Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Alleinerziehende Mütter unter den Rädern der Superreichen

| 101 Lesermeinungen

Kein Alkphol ist auch keine Lösung
Die Toten Hosen, Oxfam-Unterstützer

Das Entschuldigen gehört zum guten Ton und kann, wie man das bei uns lernt, gar nicht früh genug anfangen. “Entschuldige meine Liebe, dürfte ich Dich bitten…“, so beginnt gehobene Konversation, mit der vorausgeschickten, verbalen Verbeugung, die keine Erniedrigung ist, sondern ein Zeichen des richtigen Bewusstseins im Umgang mit anderen. Das funktioniert bestens gegenüber Gleichgestellten, die nicht minder Rücksicht auf die Befindlichkeiten nehmen und jede kleinste Inanspruchnahme ebenfalls mit einem angedeuteten Rückzug einleiten. Das ist wie früher der Knicks oder die Verneigung, reine Höflichkeit und hat eigentlich auch wenig zu bedeuten. Man macht das eben so, wenn der andere nicht von allein merkt, dass man gerne noch etwas Tee hätte, die Butter nur unter Verrenkungen zu erhaschen ist, oder das Konzert in vier Stunden beginnt und die Begleitung nun langsam anfangen sollte, sich mit der Kleiderwahl zu beschäftigen.

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Leider wird das Verhalten von jenen, die nicht diesen Kreisen angehören, falsch aufgefasst. Natürlich fangen wir sehr früh an, um Entschuldigung zu bitten, aber das heisst nicht, dass unsereins gewillt ist, auch sehr schnell im Staub zu kriechen und in Kotau-Haltung um Vergebung zu winseln. Genau das aber wird erwartet, wenn etwa von der Unterschicht Privilegien angesprochen werden. Dabei muss es noch nicht einmal um uns selbst gehen, oft wird erwartet, dass sich unsereins distanziert und dieser sozial empörten Unterschicht den Polante macht – kurz, dass wir einerseits zerknirscht zugeben, ebenfalls Vorrechte zu haben, uns dann aber entsetzt abwenden von den gefühlten Unverschämtheiten, die der Unterschicht zugestossen sind. Froh ist man da um eine Ausrede wie etwa im Fall des Freudenhausbetreibers, der einen gekauften Adelstitel führt und jüngst verurteilt wurde – das ist dann keiner von uns, von dem muss man sich nicht absetzen, das war neureich und zeigt, liebe Unterschicht, wie es ausgeht, wenn man sich erhöht, ohne vorher gefragt zu haben.

Schwieriger wird das dagegen schon bei den Helikoptereltern, denen der Film „Frau Müller muss weg“ ein viel zu harmloses Denkmal setzt. Die oft wegen Klassismus beklagte Realität ist viel schlimmer und voll mit nutzlosen Kulturstudienerzeugnissen, die sich in Heiraten mit Funktionseliten stürzen und dann unbedingt hochbegabte Kinder wollen, die Klassen überspringen müssen und deshalb schon minderjährig so weit sind, dass ihre Geistesgeschenke öffentlich zur Aufführung gebracht. werden. müssen. Theaterintendanten, Chorleiter und Betreiber städtischer Galerien können ein Lied davon singen, wie schwierig die Integration solcher seelenloser Zuchtergebnisse mit reiner Abiturstoffstopfung in den Betrieb ist. Aber es hilft nichts, denn Papa kennt die Leitung des Fördervereins. Und Mama ist mit einer freien Hilfsschreiberin einer Zeitung befreundet, die sich zur “Redakteurin“ hochdichtet und dann auch einen netten Beitrag über den Ihvähnt schreibt, wie sie es sonst nur für die von Mama mitverantworteten Initiativen macht, die das sozialgerechte Leben in der Provinz von Garmisch bis zum Potsdamer Nobelvorort Marzahn heutzutage für das gute Gewissen einfordert. Mann will sich ja später nicht bei den Kindern für diese Welt entschuldigen müssen.

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Da muss man erst mal eine gute Ausrede finden, wenn man für solche Konstellationen nicht mit verantwortlich sein will. Ich sage entschuldigend, dass das eben die neureichen  Privatfreudenhausbetreiber des Kulturbetriebs sind. Keine von uns, aber man hat auch in meiner Zeit die Kinder ohne Privatschule, aber mit entsprechendem Druck ebenfalls in die Psychiatrie gebracht. Heute geht das alles zügiger, und ausserdem ist das ein guter Grund, die Missratenen später mit ihren Deformationen wirklich in Oxford oder Harvard zu verstecken. Trotzdem sind solche biodynamisch aufstiegswilligen Helikoptereltern enorm ärgerlich, denn es sind ja nicht alle so. Die Meinung der A. aus bestem Hause etwa, dass ihre Tochter, wenn sie für das Gymnasium zu dumm ist, einfach in die Realschule gesteckt wird, ist gar nicht hoch genug zu schätzen Freilich, die A. ist vermögend und musste selbst zu einem Studium gezwungen werden, das sie zutiefst hasste.

Die A. ging daran nicht zugrunde, sie hat nur ihre Schlüsse daraus gezogen. Ihre Tochter wird vielleicht kein erstklassiges Heiratsmaterial, aber ähnlich gewitzt, ausreichend versorgt und zufrieden wie die inzwischen, Entschuldigung, ambitionsfrei alleinerziehende Frau Mama. Damit wäre dieser Beitrag eigentlich abgeschlossen – aber es gibt ja auch noch das Weltwirtschaftsforum in Davos, und da hat sicher so eine Kulturfrau zu ihrem Funktionselitenmann gesagt, dass man das doch nicht veranstalten könnte, ohne entschuldigend an die ganzen Armen zu denken, die nicht wie die Elite in der Schweiz über der Weinkarte die Aussprache der Chateaus erraten können.

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Deshalb sitzt da auch die Organisation Oxfam unter dem Motto „Save the children“ unter all den wichtigen Leuten und teilt entsetzt mit, dass das oberste Prozent dieses Planeten bei 2,3 Millionen Euro beginnt, trotz Abwertung gegenüber dem Franken. Das sind laut Oxfam die Superreichen, die genauso viel besitzen wie die restlichen 99 Prozent. Mich würde mal interessieren, wo diese 99 Prozent sein sollen, bei uns am Tegernsee jedenfa Ich denke, das sind so die Momente, da erwartet man von unsereins eine Entschuldigung für das Raffen, Ausbeuten und Blutsaufen, das zu dieser enormen Ungleichheit führt. Man möchte uns beim Privilegien checken zuhören und wenn ich nun sage, dass ich dabei noch Platz für ein Barockgemälde gefunden habe, ist das nicht ganz die richtige Antwort. Früher musste man beim Aufessen noch an die armen Negerkinder denken – heute ist da eine globale Organisation, die weltweit schlechtes Gewissen verbreitet. Und ich habe auch keine Zweifel, dass all die Kulturmütter genau diese interkulturelle Awareness an den Nachwuchs weiter geben, denn mit den enormen Studiengebühren in Oxford, Geigenkursen, dem Zweit-Rangerover und einer teuren Mietwohnung in Lichtenberg oder Charlottenburg bleiben sie auch knapp unter der bescheidenen Grenze.

Aber andere nicht. Die Mutter der A. beispielsweise ist Witwe und kommt, ohne je auch nur einen Tag im Leben einer bezahlten Arbeit nachgegangen zu sein, federleicht über diese Grenze. Das geht ganz schnell bei uns, reiche Bauernfamilie, eine Villa im Westviertel und ein kleines Geschäftshaus, in dem ihr Mann seine Praxis hatte – schon ist sie eine dieser Schurkinnen, ungeachtet des Umstands, dass sie sich im Hospizverein engagiert. Die A. selbst hat das Haus ihrer Grosstante bekommen, von dem man nichts herunter beissen kann, und das aufgrund seines Alters unpraktisch und teuer im Unterhalt ist – aber auch damit ist sie schon auf dem halben Weg zum superreichen Prozent. Der Rest kam halt durch Erbschaften in der sich verkleinernden Sippschaft zusammen, das geht schnell und man merkt es kaum. Ein etwas zu grosses Haus, etwas Sicherheit für sie selbst und für ihre Tochter, eine liebenswerte, sozial engagierte Mutter – mehr ist das nicht bei den angeblichen “Superreichen“. Entschuldigung, aber dafür kann man sich doch nicht entschuldigen. Eine ordentliche soziale Grundsicherung, könnte man sagen. Nicht ganz arm. So arm jedenfalls, dass sie die Patentrezepte von Oxfam wie Vermögensbesteuerung und weniger Steuerflucht überhaupt nicht betreffen würden.

