Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der beste Platz zwischen den Stühlen

| 28 Lesermeinungen

„Well, if you want to say yes, say yes
And if you want to say no, say no
‚Cos there’s a million ways to go
You know that there are“

Yusuf Islam (ehemals Cat Stevens), If you want to sing out

 Das oben zitierte Lied stammt aus einem meiner Lieblingsfilme. Ohne eine große Cineastin zu sein: Einige Filme mag ich sehr, und „Harold and Maude“ gehört definitiv dazu. Long Story told short, der blutjunge Harold verliebt sich in die fast achtzigjährige Maude, sie erwidert seine Gefühle und die beiden verbringen einige hochromantische Tage, bis Maude an ihrem achtzigsten Geburtstag selbstbestimmt und geplant aus dem Leben scheidet.

Der Film bricht mit dem ein oder anderen Tabu, er ist kritisch, eine Aufforderung zur sanftmütigen Revolte, zur Übernahme der Verantwortung für das eigene Lebensglück, wie schräg, steil oder verwunden der Pfad auch sein mag, auf dem es zu erreichen ist. Er ist damit auch eine Aufforderung, sich anzustrengen, wenngleich ausnehmend nicht in der neokapitalistisch auf monetären Erfolg und Selbstausbeutung ausgerichteten Art und Weise, die meine Generation vielleicht mit Anstrengung assoziiert. Es geht weder um die perfekte Ehe, noch die perfekte Karriere, noch den perfekten Körper. Es geht um leuchtende Augen und schlagende Herzen und um das Weiterleben nach der persönlichen Katastrophe. Nicht um den sinnlosen Versuch,  diese zu vermeiden. Es knallt immer. Irgendwann. Es werden Fehler gemacht, es passieren hässliche Dinge, die Frage ist nur eben, wie man damit umzugehen gedenkt.

Was mich fasziniert und inspiriert, ist die ungebrochene Freundlichkeit, mit der Maude ihre Kritik anbringt. Bei aller Radikalität, über ihre Lippen kommt kein Vorwurf, es gibt keine Anspruchshaltung, dass ihr Weltbild vom Gegenüber übernommen werden müsste. Ich sitze da mit einer Schüssel Pralinen vor dem Fernseher und applaudiere still. Ich würde mir ein bisschen mehr maude-a-like Umgangsformen wünschen, etwas mehr Charme, etwas mehr Understatement, dafür ein bisschen weniger Hetze und Polemik bei gleichzeitig behutsamerer Wortwahl. Man darf schon ein bisschen aufpassen, was man sagt. Kritik respektvoll zum Ausdruck zu bringen ist eine selten gepflegte Kunst, die ich persönlich schon schätze.

Wissen Sie, man kann beispielsweise für oder gegen die Ehe für alle sein, sie in die Nähe von „Inzucht“ zu rücken, ein Wort, dass ich noch aus meinen Kindertagen im stramm rechtskonservativen Millieu unkompliziert gestrickter Bausparerfamilien kenne, und einfach geschmacklos ist. Wenngleich nicht verwunderlich, ich habe mich ja schon mit den Äußerungen der Urheberin dieses unglücklichen Vergleiches zu meinem Berufsstand auseinandergesetzt. Und mei, daad I do sogn, mi wundats ibarahaupts ned. Das ist eben, was dabei raus kommt, wenn man nicht bereit ist, sich damit abzufinden, dass anderen Leuten andere Sachen gefallen, als einem selbst. Und nicht begriffen hat, dass die eigene Freiheit halt auch nur so groß ist, wie die desjenigen, der genau die gegenteilige Meinung vertritt.

Der Punkt, an dem ein fruchtbarer Dialog möglich wird, ist eben der, an dem ich dem Gegenüber Luft lasse, um aufzusprechen, sich möglichst frei zu bewegen, zu tun, was er oder sie für richtig hält. Dabei muss man sich nicht jeden Blödsinn sagen lassen, dafür hat ja auch kein Mensch wirklich Zeit und Nerven. Ab und zu ist Ignoranz das Mittel der Wahl.

