Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das ist ein Putsch gegen die alte BRD

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Der Milliardär fordert die unumschränkte Freiheit, durch seine privaten Entschlüsse mit der Weltlage nach Gefallen zu schalten, ohne einen ethischen Maßstab als den des Erfolges. Er kämpft mit allen Mitteln des Kredits und der Spekulation den Gegner auf seinem Felde nieder. Der Trust ist sein Staat, seine Armee, und der politische Staat nicht viel mehr als sein Agent, den er mit Kriegen, wie dem spanischen und südafrikanischen, mit Verträgen und Friedensschlüssen beauftragt. Die Vertrustung der ganzen Welt ist das Endziel dieser echten Herrenmenschen.
Oswald Spengler, Preussentum und Sozialismus

Irland und Portugal. Das sind die beiden Länder der Eurozone, die in der Epoche des Zweiten Weltkriegs keine grösseren Probleme mit dem Vorgängerstaat der Bundesrepublik Deutschland und seinen Herrenmenschen hatten. Die Erfahrungen der anderen Nationen waren in höchstem Masse unerbaulich.

Es hat unendlich viel Arbeit im Grossen und Kleinen und viel Geld der USA gekostet, um nach 1945 mit den anderen Staaten Europas wieder so weit ins Reine zu kommen, dass sie sich auf eine Zusammenarbeit mit Deutschland eingelassen haben. Adenauer in Moskau, Brandt in Warschau, das sind nur die bekanntesten Beispiele dafür, wie man früher die Sache angepackt hat: Demütig. Überhaupt nicht als Herrenmensch. Und auch ein Helmut Kohl muss Maggie Thatcher dezent gefügig gemacht haben, die vor einem viertel Jahrhundert gegen die deutsche Wiedervereinigung arbeitete: Weil sie Angst vor zu viel Machtkonzentration in Berlin hatte. Man hat sie für ihre Ressentiments belächelt. Nach aussen hat man stets darauf geachtet, dass es schöne Erklärungen für die Geschichtsbücher gab. Adenauer und Brandt haben sich damit geschickt vermarktet, und sind vielleicht in besserer Erinnerung, als sie es verdient hätten. Aber die dezente äussere Erscheinung war in diesen historischen Momenten nicht unglaubwürdig.

coupc

Das war nach der Wiedervereinigung keine Selbstverständlichkeit mehr. Das mussten jüngere Politiker erst wieder lernen. Mit Schmerzen. Ein gutes Beispiel sind die Verhandlungen über die „Entschädigung“ der bis dahin noch lebenden Zwangsarbeiter des Dritten Reiches. Da war Deutschland sehr nahe dran, weniger schöne Augenblicke für die Bücher zu fabrizieren. Damals wurde auf Zeit gespielt im Wissen, dass die Zeit für die Überlebenden ablief. Die deutschen Vertreter überzogen es, bis man in den betroffenen Ländern und überall, wo die Nazis waren und ausbeuteten, diesen weitgehend vergessenen Bereich aufarbeitete. Die Regierung Schröder/Fischer war dann so klug, den Nutzen weiterer Verzögerungen gegen den internationalen Schaden der Geschichte abzuwägen und einen Schritt zu tun, der vielleicht nicht ganz makellos ist, aber deutlich besser als, sagen wir mal

– ein Bild mit bewusst positiv aufgeladener Pickelhaube auf dem Kopf eines deutschen Regierungschefs.

– der es dann auch noch so weit treibt, dass in der New York Times steht, hier geschehe ein Staatsstreich gegen ein souveränes Land.

So etwas kommt in keinem Land, in dem die deutsche Wehrmacht hauste, gut an. Da gibt es nämlich neben Brandt und Adenauer noch ganz andere Erinnerungen an die Deutschen, so übel, dass daneben die hauseigenen Nazis und Kollaborateure wie Mussolini, Metaxas, Quisling, Horthy, Mosley und Franco wie Chorknaben wirken.

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Für Schröder und Fischer war es ein primäres Ziel, genau so einen Pickelhauben-Eindruck zu vermeiden. Sie wollten – unter deutlichem Druck – nicht wie die überlegene Wirtschaftsmacht erscheinen, die berechtigte Forderungen wegwischt, als wären es lästige, dreiste Bittsteller. Sie taten es, weil eine einsichtige und taktisch kluge BRD ganz andere Ziele zu erreichen in der Lage ist, als ein Pickelhauben tragendes Zerrbild eines autoritären Staates deutschen Wesens. Nach innen mögen Politiker wie Franz-Josef Strauss auch anders gepoltert haben. Nach aussen haben sich aber die meisten Politiker enorme Mühe gegeben und keine Kosten gescheut, um mit Wilhelm-Zwo-Preussen und Drittem Reich zu brechen. Dazu hat man das Goethe-Institut in die Welt geschickt und Städtepartnerschaften geschlossen – um mal ein Beispiel zu erzählen: Vor zwei Wochen habe ich von einem älteren Herrn in Schweinfurt ein französisches Rennrad gekauft. Er hat das vor 20 Jahren nur erworben, um damit mit einer Gruppe in die französische Partnerstadt zu radeln. Leute tun so etwas. Ohne Zwang, ohne finanziellen Profit, ohne offizielle Repräsentanten, ohne Hintergedanken. So war das in der BRD und in Europa.

Jetzt hat eine Boulevardzeitung Merkel mit einer Pickelhaube gekrönt und das europäische Volk lernt gerade, was „die heimliche Herrscherin Europas“ in der Realität bedeutet: Ultimaten, um überhaupt in Verhandlungen einzusteigen und Gesetze, die in Brüssel geschrieben werden, und in drei Tagen durch das Parlament der Griechen gebracht werden sollen. Nur um „Vertrauen herzustellen“. Wie demütigend die Verhandlungen dann selbst ausgehen, ist unklar.

Für geschichtsbewusste Deutsche ist es diesmal schwierig, eine formschöne Antwort zu finden, wenn andere Länder morgen Begriffe wie „Kanonenbootpolitik“ verwenden. Oder „Münchner Abkommen“. Oder daran erinnern, dass Anweisungen für zu erlassende Gesetze in anderen Ländern zumindest in Westeuropa aus gutem Grund nach 1945 nicht mehr üblich sind. Auslieferung von Vermögenswerten, Eingriffe in die Tarifautonomie und Sozialgesetzgebung sind, wenn ich an dieser Stelle daran erinnern darf, durch die Europapolitik der deutschen Besatzer nicht minder historisch kontaminiert. Natürlich geht es hier nicht um eine militärische Besatzung, sondern um die Rettung einer Gemeinschaftswährung, und es treten nicht nur die Deutschen brutal auf, sondern auch die Regierungen der früher auch nicht gerade deutschfeindlichen Finnen und Litauer. Und natürlich kann der Zweck in den Augen von Technokraten sogar solche Pickelhauben-Mittel für das grosse Ziel des Euro heiligen. Trotzdem: „Vertraut uns“, war das Credo der deutschen Europapolitik der letzten 70 Jahre. „Befolgt unsere Anweisungen, wenn ihr wollt, dass wir euch vertrauen“, ist das neue Motto, und leider ähnelt es dem, was davor unter dem Joch der Deutschen in Konflikten üblich war. Das deutsche „Nie wieder“ hat ein Kleingedrucktes mit Ausnahmen bekommen, heute Nacht in Brüssel, und es könnte von Oswald Spengler geschrieben sein.

coupb

Zu diesem Zwecke hat die deutsche Nation eine Pickelhaube und einen Burgfrieden zwischen den grossen Parteien und Ultimaten und eigentlich unannehmbare Forderungen auf dem Balkan – die Völker Europas können es sich heraussuchen, zu welcher schrecklichen Epoche der deutschen Geschichte sie hier Ähnlichkeiten sehen wollen. Wir liefern sie en gros und en detail frei Haus und so, wie man das aus der Geschichte kennt: Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Gnade, ohne Grossmut, begleitet von Medien im „Serbien muss sterbien“-Stil. Wir achten weder die anderen noch auf das, was in den letzten 70 Jahren an Vertrauen zu unserem eigenen Nutzen mühsam aufgebaut wurde, um dem Kontinent unser Diktat aufzuzwingen. Niemand ist in Moskau mit Adenauer, niemand ist in Warschau mit Brandt so umgegangen, wie wir jetzt mit den Griechen umgehen.

Das ist nicht nur ein massiver Schaden für das in sieben Jahrzehnten aufgebaute Billionenprojekt des neuen Europa. Es ist nicht nur eine bittere Ironie für eine Gemeinschaft, die noch vor Kurzem den Friedensnobelpreis bekam. Es riecht nicht nur nach Napalm der zur Unkenntlichkeit verbrannten Ideale am Morgen. Für diese letzte Nacht in Brüssel werden die Griechen kurzfristig so oder so einen hohen Preis zahlen. Pleite oder Kapitulation und Protektorat, das ist unser Angebot an die Griechen, und für den Rest des Kontinents gibt es keinen Brandt auf Knien mehr, sondern Pickelhauben-Merkel.

coupa

Es ist der Beginn einer neuen Epoche. Die alte war nett, angenehm und lieferte schöne Geschichten des Wohlstands für dieses Blog. Es war ein hübsches Europa für Tee und Kuchen und Gespräche über Thomas Mann. Niemand hatte die Absicht, über Oswald Spengler zu diskutieren. Wir sind gut damit gefahren, auch wenn es nicht immer ganz billig war. Es hat sich für uns langfristig gelohnt.

This is a coup. Das ist ein Putsch gegen Griechenland. Und gegen die alte BRD.

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242 Lesermeinungen

  1. Das Vietnam der Deutschen
    „We had to destroy Greece in order to save it“ lässt Schräuble sich dereinst in Anlehnung an Westmoreland zitieren….

    • Natürliche Auslese oder was?
      In der Geschichte der Menschheit gibt es eine verhängnisvolle Begebenheit, die die Ökonomie mit der Evolutionstheorie vermengt. Das habe ich bei dem Evolutionsbiologen Ernst Mayr (Das ist Evolution) gefunden, der darauf hinweist, daß die natürliche Selektion, die berühmte Aussage des „Survival Of The Fittest“ (Herbert Spencer, Philosoph), auf Statistik (von Thomas Malthus, Mathematiker) beruhte, die erst im NACHHINEIN festgestellt werden kann, es ist nur ein statistischer Blick in die Vergangenheit.

      Die zweite, aber weit weniger bekannte Aussage, ist die tatsächliche Vorraussetzung für Evolution, die Einzigartigkeit, die sowohl von Darwin als auch allen Naturforschern und Evolutionsbiologen behauptet und bestätigt wird.

      Spätestens hier sollte sich jeder mal fragen, was denn selektiert werden soll, die Einzigartigkeit?
      Wieso gibt es überhaupt eine so hohe Diversität?
      Müßte im Wettbewerb nicht alles immer ähnlicher werden?
      Schliesslich wird das Untaugliche doch aussortiert?
      Der Selbsterhaltungstrieb? Welches Selbst ist gemeint, das mit 2, 5, 18, 29, … Jahren, das vor einer Stunde, das in einer Sekunde, in 3 Tagen?
      Überleben? Welches Lebewesen hat denn jemals überlebt?

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      „…dort bricht gerade jede Infrastruktur zusammen (Straße, Bildung, Gesundheit, Verwaltung)…“

      Lieber @frosch, haben Sie dafür auch nur den Hauch eines Belegs oder entspringt es komplett Ihrer Phantasie ?

  2. was sind die alternativen ??????????
    in ein griechisches fass ohne boden dem schon schlechten geld weiteres gutes hinterherzuwerfen ?

    in deutschland hat sich teilweise in den medien (primär nur dort) eine haltung des „geld spielt keine rolle“ breitgemacht.

    sehr abgehoben von dem, was im deutschen alltag so passiert, bei studenten, im akademischen mittelbau, alleinerziehenden, invaliden, rentnern. und auch z.b. bei kriegsgeschädigten, die jahrelang um die anerkennung der schwere ihrer verletzung im reichen deutschland klagen müssen. hier wartet das sozialamt und das sozialgericht auch die biologische lösung des falls ab.

    als verlagserbe und sohn eines betuchten und sprachgeniebegabten schriftstellers vom überlinger see würde ich diese niederungen auch übersehen. aber besuchen sie mal eine sprechstunde für studentische härtefälle in deutschland, nicht in athen.

    im inland bitte reformen, wie die sog. schröder- oder hartz-reformen mit für einzelne bevölkerungssegmente wirklichen und nachhaltigen einschnitten, dort die freigiebige geldgebpolitik nach aussen.

    ja, es war zeit, diese verteilpolitik gerade jetzt zu stoppen, am beispiel eines landes, das sich in die soziale hängematte seit jahren gelegt hat und reformunwillig und reformunfähig in den aktuellen strukturen ist. junge bolschewisten die noch das pathos der sozialistischen internationale singen oder in der mid-life-crisis befindliche yamaha-motorradfahrer sind eben keine partner, mit denen mann oder frau deals auf vertrauensbasis abschliessen kann. das wusste ja schon lenin.
    und noch zu diesem motorradfahrer: wer selbst einen helm trägt, seiner frau aber keinen gönnt———-würden sie mit dem einen kreditvertrag abschliessen ?

    • Kreditgetriebenes Schuldgeldsystem
      Einmal vom kreditgetriebenen Schuldgeldsystem abgesehen, ist Geld KEIN Tauschmittel und war es auch niemals, sondern es ein reines Manipulationsmittel. Für Tausch reicht Vertrauen vollkommen aus. Geldscheine und -münzen sind das Symbol für Geld, nicht der Geldwert selbst, dieser Geldwert beruht einzig auf GLAUBEN.

      Geld ist auch ein Eigentumsrecht, das bedeutet, daß durch das Recht der Banken auf Geldschöpfung aus dem Nichts, eben zwangsläufig Eigentum umverteilt wird. Keiner kann diese Funktionalität verhindern.

      Wahrscheinlich hilfts trotzdem nicht, da der Gläubige auf Wissen verzichten kann, er ist schliesslich bereits im Besitz der einzig wahren Wahrheit.

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      Es mag ihnen ggf. entgangen sein der Großteil der „Rettungsgelder für Griechenland“ nicht bei den Griechen sondern bei privaten Investoren (Banken, Versicherungen) landete. Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Verluste.

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=17651
      http://www.heise.de/tp/artikel/32/32512/1.html

    • Alterantiven?
      Also erstens ist noch überhaupt kein Geld aus Deutschland geflossen, zweitens ist es absurd zu glauben, dass die Griechen ihre Schulden jemals komplett zurückzahlen können (selbst wenn sie wollten). Natürlich kostet das alles Geld, keine Frage, aber daran sind wir ja nicht ganz unschuldig – erstens haben wir ihnen das Geld noch hinterhergeworfen, als längst klar war, dass da was nicht stimmt, zweitens haben wir uns erstmal um die Rettung unserer Banken gekümmert und nicht um die Griechen, und drittens wird dort seit fünf Jahren orientierungslos rumgedoktort, dabei wurde nebenbei die Binnennachfrage nahezu komplett abgewürgt, was die Probleme potenziert hat. Mit den Maßstäben einer exportorientierten Rekordnation wie Deutschland kann man die Griechen eben nicht messen. Klar könnten wir uns gesundsparen, weil wir jedes Jahr riesige Exportüberschüsse haben – anderswo geht das eben zwangsläufig nach hinten los. Aber vieles von dem, was wir den Griechen abverlangen, wäre bei uns nicht möglich, weil schlicht verfassungswidrig. Und natürlich wissen die Griechen, dass es so nicht weitergehen kann und sie Reformen brauchen (sie hätten ja in ein paar Jahren wieder dieselben Probleme), aber das geht erstens nicht über Nacht und zweitens muss es langfristig konstruktiv sein. Es waren übrigens die griechischen Schwesterparteien unserer großen Koalition, die das Land in die Scheiße geritten haben – auch noch nach der Krise 2010 haben sie so weitergemacht, in schöner Eintracht mit unseren „Volksparteien“. So wie es jetzt läuft, ist Griechenland das größte volkswirtschaftliche Freiluftexperiment der Menschheitsgeschichte. Das Problem ist nur, dass es für die Menschen dort verdammt ernst ist – dort bricht gerade jede Infrastruktur zusammen (Straße, Bildung, Gesundheit, Verwaltung). Klar ist auf alle Fälle, dass Europa keine Solidargemeinschaft mehr ist, die mittelfristig alle an Wohlstand und Frieden teilhaben lassen will, sondern eine Ansammlung von Egozentrikern und Ideologen. Wir werden also noch öfter erleben, dass Nationen abgreifen, was geht, und auf den Rest einfach… pfeifen. Uns doch egal, wenn es euch kacke geht, seht selbst, wie ihr klarkommt… das ist die neue europäische Doktrin. Glücklicherweise haben die Menschen die Wahl – sie können dank Freizügigkeit einfach nach Deutschland kommen, und bringen ihr Elend einfach mit.

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      Danke Django, ich stimme Ihnen voll zu und kann dem Autor nut teilweise folgen

      Melursus

    • Danke....
      Wir müssen dankbar dafür sein, dass sie uns ehrlich beschrieben haben mit welch unfassbarer Ignoranz der normale Deutsche über dieses Thema „denkt“.
      Das Unangenehme daran ist allerdings, dass sie ganz unzweifelhaft die Mehrheit repräsentieren, woran man eine Post-Demokratie ja auch erkennt.

      Tröstlich ist einzig und allein, dass sie und ihre Brüder und Schwestern im Geiste am Ende diejenigen sein werden, die die bei der ganzen Farce anfallenden Rechnungen eines Tages bezahlen müssen

    • Titel eingeben
      Amen!

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      Satzzeichen sind keine Rudeltiere.

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      diese Sicht ist sehr einseitig, und zeigt, dass Sie keine besonderen Kenntnisse weder der griechischen Geschichte noch der Volkswirtschaft haben. Varoufakis ist ein ausgezeichneter Ökonom und hat der Troika sehr gute Vorschläge unterbreitet. Diese können Sie unter dem Blog von Varoufakis abrufen. Des weiteren enpfehle ich Ihnen, die Blogs von Heiner Flassbeck und Norbert Häring zu lesen um Ihren Horizont zu erweitern
      Sie Haben recht, jahrelang ist in Griechenland alles verschlampt worden, aber das waren die korrupten Regierungen von Neodemokratia (CDU) und Pasok (SPD).
      Als die Griechen die Faxen dicke hatten, haben sie Syriza gewählt, die Reformen voranbringen wollten. Das ist von der Troika abgeblockt worden. Warum wohl? Honni soit qui mal y pense! Griechenland soll am Tropf gehalten werden, damit es ausgeplündert werden kann.
      A propos: Lesen Sie bitte mal die Nachdenkseiten im Internet!

    • TINA
      Mit Motorradfahrer meinen Sie sicherlich Yanis Varoufakis. Ihr niedergeschriebener Text spiegelt den der Massenmedien wieder. Man beschränkt sich auf persönliche Äußerlichkeiten, persönliche Vorlieben. Auf den Inhalt schaut man nicht.

