Home
Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Psychisch stabil mit Schweinshaxn und Bayerisch Creme

| 68 Lesermeinungen

Oh Django! After the showers the sun will be shining…

Sie kennen das: Kaum dass Sie sich gewundert haben, warum sich andere Leute einen barocken Stadtpalast angetan haben, sitzen Sie selbst beim Notar und kaufen so ein Objekt, um Steuern zu sparen und das Geld unterzubringen. Sie denken sich vor dem Mahl noch, dass Sie keine Schweinshaxe wie der da drüben essen werden – und da steht dann diese fette, dampfende Gans vor Ihnen, und Sie sehen mit einem Auge, wie hübsch doch die Bayerisch Creme ist, die hier von der Bedienung im Dirndl serviert wird. Am Morgen noch hatten Sie den Vorsatz, ein wenig zu sparen, und am Nachmittag vergrössern zwei neue Paar Schuhe das Platzproblem in ihrer Biedermeierkommode. So geht das immer. Gestern dachte ich mir noch, ach, wenn die Zeitschrift Edition F von einer wütenden Schar Frauen, darunter die auch in dieser Zeitung fast nur rauf und runter gelobte Anti-Stalking-Aktivistin Mary Scherpe, brutal vorgeführt wird, nur weil sie keine Gewaltaufrufe und Hetzjagden wollen, dann sollen ihre Freunde sie mal selbst gegen diese Leute verteidigen.

labile

Leider hat mich dann eine gewisse, in diesen Kreisen wohlbekannte Helga Hansen auch direkt angesprochen, ohne dass sie sich je hätte vorstellen lassen, und darauf verwiesen, dass ich, dessen Beitrag der Urgrund für den Konflikt war, Frauen als psychisch labile „Schlitzerinnen“ bezeichne. Hier. In einem Beitrag, der inhaltlich immer noch zutreffend, aber nicht gerade reich an kunsthistorisch interessanten Brüsten ist. Ich bitte das zu entschuldigen, ich habe aus Mantua viele neue Bilder von nackten Grotesken mitgebracht – ich fürchte, die werde ich alle brauchen.

Ich sollte wirklich mehr an Orten verkehren, wo anstelle von norddeutschen Vortragenden der Friedrich-Ebert-Stiftung fette Gänse und Schweinshaxn vorbei getragen werden, denn die Bayerisch Creme täte ich als Vegatarier gern nehmen, damit die anderen nicht zu dick werden – aber gut. Reden wir halt über psychisch labile Schlitzerinnen. Aber danach eine Bayerisch Creme, gell?

Ja, also, geschrieben habe ich das vor zwei Jahren tatsächlich. Weil es halt psychisch labile Schlitzerinnen gibt. Mir ist auch voll bewusst, dass man das netter sagen könnte. Ich könnte von selbstverletzend Autoaggressiven sprechen, die aber gar nicht wirklich krank sind – krank ist unser Kapitalismus, und das äussert sich dann bei den Sensiblen und Wissenden in derartigen Handlungen. Da darf man nicht sagen, dass sie eine spinnerte Gans ist, und zwar ohne Knödel und Blaukraut, nein, da muss man als nicht Marginalisierter schweigen und ihre Erfahrungen anhören, die die grundsätzlichen Fehler unseres Systems offenlegen, um dann erst sich selbst und das System zu ändern. Nur so und mit der Solidarität der Leidenden weltweit kann Heilung der Gesellschaft gelingen. Falls Sie das etwa an die Ideologie des sozialistischen Patientenkollektivs SPK erinnert: Sagen Sie es nicht so laut, die Säulenheilige der Magersuchtserkrankung Laurie Penny verkauft hochgelobte Bücher mit der Neuauflage einer Idee, die damals in die Arme der RAF führte.

labilb

Aber bis zum nächsten deutschen Herbst werden noch viele schöne Biergartentage kommen, und kurz vor dem schönsten Biergarten der Region habe ich einmal einen Unfall gehabt. Da bin ich unachtsam mit dem Rennrad in eine Kurve und hängen geblieben. Unachtsam war ich, weil mein Freund in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie war, und ich dort die Geschichte einer jungen Frau gehört habe, die sagte, von ihrem Vater vergewaltigt worden zu sein. Ich war jung, leichtgläubig, es war keine einfache Zeit für mich, da macht man sich eben Gedanken, und dann reibt es einen mit Karacho in den Asphalt, als wäre man ein Stück Parmesan auf Spinatknödeln. Aber davor stand mir er Sinn auch schon nicht nach Biergarten. Wie schrecklich, dachte ich mir damals. Missbraucht. Vom eigenen Vater. Man hat ja keine Ahnung, und auch keine Erfahrung: Mit Pflastern verklebt sprach ich mit einer Freundin der Insassin, und sie meinte, ich sollte mit einer Anzeige vorsichtig sein, solche Geschichten würde sie öfters mit wechselndem Personal bringen. Mein eigener Freund war dann zwei Wochen später davon betroffen, wie so ziemlich jeder andere in der Station auch.

