Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Pornoskandal im feinsten Lehel

| 47 Lesermeinungen

Nudus ara, sere nudus, hiemps ignava colono
Vergil

Stellen Sie sich vor, Sie wären reich. Steinreich. Reich genug, um sich ein Grundstück in der feinsten Lage der teuersten Stadt leisten zu können, hundert Meter lang und fünfzig Meter breit, direkt an der Isar und zentral gelegen. Und reich genug, ein Haus neben dem nächsten hinzustellen, sieben Stockwerke hoch und nur mit den besten Materialien. Eingänge aus schwarzem Marmor, vier Meter hohe Decken, Flügeltüren, dickes Parkett, getäfelte Wände. Sie schaffen es einem Architekten an, und der baut das für Sie. Einen ganzen Strassenzug. Und dann kommt der Architekt und fragt Sie, was Sie als Kunst am Bau haben möchten.

Nun, sagen Sie und schenken sich einen Cognac ein, lehnen sich zurük in Ihren Sessel und schauen mokant lächelnd himmelwärts, mein lieber Herr Baumeister, Sie werden so freundlich sein, über das Portal zwei splitterfasernackt posierende Knaben zu machen, vielleicht 4 Jahre alt, die den Hintern zusammen kneifen, den Penis vorzeigen, und dicke, wurstartige Girlanden schleppen.

lehela

Knaben mit dicken Dingern, ist notiert.

Und dann, sagen Sie, im Treppenaufgang, wo es dann etwas privater wird, hätte ich gern noch mehr nackte Knaben. Prall, mit Babyspeck, auf jedem Stockwerk einen, neckisch, gell, man soll ja was zum Anschauen haben, wenn man nach oben geht. Ganz einfach, viele nackte Knaben. Bitte die beste Ausführung, es darf ruhig was kosten. Bleiglas, verziert.

lehelb

Wenn Sie das vor einem Jahrhundert gesagt hätten, hätte sich niemand etwas dabei gedacht und es exakt so wie gewünscht gebaut – und so steht es übrigens auch tatsächlich an der Isar. Würden Sie das aber heute verlangen, kämen Ihre Verwandten zum Schluss, dass Sie neben einer untragbaren Vorliebe auch noch einen krankhaften Exhibitionismus haben – man würde Sie in ein Sanatorium in die Schweiz verfrachten und entmündigen lassen, bevor solche Motive einen Skandal verursachen und Sie das Geld Ihrer Erben anderweitig schmälern. Schliesslich haben wir nach Jahren der Panikmeldungen, dem Fall Edathy und der Nichtberücksichtigung des Umstandes, dass Kindesmissbrauch ursächlich weniger im Internet denn in Familien und in der Realität stattfindet, ein verschäftes Gesetz, und das besagt.

§ 184b Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Schriften
(1) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

1. eine kinderpornographische Schrift verbreitet oder der Öffentlichkeit zugänglich macht; kinderpornographisch ist eine pornographische Schrift (§ 11 Absatz 3), wenn sie zum Gegenstand hat:
b) die Wiedergabe eines ganz oder teilweise unbekleideten Kindes in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung oder
c) die sexuell aufreizende Wiedergabe der unbekleideten Genitalien oder des unbekleideten Gesäßes eines Kindes.

Nun.

lehelc

Das war übrigens noch bei weitem nicht alles. Die Darstellungen im Treppenhaus können in einer Zeit wie der unseren, die voll von möglichen erotischen Anspielungen ist, auch, sagen wir mal, eine weitere Bedeutungsebene bekommen. Der Krieg etwa ist ein Kind, das eine Lanze hält und es gehört gar nicht viel dazu, an dieser Stelle tatsächlich an die Ephebenliebe der klassischen Antike zu denken. Der Schmutz ist hier im Kleide des Denkmalschutzes und der allegorischen Anspielung, aber jeder würde heute wohl zurückschaudern, ginge es darum, sein Haus so zu verzieren.

Auch der Friede, der mit der Palme wedelt, ist nicht nur nackt, sondern auch anspielungsreich und ich möchte betonen, dass ich dieses Haus, diese Treppen hier seit fast einer Dekade kenne und nie den Eindruck hatte, jemand würde sich an diesen Darstellungen irgendwie erregen. Sei es nun sexuell oder moralisch. Die meisten finden das einfach nett. Hübsch. Man gewährt der Vergangenheit ganz selbstverständlich eine gewisse Toleranz, bekommt aber auf der anderen Seite Zustände, wenn es im Kindergarten einen männlichen Erzieher gibt. Oder die Kinder etwas komisches im Internet machen könnten. Wie definiert man eigentlich „unnatürlich geschlechtsbetonte Körperhaltung“ in einem Treppenaufgang, wo lauter nackte Kinder auch mal Tiere halten?

lehele

Da ist nun mal das alte Europa, das beste alte Europa unter dem Prinzregenten in Bayern, als München leuchtete, im klaren Konflikt mit unseren heutigen Moralvorstellungen, da wir nun empfindsamer sind und die Problematik besser verstehen und eben keine nackten Kinder über die Hauseingänge setzen. Wir wissen zudem, wie die Graubereiche des Gesetzes im Zweifelsfall gegen uns ausgelegt werden können, und bremsen uns lieber präventiv ein. Kurz, wir benehmen uns wie ein katholischer Kardinal der Spätrenaissance, dem die Lutheraner mit ihrer Entsagung den Spass ruiniert haben und der nun keine nackten Frauen mehr an den Wänden haben will, keine griechischen Götter beim Beischlaf und keine Unzucht – und deshalb einen der schlechteren Maler namens Daniele da Volterra im Rahmen von Sitte und Anstand beauftragt, da doch ein paar Stoffe vor die allzu kompromittierenden Stellen zu pinseln. Und danach noch mindestens eine heilige Cäcilie und eine Kreuzabnahme daneben. Frechere Maler, wie etwa Agostino Carracci, dessen pornographische Kupferstiche teilweise auch nach unserem Verständnis eindeutig strafbar wären, bekamen dagegen damals ebenfalls Ärger mit der Obrigkeit.