      Ist es nicht gerade ihre Schicht, die sich für die „Hartz-Reformen“ eingesetzt hat?

    • Falscher Adressat
      Sie wissen doch hoffentlich sehr gut, dass Griechenland in den vergangenen 5 Jahren Reformen durchgeführt hat, die jegliche Hartz-Gesetzgebung geradezu als soziales Wohlfühlprogramm erscheinen lassen. Die Behauptung, dem sei nicht so, ist angesichts von rund 25 % Arbeitslosigkeit, Rentensenkung um 30 % und 30 % der Bevölkerung ohne Krankenversicherung im günstigsten Fall ein Zeichen von Ahnungslosigkeit. Es ist ja gerade der Witz, dass die Politik, die auf Biegen und Brechen und letztlich sogar unter Bemühen der Pickelhaube durchgesetzt wurde, dafür gesorgt hat, dass die ganze Angelegenheit so teuer wird. Hätten wir die privaten Gläubiger 2010 auf ihrem Kreditrisiko sitzen lassen, wie es die ach so ehernen Regeln des Marktes eigentlich befehlen, dann wäre all dieser Wahnsinn nicht nötig gewesen. Hätte man wenigstens nicht 5 Jahre lang gegen jeden empirischen Beweis darauf bestanden, dass man aber Recht hat und nur Sparen zum Heil führt, dann würde man vielleicht einen etwas größeren Teil der Kredite tatsächlich wiedersehen, weil die griechische Wirtschaft nicht völlig zusammengebrochen wäre. Perdu. Jetzt denjenigen, die feststellen, wie armselig und gleichzeitig unerträglich arrogant diese „Hilfe“ durchgeführt wurde, vorzuwerfen, sie hätten keine Alternativen ist reichlich vermessen. Nochmal: Gerade die Politik, die Sie hier verteidigen, hat dafür gesorgt, dass man dem „schlechten Geld“ kübelweise „gutes“ hinterherwerfen musste und der grandiose Erfolg vom Sonntag schließt da nahtlos an. Es ist übrigens die gleiche Sorte Politik, die all die Missstände im Inland produziert hat, die sie ja zu Recht anprangern. Sie sollten nur Ihre Adressaten neu sortieren.

    • Titel eingeben
      Gutes Geld, schlechtes Geld? Bitte um Definition.
      Wie Geld grundsätzlich entsteht, kann man beim Leser Idahoe nachschmökern, die Folgen dieses perversen Spiels sind, wie immer, eine breitangelegte Enteigung der geldabhängigen Bevölkerung, die für ihre nicht mehr rückzahlbaren Schulden (staatlich oder privat) eben Sachwerte abzuliefern hat- Geld hat sie keines mehr zu erwarten, die Schulden bleiben aber. Und abzuliefern hat sie diese Sachwerte bei einem kleinen Teil der Bevölkerung, der die Schuldtitel hält. Genau das passiert derzeit in Griechenland im großen Maßstab und mit der unnachgiebigen Härte und Hilfe der EU, Schäuble, Merkel, Gabriel….
      Und ach, wir kommen auch noch an die Reihe. Ganz sicher!

  3. Als Deutscher hat mans nicht einfach
    Man hat es als Deutscher nicht einfach, wenn man mit so einer Mentalität wie der unsrigen ausgestattet ist. Wenns nicht so gut läuft, dann selbst-geisseln wir uns mit Lust , wie 2003/2004: zu langsam, zu alt, zu viel Urlaub , zu viele Feiertage , wir werden untergehen. Gar nicht genug konnten wir uns tadeln lassen in den Talkshows von den Oberlehrern, den Barings, Henkels, Miegels, Walters , die uns mit Wonne unser ökonomisches Totalversagen aufs Tablett schmierten.

    Wenns uns aber gut geht, dann werden wir erst wirklich unerträglich: dann sind alle anderen die Totalversager, denen wir dann mit Wonne ihre Unzulänglichkeiten vorbeten.

    • Mathematherik
      Was ist deutsch, wie fühlt sich das an?
      Ökonomisches Totalversagen?
      Den Ökotherikern der Welt glauben? Warum?

      Die Ökonomie IST eine reine Setzung des Menschen, eine unhaltbare Behauptung.
      Die Ökonomik verwendet zur Beschreibung der Wirtschaftshandlungen Aller, dem Markt, Mathematik, eine formalisierte Bezugssprache, die den Hauptakteur Mensch gar nicht beschreiben kann. Vertrauen, Gefühle kann Mathematik beispielsweise nicht beschreiben. Beschrieben wird stattdessen eine tote rationale Maschinerie und ich wundere mich ernsthaft, daß dies keinem überhaupt auffällt.

      Wieso sollte auch Sprache, nur aufgrund von formalen Setzungen, die Wirklichkeit beschreiben?

    • Top Antwort
      Dann sowas hier:

      „Tröstlich ist einzig und allein, dass sie und ihre Brüder und Schwestern im Geiste am Ende diejenigen sein werden, die die bei der ganzen Farce anfallenden Rechnungen eines Tages bezahlen müssen“

      Was für ein Unfug. WIR ALLE werden die Rechnung bezahlen, ungeachtet dessen, ob uns die Situation vorher bewusst war oder nicht. Was glauben Sie denn, was den kommenden Kollaps davon abhält, sich auch auf Sie auszuwirken? Werden Sie, weil sie mehr wussten als andere, den Job nicht verlieren? Werden die Leute in Ihrer Nachbarschaft durch ein Wunder nicht arm? Und Ihre Kinder können weiter in die Schule, während die Schulen der anderen dichtmachen? Genauso das Krankenhaus, das wird auch extra für Sie aufmachen, das ist sicher. Denn Sie wussten ja mehr.

      Der richtige Weg wird wohl kaum sein, sein Ego anhand des Unwissens anderer zu pushen, sich über diese zu erheben von seinem Ross aus die Welt retten zu wollen. Das ist exakt die Denke, die uns den ganzen Schlamassel überhaupt eingebrockt hat.
      Der richtige Weg wird auch kaum sein, zu glauben, man selbst habe den besten Durchblick und nur man selbst könne ein wahres Urteil abgeben.
      Wieder dieselbe Denke, die EU ist voll mit solchen Typen, die sich für die Ober-Auskenner halten.
      Das Ergebnis: Europa am wirtschaftlichen und politischen Abgrund.

      Der Weg muss sein, dass wir aufhören, uns gegenseitig für dumm, uneinsichtig oder ignorant zu halten, sondern endlich einen Dialog darüber führen, WAS WIR TUN MÜSSEN, DAMIT DER SCHEISS ENDLICH AUFHÖRT!!!

      ZUSAMMENARBEIT ist hier das Stichwort. Nicht Anschuldigung, nicht Beleidigung, nicht Arroganz. Vertrauen, Zuversicht, Kooperation. Nur das kann die Welt retten.

      Geringschätzung hilft einfach niemandem.

  4. Soeben
    Sie so: hast du was von den Kindern gehört ( 21+22) ich habe seid gestern um 5:30 nichts mehr von Ihnen gehört, ich mache mir Sorgen!!
    Ich so: ich mache mir keine Sorgen, sie machen Urlaub in einem zivilisierten Land ( Griechenland)

  5. Kontinuitäten und Diskontinuitäten
    Ach, verehrter Don, da ist aber die Galle ins Blog geträufelt.
    Nun, ich fürchte, die Geister steckten schon viel länger im System. Werner Best hat früh über eine europäische Wirtschafts- und Finanzunion gedacht und teils auch geschrieben – ja auch im RSHA. Und mehr Leute erinnerten sich – in vielerlei Ländern – nach 1945 an diese Ideen als an den Verfasser. Denn Herr Best hatte seinen Tätigkeitsbereich ja nicht nur im „Altreich“. Volkswirtschaftlich ist das eine komplexe Sache, von Handesbilanzüberschüssen, Target-Salden und Kredit-Exporten, die ja miteinander zusammen hängen. In der Tat, politisch haben wir in der Vergangenheit – gerade zum Zweck der Vertrauensbildung – oft „kleine Brötchen gebacken“. Das haben Sie schon richtig erkannt. Was schwer zu finden ist, wie gehen wir mit Partnern um, die eine Partnerschaft a priori auf Betrug gegründet haben, die immer wieder wenig rational aber sehr Klientel – freundlich agieren und deren bisheriges Gebaren, direkte Transfers der EU und ELA der EZB zusammen genommen, etwa 250 Milliarden € verbrannt haben?
    Ich kann nicht sagen, dass mich das vorläufige Ergebnis vom Morgen befriedigt, es muss ja auch erst noch nach Parlamentsentscheidungen in trockene Tücher gebracht werden. Und ich bin auch nicht sicher dass das Fass nun einen Boden hat. Seien Sie übrigens vorsichtig mit Ihren Gemälden Don, der Gesetzentwurf zum Schutz des Kulturgutes bringt Ihnen sonst schneller die Prüfer ins Haus als Sie neue Kolumnen schreiben können.

    • Franz Maria Arwee sagte
      Wußten Sie, daß bereits die alten Griechen wußten, daß geometrische Objekte nicht existieren. Mathematik ist ein Reduzieren der Komplexität, die sie selbst erst erschafft. Mathematik ist keine abstrakte, es ist eine reduzierte Betrachtung der Welt. Das beinhaltet auch äußerst, ich nenne es mal vorsichtig, problematische Ergebnisse.
      Mathematik ist nur formal logisch, aber nicht logisch im Bezug zur Wirklichkeit, das können wir auch tatsächlich inzwischen nachweisen.
      Klingt verrückt? Gut, war es für uns auch. Aber dies hat eine gewaltige Lawine an Konsequenzen, unter anderem auch für die Wirtschaftswissenschaften.

      Mathematik hat mit Vertrauen nichts zu tun, sie kann Gefühle nicht beschreiben. An Formen und Objekte der Mathematik können Menschen nur GLAUBEN.

    • Ich lese Ihre interesanten Gedanken ja schon längere Zeit.
      Und schlage Ihnen ein einfaches Experiment vor: Eine solide gemauerte Mauer besteht aus physikalisch (d.h. mathematisch) vollständig beschreibbaren Elementen, also aus Glauben. Glauben Sie einfach nicht mehr dran und rennen durch? Send Pics, bitte.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  6. Titel eingeben
    Die BRD – gerne auch als Bonner Republik bezeichnet – starb gemeinsam mit der DDR beim Mauerfall.

    Ich persönlich bedaure das sehr. Vielleicht war die damalige Politik – geprägt durch Adenauer und Brandt – eher etwas provinziell, aber es war eine Politik der leisen Töne, die, wie der Autor bereits angemerkt, sehr viel internationales Vertrauen geschaffen hat.

    Das man mit dem Umzug nach Berlin mit dieser Politik brechen würde, war absehbar; allerdings wollte das damals niemand wahrhaben. Jetzt haben wir den Salat und der Rest Europas gleich mit.

    • bonner republik
      ja, die deutschen, die politisch bewussten, werden der bonner republik lange nachtrauern, zurecht…..diese neue grossmannssucht, angefangen bei den regierungsgebäuden, dem flughafen, dem bundespräsidentenschloss, dem berliner stadtschloss, den drei- und vierspurigen autobahnen, damit die hauptstadt immer erreichbar ist.

      und dann noch die neue weltumspannende kriegsmissionspolitik, die vorläufig damit endet, dass auf dem zum brunnenbauen angelegten deutschen feldlager nun die taliban-flagge flattert.

      es ging schon immer schief, wenn meck-pom- oder aus den norddeutschen tieflanden kommende provinzpolitiker auf die weltbühne treten wollen und das geld verjubeln wollen, das in den südstaaten erwirtschaftet wird.

    • Titel eingeben
      Thatcher hatte also Recht mit ihren Ängsten (?)

    • Denke schon. Auch wenn mir das nicht gefällt.

    • Schäuble!
      Ich habe den Umzug nach Berlin damals ebenfalls mit unguten Gefühlen gesehen. Und bitte den Mann nicht vergessen, der das damals entscheidend betrieben hat: Wolfgang Schäuble

    • Berlin war bestimmt ein Fehler
      aber hätte man ihn vermeiden können?

      Letztlich scheitert die Politik an der erbärmlichen Vulgärheit und Geschichtsvergessenheit ihrer Proponenten – Angela Merkel ist da nur prima inter pares. Als sie neulich bei einem Schulbesuch von einem Nobelpreisträger für Mathematik sprach, war mir wieder einmal klar, dass man dieser Frau nicht trauen, aber alles zutrauen darf.

      Wie wärs mit einer neuen, gerne europäischen Staatsidee? Die Parteiendemokratie liefert keine befriedigenden Antworten auf nicht gestellte richtige Fragen.

    • @redlin
      „Wie wärs mit einer neuen, gerne europäischen Staatsidee?“

      Wie das mit richtigen Ideen nun mal so ist, die tatsächliches Denken vorraussetzen, findet auch diese derzeit mit Sicherheit kein Mehrheit.

      Der Zug der in die entgegengesetzte Richtung fährt, beginnt ja sogar gerade erst Fahrt aufzunehmen. Ich glaube nicht., dass auch nur einer der heutigen Erwachsenen davon irgendwas zu eigenen Lebzeiten sehen wird.

      Griechenland ist ja weit davon entfernt, das eigentliche Problem zu sein.
      Das Problem sind mangelndes Wachstum der Wirtschaft, gepaart mit einer sich mehr und mehr verselbstständigenden Finanzwelt, in einer Welt in der sich die tatsächlichen Machtverhältnisse durch die Globalisierung und Digitalisierung unwiederherstellbar aufs Perverseste verschoben haben.

      Nein, nein… jetzt geht es in jeder Beziehung erst mal kräftig und andauernd bergab.

      Gegen Weltwirtschaftskrisen gab es bisher letztlich immer nur ein einziges Rezept, den Krieg.

    • die Antwort vom Don habe ich ja jetzt erst gelesen
      – Ich meine, dass es ihm „nicht gefällt“ dass Thatcher – in gewisser Weise auch selbstverständlich – richtig lag.

      Naja, das wars dann wohl! Ja, die alte BRD hat immer gut gelebt. Darauf, inwieweit das ihr eigenes Verdienst war, gehe ich hier nicht ein. Die Griechen wollen jedenfalls nicht das Schicksal der DDRler teilen, soviel steht mal fest. Ich kann ihnen das inzwischen auch nicht mehr verdenken und schäme mich jeder Sentimentalität.

  7. Schrille Töne aus deutschen Landen!
    Am deutschen Merkel-Wesen wird Europa leider nicht genesen, und die Bildzeitung (im Chor mit anderen) liefert dazu die schrille Marschmusik. Gut gebrüllt, werter Don, wird das neu gewonnene Vertrauen jetzt wieder verspielt? Und mit welchem Eintrag will sich unsere Nation in zukünftigen Geschichtsbüchern wiederfinden?

  8. Pickelhaubenmentalität
    Der Untertan

    Ich kann es immer wieder nur wiederholen, wer Regeln fordert, fordert damit Anweisungen, auch für sich selbst. Er hat gerade kein Interesse an Vereinbarungen und Übereinkünften, denn diese setzen Verständigung voraus.
    Die Leute rufen nach Führung und verwechseln dies mit Erlösung. Kaum noch einer ist in der Lage in Konsequenzen zu denken.
    An Geld kann ein Mensch nur GLAUBEN, das gleiche gilt für Staaten, Nationen und auch für Religionen. Dies alles beschreibt die geschaffene Realität durch REGELWERKE und hat überhaupt nicht mit Wirklichkeit zu tun. Im Gegenteil scheitert diese geschaffene Realität zwangsläufig an der Wirklichkeit, die Widersprüche gegen sich nicht zuläßt.

    Ich habe versucht mich deutsch zu fühlen oder katholisch oder Marktteilnehmer oder Staatsbürger oder was auch immer für schwachsinnige Setzungen, und habe dies nicht hinbekommen. Es ist einfach nicht möglich, denn es sind nur willkürliche Setzungen. Die Schmerzen, die diese Lebensweise verursacht wird durch selbstorganisierte Opiate des Körpers gedämpft. Das Dopamin wird zur Sucht nach mehr, es entfacht einen Rausch.

    Der Verdacht liegt zumindest für mich nahe, daß das Hirn, durch die Sucht nach mehr, sich allmählich in Dünnpfiff zersetzt. Es wird braun und stinkig.

    Die Aufklärung war viel mehr eine Verklärung. Gott ist nicht tot, er heißt nur andert und ist persönlicher, alle rufen ihn jetzt GELD.

    Jüngst gab es ein sehr anschauliches Beispiel, der Kabarettist Vince Ebert, der in seinen Vorstellungen 50€-Scheine verbrennt und behauptet, damit würden die Möglichkeiten weniger.
    Wer etwas beötigt, das es nicht gibt, hat mehr Möglichkeiten? Das sagt ein studierter Physiker. Realsatire ist einfach die bessere Satire.
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/kabarettist-vince-ebert-im-interview-kapitalismus-ist-unsere-einzige-chance-1.2516975

    Deswegen lassen Menschen auch alles stehen und liegen, wenn sie von Geld nicht mehr belohnt werden. Schulen zerfallen, das Gesundheitswesen, die ganze Infrastruktur, andere Menschen werden wertlos, nur weil sie zuwenig von etwas haben, das es nicht gibt.

    Ja, der Glaube ist sehr intensiv. Die Angst vor Entzugserscheinungen. Der Glaube ersetzt das Vertrauen. Geld ist nur der Ausdruck des Mißtrauens, ein reines Manipulationsmittel, dem religiöse Macht innewohnt, genau solange der Mensch an diese Macht glaubt. Eines Tages begegnet jeder gläubige Mensch der Wirklichkeit und die geschaffene Realität löst sich auf, wie Staub im Wind. Glaube hat niemals Bestand, auch nicht, wenn er Menschen in den Tod führt.

    Ich habe meinen Platz neben Waldorf und Statler gebucht und bereit, mir das Schauspiel der Rationalen Verrücktheit der Glaubenskrieger anzusehen. Allein der blutige Gedanke läßt mich erschauern.

    Mögen die Spiele „Gut gegen Böse“ ihrem finalen Zweck zugeführt werden.

  9. delanda Karthago
    Don,

    die deutsche Geschichte hat ohne Zweifel ihre dunklen, sehr dunklen Kapitel – und sie wurde in den letzten Jahrzehnten in allen Ecken umgegraben.

    Nicht alles kann an dieser ‚Erbsuende‘ festgemacht werden und bis an das Ende der Tage im Bueserhemd mit offenem Geldsackl und bedrueckter Miene geschlichen werden.

    Von einer linken Regierung waere zu erwarten gewesen das offene Steuern eingetrieben, Schwarzgeld gesucht, dunkle Konten ins Licht gezerrt werden. Aber ausser Nazipolemik war wenig zu sehen (zumindest wurde nichts berichtet). Griechenland soll 70 Mrd offene Steuervorderungen haben, wie realistisch die Zahl auch sein mag. Zu anstrengend sich darum zu kuemmern, wenn man doch die Wiege der Demokratie ist und dadurch den Bonus hat?

