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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Reichsteilung für Anfänger

| 42 Lesermeinungen

Staaten entstehen. langweilen ihre Bewohner mit Soli, Berufspolitikern und MDR, und zerfallen wieder: Das ist ein natürlicher Kreislauf. Man sollte anfangen, darin auch die Vorteile zu erkennen.

Regierungen sind Segel, das Volk ist Wind, der Staat ist Schiff, die Zeit ist See.
Ludwig Börne

Im schönen Brixen in Südtirol hat man liebevoll ein bayerisches Wappen restauriert. 1805 wurde es an das stattliche Haus neben dem Dom gepinselt und heute erinnert es daran, dass das Königreich Bayern eine Weile die Herrschaft über Tirol und Südtirol inne hatte. Mehr oder weniger oder auch gar nicht, als nämlich die Tiroler einen Volksaufstand machten und die aufgeklärten Bayern mitsamt ihrem modernen Teufelszeug der Pockenimpfung aus dem Land warfen. Für die Südtiroler ist dieser teilweise katholisch dominierte Jihad heute ihr legendärer Freiheitskampf, und zum Hohne der Besatzer sieht man heute noch das Wappen, mit dem sich Bayern etwas unterordnen wollte, was nicht unterjocht werden möchte.

Aber was soll ich sagen? 25 Jahre ist es jetzt her, da besetzten die Ostdeutschen die Bundesrepublik durch einen Selbstanschluss und ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemand mehr als so einen Tiroler des Jahres 1805 gefragt hätte. Wobei, ganz stimmt es nicht, ich war damals im Fernsehen und sollte als Stimme der damaligen Jugend meine Freude über die Neuerstehung des Nationalstaates ausdrücken; ein Wunsch, dem ich nur sehr begrenzt nachkam. Zurecht, denn heute erreichen die AfD-Honks dort drüben mit Ressentiments und nationalistischen Parolen über 10%, und vor diesem Hintergrund sollte man eben auch mal den Seperatismus betrachten, der in dieser Woche möglicherweise das vereinigte Königreich auf der britischen Insel enteinen wird: Es kann nicht sein, dass wir immer nur Länder und Strukturen zusammen bringen, dafür einen AfD-Honk-Einlauf bekommen, und auf der anderen Seite die Spaltung verteufeln.

Denn wenn man einmal das 19. Jahrhundert mit seinen übel endenden nationalistischen Strömungen beiseite lässt – man denke nur an 1914 – muss man sehen, dass die Trennung von Ländern seit dem Untergang des weströmischen Reiches eine keinesfalls für alle Betroffenen schlechte Sache ist. Namentlich der einseitige Untergang Westroms, seiner Zeit so eine Art maroder Reichshauptslum Antik-Berlin an der Tiber, erlaubte dem oströmisch-byzantinischen Reich, sich auf einen leichter kontrollierbaren Kulturraum zu beschränken und denselben weitere 1000 Jahre zu prägen. Das hatte man schlau gemacht, das Reich in diverse Zonen aufgeteilt und wenn sich einer mehr so wie Mecklenburg oder Sachsen entwickelte, hatte man damit woanders kein grösseres Problem, wenn derjenige auf eigene Rechnung unterging. Reichsteilungen, das lernen wir aus der Geschichte, können gut funktionieren. Wie auf der Gegenseite das römische Imperium, das Reich der Karolinger, die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, der Ostblock und das britische Empire alle die gleiche Frage nicht beantworten konnten: Wie können komplexe, zentralistische Strukturen die von ihnen beim Wachstum mit einverleibten Widersprüche und Interessen überleben?

Die historische Antwort lautet, wie man auch heute in der autonomen Region Südtirol sieht, unbefriedigenderweise „langfristig überhaupt nicht“. Zumindest nicht, wenn man diese Einheit nicht dauerhaft mit Gewalt, Unterdrückung oder wenigstens Korruption der Eliten bewahren kann. Das britische Empire hat es in Bezug auf Schottland über die Jahrhunderte hinweg mit allen Methoden versucht, und im Jahre 1707 tatsächlich die Union erreicht – indem man zuerst tatenlos den Absturz in eine Staatspleite durch eine Art Anlagebetrug begleitete und danach den Geschädigten, zumeist Reichen und politischen Entscheidern, zusagte, ihre Verluste zu übernehmen. So kann man das machen, aber so fühlen sich viele übergangen, flüchten sich in einen Nationalstolz und der bricht sich irgendwann seine Bahn.

