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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Keine Ehe für Gift und Galle

| 108 Lesermeinungen

We want you, we want you, we want you in the Schnaderhupfer-Crew

Natürlich habe ich eine Meinung zur Ehe für Alle, und die klingt so:

„Liebe schwule Freunde, habt Ihr noch alle Nadeln an der Tanne? Was war so schlecht an den durchtanzten Nächten auf den Boxen im Parkcafe, was war so schlecht am Bad im Brunnen vot dem Justizpalast am frühen Morgen, was war so schlecht an den endlosen Abenden im Morizz – dass Ihr jetzt auch mit diesem Klimbim anfangen müsst und Euch unbedingt wie jeder andere ein heimisches Terrorregime zulegen wollt, das meist nicht mehr darkroomtolerant ist? Wollt Ihr den Spass wirklich aufgeben für eine Ehe, die oft sowieso scheitert? Ihr seid doch auch mal jung und lässig gewesen. Fangt doch jetzt nicht mit sowas an. Ihr seid doch keine liegengebliebenes Apothekersdridscherl.“

Kurz: Die Ehe für Alle ist für einen alten Sac Hahnrei ausgschamten Hallodri echten Libertin immer ablehnenswert, egal wie die sexuelle Orientierung aussieht. Aber gut, natürlich bin ich auch der Meinung, dass der Staat in den Betten der Menschen nichts verloren hat, und wenn es denen Spass macht, sollen sie halt. Und ja, natürlich geht es nicht darum, dass man heiraten muss, sondern dass es einfach die Möglichkeit gibt. Das ist so wie Berlin: Ich will da nicht hin. Aber ich will das Recht haben, da hin zu fahren, mir drei Wohnungen zu kaufen und zu filmen, wie die sozial bewegten Vormieter nach Greifswald umziehen müssen. Das gefällt nicht jedem, aber so ist nun mal die Freiheit der Menschen, die das Gesetz ermöglichen sollte, egal ob bei der Ehe oder bei der Stadtsanierung. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Greifswald ist besser als sein Ruf. Oder zumindest auch nicht schlechter als Berlin.

ehea

Und ich trete dafür ein, obwohl ich den bekanntesten Repräsentanten der Bewegung während der letzten Woche als einen Mobber kennengelernt habe und mich schon frage, ob der nicht auf unsere Kosten was Besseres zu tun haben sollte, als wehrlose Frauen im Netz zu demütigen. An dem und den Grünen, da sieht man mal, wie es ausgeht, wenn man sich dauerhaft bindet, liebe Schwule.

Aber auch der progressive Rest des Landes kommt mit den neuen, aber ihnen nicht ausreichend erscheinenden Rechten für Homosexuelle nicht klar. Und giftet FCK VTKN, um seine ablehnende Haltung gegenüber der katholischen Kirche auszudrücken, die mit erfrischend deutlichen Worten nicht so wie die CDU herumwackelt, sondern das Votum der Iren zur Ehe für Alle knallhart verdammt. Man kann sagen, was man will, aber an Charakter und deutlicher Aussprache fehlt es den Herren in Rom nicht. Damit kommt die Linke im vermerkelten Land der weichen, warmen Hände nicht klar, und hofft einfach darauf, dass die alten Männer irgendwann bald sterben, und mit ihnen Religion, Überzeugung und Vorurteil. Dass man bei mir in Mantua immer noch diverse, längst verstorbene Päpste als Postkarte kaufen kann, wird als schrulliger Witz abgetan. Den Padre Pio, der hier überall herum steht, von den Gärten bis zum autonomen Zentrum, den übersieht man vielleicht. Oder denkt, dass es halt Italien ist und daher anders. Aber bei uns müssen diese alten Männer mit ihren Predigten doch bald ausgestorben sein. Da habe ich eine gute Nachricht. Es gibt wirklich einen schweren Priestermangel, und die Klöster sterben nach all den Jahrhunderten wirklich aus. Es ist vorbei.

Und eine schlechte Nachricht habe ich auch.

eheb

Ihr schaut trotzdem mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

Weil, so sieht das aus, wenn FCK VTKN auch beim Verschwinden der Priester nicht hilft. Das ist Gasse, das Dorf neben meiner deutschen Heimat Gmund am Tegernsee. Und dort kommen recht viele aus dem Dorf zu einer Andacht auf der Wiese unter freiem Himmel zusammen. Das organisiert bei uns der Landfrauenbund. Ganz ohne alte Männer im Vatikan. Kommen tun natürlich alle, die Frauen, die Männer, die Kinder, viele kommen in Tracht und das schaut nicht schlecht aus, auf unseren sattgrünen Wiesen mit den leicht im Wind rauschenden Bäumen, wenn unten der Tegernsee funkelt. Das ist keine Kirche, da steht kein Marmoraltar, da sind für die Alten nur ein paar Bierbänke und für alle das Kreuz mit dem, in dem sie den Erlöser sehen. Natürlich werden jetzt immer noch einige Leser vielleicht FCK VTKN murmeln, aber man sollte ruhig mal seine Scheu vor dem Fremden überwinden und sich nähern. Es ist ja schön nicht grad greuslich, und es ist auch nicht unkommod hier am See. Gemma, bewegen wir uns etwas näher, schaumaramoi, ned woah.

ehec

SengaS des? Das sind fei pfeigrod Frauen. Frauen an der Harfe und am Hackbrett, Frauen an der Gitarre und am Bass, eine Frauenmusi ist das und ein Minsitrant ist eine Ministrantin und in der Mitte: Das ist auch eine Frau. Alles Frauen. Sogar ziemlich junge Frauen, so jung, dass sie in der gesunden Bergluft beste Chance haben, jeden FCK VTKN Sager unter uns zu überleben. Da sind keine alten Männer vorn dran und das System, das viele so hassen, weil es ihre Rechte ablehnt, läuft mit Frauen weiter. Das ist für Feministinnen eine schreckliche Vorstellung – aber so ist es. Das ist jetzt nur eine Andacht auf der Wiese, aber sie ist schon recht üppig und ein wenig liturgisch geworden. An dem Tag, da die alten Männer Frauen als Priesterinnen zulassen, machen die hier halt eine richtige Messe, und zwar eine richtig pfundige, aber sonst ändert sich nichts. Weil sich schon alles bis hier her und zu den vorne stehende Frauen geändert hat, übrigens ganz ohne Beihilfe der feministischen Gesellschaftskritik, und der Glaube immer noch da ist. Die FCK VTKN Sager machen Witze über unseren Ministerpräsidenten, der einmal nebennaus gegangen ist. Hier wählen sie ihn trotzdem mit Prozentzahlen, die dafür sorgen, dass die SPD im Bund schon sehr betteln muss, um ein klein wenig etwas an den Rechten der Homosexuellen ändern zu dürfen. Und dafür immer noch geprügelt wird, weil sie so wenig erreicht.

Ich erzähle Ihnen was. Das sind jetzt noch zwanzig Meter von hier und die Leute – ich kenne sie. De san fei ned zwida. Mit denen kann man reden und grad lustig sein. Und die freuen sich auch, wenn man dazu kommt und sie lobt und ein wenig mitsingt. Da könnten Sie jetzt einmal mit ihrem unkommoden FCK VTKN aufhören und hingehen und die etwas loben. Für die schöne Musi und die grünen Wiesen und die stimmungsvolle Andacht. Die tun erst mal nichts Böses, die reden von Glaube, Liebe und Hoffnung, und wer sich auf eine Ehe einlässt, braucht das als Grundbestandteile der Verblendung. Da gibt es also eine gemeinsame Basis. Und geben Sie es zu, an so einer Stelle wäre so eine Ehe für Alle ja auch ganz hübsch, als Feier, oder ebba ned? Man könnte also da rübergehen, weil das da drüben – das sind momentan klar die Mehreren in diesem Land. Und schauen, dass man denen irgendwie nahe bringt, dass wir doch eigentlich alle das gleiche wollen. Liebe, Zuneigung, eine gesicherte Zukunft – das verstehen die schon irgendwie. Und dass sich etwas ändern muss, weil sie sich doch auch geändert haben, und gut ist es geworden. Das kann man doch den anderen auch einmal zugestehen, selbst wenn sie Dirndl und Lederhosen tragen. Wenn es gut geht, sagen die vielleicht sogar in der Partei, dass man sich da doch nicht so haben soll, schliesslich singen die Anderen spontan bei der Andacht so schön mit und und ernst ist es ihnen auch. Eine Ehe für Alle, die auch von Allen mitgetragen wird – dann sind die alten Männer wirklich egal.

ehed

Was ich sagen will: Ich glaube, dass man sich da innerhalb einer Gesellschaft schon verständigen kann, wenn man alte Fronten umgeht. Weil nichts anderes machen die hier bei ihrer Andacht auch – vor hundert Jahren hätte es keine Ministrantinnen gegeben und kein Dirndl ohne Brusttuch. Kommunikation klingt schwierig und es ist so leicht FCK VTKN zu twittern, und Lob gibt es dafür auch, aber schaunS, es is doch wias is: Die schauen sich hier nach einem Partner um, weil dazu macht man das auch ein wenig, gehen zusammen heim, zeugen Kinder und geben denen genau diese Religion und Tradition weiter. Das sind die Leute, die wählen gehen, relativ gebildet sind und die noch überzeugt werden müssen, auf Ihre Seite zu wechseln. Die sind vielleicht ein wenig bodenständig, aber bei denen geht der Diskurs fraglos besser als bei den Rapgesang hörenden Unterprivilegierten oder Flüchtlingen aus Ländern, bei denen Schwulenfeindlichkeit Teil der gelebten Kultur ist. Und es bringt auch mehr als die dauernde politische Selbstbestätigung bei den Patchworkfamilien im städtischen Umfeld, deren Kinder nach all dem genderneutralen Zwangsregeln sich eher nach konservativen Lebensentwürfen sehnen werden, die zu ihren Hormonen passen. Irgendwo muss man realistischerweise bei den anderen anfangen, und hier hat sich schon etwas emanzipiert und entwickelt: Man könnte es ja mal probieren, gleich hier. Nicht über den pseudowissenschaftlichem Umweg eines sexuellen Zwangskoffers in der achten Klasse, denn da werden hier und überall die Eltern rebellisch und freuen sich, wenn alte Männer FCK SCHWLNRCHT sagen. Hier. Auf der Wiese bei Gasse, gleich neben Gmund am Tegernsee. Da muss man das Anliegen nachvollziehen können und den anderen mögen. Lustigerweise geht das bei anderen Bereichen wie Gentechnikverboten und Erhaltung der Natur bzw. Gottes Schöpfung sogar jetzt schon sehr gut.

Aber wenn man denen nur mit FCK VTKN und Gift und Galle und Todeswünschen für ihren Glauben kommt, dann bleibt es halt, wie es ist, und ganz ehrlich, ich weiss auch nicht, ob ich nicht gerade den Grünen eine APO-Wahlperiode zum Nachdenken wünschen würde. Wie das ausgeht, wird in diesem Land jedenfalls nicht bei Twitter entschieden, sondern bei denen, die auch dann kommen und zuhören, wenn eine Frau die Ansprache hält und die Lieder vorsingt. Und die mal so und mal so wählen können und eigentlich schon auch der Meinung sind, dass Leben und Leben lassen wichtig ist.

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108 Lesermeinungen

  1. grüne ehen in gretna green
    ja, die grünen haben sich schon immer nach der heimeligkeit der instutution ehein welcher konstellation auch immer gesehnt, ich erinnere mich: gerade war unter keinerlei gegenwehr das amerika-haus in stuttgart gestürmt worden, da erzählt uns joschka auf dem treppenaufgang ganz verträumt und sanft von seiner ehebindung in gretna green und wie toll das alles jetzt sei………..ja es sei ein protest gegen das establishment und ein grundelement seines antifaschistischen kampfes…………….
    ja wie ist das alles spiessig und kleinkariert, dieses würdelose betteln um eheanerkennung………..wenn, dann schon die ehe zu dritt, das wäre ja mal was und würde mir sehr entgegenkommen……..auch wenn die überzeugungsarbeit sehr anstrengend wäre……………….!!!

    • Vielweiberei ist dann die nächste Challenge und da fangen sich die Grünen sicher auch Aktivisten ein. Kultureller Austausch und so.

      Mich wundert das halt etwas, wie eine breite Bewegung dann für so eine Frage konzentriert werden muss. Es ist nicht meine Sache, aber die Idee, da ein paar Politikern einzuheizen und die Bevölkerung kaum anzusprechen, finde ich nur so mittelgelungen. So etwas muss ja auch gelebt werden.Ich bin mir also wegen des Weges nicht sicher, im Gegensatz zum ziel, das da heissen muss: Kein Staat in niemandes Bett, solange es im Einvernehmen ist.

    • Vielweiberei !??
      Hahaha, woher nehmen und nicht stehlen.