    Ohne Grossmut? Bis dato stehen 80 Mrd, ca 1/3 des Bundeshaushalts, im Feuer – Geiz ist was anderes. Die jetzt wohl wieder zusaetzlich faellig werden 10 Mrd koennen auch fuer Fluechtlingshilfe ausgegeben werden.

    Letzten Sonntag wurde in Griechenland die Demokratie in Form einer Volksabstimmung gefeiert und nebenbei der Stolz und die Ehre des Landes. 11Mio griechen wurden gefragt ob sie die Bediungen der EU annehmen wollen – werden die 230 Mil RestEUbuerger auch gefragt?

    Achso, die sind nicht der Hort der Demokratie – Maulhalten und setzen.

    Wie bei Kato: delanda Karthago, oder wie der glatzkoepfige Finanzminister vor Jahren schon feststellte, am Ende wird Deutschland zahlen.

    • Dieser Grossmut ist umsonst
      Die 10 Mrd werden nicht ausgegeben und können deshalb auch NICHT fuer Fluechtlingshilfe ausgegeben werden. Alle Kredite die von Deutschland über den Europäischen Stablitätsmechnismus (ESM) an Griechenland gegeben werden und worden, belasten den deutschen Haushalt nicht. Kein Cent musste deshalb in Deutschland eingespart werden.

    • Titel eingeben
      Deutschland kann eigentlich gepflegt den Mund halten, mit seinen 3,5 Bilionen Schulden. Das ist pro Kopf dann doch mehr, als in Griechenland. Wir können ja Wetten drauf abschließen, wann wir „geschlachtet“ werden – es wird nicht mehr lange dauern, wenn das ganze Land so paralysiert zusieht, wie man Griechenland ausnimmt, dann wird es sicher auch demütig zulassen, wenn das dem eigenen Land blüht.

    • ????
      Verraten sie mir mal eines, über das ich schon so lange grüble.
      Sie schreiben:

      „Bis dato stehen 80 Mrd, ca 1/3 des Bundeshaushalts, im Feuer – Geiz ist was anderes.“

      Wieso interssierz es „normale“ deutsche Bürger eigentlich so ganz iund gar nicht wieso soviel Geld an ein Land verliehen worden ist, dessen Zahlungsunfähigkeit bereits vor langer allen bekannt war?

      So weit mir bekannt ist keine schwer bewaffnete griechische Bankräuberbande nach Frankfurt eingedrungen und mit gefüllten Koffern wieder geflohen.

      Was glauben sie hat die Merkel, Schäuble, Joe Bande denn dazu veranlasst denen freiwillig das Geld auszuhändigen?

      (Delande Karthago? Wenn sich der Spiesser als Bildungsbürger verkleidet…… Sie lesen zu viel BILD)

  10. Der liebe Gott...
    Was für ein trolliges Narrativ!
    Der liebe Gott kann die Vergangenheit nicht ändern, daß können nur die (deutschen) Historiker!

    • Die Vergangenheit ist veränderlich, was denn sonst?
      Die Vergangenheit ändert sich in dem Moment, wenn sie neue Informationen erhalten und das dem bisherigen widerspricht.

      Der Mensch hat nur eine Sicht auf die Vergangenheit, das ist aber nicht dieselbe.

      Wäre die Vergangenheit unveränderlich, existierte diese nicht, denn Unveränderliches hat kein Ereignis über das es Wissen geben könnte.
      Franz Maria Arwee

  11. Früher
    Früher ist man einmarschiert.
    Heute errichtet man als „erfolgreiche Exportnation“ Protektorate.

    Madame La Merkl hat diese Nacht – ach länger schon, und ihre Vorgänger haben daran mitgearbeitet – Deutschland zur neoliberalen Export-Geldmaschine verändert, die allen diese Art zu wirtschaften aufdrängt.

    Welche Art das ist?

    Eine räuberische. Die eigene Unterschicht/unter Mittelschicht in Niedrigstlöhne zu katapultieren um damit „konkurrenzfähig zu werden“ um zu exportieren ohne Ende. Autos, Maschinen, Billighähnchen.

    • Blöd gelaufen
      Nur wer exportiert, existiert…

      Und blöd auch:
      Griechenland hat kaum was zu exportieren.
      Außer die Callas, die ist schon tot.

      Und das bisschen griechische Olivenöl steckt zu allem Überfluss auch noch in den Flaschen, auf denen „Toskanisches Olivenöl“ drauf steht.

      Because they can:
      Bayern kann sich eine vetterwirtschaftliche Kleptokratie leisten und tut es auch, denn es hat gleich 2 (!) Welt-Autounternehmen. Griechenland gar keines. Das ist einer der Unterschiede.

    • Titel eingeben
      Ist das Realitätsverlust ?
      Der Anteil deutscher Güter an den Gesamjtimporten ist nach der Einführung des Euro Zahlungsmittel gesunken.

      Die „Unterschicht“ arbeitet also in der „Exportindustrie“ ? Die Niedriglöhner schuften (ein Lieblingswort aller Kommentatoren) also in den Fabriken (noch ein Liebelingswort) am Band (ein Drittes), um Güter des Maschinen- und Anlagenbaus herzustellen ?

      Deutschland exportiert (Billig-)Hähnchen ?

  12. Das ist nun wirklich, sorry, (ausnahmsweise) Unsinn
    Die Mobilisierung der griechischen Greise mit Hakenkreuzfahnen ließe sich mit noch so viel Geld nicht vermeiden. Die lassen sich ihren überzogenen Lebensstandard von Dritten finanzieren, auch solchen die ärmer sie als sie, und sind in Begründungen dafür so erfindungsreich wie Odysseus oder die SED/Linke/Netzirren.

    Das ist dasjenige, was sich geändert hat und dass sie über den Euro dazu im großen Stil die Möglichkeit haben, auch weil die „Qualitätspresse“ versagt bzw. bekanntermaßen linksgrün ausgerichtet ist, was einen notorischen Deutschland- und Deutschenhass mitumfaßt (Bomber Harris, erlöse uns).

    Und vonwegen „wir geschichtsbewußten“: Mit einer Anleihe von vor 70 Jahren kommen und den armen Trojanern und ihren Nachkommen noch heute jede Entschädigung kalt verweigern, geschweigedenn den armen vertriebenen, ausgenommenen und geneppten Bayern. Vielleicht auch mal die Oma fragen, wie die Schweden, Franzosen und Amerikaner in I-town gehaust haben und ob es dafür jemals eine Entschädigung gab, von den Ungarn erst garnicht zu sprechen.

    Aber die bayerische Antwort ist eine schöne Landesausstellung: „Napoleon in Bayern“ und nicht: „Napoleon, der größenwahnsinne Landesverwüster von Bayern).

    Den „GriechInnen“ und SED/Linke/Netzirren ist zu verdanken, dass wir uns auf unproduktiven Schwachsinn focussieren, anstatt zu schauen, wie der Wirtschaftsraum Europa nicht den Anschluss an den Rest der Welt verliert. Dazu trägt sicherlich nicht bei, dass deutsche Kleinverdiener die überzogenen Pensionen/Renten irgendwelcher Griechen bezahlen, weil man im GR schlicht keine Lust aufs Steuerzahlen hat.

    • Die Sache mit dem Hans-Werner und dem schwachsinnigen Unsinn
      Ich habe mich mit der Geschichte der Ökonomie befaßt und bin unter anderem bei Milton Friedman (Freiheit und Kapitalismus) auf ein Phänomen gestoßen, das mir immer wieder begegnet ist. Er postulierte 3 Monopole, die gesetzt sein sollten, alles andere unterwirft er dem Markt. Spannenderweise beschreibt er das Verhalten der Menschen, das, jedenfalls logisch betrachtet, Kooperation voraussetzt, dies aber Wettbewerb nennt. Auch kommt es zu keinem Monopol durch Wettbewerb. Der Zweck eines Wettbewerbes ist jedoch, daß ein Sieger/Gewinner ermittelt wird, das wäre in der Ökonomie das Monopol.

      Aber ich will ja nun keinem der hier ahnungslosen religiösen Geld-Verehreren auf die Füße latschen.

    • Einkommen...
      Wie kommts dann dass das durchschnittliche Einkommen eines Griechen heute bei der Hälfte des durchschnittlichen Einkommenes eines Deutschen liegt?

    • .
      „Den „GriechInnen“ und SED/Linke/Netzirren ist zu verdanken, dass wir uns auf unproduktiven Schwachsinn focussieren, anstatt zu schauen, wie der Wirtschaftsraum Europa nicht den Anschluss an den Rest der Welt verliert.“

      Genau dafür gibt es doch den Euro.

    • Entschulding, also wirklich: Entschuldigung! Niemand will hier unflätig werden...
      oder gar rüde, wie es die so völlig beliebige und eigentlich doch absolut unwichtige selbstreferenzielle Netzwelt so oft propagiert. Aber wenn ich noch einmal von dieser (wie gesagt: ‚tschuldigung!) schwachsinnigen Diffamierung lese, die alles, was nicht der eigenen Meinung entspricht, infantil als ‚linksgrüne‘ Medienverschwörung brandmarkt, werde ich so haltlos ins Netz vomieren müssen, dass es an sämtlichen Tasturen dieser Welt nur so hervorquillen wird. Und dann muss man so was auch noch auf dieser Insel des reflektierten freien Denkens lesen. Und dann auch noch in dieser jedes freie Denken beleidigenden apodiktischen Art. Nein, es ist eben nicht jedem bekannt!! Weil es nämlich nicht stimmt. PUNKT. Und wenn Sie, werter Herr Alphonso, meinen Einwand aus nachvollziehbaren Gründen der Nettiquette so hier nicht veröffentlichen wollen, ist das OK. Aber können Sie denn dann nicht mal etwas über diese nervtötende ‚linksgruen-Medien-Verschwörungsding‘ schreiben? Sie können doch so was so gut. Wie auch der obige Artikel erneut beweist.

  13. Die Stützen der europäischen Gesellschaft
    Die Stützen der europäischen Gesellschaft sind doch wahrscheinlich nicht anders als deutsche Stützen: Sie leben aus Prinzip nicht auf Pump, sondern sind vorsichtig mit ihrem Geld. Von meinem Großvater habe ich gelernt, Geld hat man, aber man spricht nicht darüber, und man hat es vor allem, um unabhängig zu sein. Weil die Griechen sich nicht an dieser Weisheit der europäischen Stützen gehalten haben, muss ihr Herr Tsipris nun ein Problem lösen, um das ich ihn nicht beneide.

    • Ernsthaft?
      Sie sind unabhängig, wenn sie etwas benötigen, das es tatsächlich nicht gibt?

      Ist das die „deutsche“ Weisheit?

      Wie kann ein Mensch durch etwas lernen, das es in Wirklichkeit nicht gibt?

      Verwecheln Sie nicht vielmehr Glauben mit Denken?

  14. Wieso
    Wieso haben die „Europäer“ eigentlich nicht 2008 ihre kriminellen Banken sterben lassen oder enteignet?

    Wieso lassen sie aber jetzt ihre Kulturländer sterben und enteignen?

    • nicht so viel fragen, lieber anpacken
      Weil nicht die Kultur, sonden die Banken uns regieren. Es ist aber nur zu unserem Besten und man soll nicht soviel fragen, sondern lieber „was schaffe“, denn unsere Politiker wissen schon, was gut für uns ist und für die Griechen. Da muss man einfach mal vertrauen! Cultur wird bei der CDU ansonsten ganz groß geschrieben: BILD. Helene Fischer. Hansi Hinterseer. Das Bundeswehrorchester. Guttenbergs Doktorarbeit. Das ist doch alles auch Kultur! Auf irgendeine Art.

    • kulturland
      ist denn das aktuelle griechenland mit 800.000 staatsbediensten, einer der teuersten armeen in europa und einer sprichwörtlich orthodoxen staatskirche ein kulturland ?
      welche impulse kamen denn da in den letzten 10 jahren, ich meine kulturelle ?

    • Die griechische Bevölkerung ist am wenigsten für das Fiasko verantwortlicj
      Text eingeben

    • leser x ...
      schon mal darüber nachgdacht, dass es eine rhetorische Frage gewesen sein könnte …? („Wie lange noch, Catilina, wirst du unsere Geduld missbrauchen?“)

  15. Fremdschämolympiade
    Wir haben nicht „Pleitegriechen“, sondern unsere eigen Spekulierbanken gerettet, das ist mal Lüge Nummer eins, die die patriotisch-parteinahe deutsche Mainstream-Presse gerade in die Welt trompetet, um die CDU- und SPD-Wählerlemminge auch weiter bei der Stange zu halten. Dann die Zumutung, dass jetzt korrupte deutsche Politiker von „Vertrauen“ herumschwadronieren, die der Welt selber einst durch entgegengenommene Geldkoffer mit Spenden von Waffenhändlern bekannt wurden. Aber man darf sich erinnern, Merkel wollte ja anfangs auch mal die deutsche Thatcher sein. Jetzt ist sie halt die europäische. Sich ungebeten aufdrängend mit neoliberalen „Lösungen“ für alle, weil die ja so toll funktionieren. Rational ist daran wenig, aber es fühlt sich halt gut an. Als Fanclub dabei paar Rechtspopulisten, die höchst „christlichen“ Korruptiparteien aller Herren Länder, natürlich auch die fertige SPD mit am Rockzipfel, und noch so eine weitere geifernde Möchtegern-Thatcher aus Osteuropa mit Betondauerwelle und Neoliberal-Phrasendrescher im Schlepptau: man kommt aus dem Fremdschämen gar nicht mehr raus, man weiß garnicht mehr, wo man damit überhaupt anfangen soll. .

    Fazit: vor USA, Banken und reichen Privatleuten („Investoren“) immer viel buckeln und rumschleimen, NSA und TTIP schön brav schlucken wie vom Boss befohlen, die dabei angestaute Aggression dann an linken Griechen und an Flüchtlingen, und an den eigenen Arbeitslosen und Armen auslassen: Das ist euer tolles „weltoffenes“ Deutschland. Nach oben buckeln, nach unten treten. Man hat es eben entweder zu Füßen oder an der Kehle, dieses zutiefst neurotische Land. Das wars auch mit Europa, denn den Mist hier mit feistem deutschem „Hegemon“ („die USA haben das uns aber erlaubt!1!“) braucht wirklich niemand mehr und so war es auch nie gedacht. Deutschland ist nun ganz offiziell wieder peinlich. Viel Spaß dann noch im Urlaub.

  16. noch offene Fragen
    Reparationsfragen wurde 1952 in London indirekt
    auf einen späteren FRIEDENSVERTRAG vertagt.
    Bei der Wiedervereinigung Deutschlands
    gab es einen lapidaren Zwei-plus-Vier-Vertrag.
    Auf diesen feierlichen Friedensvertrag wurde verzichtet.
    Logisch.

  17. Titel eingeben
    Ich bewundere Ihr Vermögen aufrichtig, diesen intelligenten und sogar humorvollen Text zum Thema „Griechenland“ abzufassen ohne dabei durch unkontrollierbare Ekelattacken vor der deutschsprachigen Presse zu sterben.
    Hier in der Schweiz gibt es mit Constantin Seibt zum Glück auch einen Journalisten, der bei diesem Thema lesbar geblieben ist.

  18. Börsen
    Ich ahne nur eines:
    Wenn die Börse auf ein nächtliches Ereignis hin sofort feiert und abhebt, dann ist meist etwas faul. Something is rotten in the state of Walla Walla Bingbong.

  19. @Prince Matecki
    @Prince Matecki – Was da in Brüssel von wem und wie wirklich verhandelt wird, weiß man leider als europäischer Bürger nicht. Deswegen fand ich die EU Parlamentsdebatte interessant. Allerdings verstehe ich nicht, warum Mutti und ihr Finanzminister nicht die fünf Forderungen des Belgiers Guy Verhofstadt aufgegriffen haben. Die sind staatsmännisch gesehen vernünftig und so eine Vorgehensweise wäre nicht als deutsches Diktat dahergekommen. Denn es sind nicht nur die Forderungen, die die Deutschen überheblich erscheinen lassen. Es ist auch der Stil, den sie in und um Verhandlungen pflegen.

    • Ich bin verwundert.... so kenne ich sie gar nicht....
      Sie scheinen so gar keine realistische Vortsellung von dem zu haben was das Problem ist?

      „Man“ hat zwei Möglichkeiten: Rausschmeissen oder nicht rausschmeissen

      Rausschmeissen kann man nicht, da sonst auch Spanien, Italien, Portugal und einige andere ebenfalls die Schuldenzahlungen einstellen werden. Und weil zweitens das Veto der USA das letzte Wort hat.

      Nicht-Rausschmeissen bedeutet zu akzeptieren, dass GR seine Schulden NIEMALS zurückzahlen kann udn die Steuerzahler zu Gunsten der Banken Profite darauf sitzen bleiben. Dieser Weg erfordert aber genau die Art von absurdem Aktionismus den man uns jetzt gerade verkauft.
      Die Pfändung aller Wertgegegenstaände die man in GR findet? Flughäfen? Häfen? Industrieanlagen? Zu Gegenwertz von 50 Milliarden?
      Und das löst das Problem?
      Aber so lächerlich kann etwas gar nicht sein, dass es das deustche Volk nicht frisst wenn Merkel es ihm vorsetzt.
      Joh Pilger hat völlig recht wenn er schreibt:

      „The leaders of Syriza are revolutionaries of a kind – but their revolution is the perverse, familiar appropriation of social democratic and parliamentary movements by liberals groomed to comply with neo-liberal drivel and a social engineering whose authentic face is that of Wolfgang Schauble, Germany’s finance minister, an imperial thug.“

      Schuld an dem Desaster ist der Geburtsfehler, den das grosse Idol des deutsche Spiessbürgers, ein gewisser Herr Kohl, der um des eigenen Ruhmes willen nicht einsehen wollte, dass eine Währungsunion ohne gemeinsame Wirtschafts und Finanz Politik genau dahin führen wird, wo man jetzt ist. Und es gab damals genügend Warner die alles präzise vorhergesagt haben…. genau, wie es jetzt einrifft!

      Den einzigen sinnvollen Vorschlag hat übrigens wie so oft das Titanic gemacht:

      „Griechenland beginnt übermorgen einen Krieg mit dem Rest der Welt und läßt sich nach der Kapitulation von der internationalen Gemeinschaft hochpäppeln, bis es Wirtschaftsweltmeister ist.“

  20. Titel eingeben
    Stahlhelm wäre deutlicher, und trefflicher (& auch treffender) als „Pickelhaube“.

  21. Das Ende naht...
    … die FAZ-Wirtschaftsredaktion bringt bereits Dieter Nuhr-Zitate in großen Lettern.

    „Verträge zu Lasten Dritter“ (die man klassischerweise vor dem Geldversenken nicht befragt hat) – das sind in deren Augen „Win-Win-Situationen“.