Der Gegenseite den Mund zu verbieten wird allerdings in der Regel nicht zum gewünschten Effekt führen, deswegen plädiere ich dafür, die Verantwortung für das eigene Lebensglück auch an dieser Stelle zu übernehmen, und aus sinnlosen Diskussionen auszusteigen. Weswegen ich beispielsweise mit Leuten, die nicht in der Lage sind, meinen Beruf und das illegale Treiben von Menschenhändlern auseinander zu halten, nicht mehr so gerne diskutiere. Ich werde da einfach zu schnell unfreundlicher, als ich eigentlich sein möchte. Im Grunde meines Herzens weiß ich nämlich Meinungsvielfalt sehr zu schätzen. Deswegen feire ich auch intern jeden Vertreter eines konservativen Ortsverbandes, der sich in meinem Boudoir einfindet und beim spätestens dritten Besuch die Parteimitgliedschaft gesteht. Was nicht heißt, dass ich diese Parteien besonders mag. Aber mich graust fast vor nichts, und ich freue mich, dass ich an der Bruchstelle zwischen gesellschaftlicher Erwartungshaltung und persönlichen Bedürfnissen im Schein der roten Lampe zu Einsichten kommen darf, die meinem Seelenfrieden sehr förderlich sind.

Ab und an muss man sich aber aus der Komfortzone begeben, und so habe ich mich am Wochenende an die frische Luft, genau gesagt ins Bergland, nach Garmisch gewagt, und mir diesen G7-Protest mal live angeschaut. Erstens hat es mich interessiert, zweitens war das Wetter schön, und drittens wollte ich mal wissen, wie es denn bei so einer Personenkontrolle zugeht. Es ist nämlich so, dass ich seit nunmehr bald zwanzig Jahren einen Führerschein besitze und mich auch ansonsten gelegentlich im öffentlichen Raum bewege, aber mit einem derart harmlosen Erscheinungsbild gesegnet bin, dass ich im Leben noch keine Personen- oder Verkehrskontrolle (jaja, Wortwitz) erlebt habe. Also habe ich die Haare zusammengebunden, mich in einen schwarzen Jumpsuit gepackt, schwarzer Rucksack, Sonnenbrille. Sollte linksautonom genug aussehen, dachte ich, und auf nach Garmisch.

Meine Kalkulation war die, dass ich nicht mal den Zug erreichen würde, bevor jemand mich kontrollieren würde. War aber nicht. Ich habe mir eine Banane gekauft, noch eine Zigarette geraucht, versucht, verdächtig auszusehen und mich in den Zug gesetzt und bin nach Garmisch gefahren, unbehelligt. Ebenso unbehelligt bin ich an geschätzten 150 Polizisten vorbei aus dem Bahnhof hinaus marschiert, und das, obwohl ich es nicht mal geschafft habe, freundlich zu lächeln, es war nämlich wirklich alles andere als heimelig und angenehm. Ich mag überzogene Polizeipräsenz nicht so sehr, deshalb arbeite ich ja auch nicht im Puff, obwohl ich eigentlich gerne ab und zu mal eine Woche … egal… Also, raus aus dem Bahnhof, weiter in Richtung Protestcamp. Was gar nicht so einfach war, denn ich habe einen ausnehmend schlechten Orientierungssinn, dazu eine rechts-links-Schwäche, und vor lauter Einsatzfahrzeugen und viel zu warm eingepackten Ordnungshütern wusste ich zunächst nicht, wo ich eigentlich lang wollte.

Linksautonom aussehen, aber das Smartphone mit Apfellogo zücken, um sich von Google den Weg zum Protestcamp weisen zu lassen, das trifft etwa meinen Humor, also mit Knopf im Ohr an Hundertschaften vorbei. Bei völliger Ortsunkenntnis selbstbewusst voranschreiten, als wüsste man genau, wo man hin will, das habe ich in diversen Hotellobbys gelernt, da macht mir so schnell niemand was vor. Hat auch funktioniert, wieder keine Kontrolle, nur Sonnenschein, Bergkulisse und ein Haufen verschwitzter Leute in Uniform. Nach allem, was ich vorab gelesen hatte, von Journalisten, die trotz Akkreditierung nicht in die Stadt durften (gut, einen Helm hatte ich nicht dabei, aber eben auch keinen Zettel, der mich als zu irgend etwas anderem als in der Gegend herumstehen berechtigt ausgewiesen hätte), von hermetischer Abriegelung und befürchteten Krawallen, fand ich die konsequente Nichtbeachtung meiner Person durch die Obrigkeit schon etwas erstaunlich. Zumal man in meinem Berufsstand diesbezüglich eher zur Paranoia zu neigen pflegt. Eine Radfahrerin ist mir fast über die Füße gefahren und wurde daraufhin von einer übellaunigen Polizistin zurechtgewiesen. Das war das aufregendste Ereignis zwischen Bahnhof und Camp.

