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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Euroblase platzt und es gibt Torte

| 105 Lesermeinungen

Zur siegreichen Beendigung des Krieges soll und kann jeder Deutsche beitragen. Er kann es, wenn er mithilft, die Finanzkraft des Reiches zu stärken.
Aufruf zur Goldablieferung, 5. März 1915

Stellen wir uns vor, ein paar Münchner Immobilienspekulanten – jeder kennt sie, schmierige, unsympathische Typen, die ohne einen Schuss Blut von Mietern keinen Espresso trinken und deren Frauen sehr blond sind, und Porsche Cayenne fahren – hätten sich abgesprochen, die Preise für Wohnraum in der schönen Stadt an der Isar künstlich hoch zu halten. In Unterfranken wird einem der Wohnraum nachgeworfen, in Berlin sind ungepflegte Nudelhipster noch immer nicht nach Leipzig weggentrifiziert worden, und im Ruhrgebiet könnte man auch wieder Wölfe ansiedeln, nur München soll genau so bleiben, wie es ist. Und deshalb kaufen sie jede Wohnung auf, deren Preis nicht ihren Vorstellungen entspricht, verknappen das Angebot und halten somit den Markt künstlich in jener Erhitzung, die momentan tatsächlich allgemein beklagt wird.

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Und dann kommt aber ein Grossinvestor daher und droht, in Münchens Umland grenzenlos billige, billigste Wohnungen in grosser Zahl auf den Markt zu werfen, nachgerade Wohnungen fast zu verschenken. Daraufhin gibt das Konsortium, dem die Sinnlosigkeit seines Treibens klar wird, die Preise wieder frei, und der bislang künstlich gestützte Preis der Immobilien fällt ins Bodenlose. Es gehört wenig Phantasie dazu, sich dann die hämischen Jubelmeldungen der Presse vorzustellen:

DIE IMMOBILIENBLASE IST GEPLATZT – WEISHEIT DER MÄRKTE TRIUMPHIERT

Und darunter würde viel Spott auf all diejenigen ausgegossen werden, die dumm genug waren, bei diesem Spiel mitzumachen und zu glauben, dass das Konsortium auf immer und ewig die hohen Immobilienpreise garantieren würden. Chefvolkswirte würden Gastbeiträge schreiben und sagen, sie hätten das schon immer gesagt und so eine Marktverzerrung sei riskant, die Strafe für die Anleger vollstens berechtigt, während die braven Bankkunden, die ihre Aktienfonds gekauft hätten, nun im Himmel der Glückseligkeit wären. Das würde reissend Absatz finden bei allen, die nicht Immobilien gekauft haben. Denn auf niemandem tritt man erfreuter herum, niemand auf dem Erdenrund ist nun mal verhasster als der langfristige Wohnraumvermieter in guten Lagen, der über Miet- und Preiszuwachs lachen konnte, während die anderen dafür bezahlen mussten. Die Blase ist endlich geplatzt, Gott sei es gedankt. Und es konnte doch wirklich jeder sehen. Darauf eine Torte.

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Dazu müssten die Wohnungpreise sicher auch keine 20 Prozent abstürzen, wie es dem Euro letzte Woche gegenüber dem Schweizer Franken in einem Szenario wie oben beschrieben passiert ist: De facto war die Schweizer Nationalbank nämlich so ein Konsortium, das den viel zu hohen Wechselkurs des Euro festschrieb, und die EZB der fremde Investor, der nun droht, den Markt mit Euro zu schwemmen. Jahrelang haben die Schweizer Euro und Euroanleihen aufgekauft und damit auch eben jene Spekulanten gefüttert, die sich nun böse verbrannt haben, weil sie ihre Kurswetten mit fremdfinanzierten Hebeln betrieben. Viele Monde lanf versprach die Konstellation hohe Gewinne bei geringen Risiken. Wenn jetzt die Deutsche Bank 150 Millionen Euro bzw paritätische Franken Verlust machen sollte, dann haben nun jene traditionsbewussten Kontograubündner und Schliesfachgenfer den Gewinn, die auch weiterhin an den Ruf des Franken als Fluchtwährung geglaubt haben. Dass dabei ähnliche Weichwährungen wie polnische Zloty und britische Peseten mit unter die Räder der Weisheit der Märkte kamen, ist nicht weniger als folgerichtig. Kurz:

DIE EUROBLASE IST GEPLATZT – aber so drastisch will das keiner sagen.

Dabei besteht eigentlich kein Grund zur Annahme, dass wir das bei derartigen Turbulenzen genau so drastisch sehen würden, beträfe es China, Indien oder Südamerika. Zumal, wenn man sich vor Augen führt, welche phantastischen Versprechungen den Euro begleiteten. Hebt man nur etwas den Blick von den Tabellen, führt man sich das grosse Bild vor Augen, dass die kleine Schweizer Nationalbank das alles mit einer einzigen Entscheidung anrichten kann, stellen sich natürlich höchst unangenehme Fragen. Und auch kurzfristig bleibt niemand verschont – der drastische Kursverlust des Euro frisst natürlich im internationalen Vergleich die Gewinne derer, deren deutsche Immobilien in Euro teurer wurden. Nur will das keiner wirklich sehen, und am den Gestaden des Tegernsees geht das Leben am richtigen Ende der Solidargemeinschaft mit Torte ungebrochen weiter, als wäre nichts passiert.

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Das liegt vermutlich nicht nur an den Schweizer Konten und am erwartbaren Umstand, dass dieser Crash auch im kommenden Jahr zusammen mit den günstigen Krediten für rapide steigende Immobilienwerte der hiesigen Besitzer sorgen wird. Der eigentliche Grund ist, dass man bei uns stets versucht ist, Blasen zu meiden und ordentlich zu wirtschaften. Blasen sind etwas für Neureiche, Zocker und Ahnungslose, aber nach vier, fünf oder acht Generationen kennt man das, man hat genug Pleiten gesehen und agiert vorsichtig. Antizyklisch. Man überlegt, was man tut, man wägt ab, das war noch immer die beste Idee, und kauft lieber zehn mal zu wenig als einmal zu viel. Das ist natürlich tugendsam und bewährt. Es sorgt aber auch dafür, dass man vor lauter kleinen Blasen die gigantische Blase des Geldes nicht sieht, die auf Knopfdruck in der EZB geschaffen wird, um einen Kontinent wirtschaftlich beisammen zu halten, der mit Deutschland einen Gewinner und daneben ganz viele Verlierer kennt.

Ausserdem, das lehrt die Erfahrung, steht man nicht an der Spitze dieses Systems, um sich als Verlierer zu fühlen – die Neigung zu Ignoranz und Selbsttäuschung ist gross, und alle, die schon etwas länger reich sind, könnten da ihre Urgrosseltern fragen, warum sie damals bis zuletzt die Kriegsanleihen des Ersten Weltkriegs gezeichnet haben. “Weil es damals wenig Alternativen gab“, würden die Urgrosseltern sagen und darauf verweisen, dass man als Patriot nachgerade dazu gezwungen war, sei es aus Pflichtgefühl oder wegen der Beschränkung anderer Anlageformen. Das gibt es heute natürlich nicht mehr im wirtschaftsliberal-freiheitlichen Europa, dafür drohen Negativzinsen, volatile Aktienmärkte und völlig überteuerte Immobilien in Bestlage. Zyniker würden sagen, der einzige Ausgang aus der umfassenden Euroblase wären andere Blasen. Vielleicht wird hier deshalb so sehnsuchtsvoll auf die Neueröffnung des Schlosscafes gewartet – was man selbst verprasst hat, kann kein Staat mehr verprassen.

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Tun – kann man eh nichts. Vielleicht muss man es einfach relativ sehen, und die Medien sind ja so freundlich, uns das traurige Schicksal jener Polen vorzuführen, die unter den Carry Trades ihrer Hausfinanzierung leiden. Man betrachte bitte auch die Jugendarbeitslosigkeit in Italien, die geplünderten Rentenkassen der Iren, und den grassierenden Wahnsinn der Griechen und Spanier, die es wagen könnten, demokratisch jemanden zu wählen, der nicht das Knie vor Berlin beugen will. Das ist erst schlimm. Da haben wir es gut. Da kann man sich schon schmerzbefreit an der schleichenden Finanzierung all der abnormen Schulden beteiligen, die immer noch da sind und nie weg waren, aber eben auch unsichtbar wie die leidige Euroblase.

Aber Leuten beim Kakerlakenessen zuschauen, das ist plakativ, und damit beschäftigt man sich gerne.

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105 Lesermeinungen

  1. liraisierung des euro
    als ökonom könnte man das was aktuell, aber eigentlich schon seit jahren geschieht als das bezeichnen, das ende wird genauso kommen wie in bella italia, nur dass dann kein edler retter in gestalt einer einheitswährung aufreiten wird.
    aber: wer selbst miterlebt hat, wie in kommissionen schon vor 18 jahren ein prof. starbatty von einem amtierenden ministerpräsidenten ob dieser nun eintretenden prognose zum schweigen gebracht wurde, der wundert sich nicht mehr.