Nun haben wir also in besseren Kreisen derartige Häuser und gleichzeitig neue Gesetze. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn wir uns auch solche Hosenmaler, solche Braghettoni für unser puritanisch-awares und von Safe Spaces geprägtes Zeitalter beschaffen würden, auf dass kein empört schnell Hochsteigender ein Trauma bekommt und schon wieder einen Psychiater braucht. Allenthalben liest man bei uns, in Berlin gingen Galerien pleite, während kunstsinnige Uniabsolventen dort keine Arbeit finden und dann den Strukturen des Kunst- und Literaturbetriebs mit ihren verfehlten Vorstellungen auf der Tasche liegen: Eine Hose werden sie hoffentlich noch pinseln können. Oder etwas Medienkunst davor hängen, was man leicht wieder entfernen kann, wenn die allgemeine Empörung wieder nachgelassen hat. Besorgte Eltern besetzen hierzulande obendrein die Plätze und fordern weniger Sexualkunde an den Schulen, und im grünen Kalifat Kreuzberg geht man gegen angeblich sexistische Werbung vor: Wir leben in aufregenden Zeiten und können auch nicht mehr den Prinzregenten bitten, dieses Gschwerrl von der Gendamerie von der Strasse putzen zu lassen, wenn es uns nicht passende Vorstellungen hat. Doch, so ein paar Berliner Hosenmedienkunstmaler könnten wir hier schon brauchen. Es gibt solche Darstellungen ja auch in der Fraunhofer Strasse. Und auch als Kunst gerahmt in der Alten und Neuen Pinakothek. Die Kupferstichsammlung hat auch Carracci, fällt mir ein.

leheld

Und dann all die Barockkirchen – überall hängt hier was rum, wird etwas hergezeigt und wolllüstig gespielt. Es gibt viel zu tun bei uns in Bayern, um das Land auf den ethischen Standard von Gesetz und Jugendschutz zu bringen. So entlasten wir dann auch Berlin von ihrer Kreativzene, und wer weiss, vielleicht wird dort dann auch weniger gemalt, geschrieben und die Leute mit Modeblogs belästigt. Und wenn dann überall Hosen sind, beschäftigen wir sie als Putzpraktikanten weiter. Das ist in Zeiten des Mindestlohns immerhin noch nicht verboten und unser gutes Recht, und da lernen sie dann auch was für ihr Leben. Dahinten sehe ich noch Staub auf dem Jeff Koons, sagen wir, sinken in die Sessel und schenken uns noch einen Cognac ein.

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47 Lesermeinungen

  1. Lachschadenmeldung...
    Don, haben Sie ne Haftpflichtversicherung? Ich habe nämlich eben grade vor Lachen etwas Tee auf die Tastatur gespuckt und es hat einen Kurzen gegeben. In der Tastatur. :-)

  2. Titel eingeben
    Wenn’s schee macht…
    Spass beiseite, diese ganze Puttomanie hat m. E. mit Pädobären und ihren kranken Phantasien wenig zu tun gehabt.
    Schön, dass der Herr Edathy dort nicht wohnte, sonst hätten wir allerdings eine kunstgeschichtliche Säuberung an der Backe.
    „Hoppe-hoppe-Reiter“ und Kabelbinder … schnell ist der Kreis der öffentlichen Erregung geschlossen. Aber, natürlich, die Jugendämter sollen’s richten. Wo fängt der Terror gegenüber Kindern an und wo hört er auf?
    Kunst reflektiert nur den Zeitgeist und in Passiv-Häusern wohnen sicherlich nicht weniger Sadisten als seinerzeit in Jugendstil-Villen.
    Die Diskussion kann ausufern. Ich hätte dann auch gerne einen Cognac.

  3. Verwelkte Vergangenheit
    Heute wäre das nicht mehr möglich, es hätte auch niemand mehr Interesse daran – die Leute sind schon längst durch omnipräsenten Sex abgestumpft. Das ist alles Historie, so wie die erotisierten Darstellungen von männlichen Jugendlichen auf italienischen Werken des 16. und 17. Jahrhunderts. Ende des 19. Jahrhunderts liebte man das Niedliche, Gefällige, auch nackt – war ja Kunst. Allenfalls katholischen Geistlichen könnte heute so etwas gefallen.

  4. Eine ganze Kirchendecke voller Putten
    Ich habe mich über diesen Bericht mal wieder göttlich amüsiert. Mir war noch nie aufgegangen, dass ich – meiner Erinnerung nach – meine ganze Jugend lang in eine ev. Kirche gegangen bin, deren große Tonnendecke mit Putten bemalt war. Ob die jetzt auch alle behost werden?

  5. Eine schöne Aufgabe für die Häkeler
    … und wer häkelt schon an den Höschen für die nackigen Brunnenfiguren, wie dieser hier?:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Brunnen_in_Wien#mediaviewer/File:Schloss_Schönbrunn_Fischbassin_mit_Mandarin-Enten_2008_b.jpg

  6. Lifestyle of Health and Sustainability
    Hochverehrter Herr Meyer !

    Ihr von Vergil zitierter Satz: „Nudus ara, sere nudus, hiemps ignava colono“ (für den Nichtlateiner: Nackend gepflügt und nackend gesät, Im Winter wird gefeiert.) in Zusammenhang mit Ihrem nachfolgenden Text zu sehen ist mir noch nicht gelungen, doch vielleicht ist Vergils darauf folgender Satz weiterführender, welcher hier am Ende stehen wird.

    Das, reizvolle, von Ihnen vorgegebene Thema macht neugierig und für eine besseres Verstehenwollen will ich bei Wikipedia unter dem Stichwort „Päderastie“ nachschlagen. Doch, nachdem ich die ersten Buchstaben eingegeben habe, zögere ich und überlege wie weit ich mich hierbei in Gefahr begebe. Wie ich in der FAZ lesen konnte, forscht die Britische Polizei nach Käufern der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ mit der Begründung: “ Kunden, die diese Zeitschrift kauften, planen vielleicht auch ein Attentat“.

    Das Nachschlagen zum Stichwort:“ Päderastie “ bedeutet vielleicht jetzt auch für die Polizei, wer hier nachschlägt, könnte ein Kinderschänder sein. Und wer Don Alphonso schreibt ist ein Extremist.

    Doch wieder zurück zu Ihren Gedanken:

    Zum Wort „Päderastie“ fand ich bei Wikipedia nicht viel mehr als mir ohnedies bekannt war. Doch erscheint mir die Bemerkung: „Der Begriff Päderastie war im Laufe der Geschichte einem starken Bedeutungswandel unterworfen.“ beruhigend. Die Dinge wandeln sich immer wieder auf neue.

    So ist es auch in anderen Bereichen.

    In einem etwas gewagten, und vielleicht jetzt noch übertrieben erscheinenden Vergleich erinnert mich die gegenwärtige Zeit an jene, als man die Medici vertrieben hat. Besonders hervorgetan hat sich damals ein „Saubermann“, so eine Art männliche Alice Schwarzer, mit dem Namen Girolamo Savonarola. Und vielleicht mag es ein Zufall sein, daß ebenso im Februar, jedoch im Jahre 1497 Scharen durch Florenz zogen und alles beschlagnahmten was dem Volk pornographisch, dekadent und luxuriös erschien und was darauf folgend, das Volk am 07.Februar 1498 in einem großen Feuer entzündete und sich mächtig freute es den Reichen wieder einmal gegeben zu haben.

    Bücherverbrennungen gehören auch dazu und hier haben die Deutschen ja schon seeehr große Erfahrungen.

