Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die öffentliche Hinrichtung als tragende Säule der Volkszufriedenheit

| 38 Lesermeinungen

Ich glaube immer an das Gute.
Leo Kirch

Am Mittwoch kamen die neuen Tonträger: Arien von Roberta Invermizzi, Ensemble Lorenzo da Ponte, neapolitanische Sonaten für Violoncello. Seit dem Beginn meines Studiums verfüge ich über keinen Zugang zu einem TV-Gerät mehr, und deshalb weicht meine Vorstellung von Unterhaltung deutlich vom passenden Unterdurchschnitt in diesem Lande ab: Wenn andere Fenster blau erleuchtet sind, funkeln bei mir die Kronleuchter, oder die Röhren des Verstärkers glimmen mit dem rotblauen Schimmer der fliessenden Elektronen vor sich hin. TV erfahre ich immer nur aus zweiter Hand, aus Besprechungen etwa, die ich lieber Alter Musik vorbehalten sehen würde, aber mir ist natürlich bewusst, dass Masse zählt. Ausserdem möchte ich nicht, dass Viola da Gamba und Theorbe so populär wie Mittelaltermärkte werden. Es freut mich, wenn die automatische Fehlererkennung im Schreibprogramm das Wort Theorbe gar nicht kennt. Es darf schon alles so bleiben, wie es ist.

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Besonders brauche ich die Tonträger dann, wenn das Netz wie eine Kloake überläuft von Geschrei und Hass. Mir ist aus meiner Jugend bekannt, dass manche Menschen erstaunlicherweise das TV-Gerät anschreien, wenn dort etwas verkündet wird, das ihnen nicht behagt, obwohl das doch gänzlich sinnlos ist – man hört es auf der anderen Seite des Gerätes nicht. Das wird im Netz weiter gemacht, und vielleicht hoffen sie ja, dass auf der anderen Seite jemand sitzt, der das alles niederschreibt, eine dicke Akte macht und die dann am nächsten Morgen dem Senderchef vorlegt, der dann sagt: „Pardautz. Ja aber Hallo. Das ist doch die Höhe. Ja, wenn Frau K. aus Reamaring und Herr P. aus Berlin a. d. Spree unisono getwittert haben, man sollte unseren Moderator därmen und seine Eingeweide den Hunden vorwerfen, dann machen wir das.“ Übrigens ist es ein Zeichen für die Ambivalenz des ethischen Fortschritts, wenn die Worterkennung nicht nur bei „Theorbe“, sondern auch beim „därmen“ versagt. Falls Sie das noch nie gesehen haben: Da wurde den Opfern bei lebendigem Leib der Bauch aufgeschnitten und der Darm herausgewickelt.

Allerdings ist auf der anderen Seite des TV-Geräts nur eine Frau Krause, und Senderchefs schauen allenfalls auf die Einschaltquote, schnaufen und lassen sich einen Kaffee bringen. Der Chef ist so indolent wie ein Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung beim Verbreiten falscher Zahlen über CSU und Frontex. Das muss man sich mehr so wie einen Regenten in seinem Palast vorstellen, das Unmutsgeheule seiner Untertanen ist am Ende seines Reiches, acht Reiterposttage entfernt, und ich weiss auch gar nicht, ob ich das schlecht finde. Denn Därmen ist eine unerfreuliche Sache und ich bin schon erfreut, dass man den Ungarn, die die Todesstrafe fordern, deutlich nahebringt, wie wenig das auf diesem Kontinent einen Platz bekommen sollte.