      Bei der ständigen Zuwanderung von fast ausschliesslich
      jungen Männern läuft es wohl auf eine Vielmännerei hinaus.

    • a propos Vielweiberei und Migration
      … In Indien und China sind Abermillionen von jungen Männern unbeweibt. Ich sage mal: Civil unrest early warning indicator.
      Wir haben hier natürlich weder irre Mitgiftsvorstellungen noch ein-Kind-Policies… insofern sehe ich das hier entspannter.
      Und, like it or not, der durchschnittliche Zuwanderer ist nicht direkt das begehrte Match für die Einheimischen. Familiennachzug ist da eher der kommende Trend…

    • Ja, klar. Ich sehe auch jede Menge kinder und denke, das läuft hier schon ganz gut. Gerade übrigens wieder bei den Akademikern.

  2. Don, ich kann ja nur für mich selbst sprechen:
    Mich werden sie von der „Ehe für alle“ nicht überzeugen, weil ich sie kraft des damit verbundenen Adoptionsrechtes für ein gesellschaftliches Grossexperiment mit Kindern halte, das ich nicht machen möchte.

    Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eingedenk der unseligen Rolle, die die einflussreichen und erfolgreichen Schwulengruppen der GRÜNEN jahrzehntelang bei der Deckung und Förderung von Kindesmissbrauch gespielt haben, auch andere das so sehen, wenn sie begreifen, dass „Ehe für alle“ das Adoptionsrecht einschliesst.

    Ich verstehe nicht und habe nicht verstanden, warum man die eingetragenen Lebenspartnerschaften nicht den Ehen gleichstellt, von Stuer- bis Zivilrecht, volles Programm. Aber eben ohne Adoptionsrecht.

    Netzfeministen spielen in dieser Debatte nur insoweit eine Rolle, als sie den einen oder anderen Unschlüssigen (im niedrig einstelligen Prozentbereich) davon überzeugen könnten, auch dagegen zu sein. Weil man sich mit der Sorte von Aktivisten nicht gemein machen will. Für mehr reicht´s mangels Durchschlagskraft nicht.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Ja, da sehe ich auch ein Problem. aber:

      Missbrauch gibt es leider immer und es git keinen Beweis, dass es da signifikante Unterschiede gäbe. Wer rernsthaft was gegen Kindesmissbrauch hat, sollte nach Thailand gehen und da an den Verhältnissen arbeien, da sind unsere Probleme.

      Und auf der anderen Seite zwingt das die szene auch zu einer gewissen Selbstkontrolle und Selbstreinigung. Das ist vielleicht gar nicht so schlimm.

    • Titel eingeben
      Herr Haupts,
      normalerweise schätze ich Sie für Ihre Meinungen, wenn diese von meiner eigenen abweichen – weil Sie Ihren Standpunkt in der Regel gut begründen können, und sich so manches mal heraus stellt, dass einzene Positionen von Ihnen, die ich für eher schlecht begründbar hielt, dann doch recht gut von Ihnen begründet werden.

      Vorab also ein Hinweis auf meine Wertschätzung, auch für Ihren in der Regel sehr sachlichen Diskussionsstil, auch – und gerade! – weil ich oft mit Ihnen in politischen Fragen inhaltlich uneins bin (um bei anderen Punkten, wo ich mich selbst als geradezu „politisch verwegen“ einschätze, bei Ihnen dann überrascht festzustellen, dass wir dort sogar überein stimmen).

      Am Punkt „gesellschaftliches Großexperiment“ wirkt ihr Standpunkt (auf mich, verzeihen Sie mir bitte) dann doch etwas irrational. Denn:

      1. Adoptionen werden ja nicht einfach so bewilligt (quasi ein Selbstbedienungsladen für kinderlose Eltern), sondern eingehend geprüft. Das ist bei homosex. Eltern nicht anders.

      2. Die Entwicklung von Kindern bei homosex. Eltern ist nach vielen Untersuchungen gut bis hervorragend. Wie es übrigens auch der Fall bei heterosex. Eltern wäre, zumal dann, wenn diese ebenfalls gute Lebensverhältnisse und Bildung vorzuweisen habven.

      3. Die Befürchtung, dass einem Kind „ohne Mutter“ bzw. „ohne Vater“ ein wichtiges Rollenvorbild fehlen könnte, die halte ich für teils zutreffend, und zwar bis zu dem Grade, dass man darüber offen sprechen sollte. Dazu gehört dann allerdings auch ein Hinweis darauf, dass in unserem Land fast die Hälfte aller Kinder in alleinerziehenden Haushalten groß werden – und von schweren, daraus rührenden Schädigungen der Kinder ist hier bislang nicht zu hören. Denn auch hier fehlt dann ja eine „Rollenseite“ (die übrigens – was nicht einmal sehr verblüffend ist – von einem homosex. Paar oft eben doch abgedeckt wird).

      Damit will ich dieses Problem nicht kleiner machen, als es vielleicht doch ist (ich halte das durchaus für ein gewissens Problem), aber kompensatorisch verweise ich auf Punkt 1!

      Resumee:

      Mit anderen Worten, adoptierende homosex. Eltern sind zumeist so hervorragend ausgewählt und geprüft (wie alle anderen Adoptionen aus guten Gründen eben auch), dass Bedenken hinsichtlich des Kindeswohls nicht ernstlich aufrecht erhalten werden können.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr John Dean

  3. aus dem verlinkten FAZ Artikel
    „…gegen die Annahmen der feministisch geprägten Gender
    Studies, nach denen die Geschlechterverhältnisse weder naturgegeben noch unverändeelich, sondern sozial und kulturell geprägt sind.

    Irre ich mich, oder war das schon mal im 19.Jhdt. Mainstream und die Begründung dafür Schwule gesellschaftlich zu ächten.

    • Nein, das kenne ich noch aus Zeiten der Vier-Säfte-Lehre Galens, ist also schon etwas älter und damals hat man noch nicht mal das Feuer gekannt, um Hexen zu verbrennen.

    • Ergebnisse gibt's
      Man kann immer wieder nur auf die wunderbaren, erhellenden Filme des Harald Eia aus Norwegen hinweisen, der Fachwissenschaftler in aller Welt (und als Gegenstimmen die Gender-Ideologen) dazu befragt hat: biologisch oder antrainert?
      Das Ergebnis war so eindeutig, dass Norwegen nach der TV-Ausstrahlung sämtliche (?) staatlichen Zuwendungen an die Gendertrompeterinnen gestrichen hat.

    • Na, vielleicht kriegen wir das ja auch noch hin, zumindest im kleinen.

  4. Titel eingeben
    Was haben denn Sie plötzlich für ein beef mit alten Männern?

    • Keinen, warum? Ich bin ja selbst einer. aber liberaler könnte es schon noch werden.

  5. schöne Bilder, gute Worte,
    Dankeschön!
    (allerdings, Sie wissen´s ja eh und die verehrten Leser auch: die romantische Heirat ist jüngeren Datums und Romanzen und Ehen sind zwei Paar Schuh…)

  6. Zivilehe
    Sehr schöner Text,
    ob alle diese im Konsonantenverhau gekennzeichneten Knilche überhaupt wissen dass sie die Zivilehe in deutschen Landen dem Kulturkampf Bismarcks zu verdanken haben?
    Vordem war Ehe überhaupt nur was ein katholischer Pfarrer oder ein lutherischer oder calvinistischer Pastor eingesegnet hatten, oder es war für alle anderen „wild“.
    Und was das Überleben der alten Struktur Kirche angeht, hat sie eine Garantie vom obersten Boss (und der heißt nicht Franziskus): „und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden“.
    Erwähnte ich schon dass wir stramm katholisch sind?
    Was nicht heißt, dass man dem Einzelnen zu streng gegenübersteht, denn wie meinte Augustinus, man solle den Sünder lieben, nicht die Sünde.
    Auf viele weitere schöne Blog-Artikel.

  7. Dialog kann beginnen,
    wenn man die Möglichkeit in Betracht zieht, dass der andere recht haben könnte.

    Dialog ist aber doch dem Anschein nach gar nicht gewünscht von den MenschInnen. Die wollen imho nur den Frust über ihr selbstverschuldet verkorkstes Leben rausbrüllen.
    Man gebe ihnen ein paar 50ct-Stücke und empfehlen Ihnen ein Parkuhr. Das Parkuhr hat das Zeit zum das Zuhören.

    Was man nicht hingegen mache: Ein paar Millionen Euro geben. Und in Ministerien positionieren.

    Ich habe beim örtlichen Senator eine Anfrage gestellt, ob sich meine Kinder in nächster Zeit in der Schule mit dem „Sexualität von das Vielfalt“ auseinandersetzen müssen. Bisher keine Antwort. Ich ahne Schlimmes!

  8. Titel eingeben
    Ich vergaß zu erwähnen. Ich bin durchaus dafür, dass jedes Mensch sein sexuelle Identität ausleben kann.

    Aber: Kein Mensch wird transcontranormativ nur weil lange genug darauf hinweise, dass Mann/Frau nur gesellschaftliches Konvention ist. Ein paar Gernderbewegte werden Milliarden Jahre Entwicklung nicht umwerfen können.

    (Hoffentlich, sonst konvertiere ich noch, wie weiland Pitigrilli, zum Katholizismus)

    • I)ch glaube, in den muss man geboren sein, um ihn zu ertragen. das ist oft sowas wie eine Säuferfamilie, sagt man, wenn man hier böse sein will.

    • Pitigrilli!
      Oh man … ich kenne – kannte nur zwei Menschen, die etwas mit Pitigrilli anfangen konnte: Die Frau, die ihn mir empfohlen hat und meinen Opa, der mürrisch meinte: Naja, der schreibt auch nur über Sex … Das ist über zwanzig Jahre her. Soweit ich mich erinnere, war Pitigrilli mit der ersten in Italien zugelassenen Rechtsanwältin verheiratet. Womöglich wurde er darüber so fromm katholisch.

    • Und mich. Grandioser Autor. Eines meiner wenigen Vorbilder.

  9. In einem Punkt
    würde ich Ihnen widersprechen:

    „Weil sich schon alles bis hier her und zu den vorne stehende Frauen geändert hat, übrigens ganz ohne Beihilfe der feministischen Gesellschaftskritik,…“

    Doch. Die feministische Gesellschaftskritik hat schon dazu beigetragen, dass das bis in die 1980er hinein strikt befolgte „Mulieres in ecclesiis taceant.“ etwas aufgeweicht wurde. Genauso wie die schlimmböse Berliner Kommune 1 ihren Beitrag dazu geleistet hat, dass heute auch junge katholische CSU-Mitglieder in Gmund schon vor der Hochzeit paarweise zusammenleben dürfen. Dürfen sie doch, oder?

    • Das ist wirklich die Frage – sind es die Extreme, die Veränderungen bewirken, oder sind es die breiten Massen? Ich denke, man überschätzt da gern den einfluss der Extremen, weinfach weil die mehr Präsenz haben als die Leute, die im Kleinen Erfolge vorweisen können.

      Hier bei uns, ach, kommen Sie auf die Waldfeste, danach reden Sie nicht mehr über Prostitutionsgesetze.

    • Ich will die breiten Massen nicht unterschätzen.
      Es sind die Extreme, die Widersprüche formulieren und Leitbilder setzen, ihnen folgen dann immer breitere Bevölkerungsschichten. So sickert das neue Gedankengut langsam in die Gesellschaft ein. Was vor-/nichteheliches Zusammenleben angeht etwa vom studentisch-linken Milieu ->studentischen Milieu -> städtisch-jungen Milieu -> jungen Milieu -> Gesamtgesellschaft. Und was die mulieres in ecclesiis betrifft, hat die Evangelische Kirche in Deutschland (die sich übrigens auch bis in die 1980er Jahre mit der Frauenordinierung schwer getan hat) bestimmt ihr Scherflein dazu beigetragen, dass die „katholische Kirche von unten“ gerade in Deutschland die Frauen relativ ausgiebig zu Wort kommen lässt.

  10. So ist der Lauf der Welt?
    Irgendwie ist es schon erstaunlich: Da tritt die SPD an, um die Welt zu ändern, und stimmt dann für Krieg, als der Kaiser sagt, dass er nur noch Deutsche kennt. Da tritt die SPD im 19. Jahrhundert als marxistisch ausgerichtete Arbeiterpartei an und macht im 21. Jahrhundert neoliberale Gesetze gegen Arbeiter. Da treten die 68er (die Grünen) an, die alten Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Love, Peace, Happiness. Und was passiert? Unter ihnen gibt es den ersten deutschen Kampf-/Kriegseinsatz einer deutschen Armee nach dem 2. Weltkrieg (gegen den neuen Hitler in Belgrad). Es tritt der Feminismus auf den Plan. Und was passiert? Anstatt Frauen (und damit zugleich auch den Mann) von den Fesseln des Patriarchats zu befreien, gibt es jetzt schwangeren-gerechte Panzerfahrzeuge! Und die Homosexuellen? Statt für eine andere Gesellschaft zu kämpfen, statt ihr Ding zu machen, wollen sie in Wirklichkeit nur das Ehegattensplitting. Halt so sein wie jeder Hetero auch. Normal halt.
    Aber was ist normal? Und was ist daran so erstrebenswert? Was war nicht alles mal normal und ist es nicht mehr? Menschenopfer, Sklaverei, Scheiterhaufen, Judenverfolgung…
    Aber vielleicht muss man, was die oben genannten Bewegungen betrifft, auch differenzieren: Es gab/gibt in jeder Gruppe solche und solche: die einen, denen es um die Sache geht, und die, denen die Bewegung nur als Vehikel für die eigene Karriere dient. Joschka Fischer oder auch Alice Schwarzer gehören für mich eindeutig in die zweite Gruppe: ihnen ging/geht es nur um Posten/Pfründe/Macht. Die Menschen der ersten Gruppe bringen es darum in der Regel auch nicht weit in solchen Bewegungen. Schade eigentlich, sehr schade.

