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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Von Rasenkanten und Frühlingsgefühlen

| 50 Lesermeinungen

Veronika, der Lenz ist da,
die Mädchen singen tralala.
Die ganze Welt ist wie verhext,
Veronika, der Spargel wächst!“
Text Fritz Rotter, gesungen oft von denComedian Harmonists

Gestern war ich, relativ früh, weil andere Leute ja auch bei diesem Wetter auf den Gedanken kommen, im angrenzenden Park spazieren. Ich mag keine Menschenansammlungen, bei mehr als drei Leuten in einem Radius von zehn Metern um mich herum beginnt für mich Folter. Aber der Winter ist meine schwache Zeit, ich mag es weder dunkel noch kalt, und entsprechend bin ich mit dem allergrößten Genuss durch die angenehm wärmende Sonne gelaufen und habe mir so meine Gedanken gemacht.

Der Park ist weitläufig und hügelig, man hat wie vielerorts aus Trümmern Landschaft zu machen versucht, und hier ist es sogar einigermaßen geglückt. Einzig die Rasenflächen sind noch matschig und braun, nicht wirklich ansehnlich, aber so ist das eben, wenn es lange kalt war. Es braucht ein bisschen, bis man in Fahrt kommt. Der Frühling, die ersten Sonnentage, oder das, was die Menschen für sich als die ersten warmen Tage empfinden, sind immer gut fürs Geschäft. März, April und Mai sind angenehme Monate, da will niemand traurig sein und schon gar nicht alleine, und man selbst hat auch wieder etwas mehr Energie, das geht sich dann meistens ganz gut aus. Spontan muss man halt sein, je mehr Sonne, umso spontaner sind die Leute. „Hast du um vier Zeit?“ fragt dann einer um zwei, und wenn ich gut gelaunt bin und Zeit habe, lasse ich mich entgegen meiner Gewohnheit auch mal hinreißen.

Eigentlich mag ich nämlich Planbarkeit und Übersichtlichkeit, ein penibel geführter Kalender erfüllt mich mit Wohlgefallen, genau wie eine möglichst leere Wohnfläche, am liebsten weiß und keimfrei und der Inbegriff der Ordnung und Sauberkeit – im Gegensatz zu gewissen anderen. Das mit dem Kalender habe ich mittlerweile im Griff, aber an der weitläufigen Wohnung, in der sich dann möglichst nur weiße, fast leere Flächen befinden und vielleicht ein Bauhaussofa in einem sehr dunklen Braunton, sowie eine wirklich gute Stereoanlage, arbeite ich noch.

Ich arbeite daran, nachdem all die viel wichtigeren Dinge getan sind, der Broterwerb und die Bildung und der Genuss, das Einkaufen und das Kochen und das soziale Miteinander. Das auf-dem-Sofa (nein, noch kein dunkelbraunes Bauhausmodell) Herumliegen, das Schreiben und das mit-der-lieben-Freundin-nur-eine-halbe-Stunde-und-dann-doch-fünf-Telefonieren und dann muss man in meiner Branche ja auch einigermaßen gepflegt sein, und auch das kostet Zeit und in dieses Museum und jene Ausstellung wollte ich auch noch, und siehe da, es liegen die Schuhe herum und die Decke ist nicht akkurat gefaltet und die Spülmaschine exakt gleichzeitig mit dem Abendessen fertig, sodass ich leider erst essen muss und dann müde und lustlos das Ein- und das Ausräumen auf den nächsten Tag verschiebe, und fragen Sie nicht, ich habe wahrlich noch einen langen Weg zu gehen bis zur klinisch reinen Minimalistenwohnung.

Dafür führe ich den Kalender in Schönschrift und hake alle erledigten Aufgaben akkurat ab. Mit einem ganz bestimmten Stift in einer ganz bestimmten Farbe. Pro Aufgabenfeld eine Farbe. Weswegen ich immer rund zwanzig Stifte herumtrage, während ich nicht in der Lage bin, auch nur ausnahmsweise im Bedarfsfall ein Taschentuch in meiner Handtasche zu finden. Dafür ist die Arbeitstasche wieder ein Hort der Übersichtlichkeit und Inbegriff der penibelsten Ordnung mit trockenen und feuchten Tüchern und solchen zur Flächen- und Händedesinfektion.