Die ganze Geschichte mit all ihren Auswüchsen und Dramen hat mich einen Sommer gekostet, der normalerweise der schönste aller Sommer hätte werden können: Nach dem Abitur, vom Wehrdienst zweifach befreit, jung, trotz der Untauglichkeit sportlich, Führerschein, Studienbeginn eines beruflich, wie man hier sieht, aussichtslosen, aber feinen Faches im November: Andere ziehen los, verführen Frauen und lassen es mit dem Auto der Eltern krachen. In meiner zur Verdrängung neigenden Erinnerung hat in diesem Sommer immer die Sonne geschienen, obwohl damals die B. wegen des nicht erreichten Abiturs von Hochhaus sprang, und ich täglich in der Station drüben war. Man sieht da als junger Mensch zuerst nur die leidenden Freunde. Was das mit den Familien macht, begreift man erst später. Es gab damals eine Reihe von unschönen Geschichten im Westviertel der dummen, kleinen Stadt an der Donau: A so ein Schmarrn, pflegte sich meine Grossmutter zu empören, wenn sie die Geschichten hörte, so ein Gwuisl, ihr brauchts mal wieder eine schlechte Zeit, dann vergeht Euch das wieder, sagte sie – und sie hatte zwar wie immer Recht damit, aber einerseits blieb ich gesund und konnte nichts dafür, und anderseits ist eine schlechte Zeit für alle auch keine schöne Therapie, weil es da nämlich keine fetten Gänse gab, sondern nur einen drastischen Rückgang beim Wildentenbestand der Region.

labilc

Ich würde deshalb nicht so weit gehen wie meine Grossmutter. Aber was man beim Umgang mit psychisch Kranken als Aussenstehender mitbekommt, ist ihre mitunter besondere Fähigkeit, für den kleinsten eigenen Gewinn für andere den maximalen Schaden zu verursachen und sich dann gleich nochmal viel schlechter zu fühlen. Man kann das eine Weile mitmachen, man kann für einen Freund einen Tag opfern, nur um nach ein paar Minuten in einem Wutausbruch abgewiesen zu werden, und sich dann eine Nacht lang zu überlegen, was man falsch gemacht haben könnte. Aber es raubt Kraft und bringt ansonsten intakte Familien und gute Beziehungen in fundamentale Krisen. Man kann viel von mir verlangen, ich bin wirklich ein nachsichtiger Mensch und wenn die Bayerisch Creme aus ist, nehme ich auch ohne Klagen einen Germknödel. Aber ich werde nicht den Fehler machen und in eine Zeit zurück fallen, als mich die Identifikation mit den Betroffenen vom Rad stürzen liess. „Psychisch labile Schlitzerinnen“ beschreibt nicht nur affirmativ Handelnde, die mich an den Rand der Beherrschung bringen – es sorgt dafür, dass es für mich beherrschbar bleibt.

Menschen brauchen eine Distanzierung, um das alles zu verarbeiten. Niemand will an das Zerlegen einer Sau denken, wenn er die Schweinshaxe bekommt – ich bin, weil ich das nicht trennen könnte, sehr bewusst lebender Vegetarier. Den gleichen Abstand brauche ich zu psychischen Erkrankungen. Deshalb bin ich bei der Beschreibung mitunter offen und direkt, und manchmal auch, wenn es die Umstände geraten scheinen lassen, nicht rücksichtsvoll, egal was die diversen Akzeptanzbewegungen an verbaler Erniedrigung von „Normalen“ einfordern, die sie dann gleich als „normschön“ beleidigen. Ich sage offen, dass ich Magersüchtige zuerst einmal nicht schön finde. Dass ich keinen Respekt für erheblich zu viel Fett habe. Dann gehen meine Gedanken erst noch zu Angehörigen, die sich unverdient mit den Folgen herumschlagen müssen, und mitunter für ihre Fürsorge das Getuschel der anderen und den Zorn, die Wunden und das Blut der Kranken abbekommen.

labild

Ich habe in diesem unschönen Sommer meine Lust an Sigmund Freud verloren, und war heilfroh, dass mich meine Abiturnoten nicht mal ansatzweise in die Nähe eines Psychologiestudiums brachten. Geholfen haben mir nicht Adler und Jung, sondern Evelyn Waughs „Wiedersehen mit Brideshead“. Man stumpft deshalb nicht ab, man wird kein Zyniker – man lässt sich nur nicht mehr so leicht vereinnahmen, man bringt keine seitenlangen Wutpredigten mehr zu Eltern, denen damit das Leben zur Hölle gemacht wird, man spielt nicht mehr mit und man hilft nur, wenn es sinnvoll ist. Sinnvoll ist keine Acceptance-Bewegung, man löst Probleme nicht mit Überidentifikation und Bestätigung eines Zustandes, der alle schwer belastet.

In dem Fall der Hetzjagd, der der Grund für diesen Beitrag ist, gibt es gegen die Autorn Ronja von  Rönne im Netz so ein wutentbranntes Pamphlet wie jene, die damals mein Freund schrieb. Heute wird es an das Internet gerichtet, und verbreitet wird es von jungen Frauen, von denen einige mit ihren psychischen Problemen recht offen umgehen. Die Welle im Netz, die offen dargestellte Erkrankung soll allen weh tun – wie schon die Blockempfehlung, mit der die gleiche Dame auffällig wurde, und die sich auch zuerst gegen eine empfindsame Frau richtete. Die suchen sich zum Niederkreischen und zum Vorzeigen ihrer Verletzungen oft die Schwachen und Gefühlvollen aus. Sie haben oft ein Gespür für wunde Punkte. Diese Empfindlichkeit habe ich mit viel Haut auf dem Asphalt vor dem Biergarten abgeschabt. Ich denke da nur „Die armen Eltern“. Und dann bekämpfe ich den Wunsch, noch etwas ganz anderes zu sagen. Das machen sehr viele Betroffene so. Zähne zusammen beissen. Bloss nicht das Trauma verschlimmern. Das Problem in sich reinfressen und sich anstecken lassen. Schlucken, nicht wütend werden, sich lieber motional zerreiben lassen, weil sie das Unbegreifliche verstehen wollen. Man möchte schreien. Schlitzerin und vieles mehr. Man tut es nicht.