    • mit oder ohne?
      Die Crux ist ja, dass es ohne „Posten/Pfründe/Macht“ schwierig bis unmöglich ist, „um die Sache“ zu kämpfen. Und hat man dann endlich diese Möglichkeit, ist man leider allzuoft ein völlig anderer Mensch geworden. q.e.d. die Grünen.
      Das Leben ist eins der schwersten.

    • Ja, das ist es – die haben auch so viele schweinereien eleben müssen, dass sie am Ende die wurstfabrik der Politik als Schwein verlassen. Extrem unfreundlich ujnd obendrein auch noch potthässlich. Ioch sehe ja gerade viele bilder von jungen Grünen – mei Liaba. Wenn das meine würen, würe ich sie es mal in den Sautrog stecken.

  11. Titel eingeben
    richtig schön. Ich bin ein paar mal in Neuburg St Ulrich bei Fronleichnam durchs eher ärmliche Ostviertel mitgegangen. Das Engagement der Laien m/w und des priesterlichen Fußvolkes hat viel Sinn und Nutzen für unsere Gesellschaft
    vivat mater eccl.

  12. Titel eingeben
    Die Ehe ist die Gemeinschaft von Mann und Frau. Diese Gemeinschaft ist auf die Hervorbringung von Kindern angelegt. Sie ist die Keimzelle der Gesellschaft und daher als Institution geschützt. Wird die Ehe nun von der Reproduktionsfähigkeit getrennt, ist sie auch nicht mehr schützenswert.
    Es spricht einiges dafür den besonderen Schutz der Ehe abzuschaffen: Seien es die vielen kinderlosen Ehen, unehelichen Kinder oder Methoden zur künstlichen Fortpflanzung.
    Fraglich nur, welches gesellschaftliche Leitbild sie ersetzen soll, was ist die Keimzelle der Gesellschaft?

    Im Kern geht es den Homosexuellen weniger um Gleichberechtigung, sondern um Gleichstellung. Sie wollen die volle gesellschaftliche Anerkennung für ihr Lebensmodell.
    Die Gleichstellung von Homosexuellen- mit Heterosexuellen-Paaren wird aber wahrscheinlich dazu führen, dass die kirchliche Trauung mehr Gewicht erhält, weil sie dann das exklusive Alleinstellungsmerkmal für Heteros ist und der Kampf um Anerkennung in diesem Bereich, wird wieder von vorne beginnen.

  13. Abschaffen!
    Ehe? Weg damit! Wer das braucht soll beim Notar einen Vertrag unterschreiben. Für staatliche Regelung gibt es keinen Bedarf. Und mit der Ehe werden automatisch auch die Steuervorteile abgeschafft. Zusammen mit den abgeschafften Standesämtern und sonstigem Verwaltungsquatsch wird der Staatshaushalt um x Millionen Euro entlastet. Danach kann jede(r) mit jede(r/m/n) durch die Betten springen wie er/sie/es will. Das ist Privatsache. Ich habe nie verstanden warum es irgendjemanden überhaupt interessiert, wer es mit wem treibt. Was ändert es für mich ob jemand mit Männern oder Frauen und zu zweit oder zu mehreren intim ist und diesbezüglich eventuell dauerhafte Verpflichtungen eingehen will? Nichts! Und wenn es für mich nichts ändert, dann auch nicht für andere – also kann sich der Staat da ganz heraushalten!

    • Was für eine Milchmädchen_bubenrechnung!
      Wenn die Ehe abgeschafft wird, kostet das den Staat viele Milliarden, weil er all den Geschiedenen, die alleine Kinder erziehen oder wegen langjähriger Abstinenz vom Arbeitsmarkt keine Beschäftigung finden, Sozialleistungen zahlen muss. Bislang sind diese Personen durch Unterhaltsansprüche gegen ihre geschiedenen Ehepartner abgesichert. Und von diesen Milliarden Mehrausgaben können sie dann die Einsparungen durch den Wegfall der dreieinhalb Standesbeamten abziehen.

    • Titel eingeben
      Naja, ob mit dem Wegfall des Instituts Ehe dann wirklich gleichzeitig auch die Forderung nach Exklusivität innerhalb der Beziehung entfällt? Das überzeugt mich nicht.
      Das Rechtsinstitut der Ehe ist m.E. vor allem ein wirtschaftlicher Absicherungsmechanismus der bürgerlichen Gesellschaft, die den wirtschaftlich Schwächeren in einer Beziehung schützen soll. Und damit, blickt man einige Jahrzehnte zurück, vor allem die Frauen schützte, weil es ihre Situation gegenüber einem Zustand ganoz ohne Ehe verbesserte.
      Und natürlich war es für die, die auf den Stützten der Gesellschaft ruhten und sie beherrschten, auch ein strategisches Instrument zum Ausbau oder Erhalt der Macht.
      Für letzteres gibt es heute nicht mehr ganz soviel Bedarf, aber dass Ehe auch Schutz in Form von Teilhaberecht am Vermögen des anderen Partners bietet, sollte man nicht erst seit dem Auftauchen von Ivanka Trump realisiert haben.

    • @Tarifkenner
      Wenn es keine Ehe mehr gibt, gibt es auch keine Scheidungen mehr. Warum es nach der Abschaffung der Ehe mehr Alleinerziehende geben sollte als heute, verstehe ich nicht. Die Erziehungsverantwortung gehört prinzipiell 50/50 auf die beiden Elternteile verteilt. Dafür braucht man keine Ehe-Institution. Bei 50/50 gibt es dann auch keine Abstinenz vom Arbeitsmarkt. Wer das anders regeln will greift zwecks Finanzausgleich zum Notarvertrag. Das geht sogar after-the-fact. Wer das ohne Vertrag anders regelt ist DUMM! Es ist nicht Staatsaufgabe für Dummheit vorzusorgen! Und wo sollen jetzt die angeblich Milliarden Mehrausgaben herkommen? M.E. würden sich die Sozialausgaben für Alleinerziehende sogar dramatisch verringern.

    • @greenbowlerhat
      Nach dem jetzt der Feminismus gesiegt hat und Gleichberechtigung aller Orten auszumachen ist und im Zweifelsfall mit Quoten nachgeholfen wird, argumentieren Sie mit dem Schutz von wirtschaftlich Schwächeren in einer Beziehung? Merken Sie den Widerspruch?? Laut Politik muss Gleichheit überall herrschen. Insofern kann das Institut der Ehe rechtssystematisch nicht mehr mit Ungleichheit begründet werden. (Zumindest wenn man logisch denken kann.)

      Und bzgl.“Teilhaberecht am Vermögen des Partners“: Wer wirklich so viel Kohle hat, dass da nenneswerte Summen zusammen kommen, der macht schon heute einen notariellen Ehevertrag.

    • Naja, also zum glück kommt das mit der gleichheit ja nicht sonderlich weit, nicht wahr. Ich habe vorher so einen alki aus der Berliner Gosse gelesen, der hier mal gefeuert wurde – mehr als Serienrunterladen bekommt der nicht hin. Da sind abartige unterschiede und das wird sich auch weiter fortsetzen

    • @greenbowlerhat
      Die Ehe als wirtschaftlicher Absicherungsmechanismus ist doch ein alter Hut. Implizit geht man dabei vom klassischen Familienmodell aus, bei dem die Frau zu Hause bleibt, um sich um die Kinder zu kümmern und der Mann den Versorger spielt. Die Frau befindet sich dann natürlich in wirtschaftlicher Abhängigkeit zum Mann.
      Das ist doch heutzutage überholt. Bei dem gesetzlich verbrieften Anrecht auf einen Kita Platz, Elternzeit, Mütterrente etc.pp ist es doch die freie die freie Entscheidung eines jeden Individuums, ob er sich mit der Brutaufzucht oder der Karriere beschäftigt. Dementsprechend sollte eine bestimmte Entscheidung auch nicht finanziell protegiert werden. Mit Freiheit geht Verantwortung einher.

    • Bei uns am See, da darf ih mich dauiernd überzeugen, ist es nicht so. Da klappt das noch so, und es ist nicht schlecht.

    • Titel eingeben
      „Zusammen mit den abgeschafften Standesämtern und sonstigem Verwaltungsquatsch wird der Staatshaushalt um x Millionen Euro entlastet.“
      .
      Entlastet? Wer bezahlt dann wohl …die nun Arbeitslosen ehemaligen Beamten?

    • Das ist ein Punkt.

    • @nedda gschempft
      Liebe nedda gschempft,
      Politik beginnt mit der Wahrnehmung der Wirklichkeit. Das Durchschnittseinkommen der Frauen beträgt ungefähr die Hälfte dessen der Männer (http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/veroeffentl/monatshefte/pdf/beitrag06_10_11.pdf, Zahlen aus BW 2006, aktuelleres habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.) Dass Frauen beim Gelderwerb „kürzer treten“ und dafür mehr Zeit in Kindererziehung und Haushalt investieren, entspricht nicht nur dem bösen Patriarchat, sondern auch den Wünschen vieler männlicher wie weiblicher Menschen. Daran wird die Abschaffung der Ehe nichts ändern. Und ebensowenig wird die Streichung des Instituts der Ehe etwas daran ändern, dass Paare nach 20 Jahren auseinandergehen. Und wenn ein solches Paar nun nicht mit einem notariellen Vertrag vorgesorgt hat und der Besserverdienende (meistens der Mann) nicht den Anstand besitzt, einen solchen Vertrag nach schon erloschener Liebe zu schließen, wer bewahrt dann die Frau vor dem Verhungern? Soll der Staat dann wirklich die Arme verschränken und sagen, er sorge nicht für Dummheit vor? Mit diesem Argument, könnte der Staat noch sehr viel mehr Tätigkeiten einschränken, z.B. Gesetzliche Rentenversicherung: „Der Kluge wird ja eine private Versicherung abschließen“; Bauaufsicht: „Der Kluge wird nicht am Statiker sparen“ usw.

    • @Klaus
      Die ehemaligen Standesbeamten sind dann bei den Notaren, um die Eheverträge zu bearbeiten. Ich habe nicht behauptet, dass es weniger Ehen geben würde. Ich sage nur, dass man den Staat dafür nicht braucht. Genau so, wie man nach der Standesrechtsreform von 1874 die Kirchen dafür nicht mehr gebraucht hat. Und? Ist damals die Anzahl der Ehen dramatisch eingebrochen? Schnellte die Anzahl der Alleinerziehenden damals in die Höhe? Nein! Es änderte sich GAR NICHTS! Standesamt statt Kirche hat also funktioniert. Warum sollte heute also Notar statt Standesamt denn NICHT funktionieren? Außer Polemik habe ich keine Gegenargumente hier wahrnehmen können.

    • @Tarifkenner
      Au wei, das wird ja immer schlimmer. Erst schreiben Sie, dass die Geschiedenen keine Arbeit mehr finden, und jetzt verhungern sie auch noch. Ich wette, bei Ihrer nächsten Antwort begehen sie alle Selbstmord. (Dann würden allerdings auch die angeblich vielen Milliarden Kosten nicht auftreten!) Siehe auch meine Antwort @Klaus: 1874 konnte man plötzlich auch die Kirche aus der Ehe raushalten. Meine Behauptung ist: Der Staat kann sich genauso gut raushalten.

      Und Sie gehen ganz recht in der Annahme, dass es noch viel mehr Dinge gibt, aus denen sich der Staat raushalten kann. Die von Ihnen erwähnte GRV ist ein gutes Beispiel. Statt des staatlichen Zwangsmodells sollte jeder selbst entscheiden können, wie er für seine Rente vorsorgt. Der Staat muss nur eine Einzahlungsquote vom Bruttogehalt vorgeben.