    Ob man nun die auf Ihren Bildern gezeigten Putter an jenem Haus, bei welchem Geld keine Rolle spielt, in nächster Zeit einfach entfernt oder das willfährige Volk dies auf seine Weise erledigt, kann man auf sich zukommen lassen. ( Hierzu will ich Robert Blum zitieren:)

    „Der du als Proletar geboren –
    Erhalte dir, von Not umringt,
    Den Glauben, den du dir erkoren,
    Den Glauben, der die Welt bezwingt!
    Er wird dein treuer Schirmer werden“

    Ob es nun die Medici selbst waren oder deren Freunde, welche noch ausreichende Kunstschätze vor Girolamo Savonarola und seinen Anhängern retten konnten, weiß ich nicht. Heute steht das Volk, wenn es sich tatsächlich einmal vom Lido di Jesolo entfernt und für eine bürgerliche Bildungsreise nach Florenz unterwegs ist, vor dem nackendem David, welchem zunächst einmal in den damaligen Wirrungen nur die Hand abhanden gekommen ist, und hält das Handy auf alles was ihnen fremd, also als Kultur erscheint.

    Die Medicis, die Ackermanns, Vaselas, (nein, Frau Merkel nicht, die ist ja nur Mutti) sie haben manches von jenem bezahlt, was heute nicht nach SpongeBob aussieht, aber das verstehen manche nicht und daher vertreibt man sie erst einmal die damals die Medici.

    Doch es sind auch wieder jene Menschen, wie vielleicht die, die jetzt vor und im Haus die Putter und Glasbilder entfernen lassen und einlagern, für später.

    Und nun kommt der dem ersten Satz von Vergil folgende zweite Satz ins Spiel: „frigoribus parto agricolae plerumque fruuntur“ was für den 08/15 Abiturienten übersetzt bedeutet: „Während der Kälte genießt des Erworbenen gerne der Landmann.“

    Ich bin sehr glücklich und beruhigt darüber, daß die meisten keine Kenntnis von Baudelaires „Les Fleurs du Mal“ haben, und die Geschichte der philosophischen Therese von Jean-Baptiste de Boyer niemals in Ihre Hände gelangen wird.

    Und bei meinem nächsten Besuch in München will ich einmal schauen was aus dem

    Fischbuberl-Brunnen am Wiener Platz, dem Josep-Ruederer-Brunnen an der Maria Theresia Straße 20 und dem Buberl-Brunnen in der Neuhauserstraße und und und geworden ist.

    Es gibt auch in Zukunft Menschen die Kultur still fördern, dem Volk zeigen und wenn dies empört ist, still wegräumen, genießen….. leben.

    Mit freundlichem Gruß

    B.Klingenberger

  7. Es lebe die gonella!
    Guten Abend verehrter Don Alphonso,

    so, so Sie haben also Befürchtungen, daß die feschen Knäblein vielleicht im ach so schmucken München vielleicht bald als heidnische, die Öffentlichkeit gefährdende Götzenbilder eingestuft werden könnten, so daß man als Hausbesitzer von Welt am besten die Statuen vorab bestattet, wie anno dazumal in Ephesos die Statue der Artemis verscharrt wurde bevor die Christen kamen, ihnen gewissermaßen eine geheime Zufluchtsstätte – asylos – gewährt.

    Ihr Vorschlag „braghettoni“ anzuwerben, um den worst case zu vermeiden, birgt ein neues Problem.
    Wer soll den Job bekommen?

    Obwohl in Bayern die Vergabe von Ertrag bringenden Aufgaben mittels List, Diplomatie oder Anbiederung nicht ganz unbekannt sein dürfte, frage ich mich doch, ob Ihr Rückgriff auf den guten Vergil vielleicht der direkteste Hinweis auf die Art und Weise der Verschaffung von lukrativen Herausforderungen darstellt.
    Schon in alten Zeiten erlangte man Ruhm und anderes entweder durch das Schwert oder die Scheide.

    Apropos: sollte in der Zeit der Lebewohl-Sagens-zum-Fleisch – carnevale – ein verstärktes Interesse an jenem vorhanden sein und Frau Despina bereits in der Fastenzeit sein, so helfe ich gerne mit ein paar Zeilen aus.
    Mit bestem Gruß
    ObjectBe

  8. Pographie
    Ach wer schon noch was Pographie ist, Poskandale sind dem Zeitgeit unterworfen.

    Selbst Baumaerkte bereiten sich heutzutage auf Erstauffuehrungen vor, wegen irgendwelchen Grautoenen, die Nachahmer finden sollen. Zu Zeiten der unbekleideten Knaben waren es nur franzoesische Adlige die mit derartigen Ideen in die Literatur eingingen. Es scheint da ‚fesselnde‘ Waren zu geben. Nicht auszudenken was los ist wenn der naechste Kettensaegenfilm in die Filmstudios kommt.

    Ich gestehe ich kenne den Inhalt des Werkes nicht im Detail. Nach der Haelfte des Kladdentextes begann ich um die gefaellten Baeume und des verschwendete Wasser zu weinen. Nun es scheint einen Bedarf zu geben, so sei es. Da gaebe es noch Anleitungen fuer Knoten, Halbschlag, Doppelschlag – Altweiberknoten (gibt es!) klingt interessant. Am Ende brauchen die Ladies dann doch wieder einen Alexander fuer den Gordischen.

    Ich vermisse den ‚aufschrei‘. Unterdrueckung, Frauen, etc. – lesen die Maedels kein Feuletong mehr? Als sich ein angetrunkener Politiker ueber Fuellungsgrade von Dirndl gedanken machte waren die Haschtags am gluehen.

    Ich verstehe es nicht, aber ich bin ja nur ein XY hybride. Die reinrassigen XX werden’s schon wissen.

    • Ich arf an dieser Stelle schon mal ankündigen, dass Despnina castiglione auf diesen Film der Amateure professionell schauen wird. Möchte aber schon einmal berichten, dass die üblichen Verdächtigen der Feminstinnen jetzt schon den Film verboten haben wollen.

  9. Befreit von Alternativen, am Ende alternativlos frei
    Der Don hat recht: die Zeiten sind endgültig vorbei, wo Nacktheit verschiedene Bedeutungen/Wahrnehmungsmöglichkeiten hatte. Endlich sind wir befreit von diesem zweideutigen Spiel, das die abendländische Kunst so meisterhaft beherrschte.
    Jetzt heißt nackt: bitte geil werden, wenn Geschlecht zutreffend; ansonsten weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen!
    Komplexität raus, darauf hat die Menschheit schon immer gewartet!
    Endlich ist es so weit.

    • Ja, es fällt schon auf, dass die Graubereiche kleiner werden. entweder etwas ist ekzeptiert, dann darf jeder. Oder es ist nicht akzeptiert – dann wird es verboten. China und England schreiten da mit ihren Pornofiltern voran.

  10. Sehnsucht nach der Scharia
    Irgendeine Öffentlichkeit und eine soziale Moral muss es halt immer geben.
    Und wenn die Demokratie nicht normal funktioniert, dann nimmt das halt die Form von Hexenjagden an.
    .
    Die agressiven Kampagnen zur „political correctness“ sind auch nichts anderes als ein verzweifelter Schrei nach einem neuen „Gesetz“, nach einer neuen Scharia, wo ganz genau die Regeln drinstehen, die halt beachtet werden müssen.
    .
    Langsam glaube ich auch, dass dem Islam die Zukunft gehört.