Das Camp erinnerte mich ein bisschen an die Festivals meiner Jugend, wo man wochenendenweise ohne fließend Wasser auf irgend eines Bauern Wiese diverse Körper- und Geistesfunktionen erforscht hat. Junge Gesichter, ein bisschen Hippiecharme, Volksküche, wilde Frisuren und Batikshirts. Die Wege zwischen den Zelten waren mit rot-weißem Signalband markiert, damit auch ja niemand seine Heringe zu weit im Weg ein- und deswegen ein Genosse hinschlägt. Sehr zivilisiert, nachgerade ordentlich, und zum Abmarsch in Richtung Bahnhofsvorplatz gab es Äpfel und Bananen von der VoKü für alle.

Was es auch gab, war dicker Applaus des gesamten Zuges für den Mann, der die Dixie-Klos entleerte, als sich die Protestierenden in Richtung Auftaktkundgebung in Bewegung zu setzen begannen. In unseren grundlegenden Bedürfnissen sind wir letztlich vereint, allein die Wertschätzung für jene, die uns ihre Erfüllung ermöglichen, variiert, auch im Zusammenhang mit der Erwartungshaltung des sozialen Umfeldes.

Hier war die Wertschätzung jedenfalls groß und fand angemessenen Ausdruck. Wie groß die Wertschätzung ebenfalls anwesender radikalfeministisch linksneurotischer Demonstrant*Innen für mich als Vertreterin des internationalen Hübschlerinnentums gewesen wäre, habe ich dank diverser Diskussionsveranstaltungen antizipieren können und deswegen nicht ausprobiert. Das ist die Form von Diskussion, von der ich oben schrieb, dass ich sie nicht mehr führe. Wenn es sich denn vermeiden lässt. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, ich finde es gut, dass Leute auf die Straße gehen, „siamo tutti antifascisti“ und „Bürger, lasst das Glotzen sein, reiht euch in die Demo ein“ rufen und wegen mir auch teilweise für nicht ausreichend reflektierte extreme Ansichten Position beziehen. Einfalt ist ja glücklicherweise nicht verboten, andere Weltanschauungen wissen das auch zu schätzen, und ein Gleichgewicht findet sich schließlich im Ausgleich. Also kann Garmisch als Tal und G7 als Gipfel der Glückseligen schon ein bisschen Widerspruchsgeist vertragen. Zumal die Polizei eh schon herumstand und Geld kostete. So bekamen die Bürger denn auch etwas geboten für ihr Geld. Wenn sich die Prominenz versteckt, zeigt sich eben das Proletariat, man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Deswegen habe ich auf dem Heimweg auch noch ein Pläuschchen mit einer kleinen Gruppe Polizisten gehalten. Meine persönliche Schnittmenge mit deren Meinungsäußerungen empfand ich themenbezogen als überraschend, großklimatisch mag das anders aussehen, aber das war wohlweislich nicht Thema. Kontrolliert wurde ich natürlich wieder nicht, vielleicht war ich zu freundlich. Ich dachte nämlich zwischendrin an Maude, die ein Bäumchen retten will, und stinkfreundlich, aber bestimmt, den Polizisten, der sie hindern möchte, mit einem geklauten Wagen aus der Stadt zu düsen, fassungslos dreinblickend am Straßenrand stehen lässt. Man muss halt Prioritäten setzen. Und die dann freundlich lächelnd mit Zähnen und Klauen verteidigen.