  2. Titel eingeben
    so im nachhinein betrachtet bin ich auf torte programmiert das rührt wahrscheinlich noch aus meiner schulzeit dort bekam ich mein 1.tortenbackbuch geschenkt aber es brauchte fast 40 jahre das alles zu entschlüsseln darauf ein hoch auf die torte

  3. Verwirrung der Märkte?
    oder Verwirrung des Autors? Mit Begriffen wie Kontograubündner und Schliessfachgenfer oder Britischen Peseten tragen wir hier nicht zum klaren Blick auf ein schwieriges Thema bei. Schade. Dass der Euro am Ende ist, ist eine Binsenweisheit in diesen Tagen. Interessant wäre ein fundierter Ausblick auf das was am wahrscheinlichsten im Kontext einer geplatzten Euroblase ist: nicht der große Peng sondern schleichende Inflation und Vermögensentwertung.

  4. Herrlich ...
    … und wahr.
    Den letzten Satz (den mit den Kakerlaken) nagle ich mir jetzt an die Wand. Überm Schreibtisch.

  5. Genau so läuft's!
    Guter, griffiger Artikel. Zu erwähnen wäre noch, dass die SNB mit ihrer Verteidigung der Untergrenze den Exportfirmen die Gelegenheit geben wollte, um notwendige Umstellungen (bei absehbarer Parität) vornehmen zu können. Zudem, bereits vor der Festlegung des EURO/SFR, wurde die SNB von der EZB «gebeten» massiv Euro zu kaufen um ihn zu stützen. Nun hat die SNB Euros, die im Ankauf teurer und jetzt billiger sind. Das war kein wirklich gutes Geschäft.

  6. What goes up....
    Antizyklisches Handeln – nix für Anfänger.
    Und auch nix für Chefvolkswirte und Wirtschaftsredakteure. Die dürfen weiter ihren Schwachsinn in der Druckausgabe verbreiten.
    Wieso landet dieser Beitrag vom Don nicht im Print?

  7. melancholisch
    Sehr geehrter Don!
    Seien Sie herzlich bedankt für diesen amüsanten Beitrag. Mein Bankberater hat mir vor zwei Tagen mal wieder meinen Vermögensbericht zur Begutachtung geschickt und angefragt ob er mit seinen Einschätzungen richtig liegt. Woher soll ich das wissen? Während ich ihn las und mit meiner Gabel die letzten Krümmel des Apfelstrudels aufpickste, dachte ich: ‘Wenigstens ist die silberne Gabel auch nach der Blase noch ‘ne silberne Gabel.’
    Der Tiger (etwas melancholisch)

  8. Lügenpresse ?
    Theo Waigel spricht an der Uni Passau

    „Eurokritische Zeitungen sind unverantwortlich
    Kein Verständnis zeigte Theo Waigel für die Massenmedien und die führenden Zeitungen des Landes. Selbst seriöse Zeitungen wie die „Süddeutsche“, die „Welt“ oder die „FAZ“ stellten den Euro auf verantwortungslose Weise in Frage und lassen unnötigerweise Euro-Kritiker zu Wort kommen, meinte Theo Waigel erbost. Die Medien seien eben einfach nur an Bad-News interessiert, weil sich diese gut verkaufen ließen.“

    Zitat: http://www.misesde.org/?p=255

    • Theo Waigel ?
      War der nicht Dorfrichter ? Welche Facultas hat dem denn
      einen akademischen Hörsaal angeboten ? ://niederbayern..//:

  9. Mal sehen ...
    … welcher alternativlose Aufruf am 5. März 2015 an uns ergeht.

  10. Lösung?
    Alternative?

  11. Wenn der letzte Michel verstanden hat, dass der euro Deutschland am meisten schadet, ist es zu spaet
    Der euro hat des den dt.Exportueren ermoeglich, auf Kredit – via Target etc. sehr viel zu verkaufen und davon zu profitieren, nur der gemeine Michel, dessen ganzes „Vermoegen, inkl. Altersversorgung“ eurobasiert ist, wird die Zeche fuer die Bereicherung der Exportindustrie bezahlen und zwar bald. An diesem Wochenende, an dem der ranzige Gestank von Angst und Panik durch die operativen Schaltzentralen der Banken wabert, die noch nicht wissen, welche ihrer diversen Hebelkonstrukte und die ihrer Kunden irgendwann am Montag/Dienstag platzen werden. Deutschland an sich hat der euro immer nur scheinbar genuetzt – und wenn klar wird, wieviel dieser „BMW gegen Papierschnitzel“ wertlos werden, dann ist es zu spaet. Das mag mit Immobilienbesitz, am besten unverschuldet und solventen Mietern ueberlebbar sein; die die nur eurobasiertes haben, Gute Nacht. Und dann werden auch die Zwangshypotheken wieder kommen, wetten?

    Es geht nicht darum, vor Berlin „das Knie zu beugen“ – denn die Schulden nuetzen am wenigsten am Ende Deutschland, weil sie naemlich nicht zurueckgezahlt werden werden oder koennen. Egal. Die wahre Schande – diabolisch und zum Schaden des dt. Volkes – dass die Regierungsdarsteller in Berlin – sagen wir mal – nicht weitsichtig genug waren – das naemlich Kredite an jemanden, der diese vorhersehbar nicht zurueckzahlen kann – Geschenke sind – auch wenn das nicht so ausdruecklich bezeichnet wird. Und dann waere es cleverer gewesen, diese Kredite – mir gefaellt der Vergleich mit den Kriegsanleihen – erst gar nicht zu vergeben. Das ist die wahre Schande – und es ist auch die Schande des Wahlmichels, der diesen Bloedsinn 2013 mit 80% wiedergewaehlt hat.

    Nein, der euro hat Deutschland nie genutzt; und unsere Nachkommen, so noch vorhanden, werden uns verfluchen, dass wir uns von diesem ganze europhilen Mantras haben einlullen lassen. Ohne die wahrscheinlich exorbitant grosse Haftungserweiterung des dt. Steuerzahlers naechsten Donnerstag, aka der Ankauf von Staatsanleichen auf Kosten des dt. Steuerzahlers, wird der euro wirklich platzen muessen – und es wird wie im Winter 44/45, nochmal ein letztes Aufbaeumen der euroReligion und deren Juenger geben – auf unsere Kosten.
    Es ist eine Tragoedie, und wir sind mitten drin. Der letzte Akt beginnt am Donnerstag, wenn es nicht schon vorher vorbei ist; denn in dem Moment, wo die dt. Kreditkarte invalidiert wird – Jordan hat vorgemacht wie, ohne Ankuendigung – iist das euroGebilde – dahin. Und weil Merkel sich davor scheut, wird in der naechsten Woche der dt Vermoegensstock auf dem Altar der euroReligion geopfert werden. Und das soll gut fuer Deutschland sein? Ich sehe nicht wie oder warum?

    • Titel eingeben
      Man hat von Anfang an gewußt, daß der Euro eine politische Währung ist, weiß nicht, was dieses Barmen soll. Selbstverständlich wurde kein Bürger gefragt über seine Einführung, aber das wurde bei Währungsreformen noch nie.

    • "auf die 12"
      Herr Hansen,

      Ihr beitrag trifft es genau auf den punkt. Nur sind Sie leider offensichtlich (eben so wie ich) nicht als „verantwortungsträger“ in entsprechender stellung.
      „Wir“, die auch nur ein bisschen gesunden menschenverstand und ein grundwissen der haushaltsführung verinnerlicht haben (wie eigentlich jeder deutsche familienhaushalt in den nachkriegsjahren – und danach bis in die 70er jahre), können über die megalomanie, das ökonomische unvermögen und die kurzsichtigkeit der heutigen (insbesondere seit der „Aera Kohl“) herrschenden „Polidateska“ in DTL eigentlich nur „offenen mundes staunen“….
      „Die“ leben nur noch von der hand in den mund – und stopfen löcher mit immer neuen löchern… DENN: KEINER, der so am €-klebenden, bzw. den €-verteidigenden sagt uns, dass wir unsere exporte eigentlich über die andauernden schuldenschnitte, bzw. stützungskäufe SELBER bezahlen… !! Viel geld, das eigentlich in die eigene infrastruktur, die eigene bevölkerung (insbesondere für rentner, für bildung und wissenschaft… UND: GANZ BESONDERS unsere „GÄSTE“) dringend investiert werden müsste…. Keiner scheint erkannt zu haben, dass ein ertrinkender nichtschwimmer einen anderen nicht mehr retten kann…

      mfg Müller

    • Naja, die Sache mit der Exportabhängigkeit wird schon auch angegangen, siehe mindestlohn, aber auf der anderen Seite ist einfach zu viel konsum da und ich weiss nicht, wer das alles noch kaufen soll.