Als Kinder und Bürger einer Nation, der seit 200 Jahren die Spaltung als ein Übel beigebracht wird, sind wir natürlich konditioniert, solche Bestrebungen abzulehnen. Bürgerliche Revolution, Zollunion, kleindeutsche Lösung, Reichsgründung, Wiedervereinigung, das alles ist weitgehend positiv belegt und wenn ich einmal ausrechnen würde, wie viel Spass und Vermögen meinen Clan der Hunnentribut des Soli gekostet hat, dann gäbe es vermutlich einen Aufschrei, dass man das so nicht rechnen könnte und man doch auch den Aufbau von Strukturen im Osten vom MDR über Cargolifter bis zum Thüringer HeimatVerfassungsschutz sehen muss. Aber vom kargen Restvermögen bin ich Historiker geworden, und man kann beileibe nicht sagen, dass jede Einigung sinnvoll ist: Denn auf der einen Seite sehen wir es als richtig an, bei uns selbst religiös verfeindete Stämme in ein Land zu zwängen, die in Folge Öttingerischer Sprachverwirrung kaum miteinander kommunizieren können, und auf der anderen Seite beklagen wir, dass bei der Grenzziehung in Afrika nur selten daran gedacht wurde, die Einheit der Stämme zu berücksichtigen. Und das, wo wir doch selbst sehen, dass auch bei uns viele Primitive sogar noch an Wunderheiler wie die AfD glauben.

Und ein wenig wie der Wunderheilerglaube ist auch der Glaube an die sinnstiftende staatliche Einheit. All die hochgelobten Konzerne, die sich dem Druck der Märkte stellen, haben überhaupt kein Problem damit, Firmenteile abzuspalten oder sich in verschiedene Geschäftsbereiche zu teilen – mitunter, wenn es um Banken geht, wird das sogar von den staatstragenden Politikern gefordert. Trennung gehört heute mit dazu, es werden die Ehen schneller geschieden und die Familien brechen auf, und wer im Internet eines besseren Preis findet, verlässt den Fachhandel ohne Bedauern: Es sollte niemand verwundern, wenn die nachlassende Bindung an althergebrachte und wenig sinnstiftende Strukturen auch auf angeblich 2big2fail-Staaten mit ihren im Jammer einigenden Finanzämtern und Zwangssendern durchschlägt. Fast mutet es wie eine bittere Ironie an, wenn als Alternative zu diesen abstrakten Gebilden mit Nationalhymne und Regierungsviertel sogar schottische Küche, Tiroler Märsche, fränkische Mundart, Berliner Verunreinigung und bayerische Oktoberfeste dem Volke als begehrenswert erscheinen. Aber so gefühlsduselig war das auch schon bei der Vereinigung von Schottland und England, und man reagierte 1707 auf solche Sentimentalitäten mit Geheimpolizei und Ausrufung des Kriegsrechts – das geht heute nicht mehr so einfach.

Insofern würden weise Politiker in unseren Demokratien vielleicht besser fahren, wenn sie solche Entwicklungen nicht nur akzeptierten, sondern auch nutzten, um das jeweils Beste für die Reststaaten heraus zu holen. Es muss ja nicht immer so schlimm wie der Zerfall Jugoslawiens sein. Wir können offen darüber reden: So ein Pufferthüringen zu den Russen zum Beispiel würde nicht jeder Bewohner des Tegernsees ablehnen. Und wenn man in Kreuzberg wirklich alle Flüchtlinge Häuser besetzen lassen will, zwengs der linksextremen Traditionspflege, und legal Drogen verkaufen möchte, dann wäre eine Entlassung in die Unabhängigkeit der Nation „Deutsch-Sündenbabel“ oder „Macao Sibiriens“, auf eigene Kosten natürlich, auch nicht schlecht.