Was meine Wohnung in keinem Fall hätte, wäre ein Garten. Ich hasse Gartenarbeit wie die Pest, ständig wächst und gedeiht einem irgend etwas vor der Nase herum, das zurückgeschnitten, gestützt, geharkt oder verlesen und geerntet werden will. Ich möchte einen Balkon, mit einem Stuhl oder allerhöchstens zwei, und einem Tisch und vielleicht einem Kaktus. Einen Garten möchte ich nicht. Auch weil Gärten, daran erinnerte mich die Rasenfläche im Park, gewisse Rückschlüsse zulassen auf ihre Inhaber.

Gärten sind so etwas wie eine gigantische Visitenkarte, das habe ich gelernt, denn ab und an komme ich ja etwas herum, und natürlich macht man so seine Beobachtungen und manchmal fallen einem gewisse Korrelationen auf, nicht nur in den Gemächern, auch im Drumherum. Zum Beispiel Rasenflächen. Um genau zu sein: Rasenkanten. Wo ein Rasen, da auch eine Rasenkante, und es gibt mannigfaltige Möglichkeiten, diesem Problem, so man es als eines betrachtet, was ein nicht unerheblicher Anteil der Gartenbesitzenden zu tun scheint, beizukommen. Beispielsweise kann man der Sache begegnen, indem man abgrundtief hässliche, in angeblichem Grasgrün oder Erdbraun gehaltene Plastikteile dort in den Boden rammt, wo die Rasenkante verläuft. In solche Gegenden komme ich aber selten, ich meine, das ist die Klientel für aushäusige Arrangements, ohne das weiter vertiefen zu wollen. Manchmal stecken diese Plastiktrenndinger auch mitten in einem Wust aus Rasen und Unkraut und in aller Regel geht es da recht ungezwungen und handfest zu und man spricht Dialekt.

Eine weitere Möglichkeit, etwas hochpreisiger und variantenreicher, sind Einfassungen aus Stein. Meist sind die aus Naturstein ansehnlicher, gewiss auch teurer, aber so läuft das eben, als die künstlichen. Von denen die, die natürlich wirken sollen und es aber nicht tun, wiederum die sind, die mein Auge am wenigsten erfreuen. Je näher an die Stadt man kommt, umso Naturstein die Raseneinfassung, und in unmittelbarer Stadtnähe, wo es grün, ruhig und teuer ist, weil der Weg zur Arbeit trotzdem nicht mehr als eine halbe Stunde in Anspruch nimmt, findet sich dann oft die hohe Schule der rein organischen Rasenkante, die einerseits einen perfekt gepflegten und üppig spießenden Rasen erfordert und andererseits abrupt endet, ohne fransigen Wildwuchs, ohne Unkraut, fein säuberlich zurechtgestutzt, vermutlich im mindestens wöchentlichen Rhythmus, je nach Wetterlage. Wenn es schwül-warm ist, wächst das Zeug ja wie bekloppt. Und manche haben trotzdem eine Rasenkante wie im Katalog. Keine Einfassung, kein Unkraut oder Moos. Nur Rasen, der genau da endet, wo er enden soll und nicht ein abtrünniges, eigensinniges Hälmchen, das sich widersetzt und sich über die ihm angedachte Grenze hinaus reckt.

In solchen Gärten sind oft auch Bewässerungsanlagen und teure Sitzgruppen zu finden, vielleicht ein Smoker, mindestens aber ein wirklich hochwertiger Grill für seine ebenso wirklich hochwertigen Steaks und ihr in Aluminiumfolie mit einem Tröpfchen gutem Olivenöl und sonntags vielleicht einem Fitzelchen Bio-Feta angemachtes Gemüse. Nicht selten auch ein Schuppen mit hochwertigen Rädern, von denen aber nur eines, das Herrenrad meist, genutzt wird. Nach meiner Theorie genutzt wird, um den immer mal wieder aufkommenden Fluchtreflex zu sublimieren, denn ich frage immer nach, wenn ich solche Rasenkanten sehe, weil mich die Akkuratesse und der Fleiß beeindrucken, der da in so etwas Unscheinbares wie den Übergang von Gras zu Erde investiert wird. Und ich bekomme in aller Regel zur Antwort, dass diese Kanten, nunja, die schneidet er am Wochenende, er habe da ein Kantenschneidegerät eines namhaften Herstellers, und wenn sie Samstag nachmittags nach dem gemeinsamen Einkauf die Wohnung … dann rutscht er auf Knien durch den Garten und schneidet die Rasenkante. Sonntags fährt er dann Rad.

