Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Apologie für Kristina Schröder

| 30 Lesermeinungen

Rückwirkend betrachtet erscheint vieles in milderem Licht: Angsichts von Empörung und Schreidebatten rund um Familien, Geschlechterrollen und Tugendterror wirkt die ehemalige Familienminsterin wie ein Hort der Stabilität.

Es gibt kein Besser oder Schlechter, es gibt nur ein Verhältnis
Berni Mayer, Der grosse Mandel

Wikipedia lässt zum Internationalen Frauentag wissen:

Heute ist der 8. März in Angola, Armenien, Aserbaidschan, Burkina Faso, Eritrea, Georgien, Guinea-Bissau, Kasachstan, Kambodscha, Kirgisistan, Laos, Madagaskar, Moldawien, in der Mongolei, in Nepal, Russland, Sambia, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan, Uganda, in der Ukraine, in Usbekistan, Vietnam und Weißrussland ein gesetzlicher Feiertag. In der VR China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei.

Am 8. März ist es wieder so weit und am Gesundbrunnen in Berlin wird auch dafür demonstriert, vielleicht sogar von mehr Frauen als im Einkaufszentrum daneben gerade Kosmetik kaufen, damit dieser Feiertag in Deutschland gewürdigt wird. Zumal er im Osten immer noch eine Tradition ist und Männer es wagen, Frauen Rosen zu schenken. Was, wie wir wissen, ist das aus Sicht der Genderwissenschaften heute auch schon übergriffiges Verhalten sein kann, und der Versuch, Frauen in eine Rolle zu drücken. Weshalb andere Frauen fordern, den Weltfrauentag als Überrest des gönnerhaften Sozialismus abzuschaffen.

Ich werde mich am Samstag sicher nicht am Tegernsee ans Ufer stellen und die Frauen fragen, warum sie nicht mit Farbbeuteln die Klosterkirche bewerfen, keine Megaphone anstelle ihrer sorgsam gewählten Handtaschen tragen, und ob sie sich nicht diskriminiert fühlen, weil doch in Sambia und Angola heute Feiertag speziell für Frauen ist. Andersrum wäre es interessanter: In Burkina Faso das Leben einer Deutschen am Tegernsee vorstellen und fragen, ob sie dafür nicht die Rechte an diesem Tag und seiner Bedeutung aufgeben würden. Mir ist natürlich klar, wie billig diese Argumentation ist, und dass ich sie zudem missbrauchen könnte, einen Keil in die Linke zu treiben: Denn einerseits fordert sie eine grenzenlose Welt mit Niederlassungsfreiheit und andererseits die Abschaffung der Unterschiede zwischen den Geschlechtern – es könnte aber sein, dass die Betroffenen nur eine Option schätzen und auf den Rest verzichten. Will eigentlich nur sagen: Leider kommt man mit solchen Maximalforderungen in der Praxis nicht sonderlich weit.

Das Wort „Leider“ steht hier, weil meine private, auch an sinnlosen Idealen orientierte Ansicht von der inzwischen aus dem Amt geschiedenen Familienministerin Kristina Schröder und ihrem sehr mittig-ideologischen Weltbild ausgesprochen ungünstig ist. So ungünstig, dass ich gerade in Parma ein Gemälde einer üppigen Rokokodame gekauft habe, um ein anderes Gemälde testweise zu ersetzen: Lange fragte ich mich, was genau mich an dieser Abbildung einer jungen Kanonissin eigentlich stört, bis mir klar wurde: Sie ähnelt der Ministerin, der gleiche, leicht unbedarfte Blick, in dem sicher viel Wollen liegt, aber wenig Umsetzung. Die schwächste Ministerin des Kabinetts sei sie gewesen, habe den Seehofer bereitwillig sein Betreuungsgeld für Familien machen lassen, und ein Buch geschrieben, gegen das viel protestiert wurde, hiess es allgemein.

