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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Schafft endlich Hartz IV ab

| 102 Lesermeinungen

Die Poesie wird mit dem Hammer gemacht
Wladimir Majakowski

Armut kostet Lebensfreude. Armut setzt unter Druck. Armut erzwingt bestimmte Verhaltensweisen und bringt Menschen zum schweigen. Armut ist schuld daran, dass man sich nicht öffentlich zu seinem wahren Sein bekennen kann. Armut bringt Menschen dazu, sich zu verleugnen und die Umwelt mit Lügen bei Laune zu halten. Armut ist ein Stigma, das man fürchten muss. Kurz, Armut hat enorme soziale Auswirkungen und zwar gerade bei jenen, auf die es in diesem Lande, in unserem sozialen Gefüge wirklich ankommt: Auf die Vermögenden. Armut, wie sie Hartz IV erzeugt, ist elitenfeindlich.

hiva

Nicht überall natürlich. So unter uns können wir schon darüber reden, was wir so haben und uns noch zu beschaffen gedenken. Wenn ich hier über meine Wünsche berichte, in Meran einen Altersruhesitz zu erwerben, gerade so gross, dass man ihn als älterer Mensch selbst besorgen kann, also nicht mehr als 200 Quadratmeter Denkmalschutz, dann bleibt das hier unter uns. Das erzählt dann auch keiner weiter, und ausser den Lesern bekommt es auch keiner mit. Ich rede hier unter Gleichen mit Gleichen, und wir unterscheiden uns da nur in der Frage, ob andere Orte nicht hübscher wären, und ob einem Olivenhain nicht der Vorzug gegenüber einem kleinen Weinberg zu geben ist. Das sind die kleinen Konflikte, die das Dasein so mit sich bringt, wir können sie kollegial beseitigen. In Meran ist ohnehin nicht genug Platz für uns alle. Was dem einen seine Sommerfrische, ist dem anderen seine Hacienda oder seine Karawanserei, der eine nagelt Barockgemälde an die Wand und der andere ersteigert Nagelbilder von Günther Uecker.

Ich war aber auch mal Nachbar von Uecker. Damals lebte ich in Berlin, für anderthalb Jahre, und Uecker hatte im gleichen Art-Deco-Ensemble eine Art Atelier. Aus dieser Zeit kenne ich viele Berliner. Manche sumpfen ein Dutzend Jahre später immer noch so wie damals, und andere – die Minderheit, aber immerhin – haben es zu etwas gebracht. Aus den Hackern wurden Chefs von Securityfirmen, aus den Studenten Partner in Kanzleien, aus den Internet-Autoren beliebte Sachbuchautoren, die sich mit Themen wie Liebe, Kochen und Kinderkriegen einen Namen machten – oder sie blieben eben mittellose Autoren, ewige Studenten oder versuchten, Projekte über ihre Anhänger zu finanzieren, in denen sie erklärten, wie sich Welt und Internet nach den Vorstellungen zu verhalten habe, die in einem Einzimmerappartment zwischen indischem Lieferessen und Bier entwickelt wurden.

hivb

Manche blieben, was sie sind und twittern darüber, dass sie ihre Nebenkostenrechnungen nicht bezahlen konnten. Andere kauften rechtzeitig Wohnungen, arbeiteten so hart, wie das auch im Westen üblich ist, und sind jetzt für Berliner Verhältnisse vermögend. Exakt eine einzige davon sagt öffentlich, dass sie Gentrifizierung gut findet, die Schliessung von Borzn an der Ecke für richtig hält, keinen Wert auf versoffene Künstler im Rinnsteig legt und gerne noch eine Wohnung kaufen würde, um ihre Mieter Richtung Schöneweide zu entmieten, das Objekt zu sanieren und dann zur finanziellen Absicherung mit hoher Rendite an stubenreine Schwaben zu vergeben, wenn sie Messer und Gabel ohne Gefahr der Selbstverstümmelung nutzen können und deren Eltern bürgen. Eine einzige ist ehrlich.

Die anderen haben das teilweise genau so gemacht und finden das, wenn sie nach Bayern kommen, nicht ganz falsch. Zuerst sprechen sie aber noch instinktiv leise und fügen stets ein „aber“ hinzu, und erklären wortreich, wie schlimm es doch anderen gehe und der Staat versage. Aber nach der dritten Halben im Jägerstüberl lösen sich die Zungen, nebenan feiert die Jugend von Waakirchen den Vermögenszuwachs durch die Immobilienspekulation, und am Ende nehmen sie eine Dampfnudel im Bewusstsein, dass eine weitere Wohnung nicht schlecht sei. Über den ehemaligen Blogger, der nun Firmen berät, wie man das Internet infiziert, wissen sie auch, dass er ein Haus gekauft hat. Mit Garten. Ausserhalb des Autobahnrings, mit Kredit, und er redet nicht öffentlich drüber. Aber eine Mitarbeiterin, die nach drei Jahren Ausbeutung hingeschmissen hat, hat das überall erzählt, dass der J. jetzt Hausbesitzer ist. Das Kapitalistenschwei – ei – ei-eine Halbe noch, Teres, sagen sie dann und fangen sich wieder, wenn sie merken, wo sie sind. Manchmal werden sie rückfällig und verkünden den Mainstream der Linken, der üblich ist, wenn Besitzende und Besitzlose aufeinander treffen.

hivc

Man gibt gegenüber Ärmeren nicht an, das habe ich auch so gelernt. Glaube ich. Vor langer Zeit. Aber das ist doch so, oder? Man tut das nicht. Man lässt niemanden merken, was in der Grube ist, von der man in Bayern meint, dass da das Geld ist, das man holt. Man will nicht, dass der andere sich unterlegen fühlt. Die grosse Halle war deshalb nur eine teure Fehlplanung, ein anderes als das grosse Grundstück hat man nicht bekommen, die Wohnung in Paris war ein Notverkauf von einem Freund – man findet immer Ausreden, damit das alles bescheiden wirkt, wenn andere weniger besitzen. Aber mit Hartz IV kommt eine völlig neue Kategorie dazu, und mit dem Netz, Twitter, Facebook und leichtgläubigen Journalisten der Süddeutschen Zeitung überwinden solche Schicksale auch Klassengrenzen: Anderen geht es schlecht. So schlecht, dass man nicht einmal mehr den kleinsten Röhrenverstärker für die Küche verargumentieren kann. Kein Wachtelei kann man zeigen, nicht einmal darüber reden kann man, dass man noch eine vierte Halbe bestellen konnte, halten sich die anderen doch den ganzen Abend an einem Mineralwasser fest, und schreiben ihre Anklagen gegen das System auf dem iPhone nieder. Kann man da heim in Berlin einfach so berichten, dass man gern im Eigentum wohnt und 7 Prozent mehr Rendite hat? Zumal, wenn man die D. wegen der G. auch einladen musste und die wiederum der J. das alles brühwarm erzählt.

Das ist schrecklich. Denn wozu hat man Vermögen, wenn man dann wieder so tun muss, als wäre man auch nur ein armer Schlucker, warum sitzt man beisammen und lügt sich klein, statt offen über Freuden zu reden. Bei Gesprächen über Sex musste man früher aufpassen, dass der Pfarrer nichts erfuhr und einem das Leben im Dorf erschwerte – heute dagegen ist immer die Gefahr da, dass irgendwo eine grässliche Megäre sitzt, die ihr Leid als Opfer der Systems nutzt, um im Kiez angemessenes Mitleid und einen angenehmen Job nach ihren Wünschen einzufordern. Früher musste der Reiche der Kirche viel vermachen, heute tut er das nicht, aber er lässt sich vom Recht der Ärmeren unterdrücken, und schweigt. Verheimlicht. Stimmt vielleicht sogar mit ein in den Chor der Kapitalismuskritiker und Vermieterfeinde. Da drüben sitzt doch diese Frau R., die bei der SED KPD PDS Die Linke im Bundestag arbeitet und deren Mann in Kreuzberg ein Blog gegen Gentrifizierung betreibt – also Profil flach halten, die anderen tun es doch auch und kaufen nur Bio, weil es ihr Beitrag zur Bewahrung des Planeten und des Uckermärker Bauern und der französischen Gänseleberstopferin ist.

hivd

Das ist eine elende Schweigespirale, ein Unterbietungswettlauf nach unten, und das alles aus der Angst heraus, jemand könnte etwa auf die Idee kommen, man geniesse seine Privilegien und wünschte die anderen dorthin, wo sie mit ihren eigenen Restprivilegien nicht stören. Hartz IV ist der Schreckensbegriff, die Geissel, mit der man unsereins Mores einpeitschen und die Stimme senken lassen will, und deshalb fordere ich hier, dass es weg muss.

Wir könnten es ja in bedingungsloses Grundeinkommen nennen und einen Marketingetat draufpacken, mit dem wir alle hungrigen Twitterer mit mehr als tausend Followern beauftragen, das toll zu finden. Dann werden sie auch von der Süddeutschen Zeitung gefunden, und dort schreiben sie dann, dass es ihnen dank der segensreichen Entscheidung im Bereich der sozialen, hören Sie, sozialen Medien viel besser geht. Eine hochqualifizierte Studentin kommt in den Medien nun mal besser an als Zigtausende im Osten, die nie diesem Schicksal entgehen werden.

Und falls das alles immer noch zu teuer ist, könnten wir es wenigstens in iVhartz umbenennen? iPhone, iPad, iVhartz. Klingt doch gleich ganz anders und wer das hat, kann sich auch nicht beschweren, wenn andere über den Farbabgleich von Barockgemälde und Seidenvorhang reden. NATURseide natürlich. Von schon ausgeschlüpften Maden. Wir achten schliesslich auf den Planten und den sozialen Ausgleich.

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102 Lesermeinungen

  1. FAZ, Seite 6 (unten links), Samstag, 14. März 2013, Nr. 62
    „Küchenkabinett: Wo sich Ed Miliband morgens seine Stulle schmiert“ … „ein Labour-Politiker mit zwei Küchen?“ … „Binnen weniger Stunden war der Oppositionschef von einem lebensfernen Sonderling zu einem Champagnersozialisten geworden.“ :lol:

    • Das würde mir nicht passieren. aber ist nicht Bibi Netanyahu letztlich auch in so eine Küchenfalle getappt?