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Aber selbst wenn – nichts garantiert uns, dass eine Plünderung bei der A. tatsächlich die Ungleichheit der Welt begrenzen würde. Denn weit vor dem traumatisierten Kindersoldaten im rohstoffreichen Kongo und der minderjährige Näherin in Bangladesch sitzt eine engagierte Kulturautorin an ihrem neuen Klapprechner und schreibt zwischen dem Onlineshopping einen Beitrag, wie wichtig doch Bildung und Kulturförderung besonders für die Hochbegabten sei, dass man da zu wenig tue, zumal man doch letzte Woche bei der Vernissage in der städtischen Galerie das Potenzial gesehen hat. Mehr Instrumente müssten an die Schulen, mehr interkulturelle Erlebnisse sollten geplant werden, und natürlich muss man auch besondere Awareness für die seelische Zartheit der Zukunft dieses unseres Landes empfinden. Deshalb wäre auch mehr Chinesischunterricht an den ausgewählten KiTas ganz famos, und leisten kann man sich das wohl, bei all den bösen, privilegierten, auszubeutenden Superreichen, die Oxfam aufgestöbert hat. Man muss nur den richtigen Schurken an die Gurgel, jenen, die etwas mehr haben als man selbst, in diesem kalten, ungerechten Land, in dem eine Mutter den Range Rover zum Kinderabholen an der Schule nicht steuerbegünstigt betreiben kann. Das ist ein unentschuldbarer Skandal, da muss man schleunigst was tun.

Dann schafft es das Kind auch zu den Young Global Leaders nach Davos.

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101 Lesermeinungen

  1. Demokratien tun sich halt schwer mit Ungleichheit.
    Was dadurch nicht besser wird, dass meist im öffentlichen Dienst beschäftigte Bedenkenträgerinnen für jede, aber wirklich jede, Form der Ungleichhheit natürlich eine Erklärung zur Hand hat, dass daran auf jeden Fall andere als die Beteiligten schuld seien. Mit einem Blick auf die unterversorgten Kommilitonen aus den sozialpädagogischen Fächern werden als Ausgleich dieser Schuld dann immer höhere steuern gefordert, die man danach gefühlt zehnfach ausgeben kann, meistens für neue Stellen in Sozialarbeit, Bildung, Kulturförderung und Strassenprojekten.

    Es ist in rechtlich egalitären gesellschaften halt schwierig, sich damit abzufinden, dass die Welt ungerecht ist. Und noch weit schwerer wiegt natürlich die Erkenntnis, dass diese Ungleichheit sich binnen einer generation wieder einstellen würde, wäre Vermögen heute vollkommen gleichverteilt.

    „Frau Müller muss weg“ ist wirklich eine Empfehlung wert und Engelke einfach grossartig.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  2. Es stimmt, sie sind eine echte Plage, diese alleinerziehenden Mütter
    unter den Rädern der Superreichen. Mir sind alleinzeugende Väter an den Schaltstellen der Macht auch viel lieber!

    • Haben Sie den Beirag wirklich gelesen? er ist eigentlich sehr nett zu alleinerziehenden Müttern…

  3. "jenen, die etwas mehr haben als man selbst"
    – sehr gut beobachtet!
    Es gibt nicht nur den Narzißmus der kleinen Differenz, sondern auch das Neiden derselben.

    • die kleine Differenz
      Neid scheint eine recht lokale Angelegenheit zu sein. Man neidet nicht dem Kashoggi, man neidet dem Müchner Realitätenbesitzer von nebenan. Oder dem Großschlächter. Oder speziell im Blog, dem Zahnarzt.

      Dumm ist Neid ohnehin. Jeder will sich selbst unterschieden wissen. Den Unterschied zum Anderen aber will kaum einer akzeptieren.

    • Ja, das ist tatsächlich so ein Problem: Der internationale Bankster in London und Frankfurt gilt als ehrenwerter Mann in seinem geretteten Geldtempel, der Asylbewerber dagegen als Krimineller.

    • suaviter in modo
      Nein Don, den Asylbewerber sehe ich nicht als Kriminellen. Nicht den Roma und nicht den griechischen Investor, der sich hier Wohnung oder Cafe kauft. SEIN Motiv und sein Handeln respektiere ich. Wie ich Don Alphonso respektiere, wenn er nach einer Radltour Erdbeeren brockt oder den Neuburgern ein Pfund Zwetschgen klaut. Vor Deutschland stehen und nicht hineingehen – das kann man nur erzwingen, nicht aber erwarten.
      Ich ärgere mich über die Nicht-Entscheider. Die schleppende Duldung von Rechtsbrüchen und die Fiktion von Entscheid und Abschiebung. Wir nehmen politisch Verfolgte auf. Wir nehmen Verwandte auf. Wir gewähren vielen Flüchtlingen Schutz. Was fehlt ist der Klartext. Es fehlt JA JA und Nein, Nein. Wenn wir viele, wenn wir die Mehrheit der abgelehnten Asylbewerber hierbehalten wollen (mit den GEZ-Geldern möglich) dann soll dies so beschlossen und verkündet werden. Und nicht „rechts“ geblinkt und „links“ abgebogen.
      Wenn wir Drogen dulden wollen, dann bitte auch den Anbau hier. Drogenhändler und Klaukinder sind für mich Kriminelle. Und diese hätte ich gerne in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Mit oder ohne Paß.

  4. Titel eingeben
    Von einem Freund aus Baden-Württemberg:

    Wie ist die Welt so ungerecht: Dir geht`s gut und mir geht`s schlecht. So wär die Welt doch viel gerechter: Ging`s mir besser und Dir schlech-ter.

  5. Titel eingeben
    ja bei diesem artikel mußte ich jetzt unweigerlich an die großen heuschlitten denken, die die bergbauern in osttirol oder südtirol mit getrockneten almwiesenheu vom sommer hoch oben auf der alm jetzt im winter beladen, und mit dieser schweren fracht (bis 200kg) dann langsam den schneehang hinunter zu ihrem hof fahren oder rodeln bzw. langsam runtergehen getrocknete blumenwiesen beste naturmedizin für die tiere mit allem was der karge boden hergibt

    da steckt wirklich noch echte kulturarbeit dahinter – landschaftspflege vom feinsten das sind die superreichen wo sich manchmal dann die studierten superreichen einfinden und einen guten käse oder schinken kaufen

    ja diese sorte frau müller ist mir sehr wohl bekannt ein köstlicher film um sich mal wieder selbst zu hinterfragen

  6. warren buffet armmachen............
    ja, der schlimmste von allen soll ja dieser warren buffet sein, er hat soviel wie die ersten 30 % der nichtshabenden, ja ist der denn verrückt oder total asozial. nach ansicht unserer arbeitsministerin könnte er ja folgendes tun:
    1. sie regelmässig besaufen, wie eine kultband, die ich nicht nennen will, das ruiniert zumindest seine gesundheit
    2. ab und zu aus dem rheinstadion blöde in irgendeine kamera grinsen, das ruiniert seinen guten ruf.
    3. mit 63 in rente gehen und dafür andere, primär die generation nach uns für sich arbeiten lassen.
    4. sonntags nicht mehr arbeiten, das ruiniert wahrscheinlich seine ehe
    5. öfter heiraten und geschieden werden, z.b mit gleichstellungsbeauftragtinnen oder kiffenden kulturamtsleiterinnen irgendeiner armen zuschussbedürftigen grosstadt in NRW oder iranischstämmigen filmemacherinnen.
    aber: der gute warren lebt weiter sehr bescheiden, unauffällig, schafft materielle nachhaltige werte und ist ein unverbesserlicher philanthrop.
    wir können ihm kaum etwas anhaben, nicht mal der schnelle gesetzesmacher und über makler wohungenvermietende justizminister heiko wird ihn so schnell enteignen können.

  7. "Young Global Leaders"
    Keine Sorge – wer´s als Kind nicht dahin schafft, kann immer noch Ex-Vizekanzler werden und dann da „Ihvänts“ mänätschen. Chinesisch oder zumindest asiatisch aussehen (check) dürfte reichen, die wichtigere Verkehrssprache ist eh Schweizerdeutsch (ch- …äh…).
    Und der Franken die neue europäische Leitwährung, is klar.

  8. Davos
    Ich würde die Flexibilität der engagierten Kulturautorinnen nicht
    unterschätzen.
    Ein Job in Davos wär doch auch was – erst ein saudischer Prinz, wer weiß
    was da für Chancen auf eine engagierte Autorin warten.

  9. Oh weh...
    …man muss also den Beitrag lesen, bevor man ihn kommentiert? Da habe ich aber oft etwas falsch gemacht. Und um Meiers Hans und colorcraze steht es nicht besser. Und der filou, früher, der las nie. Oder fast nie.
    .
    Mit „Erst Lesen“ ist das zu anstrengend.