labila

Und das Verständnis hat leider dazu geführt, dass da draussen um so lauter vorgeführt wird, wie die aktuelle Sommermode der Viertellebenskrisen aussieht und ich hier lieber das Rezept für die bei uns erfundene Bayerisch Creme verlinke. Es wird mit Gewalt und Nachruck an einen herangetragen, und sie wollen. dass man es mitbekommt. Aber zu wissen, was einem gut tut und was nicht, gehört zum Altwerden dazu. Es sich heraussuchen zu können, gehört zu den Privilegien. Es, wenn es sich anbietet, brutal benennen zu können, wie es ist, gehört zum Charakter. Natürlich mögen erzürnte Marginalisierte es nicht, wenn man mit ihnen nicht über Laurie Penny debattiert, und statt dessen mit „psychisch labile Schlitzerinnen“ die Sache auf das Kernproblem zurückführt. Dieses unfassbare Glück, den ganzen Albtraum diesmal nicht etragen zu müssen, sondern einfach verjagen zu können. Dann regen sie sich furchtbar über einen auf, man kann sich den vorhergehenden Streit um die Deutungshoheit ihrer Krankheit sparen und ohne Internetanbindung in den Biergarten gehen. Da werden nur die dampfenden Gänse aufgeschnitten und heute ist Mittwoch – da gibt es für empfindsame Leute wie mich auch ein veganes Gericht.

Das war alles übrigens Anno 1987 , damals hat noch die CSU-Majestät Franz Josef regiert, ein nicht sonderlich kunstsinniger Mann. Zwei Jahre darauf ist die Mauer gefallen, Berlin wurde hip und ich müsste fast mal fragen, ob es hier bei uns überhaupt noch eine geschlossene Abteilung gibt.

12

68 Lesermeinungen

  1. Ähm
    Geht´s Ihnen eigentlich gut? Das hört sich doch alles arg wirr an. Verrennen Sie sich besser nicht in etwas … .

  2. Stimmt!
    „Dieses unfassbare Glück, den ganzen Albtraum diesmal nicht ertragen zu müssen, sondern einfach verjagen zu können.“

    Diese unfassbare Glück, den Albtraum einfach verjagen zu können, nennt man bei uns zuhause „Rechner ausschalten“.

    • Bloderweise arbeite ich da – und wenn dann solche Aktionen gemacht wrrden, sollte man wenigstens wissen, was passiert. Das stünde hier ja nicht, hätte es nicht Versuche gegeben, Leute fertig zu machen.

  3. In einem Satz
    Sie sind die Sorte Mensch, die andere in den Selbstmord treibt und sich wegen dessen Suizids unkommod fühlt.

    • Sind Sie nicht auch vielleicht der Meinung, dass Sie viellicht ein klein wenig übersteigert reagieren?

      Ich wollte nur etwas Ehrliches schreiben, das ist alles.

  4. Gut. Endlich ist da mal jemand öffentlich ehrlich.
    Ich halte seit einschlägigen Erfahrungen mit etwa 23 ebenfalls einen ganz, ganz weiten Abstand zu psychisch Labilen. Und würde dieses Prinzip nur aufgeben, sollte eine derartige Erkrankung meine Frau treffen.

    Diejenigen, die das nicht tun, haben zumindest mein Mitgefühl. Ich habe schon mehr als einen Menschen gesehen und getroffen, dem es nach wochen-, monate- oder jahrelangen Erfahrungen dieser Art schlechter ging, als denjenigen, denen er/sie helfen wollte.

    Und da die Gefahr, dass ich mich unbeliebt mache, ebenso gering wie irrelevant ist: Soviele nach Selbstauskunft psychisch labile/gestörte/beeinträchtigte Menschen wie unter Netzfeministinnen trifft man im realen Leben selten. Ob es da einen Zusammenhang gibt?

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Ja.
      Der Zusammenhang ist, dass psychisch labil plus sich sofort in Realzeit am Rechner auskotzen können, einfach eine saublöde Mischung ist.
      Für Mannderl UND für Weiberl.

      Ich stelle mir immer häufiger die Frage, ob es nicht auch einen Zusammenhang gibt zwischen der Neigung der sogenannten psychisch Stabilen (warum auch immer) nicht zuhören zu können oder zu wollen – und prinzipiell auch keine Zeit mehr füreinander zu haben. Solche Verdrängung oder Verhärtung könnte meiner Meinung nach den Morbus Internet der Labilen noch mehr verschärfen. Und tut den „Stabilen“ untereinander ebenfalls nicht besonders gut.

    • Titel eingeben
      Hier können Sie offen sagen, dass Sie das Echtzeitauskotzen von psychisch Labilen nicht für gut halten. Und ernten schlimmstenfalls Widerspruch. Auf twitter wären Sie nach diesem Satz das Hassobjekt nicht weniger, Stichwort „silencing“ von Betroffenen.

      Zur Verhärtung – ich habe nicht den Eindruck, da habe sich etwas verschlimmert. Wenn ich mich an die Härte und Gnadenlosigkeit erinnere, mit der in den späten siebzigern und frühen achtzigern die echten Kulturkämpfe ausgetragen wurden …

      Unlustigerweise gäbs durchaus das eine oder andere aus dem Dunstkreis der Netzfeministinnen, was diskussionswürdig wäre. Daraus wird nur nichts, wenn man es anderen – die auch noch klar in der Mehrheit sind – mit der Faust in den Rachen zu rammen versicht.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  5. Selbsterkenntnis des Zynikers?
    „Man stumpft deshalb nicht ab, man wird kein Zyniker….“

    :-) Ach?

    Selbsterkenntnis ist der erste Weg in die Depression. Manchmal auch mit zwei „p“.

    Aber es stimmt schon: kranke Menschen nerven. Und die, die ihre Leiden auch noch elaboriert kommunizieren können und wollen ganz besonders. Deshalb haben wir ja gottseidank!- nach wie vor geschlossene Abteilungen.

  6. von Berliner Trottoirs
    ‚Bayerisch Creme‘, das kannte ich (noch) gar nicht. Obwohl ich gerne koche.
    Danke für das Rezept.
    .
    Dies andere, weniger schöne, diese lauten Tröten, deren Kreischen kannte ich (leider leider) schon; man tritt ja im Netz…, …so wie hier auf Berliner Bürgersteigen in ganz andere Ekliges.
    Gut, dass sich jemand um diese x_*innen trefflich kümmert. Und ihnen verbal dazwischenfunkt, contra gibt, ihnen ein Bein stellt, auch gerne mal deftig.