  2. Boazn
    Boazn

  3. .
    tempora mutantur, et nos mutamur in illis. was nun dereinst der berühmte salonmarxist an gänseleber – gab es nicht in deren nachfolge hierzulande das wort von der toscanafraktion? – gewesen sein mochte, schlägt sich nun vielmehr, sich selbst in erklärungsnöten sehend, als bedauernswerte bigotterie durch, dem gefühlten mainstream – zu dem man dergestalt auch sein nicht so sehr gerupftes scherflein beiträgt, nach dem lockeren und lauten munde leere worte lallend redend -, der doch im grunde doch nichts als ein globalisierter stammtisch sein mag, dessen teermischung und federsäcke in reichweite zu warten scheinen. paris match zog dieser tage einen dicken, unbedachten fisch an land.

    gleichwohl gilt dies doch nur, solange eben diese überschneidungen statthaben. ist man unter sich, ist solch wohlfeiler, wortreicher und sich windender opportunismus gänzlich unangebracht; denn dann wird man für die gleichen worte geteert und gefedert.

    zu welchen gelegenheiten man welche rede im munde führt, darauf kommt es an, und an dieser binsenweisheit hat sich nun nichts geändert.

    • Nun, ich habe ja den Vorteil, dass man mir schon so viel Teer ud Feder ist, dass neue Schichten gar nicht mehr anhaften wollen.

      Ausserdem habe ich hier gelernt, dass Frechheit siegt. Wenn man nur entsprechend auftritt, dann wird gekuscht. Aber wehe, man zeigt Anzeichen von Betroffenheit und erniedrigt sich selbst – dann springen sie auf einem rum, als wäre man eine alte Matratze in den Strassen Berlins. Wolf sein oder mit den schaelen heulen – das ist hier die Frage.

    • .
      ein freund von mir meinte einmal: „die idee des sozialismus ist doch eigentlich eine ganz schöne. also, um nicht falsch verstanden zu werden: die idee…“

  4. den früheren Sozialhilfeempfängern geht es besser denn je
    das traue ich mir jetzt nur unter „Gast“ schreiben, denn auch als nichtArmer und Arbeitender traut man sich seine Umwelt mit Lügen bei Laune halten.
    Also früheren ArbeitslosengeldDauerempfängern ging es besser. Füheren Sozalhilfeempfängern wird mit Geld,. Wohngeld, Kindergeld und Heizung, Umzugszuschuß, Waschmaschinenextra, …, durchaus die „Teilhabe“ gleichrangig mit handwerksgesellen ermöglicht.

    Ergänzend zur Einführung von iHartz plädiere ich für Abschaffung des Kindergeldes als wichtiger Anreiz für unerwünschte Zuwanderung.
    Mit Abschaffung weiterer zwanzig Familienleistungen könnte der steuerfreibetrag für Haushalte (mit und ohne Kinder) auf das HartzIV Niveau einschließlich Miete und Heizkosten angehoben werden.

    Grüße mel urs

    • so ähnlich
      Das Kindergeld sollte es nur für die ersten 2 Kinder geben. Ich lese grade bei Buschkowsky, daß selbst Richter neidisch staunen, wenn sie sehen, was eine kinderreiche Familie an Hartz-IV bekommt! Hartz-IV sollte es nur noch für Leute geben, die schonmal in das System einbezahlt haben, und auch nicht unbegrenzt, sondern nur halb solange, wie eingezahlt wurde. Dito für Asylbewerberleistungen (da nur noch Unterkunft und Essen). Diese Maßnahmen würden reichen, um wieder Platz in den Flüchtlingsunterkünften zu haben!

    • Kinder können
      Spaßbremse
      Kinder können eine Bereicherung sein! Vor allem wenn man von der Sozialkasse lebt.
      Das ist dass mit Hartz IV. Ein ehemaliger deutscher Arbeitnehmer, der auch noch Single ist, ist echt gears……t. Der hat auch zu kämpfen, wenn er irgendwelche Sonderkosten erstattet haben möchte.
      Familien dagegen erhalten pro Kopf Geld. Das ist schon nicht richtig, da der Arbeitgeber auch nicht fragt wieviele Personen sind sie, dann kriegen sie mehr! Was ich besonders ungerecht empfinde, ist das eben Menschen die viele Jahre gearbeitet haben gleichgestellt werden mit Personen, die nicht oder nie (hier) gearbeitet haben. Das müsste doch auch eigentlich unter DISKRIMINIERUNG fallen. Sollte mal jemand gegen an gehen. Zudem hört man immer bei Flüchtlingen, was man denen alles noch oben drauf geben muss, damit sie die Möglichkeit haben sich zu integrieren. Wie soll sich der Deutsche H- IV-Empfänger integrieren, wenn er nirgendwo hin kann? DISKRIMINIERUNG!
      Was die deutsche Politik macht ist einfach nur noch im höchsten Maße ungerecht und traurig dazu!

  5. Poverty has no virtue
    Ihre elegante Overture werter Don Alphonso, ueber Armut und deren Konsequenzen hat die Lage bestens geschildert. Es erinnert an die hoecht praezise Summiering die Englisch-sprechende benutzen ueber das Thema: „Poverty sucks“. Ich glaub das passt gut zu dem Hartz IV Diskurs.
    Pax vobiscum

    • Absolut – aber das ist doch nicht auf die Armen beschränkt. Das Problem ist, dass Hatz IV besteht und jeden Tag jemand meint, das Unrecht erneut herumschreien zu müssen und Demut einfordert. Das saugt.

  6. Schafft endlich Hartz IV ab - kein Problem !

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    was Sie hier beschreiben ist ja Ihr ganz persönliches Problem, na ja, ist ja auch Ihr Blog.

    Doch,

    bei Ihren guten Berliner Kontakten ist es doch für Sie sicher nur ein Griff zum iPhone, um ein Date bei Frau Merkel zu bekommen und sie an ihre Aussage von 2011 zu erinnern:

    “ Solidarität heißt, im Zweifelsfall zu allem bereit zu sein! “

    Bei deren Sozialistischen Herkunft ist Solidarität mit den Hartz IV.lern kein Problem und bei einer „Stütze der Gesellschaft“ wird sie sicher ebenso zu Allem bereit sein.

    Na ja, wenigstens für ein Grundeinkommen für Alle. Und die Lösung Ihres persönlichen Problems.

    Mit freundlichem Gruß

    B.Klingenberger

  7. Der Don mal wieder: "Eure Armut kotzt mich an!! eins elf! "
    Der wahre Grund, warum man Hartz 4 abschaffen soll, ….. wird hier natürlich wieder einmal nicht vom bougeoisen Klassismus-Autor genannt.

    Kann er dann dann ja nicht für mehr oder weniger teuer Geld (ich rate mal: pro Eintrag zum Hartz 4 Basissatz) von der FAZ von Trüffelravioli und minderen Essig&Öl-Schinken schwafeln.

    Der wahre Grund, warum man das Hartz 4-Desaster abschaffen muss, ist diese unglaubliche Schikane, täglich für jede Anwanzung des Amtes verfügbar zu sein, sofort abgestraft zu werden wenn nicht, dieses in jeden Winkel des eh schon armen Lebens Nachstellen, dieses nicht enden wollende Band der kleinkarierten Demütigungen.

    Nicht unbedingt das wenige Geld, die Armut.

    Mit weniger Geld kommt eine Seele eher klar als mit dieser unglaublichen Arroganz dieser Demütigungsbehörde. Angst essen Seele auf. Arroganz von oben und Demütigung auch.

    Statt ein Edel-Kokottchen hier immer öfter schreiben zu lassen, das in ähnliche sattsam bekannte Don-Kerben haut (laaangweilig), wäre es löblich, mal einen Psychologen zu dem ganzen inneren Elend der Reichen und der Armen was Prägnantes sagen zu lassen. Da gibt es genug.

    Ja, Elend auch der Reichen. Man hat mich schon richtig verstanden.

    • Täglich verfügbar zu sein
      Ja, geht es denn in einem regulären Arbeitsverhältnis anders zu.

      Soweit ich H4 verstanden habe soll es ein Ersatz für nicht vorhandenes
      Arbeitseinkommen sein. ‚Auf Arbeit‘ muss mann/frau nicht täglich verfügbar sein?

      Auch Leute, die an ihrem Reichtum elendig leiden, sind mir noch nicht
      begegnet.

    • Hartz IV könnte man auch so betrachten
      Es wurde durch die Hintertür das Recht – äh Pflicht – zur Arbeit
      begründet.
      Das Recht auf Selbstverwirklichung kommt dagegen definitiv zu kurz.

    • Das hängt ganz vom Vermögen ab. Wer Hartz IV beantragt, muss da klar Einschnitte in Kauf nehmen. Das bürokratische Monster, das das macht, gefällt mir übrigens auch nicht.

    • Ich sage natürlich, was ich denke. Andere dagegen verkriechen sich und solange ich darüber schreibe, bin ich billiger als ein Psychologe. Dass es vielen nicht gefällt, ist Teil des Programms. Natürlich ist Hartz IV alles andere als schön, aber dass ich dazu einen Zugang habe, der nicht weniger egoistisch ist als bei allen anderen auch, versteht sich doch von selbst.

    • Titel eingeben
      @E.R.Binvonhier: da möchte ich Ihnen zustimmen. Es ist weniger das wenige Geld, als vielmehr die fortlaufende grenzübergriffige Entwürdigung der Menschen. Gelebt wird dort eine Form des Missbrauchs. Wer sich mit dem Thema befasst, wird auf Unglaubliches stoßen, als hätten Valentin und Kafka gemeinsam eine Behörde entworfen, und die wurde dann noch schlecht umgesetzt.

      Insofern auch meine – wahrscheinlich einzige – Übereinstimmung mit denen, die das bedingungslose Grundeinkommen fordern: die Bedingungslosigkeit scheint mir der Schlüssel zu mehr Freiheit, Menschenwürde und Bürgerlichkeit zu sein, weniger die Höhe des Betrages.

      Dagegen „auf Arbeit“: letztlich haben wir uns dafür entschieden, sei es weil wir es so wollen, sei es, dass der Preis „Nein“ zu sagen, zu hoch ist. Das ist banal. So, wie man sich nicht Nicht-Verhalten kann, kann man sich auch nicht Nicht-Entscheiden – denn auch darin liegt eine Entscheidung.

      Das gleichwohl niedrige, aber bedingungslose, Grundeinkommen oder „Hartzvierreformiert“ wäre ein Anfang, würde Freiheit schaffen.

    • zu 15.43
      Danke, der Kommentar trifft es prima!Zum unteren: Ja, in regulären Arbeitsverhältnissen geht es sehr anders zu!

    • ...
      @greenbowlerhat
      Bedingungsloses Grundeinkommen nur, wenn man den
      Bertelsmann Konzern mit der Durchführung beauftragt.
      Dazu die Rathaus AG.

      Dann hat wenigstens diese hungrige Seele Ruh.

      Vielleicht bietet TTIP & Co noch ganz andere Möglichkeiten.

