Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Totalitären kommen

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הבה נרננה ונשמחה

Ich wohne in Mantua sehr idyllisch. Gegenüber von der Altstadt, am See. Es gibt hier einige sehr hübsche, kleine Villen. Eine davon wurde vor Kurzem ein Raub der Flammen.

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So würde ich das vielleicht formulieren, wenn das hier der Polizeibericht wäre. Ich kann auch berichten, dass das Feuer von Einbrechern vorsätzlich gelegt wurde. Privat möchte ich noch anmerken, dass hier der Lebenstraum eines alten Mannes vernichtet wurde, der sich all die Jahre liebevoll um Haus und Garten kümmerte. Ich weiss das, denn er ist mein Nachbar. Vor zwei Jahren hat er ein Rennrad verkauft, das mir leider etwas zu klein war. Ein netter Herr. Jetzt sind sie dort eingebrochen und haben, entweder weil es dort nichts zu holen gab, oder um Spuren zu verwischen, das Haus angezündet. Innen ist es weitgehend ausgebrannt. Es war ein sehr schönes, kleines Sommerhaus mit einem pittoresken Garten. Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es in den Medien Vorgaben, die Herkunft der Täter nicht zu veröffentlichen. Und so ein abgebranntes Privathaus ist natürlich kein Fanal wie ein brennendes Asylbewerberheim.

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Meine Freundin, bei der ich meine Wohnung miete, staucht mich immer zusammen, wenn ich ein Rad in der Nacht draussen hinter dem Haus stehen lasse. Ich amüsierte mich früher über den Türrahmen und die fünf massiven Stahlriegel, hinter denen ich mich einschliessen sollte. Das hat sich etwas geändert, als ich in Brescia Opfer eines Raubversuchs wurde. Ein Herr afrikanischen Ursprungs sprach mich an, und während er auf mich einredete und herumfuchtelte, holte er mit einem Bein aus und versuchte gleichzeitig, mir ein Bein wegzutreten und in mein Sakko zu greifen. Ich bin flink und sportlich und hatte so etwas geahnt, und er trat ins Leere. Aber seitdem frage ich mich schon, was passiert wäre, wenn er sich meine Mutter dafür herausgesucht hätte. Ob er sie getroffen hätte, und ich mich nun seit Jahren um das kümmern müsste, was die Statistik als „Pflegefall“ bezeichnet. So ein Raub geht ganz schnell, trotzdem dominiert das seitdem meinen Eindruck einer ganzen Stadt. Wie viele Menschen der Mann wohl ins Krankenhaus getreten hat? Ganz offen, ich würde ihn mir lieber in einem Auffanglager in der Sahara als in Brescia wünschen. Das ist meine Meinung. Sie ist vielleicht nicht schön, aber so ist es eben.

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Ich weiss natürlich, dass so etwas überall passieren kann. Meine Freundin reagierte auch entsetzt, als ich einmal einem Bettler aus Afrika etwas gab und dabei zu offen meine Geldbörse zeigte. Das sei geradezu eine Einladung für einen Raub. Vielleicht muss ich jetzt noch erzählen, dass sie hier auf dem Land Theater zusammen mit Politikern der Rifondazione Communista macht, aber auch bei denen sieht man keine Schilder mit der Aufschrift „Refugees welcome“. Das kann sich hier niemand leisten, denn das, was die Leute hier speziell von der Migration aus Afrika mitbekommen, sind neben den Händlern mit Fälschungen die organisierten Banden, die jedesmal mit den Märkten auftreten. In Italien muss man auch dort kleine Nummern ziehen und dann in einer Schlange geduldig warten, bis man dran ist. Diese Schlangen werden dann richtiggehend gemolken. Man wird buchstäblich angehauen. Vollkommen distanzlos, penetrant und wenn man Pech hat, an jedem Stand. Das ist ein Problem. Das ist die Alltagserfahrung mit Migration, und sie ist schwer erträglich. Aber die jungen Männer, die das machen und sich dabei hauptsächlich an Frauen halten, sehen nicht so aus, als ob man sich mit ihnen anlegen sollte.

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Es sei denn, man ist dieser Herr hier. Dieser Herr hat eine kaputte Biographie: Er hat sein Studium geschmissen und sich von seiner Frau getrennt. Das ist in so jungen Jahren schon ziemlich schädigend für einen Politiker, und dann läuft er auch noch so rum: Räuberbart, Hoodie, Ohrring. Dieser Mann sieht überhaupt nicht aus wie die Kelten, auf die sich die rechtsradikale Lega Nord lange als Vorfahren berufen hat, er ist dem Tuco aus Sergio Leones Western „The Good, the bad and the ugly“ wie aus dem Gesicht geschnitten. Er könnte einer der Schergen Peppones sein, und hat sogar mal für die Kommunisten kandidiert. Er hat etwas ganz Unerhörtes getan: Als der Papst den Umgang mit den Lampedusa-Flüchtlingen anprangerte, kuschten die anderen Politiker. In Italien ist der Papst eine unangreifbare Instanz. Aber dieser Mann fuhr den Papst derb an, er sollte sich da raushalten. Dieser Mann hat es nicht nur geschafft, die von Skandalen zerrissene Lega Nord wieder aufzubauen. Er hat es geschafft, sie auch im Süden des Landes auszubauen, und momentan nimmt er den Resten der Berlusconiparteien mit dem Thema der Flüchtlinge Wähler, Kandidaten und Kader ab. Sein Name ist Matteo Salvini, und er ist der Chef der Lega Nord. Er fordert, die Lager von Sinti und Roma mit dem Bulldozer einzuebnen und bekam in meiner Drittheimat mit seinem Bündnis jede fünfte Stimme bei den letzten Wahlen. In Verona, wo ich früher war, regiert die Lega unangefochten. Weil sie nicht nur vom Vertreiben gesprochen hat, sondern das auch durchzog; Gegen Prostituierte, gegen Migranten, gegen Arme. Verona ist in dieser Hinsicht eine politische Dystopie, ein Labor für demokratisch legitimierte Ausgrenzung.

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Aber selbst Salvini differenziert. Man kann Salvini nicht pauschal als Ausländerfeind bezeichnen, und dumm ist er nicht: In einer Zeit, da viele Italiener versuchen, in Deutschland Arbeit zu finden, beklagt er sich nicht über die Arbeitsimmigration. Über die Pakistanis, die in Italien die Küchen und die Reinigung in den Touristenhochburgen am Laufen halten, und für niedrige Preise sorgen, sagt er nichts Schlechtes, Er konzentriert sich auf die Migration aus Afrika und vom Balken. Und er wirbt nicht mit einer neuen faschistischen Diktatur, sondern mit „un Paese normale“, mit dem, was in normalen Ländern üblich sei. Was wohl ein Journalist denken würde, ruft er in meinem Mantua, wenn er aus einem normalen Land wie Deutschland hierher käme und sehen würde, wie das alles zusammen mit der inkompetenten Verwaltung und der hilflosen Regierung in Rom in Schieflage gerät. Salvini tritt mit dem Versprechen an, aus Italien ein normales Land zu machen. Wie Deutschland. Und die Reaktion der politischen Kaste in Italien ist die faktische Aufkündigung des Dubliner Abkommens: Natürlich halten sie keinen Flüchtling auf, der nach Deutschland will. Unter Berlusconi wurde das sogar aktiv gefördert. Italien hat eine enorme Wirtschaftskrise seit sieben Jahren, bei Mantua die Folgen eines Erdbebens, manche Leute wohnen immer noch in Zelten, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei weit über 20 Prozent: Quer durch alle Parteien geht der Konsens, dass man die teuren Folgen der Migration in all ihren Schattierungen nicht tragen kann und will.

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Es ist nicht so, dass die Weiterleitung der Flüchtlinge aus Italien der deutschen Politik unbekannt wäre. Eigentlich müssten die meisten, die nach „un paese normale“ Deutschland gelangen, ihre Anträge in den Einreiseländern Griechenland, Italien und Spanien stellen – also in den von der Eurokrise am schlimmsten betroffenen Ländern. Oder, wenn sie vom Balkan kommen, in Rumänien, Bulgarien oder Slowenien. Dieses System ist de facto zusammengebrochen, weil die eigentlichen Einreiseländer die Folgen nicht tragen können. Die Verhältnisse für Flüchtlinge in Süditalien, Griechenland und Bulgarien sind schlimm, wie es auch sonst dort im Moment nicht rosig aussieht. Für Luxus wie teure Beerdigungen ist angesichts all der enteigneten Immobilien, der sozial abgestürzten Mittelschicht einfach kein Geld da. Das, was gern als Flüchtlingsdrama bezeichnet wird, ist die direkte Fortsetzung des Dramas, das diese Länder gerade selbst erleben. Rein rational betrachtet würde die Flüchtlingsmigration in die reichen Länder des Nordens die Krisenstaaten entlasten, kämen nicht stetig neue Flüchtlinge dazu. So, wie es jetzt ist, bleibt das ganze System in einer schwierigen Balance.

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Weil das alles so schwierig ist, und niemand in der deutschen politischen Kaste einen Durchmarsch der Goldenen Morgenröte in Griechenland und von Salvini in Italien will, legt man hierzulande das Dubliner Abkommen auch flexibel aus. Wer in Bayern ankommt, wird nicht einfach nach Italien zurückgeschoben. Die Flüchtlinge werden auf Unterkünfte verteilt, die die Gemeinden bereitstellen und finanzieren. Das Bild oben ist aus meiner anderen Heimat Gmund am Tegernsee, und als ich es bei Twitter brachte, wurde ich angegiftet, dass das ja wohl kaum die Regel sei, eine Unterkunft mit Garten und Tischtennisplatz direkt am Seeufer. Manche Aktivisten in Norddeutschland wollen es nicht wahr haben, dass man sich in den Kommunen wirklich Mühe gibt. Auch am CSU-dominierten Tegernsee, wo es eigentlich keine freien Immobilien gibt. Bei uns hat man die Seeturnhalle zur Verfügung gestellt, nachdem andere Optionen abgelehnt wurden. Vom Landratsamt, in dem ein Grüner regiert. Dort wird peinlichst genau auf den Brandschutz geschaut, den das Land vorgibt. So genau, dass andere angebotene und besser geeignete Immobilien vom Landratsamt abgelehnt werden.

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Das macht es so komplex. Drüben auf der anderen Seeseite hat Bad Wiessee richtig Geld in die Hand genommen und für über eine Million ein Hotel gekauft, um Flüchtlinge unterzubringen. Die Gemeinde hat noch mehr Geld ausgegeben, um das Haus den Vorgaben entsprechend umzubauen. Aber die Vorgaben sind so streng, dass sich allein die Kosten für den Elektrifizierung vervierfacht haben. Es ist ein teures Debakel, und natürlich ist die Gemeinde damit überfordert: Wer konnte schon ahnen, dass der Standard, der jahrelang für gut zahlende Gäste völlig in Ordnung war, nun für die Unterbringung von Flüchtlingen nicht ausreicht. So ist das in Bayern, wo die Verwaltung recht effektiv ist und nicht wie in Berlin Scheine für Hostels verteilt, eine Schule mit immensen Folgekosten besetzen lässt und mit obskuren Geschäftemachern kooperiert. Trotzdem werde ich wegen der Bilder im Netz angeraunzt. Weil das nicht zum sonstigen Bild vom ausländerfeindlichen Bayern passt, das man sich gemacht hat.

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Da mag man mehr die Nachrichten, die aus meiner Heimat an der Donau kommen. Es gibt da eine Disco, die seit Jahrzehnten alle schrägen Vögel der Stadt anzieht. Diese Disco wurde letzthin bundesweit von Aktivisten als „Edeldisco“ beschimpft und von der nicht sonderlich gut informierten Presse als „rassistisch“ gebrandmarkt, weil der Betreiber bestimmte Gruppen aufgrund von Übergriffen nicht mehr eingelassen hat: Neben dem obigen Fall sind da schwarze männliche Asylbewerber, die versuchen, Frauen zu finden, die ihnen ein Bleiberecht verschaffen können. Und Männer aus ethnischen Gruppen, die zu oft Schlägereien angezettelt haben. Die Disco hatte lange Zeit eine sehr offene und integrierende Natur, und die Übergriffe haben das zum Kippen gebracht. Jetzt hat der Betreiber Konsequenzen gezogen, und wird dafür in der öffentlichen Meinung vorgeführt. Was nicht überraschen kann, wenn man sieht, wie auch seriöse Medien in der Post-Pegida-Epoche mit falschen Zahlen arbeiten, um Flüchtlinge als besonders schlecht behandelt darzustellen. Pegida war der Wendepunkt: Seitdem sind Medien vorsichtig geworden. Wenn zwei ethnische Gruppen aufeinander losgehen, ist das allenfalls eine kleine Meldung. Und es wird sicher hier wieder jemand kommentieren, dass wir uns keine Konflikte importieren, sondern alles den Verhältnissen geschuldet ist, die wir selbst verursachen. Das wird von sozial Bewegten und auch einigen Journalisten immer vorgebracht, egal ob bei Khaled, dem Totschlag in der Gerhard-Hauptmann-Schule, beim tödlichen Messerstich in Hamburg, bei den Konflikten im Görlitzer Park. Man kann es so sehen. Vielleicht sind es wirklich nur Einzelfälle.

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Jeder kann daraus seine eigene Erkenntnis schöpfen. Man kann es so sehen, dass in Berlin besonders viele Dealer genau aus den westafrikanischen Ländern unterwegs sind, in denen die Drogenmafia eine grosse Rolle spielt. Man kann auf die katastrophale Lage in Syrien verweisen. Man kann über Boko Haram in Nigeria sprechen und fragen, ob das ein Asylgrund ist, über die Lage im Sudan und warum sich Botschaften weigern, bei der Identifizierung von Leuten zu helfen, die ihre Pässe wegwerfen. Man kann über den Umgang der angeblich willkommenen Menschen in Kreuzberg reden, und über Aktivistinnen, die Übergriffe unter Asylbewerbern erfinden. Pegida konzentriert sich auf die eine Seite, die Antifa auf die andere, solange Flüchtlinge bei ihren Aktionen mitmachen und öffentlich in Erscheinung treten: Dann gibt es auch Webseiten und einen Bus für ihre Touren. Wenn sie nicht mehr mitspielen können, stellt man das Projekt ein und macht ein anderes. Kein Tag vergeht, da nicht eine Seite Nachschub für ihre Sichtweise bekommt. Dabei ist ist alles nicht so einfach, die Kommunistin verbaut neue Schlösser, der CSU-Bürgermeister legt sich für Flüchtlinge mit dem grünen Landrat an, die Unterprivilegierten in Griechenland machen Jagd auf jene, denen es noch schlechter geht, ein Rechtspopulist will eigentlich nur deutsche Verhältnisse. Es gab angesichts von IS-Tourismus und Intensivtätern in Berlin wohl bislang einige Versäumnisse bei der Integration, und wie das jetzt ganz schnell mit so vielen Neuankömmlingen besser laufen soll, ist auch nicht leicht zu beantworten. Es gibt auf der anderen Seite phantastische Erfolgsgeschichten der Integration, die gleichzeitig keinerlei historisch schlechtes Gewissen haben und sich in Bezug auf Wirtschaftsflucht sehr unverblümt äussern – fragen Sie einfach mal den Pizzeriabetreiber Ihres Vertrauens. Das verbrannte Haus in Mantua und mein Bein sind nicht zwingend schlechtere Argumente als Slogans wie „Refugees welcome“. Über all der Debatte thront das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland mit dem Recht auf Asyl für politisch Verfolgte. Das ist der Rahmen. Der Rest ist Debatte. Sie ist hart und schwierig und nicht nach rechts und links zu führen, sie kann die Le Pens nach oben bringen, die Antifa auf die Strasse oder im besten Fall einen neuen Grundkonsens zu Migration und Integration unter Vermeidung alter Fehler. Diese Debatte ist hässlich, emotional und verlangt nach einer gewissen Einsichtigkeit und Disziplin. Schliesslich soll am Ende keine Medienkampagne und keine Partei entscheiden, sondern die vernünftige Einsicht der Bevölkerung.

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Es sei denn, man macht es sich ganz einfach wie die Totalitären. Natürlich suchen sich die Nazis keinen Arzt aus Syrien für ihre Kampagne heraus, der sich dann hierzulande um andere Flüchtlinge kümmert, sondern einen Flüchtling, der nach der Discothek eine junge Frau vergewaltigt hat. Die junge Frau kann sich wenigstens gegen die Vereinnahmung wehren, aber für die Nazis belegt dieses Einzelbeispiel, dass die Flüchtlingspolitik das Ziel hat, das deutsche Volk auszurotten.

Und natürlich sucht das Zentrum für politische Schönheit keinen Schergen von Gaddafi aus dem Tschad, der wegen seiner Verwicklung in den Bürgerkrieg nicht mehr nach Hause kann, in Libyen auch keine Zukunft mehr hat, und nun in Europa Touristen ausraubt. Sie nehmen eine junge, ertrunkene Frau aus Syrien und provizieren anhand dieses Beispiels mit belasteten Kampfbegriffen von „Schiessbefehlen“ im Mittelmeer, einem „Krieg, dem ausschließlich Zivilisten zum Opfer fallen“ und „bürokratischen Mördern“.

Beide versuchen damit, sich in eine moralisch überlegene Position zu setzen, und man sieht das dann auch bei ihren Aufmärschen, den Märschen der Entschlossenen, auf denen sie ihren Opfer der jeweils anderen Seite gedenken. Völkermord, Abwehrkrieg gegen Zivilisten, da gibt es keine Graustufen mehr, da gibt es nur noch Gut und Böse. Die Totalitären kommen, und sie erwarten, dass der Rest das Maul vor ihren Opfern zu halten hat. Sie heben ihre Fahnen hoch, sie schliessen ihre Reihen fest, Kameraden, die andere erschossen oder von Schiessbefehlen betroffen waren, marschieren mal im Geiste und mal in crowdgefundeten Leichenwägen – man kennt das aus der deutschen Geschichte, in München gab es Ehrentempel für die Toten und etwas nicht Unähnliches wollen sie jetzt auch in Berlin bauen. Anlässe zum Fremdschämen aufgrund der Ähnlichkeit der politischen Aktionen gibt es zuhauf. Aber der Rest hat nicht über das ausgebrannte Haus in Mantua zu diskutieren, über eine ausgebrannte Asylbewerberunterkunft, über Integration oder den Konflikt eines CSU-Bürgermeisters mit einem grünen Landrat, über Schleuser, Mafia in Westafrika, Bedingungen in Jordanien, Stammeskonflikte in Libyen oder die politische Lage in Albanien: Hier geht es um organisierten Massenmord. Niemand, finden sie, sollte es wagen, dieses unfassbare Verbrechen zu relativieren.

Und wie alle Totalitären und Feinde der Freiheit meinen sie damit: Nachdenken, differenzieren und diskutieren. Sie können damit Erfolg haben, weil die Debatte wirklich schwierig, extrem komplex und schmerzhaft ist. Da bieten sie eine einfache, moralisch gut klingende Lösung und Märsche. Man muss nur zahlen und mitlaufen und bekommt eine einfache, in sich stimmige Ideologie. Man gehört zu den Guten und kommt damit sogar ins Fernsehen. Das macht kein Opfer lebendig und kein Verbrechen ungeschehen. Es ändert nichts. Und das ist für sie prima, denn jede neue Unmenschlichkeit beweist ihnen nur, wie recht sie haben, sie, die provokative, obszöne Schande am ideologisch vernagelten Bodensatz einer gefestigten Demokratie, die mit der Aufarbeitung des katastrophalen 20. Jahrhunderts bewiesen hat, dass sie genau diese komplexen Debatten ohne diese Extremisten inzwischen recht gut, flexibel und praxisnah führen kann.

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So gut, dass sogar Antagonisten wie Flüchtlinge und Matteo Salvini wenigstens darin übereinstimmen, in genau so einem paese normale leben zu wollen.

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194 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Danke.
    in diesem Duktus, in diesem Stil sollte überlegt werden, wie wir einen Teil der Zuwanderer wirklich integrieren und beschäftigen können, einen weiteren Teil ausbilden oder fortbilden und wie wir einen großen Teil der Zuwanderer abhalten oder ausweisen können.
    Weiter gilt es, die bisherige Entwicklungshilfe zu prüfen und neue Wege zu versuchen.

  2. Ich bin irritiert
    Irritiert über die Entwicklung des Don nach rechts. Ist Ex-Kommentator „stimmviech“ jetzt das Alter Ego der Kunstfigur?Unglaublich, dieser Rechtsschwenk seit ungefähr einem Jahr.

    • Entschuldigung: Wo ist hier ein „rechter“ Inhalt? Ist es rechts, über das zu reden, was passiert? Ist es rechts, auf eine in italien stark verbreitete Haltung und die Ursachen hinzuweisen? Ist es rechts, wenn ich sage, dass wir eine vernünftige Migrationspolitik brauchen? Ist es rechts, wenn ich darauf hinweise, wie die Probleme in der EU miteinander verwoben sind? Ernsthaft. Es würde mich interessieren. Und natürlich habe ich als Anwohner auch ein gewises Interessa daran, dass man möglichst sicher leben kann. Das ist aber nicht rechts, sondern Menschenwürde.

    • Rechts
      @Don

      Vermutlich ist so etwas gemeint(Twitterzitat von Ihnen):

      „Eigentlich wollte ich „Horstwesseln: Der letzte Schrei des aktivistischen Reichshauptslums“ titeln http://blogs.faz.net/stuetzen/2015/06/17/die-totalitaeren-kommen-5321/

      Was wollen Sie denn damit sagen?

    • Ich möchte damit sagen. dass die Strategie, die dem Horst-Wessel-Fandom zugrunde liegt, offenaichtlich auch von der Linken adaptiert wird.

    • Titel eingeben
      „Strategie, die dem Horst-Wessel-Fandom zugrunde liegt“ Ich verstehe Sie einfach nicht. Vielleicht ist das auch gut so. MfG

    • doch, mit etwas Nachdenken lässt es sich verstehen
      @Quarktasche

      Das ist – imho – ziemlich einfach zu verstehen. Mir gefällt dieser Vergleich auch nicht, ja, ich finde ihn sogar unpassend (weil naiv human denkende Menschen, ähem, mit gewissen totalitären Tendenzen, hier gleich gesetzt werden einer Menschenhass propagierenden Nazibewegung und ihren Propagandamitteln) – aber zugleich enthält dieser Vergleich einen treffenden Kern:

      Die Heroisierung von Gefallenen zum Zwecke politischer Propaganda, und – an diesem Punkt setzt Don genau an – zur moralischen Selbstüberhöhung und der Überhöhung des eigenen Anliegens, während man zugleich jegliche Gesprächsbereitschaft mit politisch Andersdenkenden barsch unterbindet und diese (lediglich anders Denkenden) verteufelt.

      Das ist durchaus ein gewisser Gleichlauf. Ein anderes Beispiel hätte ich dennoch passender gefunden, aber nun, Don ist eben auch (wenngleich er es in seinem Artikel hier eher weniger war) ein Polemiker. Dazu kommt vielleicht auch eine gewisse Häme über die selbstgerechten wie dogmatischen Linksautoritären und deren sogenannter „Antifaschismus“, was auch mich durchaus dazu reizen bzw. verleiten könnte, mit derlei provokanten Vergleichen zu arbeiten.

      Aus Gründen. Guten Gründen. Aber wie gesagt: Ich hätte mich für einen anderen Vergleich entschieden.

      (ähem: aber nur vermutlich – eigentlich reiten mir die rhetorischen Gäule auch gerne mal durch, und dann vielleicht sogar an der gleichen Stelle)

    • Rechts, links ...
      … wer so denkt, denkt in genau diesem Schwarz-Weiß-Muster über das Don Alphonso geschrieben hat. Es ist der Versuch, des alten Stammtischdenkens, die Welt in gut und böse aufzuteilen. Interessanter Weise ist – wenn dieses Rechts Links Lagerdenken zitiert wird – das Rechte immer das schlechte. Wer hat das eigentlich so definiert?

    • Titel eingeben
      @John Dean

      Dann war der „Horst-Wessel-Kult“ gemeint. Horst-Wessel-Lied, systemimmanente Parteihymne der NSDAP. Fantum(Fandom) hat keine Motivation, ausser Fan zu sein.

      Das dauert mir grundsätzlich zu lange, „herauszufiltern“ was mir die frustrierte Provinz hier mitteilen will. Der eine nennt es Polemik, der andere diagnostiziert Sonnenstich. Und über diese Analyse seinen Sie mal nicht gekränkt. Wir sind dabei alle noch gut weggekommen.

      Ich spare mir den Rest meiner Energie für die durchgeknallten Provinzler auf der Straße und freu mich um so mehr auf meinen Urlaub.

      Schöne Grüße aus dem „Reichshauptslum“.

