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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Es gibt keine falsche FDP in der richtigen Oligarchie

| 79 Lesermeinungen

Diesen Beitrag widme ich aus Gründen dem Rottach-Egerner Lokalprominenten und einzigartigen Justizentgeher Alexander Schalck-Golodkowski

Vor etwas mehr als 27 Jahren marschierte die Deutsche Demokratische Republik in den Westen ein, wie wir wissen, mit dem Schlachtruf „Wir sind das Volk, und wenn die D-Mark nicht kommt, kommen wir zu ihr“. Die deutschen, demokratischen Republikbewohner entschieden sich also ganz bewusst für die Freuden der im Westen herrschenden Oligarchie, die sie aus den TV-Geräten kannten, traten als Bundesländer beim und übernahmen dann langsam, aber zäh selbst die Schlüsselposten der Bundesrepublik Deutschland. Bei der Gelegenheit verzichtete man auch aus guten Gründen darauf, die ganze Veranstaltung als „Demokratisch“ zu bezeichnen. Als Republikaner sind wir gebunden, als Menschen dagegen hübsch ungleich und egal, wer seitdem an der Regierung war: Unsereins in den guten Lagen ging es jedesmal etwas besser. Regierungen kamen und gingen, Sparpakete wurden beschlossen, aber an den oligarchischen Grundfesten hat niemand je gerüttelt. Das hier ist so eine Oligarchenvilla, allerdings in Brescia, wo die Mille Miglia startet.

roea

Dieses Nichtrütteln kann man betreiben wie Rot-Grün, indem man Börsen bis zum NEMAX-Crash liberalisiert und dennoch nichts fürchten muss, weil durch HartzIV genug Geld da ist, die Folgen zu dämpfen. Man kann es wie die Merkel-Kabinette machen, denen es gelang, aus einer fundamentalen und wirklich teuren Anlagekrise der Reichen für genau diese Reichen einen Immobilienboom zu schaffen, und die Börsen wieder hochzupäppeln – mit ein paar brutalen Nebenwirkungen für Resteuropa in der sog. „Finanzkrise“, aber Oligarchie ist für die Leibeigenen nun mal aus Prinzip kein Zuckerschlecken. Im Grundgesetz mag etwas anderes stehen, ja gar etwas von Gleichheit, aber die Krisen treffen immer nur Leute, die man gar nicht kennt, und der Aufschwung kommt stets oben an. Keine Ahnung, wie die das in Berlin machen, aber ich kann bestätigen: Es funktioniert. Wie ein perfekt gewarteter Motor eines Oldtimers, bei dem ein Multimillionär keine Kosten scheut, wenn es um Gunstbeweise für Freunde geht.

roeb

Und da spielt es auch keine Rolle, ob die FDP etwas zu melden hat, oder nur Geldnot meldet. So wie sie das nach ihrem Ende als Partei im Bundestag tun muss, weil es da – Ältere werden sich vielleicht erinnern – ein paar praktische Probleme mit der Oligarchieumsetzung gab. Einen vom Geheimdienst transportieren Teppich, eine Dirndlbemerkung eines alten Herrn, einen Ausflug in die römische Dekadenz, eine Hotelier-Parteispende, einen Putsch angesichts des drohenden Niedergangs und eine Leihstimmenkampagne, die nach hinten los ging, sowie Konkurrenz durch die AfD. Es war eine schlechte Zeit für eine Partei, die sich offen wie keine andere zu den wahren Zielen unserer oligarchischen Gesellschaftsordnung bekannte. Aber Ehrlichkeit wird nicht belohnt, und auch so mancher Leser wird gegen meine Interpretation der jüngeren Geschichte protestieren. Oh, schauen Sie mal, ein seltener O.M. mit Startnummer Eins, ganz vorne bei der Mille Miglia.

roec

Was wollte ich… ach so. Ja. Das sind, werden Sie sagen, bei der FDP doch alte Geschichten. Die Partei hat jetzt Zeit, sich als neue Kraft des Liberalismus zu formieren. Sie hat eine herbe Niederlage kassiert, und jetzt weiss sie, was sie nie wieder tun darf. Sie hat die Gelegenheit, bundespolitisch einen Schnitt zu machen und einen Neuanfang zu schaffen. Weg von der Partei der Besserverdienenden, was ohnehin, wenn ich das hinzufügen darf, ein idiotischer Begriff ist. Wer meint, besser verdienen zu müssen, um in der Oligarchie mitspielen zu können, hat das System nicht begriffen: Geld verdienen kann jeder. Es geht doch wirklich nur um den Besitz, für den man nichts tut, der sich einfach irgendwie einstellt. Nur so geht Oligarchie, das Emporkommen von Ver-Dienenden nennt man Ochlokratie. Aber wie auch immer, der Liberalismus liegt wohl etwas brach, und da wäre es doch fein, wenn nun mit neuem Geist und viel Demut von der FDP bewiesen wird, dass man gelernt hat. Und hat nicht der neue Parteichef gerade seine Mitglieder zum Notopfer aufgerufen? Vielleicht geht denen jetzt ein Licht auf, wie wichtig Solidarität ist. Hoch. Die. Internationale. Solidarität. Schauen Sie, noch ein knallroter O.M.. So einer kostete letztes Jahr bei einer Bonhams-Auktion 2 Millionen US-Dollar.

roed

Die O.M.s dürfen wegen ihrer frühen Siege bei der Mille Miglia vorne voraus fahren. Das Exemplar mit der Startnummer Eins ist oft dabei, es gehört einem vermögenden Hamburger. Da hat man also die wartenden, angespannten Massen, und dann rauscht so ein roter Wagen heran. Da sind die Italiener natürlich begeistert, so begeistert, wie es viele meiner Bekannten gerade über die FDP-Politikerin Leutheusser-Schnarrenberger sind. Denn die hat in den Jahren der letzten Koalition dafür gesorgt, dass die Vorratsdatenspeicherung nicht mehr kam. Zurecht, wo doch das Vefassungsgericht diese von SPD und CDU beschlossene Massnahme als verfassungswidrig verurteilte. An diese Frau erinnert man sich wieder gerne. Gleichzeitig ist die SPD mit ihrem neuerlichen Ja zum neuen Versuch der Verfassungwidrigkeit und zum TTIP auf dem besten Weg, dort zu landen, wo FDP und ihre griechischen Kollegen von der PASOK schon sind. Beschliessen kann man viel, aber wie soll man mit der Beliebtheit eines betrunkenen Robbenbabytotschägers gewählt werden? Auch Sie wollen jetzt vermutlich nicht das Gesicht von Sigmar Gabriel sehen, daher kommt hier nochmal der O.M. mit der Startnummer Eins, frisch zurück aus Rom, wo die späte Dekadenz zuhause ist.

roee

Und mit dem Mann auf dem Beifahrersitz.

Den kennen Sie übrigens.