  10. Taunus
    Nachdem diese eigenartige Stadt Frankfurt Jobs gebiert deren Inhaber haufenweise zum obersten Einkommensprozent in Deutschland gehören -wir auch- und sich haufenweise für Ausbeutung entschuldigen müssten, aus Sicht der Menschen aus nichtprivilegierten Landkreisen, herrscht hier nicht die Lässigkeit der sehr sympathischen Mutter aus obigem Artikel. Nein nein, man verschuldet sich für die nächsten 50 Jahre um standesgemäß zu wohnen, stellt mehrere SUVs vor die Türe und ja wirklich, die Kinder sind natürlich hoch und schwerstbegabt, 4 jährige die das Rheingold nacherzählen sind Realität. Alles ein Leben im Hamsterrad auf Blendung und noch mehr Aufstieg aus. Da lobe ich mir lässig zusammengeerbtes Geld und lässige Eltern, hier unter den Privilegierten, sind sie mit der Lupe zu suchen.

    • Ich habe mich bei der Beschreibung mehr an den faltigen Hautgürtel von Berlin gehalten, da kenne ich diese Fälle konkret mitsamt der Onlinefreien, die sich an ihrer normalen Arbeitsstelle al „Redakteurin“ ausgibt und Werbung für Aktionen macht, die das Defizit von Berlin vergrössern. Man kann sowas gar nicht erfinden. aber die sache mit der Hochbegabung, die vielleicht auch nur von den gesunkenen Standards kommt, ist wohl allgemein üblich.

      Ich war ein schlechter Schüler und stehe dazu. Besonders schlecht war ich in Deutsch.

  11. .
    lieber don, herzlichen dank für diesen netten artikel, ganz in altem stil…

    lieber Foersterliesel, sehr gerne gebe ich ihnen da recht, denn genau das ist der springende punkt.

    die tatsächlichen ansätze wären, in der theorie wohlgemerkt, woanders zu finden – und, vermutlich wie das wetter, kaum wirklich zu ändern, betrifft es doch die menschliche natur.

    lieber django, nun ja, warren buffett lebt sicherlich recht zufrieden. kaum verderben dürfte er sich seine ehe – schreitet er doch friedlichst mit zwei herzensdamen auf diesem erdenrund herum.

    • Gern geschehen, mit grösstem vergnügen, vielen Dank.

    • schiller
      nachdem nun auch schon wilde gerüchte im umlauf sind, unser nationaldichter f.schiller hätte auch zwei herzensdamen beglückt……………..von seinem freund j.w.g. gar nicht zu reden………und es das ganze ja auch in umgekehrter geschlechterrolle gibt, ich denke an a.m.w……………ja wer will es dem warren verwehren.
      wie singt ringo starr: so leben wir ein friedliches leben in unserem y.s.
      und das ganze monogamietheater ist ja eher eine erfindung des klerus und der feudalherren (hier könnte don mal was dazu schreiben !!) zur repression der gemeinen bevölkerung im 15. jahrhundert.

    • Schiller warn echter Chiller
      aber Göthe hatte seine Nöte.

  12. greed is good...
    Don,

    yep, sorry, die Welt der Superreichen ist auch nicht mehr das, was sie nie war. Tummelte sich vor nicht zu langer Zeit vor Euren Stahlgittertoren noch der gemeine, ungebildete und träge Pöbel, so stehen da jetzt von Ehrgeiz zerfressene Akademiker. Und die werden ja nicht weniger sondern immer mehr: Millionen von Parvenüs denen man von Kindheit an eintrichterte sie könnten alles sein, insbesondere Billionaire. Und da die ja jetzt so zahlreich sind, verdienen die natürlich alle immer ….weniger.
    Nicht erfüllte hohe Erwartungen sind keine gute Grundlage für eine umweltfreundliche Charakterbildung.
    Andererseits, Gier war und ist die die Mutter des Kapitalismus. Und soviel Gier wie jetzt war noch nie. Goldene Zeiten…

    • Billionäre
      „Und da sie jetzt so zahlreich sind, verdienen die natürlich alle
      …immer weniger.“
      Wenn dann noch eine Flaute dazukommt und dauernd Blasen platzen
      wird es erst recht eng.
      An der notwendigen Lässigkeit für das was da auf einem zukommt, wenn die alle anfangen Ihre Problems zu sozialisieren,
      muss ich noch arbeiten.

    • Reiche
      Man muss die Zahlen in Relation setzen. Die ganze Wahrheit ist nämlich:

      The average wealth per adult in this group is $2.7 million (2.3 million euros). Of the remaining 52 percent, almost all — 46 percent — is owned by the rest of the richest fifth of the world’s population, leaving the other 80 percent to share just 5.5 percent with an average wealth of $3,851 (3,330 euros) per adult, the report says.

      Gegenüber einer Person mit 3.300 Euros sind 2,3 Millionen schon sehr viel. Da in Deutschland der Schnitt aber insgesamt höher ist, ist hier jemand mit 2,3 Millionen nicht Teil der Gruppe der Superreichen. Das ist immer so das Problem, wenn man unterschiedliche Regionen der Welt miteinander vergleicht und einfach nur globale Durchschnittswerte berechnet. Von daher muss man in Deutschland die Grenze zu den Superreichen natürlich viel höher ansetzen.

    • Sicher, das sehe ich auch so, und man muss natürlich auch die Kosten einrechnen – aber es wure nun mal so in Deutschland von allen Medien verbreitet, und das nervt natürlich.

  13. Titel eingeben
    ja danke für diesen wunderbaren spiegel den sie uns vorhalten ein artikel wie aus früheren zeiten

    und die wortschöpfung >seelenloser zuchtergebnisse mit reiner abiturstoffstopfung< das ist das sahnehäubchen

  14. Nachdem ich zuerst die Kommentare gelesen habe,
    las ich dann auch den Text vom Don und war positiv überrascht.
    Kein Gender, kein NSA, kein Islam und keine Nudelhipster.
    So könnte das was werden.
    .
    Heute morgen, mein Arbeitsweg in einer Dreißigerzone vor eine Schule.
    Ein Schutzmann passt da normalerweise auf, weil die Straße sehr eng ist
    und da auch Busse fahren.
    .
    Da sah ich ein Schauspiel.
    AlleinerziehendeMütterbeimKinderzurSchulebringenunddanachabfahren.
    .
    Zwei Mütter stürzen völlig synchron von der Schule Ihren nicht ganz
    regelgerecht geparkten SUV’s entgegen, erreichen diese synchron und
    öffnen völlig synchron die Fahrertür um dann nach vorne gebeugt
    irgend etwas im Inneren zu richten.
    .
    Enge Straße, beide parkten auf der Straße, beide hatten die Tür auf.
    .
    Ich hupte.
    .
    Beide standen plötzlich kerzengerade, schauten in meine Richtung
    und sandten empörte Blicke.
    .
    Dann kam der Bus von der anderen Seite.
    .
    Der hatte eine lautere Hupe.

  15. Wie in alten Zeiten
    Sehr verehrter Don!
    Sehr schön, dieser Beitrag. Das Beste ist aber, dass Sie Donna Laura aus der Reserve gelockt haben. Wenn jetzt auch Filou noch kommt, ist es wie in alten Zeiten.
    D.T.

  16. Titel eingeben
    Mich haben die 2.3 Millionen doppelt entsetzt: zum einen, dass die Grenze so weit nach unten gezogen werden musste, um das eine Prozent vollzukriegen. Und zum anderen, dass die letzten 0.1 Borzent oben in der Fresskette heute Zustände realisiert haben, von denen das Ancien Regime nur träumen konnte. Ob es später auch einen Oswald Spengler geben wird, der diese Verteilung für eine Erfindung der Lügenpresse hält?

    Ihre Freundin A. hat Simone de Beauvoir richtig gut verstanden: materielle Unabhängigkeit ist die einzig wahre Voraussetzung für Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben in Transzendenz statt immer lächerlicher werdende Immobilien- und Status-Immanenz.

  17. Gier?
    Der deutsche Akademiker möchte nicht Milliardär werden. Das ist viel zu mühsam. Besser ist es, Einkommen nach Gebührenordnungen zu beziehen. Und ein paar frei abgerechnete Gutachten oben drauf. Die Kölner Stadtsparkasse kann erklären, wozu das gut ist und der aktuelle Oberbürgermeister auch. Und das mit dem Hausfrauenpanzer würde ich nicht überbewerten. Für die Dinger bekommt jeder jede Finanzierung hinterhergeworfen. Außerdem erfüllen diese Geräte einen wichtigen sozialen Zweck: Wer sich unsicher fühlt in dieser Welt, braucht eine 2,5 Tonnen-Wumme, um den Kothen zu seinen Aktivitäten zu transportieren. Meine Mobilität muss unter allen Umständen durchgesetzt werden. Sonst könnte man sich ja so eine HGB-86-Vertreterschleuder aus der dummen Stadt leasen.