      Hier noch ein paar Anregungen:
      – Gesetzliche Krankenversicherung: Alles privatisieren! Marktwirtschaft statt Planwirtschaft – anders gehen die Kosten nicht runter.
      – Kindergeld: Abschaffen! Die frei werdenden Mittel in Schulen investieren. Steuerlichen Freibetrag für jedes Kind einführen, der auf die Eltern aufgeteilt werden kann. Das löst dann gleichzeitig auch einen Großteil des Armutseinwanderungsproblems, wenn Kinder zeugen kein Profit-Modell mehr ist.
      – Schulen: Privatisieren und Alternativmodelle zulassen. Jahrzehntelanges staatliches Bildungschaos führt immer mehr zu Volksverdummung. Der freie Markt muss entscheiden, welche Schul-/Lehrform die beste ist. Der Staat muss nur Bildungsniveaus festlegen. Statt Abitur als allgemeine Hochschulreife sollen die Unis selbst das Eintrittsniveau festlegen dürfen. Noteninflation adé.
      – Rundfunkbeitrag: Abschaffen! 7,5 Milliarden Euro volkswirtschaftlicher Schaden – jedes Jahr! Alles privatisieren! Im Deutschland des 3. Jahrtausends ist kein Platz für ein Zwangs-Pay-TV.
      – Bundespräsident: Abschaffen! Den Grüß-August braucht niemand! Die Wahl des BP ist die lächerlichste Schmierenkomödie aller Zeiten. Wenn überhaupt, dann bitte direkt vom Volk gewählt.
      – Bundesverfassungsgericht: Muss direkt vom Volk gewählt werden. Das Parteiengeschacher um die Richterposten ist völlig unwürdig.
      – Polizei: Die Polizeiführung muss ebenfalls direkt vom Volk gewählt werden. Ansonsten ist die demokratische Gewaltenteilung ein Witz!
      – usw usw.. EU und Euro habe ich absichtlich weggelassen.

    • Gerade bei Privatschulen bin ich äusserst skeptisch, das führt doch nur zu einer weiteren und diesmal nicht reviierbaren Verschäfrung der Klassengegensätze und macht die zukunft der Kinder massivst vom Verhalten der Eltern abhängug.

    • @donalphonso 03.06. 02:35
      Privatisierung des Bildungssystem muss natürlich geeignet gesetzlich gesteuert werden: Schüler-/Studentenauswahl anonymisiert alleine aus der nachgewiesenen Leistung – ohne Name, Geschlecht, Einkommen. Die Schule/Uni wählt aus und kann ggf. anonymisiert eigene Tests durchführen. Wer die Schulgebühren nicht zahlen kann ist gesetzlich ganz oder teilweise befreit. Die Schulen/Unis unterliegen der Marktwirtschaft. Gezahlte Schul-/Studiengebühren sind voll steuerlich abzugsfähig (wahlweise bei den Eltern) oder vortragbar.

      Lehrer sind motiviert, besten Unterricht zu geben, weil sie nach marktwirtschaftlichen Kriterien zu besser bezahlten Jobs an besseren Schulen kommen können. Außerdem zeigt sich dann auch, ob alternative Lernformen tatsächlich besser Bildung und Wissen vermitteln können als herkömmlicher Frontalunterricht. Die Schulen müssen sich diesbezüglich natürlich positionieren. Den Rest regelt der Markt.

      Zentrale staatliche Prüfung der Erreichung von festzulegenden Fach-Bildungsniveaus. Damit auch Bewertung der Lehrleistung der Lehrer.
      Herkömmliche Schulabschlüsse: Abschaffen! Ist bei der heutigen Abitur- und Noteninflation sowieso Makulatur!
      Betriebe, Schulen, Unis, usw können die von Ihnen benötigten Bildungsniveaus selbst festlegen. So nivelliert sich das System selbständig.

      Und wo sollen da jetzt Klassengegensätze eine Rolle spielen???
      Für die Eltern spielt die Schulwahl keine Rolle: Wer keine Kohle hat, für den sind alle Schulen gleich teuer oder kosten gar nichts, sollte also motiviert sein, sein Kind auf die bestmögliche Schule zu schicken. Und wer „reich“ ist, wird seine Kinder wohl kaum zur Kostenersparnis auf eine billigere (i.e. schlechtere, wegen Marktwirtschaftsprinzip) Schule schicken.

  14. Händchenhaltend ins Spießer-Paradies
    Berufsbedingt (ich hatte eine Zeitlang mit Mode zu tun) kannte ich früher mal eine Menge schwuler Männer. Die waren überaus interessant: meist sehr intelligent und hochgebildet, fast immer also geist- und humorvoll, kurz, eine Bereicherung für jede Gesellschaft. Vor allem aber: Ehe fanden die absolut kleinkariert und spießbürgerlich. Wie langweilig wird unsere Welt, wenn die nun alle im spaßfeindlichen Hafen der Ehe landen und statt „durchtanzten Nächten auf den Boxen im Parkcafe“ nur noch Pütschern im Schrebergarten angesagt ist – womöglich mit Windelwechsel bei den Adoptivkindern…

    • Titel eingeben
      Nur weil einer schwul ist, ist doch nicht ausgeschlossen, dass er ein kleinkarierter Spießer ist. Ich hab ohnehin nie begriffen, warum eine von der Norm abweichende sexuelle Orientierung die Betroffenen zu besseren Menschen machen soll.

      Wie lange ist „früher“ denn her? Hat sich da vielleicht doch was in Richtung „Ehe“ bewegt? Das Ablehnen von vorhandenen Lebensweisen als „spießig“ ist ja oft ein spätpubertärer Reflex, das legt sich meist, wenn die Leute die Mitte 30 hinter sich haben.

  15. Nur Gift und Galle für die Ehe?
    :=)
    Gruß,
    W.H.

  16. FCK VTKN-FCK VTKN-FCK VTKN-FCK VTKN-FCK VTKN-FCK VTKN-FCK VTKN-FCK VTKN ?
    wenn ich richtig gezählt habe kommt in diesem Beitrag „FCK VTKN“ acht mal vor – wozu? Die Botschaft ist doch angekommen. Ich kann mich nicht ganz des Eindrucks erwehren, daß die vom Autor vorgetragene Emotionalität, welche ihn schon in „Deus ex Machina“ vom 30.Mai 2015 übermannte, hier seine Fortsetzung finden soll.

    Gerne stimme ich dem Autoren zu, wenn er als Libertin, die Ehe grundsätzlich ablehnt. Und nicht nur der Deutsche Vorzeige Dichter Goethe machte sich schon Gedanken zu einer Ménage-à-trois in seiner „Stella“.

    Die schöne Beschreibung aus der bayerischen Heimat des Autoren zu folkloristischen Andachten auf der grünen Wiese, wie auch seine Betrachtungen zur Ehe im ländlichen Bayern sind gut und haben dort wie anderen Orts ihre Berechtigung.

    Zum einen gibt der Glaube, wie auch das kirchliche und staatliche Ehebekenntnis vielen Menschen, denen die Kraft und der Mut oder die Vorstellung zum libertinen Leben fehlt, Halt und Stabilität, zumindest am Anfang bis die Schwächen dieses Schlicht- Grundsystemes offensichtlich werden.

    Zum anderen aber auch erschiene es als ein Affront Menschen, die sich, in zunächst gutem Glauben, in eine solche Abhängigkeitssituation hineingeopfert, in ihren gegenseitigen Liebes-und Treueversprechen, Kinder für den Staat gezeugt haben und heute nur noch mit Sozialhilfe (Kinder-und Elterngeld, Betreuungsgeld und, und, und…..) den Schein der heilen Familie aufrechterhalten können und auf den Begriff der „Vereinbarkeit“ in der Tageshetze hereingefallen sind, ihren bemitleidenswerten Zustand aufzuzeigen.

    Die einen oder anderen haben es zwischenzeitlich selber bemerkt und andere im traditionsgewohnten, ländlichen Bayern fügen sich eben ein, weil das halt immer so war. Und manche sind in ihrem bescheidenen Rahmen glücklich. (oder nur nicht unglücklich)

    Ob in traditioneller Paarbeziehung, als Homoehe, als Lesbenehe oder als Ménage-à-trois, was geht soll gehen, aber bitte ohne Häßlichkeiten und ohne Zuschüsse der Allgemeinheit.

    Als Werte bewahrender Libertin zu leben ist auch nicht so einfach und vielleicht schreibt der von uns Allen hochgeschätzte Autor in Zukunft noch einiges hierzu ?

    Mit freundlichem Gruß
    B.Klingenberger

  17. In der Tat - vor allem mehr Spaß für alle. Das Leben ist ein Brunnen. Oder zwei.
    Und wer sich auf eine Ehe einlässt, braucht dazu Grundbestandteile von Verantwortung.

    „Denn sitze ich in meinem Brunnen und verwirkliche mich selbst, darfst Du ruhig in Deinem sitzen, solang Du nur genau so tolerant bist, wie ich selbst.“

    Die „zwei Brunnenhypothese“ übersähe aber vermutlich geflissentlich eines: Beziehung ist nicht wechselseitige Selbstbefriedigung zum Spaß-, Lust- oder Freizeitgewinn, oder zur Langeweilevermeidung – sondern Reifung durch Annahme und Achtung des anderen als eigenständige, schützenswerte Person. Bindung in Freiheit und Verantwortung eben.

    Und Reife erkennte man eben genau daran: Aus der Fülle aller Möglichkeiten eine ergreifen, und an ihr festhalten. Eben weil eine Wahl halt alle anderen ausschlösse.

    Und dazu kann man sehr gut stehen, macht glücklich & zufrieden auf Dauer. Also falls beide an sich arbeiten wollten und würden.

    Der Mond kennt auch kein Bedauern, weil er nicht um zwei oder mehrere Gestirne kreiste.

  18. FCK?
    Was, bitte schön, bedeutet „FCK“? Ich kenne dieses Kürzel bislang nur im Zusammenhang mit Fußballvereinen, wie z.B. den 1. FC Köln.
    Mit freundlichen Grüßen
    Doris Oltramari

    • FuCK VaTiKaN ist gemeint. Das kommt aus der Spontisprache und dienst der jursitischen Nichtverfolgbarkeit.

  19. nicht egal
    Ich frage mich, warum darüber so viel – und so viel am Thema vorbei – geschrieben wird? Beim Schutz der Ehe geht es um die Grundlage unserer Gesellschaft. Die wurde nicht „konstruiert“, sondern hat sich entwickelt, weil sie eben unserer Natur entspricht: Mann und Frau und im Idealfall folgen Kinder, für die sich dann beide verantwortlich fühlen. Und damit Frau und Kinder versorgt sind und auch ein Mann einen Sinn in seiner Arbeitstätigkeit erkennen kann – gibts eben die Ehe als äußeres Band und auch als Signal an die Gesellschaft: „Wir sorgen für den Fortbestand. Aber hinter unserer Eingangstür setzen wir unsere eigenen Maßstäbe!“ Natürlich ist das heute längst nicht mehr ganz so dramatisch; die Frauen sind berufstätig und es gibt Männer, die alleinerziehend sind usw. usf. Aber das Grundanliegen blieb bislang immer erhalten – und unsere Kinder entwickeln sich nun mal am Besten, wenn sie verschiedene Rollenvorbilder erleben können. Schafft man die Ehe ab, indem man sie „öffnet“ für jeden, der da seine eigene Romantik hineinlesen möchte, bleibt von der Grundlage unserer Gesellschaft, wie wir sie kennen, am Ende nichts übrig – nur noch vereinzelte Individuen und Kinder ohne regulären, sondern ausschließlich in einem zufälligem familiären Kontext. Beliebige Konstellationen werden Anspruch auf den Respekt erheben, den bislang nur die Ehe beanspruchen konnte (ich warte schon gespannt auf den Fall von Herrn XY und sein Lieblingscomputerprogramm vor dem BVerfG!). Ob diese Verhältnisse überhaupt irgendeine – wie auch immer geartete – Gesellschaft zu tragen vermögen, weiß niemand; das kann schließlich niemand wissen! Aber es spricht rein gar nichts dafür (in „Her“ hat man das mal theoretisch durchgespielt). Aber dass die Ehe zwischen Mann und Frau abgeschafft gehört – also für alle „geöffnet“ werden muss – das wollen einige ganz Schlaue genau wissen und beschimpfen den skeptischen „Rest der Welt“, weil er den Grund für diese seltsame Forderung nicht von alleine zu erkennen vermag. Dabei werden die Verhältnisse auf den Kopf gestellt: Es ist schließlich an den Befürwortern der angestrebten Neuerung, mal ihre Karten auf den Tisch legen und erklären, was genau sie zu erreichen gedenken. Romantische Szenarien erklären dabei gar nichts. Die werden denjenigen, die die Romantik gerade in der Exklusivität der Verbindung von Mann und Frau (und nicht: Mann und Computerprogramm) erkennen, ja auch nicht zugestanden.