Das Land ist dennoch kein Schwein, das geschlachtet und geteilt wird – man könnte das alles doch einfach mal ausprobieren. Wenn es nicht geht, wenn die Verluste die Gewinne überragen, kann man es mit Kostenabwälzung auf die Verursacher auch wieder rückgängig machen. Historisch gesehen renkt sich das alles wieder ein und wo es das nicht tut – etwa die Abspaltung der unserer
österreichischen Untertanen von den Bayern im 10. Jahrhundert – muss man auch sagen, dass es nicht wirklich schade darum ist. Der Zerfall gehört, historisch betrachtet, zur Einigung dazu, die Schotten gehen keine neuen Wege und wenn darüber auch die EU zerbrechen sollte, dann ist es eben so. Es gibt davor eine Oberschicht und danach auch, und wenn es der Unterschicht in einem neuen Land besser gefällt, sollte man ihr diese kindische Narretei bis zur nächsten Mieterhöhung auch lassen.

HINWEIS:

Spaltung ist auch bei den Kommentaren möglich, daher gibt es das Kommentarblog.

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42 Lesermeinungen

  1. Der Kuhstall probt den Aufstand
    Wir Brandenburger sehen das Thema aus landwirtschaftlicher Sicht, schließlich ist auch der Ministerpräsident Woidke Agrar-Ingenieur. Deswegen halten wie uns die süddeutschen Kühe, um sie zu melken. Die Zentrale dieser bundesrepublikanischen Riesen-LPG liegt in Berlin, gehört aber eigentlich nach Potsdam. Mit Sorge sehen wir, daß das süddeutsche Vieh schwierig wird, norddeutsche Touristen angreift und sich dem Melken verweigert. Aber können Kühe sich selber melken, Elektrozäune konstruieren, den Kuhstall sauberhalten und Milchprodukte vermarkten? Natürlich nicht, also wird man alle separistischen Bestrebungen militärisch per „Bundeszwang“ im Keine ersticken müssen. Alexander Gauland war gerade iin der russischen Botschaft, um sich Anregungen zu holen.

  2. kleine korrektur
    Die Einigigung UK war 1707, ja. Aber schon 1603 wurde Jakob (mehr Schotte als Cameron) zusätzlich König von England. Die Union wurde durch die Union in der Person des Königs vorweggenommen.

    • Nun, es gab davor eine Personalunion durch den Herrscher, aber zwei unterschiedliche staatliche Formen. für den normalen Menschen änderte sich die Sache erst 1707.

    • Die Union...
      …von 1707 war de facto eigentlich nur eine Abschaffung des Schottischen Köinigtums und eine Umbenennung des Englischen in ein britisches. Damit wurde Schottland auf ein englisches Anhängsel wie Wales es darstellt, reduziert.

  3. Für die AfD möchte ich einwerfen
    daß die „nationalistischen Parolen“ leider zu spät kamen. Wohin hat uns die „alternativlosigkeit“ geführt? Durch die Rettung der Gläubiger Griechenlands haben wir uns zum Gläubiger der Kinder und Enkel Griechnlands gemacht. 50 Jahre sollen wir jetzt Resentiments schüren, unberechtigt grausam hohe Zinsen von 3% auf gewaltige Summen fordern und von der Tilgung träumen.
    Hätten wir nationalischtisch legalistig auf die Einhaltung der Verträge gepocht, könnten wir mit einem Zehntel der Gelder großzügige Entwicklingshelfer spielen.
    Dank Vertragsbruch liegt der Zins bei 1%. Wie sollen Versorgungswerke, Lebensversicherungen und Sparpläne noch funktionieren? Wie soll der Markt ohne das Preissignal für Geld noch Inverstiotionen steuern?
    Sie sind doch kein Merkel-Freund, Don Alphonso. Lassen Sie die berechtigte Kritik an undemokratischen Unionsgebäuden unserer Eltern gelten – auch wenn mehr als einzelne Forderungen aufstoßen mögen.
    Die vorhandenen Eliten brauchen die Angriffe der AfD dringend. Von Fitschen über Blessing zu Gabriel und Schäuble. Sonst machen die so weiter. Immer weiter. Schon um die Pleite der EZB zu verschleppen.