  22. don alphonso - getroffen
    Niemand ist in Moskau mit Adenauer, niemand ist in Warschau mit Brandt so umgegangen, wie wir jetzt mit den Griechen umgehen.

    Der zentrale Satz.

    Schäubles Auftritt mag dem Deutschen Stammtisch gefallen, aber ich bin über den Tonfall und die selbstgerechte Attitude der Verhandlungsführer auf Seiten der Europäischen Institutionen empört.

    Neben diesen Befindlichkeiten ist es ein sachlich Katastrophales Ergebnis, weil es der ökonomischen Vernunft widerspricht. Die Treppe wird von oben gekehrt, anders gesagt das Pferd wird von Hinten aufgezäumt, wenn der Schuldenschnitt ausbleibt. Die Weigerung sich dem Thema zu öffnen nimmt neurotische Züge an, wie soll das funktionieren? Wir kennen die Zahlen und können vorhersehen, wo die Gr. Wirtschaft in 12, 24, und 48 Monaten sein wird – sollen wir es echt vorrechnen, wie die Staatsschuldenquote des Landes aussieht.

    Die Bonner Republik hatte etwas, was ich mit „Understatement“ beschreiben würde, das fehlt der Berliner Republik und das ist ein Verlust.

    Ich gehe wieder radeln – jetzt wo der Regen nachlässt und die Sonne blinzelt

    Ps: Ich beteilige mich nicht am Schäuble bashing, weil nicht weniger dreist sein neuer Adlantus Jeroen Dijsselbloem war, der um seine Wiederwahl als Eurogruppen Präsident bangt und dabei als Sozialdemokrat Maggi Thatcher mimte. Hoffe auf den Spanier Luis de Guindos.

  23. Geschichtliche Tiefflüge und die Realität
    Wenn das Geldsystem diskutiert wird und über Betroffene gesprochen wird, dann sind wir in Deutschland schon lange auf niedrigstem Niveau angelangt. Hartz IV Empfänger sind Sozialschmarotzer. Menschen die für ein paar Euro schuften gehen sind Versager. Die Frage nach geeigneten Arbeitsstellen? „Nein, nicht zulässig – gehen Sie nach China oder nach Afrika wenn Sie niedere Arbeiten verrichten möchten.“

    Ich finde es konsequent nicht nur die eigene deutsche Bevölkerung auf diese Art zu diffamieren sondern dieses „Neid und Häme“-Weltbild auch für andere „Versager“ zu übertragen. Wie sollten sich viele Millionen ausgegrenzte Deutsche fühlen wenn man jahrelang Gutwetter zum Geldverschenken in Milliardenhöhe macht und gleichzeitig mit jedem inländischen „Sozialschmarotzer“ um einen Euro Grabenkämpfe austrägt? Die deutsche Politik KANN nicht anders. Sie steht in Unterhosen da und DAS würde Sie für viele Bürger nackt machen!

    Und wenn die Masse erstmal anfängt zu denken und zu realisieren was wirklich im Geldsystem, in Lobbygruppen oder unter dem Deckmantel „westliche Werte“ steckt – dann ist es aus mit „bin dann mal Kanzlerin“.

    …irren kann sich ein Politiker auch überhaupt nicht. Wenn er sich irrt, dann läge er ja falsch. Stattdessen werden Wahrheiten gebogen und Fundamente gerüttelt bis man den Fehler nicht mehr sieht oder sehen will. Das Ergebnis sind noch mehr Fehler die man über den bewährten Weg bestmöglich versucht über die Legislaturperiode zu heben.

    Westliche Werte sind zulässig, so lange Sie nicht die Macht oder wirtschaftliche Interessen im Wege stehen. Falls doch, dann ist alles plötzlich anders.

    Also bitte – Gift und Galle spucken bei Plebisziten… Beispiele Krim und Griechenland. Wo kämen wir hin, wenn die Masse Ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt – am Ende könnte die Politik keine Gesetze mehr erlassen die profitabel für die Buddies in Großkonzernen und Banken/Fonds sind. Und das geht überhaupt nicht, dann gibt es lieber einen Weltkrieg. Daran kann Goldman Sachs sich fürstlich laben während Ihre Anteile in der Rüstungsproduktion durch die Decke gehen.

    Wo hat Ford nochmal produziert, bis die VSA in den 2. Weltkrieg eintraten? Wer hat dem österreicher mit Bart den politischen Aufstieg und die Rüstungsausgaben mit finanziert? Was war gleich die Britische geopolitische Strategie für Europa seit Beginn des 20. Jahrhunderts?

    Es gibt Dinge, die unglaublich falsch waren und Dinge die bis heute noch so unglaublich schlecht und niederträchtig sind. Aber… bitte… nochmal genau recherchieren was in der Welt los ist, dann erst mit absichtlich wehmütigen Zeilen ein schlechtes Gewissen herbeischreiben!

    Wenn ich diesen Artikel lese wünschte ich mir die D-Mark zurück. Damals war alles Besser. Heute fordert unser Warumauchimmerfriedensnobelpreisbesitzer Obama ein resolutes Europa mit einem Deutschland in verantwortlicher Position. War wohl wieder nix. Verantwortung bringt Pflichten – Pflichten gegenüber den großen Brüdern westlich des Ärmelkanals. Und wenn Deutschland das nicht liefert ist es auch egal. Es wird abgehört und damit dürfte jeder im Griff sein, der was zu sagen hat.

    Was für ein Welt – und mittendrin eine FAZ, die mit Wehmut zurückblickt auf eine Zeit mit D-Mark, ohne Wissen über NSA & Co, eine Zeit des Wachstums und Aufbruchs, eine Zeit in der man sich nur passiv durchsetzen musste. Tja. Das ist vorbei. Endgültig. Auch für die verschlagene Bundesrepublik.

    Nun heißt es Selbstfindung, Zukunft schaffen, Akzente setzen. Und die Deutschen sind nun mal im selben Maße masochistisch wie gutgläubig veranlagt. Völlig egal ob es gut oder schlecht ist – letztlich sind es wir.

    • Chapeau, Zero!
      zu dieser Einschäzung. Auch mir missfällt die Beweihräucherung von Leuten, die auch kaum mehr als US-U-Boote waren, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit genauso an der Leine gehalten wurden wie die heutigen.

      Wenn man bedenkt, dass deutsche Kanzler seit jeher unter der Kontrolle der Amis stehen, lässt das auch Brandts Kniefall in einem völlig anderen Licht dastehen. Denn immerhin unterstützte diese ach so bewegende Geste ja nur die Mär von der „deutschen Schuld(c)“ am Krieg, obwohl die Presse bereits VOR Beginn des Krieges wusste, was wirklich vor sich geht, wer die wirklichen Geldgeber der Nazis sind.

      Diese Menschen haben das, was wir jetzt haben, mit erschaffen. Sie sind mitverantwortlich für die historische Schuld der Deutschen, mitverantwortlich für die Lücken im Grundgesetz, mitverantwortlich für die große Lüge vom deutschen Staat, mitverantwortlich für die Schaffung der EU, wie wir sie heute kennen.

      Ich würde diese Menschen anders betiteln denn als Staatsmänner, es sei denn, dass man, um Staatsmann zu sein, ein ganz besonders schwerer und gewiefter Verbrecher sein muss.

  24. Mir ist neulich mal folgendes passiert...
    Ich bin Ralf E. begegnet, der zusammen mit meinem Bruder jahrelang Sport gemacht hat. Die Beiden haben sich jetzt seit mindestens 20 Jahren nicht mehr gesehen. Es interessierte ihn kein Stück, was mein Bruder jetzt macht oder wie es ihm geht; das Erste was ihm einfiel, war „Der schuldet mir noch dreifuffzig“.

    Warum nur fühle ich mich bei so vielen „Fauler Pleitegrieche“-Kommentare bloß immer so schmerzhaft an Ralf erinnert? Das scheint was typisch Deutsches zu sein.

  25. whining german
    Lieber Don, es ist interessant, wie die Schuldfrage inkl. der unsäglichen WK2 Vergleiche immer wieder aufgekocht wird. Merkel abwechselnd mit Pickelhaube und Stahlhelm, Schäuble, der Griechenland mit seinem Rollstuhl immer wieder überrollt, es ist so billig, dass es anwidert. Und klar, man kann damit jedes Argument tot schlagen, sich dann als besserer Mensch fühlen und keine Alternativen bieten müssen.

    Die alte Bundesrepublik hatte halt relativ zügig nach dem WK2 einen ganz anderen ökonomischen und militärischen Status als Griechenland, das lag an unseren Amerikanischen Freunden, aber halt auch an einer funktionierenden Verwaltung und Politikern mit Weitblick. Klar, es hätte auch nach dem Krieg ganz anders sein können, war es aber nicht. Die Bundesrepublik (basierend auch auf vielen alten Nazis in Verwaltung/Rechtswesen/Geheimdiensten – um mal selber etwas herumzugiften) war teilweise wunderbar, Griechenland hat diese Zeit des Aufbruchs einfach nur verpasst und lieber alte Feindschaften mit den Nachbarn gepflegt. Vermutlich können nun nur wenige Griechen jetzt ihr Fahrrad versilbern, mit dem sie früher in die Türkei geradelt sind (und da hätte man wahrlich Grosses erreichen können). „Wir“ (mit 17 anderen Staaten, die wir natürlich ALLE unter unserer Fuchtel haben und die daher alles tun, was „wir“ sagen) mögen nicht sonderlich nett sein, aber Griechenland bezahlt jetzt für die Versäumnisse ihrer alten Regierungen.

  26. Konzeptlose Domminanz
    Schlimm finde ich, dass sich die sogenannte „Rettungspolitik“ für mich so darstellt, als sie wenig bis kein Konzept dahinter. Ich wundere mich, dass Herr Tsipras bisher nicht als Regierungschef zurückgetreten ist – ich unterstelle, dass ihm irgendjemand moralische Daumenschrauben angelegt hat; andere unterstellen wahrscheinlich übergrosse Meinungsflexibilität.

    So wie sich die „Einigung“ in den aktuellen Zeitungen liest, handelt es sich bei den nun beschlossenen „Rettungspaketen“ um eine Fortführung der bisherigen Politik mit noch mehr rechtlichen Hebeln im Sinne des Troika genannten Dreigestirns. Hurra(!), möchte man da rufen. Das hat ja schon bisher ganz wunderbar funktioniert.

    Ich lese über eine Bewilligung von Geldern, um in Griechenland den Staat am Laufen zu halten. Es ist völlig offen geblieben, ob es darüber hinaus gehende Unterstützung beim Aufbau von eigener Wirtschaft geben soll. Europäische Mittel für Wirtschaftförderungsprojekte lassen sich ja nur bei einem gewissen Eigenanteil abrufen, damit wurden diese Mittel Griechenland seit 2010 im Endeffekt verwehrt.

    Ich vermisse klare Aussagen der Eurogruppe, wie Griechenland wieder eigenständig werden soll. Stattdessen bekomme ich über Regierungserklärungen und Presseartikel Erläuterungen, warum Deutschland besser ist als die meisten anderen, weniger erfolgreichen Staaten. Pickelhaube trifft es gut.

  27. Versailles
    Versailles.

  28. Mhmm
    Diesmal kann ich Dir nicht folgen. Nach dem Schuldenschnitt 2012, nach Rettungspaketen in Höhe von bisher 216 Mrd Euro, nach endlosen Rettungsgipfeln und vor allem nach diesem chaotischen kontraproduktiven Referendum sehe ich nicht, daß die Euroländer weitere 80 Mrd Euro nach Griechenland transferieren sollten ohne Bedingungen zu stellen. Das Vertrauen ist zerstört durch die griechische Regierung. Natürlich ist es leicht, mit den Klischees des unbarmherzigen kalten Deutschen mit Pickelhaube und Hakenkreuz zu winken, aber die Alternative wäre, Griechenland in den Staatsbankrott zu schicken.

    • Natürlich ist es leicht,...
      …mit den Klischees des faulen, dummen Griechen mit Sangriaflasche und Frühpension zu winken.

      Aber es hilft keinem.

  29. pfff
    Ich fürchte, ich kann nicht folgen, z. B. hier:

    „Es hat unendlich viel Arbeit im Grossen und Kleinen und viel Geld der USA gekostet, um nach 1945 mit den anderen Staaten Europas wieder so weit ins Reine zu kommen, dass sie sich auf eine Zusammenarbeit mit Deutschland eingelassen haben.“

    Wie der Text im weiteren belegt, hat man auch Ihnen in der Schule verraten, dass der Faschismus eine europäische Krankheit war; keine ausgesprochen deutsche. Im übrigen hat er sich in Spanien noch ziemlich lange gehalten – feindet vielleicht jemand die Spanier deswegen jemand an und will mit ihnen nicht zusammenarbeiten? Irgendwie hat damit keiner ein Problem. Wahrscheinlich unterscheiden sie alle so feinsinnig zwischen Persönlichkeiten wie Moussolini und Hitler, wie Sie es tun!

    Und Europa soll – das GELD der USA gekostet haben?! Soll ich eine nun Dankeskarte an uncle Sam schicken – oder vielleicht doch lieber zu Europas Anfängen, beginnend mit der Montanunion nachlesen …

    Zu den Zwangsarbeitern äußere ich mich nicht, das ist so geschmacklos, da kann man nur verlieren. Ich frage mich ehrlich, wieso Sie eigentlich darauf eingehen? Weil es Spaß macht, sich selber immer wieder als Böse darzustellen? Aber wahrscheinlich muss man das, denn es ist die einzige Möglichkeit, will man Schröder und Fischer irgendwie menschlich wirken lassen. In Wahrheit haben die beiden Griechenland trotz mangelhafter Performance in den Euro gelassen (und das ist gewiss nicht die kleinste ihrer Sünden). Damit haben sie Griechenland, das sich vorher irgendwie über Wasser hielt – mal besser, mal schlechter – faktisch die Souveränität abgenommen; am Ende zugunsten jener Spekulanten, die jetzt am lautesten moralisieren. Und die Regierung Merkel hat nun kaum noch eine Wahl. Aber Sie haben doch eine, lieber Don: Fahren Sie zu Ihren überseeischen Freunden und erklären Sie doch dort, dass es echt gemein wäre, Europa sterben zu lassen, mit Napalm, Agent Orange und was es da noch so an Vietnam-Metaphern gibt! Man hat die Schulden zu erlassen! Bin gespannt auf die Reaktion; wie ein Flitzebogen.

  30. Der Euro muss weg, bevor er Europa komplett zerstört.
    Merkel und Schäuble versuchen, sich vor französischen Ansprüchen auf eine Finanzierung aller europäischen Defizite durch Deutschland abzusichern, in dem sie ein Exempel statuieren.

    ESM und EFSF waren die antidemokratischen Speerspitzen bei der Aushebelung aller demokratischen Kontrollen über den Finanzkapitalismus, kapiert haben es die wenigsten oder wer hat mitgeklagt gegen diesen Unfug? Ich kann meinen Enkeln sagen: Ich habe dagegen geklagt und KEINEN dieser Verbrecher gewählt, die im deutschen Namen wieder Europa zerstören.

  31. Soll ich mich jetzt schämen?
    Soll ich mich jetzt schämen?

    Ich habe die jetzige Regierung bzw. deren Parteien nicht gewählt.

    Wie sähe denn eine gute Alternative zur heutigen Einigung aus?

    • Wenn sie meinen....
      Andere sollen den Karren aus dem Dreck ziehen?
      So wie Schröder damals mit seiner Agenda? Ich glaube kaum, dass eine Wagenknecht so dumm wäre…

      Sie wissen wie hoch die Steuersätze der Reichen sind?

      Ich empfehle einen Artikel von Don Alphonso.
      Einen nach der letzten Wahl, als er sich ehrlicherweise im Namen des 1% bei den 99% der Blöden dafür bedankte, dass sie nicht in ihrem eigenen, sondern im Interesse des 1% Merkel/Gabriel gewählt haben.

      Sie sollen, wie alle Deutschen, sich nicht schämen, sondern bezahlen. Und zwar die Forderungen der Shylocks… Um nichts anderes geht es.

  32. Schröder / Fischer
    „Für Schröder und Fischer war es ein primäres Ziel, genau so einen Pickelhauben-Eindruck zu vermeiden.“

    Waren es nicht ausgerechnet die beiden, die völkerrechtswidrig Serbien bombardieren ließen?

  33. Glaubensbekenntnisse
    Wieviele Religiöse kennen Sie, die einfach ihren Glauben so mir nichts dir nichts aufgegeben hätten?

  34. Optional
    Nur eingefleischte Provinzialisten trauern diesem Karnickelzüchterverein mit Namen BRD nach. Ich hab nur noch ein müdes Lächeln übrig für jene, die der guten alten Zeit nachtrauern. Wenn euch allen die Weltgeschwindigkeit zu hoch wird, dann schaltet doch einfach den Internetrouter ab.

    Ich bin ja auch nicht mit der Gesamtheit der Tagesereignisse einverständen, aber als rückwärtsgewandtes Sehnsuchtsziel „das Adenauer“ zu bemühen, lässt tief blicken. Geradezu ins bodenlose.

  35. Dank Reformen zum Kreditausfall
    Werden die geforderten Reformen in Griechenland so umgesetzt, werden diese die Kredite erst recht nicht zurückzahlen können.
    Der absolute Schuldenstand der Griechen ist ja bereist gesunken aber dank der Reformen sank dass BSP viel schneller, so dass die prozentuale Verschuldung gestiegen ist.
    Gerade die Reformen werden dafür sorgen, dass gutes Geld schlechtem hinterher geworfen wird und die Geberländer ihr Geld nicht wieder bekommen.
    Die Reformen enthalten nämlich vollkommen überzogene Wachstumsprognosen, die wie der IWF bereits bemerkt hat, auch bei den letzten Reformen schon utopisch zu hoch gegriffen waren, weil man den Einbruch der Wirtschaft unterschätzt hat.

  36. Der Putsch an sich ist weise...
    nur die Art und Weise wie er putscht ist vielleicht nicht weise.
    Das pusht dann manchen Weisen, in einer ganz besonderen Weise;
    denn jeder Mensch an sich, ist eine weise Weise.
    Terra X…X = pie…Therapie…X = human…Terra human…X = Peace…
    Terra Peace…Terra = Erde = Earth = hEart = The heart art human…
    h(e?)artes Theater = Therapieart h(e)art(less):=)

  37. 1937 faselte ein britisches Boulevardblatt von einer Kriegserklärung der Juden gegen
    Deutschland. 75 Jahre später noch immer die Rechtfertigung für einen Teil des braunen Pöbels, den Holocaust zu rechtfertigen und Hitlers Ehre wiederherzustellen.

