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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Brüderle passt kein Dirndl und andere bayerische Landlusten

| 31 Lesermeinungen

Deutsche Teilungen werden schwerer: Ein Ausschluss Bayerns für eine kleinstdeutsche Lösung passt auch nach dem Wahlsieg der CSU nicht mehr in eine entpolitisierte Epoche der gesamtdeutschen Trachten- und Bierseligkeit.

Ea is hoid a Hund
Der Volksmund über Seehofer

Ich habe noch nie von der S. erzählt. Früher, ganz früher, vor meiner Geburt war es so, dass in Bayern die Klassengrenzen noch recht undurchlässig waren, viel restriktiver als heute, und sich ein gewisses Klientel nachgerade zwangsläufig kennenlernte. Und als ich die S. kennenlernte und ihren Nachnamen erwähnte, da konnte meine Mutter jede Menge Geschichten über ihre Familie erzählen, die der S. aus gutem Grunde so gar nicht bekannt waren. Denn ihr Vater hatte sich seit seiner Jugend etwas, sagen wir mal, verwandelt, war zur Partei gegangen, Veterinär geworden und obendrein wäre er vielleicht auch Dorfkönig geworden, wäre “sein” Dorf damals nicht in den Händen der Familie M. gewesen, die rot war und mit dem Recyclingunternehmen die grösste Firma und den roten Bürgermeister stellte. Der Vater der S. hatte sich das falsche Kaff Dorf für seine politischen Ambitionen herausgesucht.

Aber wenn schon das Dorf nicht so will, dann sollte wenigstens die Tochter so wollen, und folgerichtig fand sie sich in der Jungen Union, bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Spielmannszug und der katholischen Landjugend wieder – alles im Übrigen Organisationen, die ihr Vater als junger Mann nicht von innen kennengelernt hatte, im Gegensatz zum OP-Raum des Städtischen Krankenhauses, wenn er mal wieder mit seiner Sachs

Also was ich eigentlich sagen will ist, dass der Vater der S. in seiner Jugend mitnichten so reaktionär lebte, wie er das seinem Kinde nahelegte. Das kam erst mit der Partei und dem Zwang, seine Verbundenheit mit den lokalen Einflussbereichen zu demonstrieren. Ein Sohn wäre da noch besser gewesen, der hätte dann noch bei der Bundeswehr studieren können und andere Dorfburschen mit der Blutgrätsche beim Fusskopfnierenschienbeinball niedertreten, er hätte männlicher Ministrant werden können und vielleicht auch noch zu einer Laienverbindung gehen, wie es sie ja auch noch gibt, und wenn er dann zum lokalen Revanchistentreffen gegangen wäre, hätte er vielleicht auch noch die SS-Uniform bewundern können, die ein Gründer hin und wieder seinem eigenen Sohn zur Verfügung stellte. Aber es war halt nur eine Tochter, die S. nämlich, und irgendwann ist sie aus dem Zwangsdirndl und dem Spielmannszug herausgewachsen und hat sich ganz gut entwickelt, weit weg von Fragen nach dem Hormoneinsatz beim Rind, der Vertuschung von BSE und welches Grundstück man welchem Bauern abdrückt, bevor es Bauland wird.

Diese Zwangsdirndlzeiten waren die goldenen Zeiten der CSU, das mussten manche halt manchmal tragen und wenn dann die reichlich gezwungenen Trachtenumzüge vor den Volksbesäufnissen vorbei waren, zogen sie sich wieder normal an. Heute ist das, wie man allgemein weiss, anders. Leute rennen in Pseudotracht zur Massenabfertigung und finden das sexy, obwohl ein Stadtbewohner von Format früher nie auf die Idee gekommen wäre, das zu tun. Ältere Politikherren mögen in Sachen Dirndl eine Art, ich vermute mal, perversen Fetisch haben, denn ich als amtlicher Vollbayer kann da nun wirklich nichts Aufreizendes finden. Mir fällt da nur immer die gequälte S. ein, und der Umstand, dass diese sog. Tracht eigentlich eine zwischenzeitlich fast völlig verschwundene Arbeitsbekleidung in einigen Regionen des bayerischen Oberlandes war, und im Rest des Landes in der Form nie existierte. Das Heutige ist mehr so etwas wie BDSMavarian Lack und Gummi, oder etwas wie die Selbststilisierung mancher Ebersberger als Starnberger, wenn sie auf der Maxilimianstrasse einen Hugo bestellen.