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28 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    danke für diesen köstlichen text ich habe mich gerade gesundgelacht damit und mir das bildlich vorgestellt sie haben wirklich eine gesunde seelenlage

  2. Gemütliche bayrische Polizei
    Der „Tagesspiegel“ schrieb vor einigen Tagen: „Bayerns Polizei hielt einen Bus an, in dem 21 somalische Flüchtlinge saßen, viele mit gefälschten Pässen – und ließen ihn weiter nach Brandenburg fahren. Dessen Innenminister ist irritiert, findet aber, daß damit zumindest die Frage nach der besseren Polizei geklärt ist.“

    Die Erfahrung lehrt, daß sich die Jungs aus den afrikanischen Städten in den endlosen Weiten Brandenburgs nicht sonderlich wohl fühlen und demnächst am „Görli“ begrüßt werden können.

    • Ich kann mir vorstellen, dass nicht wenige von denen, die sich da echauffieren, auch im Bus säßen, wenn sie einen gefälschten Pass bekommen hätten und ihre Heimat ihnen keine mehr sein könnte. Und sich auch aus Brandenburg verziehen würden, um die Integrationsarbeit soll es da ja auch eher mäßig bestellt sein.

      Das Problem wird sich durch solche Einwürfe nicht lösen lassen, nehme ich an, und mit einem „sollen die doch bleiben, wo sie herkommen“ ist es wohl noch weniger getan.

  3. Zu einer zivilisierten Diskussion gehört auch Redlichkeit.
    Und Kramp-Karrenbauer war dabei jedenfalls weit redlicher, als die „Ehe für alle“ Propagandisten. Wenn das Hauptargument für die Ehe zwischen Homosexuellen die Beseitigung einer Diskriminierung ist, dann ist es absolut redlich, diesen Gdanken weiterzuspinnen. Und zu fragen, warum man „Ehe für 2 nichtverwandte Erwachsene unterschiedlichen Geschlechtes“ nur durch „Ehe für 2 nichtverwandte Menschen gleichen Geschlechtes“ ergänzt (und damit bestimmte Diskrimnierungen weiterführt). Anstatt Ehe zu definieren als „Ehe zwischen beliebig vielen Menschen beliebingen Geschlechtes und beliebiger Verwndschaftsverhältnsse“.

    Kramp-Karrenbauer hat den Finger absolut präzise in die offene Wunde der „Ehe für alle“ Enthusiasten gelegt, indem sie diese ernstnahm. Redlicher geht es kaum, politisch war es äusserst unklug (weil die Öffentlichkeit als Müllhalde und nicht als Oberseminar funktioniert).

    Inzucht, soviel noch zum Thema „Umgang“, kam übrigens nicht von K-K. Es ist – freundlich ausgedrückt – dem eigenen Argument nicht förderlich, selber unsauber zu argumentieren.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Also wegen mir darf die Ehe gerne für beliebig viele Erwachsene jedwelchen Geschlechts geöffnet werden, da sehe ich nicht wirklich ein Problem.

      Und was die Verwandtschaftsverhältnisse angeht, ich habe da kürzlich etwas sehr interessantes gelesen, ich meine vom Ethikrat, ich suche das gerne mal raus, aber ich glaube nicht, dass Polemik der Sache förderlich ist, und da waren KKs Äußerungen gewiss nicht ganz einwandfrei. Was als Absicht ja auch okay geht, nur mag dazu nicht jeder applaudieren. Kennt man ja.

    • Also wegen mir
      (Lach) Wegen mir auch. Ich leg dann wieder meine beiden Lieblingskurven (gesellschaftliche Liberalisierung und Reproduktionsratenentwicklung) übereinander, markiere nen neuen Meilenstein und bedaure, dass ich in 100 Jahren keine Geschichtsbücher mehr lesen kann.

      Guss,
      Thorsten Haupts

    • Ehe für alle
      und Reproduktionsreduzierung ist überhaupt kein Problem.

      Aus Forensik ist bekannt, daß es nur ca. 500 Mio. unterschiedliche
      menschliche Genome gibt und das bei 7 Mill. Menschen.

      Auch eigene Kinderlosigkeit schützt niemanden davor in 100 Jahren noch in der Gegend herumzulaufen.

    • geau genommen
      differnziert sich die Menschheit seit 400 Jahren nicht mehr aus.

      da hilft auch der Ruf nach Vielfalt nicht viel.

    • Ehe für alle?
      Die Auswirkungen früherer Inzucht
      zeigt Nachwirkungen bis heute!
      Die unter dem sog. Usher-Syndrom
      (Usher heißt der Entdecker) leidenden
      sind entweder seit Geburt –
      oder werden im Lauf des Lebens –
      taub-blind.