  18. Danke....
    Wahrlich der alte Stil, das hat DL schön geschrieben…

    Nur mal so aus Interesse… Müssen Sie sowas vor dem ins-Netz-Stellen irgendwo gegenlesen lassen, oder gibts da nachträglich eine Rüge… oder ist das halt einfach nur ein Beleg dafür, dass man bei der FAZ ist, wo es eh keinen gibt der es verstehen kann?

    Wenn ich denn einen hätte, würde ich mal meinen Therapeuten fragen, wie man es macht bei jedem, und sei es einem noch so ärgerlichen Thema, stets bei der feinen Ironie zu bleiben, statt offen und ehrlich mit dem Holzhamer draufzuschlagen…
    Gibts da nicht den Spruch mit dem Kopf, den man wohl gar nicht hat, wenn man ihn gelegentlich nicht auch mal verliert?
    Vielleicht blockiert mich der ja.

  19. Akademiker
    ….die vom Ehrgeiz zerfressenen Akademiker meinte ich ja, entschuldigen müssen diese sich nicht wirklich in erster Linie für das erschuftete Gehalt, sondern eher dafür, dass sie wahlweise egozentrische Menschen erziehen oder wenn die Kinder sensibel und kritisch genug sind, solche die auf direktem Weg beim Psychiater landen werden, wenn sie nicht schon von klein auf zur Optimierung der Begabungen dort hingeschleppt werden, oder man sich im Falle einer Minderbegabung nicht mit der Realschule anfreundet, sondern auf sozialverträgliche Diagnosen setzt, die einen im Haifischbecken der Ehrgeizigen nicht ganz zum Futter degradieren…..

  20. Überlege gerade
    Ob es nicht anstrengungsloser ist, es mir auf meiner alten, angestaubten
    und durchgesessenen Betroffenheitscouch gemütlich zu machen.

  21. @Helena
    Wenn ich den D.A. richtig verstanden habe, was aber nach meiner Kommentariats-Erfahrung nicht immer der Fall ist, hat er schlicht darauf hingewiesen, wie die Überfluss-Population an Akademikern gesamtgesellschaftlich verwurstet wird. Wir haben einmal die Apparate der Parteien, Gewerkschaften, Bertelsmann-Stiftung, Konny-Adenauer usw, wo noch gepflegte Gehälter bezogen werden. Dann haben wir den Universitäts-Bereich, der ja im Wesentlichen von der Exploitation des akademischen Mittelstandes lebt. Sich einzugestehen, dass es zum Taxifahrer mit Konzession nicht mehr reicht, hat halt Uber entstehen lassen, wo überzählige Akademiker mit Tom-Tom-Navi in ihrer durch die Hauptuntersuchung gelogenen Rostlaube überzählige Akademiker zu ihrem überflüssigen Event transportieren. Wo wir gerade bei der sozialen Gosse sind: Hat jemand mal herausgefunden, ob wie in jedem Geburtsjahrgang 30 Prozent Akademiker brauchen? Brauchten wir nicht eher 30 Prozent Schlosser, die den Saudis, Israelis und Griechen ihre Panzer, Maschinengewehre und U-Boote in unseren Herstellungsbetrieben zusammenbauen? Und was ist daran falsch, statt Sozialpädagoge Maschinenschlosser zu werden?

    • Titel eingeben
      Zu Eintrag vom folgerichtig braun:
      Klar sind 30 Procederes derer von der schlosserfraktion besser als too much derer aus alma-ata (alma mater) aber gerade obsiegte in mir der kalauer. Aber what shalls? Verschwende lieber deine Energie dafür, Dinge zu tun oder nicht zu tun, auf die man Einfluss hat. Sich an besagter eiche zu kratzen bringt nur der sau etwas, die dann die herabfallenden Eicheln einsammelt. Wenn es dir gelingt, nach dem alltagstrott noch abends 5 oder gar mehr % deiner Power für dich zu haben dann bist du am nächsten tag schon ein Gewinn für die M
      enschheit, denn dein Lächeln und deine Gelassenheit werden ansteckend sein.
      Die

    • Stimmt, natürliche Eicheln fressende wildschweine und die Frage, ob das nicht auch irgendwie vegan ist, die Frage könnte man auch mal stellen.

  22. Zu müde, ein wenig zu angesoffen...
    Wirklich ein Juwel aus Ihrer Feder Don, die ganze süffisante Ironie, die die Komplexität DER Probleme gut illustriert. Und fast alle, die man als markante Gesprächsteilnehmer schätzt, sind wieder da.

    Morgen schaue ich mir das ganze noch einmal gründlich an – aber spontan stimme ich vor allem den ganz anonymen Besucher zu, dem aufgefallen ist, wie niedrig die Superreichschwelle heute gelegt wurde, inkl.dem Hinweis auf Beauvoir.
    DA arbeitet die linke Kolonne der Hedgefonds United dran, diese lästigen wohlhabenden Zecken abzuschaffen, die noch mehr Geld haben nicht als Lebenszweck definieren würden, aber mit einem Dschungelcamp auch nicht befriedet werden können.

    Warum nur liest man nirgendwo, dass es nett wäre, die absurde Komplexität der Finanzindustrie in enge Gatter einzuhedgen, noch davon, das es nicht schlecht wäre, sich zu überlegen, ob es soviel mehr juristische Personen als GmbH, AG oder gemeinnützige Stiftung geben muss, damit Herrn Müller seine Milliarden auch wirklich mal dem Herrn Müller zugerechnet werden können, so sehr ich da mit Jurakoriphäen gesprächsbereit wäre.

    Und, RossTyler, Ihre Frage, wer eventuell gegenlesen muss, habe ich mir auch gestellt, so sehr ich alles ansatzmässig Verschwörungsteheoretische hasse.

    Auf alle Fälle ist das hier doch eine ganz nette Gemeinschaft denkender Vielfalt, die hofentlich begreift, dass ihre Vielfalt der Reichtum ist, und nicht, wer als fettester Affe auf dem obersten Ast sitzt…

  23. Hey, what's a million?
    Tschudigung for the Denglish, Dottore Alphonso, aber es iss mir a bissel gelaeufiger. I am sick and tired of the eternal apologizing und all that Entschuldigung stuff.
    That feeling comes apparently with age. I’ve been bowing and scraping for decades, and what has it brought? Contempt, I dare say. Now I’ve reached the point where I prevent inquisitiv cocktail party conversations that might require so eine Entschuldigung …. and proclaim for all willing to listen „Pardon me, for living.“ This seems to produce eine Kunstpause, which most folks use to refresh their drinks, because of the apparent embarrassment of such an outburst. Obviously not a case of good manners, what? But hey, it works..
    Was das liebe Geld betrifft, werter Don, da wage ich nur zu sagen „a million isn’t what it used to be.“ Hey I had Milliarden von Reichsmark die Opa mir vor Jahren schenkte. Nach dem letzten contretemps, known as WW 2, we had millions, until some clever type decided the land of the Germans needs die Deutsche Mark. Wieder war’s Geld weg. What a disaster that was for all of us potential leadership types. In fact, we had to start all over und scrape, Francs. Dollars, Krona, Pounds together, and start all over; to painfully, determinedly work on the next Great Fortune. Selbst heut bueck ich mich und einen Penny von der Strasse aufzuheben — weil einst ein besonders Schlauer erklaerte: „Every great fortune begins with a penny.“ I’m still not sure if that is good counsel, but I keep collecting . And another genius said „put your money in real estate, that’ll make you rich“. Nun stellt man fest, dass die uebliche Million kaum noch was kauft, besonders wenn die kleinste Burg in der Metropole so ueber einige Millionen kostet, and man dann bemerkt dass die neuen Nachbarn bedeutend mehr Cash haben und ihre Flotten von Nobelkarossen vom Chauffeur putzen lassen — derweil ich mit einem Eimer Wasser und Seife meinen antiken Flyer fuerdie Weekend Oldtimer Rally poliere. Life has it’s moments.
    …und die Einzelmuetter haben kaum ein Problem unter die Raeder der Superreichen zu kommen, den die wissen sehr gut wie man sich — mit dem SUV als Waffe — gegen die Welt verteidigt. Nur am Parkplatz wo einige ihre Privatjets bestellt haben, wird es manchmal eng, und das sieht man natuerlich wie stark das angeblich „schwaechere Geschlecht“ ist. Meist gewinnen die.
    Happy Landings … and pax vobiscum

    • Mich erinnert das alles an den bayerischen Hergottswinkel – darunter flogen Geschirr und Fetzen, aber das Kreuz hatte man an der Wand. Das ist heute weg, das will keiner mehr. Aber stetig wird eingefordert, dass man sich wegen der eigenen Privilegien doch schlecht fühlen sollte -egal wie der andere herumsaut. Offensichtlich brauchen das viele, diese soziale Überhöhung, um dann genauso mies weiter machen zu können wie früher. Nur eben nicht mehr mit dem Kreuz, sondern aus Verantwortung. Was natürlich noch besser ist. weil es kein Glaube ist, sondern eine Überzeugung.