hinrb

Es ist also nicht zu erwarten, dass demnächst bei uns Todesstrafen über Abstimmungen in sozialen Medien veranstaltet werden, aber auf den Jubel, den so etwas auslösen würde, durfte ich letzte Woche einen Blick erhaschen: Als nämlich Sepp Blatter und Günther Jauch von ihren jeweiligen Posten zurücktraten. Der eine als Chef des TV-Zulieferers FIFA und der andere als Moderator einer Sprechsendung in der ARD. Zusammen übernehmen sie, wenn ich das zutreffend beobachte, einen grösseren Teil der modernen Abendgestaltung als beispielsweise Sexualität, und das Schnauben und Erregen, das ich so mitbekomme, spricht nicht gerade für ein dezentes Engagement der Zuschauer: Da werden Mannschaften verteufelt und der Jauch gleich mit, wenn er es wagt, Gäste einzuladen und reden zu lassen, die mit der Unverschämtheit einer anderen Meinung vorstellig werden. Eine andere Meinung ist in etwa die 4:0-Führung einer gegnerischen Mannschaft. Aber jetzt ist das alles ja vorbei und der Weg offen für Alternativen. Nicht nur im TV und an der Spitze der FIFA.

Sondern beim hauseigenen Gesprächskreis, den es nun einzurichten gilt. Oder beim Web-TV. Oder beim heimischen Fussballklub. Oder beim Federball im Park. Es muss ja nicht immer Fussball sein, die Sommerabende sind lang und warm, man könnte also aktiv denen da oben zeigen, dass man sie gar nicht braucht. Ein allseits verhasster Ken FM macht seine Videoshow mit schrägen Figuren – all die aufgeklärten Menschen, die aus ethischen Gründen dem Jauch die Pest an den Hals wünschen, sollten da doch formvollendet und mit erheblich tiefsinnigeren Gästen dagegen halten können. Es kann doch wirklich nicht so schwer sein, und die Mittel, die man dafür braucht, kosten heute nicht mehr sonderlich viel. Youtube wartet. Frisbee macht auch Spass. Gebrauchte Rennräder sind gar nicht so teuer. Die Waffen der Massenmobilisierung gegen die Monopole sind längst da, es gibt gar keinen Grund mehr, sich schräge Gäste von Jauch oder unsägliche Sendezeiten von Blatters früherem Verein aufzwingen zu lassen.

hinrc

Ich meine das nicht nur theoretisch – ich schreibe im Netz und habe es nicht nötig, mich an Jauch zu orientieren. Meine Lieblingssportart wird professionell von rollenden Apotheken beherrscht, die angeblich so sauber sein wollen wie die deutsche Bewerbung für die Fussball-WM: Sie werden hier dennoch nie aktuelle Berichte über den Giro dItalia lesen. Der kam vor drei Wochen bei mir vorbei: Ich ging nicht hin. Und wenn sogar ich alter, nicht wirklich weisser, heterosexueller Mann in der Lage bin, den feministischen Diskurs zu formen und meinen schlaffen Körper 2000 Höhenmeter durch die Toskana zu schleppen, dann sollte bei anderen doch wenigstens ein politischer Strick- und Skatabend mit Eierlikör möglich sein. Mit Verweigerung ist es möglich, Einfluss zu nehmen, und wenn es alle tun, wird es sicher auch besser und schöner, weil der Jauch, so sagt er der Konsens, wird nie eine anständige Sprechsendung schaffen. Hasse nicht die Medien, sei die Medien, sage nicht nur ich, sondern auch der von mir beklaute Jello Biafra von den Dead Kennedys. Aber es wird noch nicht einmal versucht.

Mir ist gestern bei der Wahl in der Türkei die Erklärung dafür eingefallen: Weil wir in einer postfeudalen Aufmerksamkeitsoligarchie leben. Manchmal vergesse ich das, aber dan twittert wieder ein sozial bewegter Mensch über den Umstand, dass die vom schwarz arbeitenden Rumänen gebrachte Lieferpizza so teuer ist, und dann fällt mir das Problem mit unseren Klassen wieder ein. Als die Türkei noch das Osmanische Reich war, gab es einen Sultan, und wenn das Volk wütend wurde, liess er einen Wesir mit einer Seidenschnur erdrosseln. Das war damals so üblich, für den Wesir Berufsrisiko und für Sultan und Volk ein erbauliches Schauspiel. Jeder wusste genau, woran er war, und so war das System stabil und bedurfte nur bei grösseren Exzessen der Bereicherung einer regulativen Massnahme an der Gurgel eines Menschen. Im theokratischen Gottesstaat bestimmte der Sultan, wer umzubringen sein. Wir sind gesellschaftlich weiter und überlassen die Benennung der gewünschten Opfer der Allgemeinheit. Treten dann die besagten Leute zurück, ist der Jubel gross, und die Wortführer überlegen, wen sie als nächstes Ziel herausheben können.