    • Öffnen für gleichgeschlechtliche Paare...
      …ist nicht gleichbedeutend mit Abschaffung. Wie um alles in der Welt kommen Sie darauf? Die Ehe aus Mann und Frau erleidet keinen Schaden. Es entsteht ihr keine Konkurrenz. Beliebig wird sie auch nicht, weil ihr Kern, die auf Gegenseitigkeit (ganz wichtig!) beruhende Verantwortungsgemeinschaft, erhalten bleibt. Millionen dauerhaft kinderlose Ehen haben an diesem Grundprinzip auch nichts geändert, jedoch ihre Bedeutung für die Familienbildung relativiert und die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare erst legitimiert.

    • Das ist natürlich auch ein Punkt.

    • immer noch nicht egal @ O. Hainz und ggf. Don Alphonso, dessen Antwort ich nicht
      eindeutig zuordnen kann:

      Aber selbstverständlich ist die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nur ein Euphemismus für ihre Abschaffung.

      Denn die Ehe ist (und war es schon immer) eine Gemeinschaft der (nicht zu nahe verwandten) Geschlechter, sogar unabhängig vom Kulturkreis; nur die Anzahl der Teilnehmer variiert. Dass (mindestens) ein Mann und eine Frau (die nicht zu nahe verwandt sind) an der Sache beteiligt sein müssen, damit man es als „Ehe“ bezeichnen kann – darüber war sich die Weltbevölkerung bis vor wenigen Jahren noch ziemlich einig (und ist es noch. Denn die Menschen heiraten immer noch und die Scheidungsraten sind sogar rückläufig).

      Es handelt sich also bei den verschiedenen Geschlechtern, die zum Ehepaar gehören (und dem nicht zu nahen Verwandschaftsverhältnis derselben) um eine GRUNDVORAUSSETZUNG für die gesellschaftliche Anerkennung einer Ehe, das ist ganz simpel.

      Schaffe ich aber die GRUNDVORAUSSETZUNGEN für die Anerkennung einer EHE ab, schaffe ich die Ehe selber ab – wie in einigen Nachbarländern, die die Ehe „geöffnet“ haben.

      Womit die Befürworter der „Öffnung“, wie auch Sie, regelmäßig (falsch) argumentieren, sind Ausnahmen von nur einem Regelzweck, dem die Ehe dienen soll (es gibt mehrere Regelzwecke): Nämlich der Zeugung und dem Aufziehen von Nachwuchs. Solche Ausnahmen (zeugungsunfähige Menschen, ältere Menschen etc.pp.) bestätigen indessen nur eine Regel. Die Ehe für diesen Personenkreis offen zu halten, beinhaltet nämlich keinen Verstoß gegen die GRUNDVORAUSSETZUNGEN: (mindestens) einen Mann und eine Frau, die nicht zu nahe verwandt sein dürfen!

      Auch mit einem weiteren Zweck der Ehe versuchen Sie, zu argumentieren, und auch hier liegen Sie wieder falsch: Sie stellen auf die Verantwortung füreinander ab. Dabei lassen Sie unbeachtet, dass es wechselseitige Verantwortung, auch rechtlicher Natur, auch im Eltern-Kind-Verhältnis oder unter Geschwistern gibt. Solche Verhältnisse erkennt man aber selbstverständlich auch nicht als „Ehe“ an. Denn, noch einmal: Die Grundvoraussetzungen sind ja schließlich nicht erfüllt: Mann und Frau – nicht zu nahe verwandt.

      Das ist einfach eine Frage der Logik. Für Romantik fühle ich mich nicht zuständig; für irgendwelche Anti-Neid-Debatten (wir nehmen doch niemandem etwas weg und deswegen haben wir Anspruch auf einfach alles, was jemand anders hat) ebenfalls nicht. Offen gesagt, halte ich diese Art der Argumentation auch für geschmacklos; wer anderen seine privaten romantischen Ideen aufdrängt um von ihm Anerkennung zu erzwingen, ist mir einfach unangenehm. Fürs leider bitter notwendige korrekte Protokoll und weil es stimmt: Das gilt selbstverständlich unabhängig von der sexuellen Orientierung.

    • Sie können hier übrigens auch krass unkorrekt sein, das stört mich überhaupt nicht.

  20. alles Nebelkerzen
    Ich halte die Gründe beider Seiten für vorgeschoben.

    Wenn es um gesellschaftlichen Wandel ginge, um Gemeinschaft von Mann und Frau, würde man versuchen die Kirchen dazu zu bringen gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Tut man aber nicht.

    Wer von der anderen Seite mit dem Kindeswohl argumentiert hat mE. auch keine guten Karten, denn sicherlich gibt es für Kinder deutlich schlimmere Schicksale was seine Eltern angeht als dass beide das gleiche Geschlecht haben. Die grössten Unmenschen (Christen, Juden, Moslems und Heiden, Nazis und die Antifa, Ökos und Bänker, Spiessbürger, Wutbürger man suche es sich aus) dürfen Kinder nach ihren Vorstellungen aufziehen. Und der Staat greift erst dann ein wenn tatsächlich die körperliche Unversehrtheit des Kindes bedroht ist. (Was ich im übrigen für gut und richtig halte).

    Ich denke es geht knallhart ums Geld. Steuerklasse, was nicht alles dran hängt an dieser sonderbaren Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die sich Ehe nennt.

    Und hier muss ich feststellen, dass es auch mir unklar erscheint, warum diese Rechtsform an das Geschlecht der Vertragspartner gebunden sein soll.

    Was das Familienrecht angeht, so wäre es sogar recht interessant, weil es die Möglichkeit geben würde die bisherige geschlechtsgebundene (oder zumindest so kolportierte) Rechtsprechung in Unterhalts und Sorgerechtsstreitigkeiten neu zu hinterfragen.

    • Sorgerecht neu hinterfrasgen ...
      … und ALLE Begünstigungen für die Ehe streichen und diese Mittel stattdessen ausschließlich den Erzeugern von Kindern zu gute kommen zu lassen.
      Damit wäre die finanzielle Sicherung für die Erziehung der Kinder gegeben, gleich ob alleinerziehend, ob mit oder ohne Trauschein gezeugt.
      Das Problem der Subventionierung der Ehe, wie heute, weshalb es viele in die Ehe – auch ohne Kinderwunsch- zieht, wäre behoben.

    • Das hat was für sich und ich denke, wenn die CSU mit dem Vorschlag kommt, kommt das grosse Zähneklappern. Ich sehe auch nicht ein, warum der staat Sexbeziehungen bezuschussen oll, ich mache das ja auch privat finanziert.

    • und immer noch egal
      Sie fragen sich, warum der Staat bestimmte „Sexbeziehungen“ bezuschussen (privilegieren) soll, lieber Don Alphonso? Der Staat tut das, weil er überleben will, Erläuterung folgt gleich. Wie gesagt, mit Romantik kommt man nicht weiter und auch nicht mit bloß-kein-Sodom-und-Gomorrha-Moral; das sind nur die Maketingstrategien, um die Botschaft unters Volk zu bringen.

      Der Staat – jeder Staat – ist ein ordnendes Gebilde. Die Menschen, die ihn bevölkern, müssen sich nämlich in ihm orientieren können, damit sie sich ihm verbunden fühlen, arbeitsteilig vorgehen, seine Normen achten usw.

      Das gilt insbesondere für Kinder, die das größte Interesse an geordneten Verhältnissen haben: Das Vorbild stabiler Loyalitäten, die man nutzen, auf die man vertrauen – und an denen man sich zwecks eigener Entwicklung reiben kann. Das ist die Aufgabe, die jeder Generation gestellt ist, damit wieder eine neue Generation aufwachsen und den Staat als solchen erhält. Kann man das als Kind im eigenen näheren Umfeld keine freiwilligen, stabilen Loyalitäten zwischen ausgesprochen unterschiedlichen Menschen (also Mann und Frau, nicht zu nahe verwandt) mehr beobachten und bietet auch das weitere Umfeld keine solchen mehr, fällt das Fassen von Vertrauen in die Gesellschaft notwendig schwerer (auch ich kann in der Gesellschaft jemanden finden, der nicht so ist wie ich, aber dennoch – oder gerade deswegen – loyal mir gegenüber ist). Die Orientierung und die Entwicklung der neuen, zukünftig staatstragenden Generation werden so erschwert.

      Will der Staat also die Ehe aufgeben, muss er voraussichtlich um so stärkere andere Orientierungspunkte für die kommende Generation setzen, damit diese ihn in Zukunft (zwecks arbeitsteiligem Vorgehen etc.) überhaupt noch trägt. Irgendetwas muss die Menschen nämlich zusammenhalten, will man keine Mauern bauen und Staatssicherheiten installieren. Wenn es nicht die Hoffnung der Menschen ist, in ihrer Mitte starke Loyalität zu finden, die dann gesellschaftlich respektiert und anerkannt wird, muss etwas anderes an diese Stelle treten. Und da wir auch der Religion den Rücken gekehrt haben, wird also eine Ideologie zum entscheidenden Bindeglied zwischen den Menschen aufsteigen; eine Ideologie, die fortan genau so stark geschützt werden muss, wie die Ehe und der sonstige bisherige Konsens (gemeinsame Sprache, gemeinsame Wertvorstellungen) geschützt wurden. Man darf sich also entscheiden: Möchte man gerne, dass der Staat sich für sein Fortbestehen auf private, stabile Entscheidungen der Bürger stützt (Ehe) – oder möchte man lieber politische Überzeugungen als notwendigen Gesellschaftskitt etablieren? – Wäre es hier am Platz, könnte man sich dazu glatt in romantischen Überlegungen ergehen.

  21. schaut auf die Kinder!
    Als Therapeut für Kinder und Jugendliche möchte ich ein paar allgemeine Tendenzen aus meinem Alltag mit Ihnen teilen. Ich bin mir bewusst und erlebe es jeden Tag, dass jeder Mensch ein Indiviuum ist und auf Herausforderungen des Lebens individuell reagiert. Wenn ich folgende Beobachtungen schildere, dann sind es nicht nur Einzelfälle, sondern eindeutige Tendenzen, die ich auch statistisch nachweisen kann:

    1. Der weit überwiegende Teil der bei mir vorgestellten Kinder und Jugendlichen mit psychischen Beeinträchtigungen kommt aus Familien, bei denen die leiblichen Eltern (aus unterschiedlichsten Gründen) getrennt leben.
    2. Je mehr Partnerwechsel bei den Eltern, je mehr Umzüge der Familie (z. B. die Mutter zieht mit den Kindern nach wenigen Monaten in den Haushalt des neuen Lebenspartners, und dies wiederholt), umso entwurzelter, weniger belastbar, seelisch instabiler sind die Kinder.
    3. Umgekehrt: Wenn ein Kind/Jugendlicher mit einer seelischen Erkrankung vorgestellt wird, dann ist diese Erkrankung in der Regel umso besser und schneller zu behandeln, je stabiler die Familie ist. Am stabilsten: Vater und Mutter im gleichen Haushalt, beide haben die Bedürfnisse der Kinder im Blick; vorausgesetzt die Eltern sind seelisch selbst stabil.
    4. Leibliche Elternteile, die außerhalb der Familie leben, können eine gute Ergänzung, ebenso aber auch ein anhaltender Störfaktor für die Kernfamilie des Kindes sein. Je mehr Streit es zwischen den leiblichen Eltern gibt (möglicherweise über die Kinder ausgetragn und übermittelt) umso beeinträchtigender für die Kinder.
    5. Bei der Frage nach „Henne und Ei“ hilft folgende Beobachtung: Wenn es gelingt, die Eltern stabiler und feinfühliger für die Bedürfnisse der Kinder zu machen (was nicht heisst, dass die Bedürfnisse sofort erfüllt werden müssen!), dann mindern sich schon allein dadurch viele Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und psychische Erkrankungen zeigen sich schneller gebessert.
    6. Die Erfahrung mit Adoptivkinder/Pflegekindern etc zeigt: die leiblichen Eltern haben IMMER einen Einfluss, egal ob sie im Alltag des Kindes präsent sind oder nicht. Sie binden viele Gedanken und Gefühle der Kinder (ärgerlich, sehnsüchtig, meist ambivalent), egal ob die „neuen“ Eltern (Adoptiv/Pflegeeltern) das wollen oder nicht.
    7. Am wenigsten erkranken Kinder an einer psychischen Erkrankung, wenn sie in den ersten Lebensjahren kontinuierlich betreuende und liebevolle Eltern haben. Und wenn sie sich um ihre Familie im kindlichen Alltag KEINE Gedanken, keine anhaltenden Sorgen machen müssen (z B wg eines kranken Elternteiles), weil diese Familie eine hohe Stabilität aufweist.
    Kinder und Jugendliche können natürlich auch an Schwierigkeiten wachsen, wenn eine bestimmte Grenze nicht überschritten wird. Jedoch diese jungen Menschen bewusst in eine instabile und wechselnde Familien/Lebenssituation zu geben, wäre verantwortungslos. Auch die teils praktizierte Nutzung von Samenbanken/Leihmüttern fällt unter solche willkürlich induzierte Instabilität im Leben der Kinder.