      Und natürlich gilt es als unfein, das abulehnen. Aber man sollte es ruhig öfters tun.

  24. liebe Donna Laura,
    ja, wie Sie sagen: wohl eine anthropologische Konstante, leider. Vorm schmerzlichen Gefühl des Neides schützt uns Bewunderung – das kennen Sie als Mutter sicherlich, kleine Bewunderer sind glücklich, kleine Neider sehr unglücklich.

    • Man könnte auch einfach mal den Leistungsdruck bei Kindern etwas rausnehmen.

    • leider kann man hier auf Antworten nicht wieder antworten,
      aber: bei Sozialgruppen die den Kindern lediglich Bildung vererben können gibt’s immer Leistungsdruck, nur das gewährleistet die Aufrechterhaltung des Sozialstatus in der nächsten Generation….

    • Doch das geht – oder?, einfach unter dem ersten Kommentar auf antworten klicken.

      Bildung ist vällig überbewertet. Man kann das ja mal ausprobieren: Einem Menschen eine Million ijn Gold geben und einem eine Million in Bildung. Dann beide sterben lassen und mit bildung und Gold bestatten. Wer landet im Museum und wer in der Obstkiste, wenn er ausgegraben wird?

      Kurz. Bildung sollte man sich leisten können.

    • Titel eingeben
      Es hat schon seine Gründe, warum dem Adel traditionell Bildung weniger wichtig war als Bildung. Was sich freilich zumindest seit dem Ende des Kaiserreichs erst langsam und dann immer mehr geändert hat, als immer mehr Adel verarmte.
      Selbst die als Gräfin von Schönburg-Glauchau geborene Fürstin, die ja durchaus geschickt darin war, ganz Bürgerlich Erfolg zu haben bzw. zumindest den drohenden totalen Misserfolg abzuwenden, zeigt immer wieder eine fast schon unterwürfige Verehrung der Studierten. Das höchste sind für sie natürlich studierte katholische Theologen.

      Und, das wurde mir jüngst sehr deutlich: der Reichtum „Bildung“ kann sehr schnell weg sein. In dem Fall hat es nicht mal 48h gedauert, dann war festgestellt, dass im Kopf eines schlagartig zusammengebrochenen, sehr bekannten Wissenschaftlers aufgrund fehlender Sauerstoffversorgung nur noch ein sich bereits auflösendes Hirn schwamm. Passierte kurz nach dem Ende der (angestellten) Berufstätigkeit.

      Beim einen bleibt ein Schloss, ein Vermögen, oder vielleicht auch ein Berg Schulden. Beim anderen ca. 6000 Fachbücher.

    • Und Greenbowlerhat, niemand kann sagen, wer glücklicher gestorben ist.
      Das vergass der Don – dem Toten ist es herzlich egal, ob er mit Gold oder nur als Gerippe gefunden wird. In allen denkbaren Nach-tod-varianten, auch den religiösen :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Das, mein lieber thosten Haupts, kann nur sagen, wer nicht weiss, wie unachtsam die beigabenlosen Gräber in den Obstkisten und Müllsäcken landen… ich würde ja später gern mal zusammen mit einem Hortfund a la Ötzi entdeckt werden.

    • .
      dies, lieber don, dürfte nicht ganz einfach werden.

      sie, eigentlich alle, die nicht über ein mausoleum oder eine mitgliedskarte einer der tempel der religion besitzen, werden zu vergorenem katzenfutter im sonderbereich des wertstoffhofes verarbeitet, nach wenigen jahren liegezeit – vielleicht sollte man doch wieder eine kirche stiften.

      es sei denn, man legte sich beizeiten mit seinen pretiosen unter eine dicke schlammlawine oder einen vulkanausbruch.
      oder schlitterte mit dem rodel in eine tiefe und schmale bergspalte. dann bräuchte man sich auch keine prospektiven sorgen mehr wegen diabetes zu machen.

    • Das stimmt so natürlich, aber es gibt erstens ja auch noch andere Länder und zweitens kann man so eine Urne auch heimlich irgendwo mit viel Gold verbuddeln lassen. Ausserde könnte es bei meinem Lebensstil schon sein, dass ich irgendwann einfach verloren gehe, zu schnell in der Kurve und so – und in der Bergeelt findet einen keiner so schnell. Siehe Ötzi.

    • Ausserdem hasse ich Beerdigungen klassischer Natur wie die Pestilenz. Ich will das nicht.

    • .
      lieber greenbowlerhat, es kommt doch sehr darauf an, welches geschlecht man vor augen hat (nicht, was sie jetzt wieder denken, ts).

      zuzeiten begab es sich,dass die angetrauten sich auf kriegszug befanden, und übrig blieben die verdorbenen kleinen klerikalen, um den damen das, äh, kirchenlatein nahe zu bringen – schlicht: die herren schleppten schwer an ihren panzern und die damen lasen.

      liebe Foersterliesel, man dachte dabei nun auch daran, dass es nicht jedem vergönnt ist, weitsichtig zu wirtschaften.
      das gibt es nun im sehr erweiterten umfeld eben auch: dass sich welche beschweren, mit bitter-vorwurfsvollem seitenblick, dass sie keinen meter im quadrat ihr eigen nennen dürfen (vom erbe bestritt man eben die reisen und den neuen wagen) – nur um kurz darauf ihr neustes gimmick zu zücken, um eine fotographie ihres neusten grossflachbildschirms zu präsentieren. und die küche ist so klein, da muss man eben essen gehen, also beim running sushi das mittagsangebot.

      einfach ein anderer lebensstil. zum einen, weil es in diesen zeiten ohnehin nicht mit einem fein geschwungenen federstrich zu bewerkstelligen ist, künftigen, noch ungezeugten erbinnen und erben schon einmal die perlen des leidens über eine erbschaftssteuerberechnung auf die hohe stirne zu treiben.
      und zum anderen gibt es überall unterschiede, selbst bei denen, die können.
      unsere burg zum beispiel wäre ohne tägliche tun kaum zu halten: jeden tag zwei neue kniffelige fälle, und die handwerker sieht man häufiger als den grossonkel.

    • ja, liebe Donna Laura,
      Immobilien, zumal alte, gar historische, sind in der Erhaltung sehr belastend. Deswegen kamen sie ja oft als Schnäppchen auf den Markt.
      Wenn mehrere Erben da sind geraten Häuser dann oft neuerlich auf den Markt usw…
      als Kind bekam ich so viele sorgenvolle Gespräche über Renovierungskosten und über Mieter die (damals) ganz niedrige Mieten zahlten, aber erstaunliche Reisen machten, teure Wagen fuhren und Wochenendhäuser am Land bauten zu hören, daß ich selber nie ein Haus haben wollte.

      Gräber wären auch einmal ein Thema.
      Gruften sind ja auch eine Art von Familienimmobilie mit all den damit verbundenen Kosten und Problemen. Jüngst las ich daß viele repräsentative Gruften aufgelassen würden. Auch die kleinen Urnengräber florieren nicht mehr so, der Trend geht zur Wald- und Parkbestattung ohne Grabstein und Erhaltungskosten. Gerade heute telefonierte ich mit einer Freundin, die – bei kleiner Pension – eine ganze Reihe von Familiengräbern an verschiedenen Orten erhält und ein wenig gärtnerisch betreuen läßt; sie weiß sie ist die Letzte der Sippe, nach ihr werden all diese Gräber aufgelassen werden, aber sie selber verfallen zu lassen, das kann die treue Antigone nicht – und ich versteh sie.

  25. Titel eingeben
    @mediensegler das war grad gut zum richtig durchlachen am morgen
    aber mit solchen theatern werden wir wohl überhäuft damit muß man leben oder um es mit schnitzler zu sagen

    man kann sich wohl den weg wählen, aber nicht die menschen denen man begegnet

    einen schönen tag noch allen hier im gemütlichen salong

  26. Alleinerziehende Mütter?
    Ich halte fest: Der Mediensegler gibt zu, daß er zuerst die Kommentare gelesen hat und dann erst den Beitrag vom Don (!):

    „Nachdem ich zuerst die Kommentare gelesen habe,
    las ich dann auch den Text vom Don und war positiv überrascht“.