Zwar steht in der Startliste hinter seinem Namen ein CH für Schweiz, aber da arbeitet er nur, wie auch manch andere. Er ist Deutscher. Deutscher Ex-Politiker. Und Ex-Parteichef. Es gibt auch keinen Anlass, warum ein Ex-Politiker nicht hier mitfahren sollte, im Auto eines wohlhabenden Hamburgers. Besonders, wo er doch jetzt beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos arbeitet, und nicht mehr zum Wohl der Bundesoligarchie Deutschland. Sein Name ist Philipp Rösler, und hier braust er im O.M. besser durch Italien als weiland die FDP durch der Krise. Vielleicht erinnert sich noch mancher an den Wahlabend mit diesem Herrn: Gar kein Vergleich zu diesen schönen Bildern, wo er gelöst und heiter durch Italien fährt. Seine Änderungen am Armutsbericht als Wirtschaftsminister begründete er damit, dass es Deutschland so gut wie nie zuvor gehe. Und nachdem die Teilnahme hier – wenn man einen derartigen Wagen nicht selbst kaufen muss – immer noch 7000 Euro plus Mehrwertsteuer für das Zweierteam kostet, muss man ihm Recht geben: Diesem Deutschland der Oligarchen geht es blendend. Wrummmm, donnert der Motor, und grinsend fliegt einer vorbei, den viele angesichts der lieben, liberalen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger schon vergessen haben. Aber er selbst hat ein feines Wochenende in Italien.

roef

Und zwar exakt an jenem Wochenende, da der neue Parteichef die Mitglieder um Geld für die ramponierte Partei anbetteln musste. Da hat so eine Sause durch das schönste Land der Welt in einem Millionenautos für ein paar tausend hart verdiente Euro schon eine gewisse Grösse für so einen jungen, talentierten Mann wie Herrn Rösler. Das ist nicht das demütige Bitten einer Partei, die Geschäftsstellen schliessen muss: Das ist die ganz grosse Geste. Italien geht es dreckig, aber der Mann, der als Vizekanzler der führenden Oligarchie die Sparzwänge mit getragen hat, fährt ganz vorne mit, grinst über die Windschutzscheibe und nimmt die Huldigungen der Italiener entgegen. Ganz klein steht sein Name auf dem Auto, er ist so schnell vorbei, da merkt keiner, welcher Verantwortliche und Austeritätsprediger da kommt, vorbeisaust und in einer Wolke aus Staub und blauen Abgasen verschwindet: Es geht ihm gut. Das Leben ist schön. Die Oligarchie sorgt für ihre Helfer. Und für die Abgase für den Rest. Im Hintergrund sehen Sie einen Stand der Neofaschisten, die in dieser Krise in Italien und angesichts der Zwänge aus Deutschland bestens gedeihen.

roeg

Rösler macht keinen Hehl aus seinem Treiben, das steht auch im Manager Magazin. Da ist kein Falsch und keine Täuschung wie bei Heiko Maas, der auf Geheiss von Gabriel umfallen musste. Da ist kein hündisches Ankriechen eines geprügelten Köters wie beim SPD-Parteikonvent. Rösler gibt Vollgas, kein Blick zurück, die Strasse ist frei für ihn, und genau so muss man sich auch seine Partei vorstellen, die jetzt wieder Morgenluft ahnt. Ein paar alte Einzelkämpfer für Bürgerrechte wie Gerhart Baum, und ganz viele Junge, die auch mal sehen wollen, was alles geht. Schnell wollen sie sein, so schnell, dass die Zuschauer gar nicht begreifen, was da wirklich auf sie zu kommt. Der lächelnde, gut versorgte Mann, der die Probleme anderen überlässt und Spass mit seinen Privilegien hat: Das, sage ich als Profiteur der Oligarchie, war die FDP. Ob das neue Leitbild der Partei nun der alte, ehrenwerte Herr Baum ist, oder die Aussicht auf so ein Leben – diese Entscheidung ist einfach, wenn meine Analyse der Gesellschaftsform stimmt.

roeh

Wer aber meint, dass es etwas unpassend ist, wenn so einer mit seiner Vorgeschichte so auftritt, sollte er nach meiner Auffassung vielleicht doch etwas mehr tun, als nur alle vier Jahre sein Kreuzerl machen und hoffen, dass die FDP etwas gelernt hat. Mir persönlich ist es egal. Es gibt keine falsche FDP in einer richtigen Oligarchie. Ich kenne das Spiel, die Startnummer Eins und deren Fahrer, und ich achte stets in zarter Fürsorge um den Seelenfrieden der Leser darauf, dass die wirklich fragwürdigen Motive normalerweise nicht den Weg in die Zeitung finden.

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79 Lesermeinungen

  1. Noch ein Hinweis
    Nur damit es nicht zu einer Neiddebatte kommt: Ich hatte mal ein Angebot, als Gast eines Automobilkonzerns mitzufahren – und habe abgelehnt. Man kann nicht in einem alten Auto ernsthaft mitfahren, Bilder machen und schreiben. Und ich schreibe halt lieber.

  2. Danke sehr...
    …ein wahrer und schöner Text!

  3. Ungerecht
    Ich finde das sehr ungerecht, den Mann so grundlos anzugreifen.
    Der ist doch Arzt und opfert sein freies Wochenende, um den Teilnehmern im Krankheitfalle zur Verfügung zu stehen und selbstlos zu helfen. In einem offenen Wagen und nicht im modernen Notarzt-Audi legt er als Samariter die weite Strecke zurück!
    Man weiß doch, wie schlecht das italienische Gesundheitssystem ist.
    Und dieser Arzt ohne Grenzen stellt sich in den Dienst einer guten Sache, während die Journaille bei Pavesi Puddinghörnchen mampft!

    • Titel eingeben
      sie sollten ihm auch nicht im Krankheitsfall trauen, seine praktischen Erfahrungen sind ausgesprochen begrenzt, zu lange hat er sich mit den Parteifreunden beschäftigt – ob er selbst noch weiß, wo sein Stethoskop liegt?

  4. Ohne Neid
    Sehr geehrter Don!
    Seien Sie herzlich gedankt für den klassisch schönen Bericht. Ehrlich gesagt hatte ich allerdings gehofft, dass Sie etwas über Fahrräder schreiben würden. Dann hätte ich detailliert erzählen können, was ich am Mittsommernacht Wochenende mit meinem Oldtimer erlebt habe; nämlich die Kurzversion von 147km für alte Damen der
    http://styrkeproven.no/
    Teuer war das auch, zwar nicht die Startgebühren, aber das Hotel mit allem Drumherum in Norwegen. Auf den Rössler im O.M. bin ich nicht neidisch. Auf meinem Stahlross sitzend hat mir die bessere Hälfte von Norwegen ermutigend zugewinkt.
    Mit freundlichen Grüssen
    L.H.

  5. alte richtige vorurteile
    werden hier endlich bestätigt: herr heiko M. ist, vermuten wir, ein karrierist. es gibt, das zeigen uns doch auch die fahndungsfotos auf einem wochenmaganzin personen, vor allem in der deutschen politik, die würden ihre grossmutter für geld verkaufen, von idealen die sie mal hatten gar nicht zu reden. das steht die kleine FDP doch nur in der zweiten reihe der üblichen verdächtigen.
    philip R. macht da einen kleinen unterschied: er fährt sichtbar und unverhüllt,durch eine eher kleinformatige sonnenbrille nicht getarnt ganz vorne mit. leider hat er beim WEF angeheuert, einer dieser umweltzerstörenden grossveranstaltungen mitten in den alpen, aber sollen wir ihm böse sein oder eher all denen, die da auf staats- oder firmenspesen jährlich hinpilgern weil sie auch dabei sein glauben zu müssen.
    und dann noch übrigens: die industrieproduktion in italien ist laut offizieller statistik wieder im steigen mit guten werten.dank auch an DON und den fahrradkauf. wir sollten auch oligarchen dazu überreden, nicht zum fahrrad, aber zum viert-ferrari ! schafft arbeitsplätze

  6. Das ist der erste Beitrag, deren Sinn und Zweck sich mir vollständig entzieht.
    Wahrscheinlich nicht Schuld des Autoren, ich muss ja nicht alles verstehen, aber ausgerechnet Rösler als Ziel einer irgendwie Anti-FDP-Oligarchen-Polemik muss ich absolut nicht verstehen. Der ist mustergültig integriertes und aufgestiegenes Migrantenkind aus Pflichtgefühl Parteivorsitzender geworden, obwohl er das weder wollte noch konnte, brav zurückgetreten, als die FDP verlor. Und bezieht trotzdem, wie wohl jeder von uns, wenn er dem irgendwie entkommen kann, kein Hartz IV.

    Deswegen ist dieser Beitrag wohl auch weder Fisch noch Fleisch. Für eine Polemik zu zurückhaltend, für Informationen zu inhaltsleer, für eine Abrechnung nicht wütend genug. Ich werte das als Versuch des Don, die Credits im linken Lager zurückzugewinnen, die er in den vergangenen Monaten vermutlich verloren hat :-). Viel Glück dabei.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 'Credits im linken Lager zurückzugewinnen ...'
      Im wirklich linken Lager?
      Oder meinen Sie das Lager von Sofa-Linken.