    2015 sind es eine Pickelhaube und ein idiotischer NYT Artikel, die Don als genauso seriöse Grundlage seines Pickelhaubenartikels dienen. Er hat vermutlich nur vergessen, mal auszubuchstabieren, wie man das Image hätte vermeiden können:

    1) Dritter Schuldenschnitt für Griechenland in 5 Jahren
    2) Neue Als Kredite fälschlich bezeichnete Haushaltszuschüsse für Griechenland in zweistelliger amilliardenhöhe ohne Auflagen und Überwachung
    3) Zerreissen aller mit früheren griechischen Regierungen getroffenen Verträge

    Ich überlasse es jedem selbst, für sich zu entscheiden, ob er das mitgemacht hätte, um ein schlechtes Image zu verhindern. Und ich öberlasse es auch jedem, sich die Nachfolgereaktionen auszumalen, wenn nach einem solchen griechischen Coup Portugal und Spanien auf der Matte gestanden hätten, um für sich dasselbe zu verlangen.

    Früher hat die berühmte Scheckbuchdiplomatie Kohls/Genschers einen niedrigen einstelligen DM-Milliardenbetrag gekostet, heute stehen alleine in Griechenland und alleine für Deutschland je nach Rechnung jetzt schon mindestens 60 Milliarden Euro auf dem Spiel.

    Last but not least komme ich mal auf etwas zurück, was Varoufakis wirklich gesagt hat, versierter Spieltheoretiker, für den er sichhielt: Deutschland werde Griechenland entgegenkommen, damit es seine bisherigen Kreditbeteiligungen nicht abschreiben müsse. Zwischen halbwegs seriösen Vertragspartnern wäre das ein sicheres Kalkül gewesen. Was aber, wenn Griechenland in den Augen der deutschen Regierung unter keiner Führung noch als seriös gelten würde und man die „Kredit“milliarden eh schon abgeschrieben hat (wie jeder, der Zahlen lesen kann)?

    Das einzige, was ich bedaure, ist die derzeitige Einigung mit den Griechen. Sie verlängert die Pickelhaubenvorwürfe auf weitere Jahre. Viel besser wäre es gewesen, alle Schulden Griechenlands zu 100% abzuschreiben und die Griechen dafür aus dem Euro zu schmeissen. Schuldenfrei wären sie ohne deutsches Spardiktat und deutsche Pickelhauben doch ganz sicher viel glücklicher, oder Don?

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Ja, ja....
      Leider übersieht ihre Logik die Kleinigkeit der real existierenden Welt.
      Sie wollen uns doch wohl nicht erzählen, sie glauben, dass dies das Ende der Geschichte ist, oder?

      Selbst wenn das griechische Parlament dies durchwinken sollte, was es nicht tun wird, so ändert das an der Unfähigkeit Griechenlands seine Schulden zurück zu zahlen rein nichts.
      Was glauben sie wie das in der Realität laufen wird wenn „Wertgegenstände“ wie der Athener Hafen und Flughafen, alles andere was man nicht abtransportieren kann in deustchen Besitz übergehen?

      Entspricht das der Vorstellung eines intelligenten Konservativen von Europa?

      Sie merken entweder nicht, oder wollen nicht merken, dass es hier um was ganz anderes geht. Eine völlig neue Dimension der Post-Demokratien.
      Die Griechen haben demokratische Entscheidungen getroffen, die von den Herren der Welt, der Finanzwelt, nicht akzeptiert werden. Schäuble und Co sind diejenigen, die dafür zu sorgen haben, dass in GR ein Regierungswechsel erfolgt!
      Syriza macht entweder die uns genehme Politik, oder sie müssen weg!

      Demokratische Entscheidungen sind ja seit längerem weltweit, und jetzt also auch in Europa, nur dann zu akzetieren wenn sie für die eigentlichen Herrscher der Welt akzeptabel sind

    • Titel eingeben
      Sorry, Tyler, reden wir hier über eine wirkliche Lösung? Dafür schliesse ich mich im grossen und ganzen dem Don (Schuldenschnitt und Eurogruppenverkleinerung) an – die Währungsunion in ihrer jetzigen Form ist fundamental dysfunktional. Das war hier aber nicht sein Thema.

      Und jetzt reden wir mal über Demokratie. Mich macht es regelrecht wütend, auch von intelligenten Linken dreimal am Tag zu hören „Der Markt überrollt die griechische demokratische Entscheidung“. Was für ein Bullshit, schlimmer, was für eine Verhöhnung aller anderen europäischen Demokratien! Die Griechen haben das volle und von niemandem in Frage gestellte Recht, über ihre eigenen Angelegenheiten selbst zu befinden. Nur taten sie das gar nicht – sie stimmten über Kredite und Bürgschaften von anderen ab! Diese anderen sind ihrerseits Demokratien – und die griechische Entscheidung über die deutsche, spanische oder slowakische zu stellen, ist nicht Demokratie, sondern Rassismus.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  38. Ach, deshalb
    aus einem Kommentar auf FAZ.net:

    “ Die Unfähigkeit der EU, die griechische Krise zu lösen, steht im
    Widerspruch zu einem zentralen Argument der Rettung, dem Anspruch
    auf europäische Gestaltungsmacht in der Welt.“

    …mein Name sei Ohnemichel!!!

  39. Titel eingeben
    Werter Don,
    danke, danke, danke.
    Das Ausmaß, dieses Irrsinns wird noch deutlicher, wenn man sich vergegenwärtigt, dass gleichzeitig – ohne mit der Wimper zu zucken – EU-Steuergelder in die bankrotte Ukraine gepumpt werden, deren Verwendung nicht kontrolliert werden kann.
    Es ist einfach nicht zu fassen.

    • Und dazu
      höchst demokratisch-/parlamentarisch festschreiben, dass sie nicht
      gewillt sind alte Rechnungen zu bezahlen – eben weil es alte sind.

  40. Schein ohne Wert
    Europa, ein griechischer Mythos zerfällt nun vollends, aufgrund einer Illusion,: gedruckte Scheine. Selbst das Blut der Sklaven durch Frondienste, entlarvt nicht die krankhafte Abhängigkeit der selbstgefälligen Elite an eine Fiktion. Mehr Schein als sein, das Credo einer selbst verliebten Generation, fordert nun seinen Tribut, den Zerfall einer künstlichen Plastikwelt mit all seinen Avataren.

  41. "Terrorismus", "Waterboarding", "Ultimatum"...
    So läßt sich der Schäuble nicht ungestraft beschimpfen.
    .
    Eine Bedingung, die nicht im Protokoll steht, aber von Tsirpas zuerst erfüllt werden musste: Vor der versammelten Mannschaft der Regierungschefs eines seiner Ochi-Plakate zerkauen und runterschlucken.

  42. Scham
    Schon lange habe ich mir geschmeichelt, verhärtet und illusionslos genug zu sein, aber jetzt hat diese Regierung es doch geschafft: Ich schäme mich für mein Land.

    • Titel eingeben
      Lieber Herr Drommert,
      Ihr Kommentar wird Ihnen vor die Füße fallen, spätestens, wenn Sie in einigen Jahren Grundsicherung beantragen als Lohn für Ihr Arbeitsleben.
      Nachdenklichen Abend noch

  43. Kaum historischen Parallelen
    Auch wenn die Selbstgeisselung uns im Blut liegt, ich sehe hier keine Parallelen, außer sehr hinkonstruierten.

    Seit ich mir von meiner Schwester als Kind geld geliehen habe für Süßigkeiten (von denen ich den Hals nicht voll bekam) weiß ich, dass der Preis für Schuldverhältnisse jedweder Art Unfreiheit ist. Der Grad der Unfreiheit korelliert mit dem Volumen des oder der Schuldverhältnisse.

    Die griechische Elite -Politiker und Aristokraten an erster Stelle- haben sich zunächst in den Euro hineingelogen, sich dann reichlich an den Segnungen seiner Effekte gelabt (niedrige Zinsen) und jetzt sitzen sie in der selbstgebauten, selbstbestückten, selbstverschuldeten Falle der resultierenden Unfreiheit.

    Wenn es um ein „internes“ Thema ginge, würde ich sagen: „Lasst sie doch einfach machen.“ Aber den Preis für das wirtschaftspolitische Versagen Griechenlands sollen und müssen über 250 Mio. EU-Bürger tragen, da finde ich die fiskalischen Unfreiheiten, die man ihnen jetzt zumutet, durchaus angemessen.

    Umgekehrt wäre die Lektion für Europa: mach was du willst, lüge, betrüge, gib das Geld mit vollen Händen aus – im Ernstfall musst du sowieso nicht dafür einstehen. Das wäre wohl auch nicht das richtige Signal an die Partner und die Welt, oder?

    • Eine Antwort wäre sinnlos....
      Von real existierenden Volkswirtschaften und der Macht der Finanzwelt haben sie noicht die geringste Ahnung.

      Also nur soviel: So wie zwischen ihnen und ihrer Schwester läuft da ganz und gar nichts ab.

    • Religiöse Irrungen
      Schuldverhältnisse sind Glaubensbekenntnisse.

      Für Menschen, für die Freiheit ein Wert darstellt, haben keine Ahnung, was Freiheit überhaupt ist.

  44. Lösung
    Sehr geehrter Don,

    wie lautet denn Ihr Vorschlag zur Lösung? Einfach weiter Geld hinschicken? Über den Länderfinanzausgleich und Berlin wettern Sie, aber bei Griechenland möchten Sie es genau so handhaben wenn ich es richtig verstehe?

    Grüße, DocSnyder

    • Schuldenschnitt für Griechenland, Italien, Portugal, Zypern und Spanien auch auf kosten der Shareholder, geplante und sinnvolle Aufteilung des Euro in zwei oder drei Zonen – oder eben ein Austritt des grossen Störfaktors Deutschland. klingt alles mies, aber was war jenseits von Deutschland so toll an den letzten sieben Jahren?

    • Ja, so banal ist es.....
      Don,
      natürlich muss man bei ihren Texten immer davon ausgehen, dass nicht alles unbedingt tatsächlich genau so ihre Meinung ist.
      Aber die hier angebotene Lösung wäre natürlich die richtige, wenn sie auch ein paar Jahre zu spät kommt, und mittlerweile wegen der Inkompetenz der Politiker wohl um ein vielfaches teurer ist.

      Das Problem ist natürlich, dass es das Ende der gegenwärtigen Politiker wäre. Sehen sie vor dem Hintergrund unseres Wissens über Weimar irgendwo kompetente und akzeptable Nachfolger? Oder wird es das Ende der Illusion der Demokratie, wenn nur noch die völlig Blinden wählen gehen, und alles so weiterläuft wie bisher?

    • "oder eben ein Austritt des grossen Störfaktors Deutschland"
      Auf Ihren Beitrag zum Austritt des großen Störfaktors Deutschland bin ich gespannt wie ein bunter Regenschirm. So ein Beitrag wäre interessantes Feuilleton.

  45. asdf
    Witzig ‚vertraut uns‘ – ja wäre schön wenn man den Griechen vertrauen könnte. Dummerweise ahben die aber in den letzten 20 Jahren nur gelogen und betrogen.

    Wie soll man denen vertrauen?
    Also machen die erst ihre Hausaufgaben und dann gibts hilfe. Ich seh da jetzt keine Kanonenbootpolitik. Das ist einfach nur vernünftig.
    Immerhin will man die nicht über Jahrzehnte hinweg alimentieren. Die sollen auf eigenen Füßen stehen können, und wenn dann ein Volk das in Schwierigkeiten gerät, aufgrund äußerer Umstände , kann man dem Helfen auch mit einem ‚wir vertrauen euch‘.

    Aber die Griechen? no way – ehrlich gesagt könnt mich atm echt kaum noch was weniger interessieren, als wenn irgendwie, irgendwo ein Grieche keine 60 Euro von der Bank holen kann.

  46. Pseudo-Moral
    Zahlen haben keine Moral. Wenn man versucht, diese Zahlen mit einer Moral zu beugen, beginnen die Probleme. Wäre der Grexit auch so schlimm gewesen, wenn man ihn vorher nicht zum Tabu aufgebaut hätte? Und dies ist das eigentliche Problem der Griechenland-Politik der vergangenen Jahrzehnte: Dass Sachentscheidungen von einer Pseudo-Moral getrieben werden, aus gut/schlecht wird gut/böse gemacht.

  47. Griechenland wollte es so
    Es gab eine Alternative, die Griechenland aber nicht wollte: den Grexit.
    Griechenland hätte nationale Souveränität über seine Währung zurückerhalten etc. pp.
    Doch man wollte im Euro bleiben. Der beruht auf gewissen gemeinsamen Grundwerten, etwa auf milder Austerität und überhaupt auf einem handlungsfähigen und -willigen Staatswesen. Den Weg dorthin beschreibt die gemeinsame Gipfeleinigung, der auch der griechische Repräsentant zugestimmt hat.
    Das ganze „Putsch“-Gerede ist daher Unsinn. Niemand hat Tsipras mit vorgehaltener Waffe zu irgend etwas gezwungen. Er hat vielmehr die Option auf Zugang zu abermals weiteren Hilfsmilliarden erhalten und ist der Sieger der Veranstaltung, da er seinen Wunsch „Euro-Verbleib“ auf der Tagesordnung gehalten hat. Seinen weiteren Wunsch „auf ewig Milliardengeschenke ohne jegliche Auflagen“ hat er nicht durchsetzen können, aber man kann nie alles bekommen.
    Noch einmal: Tsipras hätte einfach den Gipfel (und den Euro) verlassen können. Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Kroatien haben ebenfalls keinen Euro.

  48. Kapiert es endlich!
    Frau Merkel regiert euer Land nicht, sie verwaltet es nur. Wann werden euch denn endlich eure Augen aufgehen? Frau Merkel zerstört Europa, und auch den eigentlich guten Ruf der Deutschen. Vor ein paar Jahren habe ich noch viel von euch gehalten, anständig, pünktlich, freundlich, objektiv, zurückhaltend. Aber was ihr Deutschen seit ein paar Jahren (seit Merkel) anrichtet, kann man als Aussenstehender nicht verstehen. Lest bitte einmal ausländische Zeitungen… die ganze Welt sagt euch doch schon, dass die Sparpolitik ein Fehler war! Wieso kapiert ihr das nicht? Ihr werdet überheblich, machtbessesen und besserwisserisch. Bitte ändert das wieder, dann kann man euch auch wieder lieb haben. So leider nicht!

    • Aaaaah... ein ganz Schlauer....
      „Bitte ändert das wieder, ….“

      Sie können uns auch sicher ganz genau erklären, wie man das macht. Also bitte nicht in der Theorie, oder gar ihrem Kopf, sondren in der real existierenden Welt.

      WENN DAS MÖGLICH WÄRE, DANN GÄB ES DAS PROBLEM GAR NICHT!

    • Was andere denken oder tun...
      …sollte für niemanden ein Maßstab sein. Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass die große Mehrheit für oder gegen etwas war, das sich dann als falsch bis fatal herausstellte. Warum sollte die Griechenlandfrage da ausgenommen sein?

  49. Bankenrettung vs. Hilfe fuer Griechenland - nur so zum Vergleich
    Die Eurogruppe ist also nicht in der Lage gewesen, dass wirtschaftlich eher unwichtige, aber kulturell umso bedeutendere Griechenland mit Entschiedenheit vor dem Bankrott zu retten und ihm gleichzeitig eine Zukunftsperspektive zu geben.

    Während der Bankenkrise wurden innerhalb kürzester Zeit erstaunliche Beträge bewilligt, um staatliche wie auch private(!) Finanzinstitute vor der Pleite zu bewahren. Innerhalb der gesamten EU wurden insgesamt 5.086 Billionen EUR zur Verfügung gestellt, von denen Banken immerhin 1.612 Billionen EUR in Anspruch nahmen. Allein in Deutschland belief sich das „Rettungspaket“ auf stattliche 646 Billionen EUR, von denen wiederum satte 259 Billionen EUR abgerufen wurden (Zeitraum 2008-2011).

    Das kleine Griechenland aber, und die Millionen Menschen dort, kann man nicht derart groszügig Hilfe gewähren? Was für ein widerliches System haben wir uns da geschaffen?

    • Sie haben a) Milliarden mit Billionen verwechselt und b) einfach übersehen,
      dass wir nach den schwedischen Erfahrungen das meiste oder alles dieser Bürgschaften und Kredite wiedersehen werden, für Griechenland wäre ich da weniger zuversichtlich.

      Sonst ein schöner Rant. Die übliche Mischung aus Vorurteilen, Unkenntnis, falschen Zahlen und Selbstgeiselung. Für mich ein Anlass zum Fremdschämen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  50. Titel eingeben
    Daß ausgerechnet der Krugman sich diesen linksromantischen Hashtag umhängt wie einen Siegerkranz überrascht wenig. Daß der Hausherr da nun in die Kerbe springt und auch schon das 4. Reich aus dem so banal mit häßlichen Betonkästen wiederaufgebauten neuen Berlin heraufziehen sieht, das überrascht dann angesichts vieler anderer Texte in diesem Blog doch etwas.

    Natürlich ist das alles gerade wenig erbaulich, wie die Welt sich drastisch verändert, und nicht wirklich zum Guten. Man möchte ungern im Korporatismus enden, oder noch schlimmerem. Und ja, in einer idealen Welt hätten längst alle in Brüssel einen Energiekreis gemacht, der Kontinent duftete seit Jahren nach Rosen duften und die Europäer hätten sich wahnsinnig lieb und den humorlosen Teutonen wäre für ewig ihr rechthaberisches und besserwisserisches Wesen verziehen. Leider ist die zumeist unfeine Realität ein hergelaufenes, verwahrlostes Mistviech, und der Umgang damit gestaltet sich dann meist doch etwas schwieriger als es die verstimmte Trompete eines bestimmten Teils angloamerikanischer Interessen vermuten läßt.

    Die Bonner Republik ist güldene Vergangenheit. Ruhmlos in der Spree ersoffen, quasi. Man kann das finden, wie man will, man kann Berlin gräßlich finden und die katastrophale Vergangenheit immer und immer wieder als Monster an die Wand malen, das jederzeit wiederaufzuerstehen droht. Ich für meinen Teil warte noch ab und beobachte die aktuell allzu vielschichtigen Entwicklungen – eine wirklich abschließende Meinung zum aktuellen Geschehen und der Zukunft des Landes und seines Umgangs mit der Welt wage ich noch nicht zu äußern.

    Die zu Teilen schwer überfrachtete Verklärung des heutigen Griechenlands hinsichtlich einiger antiker Ruinen und Denker erschwert im Übrigen massiv eine realistische Sicht der aktuellen Geschehnisse. Die heutigen Griechen haben mit den Erfindern der Demokratie in etwa so viel gemein wie die heutigen Bewohner von Worms mit den Nibelungen.

    Anmerken möchte ich noch, zaghaft, daß Silberkännchen doch eher nicht ins sozialistische Studentenkollektiv passen. Man sollte schon Wert darauf legen, wo man seinen Tee trinken möchte, und in welcher Form.