hinrd

Man hat dieses Geschäft, das für den Sultan wahrlich kein Schönes gewesen ist, an die eigentlichen Nutzniesser ausgelagert. Im Wissen natürlich, dass es für sie sehr viel einfacher ist, sich auf der Wohnlandschaft mit Bier und Lieferpizza unterhalten zu lassen und hin und wieder einen abgetrennten Schädel serviert zu bekommen, als ihre eigenen geistigen Möglichkeiten zu nutzen. Es passt einfach besser zur Zivilisationsstufe, die wir in der menschlichen Entwicklung auf dem holprigen Weg zu Aufklärung gerade erreicht haben. Dass die neuen Leibeigenen mit exakt jenen Mitteln über das Schafott jubeln, mit dem sie etwas für ihre eigene Herzensbildung und kluge Debatten tun könnten, ist da vermutlich weniger ein Systemfehler als schlichtweg althergebrachte Tradition.

Natürlich will ich Herrn Blatter nicht verteidigen oder gar darauf hinweisen, dass ich an sauberen deutschen Sport so wie an saubere Giftgase glaube. Ob jetzt die Deutsche Bank oder die FIFA mit halbseidenen Methoden Gewinne optimiert, spielt bei der moralischen Beurteilung keine Rolle. Ich will nur sagen, dass in der letzten Woche ein wenig zu viel mit der Seidenschnur agiert wurde, und man da vielleicht bei den Selbstentprivilegierten eine falsche Erwartungshaltung erzeugt, das könnte jetzt dauernd so weiter gehen. Auch zweit- und drittklassige Chargen, die als Opfer taugen, wachsen nicht auf Bäumen, und man sollte das Publikum schon im Glauben lassen, dass es sich beim Heben der verbalen Mistgabeln wirklich angestrengt und den Sieg nun endlich, endlich verdient hat. Dann sinkt es zurück in sein Sofa, wählt eine Talkshow aus, und bei mir erklingt unter dem Kronleuchter die wunderschöne Stimme von Roberta Invernizzi.

hinre

Oder ich fahre mit dem Rad. Eigentlich mag ich freie Strassen und bin froh, niemanden zu sehen, der dort seine niedrigen Aggressionen auslebt. Die sollen mal schön vor dem TV-Gerät bleiben. Es ist schon gut, wie es ist, und über Aufklärung reden – na, da kommen noch genug andere, besser geeignete Jahrhunderte entlang der Seidenschnur unserer Geschichte.

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38 Lesermeinungen

  1. Die Deutschen Bank Soap Opera
    Ich glaube die Sache ist sehr viel anders als zu den alten Zeiten mit der Seidenschnur. Jemand mit einigermaßen viel Intelligenz, der am Sonntag verkündigen lässt, dass er zurücktritt, hat das so geplant. Er hat es mit seinen besten Freunden über ein Langustendinner so entschieden, woraufhin diese sich mit Aktien der Deutschen Bank eindecken. Der Herr des Aufsichtsrats weiß es auch schon lang genug im Voraus, damit er im Interesse der Deutschen Bank sehr schnell einen neuen Chef beizeiten einsetzen kann. Deren beide Freunde decken sich auch mit Aktien der Deutschen Bank ein. Dann gibt es eine große – angeblich überraschende – Sonntagschau. Die FAZ und anderen Medien veröffentlichen unterstützende Kommentare en masse. Woraufhin sich die Unwissenden am Montag beeilen, Aktien der Deutschen Bank zu kaufen, die die Freunde der diversen Akteuren mit einem Profit von 8% gerne verkaufen. Ich weiß sehr wohl, warum ich kein Konto bei der Deutschen Bank führe.