Ich will jetzt nicht sagen, dass die männlichen Bewohner von Speckgürtel-Einfamilienhäusern mit ordentlichen Rasenkanten generell gerne auf den Knien herumrutschen, das wäre eine unzulässige Verallgemeinerung und würde einer wissenschaftlichen Überprüfung gewiss nicht Stand halten, Korrelation und Kausalität und all das. Aber es ist schon so, dass die Art, wie das Wohnumfeld gestaltet wird, manchmal zu mir spricht. Deswegen gehe ich nicht gerne in Wohnungen, Hausbesuche habe ich mir so gut wie abgewöhnt. Ich fuhrwerke nicht gerne ungebeten im Privaten anderer Leute herum, und ich sehe ja die sorgfältig arrangierten Vasen und die geschmackvollen Kunstdrucke und die lustige Figur vor, oder den saisonal passend gewählten Kranz an der Eingangstür. So etwas machen Männer nicht, an der Stelle bestehe ich auf meinen althergebrachten Stereotypen. Türkränze werden von Frauen gekauft und von Männern angebracht, das ist kein Sexismus, das ist Empirie. Und ich spreche damit auch keinem alleinstehenden Mann die Freiheit ab, sich einen Türkranz zuzulegen, gerade um die jetzige Zeit sind ja Ostermotive sehr beliebt.

Eine unaufgeräumte Junggesellenbude stört mich im Gegensatz zur kantengeglätteten Vorstadtidylle dann wieder gar nicht. Es ist mir noch nie passiert, dass das Bett in solchen Wohnungen nicht frisch bezogen war, und selbst wenn nicht, empfinde ich es als die bei Weitem geschmacklosere Vorstellung, dass sich jemand, der das nicht möchte oder nicht mal ahnt, in ein Bett legen muss, in dem ich den Gatten wegen der Rasenkanten und des Fluchtreflexes getröstet habe. Entsprechend sind nach meiner bescheidenen Erfahrung Ordnung und guter Geschmack oder wenigstens normaler Anstand mindestens zweierlei, und ob Ordnung, Sauberkeit und Akkuratesse auf einen statthaften Charakter oder eine in sich ruhende Persönlichkeit schließen lassen, darf nach allem, was ich weiß, zumindest in Frage gestellt werden. Also mache ich mich auch wegen des Schuhbergs nicht verrückt, und auch nicht wegen des vertrockneten Wildwuchses im Balkonkasten. Ich werde im Frühsommer vielleicht Kräuter hineinsetzen und ihnen Ende Juli beim Verwelken zusehen oder auch nicht, möglicherweise fahre ich ja auch weg, und ich werde mich während des Verwelkungsvorganges freuen, dass ich die Gelassenheit dazu aufbringe, das einfach passieren zu lassen, statt manisch Rasenkanten zu frisieren.

 

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50 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    das war jetzt ein schöner vergleich ja in so wild zugestopften wohnung ist es aber auch gemütlicher man findet so viel und es gibt immer viel dazu zu erzählen eben eine wohnliche höhle oder burg mit geschichte

    diese fingernagelscheregeschnittenen rasen sind schon sehr speziell

  2. möglicherweise fahren ich auch weg...
    Ihre Urlaubsgestaltung werte Despina, würde mich interessieren.

    Normalos wie ich, möchten da ein Gegenprogramm zum beruflichen
    Alltag.

    • Meine Urlaubsgestaltung ist üblicherweise eher unspektakulär, in der Hinsicht bin ich wahrscheinlich ziemlich normal und erfülle sogar sämtliche Klischees, wenn es darum geht, Karten und Stadtpläne zu lesen.

  3. Nachsicht - die "Single-Wanne Amalfi"
    machte sich übrigens evtl. gut in einem wie oben geschilderten Wohnensemble?

    Der Hersteller verspricht auf seiner Page, so weit ersichtlich, dass man von denen bei Bedarf auch zwei nebeneinanderaufstellen könnte, teils sogar sympathisch ein wenig aufeinander zu orientiert.

    „Victoria & Albert“ genannt, vermutlich britisch-aristokratischer Herkunft und notorischer Angewohnheit her. Und sich dann gegenseitig mit bunten oder weißen indischen Seifen bewerfen.