    • Was ist das denn für eine Frage?
      Das Problem ist doch: Die Leserzahlen sinken, wenn man allzu arg am Leserinteresse vorbeischreibt. Genauso wie die CDU niemals dieses Wahlergebnis erzielt hätte, hätte Angela Merkel nicht einmal gesagt: „Multikulti ist gescheitert … “ und würde nicht regelmäßig der arme Herr Bosbach vorgeschickt, die unsinnige Hoffnung auf eine entsprechende Agenda der CDU doch noch mal neu zu schüren. Don Alphonso springt eben für die Faz in die Bresche. Natürlich letztlich nur in unserem Interesse! Damit wir weiter hoffen können und nichts „Schlimmeres“ lesen müssen als beispielsweise ernsthafte Belehrungen darüber, dass Alice Schwarzer Kopftuchträgerinnen bevormundet, wenn sie argwöhnt, dass so etwas feminististische Standards glatt unterläuft. The show must go on, auch wenns den Schauspielern Merkwürdiges abverlangt.

  3. xxx
    Autsch, das wird aber auf der anderen Seite wutschnaubend aufgenommen und pöse pöse zitiert werden.
    .
    Ich blätterte gerade wieder in „Die Enzyklopädie der Dummheit“, in der auch Gracián zitiert wird: „Die Dummheit tritt als Schwester des Wahns auf, beide sind Kinder der Lüge. Enkel der Unwissenheit.“

    Und die Druckgraphik in der Renaissance… Da wird die Dummheit mitunter als lachende Frau dargestellt, die einen Hut aus Blei auf dem Kopf trägt (ein Hinweis auf plumbeum ingenium, d.h. ein bleierner Verstand) und eine kleine Mühle in der Hand hält: Sinnbild für endlos kreisende Gedanken und sinnlose Betätigung.

    • Ich sehe da keinen Anlass. Der Test ist nicht branstifterfreundlich. Wer da anderer Meinung ist, kann gern bei sich daheim das Gas aufdrehen und ein Streichholz anzünden, oder eine Kerze in den Vorhang halten. Der Text lehnt das Phänomen Salvini meines Erachtens sehr wohlbegründet und deutlich ab und betrachtet die diversen Facetten genau.

      Un nach all den Provokationen ist eine Aufforderung zum selst denken doch nun wirklich eine Petitesse.

  4. Die Zeit der Ruhe ist eh vorbei
    Es macht schon gar keinen Sinn mehr, sich in dieser Sache auf die eine oder andere Seite schlagen zu wollen. Wir sind bereits mittendrin, was der Papst als eine Art „3. Weltkrieg“ bezeichnet. Einem Krieg, der in Etappen kommt und der von Beginn an Elemente des Bürgerkriegs enthält. Und natürlich eine Art Völkerwanderung – http://blog.herold-binsack.eu/2015/06/selbst-eines-neros-selbstmitleidigen-gesaenge-waren-glaubhafter/. Sachlich kann man sich dem Thema nur noch nähern, indem man möglichst wenig auf betroffen macht, obwohl wir alle schon mehr betroffen sind, als uns lieb ist. Man kann die Dinge nur noch beschreiben, so als wären sie bereits Geschichte. Natürlich gäbe es Möglichkeiten in diese „Geschichte“ noch einzugreifen, dafür zu sorgen, dass sie nicht Geschichte wird. Doch von welcher Position aus? Mit welchen Kräften? Mit welchen Zielen? Ich ahne es, dass die Völkerwanderung nicht nur noch lange nicht abgeschlossen ist, sondern auch noch voller Überraschungen sein wird. Durchaus denkbar, dass die Menschen recht bald nicht mehr nach Europa fliehen, sondern von dort weg. Denn rein zur Abschreckung dienten Atomwaffen nie; das wurde ihnen nur nachträglich, sich selbst beruhigend gewissermaßen, bescheinigt. Und wohin fliehen wir dann aus Europa? Nach Afrika vielleicht? Und wir werden dann dort vermutlich so begrüßt, wie wir das heute vorleben – hier. Ich denke also, dass es das ist, was wir uns klar machen und Leuten vermitteln sollen. Bei allem Egoismus, der so berechtigt wie verzweifelt daherkommt. Bei allen Gefühlen des Überfordert-seins. Die Zeit der Ruhe ist eh vorbei. Der satte Bürger mag das bedauern. Es hilft nicht.

    • Das Problem ist, dass sich die alten Gewissheiten vollkommen aufgelöst haben – das hilft natürlich denen, die neue Gewissheiten im Angebot haben. IS, das Zentrum. die NPD, die Autonomen links und rechts, sie alle haben keine Zweifel, nur Gewissheiten. Das ist selten geworden in einer Welt, ion der man die NSA ablehnt und dennoch nicht den IS vor Wien sehen möchte.

  5. Pingback: Die Zeit der Ruhe ist eh vorbei

  6. grundproblem
    der text zeigt sehr gut die jeweilige politische vereinnahmung und tiefgreifende spaltung der gesellschaft zu diesem thema, beide extreme können nur existieren, wenn es auch entsprechende grundstimmungen in der breiten bevölkerung gibt. und die gibt es.

    ursache oder problem eins: ein gesellschaftlicher grundkonsens zur flüchtlings-oder breiter gesprochen einwanderungsthematik wurde unter merkel nie gesucht, wobei es wohl daran liegt, dass die konkrete konfrontation mit dem problem auf ebene landrat aufhört. landesminister oder gar bundespolitiker machen mal am sozialen brennpunkt maximal einen fototermin und bagatellisieren anschliessend. akut konfrontiert mit dem problem sind dann die von ihnen geschilderten und der rentner, der nach 19 uhr noch eine u-bahn benutzen will oder muss.

    problem zwei: seit 15 jahren wissen wir in deutschland, dass netto betrachtet überproportional viele gut oder excellent ausgebildete das land verlassen, die zielländer sind zu 50 % immer die gleichen: usa, gb, schweiz. ausschliesslich steuerfluchtmotive schliesse ich aus. und wir wissen, dass deutschland im import besonders schlecht ausgebildeter personen in europa weit vorne liegt. das ist in gutachten und vorträgen belegt. gibt es reaktionen der merkel-politik ? oder des BDI ? oder des wirtschaftsrats der cdu ?

    und all die jungen männer die als flüchtlinge zu uns kommen, fehlen die nicht in manchen ländern als arbeitskräfte ? und warum zwingen wir diese länder nicht zu reformen bei der ausbildungspolitik und berufswahl.
    beispiel: ich bin zu einem essen am rande der sahara in marokko eingeladen, früher kam hier nachts die polisario vorbei und erschoss mal ein paar leute und verschwand dann wieder. der gastgeber: hochintelligent, sprachgewandt in französisch, frau und kinder. das haus aufgeräumt wie ein schweizer haushalt. der gastgeber ausgebildet als diplom-geograph in casablanca. berufschancen schon bei studienbeginn null. also rückkehr in das heimatdorf, die familie ernährt sich von gelegenheitsarbeiten. kein einzelfall, gängiges schicksal.
    endet aber statistisch zu 80 % als wirtschaftsasylant.

    • Ich glaube, die Kernfrage ist, was man als „Volk“ definieren will. Der Begriff ist sehr schwierig und leicht angreifbar, und das macht alle Debatten auch so heikel. Nur: Es hilft halt nicht. Wenn man über Integration sprechen will, muss man sich über das Ziel klar sein. Da wurde immer lange rumgewurschtelt, die SCU mit „abendländische Leitkultur“ und die Grünen mi „Multikulti“. Beides sind so Begriffe, mit denen ich nichts anfangen kann, weil sie sehr, sehr dumm sind. Ich bin wirklich ein Freund des stetigen und undogmatischen Neuverhandelns und wenn etwa in Berlin die Mehrheit findet, dass man die Grenzen öffnen sollte: Bitte. Dann sollen sie das auch tun. Es ist nichts gegen eine abspaltung von Berlin einzuwenden. Dann können sie das gerne machen. Ich bin gespannt, wie das wird. Vielleicht wird es ja super. Keine dummen Kampfbegriffe, einfach reden, überzeugen, durchziehen.

    • was ist da schwierig am "Volk"?
      Wenn es ein Völkerrecht gibt, muss man das Wort Volk wohl kaum neu erfinden, sondern man hat gefälligst zu akzeptieren, dass es so etwas gibt und immer geben wird! Komisch, dass uns das immer einfällt, wenn es um andere Völker geht! Selbstbestimmungsrecht überall und am besten noch mit der Bundeswehr durchgesetzt!! Mit lautem, komplett bekloppten Getöse! Und wir? Unser „Volk“? Verdruckstes, feiges, bigottes, widerliches Schweigen …

  7. Hut ab.
    Großartiger Text!
    Hoffentlich nimmt sich der kümmerliche Rest Qualitätsjournaille mal ein Beispiel daran.

  8. Nein, es ist alles gar nicht einfach. Und doch, es ist alles ganz einfach.
    Um mit dem letzteren anzufangen:

    Einfach sind die Antworten auf die Fragen, was nicht geht.

    Können wir alle aufnehmen, die eventuell zu uns wollen? Sicher nicht, wir reden hier über Grössenordnungen von 1 Million Menschen aufwärts – pro Jahr, nach oben offen. Ausser ein paar Linksbizarren erhebt diese Forderung – direkt – auch niemand, sie wäre politischer Selbstmord. Indirekt allerdings wird sie schon erhoben, einfach dadurch, dass man alle anderen Kompromisslösungen denunziert und boykottiert.

    Können wir alle ablehnen, die zu uns wollen? Nach meinem Verständnis von Menschenrechten und Menschenpflichten nicht, aus politischen Gründen Verfolgte sollen Asylrecht bekommen und Kriegsflüchtlingen sollten wir helfen, auch in grossem Stil (und unter Vernachlässigung von für diese Fälle gar nicht gedachten Vorschriften).

    Schwierig ist das, was aus den beiden genannten Antworten folgt. Und zwar richtig schwierig.

    Denn dazwischen und darumherum müsste sich eine halbwegs seriöse Debatte bewegen. Sie öffentlich zu führen ist wegen der hemmungslosen Denunziationseinschläge des braunen Pöbels und der Linksbizarren schon eine Aufgabe, der viele Leute verständlicherweise lieber aus dem Wege gehen.

    Zu der Schwierigkeit hinzu kommt ein selbstverordneter Maulkorb der Medien. Es ist ja kein Zufall, dass die Zahlen von PEGIDA oder PI-News, parallel zu dem Ausmass anschwellen, in dem Behörden und Medien z.B. die Herkunft von Menschen nicht mehr veröffentlichen, die eine Straftat begehen. 74% der gefassten Taschendiebe in Berlin waren keine Deutschen, trotzdem musste die Polizei ein Aufklärungsvideo zurückziehen, in der die Masse der Täter als Migranten erkennbar war (http://www.taz.de/!5053414/). Aus so was speist sich der Vorwurf der „Lügenpresse“ – und das in solchen (und anderen) Fällen völlig zu Recht.

    Wenn das alles so weiter läuft wie bisher, bei weiter steigendem Migrationsdruck über das hier häufig missbrauchte Aylrecht, dann ist es nicht allzu schwierig, nach den Erfahrungen von Frankreich oder Schweden, von Italien oder Norwegen eine einfache politische Vorhersage zu machen: Es dürfte die dauerhafte Etablierung einer wirklich rechtspopulistischen, nationalkonservativen Partei auf Bundesebene (z.B. die AfD ohne den Lucke-Flügel) erheblich erleichtern. Und die wird sich nicht in einem 5% Ghetto einrichten müssen, solange sich Aktivismus, Verdruckstheit, Totschweigen und Moralismus zu dem trüben Brei vermengen, der ein idealer Nährboden für solche Rechtspopulisten darstellt.

    Da auch auf der linken Seite des politischen Spektrums genügend hinreichend intelligente Leute herumlaufen, frage ich mich nicht erst seit heute: Wollen die das vielleicht genau so?

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Pegida war für die Medien ein Schock und sicher ein Grund, warum die Zeit online gestern vier Pro-Asylbewerber-Beiträge online hatte. Mich hat die Sache mit der disco in meiner Heimat fassungslos zurückgelassen, denn ich war da unten mit Freunden aus dem Iran und Kurdistan und nie, nie, nie hat es da irgendwelche Probleme gegeben. Das ist ein alternativer Rockschuppen, ein Absackerladen – und wenn man das -weiss und dann liest, was daraus gemacht wird, nach einer brutalen Vergewaltigung – dann fällt einem nichts mehr ein. In diesem Dilemma stecken die Medien. Und es ist ganz schwer, dagegen zu argumentieren. Es ist ja nicht so, dass dieses Zentrum da wirklich schlechte Presse für eine schlechte Propaganda bekommt.

    • donalphonso,
      Pegida war ein „Schock“ für die Medien? Ich war nie bei einer solchen Demonstration. Dennoch kann ich mir die Bezeichnung „Schock“ nur mit Zynismus erklären: Medien, die sechs Tage ruhig bleiben können, während in Leipzig eine Horde randalierender Linker das Stadtzentrum kurz und klein schlägt und mit Steinen auf einen fahrenden Reisebus und auf Polizisten schmeißen sollen „geschockt sein“ davon, dass Bürger ruhig – oft sogar schweigend – auf die Straße gehen? Ohne Schlagstöcke, Molotowcocktails und Gläser mit Kot? Wovon also sind die Medien also „geschockt“?
      Davon dass es noch Menschen gibt – und nicht nur Kot-Gläser-Werfer und ihre Befürworter?

    • Naja, also mir können Sie ja nicht sagen, dass ich zur antifa schweige, oder?

      Ich denke, viele Medien waren geschockt, dass das, was sie selbst lange verbreiteten, nun solche Frchte trug. Das ist der Unterschied von Pegida und Antifa.

    • aber, lieber Don Alphonso, wieso hätte ich denn "Medien"
      sagen sollen, wenn ich Sie gemeint hätte? Ich tue mich
      immer noch etwas schwer damit, zu verstehen, von welchen konkreten „Früchten ihrer Taten“ (in Bezug auf die
      disziplinierten Pegida-Demonstrationen) die Medien „geschockt“ gewesen sein wollen. Und ich vermute,
      dass die Antwort auf diese Frage mit einer anderen problematisch Annahme zusammenhängt, die im Ausgangsartikel
      dargestellt wird: Dort wird nämlich alles irgendwie „gleichgesetzt“ – links ein häßliches Phänomen, rechts ein häßliches
      Phänomen! Weil: Gewalt und Ungerechtigkeit ist eben gleich Gewalt und Ungerechtigkeit! Diese Art von Rechnung
      geht aber immer nur vor einem absoluten Maßstab auf; zur Lösung konkreter Probleme trägt sie gar nichts bei. Wäre
      ich Alice Schwarzer, würde ich jetzt auch sagen: Hier werden doch die „tatsächlichen Gewaltverhältnisse“
      geleugnet! Es war nämlich nicht so, dass die Medien – wie im Artikel angedeutet – so vorsichtig über Gewalt von
      Nichtzudiskriminierenden berichteten, weil es Pegida gab. Sondern Pegida konnte sich formieren und mit dem
      Schlachtruf „Lügenpresse“ reüsiieren, weil eben eine bestimmte Form der Berichterstattung dominierte. Also müssen
      wir bei einer lösungsorientierten Betrachtung schon mit den Medien anfangen, nicht mit der Reaktion darauf. Wieso also
      wurden bestimmte Probleme über Jahrzehnte verschwiegen oder rabulistisch verdreht? Weil man es – konnte! Und sich Illusionen (Utopien) über die Folgen machte. Man dachte auch, alle anderen würden es genauso halten, wenn sie nur
      die Gelegenheit dazu bekämen! Haben sie aber nicht: Pegida hat sich sehr viel disziplinierter gezeigt. Die Menschen
      warfen nicht mit Kotgläsern. Sie waren nicht der Pöbel, den die Medien in ihnen sehen wollten (weil sie nichts anderes
      mehr sehen können). Wenn es wirklich einen Schock gegeben hat – dann kann es nur dieser gewesen sein: Die sind
      nicht so, wie wir sie zeichnen. Unser Stift, der ihnen ein häßliches Gesicht gegeben hat, über Jahrzehnte, unser
      Dünkel gegenüber diesen Menschen, der Hass, der sich in Bezeichnungen wie „braune Suppe“ entläd – er hat nicht
      gefruchtet.

  9. Stark!
    Einfach mal sagen, wie es ist: Der grüne(!) Landrat be- schlimmstenfalls verhindert per Bürokratie die Hilfsbemühungen des CSU(!)-Bürgermeisters. Das glaubt im Schubalden-Berlin keine -pardon- Sau.

    • sobald man auf die lokale Ebene kommt, wird es halt schwierig, Ich persönlich finde, dass beide nicht unrecht haben. Das hätte genauso gut andersrum auch passieren können und ist eines der hindernisse bei der unterbringung von Flüchtlingen in Privatwohnungen. Das Problem ist tatsächlich eines jenseits der Parteipolitik.

    • Dasgleiche ist noch lange nicht dasselbe.
      Wäre es umgekehrt gewesen, würden aber sämtliche überregionalen Medien tagelang lüg… „berichten“ und es gäbe stündliche Sondersendungen. In jetzigen Fall muss man schon in die Niederungen der (echten!) Qualitätspresse einsteigen, um überhaupt etwas davon zu erfahren.

  10. Natürlich ist es rechts
    die Migranten als stereotyp-kriminelle hinzustellen wegen eines subjektiv erlebten Vorfalls.Nichts anderes hat doch stimmviech auch gemacht und ist zu Recht hier verbannt worden. Und jetzt tritt ein gut situierter vermeintlich Liberaler in dessen Fußstapfen, nur weil er „Opfer“eines untauglichen Taschendiebstahls war und der Nachbar ausgebrannt ist? Das zahlt die Versicherung und gut ist. Wir reichen Europäer beuten Afrika seit Jahrhunderten aus-Bodenschätze,Küstenüberfischung- und würdigen dann die herab,die wegen des von uns verursachten Leids zu uns fliehen. Das ist übelst rechts,im Unterschied zu offen Rechten wie s .auch noch verlogen.

    • Mein guter Mann: In Italien herrscht Krise. Das erste, was all die Immobilienbesitzer, vor allem die Rentner, da streichem, ist die Versicherung. Die zahlt da in sehr vielen Fällen gar nichts. Und jemandem das Haus abzufackeln ist nicht irgendein kleiner Schaden in einem Land, in dem sich jeder über die Immobilie definiert. Das ist ein brutales Trauma für einen alten, alleinstehenden Mann. was sind sie denn für einer. der da einfach sagt, das zahlt die Versicherung?

      Italiens kolonialgeschichte endet im Zweiten Weltkrieg. Die grossen ausbeuter sind längst nicht mehr die Europäer, die überall in Afrika rausfliegen, weil sie nicht bestechen, sondern die Chinesen. Die kaufen das Land auf, die bauen die Strassen, die benutzen Afrika als Agrarraum. Wenn Sie wirklich über das Thema reden wollen, gehen Sie zu den Drogenkonsumenten in Berlin, die destabiliseren nämlich mit Westafrika die Region, die besonders übel betroffen ist. Und sorry, die Jungs, die unter Gaddafi in Libyen waren, rekrutierten sich zum grössten Teil aus den Resten jener Truppen, mit denen der die Region destabilisieren wollte. Ich will damit Belgisch Kongo nicht kleinreden, nicht Deutsch-Südwest und nicht Südafrika. Aber Boko Haram ist weder von uns gemacht noch das Regime in Sudan – und trotzdem haben Menschen aus diesen Ländern bei uns sehr gute Chancen auf Anerkennung. Die meisten abgelehnten Bewerber kommen vom Balkan und nicht aus Afrika.

    • China
      Werter Don

      Danke, dass Sie Chinas Afrikapolitik ansprechen. Mich wundert seit geraumer Zeit, dass diese Politik nicht in das Zentrum der Betrachtung derjenigen rückt, die den Kolonialismus für die Wurzel allen Übels immer gern hervorziehen. In den Medien liest man so gut wie nichts darüber und auch nicht über die Folgen, die das für Afrika hat.

      Viele Grüße
      Günther Werlau

    • europäer beuten afrika aus
      mein freund, wer sind die ausbeuter ? wer überfischt die küstengewässer ?
      bitte vergleichen sie den wohlstand (damit meine ich nicht allein das bruttosozialprodukt) anhand der gängigen wohlstandsindikatoren von der kindersterblichkeit, lebenserwartung bis zur analphabetenquote in ehemals deutsch-ostafrika, dann als englische kolonie stand 1960 mit den heutigen zahlen. wurde in 55 jahren etwas sinnvolles in eigenverantwortung aufgebaut ? etwas was die menschen dort im land halten soll, weil das leben attraktiv ist ?

    • Titel eingeben
      …ich will nicht mit Wiederholungen früherer Postings langweilen, aber es sei trotzdem daran erinnert, dass die Ursachen für die miserable Lage auf dem Kontinent nicht nur bei China zu suchen ist oder den früheren Playern USA, UdSSR, Kuba und Frankreich (und Südafrika, Ägypten, Tunesien, Algerien, Marokko seien auch ausgenommen).
      Das Problem ist dort überwiegend hausgemacht und durch die v.a. tribalistischen, aber auch kleptokratischen Strukturen geprägt. Die Länder werden regiert wie manche Unternehmen, wo sich eine Truppe die Taschen vollfüllt, keiner die Arbeit machen will und alle vor allem palavern.
      Wer ein bisschen hinschaut und von den Milliardenbeträgen hört, die einzelne Herrscher außer Landes gebracht haben (u.a. in die Schweiz), ein Bild welches sich in vielen Ländern und über viele Generationen von sich an die Macht putschenden oder wählen lassenden Herrschern wiederholt, der wird Zweifel bekommen, ob man wirklich alle reinlassen sollte, weil es denen doch so schlecht geht.
      Ja, Europa als Kolonialmacht hat eine gewisse Verantwortung, auch wenn nach 60, 50, 40 Jahren denn auch mal gut ist. Aber man hat nicht die alleinige Verantwortung.

      Vielleicht wäre auch ein ungeniertes, ehrliches Bekenntnis zur Klassengesellschaft und Parallelität der Gesellschaften, wie man es auf der arabischen Halbinsel pflegt, eine Lösung? Vielleicht nicht die Beste, aber auch keine Schlechte? Die Kriminalitätsrate in Abu Dhabi, Oman oder Dubai soll jedenfalls sensationell niedrig sein, und durchaus nicht deshalb, weil es keine Polizei gibt.

      (war denn nicht eh mal was Längeres über den großen, komplexen und nicht überall sehr schwarzen Kontinent geplant?)

  11. "jenseits der Parteipolitik"
    das ist es ja! Die herkömmlichen Vorstellungen und Konzepte taugen nicht mehr.

    • Das ist richtig, speziell Migration wäre eigetlich ein Paradebeispiel für Spezialisten, die abwägen und sinnvoll entscheiden können. Das können Grüne und CSU ideologisch nämlich nicht.

    • Titel eingeben
      Da können Sie aber die anderen Parteien grad dazuschreiben, vielleicht außer die Piraten (die sich freilich lieber mit sich selbst befassen).

      Eigentlich müsste man so eine Aufgabe an Logistiker auslagern. Dem THW mit Kühne & Nagel, DHL und VW ein bisschen Geld geben, und die Aufgabe stellen, unter Beachtung der Grundrechte und Menschenrechte eine Lösung zufinden. Solange McK und Accenture draußen bleiben, könnte das gelingen.

  12. Titel eingeben
    Mei, Bub, Du weißt do, des is dem Bappa und mia zwida, wennst überall unsere Häusl zeigst. Des hob i ned gern. Des oraidig Preißn-Gschwerl kimmt dann bloß wieder in Mantua strawanzen. Und lass do die armen Flüchtlingsleit in Ruh. Musst do ned immer auf alle treten wie so an Gifthaferl, an oides.

    • Ich fände es ausgesprochen reizend, wenn Sie auf persönliche Angriffe verzichten könnten, ich gehe Sie ja auch nicht so an. Ich hoffe, Sie verstehen das.

    • Es wäre eventuell witzig ...
      … wenn der- / diejenige wenigstens richtig bayrisch könnte.

  13. Das ist ja das Rassistische
    Daß das Trauma reicher Immobilieneigner über das bis heute dauernde von uns verursachte Kolonialtrauma der Afrikaner gestellt wird. Ich bin ein mittfünfziger arbeitsloser Sozialpädagoge aus Berlin und sage: unsere Wirtschaft ist so reich,wir könnten jährlich mehrere Millionen Flüchtlinge bei uns aufnehmen und durch bislang arbeitslose Pädagogen kulturell schulen und integrieren. Und wir brauchen diese Menschen,denn nur durch die verlieren wir den hierzulande herrschenden Besitzer-Rassismus,der sich in Angst um Sachen statt Empathie für traumatisierte Menschen ausdrückt.