  8. Wie Fritz J. Raddatz schon sagte….

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    wenn Sie mir noch einen Nachtrag gestatten zu Ihrem heutigen Thema, so würde ich gerne ergänzend Fritz J. Raddatz zitieren:

    „Ein Autor soll den Leser nicht mit seinen Schwierigkeiten belästigen.“

    Mit freundlichem Gruß

    B.Klingenberger

    • Raddatz ist tot, ich lebe. So einfach.

      Und hat Raddatz mit seinen Schwierigkeiten in form seiner Memoiren viel Geld verdient?

    • Raddatz ist tot……..

      Guten Morgen Herr Meyer,
      da haben Sie mich zu Recht auf die Realität aufmerksam gemacht.

      Mit Fritz J. Raddatz ist wieder einer der letzten „Guten“ aus dem Leben gegangen.

      Das stimmt traurig…..

      Mit freundlichem Gruß
      B.Klingenberger

  9. Don, Ihrem Vorschlag mangelt es an Radikalität!
    Hartz IV ist relative Armut – absolute gibt es in Deutschland einfach nicht. Und solange man das Problem relativer Armut nicht beseitigt, ist es egal, ob für Hartz IV morgen „bedingungsloses Grundeinkommen“ auf der Packung steht, es bleibt relative Armut im Vergleich zum Medienaeinkommen.

    Weshalb ich einen Vorschlag hätte, der total zum Zeitgeist passt: Man schafft alle Lohn-, Einkommens-, Kapitalertrags- und sonstige Einkommen einfach ab, die an ein Individuum gebunden sind. Statt dessen gehört alles Geld dem Staat, der seinen Bürgern ein diesem Staat angemessenes Taschengeld auszahlt, nachdem man den Sozial- und Kulturbürokraten (und nur denen!) erlaubt hat, endlich ihre nur dem Wohl ihrer Gruppe ihrer Klientel des Volkes dienenden Ausgabenprogramme zu verwirklichen. Erben wie Ihnen erlaubt eine grosszügige Übergangsregelung, die Schmerzen dieses Überganges in homöopathischen Dosen zu verkraften.

    Schon hat sich Deutschland in ein Paradies verwandelt, in dem alle Lämmer friedlich, behutsam, achtungsvoll und mit grossem Respekt miteinander umgehen. Hmmm. Die, die danach noch da sind, meine ich natürlich :-).

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Aufstiegsangebot
      Wir haben alle Ihre Beiträge, zu wirklich allen Themen in diesem Blog und anderen Blogs schätzen gelernt
      und würden uns freuen Sie in unserer Hauptstadt Ouagadougou (Steinbrückcity) als
      Regierungsberater begrüßen zu dürfen.

    • Da sind wir aber schon auf einem guten Weg, zumindest die erwähnten Selbstbediener leben heute ja nicht schlecht. Ich las jüngst, dass Berlin mal wieder Ateliers für Künstler stellen will, die von Gentrifizierung betroffen sind.

  10. Geht´s auch mal mit allgemein verständlichen Worten?
    Die, die es betrifft, können mit Eurem akademischen Wortsalat wohl nur recht wenig anfangen. Aber da unterscheidet sich schon die „Elite“ mit den „weniger Gebildeten“, die sich hier mehr oder weniger „rechtschaffen“ Gehör verschaffen wollen.

    Der hier zu diskutierende Titel lautet doch schlicht und einfach: „Schafft endlich Hartz IV ab“

    Genau. Hartz IV ist ein politisch gewolltes Zwangssystem, um die absolute Kontrolle über ganze Bevölkerungsschichten zu haben. Und nicht nur das. Es ist ebenso ein System, in dem nur die Lobbyisten immer die Gewinner sind, weil sie sich vom Staat alimentieren lassen, um den „armen“ Arbeitslosen „faire Chancen“ zu Dumpinglöhnen anzubieten. Daran ändert auch das neue Mindestlohn-Gesetz nichts, da diese Menschen erst gar nicht in den Genuss dieses Gesetzes kommen können. Erst nach sechs Monaten Arbeit haben sie Anspruch darauf. Aber die Leiharbeits-Kastraten sorgen schon dafür, das diese sechs Monate nicht überschritten werden, damit sie weiterhin zu (erneut alimentierten) Hungerlöhnen andere beschäftigen zu können.

    Dies generiert erst Recht den Gedanken zur Umsetzung eines Bürgergelds, welches bereits von vielen namhaften Wirtschaftswissenschaftlern als „machbar“ eingestuft und realisierbar sei. Es würde zu mehr Gerechtigkeit für alle führen und den Binnenmarkt enorm ankurbeln.

    Solange noch (fast unbegrenzt) Geld für eine sich seit Jahren verschleppende Landesinsolvenz (Griechenland, Banken u.a.) vorhanden ist, kann mir niemand weißmachen, dass dafür kein Geld aufzutreiben ist.

    Helfen wir den Armen, dann helfen wir uns selbst. Abnabelungen vom gesellschaftlichen Leben und Gentrifizierungen können nicht die Lösung für Millionen von Menschen sein und müssen bekämpft werden. Denn irgend wann kommt die Quittung mit allen Folgen; nicht nur für den Staat, nein, auch für die Reichen und den Mittelstand. Wollen wir darauf warten? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

    • Jetzt übertreiben Sie!!!
      „Hartz IV ist ein politisch gewolltes Zwangssystem, um die
      absolute Kontrolle über ganze Bevölkerungsschichten zu haben.“

      HartzIV ist das legitime Enkelkind der Rentenversicherung, Krankenversicherung, Kindergeld etc., die hauptsächlich
      Daten-Fracking betreiben und bei Politikern den Wunsch nach
      ‚Globalsteuerung‘ befrieden.

  11. Titel eingeben
    Hervorragend.

  12. Da haben Sie viel vor, Don,
    wenn Sie als „älterer“ Mensch ein Denkmalschutzobjekt mit nicht mehr als 200 Quadratmeter selbst besorgen wollen. Familiär bedingt, konnte ich erkennen, dass selbst 120 qm moderner Wohnungsbau von einer 90-jährigen nur noch bedingt selbst besorgt werden kann. Hier war schon die wöchtentliche Unterstützung notwendig, um die Wohnung sowie Hof und Garten in Schuss zu halten.
    Ich wünsche Ihnen, dass Sie möglichst lange rüstig und fit bleiben, um Meran und Umgebung zu genießen.

    • Nun, ich weiss, was meine Grossmutter im hohen Alter mit ihrem vier mal so grossen Objekt zu tun in der Lage war und genau so möchte ich auch werden. Es kann natürlich anders kommen und in dem Fall würde ich vielleicht auch auf 40 Quadratmeter verzichten. Aber Gemäldegalerien sind pflegeleicht.

    • Titel eingeben
      Aber abstauben müssen Sie sie ab und zu, und bekanntlich passieren die meisten Unfälle im Haushalt – so ein Oberschenkelhals- oder Beckenbruch, weil man von der Trittleiter fiel, das ist nicht witzig.

      Ich vermute mal, Frau Großmama hatte die Fläche in Form von Garten, Gemüsebeeten, Obstbäumen und vielleicht ein paar Blumen? Gartenarbeit im Freien hält gesund, also nicht Ursache und Wirkung verwechseln…

  13. Mittlerweile ist es ermüdend
    Täglich von den Forderungen die jeder an jeden erhebt, zu lesen.

    Die Politiker, die Lobbyisten, die Wirtschaft, die Wissenschaft,
    alle scheinen zu glauben nur sie allein wüssten wo sie lang geht
    die ZUKUNFT.
    Kein Wunder, dass auch Hinz und Kunz nicht abseits stehen wollen
    und Gefolgschaft der Welt, des ganzen Globus, einfordern.

    Keinen interessiert, dass auch der Gutwilligste oder Mächtigste
    oder Klügste
    an diesem Wirrwarr von Forderungen scheitern muss.

    • ich möchte ja eigentlich nur in Ruhe gelassen werden und überlegen, wo man am besten die Bilder aufhängt.

  14. Hierzulande ...
    gibt es nur eine relative Armut wurde gesagt.

    Schon erstaunlich wie groß die allgemeine Not ist.

  15. Man sollte sich kleinreden ...
    damit man weiter die französische Gänsestopferin unterstützen kann.
    Maden haben die Harzer auch.
    Im gelben Sack.

  16. Ein Nachbar sucht Mieter
    Münchener mal weglesen: In NRW
    95qm 900 Euro warm, beste Lage im Grünen
    Stellplatz Tiefgarage Aufzug
    1 Wohnung von ca 50 Wohneinheiten
    hauptsächlich von Eigentümern bewohnt
    Jeder zweite Bewerber ein Harzer.
    Wie machen die das?

    • Keine Ahnung – meinem Gefühl nach ist Hart IV nicht zwingend überall das gleiche. Ich kenne aber auch Leute, die keine Lust darauf hatten und auch das kann ich verstehen: Die haben dann selbst was aufgezogen und durhaus Unterstützung erfahren.

    • Der telefonische Dialog ging ungefähr so
      Nehmen Sie auch Arge?
      Nachbar: Nö.
      Warum?
      Nachbar: Weil ich nicht will.
      Aber Ihre Miete ist sicher.
      Nachbar: Wie lange?
      Solange die Arge zahlt.
      Nachbar: Ist mir zu kurz.
      Aber …
      Nachbar: Ich beende dieses Gespräch.
      http://www.gegen-hartz.de/miete-hartz-iv-wohnung.html

  17. angeben soll man nie
    und ansonsten bleibe man besser unter sich. Aufsteiger und Absteiger haben es in ihren jeweiligen neuen sozialen Sphären ebenfalls schwer und sollten sich an ihresgleichen halten. Und wenn man es genau betrachtet, tun sie das auch: Bayern bleiben unter Bayern, Berliner Krawallschwaben unter Berliner Krawallschwaben und im Gemeindebau geborene Wiener, die es in die Innenstadt geschafft haben, laden ihresgleichen zum Abendessen und zeigen ihr neu erworbenes altes Himmelbett und kriegen bei der Gegeneinladung den Schrank aus Rajastan vorgeführt. Soziale Mischungen gibt’s in der Unruhe und Aufbruchsstimmung der Jugend, dann ordnet sich das alles und gerät kaum wieder durcheinander. Außer vielleicht durch eine kleine Katastrophe.

    • Ja, tatsächlich ist das Leben in vielen Bereichen immer noch von Klassengrenzen geprägt, aber ich erlebe dank des Internets auch, wie sich diese Klassengrenzen verschiebn und aktiv in frage gestellt werden. Der Klassenkampf kommt in Form von weinerlichen Forderungen zurück, man denke nur an die Idee der wohnungszwangswirtschaft wegen der Flüchtlinge. Die Frage ist also, wie nimmt man da den Druck raus, und ich denke, ein anderes Branding und Abspeisen der Rädelsführer könnte helfen.