  4. Ich liebe meinen Rasentraktor!
    Ihren Stil, Despina, lese ich gerne, weil er ähnlich wie der Herr Gastgeber eine lebendige Person abbildet, die auf der Suche ist, nach einem Leben jenseits der Trampelpfade, die dann mit grauslichen, zerfaserten, gewellten, von allen Weichmachern verlasssenen Plastikkragen zwecks Rasensamenkeuschheit eingehegt sind.

    Aber mit einem Rasentraktor über ein nicht zu kleines Grundstück zu hoppeln, hat etwas befriedigend Archaisches, analog zum Schillergedicht mit Dacheszinnen, vergnügten Sinnen und zehn belegten Brötchen.

    „Das alles ist mir untertänig, gesteh, dass ich gefrässig bin!“

    Ob Ihre Sehnsucht nach Bauhaus-Ordung ein Gegengewicht gegen die unweigerliche Dramatik in den Biographien ihrer Kunden darstellt, wie die chaotische Sammelwut unseres Gastgebers eine Form kindlicher Renitenz gegen die Autorität der anzuerkennenden Sachzwänge darstellt?

    Wer weiss, aber ich lese gerne Ihre Beiträge, auch ohne dass es zwingend mit ihrer Berufstätigkeit zu tun hat.

    Aber wenn die Befriedigung unserer sexuellen Gelüste so normal wäre wie gutes Essen, wäre die Menschheit sicher ein gutes Stück zufriedener, friedlicher und ehrgeizloser und fauler. Im positiven Sinn.

    Leider sind die meisten von uns dressiert auf die Jagd nach dem eigenen Überkind.

    • Was den Rasentraktor angeht,
      kann ich Ihre Begeisterung durchaus nachvollziehen, ich bin selbst schon vergnügt damit herumgefahren, das ist aber schon ein Weilchen her, Stichwort Kindheit auf dem Land, ganz ohne Helikoptereltern aber mit Rasentraktor.

      Vielleicht auch daher die Freude an der Bauhaus-Ordnung, das Gras auf der anderen Seite scheint ja gerne mal grüner, da haben sie schon recht.

  5. Titel eingeben
    Ein kleiner sachlicher Hinweis: Der Text des „Veronika“-Mottos ist von Fritz Rotter (die Musik von Walter Jurmann). Beide Urheber (!) waren keine Mitglieder der Comedian Harmonists; diese netten Herren haben es „nur“ ganz wunderbar benutzt; sie waren Interpreten.
    Bei Zitieren sollte der Urheber genannt werden (UrhG).

  6. Smoker, hm.
    Ich les ja recht viel und hab‘ schon so einiges in meinem langen Leben gelesen, aber das Wort „Smoker“ ist mir neu. Ich vermute: irgendwas neues, was „man unbedingt haben muss“ wenn man schick und modern sein will? Mein Collins schreibt zu smoker nur: 1) a person who habitually smokes tobacco. Und: 2) Also called ’smoking compartment‘, a compartment of a train…(etc.) Und 3) an informal social gathering as in a club. Hm.

    • Smoker
      Ein smoker dient dem Heißräuchern von Fisch und Fleisch (vielleicht auch Tofu?), mit dem sich der gehobene Gartenbesitzer vom Proll-Griller absetzt, der seinen marinierten Schweinehals vom Lüdl auf offener Flamme verkohlt. Aber mal vom Statusdenken abgesehen: Schmeckt klasse! Und mit etwas Geschick kriegt man’s auch im Kugelgrill hin.

  7. Stereoanlage
    Werte Despina,

    habe ich das richtig gelesen: Eines der Ziele in der Wohnung ist eine richtig gute Stereoanlage?
    Hätte nie gedacht, das aus der Hand einer Frau zu lesen. Dies widerspricht nämlich meinen empirischen Erfahrungen auf der Messe High End in der Bayerischen Landeshauptstadt. Die Mädels die sich da rumtummeln wurden nach meinen Beobachtungen von ihren Holden mitgeschleift…….

    • Fleischräucher- und Garungsanlage
      Smoker genannt. „Beef“ lesen :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Als Vegetarier musste ich mich da auch erst mal schlau googlen.

    • Räuchern
      Ich sage nur Scamorza affumicata!

    • Das können aber die Italiener besser.