    • Ich bin mal gespannt, was in 50 oder 80 oder noch mehr Jahren über die Folgen exzessiver Reproduktionsmedizin und das Herumdoktorn an der genetischen Ausstattung gesagt und gedacht wird, denn das dürfte erheblich mehr Leute betreffen. Und zwar v.a. solche, deren Eltern/Großeltern heute recht hübsch heterosexuell und normgerecht verheiratet sind und den Spaß u. U. von der Krankenkasse bezahlt bekommen.

  4. Der beste Platz zwischen den Stühlen
    Nehmen Sie außer „zwischen-den-Stühlen-Raum“ der Menschen
    und ihren (Dialog-)Problemen…und Film-Liedern einer
    „Kopf-Kino-Geschichte“ auch die „Schöpfungslieder, Geruchsmelodien,
    Visual-Melodien, Berührungsmelodien phys. und psych., die
    Sehnsucht der Erde-Natur nach Wahrnehmung…“wahr?
    Oder ist das zu langweilig für einen Blog-Beitrag…
    auch über „schweigende Melodien“ zu schreiben, die darauf warten
    entdeckt, gehört, gefühlt…wahrgenommen zu werden…mit
    Staunen?, Bewunderung der Kreisläufe?, Farbenmelodienpracht…
    die vielen Synthese-Symbiose 3-D-Na(h)t(o)ur-Erlebnis-Künste?
    Lesen Sie viel Bücher?…“Buchstabenbücher“ der Menschen?…
    lesen Sie auch kognitiv die „Bibelsymphonien“ der Erde…und
    staunen über diese, von Menschen auch nicht nur ansatzweise
    kopierbaren, Wunder…der Wasser-, der Erden-, Wies’n-, Blumen-
    Wälder-…Melodie-Wort-Kreisläufe in 3-D, Farbe , Geruch, ERLEBEN
    in Realität…mit offener Wahrnehmung?
    Die heilige, Geist heilende, Schrift der Evolution…hören,
    riechen, schmecken…nehmen Sie wahr?
    Schreiben aber lieber, ausschließlich?, über die „blauen Wunder“
    die Sie mit Menschen erleben…oder erleben Sie nur Menschen?
    Können Sie nur Menschen erleben?
    Keine Liebe für die Evolution, die Bibel in Erlebnisrealität,
    in Melodien?
    Nur so ein paar Wahrnehmungs-Gedanken von mir…
    zwischen den Sonnenstrahlen…Ihren Sonnenstrahlen?… Menschenkunstsonnenstrahlen?…Blog-Sonnenstrahlen?
    :=)?

    MfG
    W.H.

    • Mit der heiligen Schrift habe ich es nicht unbedingt, und was die Symphonien angeht, da habe ich demnächst ein paar Konzertkarten.

    • @ Despina
      Konzert-Karten…ja, dachte ich mir. Viel Spaß.

  5. Frau Despina und ihre Jugend.....
    „Harald and Maude“ kam 1971 in die Kinos und ich darf unterstellen, daß die Autorin zu diesem Zeitpunkt, real, noch nicht unter uns weilte, sowie sie auch heute auch nur ein Pseudonym bekannt ist.

    Willi Brand war Bundeskanzler und Coco Chanel starb in diesem Jahr und am 07.Februar diesen Jahres gnadete man den Frauen in der Schweiz das Wahlrecht zu.

    Der Film hatte etwas mit dem Lebensgefühl dieser Zeit zu tun, was heute das Privileg derer ist, die die diese Zeit bewußt erleben durften.

    Heute kann man diesen Film gerne in Dauerschleife im öffentlich rechtlichen Fernsehen zeigen und es stellt sich das ein, was das Lexikon des Internationalen Films damals schon schrieb:

    „Eine sanft anarchistische Komödie, die die verträumte Lebenslust der amerikanischen Blumenkinder der späten 60er-Jahre beschwört und vom Charme ihrer Hauptdarsteller profitiert.“

    Oh, und da war noch Cat Stevens Song, Pardon, Yusuf Islams Song „If You Want to Sing Out“, der sich wie ein roter Faden durch den ganzen Film zieht.