    • Das möchte ich an dieser Stelle einfach mal so stehen lassen. Ich sage nicht, dass ich diese Auffassung teile, aber Sie sollen natürlich Ihren Teil dazu beitragen. Und sich freuen, dass ich hier nicht meine Traumata dünge.

    • Unglaublich
      Man sollte meinen, dass Berlin bereits voll ist mit Leuten, an denen Sie sich pädagogisch austoben könnten.
      Sie und ihre Kollegen haben das in Jahrzehnten nicht auf die Kette bekommen.

      Und nun sollen „jährlich mehrere Millionen“ weitere Probleme dazukommen?
      Um uns genau den Rassismus auszutreiben, der sich in den Parallelstrukturen der Städte ja nun ständig bestätigt?

      Ihre Chuzpe möchte ich haben.

    • Hübsche Idee
      für ein persönliches Arbeitsbeschaffungsprogramm

    • Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen
      Sehr geehrter „Irritiert“

      Ich schlage vor, Sie lesen noch einmal, was Sie da geschrieben haben: „Die Afrikaner sollen hier für mich die Revolution machen, weil mir die aktuellen Zustände nicht passen und mich nebenbei noch in Lohn und Brot bringen.“

      Wenn das mal kein kolonialistischer Ansatz ist.

      Viele Grüße
      Günther Werlau

    • No surpise, Sir
      „Ich bin ein mittfünfziger arbeitsloser Sozialpädagoge aus Berlin…“ Das finde ich offen gestanden nicht gänzlich überraschend (das überrascht Sie jetzt, gelle).

      Nebenbei 1: ist „arbeitsloser Sozialpädagoge“ nicht sowieo ein Pleonasmus?

      Nebenbei 2: Waren Sie hier nicht letztens als „Klaus“ unterwegs?

    • Titel eingeben
      Als, „mittfünfziger arbeitsloser Sozialpädagoge aus Berlin“, als der Sie sich beschreiben, habe ich eine schöne – wirklich schöne – Nachricht für Sie: In anderen Städten sucht man gute Sozialpädagogen, und zwar auch dann, wenn sie über 50 sind.

      Das ist wirklich wahr.

    • Eigeninteresse?
      Wenn ! Sie ein „mittfünfziger arbeitsloser Sozialpädagoge aus Berlin“ sind: Ist dann bei Ihrer Fürsprache für die Aufnahme von mehreren Millionen Flüchtlingen nicht auch ein kleines Eigeninteresse im Spiel? Der sozialindustrielle Komplex stellt ja mittlerweile auch Unmengen an Arbeitsplätzen zur Verfügung.

    • Genau!
      „Unsere Wirtschaft ist so reich,wir könnten jährlich mehrere Millionen Flüchtlinge bei uns aufnehmen und durch bislang arbeitslose Pädagogen kulturell schulen und integrieren.“

      Genau! Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. „Kulturell schulen“ … tralalilala … Merken Sie was oder soll der Beitrag Satire (trollen) sein?

  14. Hebräischer Text in der Überschrift
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    was bedeutet der hebräische Text unter der Überschrift?
    Mit freundlichen Grüßen
    Doris Oltramari

  15. einfach laufen lassen
    …erledigt sich von selbst. Irgendwer wird schon zahlen.

    Froh bin ich für die Landräte.
    Endlich haben sie eine Aufgabe für
    sich entdeckt, die ihnen niemand streitig macht
    und ihr politisches Überleben garantiert.

  16. Titel eingeben
    Naaaja. Es ist immer etwas wohl­feil, wie sich Medien, Experten und Politiker an den Positionen der linken und rechten „Totalitären“ abarbeiten.
    Die immer gleichen Floskeln im Duktus von „nicht pauschalisieren, sondern differenzieren, es sind komplexe Probleme blablabla“ ergeben irgendwann keinen Sinn mehr, wenn keine komplexen Antworten nachgeschoben werden.
    Diskussionen über komplexe Probleme sind immer Dramen in 3 Akten: 1. Die totalitäre Spinnerposition schwappt durch die Medien
    2. Die Spinnerposition wird von allen möglichen Seiten zerpflückt
    3. Dann folgt die Debatte über die Debatte und wir sind so schlau wie vorher
    Beiträge wie dieser hier vom Don oder von Peter Graf von Kielmansegg in der FAZ, in dem Kielmansegg dafür plädiert, dass wir uns erst mal unsere Ratlosigkeit in der Flüchtlingsfrage eingestehen sollten, mögen zwar zur Debattenkultur beitragen, bieten aber keinerlei Problemlösungsansätze. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich niemand mehr auf eine Position festlegen will, weil er Angst hat in das eine oder andere Lager gesteckt zu werden, das er vorher noch mit so viel moralischer und intellektueller Überlegenheit kritisiert hat.
    Wahrscheinlich wird irgendwann die Sehnsucht nach einem starken Mann an der Spitze aufflammen, der für all diese komplexen Sachverhalte einfache Antworten bietet.

  17. Erfahrung macht klug !
    Text eingeben

  18. An den starken Mann
    glaub ich nicht.

    Selbst wenn D auf der Personenfreizügigkeit besteht.
    wer garantiert, dass unsere Nachbarländer sich genauso verhalten.
    sie könnten ihrerseits die Grenzen zu D dicht machen.
    Aus Selbstschutz!

  19. Ziemlich klare Sicht...Ihr Geistauge Don...
    auf die weltweit ideologische „Stacheldrahtvernetzung“…
    incl. Gesellschaft(en)-Atmosphäre(n).

    Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie.
    Marie von Ebner-Eschenbach

    …DAS Problem der humanen Vernunft…
    ihren Not wendenden „Begeisterteneffekt“ als „Funkenübersprung“
    auf möglichst viele „Inhuman“ zu realisieren.
    Welt-Bildungssystememangel.

    Ihr Text ist nach meinem Geschmack:=)

    Gruß
    W.H.

  20. O-Ton Don: "Drogenkonsumenten in Berlin destabilisieren Westafrika"
    Habe ich das richtig gelesen? Rufen Sie mal bei Google das Stichwort „Drogenszene am Tegernsee“ auf. Gerade wurde in Rottach ein Dealerring ausgehoben, der besonders Schulen belieferte. Die Holzkirchner Stimme brachte eine sehr anschauliche Drogenreportage aus einer Realschule.

  21. Titel eingeben
    Don Alphonso, wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich fast glauben, Sie brächten für die Kasper von der Lega Nord Verständnis auf.

    Wenn man über Immigration spricht, muss man eines bedenken: sowohl in der Bevölkerung Norditaliens (wo ich u.a. studiert habe) als auch Deutschlands gibt es einen Bodensatz von Ressentiments und Vorurteilen, der nur auf eine Gelegenheit wartet, nach oben zu steigen. Dieser Bodensatz zeigt sich in den Kommentaren zu Ihren Blogeinträgen, in der Zeit und in allen anderen Zeitungen, die im Internet vertreten sind und noch Kommentare zulassen. Dass dieser braune, schwarzbraune, grünbraune und auch rotbraune Bodensatz gefährlich ist, wissen Sie ebenso gut wie ich. Man soll tatsächlich vorhandene Probleme nicht totschweigen, man sollte sie aber auch nicht übertreiben und damit dem rechten Bodensatz Nahrung geben.

    Was nun die Immigranten aus den Balkanländern betrifft: die Bezeichnung „vom Balkan“ ist doch in der Regel eine Umschreibung für „Roma“, die auch allenthalben so verstanden wird. Dass die Roma in den Balkanländern, unter (zugegeben nicht ausschließlich) institutionellem Rassismus zu leiden haben, lässt sich kaum leugnen (aber sehr gut verdrängen). Dass es den Roma mitunter schwerer fällt, sich zu integrieren, führe ich tatsächlich auf 500 Jahre Verfolgung in Europa zurück. Fernanda Eberstadt erzählt in ihrem Bericht „Little Money Street“, wie ihr klar wurde, dass die Roma unsereinen unendlich viel mehr fürchten als wir sie. Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen erklären soll: wenn Sie, wie ich, familiäre Bindungen zu Roma hätten und zu gewissen Zeiten im Jahr mit ihnen unterwegs wären, würden Sie Dinge an der Mehrheitsgesellschaft bemerken, die Ihnen sonst nie aufgefallen wären. Die Roma sehen uns sehr, sehr klar, und was sie sehen, ist zu einem großen Teil beschämend. (Und nein, die Roma sind nicht unbedingt glücklich über Zuspruch von den Antideutschen und ähnlichen Gruppierungen. Sie wissen sehr genau, dass sie benutzt werden, haben aber mitunter keine andere Möglichkeit als sich benutzen zu lassen.)

    • Pardon, ich bezeichne Verona unter der Lega Nord als Dystopie und demokratisch legitimiertes Labor der ausgrenzung. Ich denke, recht viel weiter kann man sich nicht distanzieren. Was ich aber sehr wohl zu verstehen suche ist, warum vo viele der wunderbarsten Menschen in der schönsten Stadt der Welt da ihr Kreuz machen. Natürlich könnte ich sagen „alles Nazis“, aber das stimmt nicht.

      In Verona war sich die Linke nach einer Wahlperiode Lega Nor absolut sicher, dass sie mit so einer Strategie wieder an die Macht kommt, Ergebnis war eine vernichtende Niederlage. Man muss zumindest mal hören, was die sagen, um zu verstehen warum es ankommt. Ich finde das noch lange nicht gut. Ich würde es einfach gern begreifen. Und man muss zuugeben, dass Salvini auf der Strasse bei den Leuten mit seiner Art gut ankommt. Wenn ich was anderes schreibe, wird es auch nicht besser.

      „Vom Balkan“ ist in Italien im Moment übrigens mehr Albanien und Montenegro, also nicht Sinti und Roma. Da gibt es teilweise sehr unerquickliche strukturen an der Adriaküste.

    • Bitte?
      „man sollte sie aber auch nicht übertreiben“

      Verzeihung, aber in den drei Kriminalitätsbereichen, in denen Ausländer in einem Ausmass überrepräsentiert sind, das sozio-ökonomisch alleine nicht mehr zu erklären ist, gilt es eher das Gegenteil:

      Für jeden online auffindbaren Beitrag in deutschen Qualitätsmedien über Strassengewalt durch junge Männer mit Migrationshintergrund zeige ich Ihnen 10 über Gewalt durch den braunen Pöbel, Ihr tatsächliches Gefährdungsrisiko ist umgekehrt.

      Bei Diebstählen/Wohnungseinbrüchen und Drogenkriminalität sieht es etwas besser aus, aber die Übertreibung finden Sie in PI-News oder beim Kommentariatspöbel, nicht in den Qualitätsmedien, die Migrationshintergründe zunehmend totschweigen.

      Und genau das erschwert die Differenzierung, es sind nämlich mitnichten alle Ausländergruppen in gleichem Masse beteiligt, bei allen genannten Deliktgruppen sind es sehr wahrscheinlich immer nur ganz wenige, die für die (dann noch höhere) Überrepräsentation verantwortlich zeichnen.

      Der Verdacht, „Balkan“ bedeute „Roma“, hat mich auch gewundert. Wenn ich „Balkan“ höre, denke ich seit den Berichten von der Übernahme der Hamburger Zuhälterszene auch zuallererst an Albaner.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  22. Eigene Erkenntnis Nr. 2
    Da braucht man nicht nach Mantua fahren.

    Mir hat der Sohn meines damaligen Vermieters meinen 4 Jahre lang liebevoll gehegten, vom Vermieter zugesicherten Garten zerstört. Extra angefahrenen Humus, weiße Kletterrosen, Blumen, Zuchini-Ecke auch, all das. Über Nacht alles herausgerissen, platt gemacht und sein Kaminholz in dem Gärtchen an der Hauswand gestapelt. Because he can. Begründung: Sohn

    Da brauche ich nicht nach Totalitären, Autonomen oder sonstigen Leuten schielen, die nicht ganz sauber in der Marmel sind. Das machen bereits welche, denen es als Berufssohn ins Hirn steigt, dass sie ohne eigene Vorleistung Besitz haben und der andere „nix“ is.

    Da brauche ich nicht weiter schauen.

    Auch die, die meinen, man springe als Dienstleister schon, wenn sie nur mal „Mäh“ sagen, ohne noch überhaupt etwas Auftrag-Ähnliches formuliert zu haben (man muss entweder gleich Verarschungsabsicht haben oder zumindest nicht nur keinen Gedanken haben, am muss auch in der Lage sein, ihn nicht formulieren zu können), gehören bereits der „Ich-ich-ich“-Religion an. Die supercleveren Karotten-Frettchen. Die mit der Karotte vor dem Esel.

    Warum sollen dann nicht in der Konsequenz geistig oder seelisch (oder beides) Gestörte mir vorzuschreiben versuchen, wo sie ihre Lösungen sehen.

    Sie sind doch einfach nur eine logische Fortschreibung, die andere Seite der Medaille. Der Medaille des zügellos wachsenden Ich-ich-ich-Terrors, dann der Fortführung mit noch anderen Mitteln: des moralisch überlegen scheinenden Meinungs- und Befindlichkeitsterrors.

    Empathie, sich die andere Seite auch mal wirklich anschauen, bevor losgebrettert wird, muss man mittlerweile – im Internet – suchen.
    Im echten Leben sieht es – noch – ein wenig besser aus: Weil man dann den ohne Maß und Ziel verbal flott Gemaßregelten in die Augen blicken muss. Das mäßigt.
    Guten Abend!

    PS: Historisch sehe ich solche Phänomene als Verlust des Fühlens + Denkens in Gemeinschaft, und: auch als möglichweise legititimen (?) Versuch des Einzelnen, auch zur Bedeutung zu gelangen. Nicht nur immer das System, die Instanz oder die Führungseliten. Der Aufstand des Individuums, dummerweise in Form des Mobs …,

  23. @Harmon Morse
    Unglaublich ist, daß Sie den Migranten den Rassismus unterstellen, der von der deutschen Mehrheitsgesellschaft an den Migranten ausgelebt wird. Ja, wir könnten jährlich Millionen aufnehmen, wenn mit genug Pädagogen diese Migranten kultursensibel in der deutschen Gesellschaft willkommen geheißen würden. Das ist auch unsere moralische Pflicht, die aus unserer Kolonialschuld erwächst. Und daß genau das nicht gesehen wird, ist der -getarnte- Rassismus der deutschen Gesellschaft. Stimmviech ist hier als offener Nazi aufgetreten- das ist leider der Hauptunterschied zu denen, die die Flüchtlingsströme “ begrenzen“ wollen und dann auch noch zwischen “ guten“ und “ schlechten“ Flüchtlingen unterscheiden.

    • Die deutsche Kolonialgeschichte endete 1918, daraus erwächst 100 Jahre später
      keine Verantwortung.

      Und wenn Sie glauben, Sie bekämen in Deutschland Mehrheiten dafür, pro Jahr Millionen von Menschen kultursensibel zu empfangen, steht es Ihnen vollkommen frei, dafür eine Bewegung zu gründen oder sich einer solchen anzuschliessen. Sie und ich wissen, dass das nicht zu unseren Lebzeiten der Fall sein wird.

      Im übrigen nehme ich zur Kenntnis, dass für Sie jede/r ein Rassist und ein Nazi (also ein judenhassender, paranoider Massenmörder) ist, der sich Ihrer Sicht der Dinge nicht anschliesst. Damit wird ein Dialog – der Don hat es oben ausführlich erklärt – natürlich unmöglich. Das erleichtert Einwanderungsskeptikern oder Gegnern ganz nebenbei deren Position, aber ich nehme nicht an, dass Sie das verstehen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • So ist es
      Es Waren immerhin die Preußen, die den ersten Genozid in Afrika veranstaltet haben, die Nazis beuteten die Diamantminen aus und hätten ganz Afrika unterworfen (Rommel!), wenn nicht die AntifaschistInnen gewesen wären. Das gilt es immer zu bedenken, dann ist klar, wie inhuman die Festung Europa ist (Prantl). Viel eher sollte man das Geld in Sprachkurse investieren und wohnungsbesitzern helfen, weil das ist auch eine Win-Win-Situation, wenn die was verdienen, dann steigt die Binnennachfrage. Dass dem Don A – Nachbarn ein Haus abfackelt wird: wo ist der Beweis, dass das Refugees waren und dass sie nicht traumatisiert waren?

      Die Lösung kann doch nur sein: mehr Journalisten der Qualitätsmedien und andere Anständige müssen nach Italien gehen um den den Italienern die Vorteile zu erläutern. Bereicherung, willkommenskultur usw. – das sind klasse Konzepte, die man übernehmen kann und dass der ein oder andere einen Kollateralschaden erleidet, ist hinzunehmen, außerdem ist nichts bewiesen, die Menschen haben Rechte. Wichtig ist auch ein Solidarischer Ausgleich der Bereicherungsrendite (Bofinger).

    • @Irritiert 19:13
      Ich habe zwar keinen Migranten Rassismus unterstellen wollen, kann ihnen aber versichern, dass er ausserhalb Europas (und speziell ausserhalb Deutschlands) weit verbreitet zu finden ist.
      Ich schlage ihnen den Besuch in nairaland vor, einem (dem größten) afrikanischen Forum.
      Da haben sie dann genug anti-rassistische Arbeit vor sich und können aufhören, ihren Mitmenschen in diesem Land damit auf die Nerven zu gehen.

      Auch verstehe ich immer noch nicht, wie sie Millionen Menschen aus Zweit- und Drittweltländern „kultursensibel“ aufnehmen wollen.
      Sie und ihre Kollegen haben doch bereits komplett versagt oder, je nach Ansicht, bewiesen, dass dies eben genau nicht möglich ist.
      Und jetzt wollen Sie noch schlimmer versagen, mit noch schlimmeren Konsequenzen für den Rest der Bevölkerung?
      Und das soll ich auch noch gutheißen und (selbstredend) bezahlen?
      Weil Sie mich sonst einen Nazi schimpfen?

      Und kommen Sie mir nicht mit Moral und einer daraus erwachsenen Pflicht.
      Ich habe auch eine Pflicht meiner Familie gegenüber, und die kommt nun einmal zuerst.
      Wie weit es her ist mit der Moral können sie doch in Berlin beobachten, wo die Eltern ihre Kinder durch die ganze Stadt karren um sie ja auf Schulen zu bekommen, in denen die Kinder dann nicht als Punchingball die vielgeforderte Integrationsarbeit zu leisten haben.
      Oder in Hamburg-Harvesthude, wo zwar gerne von einem bunten Deutschland geredet wird, welches aber, als ein Flüchtlingsheim errichtet werden sollte, flugs ein schützenswerter Wohnbereich wurde.
      Wenn Moral nicht immer zuerst als die Moral der Anderen verstanden würde, hätte ich da wenig Probleme mit.
      So aber können Sie sich den Begriff mir gegenüber komplett sparen.

      Auch kenne ich den „offenen Nazi“ Stimmviech nicht, möchte aber an dieser Stelle doch einmal darauf hinweisen, dass ich mir solche Vorwürfe von Ihnen nicht zu bieten lasse brauche.

      Flüchtlingsströme begrenzen? Klar. Der Strom wird nicht von alleine versiegen und ich möchte nicht im Alter als eine Minderheit unter Afrikanern und Moslems aufwachen, auch, wenn Sie die ganz bestimmt nach allen Regeln der Kunst sozialpädagogisch bearbeitet haben würden.
      Und was die Unterscheidung zwischen „guten“ und „schlechten“ Flüchtlingen angeht:
      Natürlich unterscheide ich da. Was denn sonst?
      Wollen Sie mir etwa irgendwelche Kat kauenden, Machete schwingenden Kriegsverbrecher in der Nachbarschaft zumuten? Weil Sie sie dann auch ganz bestimmt „kultursensibel“ bequatschen und „willkommen heißen“ würden?
      Was stimmt mit Ihnen nicht?

  24. Titel eingeben
    @Don Alphonso: Entschuldigung, die Dystopie hatte ich überlesen. Was den Balkan betrifft, da habe ich mich auf deutschen Sprachgebrauch bezogen, so wie er sich mir darstellt. In der italienischen Presse verfolge ich das zur Zeit zugegebenermaßen nicht.

  25. Mist, damischer
    Ja Fonsi, wos schreibst du heit wieda für oan Schmarn zsamm. Hobn mia di ned oiwei Nächstenliabe beigebracht? Ne, ne, ne, dos gfallt mer ned.

    • Noch mal in aller Deutlichkeit: Benehmen oder mitreden. andere Optionen git es hier nicht.

  26. Zu lang?
    Finde ich nicht. Man kommt ins Denken. Man liest Absätze zweimal.

    Es gibt keine ideologische Fixierung – schon allein deshalb kann es ruhig

    doppelt so lang sein. Es ist anschaulich. Man überlegt: welche Richtung hat

    das? Hat es eine? Oder man eine im eigenen Kopf? Es könnte eine Nische

    sein, in der Journalismus überlebt. Der Markt mag – noch – klein sein, aber

    er ist da. Siehe Leser-Reaktionen. Ich lese jeden Blog. Es macht Pling! auf dem

    Handi, ich steh im Wald, das Rad steht neben mir – und ich lese. War wieder

    so ein Moment, heute. Danke.

  27. sowieso
    Der neue ungarische Grenzzaun nach Westen verlängert hiesse München setzt sich mit Wien ins Einvernehmen bzgl. Alpenhauptkamm, Reschenpass, Brenner, Pustertal etc.

    • Ich halte diesen Zaun für eine ganz, ganz schlechte Idee – und ich finde auch, man sollte ungarn für eine Weile aus der EU werfen.

  28. War Habermas auch totalitär?
    Was Kritiker als Denkverbote bezeichnen, sind im Grunde immer nur Drohungen (von Meinungsführern) mit der Ausgrenzung (aus dem von ihnen dominierten Milieu, Gesprächsumfeld).
    .
    Darum kann die öffentliche Debatte auch nie ohne „Denkverbote“ (in obigem Sinn) auskommen. Denn auch Gesprächsgruppen sind immer nur begrenzt fähig, Andersdenkende zu integrieren.

  29. Der Sündenbocksucher
    Ein erheblicher Teil der Drogenkonsumenten gehört zu den „Stützen der Gesellschaft“, wie die Drogenszene am Tegernsee zeigt. Die wirklich einträglichen Drogen, wie Kokain, sind nämlich Distinktionmerkmale. Das Prekariat kann sich nur belangloses und billiges Hasch leisten. Wenn also der Don behauptet, daß Berliner Drogenkonsumenten Westafrika destabilisieren, übrigens auch bestimmte Großstadtquartiere, dann dienen ihm afrikanische Dealer und der „Reichshauptstadtslum Berlin“ als Sündenbock. Die Suche nach Sündenböcken halte ich auch durchaus für ein Merkmal rechtextremer Politik.

    Sein hochmütiger Verweis auf die „Le Monde diplomatique“ ohne nähere Angabe, damit niemand seine Antwort überprüfen kann, sei hier ergänzt:
    „Drogenschleuse Westafrika“ von Anne Frintz, erschienen am 8.2.2013

    • nun westafrikanische
      drogendealer, unter dem schutz des schweizer asylrechts destabilisieren sicher die heranwachsenden und auch älteren labilen in einer stadt wie basel, mann muss da nicht unbedingt ins prolohafte berlin schauen.
      bestens organisiert und vernetzt, hasch ist da wohl eher eine leichte zutat. soviel zu den fakten ! polizeibericht lesen und die polizei in basel ist bestimmt nicht rechtsradikal. immer gleich diese keule rausholen,igitt !

  30. Alter
    Worueber keiner spricht: Die meisten Fluechtlinge sind Einzelpersonen. Wenn die sich in Europa etabliert haben, wollen die meisten ihre Familie nachholen. Dann kommen also Frauen, Kinder, Eltern, Geschwister, Verwandte, etc. nach. Nimmt man also 100 000 Menschen auf, werden dann schnell 500 000 neue Buerger daraus die sich nicht schnell einleben und einbuergern.
    Wie viele Menschen kann man aufnehmen ohne dass sich die Gesellschaft grundlegend aendert und auseinander faellt? Sind wir darauf vorbereitet? Kann man das mit Sozial Engineering verkraften? Das geht nicht wie mit dem Fluechtlingen nach dem 2. Weltkrieg die zu Deutschland gehoerten.

    • Titel eingeben
      @Wolff Gesellschaften, Kulturen und Sprachen ändern sich im Lauf der Zeit immer. Damit sie nicht auseinanderfallen, muss verhandelt und ein Mindestkonsens gefunden werden. Ein Grund – wenn auch nicht der einzige – für die Entstehung von Parallelgesellschaften ist Ablehnung und Ausgrenzung von neu Hinzugekommenen durch die, die bereits da sind.