    • Es ist ganz einfach: Ich schreibe keinem nach dem Maul.

    • ?????????????????????
      Lieber Herr Haupts,

      Sie schreiben:“Ich werte das als Versuch des Don, die Credits im linken Lager zurückzugewinnen, die er in den vergangenen Monaten vermutlich verloren hat“

      Als stiller Bewunderin Ihrer Kommentare will ich mich heute doch einmal zu Wort melden, denn diesen Satz von Ihnen verstehe ich wirklich nicht.

      Können Sie dies bitte etwas ausführlicher darlegen ?

      Bitte.

      Ihre Susi Silicon

    • Titel eingeben
      Kann ich leider nicht, es war ein klar misslungener Scherz und bezog sich auf die weitgehend ausserhalb dieses Kommentarbereiches stattfindende Rezeption der Beiträge des Don bei den „Linksbizarren“.

      Silikonfreien Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Meister Pfriem ?
      Lieber Herr Haupts,

      keine erklärenden, weiterführende Worte von Ihnen zu bekommen ist schade.

      So erinnern Sie doch ein wenig an den Meister Pfriem den die Gebrüder Grimm beschreiben.

      Wirklich schade.

      Auch habe ich ein wenig den Eindruck, daß Sie sich über meinen realen Nachnahmen lustig machen wollen ?

      Na ja, vielleicht auch wieder ein Scherz. So lange lebe ich doch noch nicht hier um das Deutsche Scherzwesen zu verstehen.

      Susi Silicon

    • Ooops, heute ist wohl nicht mein Tag.
      Also, etwas ausführlicher: die Anspielung :“Ich werte das als Versuch des Don, die Credits im linken Lager zurückzugewinnen, die er in den vergangenen Monaten vermutlich verloren hat“ bezog sich auf Beiträge des Don, die ausserhalb dieses Forums für Unmut in Teilen der deutschen jugendlichen Linken gesorgt hat. Jetzt schiesst er auf die FDP, daher der (wie gesagt misslungene) Witz über seine Versuche, dorrt wieder Ansehen zu gewinnen.

      Und nein, ich wollte mich wirklich nicht über Ihren Nachnamen lustig machen. Ich wusste nicht, dass er echt ist, tut mir aufrichtig leid.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Dem allerbesten Ex-Vizekanzler aller Zeiten (DaE-Vaz)
      Das finde ich nett, diese gelungene Verteidigungsrede zu Gunsten von Herrn Rösler, bei dem Sie die aus Ihrer Sicht größten Vorzüge des Ex-Vizekanzlers aufführen.

      Verblüffend: Das sind so ziemlich exakt die Punkte, die mir bei diesem Ex-Politiker auch positiv auffallen würden – sogar in der gleichen Reihenfolge:

      * Herkunft
      * trat aus seinen Ämtern zurück
      * lebt als Ex-Vizekanzler bemerkenswerter Weise NICHT von Hartz IV
      (…sehr erstaunlich!)
      ;-)

    • @John Dean: Ich wollte ihn nicht einmal verteidigen, als Politiker hat er versagt.
      Ich wunderte mich nur über Dons Wahl und tue das immer noch. Der Beissreflex von Nachkommen der Parvenüs von gestern gegen die neu Hinzukommenden wäre eine wenig wohlwollende Erklärung.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  7. man muss och jönne könne
    sagt der Rheinländer im Kölschen Grundgesetz, und so wollen wir dem weiland Sanitätsoffizieranwärter, dann Oberstabsarzt, sodann Bundesminister, auch ein entspanntes Wochenende gönnen.
    Wobei das aufmerksame (Vor-)Lesen des Roadbooks oder gar das sportliche Pilotieren so eines Oldies auch anstrengend sein kann, aber es lohnt der Mühe.
    Mit herzlichen Grüßen aus dem verregneten RHS vulgo Berlin.

    • Ach, wie gesagt, für mich ist es völlig egal, wer da eingeladen wird, um mitzufahren. Die Politik macht ja eh, was gut für mich ist, da kann ich auch Maoisten wählen. Aber die, die solche Leut wählen, sollten halt wissen, was sie tun.

    • Titel eingeben
      prince(!) M.:
      Wen oder was (Akkusativ) lohnt es? DIE Mühe.

  8. Titel eingeben
    Und sie bewegt sich noch.

    Ganz sicher bin ich nicht Lindners fanboi. Von Fipsi und Bahriboi bin ich enttäuscht. Die Planstelle „liberale Partei in BR Deutschland“ ist ziemlich vakant.

    Auch wenn Herr Lucke die AfD zusammen halten kann, ist dies eine wertkonservative, wirtschaftsliberale Partei; keine liberale oder linksliberal-permissive.

    Die FDP wird gebraucht, wie die Linke.
    Alle wichtigeren Denkrichtungen sollten im Bundestag repräsentiert sein.
    Ich würde auch Herrn Salvini gerne vertreten wissen. Auch rechts denkende Menschen brauche eine legitime Interessenvertretung.

    Danke fürs Erwähnen, das Pferd hat noch leise Atmung.

    • Wenn seine staatlich mitfinanzierte Firma nicht pleite gegangen wäre – wäre Lindner nicht auch jemand, den man hier erwarten könnte? Ich denke ja, dass Rösler allenfalls pars pro toto ist.

  9. Ja nun
    Ja nun.
    Es ist immer ein Leichtes, gleich sagen zu können, wes straighten Geistes Kind man in Punkto Pecunia oder Verrat ist. Nämlich einer vom Stamme ‚Nimm‘ und ‚Sorglos‘. Diese Dreistigkeit wird oft auch noch insgeheim honoriert. Meist von Losern. Denn so ‚tough‘ wäre mancher Loser gerne und bewundert solche.

    Im Unterschied zu Leuten, die sich komplexeren Ansprüchen widmen müssen (zumindest laut Parteiprogramm) und von denen Ethik und Anstand erwartet wird. Da ist Scheitern in der Politik so gut wie vorprogrammiert, wenn man damit – auch noch – an der Macht bleiben will. Heißt man Gabriel oder Schröder – egal. Schon allein wegen der Konfliktträchtigkeit und der Anspruchsebenen, die sich auftun.

    Nicht dass ich Herrn Heiko Maas verteidigen wollte.
    Und nicht, dass ich ‚Babyface‘ Rösler verteidigen wollte. Oder je Herrn Schröder mochte. Oder Gabriel-Versteher wäre.

    Doch es lebt sich halt einfacher, wenn man dem Wählervolk gegenüber ganz frech keinen Hehl daraus machen kann, wie man unterwegs ist. Trotz oder wegen Schnarre. Eine Nischenpartei, die von Zahnwalt- und sonstigen Frettchen lebt, kann das ohne mit der Wimper zu zucken. (Und war dennoch dabei so elend schlecht, dass sie historisch nicht einmal das hinkriegte und rausflog. Schnarre hin oder her …)

    Eine Partei hingegen, die einst Volkspartei war ‚gn‘ und an der Macht bleiben will, hat und bekommt da ein fettes Problem. Zuviele Ansprüche, zuviele Parameter. Und jetzt auch noch die Vorratsdatenspeicherung. Die SPD, erfolgreich gescheitert und umgefallen seit sie existiert. Gerade weil sie ab und an Machtpolitiker/Populisten dran hat. Der hilft ihr eben grad net. Gift für das gute alte SPD-Gefühl. Die Zeiten passen aber auch nie, verdammt.

    Die Frechen haben es immer leichter.
    Auch die CDU hat es mit ihrer Ethik light hat es da immer leichter als eine Partei, die mal aufrecht für die arbeitende Bevölkerung gestanden hat.
    Die CSU ist ein Weißwurscht-Sonderfall. Und lebt grade durch Dreistigkeit UND angebliche moralische Ansprüche. Ein Phänomen, welches es nur in Bayern geben kann.