  4. Warum nicht mauern
    … nicht jeder Landstrich ist mit hohen Bergen
    und tiefen Tälern gesegnet.

  5. Titel eingeben
    es heißt trotzdem immer noch „separatistisch“

    • Danke – wo ist mir das passiert?

    • Danke Frank Fischer, sehr aufmerksam!
      Habe ich inzwischen auch schon bemerkt, auch schreibt man „in“ nur mit einem „i“; „sehen aus landwirtschaftlicher Sicht“ ist stilistisch ganz schlecht. Lehrer sind Sie jedenfalls nicht, sonst hätten Sie mehr beanstandet.

    • Es heißt
      „sephardisch“; seiner inneren Natur nach ist unser Gastgeber vor allem ein Sephardim, ein etwas Verirrter zumal, Italien statt Spanien, aber immerhin. Also einer von uns.

      Aber wir Höflinge sind nun einmal geübt in lächelnder Verzweiflung.

  6. der bloggende Soli-Zahler
    So schrecklich viel Soli kann ein Clan nicht abgedrückt haben, dessen edelster Sproß vom Blog-Schreiben lebt, wenn auch am Tegernsee, wie er selten zu erwähnen vergisst. Vermutlich musste das Ingolstädter Stadthaus schon verhökert werden und na ja, Aufstockerknete gibts auch am Tegernsee.

    Das alles wäre keiner Erwähnung wert, öffneten nicht diese Blogs immer wieder das Fensterchen zum Mief der Alt-68er, rechthaberisches Edelmenschen- und Alles_rechts_von_mir_Ist_Honk-tum. Dergleichen Geisteshaltung kann mit eigener Unzulänglichkeit gut leben – siehe der heutige Aufsatz mit seiner sehr vereinfachten Tiroler Geschichtsdarstellung. Aber er muss es wissen, kauft er doch dort seinen Speck.

    Irgendwie sind wir alle Honks, nicht wahr, Don?

    • Abgemacht, ich rechne mal genau nach und stelle das dann der Afd in Rechnung. Denn besser geht immer und die haben es ja leider.

  7. nein?
    „und man reagierte 1707 auf solche Sentimentalitäten mit Geheimpolizei und Ausrufung des Kriegsrechts – das geht heute nicht mehr so einfach.“
    .
    Oh doch. Leider. Schaut auf die USA.

  8. Darién
    Der Darién-Link landet bei mir auf 404. Vielleicht ist dieser Link besser?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dari%C3%A9n-Projekt

  9. Pingback: Die Depressionen des David Cameron

  10. Diese Logik
    …ist bestechend. Eben darum sollte sich das Gesinnungsdeutschland vom Bayern abspalten, welches sich ja eh als Freistaat sieht und bis heute das Grundgesetz nicht ratifiziert hat. Der Bau einer passenden Mauer zur optischen Trennung sollte da keine Herausforderung sein. Die dann wirklich freien Bayern könnten flugs mit den Schotten, Flamen, Basken et. al. eine eigene Wirtschaftszone gründen.

  11. Kleinstaaterei: hatten wir schon, war furchtbar.
    Dass Vereinigungen (notfalls sogar mit Preußen) ihre Vorteile haben, erfuhren unsere Vorfahren im Jahr 1870, als man nach drei Jahrhunderten der Wehrlosigkeit gegen französische Besatzer feststellte, daß man -wenn man zusammenarbeitet- den Spieß auch umdrehen und man sich in Versailles zum Tee (und zum Kaiserproklamieren) treffen kann.

    Gut, in späteren Jahrzehnten hat man es mit dem Besetzen fremder Länder übertrieben und auch das nächste große Treffen in Versailles war für uns eine sehr unschöne Angelegenheit. Aber das Grundprinzip war richtig.

    Gegen einen übermächtigen Feind kann man sich nur gemeinsam zur Wehr setzen. Die Einigung Deutschlands verdanken wir Napoleon, die Einigung Europas Stalin.

    • Soviel Nostalgie
      Wo die IT Evangelisten doch nicht müde werden
      ‚Die Welt ist flach‘ zu predigen.

    • Napoleon und Gustav Adolf, ansonsten ist die Feststellung völlig richtig.
      Der sehr späte deutsche Nationalstaat war erkennbar eine rationale Reaktion darauf, dass Deutschland zum bevorzugten Schlachtfeld ganz Europas geworden war. Und der Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation ein Pappkamerad.