  18. Der EZB - Klabautermann ...
    … sieht den Euro Raum in „stetiger Erholung“.
    .
    Ich würde meinen, er stimmt sicher mit Ihnen überein, werter Don, dass wir das Hartzen abschaffen können.
    .
    Weil er sich in seiner wirtschaftlichen Diagnose scheinbar so sicher ist, weiht er seinen neuen Prunkbau hinter Stacheldraht und Gittern nur klammheimlich ein.
    .
    Staatsanleihen hat er erst für rund 10 Mrd gekauft … der Dax ist seit seinem Gepoltere aber um mehr als 100 Mrd. gestiegen.
    .
    Für Hartzer sollte im Riester-Sparen einfach mit Turbo-Call-Optionsscheinen auf den DAX gewettet werden dürfen (mit staatlicher Kapitalgarantie versteht sich).

    • Es ist fraglos so, dass das Phänomen in gewissen Regionen klar auf dem Rückzug ist – aber leider nicht dort, wo faule Schreiber in diesem Land unter prekären Bedingungen die zukunft des Landes definieren wollen. Der Umzug der Hauptstadt nach Berlin hat in der Hinsicht die Medien leider auf einen anderen Weg gebracht, und da kommt es dann her, dass auf der einen Seite Hartz IV bejammert wird und auf der anderen Seite bei der finanzpolitik kaum jemand genau hinschaut. Die einen kriegen ihre Jammerecke und die anderen ihren Durchmarsch.

    • Werter Don, Berlin hat zumindest eine kleine Niederlage erlitten ...
      … heute wurde Hamburg vom DOSB nominiert.
      .
      Bravo Hamburg meine Perle!
      .
      Volkswirtschaftlich hätte ich gerne eine gemeinsame Bewerbung von Hamburg und Berlin gesehen (der ICE verbindet beide ja schon recht gut).
      .
      Nun egal, gönnen wir den Hamburgern die Freude für ihre schöne Stadt!

    • Ich finde es gut, dass man Berlin eine Gelegenheit genommen hat, sinnlos Geld zu verpulvern und sie nun in der Lage sind, den Bundesfinanzausgleich zu schonen.

  19. Editiert
    Hier stand einmal einer jener Kommentare, die keinen Namen nennen und dann gleich mit unfreundlichen Bemerkungen auffallen. Das ist angesichts der Forderungen des Presserates zu Nutzerkommentaren nichts, was ich hier weiter einreissen lassen werde. Damit wir uns klar verstehen – nochmal so eine Nummer und die IP führt direkt in den Spamordner.

    Gezeichnet

    Don Alphonso

  20. Mein lieber Don
    Vielleicht solltest Du Dir als nächstes die Steuerprogression vorknöpfen. Unerhört, dass einem Fließbandarbeiter von 5% brutto nur 4% netto kriegt, sein Chef aber, da schon in der höchsten Progressionsstufe von 5% brutto auch 5% netto bekommt.
    Wäre es da nicht toll, wir würden alle den Spitzensteuersatz bezahlen?

    • Ich würde da eher an die Kapitalerträge ran und dort ab einem gewissen Betrag – sagen wir mal 20k euro pro Ehepaar, Singles die Hälfte, heftig hinlangen. steuerprogression empfinde ich angesichts der Vermeidungsstrategien vollkommen richtig.

    • Werter Don, die Abgeltungsteuer ist schon eine vernünftige Sache ...
      … für die Kapitalerträge, denn die umfasst in D ja auch die Besteuerung von Wertsteigerungen (bei Ihren Immobilien sind die nach 10 Jahren steuerfrei).
      .
      Wenn nur die Griechen so was mal hinkriegen würden, dann könnte von ca. 800.000.000.000 EURO -in Worten „achthundert Milliarden“ Steuerbasis allein an Guthaben in der Schweiz, rasch so manch ärgster Schmerz vom deutschen Steuervolk genommen werden.
      .
      Stattdessen nuschelt unser „Wer wird (neben mir auch noch Multi-) Millionär Moderator“ 800 Mio dahin und verstummt danach ganz.
      .
      Als Minister WHAT THE F _ _ K IS dann sagt, er bereite mit CH, GB und DE einen ominösen Informationsabgleich vor, wird von unserem Millionärs-Macher-Moderator auch dezent einfach gar nicht nachgehakt!
      .
      Neben den schweizer Guthaben von GR-Staatsbürgern könnten auch sämtliche von GR-Staatsbürgern seit 2008 erworbene Wohnungen im Ausland zumindest mal an die Griechen und auch die „Institutionen“ gemeldet werden (die Schweiz, die Engländer und der Rest von Europa hat ja zumindest ein funktionierendes Katasterwesen, wogegen die Griechen sich diesbezüglich seit 2008 ja weiterhin einfach „doof stellen“).
      .
      Nur so könnte ich verstehen, dass der EZB-Klabautermann weiterhin ELAs gewährt, damit die EURO-Flucht aus GR lustig immer weiter gehen kann. Dumm nur für die GR-Flüchtlinge, dass die Zielländer alle Geldflüsse und Guthaben zumindest zuverlässig (auch an die Institutionen) melden können!
      .
      GR-FLUCHTKAPITAL = VON DEN INSTITUTIONEN SICHER ERMITTELBARE STEUERBASIS FÜR DEN „GR-SOLI“, den die Griechen mal schön selbst bezahlen sollen, weil sie es sich
      -unter Berücksichtigung des Fluchtkapitals- zweifellos locker leisten können!

    • Nun, lieber Köstlich, ich sehe schon, ich muss mich mal wieden den Griechen widmen – aber möchte man der neuen Regierung nicht etwas Zeit geben? Ich glaube nicht, dass die so weiter machen wird wie ihre Vorgänger. Zu den Schweizer Vermögen wäre vielleicht mal ein Faktencheck gut, da gibt es ja mehrere Interpretationen.

      Besteuerung von auslandsimmobilien ist auch so eine Sache, wenn die Immobilien schon im Ausland besteuert werden. Und ich glaube einfach nicht, dass man das Grundproblem eines zutiefst korrupten Staatsmechanismus einfach so gelöst bekommt. Ich würde also dazu neigen, denen mehr Zeit für Resultate zu geben.

      Und dann: Man müsste als Grieche doof sein, nach europa jenseits der Kanalinseln zu gehen. Ich glaube, das Geld ist längst woanders. Und davor haben ja Länder wie Luxemburg – man denke an Junckers – gut davon gelebt.

    • Werter Don, mir wäre Ihr Bericht über eine Frühlingsausfahrt im Cabrio oder ...
      … mit dem Radel im schönen Italien zur Ablenkung auch sehr genehm.
      .
      Auf Ihren GR-Bericht bin ich dennoch wirklich sehr gespannt. Meine letzte Hoffnung ist, dass Minister WHAT THE F _ _ K IS das mit dem Informationsabgleich CH, GB, DE zumindest „von sich aus“ erwähnt hatte.
      .
      Daher will ich ihm auch noch weitere 3 Monate zugestehen, um erste Ergebnisse zu präsentieren. Wenn bis dahin wieder nix substanzielles kommt ist wohl GREXIT + MUTTI-Plan angesagt.

  21. Her mit mehr von dem Lebensraum
    Ich weiss es soll unter uns bleiben, wie sie empfehlen Meister Don Alphonso, aber ihre Plaene fuer einen Altersruhesitz mit 200 Quadratmer Denkmalschutz, sollten sie bitte doch noch einmal ueberlegen. Ich hoffe es stoert nicht wenn ich darueber schreibe. Ist ja sowieso alles „unter uns“, was? Mir kommt das winzig vor, aber mag in Honk Kong und sonstigen dichtbevoelkerten Plaetzen passen — aber in bella Italia?
    Nicht gut sowas.
    An regnerischen Tagen, und im Winter koennte sich Platzangst bemerkbar machen, oder „cabin fever“ wie wir das in meinen Gefilden kennen. Dazu, koennte sich mancher jetzt betagter ehmaliger „Loewe“ eingesperrt fuehlen. Auch nicht gut, selbst fuer alte Brueller, Schreiber oder Kritzler.
    Aus fragwuerdiger Source, hoer ich dass ehmalige Einwohner staatlicher Institutionen, die Boesewichte wieder auf die richtige Lebensspur bringen sollen, genau wissen dass Lebensraum besonders wichtig ist. Sonst kann das Leben ganz traumatisch werden. Ein ehmaliger Besucher singt immer gerne alte Cowboy Lieder die von „home on the range“ erzaehlen, oder Texas Gesaenge wie „give me land, lots of land don’t fence me in.“ Alles klar der Mensch braucht „Elbowroom“, also Ellenbogenplatz. und ob’s die 200 Quadratmeter schaffen, scheint problematisch. Ergo summarium: Mehr Lebensraum…fuer Koerper und Geist. Good Luck Maestro Alphonso !

    • .
      „Honk Kong“ – das muss ich mir merken.

    • Achtung Lapsus !
      Hallo donna laura. beachtlich wie sie so einen lapsus entdecken. Habe wohl an King Kong gedacht , meinte aber den „Ort“ der neben Macau liegt. Von dort gehts ja schnell per Hydrofoil Ferry nach Hong Kong, Kowloon und all die anderen netten Plaetze. Auch die sind bemerkenswert — selbst wenn es mit dem buchstabieren hapert.
      !

  22. leichte Brise
    alles schön und gut;
    200 m² im Meran, Platz für Bilder und Silberkannen, warum nicht, das sei Ihnen gegönnt;
    bis an Ihr Lebensende, bitte, auch das;
    bei leichter Brise segelt jeder gut,
    und hat leicht reden;
    ob Sie bei stürmischer See aber überhaupt aus dem Hafen raus kämen,
    das würde ich gerne sehen;
    ich wünsche Ihnen, wohlgemerkt, kein Unglück;
    aber ob Sie es schaffen würden, das steht noch dahin,
    steht alles noch dahin.
    Sie möchten, wie Sie schreiben, Ihre Ruhe, bitte;
    Sie tun aber alles damit Sie die nicht haben.
    Lassen Sie doch die Armen, kennen Sie überhaupt einen,
    ich meine persöhnlich, in Ruhe, das wäre doch ein Anfang?
    Teilen Sie in einer Suppenkküche Essen aus, reden Sie mit den Armen,
    das würde mir imponieren.
    Aber so. Da weiss ich nicht wer der wirklich ärmere Knopf ist.
    (Brauchen Sie auch nicht zu veröffentlichen, es reicht wenn Sie das lesen.)

    • Es geht, wenn man genau hinschaut, gar nicht um die Armen, sondern um ein bestimmtes Prekariat, das die Armut zum dogma erhebt: Jung, falsch studiert, nicht bereit, das zu tun, was Sie fordern, nämlich sich der steifen Brise zu stellen. Typen, die zu nichts kommen und sich als Opfer hinstellen, während sie ihren Visionen nachjagen.