Das ist fraglos eine legitime Sichtweise. Sie ist legitim in Redaktionen, in denen mehr Frauen auf Führungspositionen gefordert werden, sie ist legitim angesichts von Zielen, die Rollenbilder als Urgrund des Übels und Sprache ohne generisches Femininum als Gewalt betrachten. Es ist legitim für die jungen Aktivistinnen, die Blocklisten anfertigen und jene, die dauernd Triggerwarnungen veröffentlichen. Vermutlich auch für die hier – TRIGGERROFLWARNUNG! Aus Sicht der meisten Positionen, die man im Netz so findet – oder die sich im Netz laut aufdrängen – ist Schröder nur Millimeter entfernt von Opus Dei, Hexenverbrennung und Männern, die Frauen mit dem Aufhalten von Türen Gewalt antun. Ist man nur weit genug weg vom Konsens, ist der nah dran an jeder Form von Unterdrückung und Abscheulichkeiten. Und wäre Frau Schröder wirklich eine unerträgliche Bedrohung der Frauen gewesen, hätten Parteien mit progressivem Frauenbild die letzte Wahl haushoch gewinnen müssen – es kam, übrigens trotz verheerender Presse für die Ministerin selbst im bürgerlichen Lager – ganz anders, nur die FDP hat es mit der Dirndlfreundschaft klar übertrieben.

Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass das in diesem Blog nicht eben wohlgelittene Ideal der SUV-Mutter, die daheim eine Putzhilfe und in der Schule die Garantie auf eine neue Kletterwand alle 5 Jahre und das schuleigene Segelboot hat, vielleicht nicht für alle erreichbar, aber dennoch für viele ein erwünschter Status ist. So, wie viele Frauen gefälschte Guccitaschen, an Hermes erinnernde Tücher und Visitenkarten tragen, deren Titel leichtfüssig über die Bedeutungslosigkeit ihrer Tätigkeit hinwegtäuschen, so sind die Originale des Erfolgs dennoch weiter stilbildend. Dazu passt auch, dass in der Ebene dieses Landes kreative Projektmacher ohne Aussicht auf geregeltes Einkommen in Beziehungen prinzipiell möglich, aber bei längerfristigen Partnerschaften nicht übermässig begehrt und schon gar kein beliebtes Rollenmodell für fortpflanzungsfreudige Männer sind. Ab einer gewissen Einkommensstufe ist das Betreuungsgeld schlichtweg eine erfreuliche Zusatzleistung des Staates, und dass Frau Schröder keinen Sonderfonds für bundesweite Gesprächskreise zur Revolution des Menschenbildes aufgelegt hat, wird hier von keiner Seite als gravierender Nachteil verstanden. Man könnte auch sagen, sie erschien wie eine vom Desaster der Überalterung durchschnittlich überforderte Frau in einem durchschnittlich überforderten Ministerium und hat Politik für durchschnittlich überforderte Frauen gemacht, mit Blick auf kurzfristige Linderung für den Durchschnitt, den sie kannte. Das war eigentlich keine Politik, das war Doris Day für das 21. Jahrhundert, nur ohne Gesang und humorfrei.

Aber eben auch keine Alice Schwarzer und kein Mitglied einer radikalfeministischen Sekte, kein Sarrazin, keine Birgit Kelle und keine Sybille Lewitscharoff: Irgendwo dazwischen dümpelte sie mal so und mal so herum und sah aus, als wäre ein guter Tag schon einer, an dem sie nicht durch die Spalten der Zeitungen gehetzt wird. Am Ton des Auseinandersetzung zwischen den Extremen hat sich seit ihrem Abgang etwas geändert: Es läuft etwas fehl in der öffentlichen Debatte und Auseinandersetzung, vielleicht liegt es an der einschläfernd grossen Koalition oder einfach nur am Zwang, Bücher zu verkaufen, jedenfalls ist der publizistische Raum zwischen Mutterkreuz-Apologetik und Genderzwang enger geworden. Mit dem Ergebnis, dass die einen Farbbeutel und Petitionen füllen und die anderen eigentlich ganz froh sind, wenn an der Spitze eines Ministeriums eine Person sitzt, die für dergleichen Umtriebe viel zu unflexibel und in ihrer Rolle und Klasse verhaftet ist. Und sogar irgendwann keine Lust mehr hat und nur noch nebenbei ein wenig Abgeordnetenrolle füllt. Das ist ehrlich.