    • Ich wollte das nur mal in Erinnerung rufen, weil jetzt so viele sentimentale Gefühle wegen der Schnarrenberger-FDP haben.

  10. Zu Thorha
    In wenigen Worten noch härter als DA; vernichtend: “ obwohl er das weder wollte, noch konnte“

    er hätte im Gesundheitsministerium die zweite Halbzeit Leistung bringen können, zB eCard stoppen und mit Brüderle zusammen 5% holen.
    Er hätte bei Vertragsbruch Merkel noBailout zurücktreten können, 10% holen und die AfD unnötig machen.

    • Hallo Honigbär, völlig richtig, Unterschied: Don bezog sich auf Röslers nachpolitische
      Zeit und auf die Person an sich, ich mich auf seine politische (nicht)Leistung.

      Und unabhängig vom Oligarchengeschwafel sind wir nach Staatsausgaben, Arbeitsrecht, Tarifrecht etc. ein zutiefst sozialdemokratischer Staat. Da finde ich eine wirklich liberale, auch wirtschaftsliberale, Partei nicht verkehrt, sie repräsentiert eh nur eine Minderheitenströmung in Deutschland. Konservative (wie ich) haben es letztlich nur begrenzt mit Freiheit, wie Sozialbürokraten (SPD) oder Honoratiorenvertreter (CDU), von Jüngern der grünen Moralismuskirche völlig zu schweigen (die Stalinisten brauchen bei dem Thema eh nicht erwähnt zu werden).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  11. Eine Frage
    Nur einmal so, weil Sie das am Anfang erwähnen: Am 20. Juni hat der Bundespräsident Gauck die momentanen Flüchtlingsbewegungen in der Welt mit der Vertreibung/Umsiedlung der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg gleichgesetzt. Ehrlich: Ich würde das nicht vergleichen und auch nicht auf eine Stufe stellen, aber nun gut (anderes Thema). Gauck hat auf die Vertriebenen/Umsiedler hingewiesen. Warum hat er aber nicht auf das Schicksal seiner Landsleute aus der DDR hingewiesen. Ich weiß, dass es viele jetzt aufregen mag, was ich nun schreibe, aber ging es den Menschen in der DDR nicht in erster Linie um wirtschaftliche Belange? Gerade wenn man auch an den damaligen Schlachtruf denkt, den Sie oben zitieren. Was wäre gewesen, wäre die DDR nicht die die DDR, sondern, sagen wir, das KSA gewesen? (Ob das wirklich so ein gutes Beispiel wäre, deren Unzufriedene sind ja in Afghanistan geendet…) Doch zurück zu der Rede des BP: Warum hat er den Mut nicht aufgebracht, zu sagen, dass seine Landsleute Wirtschaftsflüchtlinge waren, die von den gleichen Wünschen und Sehnsüchen angetrieben wurden, wie viele der – ja, wie soll man sie genau benennen? – heutigen Flüchtlinge/Migranten/Asylbewerber/… Aber es waren seinerzeit eben keine „Wirtschaftsflüchtlinge“, sondern eben unsere „Brüder und Schwestern“. Ja, und ein nützliches Werkzeug im Kampf der Systeme, der dann auch von der roten Oligarchie im Osten verloren gegeben wurde. – Nur, auch wenn das dann ein anderes Thema wäre: Hat der Westen gewonnen? Und wenn ja: Was hat er gewonnen?

    Vielleicht erleben wir jetzt auch nur, was Dialektik wirklich bedeutet.

    • wirschaftsflüchtlinge
      gewiss, der wirtschaftliche niedergang der sog. DDR nahm existenzbedrohende ausmaße an und war durch dopingerfolge im sport nicht mehr zu kaschieren, der heutige BDI präsident sagte damals mal am steuer zu seinem beifahrer, er kenne keinen quadratzentimeter ostdeutsche strasse, der nicht sanierungsbedürftig sei. aber von der warmbreitbandstrasse in eisenhüttenstadt bis zum neuen hochofen in unterwellenborn fehlte einfach alles.
      soweit so gut. aber: der kanzleramtsminister sagte: die wiedervereinigung kann sich nicht ausschliesslich auf dem boden der BRD vollziehen. dies umgesetzt: die durch den testosteronüberschuss in den afrikanischen ländern provozierte bevölkerungsexplosion kann sich nicht ausschliesslich in westeuropa entladen (und dort weiter befeuert werden!)
      sondern sollte in den statistikbekannten ländern durch arbeit kanalisiert werden. es gibt genügend zu tun.

    • es ist fast schon sinnlos,
      aber es bleibt doch dabei: Die DDRler waren keine Flüchtlinge. Sie bewegten sich von Deutschland nach Deutschland. Wenn ich nach Sachsen umziehen würde, wäre ich ja auch kein Flüchtling. Höchstens und ggf. eine infolge der gemeinsam betriebenen Politik Vertriebene! Im übrigen wurde ich auch nicht vertrieben, sondern ich wohne schon immer hier und sollte – gemeinsam mit anderen, die auch schon immer hier wohnen – entscheiden können, u.a. darüber, ob und ggf. wer hier, in einem der weltweit am dichtesten besiedelten Länder, sonst noch so leben darf. Dieses eigenartige Phänomen nennt sich Selbstbestimmungsrecht der Völker und nur darum geht es. Niemand lässt sich noch diesen obszönen Asylbären aufbinden, keiner muss sich mehr vor der N.-Keule ängstigen, denn sie trifft ja ohnehin alle Herkunfts-Deutschen gleich; Dr. Gysi persönlich hat, falls ich das wirklich richtig verstanden habe, Nazis und Deutsche gleichgesetzt, indem er Gott dankte, dass erstere aussterben weil letztere sich nicht vermehren! Deswegen, so Gysi, bräuchte es also unsere Nichtzudiskriminierenden (ich traue mich nicht zu schreiben, welche Vokabel er wirklich benutzte, weil ich nicht weiß, ob sie noch politisch korrekt ist. Hab kein smartphone!)

      Es bringt also keine Punkte mehr, sich empört von den keulengewohnten Landsleuten abzuwenden; niemand wird ihnen dafür auch nur eine Büchse Coca-Cola schenken; wenigstens diese Tatsachen müssten doch langsam mal angekommen? Die Ostdeutschen hätten ja auch nichts davon, wenn sie mal die Rechnung aufmachten, dass die Reparationslast bei ihnen lag, dass ein Großteil des westdeutschen Warenwohlstandes zu ganz erbärmlichen Preisen im unter dem Embargo leidenden Osten produziert wurde, dass ihre Immobilien, ihre Infrastruktur, ihre ganze Volkswirtschaft nach der Wende einem Zugriff ausgesetzt wurden, wie es sich der Westen gar nicht vorstellen kann, bis heute nicht! Jawohl, der Osten hat sich nicht energisch verwahrt, sondern Illusionen gehegt. Aber er ist drüber hinweggekommen und mittlerweile ist es scheißegal. Wählen geht doch ohnehin keiner mehr. Was immer nun kommen mag: Es wird nun in erster Linie die links der Elbe Geborenen aus ihrer rosablasigen Komfortzone katapultieren. Have fun.

    • Klassische Fehlallokation
      „die durch den testosteronüberschuss in den afrikanischen Ländern
      provozierte bevölkerungsexplosion….kann sich in westeurpa entladen
      ( und dort weiter befeuert werden!)“

      Wie das?

      Dachte dazu bräuchte es östrogenbefeuerte Mitkombattanten.
      Es sollen nur junge Männer in grösserer Zahl kommen.
      Und das einheimische Potential ist beschämend gering – so die Klage
      der Demographen.

    • Gysi
      und sein Galgenhumor.

      Die geringen Fertilitätsraten der jüdischen Bevölkerung in den USA,
      Europa und Israel werden seit Jahtzehnten bejammert.