    • Geschwurbel einer realistischen Sicht
      Mathematik ist die Urmutter aller Ideologien, denn diese handelt ausschliesslich von und mit unveränderlichen Idealen.

      Ach ja, die stammen ja von den Griechen.

  51. Kein Naturgesetz
    Deutschland hätte sich auch komplett raushalten können aus den Verhandlungen, wenn Frankreich, Italien, Spanien und die anderen Euroländer für den ESM-Anteil Deutschlands eingestanden hätten.
    Das schien aber auch keiner zu wollen. Also war Deutschland als größter einzelner Geldgeber gefragt. Und dabei ist es wie bei jedem Bankkredit: Man muss sich wohl nach den Bedingungen der Bank richten, wenn man einen Kredit von ihr möchte.

    Wundert sich niemand, dass mit keinem Wort das riesige Vermögen der griechisch-orthodoxen Kirche erwähnt wurde? Wenn sich die anderen EU-Länder solidarisch zeigen sollen mit GR – warum tut es dann nicht auch die „eigene“ Kirche? Die hätte dem ESM Grundpfandrechte für ihre wirtschaftlich nutzbaren Ländereien stellen können. Und wir reden über ein Gesamtvermögen von ca. 200 Mrd. €.

  52. Schröder/Fischer
    Waren es nicht Schröder/Fischer, die Jugoslawien bombardierten und die zögernden Europäer auf Linie zwangen?

    Mit Staatsstreichen in souveränen Ländern kennen sich die USA doch am besten aus, liebe NYT.

  53. Sorry, aber das war völlig daneben
    Ich seh hier keinen säbelrasselnden pickelhaubentragenden Hegemon, der anderen europäischen Völkern seinen Willen aufzwingt. Sondern nur eine treudoofe Melkkuh, die mal wieder einen höheren zweistelligen Mia-Betrag als „Kredit“ hergibt und so tut, als glaube sie, dass „Reformen“ stattfänden und jemals irgendwas zurückgezahlt würde. Obwohl das natürlich alles Blödsinn ist, die Idee mit dem Privatisierungsfond zB, der 50 Mias bringen soll, wurde schon 2011 beschlossen und hat nichts gebracht

    • Fielmann Besuch?
      „Ich seh hier keinen säbelrasselnden pickelhaubentragenden Hegemon“

      Fielmann Besuch fällig?

  54. muß man sich betrügen lassen?
    Wenn sich jemand von einem anderen Geld leiht, dem er vormacht, er werde es zurückzahlen, und ihn glauben macht, er könne das auch, wohl wissend, daß dies nicht wahr ist, dann ist er ein Betrüger. Wenn er damit schließlich auffliegt, und daraufhin neues Geld Geliehen haben will, aber gleichzeitig nicht mehr verbergen kann, daß er weder Willens noch in der Lage ist, es zurückzuzahlen und daran auch nichts ändern mag, was ist er dann? Freundlich könnte man ihn als betrügerischen Traumtänzer bezeichnen, auch Schmarotzer wäre passend. Seine Gläubiger, die dieses Spiel mitspielen, sind Naivlinge, aber genausowenig Täter wie der Schuldner Opfer ist. Diejenigen, die dieses Geld erarbeitet haben, werden es jedenfalls nicht ausgeben können- das machen jetzt andere. Was soll daran gut sein?

    • Nein, man muss sich nicht betrügen lassen. Man könnte aber überlegen, welches Verhältnis für die eigenen Ziele das beste ist. Dann wird man langfristig vielleicht auch weniger betrogen.

    • Wohl wahr, lieber Don.
      Ich bin mir allerdings nicht sicher, inwieweit wir bei einem griechischen Schuldenschnitt ungeschoren davonkommen würden oder die amerikanischen Freunde dann an unsere Tür klopfen. Das weiß Herr Dr. Schäuble besser. Aber langfristig betrachtet, sehe ich das auch so wie Sie. Das Experiment Europa ist gescheitert; nicht zuletzt an der ewigen Leier von Deutschland als Störenfried. Wenn die anderen das eben so sehen wollen, werden wir nichts daran ändern können.

  55. Krokodilstränen
    Jetzt hab ich mich doch von Fefe glatt mal dazu verführen lassen, einen Beitrag auf den FAZ-Seiten zu lesen – und wurde wieder nicht enttäuscht: Alle meine Befürchtungen sind übertroffen worden!

    Da lamentiert jemand über einen angeblich jüngst erfolgten Wechsel im Stil der deutschen (Aussen-) Politik. Jemand, der mindestens seit dem Vernichtungsfeldzug der Breuel/Sarrazin/Köhler/Schäuble-Treuhand in den „Ostgebieten“ unter einem Stein geschlafen hat. Jemand, der über Politikstil jammern kann, wenn Kinder hungern, Millionen Menschen keine medizinische Versorgung und Millionen junger Menschen keine Lebensperspektive mehr haben.

    Hat der Verfasser von der (Aussen-) Politik der alten BRD nichts mitbekommen als Adenauers, des Hitler-Bejublers, Reise nach Moskau oder Brandts Kniefall? Nicht von Unterstützung für den iranischen Shah, für deutsche Nazis in Südamerika, für faschistische Menschenschlächter (Strauss & die Jungspunts vom „Andenpakt“ bei Pinochet … anyone?), für Kriege von Vietnam über Golf 1, 2, ff. und „Farben“-Revolutionen weltweit?

    Oder hat ihn das nur alles nicht tangiert?

    Ach ja, er schreibt ja für die FAZ. Was mach‘ ich hier eigentlich? Windmühlen bekämpfen vermutlich. Aber Windmühlen, die Menschen zermahlen, denen man zuvor Getreide und Brot weggenommen hat!

    • Es hat noch keinen umgebracht, mal eine andere Meinung zu lesen – insofern Danke für ihre aufmerksamkeit und Meinung.

  56. Fahrt Ihr eigentlich nie ins Ausland?
    Mir ist schleierhaft, warum man auch 2015 immer noch denkt, wir die Deutschen müssten uns „Vertrauen“ oder gar Freundschaft? erarbeiten. Überhaupt: Andere sollen uns gern haben, nicht fürchten, wollen, schätzen, haben wollen. Klein müssen wir sein, jawohl, offen die Herzen und die Grenzen, und die Geldbörse, die – sowieso.

    Tja, frage ich mich, mache ich jetzt, was mein Chef will, weil der mich gern, ja lieb hat, oder, weil er in der Personalabteilung anrufen und mich feuern lassen kann, wenn ich ihm nicht mehr passe? Will ich überhaupt, dass er mich gern hat? Soll ich mich jetzt klein machen oder er? Am Ende ist er mein Chef. Ich habe mir ihn nicht ausgesucht, er ist ein guter Facharbeiter, das respektiere ich, und wie alle dieser Sorte keine gute Führungskraft. Solange er denkt, ich bin gut, ist es gut.

    Wir Deutschen, wären wir normal (was wir nicht sind, man lese im Stil-Teil von faz.net den Kommentar zur neuen Sandalen-Herrschaft im Sommer) wüssten: Respekt kommt nicht aus Sympathie, sondern ist eine Gemisch aus Erfahrung und knallhartem Kosten-Nutzen-Abwägen des anderen über die Kosten einer Missachtung und eignem Nutzens. Daher sind immer jene Nationen ganz gut dran, die man fürchtet und nicht liebt. Amerika zum Beispiel, England mit Abstrichen auch. China. Mag das einer, hat man es gern? Ja, auch Russland; dass es ihnen nicht gut geht, haben sie sich selbst zuzuschreiben mit ihrem Vulgärkapitalismus auf Oligarchen-Basis.Aber alle fürchten sie, das ist gut für sie. Für Deutschland wäre es daher am besten, die anderen in Europa achten uns und fürchten uns ein bisschen. Dann, und nur dann, werden sie uns nicht ausnehmen und Clemencaus Les boches payera tout würde nicht jede Woche von neuem aufgeführt.

    Ich führe diese charakterliche Deformation von uns Deutschen aber nicht auf das 3. Reich zurück, erst recht nicht auf den Kaiser. Das kommt schon aus dem 30jährigen Krieg. Damals wurden die Grundlagen des heutigen deutschen Nationalcharakters gelegt. So schnell ändern sich Völker nicht.

    • Titel eingeben
      Man sollte nein sagen können, und zwar schon zu Anfang. Dreimal einen Finger gegeben und schon ist die halbe Hand weg und der moralisch auftretende Anspruch der anderen da, dass es gefälligst immer so weitergehe.

      Aber das Neinsagen genügt dann auch schon, man muss nicht noch dazu den Schläger im Viertel geben, das ist sogar sehr schlecht, wegen der bekannten Mittellage. Dieser Anspruch, doch noch auf seine verlorenen Kosten zu kommen, indem man in fremde Länder hineinregiert, ist höchst verderblich. Dabei kommt erwartbar nichts heraus außer Hass.

      Gegen den Schuldenausfall bei souveränen Staaten gibt es kein anderes Mittel als deren Angst, später keine Kreditgeber mehr zu bekommen – anderenfalls sind sie nämlich gar nicht souverän. Dass ein Staat bekundet hat, freiwillig auf seine Souveränität verzichten zu wollen, besagt noch gar nicht, dass er sie sich nicht nachher wieder nimmt. Vernünftigerweise übrigens, jedem ist die eigene Haut näher als das Hemd.

      Im übrigen glaube ich nicht, dass die Haltung des letztlichen Kleinbeigebens, die Sie beklagen, aus dem 30jährigen Krieg stammt. Zur Zeit der Monarchen war Friedrich II. von Preußen ja nun nicht gerade ein Mucker, es gab im Bürgertum der Zeit große Friedrichsschwärmer, und auch zu Zeiten, wo die Volksstimmung für die Politik viel größere Bedeutung bekommen hatte, war das nicht gerade immer so, vgl. etwa das wilheminische Deutschland mit seinen Sedansfeiern.

      Aber man ist natürlich durch zwei verlorene Weltkriege schon ein gebranntes Kind. (Durch zwei gewonnene ganz entsprechend ein verwöhntes und dreistes.) Der Denk- oder besser Empfindungsfehler ist jedoch beidesmal die moralische Weltsicht. Als ob es auf der Welt und zumal zwischen Staaten je moralisch zuginge! Natürlich, für den jedesmaligen Sieger vermeintlich schon, der eben seine ihn begünstigende Moral durchgesetzt hat. Was dann sein Volk verblendet.

      Für ein illusionsloses Weltbild finden sie nirgendwo viele Anhänger; es macht den meisten zuviel Angst, in diesen Abgrund zu blicken, damit könnten sie nicht leben – und also glauben sie kontrafaktisch. Für die wohlgemuten Sieger bei der letzten Runde also: Wir werden gewinnen, weil wir im Recht sind. Und für die gebrannten Verlierer: Wenn wir nur brav und lieb sind, dann geschieht uns schon nichts.

    • Doch
      den 30-jährigen Krieg halte ich auch stilbildend für den deutschen Nationalcharakter.

  57. Von der Ursache! des Problemes
    Leider muss man feststellen, dass der in dem Artikel beschrieben Eindruck beim den, und ich betonen im Gegensatz zum Autor Völkern Europas, entsteht. Die Ursache des Probleme wir aber seit fünf Jahren von niemandem erkannt. Wir alle verkennen, dass jedes einzelnen Volk in Europa von einer demokratisch gewæhlten Regierung regiert wird. Deshalb ist jede griechische beschwerde über korupte Politiker, die am Übel schuld seine widersinnig, da sie selbst dies Politiker an die Macht gebracht haben anstatt sie ab zuwählt. Da alle Völker Europas sich selbst regieren, war es!von Anfang an falsch die Haftung für die von den gewählt Politikern verursachte schulden auf die anden Völker Europas abzuwälzen. Denn im gegen Zug für niedrige bis nicht vorhanden Zinsen gelangten diese die lange überfälligen reformen, die man Notfall den unwilligen Völkern auch aufzwingt. (Z.b. man diktiert den griechischen Parlament was es. Zu beschließen hat).
    So wurde der gerechtfertigte Zorn auf die eigenen Politiker auf die „hilfsbereiten Völker“ umgelenkt. man Frage doch einmal die jungen Menschen in Grichenland, Spanien… Was Europa fùr sie bedeutet. Die Antwort wird sein Arbeitslosigkeit und Sparmaßnahmen. Aus den größten Fridens und der Völkerverständigung Projekt ist so eine Zeitbombe des Hasses geworden. Die Antwort auf diese Krise muss endlich lauten zurück zur Eigenverantwortung.

  58. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen..... oder das hat Schaeuble am Wochenende
    leider falsch verstanden. Fremdschaemen ist angesagt fuer das, wie das abgelaufen ist – diese Art der Auftritte schadet uns, da hat der Don schon Recht; dass unsere Regierungsdarsteller immer noch nicht verstanden haben, dass der Rest der Welt nicht so sein und leben moechte wie wir. Und weil die immer noch daran traeumen, siehe Titel, glauben sie auch, der euro sei eine gute Idee…. Was er nicht ist, aber das ist fuer einen anderes Mal.

    Dieser Irrglaube, die Welt koenne nur so wie bei uns funktionieren, und „alles“ zu tun, damit die Anderen das endlich einsehen, DARAN scheitern unsere Regierungdarsteller, und damit werden sie uns die Reputation versauen….. Wer heute die internationalen Zeitungen, insbesondere im anglo-amerikanischen gelesen hat, ist noch mit fremdsachaemen beschaeftigt.

    Und das perverse (und das meine ich so) and der Logik Berlins und des daraus folgenden Verhaltens ist, das es „self-inflicted“ ist. WEIL Berlin glaubt, alle muessen nach unserer Facon gluecklich werden, und im Zweifel dazu gezwungen werden… (Hubris, wir wissen es besser) – kommen solche monumentalen Peinlichkeiten zustande. Wenn die Griechen nicht so sein wollen wie wir, bitte schoen, sollen sie nach ihrer eigenen Facon gluecklich werden, aber dann bitte auch Verantwortung fuer die eigenen Entscheidungen uebernehmen und die Konsequenzen jammerfrei ertragen.

    Was naemlich auch nicht geht, ist immer wieder auflagenfreie Geldgeschenke zu erpressen (wie im Moment) und diese Geschenke dann im Korruputionssumpf versickern zu lassen.

    Wir koenenn dies Sumpf nicht fuer die Griechen beseitigen (so wie am Wochenende anscheinend versucht wurde) – wenn die EU das Macht, wird das nur Widerstand gegen die Besetzung (rightly so) hervorrufen – und das ganze hintertreiben.

    Das muessen die Griechen selber machen. Wenn ich die Presse richtig lese, hat die „Einigung“, keine 16 Stunden nach ihrer Verkuendung, schon keine Unterstuetzer mehr, die Finnen wollen nicht mitmachen und auch in Athen regt sich Widerstand. Und ich gehe davon aus, dass die gr. Banken bereits irreparabel ramponiert wurden, in den letzten zwei Wochen; wenn der „Deal“ nicht Ende der Woche da ist, muss die ELA mindestens um ca. 20-40 Mrd aufgestockt werden, und dafuer sind keine Sicherheiten da… etc pp. Der „Deal“ wird so nicht kommen…..

    Aber die letzte Nacht hat enthuellt, auf welch toeneren Fuessen die EU steht, wie fragil die Achse Berlin Paris ist; und vor allem eins: bisher wurden Konflikte in der EU mit (viel) deutschem Geld geloest; das griechische Fass ohne Boden ist dafuer zu gross – und keiner hat einen Plan B, aka einen Resolutionsmechanismus ohne dt. Geld. Darum geht es, und nicht um Griechenland.

    • Titel eingeben
      Eben. Hat es Norditalien in 150 Jahren geschafft, die klientelistischen Strukturen in Süditalien und die dortige Unterentwicklung zu beheben? – Das wäre sicher genehm gewesen, aber es ging nicht. Würden wir deshalb in Griechenland bessere „Entwicklungshelfer“ sein, von dem wir noch weniger wissen ? – „Hoppla, jetzt kommen die Deutschen, nach deren Wesen …“ usw. – Was für ein hoffärtiger Glaube und welche Dummheit! Die dann notwendig mit fremdem und eigenem Hass endet, denn wir (hier können beide Parteien eingesetzt werden) können ja nicht schuld daran sein.

      Die übliche „europäische Methode“ wäre, alle Jahre wieder einen Sonderfond aufzulegen, das Problem mit Zinsen in die Zukunft zu verschieben und nebenbei alle immer unverantwortlicher in ihren eigenen Angelegenheiten zu machen.

      Und wenn das nicht mehr geht – ist das gut so.

    • Kann ich nicht verstehen-...
      Also ich finds toll…. Endlich leben wir mal in interessanten Zeiten und nun ist auch das wieder nicht Recht….

      Was man da beschlossen hat müsste ja erst mal durch Parlamente verabschiedet werden. Sowohl beim griechischen als auch beim deustchen kann man da zweifeln. Und selbst dann… Alles was man erreicht ist, dass das Problem wieder einmal ein wenig in die Zukunft verschoben wird. Immerhin kann man bereits (dies NICHT aus Griechenland!) lesen, dass in diesem Kampf zwischen Finanzwelt und Völkern/Staaten das „authentic face is that of Wolfgang Schauble, Germany’s finance minister, an imperial thug.“

      ALso ich finde das alles äusserst unhaltsam.

  59. Zeiten aendern sich halt.
    Lieber Don, Ihre Empoerung ist sehr einseitig. Griechenland ging in den Euro mit gefaelschten Zahlen. Es erhielt Milliardenhilfen und 2012 einen Schuldenschnitt und immer wieder gab es neue Milliarden, dennoch wird ausgerechnet Deutschland als Nazi und haesslicher Hegemon (und letztens als Terrorist) beschimpft. Und Suedeuropa stimmt hin und wieder in den Chor der Nazi-Plaerrer ein, weil sie eben ihre ganz eigenen Interessen verfolgen; solange Schland zahlt, ist es gut, ansonsten zeigen sich die „Freunde“ von einer ganz anderen Seite.

    Nun beschweren sich allerhand Leute – auch Sie – ueber Ultimaten. Dann haette Griechenland eben nicht immer wieder aus den Verhandlungen mit neuen Verzoegerungen und einseitigen Aenderungen gehen oder wie letztens noch so ein doofes Referendum aus dem Hut zaubern sollen, um Zeit zu gewinnen. Wer so agiert, braucht sich ueber Ultimaten und Forderungen nach klaren Verbindlichkeiten nicht zu wundern.

    Und fallen Sie doch bitte nicht weiter auf die Stimmungsmache von Krugman und den anderen Europa-Einhegern aus den USA und UK rein.

    • Die Beschimpfungen konnte man aber bislang leicht zurückweisen. Seit gestern Abend habe ich Probleme, Maggie Thatcher und ihren Sorgen nicht recht zu geben. Das ist das Problem: Dass sich Deutschland selbst in diese Rolle manövriert.