    In die gegenwärtige Zeit übertragen könnte das Deutsche Fernsehen ebenso den Film „Die große Liebe“ von 1942, mit Zarah Leander in Dauerschleife zeigen.

    Ob Zarah Leaders Songs „Davon geht die Welt nicht unter“ Yusuf Islams Song If You Want to Sing Out“ ist inhaltlich kein großer Unterschied mehr.

    „Harald and Maude“ erscheint mir heute wir ein romantischer Propagandafilm der Bundesregierung.

    Ja, und da war noch die mutige undercover Wanderung der Autorin ins „Protestcamp“ in Oberbayern.

    Ohne kontrolliert zu werden !

    Weshalb sollte man jemanden auf dem Weg zu einem Abenteuerspielplatz, fern ab von dem Ort wo das zaghafte Demonstrationsanliegen tatsächlich vorgetragen werden sollte, physisch kontrollieren, wenn 99,99 % der mutigen Softdemonstranten ihr Handy dabei haben und jeder Schritt den sie tun, jedes Wort, das sie sprechen vom Schreibtisch aus Bad Aibling sekundengenau mitverfolgt und aufgezeichnet werden kann?

    In Bad Aibling weiß man wo sie gerade gehen, Frau Despina !

    Das war der medienwirksame Protest auf dem vom BND legitimierten Abenteuerspielplatz unter formeller Polizeiaufsicht.

    Da fällt mir eigentlich nur noch ein dummer Spruch ein:

    Ne sutor supra crepidam, woraus sich für den jungen Leser ein: „Schuster bleib bei deinem Leisten“ ergibt.

    Mit freundlichem Gruß

    B.Klingenberger

    • Mei, für die späte Geburt kann ich halt nichts, ich bemühe mich allerdings redlich, vorzeitig zu altern.

      Und von Mut hatte ich gar nicht gesprochen, da müssen Sie auch fragen, ich bin eine ausgesprochene Hasenfüßin.

  6. Titel eingeben
    Ich besitze nur drei DVDs mit Filmen: Sein oder Nichtsein, Hotel New Hampshire, und …Harald und Maude. Maude hatte übrigens eine ganz bestimmte Tätowierung am Arm … das macht ihre (trotzdem-) Menschenfreundlichkeit noch wunderbarer und deutlicher.

    • Hotel New Hampshire.
      Ich lese gerade die Mittelgewichtsehe und habe neulich „In einer Person verschenkt“.

      Wobei mir auffällt, dass das ja auch zu dieser Ehefürallediskussion passt. Ich mag Irving jedenfalls.

  7. auf Befehl
    oder auf Wunsch wird kommentiert:

    Sie sind nicht die Erste, werte Frau Castiglione, die ihr Bild von den bayerischen Bullen korrigieren kann. Da gibt es nettere und bazigere, strohdumme und blitzgescheite Menschen. Eine leicht begrenzte Auswahl aus der Grundgesamtheit. Aber wenn es drauf ankommen sollte, dann bilden die Bolli die dünne grüne Linie zwischen den Leuten und den Raffgierigen und Gewalttätigen.

    Wehe wenn Strom und Telephon zwei Tage ausfallen und das Risiko Polizei für die Diebe und Einbrecher wegfällt. Ohne Polizei geht es vielleicht am Kirchentag gut, vielleicht.

    • Ach, dass es überall solche und solche gibt, das war ja vorab klar. Die Stimmung hat mich interessiert, und sie war über weite Strecken gelöster, als ich mir das vorgestellt habe.

      Und Kommentare, zumindest die meisten, wünscht man sich immer. In dem Fall hat der Hausherr mich aber auch überrascht.

    • Titel eingeben
      Seine Art der Trauerverarbeitung …

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  8. Alles für alle
    Ehe für alle. Ein wunderbarer Gedanke. Und nach der Ehe für alle kommen die Kinder für alle. Ist für Kinder ja auch egal wie sie aufwachsen. Ob ein Vater und eine Mutter oder drei Väter und vier Mütter oder nur fünf Väter, alles egal. Wir können alles, wir dürfen alles. Rücksicht auf die Kinder? Warum denn, wir sind so toll, da müssen wir uns doch um die keine Gedanken machen. Hauptsache wir haben den Trauschein und ein paar Kinder. Wir sind dann glücklich. Und er rest kümmert uns nicht.