    • Auf so eine Messe
      müsste man mich auch schleifen, zu viele Leute auf einem Haufen. Aber die Stereoanlage, das stimmt wirklich. Und es steht da auch schon was Vernünftiges.

    • .
      und die lautsprecher erst. zwar gibt es hier ein paar klipsch, welche durchaus den eindruck vermitteln, die musiker sässen mit ihren knrazenden gitarren irgendwo unsichtbar im salon, allein jedoch barock lässt sich damit kaum hören, was die bässe sauber servieren, fehlt nun an den klaren höhen. im prinzipe benötigt man zwei verschiedene lautsprecheranlagen für unterschiedliche musikstile.

      die kunst, unglaublich langweilig über solcherart feinheit zu monologisieren, haben einige auf diesen messen sicherlich in aller epischen breite perfektioniert – weshalb man sie, die messe und die monologisierer, tunlichst meidet…

  8. texter@email.de
    Der Text entspricht im Duktus so akkurat dem von Don Alphons, dass es mir ungeheuer schwer fällt, mich mit Vorstellung zu versöhnen, „Despina“ könnte überhaupt einem anderen Herzen entsprungen sein als eben dem seinigen. Könnten Sie mir Hinweise geben, die mir die Vorstellung erleichtern?

    • Das wurde schon ein paar ;al gesagt, aber die FAZ-Buchhaltung könnte durchaus belegen, dass dem nicht so ist. Ausserdem würde ich nie über Männer schreiben, die finde ich nämlich in der Hinsicht vollkommen uninteressant – und momentan passe ich hier nur auf. Ich kann aber gern die hier gespeicherten IPs zeigen – ich bin bei M-Net und Despina bei einem anderen Anbieter.

    • ...nie sollst du mich befragen...
      die IPs sind verschieden, gewiß. Vielleicht hat sich aber da doch wer überaus einfühlend gemorpht (und sich die realen Risiken eines Despina-Lebens erspart) und wir wollens damit so halten, lieber dottore Schönmond, wie mit Kindern, die verkleidet ernst genommen werden wollen.

    • ß
      @ Dr. Francesco Schönmond: In Despinas Artikel ist das „ß“ durchgehend korrekt verwendet, der Don bevorzugt an solchen Stellen ja des Öfteren „ss“.

    • Wobei ich diesbezüglich sicher auch nicht frei von Fehl und Tadel bin.

    • Korrelationen folgen nicht unbedingt Kausalketten
      – „Eine sehr unterhaltsame Internetseite, die zeigt, dass Korrelationen nicht unbedingt Kausalketten folgen müssen, ist unter http://www.tylervigen.com zu finden.“ Quelle: FAZ, 18.05.2014, von Jochen Reinecke
      – Die Vermutung einer Personalunion von Donna Despina und Don Alphonso hatte ich auch schon geäußert unter blogs.faz.net/stuetzen/2015/01/26/ode-die-runzligkeit-4910/
      – Und das, obwohl ich ein halbes Jahr davor selber beinahe „Opfer“ einer Vermutungsattacke geworden war, http://cli.gs/7m3hfei
      – Was lernen wir daraus? Das Gleiche ist bei weitem nicht immer dasselbe, eigentlich wussten wir das schon immer; ferner ist unser Horizont nicht gerade, bloß nehmen wir seine Krümmung nicht wahr. Nicht wahr?

    • Ich meine, Link Nr. 2 funktioniert nicht wie gewünscht.
      Und bezugnehmend auf den anderen Link erlaube ich mir anzumerken, dass eben auch für die Vermutung einer Personalunion gelten dürfte: Es mag vielleicht auf den ersten Blick oder aus einer bestimmten Perspektive so wirken können, ist aber deswegen noch lange nicht als belegt anzusehen.

  9. Die Rasenkanten... Ohje ohje ohje...
    Rasenkanten und Texte zu Rasenkanten sind das langweiligste, was mir in dieser Rubrik in der FAZ je begegnet ist. Hätte ich vorher gewusst, was im Artikel steht, hätte ich ihn nicht gelesen. Was für eine Zeitvergeudung! Zudem missfällt mir die Kategorisierung des Menschseins (Mannseins?) in Menschen mit freier Rasenkante, (natur-) steinerner Rasenkante und Rasenkante mit Plastikgrenze, die schnell überschritten wird, abgesehen natürlich von den Menschen ohne Rasenkante, aus welchen Gründen auch immer. Für wie dumm werden wir Leser in dieser/m Kolumne/Blog eigentlich verkauft? An diesem Elaborat ist nichts irgendwie interessant.