    • Gemein ist denen alle die völlig übersteigerte Empfindlichkeit, wenn es um ihre eigenen Belange geht. Ein firmenlogo einer Firma, deren Beitzer Neger heisst, eine Karikatur von mohammed, die Frage, ob ein Flüchtling aus politischen Gründen kommt, Sexualkunde im Unterricht, eine sexuelle Praktik, die ihnen nicht gefällt, die Weigerung, sich vom generischen Maskulinum abzuwenden – alle beleidigt. Man sollte sie einfach mehr abhärten und mehr beleidigen.

    • Ihr Schlusssatz....
      Sehr geehrter Herr Meier,

      ihr Schlusssatz:“Langsam glaube ich auch, daß dem Islam die Zukunft gehört.“

      ist eine erweiternde Facette des von Don Alphonsos vorgegebenen Themas, der Veränderung des Strafrechts und den damit event. verbundenen Auswirkungen.

      Nach den nun erneuten Gewalttaten im Namen des Islams in Dänemark und den stets darauf folgenden, gebetsmühlenartigen Beteuerungen der Polktik: „Wir werden die Demokratie verteidigen“, folgt ein Islam gefälliges Schweigen der Presse und eine Anpassung der Gesetze.

      Vor vielen Jahren sagte mir ein Vertreter der Münchner Mediengruppe Trunk einmal: „Zu den drei staatstragenden Säulen der Demokratie sollte man eine vierte Säule, die der Presse, als Verteidigerin der Freiheit, hinzufügen.“

      Spätestens seit den Anschlägen auf Charlie Hebdo und auf ein jüdisches Geschäft in Paris zieht sich die Presse angstvoll zurück und Bundeskanzler, wie Bundespräsident umarmen Islamis und nobilitieren diese sich ewig zurückgesetzt Fühlenden.

      Eine sogn. Religion deren Prophet ein Kriegsherr, eines angeblich stolzen Volkes war, muß sich auch auch beleidigt fühlen, wenn sie zur Kenntnis nehmen muß, daß mit Jungfrauen kein Geschäft zu machen ist und jedes Mal wenn sie ihr Handy in die Hand nehmen, den Fernseher anschalten, ins Auto steigen, ihre Turnschuhe anziehen, eine Cola trinken, sich heimlich einen Porno reinziehen, ihre Hochhäuser bauen lassen und,und,und…. , daß all diese bequemen Dinge von den Ungläubigen kommen, vom verhassten Erzfeind USA, dem Westen. Da kann man nur gekränkt sein.
      (Nur nebenbei: schauen Sie bitte einmal wieviele Patenteinreichungen im vergangen Jahr aus arabischen Ländern kamen.)

      Ja es ist traurig… der Westen hat Angst, beschwichtigt, kuschelt. Presse und Gesetz passen sich aus Angst vor den ewigen Verlierern an, die nur noch zur Waffe greifen können ( die sie selber auch nicht bauen könnten), da der Dialog ihnen fremd und nicht zu ihrer Vorstellung eines Kriegsherrn-Propheten paßt.

      Mit freundlichem Gruß
      B.Klingenberger

  11. stellen sie sich alles vor ,von dem sie glauben, man hätte es ihnen vorenthalten
    Eines meiner letztgekauften Bücher begann ähnlich. Es handelte u.a. von einer in grossem Reichtum verbrachten, wenn auch verweisen Kindheit u. Jugend. Die story bemühte sich Vorurteile-Gut u. Böse zu beseitigen, predigte Toleranz-in einer doch recht spannend aufgebauten Geschichte.
    Mittendrin ging sie mir so auf den Keks, das ich das Buch-um nicht gefrustet zu werden- knapp vor der Inhaltshälfte weglegte…
    -Nur so viel ,es war ein von der Händlerin empfohlenes Kletterabenteuer der Superlative..
    Nein!-Ich stelle mir nicht vor ich wäre steinreich!
    Schade um die mühsam von don alph.. komponierte lange Geschichte, schade um die dekorativen Putten, schade um die patinierten Farben,
    schade um alles, was man nicht unbedingt braucht..

  12. Titel eingeben
    Aber ist die Beleidigung eine persönliche? Man stellt sich vor, dass Gott beleidigt sein könnte durch unsere Sünden und sich an uns allen rächen wird. Aus Angst vor Gottes Zorn entsteht der Wunsch, alles immer richtig zu machen. Nur noch koscher zu essen. Nur noch erlaubte Worte zu gebrauchen. Das war der Grund, warum die Puritaner über den Teich gefahren sind: Weil sie dort, in der Neuen Welt, ihren Reinheitswahn ausleben konnten. Eine Welt begründen ohne Sünde. Das ist die Sehnsucht, aus der die Weltmächte entstehen.

    • Gott hat uns ohne Kleidung erschaffen, er hat aber nicht gewusst,
      wie anzüglich seine Wesen von manchen gesehen werden.
      Bald müssen auch die Tiere im Zoo züchtig bekleidet werden, damit wir nicht beleidigt werden müssen durch die Ansicht von deren Geschlechtsteilen.
      Bikinis für Elefanten, wenn schon, denn schon.

  13. Titel eingeben
    Und nackte Puttos hätte es in Boston anno 1680 wohl auch nicht gegeben. Vielleicht hatte es schon Gründe, warum Gottes Segen lange Zeit eher auf Preussen denn auf Bayern zu liegen schien?
    Und wenn sich das umgedreht hat, kann man es ja genauso begründen.

  14. Schon Ajtollah Chomenie äußerte 1980 Bedenken gegen solch körperbewußte
    westliche Verderbtheit deren Sinn – ohne Zweifel – Geilheit und nicht Kunst sei. Die GRÜNEN Kampf-Amazonen und die entedathysierten, toleranten, allzeit „politcal correcten“ Gutmenschen in der CDUSPDFDPLINKEN stimmen mit dem Vorläufer der moralischen Reinheit darin überein, das jegliche Sinlichkeit außerhalb der Werbung – und des Buddhaherzchens der Kanzlerin selbst – gar nicht geht. Diese Art von Pseudokunst stellt eine Gefährdung der World-of-Warcraft und Assassins-Creede spielenden unschuldigen Jugen dar. Edathy, die Stehpinkler-Restmachos und der Marquis de Sade lauern überall! Einzig der Denkmalschutz und die Bewohner der Musealen Elfenbeintürme stemmen sich gegen die drohende Bilderstürmerei in der Kunstwelt – schon sind die aktiven Künstler die gestern noch schrien „JE SUIS CHARLIE“ vorsichtig geworden und mancheiner malt schon nicht mehr was sich mancheine noch traut weil femministische Kunst das selbstredend darf.

  15. Weiter so!
    Richtig. Es wird übrigens auch langsam Zeit, sich mal über die gemalten Sauereien von diesem Michel Angelo in der Sextinischen Kapelle Gedanken zu machen!