  7. ja,
    ich erinnere mich, schon mittelfügig andere Versionen Ihro Liebdens Vergangenheit aus Ihro Liebdens Feder gelesen zu haben. Dichterische Freiheit eben, Autobiographie sells. Muss aber auch hinzufügen, dass mir Don seine Blogs dasselbe sind wie Mr. Been das blaue, dreirädrige Auto.

  8. Titel eingeben
    Das Problem der kooperativen Abhängigkeiten bei Freunden und Familienmitgliedern von Junkies, Alkoholikern, Depressiven, Borderlinern etc. und der drohenden Einforderung von Zwangsempathie ist immens und mittlerweile weit verbreitet (e psychische Gewalt, die gegen andere gezielt eingesetzt wird). Da könnte man manches erzählen von Müttern, die ihre Kinder vor die Tür setzen und hinterher mit ihren traumatischen Erfahrungen hausieren gehen oder Flitscherln denen die Intensität einer Theateraufführung das mentale Gerüst verschoben hat und nachher jedem ungefragt vorwerfen, das sie einen nicht spüren kann. Medizinisch ist da Mitleiden vollkommen falsch und es ist notwendig, das auch klar zu machen.
    Ko-Abhängigkeit entwickelt sich aber auch rasch in Richtung Bayrisch-Creme, besonders wenn man im Zug sitzt und der Zuckerspiegel beharrlich sinkt. Machen Sie sich eigentlich keine Gedanke, was Ihr Verhalten für fatale Auswirkungen haben muss? Puh

  9. Hass, unbändiger.
    So pflegt ein guter Freund von mir zu sagen.

    Aber eigentlich ist es ganz einfach: Wer nicht aus gutem Hause kommt und a) sich mies benimmt, und/oder b) sich nicht (excuse my french) den Arsch aufreißt, um was zu erreichen… der wird halt nix.

    Von tatsächlich psychisch Kranken abgesehen: Es ist nicht die Diskriminierung das echte Problem, sondern die eigene Vorstellungskraft und der Wille die Vorstellungen umzusetzen. Wenn ich nur mimimi kennen, dann mache ich auch nur mimimi.
    Und wenn ich zu faul bin, auch mal Excel zu lernen, dann bleibe ich halt am Hotel-Empfang oder im Klamotten-Einzelhandel an der Kasse. Das ist halt so.

    Der Makel der niedrigen Geburt ist nicht die fehlende Chance, sondern das Fehlen der entsprechenden Vorstellung, was alles geht.*

    Ich bin offen gesprochen mit mir selbst uneins, ob die Protagonistinnen der feministischen Aufmerksamkeitsökonomie hier in der FAZ so ein Podium bekommen sollten. Oder ob man sie nicht doch lieber einfach ignorieren sollte. Die enden doch früher oder später, mangels Wille und Vision, in der Marginalie. Die Beisser beiderlei Geschlechts werden sich immer durchsetzen. Andererseits muss man den Blödsinn adressieren, bevor er noch weiter unser Bildungssystem mit Ideologien beschädigt. Ich sage nur Gendermaulkörbe für Biologen. Also: Immer feste druff auf die Benennung der Geistes-Misstände.

    Die Verbindung zum SPK fand ich übrigens erhellend und interessant. Danke.

    • Echt jetzt?
      „Und wenn ich zu faul bin, auch mal Excel zu lernen, dann bleibe ich halt am Hotel-Empfang …“

      Meines Wissen’s hantieren die Leute am Hotel-Empfang mit Excel-Plänen (z. B. Schichtpläne) und müssen lauter neumodische Programme können (Fidelio etc.). Viele, besonders die nachts, haben im echten Leben bereits Berufe gehabt, wo man nicht sagen kann, dass sie faul sind oder waren. Polyglott – 3 Sprachen gerne – müssen sie auch sein.
      Das dazu.

      Ich wäre vorsichtig, allzu forsch pauschal zu behaupten, wer hinter einem Counter/Empfang steht, wäre ein Lebens-Versager. So klingt das jedenfalls.

      Unmut gegenüber male und female Netzhetzern kann ich ja verstehen, doch mit unzulässigen Verkürzungen gegenüber unorthodoxen Biografien jedweder Art wird die Stimmung und die Schraube der verbalen Gewalt im Netz nicht besser, sondern schlechter.

    • Empfang
      @Gast 3.6./19:52

      Bitte um Verzeihung. Das sollte so nicht klingen. Aber ich kenne genügend Menschen, die vom Hotelfach kommen. Und die entweder weg sind oder weg wollen, weil die Arbeitszeiten alles andere als schön sind. Und die Bezahlung alles andere als üppig.

      Von denen die ich kenne gibt es zwei grobe Kategorien. Die einen haben sich angestrengt und sind nun Unternehmer, Marketing-Leiter, Trader, oder ähnliches. Jedenfalls mit höherem Verdienst und mehr Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Zeit. Die haben sich alle angestrengt, um den nächsten Schritt zu machen. Und sind zufrieden dabei. Die andere Kategorie steht entweder noch am Empfang, im gehobenen Einzelhandel oder macht schlimmstenfalls noch Service. Schlimmstenfalls wegen der Belastung. Und wünscht sich etwas anderes.

      Wenn der goldene oder zumindest silberne Löffel nicht von Geburt an im Mund ist… dann kommt irgendwann der Zeitpunkt an dem über Selbstreflexion entweder der Friede mit dem Erreichten oder Pläne für Neues gemacht werden müssen.