  12. Euroausstieg-warum denn eigentlich nicht?
    Nicht nur die führenden Köpfe der AfD, sondern auch viele unabhängige Experten stehen dem Euro kritisch gegenüber (zu nennen seien beispielsweise der Chef des Ifo-Instituts Sinn oder der Börsenexperte „Mister Dax“ Dirk Müller); viele andere sind mittlerweile der Meinung, dass der Euro wohl mehr oder weniger gescheitert ist, und dass ein mittel- bis langfristiger Ausstieg unumgänglich ist. Wozu haben wir eigentlich den Euro? Makroökonomisch macht er immer weniger Sinn-darüber muss man nicht diskutieren. Und welche Vorteile soll der Einzelverbraucher davon haben? In einer Zeit, wo der Zahlungsverkehr in zunehmendem Maße bargeldlos abläuft bringt er kaum noch einen praktischen Nutzen. Auch im europäischen Ausland kann man in 95% der Fälle (so wie meist auch schon in der Vor-Eurozeit) mit einer EC oder anderen Kreditkarte zahlen. Praktisch ist der Euro also kaum von Nutzen, außer für die Oma, die nach Lourdes fährt und dort Kleingeld braucht, um sich am Kiosk einen Kaffee zu kaufen.
    Und was ist mit der vielbeschworenen „friedensstiftenden“ Wirkung des Euro? Nichts hat im Bereich der EU unter den Partnerländern in den letzten Jahren so viel Unfrieden verursacht, wie eben der Euro. Hans Olaf Henkel weist zurecht immer wieder darauf hin, dass wir in einigen Ländern der Eurozone noch vor wenigen Jahren einen hohen Beliebtheitsgrad hatten-und mittlerweile, gerade wegen der Probleme mit dem Euro, extrem verhasst sind. Die Macher und Urväter des Euro (wie beispielsweise Herr Kohl) waren allesamt keine Finanzexperten und haben, gegen der Rat der meisten Fachleute, den Euro mit der heißen Nadel gestrickt und dann mit zentralistischen Zwangsmethoden (die im Übrigen in keinster Weise demokratisch sind) durchgesetzt. Die Grundmotivation war vor allem hier in Deutschland seit den 50-er Jahren immer die Wiedergutmachung für den 2. Weltkrieg. Man hat dann „Europa“, bzw. das Engagement für selbiges zum persönlichen Steckenpferd gemacht (erst Adenauer, später Kohl). Erst ging das noch eine Weile gut, man hat an diesen Schrauben gedreht und gedreht, wohl in der Meinung, je mehr man dreht, umso mehr würde es den Menschen nützen. Irgendwann (und das war schon zur Regierungszeit von Helmut Kohl der Fall) waren diese Schrauben dann allerdings überdreht, und zwar spätestens mit der Schaffung des Euro. Man ging dabei vor wie beim Bau eines Hauses, wobei man allerdings vergisst, den Untergrund zu berücksichtigen. Man hatte einen schönen Plan des Hauses im Kopf, hat aber nicht gesehen oder sehen wollen, dass es ja auch ein Fundament braucht. Dieses Fundament hat sich in der Folgezeit als Treibsand herausgestellt, und das Haus hat immer mehr Risse bekommen. Man könnte auch ein anderes Bild bemühen: man hat sich verhalten wie jemand, der möglichst schnell das Ziel erreichen will, im Inneren eines Labyrinths anzukommen. Dabei hat man sich keine Sekunde Gedanken darüber gemacht, wie man auch wieder hinauskommen kann. Es gab Zeiten da ging man nach dem sogenannten Vorsichtsprinzip vor: beim Hineinlaufen ins Labyrinth hat man sich die Zeit genommen, den Faden abzuwickeln, der einen auch wieder rausbringt, bei der Einführung des Euro hat man auf so viel Sorgfalt verzichtet. Jetzt werden unsere politisch Verantwortlichen zunehmend mit der unangenehmen Wahrheit konfrontiert, dass der Euro ein Flop ist und vor allem in der EU einen Riesenflurschaden verursacht hat und weiter verursacht. Die Zwänge, die sich aus der Einhaltung der Stabilitätskriterien ergeben haben, bedeuten für viele Mitgliedsstaaten nicht nur empfindliche Eingriffe in ihre Volkswirtschaften, sondern auch Verlust ihrer kulturellen Identität und waren zumindest mitverantwortlich für den dortigen Rechtsruck bei den Europawahlen. Die fundamentalen Unterschiedlichkeiten der Volkswirtschaften wurde in keiner Weise berücksichtigt. Außer der AfD (deren Köpfe allesamt Leute vom Fach, also hochkarätige Finanzexperten sind und die vollkommen zu Unrecht immer als rechtsradikal hingestellt wird) hat keine politische Kraft in unserem Land den Mut, der Bevölkerung reinen Wein einzuschenken. Der Euro erweist sich zunehmend als Fass ohne Boden und das Stricken der
    Rettungsschirme wird den freien Fall nicht verhindern. Dass man auch in Ländern außerhalb der Eurozone zunehmend das Vertrauen in den Euro verliert sieht man am Beispiel Schweiz. Wenn man Europa und auch dem eigenen Land etwas Gutes tun will, dann gibt es nur eine Konsequenz: so schnell es geht wieder aus dem Euro aussteigen und daraus Lehren ziehen. Beispielsweise die, dass man sich beim nächsten derartigen Projekt vorher Expertenrat einholt und diesen dann auch berücksichtigt, statt sich kopflos in etwas hineinzustürzen. Das Aussteigen aus dem Euro bedeutet ja nicht die Aufgabe der europäischen Integration und der EU, aber es zeigt, dass es Grenzen gibt und dass man sich nicht in irgendeinen abgehobenen Idealismus verrennen sollte. Man sollte auch darauf verzichten, immer mehr politische Kompetenzen an Brüssel abzugeben, weil sich die Bürokratie dort schon in vielen Fällen als ineffizient herausgestellt hat. Zusammenfassend kann man sagen: man sollte an überdrehten Schrauben nicht noch weiter drehen, sondern eingetretene Schäden beheben und in Zukunft eine stärker vernunft- und realitätsorientierte (soll heißen auf Vorsichtsprinzip basierende) Politik machen.

    • Too long; didn't read
      Zu viele Wörter; zu wenig Sinn.

    • Titel eingeben
      Die Wirtschaftler, die den Euro für Unfug hielten, gab es von Anfang an und sie begleiteten das Projekt Jahr für Jahr wie ein Chor.
      Nichts gegen eine nüchterne Evaluierung der letzten 30 Jahre und klare zahlenunterlegte Szenarien wie es weitergehen könnte, ob mit oder ohne Euro. Aber die von Ihnen angeforderten Experten haben eben keine Ahnung von politischer Machtverteilung, und können deswegen noch weniger ein Zukunftsszenario entwerfen als die üblichen „Macher“.

  13. Sehr wahrer Beitrag
    Mit europäischem Blick für das große Ganze. Danke und schönen Sonntg noch.

  14. Das, was einem wirklich nahegeht, verdrängt man gerne.
    Sie haben das Dilemma gut formuliert, Gewinn und Verlust ist immer eine Frage der Bezugswährung, des Bezugssystems.
    Was hätte man sich ärgern können über sein teuer erkauftes Cityappartment in Moskau und freuen über die bezahlte Ferienwohnung in Banden-Baden, um es mal aus oligarchischer Perspektive statt nur aus Münchner oder Züricher Brille zu beleuchten.

    Das war die grosse Illusion der Euro-Idee, unterschiedliche Bezugssysteme mit einer einzigen Währung gleich zu takten – und jetzt weiss keiner mehr so richtig, wie da wieder heil herauskommen, ohne rechtsnational abzudriften.

    Wie ich gestern auch bei Despina schrieb – den wirklich nehegehenden Themen weicht man am liebsten aus – Kakerlaken, Würmer fressen und in Schreisse baden sieht der schadenfrohe Abendländer am liebsten, es kotzt einen an, wie die armen Pleitegeier wie römische Gladiatoren in der Presse „gefeiert“ werden – während wirklich spannende Programme zu unseren echten Problemen gar nicht erst produziert werden. Wenn die Eurokrise in Kontraste, Panorama etc zum Thema wird, dann höchstens aus der weinerlichen
    Perspektive eines griechischen Architekten, der jetzt mit seiner Familie in der U-bahn schlafen muss.

    Nicht nur ein seelischer Kassensturz wie gestern vorgeschlagen – unser ganzes Finanzsystem muss gründlich durchdacht werden, eventuell auch unkonventionell.

    Cterum censeo Marc Chesney und die Kollegen von „www.responsiblefinance.ch“
    sind immer noch lesenswert und verdienen eine breitere Thematisierung in den Qualitätsmedien.

  15. Nicht schlecht wahrgenommen Hr. Don...
    sogar gut wahrgenommen…gefällt mir:=)
    Gruß
    W.H.

  16. Auch diesmal wird die Welt nicht untergehen
    Wechselkurse sind immer eine Momentaufnahme. In diesem Fall das Folge solider Schweizer Finanzpolitik und der Scharlatanerie der Draghis und Konsorten. Der Markt dem man meistens vertrauen kann wirds schon richten. Und den aufgeregten Kapitalisten wird schon einfallen, wie man damit umgehen muß. Verschiebungen in den Kräfteverhältnissen gibt es täglich. Nix neues für Banker. Und am langen Ende wird sich für die Schweizer ihr wertbeständiges Geld auszahlen. Der gute Käse wird etwas teurer. Essen wir also etwas weniger. Urlaub können wir auch woanders machen. Wir im „großen“ Europa sind da nicht ganz so hoffnungsvoll.