      Deshalb wird Deutschland auch in absehbarer Zeit nicht von Spaltungstendenzen heimgesucht werden. Wetten?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  12. Alberne Analyse
    Lese ich in diesem Artikel einen Hauch von Historizismus raus?

    Der Fakt, dass es Historikern bis heute an grundlegendem ökonomischen Verständnis mangelt macht ihre Analyse in meinen Augen wertlos. Warum ging das weströmische Reich unter während es im Osten weitere 1000 Jahre bestand? Der Autor gibt zum besten was die Historiker davon wissen: Nichts!

    Die Antwort ist, wie so oft, ökonomischer Natur. Rom hatte sich über alle Maße verschuldet. Um ihre Kriege zu finanzieren entwerteten die Kaiser, einer nach dem anderen, ihre Währung indem sie ihr immer mehr Fremdmetalle zumischten. Wie Inflation die eine kleine „Elite“ auf Kosten der breiten Bevölkerung enteignet ist durch den „Cantillon-Effekt“ beschrieben. Die Diskrepanz zwischen „Eliten“ und den normalen Menschen wurde dann so groß, dass die Regierung keinen Rückhalt in der Bevölkerung hatte. Die einfallenden Germanen wurden als Befreier, nicht als Besatzer, betrachtet.

    Dagegen war die Währung im Oströmischen Reich lange stabil. Der Solidus war weit über die Grenzen des Reichs als verstrauenwürdige Währung bekannt. Das Ende von Byzanz wurde dann auch mit der Entwertung ihrer Währung eingeleitet. Dieses Muster wiederholt sich in der Geschichte immer und immer wieder.

    Ganz übergangen wird hier auch, dass Staaten im großen und ganzen aus Kriegen hervorgehen. Deutschland und Italien sind ein Paradebeispiel. Den Kern ihres eigenen Untergangs tragen sie in sich selbst: Als ultimativer Richter in allen Belangen innerhalb eines Gebiets, einschließlich Belange in das es selbst verwickelt ist, hat der Staat praktisch unbegrenzte Macht (solange nur der Staat die Verfassung interpretieren kann bleibt dieser Punkt bestehen. Gewaltenteilung ist ein „fantastisches“ Konzept das an der Realität scheitert.).

    Staaten gehen unter, weil es ihre Natur ist sich immer mehr Macht einzuverleiben. Mit so viel Macht ist die Verlockung natürlich groß jede menge Unsinn anzustellen, z.B. die Rente nach dem Vorbild eines Schneeballsystems aufzubauen. Oder was ist mit der Macht eine ungeborene Generation zu verschulden und somit die Früchte ihrer zukünftigen Arbeit zu stehlen? Was ist mit der Macht ein Geldsystem aufzusetzen, dass, nur um zu funktionieren, ständige Inflation benötigt und mit jeder Sekunde die breite Bevölkerung verarmt?

    Die Politiker und alle die vom Staat profitieren werden diese Macht nicht kampflos aufgeben. Diese Profiteure befinden sich nicht nur im, sondern auch im Ausland. Die Gemeinsamen bemühungen westlicher Staaten die Bevölkerung auszuspionieren ist in diesem Licht absolut nicht verwunderlich.

    • Aber sicher lesen Sie das!

    • Dieses Blog ist manchmal vor allem wie zwischen den Zeilen entworfen, dürfte man es sagen?
      „Washington hatte sich über alle Maße verschuldet. Um seine Kriege zu finanzieren entwerteten die Präsidenten, einer nach dem anderen, ihre Währung indem sie ihr immer mehr billige Fremdnationen zumischten. Wie Inflation die eigene Elite auf Kosten der breiten Bevölkerung enteignete, ist beschrieben. Die Diskrepanz zwischen Eliten und den normalen Menschen wurde endlich sogar bis nach Berlin wahrgenommen. Von dort eilte man zu Hilfe, die Welt zu retten, derweil Berlin selbst verfiel. Nur ein einzelner kleiner See am fernen Alpenrand rettete sich noch und seine sonnenüberglänzten Badebuchten.“

      So ähnlich steht’s doch hier überall, es wird nur nicht jedes Mal neu mit ganzen Worten ausgebreitet.