  16. Geil muss nicht schlecht sein, wenn's kein Geiz ist
    Wenn ich mich muehsam zurueckerinnere war das ganz nett. Da gab es mal einen Film (irgendwas mit halben Wochen) und einem Glas Honig vor dem Kuehlschrank.

    Muss ja nicht immer Kunst wie 12tonmusik – kann ja einfach schoen sein.

    Sollen die Leute doch machen was se wollen, vielleicht nicht unbedingt vor aller Augen (intim hies das mal frueher). Und wenn’s beide wollen, sollen se machen was se wollen, er mit ihm, sie wenn’s sein soll in Handschellen.

    Man braucht ja nicht die ganze Zeit ein ‚outing‘ daraus machen. Ehe alles kreischt, mir sind schwule Wurst, einige sind sehr lustig und man kann sich gut unterhalten.

    Ein grosser Preusse sagte mal: Jeder soll nach seiner Fasson gluecklich werden.

    Das er der erste Diener seines Staates sein wollte, versteht heute auch keiner mehr.

  17. Der Phantasie der Betrachter möchte wieder Feigenblätter.
    Das hatten wir schon mal, dann wurden die Feigenblätter wieder entfernt, jetzt wünscht man sie sich wieder, um die Phantasie der Betrachter zu begrenzen.
    Honi soit, qui mal y pense.
    Oder sind das Muslime, die hier in der Verwaltung sitzen? Dann dürfen wir noch mehr Intoleranz erwarten und Houellebecque hat recht.

    • Phantasie bgrenzen geht anders
      Gnaedige Frau,

      Wenn ich in die dunklen Augen einer Frau in Abaya und mit Hijab schau, fallen mir Dinge ein die mir nicht einfallen sollten.

      Wenn ich eine Frau sehe mit Ausschnitt bis unters Knie und Rock der ueber der Huefte endet – da ruht die Phantasie, gibt ja nix zu denken – eh alles klar. Manchmal gibt’s was zu gruseln, aber der Ansatz waere frauenfeindlich

  18. Putti
    …die Buddhas von Bamiyan lassen grüßen!

  19. Vorsicht!
    Die Erfinder der „unnatürlich geschlechtsbetonten Körperhaltung“ kennen keinen Humor!

    • Es gibt sogar bilder von lachender IS-Miliz, irgendeinen Humor haben die sicher.

    • Stimmt!
      Die dem „C“ mit zynischem Humor verpflichteten Moralapostel haben früher auch nicht selten die Scheiterhaufen brennen lassen. Der klammheimliche Wunsch dürfte immer noch latent vorhanden sein.

  20. Ohne Hose alles Pfui!
    Moral als Ersatz von Selbstbestimmung wird umso mehr gefordert werden, je weniger das Empfinden des „contrat social“ ein allgemein, intuitiv geteiltes ist.

    Die Komplexität unserer modernen Problematik hinterlässt eine Hilflosigkeit , die nach klaren Regeln winselt, die einem wieder eine Chance geben, sich „gut“ zu verhalten.

    Das ist wohl auch die Faszination von „5o Shades of Sheisse“ – endlich kann man als Frau mal wieder ganz so leben, als hätte es den ganzen Stress seit Simone de Beauvoir nicht gegeben.

    Spannend fand ich neulich einen Bericht über einen (lettischen,littauischen?)Dokumentarfilm über einen Pädophilen, der unverpixelt und als Mensch auftrat, im seriösen Bemühen, niemanden zu verletzen, und doch mit dieser untolerierbaren Neigung geschlagen. Erst dachte ich, nein, nicht schon wieder ein Kindersexthema, dann musste ich zugeben, dass da ein ernstes persönliches Problem offenbar recht ehrlich beschrieben wurde.
    Und auf einer Ebene „harmloser“ muss man zugeben: wer würde schon einen Film über sich als YouPorn Addict, Puffgänger, Exhibitionist oder sonstiger Computerhandarbeiter drehen lassen?

    Dass Sexualität so problematisch geworden ist, dürfte zu einem grossen Teil daran liegen, dass die sexuelle Revolution in erster Linie den „geilen Böcken“ einen Freibrief ausgestellt hat, aber wenig für die sexuelle Selbstverwirklichung der Frauen getan hat – heute ist man als Frau eher auf der Flucht vor dem männlichen Übergriff, als auf der Suche nach einer angenehmen, echten Befriedigung.

    Und ganz sicher – wie hier oft zu lesen war- ist es nicht so, dass die radikale potente Monogamie das weibliche Ideal darstellt – allerdings ist die historisch bedingte Libido der Frau sehr viel öfter vom menschlichen Individuum – sei es z.B. Gary Cooper, George Clooney oder Ronaldo – inspiriert, mit Abstrichen für die Realität, als im männlichen Fall, wo das Torbogenschema höhere Gültigkeit besitzt, Hauptsache wenig Textilien dazwischen, mit Einschränkungen für Alter, Attraktivität natürlich auch.

    Etwas, was ich auch erst kürzlich gelernt habe, ist z.B. dass das Äquivalent für die 72 Jungfrauen für den den Heldentod gestorbenen Muslim für eine Muslima die Rückerlangung eines guten Ehemannes sein soll.

    Ein Teil ist überkommenes Klischee, ein Teil implementierte Kultur – um es mit de Beauvoir noch einmal zu sagen, ja, wir werden zu unseren Rollen gemacht – aber wir SIND dann auch so.

    Jeder wünscht sich den anderen Blick, weil er nur den eigenen kennt – Männer nehmen ihre Frauen als verklemmt war, wenn sie sich dem Glotzen am FKK-Strand nicht mehr aussetzen wollen, und Frauen fühlen sich verletzt, wenn sie allein „nicht mehr genügen“, statt zu sehen, dass ein souverän mütterlich von oben herab witzeln über die männliche Perspektive dem Mann das Gefühl gibt, ein „P§dophiler light“ zu sein, bei dem sich dann vor Schuldgefühlen absolut nichts mehr regt.

    Don, Ihre Beobachtung, dass man sich „damals“ „nichts“ bei den ganzen dicken Putten und ihren Zipfeln gedacht hat , würde ich ergänzen, dass München vor einigen Jahren noch zugepflastert war in der Faschingszeit mit Werbeplakaten für erotisch sehr eindeutig freizügige Veranstaltungen, von denen heute so gut wie nbichts mehr existiert.

    Da ist dann wertschöpfungskettenintensives Qualitäts-Outsourcing ( nein, bloss nicht zur Billig-Osteuropa-Konkurrenz…), von dem man vor allem bedauern kann, dass es kein geleichwertiges Angebot für Frauen gibt, scheinbar die letzte Lösung.

    Der neue Roman von Houellebecq ist in dieser Hinsicht eine bitterböse Satire über die männliche Unmenschlichkeit, das Rad wieder ins simplizistische Biedermeier zurückdrehen zu wollen ( eine Kochtopfehefrau und eine Fastjungfrau zum Amseln) – wofür der Islam fast nur eine Folie abgibt, als die er sich allerdings sehr naheliegend anbietet, in dem er eine Moral anbietet, unter die sich in ihrer Phantasie begrenzte Männer gerne „unterwerfen.“

    Warum fragen wir uns nicht lieber, wie wir das bekommen könnten, was uns auf Augenhöhe möglich ist?