      Ich selbst… Leute wie mich wird man immer brauchen. Und ich kann auch mit erstaunlich wenig auskommen, wenn es sein muss. Das Amüsante an meinem Leben ist, dass es nicht mal teuer ist. Ich sehe, wie andere dauernd das Neueste haben müssen: Das ist echter Luxus.

    • bin dabei
      wenn es um den ersten Absatz geht;
      das ist aber nicht auf Berlin beschränkt,
      gibt’s bei mir „ums Eck“ auch.

      Und, natürlich werden Sie gebraucht,
      wer sollte sonst den tollen Blog schreiben :-) ?

      Nur beim Luxus möchte ich wiedrsprechen,
      die immer das Neuste brauchen,
      das sind die richtig Armen,
      meine ich; denen ist auch nicht zu helfen;
      warum auch, treibt das BSP und kommt so allen zu Gute!

    • "... kann man immer brauchen ..."
      Nett gedacht. Aber ist dieser Optimismus driven by papas geld wirklich realistisch?

      Dann warte man mal, bis man als solch zuversichtlicher generalsitisch begabter Leistungsträger (große Klappe, kann viel, aber nichts richtig) aller Klassen (kann reden, kann schreiben, kann Holz hacken, kann notdürftig ein Baguette überbacken und kann Räder reparieren) 55+ ist.

      Dann gehts die Leitn nei. Bereits ab 45+ wird kaum mehr eingestellt. Schon gar keinen mit permanent großer Klappe. Man nimmt die Jüngeren. Egal ob sie dümmer, unfähiger oder gscheiter und fähiger sind.

      Außer man hat mit 55+ zeitnah ein Erbteil zu erwarten und/oder muss keine Miete mehr zahlen.
      Dann gehts wieder, wenn man Zeitungen austrägt, bescheiden lebt und keine Familie ernähren muss.

      Doch sonst ist eine solche Aussage, die feuilletonistisch-selbstverliebt von eigenen Einzelfall auf alle anderen schließt, grundsätzlich unredlich.
      Da simmer uns doch einig, oder.

  23. Bescheidene Nachfrage
    Sind Einnahmen aus Mieten und Verpachtungen nicht auch Kapitalerträge?
    Dass Wertsteigerungen bei Immobilien nach 10 Jahren, bei Eigennutz sogar schon früher, steuerfrei sind, hätte man z.B. in der Schweiz auch gerne – da zahlt man selbst nach über 50 Jahren Haltedauer und Selbstnutzung noch richtig heftig.

    Sind wir da nicht ganz schnell bei einer Bewertung von „guten“ und „schlechten“ Einkommensarten?

    Wäre selbst erzocktes Geld (mit allem unternehmerischen Risiko) im Hedgefond nicht sauberes, anständig selbst verdientes Geld im schönsten meritokratischen Sinne a la Piketty – und der erste Schritt zu einem Maximalerbe pro Bürger in Höhe einer Durchschnittsrente und dem Beitrag zu Krankenkasse und Pflegefall-Versicherung, um nicht alle dementen Rentner gleich einschläfern zu müssen.

    Natürlich denkt jeder an sich zuerst – ich denke, eine gewisse Absicherung durch Familienvermögen ist nicht unbedingt katastrophal für die Gesellschaft, weil es ein paar kluge Köpfe davon abhält, sich massiv und mauschelmeisterlich ins Rattenrennen zu stürzen, und das dank Erziehung, Ausbildung und Papa/Mamas Blackberry mit noch viel besseren Startbedingungen als der im kirchlichen Jugendzentrum sozialisierte Bäckerssprössling.

    Natürlich könnte ich mir alle möglichen schrecklichen Szenarien ausdenken, die Lebens-Startbedingungen eines Babys gleich zu machen, in München oder Berlin, Berlin oder Athen, Athen oder Oagadugu – aber ich denke, es wäre dumme intellektuelle Eitelkeit, Ideen zu propagieren, die letztlich den Ast absägen, auf dem ich sitze.

    Und ich glaube, wir kämen dann in Teufels Küche und würden alle erst recht übereinander herfallen, weil es kein Schicksal wäre, was uns unterscheidet, sondern willkürliche festgelegte Ungerechtigkeit. Da hilft dann fast nur radikales Volkseigentum…

    Wo das hinführen kann, sahen wir nicht nur in Ostberlin – auch in Peking ist es nicht viel schöner… Aber es gibt saubere Toiletten. Und verpestete Luft.

    Wenn man die Diskussionen der letzten Tage verfolgt hat, den recht klaren Bericht über die EZB gestern abend, fürchte ich, können wir uns auf einiges gefasst machen.
    Es fehlen uns VWL-kundige Philosophen, die uns alternative Szenarien zur Auswahl vorlegen können – wie wir weiter leben wollen.

    Besteht für die globale Weltwirtschaft nur die Wahl zwischen US-Lobbykratie oder China-„Volks“kapitalismus?

    So manche Antworten schliesse ich mal aus, wenn ich an den Raum leicht östlich von Europa denke.

    Aber darüber zu reden, statt zu schiessen und zu bomben, ist wichtig.

    Und da stimme ich Loretta Napoleoni zu, die das SykesPicot-Abkommen nicht für sakrosankt hält.

    Wie so einiges, was wir für sicher geglaubt haben: wenn wir jetzt das Fass mit den Reparationen aus WWII aufmachen, können wir Daimler und BASF gleich hälftig nach Russland und USA überweisen.

    • Soweit ich weiss, haben die amerikaner noch in den 7ßer Jahren gegen Frankreich und England Forerungen wegen der Munition für den ersten Weltkrieg erhoben – Fässer kann man also viele aufmachen. Der komplex Grichenland ist eine Nummer für sich und Deutschland hat sich gerade da sehr unschön gezeigt, das muss man leider wirklich so sagen. In der Nachfolge der Zwangsarbeiterverhandlungen haben sich die Griechen auch bemüht und wurden böse abgeschmettert. Ich verstehe, dass die sauer sind, zumal Griechenland nach dem weltkrieg gleich das erste Opfer des kalten Kriegs und mit einer Diktatur zwangsbeglückt wurde.

      Die Haltefrist von zehn Jahren finde ich in Ordnung, das ist ein guter ausgleich zwischen den Unwägbarkeiten des Berufs und der abwehr von Spekulation. Wer – wie ich – geich Ende 2007 zugeschlagen hat, weil das Problem offensichtlich war, hat jetzt in den guten Lagen eine ordentlihe Rendite. wer nur spekulierte und nun lieber in die Aktien geht, darf auch was zur Allgemeinheit beitragen. Das Schweizer Modell finde ich übertrieben.

    • .
      bon, doch stellt sich die frage, wieso nach den verschiedenen assetklassen unterschieden wird – was dem einen die mieteinnahmen, sind dem anderen die dividenden, dem nächsten die zinszahlungen aus anleihen und dem weiteren der wertzuwachs von kunst.

      zumal hier offensichtlich von privatpersonen parliert wird, die eher weniger ein problem darstellen.

      spekulanten sind doch nun bei allen assets zu finden: die firmen sind da viel eher der destruktive sand im getriebe, denn sie arbeiten mit ungleich grösseren hebeln, und mit justiziaren.

  24. Mit wenig auskommen zu können ...
    … wird uns leider nicht gelehrt, sondern das Gegenteil ständig suggeriert.
    .
    Einfache Gemüter brauchen daher immer das Neueste und Teuerste.
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    Ich versuche mit deutlichem Abstand zum aktuellen Modellzyklus das (für mich) Beste gerne auch gebraucht zu finden.
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    Reich wird man nur durch das Geld, das man nicht ausgibt. Auch das grösste Schnäppchen ist eben doch Konsum und keine Ersparnis. Aber von dieser falschen Askese will uns der Zentralbank Klabautermann ja die ganze Zeit abbringen, um uns auf den rechten Weg des vorweggenommenen Konsums = Wachstums zu führen.
    .
    Dieser Verführung sind seine südeuropäischen Landsleute bereits mit der Euro Einführung verfallen, haben gross eingekauft und zieren nun als Abschreibungsfälle die Bankbilanzen.

    • Ich bin jetzt wirklich kein Knauser, aber wenn man vergleicht, was ein Macbook kostet und was ein Barockgemälde kostet, und wie sich die Werte da entwickeln – oder sechs silberkannen oder was auch immer – dann sieht man doch, was ein sinnvoller Kauf ist, und was Vermögen vernichtet, Neuwägen, UUnterhaltungselektronik, oder wenn ich sehe, was für Games ausgegeben wird. Das sind die Kostenfaktoren, denen kein langfristiger Nutzen entgegen steht. wenn ich 94 Rennräer habe, ist es egal – ich kann jede zu dem Preis verkaufen, den ich selbst bezahlt habe. Aber die sofagarnitur, die nach drei Jahren verschrotte wird, kostet nun mal mehr als die dänische sofagarnitut, die ich habe, und die jetzt über fünfzig Jahre alt ist und immer noch gut aussieht.

    • Titel eingeben
      Es ist der alte Gegensatz von Konsum und Investition. Konsumiere ich im Sinne von „verbrauchen“, oder investiere ich in einen Gegenstand, den ich nicht verbrauchen kann, bzw. dessen gewöhnliche Nutzungsdauer bei sachkundiger Pflege meine persönliche Lebendauer übersteigt? Wobei „Verbrauch“ bei Geräten auch darin liegen kann, dass sie schlicht und endgültig obsolet geworden sind und die ihnen zugedachte Funktion nicht mehr erfüllen können.

      Und was, wenn ich einen Gegenstand möchte, der nur zu verkonsumieren ist? Kaufe ich dann vielleicht gebraucht? Kann ich durch gewisse Maßnahmen vielleicht eine Nutzwertsteigerung bewirken?

      Insofern unterscheiden sich Ihre Gedanken übrigens gar nicht so sehr von dem eines Beschaffers von langfristig genutzen Gütern, z.B. bei Streitkräften. Die können halt nicht alle paar Jahre neue Bomber oder Panzer kaufen, und daher werden 50 Jahre alte B52 Bomber (als Extrembeispiel) wie auch 25 Jahre alte LeoII Panzer weiterhin „kampfwertgesteigert“.