    Das ist ein hübsches Beweisstück, das man sich merken sollte, denn wer zu diesem Zeitpunkt die Kommentare zuerst gelesen hat, hat zwei Stunden investiert ohne den Ausgangstext zu kennen (!). Und so ist das nicht nur hier, sondern auch im Rebellmarkt, bei Deus ex Machina und wenn es den westöstlichen Diwan noch gäbe, wäre es auch dort und in der Blogbar so – die Stützen sind inzwischen allgegenwärtig oder vielmehr der Teil der „Stützen“, die vom „Tiger“ freudig begrüsst werden als „dann ist es hier ja wieder wie in alten Zeiten“..Vor Jahren hat zu einer solchen Konstellation Charles Schumann zu einer meiner bestaussehendsten, bestgekleidesten, schönsten, frischesten, begehrtesten Freundin, von der ganz Schwabing geträumt hat, einmal von ihr angeguckt zu werden, ohne einen Funken Ironie gesagt: „willst Du nicht mal wieder zu Hause bleiben und ein gutes Buch lesen?“ – aber das war eben Charles, der konnte so etwas sagen und hat auch schonmal mit Eisstücken geschossen, wenn ihm ein Stammgast krumm gekommen ist.

    Und nur einer sieht das auch so:

    „Oh weh…
    …man muss also den Beitrag lesen, bevor man ihn kommentiert? Da habe ich aber oft etwas falsch gemacht. Und um Meiers Hans und colorcraze steht es nicht besser. Und der filou, früher, der las nie. Oder fast nie. Mit “Erst Lesen” ist das zu anstrengend.“

    Der Mediensegler traut sich aber dennoch den nachfolgenden Satz zu posten

    „AlleinerziehendeMütterbeimKinderzurSchulebringenunddanachabfahren“.
    Man hat seine Reizworte in den Kommentaren gesucht und darauf einen eigenen Beitrag aufgebaut und man meint, das wäre ein SUV-Mütter-Bashing-Haß-Text, was er aber ganz und gar nicht ist.

    Es existieren in unserer Gesellschaft – höchstens bei gut versorgten „Stützen_frauen“ SUV-fahrende, ebenso ignorante wie impertinente „Alleinerziehende“ herauskommen wie beim „Mediensegler“, die ihm auf einer zu engen Strasse einen provozierenden Hintern entgegenstrecken und erst noch von den 6 Hupen eines Busses weggetrötet werden müssen, damit der „Mediensegler“ wieder frei Bahn hat.

    Das ist im Kontext von „Alleinerziehenden“ gemein, es ist falsch, aber es ist auch typisch für eine Stützendiskussion wie diese, wo der Ausgangstext nicht nur nicht gelesen wurde, sondern auch nicht auf fruchtbaren Boden fallen würde, wenn er denn gelesen worden wäre.

    Es wäre schön, wenn die schnatternde Schar sich hin- und wieder eine andere Gans suchen könnte als dann auch noch in jedem anderen Blog vom Don aufzuschlagen und sich zu Themen zu äussern, die sie noch weniger verstehen. Feine Ironie gepaart mit Mitgefühl und Mitmenschlichkeit, die ohne Häme auskommt und ohne diesen satten Tonfall des Besserwissertums („sind wir alle wieder unter uns“), das kann nur der Don und manchmal wünschte man sich die alten Zeiten tatsächlich zurück: als die Stützen noch soviel Feingefühl besassen, sich nicht überall nach vorne zu drängeln und überall ihren Senf dazu zu geben.

    • Titel eingeben
      Sehr schön auf den Punkt gebracht, Istvan. Für eine Oldie-Veranstaltung wären Dons Texte auch viel zu schade, andere Stimmen und Perspektiven sind jetzt gefragt.

    • Hä?
      (Verbreitet für norddt.: Watt?)

    • Übersetzt: Istvan findet, dass der Don Perlen vor die Säue seines Kommentariates wirft,
      da dieses ein plapperndes, unsensibles und ungebildetes Volk sei. Seiner feinen und barmherzigen Ironie nicht würdig. Und deshalb öfter mal den Rand halten sollte.

      Es hat das nur ein bisschen umständlicher ausgedrückt.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ich mag meine Leser. so ist es halt.

  27. Titel eingeben
    Anstelle des Hosen-Zitats am Anfang hätte Ideal auch gut gepasst: „Nur der Scheich ist wirklich reich“.

  28. Lokalesprit
    Muss es im Text nicht heissen: Marzahner Nobelvorort Potsdam?
    Und wenn in Lichtenberg die Mieten auf dem Niveau von Charlottenburg ankommen sollen, dann haben wir die Folgen der Teilung überwunden.

  29. Polante?
    Verzeihung, wenn ich frage:
    Was oder wer ist „Polante“?

    • Aber bitte, ich erkläre gern: Das ist eine bayerische Redewendung und heisst in etwa „den Dienstboten darstellen“. Also „I moch da fei ned an polante du gscheads Dridschahl“ heisst „Verzeihen Sie, werte Dame, aber ich bin nicht bereit, Ihnen wllfährig in diesem Punkte nachzugeben.“

  30. fehlende Karriereaussichten für Schlosser
    @Folkher Braun – als Sozialarbeiter kann man glauben, bessere Karriereaussichten zu haben als im Schlosserberuf. Oder kennen Sie einen amerikanischen Präsidenten, der als Schlosser angefangen hat?

    • Werkzeugmacher / Dr. Phil.
      Nun, wenn sie nicht in „God’s own country“ (*hust*) geboren wurden, koennen Sie diese Karriereaussicht eh‘ vergessen. Norbert Bluem hat zumindest als Werkzeugmacher angefangen (was ihm wohl auch den Vorsitz in der CDA eingebracht hat), MdB wurde er aber erst, nachdem er auf dem zweiten Bildungsweg zu einem Dr. Phil. mit einem „Beitrag zum Verständnis v. ‚Gemeinschaft und Gesellschaft'“ gelangt ist.

      https://www.youtube.com/watch?v=zyNQ7GHyR-k

    • Titel eingeben
      Georg Leber war als gelernter Maurer später Minister ohne Dr. phil., wenn ich mich nicht irre. Und hatte sogar das Format für einen Minister.

    • Das gäbe es heute vermutlich nicht mehr – dafür fallen auf der anderen Seite auch ein paar Doktoren raus.

      Was ich mich übrigens frage – wenn eine Wissenschaftlerin für sich einen beruflichen Titel erfindet, den sie nicht hat – hier „Redakteurin“ – und in ihre vita einbringt, kann man nicht auch die Frage stellen, ob dann bei der Diss alles mit rechten Dingen zugegangen ist?

    • Redakteurin
      Redakteurin kann sich jede(r) nennen; das ist weder Amts- oder Titelanmassung noch Betrug – hoechstens peinlich.

    • Naja, wenn eine Zeitung nun aber echte redakteure hat und sich jemand dazu macht… ich hatte mal mit so einem Fall zu tun, da war Feuer am Dach bei uns.

  31. Unwort des Jahres?
    Herzlichen Dank für den anregenden Text, Don Alphonso! Das Entschuldigen ist heutzutage ja aufs Bedauerlichste inflationär geworden und wird von Allerwelt als pauschaler Blankogeneraldispens verwendet, um das eigene ungezogene Verhalten, vulgo Gehabe und Getue, a priori im wahrsten Sinne des Wortes zu exkulpieren. Das nervt unendlich. mit Verlaub. Nicht dass früher alles besser war. Nur musste man da einfach ein wenig mehr Verantwortung fürs Tun übernehmen und konnte sich nicht mit einem simplen „Entschuldigung“ herauslavieren oder, wie das die neureiche Klientel heute gern tut, freikaufen. Nun muss nicht alles gelobt sein, was hart macht, aber es gibt durchaus noch alte Sippen in diesem Land, in deren kollektivem Familiengedächtnis die eine oder andere Duellgeschichte herumspukt, weil eben eine Entschuldigung unzureichend war oder verweigert wurde. Wohltuend klärend, erfrischend und herrlich eindeutig in der Konsequenz.
    Meine zur Wahrung der Stammlinie und aus Liebe gezeugte Brut pflegt auch sehr gern alles und jedes inakzeptable Gebaren mit einem „Entschuldigung…“ einzuleiten, was ich aber immer weniger willens bin zu akzeptieren. Weder privatissime noch in Gesellschaft. Also leiste ich mir den Luxus, Entschuldigungen nicht mehr einfach so zu akzeptieren und freue mich diebisch jedes Mal an der dadurch entstandenen Verlegenheit und Irritiertheit des Gegenübers.
    Die kleinen Freuden des alltäglichen Lebens halt, in dem liebgewonnene alte Orientierungen durch eine Flut neuen Geldes überspült und sichtlos gemacht werden. Man muss halt dann den langen Atem haben zu warten, bis diese Art Hochwasser wieder zurückgeht. Und jetzt das Wetter… ;-)

  32. Die Verteilungsrichtung umzudrehen...
    …setzte verdrehte Gedanken voraus – die man, wie man liest, bei der Oberschicht nur bedingt voraussetzen kann.