Es sind goldene Zeiten der Trachtengeschäfte, weil halt alles irgendwie geht. Hauptsache schnell, billig, populär muss es sein, es gibt Trachtentrends zur sog. Wiesn und Dinge in Rottach Elend Egern, die kann man sich gar nicht ausdenken so krank wie die sind. Es gibt in Kreuth ein Hotel, das extra starke Lenkstangen an ihren Leihrädern hat, damit der Mann in Lederhose darauf die Frau in Tracht, deren Rock vom Fahrtwind bewegt wird, herumradeln kann. Das Wort “beliebig” ist da vielleicht eines, das dem höflichen Zeitgenossen in den Kopf kommen könnte. A Krampf, sagt man dagegen hier in Bayern. Aber einer, der vielen Leuten zusagt. Am Narrischtsten sind da übrigens gar nicht die Hiesigen, sondern die Zugewanderten. Es geht in Bayern eigentlich nichts, was im Dirndl nicht geht, vom traditionellen Hüten alter Ziegenböcke über die Hochzeit bis um Besuch bierberauschter Massenveranstaltungen.

Die goldenen Zeiten der CSU dagegen sind vorbei, auch nach dem vergangenen Sonntag. Seehofer hat die Partei wie die Costa Concordia wieder etwas von ihren Jammerfelsen Beckstein und Huber aufgerichtet, aber es ist trotz absoluter Mehrheit noch immer das zweitschlechteste Landtagswahlergebnis der Partei seit 1966. Das ist überhaupt kein Vergleich mehr zu früheren Zeiten, als 50%+X noch als verpflichtend galten, wollte man sich im Intrigenstadel der CSU an der Spitze halten. Und dafür ist auch die CSU den weiten Weg der Popularisierung gegangen: Atomkraft weg und Ökoenergie her, Wehrpflicht weg und das fällt vielleicht nicht so auf, aber die Töne zugunsten der Sudetendeutschen, die sich auch “Vertriebene” nennen, sind sehr viel leiser geworden, Es gibt Frauen im Kabinett wie Frau Merk, an denen eisern festgehalten wird, und eine mögliche NachfolgerIN für Seehofer. Der Landrat in meiner Bergheimat wurde trotz Abschreibens in seiner Doktorarbeit zwar nicht rasiert, weil er wohl zu gut vernetzt war, aber der nächste hiesige Bundestagsabgeordnete hat einen ägyptischen Vater. Hardliner und allzu Gierige, früher das Kennzeichen der CSU, wurden gestutzt, und es hält sich das Gerücht, dass mancher Lokalfürst, wenn er dem Ansehen der CSU nicht so entsprach, wie Seehofer das gern sieht, auch ohne Sondersendung zum Nichtwiederantreten gebracht wurde. Generell wird hier geunkt, dass die Bayern lediglich die Koalition von Seehofer und Süddeutscher Zeitung wiedergewählt haben. Gewonnen hat Seehofer, verloren hat die alte CSU.