    • Zwischentöne sollte man hören können
      Ich fürchte, dieser Kommentar schlägt eher auf seinen Urheber als auf Autorin und sonstige Mitkommentatoren zurück.

      Um ein Gespräch führen zu können, sollte man immer danach forschen, warum es der Mensch gegenüber für erwähnenswert hält, wenn man aus seinen Gedanken vorher entnommen hat, dass es sich lohnt ihm/ihr zuzuhören.
      Ich denke, dass die „Rasenkante“ durchaus für eine zweifelhafte Weltanschauung steht, die einem auffallen kann – und ich bin froh, dass dermassen unhöfliche Flüche wie Ihrer seit langem hier die Ausnahme sind.
      Wenn ich etwas nicht kapiere, was andere wohl sehr wohl tun, oder wenn es mich nicht interessiert, halte ich einfach die Klappe.

      Man kann z. B. Hölderlin nicht mögen, aber es wäre Blödsinn, von ihm eine philosophisch korrekte Welttheorie zu erwarten.

  10. Ihrer These mit den Türkränzen,
    liebe Despina, ist unbedingt zuzustimmen! Die allermeisten Frauen hängen sie auch selber auf. Bei den stadtnah-vorstädtischen Rasenkanten stimme ich Ihnen allerdings nicht zu, die werden nicht vom Hausherrn sondern von schwarz stundenweise beschäftigten Kräften gepflegt.
    Aber wenn Sie einfach erzählen (ohne zu lobbyieren) liest sich das so hübsch, daß ich Ihnen wünsche, ganz ins Schreiben zu wechseln, Sie haben gewiß viel zu erzählen und wenn Sie das in dem hier angeschlagenen lakonischen Tonfall tun, gibt’s dafür sicher einen
    verlegerischen Markt.

    • Vielleicht ist ja mein Bild verzerrt durch den Umstand, dass manche Hausherren an den stundenweise Rasenkanten schneidenden Kräften das einsparen, was dann für andere Dienstleistungen … wer kann das schon sagen. Und was die Türkränze angeht, ich hatte früher auch welche, sogar selbst gebunden, aber mittlerweile habe ich nur noch einen rostigen Nagel an der Tür, was ja möglicherweise auch etwas aussagt.

    • .
      ein rostiger nagel? dazu verkneife man sich jeden kommentar :-).

      hüstel.

    • Sonntag laetare!
      Verkneifen, liebe Donna Laura? Aber nein! Ein Nagel ist doch eine Einladung was dranzuhängen.
      .
      Bei Aldi gibt’s Plastikosterkränze, abwasch-und wiederverwendbar und ich selber hab dort eine lebensgroße Holzgans gekauft, die nun vor meiner Tür steht. Die Nachbarskinder fürchteten sich vor Tieren und freunden sich allmählich mit der Holzgans an (allerdings kannte ich eine kleine Gänseherde, die ein zaunloses Grundstück sehr effizient bewachte, „unsere Parkwächter“ genannt).
      .
      Und was heißt schon „natur“!
      Eine Bekannte, eifernde Kirchenhasserin,
      bindet für ihren ebenfalls militant sekularen Freundeskreis jedes Jahr ein Dutzend duftende Tannenkränze, sogar auf drei lilafarbene und eine rosenrote Kerze wird penibel geachtet, denn das „gehört sich so“.

  11. @kdm
    werter kdm, ein Smoker ist ein Grillgerät für Stützen… Das Grillgut wird darauf nicht schnell gegrillt und auch nicht langsam geschmort. Bevor Sie das Ergebnis genießen werden, heizt der Gastgeber den smoker viele Stunden vorher an. Bei unterschiedlich niedriger Temperatur gart das Fleisch zu extremer Zartheit.
    Fire & Food wäre eine Zeitschrift zum einmaligen Kauf. Oder das Buch Fried green Tomatoes.

    CocktailTomaten und Chilipflanzen wäre mein Tip für den Kräuterkasten der Autorin. Beständig gegen Sonne, Wind, viele Insekten und lecker.