    • me too...
      So schmierig das ist, es ist ja wohl mittlerweile Standard: wenn auch ein EZB-Direktor abends einem auserlesenen Kreis die Pläne für die weitere Zinssteuerung erläutert und die eigentlich gleichzeitig fällige ad hoc-Meldung „leider, leider“ einem „technischen Fehler“ zum Opfer fällt und erst einen halben Tag später erscheint – dann hätte man sich früher auch vorstellen können, daß dieser Direktor einige sehr unbequeme Fragen hätte beantworten müssen, auch die, ob er sich nicht lieber ins Privatleben zurückziehen möchte. Davon ist aber heute keine Rede mehr und die Sache ist so schnell unter dem Teppich verschwunden, daß man noch nicht einmal hoppla sagen kann.

    • Und das Schöne ist: Es lässt sich a) niemals beweisen und b) selbst bewiesen wäre
      es rechtmässig – natürlich bespricht man so einen Rücktritt im Familien- und Freundeskreis und natürlich informiert man den Besitzer einer Firma vorher darüber, dass man den Chefposten nicht mehr will. Wegen a) und b) allerdings hält sich mein Interesse in ganz engen Grenzen, das gehört zu den unausrottbaren menschlichen Grauzonen, über die keine Aufregung lohnt (mangels Korrekturmöglichkeit).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • @ Th. Haupts
      Ich fürchte, Sie habe einen wesentlichen Teil der Angelegenheit übersehen: die Information als solche ist natürlich rechtmäßig und natürlich wird man dies vorher ausführlich diskutieren – aber das Ausnutzen der Information ist es je nach Sachlage eben nicht. Für Mitarbeiter und andere Personen, die einen Informationsvorsprung haben, gelten in solchen Fällen idR ganz explizite Verbote, diesen auch auszunutzen. Entsprechend handelt es sich auch um einen Straftatbestand (Insiderhandel). Das Beweisen bleibt allerdings schwierig.

    • @astroklaus: Danke für die Bestätigung :-).
      Die Straftatbestände waren mir bekannt, ebenso, wie die Probleme der Beweislage. Genau deshalb sagte ich, ich bin nicht interessiert, mangels praktisch relevanter Reaktionsmöglichkeiten.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Wenn Ihre Aktienstrategie so sehr von solchen kurzfristigen Fähnchen-im-Wind-Ereignssen abhängig ist, mei. Interessant ist doch eher, was die Aktie in 7, 10, 15 Jahren macht.
      Insiderprofiteure gab es schon immer und man wird es nie abschaffen können. Die, die wie Lemminge dem Trend folgen, oder in Lemmingherden investieren (=Fonds), die sollten sich eher überlegen, ob anstelle auf eine – aktuell nicht zu beobachtende – Behebung des Vollzugsdefizits der ja durchaus existierenden gesetzlichen Regelungen zu warten es nicht einfacher und effektiver wäre, die eigene Investitionsstrategie zu ändern.

      Einem ETF auf den DAX sind die Langustenkreisabendessen z.B. relativ egal. Damit meine ich nicht, dass diese die optimale oder gar einzig sinnvolle Investitionsmöglichkeit in Aktien sind. Aber es rückt doch einiges zurecht.

  2. Der Autor möchte Herrn Blatter nicht verteidigen....
    Ich schon !

    n meinem ganzen Leben habe ich stets Fußballplätze und die damit verbundenen Massenansammlungen gemieden, ebenso wie ich nie Gefallen daran finden konnte vor einem TV dieser wenig geistreichen Betätigung des Fußballspielens zuzuschauen.

    Ich habe auch keinerlei Bezug zu Herrn Blatter, doch seit vergangenem Samstag habe ich großen Respekt vor diesem Sportförderer, denn er war mir dabei behilflich die Welt wieder ein Stück besser zu verstehen.