Für die wird das Lederhosenspektakel mit populären, aber wenig aussichtsreichen Betonungen der Eigenfreistaatlichkeit angereichert, wie etwa der rechtswidrigen Autobahnmaut für den gelben Tod den Holländer Nichtdeutsche, und Einkassieren des Länderfinanzausgleichs, den die alte CSU unter Stoiber sich selbst eingebrockt hat. Zivilisatorisch Aussenstehenden mag der Dirndlfetisch genauso beliebig, falsch und populistisch vorkommen wie diese an Volksgefälligkeiten orientierte Politik, die die CSU unter Seehofer freudig abnicken darf. Aber man muss festhalten: es funktioniert bei 47,7% der zur Wahl Gehenden. Und die, die sich anders entscheiden, würden vermutlich auch kaum wieder zurück in die Epoche unter Franz Josef Strauss wollen.

Der Rest des Landes, der teilweise vor ein paar Tagen noch überlegte, ob man die Bayern nicht besser vor die nationale Tür setzt, wird bald genauso zynisch wieder das aus diesem Land herauspicken, was ihm in den Kram passt: Vorabendserien mit Tegernseekulisse, echte Schlägereien bei urigen Festen wie Gillamoos oder dem Barthelmarkt in Oberstimm, der heute schon unter manchen Berlinern als Attraktion gilt. Privatschulen mit bayerischem Niveau. Zeitschriften, die das Landleben und die richtige, ironische Verwendung von Geweihen aufzeigen. Ab und zu wird der Seehofer wieder jemanden sondersendend abschmutzeln, und dafür so respektiert werden wie der Sultan, wenn er ein paar unbeliebte Wesire erdrosseln liess. Demokratie ist an einem Tag alle paar Jahre, aber die Wiesn dauert länger, und in Dirndl und in der Lederhose steckt niemand gegen seinen eigenen Willen. Und das Landlustland Deutschland bekommt das Bayern, das es verdient.

HINWEIS:

Nicht alles läuft so gut wie Bayern, manches läuft eher nur so wie die bayerische Justiz oder das bayerische Einschenken und daher gibt es auch eine bei den Kommentaren reibungslos funktionierende Version dieses Blogs an dieser Stelle.

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31 Lesermeinungen

  1. Syrien!!!
    Wenn man die ganzen Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt, kommt das wieder
    der bayerischen Küche zu gute?
    Ein bisschen Traditionsauffrischung konnte Bayern schon gebrauchen.

  2. Ja, die goldenen Zeiten der CSU sind vorbei. Endgültig und unwiderbringlich.
    Strauss hat sich vermutlich im Grab umgedreht, bei dem Ausmass an Zeitgeistanpassung, zu dem die CSU unter Seehofer fähig war und bleibt.

    Und das erklärt natürlich auch das Wahlergebnis. Nichts, an dem man sich wirklich reiben konnte, als Opposition, passende Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit, noch immer die besten Schulen der Republik. Der einmal mehr sichtbar gewordene Nepotismus alleine reicht nicht, um die Leute auf die Barrikaden zu bringen, die grosse Mehrheit der Leute würde es schliesslich selbst nicht anders machen.

    Im Ergebnis sind die 47,7% nichts als die Bestätigung einer historischen Niederlage. Dem Volk nach dem Maul zu reden UND ein blühendes Bundesland zu haben reicht auch für die CSU nicht mal mehr für 50%. Adieu Du bayerische Sondestellung, seit dem letzten Sonntag bist Du in Deutschland angekommen.

    Genauso, wie die Millionen jugendlicher Besucher aus aller Herren Länder, die sich auf dem Oktoberfest dabei übertreffen, wer in einem “Dirndl” am meisten sch*** aussieht bzw. sich am unwohlsten fühlt. Vor der dritten Mass, versteht sich.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  3. Titel eingeben
    Es ist natürlich klar, dass Brüderle im Dirndl keine gute Figur machen würde. Vielleicht sollte er sich mal so ein chices Lederjoppelchen zulegen, wie ich es habe, made in Bavaria. Dafür musste ich schon vor 10 Jahren im Ausverkauf das Zweijahresbudgets einer Durchschnittsdeutschen anlegen. Wenn ich das fashionunabhängige Joppelchen trage, stehe ich immer im Mittelpunkt des Dorfgeschehens. Wäre auch sicher gut zum bayrischen Stimmenfang. Und zu einem wichtigen Treffen mit dem Schweizer Personalchef in Paris bin ich mal im Dirndl gegangen. Das hat mich dann wirklich in den Mittelpunkt des Pariser Dorfgeschehens gebracht.