      Auch diesen Weg geht man gemeinsam.

    • Titel eingeben
      Hallo @egal luschtig – die DDRler, die über Ungarn nach West-Deutschland geflüchtet sind, sind gar nicht geflüchtet nur umgezogen – muss ich mir merken und auch das mit den Reparationszahlung und den außergewöhnlichen Lasten der Bürger im Osten – es ist eben alles eine Frage der Perspektive – Opfer aller Länder vereinigt euch und als Flüchtling hast du die besten Karten, wenn du dich als Bruder & Schwester aus gibst und wenn aus der x-ten Generation, einfach nur machen – Brüder und Schwestern sind gern gesehen, die anderen bleiben Draußen. Was ist eigentlich mit unseren Brüdern & Schwester aus Deutsch-Süd-West-Afrika? Egal ist doch nicht egal!

    • @Auch egal: Nein, es ist natürlich nicht sinnlos, nur bei manchen.
      Die DDR-Bürger waren Landsleute, die Migranten von woanders sind es nicht. Deshalb, genau deshalb, versucht ein kleiner Teil der Linken ja die Gleichsetzung von Migrant = DDR Bürger. Es entspricht ihrer Ideologie: Nor borders, no nations. Wenn man das akzeptiert (ich natürlich nicht), waren Deutsche im anderen Teil Deutschlands damals genau dasselbe, wie Einwohner von Nigeria heute.

      Ich würde mir deshalb die geringsten Sorgen machen – das ist so weit vom Bewusstsein der Normalbürger-Mehrheit entfernt, wie die Kuh vom Klavierspielen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • unsere Brüder und Schwestern in Deutsch- Südwest-Afrika
      sind etwas schlauer.
      Sie haben Ihren Vermehrungszwang besser unter Kontrolle.
      Ähnlich wie in Südafrika. Es soll ihnen dementsprechend wirtschaftlich
      etwas besser gehen.
      Es muss schwierig sein, Jahr für Jahr ein Wirtschaftswachstum des
      doppelten des Bevölkerungswachstum zu erreichen, damit man nicht
      verarmt.
      M.W. ist dies in Europa auch nie eine Volkswirtschaft dauerhaft gelungen.
      l
      Daher sind wir total ungeeignet Ratschläge zu erteilen.
      wir wissen auch nicht wie man das macht.

    • @ Thorsten Haupts
      Sie meinen also, es gäbe in der Tat Anknüpfungspunkte? Wir hätten etwas gemeinsam? Freut mich zu hören, höre ich nämlich selten. Perverser Weise war ich wohl nie mehr Ostdeutscher als in den letzten, na – ein bis zwei Jahren. Wenn mir das jemand anlässlich der Wende erzählt hätte! Ich hätte wohl erwidert, dass ich hoffe, dass die Altersdemenz noch etwas länger auf sich warten lässt als nur 25 Jahre. Wie dem auch sei – Sie sind ja noch lebfrisch, wie ich ihrer unverdrossenen Schlacht nebenan mit dieser Frau Dietz entnehme! Das finde ich wacker, das rehabilitiert den deutschen Mann, bevor ihn der Heldentod treffen wird.

    • @ Hans Lutz Oppermann
      Sie müssen selbstverständlich gar nichts, wie Sie meinem Text entnehmen können. Erst recht keine Ostdeutschen aufnehmen; mich musste ohnehin nie jemand aufnehmen, obwohl ich es hier auch noch nie besonders gemütlich fand. Es ist auch wirklich ganz, ganz ungemütlich hier, versichere ich Ihnen! Und rechts bis zum Anschlag! Gibts Register drüber! Und erst Pegida! Kann man echt keinem zumuten!! Am besten wird es sein, alle anderen gehen schnell wieder heim … auch die Westdeutschen …

  12. Alles ungerecht? Finde ich auch!
    Die Plakate, die den „Schlachtruf“ vorgaben, waren im Westen gedruckt worden. Die Stasi wäre von diesen Menschen sehr gerne verbannt worden und zwar doch bitteschön ins Bergwerk und nicht nach Rottach-Egern. Entscheider aus dem Westen haben sie nicht entsprechend gewähren gelassen – und sie haben sich drauf eingelassen (Nützte auch nichts, wann man sich nicht drauf einlassen mochte, wie ich persönlich feststellen durfte). Sie auch, nur dass Sie bis gestern (?) nichts viel davon gemerkt haben, was ich Ihnen übrigens von Herzen gönne und das ist kein Zynismus. Merken Sie jetzt vielleicht wieder was? Dass es hier nicht um Ihre persönliche oder anderer Menschen Integrität geht, und nicht mal um die vom Herrn R.? Ich hab auch keinen großen Plan, und Sisyphos hat auch irgendwann mal fertig. Vielleicht ist der große Schritt zur Seite das einzige, was es noch zu tun gibt.

    • Nachtrag
      und das – den Schritt zur Seite – tun Sie ja auch, Don Alphonso. Ausweislich der Überschrift dieses Artikels, den Herr Haupts nicht versteht. Oder ich verstehe nicht. Halte ich sogar für wahrscheinlicher; alleine schon Ost/West geschuldet.

  13. @Prince Matecki
    @Prince Matecki – Genau das habe ich mir bei meiner Norwegenreise gedacht. Auch ein Tiger hat das Recht, sich mal was zu gönnen. Der Himmel war an dem Tag übrigens sehr klar und es war ungewöhnlich warm.
    .
    @Jeffrey Cremer – Wenn Herr Gauck die Bewohner der DDR als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet hätte, hätte er indirekt zugegeben, selbst Wirtschaftsflüchtling gewesen zu sein. Ein schmalziges “Brüder und Schwestern” passt aber viel besser in sein Repertoire und Verhalten. Und da Sie Gauck erwähnen, sollte man daran erinnern, dass der Beisitzer im roten O.M. den Ex-Pfarrer aus der DDR bei der letzten Wahl zum Buprä vorgeschlagen hat. Dann hat er die Medienwelt daran erinnert: “wenn man einen Frosch in kaltes Wasser wirft und die Temperatur langsam erhöht, merkelt der das erst, wenn es zu spät ist.” Wenn man vier Jahre gemerkelt wurde, hat man eine italienische Rundfahrt im O.M. mehr als verdient. Ich jedenfalls gönne es ihm. Außerdem, warum sollte Herr Rössler von der FDP weniger Spaß haben als Herr Appel von der FAZ im alten Mercedes vor zwei Jahren.

  14. Automarke O.M
    Schnuckeliges Gefährt. Aber wieso heißt die Automarke O.M?
    Wie Ohne Motor? Heißt das, das rote Wägelchen ist ein Tretauto und der Beifahrer muss in die Pedalen treten? Dann würde Herr R. aber wohl nicht so entspannt dreinschauen….
    Doris Oltramari

  15. Sixt Reklame
    Mir fällt noch diese fiese Sixt-Reklame ein: „Mehr Sitze als die FDP“.

  16. Falscher OM
    Herr R. hat nur den falschen Wagen der Officine Meccaniche die Brescia erwischt. Er war als Beifahrer auf einem OM Titano eingeteilt und sollte an der Ausladestelle die 12 t Zementsäcke a 50 kg von der Ladefläche abbuckeln. Das ist nämlich die Arbeit des Beifahrers. Stattdessen macht er sich spätrömisch dekadent als Sportwagen-Beifahrer davon. Typisch FDP.

  17. Die FDP wird leider nicht mehr gebraucht, weil der Neoliberalismus gesiegt hat
    Mit der Agenda 2010 hat Schröder ja nicht nur seine eigene Partei überflüssig gemacht.
    .
    Und gegen die Bankenrettung war die FDP auch nicht. Tja warum wohl nicht! Kann man wirklich lange drüber nachgrübeln. Sollte es am Ende Dinge geben, die ihnen noch wichtiger sind als „liberale Prinzipien“?