  31. Das trojanische Pferd hat zur Zeit noch die Tarnkappe auf.
    Mein Hausarzt drückt es anders aus.
    Er redet immer wieder von feindlicher Übernahme.
    .
    Man schaue doch mal auf die Geburtenraten,
    weltweit, hier und in Afrika.
    Wie viele sollen wir aufnehmen?
    1mio, 2, 5….?
    In welchem Zeitraum?
    Der Strom wird nicht versiegen.

  32. Ab in den Urlaaaaub...la la la
    Nächste Woche bin ich wieder unten. Bei einer (+/-) Flasche Rotwein (pro Kopf) werden meine italienischen Freunde wieder vom Wahnsin des vergangenen Jahres erzählen. Bis zum frühen Morgen.
    Von denen hat niemand Hartgeldparty gefeiert, die jammern nicht auf hohem Nivau. Die jammern gar nicht, die sind nur wortreich. Die schildern den Alltag. Arbeitsbedingungen, Immigration, Willkür, Behördenunfähigkeit, Verarmung, sozialer Abstieg. Das ist jedes Mal furchtbar. Eine unfähige Behörde in Deutschland ist ein think-tank genialer Visionäre gegen das, was da unten den Leuten zugemutet wird. Schon mal eine italienische Verkehrskontrolle mitgemacht? Ein bayerischer (sorry, lieber Don) Provinzbulle, der glaubt bei jedem Fahrer mit NRW-Kennzeichen wären 2 Gramm Haschisch im Kofferraum, ist nix gegen diese Spackos in ihren 156er Alfafiats. Schon mal einen italienischen Chef gehabt? Wer da an die Spitze der Nahrungskette vorgeklettert ist, der träumt auch heute noch viel zu oft den vorgestrigen Traum vom Patrone mit der alleinigen Lizenz zum Klugschei**en. Die Zeit hat diese Typen längst überholt, der (Welt- und Regional)Markt auch, aber sie haben die Macht. Das wird natürlich täglich den Mitarbeitern vorgeführt. Because I can, you kleiner Schei**er! Dass diese Spezies in Politik/Verwaltung/Wirtschaft mit ihren dicken Hintern auf dem Gesicht der Leute nicht kleinste Probleme löst, sondern stumpf an ihre Nachfoger weiterreicht und die Pension kassiert, ist übliches Verhalten. Hier heisst das Spiel „Schwarzer Peter“, dort „Esel“. Das Spiel ist beliebig erweiterbar, zum Beispiel auf die „normalen“ Länder in Europa, die Wohncontainer auf Marktplätzen aufstellen, wenn sie nicht gerade am Tegernsee liegen und mit Brandschutzbestimmungen hadern, die normalerweise nur für Atomkraftwerke und Flugzeugträger gelten sollten. Der „normale“
    Wahnsinn halt.

    Dann erst fängt der Urlaub und die Suche nach einem De Rosa in Stahl an. Wird schwer, was passendes für einen 1,90er Teutonen zu finden. Im Gegensatz zu Tomaten, die nach Tomaten schmecken. Das ist leicht.

    P.S.: Welcher begnadete Satiriker verbirgt sich eigentlich hinter dem
    Nick „Irritiert“? Helge Schneider? Es gibt Reis!?

    • Was die Behörden angeht – das ist in Italien von Ot zu Ort ganz unterschiedlich. Einer der Gründe für den Erfolg der Lega in Verona sind auch erheblich kürzere Dienstwege. Parma hat da wohl auch in den letzten Jahren zugelegt, und auch in Ferrara habe ich noch nie klagen gehört.

      Subito.it hilft. Ganz unmöglich ist es jedenfalls nicht.

    • helge schneider
      ist es nicht, ich habe ihn zu den relevanten publikationszeiten in der bar im atlantic gesehen……….

  33. Das heisse Eisen
    Da nimmt der Don nun das „heisse Eisen“ in die Hand und trägt es die neun Schritte weit (was immer ihn dazu getrieben haben mag). Natürlich hat er sich die Pfoten verbrannt – wie sollte es auch anders sein. Ihn dafür zu verurteilen erscheint mir aber doch recht (früh)mittelalterlich.

    Gängige publizistische und politische Vernunft diktiert natürlich, das Eisen erst gar nicht anzufassen. Da ist dann aber auch wieder keiner glücklich mit.

    • Also ich spüre nichts und generll habe ich ja den Eindruck, dass es eine deutliche „shooting the meddenger“-Mentalität gibt, die dann auch dafür sorgt, dass so viele dann lieber bei den Guten unterkriechen.

  34. un paese normale?
    Ich weiß nicht. Seit zehn Jahren kennzeichnet den öffentlichen Diskurs mehr und mehr das Streben nach grünen moralischen Höhen. Mittlerweile nimmt es fast hysterische Formen an.

    Wenn Deutschland ’normal‘ wäre, würde es sich dann den Masochismus leisten, jeden Tag noch ‚besser‘,’menschenwürdiger‘, schuld- und verantwortungsbewusster sein zu müssen? Wie konnten wir nur die verlotterten Zustände der Schmidt- und Kohl-Jahre ertragen. Selbst unter Schröder ging es im Vergleich zu heute moralisch noch echt entspannt zu.

    Ansonsten: Ein schöner Artikel, dem man anmerkt, dass der Autor es sich nicht leicht gemacht hat.

    Aber, lieber Don: Sie sind die fünf Kilometer entfernte Kerze bei Windstärke 9.

  35. Ach totalitär - Die 'Halt's-Maul-Kultur' erscheint mir eher als Mode denn als Ideologie
    Wenn andere im Namen der Gleichheit und Gerechtigkeit aus einer Position moralischer Überlegenheit argumentieren, komme ich immer ins Grübeln. Der Antiideologismus ist die Freizeitbeschäftigung von heute. Der Liberale ergötzt sich an der Bekämpfung der Antiliberalen. Es scheint Spaß zu machen, in immer gleichen Worten immer die gleichen Diagnosen zu stellen. ‚Das ist rassistisch. Das ist sexistisch. Das ist rechts. Das ist ein Vorurteil. Das ist ein Nazi. Das ist speziesistisch.‘ Ja, das gibt es inzwischen auch. Ich bin Jäger. Deshalb wird es mir vorgeworfen.

    Nur ein Satz zur demokratisch legitimierten Ausgrenzung. Hier in Indien verhindert nur die demokratisch legitimierte Abgrenzung, dass sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen jeden Tag die Rübe einschlagen. Ein zukünftiges Model auch für Deutschland?

    Nun denn, auch ein Jerry Seinfeld hat inzwischen begriffen, wie der Hase läuft:

    Jerry Seinfeld Is Tired of Political Correctness – Late Night with Seth Meyers
    https://www.youtube.com/watch?v=KXDHjwaUtPI

  36. Titel eingeben
    Salvini wurde gewaehlt, auch wenn es einem nicht passt. Er hat einen Nerv des Wahlvolkes getroffen und deren Stimmen bekommen. Demokratie hat ihre Risiken. Wenn das Stimmvieh seine Problem in der oeffentlichen Diskussion nicht wiederfindet, dann waehlt es unpassend. Salvini, Oesterreicher mit schriller Stimme und daemlichem Bart,….
    Es gibt Politiker die es demuetigend finden wenn nach der Rueckzahlung von geborgtem Geld fragt. Darf der Geldleiher jetzt irritiert sein oder muss er PC ‚Solidaritaet‘ ueben. Das Stimmvieh hat die Klappe zu halten bis zur naechsten Wahl. Und wenn es nicht brav ist, dann ist es ‚Nazi‘.
    Es ist nobel ertrinkende aus dem Mittelmeer zu fischen. Aber an Land muss eine Loesung gefunden werden. Sonst werden ‚Bildungsreisende‘ ueberfallen um das Ueberleben zu sichern (eine Theorie, kann auch ein anderes Motive dahinterliegen).
    Willkommenskultur, Multikulti ist nett, aber nicht jeder ist Sozialpaedagoge. Manche haben andere Probleme und Erfahrungen. Wie sollen Millionen integriert werden, Sprache, Beruf lernen um ein selbstaendiges Auskommen zu erlangen. In den zurueckliegenden Jahrzehnten wurde manche Einwanderungswelle (Fluechtlinge aus dem Osten zwei mal, ‚Gast’arbeiter,… integriert – mehr oder weniger).
    Ob dies jedesmal gelingen wird, dafuer gibt es keine Garantie. Es kann auch nicht gleiche die Nazikeule geworfen werden, wenn Leute Angst um ihren Status haben. Nicht jeder ist Villenbesitzer mit Zweitwohnung am Meer.

  37. Ganz schön mutig
    unser Don Alfons. Sich auf derartig vermintes Gelände zu begeben. Das ist aller Ehren wert. Es ist aber so, das es diese Problemstellung schon recht lande gibt. Es begann in den Altbau-Ghettos der Großstädte, wo schon sehr früh die Konzentration der Einwanderer Probleme erzeugte. Das war damals Folklore: wegen der überschaubaren Zahl und man konnte es durch wegschauen bewältigen. Inzwischen führen die großen Zahlen dazu, dass auch die Nachbarschaften eines Don betroffen werden. Es kommen eben nicht nur nette Leute. Begünstigt durch die Schaffung faktisch rechtsfreier Räume durch Politik und Verwaltungen, ist eine völlig neue Situation entstanden. Es wird aber weiter die Weg-Guck-Strategie verfolgt. In diese Lücke stoßen politische Phänomene wie FR, Lega Nord, Pegida… Denen ist mit der etablierten Politik allerdings eins gemein: Sie bieten keine brauchbaren Lösungen an. So wie der Don und ich. Wir haben auch nicht wirklich eine. Eins ist allerdings ziemlich sicher: Die neuzeitliche Völkerwanderung halten wir nicht auf. Die aggressive Immigration trifft auf eine nicht mehr verteidigungsbereite Gesellschaft

  38. Ein paar Schlussfolgerungen
    Lieber Don, danke, sehr differenzierter und denkenswerter Artikel.

    Unsere Fluechtlingspolitik hat ungewollte Effekte. Die europaeischen Statten retten im Mittelmeer mehrere hundertausend Menschen jaehrlich. Das ist gut so. Andererseits koennen die Schleuserbanden jedem Fluchtwilligen nun sogar die von unseren Staaten garantierte Einreise versprechen. Was nur noch mehr Fluechtlinge ins Mittelmeer bringen wird.

    Wenn arbeitslose Berliner Linkspaeedagogen davon sprechen, dass wir uns jedes Jahr eine Million Fluechtlinge ‚leisten‘ koennen, dann denken sie in der Regel in den Bahnen des Sozialhilfesystems und glauben, dass unser Land so reich sei, dass es sich die Bezahlung des Unterhalts der Fluechtlinge aus den Sozialhilfesystemen gut leisten koenne.
    Eine erfolgreiche Integration von Fluechtlingen in unsere Gesellschaft kann jedoch nur gelingen, wenn diese Menschen bei uns auch Arbeit finden. Letztere setzt Sprachbeherrschung und notwendige Qualifikation voraus.
    Es ist nicht eine Frage des Geldes, sondern vor allem eine Frage, wie unsere Wirtschaft eine so hohe Zahl entsprechender Arbeitsplaetze schaffen kann und (!) wie die Fluechtlinge fuer diese Arbeitsplaetze entsprechend qualifiziert werden koennen.
    Fuer 1 Million Menschen muessten wir bereitstellen: etwa 2.000 Schulen mit je 500 Schuelern und etwa 60.000 qualifizierte Lehrer. All dies mindestens 10 Jahre lang. Das kostet Geld: mindestens 10 Milliarden fuer Schulbau oder Umbau und mindestens 400 Millionen an Gehaeltern fuer die Lehrer jaehrlich.
    Hier stellt sich die Frage, woher diese hohe Zahl qualifizierter Lehrer kommen sollte. Wo wir doch jetzt schon Lehrermangel haben. Und es stellt sich die Frage nach dem Zeithorizont: ein derartiges Progamm (aber auch die Qualifikation innerhalb des heutigen Schulsystems) kostet natuerlich Zeit. Selbst wenn das skizzierte Programm heute bereitstuende, dann wuerde es mindestens bis 2024 dauern bis ein Fluechtling die fuer einen Arbeitsplatz in Deutschland notwendige Basis-Qualifikation erworben haette, mit Abitur bis 2027 und mit Studium bis 2030.

    Wir haben kein solches Programm. Das vorhandene Schul- und Universitaetssystem kann eine solche Menge von Fluechtlingen nicht aufnehmen, geschweige denn qualifiziert ausbilden. Angesichts derart praktischer Ueberlegungen zeigt sich die Verantwortungslosigkeit linker und rechter Fluechtlingsdebatte.

    Hut ab vor dem Buergermeister von Tegernsee und allen anderen Orten, die taeglich die praktischen Dinge fuer die Fluchtlinge in Deutschland loesen. Sie nehmen Verantwortung war.

    Joachim Brunold

  39. Titel eingeben
    @Irritiert:

    Ich verstehe ja, das es in ihrem Interesse liegt als arbeitsloser Pädagoge wieder
    Beschäftigung zu finden, am besten im gelernten Beruf oder Bereich. Aber ihre
    wiederholten Forderungen nach Arbeit für sich selbst tragen wenig zur Diskussion
    bei.

  40. Ein nachdenklich stimmender Text
    Der Blog ist sehr lebensnah geschrieben und kulminiert die Wirtschaftsflüchtlings-Problematik ganz gut. Wenngleich die Sicht natürlich – wie leider bei vielen Texten des Autors – sehr einseitig ist, ist es in diesem Fall gerade die Eindimensionalität, die das Problem sehr schön exemplifiziert. Sind wir denn nicht alle etwas „angefasst“ ob der zunehmenden Kriminalität in der einst so friedlichen Heimat und den gerne besuchten Urlaubs-Mittelmeerländern? Ja, sind wir, auch wenn wir uns das Wort „Humanität“ auf die weiße Fahne geschrieben haben, nachdem die Fahne vom vorher prangenden Hakenkreuz porentief gereinigt wurde. Sie, Don, fordern eine Debatte, und das ist auch mMn das einzige, was hilft. Jedoch wird die Diskussion eigentlich schon seit Jahrzehnten – die einen meinen ohne Erfolg – geführt. (Das meinen einige der Anderen übrigens auch!) Die verhärteten Fronten, in denen es um Wortbenutzungsrechte wie „Nazikeule“ oder „Rassismus“ geht, gleicht einem beiderseitigen Gebet an einen nicht-vorhandenen Gott um den Endsieg für eine wie auch immer geartete Einwanderungs-„Endlösung“, die ich hier bewusst in Gänsefüßchen setze, um damit zu betonen, dass sich mein Geisteszustand jenseits von Nazidenke befindet. Gleichzeitig wäre es aber schön, wenn die geschilderten Einzelbeispiele des Blogs nicht mehr auftauchen würden und somit „gelöst“, also Historie wären. Die Ansicht dessen, was Rassismus ist, ist heute schon sehr quer veranlagt. Das Singen der „10 kleinen Negerlein“ war zu meinen frühkindlichen Zeiten im Kindergarten durchaus üblich. In meinem Geist verfestigte sich nicht, dass aus einer – wie auch immer gearteten – Naturgerechtigkeit plötzlich kleine Afrikanerkinder sterben mussten, und das dies gut so sei, nein, das Lied beförderte mein Mitleid. Vorher hatten sicher alle viel Spaß zusammen und dann folgte ein tragischer Schicksalsschlag nach dem anderen. Das hat mein frühkindliches Mitgefühl mit den auf dem afrikanischen Kontinent geborenen Ureinwohnern eher bestärkt, als das es Überlegenheitsgefühle ausgelöst hätte. Und das ist bis heute so geblieben. Gleichzeitig war das Lied eine Warnung, dass eben Löwen und Tiger einem nach dem Leben trachten können, dies waren lebensnahe Beispiele in Ermangelung des bei uns damals nicht mehr vorhandenen Wolfes, der schon im Märchen absurde Züge annahm. (Wenn schon Hunde nicht sprechen konnten, wie sollten das erst Wölfe bewerkstelligen können?) ((Ja, ich weis, Ihr Hund kann sprechen und Sie verstehen ihn vollkommen.)) Schon an diesem kleinen Ausflug in meine Kindheit, die sicherlich exemplarisch für die Kindheit vieler ist, zeigt sich, dass Denk- und Singverbote vielleicht nicht das richtige Mittel sind, um politisch wichtige Fragen wie der Einhaltgebietung des Rassismus zu beantworten. Ich will sagen, in den USA lebende Afrikastämmige sehen sich als Sklaven des Systems und sind vielfach über die politischen und sozialen Umstände, unter denen sie leben, teilweise sogar zu Recht erbost. Interviewt man junge, europaeinreisewillige Afrikaner vom afrikanischen Kontinent, so wäre ein Großteil von Ihnen bereit, eine Sklavenkette um ihre eigenen Füße zu akzeptieren, wenn dann nur ein europäischer, genehmigter Daueraufenthalt dabei herausspringt. Unter dieser Prämisse ist natürlich leicht Messerzücken, da nützt dann auch der verhaftende Rechtsstaat nichts mehr, wenn das europäische Gefängnis immer noch die bessere Alternative zum „selbstbestimmten“, freien Leben in Afrika ist und so etwas wie Hotelcharakter bekommt. Folglich muss man die Dinge in Afrika ändern, und da fängt es dann an, ziemlich schwierig zu werden. Ein Großteil unserer Wirtschaftserfolge besteht in der Ausplünderung afrikanischer Ressourcen letztlich zu unser aller Europäer Vorteil, aber besonders zum Vorteil einiger Weniger. Und die einigen Wenigen wollen nicht auf Ihre Aktionäre und Gehälter verzichten, was man auch irgendwie verstehen kann, auch wenn es sehr ungerecht ist, dass nur einige am afrikanischen Elend verdienen, wir aber alle mit den Folgen konfrontiert sind. Aber das hat durchaus Tradition, man nennt dies „Vergesellschaftung von Folgekosten“ und dies war und ist in der Atomindustrie sehr beliebt. Fazit: Wir können viel diskutieren und werden der Unvernunft sicher nicht Herr werden können, derweil bewegen sich die Mutigeren auf wackelige Boote und glauben (noch) an eine bessere Zukunft. Wer kann es Ihnen verdenken? Die seit Jahrzehnten ungelösten Weltwirtschaftsmodalitäten fallen uns jetzt allen auf die Füße und stehen als personifizierte Anklagen mit dem Messer in der Hand vor uns. Vielleicht sind die Lösungen der Altvorderen doch notwendig gewesen, und wir müssen unsere Flagge jetzt vom Schriftzug „Humanität“ befreien? Schwenken wir doch unverdrossen die weiße Fahne, die Kraftanstrengung zur Verteidigung des „alten“ Europa werden wir in Deutschland nicht mehr aufbringen, fürchte ich.

  41. Vertrauen
    ich vertraue auf die ‚Grenzen des ‚Wachstums‘.

    Jedes politische-wirtschaftliche System hat seine ihm innewohnendem
    Grenzen.
    Auch ‚die Guten‘ sind nur überzeugend wenn sie ihre Parolen umsetzen,
    in realen Gewinn für die jeweilige Gesellschaft. Daran werden sie gemessen.

    Auch die grüne und arme Gesellschaft wie sie der Papst fordert, ist nur eine
    rückwärts gerichtete Utopie. Aus RKK Sicht verständlich, waren es doch ihre
    goldenen Zeiten.

  42. Es wird eine offene, ehrliche Diskussion verlangt
    Aber eine solche kann es in der Parteiendemokratie nun mal nicht geben.
    .
    Wohin wir uns zurückbewegen ist eine Art Konsens-Oligarchie, wo die Patrizier in ihren Händen Macht und Reichtum konzentrieren, sich aber auch um soziale Unterstützung und ein gutes Image bemühen müssen, unter anderem eben durch großzügige Spenden an Kirchen, Klöster und deren Fürsorgeprogramme.
    .
    Daraus entstehen dann fromme Legenden und Heiligengeschichten und REliquienkulte, die damals halt das waren was heute der Boulevard macht.
    .
    Eine ehrliche Debatte müsste dann aber auch anerkennen, dass der europäische Kolonialismus nicht um 1960 endete, und dass das Verhältnis der reichen westlichen Industriestaaten (insgesamt) gegenüber Afrika (insgesamt) eines der kolonialen Dominanz geblieben ist und auf absehbare Zeit auch bleiben wird und dass daraus eine moralische Verantwortung (des Dominierenden) erwächst. (Welche Folgen daraus im Einzelnen gezogen werden würden, müsste ebenfalls im Einzelnen debattiert wären).
    .
    Aber die Unterstellung, man hätte es da in Subsahara mit souveränen selbstbestimmten Gemeinwesen zu tun, die sich selbst gefälligst ein wenig klüger, effektiver und humaner regieren könnten, wenn sie nur wollten, ist realitätsfern. Wird sie mit der Absicht vorgebracht, den Status quo zu verteidigen, so ist sie geradezu schäbig.
    .
    Der Hinweis auf China ändert auch nix an allem: Denn warum streckt China seine Fühler nach Afrika aus? Um sich eine Rohstoffbasis für seine Industrie zu verschaffen, deren billige Erzeugnisse wiederum in den Westen exportiert werden sollen. Die Chinesen in Afrika sind dort so etwas wie Zwischen-Unternehmer in unserem Auftrag. Wir profitieren gerne vom Preisvorteil chinesischer Angebote, der aber halt auch immer auf bestimmten Vorausseztungen beruht. (Ob diese Voraussetzungen wie bisher innerhalb Chinas geschaffen werden (Hungerlöhne, Umweltzerstörung) oder jetzt halt verstärkt in Afrika, ist eigentlich egal.
    .
    Überhaupt China: Was man in den letzten 25 Jahren „Globalisierung“ genannt hat, meinte im Grunde nix anderes als die ökonomische Integration Chinas in das kapitalistische Weltsystem. Wer den imperialen Aufstieg Chinas fürchtet oder ablehnt, müsste früher oder später auch wieder über Protektonismus reden. Aber das ist ja ein weiteres Tabuthema, nicht wahr?
    .
    Und so macht man eben einen Ablaßhandel: Wir dürfen weiter global investieren, importieren, spekulieren, und ihr dürft euch weiterhin mit der Flüchtlingshilfe profilieren. Für uns den Freihandel, für Euch den Artikel 16 GG….

    • Auch wenn die Diskussion hier nicht geführt werden kann, die "Dominanz"
      bestreite ich. Internationale technische Zusammenarbeit war mal einer meiner Studienschwerpunkte, seitdem bin ich von Dependenztheorien jeglicher Provenienz gründlich kuriert. Diese angebliche Dominanz und die damit einhergehende Verantwortung ist ein Märchen, das sich gut dafür eignet, vom Kollektivversagen der Eliten insbesondere in Afrika (in Asien sieht das interessanterweise sehr viel besser aus) abzulenken.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • .
      ‚Was man in den letzten 25 Jahren „Globalisierung” genannt hat, meinte im Grunde nix anderes als die ökonomische Integration Chinas in das kapitalistische Weltsystem.‘

      Das meinte schon noch ein bischen mehr.

      Chinas Export getriebenes Wirtschaftswachstum dient v.a. der Anhäufung von Kapital durch Chinesen. Es ist kein origineller Standpunkt zu behaupten, dass diejenigen, deren Kapital wächst, ihre Interessen geltend machen, ungeachtet der Tatsache, dass sie die Produkte, die sie in ihren Fabriken herstellen, gar nicht alle selbst konsumieren, sondern für Geld weggeben. Das ist etwas, dass Marx auch widersinnig / kontraintuitiv fand, dass es nicht auf den Nutzwert der Waren ankam, sondern um Kapitalakkumulation, aber so funktioniert eben das kapitalistische System und die Chinesen hatten ja genug Zeit, dessen Vorteile zu studieren und es sich dann auch anzueignen. Sie haben sich in das kapitalistische Weltsystem gleich als Kapitalisten integriert, nicht als Proletarier. Sie haben Arbeitskraft gekauft, die es bei ihnen billig und im Überfluss gab, Produkte entwickelt, diese verkauft und dafür Gewinne eingestrichen. Nicht allein freilich, denn sie brauchten den Westen für ihre eigene Entwicklung. Dafür bekamen die westlichen Unternehmen eine Gewinnbeteiligung und die bestehenden Märkte das Versprechen auf neue Märkte. Es war strategisch sehr klug von der chinesischen Regierung, die Dinge so anzugehen. So konnten sie das Land ohne jeden Machtverlust öffnen. Für die chinesischen und westlichen Kapitalisten war das insgesamt ein sehr gutes Geschäft. Ob das auch für die chinesischen Proletarier eines war, ist zumindest umstritten, d.h. Gegenstand politischer Interpretation.