    Beim virtuellen Blättern in der FAZ blieb ich bei einem Autorennamen hängen und wunderte mich über die damit verbundene Überschrift:

    „Wie die Fifa die Welt erklärt“

    Herr James Kirchlich, ein Mensch aus den menschenfreundlichen USA schreibt unter dieser Überschrift:

    „Aufrechterhaltung von globalem Frieden
    Der Grund dafür ist weniger eine inhärente amerikanische Güte – obwohl ich behaupten würde, dass unsere Motive in der Weltpolitik in der Regel altruistischer sind als die der meisten anderen großen Nationen…“
    Da spricht der selbstlose Edelmut.
    Und weiter:
    „Seit es seine hegemoniale Rolle in der Asche des Zweiten Weltkrieges angenommen hat, hat Amerika die Rolle gespielt, die Josef Joffe als „Standardmacht“ bei der Aufrechterhaltung von globalem Frieden und Sicherheit nennt.“
    Und diese freimütige Stellungnahme haben wir nur Herrn Blatter zu verdanken !
    Statt der Überschrift „Wie die Fifa die Welt erklärt“ hätte man besser wählen sollen „Wie uns ein Ami die Welt erklärt“

    Wenn wir es bisher noch nicht wußten, dann wissen wir kleinen angeschi… Deutschen doch jetzt wie wir dran sind mit Frau Merkels Freunden auf der anderen Seite des Atlantiks.

    Mit freundlichem Gruß
    B.Klingenberger

  3. Wann, verehrter Don, kamen Sie denn auf die Idee, man könne mit "den Menschen"
    über „die Aufklärung“ reden? Vorangebracht wurde die gesamte Menschheit seit Beginn der schriftlichen Aufzeichnungen von maximal einigen tausend Menschen, die nur einte, dass sie jedenfalls nicht aus dem Volk kamen. Der Pöbel braucht ab und an ein möglichst prominentes (nicht unbedingt ein wirklich wichtiges) Menschenopfer, um die Frustration über die eigene Bedeutungslosigkeit und die Ahnung der eigenen Talentlosigkeit zu betäuben, man darf ihm ja heute nicht mehr mit der Reitpeitsche kommen.

    Und solange die Opfer hinterher nicht vom Galgen baumeln oder Schweine sich über deren Eingeweide hermachen, ist doch die fast perfekte Welt erreicht? Die tief Gefallenen geniessen einen materiell komfortabel abgesicherten Lebensabend in der Villa mit Meerblick. Mit der durchaus nicht völlig sinnlosen Hoffnung, eines Tages von eifrigen Aufmachergeschichtensuchern (manchmal auch Journalisten genannt) als verkannte Grössen wiederentdeckt zu werden. Das Volk wendet sich zielgruppengerecht seinem Grillwürstchen oder Mate zu, in dem Bewusstsein, dass wenn es „den X“ trifft, es ja – Gott sei Dank – jeden treffen kann. Imaginierte Gemeinsamkeit im Unglück war und ist den Menschen viel wert, das tröstet über so vieles hinweg.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  4. Vom Gegensatz von Kirche und Bank
    “Ich glaube immer an das Gute”, ja Herr Kirch, in der Kirche ist das angebracht. Aber ein Tiger wäre der Deutschen Bank gegenüber nicht so naïv.

    • Das war ironisch.

      Ausserdem ist der Beitrag voller Fehler gewesen, was ich zu entschuligen bitte – ich habe den einfach zu früh abgeschickt. Ich hoffe, es ist jetzt besser.

    • ...
      es ist noch schlimmer.

      Die Deutsche Bank traut sich selbst nicht mehr
      über den Weg.

      Nur Herr Blattner traut sich noch.

  5. Gestern bei der Wahl in der Türkei...
    war der Autor auch dabei?
    .
    Es geht doch nix über ein schnelles Rennrad.