  17. Titel eingeben
    Und jetzt den nächsten Schritt:
    Wir wissen doch dass Länder
    die keine gemeinsame Wirt-
    schaft- und Finanzpolitik haben
    auch keine gemeinsame Währung haben können. Die
    Alternativen zur Bereinigung
    der Euro-Zone und Erweiterung um neue Kandi-
    daten sind doch hinlänglich
    bekannt.

  18. Die Torte
    … sie sieht aus wie der abgeschnittene Kopf des Krokodils Draghi. Toll, wie diese Zuckerbäcker vom Tee-gern-seh das hinbekommen!

  19. Mr
    Sie ist socialist, Don.

  20. wie gehabt
    War ja neulich im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet. Geschäfte und Cafés (es gibt viele davon) voll mit einkaufenden Schweizern – Handel und Gastronomie könnten dort nicht so enorm gedeihen, wenn diese Masse an nicht-direkt-ortsansässiger Kundschaft nicht wäre. Indes, es war bis auf eine kurze Zeit (war es in den 1960ern oder 70ern?) dort immer so, seit ich lebe. In den letzten 10 Jahren hat sich allerdings die Zahl der in der Schweiz arbeitenden (und weiterhin in Deutschland lebenden) ziemlich verstärkt, wie an den täglichen Hauptverkehrszeiten abzulesen ist. Wie die Schweizer Industrie und Produktion mit dem stärkeren Frankenkurs zurechtkommt, wird sich zeigen, aber an den vollen Geschäften wird sich mit Sicherheit nichts ändern.

    Kleiner Hinweis an den deutschen Fiskus: die Mehrwertsteuerrückerstattung am Zoll könnte nun wirklich abgeschafft werden, denn der Preisvorteil ist auch ohne so groß, daß sich nichts ändern würde, allenfalls käme man einfacher über den Rhein, wegen kürzerem Stau am Zoll, was für die Bequemlichkeit ein zusätzliches Plus wäre.

    • Hat schon Vorteile
      grenznah zu wohnen.
      Hier wird spekuliert wann die Dänen es den Schweizern
      nachmachen.

    • DK=Logistik, CH=Bank
      Die Idee können Sie ziemlich knicken, Dänemark ist nunmal kein Bankenstandort, auch wenn die eine weltweit operierende Logistik haben („Maersk“, auf vorbeiratternden Güterzügen: immer wieder „Maersk“, im Wirtschaftsteil der ausgeteilten Zeitungen immer: „Maersk“). Es ist nicht so, daß Napoleons Grundordnung Europas heute völlig weg wäre.

  21. Titel eingeben
    Hallo Don, auch der originelle Perspektivwechsel (ja: aus Sicht der anderen hat letzte Woche die Euroblase zu platzen begonnen) wird die Leute nicht wachrütteln. Nur die letzten Zeilen Ihres ansonsten treffsicheren Artikels sind ein falsche Fährte: Der große Ablenker dieser Tage ist doch nicht das Dschungelcamp.

    Ernsthafte Frage: Was soll man machen, wenn Dinge so mächtig schieflaufen? Konsum zum Abbau des Euro-Cash-Exposure ist ja höchstens eine Kurzfristlösung.

  22. Lernen von Generaldirektor Heinrich Haffenloher
    Yep, auf den Punkt. Da schmeckt der Sonntagskuchen irgendwie nicht mehr …
    Aber es gibt Hoffnung: Was bisher das Eigentum in München, ist nun die Einlage in CHF.
    Wir werden den Schweizern unseren Euro vorne und hinten reinstopfen bis sie platzen ;-)

  23. geglückt!
    Da kennen Sie sich eben aus!

  24. torte?
    Auf dem Foto ist wohl eher gedeckter apfelkuchen.

  25. ein guter autor
    danke alphonso, du schreibst wirklich gut. ich finde den rundumschlag hätte es nicht gebraucht. für viele versenkst du da den roten faden in halbwissen.

  26. Titel eingeben
    also hier gibts weder kommentare noch torte

    ich back mir jetzt eine kleine feine selber

    das ist dann die geburtstagstorte für meine oma die einen tag jünger ist als ihr heutiger einleitungsspruch

  27. Je mehr Nullen, umso reicher sind wir!
    „Business as usual“ bis die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Das sprengt schon in 15 Jahren alle schon jetzt leeren Kassen. Punkt.

    Wer den Euro-Konkurs bis dahin verschleppen möchte, wird eben erst dann erleben, dass sich der Euro „…der mit Deutschland einen Gewinner und daneben ganz viele Verlierer kennt…“ in wertlose sowjetische Rubel verwandelt.

    Leerstand mangels Masse, auch dieser Alptraum der Besitzenden wird wahr, denn Flüchtlinge ersetzen keine zahlenden Mieter. Leere Immobilien sind nicht global konvertierbar; einfach mal nach Detroit schauen.

    Die Frage bleibt: Wo liegt der Vorteil, wenn die EZB den Aussenwert „meines“ Geldes gezielt absenkt?
    Antwort: Bei den Dollar-Haltern!

    • Titel eingeben
      Och, auch für die heimische (Export-)Industrie ist Abwertung meist hilfreich. So völlig negativ würd ich das nicht sehen.

  28. Die Eurotorte - buon appetito
    Weise Gelehrte entdeckten einstmals, dass in den Staaten der Welt unterschiedliche wirtschaftliche Bedingungen vorliegen. Deswegen erfanden sie die verschiedenen Währungen, um die Unterschiede auszubalancieren. Eine one-size-fits-all Währung ist absurd und wird auch immer absurd bleiben, selbst wenn Signor Draghi sie mit Tortenglasur überzieht und mit Kirschen dekoriert.

  29. Man kann auch sachlich nachdenken
    Nur jammern hilft nichts, und ein interessanter Blick aus britischer Perspektive, der die hoffnuingslose Lage Griechenlands(und anderer??) mit der Notlage Deutschlands nach WWII vergleicht, als das Londoner Schuldenabkommen 1953 der Wiedergenesung der Exportwirtschaft und damit Deutschland als ganzem zumindest ähnlich nachhaltig half wie der Marshall-Plan.

    Was der Artikel allerdings nicht sagt, WER am Ende wirklich das Portemonnaie aufmachen muss. Sollten es die Europäischen Banken sein, und der Tümpel so plötzlich trocken fallen – werden die Frösche Amok hopsen? Wenn es „der europäische Steuerzahler“ ist – wird es spannend, wenn keine superanonyme Geisterschuld aufgebaut wird, sondern tatsächlich jemand Geld und Vermögen herausrücken muss…

    Vielleicht kennt allerdings irgend ein Finanzalchemist (Hoffentlich!) eine Strategie X-Billionen „Abschreibungen“ in einen auf dem internationalen Finanzmarkt handelbaren „Sonderfonds“ umzuwandeln, auf den man dann ein paar CDS kaufen kann…

    Ein „Milch-Fonds von toten Kühen“ war ja schon ein tolles Produkt zu Zeiten der amerikanischen Hypothekenblase, weil man statistisch immer davon ausgehen kann, dass ein paar Kühe nicht ganz tot sind, und damit der Milch-Ertrag sicher höher ausfallen wird als mit der Annahme 100% toter Kühe…

    http://www.theguardian.com/world/2015/jan/18/should-greece-debt-forgiven-new-idea-europe-syriza

  30. QE führt zur ...
    … European Crap Bank.
    .
    Da können die Peripherie-Banken ihre Schrottanleihen massenweise zu Höchstkursen abladen und munter deutsche Bundesanleihen kaufen.
    .
    Die Peripherie-Bank ist saniert, kein einziger neuer Kredit wurde vergeben (da die privaten Unternehmen in der Peripherie bereits überschuldet sind). Fazit: Der (letzte verbliebene) Steuerzahler zahlt am Ende die Zeche über irgendein windigen Auffangmechanismus oder „-fonds“.
    .
    Deshalb freut sich auch die Finanzindustrie so auf dieses ansonsten nutzlose Unterfangen!

  31. antizyklisch reisen
    Vor ein paar Jahren war ich zu Davoser Zeiten in St. Moritz zum Langlaufen (sehr zu Empfehlen!). Zum Hotel, das für dortige Verhältnisse einfach war, gehörte auch eine exzellente Konditorei. Zum Abschied haben sie mir eine Nußtorte geschenkt. Damit ich wiederkomme, wurde mir gesagt. (But there is no free lunch!)
    .
    Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, aber noch nicht entschieden. Jetzt lasse ich Frau Merkel und die sonstigen wichtigen Besuchern die Zeche in Davos bezahlen. Stattdessen leiste ich mir eine europäische EU-Auslandsreise nach Norwegen zum Radfahren in der Mitternachtssonne. Antizyklisch, denen geht es des sinkenden Ölpreises wegen nicht so bombastisch wie den Schweizern.