    • Beschimpfungen
      Aber die Beschimpfungen sind doch ziemlich egal – sie werden von interessierter Seite vorgebracht, ob sie nun Substanz haben oder nicht. So ist das politische Geschaeft. Zahlen wir, nennen die Handaufhalter uns „Nazis“, weil wir sie abhaengig machen. Zahlen wir nicht, nennen sie uns ebenfalls „Nazis“, weil wir sie untergehen lassen wollen.

      Und da wir so oder so beschimpft werden, koennen wir auch gerne Ultimaten stellen und Kontrollen ueber die Einhaltung der Abmachungen fordern.

      Zudem: der dauernde Verweis auf einen Moment der Geschichte und daraus gar abgeleitet unsere anhaltende Schuld und eine Pflicht zum devoten Bueckgang ist nicht zu vereinbaren mit anderen Laendern um uns herum („Freunde“), die ihre eigene Geschichte und Schuld keinen Zentimeter aufarbeiten und die ueber unsere Selbstschwaechung nur lachen. Immerhin haben sie den „Nazi“-Knopf in letzter Zeit zu oft gedrueckt und die deutschen Zuckungen funktionieren nicht mehr wie in den Jahrzehnten zuvor. Nicht nur Sie, lieber Don, sondern auch diese Laender merken gerade, dass die alte BRD nicht mehr existiert – und sie haben selbst daran ihren Anteil.

  60. Vielleicht sollte der Autor auch einmal das ganze von der anderen Seite betrachten
    Statt so zu tun, als ob die Nazis und die Wehrmacht fröhliche Urständ feierten und die Kohorten wieder in andere Länder einmarschieren, fände ich es angebracht, auch mal das Ganze aus deutscher Sicht bzw. derjenigen aller Geberländer zu sehen.
    Da hat ein kleiner Staat es mittels Tricks und Betrügereien in die EU geschafft, dann durch mehr oder minder dezente Erpressungen immer wieder „cash“ generiert, dieses geld dann allerdings nicht irgendwie sinnvoll investiert, sondern unter seiner Klientel verteilt und damit das uralte System der Patronage ausgebaut. Und dann manipuliert man mit Hilfe einer US-Bank die Bilanzen und lügt sich in den Euro, der damlas wie heute einfach eine zu starke Währung für dieses Agrarland ist. Alle deutschen Regierungen haben zu den o.g. Zeiten eigentlich gewßt, was da gerade abging, aber meinten, so schlimm würde es nicht, da man Griechenland als ökonomisch nicht wirklich relevanmt betrachtete. Das aber eine ganze Volkswirtschaft jahreland über ihre Verhältnisse lebt, ist nun mal Fakt. Und genau dies müssen die Griechen ändern, wollen es aber nicht. Und mit dem verhalten der letzten Monate hat man alle gegen sich aufgebracht, und nicht nur die Deutschen. Jetzt machen die Politiker wieder große Fehler und meinen, ökonomische Gesetzmässigkeiten mit politischen Willen aushebeln zu können. Das ist naiv und wird nicht funktionieren, das Problem wird nur größer und kommt wieder. Bei mangelndem Vertrauen der Geldgeber ist es mehr als angebracht, jetzt klare und eindeutige Formulierungen zu finden und Kontrollmaßnahmen zu etablieren. Was aber hat das jetzt mit der Tirade zu Herrenmenschen und Wehrmacht zu tun? Meines Erachtens nichts, daher ist dieser Blogeintrag im vierten Aggregatzustand, nämlich überflüssig.

    • Ich möchte erinnern, dass es damals grösste Zweifel an Griechenland gab, und die von der EU und der Budesregierung weggewischt wurden. Auch da gehören immer zwei dazu. Man dachte, man könnte das managen. Man hat sich geirrt. Und zugeschaut.

    • Titel eingeben
      Äh, und weil also jemand mit Tricksereien gegen sein Volk gearbeitet hat, sagen Sie also, darf auch jemand von außen mit Tricksereien gegen dieses Volk arbeiten und ihm defakto Gesetze und Regularien aufoktroyren??? Jungejunge, das wird aber äußerst unlustig für mich und Sie, wenn das Schule macht.

    • @Ulrich
      „…wenn das Schule macht.“

      Sie sind ja witzig… sowas ist heute das Normale.

  61. Torte Hellas
    Ja, ja, lieber Don.
    Es ist die Zeit der Narrative.
    Der Opfer/Täter-Narrative.
    Wieder einmal.
    Ist ja auch so schön kuschelig.

    Wenn Tsipras und Varoufakis sich als Herren in der Manege gerieren und Merkel und Schäuble und allen anderen als Clowns vorführen und die Torten ins Gesicht klatschen, dann ist das eben ein sehr gewagtes Spiel. Actio et reactio, oder wie sagt man …?!

    • Titel eingeben
      Tsipras, Varoufakis und ihre Regierung haben lediglich mitgeteilt, dass das so nicht geht, wie die Herr- und Frauschaften aus Berlin sich das vorstellen. Mat hat ihnen nicht geglaubt – und man wird dafür die Quittung bekommen.
      Weil es nicht geht, dass in einem europäischen Land Diabetiker kein Insulin mehr bekommen, weil sie es nicht mehr zahlen können, dass in einem europäischen Land Eltern ihre Kinder in Waisenhäuser bringen, dass sie nicht verhungern, dass in einem europäischen Land die Politik am betroffenen Volk vorbei gemacht wird – nur, um den Hohepriestern des Götzen Mammon eine ausgeglichene Bilanz zu bescheren.
      Wenn das in Europa geht, dann ist das kein demokratisches Europa zum Wohle aller, sondern der Beginn einer grausamen Diktatur: Der Diktatur des Kapitals.

    • Lieber Herr Hinderer, das ist tränendüsenreiche Barbiepuppen-Fantasy!
      Das griechische Bruttosozialprodukt reicht mehr als aus, das Verhungern zu vermeiden und Medikamente in Krankenhäusern zu bezahlen. Wie und bei wem es besteuert wird, wie verteilt und wofür ausgegeben, ist allein Sache der griechischen Demokratie. Die Europäer wollen zur Absicherung von Kreditzusagen mitreden, das ist alles. Und das wollte ich bei einem unsicheren Schuldner auch.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  62. Zauber-Auszubildende
    Man sollte keine Systeme bauen, bei denen alles mit allem zusammenhängt, die sind nämlich nicht zu beherrschen. Und wenn die Politik dann am Steuer steht, klappt das schon gar nicht. In dem Falle haben wir sogar ein Kollektiv von Politikern verschiedener Nationen … also noch weniger fähig und rational.

    Den Deutschen hat man einst versprochen, die EZB werde so unabhängig sein wie die Bundesbank, den Franzosen, sie würde natürlich politisch bei Fuß gehen. Irgendwer musste also jedenfalls sicher betrogen werden, mit Glück – alle zugleich.

    Im Zweifelsfall brauchen auch die demokratischen – sagen wir lieber vorsichtiger: die demokratisch gewählten – Zauberlehrlinge immer einen Sündenbock. Das können selbstredend nicht sie selbst sein, es kann selbstredend auch nicht das Gebaren der eigenen Nation oder Wirtschaft sein – also sind es eben die betrügerische griechische Nation und die deutsch-protestantischen Austeritätssadisten. Denn die zeigen nun mal nicht die Einsicht, dass man es nur so machen kann, wie unsereins es will, was doch allein durch Bösartigkeit zu erklären ist. (Man lese nur nach, was sogar ein recht vernünftiger Mensch wie Emmanuel Todd etwa zum Thema meint.)

    Zugleich kann man in der EU praktisch keine Reform einer einmal getroffenen Regelung durchsetzen – es gibt schließlich immer einen Begünstigten, der auf seinem Recht bestehen wird. Die EU-Integration ist also eine Einbahnstraße, an deren Ende man irgendwann an der Wand klebt. Was man nicht ändern kann, muss man bekanntlich in der Politik zumindest nach außen hin gewollt haben, um dem Publikum den Eindruck der Beherrschung der Verhältnisse zu vermitteln. Besser noch empfindet man auch so, denn ein Heuchler, der es nicht weiß, heuchelt besser. So wird denn die Unkorrigierbarkeit des Eurosystems hierzulande sakralisiert – immer noch die beste und die übliche Methode, sich gegen Kritik zu immunisieren, denn Kritiker sind dann Häretikern und also böse. Klappt gut, wenn man dem Pöbel erst einmal den Glauben eingepflanzt hat, der gewöhnlich erst eine Überzeugung übernimmt und allenfalls danach eine Begründung hören will. Das Bauchgefühl macht sichert, aber wenn der Magen dann grimmt? Solange der allgemeine Glaube trägt, indem das Publikum sich nicht zu sehr in seinen Interessen betrogen siegt, gut, wenn nicht mehr, wird man die o.g. Sündenböcke brauchen.

    Teilweise ist es ja schon soweit. Wie soll Griechenland Schulden bedienen, wenn es durch fehlende Konkurrenzfähigkeit ein riesiges Außenhandelsdefizit hat? Schließlich hat die Euroeinführung das ohnehin schon wenig industrialisierte Griechenland weiter desindustrialisiert. – Aber nein, es liegt natürlich nur am griechischen Unwillen! (Ich wollte übrigens auch nicht gerade darauf setzen wollen, dass es andernfalls anders wäre.) Für den jeweils nationalen ideologischen Konsum taugt solche Sicht auf Zusammenhänge und daran hängende Ambivalenz der Dinge natürlich nicht. Dass es immer so kommt, sollte man als Politiker, der sich ja zu einem großen Teil selbst mit Meinungsmache beschäftigt, eigentlich gefälligst selber vorher wissen. Welcher vernünftige Mensch macht denn einem Vertreter auf, der gleich den Fuß in die Tür stellt?

    Die Chose wird also früh oder spät an die Wand laufen, mit außenpolitischen Weiterungen. Vielleicht wird man einen Ablenkungskrieg brauchen? (Gibt es auch in Demokratien, keine Sorge!) Die bei allem unvermeidlichen Leid ironischste Wendung wäre es, wenn erst Frankreich wegen Überschuldung oder innenpolitischer Probleme am tiefsten Punkt aus dem Euro aussteigen müsste, und dann die deutsche Exportwirtschaft nicht nur den angenehmerweise systematisch zu tief stehenden Euro als Währung verlöre, sondern auch noch die Freihandelszone EU, weil im Zuge der EU-Krise selbst diese vor dem Euro noch unfragliche Integration abgebaut würde. Hey, werde ich da schmunzeln!

    Und wenn dann ein Teil des vielbeschworenen, inzwischen verarmten und davon wildgewordenen deutschen „Mittelstands“, man hatte das ja schon mal so ähnlich, eine Frauenleiche in den Spreebogen werfen sollte, werde ich mir zu Hause einen schönen Nachmittag mit dem ersten Kapitel des Schwejks machen. (Es ist zwar nicht so sonderlich lang, aber es wird halt so lange dauern wegen der Lachanfälle.) Schlimm wäre allerdings, wenn in der Weltstadt Berlin die Laternenpfähle unkonventioneller Verwendung zugeführt würden. Denn Berlin ist halt Berlin, ich zweifle also, ob die dort genügend Tragfähigkeit besäßen, und dann gehen diese Bilder in die Welt von deutscher zusammenkrachender „Qualitätsproduktion“ – nein, da sei Gott vor, dass etwa die deutsche Exportwirtschaft einen Nachteil davon hätte, also das geht ja nun gar nicht!

    Alles eine Narrenposse. Betrogene Betrüger allerorten und über den Tisch gezogene Einfaltspinsel – wie es sich für ein Lustspiel gehört.

  63. Lieber Don Alphonso
    gern können Sie Ihr Vermögen den Griechen übereignen. Das steht ihnen frei. Wenn die – zweifelsohne vermögenden – der alten Bundesrepublik gern Griechenland beschenken möchten, so tut es. Aber ich, ich bin nicht bereit den Griechen die uns betrogen und belogen haben nur einen Cent zu schenken. Mögen sie uns Nazi nennen – na und? Wenn die Erpressung nicht funktioniert dann lassen sie es auch wieder. Das Bild des „hässlichen Deutschen“ ist der Popanz uns zu erpressen, denn wir schulden denen gar nichts. Ich habe kein Vermögen, ich baue es gerade auf, von daher zum Schluß: „Die erste Generation erarbeitet es (Anm. das Geld), die zweite verwaltet es, die dritte Generation verprasst es!“ Mit der Griechenlandspende können sie das verprassen gesundheitsförderlicher gestalten.

    • Naja, wer aus dem Osten kommt, der wurde noch ganz anders belogen als die Griechen oder die Deutschen von „den“ Griechen… ich sage ja auch nicht, dass man sie mit Geld bewerfen soll. Aber man kann Dinge mit und ohne historisch kontaminierte Strategien machen. Das ist der Haken an der Sache, und der wird für uns Folgen haben. Niemand mag Pickelhauben.

  64. S-Z
    Ich möchte wirklich nicht trollen und vllt. bin ich auch einfach zu unbedarft mit den Erfordernissen der Online-Arbeit, aber weshalb vermisse ich regelmäßig das deutsche Sonderzeichen „ß“ an Stellen an denen es vorgesehen ist?

    […]waren in höchstem Masse [sic!] unerbaulich.

    Ich jedenfalls kenne keine Masse (mask.)

    Bitte um Aufklärung

    • Titel eingeben
      Das „ß“ ist aber gar kein Sonderzeichen, sondern ein schnöder Buchstabe.

    • Werter "gats"
      In einigen, sehr wenigen Foren, zB hier, geht es bei den Diskussionen um die Inhalte.

      Sollten sie tatsächlich Probleme haben, z.B. einen Satz oder eine ganze Idee, gar ein Argument nicht verstehen, weil sein Autor „ss“ statt „ß“ benutzt, dürfen sie mich geren per e-mail um Hilfe bitten.

  65. Politiker die geliebt werden wollen sind gefährlich
    Und Politiker die den Konflikt scheuen, haben ihren Beruf verfehlt. Und die wohlfeilen Ressentiments aus dem Ausland sollten uns herzlich egal sein. Vor allem wenn sie aus Griechenland kommen. Die haben flott gelebt auf unsere Kosten und beschimpfen uns jetzt, weil nicht weitere unbegrenzte Kredite geben wollen.

  66. dr. abge.kupfert.
    Eine traurige, aber leider zutreffende Analyse. Die Banken haben wir ja vor ein paar Jahren noch mit Samthandschuhen angefasst, aber jetzt geht es ja nur um normale Menschen…

  67. Versailles II
    Die Geschichte lehrt uns, daß uns die Geschichte nichts lehrt.
    Europa bekommt zum zweiten Mal Versailler Verträge.
    Hoffentlich nicht mit den gleichen Auswirkungen.

  68. Guter Text, danke!
    Die Schäubleversteher im Lande sehen beifallklatschend zu, wie die EU untergeht. Frau Merkel sagte vor einigen Wochen, man hätte sich für eine Stabilitätsunion entschieden – und eben nicht für eine Transferunion. Aber Union ohne Transfer, das wird nicht klappen. Oder sollten wir vielleicht Berlin und Bremen demnächst 5 Jahre lang aus dem Euro ausschließen? Mir scheint die Vorgehensweise der Damen und Herren Regierungschefs der nördlichen Länder jedenfalls weder ökonomisch noch politisch durch langfristiges Denken geprägt zu sein. Sie erinnert eher an einen mittelprächtig profitablen börsennotierten Konzern, der auch nur drei Monate lang nach vorne plant.
    Insgesamt war das schon ein ziemlich schwarzer Sonntag, nicht nur für die Griechen.

    • Titel eingeben
      Die Währungsunion ohne Transferunion funktioniert in der Tat nicht. Aber eine Währungsunion mit Tranferunion würde Deutschland jährlich mindestens 8 % des Bruttosozialproduktes kosten. So nach einer Rechnung von Jacques Sapir (http://russeurope.hypotheses.org/4100), der sicher kein besonderer „Deutschlandversteher“ ist. Und es würde hierzulande zurecht keiner mehr glauben, das seien doch „nur Bürgschaften“. Geht also auch nicht. Folglich – Rückbau. Oder sich weiter durchlügen, bis die Blase im fauligsten Zustand platzt, damit das alles als Fatalität über einen kommt? „Wir haben ja alles probiert, selbst als wir nicht mehr daran glaubten.“ Erwirbt man sich mit solcher Verleugnung Verdienste? Wäre das rationale Politik?

  69. Pingback: Pickelhauben-Merkel ersetzt Brandt auf Knien : Mathias Broeckers

  70. Ob Spengler da noch reicht?
    Vielleicht muss man ernsthaft wieder über Marx und Kommunismus diskutieren – so weit wie uns diese Gräuelgestalten in die Vergangenheit zurückwerfen, scheint das angemessen. Denn dort, wo diese Halunken hinwollen, verhilft einem Spengler vielleicht nur noch in’s KZ – da braucht es Strategien der Gegenwehr.

  71. Wer ist denn grad wer?
    Man stelle sich vor Adenauer hätte sich in Moskau, Brandt sich in Warschau verhalten wie Tsipras und Varoufakis in den Hauptstädten Europas und dessen Union. Dieses Detail wird hier ausgelassen. Man mag ja sogar recht haben wenn man davor warnt, allzu forsch und frei von Empathie für das Gegenüber den eigenen Standpunkt qua Macht durchzudrücken. Aber zuvorderst sei doch bitte daran erinnert,wer dieser Tage welche Rolle einnimmt. Nicht weil sie von uns zugeiwesen wurde,sondern Kraft eigenen Verhaltens.

    • Der kleine Unterschied ist, dass Tsipras weder Völkermörder vertritt, noch das Elend angerichtet hat, sondern gewählt wurde, weil das Elend beendet werden sollte. Da kann man auch mal anders auftreteh nach nach zig Millionen Toten-

    • Wenn man nun aufrechnen will
      …kann man auch sagen, dafür wird Griechenland auch weder militärisch besetzt, noch geteilt. Will ich aber nicht. Und sie sicherlich auch nicht. Davon bin ich wirklich überzeugt.
      Das die deutsche Demut der Nachkriegszeit eine ungleich „größere“ kausale Basis hatte bedeutet doch nicht, dass eine kleinere völlig davon befreit. Wenn Sie in ihrem Artikel die Dimension der Schuld einbringen, denn auf dieser fußte die deutsche Demut, dann liegt der Löwenanteil dessen in dieser Situation nunmal bei den Griechen. Ich verstehe ja das Sie am Ende bloß einfordern,man solle deutscherseits vielleicht eine Ecke diplomatischer handeln. Und das zurecht,da widerspreche ich ihnen nicht. Wenn Sie aber daran erinnern wie Deutschland dereinst von seinen Siegern aufgenommen wurde um diese Forderung an die heutige Macht zu untermauern, dann spielt die Frage des Auftretens des Schuldigen eben auch eine grundsätzliche Rolle.