    • Kollektivversagen der Eliten?
      Der moderne Machtstaat, wie er sich in Europa zwischen 500 und 1960 herausgebildet hat, ist, bei allen seinen Vorzügen und Verdiensten, eben auch eine Monströsität, und seine koloniale Überseevariante in Afrika umso mehr. Da muss man schon seit Generationen reingeboren sein, um einen Staat wie unsern für eine plausible Normalität zu halten.
      .
      Aber der Deutsche Zeitungsleser stellt sich vor, dass
      .
      1) Die Bildung eines einheitlichen modernen europäischen Institutionenstaates den afrikanischen „Eliten“ doch als alternativlose Zielvorstellung klar vor Augen leuchten müsse, und dass
      2) Die 55 Jahre zwischen 1960-2015 dafür doch dreimal hätten ausreichen müssen, schon weil
      3) Die Japaner (Thais, Vietnamesen, …) „es ja auch geschafft haben“.

    • aber mein freund
      die stellvertreterthese für china ist ja etwas ganz neues: bitte bedenken sie, das chinas exportanteil am bruttosozialprodukt schrumpft, dass das land dabei ist, sich rasant auf eine binnengetriebene nachfrage umzustellen, bitte bedenken sie den wohlstandsfortschritt chinas in allen relevanten wohlstandsindikatoren gegenüber einem 1950 vergleichbaren land wie z.b. indien.
      die gobalsierung war die ausdehnung es westlichen wohlstandes auf alle regionen der welt ausser subsaharan africa, lesen sie bitte mal die entwicklung der volkseinkommen z.b. in den asiatischen ländern nach.
      und die globalisierung hat nicht nur china in den welthandel und das weltfinanzsystem eintreten lassen, zu nennen sind noch indien, russland, brasilien, indonesien, osteuropa. ausgeschlossen haben sich eigentlich nur nordkorea, argentinien, kuba.
      subsaharan africa ist da stehengeblieben wo der koloialismus aufhörte oder noch hinter diesen zustand zurückgefallen, warum hat es das ehemals als britische kolonie so ausgebeutete malaysia auf den heutigen stand geschafft, das ehemals als britische kolonie so ausgebeutete uganda aber mitnichten.
      ist nur ein beispiel unter vielen.
      also bitte keine haltlosen theorien oder thesen, die ja immer komplexer und abstruser werden. danke !

  43. Gift und Galle
    Mein lieber Don, dass ist alles ganz gut und schön beobachtet. Aber nur die halbe Wahrheit. Wer, zum Teufel, berichtet denn über „das Zentrum für politische Schönheit“? Wer verlangt immer und immer wieder, wir müssen alle …. werden – nur nicht wir selber bleiben? Ihre Journalistenkollegen doch! Kommentiert man dort, wird man gesperrt, gelöscht – oder man bekommt nur Häme statt Argumenten zu hören; wie das so ist bei den dumpfen Ideologen. Dass die Faz und ihre Blogs ein wenig besser sind als andere, ändert an diesem grundsätzlichen Problem gar nichts … Also entweder: Sie antworten, konkret und mit aller Wortgewalt, die Ihnen zur Verfügung steht auf das, was Ihre Kollegen schreiben. Oder sie können sich das Schreiben gleich sparen. Das unsere Sichtweise (auch) berechtigt ist, wissen wir nämlich selber.

  44. Statistikfutter
    Also: Bei 80Mio Einwohnern*, die 80 Jahre alt werden, sterben pa 1Mio, pro Nacht rund 2500. Statistisch.
    Bei einem Rock-Festival mit 25.000 Besuchern* wären das pro Nacht 10.
    Aber sie sind zum Glück jung.
    Von Woodstock werden 3 Tote berichtet (2 auf Droge, 1 im Schlafsack vom Trecker überfahren).

    Am Ende verhält sich das mit Messerstechern* und Drogendealern* genauso, ist aber auch kulturabhängig.
    Die Geschichte einer kleinen spanischen Insel, wo es 40 Jahre keinen Mord gab, bis in einem Eifersuchtsdrama 2 Deutsche* ihr Leben liessen.
    Weitere Infos zu HSE siehe auch Bau der Golden-Gate-Brücke.

    Ein (fast) ganz normales Land.

  45. Titel eingeben
    Und wieso soll der Villenbesitzer mit Zweitwohnung keine Angst haben?
    Und wieso sollten wir Afrikas Probleme lösen (können)? Selbsüberschätzung, grenzenloser Narzissmus?
    Zur Integration braucht man einen tragfähigen Rahmen, an den man glaubt. Namesgesmäß bin ich da sehr von dem preussischen „nach seiner facon selig werden, vorausgesetzt, man zahlt Steuern, genügt seiner Schul- und (hamwa nicht mehr) Dienstpflicht, haut seinem Nachbarn nicht auf die Rübe und achtet dessen Eigentum sowie die StVO“. Eigentlich lebt man auch von seiner Neuronen Arbeit und nicht von Stütze.
    Viel mehr sollte da nicht rein, aber das sollte unverhandelbar sein. Hauen gilt nicht, nie und nimmer, auch wenn jemand etwa unflätiges gegen die Familie sagt, oder die Tochter mit Verspätung heim gestöckelt kommt.
    Kann jeder gleich welchen Glaubensbekenntnisses leisten. Für mich ist das Problem dabei, daß auch die Mehrheits- oder alteingesessenen Gesellschaft nicht so ganz davon überzeugt ist.

  46. nach too big to fail..
    ..nun too hot to touch?! Mir sieht es nach allem eher so aus, daß Houllebecqs Vision in „Soumission“ weiter an Realität gewinnen kann, denn irgendwann und was werden die kompetenzbehafteten, dringend benötigten Zuwanderer mal wählen. Und die dilettantische Haltung der EU-Fürsten kann man an dem Grexit-Euphemismus gut erkennen.
    Einfach laufen lassen und nach Frankreich und Spanien schauen.

  47. Ich bin betroffen
    Betroffen von den Kommentatoren, die sich zwar das offene Ausgrenzungs- und Rassismusetikett nicht anheften mögen, aber rassistisch ausgrenzen im Denken und Handeln. Was nutzen dann alle Bekenntnisse gegen rechts, wenn man gleichzeitig nicht jährlich Millionen durch uns verelendete Afrikaner aufnehmen und integrieren möchte? Inwiefern seid Ihr dann anders als die Nazis und Rassisten,von denen Ihr Euch rhetorisch abgrenzt?

    • Wenn Sie schon den Unterschied zwischen "Ich ermorde Millionen von Menschen,
      die ich dafür extra eingefangen und in grosse Vernichtungslager gesperrt habe“ und „Ich überlasse Menschen sich selbst, weil ich mich nicht um alle kümmern will“ schon nicht verstehen – was machen Sie dann hier? Das war bisher weitgehend eine Debatte unter Erwachsenen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Leute, die nicht ihrer Meinung sind, indirekt mit Nazis und Rassisten zu vergleichen
      ist kein sonderlich geschickter Schachzug, wenn sie für das Anliegen der
      millionenfachen Aufnahme (pro Jahr wohlgemerkt!) von Flüchtlingen werben wollen.

      Übrigens, wo wollen sie diese Leute denn alle Unterbringen? Ich habe Anfang der
      90er Jahre als Soldat die alten Baracken gesehen, in denen Aussiedler mit 6
      Personen pro Zimmer zusammengepfercht waren. Menschenwürdige Unterbringung
      sah und sieht anders aus.

      Für solche Mengen an Zuwanderern, wie sie es hier beschreiben, müssten ganze
      Stadtviertel hochgezogen werden, oder wollen sie die Neuankömmlinge sonst
      unterbringen? Glauben Sie mir: Die Grünen reden auch nur solange von der
      Aufnahme von Flüchtlingen, wie sie sich in ihrer eigenen Nachbarschaft nur in
      homöopathischen Dosen nachweisen lassen.

      Diskutieren Sie doch mal konstruktiv. Leute, die berechtigte Probleme ansprechen,
      mit Nazis und Rassisten gleich zu setzen, eine Strategie, die von vornherein zum
      Scheitern verurteilt ist.

    • Sie sind betroffen ?
      Und daraus leiten Sie ab, dass gefälligt alle Anderen in politischer
      Schönheit sterben einschließlich der Migranten. Etwas anderes
      haben Sie doch keinem zu bieten.

      Wer sind Sie???

    • Titel eingeben
      Korrektur zum Beitrag von Gast von 15:11

      Ersetze: „oder wollen“ durch „oder wo wollen“
      und „, eine Strategie“ durch „ist eine Strategie“

    • Titel eingeben
      Sehr geehrter Herr Irritierter,
      mich wiederum irritiert, dass Sie a) einerseits einen recht gut funktionierenden Kopf zu haben scheinen und b) dennoch ein gemeinsam subsummierendes „euch“ benutzen, so, als gäbe es bei den Kommentatoren hier keinerlei Unterschiede.

      Ich werde mich nicht damit aufhalten, Ihnen damit sagen zu wollen, dass Sie im Prinzip exakt (!) den gleichen Fehler machen, den Sie bei Rechten und Nazis erkannt haben – mit denen sie „uns“ alle gemeinsam in einem rhetorischen Sack stecken, sondern ich möchte Sie einfach fragen, ob Sie es wirklich für eine gute Idee halten – beispielsweise – dass die EU eine Masseneinwanderung von jährlich einigen Millionen Afrikanern ermöglicht, was Sie es offenbar als einzig sinnvolle Alternative zu Ausgrenzung, „Nazis und Rassisten“ auffassen.

      Nun? Sie halten das für eine wirklich gute Idee?

      Im Moment liegen wir in Schland bei rund 200.000 Einwanderern, ein durchaus beachtlicher Teil davon aus Afrika, furchtbare Gefahren auf ihrer Einwanderungsroute hinnehmend, und die Tendenz ist im Moment sprunghaft steigend. Es sind mitnichten nur Bürgerkriegsflüchtlinge (die interessanter Weise auch die wenigsten Probleme bereiten), nein, es handelt sich einfach um eine ganz neue Migrationsbewegung sehr vielfältiger Art – und um entsprechend vielgestaltige Problemstellungen.

      Über die Sie aber nicht zu sprechen bereit sind, weil, äh, wir ja allesamt nur „rhetorisch“ uns von „Nazis und Rassisten“ unterscheiden würden.

      Habe ich Sie so weit richtig verstanden? Falls ja, dann streichen Sie bitte unbedingt Punkt a). Falls nein, dann führen Sie doch einmal aus, bis zu welcher Marke sie die jährliche Einwanderung von zu 75 Prozent männlichen afrikanischen Migranten wünschen – und aus welchen Gründen genau, z.B., was wir einerseits uns und andererseits hinsichtlich des Wohls der Welt davon genau erhoffen dürfen.

      Ich warte gepannt.

      Mit freundlichen Grüßen. Ach, und wenn Sie uns bitte in ungefähr Ihr Alter mitteilen wollten? Ich fände es nämlich schön, wenn sich mein spontantes Vorurteil bewahrheitet und sie deutlich U30 wären.

      Jung und schwungvoll, sozusagen.

    • .
      „Leute, die nicht ihrer Meinung sind, indirekt mit Nazis und Rassisten zu vergleichen…“

      Er ist ein Troll. Er wird auch diesmal nicht auf Sie und die anderen reagieren, sondern ein wenig später einfach seine Vorwürfe wiederholen.

  48. anekdoten
    Ursprünglich war ich mal für den unterschiedslosen Empfang aller. Früher glaubte ich, daß alle Menschen im Grunde die Welt gleich sehen.
    Dann bekam ich berufsbedingt dazu, Verhöre im Polizeigewahrsam zu beobachten.
    Alles nette Leute, keine Frage. Keine Psychotpaten. Aber aus einer geschlossenen anderen Welt, keine 30 km von mir entfernt, im selben Landkreis:
    1. Hiesiger Staatsbürger, hier aufgewachsen, aber er bezeichnet sich nach Herkunft seiner Eltern als Araber (was die auch nicht waren), wegen Gewalttaten gegen seine Schwestern und Mutter (alles junge Erwachsene, bis auf die Mutter) und Widerstand und Gewalt gegen die Staatsgewalt festgenommen: gibt freimütig zu, daß er die Schwestern geschlagen, gekratzt und geschubst hat, schließlich ist er ja der Mann im Haus, und merkt gar nicht, daß da irgendwo ein Problem sein könnte. (Nun gut die Schwestern haben auch nicht schlecht zugelangt, nach der Beule auf der Stirn und den Bisspuren im Rücken zu urteilen).
    2. Aufruf zum und Widerstand gegen die Staatsgewalt, ein junger Mann dessen Familie von weiter her kommt einerseits, ein junger Beamter von der Antigang Einheit andererseits. Beide schmale, fast zarte Kerlchen. Der junge Mann wat mit zwei Freunden, einem Auto (nicht gestolen), gar keinem Führerschein und einem gewissen Blutalkoholspiegel von dem jungen Beamten und dessen beiden Kollegen nach einer etwas unsicheren aber schnellen Fahrt zum Anhalten aufgefordert worden. Binnen kurzem war die Gruppe von ebenfalls mehr oder weniger jugendlichen, den Beamten nur bedingt freundlich gesonnenen Nachbarn umringt. Die Nachbarn gröhlten, warfen vielleicht auch den einen oder anderen Stein, der Fahrer des Autos versuchte zu Fuß zu fliehen, der junge Mann und sein nicht fliehender Freund brüllten und berührten? schubsten? die Beamten hetzten die Umstehenden auf? Versuchten die Beamten zu entwaffnen? Griffen jedenfalls nach deren Schreckschußgerät. Der junge Mann wurde von einem Beamten k.O geschlagen und von der Menge fort gezogen während der andere Beamte mit zwei Schreckschüssen die Rückkehr in den Streifenwagen und das Einladen des Fahrers ermöglichte.
    Für den jungen Mann, eindeutig ein Fall überzogener, rassistischer Polizeigewalt, die rumorenden Nachbarn nette Jungs die auch nur versuchen sich so durchzuwursteln, die Polizei ein Feind. Für den jungen Beamten, eine möglicherweise tödliche Falle (ist schon vorgekommen, Steine und evtl. Mollis sind tödliche Waffen). Keiner hat unrecht.

    • Genau diese Sichtweise
      ist identisch mit der von Ex-Kommentator stimmviech-merkt Ihr nicht, in welche Richtung Ihr da gedanklich unterwegs seid? Ich bin betroffen und entsetzt.

  49. Titel eingeben
    Die Probleme Afrikas können die Afrikaner nur selber lösen, aber wenn alle die Flucht ergreifen, kann man den Krieg nicht gewinnen. Wenn die EU morgen alle Exporte von subventionierten Lebensmitteln einstellt und alle Zölle für afrikanische Waren abschafft, führt das nur dazu, dass die dortigen Reichen noch reicher werden, sonst garnichts. Die sind es auch, die die Fischereirechte vor ihren Küsten verkaufen und die Bodenschätze von ausländischen Unternehmen ausbeuten lassen, alles gegen bares Geld natürlich, das nicht im Land bleibt sondern auf deren Konten im Ausland wandert.

    In dem Buch „Blood River, A Journey to Africa’s Broken Heart“ des englischen journalisten Tim Butcher heißt es:

    „The cobalt-rich rock is simply bagged and driven out oft the country. That way ensures the smallest amount of benefit tot he local economy – just the few dollars a day paid to each miner. If the local authorities where interested in helping the local economy, then they would have a processing plant here in Lubumbashi that converts the cobalt-rich rock into concentrated cobalt salts. It is not a complex procedure, but it multiplies the value oft he cobalt product by fifty times, maybe a hundred times. It is much more efficient to transport the concentrate than the untreated rock and the profit margin is much higher. Under the system we have now, some plant in South Africa or China makes the profit on the treatment oft he rock, a profit that is lost to the Congo. But the reality is this. The authorities in the Congo are not interested in how cobalt mining benefits the local economy. They are only interested in what they can take in bribes. And it is easier to count sacks of rock at the border and work out how many dollars you can cream of per bag. Until that fundamental attitude changes, than the cobalt boom driven by China will not benefit more than a few members oft he Congo elite.“

    Und solange es so ist, solange die Afrikaner das Ersaufen auf dem Mittelmeer in Kauf nehmen um nach Europa zu kommen anstatt die politischen Verhältnisse daheim zu ändern, wird sich nichts daran ändern. es ist nichts zu erwarten, als ein stetiger weiterer Zustrom von Flüchtlingen.

    • ...Die Probleme Afrikas können die Afrikaner nur selber lösen
      Nur die EU ist ein Teil des Problems. Die EU nimmt handfesten Einfluss auf die westafrikanische Wirtschaft. Das betrifft die Flüchtlinge aus Mali und Niger. Das Problem hat sogar einen Namen: CFA-Franc-Zone. Feste Wechselkurs der CFA-Francs zum Euro und die französische Sperrminorität in den betroffenen afrikanischen Zentralbanken behindern das Wachstum durch gewinnbringende Exporte nach Europa.

    • richtiger Ansatz
      .. allerdings exportieren wir nicht nur subventionierte Lebensmittel. Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur absolut, im Verhältnis zu Größe und Bevölkerungszahl die Nr. 1. Und die Waffen werden nicht an Befreiungsbewegungen geliefert, sondern an z.B.die Saudis, die von uns als „Terroristen“ eingeordnete, Köpfe abschneidende Extremisten unterstützen, oder eben z.B. an diese afrikanischen Diktatoren, weil das der billigere Weg ist, an die Bodenschätze zu kommen.

      Die Lösung ist nicht, Imigration durch Mauern, Kriege und Repression zu unterbinden, sondern dafür zu sorgen, daß die von ganz alleine aufhört, indem wir eine Entwicklung zu lebenswerten Bedingungen hin in diesen Ländern nicht mit unseren Waffen- und subvent. Lebensmittel-Lieferungen., etc. torpedieren.
      Das würde allerdings die Bereitschaft voraussetzen, sich von der Maxime „Profitmaximierung“ zu verabschieden, und das gepriesene „leben und leben lassen“ bei allem Geschäftssinn durch halbwegs faire Preise auch auf den Handel mit diesen Ländern auszudehnen.
      Es würde bedeuten, auch den Ländern entgegenzutreten, die diese Pilosophie bis zum Excess betreiben, z.B. den USA.
      Es würde bedeuten, sich vom Prinzip der Gewinnmaximierung an sich zu verabschieden, von Grundprinzip des Kapitalismus.

      Aber eine ehrliche Diskussion darüber, wie das umzusetzen wäre, wird sicher gleich wieder mit der Frage torpediert: „Willst Du etwa Kommunismus!?“
      ————————-
      @donalphonso
      “ … einer gefestigten Demokratie, die mit der Aufarbeitung des katastrophalen 20. Jahrhunderts bewiesen hat, dass sie genau diese komplexen Debatten ohne diese Extremisten inzwischen recht gut, flexibel und praxisnah führen kann.“

      So flexibel, daß nicht ein einziger Nazi-Richter zur Verantwortung gezogen wurde und immerhin 70 Jahre nach dem Krieg die letzen verbliebenen altersdementen Kriegsverbrecher nochmal für eine Pseudo-Entnazifizierung vor Gericht gestellt werden können.

      Nein, solange wir diese Vertreter-„Demokratie“ behalten, wird alles so weiter laufen, wie bisher. Politiker sind ja noch nicht mal auf dem Papier zur Vertretung der Interessen der Vertretenen verpflichtet. Einen Anwalt könnte man immerhin theoretisch noch verklagen, wenn er offensichtlich die Interessen der Gegenseite vertritt, Politiker sind aber nur dem „Gewissen“ verpflichtet. Grundqualifikation für den Aufstieg in der Hierarchie einer Partei ist Gewissenlosigkeit. Deshalb sind CSU-Landräte, die sich ernsthaft um Flüchtlinge kümmern, eben auch nur Landräte, und nicht Bundespolitiker.
      Schei?e schwimmt halt immer oben.

      „Wenn Du willst, daß etwas richtig gemacht wird, ….“

      Entweder wir stehen zu unserer Verantwortung als „vernunftbegabte Wesen“ und treffen unsere Entscheidungen SELBER, statt uns vertreten zu lassen von immer wieder dem gleichen Menschenschlag, der nur „unser Bestes“ will. Oder die Menschheit war eine fehlentwickelte Mißbildung der Natur und wird sich zwangsläufig selber weg-darwinisieren. Wir sind ja gerade auf dem besten Weg dazu, die Selbstvernichtung einzuleiten.

    • Ähm – haben Sie sich mal angeschaut, was die Deutschen in die Länder exportieren, aus denen die meisten Flüchtlinge kommen?

      Wenig bis nichts. Die besten abnehmer sind nämlich nicht arme Länder, sondern solche mit viel Geld. Und wenn mal was nach Mali geht, dann sind das auch Schutzwesten etc.. so einfach, wie immer getan wird – wir liefern die Waffen und deshalb kommen dann Flüchtlinge – ist es nicht. Den afrikanischen Markt beherrschen mittlerweile die Chinesen mit russischen Kopien.

    • Titel eingeben
      Und was würde passieren wenn dieser Wechselkurs azfgehoben würde? Die Reichen in Mali und Niger würden noch reicher werden, sonst garnichts.

    • Wechselkursbindung
      Ein gewisse Wechselkursflexibilität würde der Zone schon helfen, insbesondere der einheimischen Landwirtschaft.

      http://library.fes.de/pdf-files/bueros/benin/09663.pdf

  50. Morgenröte
    a propos „Morgenröte“ für BRAND-Schutz gibt es bei Domainnamen die https://en.wikipedia.org/wiki/Landrush_period#Sunrise_Period

  51. vor der naechsten..
    ..runde eventuell mal das karussell anhalten und kurz, ganz kurz, durchatmen.
    praezise: rausatmen. all den krampf und dampf, der sich ob der hier vielseitig beleuchteten debatte bei jedem gedanklich involvierten menschen angestaut zu haben scheint.

    wuerde einer von ihnen mir persoenlich gegenueberstehen, ich wuerde wohl dem totalitaer-linken mob zugeordnet werden, auch wenn sie damit, wie sie hoffentlich im laufe des lesens erkennen moegen, falsch laegen.
    da mich aber hier nunmal gluecklicherweise niemand optisch zu kategorisieren vermag, moechte ich die moeglichkeit nutzen und geben, gesagtes neutral und ohne imaginaere ‚frontlinie‘ zu erfahren.

    meiner persoenlichen meinung nach liegt Don mit diesem beitrag schmerzhaft richtig.
    es geht vielen menschen aus linken und rechten spektren nicht um politische und gesellschaftliche sachfragen, natuerlich werden diese argumentativ -als fahne eben- geschwenkt, hochgehalten- und das zum teil auch, beiderseits, sehr eloquent.
    helfen tut das nur keinem, nicht der sache, nicht dem thema, der gesellschaft schon zigfach nicht und letztendlich auch keinem der fluechtlinge.
    nutznießer sind hier die individuellen und kollektiven egos der partizipierenden.

    es geht -so scheint es- nicht um das anpacken oder loesen von problematiken, es geht viel eher darum, in der theoretischen debatte ‚fame‘ oder ‚credibility‘ zu erwerben, namentlich den fame der unumstoeßlich, allverbindlich, richtigen -einzigen- loesung fuer komplexe, regionsuebergreifende problematiken die -so sollte jedem klar sein- eben NICHT im alleingang von einer fraktion, kaste, oder bewegung, sondern lediglich von der menschlichen gesellschaft -oder in unserem speziellen fall relativiert: der europaeischen und (den) afrikanischen gesellschaft(en)- als ganzes in kooperation zu loesen sind.

    wie im beitrag und den kommentaren zu lesen, ist dieser sachzwang zur kooperation nur leider bislang nicht zu allen diskutierenden durchgedrungen.

    bevor ich hier nun abschweife und noch mehr tausendfach gesagtes erneut sage:
    danke, Don, fuer diesen, ebenso noetigen wie schmerzhaften, gedankengang.
    und als kleinen denkanstoß mal runtergebrochen:
    gesellschaftliche probleme koennen wir, so sehr einem das vielleicht als person im einzelfall auch stinken mag, gerade auch im angesicht ungemuetlicher faktenaussagen seitens unsympathischer menschen mit unsympathischen meinungen als motivation, schlussendlich nur als gesamtgesellschaft, durch denken und reflektieren, diskutieren und konsensfindung, zufriedenstellend loesen, oder eben gar nicht. das ist letzten endes die wahl, vor der wir stehen.

  52. Irritierend
    Hat eigentlich hier niemand das Buch von Paul Collier „Exodus – Warum wir Einwanderung neu regeln müssen“ gelesen? Hierin wird ja durchaus aus der „linken“ Ecke das Thema einmal grundsätzlich durchdacht.

  53. unter Einsatz von Gesundheit und Leben
    haben unsere Vorfahren ihre Freiheitsrechte erkämpft gegen feudalistische Ausbeutung.
    Warum drücken sich davor die Flüchtlinge aus dem reichsten Kontinent der Erde?