  21. Putten kaputt
    Sexualität geniessen – das widerspricht dem Zeitgeist 2015. Zurück ins prüde Mittelalter! Das ist die Devise. Da können noch so viele Besserwisser etwas anderes behaupten. Sogar die Freiheit der Kunst und die Freiheit der Meinungsäusserung sind längst von der Dominanz der Prüderie abgeschafft.

  22. Kunst und künstlich
    Eine recht künstliche steile These. Achherrje, die Gesellschafts-Theorien von Kunsthistorikern, die einen soziologischen Drall haben und über die alten Meister uns die gesamte spinnerte heutige Welt erklären.

    Diese Woche, JETZT NEU einself: Dass frühers man das Nackte, Pralle ohne Gschamigkeit mochte und heute angeblich nicht mehr, da heute verklemmter als früher. Uiui.

    Wahr ist:
    Man pappt sich heute tatsächlich nicht mehr so sehr die Nackerten und nackerten Putten (Mehrzahl von Putto) fröhlich an die Hauswand.

    Dafür sind die Nackerten und Halbnackerten in zig anzüglichen Posen woanders mehr als omnipräsent.

    In der Wrrbung, in den Pron-Kanälen, in den Magazinen (von der Gelben Dumm-Regenbogenpresse-Journaille bis hin zu den Edel-Magazinen, Elle bis Vogü, Playboy, Pirelli-Kalender, Männer-Sixpack-Magazine), alles voll davon. Je mehr der Hintern beider Geschlechter künstlich gereckt wird bis zum aus orthopädischer Sicht zweifelhaft kranken Hohlkreuz, je mehr künstlich aufgeblasene Titten oder wahlweise künstliche Sixpacks per Phostoshop zusätzlich raus gemoppelt werden, um so besser. Sex sells. Seit mindestens den 70ern bis heute.

    Ich kann also keine sonderliche Verklemmung in heutiger Zeit feststellen.

    Es ist doch eher so, dass man in den alten Zeiten, denen Don doch so sehr als freizügig und unverklemmt nachjammert, das Nackte nur dann darstellen konnte, wenn man es entweder vom stümpferhaften Malermeister Klecksel bis zum echten Meister mit der Vorgabe der reinen Malkunst adelte.

    Oder man adelte es eben mit halbreligiösen Motiven (die Putti, diese kleinen frechen, aus heutiger Sicht beinahe adipösen Engerln, eigentlich untergejubelte Cupidos …)

    Alles also eine Frage der Legitimierung. Sonst wäre das früher ebenfalls nicht akzeptiert worden.

    Früher hate man es eben nötiger, das Nackte mit dem Argument „Das ist Kunst!“ oder mit dem Argument“ Das sind halt Engerln!“ zu verbrämen.

    Was heute wegfällt, das Verbrämen müssen mit hochheiligen Kunst!-Argumenten.

    Heute ist das Nackte einfach nur noch platt: ein Verkaufsargument. Das ist die neue Legitimierung: der Markt! (Ohne auch noch so scheußliche oder scheinheilige Legitimierung geht es anscheinend auch heute nicht.)

    Wogegen sich tatsächlich Leute sträuben. Staun!

    Dass ihnen, egal wo sie gegen und stehen, kopulationsbereites Posing entgegenreckt, ob im Winter die nackerten Unterwäsche-Miezen an den Citylights der Bushaltestellen schon am frühen Morgen, wenn man eigentlich nur halbwach und blass widerwillig zur Hamstermühle ähm Arbeit strebt. Oder die allgegenwärtige Pron-Style-Mode (Highheels, damit der Arsch besser wollüstig wackelt und dünnes Leibchen, die jede Körperkontur nachzeichnen) oder eben die besagte Auto-/Unterwäsche-Werbung. Und natürlich Videotheken samit Youporn und sämtliche Ableger.

    Kann also keine Verklemmung der unsere Gesellschaft gut oder ungut Gestaltenden feststellen. Eher kann ich allmählich einen widerwillen feststellen, dass einem nackte Hintern bis in jeden Bereich des täglichen Lebens nachgereicht werden, ob amn das will oder nicht.

    Das nennt man allerding Überdruss – und nicht Verklemmung, Don.

    Aber es ist halt leider so, dass der, der einen Hammer in der Hand hat, überall nur Nägel sieht, die er einschlagen muss. Was anders sieht er nicht mehr.

    Schade eigentlich. Aber frohes Weiternageln! Wenns schee macht.
    (Zitat Hausmeisterin Else Kling, Lindenstraße bei ihrer Werbung für sauer Buttermilch)

  23. Bürger
    Mittlerweile sehnen wir uns nach einer App(likation), die auf dem Smartphone dafür sorgt, bei nicht hinreichend gesetzeskonformen Motiven, die Belichtung zu verweigern. Das verhindert zwar auch das Ablichten etlicher Meisterwerke aus Kunst und Architektur, stellt uns aber dafür mit einiger Sicherheit straffrei. Sozusagen ein Autopilot für Sitte und Moral.

  24. ewiges Thema
    Nur so ein Beispiel für Kurzsichtigkeit: „Sex sells. Seit mindestens den 70ern bis heute.“
    .
    Dass manche lieben Leute immer nur die kurze Zeit ihres eigenen Lebens, ihrer eigenen Erinnerung wahrnehmen, ist schon erstaunlich. Das ist in Dons Artikel etwas weiter gedacht. Die Welt, den Sex, die Angst davor oder die Freude daran, oder der An- und Verkauf von Sex, all das gabs‘ schon immer, nicht nur z.B. in oder seit „den 70ern“.
    Muss ich an Adam & Eva erinnern? Lang her…

    • Und?
      Und nu?
      Was was wollen Sie damit neues Bahnbrechendes sagen?

      Außer dass Sex schon seit Adam und Eva ge-sellt hat?
      Ist das etwas Neues?

      Ne, nä.

      Ist es Kurzsichtigkeit, wenn man einen Zeitabschnitt erwähnt?
      Ist das nicht eher erhlicher? Statt zu tun, als ob man schon seit Adam und Eva, seit Lilith, ach, seit den guten alten Amöben auf der Welt war?

      Oh ihr claquierenden Hobbyhistoriker, immer gerne auf die Zwölf.

  25. Auszug "Desiderata"

    „Aber beunruhige Dich nicht mit Einbildungen.
    Viele Befürchtungen sind Folgen von Erschöpfung und Einsamkeit.
    Bei einem heilsamen Mass an Selbstdisziplin sei gut zu Dir selbst…


    Und ob es Dir nun bewusst ist oder nicht;
    zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorgesehen“…

    Gruß
    W.H.

