halsketten
    Das Twitter Erfolgsmuster der schwarz-rot-goldenen Kette von Madame Merkel hat mich auch amüsiert. Wo sie oder ihre Genossinnen diese Idee wohl her haben? Als ich vor ein paar Monaten zum Bundesverfassungsgericht ging, um mir die Rettungsschirmdebatte anzuhören, trug ich ein gelbes ESCADA Jackett zu blauen Hosen – sehr chic! die Farben Europas. Dazu fand ich eine passende gelb-blaue Kette auf Perlengrund. Im Gegensatz zu der von Madame Merkel war meine aber nicht unique in Ober-Idarstein für die Madame Europas gefertigt worden, sondern kam aus einem Den Haager Second Hand Laden (Kostenpunkt: fünf Euro für diesen einmaligen Auftritt). Nur wenn mir jemand zu nahe getreten wäre, hätte er gemerkt, dass es sich nicht um Gold und Edelstein handelt, sondern um Glas und irgendein gold schimmerndes Metall von IKEA Qualität.

  11. Geld für diesen Rechtsfall kann ich mir sparen
    Natürlich habe ich mir das Duell gestern nicht life angeguckt. Wählen darf ich nicht und die Alternative Merkel oder Steinbrück lohnt sich nicht. Da kriegt die FDP halt eine Stimme weniger:
    .
    From: Lisbeth Heuse
    Date: July 18, 2013 11:56:32 AM GMT+02:00
    To: sabine.leutheusser-schnarrenberger@bundestag.de
    Cc: Günther Nonnenmacher , H.Steltzner@FAZ.de
    Subject: Eingeschränktes Wahlrecht für Deutsche im Ausland

    Sehr geehrte Frau Minister!

    Heute las ich reichlich amüsiert in der Papierversion der FAZ, dass ich an der nächsten Bundestagswahl meine Stimme für die FDP nicht abgeben kann, weil ich schon über 25 Jahre im Ausland lebe.

    Natürlich kann ich einen Antrag stellen und sehen, wie der Kronberger Standesbeamte entscheiden wird. Vielleicht folgt er einer Argumentation, dass ich immerhin täglich 2.90 Euro für die Zeitung für Deutschland ausgebe (wir beziehen allerdings außerdem auch noch die NRC und die on-line NZZ). Ich habe aber jeden Grund anzunehmen, dass der lokale Beamte in Kronberg eine derartige Entscheidung nicht treffen will. Womit ich einen weiteren Fall für das deutsche Bundesverfassungsgericht hätte.

    Meine Logik ist dann die folgende:

    (1) Mein Interesse an deutscher (und europäischer) Politik ist dem Gericht sattsam bekannt.
    (2) Ich wohne in der EU, habe aber keinen ernsthaften Einfluß auf die Politik der EU, die bekanntermaßen vom EU Rat, das heißt den Regierungshäuptern der Mitgliederstaaten bestimmte wird, denn ich habe weder das deutsche noch das niederländische Wahlrecht bei nationalen Regierungswahlen und Wahlen zum Europaparliament.
    (3) Aus der Tatsache, dass ich als Auslandsdeutsche vor das Bundesverfassungsgericht ziehen kann, ist zu schließen, dass das deutsche Parliament mir mein Wahlrecht zum deutschen Parliament nicht nehmen kann.

    Mit freundlichen Grüssen

    Dr. Lisbeth Heuse

    Storm van S’Gravesandeweg 32
    2242 JH Wassenaar
    Niederlande
    Tel: 0031 – 70 – 51 41294

  12. Zum Autor
    Was mich hier schon länger stört: “…eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht unähnlich ist” – bitte mal in “ihrem” ändern. Danke.

  13. OT
    Nun kann man die rechtsstaatlichen Folgen ernten, die der staatsanwaltliche Furor
    gegen den Ex-BuPrä säte.
    Sowohl Herr Nonnenmacher ( Ex- Bänker), als auch ein angeklagter Tranplantationschirug weigern
    sich die Fragen des Staatsanwalt zu beantworten.
    Sie fühlen sich verfolgt.