      Und da möchte ich jetzt in aller Unverschämtheit die Gender-Wissentschaftlerinnen in einen Topf mit den Empfangs-Kräften ohne Perspektive packen: Obwohl der Job an sich zumindest für die Empfangs-Kräfte anspruchsvoll und anstrengend ist: Ein Computer kann das auch (Formule1-Hotels). Oder die Arbeit ist gar keine produktive Arbeit. Produktiv iSv, dass damit Wertschöpfung erzeugt wird. Weil nämlich nur geschwurbelt wird. So als wäre man social media Berater in Berlin.

      Ergo: Der Job der Empfangsdame ist inheränt prekär, weil Self-Service droht. Auch in guten Hotels. Der Job der Gendertröte ist doppelt prekär, weil sie erstens nicht die rigorosen Anforderungen echter Wertschöpfung kennengelernt hat. Und zweitens, weil ihre „Arbeit“ idR auch noch abschreckend für jeden Arbeitgeber ist.

      Also: Beide laufen Gefahr in der Marginalie zu enden. Für die Rezeptionistin gibt es noch Hoffnung, solange sie ihre Anstrengungen nicht auf die „Gala“ konzentriert.

      Und damit möchte ich meine Frage noch einmal unterstreichen: Muss man sich mit den Tröten auseinandersetzen? Nein, denn die einzelne Tröte (abseits der Tröten-Professur) ist ein transientes Ereignis.

      Ich bleibe dabei: Das diskriminierende Element ist der Mangel an Vision. Und danach der Mangel an Ehrgeiz. Nicht die Herkunft an sich. Die Herkunft begünstigt jedoch den Mangel an Vision.

      Ich möchte an der Stelle Goethe heranziehen: Kraft, Dinge zu ändern, die wir ändern können, Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die wir nciht ändern können. Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

      An der Biologie kommen wir leider nicht umhin. Auch wenn der Gender-Mainstream das gerne anders hätte. (Alle Eltern von mehr als einem Kind kennen das.)

      Die „T*gendf*rie“ als Beispiel: Sie hat es lange genug an der Weisheit der Unterscheidung mangeln lassen. Und sich immer schriller an nicht änderbaren Dingen abgearbeitet. Nun sucht sie nach einem Job. Viel Erfolg. Ich kennen keinen Arbeitgeber, der soziale Defizite einstellt. Namen, Haltung und Frisur ändern, ein zweites Abtiur machen und doch noch Maschinenbau oder Naturwissenschaften studieren. Dann kann das noch was mit einem Job oberhalb der Grundsicherung werden.

      Das Phänomen Gendertröten hingegen muss hart bekämpft werden. Menschen, die aus Ideologie unser Bildungs-und Ausbildungs-System ruinieren wollen. Menschen, die ernsthaft glauben, dass im Schulunterricht der „Puff für alle“ ein Thema sein muss. Solche Menschen müssen in die Schranken verwiesen werden.

      Die wahren Problem der Gesellschaft sind nicht, dass Frauen keine Aufsichtsräte sind. Oder das Binnen-I. Oder die Diskriminierung von Schwullesbtransen und eine Sexualität der Vielfalt. Die wahren Probleme sind zB, dass eine Frau und ein Rollstuhlfahrer allen Ernstes unsere Staatsverschuldung innert 7 Jahren um ca. 1/3 gesteigert haben – um die ganze Kopeke dem volkswirtschaftlich unproduktiven Finanz-Sektor in den Rachen zu werfen. Und dass der Smog und die Grundwasserverschmutzung aus Peking bald nicht mehr nur bis Korea sondern bis nach Europa zieht. Das sind Probleme. Echte Probleme. Und die kann man leider nicht mit Betroffenheits-Tröterei bekämpfen. Die. Tröten: Die. Stören. Bei. Der. Arbeit. An. Der. Zukunft.

      Und daher: Hass. Unbändiger.

  10. Diesseits und jenseits der Latten am Zaun
    Wieder mal treffender Text – merci.
    Gleichwohl, bitte gönnen Sie sich nun mal eine Auszeit von diesen Einzeller_innen, werter Don.

    Diesen rufe ich zu:
    Morgen ist Fronleichnam, erfunden von der Heiligen Juliana von Lüttich, zur Feier eines echten (u.a.) Geschlitzten! Wär doch mal ein Anlass für eine nette affirmative action! Weg vom Zwitscherautomaten und den hashtags, auf zur Prozession!

    • Ja, kann sein, dass ich was mache – eventuell kommen die hier wieder vorbei. Danke.

      Trotzdem bin ich aui die eonzellerInnen sauer und da muss man was tun.

  11. Verständnisfrage
    Verehrter Don, Sie beschreiben die „psychisch labile Schlitzerinnen“ als „affirmativ Handelnde“. Meinen Sie wirklich „affirmativ“ oder nicht doch „affektiv“. Wenn ersteres: Wen bestärken die Schlitzerinnen denn?

    • das war etwas dumm gewählt, sie haben recht, Gemeint war, sie drücken es den anderen besonders und verstärkt rein. Vermutlich eine Folge der äh Medikamente.

  12. Mantua
    Warum so zaghaft bei den Bildern der Palazzo bietet doch mehr!!!

  13. psychisch stabil
    warten wir es ab

    Wenn erst die Ehe für Alle
    Plicht ist, werden Sie sich
    zwischen der Süßspeise
    und ihren Schuhen entscheiden müssen.

  14. Für die andere Seite der Medaille braucht man ein sehr dickes Fell
    Ich kenne die andere Seite der Medaille. Zwei Mal wurde ich von Respektspersonen aufgefordert, mich psychologisch untersuchen zu lassen. Die Diskussion dauerte über zwei Stunden, denn ich weigerte mich und verlangte, dass ich die Anweisung schriftlich und begründet kriege. Dass aber traute sich der zustehende Direktor nicht. Schade eigentlich, ich hätte gerne gewusst, welche Balabala Geschichte man hinter meinem Rücken kolportiert hatte. Eine davon hatte mit Vergewaltigung zu tun, wie ich aus der Andeutung einer anderen Respektsperson schließen konnte.