    • Richtig, es haben etliche damals gekämpft. Aber viel mehr - behaupte ich mal,
      Herr Haupts hat auch dazu möglicherweise belastbare Zahlen – sind ausgewandert. Die seinerzeitigen Verlustraten sollten mit denen von heute vergleichbar sein…

  54. nutten und AfD Gedankengut....
    …was für eine Entwicklung! Fand ich schon merkwürdig vor einem Jahr: Einerseits für Populisten wie den Grillo in Italien, aber die AfD im eigenen Haus is pfuipfui (gewesen?)

    Das bürgerliche Zeitalter ist vorbei, Milliardäre und Lumpenproletariat mit ei-Müll, das ist die Zukunft (oder schon die Gegenwart?)…

  55. Ich weiß ja nicht
    Das Diskotheken Beispiel stört mich. Was soll daran nicht „rassistisch“ sein?

    Einer der Asylbewerber hat eine Frau vergewaltigt deswegen sind alle Asylbewerber erwiesenermaßen böse und man muss sie vorsorglich aussperren?

    Und was ist das Problem daran wenn sie auf Frauensuche sind um eine Bleiberecht zu bekommen?
    Muss man die armen naiven Frauen deswegen davor schützen? Nehmen die bösen Asylbewerber den guten Deutschen die nur hehre Absichten haben die Möglichkeit in der Disco zu flirten weg?

    Wer sich falsch benimmt fliegt raus und kriegt Hausverbot so funktioniert das normalerweise.

    • Titel eingeben
      @ Samy

      Das Beispiel hat mich auch irritiert. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass bestimmte Einwandergruppen aus Nordafrika tatsächlich (!) und ganz besonders in Diskotheken zu geradezu akulturellen Respektlosigkeiten neigen, Frauen gegenüber, und auch in Bezug auf das Aggressionsverhalten.

      Das mag vielleicht an diesem Ort, an dieser Disko ganz genau das Problem gewesen sein.

  56. interessant
    „Das ist selten geworden in einer Welt, ion der man die NSA ablehnt und dennoch nicht den IS vor Wien sehen möchte.“ die nsa verhindert also den glatten durchmarsch von syrien/irak bis wien?

    • No borders, no nations hilft da jedenfalls auch nicht. also, wer dann? Die Frage ist auch schwierig.

    • Ursachen ansehen
      Woher kommt denn der IS?
      Vorgänger: ISIS
      Vorgänger: Taliban und andere Radikale
      Vorgänger: Nordallianz
      Vorgänger: die Mujahedin-„Freiheitskämper“, mittels deren Unterstützung Zbigniew Brzeziński den Russen damals „ihr Vietnam“ bereiten wollte.
      Ja, den IS hat die „westliche Welt“ sich selbst gezüchtet, und unterstützt ihn über unsere Freunde, die Saudis immer noch.
      Geschickt gemacht vom „Land of the free“, wenn der IS „durchmarschiert“, muß das die nicht jucken, die sitzen weit weg hinter viel Wasser. Da kann man auf der anderen Seite des großen Teichs immer noch schön weiter zündeln, nicht nur in Syrienund der Ukraine.

  57. bitte nicht so laut sterben
    Niemand wir gern an Verdrängtes erinnert. Wer also dem Don Alphonso unangenehm ins Gedächtnis ruft, dass die gegenwärtige Flüchtlingspolitik nicht nur für kurz- und mittelfristig stabile Sozialbeiträge sorgt, sondern auch dafür dass sich täglich die Lungen menschlicher Wesen in unbeschreiblicher Agonie mit Seewasser füllen bis der Tod eintritt – der kann nur ein Extremist und ein rot-braun lackierter Links-und-Rechtsfaschist sein. Damen und Herren Flüchtlinge, bitte nicht so laut sterben! Verehrte Aktivisten, bitte nicht solchen Lärm! Sie stören Don Alphonso!!!!11!

    • Das lesen Sie da so heraus, aber das steht da in keiner Weise drin. Sie machen genau das, was ich sage; Sie nehmen Ihre Haltung und verurteilen damit alles andere. Seien Sie doch so freundlich und versuchen Sie, da mal runter zu kommen, oder spielen Sie woanders. Dass Leute ertrinken, ist keine Frage. Das grosse Flüchtlingsboot mit den vielen Toten ist aber nicht wegen der EU gesunken, sondern weil die EU ein Rettungsboot geschickt hat und das Boot beim Eintreffen kenterte. Sie machen es sich dazu viel zu einfach für eine Debatte, wie ich sie gern hätte.

  58. hmm
    wie seh ich das? hier gibts jetzt auch ein flüchtlingsheim in der nähe. ich wusste es nicht, zuerst sah ich eine Frau, die jenseits meines Gartens, vor meiner Garagenzufahrt, in die Hecke schiss. hat mich gewundert, fand ich irgendwie daneben, aber sonst nichts. Dann hörte ich von dem heim und sehe es jetzt öfter, daß Leute da hinscheissen. Mein Hund scheisst übrigens auch immer in die hecken, nur nicht grade bei uns.
    Jetzt denke ich mir, das da draussen die welt etwas näher ranrückt oder sich verändert. die leute werden insgesamt nicht soviel anders sein als meine nachbarn, nur mit anderem kulturellem hintergrund. davon kann ich profitieren oder draufzahlen. wahrscheinlich wird es beides sein. in jedem fall stehe ich besser da als die, ohne daß ich mir das verdient hätte.

  59. Rettungsboote töten keine Flüchtlinge, die Bestimmungen des Schengener Abkommens töten Flüchtlin
    Wo sich alle einig sind braucht es eine Gegenposition. Von der kann und will ich nicht „runter kommen“, und wenn das nicht die Debatte ergibt die Sie gerne hätten, tut es mir leid. Ich weiß auch nicht was für eine Debatte sie gerne hätten. Wie wäre es mit einer, die das absurde Schengener Abkommen zumindest mal in dem Punkt in Frage stellt, dass ein Asylantrag erst nach der Einreise gestellt werden kann, und damit die Bootsflüchtlinge nachgerade in den Tod treibt? Dann bräuchte man auch keine Rettungsboote schicken, und sich nicht die absurde Theorie ausdenken dass Rettungsboote Flüchtlinge in Gefahr bringen. Ergibt das wirklich Sinn für Sie? Ich finde man muss sich schon sehr, sehr weit verrannt haben damit einem so etwas sinnig erscheint.

  60. Titel eingeben
    Danke Don für diesen reflektierten Text, der genau das derzeitige Dilemma beschreibt. Das Beschreiben der -leider realen- Situation macht einem nicht zum „Rechten“, das Negieren derselben zeugt höchstens von minderer Urteilsfähigkeit.

  61. Titel eingeben
    Man kann heutzutage bestimmte Dinge denken, und zwar differenziert und ausgewogen, man spricht seine Gedanken aber nicht laut aus, sofern man seinen Verstand noch einigermaßen beisammen hat und nicht im Nullkommanix auf eine Seite verortet werden will, zu der man nicht einmal im Traum tendiert. Es gibt keine ausgewogenen Diskussionen mehr, nur noch das Absolute, das Entweder-Oder. Sagt man auch nur einen halben kritischen Ton zur aktuell als politisch korrekt eingstuften Sicht der Dinge, weist man sachlich und differenziert auf die Hintergründe, die historische Komponente, die erkennbaren Umstände und langfristigen Probleme und möglichen Folgen der aktuellen Lage hin wie z.B. der Hausherr dieses hier unternimmt ist man, bevor man sich versieht, in einem Abgrund an totalem Irrsinn gelandet, ganz gleich ob „links“ oder „rechts“. Dagegen gibt es *keinerlei* Möglichkeit der sachlichen Einrede, weil differenzierte Sichtweisen und vielschichtiges Denken nun wirklich überhaupt nicht mehr gefragt sind. Zu kompliziert, anscheinend. Polarisieren ist deutlich einfacher und geht zudem sehr viel schneller vonstatten.

    Man läßt es besser einfach sein, über bestimmte Themen etwa allen Ernstes noch mit bestimmten Leuten diskutieren zu wollen. Es führt zu nichts, nur zu vorschnellen falschen Verortungen, bösem Streit und üblem Verdruß.

    Klassisches Biedermeier 2.0, eigentlich. Einigeln und durchwurschteln, solange es halt geht.

    Man kann auch in einer gepflegten Diskussion zum Thema mit sehr intelligenten Menschen in gepflegter Umgebung mal salopp hinwerfen, daß eigentlich Kanonenboote im Mittelmeer die beste Lösung gegen den sozialromantisch-schuldkomplexbefrachteten Suizid Europas wären. Das ist natürlich völliger Humbug, aber das hysterische Geschrei danach lohnt sich, man begreift, wie schnell selbst die reflektiertesten Leute in Sekundenbruchteilen zu konditionierten Hyänen werden können.

  62. Titel eingeben
    „Hat eigentlich hier niemand das Buch von Paul Collier „Exodus – Warum wir Einwanderung neu regeln müssen” gelesen?“

    ja, allerdings, kann es auch nur jedem am thema interessierten ans herz legen, selbst wenn fuer die eigene meinung kein passender inhalt dabei sein sollte -oder gerade dann- buendelt es eine beachtliche informationsdichte, bedenkenswerte perspektiven und schlussfolgerungen und sollte -auch fuer bewanderte- eigentlich eine art ‚pflichtlektuere‘ darstellen.

    ich weiß nun nicht, inwieweit sich ihr beitrag auch auf den meinen bezog, aber -das nebangestellt- moechte ich auf jeden fall die gelegenheit nutzen, erneut zu bedenken zu geben, dass bevor man sich dem inhaltlichen part einer debatte widmet, man die ‚diskussionskulturellen differenzen‘ ueberwindet oder, soweit moeglich, zu ueberwinden sucht.
    oder eben kurz: bevor wir uns daran machen, unsere inhalte zu vermitteln, unsere meinungen zu transportieren, sollten wir haargenau im blick haben, wie unser gesagtes auf jemanden entgegengesetzer meinung wirken mag.
    das ist essenziell und in der kommentarfolge hier -aber auch bei mehr als genug anderen debatten, auf anderen websites oder in schulen, universitaeten oder auch dem wartezimmer beim arzt, wo auch immer- sieht man, oder kann man sehen, wie weit eine inhaltliche auseinandersetzung durch persoenlichen -vielleicht ja sogar unbewussten- geltungsdrang, durch ueberhoehungen der eigenen meinung, teils unter der nutzung frei erfundener kausalitaeten, oder ganz generell: irgendwelchem unreflektierten, kindischen humbug zu leiden hat, bzw. leidet.

    es gilt -gerade bei themen die so immens wichtig sind, wie dieses es ist- nicht eine seite zu waehlen, ‚die guten‘ und dieser zu munde zu argumentieren. es geht um kritisches abwaegen, hinterfragen eigener standpunkte und schluesse, das suchen von alternativen und loesungen, bei denen jeder beteiligte gut wegkommt.

    man sieht sehr schoen, wie gerade bei diesem thema kleinigkeiten aus zig anderen -themenfremden- bereichen herangezogen werden, um angebliche mechaniken oder denkensarten zu entlarven, jemandem den schwarzen peter zuzuschieben, damit er aus dem spiel ist und nicht auf die eigene ’seite‘ zurueckfallen kann. schwachsinn, wenn man mich fragt.
    es geht hier nicht um den schwarzen peter, nicht um die schuldfrage, nicht darum, ob kolonialismus, spaetkapitalismus, neoliberalismus zu diesem akuten problem beigetragen hat, oder ob es auf der anderen seite auch die afrikanischen regierungen sind, die hier massiv schindluder treiben, das ist alles schon fakt, alles schon geklaert, fuer niemanden außer PR-geile politmarionetten mit blick auf die naechsten umfrageergebnisse noch wirklich diskussionswuerdig.

    hier, akut, geht es um menschenleben, um leben, sterben und darum, wie diese verdammte situation denn nun in einer weise aufgeloest werden kann, die den menschen -und zwar allen- wirklich hilft.

    darauf habe ich als einzelner genau so wenig eine plausible antwort, wie jeder von denen, die vorgeben eine zu haben. ich kann es mir nur eingestehen, so weh es auch tut.

    wenn wir jetzt alle unsere egos, unsere solidaritaet mit unseren gewaehlten ’seiten‘ und den drang zu ‚gewinnen‘ mal kurz beherrschen wuerden, waeren wir eine gruppe ratloser beieinander ratsuchender.
    und genau das -nichts anderes- nicht eine aufgebauschte, emotionale debatte um die groeße unserer kognitiven penii, wird uns letztendlich die ausgangsposition fuer das finden gangbarer loesungswege verschaffen.

    je eher wir das einsehen, desto besser. ganz egal, wo wir nun privat stehen.

    und @ Don:

    „No borders, no nations hilft da jedenfalls auch nicht. also, wer dann? Die Frage ist auch schwierig.“

    nun, nun, nun.
    warum denn nicht?
    sicher nicht, mit der heutigen mentalitaet, sicher nicht mit unserem maß kultureller primitivitaet in der heutigen menschlichen gesellschaft, soweit korrekt.
    aber unter der maßgabe eines paradigmenwechsels hin zum reflektierten menschen mit beherrschung unserer gelueste, triebe und aengste doch sicher in zukunft.
    auf laengste sicht fuehrt ja kein weg drum herum, uns endlich mal als spezies in einem maße (sozial) zu bilden und zu verhalten, das wir von jedem individuum zu erwarten geneigt sind.

    stimme aber zu, dass die frage schwierig ist.
    die antwort vielleicht eher nicht, nur in der umsetzung wohl: wer, wenn nicht wir alle?

    • Plausifrage
      „aber unter der maßgabe eines paradigmenwechsels hin zum reflektierten menschen mit beherrschung unserer gelueste, triebe und aengste doch sicher in zukunft.“

      Haben Sie den Eindruck, dieser Paradigmenwechsel fände gerade statt? Wir befinden uns – mein Eindruck – doch Volldampf auf dem Weg zurück zum affektbasiert handelnden Mob, der zu keiner Reflektion fähig ist.

    • Titel eingeben
      Auf den Paradigmenwechsel werden wir wohl noch einige Jahrhunderte warten müssen, so er denn je eintritt. Menschen denken (alle) fast automatisch, vermutlich also angeboren, in Familien/Clankategorien, erweitert vielleicht noch auf die Überlebensgemeinschaft „Dorf/Stamm“. Schon das Erreichen der nächsthöheren Ebene Volk/Nation hat in Europa viele Jahrhunderte lang gedauert und ist alles andere als fest etabliert. Diese Verantwortungsgemeinschaft von heute auf morgen auf „alle Menschen“ auszuweiten, wird vielleicht irgendwann gelingen, aber selbst dazu brauchen wir vermutlich echte Aliens, gegenüber denen sich dann der Stamm der Menschen abgrenzen kann.

      Das ist das eine. Das andere ist, dass aus einem Paradigmenwechsel dieser Art keineswegs automatisch folgt, dass ich mich für jeden meiner Mitmenschen verantwortlich fühlen muss, noch weniger, wie das praktisch auszugestalten ist.

      Und so interessant diese Art der Debatte intellektuell auch sein mag, hilft sie konkret und jetzt leider auch nicht weiter. Wir werden uns weiterhin zwischen den beiden Polen, für die es beide keine gesellschaftlich absehbaren Mehrheiten gibt – „totale Abschottung“ und „unbegrenzte Aufnahme“ – bewegen müssen. Irgendwie.

      Zu guter Letzt – der Hinweis geht ausdrücklich nicht an EinerMitSchwielen – nutzt sich das Rassismus- wie das Naziargument irgendwann vollständig ab. Ich persönlich reagiere auf beide schon lange nicht mehr, demnächst werde ich Debattenbeiträge wohl damit eröffnen, ich sei Nazi und Rassist, dann ist das ja für die Dummen im Lande geklärt. Ich rate inzwischen auch jedem dringend ab, sich dagegen überhaupt noch zu verteidigen, weil das den Angreifer automatisch in die bessere Position versetzt. Wie Martenstein ganz richtig geschrieben hat, wen man noch nicht als Nazi beschimpft hat, der hat noch nie selber gedacht.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Moralismus als Rätsel
      „Wie Martenstein ganz richtig geschrieben hat, wen man noch nicht als Nazi beschimpft hat, der hat noch nie selber gedacht.“

      Ich kann mich tatsächlich nicht daran erinnern, dass man mich schon als Nazi oder Rassisten beschimpft hätte. Ich gebe aber auch zu, dass ich, würde ich tatsächlich alles von Grund auf selbst durchdenken, vermutlich nicht einmal mehr in einer allen verständlichen Sprache kommunizieren könnte. Was ist denn schon das Deutsche, verglichen mit dem wozu man vielleicht in der Lage wäre? Ich bin auch nicht frei davon, auf das zurückgebogen zu werden, was sich als gemeinsamer Standard etabliert hat.

      Moralismus erschiene mir als eine persönlich allzu riskante Strategie, denn dieser hat stets dazu geführt, nach der Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit im Leben zu suchen, den kleinlichen Egoismus aufs Korn zu nehmen, wo sonst nur rhetorische Großherzigkeit waltet. Das ist auch instabil und wenn es einer aufzeigt, kollabiert eher die Rhetorik als das Leben, dass schon irgendwie weiter geht. So gesehen ist es vielleicht auch das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses. Warum der bei unterschiedlichen Menschen so verschieden abläuft ist mir allerdings ein Rätsel.

  63. leider nicht ausschließlich
    „Die Suche nach Sündenböcken halte ich auch durchaus für ein Merkmal rechtextremer Politik.“

    vorhin leider ueberlesen, moeglicherweise fusioniert die red. ja meine kommentare, falls nicht: bitte um vergebung fuer den doppelpost.

    leider ist das zwar auch, jedoch nicht ausschließlich, ein merkmal rechtsextremer polemik oder politik. in erster linie wohl eher als typisch menschliche reaktion auf eigene unsicherheiten zu werten, erst nachrangig einem bestimmten spektrum zuzuordnen, oder besser eben: mehreren, unterschiedlich stark, auch unterscheidet sich die auspraegung des hangs dazu je nach -sagen wir mal gewagterweise- ‚kognitivem niveau‘ innerhalb der politischen und soziokulturellen fraktionen..die beschraenkung auf ‚rechts‘ halte ich fuer gewagt.

  64. Titel eingeben
    In Zeiten, wo das Kapital noch genügend Arbeit für geschickte Hände hatte, siedelten Tausende Polen im Ruhrpott. Das sieht man an S04 Schalke. Die ersten Cracks hießen Kuzorra, Szepan und Sobotka. Die westfälischen Bauernlümmel gingen nicht in den Pütt. Sehr zum Bedauern der Schlotbarone. Obwohl sie alle zusammen gründlich katholisch waren. Heute haben wir diese einfachen Arbeiten nicht mehr. Trotzdem kommen immer mehr (un-)geschickte Hände, um selbige für kleines Geld auszuführen. Das führt zu Druck auf den Bereich der einfachen Arbeiten. Deswegen werden die Inhaber dieser Arbeitsplätze gerne „rechts“, weil sie die Konkurrenz fürchten. Wer nicht den Zugang zu diesem Sektor der präkeren Beschäftigung findet, dem bleibt nur die Kriminalität. Hierbei zeigt sich immer mehr, dass nicht nur der Diebstahl das Leitmotiv sein muss. Es hat auch eine Verrohung stattgefunden. Man klaut dem Eigentümer nicht nur etwas, man setzt dessen Immobilien auch in Brand. Nicht wegen der Vermeidung von DNA-Nachweisen (dafür gibt es beim Aldo Einmalhandschuhe), man möchte eine Existenz vernichten. Die dahinter angelegte Verrohung in der Gesellschaft ist, nach meiner Ansicht, von oberster Stelle so gewollt. Solange die kleinen Sachwertebesitzer damit beschäftigt sind, „ihr klein´Häusken“ zu verriegeln und zu verrammeln, fragen sie nicht danach, was die Elite „im Großen“ veranstaltet. Wenn die sächsische Kriminalstatistik 38 % der „TV“ (Tatverdächtigen) mit ohne Wohnsitz im Inland registriert, wo bitte, kommen die denn her? Und wenn die boarische Polizei wegen Elmau Grenzkontrollen macht und von 350 kontrollierten Fahrzeugen 250 wegen Auffälligkeiten festsetzt, was lernen wir daraus?- Der Elite geht langsam die Muffe, weil die „Schock-Strategie“ (i.S. von Naomi Klein) zu Gegenbewegungen führt. Dümmliches Pegida und – halbwegs – intelligentes AfD. Das muss man Beides nicht mögen. Wer schon mal sein Auto zum Glaser gefahren hat, weil jemand unbedingt die Tasche auf der Rücksitzbank haben musste, wer danach feststellt, dass die Polizei die Anzeigenaufnahme als ruhestörenden Lärm betrachtet und die Versicherung den Zeitwert jeder gestohlenen Unterhose wissen möchte: der wird böse. Wie der D.A. bei dem Klau-Laien. Diese Entsolidarisierung ist sehr schade, aber Produkt der Zufuhr von Surpluspopulation aus dem Süden. Genau so, wie wir es mit einer Vermüllung der Diskussions-Kultur zu tun haben, weil nicht-marktfähige akademische Weisheit mit Diskussionsgewalt (via soziale Medien) sich eine Aufmerksamkeit erwirtschaftet. Aber keinen Umsatz. Weil, es gibt für die Ergüsse dieser Sülzokraten keine kaufkraftfähige Nachfrage. Und da können sie noch so viel crowdfunden (heißt das so?).

  65. gelungene Integration
    Lieber Don Alphonso,
    ihre Anekdoten sind Beispiele gelungener Integration: Häuser anzünden und der Verkauf gefälschter Waren auf Märkten sind doch traditionell der autochthon italienischen Mafia zuzuordnen.

    Mit neidischen Grüßen an Sie, den Besucher seiner dritten(!) Heimat(!!!).
    Andere wären froh, auch nur eine erste Heimat besuchen zu können.

  66. Are you kidding?
    Sind Sie serioes, @ irritiert, mit ihrer Bemerkung dass jaehrlich Millionen von Migranten in der Republik aufgenommen werden koennten, wenn man genug Paedagogen haette diese Einwanderer „kultur sensible“ in die Gesellschaft einzugliedern? Meines Sie das ernst? Oder ist das nur eine Einstellung die sie benutzten um hier die Diskussion anzuschueren? Teilen andere Leute — ausser Paedagogen — ihre Ansicht?

    • yes we can
      Ja, wir können das. Wenn wir das wollen. Ich hoffe doch sehr, daß der anständige Teil der Grünen das auch will. Aber leider werden wir von denen, die sich nach außen als gut darstellen aber dann im konkreten Handeln ihre rassistische Gesinnung zeigen, daran gehindert. Diese “ verlogenen Rassisten der Mitte“ sind schlimmer als die offen Rechten, denn die kann man gezielter entlarven und bekämpfen. Beispiel Stimmviech: ihn konnte man hier entsorgen. Aber die, die letztlich getarnt so handeln wie er es offen forderte, sind alle noch hier. Einschließlich, ich muß es seit einem Jahr bedauernd feststellen, des Hausherrn.

    • Dann amüsieren Sie sich halt woanders. Auf Rassismusvorwürfe reagiere ich wirklich gelassen, das kenne ich noch aus der Zeit, in der ich es wagte, das Existenzrecht Israels zu verteidigen. Gehaben Sie sich wohl

  67. Er hat noch vergessen zu sagen...
    … dass es in Berlin zwar OK ist, über Schwaben, Westdeutsche allgemein und Touristen herzuziehen, nicht aber über die o.g. Kriminellen. Als ehemaliger Berliner bin ich immer wieder belustigt, wenn „Zugereiste“, die nun endlich im „gelobten Land“ angekommen sind, sich abfällig über meine neue Wahlheimat – die Provinz – äußern. So schnell werden aus (Schmäh-)Opfern Täter.
    (Wer’s nicht glaubt kann gerne mal ein Wochenende mit meinem Auto – westdeutsches Kennzeichen! – durch Berlin fahren.)
    Ich glaube wir lassen uns viel zu sehr von unsere Hysterie (nicht Lügen!)-Presse anfixen. Die Presse muss ständig neue Aufreger finden (Ausländerfeindlichkeit, Gleichberechtigung, Homo-Ehe, Terrorismus…)
    Aber wir müssen daraus nicht jedes Mal einen Shitstorm oder einen DDOS-Attacke auf die vermeintlichen Feinde machen. Sachliche Berichterstattung und „Erst denken, dann reden“ sind klar auf dem Rückzug. In diesem Sinne: Danke, Don Alphonso!