  4. Die alten Mehrheiten sind jetzt geteilt/FW&CSU
    DrehofersHorsti und AiwangersHubert haben zusamen die klassischen 55%+x

    Ich möchte auch hier in der FAZ den alten Gorbi zitieren oder auch Helmuts “Mantel der Geschichte”. Die Freien Kwähler haben 08 den bestmöglichen Zeitpunkt erwischt, um an der Landtagswahl teilzunehmen. Jetzt sind schon Strukturen da und Bonzen arriviert. Ohne Not weder die sich nicht mehr mit der Kommunalpolitik zufrieden geben. Die früheren CSU-Stimmen werden geteilt.
    Aus meiner Sicht war es ein Glück, daß die Piraten ihren Hochpunkt zur Zeit einer Berliner Wahl hatten und die Grünen ihren Gipfel in BW erklommen. Die Piraten mit 12% im Bund wären vielleicht geblieben.
    Oder sie hätten es vergeigt wie Westerwelle.
    Wie wird Lucke es machen? Ich bin so gespannt auf die nächsten sechs Monate und die Opposition gegen SchwarzRot oder R2G.

  5. Bayern ist kein Land
    Bayern ist ein Zoo
    ein Freiluftgehege
    ein Ethno-Park
    aber ihr dürft da schon anziehen was ihr wollt
    ihr dürft auch eure kultischen Riten ausüben
    ihr dürft Schreine errichten und Tierfäkalien verspritzen
    ihr dürft mit euren vergoldeten Didgeridoos rumtröten
    ihr dürft Eintritt von den euch besuchenden Verhaltensforschern kassieren
    ihr dürft sogar zum Häuptling wählen wen ihr wollt
    ihr seid frei !
    solange ihr auf der euch zugewiesenen Fläche bleibt
    das war der Deal
    also enttäuscht uns jetzt bloss nicht

  6. Früher war Stammtisch noch Stammtisch und
    nur gut, daß ich meinen Bäder-Betrieb schon früh – über Umwege – in die Schweiz verkauft habe. Heute würde mich das gänz schön Zwick-en.

  7. Titel eingeben
    Gerade las ich, dass Frau Merkel nervös wird:
    .
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/kommentar-merkel-nervoes-12581495.html
    .
    Das kommt davon, wenn man in der Kleidung zu einseitig ist. Barbie Outfit bestehend aus Hose und Jacke (in 80% der Versionen mit drei dicken Knöpfen), regt die Phantasie der Zuschauer nicht an. Immer Klunckerketten tragen, ist auch sehr langweilig, vor allem wenn die diskutierteste Version nur eine Variante der belgischen Fahne ist. Was kann man von einer Frau erwarten, die so wenig Phantasie in ihrer Kleidung hat?
    .
    Das wäre doch mal was, wenn Frau Merkel morgen Abend in der Tagesschau im ausgeschnittenen Dirndl aufträte (“Holz genug dafür hat sie vor der Tür”, würde mein Vater sagen, wenn es sich nicht um seine Parteifreundin und deutsche Kanzlerin handeln würde). Ich bin sicher, die Parteifreunde der CSU würden gerne aushelfen und über Nacht ein tot-chices Dirndl nach Berlin zaubern.
    .
    a propos – wenn mein Vater mich aufziehen will, erinnert er mich daran, als die Kleiderstange in meinem Kleiderschrank in Vancouver zusammenbrach unter der Last meiner schon damals vielseitigen Garderobe (er hat sie liebevoll repariert).