  25. Don als Antikapitalist
    Was ich als alter Kommunist, als welcher ich wohl normalerweise nicht zum Leserkreis des werten Don gehören sollte, an diesem Blog so schätze, ist, dass er, wenn auch aus einer überpitzten und provokativen Position, doch die absurdität des Systems schön zeigt.
    Ich glaube, dass „die, die Es geschafft haben“, also geschafft haben, durch Glück und selbstzerstörerischen Einsatz ihr Leben unter Hochspannug Abends im sanierten Altbau zur Entspannung vor den Geräten der neuesten i Generation bei teuren Spirituosen einen Moment ruhen lassen zu können, sich vom Don stärker provoziert fühlen als ein iHartz Empfänger.
    Die Feudale Dekadenz, in welcher hier das süße Leben genossen wird, ist doch ein Schlag ins Gesicht unserer Sogenannten „Leistungseliten“, denen man in der Schule was von „sozialer Mobilität“ erzählt hat.

    Das ist ja das Lustige am Kapitalismus, dass beide Enden der Ausbeutungsskala unter ihm leiden, im Gegensatz zum Feudalismus, in dem der Adelige eben gemütlich in seiner Bibliothek sitzen konnte und eben beispielsweise über den Ankauf neuer Gemälde nachdenken.
    Zufriedenheit mit dem was man hat, auch wenn es in diesem Fall mehr als genug ist, ist doch das schlimmste was man unserer Gesellschaft antun kann!

    • Was ich amüsant finde, ist der Umstand, dass es so viele gibt, die gewinnen wollen und nur ganz wenige, die sich unter dem Lack der Karrieren so fühlen können. während andere einfach so weiter machen wie bisher und ihnen gegeben wird. Ich glaube, da läuft etas falsch in diesem System und Kapitalismus kann es eigentlich nicht sein, solange es solche wie mich gibt.

  26. minimale Randnote
    Ohne alle Kommentare en Detail überflogen zu haben, möchte ich kurz kundtun, dass es immer noch besser ist über Armut elaboriert zu diskutieren als Wohlstand wohlfeil darzustellen. In den Regionen meines bescheidenen Daseins pflegt man gemeinhin zu sagen, dass man vom Reichen das Sparen lernen könne, dass Weniger gern Mehr ist und, um die Trilogie des Poesiealbums zu komplettieren, man mehr Sein als Schein an den Tag legen sollte. Das ist das preußische Element, wenn man so will, bei uns Bayern. Dass auch Wohlstand wandelbar ist, wird der eine oder andere mit Gedächtnis vielleicht festzustellen in der Lage sein. Als bescheidener Eigner von ein bisschen Wald im Land hinterm Gebürg wurde ich jahrelang belächelt und bemitleidet, weil mir der ganze neureiche Hosentrara mit Aktien und Wohnungsimmobilien so fürchterlich unangenehm ist. Das ist aus meiner Sicht etwas für Krämerseelen, die doch nur heimlich ihre Münzen zählen und sich mit dem prallen Sacklein dann brüsten. Das hat doch schon recht argen Hautgout nach neureichem Parvenü, und von diesem Virus scheinen hier auch ein paar Zeitgenossen unwiederbringlich infiziert zu sein. Es gibt halt doch noch die eine oder andere Haltung, die man nicht kaufen kann, die man nicht lernen kann, die man vorgelebt kriegen muss, lernen muss, leben muss. Daran mangelt es bei aller Großtuerei ja doch sehr gerne heutzutage.
    Ist, wie es ist, es gab schon immer arm und reich. Und das wird es immer geben. Wer an meine Türe pocht und Hilfe braucht, der kriegt sie auch. Ich schau da nicht herab, hab längst schon keine Zinnen mehr, die das recht einfach machen würden. Aber ich verschenke nix. Dann muss der Bedürftige mir auch zur Hand gehen, und er kann gewiss sein, fürstlicher entlohnt zu werden für Hand- und Spanndienste als ich das mit mir selbst täte. Denn das ist das andere Übel dieser Zeit neben allen neureichen Emporkömmlingen: die armen Seelen, die meinen, die Welt sei Schuld an ihrem Elend und ihrer Armut. Die der allgemeine Sozialisierung das Wort reden, um dann das, was andere erwirtschaften, solange zu verprassen, bis auch das noch aufgefressen ist. Nur konsumieren statt erschaffen, das geht nicht. Egal, wie man das ideologisch verbrämt, diese Schmarotzer gibt es links wie rechts.

    Auch hier im Blog erfüllen die armen Schichten überwiegend nur den einen Zweck – sie sind der Spiegel, in dem sich der Kaiser so gern in seinem Narzissmus betrachtet und meint, ich bin ja nicht…. arm und so… Das Märchen hat den Titel „Des Kaisers neue Kleider“, doch letztlich stand er da in weissem Feinripp, umringt von Claqueuren aller Art. Danach riecht mir der eine oder andere Satz hier doch schon sehr. Da spricht man von den Armen und grenzt sich doch nur gerne ab vom Volk, der Plebs, neudeutsch Harzern oder Prekariat. Anstatt denen, die wenig haben, am Wohlstand teilhaben zu lassen. Keine Wuchermiete zu verlangen, um die Leasingrate des Zweitonners pünktlich zahlen zu können… nur mal ein Beispiel.
    Aber lassen wir die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Was ich heute pflanze, wird die übernachste Generation ernten. Das ist mein Ding, das macht mich reich. Die paar Bäume im Land hinterm Gebürg inzwischen vermutlich auch, aber ich brauchs ja nicht, um das Holz fürs Auto oder Tand zu verheizen.
    Die eigentlich armen Seelen sind die, die jedem Trend hinterhertragen und dabei sein wollen. Aber das hat weniger mit Materiellem als mit Armut im Geiste zu tun. Und dagegen ist kein Kraut gewachsen.

    • Werter Pseudoisidor
      Sie sollten mal einen der Zahllosen Bettler, die in den Innenstädten um ihr täglich Brot nachsuchen zum Essen einladen. Die Prallen Lebensgeschichet, die Sie da zu hören bekommen sind sicherlich interessanter als der extreme Small Talk mit der Adelshippe von Nebenan

  27. Abschaffung von HartzIV - kein Problem
    „Arbeit für Alle“ würde HartzIV abschaffen.
    Jeder benötigt hierfür nur ein Smartphone und eine staatlich zugewiesene Telefonnummer mit Sprachaufzeichnung, von der als E-Mail weitergeleitet wird, gleich ob als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer.
    Humor ist, wenn man nicht weiß, wie ernst es gemeint ist.

  28. "Gut aus"
    … die Sofagarnitur am T.Teich? Sorry – die sieht nun wirklich nicht gut aus, ziemlich abgeranzt und sogar ein wenig speckig. Oder täusche ich mich da … ?

  29. Dansk Form gebraucht gekauft ...
    … erhält Vermögen.
    .
    Mit den 94 Rennrädern hätte ich Sorge, dass die „von mir Besitz ergreifen“. Mir persönlich sollen 3 in den letzten 30 Jahren gekaufte Mountainbikes zunächst genügen.

  30. Volle Zustimmung
    Lieber Don,
    ich kann Ihnen nur zustimmen, obwohl ich beruflich mit Marketing und Werbung zu tun hatte.
    Man kommt – vor allem in Alter – mit weniger aus, als man früher glaubte.
    Bitte weiter so!
    Grüße vom Ortasee

  31. dekadent²?
    blablafortunam servire coepit…

  32. Titel eingeben
    Warum so langatmig?
    „Wasser predigen und Wein trinken“ hätte es auch getan.

    • Bitte Stil beim Zitieren
      Das korrekte Zitat heisst:
      „Ich kenne das Lied
      und ich kenne die Herren Verfasser
      Sie trinken heimlich Wein
      Und predigen öffentlich Wasser“

  33. Titel eingeben
    @RoRo – Also ich kann dem nicht zustimmen. Gestern war ich auf der European Fine Art Fair (TEFAF in Maastrich) und da gab es vieles, was ich gerne hätte. Vor ein paar Jahrzehnten lagen meine Prioritäten, was Affair betrifft, eindeutig anders.

  34. Abschaffung von Hartz 4
    Hartz 4 kann man nicht abschaffen. Es gibt darüber ein Verfassungsge-
    richtsurteil. Und ein anderer Name bringt nicht viel. Es heißt ja auch gar
    nicht Hartz 4, sondern Alg 2. Der Volksmund hat erst Hartz 4 draus ge-
    macht und die Medien haben es übernommen. Und das Ganze “ Beding-
    ungsloses Grundeinkommen “ zu nennen, ist irreführend. Hartz-4-Empfänger haben diese Einkommen nicht bedingungslos. Es ist an Auflagen gebunden. Es müssen Bewerbungen geschrieben werden, es muss sich beim Jobcenter gemeldet werden, es müssen beim Jobcenter
    “ die Hosen runter gelassen “ werden (finanzielle Offenbahrung). Und alles
    unter Androhung von Sanktionen. Deshalb kann man von bedingungslos gar nicht sprechen.

  35. Titel eingeben
    Man selbst sein, nachts durchschlafen und einfach froh sein, dass das eigene Leben keine wirklich schwere Krankheit kannte. Dankbarkeit muss nicht dem eigenen Leben abgewandte Demut bedeuten. Eine frohe Dankbarkeit, die weiß, dass es andere Lebenswege gibt.

  36. Nochmal zur Abgeltungssteuer
    In meinem Depot befineden sich europäische und aussereuropäische Aktien. Desweiteren verschiedenste auf Auslandswährung lautende Anleihen.

    Wenn nun der Euro um 10% fällt…. warum soll ich dafür Abgeltungssteuer bezahlen?

    Das ist vielleicht eine etwas verspannte Sichtweise für jemanden, der nicht mal die Hälfte seines Einkommens benötigt.

    Aber mir wäre es lieber, es gäbe ein steuerfreies Rentendepot wie in den USA (ich glaube es heist dort 401k).

  37. Über was geht es
    ich werde über sehr gut qualifizierte ohne wirtschaftlichem Einkommen reden:

    Sie werden mit dem berühmten Judenstern kenntlich gemacht.

    Der heist heute Hartz IV.

    Dieser verachtenwerten Einstellung muss etwas entgegengesetzt werden.

    Leben wir in der verachtenswerten Welt der Menschenschinder
    oder in einer weit aufgeklärten Geisteshaltung, die dieses im Grunde nicht zuläßt?

  38. Progression und Inflation
    Das Thema Progression würde ich nicht so auf die leichte Schulter nehmen. Uns droht dank EZB eine Mega Inflation, an deren Ende dank kalter Progression die Krankenschwester den selben Spitzensteuersatz zahlt wie der Top (Oder Flop) Manager.
    Damit haben wir die Einheitssteuer (Lieblingskind der ehedem Liberalen) durch die gerechtigkeitstriefende Hintertür.
    Mal ganz im Ernst: Es kann doch nicht sein, dass jeder arme Schlucker sich ob des von ihm gezahlten Spitzensteuersatzes gleich als Stütze der Gesellschaft dünkt.