    • das stimmt gewiß,
      „dass Staaten im großen und ganzen aus Kriegen hervorgehen“.

      Nur das Großherzogtum Warschau ging aus Vögeln hervor.

    • Ist das jetzt einfach Unkenntnis oder Geschichtsfälschung?
      „Staaten gehen unter, weil es ihre Natur ist sich immer mehr Macht einzuverleiben.“

      Erzählen Sie das doch mal den Briten. Die haben seit spätestens der Magna Charta 1215 eine nunmehr 800 jährige Geschichte hinter sich, in der der „Staat“ (anfänglich die Fürsten) immer weniger statt mehr Macht hatten und ausüben durften. Eine achthundertjährige Geschichte von Inflation haben sie übrigens ebenso hinter sich.

      Monokausale Erklärungen wie die Ihre haben den Vorzug, sicher falsch zu sein. Absolut sicher, da muss man sich nicht einmal die Mühe detaillierter Widerlegung machen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ost/West-ROM
      Ostrom war in weitgehend freie Satrapien aufgeteilt welche Steuern zahlen und Soldaten zu stellen hatten, aber ansonsten vieles selbst taten. Ausserdem lagen ostroemische Stadte an den Haupthandelswegen mit dem reichen Osten.

      Westrom war abhaengig von Soeldnern und finanzierte sich neben zentraler Steuerkollektion in erster Linie mit Raubzuegen und Sklavenhandel.

      Auch waren die Unterhaltskosten des westroemischen Reiches um ein vielfaches hoeher als die deas ostroemischen.

  13. Jo mei, Alfons,
    was für eine Tirade. Ist die „Linke“ nicht mindestens so „Honk“ wie die AFD. Aber ich weiß, links ist ja romantisch. Rechts verwerflich. Vermutlich wird aber auch am Tegernsee-er Wesen die Welt so schnell nicht genesen. Aber ich habe eine Idee für eine sinnvolle Abspaltung. Zur Lösung des Nah-Ostkonfliktes schlage ich vor, wir geben Mecklenburg-Vorpommern den Israelis. Hätte nur Vorteile: 1. Die Juden machen daraus eine blühende Landschaft. 2. Angel Merkel bekommt den Friedensnobelpreis. 3. Der einfache Araber würde lernen, dass es ihm ohne Israel auch nicht besser geht. 4. Deutsche schmeißen nicht mit Bomben, wenn sie vertrieben werden.

    • der Beitrag ist doppelplusgut,
      eine Suchkomission des Nobel-Komitees ist bereits unterwegs.

      Ich gebe aber zu bedenken, daß die Israelis nach ihrer Belehnung mit Mecklenburg-Vorpommern die doppelrechtswidrige Annexion Stettin & Umland niemals hinnehmen würden und sehr schnell drauf kommen, daß Pommern mal größer war. Dann hamma den Salat wieder, Westerplatte und so.

      Klüger wäre es, den EU-Beitritt der Türkei (warum heißts eigentlich Türkei, aber neuerdings nimmer Tschechei?) abzuwarten. Danach kann man Syrien und Israel den Beitritt schlecht verwehren, Ägypten genausowenig wie Tibet auch nicht.

      Mei, mich hats auch erheitert, wie sich der Fonserl als Historiker geoutet hat.

  14. Preußen einigte Deutschland
    Napoleon spaltete Deutschland, indem er sich auf den landesverräterischen Rheinbund stützte. Preußen einigte Deutschland aus wirtschaftlicher und politischer Stärke, aber auch mit Gewalt und Geld. Noch heute sitzen aber die Spalter im Westen, auch wenn Adenauer schon eine Weile tot ist.

  15. Endlich mal wieder
    Endlich mal wieder ein gscheites Thema. Könnten Sie auch einmal von den Bayern im Elsass berichten, Zweibrücken &c., und von den guten alten Fürstbistümern im guten alten alternativreichen deutschen Staatsgebiet?