  8. Also mir zogen die Eltern die Lederhose ...
    … damals auf jeden Fall gegen meinen Willen an.
    .
    Heute suche ich trotzdem nach einer Hirschledernen.

    • Titel eingeben
      Lederhose – das war mein Traum als ich acht war. Aber als Mädchen musste ich Röcke tragen. Weil ich trotz weiblicher Bekleidung auf dem Hintern die Kronberger Hügel runtergerutscht bin, bekam ich Bubenunterhosen, deren Schlitz meine Mutter zugenäht hatte. Beim Umziehen vor und nach dem Turnunterricht haben die Mädchen mit den dünnen Blümchenunterhöschen immer über meine soliden grauen Schießermodelle gelacht. Würde ich gerne Frau von Leyen erzählen als Beispiel, dass nicht nur Kinder von Hartz4 familien diskriminiert werden. Heute trage ich Tigerfell, da stört es mich überhaupt nicht mehr, wenn ich von blümchenunterhosentragenden Tussis ausgelacht werde.

  9. Das Modell..
    ..ist einfach erfolgreich!
    Und wie immer finden gute Ideen viele Nachahmer (auch teilweise Peinliche)

    Mia san das Apple unter den Bundesländern!

  10. Klientl
    ………. und da ist es wieder, das Klientl, das bajuwarische! Wir Südeuropäer leben seit 2000 Jahren, nach oben und von unten in unseren vom lateinischen clientelA abgeleiteten Klientelen feminini generis: welch eleganter Gegensatz zum Klientl, dem Ne-utrum!

  11. Also echt ein ganz ein Doofer
    das ist euer Horst Seehofer
    .
    Gibt`s einen, der noch blöder?
    natürlich, der heißt Söder
    .
    Doch wer ist der mentale Zwerg?
    das ist die Beate Merk

  12. Titel eingeben
    Zur Erinnerung – das Gedächtnis so vieler Wähler ist ja so schlecht – so war das in der guten oiden Zeit von Schwarz-Gelb in Bund und Bayern:
    https://www.youtube.com/watch?v=DCCbqCeUOx4

  13. 47,7% wie kommen Sie denn auf dieses Ergebnis
    Wer im Wahlergebnis der einzelnen Parteien immer noch die Gesamtzusammenhänge übersieht, dem mag man wohl vorwerfen können, vor lauter Bäumen den Wald nicht zu sehen. FW mit ca. 8,6% der Stimmen können wohl bedenkenlos zu Wählern der Couleur gezählt werden, die eher nicht wählen gehen als für einen linken Kandidaten/ linke Partei zu stimmen. Wie titelte doch die FAZ, “eine Partei aus dem Fleische der CSU”. Rein hypothetisch, hätten Ude (dessen Kenntnis über den Freistatt, wie jeder weiß am Englischen Garten endet), Fr. Bause und Hr. Aiwanger nur den Ansatz einer Chance auf eine Machtübernahme gehabt, so wäre es zu einer Basisabstimmung bei den FW gekommen. Das Ergebnis kursierte bereits vorher in den Medien, mehr als 80% hätten sich für eine Koalition mit der CSU ausgesprochen (was nicht verwundert, Grüne und FW liegen in vielen Themen meilenweit auseinander, man müsste sich als Autor nur mal die Zeit nehmen und die beiden Programme in der Asylpolitik vergleichen…). Wie dem auch sei, die ARD hat es am Sonntag graphisch schön dargestellt. Das Bürgerliche Lager (CSU; FW und FDP) besteht in Bayern seit Jahren konstant aus nahezu 60% der Wählern. Verschiebungen ergeben sich somit nur in den jeweiligen “Lagern”. Zusammen mit der Tatsache dass die CSU 120 000 Wählern von der FDP zurückgewonnen hat, wäre dies ein erster Ansatz für eine weniger polemische Wahlanalyse gewesen (ganz zu schweigen von der Parteienvielfalt, die 47,7% nicht ganz so gering erscheinen lassen). Ja die Zeiten von FJS sind vorbei, das ist die einzig richtige Konsequenz die aus diesem Artikel folgt. Ich persönlich glaube mittelfristig, zumindest im Bund an Schwarz-Grün.