  18. "Von einem Auto muß man träumen".........
    schrieb der Autor am 21.Mai 2015 noch in der FAZ.

    Doch jetzt sitzt da plötzlich einer drin, im Auto und holt einen aus dem Traum.

    Das hätte nicht sein müssen!

    Und dann auch noch so viele Worte über diesen Menschen….

    2014 war ja noch Prinz „Poldi“ von Bayern im Rennen, wie im Gespräch und der ist ja schließlich wer, so in Sachen Oligarchie…., nein in diesem Fall Monarchie; doch in Bayern hat man nichts gegen die Monarchie, ganz im Gegenteil, denn in einer solchen, weiß jeder wo er hingehört. (Ohne Neid und ohne zu maulen, was man heute wieder beim Besuch der Queen sehen kann.)

    Wie Herr Habermas gestern in der SZ schrieb, waren der Schwarz/Gelben Regierung schon im Mai 2010 die Anlegerinteressen von höherem Wert als ein Schuldenschnitt zur Sanierung der griechischen Wirtschaft.

    Und so ist auch noch heute, nach 5 Jahren. Noch immer werden die Oligarchen im nationalen Interesse bedient, auch ohne Herrn Rösler.

    In Bezug auf Griechenland und die Deutsche Haltung, sollte man Herrn Habermas Gedanken: „Der Skandal im Skandal ist die Hartleibigkeit, mit der die deutsche Regierung ihre Führungsrolle wahrnimmt. Deutschland verdankt den Anstoß zu dem ökonomischen Aufstieg, von dem es heute noch zehrt, der Klugheit der Gläubigernationen, die ihm im Londoner Abkommen von 1953 ungefähr die Hälfte seiner Schulden erlassen haben.“

    Ach, ich wünschte wir könnten wieder von den Autos bei Mille Miglia träumen….. und vom Adel! Da ist doch alles ohne Peinlichkeiten geregelt.

    Mit freundlichem Gruß

    B.Klingenberger

  19. Oldtimer
    sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Vor einiger Zeit erzählte mir ein sicher nicht ganz armer Herr, dass er sich von seinen Dressurpferden getrennt habe. Stattdessen widme er sich ganz seinen Oldtimern, die kosten nämlich kein Geld, wenn man nichts mit ihnen macht, während das Pferd immer frisst, ob man es nun reitet oder nicht. Sieh an, habe ich mir damals gedacht, auch dort oben kommt die Krise an. Und nicht nur die Friseurin, die seit Einführung des Mindestlohns ihr Trinkgeld an die Chefin abdrücken muss, schnallt den Gürtel enger.

    Wahrscheinlich sind das die Vorboten, dass auch das Oldtimersammeln bald zum Volkssport wird, wie Golf auch.

    Und der Rösler, mei. Immerhin berät er keine russischen Konzerne und solange er in dem Auto sitzt kann er wenigstens nix kaputtmachen. Ausser das Auto vielleicht, aber das muss nicht die Gesellschaft in Summe ausbaden. Solange Sie nicht den Mappus in einem rumfahren sehen…

    Danke übrigens für den Satz „Wer meint, besser verdienen zu müssen, um in der Oligarchie mitspielen zu können, hat das System nicht begriffen: Geld verdienen kann jeder.“ You made my day.

  20. Titel eingeben
    Was die Charakterisierung der Oligarchenpartei FDP betrifft, fehlt mir ein kleiner Aspekt:

    Das ist die verblüffende Häufung von klugen Köpfen und Scheindoktoren in der FDP, Leuten wie beispielsweise Frau Koch-Mehrin, die in liberalen Kreisen auch als fleißigste EU-Abgeordnete Europas bekannt ist. Derartige Leistungs- und Titelträger der besonders liberalen Art, das ist – so wie es verblüffend häufig scheint – oligarchisch-liberale Wesensart.

    Dass Frau Koch-Mehrin nun ebenfalls einen Birnbaum (C. Birnbaum) an ihrer Seite wusste, als Anwalt nämlich, als es um ihren lästigen Rechtsstreit in Sache Doktortitel ging, ist vermutlich reiner Zufall.

    Nicht alle Wege kreuzen sich in Hamburg. Oh, und die großzügige Unterstützung, welche Frau Katja Suding („Unser Mann für Hamburg“) in hamburger Oligarchenkreisen erhielt, das wäre vielleicht auch noch ein interessanter Aspekt zur Charakterisierung der FDP.

  21. Liberales Gedankengut und das ''Volkseigentum''
    Trotz langem Nachdenken, und wiederholt, hat sich mir einfach nicht erschlossen, warum die Liberalen, auch in der vorfaschistischen Zeit, nicht die eigentlich tragende Kraft in der Gesellschaft wurden.
    Es ist ja gut, dass alles so gekommen ist. Mit erlebter Sachkenntnis wird bald niemand mehr über die Vorgänge der Eroberung der BRD durch die Bevölkerung der DDR berichten können. Es ist einfach erbärmlich, dass die Lebensleistung der Ostdeutschen bei der Kriegsentschädigung für die SU so verschwiegen wird.
    Ich habe es nie überprüfen können, aber ein Herr Namens Weigel soll für wenige Groschen der grösste Waldbesitzer in Ostdeutschland geworden sein.
    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

  22. Oldtimer haben die selbe Funktion wie Silberkannen und Kunst
    @darkmark – Der Herr hat Ihnen wahrscheinlich nicht die volle Wahrheit gesagt. Oldtimer haben die Funktion von silbernen Teekannen und Kunst. Sie eignen sich ganz gut dazu, Geld zu horten (und vor dem Finanzamt zu verstecken). Hat man einige davon in der Garage stehen, ist man von Herrn Draghi und seiner Minus-Prozent Geldpolitik unabhängig. Selbst mein gar nicht so altes Oldtimer-Rennrad hat seinen Tiefpunkt schon durchschritten. Ich kann es besser verkaufen als ich es erstanden habe. Aber – wie Don schon sagte – Geld verdienen kann jeder. Drum behalte ich es.

    • Nicht gerde einfach, ds mit dem Geld verdienen
      Muss immer noch an Don’s „Geld verdienen kann jeder“ denken. Aber egal wie ich es versuche das verdauen, bleibt mir immer noch der Eindruck: It’s not that easy, old boy. In der Tat es ist oft eine schlimme Leistung das Zeug zu verdienen. Seit Jahrzehnten mit Spekulieren, Boersen Spielerei, Goldminen Projekten, und Unterwasser Immobilien in den Suempfen von Florida kann ich nur auf minimalen Erfolg zurueck schauen. Ity’s not a simple task. Mit Geld ist es oft: Easy come. Easy gone — und dazu noch „Buy Low. Sell High.“ Mit etwas Glueck schafft man es in die Golden Jahre zu kommen mit etwas von dem Gold. Money isn’t everything, sagen viele, but it sure helps your travels through life. Dazu denke ich an die Goldene Regel: Wer das Gold hat,– nun ja der regelt.
      Gruesse… und pax vobiscum

  23. Yep, der Satz war schön formuliert, der Schönheit wurde nur der Inhalt geopfert.
    Auch Dons Vorfahren waren mal Bauern, die Geld verdient haben …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  24. Titel eingeben
    Vermutlich hat R. sich bereits nützlich gemacht und wurde so belohnt. Wenn Aufsteiger zu aufmümpfig werden, sind sie schnell weg vom Fenster, siehe Middelhoff und Achenbach.

  25. Es gibt nichts falsches und nichts richtiges...
    aber viel zu viel Unreife(s) und viel zu wenig Reife(s).

  26. für Besserwisser
    es lohnt der Mühe nicht
    siehe
    http://www.duden.de/rechtschreibung/lohnen
    (als altmodische gehobene Sprache)
    oder
    (mit zahlreichen Belegen zu Genitiv, Dativ und Akkusativ)
    Grimmsches Wörterbuch online:
    http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GL06653#XGL06653
    Noch Fragen?