  6. Sometimes to expect the best from everyone is arrogance.
    Der Mensch….geboren, vermehrt, gestorben. That it is.
    Und mehr kann auch die Zivilisation nicht aus dem Konstrukt „Mensch“ rauspressen. Sie kann nur spiegeln, erhöhen, ausmalen, aber letztlich ist es immer das gleiche Schauspiel nur in anderen Formen:
    Aufstieg und Fall, Reichtum und Armut, Ruhm und Schande.
    Folglich darf auf dieser Bühne keine Ewigkeit existieren, weil Ewigkeit auch dem Leben nicht beschert ist.
    D.h.: Auch der Don wird einen Tages von einer Feministin gepfählt werden (müssen) und dann werden alle jubeln, auch wir hier.

  7. öffentliche hinrichtungen
    lieber don, all die genannten beispiele sind so harmlos, alle genannten fallen in weiche netze, für die z.b. die kunden der deutschen bank dank herrn paul achsleitners gütiger fürsorge noch lange werden zahlen müssen. aber er badet nur aus, was sein vorgänger clemens börsig verbockt hat. der wird nicht hingerichtet. nun ja, der konnte ja als heimsprecher im studentenwohnheim eine heimvollversammlung in einer stunde über die bühne bringen.
    sepp blatter kann nun in seiner lieblingspizzeria in zollikon mehr zeit mit der kellnerin und wirtin verbringen und witze aus dem wallis erzählen und sich dann freundlich von den umliegenden tischen verabschieden. selten einen so freundlichen menschen erlebt und das, obwohl er schon längst herausgehört hatte, dass ich eher aus dem grossen kanton bin.
    jauch wird etwas anderes einfallen, seit dem interview mit sylvie van der vaart war doch klar, dass er das nicht dauerhaft überleben wird.

    reden wir über hinrichtungen: die von philipp jenninger, dem mann aus der heimat meiner vorfahren aus rindelbach an der jagst, das war eine, die stand mittelalterlichen exzessen obschon wir das jahr 1988 schrieben in nichts nach, ohne twr und all die anderen erregungsbeschleuniger. die presse und die meinungsträger hatten schaum vor dem mund. dies ohne seine rede gut zu finden.

  8. Sauhatz statt Hinrichtung
    Nein, nein, mit einer öffentlichen Hinrichtung hat das nix zu tun.
    .
    Öffentliche Hinrichtungen waren gesittete Schauspiele, bei denen auch das Opfer seine Würde zurückerhielt.
    .
    Sich mit einer Rede an die Menge richten und einen Psalm aufsagen, dem Henker selbst die Tränen in die Augen treiben und noch einmal zum Star werden konnte.
    .
    Maria Stuart!
    .
    Was wir heute da haben, ist eine würdelose, barbarische Schnuckhatz, passend zu unserem middelhoffmässig wulffischen Zeitalter…

  9. Auch die Hinrichtungen waren besser unterm Ancien Régime
    Und die GEMA schickte dem Spielzug keine Rechnung.

  10. Titel eingeben
    Es ist vollkommen widersprüchlich, im ersten Teil zu behaupten, dass das Geplärre auf Twitter folgenlose Kakophonie ist, um im zweiten Teil zu behaupten, es bräuchte Opfer für diesen Mob.

    Aber ich sags ganz ehrlich; Angehöriger des Pöbels zu sein ist auch kein Zuckerschlecken. Den ganzen Tag vorm Fernseher rauchen, saufen, die Kinder vernachlässigen und die Frau schlagen kann auch nicht jeder.

    • Nein, es stimmt: Denn natürlich bringt niht die Kakophonie die Leute zum ausstieg, sondern aufsichtsräte, Medienräte und die amerikanischen Fahnder. Die Leute glauben nur, dass es etwas mit ihnen zu tun hat, und sind zufrieden.

  11. Und da sehen wir es mal wieder
    Schlechtes Benehmen kann durchaus positive Auswirkungen haben. Sehen wir die Abgänge bei FIFA, ARD und Deutscher Bank also positiv. Und was das Netz macht, ist doch letztendlich nur, alle auch nur halbwegs herausgehobenen Personen mit gleicher Verachtung zu behandeln. Früher war dies das Vorrecht von Bürokratien in katholisch-mediterran oder byzantinisch geprägten sowie realsozialistischen und orientalischen Staaten. Der Demokratisierungsfortschritt ist offensichtlich. Weiter so!