  14. Jenseits
    aller Folklore, werden wir jetzt die Pkw-Maut bekommen.
    Dass sie nicht nur für Ausländer eingeführt werden kann, wird Herr Seehofer auch
    wissen.
    Haben nicht Siemens und Allianz erst Interesse an Toll- Collect angemeldet.
    Sicher wird man auch an einer Pkw-Maut interessiert sein.
    Die Konzernsitze befinden sich in München? Jaah !

    • Titel eingeben
      Big Data ho! Damit auch Knöllchen und Führerscheinentzug automatisiert werden können, und Silicon Valley ein neues Suchmaschinchen nach http://www.shodanhq.com bauen kann, so daß allzeit von allen gesehen werden kann, wo sich jemand aufhält…

  15. und ist der Arsch auch noch so breit ...
    So abstoßend einem die allgemeine ‘Veriphonisierung’ der Mentalitäten -wozu hier eigentlich noch Plural ?- erscheinen mag, es gilt bekanntlich noch immer: ‘…und ist der Arsch auch noch so breit, so paßt er doch ins Dirndlkleid’. Nördlich der Donau gilt das aber tatsächlich nicht mehr für alle (was man aber augenscheinlich leider zunehmend nicht mehr wahrhaben will). Für Herrn Brüderle gäbe es immerhin noch den ‘Original Pfälzer Kartoffelsack’ ™.

  16. Titel eingeben
    Siemens? – Natürlich sind die involviert. Die bedienen jeden politischen Wunsch. Der van Leyenden Politik dienend, haben sie zwei Quotenfrauen in ihre höchsten Gemächer gelassen. Jetzt haben die Mohren ihre Schuldigkeit getan und werden dismissed. Eine davon war für Personal zuständig. Wahrscheinlich hat sie versäumt, sich selbst um ihre eigene Karriere zu kümmern und mal mit Horsti im Dirndl öffentlich aufzutreten.

    • @der Tiger
      Ich habe mir mal die Biografie der Niederländerin Nelly Kroes angeschaut.

      Umsichtiger kann man die eigene Karriere nicht planen.

  17. Dem Fetisch der Zeit verfallen
    Alles eine Frage der Phantasie. Ist diese doch das eigentliche Zentrum der Erotik. Doch was bei den Philosophen der Antike Griechenlands noch ein Ordnungsprinzip war, ein Metapher für deren Liebe zum Schönen wie zur Weisheit, eben zu einer besonderen Ästhetik – ich beziehe mich jetzt mal auf Sokrates (http://www.herold-binsack.eu/downloads/Was%20dem%20Manne%20sein%20Orakel.pdf )-, mag bei Brüderle in einen weiteren Metapher übersetzt worden sein – dem Dirndl. Dem Fetischismus seiner Zeit offenbar verfallen. Was den Griechen ein wohlgeformter Hintern war – gleich ob am männlichen oder weiblichen Körper prangend -, das Graviton gewissermaßen, was direkt auf sein männliches Zentrum wirkte, jenes unterhalb der Gürtellinie, ist dem Mann von heute eben das „Holz vor der Hütten“. Der Busen, der jungen Schönen.
    .
    Doch über Geschmacksfragen wollen wir nicht streiten, und auch den Fetisch wollen wir nicht ohne Not verdammen. Doch es kann zur Geschmacklosigkeit verkommen, wo vergessen wird, dass auch Worte Übergriffe darstellen können, Grenzüberschreitungen. Sexuelle Belästigung sein können. Und wo die Mächtigen ihre Muskeln spielen lassen, da scheint ein Muskel ständig mit im Betrieb. Ich meine nicht den Lachmuskel.
    .
    Was mich diesbezüglich so entsetzte, brachte ich damals spontan zum Ausdruck. Als Leserkommentar hier in der FAZ. Unzensiert wurde es gebracht (http://blog.herold-binsack.eu/2013/01/mit-dem-sexismus-einhergehende-debilitat/). Jetzt aber haben wir Wahlkampf und gleiches darf wohl nicht mehr gesagt sein. Nicht noch einmal durfte ich – aus aktuellem Anlass – wiederholen, was ich von seinen „Kenntnissen“ bezüglich junger Frauen halte. Und ich halte es jetzt daher für wohlfeil bei den Grünen die Pädophilen zu jagen, während bei den Brüderles der Lolita-Komplex so offenkundig grassiert. Was wäre eigentlich der Unterschied?
    Diesen Beitrag möchte ich Ihnen daher vorstellen. Den Link müssen Sie in den FAZ-Blogs leider selber herstellen. (http://blog.herold-binsack.eu/2013/09/es-wird-zeit-das-thema-zu-entheucheln/)