  14. Alte Technik funktioniert immer noch
    Die technik des aufpeppens von Moebeln funktioniert immer noch. IKEA ist da bestes geeignet, da meist sehr guenstig und eh ein Augenschmerz. Mit etwas ueben wird aus einem Schrank etwas durchaus ansehnliches, fast wie einMarmorkabinett. IKEA Sondernagebote lassen sich auch fuer kleiner Wohnungen passend zusammensaegen. Die brilliante Technik der gzeigen Moebel fehlt mir.

    Auch 3 Wochen vor der Wahl wird einem Presspappe mit Farbe als Zukunft verkauft.

  15. Wandmalerei
    fand ich immer faszinierend, und habe bisher nie den Kosenpunkt als Begruendung erwartet.
    Irgendwie finde ich diese Begruendung auch als wohl nicht zutreffend. Ganz im Gegenteil dachte ich immer dass Wandmalereien zeitlose Statements der Auftraggeber sind. Eine Art Werbeplakat fuer die Eigentuemer und Bekanntmachung ihrer jeweiligen Ergolge, Hoffnungen und Sichtweise also. Nicht eine billigere Art und Weise Raeume zu dekorieren oder Traeume der Massen zu erwecken.

  16. Porsche 9/11 ... von der anderen Seite der Meßlatte
    Mittlerweile hat mich die Salondame des hiesigen Küchensalons darauf aufmerksam gemacht, dass es zwar keine Ferrariküche gibt, aber eine Porsche in Zusammenarbeit mit Poggenpohl:
    .
    http://www.poggenpohl-porsche-design-kitchen.com/de/
    .
    Die sei zwar nicht in ihrem normalen Programm, aber ließe sich natürlich organisieren. Als über-den-Daumen-gepeilten-Preis nannte sie 90.000 Euro (ohne extravagante Geräte).

  17. OT: Diese elende Rentendiskussion ..
    …… der arme Peer, da hat er nun was gesagt, was 2/3 Beamten im Bundeszwinger in Berlin und im Rest der Republik wirklich nicht gefällt. Dabei ist die Lösung doch so einfach – alle rein in die Solidargemeinschaft der gesetzlich Renten- und der gesetzlich Krankenversicherten.
    .
    Der Rest ihres Gehaltes meine sehr verschmähten Damen und Herren Beamten und Politiker ist genauso Verhandlungssache wie der Mindestlohn eines Harz4-Aufstockers (der kann sich aber kaum wehren, weil er von Leuten verwaltet wird, die sein Elend in Dasein und Rente nicht nachvollziehen können). 
    .
    Daher meine Forderung an sie liebe fette Beamtenkatzen – gleiches gesetzliches Elend für alle! 
    .
    Ein Privileg bleibt: Sie dürfen gerne bis 67 oder 70 zu ihrem Beamtenlohn durcharbeiten. Ach so die Beamtenfrühverrentung muss auch endlich abgeschafft werden und eine privat zu zahlende Berufsunfähigkeitsversicherung ist einzuführen.
    .
    Der Beamte wird doch (nachdem er mittels einmaliger vermeintlicher Höchstleistung ins Amt gekommen ist) über Jahrzehnte dressiert, sich neben der ihm abgerungenen Arbeitsleistung ausschliesslich um die Sicherung seiner Pfründe zu kümmern.
    .
    Als der Zins noch marktwirtschaftlich gebildet war konnte man über Sesselfurzerpensionen noch herzlich lachen. 
    .
    Seit italienische Sesselfurzer auch den Zins kontrollieren ist das anders.
    .
    Europa ist ein Beamtenstaat, da ist der Weg zum Sozialismus nicht mehr weit.
    .
    Nö den Peer wähl ich auch nicht, der ist keine Alternative für …

    • Werter Köstlich,
      wenn Sie daran interessiert sind, alle in einer Zwangsversicherung unterzubringen
      – wählen Sie einfach Frau Merkel.
      Dann klappt das auch.