    • Titel eingeben
      …wobei man sich an Norwegen durchaus ein Beispiel nehmen kann. Die investieren über ihren Staatsfond langfristig und weltweit in Aktien, Anleihen, usw. Mit Augenmaß, Klumpenrisiken bezogen auf einzelne Unternehmen, Währungen, Weltregionen sollen vermieden werden. Wie man so lesen kann, ist diese Strategie so erfolgreich, dass sich so manche Trittbrettfahrer einfinden – die staatliche Gesellschaft muss veröffentlichen, welche Gelde sie wo anlegt.
      Warum nicht diese Grundkonzepte ansehen, verstehen und mit Sinn und Verstand imitieren? Klar, die wenigsten hier werden, wie der Staatsfond, zwei- bis dreistellige Millionenbeträge in einzelne Unternehmen investieren. Aber was spricht dagegen, das mit ein paar tausend EUR je Unternehmen zu tun? Oder eben ETFs zu kaufen? Jedenfalls scheint mir das zur Zeit klüger zu sein, als, wie oben angesprochen, in München eine Immobilie zu kaufen. Wer eine hat, dem geht es super, klar. Wer eine will, darf sich auch als jemand, der in anderne Regionen der Republik als wohlhabend angesehen würde, auf 40 Jahre Schuldendienst einstellen.

  32. Whatever it takes - der SNB (Schweizer Nationalbank) duerfte hier lediglich die Luft
    ausgegangen sein. Als mittlerweile grösster Gläubiger Deutschlands wird die kleine Schweiz das Risiko nicht länger tragen wollen, wenn Herr Draghi nächste Woche tatsaechlich, wie so oft bereits angekuendigt, Staatsanleihen in grösserem Umfang kaufen wird. Waehrungen gegen den Markt „zu verteidigen“ kann eine teure Angelegenheit werden. England hat dieses Spiel gegen einen einzelnen griechischen Spekulanten bereits einmal verloren. Die Schweizer kennen anscheinend ihre beschränkten Mittel und neigen eher nicht zum Groessenwahn. Im Gegensatz zu der einen oder anderen Nation. Uebrigens betraegt die Schwankungsbreite Dollar – Euro seit Bestehen des Euro ca. 100 Prozent ( .80 – 1.60 ).

  33. Win - win.
    Die Frankenaufwertung ist das Resultat dessen, dass die Schweiz nach wie vor ein Fluchtort des internationalen Geldes ist. Mithin auch ein Resultat der diversen Probleme und Unsicherheiten innerhalb der Eurozone.

    Nur, darum zu glauben, erstens, die Frankenaufwertung ergebe realwirtschaftlich Sinn, zweitens, die Konstitution der Vereinigten Staaten sei nennenswert besser: Das wäre ein Irrtum.

    Auch so ist die Frankenaufwertung in vielerlei Hinsicht schädlich: Eigentlich gesunde und leistungsfähige schweizer Betriebe bekommen im Export kein Bein mehr auf die Erde, trotz guter Produkte und müssen ihre Arbeitnehmer zu Lohnverzicht drängen, um wenigstens ein Teil der inzwischen krassen Überbewertung des Franken kompensieren zu können. Der Schweizer Einzelhandel wird wie von Schockwellen getroffen und darf sich nun auf Jahre hinweg mit unfair empfundener deutscher Konkurrenz messen, bzw. mit sinkenden Flächenumsätzen und Dauerkrise für die kommenden 5-10 Jahre.

    Die Frankenaufwertung ist ein übler Faustschlag für die Realwirtschaft der Schweiz. Leicht erschwerend kommt hinzu, der Wechselkurs schwankt künftig und schafft damit Unsicherheitspotentiale. Der Wechselkurs hat sich weit weg von den tatsächlichen Kaufkraftparitäten wegkatapultiert, und dies liegt – pardon – nicht daran, dass die europäische Währung unentrinnbar am Zusammenbrechen ist.

    Tatsächlich konsolidiert sich die Finanzlage in Europa, auch wenn das aus Sicht Italiens und Griechenlands noch etwas anders aussieht – und zwar durchaus unerfreulich. Für die Exportkraft Europas sind das gute Nachrichten, gute zumal für die europäischen Arbeitsmärkte, und dank der Abwertung (und folglichen Erhöhung der Importpreise) sind alle Sorgen um eine kommende Deflation wie weggewischt. Zugleich stabilisieren der eingebrochene Ölpreis, sowie die gleichfalls abgestürzten Metallpreise die Importpreislage, mithin, für Europa stellt sich das milde Abrutschen des Euro-Wechselkurses als Glücksfall dar.

    Wer von eigener Arbeit lebt, der sieht diese Entwicklung mit Freuden, wem das qua Klassenzugehörigkeit nicht so existentiell ist, der achtet vielleicht mehr auf die Entwicklung und Sicherheit seines Vermögens.

    Aber auch aus dieser Sicht gibt es wenig Grund zur Sorge. Auch wenn immer noch nicht klar ist, wie sich der Industriestaat Italien konsolidieren soll, so ist doch die wechselkursbedingte Stärkung seiner Industriebetriebe – auf Sicht der nächsten fünf Jahre jedenfalls – auch hier ein Grund zur Freude.

    Wer auf Franken gesetzt hat, freut sich doppelt, und im Fall des Pleite gegangenen Hedgefonds „Global Capital“ (lol) von Everest Capital, nun, da freuen wir uns doch alle gemeinsam. Oder nicht? Die US-Finanzindustrie kann das zur Zeit recht locker wegstecken. Und der Deutschen Bank, eines der asozialsten Unternehmungen unseres Landes, kann es gleichfalls egal sein, ob sie nun gerade 150 oder 200 Millionen Euro Spielgeld eingebüßt haben. Im Notfall, dem sie noch fern sind, werden sie ohnehin vom EZB sogleich refinanziert. Was sie aber jetzt an Verlusten machen, das wird in naher Zukunft schon durch die verbesserten Gesamtperspektiven aufgewogen.

    Win – win.

    Außer für die Schweizer.

    • Na endlich!
      Und ich dachte schon, dass sich hier nur Dauerhysteriker und Weltuntergangspropheten die Tastatur in die Hand geben. Schön zu lesen, dass der eine oder andere auch noch selber denkt. Man könnte vielleicht noch anmerken, dass sich die Schweizer ihre Unbill selbst zuzuschreiben haben. Wer von einem grossen Wirtschaftsraum komplett umzingelt ist, muss sich dem einfach anpassen, anstatt den aussichtslosen Kampf gegen die Windmühlen aufzunehmen.

    • Titel eingeben
      So ist es. Danke!

      Don hat den roten Faden in der Tortencreme versenkt. Wer schlabbert den jetzt wieder mühsam raus …

      Also kein Grund, schon wieder mal tränenkrokodilsmäßig den Weltuntergang Europas und in Gefolge dessen den der Neu- und Altreichen samt den der siechen Griechen zu beweinen. (Oh ja, die Griechen sind siech und mir tun die Bürger da ernsthaft leid, nicht nur for show. Leider werden sie es zu spüren kreigen, wenn/wann sie links gewählt haben.)

      Der Satz über die Deutsche Bank (und andere üble Abzocker des Systems, und weitere diverse asoziale …) kann nur vollumfänglich mit sämtlicher zu kriegender vollfetter Creme unterstrichen werden. Darauf am Sonntag eine selbstgemachte Torte. Und kein solch schlichter gedeckter Apfelkuchen vom Bäcker, den man schon werktags hochjammerniveau-mäßig zum Bürokaffee aus Langeweile oder Frust einschnauft (den Apfelkuchen, nicht: den Bäcker). Über die Euro-Abwertung jammern doch nur zum Schein die Zocker, diese Blasenentzündungs-Ritter von der traurigen Gestalt, sie werden andere Blasenentzündungen finden – Cheers, giggel (Likör nach der Torte, wer Sorgen hat, hat auch Likör solange er ihn noch hat).


    • Diese Frankenaufwertung, das fände ich den korrekteren Ausdruck, ist die Rücknahme einer Schnapsidee, der künstlichen Abwertung, der Verzicht auf den weiteren Versuch einer künstlichen Frankenabwertung.
      Was es der Schweiz schwerer macht, reale Kurse, würde es am anderen Ende der Skala unseren Freunden in Griechenland leichter machen. Wenn sie es selbst wollen.

    • Selbst bei den Schweizern bin ich mir nicht so sicher ...
      Der jetzige Wechselkurs Franken-Euro ist genauso eine kurzfristige Übertreibung, wie die künstliche überhöhte Sicherung des alten. und was mich persönlich gefreut hat – den Schritt der SNB scheint niemand erwartet zu haben und er wurde durchgezogen, wie man heutzutage an den Finanzmärkten grössere Operationen immer durchziehen muss. Überraschend, radikal und über Nacht. Wenn´s dabei einige Spekulatoren abgeraucht hat, weg mit Schaden.

      Grundsätzlich sind Währungsdebatten langweilig in jeder Hinsicht. Mit welcher Währung ich am Ende des tages zahle, ist mir vollkommen egal. Und ein reiner Währungszusammenbruch vernichtet vielleicht einige echte Geldvermögen, die auf Konten rumliegen, sonst wird die Währung halt durch eine neue ersetzt und das Leben geht weiter.