    • Wir sollten das griechische Demokratie-Modell wiederbeleben und öffentliche Ämter
      unter allen Vollbürgern einfach verlosen. Die sind doch so toll und bieten soviel Bereicherungsmöglichkeiten (Volksmeinung), da werden doch wohl alle begeistert sein? Endlich dürfen sie auch mal … in den aufgeklärten Bürgerkommentaren unter „unfähig, feige und korrupt“ auftauchen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  12. @ HansMeier555 - Damals vor dem Kartoffelkrieg was alles besser!
    Qui n’a pas vécu dans les années voisines de 1789 ne sait pas ce que c’est le plaisir de vivre. – Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord

    Naja, vorausgesetzt man war Aristokrat.

  13. auch ein Fortschritt
    Edathy soll jetzt raus. So wollen es die Grandinnen. Bei sarraz nichts gelernt?
    Bei Don Camillo habe ich gelernt, dass eine gute fortschrittliche Partei Übeltäter proaktiv ausschließt. In Peppones PCI wäre S.E. nie Mitglied gewesen, und wenn, dann Verzeihung, der gedachte Abschluss passt nicht hierher

  14. Patron-und-Klientel-Strukturen
    So funktioniert die Fifa, hat die FAZ jetzt sich aufklären lassen.
    .
    Das Wörtchen „Feudalismus“ viel nicht, aber es würde der Sache kaum widersprechen.
    .
    Was Blatter falsch gemacht hat?
    Ganz einfach: Katar ging zu weit. Russland wäre grade noch geschluckt worden, aber 2022 hätte wieder eine westliche Marktwirtschaft, oder ein zuverlässiger Nato-Partner dran sein müssen.
    Vielleicht England, Australien, Spanien, Argentinien, irgendwie so was, und Katar dann erst danach.
    .
    So wurde das Zeitfenster zu lang, wo er ohne Lobby im westlichen Establishment auskommen muss, die so amerikanische Ermittlungen auch mal ausbremst.
    .
    Aber so ist das mit Alphatieren: Sie können nie rechtzeitig aufhören und treiben die Sache so weit, bis es knallt.

  15. Pingback: Nachdenkenswert #292 – sportinsider

  16. Die USA sind leben auf einem eigenen Sport-Planeten
    Und nur darum können ihre Staatsanwälte es wagen, der Fifa hinterherzuermitteln und nicht dem Superbowl oder was es da an seriöseren Organisationen gibt.
    .
    Vor allem aber sieht man in den USA den Sport insgesamt eher als Zirkus und Showgeschäft an und nicht als ein Heiligtum der Völkerverständigung.
    .
    Im Grunde haben sie genau meine Auffassung, und dass deutsche Behörden die Fifa und das komplette IOC zu personae non gratae erklären, wäre mein einsamer Wunschtraum, mit D-land als Olympiafreier Zone für die nächsten 100 Jahre…
    .
    Wenn die jungen Leute nach der Schule um die Wette rennen oder kicken wollen, können sie das doch auch einfach so, ganz ohne 70jährige Anzugträger vor Mikrofonen.

    • Selten
      etwas derart subversives gelesen.

      …“ können sie das auch einfach so, ganz ohne 70jährige
      Anzugsträger vor Mikrofonen.“

  17. Titel eingeben
    @ Thorsten Haupts – Die Frage der Legalität haben Sie sehr schön beschrieben. Meine Aufregung hielt sich auch in Grenzen. Ich fand das Ganze aber sehr amüsant und einen Beweis dafür, dass Herr Jain ein Talent für Investment Banking hat.

  18. was ist daran neu?
    Diese Art der Hinrichtungen gab es schon immer, in jedem Dorf. Nur dass die Dörfer jetzt größer sind. Und die Leiden der Jauchs und Blatters wurden und werden mit gigantischen Schmerzenzgeldern gemildert. Für solches Einkommen würde ich mich gern durchs Dorf jagen lassen und den zahlenden Zuschauern dabei irgend einen Finger zeigen.