  39. satire?
    Ich habe jetzt den Artikel nebst Kommentaren gelesen und immer noch nicht verstanden, ob das hier alles eine Satire auf Standesdünkel der Erbengeneration ist, die mit kalter Verachtung auf die da unten blickt, weil diese Schmarotzer ihnen doch tatsächlich wegen der steuerfinanzierten Transferleistungen den Kauf der fünften Rolex unmöglich machen (ein Steuerberater hülfe). Oder ob es ein satirischer Blick auf jene 3% Hartz4 Empfänger sein soll, die sich als urbane Bohemiens verstehen, denen die Gesellschaft gefälligst ihren Lebensstil zwischen MacBook, Biomarkt und Yoga zu finanzieren habe (Relevanz ausserhalb der stets um sich selbst kreisenden Geisteswissenschaftler/Journalisten-Szene gleich 0).

    • Satire. eindeutig Satire.

    • Empfangen Sie gelegentlich aktuelle Nachrichten?
      Dreimal lacht die/der Schwarz-Rot-Rot-Grün-Wähler_in über jeden Witz: 1. nachdem sie/er ihn hörte/las, 2. nachdem er ihr/ihm erklärt wurde, 3. nachdem sie/er ihn auch verstanden hat. Aus jedem Wasserhahn laufen die Klagelieder über die immer mehr wachsende Ungleichheit, unter dem Frankfurter Pflaster am Main endeckt man wieder den Strand; da fragt man verunsichert kgb-stasi-mäßig sicherheitshalber nach, was ernst gemeint sei, also witzlos. Neues Deutschland lesen hülfe bestimmt, Gysi bedauert die lokale Unruhe, da sie eine globale aus der Aufmerksamkeit stiehlt.

  40. Titel eingeben
    RoRo:
    „Man kommt – vor allem in Alter – mit weniger aus, als man früher glaubte.“
    .
    Schön wär’s. Wenn ich z.B. an meine Krankenversicherung denke. Als junger Mann eingetreten: 170 Mark/Monat; heute: 400 Euro/Monat (mit über 1000 Euro Selbstbeteiligung, sonst wärs noch mehr pro Monat). Dazu noch: für die Gattin fast das gleiche.
    Miete: als junger Mann unter 100 Mark im Monat, heute: 880 Euro.
    .
    Aber Sie denken wohl eher an all die unwichtigen Dinge, die damals Spaß machten und Geld kosteten und heute unwichtig geworden sind.

  41. off topic: Walzertanzen (diese Restsaturnalie!)
    wird bald verboten sein, ob man sich bei der erlaubten Quadrille dann noch die Hände reichen darf?http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4687695/Sexuelle-Belaestigung_Umarmung-konnte-strafbar-werden?offset=25&page=2#kommentar0

    • Walzertanzen
      Ich denke nicht, dass ein wenig Scherbeln den Tatbestand der Belästigung erfüllen wird. Never ever.

      Nicht comme il faut wäre eher, sich mit Herrn Lugner im Dreivierteltakt zu bewegen. Wobei, abseits des Geschehens darf man ihn sicher nicht in einen Topf mit den richtig schlimmen Fingern werfen.

      Saturnalien hätten in diesem Kontext bei Mandy und Jacqueline keine Auswirkungen. Woher hätten sie auch den Walzer lernen sollen.

  42. mixed pickles
    – weil ich mich bei Herrn Hank nicht einloggen mag eben hier: ich las (die schwierigeren Dinge, die Ästhetik, Minima Moralia usw hatte ich natürlich schon in der Schule gelesen und nicht nur ich, auch die Knaben neben mir, die brave Familienväter wurden und Papas Großhandel übernahmen) Adorno am Schwimmingpool, an der ligurischen Küste hoch überm Meer, – es war nicht mein eigener pool, ich war eingeladen, andre junge Gäste lasen auch nicht nur Asterix
    .
    – die Leutchen die heute in Frankfurt agieren konnten wir bereits auch in der Wiener Innenstadt erleben, beim letzten Termin haben Juweliere für diesen Tag die Auslagen mit Bretterzäunen verkleidet, den Polizeieinsatz aber zahlen wir alle
    .
    eigentlich bin ich teils auch für ein bedingungsloses Grundeinkommen weil ich denke, daß junge Leute mit anspruchsvollen Ausbildungen (keine gender und hate-Angelegenheiten) sich sinnvolle Einsatz-und Arbeitsgebiete finden und schaffen können, –
    aber man beobachtet natürlich auch eine Menge Selbstbedienung: Studenten die von den Eltern durchaus unterstützt /erhalten werden könnten, werden umgemeldet und beantragen Mindestsicherung, die Eltern finden, ihr Nachwuchs soll leben können „wie die Reichen“
    .
    bei all den Flüchtlingsproblemen habe ich aus meiner Generation jede Menge großer Phrasen und Ansprüche auf öffentliches Geld vernommen, aber bisher nur zwei Leute erlebt, die Flüchtlinge selbst aufnahmen und diese beiden hatten einen recht konservativen katholischen background und gar nicht so besonders viel Geld…
    .
    ich denke die Trennung aus der irgendwie verpflichtenden und bislang irgendwie auch selbstverständlichen Generationssolidarität (gegen die Alten und ihren Murks) und Desidentifikation mit Teilen der eigenen Generation ist für Don eine langwierige und schmerzliche Sache; das war (und ist teilweise immer noch) auch für uns Ältere so: Individualisierung geht bis zum letzten Tag.

    • oh well… Rainer Hank und sein Buch… da werden bei mir massive Abgrenzungswünsche wach. Immer diese humorfreie Dogmatik.

  43. An der schönen blauen Donau
    @ – Försterliesel -Als ich in den siebziger Jahren des vorherigen Jahrhundert in Wien promovierte, war eines der Vergnügen, nach 22:30 Uhr auf die großen Bälle in der Hofburg zu gehen. Dann ließen uns die Portiere für 20 Schilling rein. Für den Öffnungswalzer war es zu spät. Aber es gab noch genug Walzer, um sich stundenlang von der Hand auf der Hüfte führen zu lassen. Dass das unemanzipiert sei, wäre mir nie eingefallen.
    Gegen Durst tranken wir Wasser, geredet haben wir von Wein. Wenn ich das heute tun wollte, würde kein mann mehr mitmachen. Jetzt gehöre ich zu denen, die eine teure Eintrittskarte kaufen müssen und um 10 Uhr unsere Plätze für die nächste Generation freimachen.
    .
    Ich habe mich vorherige Woche mal bei Herrn Hank eingelockt, aber mein (zweiter) Text wurde nicht akzeptiert:
    Sehr geehrter Her Hank! – Sie machen es sich zu einfach. Negativ zu sein, ist Mainstream und garantiert, dass man nie falsch liegt. Denn wenn etwas gut geht, was man vorher verrissen hat, findet man immer noch ein vernachlässigtes Detail. Alles Menschliche ist nun mal nicht perfekt.
    Ich las mit Interesse, dass Sie in Ihrer Tübinger Jugend links waren und mit dem Alter liberal wurden. Ich war nie links, weswegen ich wohl ein harter Mensch bin, wie sie über Menschen angedeutet haben, die schon in ihrer Jugend nur liberal denken. Als Jugendlicher habe ich mal Kohl persönlich getroffen. Er hat mich fair behandelt und ist auf meine Meinung geduldig eingegangen – Im Gegensatz zu den Linken der ASTA Besetzung an der Frankfurter Uni, die eine junge Frau (!!!!! sonst sagten da Frauen gar nichts), die nicht links und Arbeiterklasse argumentierte, einfach, sehr höhnisch ausgelacht haben. Auf Grund meiner persönlichen Erfahrung glaube ich, dass Kohl gemacht hat, was er für richtig hielt und dass er an seinen Traum eines geeinigten, friedlichen Europas geglaubt hat. Die Tatsache, das dieser Traum so viele Feinde hat, hat er nicht einkalkuliert —- ich gebe ehrlich zu, ich auch nicht.

  44. nicht Hank, Guerot
    Der Text bei Hank ist ja nicht von Hank, sondern von Ulrike Guerot. Ich stimme zwar ihren Ansichten nicht unbedingt zu, aber ich achte die sehr persoenliche Ausrichtung (und die fuer schreibende Geisteswissenschaftler erstaunlich unpraetentioese Sprache) des Textes. Die Enttaeuschung, die aus dem (scheinbar?) gebrochenen Aufstiegsversprechen der alten Bundesrepublik (der rheinischen Version des American dream!) spricht, laesst sich nachvollziehen. Dass sie sich dagegen wehrt, wegen ihres Bruchs mit dem Ordoliberalismus der Union/FDP von Hank als Linke bezeichnet zu werden, ebenfalls.

    Die Richtung, in die sie schaut, um die Missstaende zu ueberwinden (klingt irgendwie nach ratlosem meritokratischem Pseudokommunismus), mag nicht die meine sein. Zumindest macht sie aber aus ihrer Ratlosigkeit kein Geheimnis. Die Aussagen scheinen mir auch als eine vorsichtige Gegenposition zur Kunstfigur Don Alphonso (wenn man diese beim Wort naehme) – und basierend auf diesem einzigen Blogeintrag wuerde ich mich freuen, sie auch einmal als Gastautorin bei den Stuetzen zu sehen.

    „Die einen spielen Tennis, die anderen Aufklärung, die meisten aber sitzen an der Bettkante und wissen nicht weiter.“ H.-D. Huesch

  45. “Man kommt – vor allem in Alter – mit weniger aus, als man früher glaubte.”
    Bei mir ist das so … auch ohne wirklich alt zu sein :-)

    Ich empfehle folgende Lektüre:

    „Genug“
    „Early Retirement Extreme“

  46. Adorno mit kühlem Weissbier am Swimming Pool
    Da die Thematik „konfiskatorische Erbschaftssteuer“ zur Bezahlung von Schuldenkrise und Reparationen(?!) so langsam trendy wird, siehe die nicht unspannede Diskussion gestern abend bei Anne Will, ein Einwurf, den ich wegen der restriktiv-komplizierten Einlognotwendigkeit auch lieber hier in meiner geistigen Netzheimat veröffentliche.

    So allmählich zieht die Erkenntnis, dass das grosse Finanzmonopoly in die Schlussphase gehen könnte, wo nur noch ein Spieler mit Schlossallee und allem Geld dasitzt, weite Kreise, bis hin in die ehemaligen Leistungseliten – die ahnen -siehe das Juniorprofessor/HartzIV-Beispiel- dass der „normale“ Aufstieg nicht mehr funktioniert.