    • Doch doch, die sehen das schon – aber nur bei den anderen. Ihre eigenen Privilegien sind natürlich gerade mal gerecht und hart erarbeitet und es ist wichtig für die Welt, dass es so bleibt.

    • .
      und selbst, wenn man verspräche, die sicht- und greifbare oberschicht in der gesellschaft heranzuziehen, so täte man dies doch nur, um diesen einen maulkorb zu verpassen, sind sie doch oftmals aufgrund eines gewissen mindestmasses an zeit und bildung durchaus in der lage, an gesellschaftlichen entwicklungen teilzuhaben. es muss nun nicht gerade dieser komplett überlaufene kulturbereich als einziger sein.

      denn eines dürfte doch sicher sein:
      jene so genannten eliten, wie die unsichtbaren bankster und ihren konsorten sind der jet set: mobil – und weg.

      und weder sicht- noch greifbar.

      und dann zählt eben doch wieder das weniger schöne argument des noch unschöneren neides.

      noch ein wenig invidiasalat?

  33. Kasse Don!
    Klasse Don!

  34. Titel eingeben
    @ zum schiller noch ein schönes wort

    und zu ihrer bildungsmillion gegen goldmillion las ich dann museum und ostküste dachte mir noch was ist das ein freudscher verseher natürlich und die oligarchischen besser bezogenen sofas ja es paßt halt eins zum andern

    aber wenn ich der ostküste mein kinderticket schicke dann haben die auch noch was zum lachen

  35. Titel eingeben
    haben sie den text gekappt? oder war das mit schillers wort bewußt weggelassen worden? nein ich weiß ich habe es ganz sicher geschrieben und zwar in solchen klammern jetzt lass ichs bewußt weg

    ich fand den spruch heute auf einer broschüre des hessischen rundfunks religion und kirche von mir handschriftlich darauf vermerkt

  36. second try - because Safari couldn't open the page
    @Don – Bildung muss man sich leisten können, dass habe ich meinen Töchtern auch immer gesagt. „Lernt erst einmal einen Beruf, mit dem ihr garantiert Geld verdienen könnt und damit unabhängig seid. Bei Mädchen ist das besonders wichtig.“ (Bei uns ist das Mathematik, was in diesem Blog als etwas underdog gilt und nicht Schlosser). „Als Mathelehrer/Professor findet ihr immer einen Job. Malen, Schauspielern, Literatur sind ein Hobby. Das könnt ihr später immer noch nebenher machen.“ Viel habe ich im Leben nicht erreicht… aber die Tigerbabys sind Mamas Ratschlag gefolgt.

    • Welche Seite, pardon, wenn ich nachfrage, konnte Safari nicht öffnen?

    • Problem Report - Safari couldn't open page
      Ich habe
      „Lesermeinung abschicken“
      gedrückt
      dann ist das
      F http://blog…..WP
      in Stillstand gegangen
      und nach 1 Minute kam
      „Safari couldn’t open page“

      Den Text konnte ich während des Stillstands noch schnell kopieren, und beim zweiten Versuch wieder einpasten.

    • Titel eingeben
      Mit „Geld vedienen“, verhehrter Tiger, ist man leider nicht gleich „unabhängig“.

      Man steht als Töchterchen erst mal unter der Fuchtel eines „Arbeitgebers“. Was bitte daran ist „unabhängig“.

      Selbst als „Frei“-Berufler oder als „Unternehmer“ ist man nicht „unabhängig“. Das werden einem der „Markt“ und die universal präsente Steuerbehörde samt nobler Privatkrankenkasse schon berichten, wenn es darauf ankommt … Man ist maximal Teil des Systems, also Zahnrädchen. Nicht: unabhängig.

      Das Wörtchen „unabhängig“ scheint mir sehr definitionsbedürftig.

      Unabhängig ist man ansatzweise erst, wenn man privatissime wirklich selbst entscheiden kann, was man tun will und was nicht. Das ist man nach dieser Diktion maximal als Privatier mit genügend bereits vorhandenem Geld aka „Hintergrund“. Sozusagen Privathintergrund.

      Alles andere ist Mittelschicht-bürgerlicher Selbstbetrug, das Gegenteil von autark. Das Karotten-Eselchen-Vademecum, mit dem unsere Gesellschaft mitsamt ihrer wohlfeilen Panegyiriker-Reden zum Wohle des Mittelstands unabdingbar am Laufen gehalten wird.

      Meinen Töchtern, sofern ich welche hätte, würde ich lieber reinen Wein einschenken.

  37. Da Istvan d.r V.art aber e Lüftche entfleucht.
    Zwee Stunde?
    Nee, Jung, bin Schnellleser, mit drei LLL,
    so schnell kannste nich kommentieren, als wie ich lääse kann.
    Un de Tiejscher hätt die Donna jegrüßt, un net disch.
    Ewer schön, dat wir jetzt wisse,
    dat de en Früngdin häst un de Schumann kennst.
    Nee, un mann meint nich.
    Mann weiß,
    dat mann uff de falsche Spur fährt un deeht et trotzdem.
    Willste e Würschtje für denne Senf?

  38. @ TGA
    Ja, TGA, da haben Sie Recht, es ist die Vielfalt, wegen der ich hier bin. Als Feind geistiger Inzucht hasse ich Unterhaltungen mit Gleichgesinnten, bei denen man sich gegenseitig auf die Schulter klopft. Ich höre lieber Widerspruch um meine zugegebenermassen dezidierten Meinungen an diesem zu messen und diese dann gegebenfalls zu ändern.

    Was das Gegenlesen, bzw die Zensur angeht, so kann ich bei anderen, weniger wertneutralen Themen, bei denen es leider stets um politisch Korrektes geht, kann ich halt nicht übersehen, dass Beiträge fehlen…. sehr enttäuschend.

    Da Sie Verschwörungstheorien hassen, dann kann ich Ihnen (und nicht nur Ihnen) die beiden Filme die ich gestern abend gesehen habe, empfehlen.

    Da gabs „Kill The Messenger“, über den Gary Webb, den Journalisten der damals die Nicaragua Contra Schweinerei aufgedeckt hat, und später Selbstmord beging, oder wie man im Deutschen sagt, geselbstmordet wurde.

    Und anschliessend gabs vor dem Schlafen Gehen noch die Doku „Citizen Four“. Ein gutes Beispiel, das einen lehren kann, warum ich immer behaupte, der Zug Richting grenzenloser Total Überwachung ist schon seit einigen Jahren abgefahren

    Zwei Sätze für Sie, als Erunnerung, Sie kennen diese ja sicher:

    Nur weil Du paranoid nist, heisst das noch lange nicht,d ass Du nicht überwacht wirst. und…

    Postiv Denken ist das Gegenteil von Denken

  39. Der andere saut nicht herum
    Er ist durch die finanzkapitalistischen Strukturen der Macht dazu verdammt. Eine Befreiung aus diesen Verhältnissen ist nicht möglich. Und auch nicht erwünscht. Der sozial-industrielle Komplex muss schließlich erhalten bleiben. Ja wo kämen wir denn da hin!?

    • Naja, der Komplex, der sind wir natürlich selbst und der Druck, der gemacht wird, kommt nur prlmär vom Kapitalismus, aber hauptsächlich vom Umfeld, das immer noch eins drauf setzt.

  40. Titel eingeben
    Froh zu sein bedarf es wenig, / und wer froh ist, ist ein König

    • Das wurde mir letztes Jahr auch zweimal vor augen geführt, sehr deutlich, icht schön, aber ich habe es verstanden.

  41. Warum kein Hubschrauber-Geld?
    Wenn eine Billion mehr Schulden bei der EZB wurscht ist, fragt man sich wirklich, warum nicht doch die Version auszuprobieren, dass man jedem Bürger der EU ca. 3000 Euro schenkt?