  18. Pickerl für Holländer ...
    …. finde ich nicht wirklich unfair.
    .
    Jedoch nicht mit komplizierter Proll Collect Technik, sondern mit freundlichen Kassierern an der Grenze. Und schon wieder ist ein Arbeitsloser weg …
    .
    Dass wir Inländer das Pickerl für sagen wir mal 75 Eur auch kaufen müssen, bleibt ein Nullsummenspiel, wenn der Betrag direkt beim KFZ Steuerbescheid abgezogen wird und ggf sogar zu einer Erstattung führt.

  19. Ich nenns nicht Pickerl ...
    sondern Seehoferln oder Batzln oder Raserln oder …?

  20. Im Raserln Vip ....
    …. Das das 10 fache kostet sind alle Ordnungswiedrigkeiten auf deutschen Autobahnen gleich mit abgegolten.

  21. OT
    Große Entschuldigungsgeste nach allen Seiten.
    Aber ich kann es nicht mehr hören oder lesen.

    Diese dummen Deutschen Bürger!

    Sind sie dümmer als andere – außer ,dass sie keine Franzosen, Italiener, Briten sind und
    sich nicht mal mit den Bobos messen können.

    Wer stellt das eigentlich fest?
    Braucht man die Dummen derart dringend, damit der eigene Stern heller leuchtet?

    • Darauf bekommen Sie gerne eine Antwort:
      Es ist erst einmal egal, ob die Deutschen dümmer sind, als andere. Nicht egal ist, ob sie dumm sind.

      Als Dummheit definiert man üblicherweise eine Verhaltensweise, die einem selbst oder einem selbstgesteckten Ziel mehr schadet als nutzt.

      Nimmt man also z.B. an, den Deutschen wäre Datenschutz mehrheitlich wichtig (nicht meine Annahme btw), dann ist die Datenüberlassung in grossem Stil an nicht kontrollierbare Organisationen wie facebook objektiv erkennbare Dummheit.

      Nimmt man an, den Deutschen wäre mehrheitlich eine faktenbasierte, halbwegs rationale, öffentliche politische Diskussion wichtig (wieder nicht meine Annahme), dann sind die hohen Einschaltquoten für Talkshows, die Rotationszahlen um ausgestreckte Mittelfinger, die Debatten um einen Veggie_day anstatt um die Zukunft Europas oder die Käuferzahlen der BILD etc. Ausdruck von Dummheit, nichts anderes.

      Etc. usw. Ja, wir als Menschen sind dumm. Dumm im Sinne von weit überwiegend nicht verstandes-, sondern gefühlsgetrieben. Der einzige fundamentale Unterschied zu den Affen ist, dass wir das manchmal erkennen und uns deshalb sehr selten dagegen wehren können.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Werter ThorHa
      Soll ich jetzt daraus schließen, dass nur der “Neue Mensch” uns aus dieser
      Zwickmühle befreien kann, oder reichen die Angebote, die die IT und die
      Biotechnologie zur Verfügung stellen?