  15. m
    „Die suchen sich zum Niederkreischen und zum Vorzeigen ihrer Verletzungen oft die Schwachen und Gefühlvollen aus. Sie haben oft ein Gespür für wunde Punkte.“

    Wohl wahr. Jemand, der widerstandsfähig erscheint ist nicht lange von Interesse. So ein wenig wie damals bei den Mobbern vom Schulhof.

  16. You're no crazier than the average asshole out walkin' around on the streets
    Als ich jung und schön war, da war ich völlig labil. Ich wollte Modell, Kanzler oder Billionäre werde…oder alles zusammen. Mich zog es zu den Grünen, den JUSOs und dann zur Jungen Union. Ich wollte für die Liebe und für das Vaterland sterben…oder beides zusammen.

    Dann wurde ich erwachsen.

    So wie fast alle anderen auch.

    Nur einige Wenige haben sich in der Jugend verloren.

    Ergo: Spätestens ab 30 sollte man nicht mehr jammern…und auch nicht mehr denen zuhören, die jammern.

  17. Titel eingeben
    Don, seit Jahren lese ich Ihren Blog, nahezu immer mit großer Freude und Zustimmung. In den letzten Monaten werden Ihre Beiträge immer besser, und ganz besonders gut finde ich, daß sie im Gegensatz zu Früher sehr häufig auf einzelne Beiträge antworten.

  18. Dem Kapitalismus.
    finde ich, geht es großartig. Vor allem den Kapitalisten. Besonders den chinesischen. Scheint einfach nicht kaputt zu kriegen. Ich finds gut!

    • besser als
      in venezuela, brasilien, kuba, nordkorea, argentinien, griechenland………….alles opfer falscher auslegung der schriften des billianten ökonomen karl m.
      bald gehts denen in china auch besser wie denen in berlin, brandenburg, schleswig-holstein, niedersachsen, meck-pom., bremen nicht zu vergessen und nrw folgt sobald die de-industrialisierungsprojekte erstmal richtig greifen und düsseldorf wie unna aussieht.
      ba-wü wählt ja zum glück nächstes jahr.

    • Die Kapitalisten holen auf
      Insbesondere in Afrika.

      demnächst sollen die Reichen dort die Chinesen in den Schatten stellen.
      Die Vermögensverwaltungsanbieter sind auf dem Weg.

    • Beim mobile Payment können die jedenfalls über unsere Bargelddebatten nur lachen.

  19. Titel eingeben
    Ich möchte Ihnen herzlich für die Lektüre danken!

  20. Janitor of Tyranny
    Testify my vanity…

  21. SPK
    Stiftung Preussischer Kulturbesitz…

  22. Titel eingeben
    Ich denke, es kommt immer auf den konkreten Fall an. Außerdem, wenn man eine Erfahrung wie sie gemacht hat, dann wird man, wenn man daraus lernt, nicht noch einmal zum Opfer seiner eigenen Naivität. Das Leben besteht eben nicht nur aus schönen Erfahrungen, seien sie lieber froh, dass sie so früh desillusioniert wurden, um sich entsprechend rüsten zu können.

  23. Nicht unsensibel ...
    … der Umgang mit diesem Thema, Ew. Liebden. Als intimer Kenner der Materie (eigentlich heisst es „Ritzen“) und der möglichen Auslöser in den jeweiligen Familien könnte ich dazu Einiges sagen.

    Ich denke jedoch, und da schliesse ich mich meinen Vorrednern zustimmend an, dass die vorherige Disputation – ein Strauß, der ausgefochten werden muss, wohl wahr – Ihn nicht in einen Terrier verwandeln möge.

  24. Titel eingeben
    Gaius Caesar Augustus Germanicus – ach ja, auch ein „Germanicus“; die Tankstelle in der Rhön blieb trotzdem deutsch, hatte angeblich keine Bedenken, ein Pferd zum Senator zu ernennen.

    Ich verbeisse mir den Zusammenhang der römischen Dekadenz zu bestimmten Politikern.

    Frau Kramp-Karrenbauer bekommt jetzt gerade ihr Fett weg.

    Wohl all denjenigen, die gerade in einer derartigen Atmosphäre ihre Haut zu Markte tragen müssen.

  25. Und in Bayern auf dem Land ist man neuerdings gegen Inzest?
    Hauptsach kaa Praiss

  26. nur weiter so
    schön, dass auch dieses thema aufgegriffen wird……hat jemand schon mal den zusammenhang zwischen dem wohlstand im elternhaus und dann folgender selbstverletzender autoaggression untersucht ? und den zusammenhang mit der anorexie ? und die frage, ob dann nicht eher die mutter in behandlung gehört statt der tochter ?
    generell widmen wir randgruppenphänomenen zuviel aufmerksamkeit.
    aber gerade sie drängen sich ja immer ins rampenlicht, unterstützt von der empörungsindustrie………….schauen wir uns doch an, was jetzt gegen frau kramp-karrenbauer inzeniert wird. keine feme, keine quotenfrau, deshalb schon verdächtig. mangels eigener themen ihrer splitterpartei steigert sich frau yasmin fahimi bis zur vollständigen gleichstellungsforderung.
    da fällt mir ein, was malcom X mal über die weissen spottete, vor seinem schwarzen publikum: schaut sie euch an, sie legen sich tagelang in die sonne, nur um euch ähnlicher zu werden.

    • Wohlstand im Elternhaus
      und dann folgender selbstverletzender Autoaggression.