      Was den Euo angeht, habe ich seit 2012 einige Wetten mit den Foristen des ehemaligen Lau Blogs in der ZEIT darauf laufen, dass wir zum 01.01.2016 noch immer in Euro zahlen werden :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  34. The sad and dark decline of the Empire and tea, scones, clotted cream, and strawberry jam
    Man mag ja über die kulinarischen Errungenschaften der Briten streiten. Aber auf diese Weise ließ sich der Untergang des Empire wohl besser ertragen. Über dessen Entstehung schrieb John Robert Seeley „we seem, as it were, to have conquered half the world in a fit of absence of mind“. So kommt es mir bei den Eurokraten auch vor. Meinen Sie doch unter anderem mit Hilfe des Euro ein neues Imperium erbaut zu haben:

    http://ernstwilhelm.wordpress.com/2012/07/29/traumen-vom-supranationalismus-und-scheuen-der-verantwortung/

    Nun geht dies alles den Bach runter. Was nehmen eigentlich Portugiesen wie Herr Barroso am späten Sonnabend- oder Sonntagnachmittag zu sich?

    • Titel eingeben
      Ich kenne Herrn Barroso nicht, würde aber annehmen, daß er sich zu dieser Zeit eventuell ein Gläschen Port gönnt.

  35. ist nicht mit einem goldenen Löffel zur Welt gekommen
    @Spendid – Ich komme (leider?) aus einer bürgerlichen Familie. Bei uns gibt’s nur Tafelsilber und keine goldenen Löffel. Die 500gr schwere Suppenkelle wurde 1945 in Dahlem vergraben und damit schon seinerzeit vor den Russen gerettet. Als mir mein Vater sie zum 50sten Geburtstag schenkte, sagte er: „Er hoffe, dass du nie in so große Not kommst, dass du sie verkaufen muss.“

  36. Warum hat die Schweizer Nationalbank ...
    … denn auch diese überteuerten Bundesanleihen gekauft ?
    .
    Europäische Aktien wären doch viel sinnvoller gewesen –> siehe Ölfonds in Norwegen. Die Schweizer hätten dafür noch nicht mal allzu hart arbeiten oder ihre Umwelt verschandeln müssen (Portfoliomanagement, zu den HVs gehen und Kupons schnippeln; aber das können sie ja sowieso).
    .
    Für etwa 100 Mrd. hätten sie zu aktuellen Kursen z.B. die gesamten Bayer Aktien kaufen können. Eine Meldung wie „die SNB nimmt Bayer von der Börse“ klingt doch weit weniger aufgeregt als „Schweiz mit etwa 100 Mrd. EUR größter Gläubiger von Deutschland!“
    .
    Je mehr wir die Schweiz mit Euros zugeworfen hätten, um so einflussreicher wären die „kleinen Schweizer“ in der Realwirtschaft der Eurozone geworden.
    .
    Da hätten sie den Kurs von 1,20 noch lange durchhalten können!

    • Titel eingeben
      Seit wann wäre das üblich, daß Nationalbanken ausländische Aktien kaufen? Inländische schonmal, aber ausländische?

    • Daran, dass Zinsen negativ werden können haben wir uns mittlerweile ja gewöhnt ...
      @colorcraze: Was ist heute schon noch „normal“ oder „üblich“?
      .
      Da darf man m.E. ruhig mal „abseits des „Üblichen“ denken.
      .
      Anteile am Produktivkapital erscheinen mir jedenfalls lukrativer als Anteilsscheine, die nur ein Anrecht auf die „Besteuerungsleidensfähigkeit“ des emittierenden Landes darstellen.
      .
      Dass Bundesanleihen noch so wohl gelitten sind, hängt m.E. nur an dem Glauben, dass „… der letzte europäische Steuerzahler ein Deutscher sein wird.“

  37. Wirtschaftsweiser
    Das kann selbst bei allergrößter Güte und Verständnis für die gnadenlose
    Komplexität nicht so stehenbleiben; der Szenenkenner nutzt die Niedrigstzinsen für selektiven Kauf von Immobilien. Natürlich mit Sicherheit
    nicht in München, dort investieren nur Hasardeure und Spieler. Der Euro hat
    uns die Niedrigzinsen gebracht und niemand anderes.Wer sein Geld in Spar-
    bücher oder Lebensversicherungen anlegt, dem ist selbst mit dem verrücktesten Psychiater nicht mehr zu helfen. In noch nicht überhitzten Ge-
    bieten lassen sich immer noch Renditen von 5 % risikolos erzielen. Und ich rede hier nicht als redaktionsgesteuerter Anfänger mit Grundkurs in
    Volkswirtschaftslehre, sondern als realitätsgesteuerter Mensch.

  38. Titel eingeben
    Am besten hat mir „in Unterfranken wird einem der Wohnraum nachgeworfen gefallen“ schonmal in Würzburg versucht eine Wohnung zu finden :-D

  39. Kommentar-Zeilen rechts abgeschnitten, ...
    … leider nicht umgebrochen, auch während dieser Eingabe. Einzelheiten s. Zugriffsprotokoll.

  40. wenn man eine mille zur Verfügung hat.....
    @Wirtschaftsweiser – man soll ja nicht seine Investmentgeheimnisse verraten, aber sei’s drum: ich würde in Amsterdamer Immobilien investieren. In meinem Wassenaar Dorf hier gibt es auch Immobilien, die ich ganz gerne noch in mein Portefeuille nehmen würde, weil ich weiß, dass die jetzigen Besitzer desperate sind und deswegen zu einem sehr günstigen Preis zu verkaufen bereit sind ……. aber Immobilien habe ich schon genug.
    .
    @colorcraze – Nationalbanken stützen nicht nur die heimische Wirt- und Staatsschaft. Sie sollten sich ausnahmsweise mal die Zeit nehmen und in aller Ruhe höchst selbst den papiernen Artikel in der FAS heute lesen. (Statt sich immer auf das Urteil ihrer Berater zu verlassen). Die Elite um Draghi weiß sehr wohl, welche faut pas sich die Politiker leisten und wie sie daraus Saft ziehen können.

    • Titel eingeben
      Daß Nationalbanken auch fremde Währungen stützen, ist mir bekannt, aber wenn vom Staat Aktien gekauft werden, hat man dafür mW eher einen Staatsfonds, wie die Norweger (und ich meine mich dunkel zu erinnern, auch die Singapurer. UAE mag anders sein, da ist vielleicht das Konto des Scheichs auch Staatskasse, aber das ist eher unüblich).
      Da ich keine Mille auf dem Konto zu hegen habe – was Immobilien wert wären, ist ungewiß – befasse ich mich naturgemäß wenig mit papierenen Geldanlagen.

  41. Kakerlaken, Euro, Überwachung
    Wenn man alles zusammen nimmt, dann sind wir in der kombinierten Orwell/Huxley Dystopie:
    Nahezu vollständige Überwachung einerseits, andererseits die vollständige Überflüssigkeit der Überwachung, was Volkes Wille und Zorn angeht: Das Fernsehen übernimmt die Rolle des Soma.
    Und so schaut das Volk das Dschungelcamp, die Geissens oder Germany’s next Superdepp und ist froh, dass es immer noch blöder zugeht als bei einem selbst daheim.
    Irgendwann kommt dann die galoppierende Senilität über das Individuum und dann ist es eh‘ egal.

    • Das liegt vor allem daran, dass es der Hälfte er Bevölkerung egal sein kann. weil sie eh nichts hat. ausser Glotze natürlich, und kreditfinanzierter Wohnlandschaft. Die kümmert das nicht. Hart trifft es die, die nicht ausweichen können. Die Reichen können ausweichen.

  42. Wie kann sich der geschätze Autor nur so enervieren, wo doch ....
    … die tapferen Eidgenossen dem immer bemühten Herrn Draghi die Arbeit abgenommen haben, den Eurokurs endlich runter zu drücken, damit die Exporte der lahmenden Südländer und Franzosen endlich wieder anziehen.

    Draghi muss jetzt viel weniger wertlose Staatsanleihen kaufen, und dafür sollten alle Bundesbürger froh und dankbar sein, denn sie sind diejenigen, welche im Falle eines Falles dann blechen müssen!

    • Ich habe damit ja auch kein Problem, es zeigt doch nur, wie waklig der Euro ist und das ist mir nicht neu.

  43. EgonOne
    Nun ja, werter Don Alphonso, Torte ist gut fuer Alle. Marie Antoinette soll angeblich proklamiert haben :“Let them eat cake.“ — aber wir wissen wie das aus ging. Guter Rat fuer ehmalige Torten Besitzer und Geniesser. Nach dem letzten Boersen Crash/ Debakel, ist die Torte weg, und es geht zurueck auf trocken Semmel. Bretzel fue die die noch einige Franke, Rubel, Euros uand Dollar retten konnten. Fuer michds fuer einen Big Mac noch langen. Schade.Ewige Optimisten und Spekulanten warten jetzt bis die Oelkrise sich erholt und begruessen jeden Rat, so wie „By low. Sell high.“ Traeumerei mit Sahne, was?
    Pax vobiscum

    • Virtuelle Torten ...
      Für EU-Businessfrettchen gibt es nur … Torten-Diagramme.
      Das muss reichen.