Vielleicht habe ich also Kristina Schröder doch etwas Unrecht getan und sie als Ausrede genutzt, um für eine völlig überfüllte Wand statt einer sittsamen Kanonissin noch einen wahren Berg von quellendem Inkarnat zu kaufen. Das ist nicht nett. Vielleicht verschont auch ihre Nachfolgerin diese neue Republik der Empörung und des Geplärres vor Einmischungen in private Lebensbereiche, und tut vielleicht etwas mehr für die Probleme der Moderne, die nicht aus der Tradition des Türaufhaltens bestehen, sondern in der extrem hohen Scheidungsquote, den damit verbundenen Risiken für die betroffenen Frauen und Männer und dem Wandel dessen, was heute jenseits des Tegernsees die Realität der Familien ist. Ob ein Rentner vier Wochen als Kadaver vor dem Fernseher liegt, ob Mütter von den Belastungen des Turboabiturs überfordert sind, ob Firmen die Möglichkeiten der Heimarbeit verbessern, das alles zeigt sich nicht in moralischen Frage der künstlicher Befruchtung oder ob das Spielzeug aus Holz und genderneutral sein muss, sondern am Lebensglück der Menschen.

Und da würde ich, der ich wegen der Schulen gegenüber und den Berg runter massiv SUV-Helikoptereltern-geschädigt bin, ausnahmsweise auch einmal sagen: Mehrheit entscheidet. Es gibt für radikale Ideologien nichts Schädlicheres als die Zufriedenheit, und wer selbst frei entscheiden kann, wie das Leben wird, wird wenig Anlass finden, anderen Vorschriften zu machen. Und deshalb muss ich morgen am Tegernsee auch gar nicht fragen, was vom Weltfrauentag gehalten wird: Die wenigsten werden es wissen wollen, solange es ein guter, schöner Tag ist.

Hinweis:

Ein gutes, schönes Blog für unkomplizierte Kommentare finden Sie hier.

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30 Lesermeinungen

  1. Wer geht einen mehr auf die Nerven?
    Die GendermainstreamerInnen oder die Männer, die genau wissen wie Frau sich zu
    fühlen hat, wenn ihr ein Stuhl angeboten, in den Mantel geholfen, die Tür aufgehalten wird.

  2. Soll man nun schreiben oder nicht?
    In Ihrem letzten Blogeintrag wurde ein Kommentar von mir gelöscht – dabei stand nichts Böses oder Unanständiges drin und er bezog sich auf die Sache. So verleidet man sich natürlich auch die Leser und man fragt sich, warum man das ganze eigentlich mitmacht.

    • Ich schwöre, ich habe nichts gelöscht! Ich schaue gleich mal nach.

    • Da war ein Kommentar nicht freigeschaltet, den habe ich jetzt freigegeben. Ich hoffe, das stimmt so!

    • Jawoll
      Nun ist er wieder sichtbar. Aber warum war er gestern bereits sichtbar und dann wieder verschwunden? Oder bleibt er nur auf dem Rechner, auf dem man ihn geschrieben hat, sichtbar und erst nach Freischaltung sieht ihn auch die Gemeinschaft?

    • Interessant...
      Hier in meiner heimatlichen Hütte wird mein Kommentar nicht angezeigt. Gestern war es aber definitiv anders, ich hatte mich schon gefreut, dass man auch bei der FAZ ohne Freischaltung schreiben kann, denn mein Beitrag wurde sofort angezeigt. Vielleicht lag es an der älteren Browserversion, auf der ich gestern geschrieben habe? Also war das ein Fehlverhalten und ich habe es mißverstanden. Ich bitte um Entschuldigung, dass ich das Unmögliche annahm.

    • Das ist leider ein Javascriptproblem mit der Datenbank. Da funktioniert die Verbindung nicht richtig, und Javascript ist nicht in der Lage, sich die korrekten Informationen bei der DB zu holen. Das Problem ist bekannt und wenn es neue Blogs gibt, dann wird man diese entsetzliche Moderation auch ausschalten können. Nach 5 Jahren, denke ich, kann man den Lesern wirklich vertrauen.