  27. Sittenbild
    Es geht in so einem Beitrag natürlich nicht um „seriöse, ausgewogene Kritik“ an einzelnen FDP-Massnahmen der Vergangenheit, sondern um ein Sittenbild der politischen Klasse.
    .
    Vielleicht finden sich ja Schriftsteller, die das alles viel freundlicher beschreiben. Mit weniger Neid und mehr Anerkennung für die Leistungen der Elite. Die 16 Stunden täglich auf den Beinen bleibt, um sich dieselben für unser bequemes Dasein auszureissen, und am Ende noch mit unsrer Häme leben muss.
    Sollte es wirklich keine literarischen Talente geben, die das hinbekommen und wirklich keine Sinekure für die besten von ihnen?

  28. Aus Gründen
    -> Gründungszentrum -> für politische Schönheit -> Bella Italia!

  29. @Thorsten Haupt
    @Thorsten Haupt – Ackermänner sind immer gut in Geld verdienen. Der ehemalige Bauer Schweizer Herkunft von der Deutschen Bank wollte unbedingt griechische Anleihen mit geliehenem Geld von der ECB kaufen. 27% Return on Investment hat er sich und seinen Leuten als Ziel gesetzt. Jetzt kann sich die German Bank vor Prozessen kaum mehr retten, und ihr ehemaliger Chef ist wieder in die Schweiz zurückgekehrt. Dass Ackermann der teuren Prozesse wegen auf irgendwelche Einkünfte verzichtet hat, ist nicht bekannt.

  30. Leider langweilig
    Sorry, lieber Don, aber dieser Text ist gründlich misslungen. Ich habe mich gelangweilt und die ganze Zeit auf eine wirklich schöne Pointe gehofft. Vielleicht nächstes Mal wieder.

  31. Lieber saufen, fressen, fernsehen, Oldtimer fahren als Bunga-Bunga
    Wenn man in den letzten Wochen über Oldtimermessen schlenderte, hatte man das beklemmende Gefühl, dass da sehr viele Ehefrauen bitter leiden werden müssen, wenn ihr klug investierender Gatte eine Wohnungsanzahlung in einem Mercedes SL 107 oder Porsche 911 von 1981 versenkt: Ein Porsche möchte alle ca. 7 Jahre eine Motoröl-Abdichtung -d.h. Total-Motorzerlegung – haben, im stammbaumpfleglichen Porsche-Zentrum für ca. 15.000 Euro zu haben….

    Wer da keine Kontakte hat, wird schnell von den Kosten aufgefressen – und sollte ein kollektiver run auf Liquidität ausbrechen, wird man die 40.000 Euro für einen SL kaum wieder sehen. Und die Pressen freuen sich schon auf viel viel Youngtimer-Blech, das nicht mehr kostenverträglich repariert werden kann und aus Platzmangel „entsorgt“ werden muss.

    Ich erinnere nur an den Markt-Kollaps ca. 1990….

    Wem halt eine Jahreskarte Südkurve St.Pauli zu wenig prestigeträchtig ist, muss halt ein exklusiveres, mehr „standing“ versprechendes Hobby ausgraben. Sex scheidet heutzutage aus, weil die dafür mittlerweile gesellschaftlich unabdingbar gewordene stabile Paarbeziehung immer mehr zur Chimäre verkommt. Sogar Schwule wollen heiraten, statt Darkroom-Parties.
    Männer kaufen im stillen Objekte der Befriedigung, Frauen lernen reiten.

    Auch wenn man für Kunst keine Extra-Garage vorhalten muss, ist sie intellektuell zu anspruchsvoll, um sattes Sozialprestige abzuwerfen – einen Flügeltürer oder Flügeltürer Light(190SL) kapiert jeder Depp…

    Wie die lebhafte Diskussion zum Flüchtlingsthema zeigte, ist das Bewusstsein der Fragilität unserer Verhältnisse ziemlich allgegenwärtig. Und in diesem Sinn war es wieder die schöne Gespürlosigkeit der üblichen Treppenherauf-Faller wie Rösler, das zarte Pflänzchen neu keimendem postiven Image der FDP mit einer Auspuffschwade nieder zu machen.

    Natürlich, lebt jeder nur einmal – aber gerade auf Platz 1 bei einer solchen Castingshow für den elegantesten Superreichen mitzufahren – da sollte man als Exparteichef ein wenig mehr die Macht der Bilder verstanden haben.

  32. Pingback: Die wahren Schuldigen | Der letzte Biss

  33. Bitte auch den Namen des Piloten checken: Leonhard Birnbaum, Vorstand E.ON
    Spannend ist auch, mit wem Herr Rösler fährt. Leonhard Birnbaum, Vorstand von E.ON und seines Zeichens ein Mann, der in den vergangenen Jahren immer wieder in den Schlagzeilen und in der Nähe der Politik war, wenn es um Engeriesubventionen und das Thema Kernkraft ging. Rent-a-politician. Manche nehmen Ex-Modells, manche Ex-Minister.

    • E.ON ?
      Wenn man die Nähe zur Politik sucht, kann man offenkundig
      auch viele Fehler machen.

    • Kann der sich denn keinen besseren leisten, als Rösler?
      Also die modernen Fürsten sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren :-). Wo wir (wer nicht mitmacht, ist nicht gemeint) doch sowohl billiger als auch fähiger wären!

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  34. Titel eingeben
    „und ich achte stets in zarter Fürsorge um den Seelenfrieden der Leser darauf…“ – nu sachs, wer sitzt in der Nr. fufzen?

  35. Netter Artikel. Ich bitte nur um Beantwortung eines Begriffs.
    Was ist eigentlich ein „O.M.“. Ich habe durchaus Autos, bin allerdings nur aus praktischen Dingen an diesen Fahrzeugen interessiert. Deshalb kenne ich diesen Begriff nicht. Bemerkenswert an Rösler ist seine Karriere schon. Er muss offenbar genau wissen, wie man eine solche hinbekommt. Da wären wir dann wieder bei der Oligarchie. Von Angehörigen derselben werden wir wohl nie erfahren, wie man in diese hinein aufsteigen kann. Dass es letztlich ein Geheimnis bleibt, wie man in die Oligarchie aufsteigen kann, und nicht in die Ochlokratie, gehört wohl zu den wesentlichen Eigenschaften der Oligarchie. Dieses Geheimnis ist wohl auch im Rahmen von Don Alphonsos Blogs nicht zu lüften. Wie auch immer: Was bedeutet bitte „O.M.“.

  36. Titel eingeben
    Wir tun dem R. Unrecht. Sein Beifahrer-Dasein im falschen OM ist eine lässliche Sünde. Der Mitbesitzer einer Pillendreher-Beratungsgesellschaft und MdB wird parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und der Ex-BP (der mit dem Bobbycar) ist Berater eines Immobilien-Hedge-Funds in der Schweiz. Ich habe mal gedacht, unsere politische Kaste ist in der untersten Schublade angekommen. Das war ein Irrtum.

  37. Titel eingeben
    Eine grandiose Überspitzung der jüngeren deutschen Politikgeschichte, die aber gegen Ende einen leicht schulmeisterlichen Unterton bekommt. Und im Endeffekt doch nur ein Autor ohne Vorschlag zur Lösung der angeprangerten Probleme

    • Warum sollte ich? Ich bin der Profiteur. Ich kann nur aufrufen, machen müssen Sie das schon selbst.

  38. Den Anflug auf Lindners Geschäftshistorie...
    …verstehe ich nun wirklich immer weniger. Insbesondere der Vorwurf der angeblichen „Staatsfinanzierung“. Was ist der eigentliche Vorwurf? Von einem Risikokapitalfonds Geld bekommen und in den Sand gesetzt zu haben, der wiederum seinerseits vom Staat Geld bekommen hat?