  16. Jetzt mal ernsthaft....
    Kraft seines Wohnortes am Tegernsee ist der Autor quasi ein besserer Mensch, der sich trotzdem mit „Honks“ aus Ost- bzw. Dunkeldeutschland abgeben muss. Dabei wäre sein Leben doch so viel schöner, wenn es wieder 1805 wäre, Deutschland also eine Ansammlung von Zwergstaaten und Bayern wieder mit einem zünftigen Monarchen. Mecklenburg und Sachsen sollen doch bitte „auf eigene Rechnung untergehen“. Weiter habe ich dann nicht gelesen.

    Ist der Artikel nur Trolling auf höchstem Niveau, oder tatsächlich ernst gemeint? Soviel Gehässigkeit, Provinzialität und Arroganz…das geht eigentlich auf keine Kuhhaut.

  17. Bemerkenswert ist es schon wie
    …verschnupft die EU-Bürokraten reagieren,
    wenn die Hintersassen aufmucken.

    Was erlauben Schottland?

    Wer stört unsere Kreise?

  18. Nationale Wünsche waren 1918 weitaus stärker als verbliebene Reste dynastischer Loyalität.
    So schnell ging das damals, am Ende der Zerfall in wenigen Tagen: … Am 21. Oktober 1918 bildeten die deutschen Abgeordneten des Reichsrates die Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich. Am 30. Oktober gab die Nationalversammlung ihrem Vollzugsausschuss den Namen Staatsrat, der die Staatsregierung berief. Am 28. Oktober 1918 übernahmen die Tschechen in Prag von den bisherigen k.u.k. Behörden unblutig die Macht und riefen die Tschechoslowakische Republik aus; Mitglieder des tschechoslowakischen Nationalrats übernahmen die Leitung der Statthalterei, der Landesverwaltungskommission, der Polizei und der Kriegsgetreideverkehrsanstalt. Galizien schloss sich dem neu entstehenden Polen an. Slowenen und Kroaten wurden ab 29. Oktober Mitgründer des neuen süd[‚jugo‘]slawischen Staates. In Siebenbürgen übernahm Rumänien die Macht. Die ungarische Regierung kündigte per 31. Oktober 1918 die Realunion mit Österreich auf, womit Österreich-Ungarn aufgelöst war. …

  19. Ankündigung einer Staatsgründung !!
    STÜTZEN DER GESELLSCHAFT !!

    wir Honke werden uns demnächst von euch abspalten
    wir möchten nicht länger mit unserer Arbeit eure Silberkännchen finanzieren
    nur in einem eigenen Verwaltungskonstrukt werden wir unser Honktum ausleben können
    mir schwebt da so was wie Jersey, Guernsey, der Vatikan oder die City of London vor
    wir werden Honkland zu einer modernen und lebendigen Honkokratie gestalten
    und, liebe Honke, ich sage es hier mit aller Deutlichkeit, die mir zu Gebote steht :
    ja, ich bin bereit, Verantwortung in Honkland zu übernehmen !!
    denn nur mit mir als Präsident kann es gelingen, Honkland weiter honkwärts zu bringen

    Honkachtungsvoll

    gez. Bruckbacher
    design. Präsident der Freien Republik Honkland

  20. Tegernheimerin
    Nahm die Abtrennung Österreichs nicht Barbarossa vor, als er im Zusammenhang mit einem Kreuzzug, auf den er sich begab, in Regensburg weilte. Die Abtrennung erfolgte auf den Barbinger Wiesen bei der sogenannten „Kreuzkirche“. Mit gut bekannt, da ich als Tegernheimerin von Kindesbeinen an beim Baden in der Donau die Kirche jenseits des Flusses sah und anschwamm, und in der Schule hörten wir von ihrer großen Bedeutung, nämlich, daß in ihr Barbarossa bereits gebetet habe, als er die Teilung des „Ostreiches“ (Österreichs) vornahm.
    Kurz gesagt, die Teilung wäre dann erst in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erfolgt.