    Wer selber Kinder hat weiß, daß es für Familien gerade wesentlich wichtigeres gäbe. Nicht nur die große Politik. Wir wären ja schon froh, wenn sich unsere Politiker genau so viele Gedanken um die Renovierungen der Schulen oder den Krankenstand der Lehrer machen würden wie sie sich um die furchtbaren Diskriminierungen der Schwulen sorgen.

    ich hatte in der letzten Zeit das zweifelhafte Vergnügen einige Schulturnhallen dank der sportlichen Betätigung des Nachwuchses kennen zu lernen.
    Das ist eine Unverschämtheit. Und diskriminierend. Aber wen ninteressieren schon die normalen Kinder von normalen Familien?

    Was übrigens auch ganz witzig ist: In Ökokreisen macht man sich sorgen wie die Kälbchen wohl aufwachsen wenn sie so früh von der Mutter getrennt werden und meint es wäre doch besser die möglichst lang bei den Kuhmamas zu lassen.

    Für menschenkinder gilt das nicht. Die müssen am besten gleich nach der Geburt in die Krippe. Je früher je besser.

    Und noch was: nach der Ehe für alle kommt garantiert die Forderung nach Adoption für alle oder Leihmutterschaft oder sonst was. Und immer ganz vorn dabei die Grünen.
    Die einzige Partei/ Organisation in Deutschland die dier Legalisierung von Sex mit Kindern gefordert hat und mal im Programm stehen hatte. damals schon dabei Volkjer Beck. Der Mann der heute ganz selbstlos für die Schwulenehe kämpft.

    Manchmal wird mir schlecht.

    • Was sich mir nicht ganz erschliesst: Was hat die Öffnung der Ehe damit zu tun, Schulturnhallen zu renovieren?

      Mir stellt sich die Sachlage ja eher so dar, dass ein Kind, das in liebevollen und wertschätzenden Verhältnissen aufwächst, auch ganz gut mit Schulturnhallen zurechtkommt, die nicht dem neuesten Stand entsprechen. Was nicht heisst, dass ich für einen Sanierungsstopp bei Schulgebäuden bin, im Gegenteil. Aber ich bin dafür, dass man die Dinge sich weiterentwickeln lässt. Und da gehört für mich die Anpassung der Gesetzeslage an die Lebensrealitäten der Bürger schon auch dazu, selbst wenn es dann Leute gibt, die sich mit dem Discomfort auseinandersetzen müssen, den die Diversität möglicher Lebensentwürfe manchmal auslöst.

    • den Discomfort anderer Lebensentwürfe
      auszuhalten trau ich mir schon zu.

      Nur wieso die Anpassung an geänderte Lebensverhältnisse
      der Bürger zu einer liebevolleren und wertschätzenden Kindererziehung
      führen soll kapier ich nicht. Sind doch immer noch die gleichen.
      ich bezweifele das dadurch die pädagogischen Fähigkeiten beflügelt
      werden.
      Allerdings ist mir aufgefallen, dass so ziemlich jeder weiss, wie die
      Kinder anderer Leute zu erziehen seien.

  9. genau genommen
    braucht es doch schon lange gar keine fruchtbaren dialoge mehr – sondern vor allem fruchtbares handeln? also eben genau so und genau so selten wie unsere autorin hier: sie ist, anders, als viele, anders, als die meisten hingegangen, welch wunderbarer zustand und fügung. hat also einfach gehandelt -und so ganz anders als die vielen und meisten. scheint sich aber auch um ein angeborenes talent und wünschen zu handeln, der lebenslauf zeigte es ja schon? und ein lob des handelnden staates und seiner sozialen klugheit auch.

    einblick war übrigens auch sonst das thema.

  10. Schulturnhallen u.ä.
    Schulturnhallen haben insofern damit zu tun, daß ich, und ich glaube auch manch andere Eltern, sich freuen würden wenn die Medien und Politiker dem Thema marode Schulen genau so viel Aufmerksamkeit widmen würden wie der Frage ob eine Minderheit unter 5% der Bevölkerung unerträglich diskriminiert wird wenn sie nur eine Partnerschaft statt einer Ehe eingehen darf.