    Gruß melursus (mit den proletarischen Ansichten)

  12. Faulheit
    Faulheit hat auch etwas mit Perfektionismus zu tun – sie macht ihn erträglicher.

  13. Rasenkanten sind out
    Rasen macht nur Arbeit. Aktuell hat man zwischen Terasse and Carport einen Steingarten. Grünzeux existiert -wenn überhaupt- nur in Töpfen. Und viel mehr Platz gibt es im Vorstadtglück nicht.

    • Slipeinlage für die Existenz
      Ja. Greige ist das neue Grün. Gärten werden wie Wohnungen und Häuser vom Leben gesäubert. Das hat mit Faulheit, mit Kontrolle und eben sehr viel mit „Reinheit“ zu tun. Minimalismus ist die Slipeinlage für die Existenz. Armut wird als clean ausgewiesen.

  14. Rasenkanten also...
    … hachja, bin beim Lesen des Textes angenehm weggenickt. Nein, nein, das darf hier durchaus als Lob der Aut… ah, jetzt fällt mir ein, was mich schließlich aus der Dämmerung wieder hat hochschrecken und in die Kommentarspalte hat rutschen lassen: Es war nicht mein Chef, der mir fest, aber verständnisvoll an die Schulter griff, um mich daran zu erinnern, dass das Wochenende erst.. ach, was soll’s, jetzt anfangen könne. Es waren Kindheitserinnerungen. Ich. 15 Jahre alt. Der Kleinbürgersohn, der mit dem Unkrautbrenner der Rasenkante zu Leibe rückte. Verfranzt? Glatt abgeschnitten? Verwildert? Nein: Verbrannt!

    Ahahahahhhaaaaa…! FEUER! ÜBERALL, FEUER!

    Gute Nacht.

  15. Kongress
    fefe vom 13. März lesen, zum Sexarbeiter-Kongress & Feministinnen.

  16. Keine Kante
    Rasen habe ich. Nun ja, Wiese wäre die genauere Bezeichnung oder Weide, oder noch besser: Grasland. Land mit viel Gras drauf sozusagen. Sea of grass. Nur eine Kante habe ich noch nie entdeckt, weit und breit keine in Sicht. Nun muss ich sagen, mein Grasland, in Belize gelegen, ist recht groß. Ich bin nur zwei bis drei Monate im Jahr da und habe es in den gut einem Dutzend Jahren, seitdem ich das besitze, noch nicht geschafft, bis zum Rand – wenn es eine Kante geben sollte, dann ja wohl dort – abzugehen. Die Frau an meiner Seite – und auch die an der anderen -, fragen nun, was das für eine Aussagekraft für unsere Beziehungen hat, dass ich vermutlich keine Kante am Rasen habe …?


    • Was das sagt? Dass es bei Ihnen noch Kanten zu entdecken gibt. Sollte sich wirklich keine finden dann empfehle ich einen Spaten um mitten durch die Latifundien eine Kante zu ziehen – händisch.

  17. Living on the dge
    Diese Rasenkante Eulogie, werte Despina, erinnert an eine boese Kollision die der staedtische Schneepflug der die Trottoirs von dem weissen Zeug befreit, mit meiner solide gebauten Steinkante die den Rasen — wenn er zu finden ist — einrahmt zusammen knallte. Der Apparat blieb haengen, und der Fahrer schimpfte. Der Schaden am Pflug soll groesser sein als der meiner „Feldsteinkante.“ Nun warte ich wie sich dieses „Encounter“ entwickelt. Ich selbst ziehe kuenstliches Grass vor — so ein Plastischer Turf, aber Madam liebt das natuerliche Zeug. Man benutzt synthetischen Turf im Pro-Sport, ohne die Fans zu veraergern. Jedem das seine. Cheers.

    • irgendwie...
      erinnern Sie mich an Filou, aber es gibt natürlich viele
      filous.
      .
      Schneepflugfahrer sind auch so stundenweise prekär Beschäftigte, die, vor allem nachts eingesetzt, sich mit Kartoffeldestillaten und Energydrinks sich wach und warm zu halten suchen, überhöht zick-zack fahren und vor denen man sich in Acht nehmen muss…

    • ja, foersterliesel ...
      … ich hatte den gleichen Gedanken.

      Könnte also was dran sein mit dem filou.