  19. Leicht gesagt, Don ...
    … („…bin froh, niemanden zu sehen, der dort seine niedrigen Aggressionen auslebt. Die sollen mal schön vor dem TV-Gerät bleiben …“). Aber, leider, vor dem Fernseher gibt’s regelmäßig heftigen Ärger mit der Ehefrau, wenn man es wagt, etwa über die Steilküsten-Schmonzetten eine (un)passende Bemerkung zu machen. Da könnte man durchaus auf die Idee kommen, sich stattdessen einfach im Straßenverkehr abzureagieren …

  20. Titel eingeben
    In der ersten Zeile heißt die tolle Sängerin noch falsch: …mizzi.

  21. Titel eingeben
    „macht seine Videoshow mit schrägen Figuren“
    .
    Der Veranstalter ist auch mir unsympathisch.
    Haben Sie die zwei Stunden und 40 Minuten angeschaut, Don? zugehört? Gibt’s bei Youtube. Der unsägliche Ken hält sich zurück und lässt die vier Herrn tatsächlich ausreden. Und die reden nichts „schräges“: Was z.B. der CDU-Mensch da so sagt, hätte auch vom Don kommen können. Den könnte man glatt wählen.

  22. Titel eingeben
    Haben Sie die 2h40min gesehen, bei Youtube? Was ist an den 4 Leuten „schräg“? Dass sie nicht die üblichen Lügen vortragen sondern was tun, schreiben, reden… Machen Sie doch auch, hier. Sogar in die gleiche Richtung.
    Der Veranstalter, es geht um diesen Ken, den ich ebenfalls sehr unsympathisch finde, hält sich zum Glück meist zurück und lässt seine vier Gäste ausreden. Man erfährt viel. Und den CDU-Wimmer würde sogar ich glatt wählen.

  23. Turbos
    „Woraufhin sich die Unwissenden am Montag beeilen, Aktien der Deutschen Bank zu kaufen, die die Freunde der diversen Akteuren mit einem Profit von 8% gerne verkaufen.“

    Dumm nur, dass die Aktie im fraglichen Zeitraum gar nicht so stark gestiegen ist. Aber es gibt ja noch Derivate z.B. Turbo-Zertifikate, Zeug mit dem wahrscheinlich schon die Kinder von A.Jain spielen.

  24. welche gehen,
    welche kommen.
    .
    solange der / die / das deutsche für sein grundrecht auf gebührenfinanzierten fussball aus der glotze eintritt, wird sich bei ard, zdf, adidas und fifa nichts wirklich ändern. warum sollte es.
    .
    der sepp ist ein ganz geschickter. der hat sich ganz elegant aus der schusslinie gebracht, jetzt sollen nächstens eben andere. nur mal so, andere gehen mit 63 und freuen sich, noch etwas vom leben für sich gerettet zu haben.

    die deutsche bank liess ihren inder gehen und holte sich einen engländer. wenns der dividende und dem kurswert dient – an beiden soll es derzeit eher hapern, hört man. also empfehlung halten, wie die bänker sagen, wenn sie meinen, verkauft den schrott, solange ihr noch halbwegs was dafür bekommt.
    .
    jauch? günter jauch? kennt den wer? muss man den kennen?

  25. Glotze
    Werter Don,

    ich lese ihre Artikel sehr gerne, bin aber beim Thema Glotze hin und her gerissen. Was wollen mir Menschen sagen, die erklären Sie hätten keinen Fernseher und warum erklären Sie es wie Vegane immer ungefragt? Halten die sich deswegen für intelligenter?
    Der eine schaut fern und der andere springt im Internet über jedes Stöckchen der Gendertröten o.ä. und verbringt damit seine Zeit.
    Soll doch jeder nach seiner Facon glücklich werden.

    Beste Grüße
    DocSnyder

    • Ich bin halt erstaunt darüber, dass man sich so etwas vorsetzen lässt, sich darüber beschwert und am nächsten Tag wieder einschaltet. Das Leben hat so viel mehr zu bieten, finde ich.

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