      Nein, im TV gab es vor Jahren einen britischen Beitrag zu diesem
      Thema. Spielte sich in einem Gefängnis ab. Die porträtierte junge
      Frau war ziemlich übergewichtig und eher dem sozial orginellen
      Milieu zuzurechnen. Es waren mehrere kräftige Aufseherinnen nötig,
      um sie an ihrem Tun zu hindern.
      Vermutlich ist das zugrunde liegende Problem erst medienfähig,
      wenn es um ‚höhere Töchter‘ geht.

    • Die Leute, um die es hier geht, jammern oft über ihre finanzielle Situation.

  27. Kompliment
    Respekt! Es ist ein intellektueller Genuss , Sie zu lesen.

  28. Partikularinteresse,
    hüben wie drüben.

  29. Titel eingeben
    ui, don, verdammt noch eins. Sowas hat sich in den allgemeinen Gazetten meines Wissens ja noch gar niemand getraut: Psychisch Labile als verantwortliche Menschen anzusprechen, deren Kompensation darin betsteht, (Netz)FeministIn zu werden (haben Sie natürlich gar nicht gesagt oder angedeutet) …das wird kein gutes Ende nehmen mit Ihnen.

  30. Echt jetzt?
    Sind wirklich eine Biedermeierkommode und ein barocker Stadtpalast in ihrem Besitz? Sehen sie mir bitte die indiskrete Frage nach,aber die Neugier hat gesiegt.

    • Ja. Die Biedermeierkommode habe ich aus der Schweiz geschmug äh importiert und der alte Kasten gehört seit mitte des vorletzten Jahrhunderts der Familie. ImKern mittelalterlich, in der Spätrenaissance/Frühbarock umgebaut, Dachstuhl jetzt über 400 Hahre alt.

  31. Ein sehr schöner Satz
    “ besondere Fähigkeit, für den kleinsten eigenen Gewinn für andere den maximalen Schaden zu verursachen “

    Lässt sich gerade wunderbar bei denjenigen beobachten, die durch die Öffnung der Ehe für Homosexuelle ihre eigene Beziehung „entwertet“ sehen…

  32. Einer flog über das Fahradgestell
    Offensichtlich eines der allzu menschlichen Grundbedürfnisse: Haltet nach den Mutanten Ausschau. Sie zerstören euer Leben. Die SPK-Logik einfach mal auf den Kopf stellen! Nicht die Gesellschaft macht Menschen krank, labile Menschen machen die Gesellschaft krank: Sie fällt vom Rad, verpasst den Sommer ihres Lebens. Ich befürchte nur, diese These hatten wir auch schon einmal, die Organisation hatte nur 2 Buchstaben mehr, dafür aber kein K. Die SPK ist in der geschlossenen Anstalt der Eigenartigkeiten gut aufgehoben. Don Alphonso wäre es auch.

  33. Psyschisch labile Wütende
    Geht beides sehr gut zusammen! Ich will mich nur noch angemessen aufregen, sagte ich zu meinem Psychiater. Ich sah ihn zum ersten mal lachen und dann fragte er: Wie geht das denn?

  34. Anne Wills weisses Sofa
    R.P. McMurphy – Opfergeschichten sind in der deutschen Kultur schwer in. Früher habe ich ein bisschen Fernsehen geguckt. Dann haben mich die ständigen Opfergeschichten gelangweilt. Die letzte Sendung, an die ich mich bewusst erinnern kann, war mit Anne Will und einem weißen Sofa. Sie handelte von einer Frau, die aus der DDR abhauen wollte und deswegen jahrelang von ihren Kindern getrennt wurde. Auf dem Sofa saßen angeblich ihre Kinder. Aber die sahen viel zu jung aus, um in der DDR in dieses Szenario gepasst zu haben. Ich glaube schon, dass es solche Vorkommnisse in der DDR gab. Aber Anne Wills weisse-Sofa-Opfergeschichte konnte nicht dazu gehören. Seitdem glaube ich keine Fernseh-Opfergeschichte mehr.

  35. Leo Bassi und Georg Hassknecht
    wären entzückt, wenn sie nicht so a bisserl ambivalent schreiben würden.

    Ambi…, äh, bipolare Grüße

  36. Fronleichnam, auch ein Tag zur Besinnung und zum Abstandnehmen.

    „Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.“
    ist in der Kopfzeile dieses Blogs zu lesen.

    In diesen Wochen habe ich zunehmend mehr den Eindruck, daß diese Überschrift zu Gunsten eines „Privatgemetzels“ unter Blogger ihr ursprüngliches Anliegen in den Hintergrund rückt. Bedauerlich…..

    Da heute gerade der Fronleichnamstag ist, hilft vielleicht der letzte Absatz, des an diesem Tag so oft erklingenden Te Deums weiter.

    „Miserere nostri, Domine, miserere nostri.
Fiat misericordia tua Domine, super nos, quemadmodum speravimus in te.
In te, Domine, speravi: non confundar in aeternum.“

    Mit freundlichem Gruß
    B.Klingenberger

  37. Titel eingeben
    Werter Don, weil es eben so ist wie Sie sagen:
    <<<Die Leute, um die es hier geht, jammern oft über ihre finanzielle Situation.<<<
    .
    … kann ich Goodnight nur Recht geben wenn er schreibt:
    .
    <<<Spätestens ab 30 sollte man nicht mehr jammern…und auch nicht mehr denen zuhören, die jammern.<<<
    .
    …denn…
    .
    mit 30 – 35 wachen die auf, die bis dahin finanziell nix zuwege gebracht haben und fangen an laut nach Umverteilung zu schreien bzw. zu jammern.

  38. isso
    Für die richtig Kranken – jibt et, sagt man hier- gibt es verschiedene Formen, einander ggf. folgender Behandlungen, die Psychiatrie ist en weites Feld, und die dort behandelten sind im Allgemeinen nicht öffentlichkeitssüchtig.