    • .
      liebe Foersterliesel, lieber diktionaftis, der filous mag es nun viele geben, allein, der zwischenzeitlich zunächst einmal abhanden gekommene, der sich so zu rufen eingestand, der mag in den unausgedehnten gefilden seiner niederländischen dachterrasse vielleicht unter die beine seines kleinen blauen ikea-schemelchen geraten sein, in der hand einen kleinen grünen kaktus.

      jener hier oben ist m.e. ein ganz alter bekannter dieses mutterschiffs, der immer wieder durch launige reaktionen auf erholsame schreibkost und durch kleine anekdoten aus übersee auffällt, wenn mich nicht alles täuscht.

  18. geschollns Gered
    liabs Madl, dafür das du da so gescholln daherreds scheinst a ganz sche Schlamperl zu sei.
    Schuhberg, vertrocknete Balkonkastn…..
    ram dei Zeug auf und schreib a moal weder was gescheits von deim Spezlgewerk.

  19. What's in a name?
    Nur eine Petitesse, werte Foersterliesel und geschaetzter Diftionaftis, ich bin in der Tat nicht der besagte Filou, dessen Kommentare ich gerne las. Alas, man hat mich schon alles moegliche genannt, und nur letzt war es besonders peinlich wenn eine rim vollem Laden mir nachrief — es war mehr bruellen– „Hey You“. Die Kunden gaben mir bewundernde Blicke, Bin jetzt nicht sicher was bessr ist: Filou, Hey You, Kumpel, oder Schlaubuckel. Life has its moments, what?.

    • ooh, das tut mir leid!
      Donna Laura hat nicht nur Witz sondern auch den Überblick.
      (mit Filou verwechselt zu werden ist aber nix Despektierliches)

  20. Moi ? Impossible, oder?
    Hab ihre Bemerkung werte Donna Laura, gelesen und bin nicht sicher ob das mich zutrifft. Einer sagte mal „der getroffene Hund bellt.“ …nur belle ich nicht oft; aber zaehle mich doch zur Bekanntchaft des von ihnen erwaehnten „Mutterschiffs“. Es freut mich ihre Bemerkungen zu lessen, wie so oft. In der Tat sie taeuschen sich nicht, it’s me –aka EgonOne– gelegentlicher Besucher, und Traeger verschiedener nome des plumes. ‚Tis I, gnaedige Donna Laura, you are a most perceptive reader. Gratuliere. Cheers

    • Ah-ja
      … es waren Schlagworte wie „kuenstliches Grass“ und „Madam“, die mich Opfer einer offensichtlich falschen Ahnung werden ließen.

      Um hier aber mal Klarheit bezüglich meines hier verwendeten nom de plume zu schaffen *räupser*:

      ‪δίκτυο‬ ist das Netz und ναύτες ist der Segler.
      Transkriptionsschwierigkeiten beiseite gelassen ergibt sich:
      diktio – naftis

      (Nur meine zwei Drachmen)

      ;-)

    • .
      lieber Egon, mich nichtswürdige mit einem solch schmeichelhaften compliment zu bedenken, beschämt und beglückt in aller bescheidenheit zutiefst…

  21. Rechtschreibung/Grammatik
    Hallo Despina Castiglione,

    inhaltlich ein interessanter Text. Jedoch scheinen mir diverse Satzkonstruktionen und Wörter nicht sauber formuliert bzw. korrigiert.
    Der Text würde sich angenehmer lesen, wenn weniger Fehler im Text vorkommen.

    Beispiele:
    – Je näher [man] an die Stadt kommt, umso {mehr} Naturstein {zieren} die Raseneinfassung, [..]
    – [..] und üppig sp[r]ießenden Rasen [..]
    – [..] Regel zur Antwort, dass diese Kanten, [nun ja], die schneidet er am Wochenende [..]
    – Nach meiner Theorie genutzt wird, um den immer mal wieder [..] (Was ist das für ein Deutsch?)

    Als „Stützen der Gesellschaft“ sehe ich nicht nur die Information, sondern auch den Transport eben jener. In verbaler und schriftlicher Form. Es wäre angenehm, wenn Sie den von Ihnen geschrieben Text redaktionell darauf überprüfen könnten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sethos

    • Vielleicht mögen Sie
      das ja unter „Eigensinn“ verbuchen.
      Betrachten Sie es einfach als das Äquivalent zu ungepflegten Rasenkanten, die entstehen, wenn man etwas zu schwungvoll mäht.

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