  3. Zeitzonen - Zeitzeugen - Klartext
    Im Dialog Spezial – Sa. 08.03.14, 00.00 Uhr, So. 09.03.14, 13.00 Uhr & Mo. 10.03.14, 00.00 Uhr

    http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/alfred_schier_mit_peter_scholl_latour/815496?datum=2014-03-10

    Mit Frau Schröder sollte man besser noch viel vorhaben. Vor allem ihre Integrität überzeugte.

  4. Wobei man
    versucht sein könnte, gleich auch noch eine Verteidigung von Constanze Kurz mit zu verfassen, die hier http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/alpha-forum/alpha-forum-312.html fast auch zu wenig kämpferisch rüberkam. Nett die gestellten Fagen beantworten wäre das eine, die Fragen aber ganz einfach zum Anlass zu nehmen, die eigenen Positionen anhand von verständlichen und vielleicht sogar auch populären Beispielen cross rüberzubringen das andere.

    In der heutigen Zeit darf gerade auch frau nicht langweilen noch zu wenig kämpferisch sein – Kurz ist zwar Klasse, aber auch sie darf sich nicht zu sehr in Mittellagen verschleißen lassen, Aufmerksamkeiten abnutzen.

    • Also ich glaube, dass dieses Geschrei, wie wir es jetzt auch erleben, an Strahlkraft verliert. Wer erinnert sich heute noch an die Petition in BaWü, und wird Sarrazin noch so häufiug verkauft? Und das führt dann eben dazu, dass die Aktionen immer mehr in Form von Terror gehen. Farbbeutel an symbolträchtigen Tagen zum Beispiel. Aber viele wollen das einfach nicht.

  5. ..und wie kam se dahin
    Oje, ich hatte K.S. schon verdraengt.
    Ausserhalb einer (dieser) Regierung wuerde die Frage gestellt, wer hat den DIE eingestellt. Aber sas fragt man sich beim ganzen Kabinett. Wahrscheinlich ist der Souveraen (wir) Schuld.

    Tag der Frau ist wie Tag der Arbeit – hoffentlich das wetter ist gut und faellt nicht aufs Wochenende.

    • Sie war als zweite,
      als Entlastungsfront gedacht. Die Hauptgefährlichgefährdende (die ohnehin schamlos signalisiert, dass sie die bessere Kanzlerin ist), die Supertochter des ehemaligen Grinseministerpräsidenten, obendrein mit Bundespräsidentenkinderpatenschaft, musste irgendwie noch mit einer zweiten, einer Abwehrfront beschäftigt und von einem allumfassenden Generalangriff abgehalten werden. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, dass die Entlastungsverbündete zwar einige Kräfte der Hauptgegnerin bindet, selber aber nicht stark genug ist und werden kann, um nach einem eventuellen, aber eigentlich nicht vorgesehenen Sieg selber die Rolle der mit ihrer Hilfe Besiegten zu übernehmen & aus dieser Position heraus folgerichtig ihre Auftraggeberin, die Kanzlerin zu bedrohen.

  6. Wissenschaft?
    aus Sicht der Genderwissenschaften
    .
    Nicht eher:
    aus Sicht der Gender“wissenschaften“
    ?

    • wer?
      Gattin Julia sagt mir gerade (denn als Petersburgerin weiß sie sowas), dass es Rosa Luxemburg und Clara Zetkin waren, die den Frauentag eingeführt haben.
      Blumen und Konfekt bekam sie schon, die Julia, …und nachher gehen wir noch in den Grunewald mit Wein und Käse. Denn sie liebt es, in der Natur zu tanzen und zu picknicken.

    • Titel eingeben
      eher:
      aus Sicht der Gender“wissenschaftInnen“

    • *innen
      Richtüsch!
      Danke.

  7. Zum intern. Tag der Frau
    ..auf FAZ.net…
    „Geht an die Arbeit, Frauen!“
    Von welchen Frauen spricht der Autor eigentlich?
    Evtl. Von den unter 25-jährigen in Deutschland. Das sind so wenige, die retten
    seinen Life-Style nicht.
    Ebenso die wenigen jungen Frauen im ehem. Ostblock, ob Ukraine oder Russland.