    Das Fazit heisst: wollen wir seelisch stabile junge Menschen und zukünftige Leistungsträger, dann brauchen wir stabile Familien. Wenn die Ehe richtig gelebt wird (gemeinsame Sorge für einander und die Kinder und nicht als Steuersparmodell oder egoistisches „der Partner soll für mich da sein/mich versorgen“, dann werden die Kinder am Vorbild der Eltern lernen und liebesfähige, am Nächsten und am Gemeinwohl orientierte Erwachsene werden.

    Alle Studien zeigen: den größten Einfluss auf das Verhalten der Kinder hat das elterliche Vorbild; nicht die Erzieherin, nicht die Lehrerin (obwohl jene auch sehr wichtig sind).

  22. Titel eingeben
    Ich verstehe manche Argumente in Medien und hier in den Kommentaren nicht. Warum sollte denn die Ausweitung der Ehe den Fortbestand von Familien und der Gesellschaft (was immer das genau ist) gefährden? Wenn Mann und Frau heiraten und Kinder großziehen wollen, werden sie doch nicht daran gehindert nur weil Mann und Mann, Frau und Frau, Transmensch und Transmensch, * und * das jetzt auch offiziell dürfen. Wer das ganz normale heterosexuelle Ehe- und Familienprogramm leben möchte, kann das heute genauso tun wie vor 50 oder 100 Jahren.

    • Da haben Sie einen Punkt für sich.

    • wird nicht egaler, Flederhund,
      nur weil man ignorant ist. Die Ehe ist etwas, das von der gesellschaftlichen Anerkennung lebt (alles andere ist privat) und so in Wechselbeziehung zum Staat tritt. Der Staat hat die Ehe zu fördern, weil die Ehe ihrerseits zu den Grundlagen des Staates beiträgt und ihn erhält. Der Staat wiederum ist das, was die Gesellschaft zu ihrem Schutz errichtet hat. Soweit verständlich?

      Ohne Ehe gibt es also keine Gesellschaft mehr, wie wir sie kennen. Will der Staat, den die Gesellschaft errichtet hat, die Ehe als Geschlechtsgemeinschaft nicht mehr anerkennen, sondern sie willkürlich an jeden Beliebigen ausreichen – werden die Geschlechtsgemeinschaften und ihre Kinder den Staat ihrerseits für völlig beliebig und nicht anerkennenswert halten. Denn wer nichts für sie übrig hat – für den haben sie nichts übrig, sondern werden dann eben eine „Parallelgesellschaft“ bilden. Da bleiben dann alle anderen erst recht draußen, sofern sie sich nicht mit Gewalt Zutritt verschaffen, Glückwunsch!

      Wenn´s Ihnen darum zu tun ist – dann sagen Sie das doch einfach! Hier dürfen Sie alles, auch unkorrekt sein!!

  23. GENIAL! So machen wird das! HETERO-EHE ABSCHAFFEN! Freiheit, Gleichheit,
    Brüderlichkeit! Ehe für ungültig erklären. Und Ruhe ist im Karton.

  24. Fantastischer Artikel
    Ich bin zwar trotz des Artikels meinungs- und glaubenstechnisch auf Seiten des „Vatikan“, aber der Autor trifft hier wunderschön geschrieben voll einen Nerv.
    Es gibt so viele Dinge in der Gesellschaft, die durch eine verständige Diskussion mit Kirche und Christen nach vorne gebracht werden können. Ihr sogenannten „progressiven“ Menschen, wie wärs, wenn ihr mal mit uns redet und uns nicht immer als ewig gestrig, rechtskonservativ, rechts, homophob, frauenfeindlich… beschimpft. Das meiste der Zuschreibungen trifft eh nicht zu und ist als bloße Diffamierung gemeint! Und noch etwas, unsere Priester und Ordensleute machen einen tollen Job und sind mitnichten allesamt „Kinderschänder“!

    Nur weil wir Homosexualität als Sünde und Abtreibung als Verbrechen gegen das Kind verstehen, heißt das nicht, dass wir nicht in vielen gesellschaftlichen Themen wie Umweltschutz, Flüchtlingsthemen, soziale Gerechtigkeit nicht einwandfreie Verbündete sein können.
    Nur bilden sich gewaltige Gräben, wenn durch Indoktrinierung der Gesellschaft mit Gendergedöns, teilweise bereits bei unseren Kindern im Kindergarten, durch Niederschreien auf Demonstrationen, durch Verächtlichmachung im Internet, durch Angriffe auf die Kirche und den Glauben, versucht wird, unsere Meinungen aus dem Salonfähigen herauszudrängen. Da werden wir wohl in einer eher starren Abwehrhaltung verbleiben.

    • Ja, da passiert viel Schlimmes. aber ich kann als Wanderer und Nichtzugehöriger der welten so sehr gut leben, weil ich mit beidem nicht so viel anfangen kann. Dass jeder Anschein von „Rechts“ sofort mit diskursabrruch beantwortet wird, ist wirklich unschön.

  25. Wie langweilig
    ist die Debatte hier? – Im alten Preussen – mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 25 Jahren – gab es die Ehe nur in Handwerkerschaft, bei den Händlern und – den gerade erst sich formierenden Kapitalisten. Für die gewöhnliche gebährfähige Frau war es zwecks Lebensunterhalt zweckmäßig, möglichst viele Kinder zu gebären, die im Fabriksystem zu ihrem Lebensunterhalt beitragen konnten. Wer da auf der männlichen Seite die Erbinformationen lieferte, war völlig uninteressant. Die bürgerlich/religiöse Ehe in der Arbeiterschaft ist erst durch die Sozialgesetzgebung zur Verhinderung „der gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ vulgo Bismarck eingerichtet worden. O.k., in Bayern, wo bis in die 80er Jahre das Vererben von Höfen im Vordergrund stand, da ist die Entwicklung etwas anders verlaufen. Obwohl: beim Rathgeber und beim Meiller verliefen die Sachen durchaus anders.

    • Pardon – was heisst hier „bis in die 80er Jahre“? Ja glauben Sie denn, es wird hier ohne diridari geheiratet?

  26. Ehe und Kinder
    Natuerlich geht es um Kinder. Der Schutz der Ehe isr Schutz der Forrpflanzungsgemeinschafr – die Aufloesung derselben hat sich weder in Israel noch sonstwo durchgesetzt. Also bedeutet (Schwulen) Ehe Adoption und kuenstliche Fortpflanzung.
    Recht auf Ehe nicht regelmaessig nicht fortpflanzungsfaehiger Paare impliziert ein Recht auf Kinder. Das heisst, dass Menschen (Kinder) Gegenstand eines Rechtes werden.
    Das ist heute unnmoeglich : Menschen sind Personen und nie aber wirklich nie Gegenstaende.
    Ausserdem ist die zwittrige Herkunft des Kindes Grund der grundsaetzlichen Glechheit von Mann und Frau.

    Ob Kinder aus homosexuellen Paaren besser dran sind oder nicht kann nicht abschliessend gesagt werden, Weil noch keine ausreichende Kohorte im Alter der eigenen Familienfuehrung angelangt ist.

    Ehe ohne Kinder ist eine auf Zugewinn bedachte gemeinsame Unternehmung und sollte als solche behandelt werden.

  27. der aktuelle aufruf von herrn spahn
    nur noch als aktueller nachtrag: selten etwas spiessigeres gelesen, finde aber interessante berufe bei den unterzeichnerinnen, z.b. universitätsprofessorin für empirische kulturwissenschaft. bei gott, was ist denn das ?
    wer finanziert sowas ?
    wer studiert sowas ?
    welchen wertschöpfenden beruf kann mann oder frau dann ausüben ?
    aber: die dummenquote wird es richten, aufsichtsratmandate ohne ende stehen bereit.

    • der mit „Pille danach wie Smarties“ – es wird Zeit für eine Hitliste der schwer erträglichen Wortmeldungen aus diesem sektor.

  28. Liebe candide, ist Ihnen schon aufgefallen,
    dass hinsichtlich Ehegattensplitting die eingetragenen Lebenspartnerschaften und die Ehen seit 2013 absolut gleich behandelt werden? Gerade wenn es „knallhart ums Geld“ ginge, gäbe es eigentlich gar keinen Grund mehr, die Gleichberechtigung der Homosexuellen einzufordern.

    Mich würde mal interessieren, wie viele Menschen auf der Straße man befragen müsste, bis man einen findet, der mindestens einen rechtlichen Unterschied zwischen Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft richtig erklären kann. („Adoptionsrecht“ wäre zu unpräzise).

    • Da denkt doch keiner drüber nach, so lange wie die Vorurteile halten.

    • sie haben recht
      Tatsächlich sind die Entwicklungen der letzten Jahre (so man dem recht detaillierten Wikipedia Artikel zum Lebenspartnerschaftsgesetz Glauben schenken darf) beachtlich.

      Grob verallgemeinernd scheint es mir doch, als sei bei fast jeder Prüfung von Einzelgesetzen in denen Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft unterschiedlich gehandhabt wurden dies als unzulässig erkannt wurde.

      Vll. ist dies doch tatsächlich der gesellschaftlich unproblematischste Weg hier die verbleibenden Fälle schrittweise zu klären.

      Ich denke die Einzelentscheidungen für sich genommen haben auch viel geringere gesellschaftliche Hürden zu nehmen, da sie in ihrer Tragweite
      viel besser verständlich sind. (Eignen sich allerdings weniger für Plakate,
      Parolen und Wahlkämpfe – beider Seiten -)

      Sind die Rechtsformen (mal abgesehen von dem Grundgesetz Artikel)
      mal angeglichen kann man ja immer noch darüber nachdenken ob man die Lebenspartnerschaft auf Ehe umlabelt oder die Bezeichnung mit ins GG aufnimmt.

      Allerdings wird man damit vermutlich keine Ablösung des (rechtlichen) Ehebegriffs in Richtung „Gesellschaft Bürgerlichen Rechts zum Zweck der Kindeserziehung“ wie in einigen Kommentaren hier angedacht erreichen.

  29. Hochzeiten für alle
    Zu den schönen Bildern von der bayrischen Kirchenveranstaltung, die keine heilige Messe sein darf, gehören eigentlich auch Bilder von Hochzeiten, die ähnlichen Frieden ausströmen. Ich finde Hochzeiten schon deswegen gut, weil es dann ein großes Fest für alle gibt (auch wenn Mama anständig blechen muss). Wo sonst, wenn nicht auf der Hochzeit in Chicago nächsten Mai würde ich die Verwandten des Partners meiner Tochter kennenlernen, von denen einige sogar aus China anreisen werden?

    • Mir als altem Menschenfeind gehen solche Veranstaltungen auf die Nerven, aber zum ehebruch bin ich dann pünktlich wieder zurück.

      Muss es auch geben.

  30. Das spricht mir aus der Seele
    Schon interessant, dass anscheinend heute die Bargeld befürwortenden, rauchenden und Alkohol trinkenden, fleischfressenden Konservativen, die immer beschuldigt wurden, den Mief zu tragen, den die Achtundsechziger durchlüften wollten, heute im Vergleich zu jenen wirken wie hedonistische Libertins.
    Der Titel eines kürzlichen FAZ Kommentars „Biedermaier unter der Regenbogenfahne“ hat voll ins schwarze getroffen.
    Die Haltung des Don, frei „losst’sas hoilt, aber ich versteh nicht wie sie auf die Idee kommen“, kann ich nur unterschreiben.
    Allerdings sehe ich über dieser ganzen Diskussion einen größeren Zusammenhang, denn anscheinend sagt die Globalieierung(oder das, was uns als solche verkauft wird), das alles, was heute „Halt so ist“, auch überall so sein muss. Warum das heute so ist und woher das kommt fragt niemand, außer man sich selbst. Das beginnt bei Rauchverboten, in den Staaten wird getan als entscheide man sich als Nation, und in Wirklichkeit wehrt man sich höchstens gegen einen „Trend“, der am Ende siegt, siehe Österreich. Arbeitnehmerrechte sind sowieso nur „verkrustete Strukturen“, die man „Aufbrechen“ muss, weil wir uns das heute, in einer Zeit nie dagewesener Wirtschaftsleistung, ja nichtmehr leisten können.
    Alkohol am Bau ist ein no go, so gefährlich… Aber ich nehme jede Wette an, dass die Häuser, die betrunken gebaut wurden, länger stehen werden (alle, die älter als 10, 20 Jahre sind) als die von nüchternen Rumänischen Zwangsarbeitern aus den billigsten Materialien zusammengespuckten heutigen.
    Was vor kurzem noch normal war und Freude gemacht hat, ist heute verpönt.
    Aber wir leben ja in der besten Zeit aller Zeiten und werden immer offener, weil ja Homosexuelle mehr Rechte bekommen, wir keine Grenzkontrollen mehr haben, es überall ganz viele Chancengleichheitsbeauftragte gibt und ja jeder tun darf was ihm als Individuum zusagt, im Rahmen der freiheitlich demokratischen Grundordnung versteht sich, und solang er nicht ein falsches Wort in den Mund nimmt von dem sich irgendjemand auf der Welt beleidigt fühlen könnte.
    Wer dachte, der Stalinismus sei die größte Perversion der Marxismus gewesen, kommt schon ins grübeln wenn er sich die postmoderne „soziale Marktwirtschaft“ ansieht.
    Es ist erschütternd, wie binnen weniger Jahre aus dem Menschen, einem Wesen, dass sein Leben gerade über die Freude an der Unvernunft, an Ritualen und an Kultur definiert hat ein nichtrauchendes, vegane Biofabriksnahrung konsumierendes, sich selbst vermessendes und normierendes Arbeitstier, paradoxerweise oft für „Gottes Lohn“, gezüchtet wurde. Ja wurde, die Entwicklung ist so gut wie abgeschloßen, es ist vorbei. Wir werden aussterben, und gegen die Medien und Onlinefront haben die nachkommenden heute keine Chance mehr.
    Jeder anscheinende Widerstand gegen einzelheiten dieses Trends ist nur Heuchelei, die uns glauben machen soll, dass es da „Eh wen gibt, der bei denen da für uns redet“.