    Wer Geld für seine Geschäftsidee braucht, nimmt Geld, welches ihm angeboten wird. Man kann ja drüber orakeln, wie valide das damalige Geschäftsmodell tatsächlich gewesen ist (Antwort: „wohl nicht sehr“), aber hier CL den Vorwurf zu machen, er habe sich angeblich bewusst „vom Staat“ finanzieren lassen, ist an den Haaren herbeigezogen.

    Dass Unternehmungen auch schiefgehen können, gehört zum Wesen des Risikokapitalinvestments. Das weiß inzwischen auch die KfW, weshalb die jetzt nicht mehr indirekt über Fonds, sondern nur noch direkt mit eigener Due Diligence investiert…

  39. Blanke Vierbuchstaben
    Am Schönsten ist doch, dass sich die Elite, die sich auf Kosten der Allgemeinheit satt frisst (und das nicht nur im kalorischen Sinne), dass sich also genau jene Herrschaften bei Anlässen wie der Mille Miglia oder irgendeinem anderen Mumpitz öffentlich in den Attributen ihres Reichtums zeigt – und von der Allgemeinheit, die das (siehe oben) mit ihrer Hände Arbeit und ihrer Lebenszeit in Büros und Werkhallen bezahlt, bejubeln lässt. Ich frage mich immer, warum überhaupt irgendjemand aus dem ‚Volk‘ solchen Selbstbeweihräucherungsshows beiwohnt. Lass die Eliten doch protzen und prunken. Wenn keiner hinguckt, vergeht denen auch der Spaß. Aber nein. Kaum besucht die Multimillionärin ‚Queen‘ Berlin oder irgendein verkorkstes Adelspaar kriegt ein Balg, üben die Massen sich im Knicks und im Fähnchenschwenken. Statt den sie aussaugenden Herren und Damen die blanken Vierbuchstaben zu zeigen.

  40. Neiddebatte
    Ich würde hier gern, gegen allen Vorsichtsmaßnahmen, die naturgemäß dringend notwendige Neiddebatte eröffnen.

    Ich hätte es auch gerne so gut, wie der Fipsi und der Don.

    Gleichwohl bleibt mir das wohl lebenslang qua Geburt einerseits (vs. Don) und „gelungener“ Sozialisation (vs. Fipsi) andererseits verwehrt. Warum? Meine Eltern trügen dafür die Verantwortung, sagt der Analyst – diese hätten immer bescheiden und freundlich gelebt und mir dadurch Skrupel in die Wiege und damit auf den Lebensweg (nach oben!) gelegt. Dadurch fehle mir der richtigen Biß, um mich erfolgreich dahin kämpfen zu können (nach oben).

    Zusatz: Wohinein geboren zu sein ich aber auch vor keinem Gericht (außer dem jüngsten) einklagen könne, wenn ich den Zusammenhang mit dem gottlosen Zufall richtig verstanden habe.

    Es ist und bleibt auf Lebenszeit einfach ungerecht. Wer Gutes will und Gutes tut, ist eine Lachnummer und wird in den Allerwertesten gekniffen. Wenn das Jesus wüßte.

    • Ich sehe da schon einen Unterschied: Mir ist völlig bewusst, dass das System ungerecht ist. Ich finde, die Linke hat sehr viele gute Ideen, und einiges davon vertrete ich auch – aber am Ende werde ich von der Politik bereichert. Dieser Herr im Bild dagegen behauptet, es zum Wohle des Volkes zu tun.

    • Lieber Neider, ...
      … Bescheidenheit, Freundlichkeit und Skrupel sind halt keine evolutionär bevorzugten Eigenschaften, die einen und die eigene Brut nach oben an das richtige Ende der Fresskette bringen. Man wird sogar eher noch vom Plankton gebissen.

      Ein kleiner Trost, falls Sie kurze Momente der Schwäche lang ins Auge fassten, sich da „selbstzuoptimieren“: Ein ordentliches Aggressionstraining plus eine flexiblere Einstellung zu Lüge und Selbstlob – tun Sie’s nicht – bringt ebenfalls nur den weiter, der bereits als Froschlaich in der Wahl seiner Eltern auf Status und Kontoauszüge achtete.

      Alle anderen „Selbstoptimierer“, die sich ihre Skrupel wegtrainierten, werden früher oder später kriminell. Oder geraten aus anderern Gründen ins geselllschaftliche Aus. Nicht dass es die geborenen Naturtalente aus besserer Geburt nicht auch oft wären – kriminell nämlich – doch diese landen dazu noch mit einer weniger hohen Wahrscheinlichkeit im Knast. Sie haben ihre Beziehungen oder Clan-Familien und Hausanwälte. Alles, auf was ein anderer nicht zurückgreifen kann.

  41. Her majesty is a pretty nice Girl...
    Unglaublich! Da treibt sich der Don in Italien rum währen hier die Queen zu Gast ist! OMG WTF wie geil ist das denn die QUEEN! Gelbe-Presse-Leser hyperventilieren im Akkord! Politdarsteller in edlen Karossen haben the time of their life! DA könnte man doch schöne Fotos für nen Blogeintrag machen. Was interessiert da ein abgehalfterter Pillenverschreiber in einer alten Klapperkiste. Ich werde mir jetzt erstmal nen Tee zu Gemüte führen. God shave the Queen!

  42. Windhauch
    …“aber am Ende werde ich von der Politik bereichert.“ Wie wahr! Amigo sei dank, oder vernetzwerkt, wie man heute wohl sagt. Die FDP kennt ihre Gönner, die SPD nur das Prekariat. Gut, dass es ausländische Gasmänner gibt.

  43. Einer, der in die FDP eingetreten ist…
    Lieber Don Alphonso,

    ich bin, praktisch ohne weitere politische Erfahrung, vor zwei Jahren der FDP beigetreten und muß sagen, es handelt sich um eine zutiefst demokratische und tolerante Partei mit dem politischen Ziel der höchstmöglichen Freiheit, d.h. eigenverantwortlicher Handlungsfreiheit, für jeden Menschen. Dies bedeutet Toleranz gegenüber anderen, das freie Agieren auf dem Markt (Angebot & Nachfrage), Pazifismus (!) genauso wie eine Sozialpolitik mit dem Leitbild Hilfe zur Selbsthilfe.

    Die von Ihnen angesprochene Strukturen kann ich, zumindest aus meiner Perspektive, bis auf Landesebene absolut nicht erkennen und bin mir ziemlich sicher, daß auch Lindner oder Rösler nicht viel anders denken als die anderen Mitglieder.

    Wer sich mit der FDP und ihren Mitgliedern mal ein wenig genauer beschäftigt, wird äußerst überrascht sein.

    Viele Grüße,

    mawu

  44. Titel eingeben
    @neider ich kann sie verstehen aber auch wie es einst hr. u.wickert sagte es stimmt nicht man braucht nur einen langen atem dann erweist es sich als richtig

    klar bei diesem langen oft steinigem weg kann man schon mal die hoffnung verlieren und das kleinste nicht mehr sehen oder erkennen
    aber genau so geht das leben im härtesten moment öffnet sich etwas das neue sichtweisen offenlegt

  45. OT
    Komme gerade von Ich.Heute. 10 Vor 8
    Ein Beitrag von Sibylle van der Walt
    ———————————————
    selten so gelacht.

    Sie beruft sich auf Robert Schumann in der Welt von 1950.

    Wenn ich mich für historische Soziologie interessieren würde,
    bei der Dame würde ich nicht kaufen.

    • Wenn Europa wirklich eine Festung wäre, hätte man die Dame längst auf die andere Seite gebeten.

      Der Kongo ist gar nicht so hässlich

  46. Schöner Text!
    “aber am Ende werde ich von der Politik bereichert.“ Stimmt! „Ackermänner sind immer gut in Geld verdienen.“ Auch, Stimmt!… Es geht in diesem Beitrag nicht um seriöse, ausgewogene Kritik an einzelnen FDP-Massnahmen der Vergangenheit, sondern um ein Sittenbild der politischen Klasse. Jeder kann etwas bewegen, er braucht nur eine faire Chance…

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