    Statt klug zu argumentieren, wird nur die „Chancengleichheit“ (in Deutschland??? Europa?) beschworen, die eine kleine Funktionärselite begünstigt, tolle Olympiaden,Philharmonien, Flughäfen und Monstertunnels bauen zu können – und multiple Provisionen und Beraterhonorare zu kassieren.

    Die universelle Lobbykratie als komplementäre Welt zur politischen Beamtenschaft ( wenn man die Rekrutierung politischen Führungspersonals mal betrachtet) führt am Ende in ein weltweites Griechenland, in dem man einfach mehr notwendige Wahl-Wohltaten als bezahlbar verteilt und gleichzeitig von den die eigene Karriere fördernden Eliten lieber informelle Nichtbearbeitungsgebühren statt Steuern kassiert.

    Wenn man Chancengleichheit ernst meinen würde, müsste ein Haarschnitt oder ein Zahnimplantat in Berlin, München, Paris, Warschau, oder Timbuktu ähnlich entlohnt werden.

    Dass dem offensichtlich nicht so ist, dürfte zu grossen Teilen die hoffnungslose Wut der religiösen Eiferer beflügeln, die zu Zeiten des Systemantagonismus niemand geahnt hätte.

    Warum – komischerweise- hält die Linke dabei so sehr die Klappe und fordert nicht, dass grosse Firmen nicht an Familienmitglieder vererbt werden, sondern an Belegschaften, Gewerkschaften oder Staatsfonds, die weniger den Profit, als die Qualität der Arbeitsplätze im Visier hätten?
    Oder diese Anteile als treuhänderischer Anteil eingefroren würde, dessen Ertragsanteil an den Staatshaushalt zu gehen hätte?
    Und warum ist Aktienbesitz kein fraktaler Unternehmensbesitz? Aber eine Wohnraum-Vermietungs-GmbH schon?

    (Jetzt möchte ich auch einmal freche Vorschläge machen, wenn man den unabhängigen Privatier als asozialen Schmarotzer zum medialen Abschuss frei gibt.)

    Weil man ahnt, dass in kürzester Zeit die meisten Firmenanteile nach China, Emirate oder USA verkauft würden – oder die idealistisch vermachten Firmen schnell nicht mehr wettbewerbsfähig wären, wenn sich keiner traut, auch mal das „Ar….och“ zu geben, wenn es nötig ist.

    Warum denkt niemand über eine Revision des Gesellschaftsrechts nach, so dass einer persönlichen Person auch ein persönliches Vermögen zugerechnet werden kann?

    Ein Kommentar Hanks, das 19.Jh wäre so schön gewesen ( au ja, ich hätte auch gern eine Köchin, ein Hausmädchen und einen Chauffeur wie mein Grossvater vor dem Krieg – ich habe irgendwo gelesen, dass noch in den Dreissigern eine Garage im Monat zu mieten teurer war als ein Chauffeursgehalt) torpediert medienwirksam alle Argumentation gegen die pure Meritokratie und das totale Rattenrennen alle aus dem gleichen Loch.

    Dann gucken wir doch mal nach China, wo es halt Prinzlinge statt Erben krachen lassen.

    Wenn wir am Status quo herumschrauben wollen, sollten wir genau wissen, WO wir hin wollen.

  47. Zum subtilen Weiterlesen
    wäre Sandor Marais „Schule der Armen“ zu empfehlen.

  48. @Itsjustme
    Die Quelle, Grundlage korrekten Zitierens, wurde nicht genannt.
    Das hat etwas vom Stil des Ex-doktorierten Kriegsministers (s. „Volksgut“) oder der bayerischen Ministertochter ex Rae-Kanzlei Raupach & Wollert-Elmendorff (s. Eigendarstellung eines der vier Rae bei IMBECK Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) oder oder oder . . .

  49. Not to go to Bogota
    Pardon, Ew. Liebden, ich wollte eigentlich nur die nette Auswahl der Bilder lobend kommentieren. Das Portrait der Dame ist wirklich schön; hätte ich H.G. Wells Maschinchen, so würde ich sie gerne mal vor den fetten Kapaunen bewahren, die ihr vermutlich sintemalen die Bude eingedrückt haben.
    Von SGB II oder anderen Dingen zu parlieren, verbietet der Anstand. Die übrigen Kommentatoren werden wohl kaum in diesen Genuss kommen, geschweige denn, dieses Konstrukt als Motivation für Höchstleistungen im Job erkannt zu haben.

  50. larslonte@yahoo.de
    So frei nach dem Motto: „Eure Armut kotzt mich an!“ wird hier neoliberale Propaganda für die (meist links-liberale postmoderne) neureiche Bourgoise betrieben. Ekelerregend! Ebenso wie die Hof-Philosophin und Chef Ideologin der Rechts-Liberalen, Ayn Rand, mit ihrer widerlegten sogenannten „Philosophie“ des „Objektivismus“.
    Ebenso wie die ganze links-liberale und postmoderne sogenannte Gender Ideologie nach Judith Butler bzw. Reisman und Kinsey mit den pädophilen und unwissenschaftlichen Kinsey Studien und der heutigen Zwangssexualisierung an den Schulen durch gender-ideologisch geprägten Unterricht. Prostituierung der Gesellschaft und Jugend!
    Dekadenz und Werte-Relativismus und moralischer Relativismus der neo-liberalen Postmoderne des wucherischen Finanz-Kapitalismus bedingen einander und verstärken sich gegenseitig!
    Zu den tiefer liegenden psychologischen und strukturellen Ursachen empfehle ich Prof. Bernd Senf aus Berlin, VWL und psychosoziale Hintergründe, zum Orgon (chinesisch KI, indisch Prana) nach Wilhelm Reich. Siehe auch berndsenf.de
    In seinem „System der nationalen Ökonomie“ entlarvt Friedrich List den händlerischen Ungeist der liberalkapitalistischen Wirtschaftstheorien von Adam Smith und David Ricardo. Nach deren Meinung (bereits vorgeprägt durch David Hume 1691) wird der Wert der Güter nicht durch ihren Gebrauchs -, sondern durch ihren Tauschwert bestimmt. Mithin ist also nicht die werteschaffende Arbeit, sondern der wertevermittelnde Handel das Wesentliche. Entscheidend ist auch nicht, ob Güter sittlich oder unsittlich, nützlich oder schädlich, gesund oder ungesund sind, sondern daß es für sie einen Marktbedarf gibt. Die Übersteigerung des händlerischen Denkens gipfelt in der Forderung nach arbeitsteiligem Umbau aller Volkswirtschaften der Erde zu Absatzplantagen der Weltwirtschaft und Zinskolonien der Hochfinanz. Dieser Umbau soll sie zur nationalen Selbstversorgung unfähig und vom internationalen Zwischenhandel abhängig machen. Alle Wirtschaftsstrukturen sind so umzugestalten, daß sie immer neuen Handel erzwingen. Die Wege zwischen Rohstoffen, Fertigprodukten und ihrem Absatz müssen so verlängert werden, daß sie dem Zwischenhandel riesige Profite verschaffen.
    Im Grunde wurde der gesamte Neoliberalismus mit seiner Freihandels-Ideologie und kriminelle Monetarismus der Chikagoer Schule der Volkswirtschaft nach Milton Friedman längst wissenschaftlich widerlegt, siehe dazu den französischen Soziologen und Demographen Emmanuel Todd und Albrecht Müllers Buch „Die Reformlüge“ und den „Nachdenkseiten“-Weblog und Manfred Julius Müllers zahlreiche Internet-Auftritte und Buchpublikationen, etwa zur Mehrwertsteuer, Globalisierung, Freihandel und EU oder auch eben die gescheiterten Konzepte von Hartz4 und Agenda 2010!
    Anstatt aber dies wahrheitsgemäß in der Wochenzeitung DIE ZEIT zu veröffentlichen, wie es die Pflicht eines gewissenhaften Journalismus wäre und das Grundgesetz fordert, wird nun also die Armut und werden die Hartz4 Empfänger verhöhnt!

    Hartz IV ist gescheitert! Eine wissenschaftliche Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Arbeitsmarktreformen das Gegenteilige bewirken! http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/studie-hartz-iv-ist-gescheitert-9001546.php

  51. Topoi sind unterhaltend
    Aber Topoi ermöglichen Übereinkünfte, bei denen letztlich jeder etwas anderes verstand.

    Das Milieu der nach Berlin Zu-, Ausgewanderten, ist – wie zu anderen Epochen auch – ein Milieu der Exilanten.

    Wenn man das Wasserfläschen der Provinzialität öffnet, also den Druck herausnimmt, sprudelt und schäumt es ein wenig. Das Wasser jedoch bleibt dasselbe.

    Wo Arbeit nicht lohnt, wird der Zwang installiert. Die nächste Finanzkrise (wir kennen sie persönlich) wird den Sozialstaat abschaffen und Arbeitslager einführen.
    Dann haben wir wieder ein Wirtschaftswunder…

  52. Seelig sind die Beklopten,denn sie brauchen keinen Hammer !
    Wenn ich das hier schon lese,welche negative Einstellung manch Schreiberling gegenüber den Hartz 4 Empfängern hat,dann weis ich welches geistiges Kind hinter so ein perfides Geschreibsel steckt.Nichts wisst ihr,ihr seit so arm am Niveau und im Gegenzug nährt ihr das Kapital die euch erniedrigen ! Das alles so bewusst installiert ist und gewollt,kann nur der Schlaue durchschauen,aber ihr macht euch gegenseitig runter,dabei ist genug für alle da!

  53. Hartz 4
    Lese das hier erwas spät…arbeitsfreies Grundeinkommen etc…letzlich sollte man das ganze Thema einmal klar auf den Punkt bringen: Stütze, wie sie früher genannt wurde, soll unverschuldet arbeitslos bleibende vor dem Hungertod bewahren und soziale Unruhen verhindern. Eine Art Revolutionsversicherung, die von den Habenen bezahlt wird.
    Es ist mitnichten so, dass ich als arbeitender Steuerzahler die Wahlfreiheit „arbeiten oder nicht“ alimentieren möchte. Und der Versicherungsschutz wird durch alimentierte Aktivisten, früher auch Chaoten genannt, ad absurdum geführt.
    Hartz 4 sollte das bleiben, was unter Schröder gedacht war: Notfallhilfe.
    Ich möchte nicht meine Kinder nur schlafend kennen, damit noch mehr Menschen meinen können, es sei ihr gottgegebenes Recht, von anderen durchgefüttert zu werden.
    In Deutschland ist das Folgende seit etwa 70 Jahren tabu, aber der Anreiz, alimentiert von Hartz 4 vor sich hin zu vegetieren, wäre deutlich geringer, wenn damit unangenehme Arbeit mit Anwesenheitspflicht einherginge. Dann wäres o manche nicht zumutbare Arbeit plötzlich gar nicht so schlecht.

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