    Wenn die Billion zu 75-80 % im Finanzkasino landet ( und damit die Preise von Aktien und Büroimmobilien inflationiert) und nur zu etwa 20-25 % in Wirtschafts- und Privatkrediten, ist der Gedanke ganz amüsant, jeder, vom bayerischen Greis bis zum somalischen Baby mit Duldungsrecht würde 3000 Euro bekommen.

    Wenn das dann im permanenten Notfall alle drei Monate wiederholt werden müsste – dann wäre die Hyperinflation und die Währungsreform wohl bald kaum mehr vermeidbar.

    Spannend, warum das bei den „Anleihekäufen“ so ganz anders sein sollte, wenn die Staatshaushalte so richtig wieder einen drauf machen können, als wenn mittellose Rentner plötzlich beim Billigreiseanbieter Traumferien machen könnten, alleinerziehene Mütter endlich Balletstunden auf Chinesisch finanzieren könnten, oder Kneipenwirte eine Lokalrunde nach der anderen geniessen könnten.

    Beim „Hubschraubergeld“ ahnt man, dass das kein gutes Ende nehmen kann – am Ende muss der Steuerzahler die Party doch bezahlen – aber was so genial am Quantitative Easing ist, habe ich irgendwie nicht ganz verstanden.

    Vielleicht weil es die Rechnung auf den St. Nimmerleinstag verschiebt, was im Horizont von Politikern und Wirtschaftsführern den Pensionseintritt mit 55 oder den Ruhestand auf dem Boni-Kissen bedeutet.

    Dass ich nicht viel von Verschwörungstheorien halte, liegt auch zum grossen Teil daran, dass man beim Pinkeln gegen den Wind meist nur selbst die nasse Hose hat.

    Positiv denken heisst Nichtdenken – ganz im Gegenteil- weil man Hindernisse und Schlupflöcher antizipiert, kann man den Autoritäten erst Angebote machen, die sie aufgrund ihrer beteuerten Werte nicht ablehnen können – ganz anders, als wenn man wie ein bockiges Kind ein Riesentheater vor dem Süssigkeitenregal veranstaltet.

  42. Oldieveranstaltung...
    …sei das hier, muss ich lesen. Also bitte, ich bin kaum 70. Und Detlev von Westhofen-Runkel ist wenig älter (liest aber nicht mehr mit, soweit ich weiß, eben wegen so ehrenrühriger Behauptungen!).

    • Immerhin noch kein ZDF.

    • Mit dem größten Bedauern!
      Mit dem größten Bedauern möchte ich meine in keinster Weise zutreffende Behauptung widerrufen. Nichts liegt mir ferner, als Ihnen und Ihrem Freundeskreis Ungemach zu bereiten. Bitte bleiben Sie auch weiterhin diesem Blog und seinem Gastgeber gewogen.

      Hochachtungsvoll

  43. Titel eingeben
    also jetzt sind in meiner beschwerde auch die klammern weg so waren sie im ursprungstext mit inhalt jetzt setze ich den inhalt auch nochmal rein mal sehen was rauskommt und ansonsten ist es hier wieder richtig gemütlich

    und wollen sie wirklich als ötziII in die geschichte eingehen? man wüßte nichts über ihre klugheit und ihre silberkännchenvorlieben außer sie verunglückten wie ein marokkanischer wasserverkäufer mit all seinen silberkännchen

    @tiger ja bei mir fruchtet es noch nicht so ganz aber ich arbeite stramm drauf zu das einzig wahre was man tun kann in zeiten wie diesen

    @donna laura ihr humor zur mittagsstunde ist köstlich

  44. Titel eingeben
    Meine Interpretation ist: In dem Moment als ich auf abschickten drückte, haben ein paar hundert tausend versucht die Web-seite der Stützen zu öffnen. Damit wurde mein Zugriff blockiert, Safari got a time-out und couldn’t open the page.
    .
    Beim zweiten Mal waren da keine hunderttausend Zugriffe in parallel. Deswegen wurde mein Kommentar angenommen – und zwar ohne Verzögerung (was ich manchmal beobachte).

  45. Titel eingeben
    also ich schreib jetzt hier nichts mehr das kommt immer wie torte ohne creme raus oder ohne sahne oder frucht

    ich schick aber immer ganze tortenstücke ab mit allem drum und dran

  46. Warum denn kein Hubschrauber-Geld?
    Irgendwas muss ich heute mittag falsch geklickt haben, so dass mein Beitrag im elektronischen Niemandsland verschwand; aber da ich ihn der Kommentatorengemeinde nicht vorenthalten mag, versuch ich’s in einer aktualisierten Variante nochmal:

    Wenn eine Billion zweihundert Milliarden mehr Schulden der EZB schon wurscht sind – seit heute Nachmittag wissen wir es – fragt man sich langsam wirklich, warum nicht doch die Version auszuprobieren, dass man jedem Bürger der EU ca. 3000 Euro schenkt?

    Wenn die Billion zu 75-80 % im Finanzkasino landet (und damit die Preise von Aktien und Büroimmobilien inflationiert) und nur zu etwa 20-25 % in Wirtschafts- und Privatkrediten, ist der Gedanke ganz amüsant, jeder, vom bayerischen Greis bis zum somalischen Baby mit Duldungsrecht würde 3000 Euro bekommen.

    Wenn das dann im permanenten Notfall alle drei Monate wiederholt werden müsste – dann wäre die Hyperinflation und die Währungsreform wohl bald kaum mehr vermeidbar.

    Spannend, warum das bei den „Anleihekäufen“ so ganz anders sein sollte, wenn die Staatshaushalte so richtig wieder einen drauf machen können, als wenn mittellose Rentner plötzlich beim Billigreiseanbieter Traumferien machen könnten, alleinerziehene Mütter endlich den Wittgenstein-Tanzkurs auf Chinesisch finanzieren könnten, oder Kneipenwirte eine Lokalrunde nach der anderen geniessen könnten.

    Beim „Hubschraubergeld“ ahnt man, dass das kein gutes Ende nehmen kann – am Ende muss der Steuerzahler die Party doch bezahlen -, aber was dagegen so genial am Quantitative Easing ist, habe ich irgendwie nicht ganz verstanden. Vielleicht, weil das schöne fette Bonuszahlungen, tolle Konferenzen in wirklich gediegenen Hotels an wunderschönen Orten und herrliche Pensionen ermöglicht?

    Vielleicht weil es die Rechnung auf den St. Nimmerleinstag verschiebt, was im Horizont von Politikern und Wirtschaftsführern „nach der Legislaturperiode“ bzw. „aus dem Vorstand in den Aufsichtsratssessel“ heisst?

    Dass ich nicht viel von Verschwörungstheorien halte, liegt auch zum grossen Teil daran, dass man beim Pinkeln gegen den Wind meist nur selbst die nasse Hose hat.

    Positiv denken heisst Nichtdenken – ganz im Gegenteil: weil man Hindernisse und Schlupflöcher antizipiert, kann man den Autoritäten überhaupt Angebote machen, die sie aufgrund ihrer beteuerten Werte nicht ablehnen können – ganz anders, als wenn man wie ein bockiges Kind ein Riesentheater vor dem Süssigkeitenregal veranstaltet.

    • Eine Billion Reichsmark!
      Ja, großer Artist,
      als Hofnarr und Pausenclown sitze ich zu Ihren Füßen,
      und wundere mich,
      dafür,
      dass ich die gleichen Gedanken habe.
      .
      Mein Opa erzählte mir als Kind,
      dass das Geld für ein Brötchen,
      ja mei, für die Bayern hier, Semmel,
      schwerer wog als das Brötchen.
      Wie oft habe ich
      in diesen Blogs hier
      vor bedrucktem Papier
      gewarnt.
      Heute morgen im Morgenmagazin
      gab es einen Kofferträger,
      der erklärte, wie viele Scheine
      in dem Koffer es braucht, für eine Million,
      und wie viele Koffer es braucht,
      diese unglaubliche Summe
      mit realer Vorstellungskraft zu füllen.
      Ich bin stundenlang
      von meinem Wohnort
      nach München gefahren.
      Um meinen Sohn
      in Lohn und Brot zu bringen.
      Diese Strecke hätte nicht gereicht,
      um diese Koffer aneinander zu stapeln.
      .
      Dieser Draghi,
      hat der Kinder,
      und wenn ja,
      stellt der sich
      auch diese Koffer vor,
      entlang der Autobahn?

    • Geld vergeht, Immobilie besteht und wenn sie verlangen, dass man eelmetalle abgibt, fährt man besser in die schweiz, solange es noch geht.

  47. Titel eingeben
    ja sind die stützen jetzt abgestürzt? oder faschingsmäßig verkleidet das kann natürlich auch sein

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