    • Jetzt hat der Franzose doch glatt unsern Anderen ...
      …. als “die Würde des heutigen Deutschland” geadelt. Was aber ist dann Mutti ?
      .
      Die Bürde Europas ?

  18. Selbst die Liberalen verbreiten Rentenblödsinn ...
    … so sei der Unterschied zwischen Sesselfurzerrente und Knechtrente der, dass der Knecht nur den “Ertragsanteil” zu versteuern habe.
    .
    Zu schön um wahr zu sein. Da ich Realist bin, rechne ich damit, dass meine gesamte gesetzliche Rente besteuert wird.
    .
    Die Liberalen, auch keine Alternative für …

  19. Ntschuldigung Peter ....
    … Harz = Hartz

  20. Tausche eine komplette IKEA Einrichtung
    jederzeit gegen 10 göttliche Mahlzeiten bei einem wirklich guten Koch.

    Und irgendwie hat der Don nur vergessen zu erwähnen, dass der Traum von Schönheit und Anmut sich von der Einrichtung auf den eigenen Körper verlagert hat – Menschen träumen nicht mehr von Palästen, sondern von Baseballbrüsten und römischen Nasen. Und geben dafür Geld aus.

    Wer das alles beklagen will, kann das tun. Ich kann nicht, mir reicht ein Blick in die typische Arbeiterwohnung oder die Bauernkate des 9. Jahrhunderts als Nostalgieverhinderer. Denn schon die, die damals ihre Bauernmöbel bunt bemalen liessen, waren nicht mehr die 95% Prekariat, gegen deren Lebensverhältnisse auch ein moderner Hartz IV Empfänger noch immer reich ist.

    Wer IKEA Möbel gegen bemalte Bauernschränke in Stellung bringt, vergleicht Fleisch aus dem Essener Kuhhotel mit Kobe-Rinderfilet. Gut für einen geschliffenen Apercu, untauglich zur Illustrierung gesellschaftlicher Verhältnisse.

    Arm und reich wird es immer geben, solange es Mensche gibt. Selbst dann, wenn alle ihre materiellen Wünsche mit einem Fingerschnippen erfüllen könnten.

  21. Schwert zu Pflugschar
    Pressspan zu Vollholz
    Grafitti zu Wandgemälde
    Kottbullar zu Trüffelrisotto
    Hosenanzug zu Zwangsjacke

  22. Deutschland ist das Land ...
    …. in dem die eine Hälfte der Bevölkerung morgens nur aufsteht, um die andere zu kontrollieren.
    .
    Deshalb bleib ich jetzt noch ein Weilchen liegen.

    • In Sachen
      Zweiklassengesellschaft war die DDR führend..

      M.W. gab es zwei Kategorien: die Arbeiter und die Intelligenz.
      Sie unterschieden sich deutlich in der Bezahlung und bei den Renten.

      Genützt hat es ihr nichts.

  23. Klassentreffen
    Wo stecken grimaldeli, Plindos, der Teletubbie und der restliche Adel aus der frühen Blogzeit? Ich habe sogar schon etliche Namen vergessen. Sind die alle im Seniorenstift?

  24. Den "Pinsel-Gemälde"-, den "Geschichtsmöbel"-, den "Ikeamöbel"-, den "Armut"-,...
    den “Demut”-, den “Aberglaub”-Besitzern geht “ES” gut….was immer dieses “ES”
    bedeutet…Deutschland geht “ES” gut…wem noch?….”ES” fällt mir keiner mehr ein…zur Zeit.
    Das sagen “UNSERE” “Gesellschafts-FÜHRER” (Politiker…insbesondere “Angie”).
    Woher wissen die das…und dürfen die in “UNSEREM” Namen diese Behauptung machen?

    ______________________________________________
    “DIE MEISTEN VERWECHSELN DABEISEIN MIT ERLEBEN”.
    Max Frisch
    ——————————————————————

    Sind wir beim “ES” nur dabei…oder erleben wir “ES”…oder BEID-“ES”?