    • So genau
      will man das vermutlich aber noch nicht wissen. Und außerdem hat es ja auch etwas von selbstgewählter Beschäftigungstherapie.

      Dabei weiß das Volk längst, wie es ist: Die Kinderlosen müssen sich halt mit den Kindern der anderen beschäftigen, und wären es deren Töchter.

      Tatsächlich mit teils hochmanipultiven, hochneurotischen Tendenzen. Den die kinderlose Frau von 65 merkt dann auf einmal, dass sie ja keine eigene Tochter hat. Dafür aber Geld aus einer vollständigen Erwerbsbiographie. Und also setzt sie ihre Kaufkraft ein, um sich eine Tochter zu kaufen. Als Zugehfrau, Dienstmädchen, Putze usw. Um damit dann mindestens dreifach überlegen sein:

      – Die solcherart Vereinnahmte bleibt ja dumm und arm, eben weil sie sich nicht löst, „dafür zu schwach ist“, und einer höher qualifizierteren Beschäftigung für mehr Geld nicht nach geht,
      – sie schädigt eine weibliche Konkurrentin, nämlich die Mutter der gekauften Tochter ein zweites Mal a. hat sie der die Last von Schwangerschft und Aufzucht überlassen, und b. bleibt die jetzt arm, verlassen und einsam zurück,
      – für kleines Geld kann sie doch noch die Erzählung ihres Lebens auf eine jüngere übertragen – wichtiges Bedürfnis, und zwar in höherer Form: die Ersatztochter war ja, anders als bei der eigenen Mutter, nicht dabei, kann daher Dichtung und Wahrheit nicht wirklich gut auseinander halten.

      Und da sollten es die kinderlosen Männer hier anders halten? Noop, das wäre aber doch nun wohl zuviel verlangt.

      Eher noch anders: Je größer das Konto und desto besser gefüllt Kleiderschrank und ausgewiesener Benimmvorrat, desto erfolgreicher würden solche Strategien, und daher aus Dummheit und Schwäche eben noch leichter genommen …

      Brauchte schon eine verdammt gute Herkunftsfamlie dafür, aber wer hatte die schon?

      Und ja, zukünftig würden die Verteilungskämpfe bzgl. des Zugangs zu Abspeicherungsmöglichkeiten für die Lügengeschichten von der wunderbaren Größe des eigenen Strebens und Erreichens mangels Nachwuchs noch härter. Irgendeiner muss mans halt erzählen. Und wäre es für Geld.

  8. Es interessiert mich einfach nicht
    Muttertag, Frauentag und ähnliche Festtage kann man von mir aus beibehalten. Ich lege jedenfalls keinen Wert darauf bzw. lehne es für mich persönlich ab. Im Endeffekt wird daraus ein Weltfloristentag oder WeltpolitikerInnentag, ein Gendertag oder FeministInnnentag. Nirgendwo finde ich mich wieder.

    Die ideologische Unterjochung der Frauen hat Tradition und mich persönlich ärgert, dass Frauen sich immer noch instrumentalisieren lassen, anstatt selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen. Es ist IHR Weg oder der Weg der Partner, der Familie und niemand hat da zu urteilen oder reinzureden. Hört man aber auf das, was „angesagt“ ist, dann gibt es nur den einen Weg, egal ob er passt oder nicht.

    Frauen sollten aufhören, sich politisieren zu lassen – egal von welcher Fraktion. Genau das ist nämlich nach wie vor der Fall und solche Wasweißich-Tage dienen dazu, das Lasso der Ideologien auszuwerfen und die Frauen einzusammeln, die noch nicht genügend Selbstbewusstsein haben, für ihren gewählten Lebensentwurf einzustehen.