  21. Raus gehen um drin zu bleiben
    Ich habe im Radio gehört, dass Schottland Angst hat, England könne seine Drohung, die EU zu verlassen, wahrmachen. Schottlang will aber in der EU bleiben. Bliebe Schottland im UK und verließe England tatsächlich die EU, wären die Schotten mitgehangen und mitgefangen. Um dieses Risiko auszuschließen, hilft nur die Unabhängigkeit von GB. Als absurd empfinde ich, dass ausgerechnet die EU eine Mitgliedschaft Schottlands als schwierig bezeichnet. Wollen die nun Europa oder nicht?
    Wenn die EU zerbricht, dann liegt das nicht an den Schotten, sondern an der Borniertheit einer sich selbst überlebten Politikerkaste, die den Kontakt zum Volk verloren hat und die der Idee einer ‚Europäischen Ideologie‘ nachläuft, die seit geraumer Zeit orientierungslos vor sich hintreibt.

  22. freiheit, bruederlichkeit, mietpreiserhoehung
    Als jemand dessen Vorfahren von den Preussen widerrechtlich annektiert wurden weil die K&K und Bayern das Muffensaussen hatten kann ich dem Gedanken an die Vorteile der Aufspaltung des Bundessozialreiches nur zustimmen.

    Ich schlage die Maingrenze als Richtwert vor, mit unabhaengigen Allianzstaaten Bayern, Franken, Pheinhessen und Wuertemberg, das Saarland wird an Frankreich verbannt und Frankfurt wird als zollfreie Handelsstadt die einzige Verbindung zwischen Nordostsozialrepublik und Freie Allianz.

    Traeume sind billig.

    Gruss,
    RdCZ

  23. Koinzidenz - Unsere Sprache ist rieseln.
    Das Deutsche Volk, die Mitteleuropäer gleichen eher so einer Art einer ortsfester Wanderdüne, aus vielen Millionen Teilchen locker gefügt, aber gerne relativ gleichartig individuell, und behauptet in totaler Unkenntnis ihrer selbst. Weht der Wind der Zeit sie ein wenig Richtung Ost, merkten sie es kaum, nur die Landschaft um sie her hätte sich geändert. Und es würde Russisch oder Chinesisch gelernt.

    Und wehte der Geist der Zeit eine Zeitlang zufällig grad in die andere Richtung, so würde sich behäbig etwas in Bewegung gesetzt, sich ein wenig zu verlagern, „den Trends entgegenzukommen“, und es würde aus eigenem Entschluss für ein paar Hundert Jahre Französisch oder bei Bedarf Englisch gelernt, aber im Kern bliebe alles beige unveränderlich, da wo bislang nur selten der Lichtstrahl hinkam.

    Denn Wanderdünen brauchen keinen Staat, Ordnung, sprachlose Ordnung sind sie selbst, alles andere nur aufgezwungen. Und die Schiffe am Horizont waren noch immer meistens Fata Morgana – und Anhäufungen von viel Wasser schon immer keine Möglichkeit, sondern bloß Lüge.

    Die Ausgetrockneten, die hier von weit her vorbei endlich mal ankamen, sprachen außer uns doch sowieso nur irr. Aber gnädig deckten wir sie dann mit unserer Güte zu. Sie inwändig zu konservieren für alle Zeit, vollkommen aus Gnade und mit unserer alles überwölbenden Demut.

    Und so verharret unser Geist im ruhigen Wechsel. Und läßt die Winde geduldig sich abmühen an körniger Beharrung. Beharrung, die Winde braucht, so wie die Engländer und das Meer. Und unsere Himmel schauen zu wie die Staaten segeln. Solche wie wir aber haben gar keine Zeit.

  24. "Es gibt davor eine Oberschicht und danach auch..."
    Die Frage ist nur, ob sie aus den gleichen Leuten bestehen wird.

  25. OT
    Die neuesten Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung
    in Afrika (Subsahara) kommen gerade zur rechten Zeit.

    Dank der heroischen Bemühungen der AfrikanerInnen
    können die Kapitalisten und Utopisten aller Art der
    Nordhalbkugel ihr neues El Dorado sehen.

  26. Dann doch lieber kleinteilig
    …lese gerade, dass 500 Mio.Euro an Hilfsgelder, die
    für die Folgen der Flutkatastrophe auf dem Balkan
    von der EU bereitgestellt wurden ‚verschwunden ‚ sind.

    In Brüssel wird medienwirksam das Geld rausgehauen,
    eine Kontrolle gar eine Erfolgskontrolle findet nicht statt.

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