    • Je mehr Banken, desto weniger Konditoreien. Ich weiss schon, warum ich Kuchen nach Frankfurt aus Bayern mitnehme.

    • Dumme Frage: Konnten diese Devisenspekulanten das nicht vorhersehen?
      Oder war denen einfach die Versicherungsprämie zu teuer? Weil man beim Pferdewetten ja auch nicht „hedgen“ kann.

    • Es war einfach ein zu verlockendes und scheinbar sicheres Geschäft, und die SNB hat alle Risiken abgefedert. Im Währungsgeschäft mit Hebeln kommt es immer auf den richtigen Zeitpunkt an und es wundert mich fast, dass nicht mehr passiert ist.

    • Das sehe ich anders, die Oligarchie wird letztlich immer irgendwie gerettet. Das war auch bei der letzten Krise so, egal ob bei uns oder in Griechenland.

  44. Frage mich
    welche Auswirkungen der niedrige Euro, der so gut
    wie zu allen Währungen abgewertet hat, auf die Merkel’schen
    Spendierhosen hat.
    Für deutsche Touristen wird nicht nur die Schweiz teurer.

    Außerdem, die fallenden Ölpreise schaden nicht nur Russland,
    Venezuela, den Saudis oder den Norwegern sondern auch Kanada
    und ganz Afrika,
    und alle suchen ihr Heil im Export von irgendwas
    anderem.
    Fantastische Zeiten für realitätsgestählte Händler.

    • Dann
      Dann wird ob all der Supertanker der Meeresspiegel steigen
      Und die Kontinente unter der Last der LKW’s sinken.

      Nur die Klimakatastrophler werden jubeln. Haben sie es doch
      immer schon gewusst- alles menschengemacht.

      TTIP braucht niemand mehr.

    • Brauchte auch noch nie jemand.

    • ja, wir sollten sammeln
      alle von unserer rente etwas abgeben für die armen saudis, die armen norweger, kanadier oder angolaner……die alle uns jahrelang mit einem oligopolpreis ausgenommen haben wie die weihnachstsgans und wahnsinnige bürokratien aufgebaut oder wie die norweger riesige staatsfonds angehäuft haben und mit dem schweizer franken spekuliert haben. ist faktum, mann schaue sich nur an, wo der norwegische staatsfonds in der schweiz eingekauft hat.
      oder können wir etwas dafür, dass nigeria, das eines der ölreichsten länder der welt ist, von seinen autokraten, korruption und von boko haram zerlegt wird. in afrika hätte das ölgeld halt einfach sinnvoll angelegt werden sollen, aber das geschah vor lauter herumgeprotze und „wir spielen gerne mit waffen“ einfach nicht.
      ja, der ölpreis sollte mal kräftig weiter sinken und zu einem richtigen marktpreis werden ohne manipulationen…………..die europäische mittelklasse hat dann, siehe dons beitrag, mehr geld für torte und tolle autos zur verfügung……………auch kann mann oder frau dann mal wieder schneller wie 130 fahren und die energiewende würde das tun, was viele ihr gönnen: scheitern !!!!!
      ich sehe, die zukunft ist rosig !

    • Das ist übrigens so eine Sache – ich bin die letzten Tage viel gefahren, aber da waren auch nicht mehr Raser als sonst. Vielleicht sind wir ja lernfähig.

    • Ich denke, letztlich wird man auch hier wieder mehr Geld ausgeben, wenn Griechen und Spanier wieder loslegen.

  45. SNB-Plumpheit
    Die SNB.ch hätte gar nichts verlautbaren lassen sollen,
    sondern einfach nach Chaos-System weitaus mehr Euro-
    Anleihen abstoßen als immer noch kaufen sollen.
    So hat sie Mias an verlustreichen Trades in den Büchern.
    Aber einfach mitzocken, womöglich über Schattenbanken,
    damit der Markt erst spät merkt, was los ischt, ist nicht
    bernerisch. Die 0,75% Negativzins: zu wenig. 4% Strafzins
    und Kapitalverkehrskontrollen, das wär’s gewesen.

    • Die Schweiz liebt eben ihren Ruf als sicherer Hort. Damit lebte sie blendend und wird wieder so leben.

  46. Gut gemacht
    Das hat die SNB sauber eingefädelt. Respekt. Wie mir meine bucklige Verwandschaft vor Ort heute telefonisch erzählte, war die Entscheidung schon länger erwartet worden. Jeder in der Industrie hat vorher nachgezählt, welche Vorprodukte er aus den Nachbarländern billiger bekommt und inwieweit dadurch die CHF-Kurserhöhung kompensiert wird. Dass die Schweizer unsere Bimbes-Währung nicht weiter stützen wollen, ist ein Zeichen dafür, was sie von derselben halten: nämlich nichts mehr. Wir haben ja seit 2008 die faulen Kredite der Privatbanken in Staatsschulden umgewandelt, wie Herr Steinbrück, nachdem er „in einen Abgrund“ auf Anweisung von Ackermann schauen durfte, das ja höchstselbst bei HRE vorexerzierte. Und Goldman Sachs, würdig vertreten durch unseren EZB-Präsidenten, will ja, dass wir noch mehr faule Kredite amalgamieren. Mutti wird es schon richten.

    • Es war eigentlich eine Sensation, dass sie den Kurs fixiert haben. Das hier ist eine Rückkehr zur Nomralität, nicht normal ist lediglich die Umgebung, in der das geschieht. Der Franken ist nicht das Problem, das Problem ist der Euro.

    • Fixierung war richtig
      Dadurch konnte die Schweiz drei Jahre normal arbeiten.
      .
      Vielleicht gibt es das jetzt bald wieder, sobald einige Unsicherheiten geklärt sind, dann womöglich bei 1,10?

    • Die Parität ist ok und preist die Problme des Euro fraglos mit ein. Ich finde wirklich, dass die Märkte da recht haben.

    • Titel eingeben
      „war die Entscheidung schon länger erwartet worden“
      Eben.
      Wer da herumängstelt, muß schon vorher das Verhältnis deutsches Geld zu Schweizer Geld in den letzten 50 Jahren erfolgreich aus dem Gedächtnis gestrichen haben, um in diesem Vorgang mit Gewalt etwas Unnormales zu sehen.

  47. Schreibe eine Lesermeinung →
    Da steht tatsächlich:
    Schreibe eine Lesermeinung →
    So, nun hat die FAZ endgültig abgewirtschaftet, nachdem das
    Niewoh Tiefen erreicht hat, so daß nicht einmal das Anklicken
    mehr lohnt (vom Kauf am Kiosk ganz zu schweigen),
    und wirkliche Journalisten als „Verschwörungstheoretiker“
    beschimpft werden (ein taktischer Begriff, der systematisch vor
    dem Gebrauch vor vielen Jahren entwickelt wurde, und jetzt
    kommt es – jetzt wird man hier auch noch gedutzt:
    Schreibe eine Lesermeinung →
    Das zeugt von Niewoh.

    • Und was hat das mit mit uu tun? Dass die kommentare hier so benannt sind, hat keine tiefer Bedeutung.

  48. Ich weiss nicht was ich davon halten soll, aber es stimmt mich bedenklich.
    Es ist Zeit ernsthafte Bedenken zu entwickeln. Ich habe mich entschlossen diesen Weg zu gehen. Gott stehe uns allen bei in 2015. Es wird wird wohl als das Jahr in die Geschichte eingehen, neben dem sich die Jahre 1914-1918 und 1939-1945 als milde Krisen der Weltgeschichte darstellen. Und alles fing mit dem Euro an. Ich habe Angst. Ich habe schreckliche Angst vor 2015!

    • Lieber Observer!
      Gott ist schwach und Ihre Angst durchaus begründet, aber …

      … für 2015 lese ich im Kaffeesatz noch nicht soo schwarz.

      Nehmen Sie sich doch einfach Don Alphonso zum Vorbild und regelmässig ein schönes Stück Bayrischer Torte zum Kaffee, das macht das Leben erträglich.

      Und wenn das nicht ausreicht, vielleicht ein Besuch bei seiner Gast-Autorin Despina?

    • 2015?
      Seien Sie doch einfach froh, dass sie nicht zur deutschen oder
      europäischen Polit-Elite gehören.
      Wenn jemand gegen Windmühlen kämpft, dann sie.

    • Die Zeichen stehen auf Sturm und das Schiff ist dem Untergang geweiht.
      ich stimme zu 2015 ist vielleicht das letzte Jahr in dem wir noch soetwas wie Zivilisation erleben werden. Alle Sollbruchstellen sind erreicht worden. Die Situation so wie sie jetzt ist kann man nicht mehr retten, nicht mehr hinauszögern. Wir stehen vor dem unausweichlichem Niedergang einer Epoche. Wenn der letzte Mensch dann in 10 oder maximal 20 Jahren dann sagt es gab einmal eine Menscheit, so werden ihm Tränen in den Augen stehen, denn auch dieser letzte Mesch hatte eine Mutter die ihn liebte. Gott stehe uns allen bei. Gott erbarme sich unser. Es fing an mit Pegida und endete mit dem IS der die Islamische Währung vom Euro entkoppelte. Als sich der Preis des Korans zum Barrel Brent verdoppelte lies man die Franken in der Schweiz.