    • Die spiessige Verbotskultur ist längst grün, udn weil ihnen die Themen ausgehen, werden sie halt dogmatisch. „Im Alter dunkeln sie nach“ sagt man bei und, und dieses Dunkeln ist bei Schwarzen und Grünen und Roten immer ähnlich dunkelbraun. Ich will mich nicht zu Wackersdorf zwingen lassen und nicht zu drei Pullovrr übereinaner und hungern für Afrika. Ich will meine Gaudi und brauche keine aufpasserin mit Gendersternchen dazu. Falls sich eine bewerben will – ich habe einen Keller mit einem tiefen Brunnenschacht, da kann sie dann Naturwasser trinken.

  31. Mag.Dr.
    Ich finde es präpotent,wenn mit Kirche nur die Katholiken gemeint sind,es gibt Gott sei Dank Evangelische,!!!

    • Ja, das stimmt, die Ketzerei hat sich seit der abschaffung der scheiterhaufen auch in Bayern ausbreiten können. Dafür hat die einzig wahre kirche die besseren Prozessionen, die schöneren Kirchen und die einheimichen Bräute, und Protestanten hänt horizontal halt so ein Ruf nach.

    • Evangelisch in Bayern
      Schönere Prozessionen: Geschenkt, denn wir Protestanten prozessionieren nicht.
      Schönere Kirchen: Trifft für Gmund sicher zu, für München auch, für evangelisch geprägte Städte wie Berlin und Hamburg, Dresden und Leipzig, Nürnberg und Lübeck sicher nicht.
      Einheimische katholische Bräute hatten in der Tat die bayerischen Bauern. Die Bayerischen Könige heirateten ganz überwiegend Protestantinnen wie Therese von Sachsen-Hildburghausen, nach der sie die Theresienwiese benannten. Das Königreich Bayern währte 112 Jahre und hatte nur in den letzten fünf Jahre eine katholische Königin.

    • Die haben wir aber katholisch gemacht – und uns an Mätresen gehalten.

    • Eeendlich mal ein Protestant im Blog
      Grad noch pünktlich zu Fronleichnam. Pfingsten ist aber schon vorbei.

  32. Motive
    Die Hauptmotive für die Homo-Ehe scheinen mir nicht die Anerkennung bürgerlicher Strukturen, sondern das Adoptionsrecht zu sein.

    Ein Homo-Ehe würde mit einiger Sicherheit einen umfangreichen reproduktionsmedizinischen Markt entstehen lassen. Im Gefolge kämen die aktuellen bioethischen Werte wahrscheinlich ins Wanken.

    Diese Entwicklung kann man so oder so sehen, aber man sollte sie bei der Meinungsbildung nicht ignorieren.

    • Ja, das mit der künstlichen Zeugung – das ist schwierig zu vermitteln. Da dürften die grössten Vorbehalte sein und es fällt mir schwer, da eine Meinung zu haben.

  33. Titel eingeben
    Die Ehe: jetzt dauerhaft billig.

    Das Projekt der „Ehe für alle“ folgt einer konsequenten, institutionellen und begrifflichen Schlussverkaufsmentalität: Sale. Saldi. Rebajas. 50% auf Alles! Der Staat, als Eigenmarken-Discounter. Vorbild: Aldi informiert. „Neu im Sortiment und jetzt dauerhaft billig: die Ehe.“ Und das ist auch gut so. Der moderne, säkulare Staat hat ja auch gar keine Institutionen, Ressourcen und Kompetenzen mehr, um bei der Ehe wirklich anders entscheiden, begründen und legitimieren zu können. Branding, also eine starke „Markenführung“ von gesellschaftsrelevanten staatlichen Produkten, mit restriktiv hochpreisigen Einstiegs-Hürden, ist von einem niederschwelligen Discounter-Staat nicht zu erwarten.
    Exklusiv, ausschliesslich und auch ausschliessend treten nur noch die global agierenden multinationalen Unternehmen und ihre Produkte in Erscheinung (die dürfen das) – und die katholische Kirche (die darf das nicht). Die standesamtliche, bürgerliche Ehe war im westlichen Kulturkreis ja lange genug vom sakramentalen Eheverständnis der katholischen Kirche überlagert und von diesem aufgeladen worden. Diese „uneigentliche“ Markenführung durch den externen Premium-Anbieter ist nunmehr nicht länger gewünscht. Das ist nicht weiter schlimm, sondern nur ehrlich.
    Niemand ausser diesem Anbieters wird also in Zukunft davor warnen, deutlich machen und „liefern“, dass die Zerstörung des Begriffs der Ehe nicht folgenlos sein wird.
    „Niemandem wir etwas genommen und wenigen wird viel gegeben werden“, hört man derweil aus der Marketingabteilung des Discounter-Staates. Stimmt. Nur der Sprache, dem Begriff und der darin ausgesagten Wirklichkeit wird etwas genommen. Bedeutung wird destruiert, Gestalt wird durch Funktionen ersetzt. Aus dem institutionalisierten „Spielfeld“ der ontologischen Polarität, der maximal möglichen anthropologischen Befremdung, wird eine Arena für Beziehungs- und Inklusions-Prosa und Verteilungsgerechtigkeit.
    Sei es drum. Auch Begriffe müssen mal durchgelüftet werden. Gerade so alte Luxus-Klamotten, wie der Ehebegriff. Und überhaupt: Begriffe, die Differenz aussagen, Unterschiede machen, ein Dasein markieren können, das auch jenseits von funktionalen Rollenspielen vorkommt. Das alles ist überhaupt nicht mehr zeitgemäss.
    Nun gibt es aber Begriffe, die sich auch in Zukunft nicht wirklich inklusiv verstehen und umdeuten lassen werden; die also besser vollständig aus dem Verkehr gezogen gehören,weil sie einfach nicht zu „gendern“ sind. Als da wären: Schwangerschaft; Biologie und biologisch; Hormone und hormonell; Natur und natürlich; aber auch männlich und weiblich, Plus und Minus, Yin und Yang, Polarität und polar. u.v.a.m.. Biologie und biologisch sind schon unter dem Verdikt „biologistisch“ auf dem Index der verbotenen Gedanken, Worte und Werke gelandet. Das kaufmännische Kalkül: Sind die Begriffe erst einmal „ausgelistet“, wird auch die Nachfrage nach den diesbezüglichen Inhalten zurückgehen und bald ganz verschwinden. Unsere Discount-Gesellschaft kann sich die Lagerhaltung von ungerechten, ausgrenzenden, differenzierenden Begriffen einfach nicht mehr leisten.
    Und für Ersatz ist ja gesorgt. Die Kooperation des Staates mit den multinationalen Unternehmen wird sich schon bald bezahlt machen. Denn sie ist moderner, anschlussfähiger, gendergerechter; „niederschwelliger bei Einschluss und beim Ausschluss“, könnte man im Geiste Niklas Luhmanns hinzufügen (ein Quantum Ausschluss, sprich: Exklusion, ist leider systemimmanent nicht zu verhindern. – Gegen wen oder was es sich wohl richten wird?) Aber darauf haben sich der Staat und die Multis leicht verständigen können, die mit ihrem wording überall offene Türen einrennen. Beispiel: Der Begriff „Freunde“ gehört weiterhin ganz zweifelsfrei zu deutschen Sprache, aber eben – Facebook sei Dank – in einer angepassten, besser verträglichen, enttäuschungsresistenteren Form.
    Und beim Begriff des „Sozialen“ stellt sich die Frage, ob er ohne die Verklammerung mit „Netzwerk“ und auch“Facebook“ zukünftig überhaupt noch einen Sinn hat.
    Lassen wir diese neuen Discount-Bedeutungen für die alten hochpreisigen Marken-Begriffe doch einfach zu. Sind nicht auch das Aldi-Olivenöl und der Aldi-Champagner ganz hervorragende Produkte – genau wie die „Ehe für alle“? Man muss nur ganz fest daran glauben.

    • Ich denke, dass die Genderei sowas wie ein sprengsatz für Parteien ist – wer da zu viel will, wird weggefegt. Das sieht man in BaWü gerade ganz deutlich und NRW wird früher oder später eh das Armenhaus, da ist es egal – die werden sich dann lieber um die Hilfskonvois kümmern.

      Was ich auch so sehe, ist die Ehe an sich: Vom extrem reglementierten Privileg zu etwas vollkommen Beliebigem, für das es keine Zwänge mehr gibt. dafür dann aber Ehe und Ehe, die einen machen es richtig und die anderen scheitern.

    • Machen Sie sich keine allzugrossen Sorgen, nach allen Zahlen ist keine wirklich
      liberale (anything goes) Gesellschaft nachhaltig, die Reproduktionsrate vor allem der bereits im Lande Geborenen lässt jede westliche Gesellschaft um pro Generation zwischen 25 und 50% schrumpfen. Das ist mit Einwanderern nicht einmal thoretisch auszugleichen, weil sie nicht schnell genug liberal zu machen sind.

      Historisch betrachtet schaffen sich die westlichen Gesellschaften ziemlich zügig selber ab, das haben sie z.B. mit der römischen Republik gemeinsam, die auch nicht wirklich von aussen besiegt wurde. Wir sind nur deutlich schneller (= realisieren Effizienzvorteile).

      Die Discountisierung der Gesellschaft ist also nur ein temporäres Problem. Treffen sich zwei Planeten …

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • @capricorn
      Sehr schöner (böser) Vergleich.

      Es lebe die soziale Entropie.

    • Es fällt mir schwer die Intention ihres Textes zu verstehen
      > Der moderne, säkulare Staat hat ja auch gar keine
      > Institutionen, Ressourcen und Kompetenzen mehr,
      > um bei der Ehe wirklich anders entscheiden, begründen
      > und legitimieren zu können.
      Wünschen wir uns etwas anderes? Wollen wir wirklich, dass die Lücken, die die (Christlichen) Kirchen hinterlassen durch andere Religionen (oder Ersatzreligionen/Ideologien) gefüllt und in Gesetzesform gegossen werden?

      Ihr Vergleich mit dem Begriff der Freundschaft hinkt mE, da er rechtlich und aus Sicht des Staates nie relevant war. Und er war sicherlich auch nie gesellschaftlich einheitlich definiert. Wer Geld hatte hatte schon immer tausend Freunde, nebenbei bemerkt wer in der Kirche ist/war hatte sogar schon immer noch tausen Brüder und Schwestern zusätzlich. Kommt halt Facebook noch dazu. Es lag schon immer in der Verantwortung des einzelnen diesen Begriff mit etwas – ich nenne es mal Tugend – zu füllen.

      Bei der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ist ja die offizielle Argumentation der Beführworter, dass der Staat, dadurch dass er – im Gegensatz zur Freundschaft – diesen Begriff exakt definiert sie sozusagen explizit davon ausschliesst den Begriff persöhnlich mit Tugend zu füllen.

      Gerade die Genderei würde ich hiervon abgrenzen denn deren Intention liegt denke ich eher in dem was ich oben mit Ersatzreligion umschrieben habe.

      Meine Argumentation setzt natürlich voraus, dass man einem Bürger moralisches Handeln ohne Anleitung durch Religion und Ideologie zutraut.
      Aber da bin ich halt Optimist.

    • Es lässt sich nicht ganz bestreiten, dass das Genderübel da ein neues Korsett einführen soll, wo das alte der Lirchen bei vielen bröckelt. Die betreffenden Leute nennen sich zwar Atheisten, wollen aber jene Neuigkeit der Prophetin Laurie Penny vom deren Stiefeln lecken. Wenn ich dann das Demomotto „Ehe für alle – sonst gibts Krawalle“ lese, frage ich mich schon, warum ich überhaupt so etwas schreibe. Sollen siue halt ihre GAF gründen und schauen, wie weit sie damit kommen.