    Kristina Schröder war ein Musterbeispiel dafür, wie sich die johlende Arenamasse aufwiegeln lässt. Unter dem Schatten der Obergouvernante von der Leyen, die die personifizierte Vorschrift für Lebensentwürfe ist, konnte K Schröder ihre liberalen Vorstellungen nicht entfalten. Freie Entscheidung für einen Lebensentwurf? Damit scheinen Deutsche überfordert zu sein. Wo kämen wir denn hin, wenn Männer und Frauen, Familien, Partner sich nicht mehr ins Intimste reinreden und dirigieren lassen? Freie Entscheidung des Unternehmers für oder gegen Frauenquote? Wo kämen wir denn hin? Mal abgesehen davon, dass in kleinen und mittleren Unternehmen es längst gang und gäbe ist, die Firma den Töchtern zu überlassen. Die letzten Vorsitzenden der Jungen Unternehmer waren Frauen.

    Als Kristina Schröder Mutter wurde und sich umgehend wieder auf ihrem Posten einfand, habe ich mich gefragt, wie lange sie das durchhalten würde. Es hat mich gewundert, dass es 2 Jahre wurden, aber als Familienministerin ist man auch Chefideologin und dieser Konflikt war vorprogrammiert. Die johlende Arena zeigte dann auch prompt den Daumen nach unten, als sie sich für „Mehr vom Kind“ entschieden hat. Schließlich herrscht doch immer noch Gleichschritt im Neusozialistischen Deutschland.

    Gäbe es eine Petition für die Abschaffung dieser Tage – meine Unterschrift hätten sie. Es wäre der erste Schritt in die Freiheit.

    • Ich neige auch zur Ansicht, dass Feiertage mehr Symbolpolitik sind, und wenn dann bei der zentralen Veranstaltung 3000 Aktivistinnen dabei sind, sagt das auch etwas über Mobilisierungspotentiale jenseits des Netzes aus. Letztendlich entscheidet sich jede politische Arbeit vor Ort, in den Firmen und Wohnungen, und da spielt es keine Rolle, ob bei Twitter gehöhnt wird, oder nicht

    • "die Frauen"
      Nicht „die Frauen“ sollten alleine ihren Weg gehen, sondern jeder für sich – jede Person – sollte versuchen, das zu tun. Wenn schon denn schon.

  9. Kristina Schröder hat sich gegen die Gender-HaiInnen gestellt und wurde dafür zerfetzt
    Heringe schwimmen besser mit oder gar nicht mit den Haien.

  10. Frauentag in der Oberpfalz ...
    Bei meiner Schwiegermama in der Oberpfalz ist die Welt noch in Ordnung: Frauentag ist an Mariä Himmelfahrt & da geht’s erst in die Kirch & dann zum Topfmarkt. ;-)

  11. Die Schwarzen am Tegernsee...
    „In Burkina Faso das Leben einer Deutschen am Tegernsee vorstellen und fragen, ob sie dafür nicht die Rechte an diesem Tag und seiner Bedeutung aufgeben würden.“

    O Gott, wirft dieser Satz viele Fragen auf!
    Möchten Sie, werter Don Alphonso, die Damen in Burkina Faso mit Bildern des schönen Scheins am die Tage ja – außer für Herrn U. Hoeness – immer sonnigen Tegernsee nur erbauen, oder möchten Sie sie gar verführen, den Weg zum Tegernsee anzutreten?
    Manche würde den Frauentag und auch das reale „heilige“ Krokodil im Kompienga-See sicherlich liebend gerne gegen einen Spaziergang mit einem Kroko-Täschchen am Arm in Rottach-Egern tauschen.

    Allerdings: Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollten Sie die Damen aber zuvor nicht nur über die Beschwernisse des Weges aufklären, sondern ihnen auch am Bilde von Christina Schröder, geb. Köhler, das Sie, der Tadel sei erlaubt, unnötigerweise wieder aus den Archiven gezerrt haben – und so greislig wie die kann das G´fries auf dem von Ihnen in Parma erworbenen Gemälde wohl kaum sein – erläutern, dass eine ausgeprägte Blässe gerade an diesem schönen Orte doch absolut unerlässlich ist.
    Wo doch die einzigen Schwarzen, die am Tegernsee gern geduldet ihren Zauber aufführen dürfen, in Amtsstuben, dem Verwaltungsrat der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee oder, man ist ja tolerant, im Casino in Wiessee am Spieltisch sitzen, wenn´s denn was da lassen…

  12. Vom linken Mainstream kaputt gemacht
    Kristina Schröder hat es als Familienministerin gewagt, sich mit linken Feministinnen anzulegen und eigene Meinungen zu vertreten oder sich sogar für Rechte von Männern/Jungen einzusetzen.
    Das wollte auch die links-grün geschaltete Presse nicht mitgemachen.
    Was hier an unfairem Niederschreiben von Politikern, die nicht ins Schema passen, passiert muss doch langsam auch linksindoktrinierten 68ern auffallen und/oder deren Nachfolgern.