    • Der beste Witz
      in letzter Zeit war ja zum G7-Gipfel die Bemerkung einer bekannten Politikerin einer versifften Partei, die bayerische Folklore (Lederhosen, Tracht) sei völlig asi und peinlich, und man gleichzeitig „Respekt“ vor irgendwelchen mittelalterlichen Kulturen aus Afrika einfordert.

      Aber dieses Doublethink schaffen die ohne weiteres.

  68. Nichts Neues unter der Sonne
    „Immer war ein erheblicher Teil der Menschheit in Bewegung, auf der Wanderung oder auf der Flucht, aus verschiedensten Gründen, auf gewaltförmige oder friedliche Weise – eine Zirkulation, die zu fortwährenden Turbulenzen führen muß. Es handelt sich um einen chaotischen Prozeß, der jede planende Absicht, jede langfristige Prognose zunichte macht.“ (H.M.Enzensberger, Die Große Wanderung, 1992, S.11)

    Soviel zur Willkommenskultur rotgrüner Planwirtschaftler. Der universale Bruder darf gerne schwarz, Dealer, Dieb, Gewalttäter oder Betrüger sein – rechts, deutsch und anderer Meinung allerdings gar nicht. Da bricht der linke Hass auf alles Deutsche durch den dünnen Moralanstrich. Argumentieren mit den Erleuchteten ist sinnlos. Moralisten diskutieren nur in der Defensive. In der Offensive verwüsten sie ganze Landstriche, im Augenblick Deutschland.

    • Grüner Machbarkeitswahn
      HME hat natürlich recht und der Prozess war i.a. nicht nur chaotisch, sondern auch sehr unfriedlich. Das betrifft natürlich auch die Volksstämme, von denen wir den Namen übernommen haben und auf deren ursprünglichem Territorium wir heute leben.

      Andererseits ist das so ungewöhnlich, wenn die Grünen ihren eigenen, humanitären Machbarkeitswahn entwickelt haben, während sie sich von einem anderen, dem technolgisch-industriellen entfernten? Eine Welle folgt der anderen. Mich verwundert nur, dass sich das alles bis in diese Zeit erhalten hat, bis in Dons und meine Generation. Sind das wirklich die Leute, mit denen man im Kino saß und „Das Leben des Brian“ oder „Pulp Fiction“ gesehen hat und die nun mit zunehmenden Alter verrückt geworden sind vor lauter Güte und Menschenliebe oder waren die schon immer so und man hat sie damals nur übersehen, weil man eher mit den coolen Kids abhing?

    • Naja, machbar ist es nur wegen des Königsteiner Schlüssels und des Umstandes, dass die ganzen Spinner bei den Grünen in Städten leben, die die Folgeprobleme einfacher löäsen können, als die Gemeinden auf dem flachen Land. „REfugee welcome“ ruft sich leicht, wenn man in Berlin ist und am Stadtrand viel frei steht und die Gemeinde pleite ist. Für ein normales Dorf mit sauberer Wirtschaft sind die Probleme unverhältnismässig grösser.

  69. Alle gut und richtig,
    vorallem schön differenziert, nur das Argument „einfach kein Geld da“ ist das älteste und ärmste überhaupt. Alles eine Frage des politischen Willens.

  70. Die Dosis macht das Gift
    Sehr geehrter Don Alphonso,

    Sie spannen da einen großen fragend-erzählenden Bogen über Italien und die Zuwanderungsproblematik. Auch ich bin angesichts deren Komplexität ratlos, außer daß ich meine zu sehen, daß Groß- und Mittelmächte andere Länder und Regionen destabilisieren und damit auch Europa in Bedrängnis bringen. Ob diese Mächte das tun nach einem der Prinzipien LIHOP (laß es geschehen) oder MIHOP (mache es geschehen), ist mir schon nicht mehr klar, ich habe da jedoch einen Verdacht in Richtung der „amerikanischen Freunde“.

    Mehr Urteilsfähigkeit traue ich mir jedoch in bezug auf das Problem eines alten Mann in Ihrer italienischen Nachbarschaft zu, dem das Haus angezündet wurde. Denn meine Frau und ich leben seit Jahren in (Süd-)Italien. Waren das wirklich Migranten? Denn ich weiß von hier, daß Brandstiftung als private Justiz und Einbrüche sowie Diebstahl als individuelle Vermögensumschichtung seit jeher einen festen Platz in der italienischen Folklore haben. Gestern war ich mit Bekannten wieder einmal in einer Klischeetrattoria, gutes und preiswertes Essen und Trinken, fröhliche Menschen fast aller Klassen an den Tischen, Kleinstkinder auch zu später Stunde noch auf dem Arm etc. Ein bezauberndes Bild! Man kennt es aus dem Urlaub oder zumindest vom Film. Das ist aber Oberfläche und Bühne. Denn jetzt kommt die Statistik des Alltags und Zusammenlebens, die durch Häufung von Ereignissen schließlich zum Urteil „typisch“ führt. Es gibt nämlich auch einen rein inneritalienisch bestimmten Problemkreis. Und darin das Hauptproblem Nr. 1 – sind die Italiener selbst. Zu viele von ihnen achten ihr schönes Land nicht und ihre sie umgebende Gesellschaft schätzen sie gering. Außerhalb ihres Familienclans sind sie rücksichtslos. Das ist zu gut beobachten beim nationalen Steuervermeidungssport oder im Straßenverkehr.

    Trotz der oft mit himmelwärts gedrehten Augen beklagten „crisi“ gibt es offensichtlich immer noch ausreichend Neukäufe von Fernsehern, Kühlschränken, Betten sowie Matratzen und Möbeln, deren entsorgte Vorgänger dann die Weges- und Straßenränder oder fremde Grundstücke zieren. Neu gebaut wird auch noch, wie die ebenso entsorgten Bauabfälle, darunter auch die früher so beliebten Asbest-Eternitplatten in Olivenhainen zeigen.

    Da sind die Meuten von herrenlos umherstreunenden jungen Hunden im Herbst, wenn man stilsicher vom Landhaus in die Citta zurückzieht und den Hunden dann die Freiheit gegeben wird. Die lokalen Schießclubs können über reichlich Übungswillige nicht klagen, die sich dort zu hohen Kosten sommers mit Tontaubenschießen intensiv auf die winterliche Jagdsaison vorbereiten, in der sie dann wiederum zu hohen Kosten die Landschaften mit Tonnen bleierner Schrotkügelchen kontaminieren. Je kleiner das Vögelchen, desto mehr Schuß müssen darauf abgefeuert werden – ist ja irgendwie auch logisch. Und die restliche Welt kann dabei seit Jahrzehnten so stolz sein auf bleifreies Benzin.

    Es ist unehrlich, wenn Italiener einerseits von ihrem Land stets als dem „giardino di Europa“ großsprechen und andererseits die Landschaft u.a. mit gefüllten Mülltüten versauen. Es ist lächerlich, wenn die neapolitanischen Klageweiber ihre Röcke vor Kameras hochreißen, weil die Müllabfuhr streikt, derweil man nach einem Wochenende auch ohne Streiks sieht, wie die Müllsäcke einfach aus den Autos auf die Straße fliegen.

    Inwieweit die alleinseligmachende Kirche ihren Anteil an der Tatsache hat, daß zu viele Italiener eines denken, etwas anderes sagen und noch etwas ganz anderes davon tun, wäre vielleicht einmal genauer zu betrachten. Kurzum: Die Dosis macht es, was ein Land ohne Schaden auszuhalten vermag, das gilt nicht nur bei Migrantenzuzug…

    • Das ist Mantua, das kann man mit dem Süden nicht vergleichen. Links vom Bild beginnt der Mincio Naturpark. Da schiesst keiner.

    • Die Frage bleibt:
      Woher wissen Sie, Don Alphonso, dass Migranten das Haus angezündet haben?

    • Lesen Sie den abschnitt unter dem Bild doch nochmal ganz genau.

    • Titel eingeben
      Lieber Don Alphonso,
      ich finde dort (Großschreibungen von mir): „Jetzt sind SIE dort eingebrochen …“ und „WENN ICH MICH RICHTIG ERINNERE, gibt es in den Medien Vorgaben, die Herkunft der Täter nicht zu veröffentlichen.“

      Daraus soll ich schlussfolgern, dass die Täter erwischt wurden und Sie private Informationen über deren Herkunft haben?

      Hm

    • Sie sollen mir vor allem die Freude an stilistischen Fingerübungen lassen.

    • Aber im ernst: Man weiss, wer das gewesen ist. Keine Einheimischen.

  71. Völkerwanderung
    Wenn es allein darum ginge Flüchtlingskatastrophen zu vermeiden, so wäre dies eine einfache Sache, denn Flüchtlinge sind erst einmal nur Einreisende, denen man kein Besuchervisum erteilt hat. Der erste Schritt besteht also darin, aus illegalen, legale Besucher zu machen und sie erst bei Verfall des Visums wieder dorthin zu befördern, woher sie kommen, wenn sie nicht von selbst gehen. Letzteres, also das von selbst gehen, ist die normale Gepflogenheit in der zivilisierten Welt, die Regel, die die meisten auch befolgen. Wenn sich nun herausstellt, dass aus einem Land S. besonders viele Leute sich zum bleiben entschließen, obwohl dies nicht legal ist, entstehen der Exekutive des Gastlandes bzw. Kontinents Kosten, die irgendjemand tragen muss. Die heute gebräuchliche Art mit diesen Kosten umzugehen, ist sie zu versichern. Das macht die Einreise für einige Leute teurer, weil sie es sind, die die Versicherung zahlen müssen, aber die Kosten fallen auch gegen Null, wenn sich sowieso alle an die Spielregeln halten. Der Staat bzw. eine Staatengemeinschaft wie die EU kann die Frage rein empirisch angehen, d.h. welche Kosten sind in der Vergangenheit entstanden, eine a priori Klassifikation nach genetischen Merkmalen oder „Rassen“ ist unangemessen und bringt auch nicht viel.

    Um „Tricks“ vorzubeugen, etwa jenen den Ausweis/das Visum wegzuwerfen, sollte man vielleicht eine Aufklärungsbroschüre drucken, die dezent darauf hinweist, dass solche analogen Vorgehensweisen vergeblich sind, da man die Identität einer Person leicht mit Hilfe digital gespeicherter Daten feststellen kann. Wir mögen diese Art von Überwachung zwar nicht, sie ist aber das kleinere Übel im Vergleich zur unkontrollierten Völkerwanderung und den durch sie ausgelösten sozialen Verwerfungen.

    Ich erwarte, dass eine liberalere, aber nichts desto trotz, streng praktizierte Visumspflicht, das Geschäftsmodell der Schlepperbanden austrocknet. Sollte das nicht der Fall sein, dann behandelt man diejenigen, die die teure und gefährliche Fahrt auf sich genommen und dabei überlebt haben, wie andere Besucher auch, d.h. man nimmt ihre Daten auf und gibt ihnen ein Besuchervisum. Wenn sie dabei ihr Heimatland nicht angeben wollen, wird einfach das Land angenommen, von wo aus sie nach Europa eingereist sind.

  72. Wichtige Fakten bleiben aussen vor!
    Auch wenn diese Kolumne mehr differenziert als andere, bleiben wichtige Fakten aussen vor, sehr wahrscheinlich deshalb, weil Don Alphonso, so wie viele in den Leitmedien, gedanklich im Elfenbeinturm lebt, sofern nicht ohnehin nur das geschrieben wird, was die zahlende Werbekundschaft/Eigentümerschaft erwartet.

    1. So bleibt beispielsweise unberücksichtigt, dass nicht die Ärmsten aus Afrika übers Mittelmeer zu uns kommen, sondern die Mittelschicht, die es sich leisten kann die rund 14.000 Dollar Schlepper-Gebühren plus im Nachgang sehr oft 1x oder mehrmals 2000 Dollar Erpressungsgelder an arabische Banden zu zahlen. Ich weiss dies ganz konkret aus meinem Berufsalltag, da ich viele der Flüchtinge und deren Erzählungen kenne. Die Anzahl der Flüchtlinge, die ihren Pass wegwerfen und beim Herkunftsland schwindeln, wenn sie hier ankommen, ist sehr gross. Da die meisten der englischen Sprache mächtig sind, können sie hier auch kommunizieren. Fleissig und strebsam, und alles andere als dumm, sind sie auch, weshalb es für ihr eigenen Land ein grosser Verlust ist, dass gerade sie flüchten, während die wirklich Bedürftigen dort unten bleiben müssen. Die Illussion, dass wir hier den Ärmsten helfen, kann man deshalb getrost begraben.

    2. Während der europäische Kontinent durch eine immer grösser werdende EU mit ihrer Personenfreizügigkeit langsam aber sicher zu einem einzigen Arbeitsmarkt mutiert, bei dem die Löhne und Kaufkraft ständig sinken, die Arbeitsbedingungen schlechter werden, erlassen EU-Kommission/EU-Rat bereits heute 50% der Gesetze und hebeln die demokratisch legitimierte Gesetzgebung sämtlicher Mitgliedsländer aus. Die einzig demokratisch legitimierte Institution, das EU-Parlament, besteht aus hochdotierten Dampfplauderern ohne ein ernsthaftes Mitspracherecht. Sie fühle sich jedoch sehr wohl in ihrer Haut, das ihre exorbitanten Einkünfte grösstenteils steuerbefreit sind und sie zudem von zahllosen Lobbyistenseiten mit reichlich Zuwendungen verwöhnt werden, während die, um die es wirklicht geht, nämlich die Menschen in den einzelnene EU-Ländern fortwährend an Lebensqualität verlieren. Im kontinuierlich destabilisierten Kontinent Europa verlieren kleine und grosse Gemeinschaft ihren Halt, fühlen eine grenzenlose Ohnmacht. Die entscheidende Frage ist, wer von dieser EU profitiert. Neben dem Heer von steuerbefreiten, fürstlich dotierten EU-Beamten profitieren vor allem international agierende Konzerne, zumeist US-Unternehmen, die unter Verletzung hiesiger Wettbewerbs-, Konsumenten- und Datenschutzgesetzen riesige Profite einfahren, die dann mit Hilfe „hilfsbereiter“, und unter den Augen untätiger, EU-Politiker hin zu Steueroasen transferiert werden. Rund 30.000 Lobbyisten, zumeist Juristen, eine hohe Anzahl Ex-Politiker mit dabei, sorgen tagein, tagaus dafür, dass in Brüssel die Profitinteressen dieser global agierenden Konzerne durchgesetzt werden. Wer soll bitte vor diesem Hintergrund in Europa ein Flüchtlingsproblem lösen? Und, noch wichtiger, wer will das denn in Brüssel tatsächlich? Unsere Gemeinschaften pfeifen auf dem letzten Loch, geltendes Gesetzt kann gegen die organisierte Kriminalität Konzern- und Bankenkriminalität seit langem nicht durchgesetzt werden, und zudem sind diese Flüchtlinge willkommene billige Arbeitskräfte, die den Druck auf die von Massenarbeitslosigkeit und/oder Lohndumping gezeichneten Arbeitsmärkten noch einmal erhöhen. Das Frohlocken aus den Konzernzentralen sollte eigenlich jeder gut vernehmen.

    3. Die Leitmedien sind weitesgehend in der Hand genau der Konzerne, die die hiesige Politik korrumpieren, die vierte Gewalt ist faktisch tot. Konservativ-liberale Menschen wie ich einer bin, staunen ob der fürchterlichen, unrecherchierten und unreflektierten Berichterstattung, wie sich in nahezu allen Leitmedien wiederfindet. Alle hängen auch noch am Tropf von Google, die Datenkrake, die eng mit US-Geheimdiensten verflochten ist und unzählige Bioechemiker beschäftigt, die rund 150 Geschäftsmodelle betreibt, unzählige davon marktbeherrschend, ohen dass jemand etws dagegen tut, die uns mittlerweile nicht nur online, sondern auch zunehmend offline auf jedem Schritt verfolgt und das sogar zuhause im Wohn-Schlafzimmer. Aber wieso tut niemand was dagegen?

    Das Destabilisieren der grossen Ländergemeinschaften, die zunehmende Handlungsohnmacht, spielt nur einer verschwindend kleinen Minderheit in die Hände. Die Suche danach ist relativ simpel. Man muss nur der Spur des Geldes nachgehen, dann weiss man wer hier mit grosser Raffinesse und Skrupellosigkeit operiert, während sich die in die Armut gleitende Mehrheit hierzulande mit dem riesigen Zuwandererstrom, immens steigender Kriminalität und ausufernder politischer Korruption herumschlagen muss und diesem und anderem Unbill mehr schutzlos gegenüber steht.

  73. UNO - PR
    Was soll man davon halten

    Lt.UNO gibt es derzeit ca 60 Mio. Flüchtlinge weltweit.
    „Soviele wie seit WKII nicht mehr. “ das sind weniger als
    1% der Weltbevölkerung von 7 Mill.
    Nach WKII waren es ca. 2,5 Mill.
    Die Situation ist m.E. nicht vergleichbar.

    Vor 20 Jahren berichtete diesselbe Quelle es gäbe weltweit
    150 Mio Flüchtlinge in etwa 3% der damaligen Weltbevölkerung.

    Nach meiner Erinnerung löste dies keine besonderen öffentlichen
    Reaktionen aus.

    Afrika hin oder her. Solange die dortigen Gesellschaften sich darin
    Gefallen im Vermehrungswettbewerb sich gegenseitig zu übertrumpfen,
    haben sie keine Chance und Rest der Welt wird keinen Beifall klatschen.

  74. Pingback: Die Toten unter uns – Die (Kunst-) Aktion des „Zentrums für politische Schönheit“

  75. Pingback: Feynsinn » Don Alphonos Rechtsruck

  76. Hier in der tiefsten Provinz
    begegnen mir jugendliche Migranten auf der Straße. Sie sind alterentsprechend
    gekleidet – selbstverständlich mit Handy und machen auf mich einen fröhlichen,
    gutgelaunten Eindruck.
    Um sie zu traumatisieren muss man sie wohl nach Berlin schicken. Wenn dort
    der gewünschte Traumatisierungsgrad endlich erreicht ist, können die Protagonisten
    heiterer Stimmung in Urlaub fahren.

  77. Widerstand im Wasserglas
    Ich verstehe Ihren Versuch, eine quasi Metaebene herzustellen, jenseits eines kruden Freund-Feind-Schemas. Dennoch gibt es historisch-kritische Gewissheiten, wie diese, dass die Herrschenden Verhältnisse dem Handeln oder Unterlassen eines solchen den jeweils Herrschenden anzulasten und denen, die ihr Schicksal von diesen nicht zu trennen vermögen. All zu viel Selbstgerechtigkeit sollten also wir hier, und damit ziele ich nicht nur auf den offenkundigen Spießbürger, sondern auch und besonders den Widerständigen in all den Wassergläsern, in welchen wir uns doch nur all zu gerne geflüchtet haben, ob all der Stürme in der Außenwelt.

  78. Natürlich ist der Text zu einem guten Teil Rechts
    Von dort wo ich herkomme ist „Rechts“ ein Synonym für „konservativ“. Ich weiss nicht wie es in Italien ist, aber in Russland ist das eigentlich so. Der Verweis auf den „gesunden Menschenverstand“ ist typisch CSU-Konservativismus. Es ist der alte Versuch zu meinen man könne ohne einen ideologischen Überbau auskommen und auf Dauer gewinnen. Sie haben auch andere Debatten angeschnitten, wo es um eine ideologische Konfrontation geht. Hier wie dort kommen sie letztlich ins Schwimmen, weil die Linke hier mit einem theoretischen Überbau agiert, der zwar unsinnig ist, aber gegen eine Leere natürlich im Vorteil ist. Besonders hübsch ist dann die Reaktion auf den Vorwurf Rechts zu sein. Sie reagieren mit einer Distanzierung und delegitimieren damit automatisch jede konservative Position, denn für den linken Kritiker ist Rechts natürlich logischerweise gleichbedeutend mit Konservativ. Eine Trennung ist da ja auch nicht möglich, ohne ins Absurde abzudriften. Und da Rechts gleichzeitig semantisch in der Öffentlichkeit Rechtsextrem bedeutet, eröffnet sich ein freies Schussfeld für Skandalisierungen jeglicher konservativer Positionen.

    Der Verweis auf das Grundgesetz ist süss, als ob es eine heilige Schrift wäre und nicht abgeändert werden könnte.

  79. Borniert
    Sie legen ja viel Wert auf eine „differenzierte Argumentation“.
    Da möchte ich Ihnen mal ein Kompliment machen.

    Die jüngste Aktion des Zentrums für politische Schönheit mit nazionalsozialistischen Ehrentempeln und der dazugehörigen Praxis per Analogie auf eine Ebene zu bringen – das ist schon sehr differenziert vorgetragen.

    Auch ihr offen ausgeplauderter Wunsch, den südländischen Kleinkriminellen, der Sie, wenn auch etwas ungeschickt und erfolglos, belästigt hat, „lieber in einem Auffanglager in der Sahara als in Brescia“ zu sehen. Alle Achtung!
    Auch hier wird wieder so differenziert argumentiert, dass sich jegliches Ressentiment darin wiederfinden kann, wunderbar.

    Und das Argument mit dem ausgebrannten Haus ihres Nachbarn – sehr überzeugend, wo es ja darum geht, sich differenziert Gedanken darüber zu machen, wie man das Ertrinken von Flüchtlingen im Mittelmeer verhindern könnte.

    Das sind alles schon sehr umsichtige, vielschichtige Aspekte und Perspektiven, die Sie da zum besten geben.

    Gute Güte.
    Ihr Beitrag ist noch nicht einmal rechts, wie weiter oben behauptet.
    Er ist schlicht äußerst borniert und biegt sich vor Selbstgerechtigkeit – gerade da, wo er vorgibt, liberal und differenziert zu sein.

    • Ähm – nein, das sehen Sie doch etwas falsch, fürchte ich. Ich schreibe den Beitrag natürlich aus einer bewusst subjektiven Perspektive, was die Begleitumstände angeht. Ich mag keine brennenden Häuser und keine Lega Nord und kein politisches Versagen in Italien, und ich möchte das aufgrund dieser Erfahrung auch bei uns nicht sehen. Und ich hätte die differenzierte Debatte lieber, bevor wir ein Lega. L Pen und FFPÖproblem kriegen. Da muss man halt auch über subjektive Sichtweisen reden.

      Was Sie da ein wenig machen, würde ich als „shooting the messenger“ bezeichnen. Was sind denn Ihre Vorschläge?

  80. Perfide ist es,
    zwei oder mehr Lügen zu verbreiten, damit die Leute sich streiten, welche nun der Wahrheit spricht. Nicht von mir und nicht auf Sie gemünzt, lieber Don!

  81. Meine Vorschläge?
    – Entkriminalisierung und Legalisierung der Flüchtlingseinwanderung
    – Entmilitarisierung der EU-Außengrenzen
    – Verstärkung der humanitären Hilfe (nicht nur) an den Grenzen Europas und Afrikas
    – Aufhebung der Drittstaatenregelung
    – Europaweite Arbeitserlaubnis und Freizügigkeit für Asylbewerber
    – Einfürung von Handelsbeschränkungen für Unternehmen, deren Produkte die rurale Wirtschaft Afrikas gefährden, aushöhlen oder vernichten und somit neue Armut erzeugen
    – Ein weltweiter und sofortiger Stopp von Waffenlieferungen in Krisengebiete

    Wenn Sie unter dem Aufzeigen von schlechten Argumenten bzw. Argumentationsformen ein „shooting the messenger“ verstehen, meinetwegen. Besser werden Ihre Argumente dadurch aber nicht.

    Auch die Betonung des Subjektiven (Perspektiven sind ja im übrigen ihrer Definition gemäß immer subjektiv und zeugen von Bewusstheit) macht die von Ihnen hier vertretenen Ansichten nicht sympathischer, besser oder nachvollziehbarer.

    • – Es wird hier kein politischer Flüchtling kriminalisert.
      – Die Aussengrenzen der EU sind weitgehendst entmilitarisert und wenn da eine Kovette unterwegs ist, hilft die
      – Humanitäre hilfe läuft jede Menge, das Problem ist allerdings die Umsetzung nach der Bezahlung
      – Wozu Drittstaatenregelung aufheben, wenn es sowieso keine Anerkennung gibt?

      Imnsegesamt alles so realistisch, als würde ich Sie auffordern, alles zu verschenken und ein Waisenhaus in Skopje zu eröffnen. Also lassen wir diesen Blödsinn hier bitte.

    • Seien Sie sympathisch!
      und setzen Sie Ihre Vorschläge um.

      SIE nicht „Wir“.

  82. Titel eingeben
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    „… gefestigte(n) Demokratie, die mit der Aufarbeitung des katastrophalen 20. Jahrhunderts bewiesen hat …“
    – damit meinen sie aber nicht die Bundesrepublik Deutschland, wo Nazis wie Kiesinger, Filbinger, Gehlen u.v.a.m. in Windeseile zu aufrechten Demokraten mutierten und Flüchtlinge (aus dem Osten Deutschlands) nach dem Krieg wie Dreck behandelt wurden?