  34. Gender-Alptraum
    Nachdem ich neulich mal wieder über BaWü und deren Schulaufklärungsprogramm las, hatte ich einen schweren Altraum. Ich war wieder ein Mädchen von 10 Jahren und man fragt mich, ob ich mit meinem Geschlecht zufrieden sei. Das Mädchen im Jahre 1959 fing fürchterlich an zu schimpfen, so wie seinerzeit. Nämlich dass es viel lieber ein Junge sei, dass Mädchen sein, Scheiße sei. Dass ich Nadelarbeit hasse und viel lieber mit meinen Werkzeugkasten arbeite und mein Fischerkasten viel zu klein sei, dass man mir einen größeren schenken würde, wenn ich ein Junge wäre und, und, und. Dann stellte sich heraus, dass die Fragende eine Genderperson aus BaWü war. Die schloss, dass ich eigentlich männlichen Geschlechts sei und überwies mich in ein Geschlechtsmanipulationszentrum. Da wachte ich schweißgebadet auf.

    • Andererseits – ich glaube, die Leute in Ba Wü haben falsche vorstellungen vom Pr0neauxkonsum der heutigen jugend un vermutlich werden das nur so mittelangenehme Stunden für die Leute, die das machen müssen. Mir hat es ja gereicht, als eine Person, die bei der FAZ von einem aneren Blog als Heldin hingestellt wurde, diese Zeitung wegen der Beschäftigung mit diesem Thema beim staatsanwalt anzuzeigen.

  35. Eine neue Zeit oder doch nur ein neuer Markt?
    Man könnte die Frage stellen, wieso sich bestimmte Ideen erst dann durchsetzen, wenn sie an Aktualität (Dringlichkeit) eigentlich schon wieder verloren haben. So war es mit Dem Christentum oder auch mit dem Marxismus. Das Christentum wurde Jahrhunderte nach seiner Entstehung Staatsreligion und der Marxismus Jahrzehnte nach Veröffentlichung seines Manifests ideologisches Fundament eines Staates. Und so scheint es auch mit dem Genderismus zu sein. Man könnte das mit dem „Marsch durch die Institutionen“ erklären, der seine Zeit braucht und der die betreffende Bewegung dann am Ende in vielen Fällen von Grund auf verändert/korrumpiert hat (wenn sie nicht von vorneherein für bestimmte Personen für ihre ganz persönlichen Ziele missbraucht wurden).

    Aber vielleicht kann man den sich abzeichnenden Erfolg der Homosexuellen-Lobby damit erklären, dass der Kapitalismus eine weitere rechtliche Bastion schleift, um weiter expandieren zu können. So wie ihm die Leibeigenschaft und Hörigkeit und Sklaverei und die Ungleichberechtigung von Mann und Frau früher im Weg waren, sind es nun alte bürgerliche Vorstellungen von Ehe und Moral. Sie hindern ihn daran, einen neue Märkte, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Wachstum eben.

    Im Grunde geht es nur ums Geld, darum, uns etwas Neues zu verkaufen. Mal schauen, wie lange es braucht, bis auch Leihmütterschaft ganz legal ist.
    Mal schauen, wie lange es braucht, bis es Solidarität und Liebe nur noch käuflich zu erwerben gibt. Und ja, Kinder auf natürlichem Wege zu zeugen, gehört dann natürlich verboten. Allein schon aus medizischen Gründen. Was sich da alles an mit Krankheiten zugepflasterten Genen verbinden könnte.

    • Genderismus ist das Ergebnis eines sehr hohen Frauenanteils im Beruf und speziell des Umstandes, dass ganz bestimmte Frauen davon angezogen werden. Sie kriegen in diesem Betuf diese Haltung konzentriert ab, und weil die besonders ideologischen Exemplare als Autoren egal welchen Geschlechts meistens auch eher die Uneleganten sind – lesen sie nur mal Ruth Schneeberger in der SZ, Margarete Stokowski bei der taz, Lüpke-Naderhaus bei SPON oder Gerstlauer in der Zeit – wird es dann immer besonders schwierig und von Ressentiments getrieben. Mir würde auf die schnelle keine andere Ideologie einfallen, die sich in den breiten Medien so austoben darf. Die Leute, die es anders sehen, werden konsequent mit kündigungsforderungen überzogen. Allenfalls Fussballfans sind vielleicht noch derber drauf.

    • Spielefans Don, speziell Action- und Shooterspiele. Wenn den Genderistinnen
      klar würde, wieviel sie (praktisch) mit dieser von ihnen verachteten Spezies von überwiegend Halbstarken verbindet, wären Lebenskrisen fällig.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  36. Die heutige Jugend
    Kennen sie die eigentlich, Don?

  37. Die Discount-Ehe hat noch ganz andere Potentiale
    In Ergänzung zu: „Die Ehe: jetzt dauerhaft billig“.

    Wir sollten uns nichts vormachen. Die kommende Discount-Ehe des Discounter-Staates hat noch ganz viel Potential für weitere „Preisnachlässe“. Seien wir ehrlich: Ist es nicht ungerecht, zurücksetzend, verletzend, etc. wenn demnächst nur alle „Menschen“ untereinander heiraten, sich ehelichen dürfen? Wer will eigentlich darüber richten, ob eine auf Dauer angelegte, liebevolle Beziehung zwischen einem Hund, einer Katze und einem Menschen nicht auch den Schutz und die Unterstützung des Discounter-Staates verdient? Natürlich inklusive Erb- und Adoptionsrecht.
    Nur ein Beispiel, aus der so oft bemühten neo-normativen „Lebenswirklichkeit“: die Einsamkeit im Alter. Ist es nicht oft der „beste Freund des Menschen“, sind es nicht Hund, Katze, Maus, vielleicht auch der Papagei, die hier oft das leisten, was aus der eigenen Spezies heraus nicht mehr oder nur unzureichend geleistet wird? „Transhumanismus“ ist also das emanzipatorische, befreiende Stichwort für die Zukunft. Nur hier wird in wahrhaft planetaren Dimensionen gedacht. Auch beim Eheverständnis. Die unverschämte Ausladung von Peter Singer durch die phil.Cologne zeigt nun aber, das wir gesellschaftlich noch nicht ganz so weit sind. Singer will ja die Hierarchie zwischen Mensch und Tier aufheben und er verstößt damit gegen das „humanistisch-emanzipatorische Selbstverständnis, das die phil.Cologne leitet“ – und nicht nur die phil.Cologne.
    An der „Basis“ ist man natürlich schon sehr viel weiter: Denn wer in dieser Verbindung zwischen Mensch und Tier zumeist wirklich das Sagen hat, dafür legen die Tiervideos auf Youtube zigmillionenfaches Zeugnis ab. Diese Welt ist nur einen Mausklick entfernt. Geben wir uns einen Ruck. Schauen wir hin und lassen uns ruhig anrühren, von dem was uns dort entgegentritt, wissend, dass die „Ehe für alle“ nicht stehenbleiben darf, im Gefängnis eines Zwangs-Humanismus, sondern dass sie sich grundlegend öffnen muss. Das rein faktische Mobilisierungspotential, nach Aufklärung der Beteiligten über ihre bislang „selbstverschuldete Unmündigkeit“, gibt bereits genug Anlass zu der Hoffnung, dass das nicht mehr ganz so lange auf sich warten lässt.

  38. Prima Sache
    „Wenn es keine Ehen mehr gibt, gibt es auch keine Scheidungen mehr.“

    Wenn es keine Menschen mehr gibt, kann es auch keinen menschen-
    gemachten Klimawandel geben.

    Wenn es kein Geld mehr gibt, hat niemand mehr Geldprobleme.

  39. Ehe für alle --- auch für katholische Priester
    @Prince Matecki – Man soll den Sünder lieben nicht die Sünde, scheint nicht in der offiziellen RKK zu gelten. Sonst würde man nicht jemand vom Abendmahl ausschließen. Der ganze Sinn dieses Zeremoniell ist – meiner bescheidenen theologisch nicht trainierten Meinung nach – man beichtet seine Sünden und dann nimmt man speisend an der Gnade teil. Warum nimmt sich die Oligarchie der RKK das Recht, diesen Akt der Gnade irgendeinem armen Sünder zu verweigern?
    .
    Zweitens, zu meiner Jugendzeit – sicherlich ein paar Jahrzehnte vor der Ihren – betraf die Forderung: Ehe für Alle, das Zölibat. Als protestantische Schülerin einer Nonnenschule habe ich immer gegrinst, wenn die Direktorin, Mater Rhabana, wieder mal per Lautsprecher mitteilen musste, dass der Priester der Schule nicht mehr der Priester der Schule sei. Sein Geist war willig gewesen aber sein Körper schwach. Wieder einmal fand ein Priester eine ehemalige Oberprimanerin attraktiver als den Priesterjob an der Nonnenschule. S’geschieht denen recht, dachte ich seinerzeit, denn ich fand es eine Beleidigung der Frau, dass Amtsträger der RKK sie nicht heiraten dürfen – so als ob sie etwas dreckig sei.

  40. Das Ja-Wort auch für „Bubbles“ (und andere Schimpansen)
    Wir sollten uns nichts vormachen. Die kommende Discount-Ehe des Discounter-Staates hat noch viel Potential für weitere „Preisnachlässe“. Seien wir ehrlich: Ist es nicht ungerecht, zurücksetzend, verletzend, etc. wenn demnächst nur „Menschen“ untereinander heiraten, sich ehelichen dürfen? Wer will eigentlich darüber richten, ob eine auf Dauer angelegte, liebevolle Beziehung zwischen einem Hund, einer Katze und einem Menschen nicht auch den Schutz und die Unterstützung des Discounter-Staates verdient? Natürlich inklusive Erb- und Adoptionsrecht.
    Nur ein Beispiel, aus der so oft bemühten neo-normativen „Lebenswirklichkeit“: die Einsamkeit im Alter. Ist es nicht oft der „beste Freund des Menschen“, sind es nicht Hund und Katze, vielleicht auch der Papagei, die hier oft das leisten, was aus der eigenen Spezies heraus nicht mehr oder nur unzureichend geleistet wird? Transhumanismus ist also das emanzipatorische, befreiende Stichwort für die Zukunft. Nur hier wird in wahrhaft planetaren Dimensionen gedacht. Auch beim Eheverständnis. Die unverschämte Ausladung von Peter Singer durch die phil.Cologne zeigt nun aber, das wir gesellschaftlich noch nicht ganz so weit sind. Singer will ja die Hierarchie zwischen Mensch und Tier aufheben und er verstößt damit gegen das „humanistisch-emanzipatorische Selbstverständnis, das die phil.Cologne leitet“ – und nicht nur die phil.Cologne.
    An der „Basis“ ist man natürlich schon viel weiter – vor allem in Amerika: „Bubbles“, ehemaliger „bester Freund und Weggefährte von Michael Jackson lebt in einem Altersheim für Schimpansen: Bubbles lauscht Flötenmusik und macht den Moonwalk“ (so der Stern). Ist es gerecht, das nur Superstars ihre Beziehungs-Angelegenheiten artenübergreifend klären dürfen?
    Denn wer in dieser Verbindung zwischen Mensch und Tier zumeist wirklich das Sagen hat, dafür legen die Tiervideos auf Youtube zigmillionenfaches Zeugnis ab. Diese Welt ist nur einen Mausklick entfernt. Geben wir uns einen Ruck. Schauen wir hin und lassen uns ruhig anrühren, von dem was uns dort entgegentritt, wissend, dass die „Ehe für alle“ nicht stehenbleiben darf, im Gefängnis eines Zwangs-Humanismus, sondern dass sie sich grundlegend öffnen muss. Das rein faktische Mobilisierungspotential, nach Aufklärung der Beteiligten über ihre bislang „selbstverschuldete Unmündigkeit“, gibt bereits genug Anlass zu der Hoffnung, dass das nicht mehr ganz so lange auf sich warten lässt.

  41. Mein Traumpartner
    Hier ist ein neuer Job für Google: den altersgerechten e-Partner gegen die Einsamkeit im Alter. Dieser e-Partner lässt nicht seine gebrauchten Socken vorm Fernseher liegen, ist immer verfügbar, brüht Tee auf, repariert das e-bike, und begleitet einem im Google Mercedes auf eine Reise nach Italien. Man kann sich glänzend mit ihm unterhalten, weil er sein Wissen aus einer riesigen Google Datenbank schöpft. In römischen Restaurants ist er weniger gerne gesehen, weil er Platz wegnimmt, aber nichts konsumiert. Deswegen sei empfohlen, dem Restaurant gleich beim Eintritt ein anständiges Sitzgeld zu geben. Wenn es die Nachfolger von Herrn Bismarck zulassen, darf man seinen traumhaften e-Partner auch heiraten und ein Ehegattensplitting mit ihm eingehen, denn mit einem e-Partner spart der zukünftige Staat an Pflegekosten und Altersheimen.

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