    Nun glaube ich nicht, daß die Lebensrealität der Menschen sich so sehr geändert hat. Die überwiegende Mehrzahl der Kinder wächst immer noch in ganz normalen Familien auf.
    Ich empfinde auch keinen Discomfort (kommt morgen das E im Fremdwörterlexikon?) bei all dem.
    Ich mache mir Sorgen um die Familien und die Kinder. Vor allem um die Kinder. Denn die brauchen ein stabiles Umfeld. Und das ist meiner rein persönlichen Meinung nach die Familie. Bestehend aus Vater und Mutter. Ich persönlich knabber heute noch daran, daß ich so gut wie ohne Vater aufgewachsen bin. Zumindest nicht mit leiblichem Vater.

    Aber, und deshalb mein Verweis auf die Schulturnhallen, ich habe nicht das Gefühl, daß es um die Kinder geht.
    Bei Gentechnik, Atomkraft, Handystrahlen usw. ist man in Deutschland immer ganz vorne wenn es giklt garantierte Unschädlichkeit zu verlangen.

    Dagegen kann man mit Kindern alles machen. Da verlangt niemand einen Nachweis ob es wirklich unschädlich ist in allen möglichen Formen von Zusammenleben aufzuwachsen. Da fragt keiner ob es gut ist möglichst früh in die Ganztagkrippe zu kommen.

    Sorry, aber es doch völlig irre wenn man sich Gedanken macht ob das Steak zu seinen Lebzeiten genveränderten Soja gefressen hat und nun dem heiligen Körper Ungemach zufügt und gleichzeitig findet man es toll wenn ein Junge bei zwei Müttern aufwächst.

    Solange mir keiner hieb- und stichfest nachweisen kann, daß Kinder in anderen Formen als der Familie besser aufwachsen gibt es für mich keinen Grund wegen irgendeiner Mode unserer Politiker und Meinungsmacher die Grundlage unserer Gesellschaft zu ändern.

    Die Väter des GG hatten mit Sicherheit Gründe den Schutz der Familien (und damit meinten die garantiuert das klassische Modell) so weit vorne unterzubringen.

  11. OT
    Wieder einmal verlieren die Anleger das Vertrauen in Land X oder
    Y.
    Wenn das so weiter geht mit dem grassierenden Vertrauensverlust
    – so viele Länder gibt es auch nicht –
    was machen die Anleger dann?

    Was wird aus den Menschen, wenn man kein Vertrauen mehr in sie hat,
    weil sie nix mehr gebacken bekommen.

  12. Rechts verbohrt und selbstsüchtig und links tolerant und menschenfreundlich???
    In der recht spannenden Grundsatz-Diskussion im „Fahrradkeller“ nebenan sind ähnliche Gedanken angesprochen wurden.
    Warum werden wir zunehmend dialogunfähiger?

    Meine Vermutung läuft in die Rcihtung, dass die Probleme dermassen komplex geworden sind, dass wir uns aus Überforderung mit einer rationalen Lösung zu einer emotional aufgeladenen ideologischen Position ereifern, die unsere narzistische Eitelkeit befriedigt.

    @Alpjaga: Sie vertreten in sympatisch formulierter Weise „Volkes Stimme“, was ich sehr begrüsse, damit diese nicht nur von nationalem Gebell sich selbst desavouierend zu hören ist, sondern auf eine Art, die sowohl dialog- wie zustimmungsfähig ist.

    Leben und leben lassen. Etliche unserer „Probleme“ sind im Vergleich zur politischen Weltlage absolute Luxusprobleme.

    Die grundsätzlichste Frage, mit der wir konfrontiert sind, ist die, das grosse Teile der Weltbevölkerung aufgehört haben, an eine rationale, diesseitige Lösung zu glauben – und ihre Hoffnung auf das Leben nach dem Tod verlagert haben, was den einzelnen dazu befreit, sich über ein richtig oder falsch seiner Handlungen zu zerzweifeln, solange er nur die alten überlieferten Gesetze befolgt. Das kann wirklich befreiend erlebt werden.

    Ich sehe viel mehr Perspektiven im Dialog der Interessen – und ein liberaler Umgang mit Sexualität ist eine Grundvorraussetzung einer Gesellschaft, die ein entscheidungsstarkes Individuum will, das nicht von Schuldgefühlen zernagt und giftig geworden ist.

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