  26. Was heute noch ironisch gefeiert wird, kann morgen schon bittere Wahrheit sein!
    Die vorliegende „literarische“ Analyse architektur-historischer Bestände an „nackten Knäblein“ in Ihrer Heimat an dortigen Fassaden, ist richtig gesehen. Aber hier muss man etwas über die Geschichte der Fleischbeschauung in der christlichen Kunst wissen. Im Mittelalter war das nackerte Fleisch gar nicht so gern gesehen, aber dem Jesusknäblein billigte man diesen von Gott geschaffenen Zustand im Altarbild noch zu, zumindest bei „Geburt Jesu“ und „Anbetung des Kindes“ Bildern, dieses resultierte aus der paradiesischen Vorstellung des Adam, der auch zunächst unschuldig seinen ganzen Körper zeigte, vor dem Sündenfall, und der daraus als „Erbsünde“ resultierenden bekannten theologischen Nominierung, von der uns der spätere Heiland erlösen sollte. Daher durfte er im Zustand der Unschuld auch gezeigt werden, „wie der Herr ihn schuf.“ Irgendwann in der Renaissance begann man sich für den menschlichen Körper zu interessieren und bildete diesen in erlauchteren Gesellschaftskreisen auch ab, allerdings im Rahmen der griechischen/römischen Mythologie-Szenen, die in der Kunstgeschichte allgemein bekannt sind. Natürlich waren der Herr Bischoff und der Kardinal auch zum Adelsball eingeladen, da hing dann die schöne Weiblichkeit in ihrer ganzen Pracht von den Gemälden herab. So etwas konnte man natürlich nicht neben die Heiligenbildchen in der Kirche hängen, also schuf man die „jugendfreie“ Variante, den Putto, oder auch Engelchen, die mit kleinem Gemächt beflügelt lächelnd von den höheren Sphären des Kircheninneren herabstrahlen. Irgendwann, nach der Abschaffung der absoluten Adelsgewalt erschuf der neu entstandene Geldadel sich nun nach dem Vorbild der Kirchen, in die man – nicht nur Sonntags – ging, auch kleine himmlische Knäblein an ihren Pälsten, allerdings ohne Flügel, weil die mit Flügel gehörten in die Kirche, so hatte alles seine Ordnung. An Kindesmissbrauch dachte dabei niemand, eher wünschten sich reiche Geldfürsten statthafte männliche Erben, und so brach sich die Begeisterung für nackte Knäblein Bahn. Was konnte es Besseres als Jungen geben? Mädchen und Frauen zählten nun mal gar nichts in der damaligen Gesellschaft, egal ob reich oder arm. Zudem fühlten sich einige auch einer Art „Neugermanentum“ verpflichtet, dessen traurige Auswirkungen wir heute noch spüren, indem wir als Folge aus dem „tausendjährigen Reich“ heute eine Religionsfreiheit haben, die es zugewanderten Religionen ermöglicht, den einstigen unwidersprochen existierenden gesellschaftlichen Konsens komplett in Frage zu stellen. So konnte man in den ersten vierzig Jahren der Bundesrepublik Schwimmunterricht in normaler Badebekleidung abhalten, inzwischen wird von vielen zugewanderten Familien bestimmten Glaubens dieses völlig abgelehnt. Gottestempel werden errichtet mit extremen Türmen, Alkohol und das geliebte Schweinefleisch als Teufelszeug verdammt. Und nun wird der Pädophile, ein Sünder vor dem Herrn und bestrafungswürdiger Verbrecher, zur Leitfigur für die Anschauung nackten Fleisches. Man verstehe mich bitte nicht falsch, Kindesmissbraucher gehören bestraft, und zwar nicht zu knapp, aber Menschen, die Bilder von Nackerten betrachten, findet man vorwiegend in der Oberschicht, diese sind meist Museumsgänger und Architekturinteressierte. Heute machen wir noch Witze über Hosenmaler, so wie wir einst dachten, die sexuelle Revolution werde sich schon über alle Gesellschaftsschichten ausbreiten, und die Prüderie wird bald ein Ende haben. Aber leider werden die freiheitlichen Einschränkungen immer mehr werden, wir werden es spätestens merken, wenn nur noch schöne, gottesgefällige Ornamentbilder in den Museen zu sehen sein werden, und die nackerten Knäblein wird man wie die Hakenkreuze 1945 schnell aus der Architektur entfernen. Man wird uns dann erzählen, das war keine Kunst, sondern ein Irrtum, und alle werden es glauben müssen, weil die Sitten- und Religionswächter dann die Gedanken kontrollieren werden. In Wuppertal haben diese sich ja schon mal gezeigt, und sie werden wiederkommen, mit Hammer und Meisel, und wenn wir nicht aufpassen, ist bald nichts mehr da, auf das es sich aufzupassen lohnt.

  27. mietskaserne
    Hamburger Wahl, die Bewohner der schlechten Lagen und des Rucolaviertels kommen zus. auf 70 %.
    Da werden wieder einige ihr Kapital abziehen.

  28. Agostino Carracci ...
    war übrigens laut Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890 (zitiert nach: de.wikipedia.org/wiki/Agostino_Carracci), „… ein wichtiges Mittelglied zwischen den Stechern des 16. Jh. und denen der Rubensschen Schule“.

    Honi soit qui mal y pense!

  29. Titel eingeben
    Nicht das Mittelalter war prüde.
    .
    Sondern die Reformation und das Bürgertum und alles, was man im 19. Jh. für fortschrittlich hielt.

  30. Don, bei dem Ausmass nackter Tasachen in der Öffentlichkeit,
    von Werbeplakaten über Titelblätter bis zum Porn im Netz führen Sie ausgerechnet eine Petitesse mit einem durchaus ziemlich ernsten Hintergrund ins Feld, um anhand von Bilderverboten die neue Lustfeindlichkeit unserer Gesellschaften vorzuführen? Ist nicht Ihr Ernst …

    Man kann ja über die Lustfeindlichkeit durchaus begründet streiten, ich halte 2015 auch für verklemmter als 1985, aber das steht in überhaupt keinem Zusammenhang mit dem heute im Übermass gezeigten nackten Fleisch, ob in Putten oder im männlichen Unterwäschemodel.