    • Es ist doch nur Geld und wenn es schief geht, gibt es Neues.

    • man kann sich Angst auch erfolgreich einreden.
      Vielleicht doch mal zum Verhaltenstherapeuten gehen?
      Angststörungen sollen behandelbar sein.

      Im Ernst, was die Großeltern zwischen WK1 und 1955 erlebten, war eine weit heftigere Berg-und-Talfahrt als was zwischen 1985 und jetzt stattfand.
      Und sie habens überlebt. Auch die Hyperinflation und das dreimal verreckte Geld.
      Et kütt, wie et kütt.

      Davon abgesehen verstehe ich nicht, was an hohem Frankenkurs denn neuerdings schlimm sein soll, wie erwähnt, war das die letzten 50 Jahre vielleicht mit 6 Jahren Unterbrechung IMMER SO!

  49. Geheimdienste haben wieder versagt
    Aber: So schlimm kann das mit der Totalüberwachung nicht sein, wenn die SNB-Entscheidung bis zum Schluß unbekannt war. (Obwohl: vielleicht zocken die Agenten ja auch privat? Oder kann man die als Spekulant nicht mieten?)

    • gute leistung der SNB
      von allen szenarien war die von der SNB am donnerstag gewählte die beste………….insider hatten wohl keine chance. und so war das auch in deutschland früher, wenn bundesbankpräsident blessing (in all seinen taten ein „mixed blessing“) mal die DM aufwertete…………was soll also all dieses lamento über eine zentralbank, die ihre aufgaben erfüllt.
      wunderbar im tv, wie sich frau lagarde echauffierte, wie herrlich, das musste mann mehrfach im replay sehen.
      und auch sonst hat sie unrecht, wenn eine institution je vorab informiert werden sollte, dann die BIZ in basel und nicht der IMF. soviel zur internationalen aufgabenteilung

    • amerikanisches Haushaltsdefizit und so – da kann man schon was machen. Oder die Schweizer nehmen die Schreibmaschine.

  50. Lösung?
    So viel Ideen, Vorschläge, Vorhersagen, Schwarzseherei, Lösungen, Auswege, Vernunft & Unvernunft, Mutlosigkeit, Trübsinn und Seelentrost hier.
    .
    Da kam mir das Bild von dem Schimpansen in den Sinn, der im Wettstreit mit einem weltberühmten Börsenspekulanten ebenfalls spekulierte – und mit seinen Zufallstreffern letztendlich besser dastand als der zigarrenrauchende, clevere Börsianer.

  51. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen !
    Man verteidigt dieses seltsame Staatsgebilde angeblich am Hindukusch, aber offenbar nicht in Frankfurt. Heimlich werden wir also eingemauert, und Peitschenhiebe werden wohl auch noch kommen, wahrscheinlich sogar ganz ohne Koranauslegung.

    Wohl dem, der da noch Kuchen, oder wenigstens Kuchengabeln hat !

  52. Titel eingeben
    jeder mußte mal federn lassen so war das ganze angelegt und davor sind eben die stabilen schweizer auch nicht verschont geblieben aber das wird sich bald wieder darappeln

  53. Titel eingeben
    was nutzen mirdie kuchengabeln ohne kuchen? naja wenns silber ist kann man sie zu geld verwandeln aber sonst

    vielleicht sollte ich nach saudi arabien mit meiner comic mitreisen ich erkläre dem scheich die caricatur und darauf erläßt er dann die peitschenstrafe und regelt auch sonst in dem ganzen saustall dort unten die politische großwetterlage dann werden auch die wildesten moslems beruhigt denn die neue erklärung kommt aus medina oder mekka also hat sie wahrheitsgehalt

    und die comic ist sogar vom king features syndicats inc. world rights reserved abgesegnet also was kann da noch schief gehen? sie haben ja förmlich auf die richtige erklärung dieser jener comic gewartet

    darauf gibts dann bestimmt ein kamel als geschenk für diese glorreiche erklärung und nebenbei kann man dann ja die frischgürteletagen verkaufen ja ganz im hiltonschen sinne <reisen ist mehr als nur von A nach B zu gelangen. reisen sollte inspirieren. ich bin schon überinspiriert und mit dem hiltoncomic treffe ich doch genau ins schwarze

  54. Titel eingeben
    es geht nix schief hier was zum aufheitern für den morgen

    an english professor wrote up on the board
    „woman without her man is nothing“ and told his students to punctuate it.

    the male in the class wrote „woman, without her man, is nothing.“

    the female wrote „woman! without her, man is nothing.“

  55. Den Anhängern von TTIP,TISA &Co
    …wird es gehen wie den Anhängern des Islam. Das Problem sind
    nicht die Ungläubigen sondern ihre „Islamisten“, die nur die reine
    Lehre gelten lassen.
    Diese werden nicht nach Davos fahren.

  56. o.t.
    A propos Torte:
    Sie mögen ja auch gerne Käse aus Italien.
    Womöglich Mozzarella?
    Leider, leider, da gibt’s nun auch eine abschreckende Nachricht, die mein Lieblingskoch Vincent gerade auf seiner Site bedauernd mitteilt:
    http://bit.ly/1yEWVtb

  57. Großvaters Mitgift
    @Sternschnuppe – Wenn mich der König von Saudi einladen würde, dann würde ich ein ganz anderes Thema aufgreifen.
    .
    Einleitend würde ich ihm von meinem Großvater erzählen, der Schulbuchverleger war. Ich habe ihn gerne besucht und mich gerne mit ihm unterhalten. Bei einem Besuch wollte er mir etwas schenken. Er drehte sich in seinem Sessel um und fischte aus seinem persönlichen Bücherregal ein kleines Buch mit ausgewählten Geschichten von 1001 Nacht. Damals habe ich alles gelesen, was mir unter die Finger kam. Aber dieses Büchlein, das eigentlich für Erwachsene war, hat mir besonders gefallen. (Ich war damals ungefähr 11 Jahre alt)
    .
    Dann würde ich dem König erzählen, was mir insbesondere gefallen hat, nämlich wie gescheit die Sklavin in Ali Baba war als sie ihren Herrn schützt und den Räuber überführte. Oder die Geliebte des Sultan, die 1001 Geschichten erzählt hat, um ihr Leben und dass ihrer Geschlechtsgenossen zu retten. Warum, verstecken die modernen Muslime die Frauen hinter Schleiern und lassen sie mancherorts nicht einmal auf die Schule gehen? Haben die muslimischen Sultane etwa Angst vor der Gescheitheit ihrer Sklavinnen oder Geliebten?

  58. Wieviel ist das in Fischen?
    Könnte man den Euro nicht mit dem Gnadenschatz der heiligen römisch-katholischen Kirche stützen? Oder wurde der auch abgewertet?
    Eigentlich hab ich den Artikel nur wegen der Torte gelesen, von Geld verstehe ich nischt.

  59. Europäische Kinderliteratur in den Fünfzigern
    Vielleicht würde mich dann der König von Saudi fragen, was ich in dem Alter noch so gelesen habe.
    .
    Das ist eine interessante Frage, würde ich höflich antworten. Kapitän Bontekoes Schiffsjungen zum Beispiel, 500 Seiten, konnte ich mit neun Jahren fast ganz auswendig. Deswegen wollte ich damals Kapitän werden, was mir aber mein Vater ausgeredet hat, weil Männer es sich nicht gefallen lassen, von Frauen kommandiert zu werden, weswegen man mich erst gar nicht einstellen würde. Über Frauen habe ich von dem Buch auch etwas gelernt, nämlich dass die alleinerziehende Mutter in der Seefahrernation Niederlande schon seit dem Goldenen Zeitalter eine Selbstverständlichkeit ist.
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    Die klassischen Sagen des Altertums fand ich auch gut, sehr ausgewogen würde man heute sagen, mit Pallace Athene, den Amazonen, und der sterbliche Frau des Odysseus, die ihre Freier austrickst.
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    Aber die deutschen Heldensagen kämen schlecht weg. Was Gudrun in der Gudrunsage macht, weiß ich nicht mehr (kann also in meiner Ansicht damals nicht bedeutend gewesen sein). Dann gibt es noch eine Kriemhild (ja, fast wie die Halbinsel Krim), die war hinterhältig. Dafür wurde ihr am Schluss der Nibelungensage vom Waffenmeister des Dietrichs von Bern der Kopf abgehauen. Wenn wir das mit meinen Freundinnen nachgespielt haben, war ich nie Kriemhild, sondern immer der Waffenmeister Hildebrand. Ich weiß auch noch, dass ich immer die Beste der Klasse dazu überredet habe, Kriemhild zu spielen – und sie sich das gefallen ließ. Heute ist mir das natürlich ein bisschen peinlich.

  60. Sicher....
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    Der Euro ist sicher !!!!
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