  22. er macht sein ding, egal, was die anderen sagen
    warner bros. und diekmann haben uns dagegen gestern abend wie bekannt mit 4h brd-geschichte beschenkt, lauter bislang unöffentlichete privataufnahmen von früher, “so wie es bei uns damals halt war”.
    .
    http://www.voxnow.de/dokumentationen-und-reportagen/ich-mach-mein-ding-40-jahre-udo-lindenberg.php?container_id=137705&player=1&season=0

  23. die phase III der geschichte der bundesrepublik
    was irgendwie noch niemand notierte:
    die phase III der geschichte der bundesrepublik ist eingetreten.

    die erste phase ging bis zum wechsel des systemantagonismus,
    die zweite phase als die durchwurstel- und konsolidierungsphase nach der vereinigung der beiden deutschen staaten bis gestern, als die fdp aus dem bundestag gewählt wurde.
    und nun beginnt damit die dritte phase: eine bundespolitik ohne die einst wirkungsmächtige liberale kraft.

    selbstverständlich hat diese kleine partei in den letzten jahren so ziemlich jeden fehler gemacht, den man nur machen konnte, wenn man sich zu sicher fühlt und politik als geisteshaltung und wertesystem nicht mehr sonderlich ernst nimmt.
    wie übrigens die parteien quer durch alle lager handeln. es ist in der zeitgenössischen komplexität das abbild von politik, das nun politik betreibt, innenpolitisch entradikalisiert und friedlich, damit aber auch ein nervtötendes gutenachtliedchen, das die geister des lobbying für ein paar stunden unter das gitterbettchen des konsumenten – wer spricht vom citoyen – verbannt.

    aber wie ich schon im nachbarlichen wordpressblog schrieb: “die zeiten ändern sich, und wir uns mit ihnen. der sehofer verhält sich zum fetischdirndl wie der strauss zum pflichtdirndl.”

    das von vorteil sein – denn es schien zwar dereinst der gegensatz der politischen lager sonnenklar, wenn man sich die historie ansieht -, beinhaltet aber zwangsläufig auch nachteile, wenn man davon ausgehen darf, dass nichts im leben schwarz oder weiss ist: die einstig harsch und recht unversöhnlich geführten schlachten um verschiedene themen, keines möchte man nun benennen, um nicht auszuufern, sind noch gut in erinnerung.

    und ausgerechnet die linke, eine partei, deren geschichte nicht wenig belastet ist, wird mittels ihres neuen namens dritte kraft im parlament: weil der frontmann so sympathisch-frech-intelligent daherkommt. aber allein hier sollte die ausnahme der geschichtslosigkeit wären und nichts mehr zählen aus der geschichte?

    da auch andere parteien vorwiegend wegen ihrer geschichte und ihrer tradition gewählt werden – zum beispiel die zuzeiten sehr ehrwürdige ‘alte tante’ spd – stimmt es nun doch verwunderlich, dass nun ausgerechnet die fpd draussen ist.

    nun soll mal jemand die prozentzahlen der parteien der verschiedenen politischen positionierungen zusammenrechnen, und diese neue antieuropapartei gilt mitnichten als links: 51 zu knapp 45, “die anderen” aussen vor gelassen.

  24. Auf SPON gefunden
    “Ein Bündnis mit Merkel gilt überdies als gefährlich:
    Wer mit ihr geht, muss dafür büßen.”

    Was wird erst ihren Wählern geschehen?

  25. erinnert mich
    An eine Geschichte am Ende des 2.Weltkrieges, als es darum ging Berlin zu verteidigen,
    auf dem Weg zum Endsieg.
    Aufmüpfige Soldaten wurden mit Versetzung ‘bestraft’ und dieser ‘Ehre’ beraubt, dafür überlebten
    sie den Endsieg.

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