    ….höllisch”ES”-paradiesisch”ES”?….P…”ES”?…P…(EACE)”?….PEACE?….
    …”Besitzer-Peace”?….jetzt habe ich “ES”…”GEIST-PEACE”…
    also Wolfgang Hennig geht “ES” gut in meinem Dabeisein und Eleben…..:-)
    …aber wehe jemand fragt nach “Gesellschaft-Peace”….weder dabei noch erleben.

    Wir sind dabei wie “ES” uns erzählt wird….und jeder sein “ES” erlebt.
    Gut für die “Besitzer” der “(Geld)Bewegungsfreiheit”?…und schlecht für die
    “(Geld) und oder Beid”ES” (Geist)Bewegungsarmen”?

    …selig sind die geistig armen…Deutschland geht es gut, falls “selig” gut ist.

    Da ich mich für “geistreich” halte…bin ich nicht selig…mit Deutschland und der Welt,
    aber “geheilt”…”heilig”?….in meinem persönlichen “Geist-Peace”.

    Ich wünsche allen keine “.E..S.”-Armut, keine “Gemälde”-Armut, keine “Möbel”-Armut,
    keine “Aberglaube”-Armut….fehlt noch was?….egal.

    Tschüss… ihr… “E…………..S”…..geht EUCH gut…??????

    :-)

    W.D.H.

  25. Demut für Hartz Iv-Empfänger
    „gegen deren Lebensverhältnisse auch ein moderner Hartz IV Empfänger noch immer reich ist.“
    Naja…
    .
    Ein kleiner Stahlhandwerker muss wegen Gentrifizierungs-Mieterhöhungen
    in Fabrikgebäuden seine geliebte Werkstatt aufgeben – findet keine neue,
    denn alle Fabrikbesitzer wollen kein lautes Gewerbe mehr.
    Architekten schätzen das Ambiente – aber bittschön:
    pssst!
    Der kleine Stahlhandwerker meldet sich arbeitslos, will wieder angestellt arbeiten.
    Als arbeitsloser ehemaliger Selbstständiger ist ihm die Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung verwehrt.
    Rot/Grün hat dies ausgeschlossen.
    Das Jobcenter zahlt seinen zu leistenden Eigenanteil NICHT, denn dies sei kein „Beitrag“.
    Er wird SOFORT erstmal in eine Behinderten -Maßnahme gesteckt,
    (weil er schwerhörig ist)
    Da soll er Bewerbungen schreiben „lernen“.
    Dass er einen Betrieb 15 Jahre souverän geleitet hat, Angebote und
    Broschüren erstellt hat, eine website betreiben kann, interessiert nicht.
    Im Gegenteil, die Leiterin des Kurses „schöpft“ seine Fähigkeiten ab.

    Seine Wohnung ist ein paar Quadratmeter zu groß, jedoch sehr preiswert.
    Er wird schikaniert durch Überwachungsleute.
    Er bekommt einen Hörsturz. und wird auf dem Ohr ganz taub.
    Wer stellt ihn denn jetzt noch ein?
    .
    Kein Einzelfall, wenn auch die Schicksale variieren mögen.

    • @ achwas
      Die bürokratische Praxis bei H IV – äh – Hartz 4 ist sehr aufschlussreich und stilbildend.

      Die Betreuer müssen dem System zu genügen.
      Begreifen sollen sie nichts.

  26. the cruises of no return
    mit einer kleinen drehung hätte aus a,d,a,i glatt auch aida werden können – alles auf zur ewigen kreuzfahrt.

  27. ja, schon molly, sally & die andalusischen mädchen sagten goodbye to berlin
    evtl. dazu auch passend neulich ein “radio-geschichtsbeitrag” über “frühfeministische fernsehdichung” – das jetzt, and “i am isherwood says the camera” – ein gewisser i. war “als auge in paris”, so sagte er – und schrieb darüber. und die streisand sang es später. das gewesene jetzt, wobei die aber aus brooklyn kam – und stahlhart verhandelte, “nix von demut”. und war nicht ihr nachteil.
    .
    http://www.sally-bowles.de/ “She had very large brown eyes which should have been darker, to match her hair and the pencil she used for her eyebrows.”
    .

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