    Für die anderen gilt, was man in meiner Jugend – gar nicht sooooo lange her – auch in Berlin lernte: morgens aufstehen, waschen, anziehen, Bett mmachen, lüften, Zähne putzen und ran anne Arbeit. Hilft bis heute ungemein bei fast allen Lebenskrisen. Ich kannte mal einen, bei dem es mit dem Studium dann doch noch etwas wurde, nachdem mann ihm geraten sich morgens zu kämmen, zu rasieren und Hemd und Schlips anzulegen. Auf einmal ging das mit dem Lernen.

    Achso, und dann gab es noch so komische Anweisungen von unseren Altvorderen wie, nu reiss dich mal zusammen, oder is noch keiner dran gestorben, oder hab dich mal nich so.

  39. nochwas
    Icke ist vulgär, klar, hiesse sonst ja nicht icke, Icke ist auch reaktionär, aber icke meine, vielleicht sollten die Mädels das mal Alles richtig locker angehen und sich nen passenden Kerl suchen?
    Mein Schwiegeronkel lebte ganz weit weg und sprach auch kein Deutsch und war ein rechter Macho in einer Machowelt. Von ihm geht die Geschichte, daß er beim Würfelspiel und Schnaps mit Freunden eine Schlager vor sich hin summte der da auf Deutsch ging: Großvater hatte ganz recht, die Frauen befehlen den Männern nichts, als die Schwiegertante, resolut, gestandenes Weibsbild und große Kinderschar kam und ihn heimscheuchte mit den Worten: Keine Ahnung was Dein Opa gesagt hat, aber jetzt ab nach hause.
    Tantchen hat nicht geritzt, die hatte gar keine Zeit dazu.

  40. Danke.
    Danke, dass sie den Deutschen eine Meinung zumuten. Nur dadurch besteht Hoffnung, dass Toleranz und Respekt vor Menschen, die anders sind und denken. Sonst bleibt’s auf ewig der ganz normale urdeutsche Faschismus. mit dem hier jeder geboren wird. Danke
    Im übrigen haben Sie ganz recht.

  41. Borderline
    Die “ depressiven“ Twitterfreunde würde ich- meine generelle Psychiatriekritik wg. Nicht-Validität dieser Wissenschaft mal außer Acht gelassen- eher im Borderline-Bereich verorten. Da ist ein Mix aus allen möglichen Extremverhaltensweisen, eben auch ein wenig Depression, zu erwarten. Alles zusammengehalten durch das Motiv, die selbst empfundene soziale Unzulänglichkeit durch Wichtigmachen auszugleichen. Eine kritische Anmerkung zum Text: es gab und gibt junge Frauen und Männer, die von Vater, Mutter(!) oder auch Internatsdirektor vergewaltigt wurden. Und die diese “ Borderline“Symptome-früher hätte man das alles wohl unter Hysterie zusammengefaßt- auch in gewissem Umfang zeigen.Und die bis vor gar nicht so langer Zeit von Psychiatern als Lügner dargestellt wurden. Meiner Erfahrung zeigen aber gerade diese echten Opfer die Borderline-Symptome in viel geringerem Ausmaß als diejenigen, die ihre Leiden besonders monstranzartig vor sich hertragen und bei denen es im Lauf der Zeit immer mehr Täter werden.

  42. Sehr schön beobachtet.
    Jedem ist zu raten, früh für sich zu unterscheiden zwischen den Heimgesuchten, denen man gern mal beisteht – und den Manipulierern. Sobald die mit ihrer Manipulation nicht weiterkommen, bleibt ihnen nur noch Zerstören, und daher macht man besser gleich einen großen Bogen um sie. Mit MEnschenfreundlichkeit ist denen nicht zu helfen. Leider halten sie sich mehrheitlich nicht in der Geschlossenen auf…

    Schade, das Thema hätte eine tiefere Betrachtung vertragen, und der Artikel käme weniger zerfahren daher, verwendete er nicht so viele Worte auf die flüchtigen Ränkeschmiede im Netz. Die man auch lieber ignoriert, weil sie sich nicht betragen können. Ich mag das Blog mehr, wenn es eine Plauderei ist, kein Feldzug gegen (und für) wen auch immer.

  43. Depressionen
    Da wir der selben Generation angehören, Don Alphonso, erinnern Sie sich vielleicht noch, dass es in manchen Milieus drei Antworten auf jugendliche Depressionen gab:

    – Ohrfeigen
    – Was sollen denn die Leute sagen?
    – Weißt Du überhaupt, was Du Deinen Eltern antust?

    Ich weiß nicht, ob das unbedingt besser war.

    • Das war bei uns deutlich anders. Zugleich gab es auch Fälle, da waren die Eltern super und zwei kinder auch und das dritte wurde dann seltsam. Man kann es nie sagen und ich will mich auch nicht über Depression lustig machen. Es ist halt mies, wenn das dann genutzt wird, um Leute fertig zu machen. Mnache von denen agieren im Netz anonym und verbreiten Gewaltphantasien. Weniger lustig.

  44. Die Irren laufen "draußen" rum
    „Zwei Jahre darauf ist die Mauer gefallen, Berlin wurde hip und ich müsste fast mal fragen, ob es hier bei uns überhaupt noch eine geschlossene Abteilung gibt.“

    Sehr gut.:-)
    Auf manche hochfliegenden Kommentare trifft dieses gelungene Ende ebenfalls zu.
    Hilfe nur da, wo sie auch ankommt.
    Aber von Stigmatisierungen halte ich gar nix.

  45. Mythen und Legenden
    Was ich für eine Legende halte: dass die Bayrisch Creme bereits 1385 entstand. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen – im Eiswasserbad geschlagene Creme! Das ist eine der von uns Bayern sorgfältig gepflegten Legenden, an denen wir so hängen. So wie der industrielle Aufschwung nach dem Krieg, den wir angeblich dem FJS zu verdanken hatten. Auch so ein Mythos, der sich verselbstständigt hat.

Kommentare sind deaktiviert.