    Ganz allgemein gesprochen braucht jede Gesellschaft zuverlässig widerkehrende Anfälle von moralinsauer (Anlass und Stossrichtung egal), ich würde ja sonst von meinen Vor Urteilen über die Menschheit abrücken müssen.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  31. so viel zu Exhibitionismus
    Aufklären statt Panik machen.
    Man sollte endlich offen und sachlich über das Tabuthema Exhibitionismus – die sexuelle Lust/ Sucht am Zeigen – aufklären anstatt unverhältnismäßig zu dramatisieren und die Bevölkerung ungerechtfertig verunsichern. Die meisten Exhibitionisten (ca 70 %) sind Heterosexuell und zeigen sich ausschließlich nur vor erwachsenen Frauen. Dann gibt es die Homosexuellen die sich nur männlichen Personen zeigen, die Bisexuellen die sich Frauen und Männern zeigen, die pädophilien die vor Kinder die Hosen herunter lassen und nur sehr selten, dass Einer vor allen und jedem exhibiert. Exhibitionisten die sich erwachsenen Personen zeigen – wollen in der Regel weder erschrecken, beleidigen, schänden und schon gar nicht gewalttätig sein. Übrigens gibt es auch Frauen, die sich gerne entblößt zeigen, jedoch werden diese nicht kriminalisiert (§ 183) da die meisten Männer es nicht nur tolerieren sondern sich noch über den gebotenen schamlosen Anblick erfreuen. So wie noch vor einiger Zeit nur homosexuelle Männer bestraft wurden (nach § 175) – konnten Frauen dagegen (zumindest nach dem Gesetz) so lange und oft Sex miteinander haben wie sie wollten. Was das Wissen und die Kenntnis über den männlicher Exhibitionismus betrifft, befinden wir uns in unserem Land noch im finstern Mittelalter. Sowie bsw eine homosexuelle Person weder durch Strafen oder Therapien dazu gebracht werden kann den Normen der gesellschaftlichen Sexualvorstellungen zu entsprechen – nämlich Frau liebt Mann, Mann liebt Frau also heterosexuell – sowenig kann der geächtete männliche Exhibitionismus völlig unterdrückt oder ausgemerzt werden.
    Leider gibt es auch in der heutigen Zeit immer noch einige (jedoch nicht alle) Psychologen, Therapeuten oder sogenannte Experten deren Kenntnisse und Wissen über den männlichen Exhibitionismus aus der Zeit stammen als die Menschen noch glaubten – die Erde wäre eine Scheibe. Ihre selbstgefälligen, schlau anzuhörenden und lesenden Statements (bei Interviews) sind oftmals schlichtweg falsch und unlogisch – entsprechen nicht der Realität. Der Grund – weil sie die Rechnung ohne den Wirt machen, wie es im Volksmund so schön heißt.
    Unverständlich und rätselhaft ist auch der oftmals übertriebene polizeiliche Einsatz nach (nachweislich) harmlosen Exhibitionisten, wo doch ständig gejammert wird und zu hören und lesen ist – Polizei und Justiz wären überlastet. Es gibt einige „Belästigungen oder Bedrohungen“ in unserer Gesellschaft die für Jemanden unangenehm, ekelig oder gefährlicher sind oder wirken, bei denen die Polizei (wenn sie denn gerufen wird) sich lange nicht so engagiert zeigt. Alles was mit Sexualität zu tun hat unterliegt offensichtlich einer gewaltigen Anziehungskraft.
    Fakt ist jedenfalls auch, (was gerne von den Medien unterdrückt und verschwiegen wird aus welchen Gründen auch immer), dass einige Frauen eine männliche exhibitionistische Zurschaustellung als witzig ansehen und sich darüber amüsieren können oder es als ein interessantes, prickelndes geiles Erlebnis ansehen – während andere sich als „Opfer“ sehen und benutzt fühlen, wobei auch Ekel oder unbegründete ängstliche Phantasien die Ursache sein können. Die unbegründete Angst (Phobie) ist ähnlich wie die Furcht vor einer Spinne oder kleinen Maus. Oftmals erstatten Frauen nur deswegen Anzeige weil sie die Vorstellung haben (es ihnen so einsuggeriert wurde) der Exhibitionist könnte ja schlimmeres tun als sich nur “Zeigen” und die Justiz bestraft daher entsprechend hart oder ist mit der Problematik überfordert, einer gewissen Hilflosigkeit ausgesetzt.
    Auf keinen Fall möchte ich hier den Eindruck erwecken Exhibitionismus sei in Ordnung und müsste toleriert werden und schon gar nicht vor Kindern – moralisch gesehen sicherlich nicht akzeptabel – doch es zu kriminalisieren erzeugt nur unnötige Angst, Panik und Hysterie und das ist ebenfalls etwas verwerfliches. Das menschliche Verhalten ist oftmals Rätselhaft und kann nur durch offene, sachliche Nachforschungen ein wenig Klärung bringen. Dazu müssten wir aber die weitverbreitete Heuchelei und Doppelmoral einmal beiseite schieben und lernen Unterscheidungsvermögen zu praktizieren, die Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen und uns nicht von Vorurteilen und falschen unrealistischen Vorstellungen leiten lassen. Alfred Esser

    Die Frage stellt sich – ist der Exhibitionist ein Sündenbock für die allgemeine verwerfliche, anstößige, verdorbene oder verlogene Moral der Gesellschaft ? Bei einer genaueren sachlichen Betrachtung muss das leider angenommen werden.

  32. Oje...
    Von der Rettung der Türsturz-Putte zum Herz für Nichts-als-Regenmantel-Fetischisten…

    Sicher, auch ich habe eingeräumt, ein wenig genervt einen Bericht über einen Pädophilen, der kein Täter werden will, so zur Kenntnis zu nehmen, dass ich den Mensch dabei sehen musste – aber das Thema ist nicht „Liebe Deine netten Perversen!“ ( Pervers ist meist DIE Lust am Machen von etwas, dass man EIGENTLICH nicht macht, z.b. Windeln tragen), sondern die allgemeine UNsinnlichkeit, diese erotische Totaldesinfektion bis nix mehr bleibt, als fortpflanzungszentriertes Gezappel in halbdunklen Schlafzimmern.

    Es gibt im Feld der Erotik so viel, dass man durchaus machen kann, ohne sichn schämen zu müssen, und da muss man nicht unbedingt nur die Extreme anführen, um dann gar nichts mehr für „normal“ zu halten.

    Solange nur der kommerzielle und der männliche Aspekt die Stammtischhoheit besitzen, wird es nicht besser werden.

    Man müsste den Frauen mehr zuhören, bis sie sich wieder trauen, ihre Wünsche zu äussern. Und klarer, als unter einem „Frauenporno“ nur zu verstehen: “ mehr Gerede, bessere Deko und längere Vorarbeiten“.

  33. Titel eingeben
    OT: in der Mobilversion reichen die Kommentare rechts über den viewport hinaus und sin abgeschnitten. iOS 8 Safari

  34. Die nackteste Tatsache des jünglinghaften Jahres ...
    …„Am 28., 24.00 Uhr, is over“.
    .
    Aber Achtung lieber Hüter des deutschen Schatzes: It ain`t over till the fat lady sings!

  35. Auch weiterhin nackt ....
    …. die „Greeks list on monday“:
    .
    Proposed Greek reforms:
    END OF LIST
    .
    Eigentlich genügte ein einziger Eintrag: „Tax the rich“, aber das wurde auch die letzten Jahre nicht gemacht; wenns jetzt doch käme, wärs eh zu spät, weils Geld längst weg ist.
    .
    Die werden dann zwar Steuerbescheide schreiben (um den Punkt als „erledigt“ an die Institutionen melden zu können), sind aber froh wenn sie davon auch nur 5% eintreiben könnten.
    .
    Das ist die „neue Seite“, die die listigen Hellenen nun aufschlagen.

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