    Ein besonderes Highlight der Aufarbeitung war bestimmt der von gründlichst entnazifizierten, reaktionären Kreisen gepflegte Umgang mit Willy Brandt, oh sorry – Herbert Frahm (Vaterlandsverräter), wurde er ja üblicher Weise genannt und von seinem Innenminister Genscher (allzeit erkennbar an braun-, dann gelb-, jetzt magentafarbenen Pullunder) höchst unzuverlässig vor Spionen bewahrt, so ein Pech!.

    Doch als Krönung der gefestigten Demokratie, die mit der Aufarbeitung des katastrophalen 20. Jahrhunderts endgültig bewiesen hat, an der Seite ihrer US-amerikanischen Freunde wieder Verantwortung in der Welt übernehmen zu wollen, zelebrierten Schröder/Fischer 1999 unter der inzwischen sauber recherchierten (Film-) Überschrift: „Es begann mit einer Lüge“ den Jugoslawien-Krieg.

    Übrigens, wussten sie schon, dass das Ende des 2. Weltkriegs von der Mehrheit der Deutschen als Niederlage und nicht Befreiung vom Faschismus erlebt wurde.
    Ich bitte sie, zu was entwickelt sich eine mehrheitlich derartig eingestellte Bevölkerung?

    Sicherlich nicht vollautomatisch zu guten Demokraten, zumal z. B. die Demokratieschulung der Bevölkerung i. S. deutsche Wiederbewaffnung 1956 nicht etwa mittels Debatten stattfand, sondern mit Polizeiknüppeln und -kugeln.

    Eine von Nazis durchseuchte Justiz sowie Schullandschaft nach 1945 behinderte die Bildung einer gefestigten Demokratie geradezu.

    Ich fürchte, dass die Einführung des Privatfernsehens, anfang der 1980er Jahre, bis heute zusätzlich zu einer erschreckenden Massenverblödung geführt hat.
    Die ö-r Sender (inzwischen oft) im Rechercheverbund mit anderen Mainstream – Medien katapultieren nonstop zu veröffentlichende Meinung und erzeugen erstaunliche Veränderungen in der öffentlichen Meinung, s. z. B. Rußland bzw. Griechenland.

    P. Scholl-Latour hat das kurz vor seinem Tod treffend zusammen gefasst:
    „Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung.“ (telepolis)

    Ich verorte Deutschland definitiv nicht als „… gefestigte Demokratie, … die mit der Aufarbeitung des katastrophalen 20. Jahrhunderts“ noch nicht mal richtig angefangen hat.

    Übrigens:
    Ca. 100m von hier, wo ich wohne, hat die Stadt kürzlich Flüchtlinge in einer Turnhalle einquartiert.
    Also, ich stelle keinerlei Veränderungen fest – der Stadtteil ist genau so (dreckig) wie vorher.

    Ich glaube – nein, ich bin mir ganz sicher: Unter allen Gruppen die eine Gesellschaft bilden befinden sich Menschen mit unterschiedlichsten Eigenschaften, also auch Idioten und Kriminelle. Wir haben doch auch unsere Pappenheimer, heissen sie nun Hoeneß, Zumwinkel oder wie auch immer.
    Die treten don alphonso zwar nicht vor’s Bein, verhalten sich aber auch (sozial) höchst verwerflich.
    Das ist auf der ganzen Welt so, auch an den schönen bayrischen Seen ;-)

    Das weltweite Flüchtlingsproblem müsste man an den Ursachen bekämpfen.
    Solange EU-Trawler vor den Küsten Westafrikas das Meer leer fischen, EU-subventionierte Geflügel-Schlachtabfälle und EU-Altkleider nach Afrika exportiert werden, liefert der Friedensnobelpreisträger eher Handelsmunition mit horrenden Kollateralschäden dorthin.

    Doch „Deutschland geht es gut“, sagt das Merkel und wird dafür von ca. 70% gelobt –
    wenn da bloß diese doofen Flüchtlingsprobleme nicht wären.

    • Doch, ich meine dieses Land. Nicht unter Adenauer, sondern so, wie es heute ist und wie es den Ballast der Zeitläufe aufgearbeitet hat. Grundsätzlich sind wir uns wohl alle einig, dass wir nicht zurück zu Adenauer, RAF, Strauss, DDR, Atomkraft, Natodoppelbeschluss etc. wollen. Das nennt man Fortschritt und wenn man sich sonst so umschaut, ist es schon ganz ok hier.

  83. Seitenwechsel
    …Heute schreibe ich exakt das Gleiche wie vor dreißig Jahren, nur habe ich mich offenbar von einer linken Sau in eine reaktionäre Sau verwandelt…. (Martenstein, ZEIT 18/2015)

    So aendern sich die Seiten. Vor wenigen Jahren war es schwer vorstellbar das die CDU fuer die Homoehe, etc plaediert. Der Zeitgeist fliest, die sog. sozialen Medien, meinungsbestimmend, werden kaum von denen dominiert die taeglich ‚auf arbeit‘ gehen und Monats- mit Geldende synchronisieren muessen.

    Daenische Volksparteien, Pegida, etc. Man muss beiweitem nicht deren Meinung sein um sich Sorgen zu machen. Wenn das Volk nicht die Kreuze an der richtigen Stelle macht, werden die Stimmen ignoriert. Zu der Quote der Nichtwaehler, kommt bald die Quote der Falschwaehler.

  84. Zu kurz gesprungen? Analysefehler
    Der Ruf nach differenzierter Betrachtung ist gut und wichtig, was mich stört ist die leider schon uebliche Vermischung zwischen deskriptiver Betrachtung bzw. deskriptiver Statistik und Ursachenanalyse bzw. Sachzusammenhang. Denn nix fuer Ungut den wissenschaftlich nachweisbaren ursaechlichen Zusammenhang zwischen Herkunft und Verhalten muss mir erstmal jemand zeigen. Denn die Beschreibung „Drogenhändler kommt aus Land xyz“ oder „Bande kommt aus Kontinent 123“ mag ja valide sein, nur ob sie einen ursaechlichen Zusammenhang hat wie im Artikel postuliert muss man beweisen, nicht behaupten. #fail . Storchüberflugsrate und Geburtenrate in Norddeutschland haengen deskriptiv-analytisch sauber zusammen. Hat nur keinen faktischen Zusammenhang. Kurz: Arschloch sein hat keinen Herkunftsort

    • aber die drei berühmtesten dt. Kaisergeschlechter
      haben einen bestimmten Herkunftsort und zwar denselben wie Daimler und Einstein, Hegel und Hölderlin etc pp., kurzum: die wesentlichen Mitbegründer der abendländischen Kultur und Zivilisation

  85. Seien wir realistisch!
    Ich weiß nicht, was an der Forderung nach sicheren Einreisewegen für Flüchtlinge und dem Verlangen nach mehr Seenotrettung (statt des bisherigen Frontex-Programms einer Flüchtlingsabwehr) oder auch an der Forderung einer Freizügigkeit für Flüchtlinge in Europa oder an dem Wunsch nach einer Erhaltung lokal entwickelter Ökonomien in Afrika so blödsinnig und unrealistisch sein soll.

    Es hat eher etwas mit der Auslegung und Umsetzung der UN-Menschenrechtscharta zu tun. Die gehört ebenso zum Rahmen der Debatte wie das Grundgesetz.

    Wenn es um die Situation von Flüchtlingen geht, darf man den Rahmen der Diskussion eben nicht zu klein zimmern und gerade nicht – wie Sie es in Ihrem Beitrag etwas dogmatisch tun – am Grundgesetz der Bundesrepublik als letztem Bezugspunkt festmachen.

    Vielmehr ist es doch so, dass allein die pure Existenz der Flüchtlinge und der sich mit ihnen artiklierende Anspuch auf multinationale Hilfe resp. Veränderung immer wieder auch den Rahmen unserer Selbstverständnisse infrage stellt – oder zumindest doch infrage stellen sollte.

    Die Aktionen des Zentrums für politische Schönheit (ZPS) thematisieren in diesem Zusammenhang immer genau auch das: Die Fragwürdigkeit unserer alltäglichen Wahrnehmung (von Leid, Gewalt, Tod, Ignoranz). In dem vom ZPS diesbezüglich vertretenen „aggressiven Humansismus“ sehe ich zwar viel Provozierendes, doch nichts Totalitäres.

    Ich finde es auch sehr interessant zu sehen, dass es dem ZPS immer wieder gelingt, ästhetische Verfahren zu entwickeln, die nicht nur alternative Deutungs- sondern auch alternative Handlungsangebote im Umgang mit gesellschaftlichen Problemlagen anbieten – wenn man es nur will. Das ließe sich für jede einzelne Aktion des Zentrums zeigen.

    Wenn man aber die künstlerische Inszenierung von real möglichen Handlugsalternativen als unrealistisch verwirft oder sie doch recht patt und ziemlich vollmundig in eine totalitäre Nazi-Ecke stellt, dann hat man es allerdings wirklich mit einem sehr verarmten und kargen Begriff von Realität zu tun.

    Das wäre ein Realismus, in dem es vielleicht mehrere Grautöne (die sich schön differenzieren lassen), doch vermutlich nur zwei Farben gibt. Die eine ist weiß. Und die andere schwarz. Die eine ist gut, denn sie hat eine ordentliche Verfassung oder doch zumindest ein Grundgesetz. Und die andere ist kriminell. Sie läuft permanent aus den Fugen und stört die Ruhe der anderen. Sie gehört daher dann doch eher ins Auffanglager.

    Und an dieser Stelle gebe ich Ihnen Recht: Von diesem Blödsinn sollte man lieber lassen.

    • Das geht nur, wenn „flüchtling“ eine Art Selbstdefinition ist: Ich migriere, also bin ich Flüchtling. Die Anerkennungsquote sagt da aber etwas ganz anderes und davon möchte ich nicht lassen, ganz im Gegenteil: Wer meint, hier die Grenzen pauschal öffnen zu müssen, muss vorher überzeugen. Mehrheiten finden und offenlegen, wie das laufen soll – und zwar so, dass die nachteiligen Folgen möglichst klein und die Vorteile möglichst gross sind. Di Argumentation, dass man pauschal offen zu sein hat, zieht aber bislang bei der Mehrheit nicht. Die sehen, je kleiner die Orte sind, die Probleme, die da entstehen. Un wenn wir schon mit dem weiteren Blick kommen: Das UHCR meint, dass die beste Form der Flucht in der alten Heimat enden sollte. Was wir hier allerdings gerae erleben, sind bewusste Wanderungsbewegungen. Und da ist die Menschenrechtskonvention kein Ansatz.

  86. Pingback: Die Woche im Rückspiegel betrachtet | Lars Schall

  87. Die Ziele sind wichtig.
    Der Vergleich hinkt an so vielen Stellen. Es ist traurig das die Komplexität auf popluistische Ansichten runter gebrochen wird.

  88. No border, no nations
    Sollte man wirklich soweit gehen. Die Existenz der UNO in frage zu stellen?

  89. Jede Flucht ist eine "bewusste Wanderungsbewegung"
    Was verstehen Sie unter einer „bewussten Wanderungsbewegung“?
    Ich gehe bei jedem, der aus welchen Gründen auch immer seinem Land den Rücken kehrt, davon aus, dass er dies bewusst tut.
    Sprechen Sie etwa nur dann von einem Flüchtling – ob er als solcher hier anerkannt wird oder nicht – nur dann, wenn er unbewusst auf Flucht ist? Wohl kaum, das wäre etwas absurd.

    Auch ist es zweierlei, ob jemand de facto vor Armut, Repression, Verfolgung etc. flieht oder hier de jure als Flüchtling anerkannt wird.
    Ob die Anerkennungspraxis hier eine richtige und dem Phänomen angemessene ist, ist dabei eine Frage, über die man geteilter Meinung sein kann.
    Aber von der aktuellen Anerkennungspraxis aus das Problem des tausendfachen Todes im Mittelmeer nivellieren zu wollen, indem man sagt, das sind ja keine Flüchtlinge, die wollen ja was ganz anderes (was eigentlich?) – ist das Ihr Ernst?

    Die genannte Auffassung vom UHCR finde ich sehr unterstützenswert.
    Wenn man schon sagt, dass hier in großen Stil ausgewandert wird, muss man natürlich nach den Ursachen schauen. Und da spielt – unter anderem – im wirtschaftlichen Bereich so etwas wie die vielfache Zerstörung lokaler Ökonomien duch global agierende Unternehmen doch eine nicht unwesentliche Rolle – auch, wenn es sicherlich keine einfache Patentlösung gibt, mit dem dieses Problem in absehbarer Zeit lösbar wäre.
    Ein weiteres Problem stellen geostrategische Interessen des Westens, Rußlands und China dar. Da muss man nicht immer an die koloniale und imperiale Vergangenheit erinnern. Dass aber bei der Frage nach den Ursachen der aktuellen Wanderungsbewegungen in unserer post-kolonialen Welt geostrategische Machtinteressen, in denen sich mitlitärische, politische und wirtschaftliche Interessen vielfach überlappen, eine zentrale Rolle spielen, ist auch kein Geheimnis.

    Es gibt also eine Vielzahl an relevanten Rahmen, innerhalb denen die Flüchtlingsdebatte hier steht. Wenn man nur vom hießigen Status quo herdenkt, dann befriedigt das zwar vielleicht hier auch vorfindliche Befindlichkeiten und Unsicherheiten. Den wandernden, fliehenden Menschen wird dies allerdings kaum gerecht. Und den Toten allemal nicht.

    Gerechtigkeit gegenüber den vergessenen Toten einzuklagen – darum geht es ja auch in der aktuellen Aktion des Zentrums für Politische Schönheit. Und nicht – wie den Nazis – um heldenhafte Verklärung.

    • Titel eingeben
      Herrgottsack, ich bin in den 80ern auch mal nach London getrampt und hab versucht, dort in der Modebranche Fuß zu fassen. Hätte mir der britische Staat deswegen einen Flüchtlingsstatus geben sollen und wöchentliche Alimentation, bloß weil ich es geschafft hatte, dort hinzukommen? Ich wäre nie auf die Idee gekommen, daß die Londoner diese Verpflichtung hätten.

      Und genausowenig haben wir Europäer heute eine Verpflichtung gegenüber denen südlich des Mittelmeers, bloß weil die „mal gucken kommen“. Wer sich eine solche Reise leisten kann, kann nicht der arme Teufel mit dem Rücken zur Wand sein – wie das echte Flüchtlinge, wie mein Vater und meine Großeltern väterlicherseits waren, die ihre Heimat, in der ihre Vorfahren jahrhundertelang gelebt hatten, verlassen mußten, weil sie sonst totgeschlagen worden wären oder hätten verhungern müssen.

      Es mag sein, daß es echte syrische Flüchtlinge gibt. Die sollten aber eher von den Nachbarländern aufgenommen werden. Wen wir in Europa aufnehmen sollten, sind Ukrainer, die nicht auf Ukrainer schießen wollen: ein legitimer Fluchtgrund.
      Aber Zambier im Schwarzwald sind doch einfach nur reiselustig, und ich sehe nicht ein, warum Touristen und Arbeitssuchende aus der ganzen Welt von uns mit kostenlosen Grundeinkommen beschenkt werden sollten, Touristen in die umgekehrte Richtung müssen auch für Reise und Unterkunft bezahlen.

    • Ich gehe auch von einer bewussten Wanderungsbewegung aus.
      Ich habe bisher nur nichts gesehen, was mich davon überzeugen würde, dass ausgerechnet Deutschland für alle Verantwortung übernehmen soll oder gar muss, die nach Europa wollen. Und genau das ist die Forderung von „No borders“.

      Den Versuch, alle Einwanderer pauschal zu Flüchtlingen zu erklären, halte ich für den bewussten Versuch, die Grenzen zwischen Flüchtigen vor Kriegen und politischer Verfolgung (wo Deutschland deutlich mehr tun könnte) und „Einwanderern aus anderen Gründen“ zu verwischen, um Einwanderungsskeptiker mundtot zu machen. Kann man ja versuchen, mit mir allerdings nicht erfolgreich.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Wunderbare Worte
      Gerechtigkeit einzuklagen – heldenhafte Vehrehrung

      Ich mag keine archaischen Totenkulte. Schon garnicht wie in Berlin als Fortsetzungsroman.

  90. Zum Denken braucht es Sprache
    Der Text transportiert die geduckte geistige Haltung, die wir in Bezug auf die Flüchtlingsfrage einnehmen. Ein wortloses angedeutetes Unbehagen, erschrockenes auf die Lippen beißen. Wenn die Worte fehlen, weil das Denken Beschränkungen unterliegt, dann bleibt auch die Lösungsfindung diffus.

    „Flüchtling“ ist grob zu unterteilen in drei Gruppen:

    1. Asylsuchende nach unserem Asylgesetz sind Menschen, die in ihren Heimatländern politisch verfolgt werden. Hier steht es ja außer Frage, dass sie aufgenommen werden (solange sie nicht etwa deswegen in der Heimat verfolgt werden, weil sie einen politischen Islamismus vertreten und unsere Sicherheit dazu missbrauchen, ihre Aktivität von hier aus weiterzubetreiben wie Mullah Krekar).

    2. Bei Kriegsflüchtlingen haben wir uns zu einer Haltung durchgerungen, diesen eine Duldung auszusprechen, solange es zu gefährlich ist, in die Heimat zurückzukehren. Dafür gibt es wie für Asylsucher eine breite gesellschaftliche Unterstützung.
    Doch idealerweise würde die EU die Versorgung und Unterbringung heimatnah unterstützen, die Nachbarländer finanziell, logistisch und medizinisch entlasten, anstatt Politiker in Flüchtlingslager schicken, damit die feststellen, dass Decken und Wasser fehlen, was auch ein Telefonat hätte klären können und der Flug anstatt mit Politikern mit Hilfmitteln hätten bestückt werden können.
    Dauerhafte Entwurzelung von Menschen und die massenhafte Integration von kulturfremden Kriegstraumatisierten kann immer nur zweite Wahl sein.
    Auch bei Kriegsflüchtlingen muss genau überprüft werden, ob sich darunter Kriegsverbrecher und -von IS angekündigte- Schläfer befinden, soweit das möglich ist.

    3. Die Motive von Wirtschaftsflüchtlingen/Glücksrittern sind nachvollziehbar, aber die Frage ist, wie realistisch die Idee ist, als unqualifizierter Mensch in der EU ein besseres Leben als zu Hause zu erreichen. TV global vermittelt das Bild, dass wir hier alle reich sind und BMW fahren. Wahrscheinlicher ist es jedoch, mit legaler Arbeit als Ungelernter am Existenzminimum herumzukriechen. Die Enttäuschung ist vorprogrammiert und durch den Druck aus der Heimat der Weg auch nicht weit, sich durch illegale Aktivitäten das zu beschaffen, was man sich erhofft hat. ZB durch Einbrüche und Drogenhandel. „Get rich or die trying“.

    Ich halte die Idee, die EU als „Festung mit Zugbrücke“ zu konzipieren, nicht für falsch. Um das Massensterben im Mittelmeer zu beenden, sollte ernsthaft über von der EU betriebene Auffanglager in Nordafrika und dem östlichen Mittelmeer nachgedacht werden, in denen die oben genannten Gruppen sich um die Aufnahme in der EU bewerben können. Hier könnte man zusätzlich eine „Green Card“ andenken für die dritte Gruppe, die Qualifikationen mitbringen, die in der EU tragfähig sind. Die „Zugbrücke“ wäre dann ein sicherer Transfer für diejenigen, die die Kriterien für die Aufnahme erfüllen. Die Festung hingegen wäre eine Seeblockade, um die illegale Einwanderung zu unterbinden.

    Das wäre mein Gegenentwurf zur totalen Kapitulation des „No nations, no border“-Konzepts, das binnen kurzem zum totalen Zusammenbruch der EU führen würde. Zumindest, wenn damit der Anspruch verbunden wird, jeden Ankömmling mit Unterkunft und Unterhalt auszustatten.

    • Ja, aber...
      Ihre Vorschläge klingen vernünftig.
      Doch die Umsetzung der Idee mit der Seeblockade dürfte sich bei zigtausenden Kilometern EU-Küste eher schwierig gestalten…

    • Seeblockade 2.0
      @muscat

      Momentan sieht die „Rettungsaktion“ im Mittelmeer so aus, dass Leute sogar Schlauchboote besteigen und kurz nach dem Ablegen von der libyschen Küste ein Notsignal absetzen, auf dass die „Retter“ anrücken, sie einsammeln….und nein, nicht ans nächste Ufer bringen, sondern in die EU transferieren.

      Das muss aufhören.

      Wir leben im Zeitalter von Facebook und Twitter, und es wäre eine Möglichkeit, den Glücksrittern auf diesem Wege mitzuteilen, dass sie ohne Qualifikation in der EU keine Reichtümer erlangen werden (genauso wenig wie einheimische Geringqualifizierte). Man könnte auch ganz altmodisch in den entsprechenden Ländern Plakate kleben und die bittere Realität kundtun.

      Etwas mehr Fantasie, etwas mehr Aktion, anstatt dieses duldende Hinnehmen, die Verwaltung des Missstandes, diese unpolitische Nichtgestaltung, dieses Wegschauen, diese ideologisierte Gedankenkontrolle, die zum Untergang führt und auch niemandem langfristig hilft…irgendwann ist Ende mit „wir sind ja soooo reich“.

      Das mantrahafte Repetitieren der Losung „wir brauchen Zuwanderung, wir sterben sonst aus“ ist dem Schneeballsystem Rentenversicherung geschuldet. Uns fehlt aber nicht bloße Masse, sondern junge Leute, die einzahlen. Das Schneeballsystem bricht vorhersagbar zusammen, und es ist logischerweise nicht zu retten.

      Anstatt dies einzusehen, wird nun eben auf Masse gesetzt und ein weiterer Fehler begangen, indem nicht erkannt wird, dass unqualifizierte Zuwanderung lediglich bedeutet, die Kerze auch noch am anderen Ende anzuzünden.

      Es gibt immer mehr Rentner, und durch die derzeitige Zuwanderungs-Nichtpolitik wird es auch immer mehr Sozialleistungsbezieher geben. Und dazwischen reiben sich diejenigen auf, die den Spaß finanzieren müssen. Und sich keine eigenen Kinder mehr leisten können.

      „Seeblockade“ muss nicht unbedingt -militärisch- gedacht werden. Ich denke, dass allein die Vermittlung der EU-Realität schon eine abschreckende Wirkung erzielen würde. Erzähl einem Malier, dass ihm hier die Chance geboten wird, als Erntehelfer den Mindestlohn zu erzielen, und er wird es vorziehen, diese Tätigkeit wie gehabt zu Hause seiner Frau zu überlassen.

  91. Ich lese gern Texte
    Die nah an der Realität sind und es irritiert mich ziemlich wenn Menschen die sich für links/grün/gut halten Realitäten filtern bis sie ins Weltbild passt.

  92. Klein-klein wird agiert und argumentiert
    – dabei sind die Ursachen dieser Flüchtlingsströme eher das Übel, das es zu beseitigen gilt. Irgendwer muß denen ja erstmal die Möglichkeit rauben, in deren Heimat überleben zu können. Sonst machte sich wohl kaum jemand mit diesen überfüllten Flüchtlingsbooten auf, in der Gewißheit, daß da – grob geschätzt – jeder fünfte ersäuft.

    Was von dem „Arabischer Frühling“ – Geschwafel übrig blieb, sind destabilisierte Länder bzw. die aktuelle Diktatur in Ägypten. In Syrien und Irak wurde so lange herumgewerkelt, bis am Ende eine gut ausgestatte Extremistenarmee herauskam. Aus dem vielfach kleinbäuerlich gegliederten Land werden große Stücke zusammengefaßt und von Agrarkonzernen bewirtschaftet.
    Wer weiß schon, was uns noch erwartet – was, wenn die Ukraine endgültig zerfällt? Werden die Asow-Brigaden dann in EU-Ländern ihr Unwesen treiben? – was, wenn Griechenland endlich im Chaos versenkt ist? Ist dann das griechische Restaurant um die Ecke auch im Fokus der rechts-außen-Glatzköpfe? – Wem hilft denn noch ein „erfolgreich destabilisiertes Land“ mehr, frage ich mich, wenn ich mir die Bilder vom Elektromaidan anschaue. Haben die gewählten Volksvertreter diese Brennpunkte überhaupt „auf dem Schirm“? Manchmal kommt es mir vor, als wären die Verschwörungstheorien der Fremdsteuerung von Politik und Medien doch nicht so ganz abwegig. Leider.

  93. Pingback: Griechenland, die Blasen und das Anstandsstück Erdbeerschaum | MotorBlöckchen

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