    • imma ruff?
      immer ruff uf die verhassten Linken, Grünen, Kommunisten, imma ruff! …egal zu welchem Thema.

  13. Kristina Schröder
    will sich Poster von Helmut Kohl über ihr Teenagerbettchen gehängt haben: mehr normalnull geht eigtl garnicht.

  14. K.S. war Ministerin! Und dafür fehlte ihr alles - Format, Thema, Wollen und kömnen
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  15. K.S. war Ministerin! Und dafür fehlte ihr alles - Format, Thema, Wollen und Können.
    Von den Gendertröten in ZEIT oder taz gehasst zu werden, ist in der Union keine Schande. Aber von den eigenen Leuten – seien wir höflich – bemitleidet zu werden, ist tödlich. Wenn ich die nette Jungakademikerin von nebenan treffen will, schaue ich mich in den HR Abteilungen der grossen Unternehmen um, nicht unter den Spitzenpositionen deutscher Politiker.

    Es gab in der Union zwei glasklare Fehlbesetzungen als Minister – Friedrich und Schröder. Kein Grund für eine Apologie, nur weil über Schröder einige Mini-Shitstorms der Überflüssigen und Irrelelevanten hereinbrach, die auf twitter und Co. Das ist normalerweise völlig Banane, bestenfalls eine Auszeichnung.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  16. Machtkampfdrohne mit vornehmer politischer Blaesse
    Das medial vermittelte Bild von Frau Schroeder empfand und interpretierte ich, als eines dieser Turbokarriereweibchen, meines Jahrgangs, eine unbeirrbare Machtkampfdrohne ohne inhaltliche Substanz und Visionsmacht. Ein blasses, unverstandenes weibliches Kalkuel ohne jeglichen politischen Charme und Richtung. Zur Rechtfertigung ihrer ministeriellen Rolle und aus der von aussen herangetragenen Zweifel an ihre persoenlichen Kompetenz in Sachen Familienpolitik, wurde schnell noch die Produktion des legitimierenden, eigenen Nachwuchses ins politische Tagesgeschaeft eingebaut. Als der Laerm von Aussen durch Bevoelkerung, Partei und Opposition, und besonders die mediale Guillotine, aber auch wahrscheinlich durch den Saeugling in den eigenen vier Waenden dennoch zu laut wurden, ist das sture schroedersche Willenskartenhaus dann doch in sich zusammengebrochen und der ministerielle Thron wurde schnell und anscheinend auch freiwillig geraeumt.
    Ihr medial vermitteltes Bild war fuer mich immer das exemplifizierte Symbol eines gedankenunfreien, aufstrebenden West-Weibchens mit stark maskulin gepraegtem Habitus.
    Aber wahrscheinlich hatte ich sie bereits schon aufgegeben, als sie in einem Interview preisgab, dass Sie frueher in der Zeit als andere ihren Alters, ihre Zimmerwaende mit Take That und New Kids on the Block-Postern tapezierten, sie stattdessen ein Poster, des von ihr so bewunderten Helmut Kohl, in ihren vier Waenden anhimmelte. Nichts gegen politisches Interesse in so jungen Jahren, aber meinen politischen Geschmack (auch wenn der sich ueberhaupt etwas spaeter bei mir eingestellt hat) trifft sie dabei eher nicht.
    Vielleicht kann man ihre politische Blaesse mit Durchschnitt und Mittemaessigkeit beschreiben. Ja vielleicht. Ich sehe eher eine zielstrebige Frau, deren Ziel nicht ganz klargeworden ist, als sie es schliesslich erreicht hatte. Frei nach dem Motto: Macht ist geil, aber nichts machen, macht auch nichts.

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