    • Verraten sie uns eines, Manuel.
      Wieso haben Leute mit solcher Weltsicht wie Sie, so ungeheure Problem auch mal daran zu denken, dass diese Griechen die Kredite keineswegs mit vorgehaltener Pistole erzwungen haben, sondern dass die Banken diese Banken zu einem Zeitpunkt vergeben haben, als JEDER wusste, dass GR diese niemals würde zurückzahlen können.

      Diese dümmlich selbstgerechte Phrasendrescherei des deutschen Spiessertums kotzt mich wirklich an!

      Es sind Leute wie sie, die solche deustchen Regierungen wählen, also zahlen sie nun auch gefälligst die dabei anfallenden Rechungen ohne mit dem Finger auf andere zu zeigen!

      SIE haben das verursacht!

  72. Dumme Frage: Warum wollten die Griechen denn überhaupt deutsches Geld haben?
    Warum sollen deutsche Steuerzahler für griechische Schulden haften? Was hab ich mit deren Schulden zu tun? Warum bekomme ich jetzt keine Zinsen mehr für mein hart erarbeitetes Geld?
    In diesem Ansinnen liegt doch die Wurzel des Übels. Alle Verwerfungen resultieren aus der Aneignung fremden Eigentums und das hat nicht das Geringste mit Großmachtstreben zu tun. Es ist unmoralisch und aus Unmoral kann nichts Gutes erwachsen. Das ist nicht meine Schuld und auch nicht die Schuld irgendeines anderen Deutschen.

  73. Titel eingeben
    Wenn eine Frau Thatcher auf den Tisch klopfen und „I want my money back“ fordern kann, dann kann das eine Frau Merkel auch. Aber das ist ja alles so demütigend. Sollen die Griechen doch endlich den Bankrott erklären und ihren eigenen Weg (ohne Euro) gehen. Das wäre nicht das erste mal und davon wird die Welt (und auch der Euro) auch nicht untergehen. Es findet sich aber auch niemand der ähnlich viel Geld auf den Tisch legt, vielleicht doch weil es nicht auf Bäumen wächst?

  74. Schade vom Gutbürgerlichen ist nichts mehr da
    Tja, wenn ich mir den Text durchlese (ist das nun ein Abgesang oder einfach nur Selbstaufgabe?) und mir die hilflosen Kommentare durchlese, komme ich zu dem Schluss, daß die Lügenpresse ganze Arbeit geleistet hat.
    Offensichtlich ist man selbst in der gehobenen Mittelschicht nicht mehr fähig die Dinge zu sortieren und richtig zu adressieren.
    Die Zusammenhänge werden verwischt oder nicht erkannt.
    Die Medien entgehen der Kritik an ihrer Propaganda.
    Die Menschen sind unfähig sich zu orientieren, weil sie angelogen, betrogen und benutzt werden.
    Der öffentlich interessierte Mensch, der sich in den MM informiert hat schlicht keine Chance die Dinge um sich herum zu verstehen.
    Überall stehen die „VT-Schilder“.
    Alles Kritik ist von „Putin-Trollen“.
    Die faulen Griechen haben Geld genommen und in Saus und Braus gelebt. Nun wollen die noch mehr Geld.
    Der Michel will daran glauben.
    Der Michel hat Angst das Licht einzuschalten.
    Der Michel hört sonderbare Geräusche, aber er schaut lieber nicht nach.
    Das Gebrabbel der medien verkommt zur immer gleichen Rührseligen Variation von „wir sind die Guten“.
    Tja schade, wir sind es nicht. Weder als Menschen, noch als Deutsche und auch nicht als Europäer.
    Aber wir wollen es besser nicht zu genau wissen.
    Pispers, Die Anstalt das muss einfach reichen. Etwas lachen, etwas Stirn runzeln, aber auf keinen Fall mehr.
    Die Nation verblödet vom Bildungssystem her. Aber keiner will es hören.
    Die Nation verblödet weil die Parteien ihrem Auftrag der Meinungdbildung nicht entsprechen sondern Huren sind, dei nur noch Auftragsarbeit leisten, aber wir wollen es nicht hören.
    Das Recht verkommt. Aber wir wollen es nicht sehen.
    Der Staat verkommt, aber wir schauen weg.

    7000 Selbstmorde in Griechenland in 2014, aber wir schauen weg.
    Merkel und Schäuble im Umfragehoch und keinem fällt etwas auf.

    Dieses Land WILL diese Politik. Seien wir doch wenigstens einmal ehrlich und akzeptieren wir uns, als das was wir sind und das wir tun was wir tun wollen und zu tun bereit sind.

    Wo war der Aufschrei 2014 nach der Münchner Sicherheitskonferenz?
    Kein Aufschrei, denn viele fanden das Deutschland sich schon viel zu lange versteckt hat.
    Verantwortung übernehmen? PFFFFFFFFFF, wir setzen Zeichen!

    Da ist er wieder: DER Deutsche.
    welcome back, viele haben ihr erwartet, keiner hat ihn vermisst

    • Die übelsten 20 kommentare habe ich übrigens gelöscht, so schaut das aus.

    • Hmmmm
      ich weiss nicht was mich mehr erstaunt:

      Sie sind immer noch hier.
      oder
      Sie dürfen immer noch selbst frei schalten.

      Es wird lansam einsam um Sie herum……….
      Wie lange dürfen Sie hier noch den Schellenkai geben?

    • Bezieht sich das auf mich? Einsam, weil die Wirtschaft was anderes schreibt? Ich habe bislang keine negativen Reaktioen gesehen.

    • Titel eingeben
      Wie kann denn das Bildungssystem „verblöden“, wenn es von Pispers´und Schramms Freunden und Kabarettbesuchern seit 40 Jahren kontrolliert wird ?

      Selbstmorde.
      Vielleicht – oh, schrecklich, Fakten – schauen Sie sich doch einmal die WHO-Daten an Die Selbstmordrate beträgt noch nicht einmal die Hälfte der der Sozialstaaten Norwegens und Dänemarks.
      Griechenland hat so ziemlich die geringsste Selbstmordrate in Euiropa.

  75. Paul Krugman also...
    … oder auch: Germany-Bashing with Bad Economics and Wrong Facts http://www.forbes.com/sites/paulroderickgregory/2013/11/15/germany-bashing-with-bad-economics-and-wrong-facts/

    Mein Gott, wie habe ich diesen Menschen für seine Schlagfertigkeit und seine Brillanz einst geschätzt. Bis ich irgendwann, ich denke es war 2008 oder 2009, einen Artikel von ihm las, der vor besagten wrong Facts nur so strotzte, was mir nicht verborgen blieb, da ich etwas Ahnung von der Materie besaß.

    Dann las ich. Und las noch mehr. Und verglich Fakten, Quellen, Schaubilder, und war gar nicht mehr begeister. Ich war sehr, sehr enttäuscht.

    Ob ich Paul Krugman nach dieser schonungslosen und gründlichen Demaskierung noch zitieren würde?

    Nun, ziemlich sicher ja, ich schätze das würde ich – jedenfalls, wenn er ein unschlagbares Rezept für Kartoffelbrei oder Eintopf kennt.

    In allen anderen Lebensbereichen, Finanzen inklusive, würde ich mich mittlerweile lieber der nächsten Taxizentrale und der Auskunft anvertrauen und dort auch besser beraten fühlen…

    MfG

    • ...dann las ich
      das sollten Sie wirklich nicht tun. Fakten vergleichen ts ts .

      Das kann nur schief gehen, nicht nur in den Wirtschaftswissenschaften.
      Auch in den harten Fächern kann man da Überraschungen erleben, wenn
      vllt. sogar nicht bewusst, der Wunsch der Vater der These ist.

  76. Ach, Ihr Lieben, welch unnötige Sorgen allenthalben: Denn es gibt sie
    ja noch, die guten alten:

    The Security Council shall, where appropriate, utilize such regional arrangements or agencies for enforcement action under its authority. But no enforcement action shall be taken under regional arrangements or by regional agencies without the authorization of the Security Council, with the exception of measures against any enemy state, as defined in paragraph 2 of this Article, provided for pursuant to Article 107 or in regional arrangements directed against renewal of aggressive policy on the part of any such state, until such time as the Organization may, on request of the Governments concerned, be charged with the responsibility for preventing further aggression by such a state.
    2.The term enemy state as used in paragraph 1 of this Article applies to any state which during the Second World War has been an enemy of any signatory of the present Charter.

    ~~~~~~

    Nothing in the present Charter shall invalidate or preclude action, in relation to any state which during the Second World War has been an enemy of any signatory to the present Charter, taken or authorized as a result of that war by the Governments having responsibility for such action.

    ~~~~~~

    The trusteeship system shall apply to such territories in the following categories as may be placed thereunder by means of trusteeship agreements:

    a. territories now held under mandate;
    b. territories which may be detached from enemy states as a result of the Second World War; and
    c. territories voluntarily placed under the system by states responsible for their administration.
    2.It will be a matter for subsequent agreement as to which territories in the foregoing categories will be brought under the trusteeship system and upon what terms.

    Alles war, ist, bleibt und wird gut.

  77. Mein Feedback
    Was man hier auch sehen sollte, ist dass die Banken und Korporationen endgültig die Aufgabe der Politik übernommen haben. Der Staatsstreich begann, als man die Bankschulden in Staatsschulden umwandelte. Das ist nun das Ergebnis davon. Mit Politik hat das nichts zu tun, sondern nur mit schlechter Schauspielerei. Ich lehne es jedenfalls ab, da als Deutscher in Gesamthaft genommen zu werden, diese Irren habe ich nicht gewählt.

    • Helfen sie mir weiter....
      Ihre Diagnose ist zwar korrekt (und auch schon etliche Jahre alt), aber…. So weit mir bekannt, wurden die Regierungen Kohl, Schröder und Merkel, die diesen in der Tat beklagenswerten Zustand ermöglicht haben, freiwillig und in regulären demokratsachen Wahlen von der Mehrheit der Wähler legitimiert.

      Falls ich da falsch liege, korrigieren sie mich bitte….

      Aber sonst: Warum also sollten die Verursacher nicht die durch ihre Hndlungen verursachten Rechnungen bezahlen müssen?

      Ich warte gespannt auf ihre Antwort…..

  78. Eben nur eine schöne Idee - Europa
    Bisher las man oft, Deutschland müsse mehr „Leadership“ in Europa übernehmen. Und wenn’s dann passiert, inkl. $$$, ist’s auch nicht recht. Ich bin komplett der Meinung, dass man das Land, aus dem der Begriff „Europa“ kommt, dabei haben muss. Aber gleichwohl bin ich ebenfalls der Meinung, dass Griechenland es übertrieben hat mit seinem Deutschenhass. Welcher deutsche Politiker hat sich den öffentlich zum Griechenhass bekannt? Hat Deutschland die USA als Terroristen bezeichnet, als der Mashall Plan gemacht wurde? Als ob das damals keinen Preis gehabt hätte und glatt geschenktes Geld gewesen wäre – Deutschland war militärische Pupperzone, US forward base und hatte die ganzen Pershing 2 stationiert. Wer sich gegen diesen Hass nun nicht zur Wehr setzt sondern einfach weiter zahlt, wegen Adolf halt, der handelt nicht im Interesse des 2015 durchschnittlichen Deutschen, und das ist nicht der Leser dieses Blogs. Und auch nicht im Interesse Europas. Und das hat mit „es darf nichts vergessen werden/sich die wiederholen“ null zu tun, das sind völlig andere Dinge. Ich frage mich schon lang, warum wir es nicht enger mit den Amerikanern halten. Da sind die Verhältnisse klar, wer der Boss ist, dafür kann man sich auch auf sie verlassen, solange man nach den Regeln spielt, die man halt nicht macht. Ich meine das Ernst. Die Engländer wissen, was sie tun. Wir sollten mit GB für ein mehr US-westliches Europa arbeiten, ja, so finde ich. Stattdessen halten wir uns mit Pfauengehabe allerorten (nicht nur GR) auf.

  79. Verfehlte Vergleiche
    Werter Don, auch wenn ich Ihre Kolumne sonst mit Vergnügen und großem Respekt lese: Ihre Vergleiche sind verfehlt. Zunächst: die von Ihnen so gelobte, sanftere Politik (teilweise ein Mythos, s. Jugoslawien) hat doch in das Dilemma hineingeführt. Griechische Politiker haben erkannt, daß Vertragsverstöße und gefälschte Statistiken in der EU nicht sanktioniert wurden, und haben ihr Land sehenden Auges in den Ruin geführt, weil man gegen die anderen EU-Länder immer neue Forderungen durchsetzen konnte. Auch gestern sind wieder Milliardenbeträge genehmigt worden (soviel zum Thema ‚Sieger‘ in Brüssel), die die konzilianter und vertragstreu auftretenden Politiker aus Spanien, Portugal, Zypern und Irland nicht bekommen konnten.

    Natürlich ist Deutschlands Image nun ramponiert – aber zum größeren Teil doch durch Medien, die Schäuble und Merkel unwidersprochen als Nazis karikierten. Die Bundesregierung hatte keine publizistische Gegenstrategie parat, wohl weil man angesichts der Hetze sprachlos war. Was soll man noch sagen, wenn die Position von Herrn Tsipras in Athen mit einem Bild von Herrn Schäuble plakatiert wird, auf dem steht: „fünf Jahre hat er Dein Blut ausgesaugt“?

    Leider trägt auch Ihre Kolumne ihr Scherflein zu dieser Hyterie bei. Natürlich ist es nicht Ihre Aufgabe, staatstragend zu formulieren. Aber könnten Sie nicht, wie Sie es schon öfter getan haben, besonnener formulieren, als ausgerechnet NS-Vergleiche zu bemühen? Finnland und die anderen Nordeuropäer sind mitnichten als alte Alliierte Nazideutschlands aufgetreten (das wäre Ihnen auch aufgefallen, wenn Sie die Liste vervollständigt hätten: Dijsselbloom? Tusk?). Dem Europagedanken, den zu viele schon als überteuerte Fantasie realitätsferner Politiker abschreiben, und der griechischen Bevölkerung, die von ihren Eliten in Geiselhaft genommen wurde, hilft diese Hysterie jedenfalls nicht.

    Hochachtungsvoll (und das schreibe ich ohne jede Ironie), Ihr
    Gast

  80. Bin ich hier bei PEGIDA
    … gelandet, oder wie ???
    Ein Nivoh ist das – früher war alles besser!

    Aber schön, lieber Don, dass Sie wieder mal den alten Oswald herangezogen haben – den traut sich hier ja keiner mehr zu lesen, geschweige denn zu zitieren (wobei ich den UdA für viel interessanter halte als das P&S-Geschwafel).

    MfG

  81. Strand: 5 €uro
    Fand ich ja ganz apart gerade im ARD-Brennpunkt, wie sie gezeigt haben, was die Griechen jetzt alles machen müssen: der staatliche Strand wird privatisiert, zack! Und der kostet dann Eintritt! Damit er auch rentabel isch! Da werden die Touristen nur so herbeiströmen. Kann keiner behaupten, dass der Neoliberalismus schwäbischer Prägung die Welt nicht schöner und besser macht. Endlich wird der Strand mal richtig „bewirtschaftet“, vermarktet, wie eine Zitrone ausgepresst, vielleicht gibt es da dann auch Werbung. Danke Deutschland! Diese faulen Pleitegriechen nutzten ihn ja nur für ihren Müssiggang. Typisch!

    Nebenbei: Das ganze Konzept von „ein Parlament vertritt die Bevölkerung und setzt deren Willen um“ wurde jetzt irgendwie abgeschafft? Parlamente (wie das griechische) winken jetzt irgendwas durch, was halt wer wichtiges (zb. die Merkel, die USA, ein Scheich, …) will? Und was die Griechen wollen, interessiert gar nicht mehr? Schade eigentlich. Aber man muss ja mit der Zeit gehen und so ist das jetzt eben. Wie nennt man das dann eigentlich, Demokratie ist es ja dann nicht mehr. Das undemokratische Bündnis von Staat und Wirtschaft damals unter Mussolini wurde ja Faschismus genannt. Aber das Wort hat heute einen sehr negativen Beigeschmack. Technokratie trifft es aber auch nicht, denn die würde vorraussetzen, dass Experten am Ruder sitzen. Wissenschaftler, Nobelpreisträger, oder ein Computer. Stattdessen haben wir da aber Merkel, Schäuble, Sigmar, diesen Buchhändler von der SPD und den Professor Sinn und solche Leute. Vielleicht ist es ja doch alles nur eine Tragödie.

  82. Titel eingeben
    Von den ökonomischen Grundfragen verstehe ich zuwenig, als dass ich hier noch eine zusätzliche blödsinnige Meinung abgebe.

    Der politische Kardinalfehler auf Seiten der Eurogruppe war, dass sie nicht erkennen wollten, dass der Regierungsantritt von Syriza so etwas wie ein durch das Wählervotum legitimierte Coup d’état in Griechenland war. Anstatt gemeinsame Sache zu machen, um endlich den Grundübeln des politischen Systems in Griechenland den Garaus zu machen, haben die Euroländer, und eben allen voran Deutschland, das Horrorgemälde vom wiederauferstandenen Nationalbolschewismus gezeichnet. Ich hatte die Koaltion mit der Anel auch als einen Sündenfall gesehen, aber einen, der in Gemeinschaft mit den europäischen Partnern hätte korrigiert werden können. Ja, auch Papandreu ist bisweilen hart angefasst worden, aber diese Demütigung galt schon speziell der politischen Alternative zu den alten Männern, mit denen man sich auskennt.

    Nicht alles an der alten BRD war gold. Doch mit Wehmut denkt man an einen Politikstil zurück, der am besten mit dem Begriff Demut umschrieben werden kann. Dieser Stil hat uns nicht geschadet. Er hat uns Ansehen gebracht, die Geschäfte befördert und diesseits der deutschnationalen Restbestände emotionale Bindungen der Staatsbürger zum Gemeinwesen und zu den Regierungen geschaffen. Wir sagten es nie, weil wir es für uncool hielten, aber natürlich waren wir stolz: auf Brandt in Warschau oder zum guten Schluß selbst auf Kohl in Verdun. (Adenauer war vor meiner Zeit).

    Wer mal wissen möchte, wie so die internationale Atmosphäre Anfang der 1950er Jahre war, der lese über den allerdings sehr speziellen Fall der „Wiedergutmachungsverhandlungen“ zwischen der BRD und Israel bei Dan Diner, Rituelle Distanz. Auch bei anderen Treffen durfte Adenauer nicht einmal den Teppich nicht betreten, auf dem die anderen Regierungscheds standen. Alte Litaneien? Kinder, dass ist gerade mal zwei Generationen her und die Wunden sind nur dort weitgehend verheilt, wo die alte BRD und – sich schon sehr windend – das frühe vereinigte Deutschland sich entsprechend konstruktiv engagiert hatten. Griechenland gehört mitnichten zu diesen Ländern.

  83. Publikumsbeschimpfung
    Werter Gastgeber,
    Es ist doch recht einfach, Frau Merkel oder Herrn Schäuble vorzuwerfen, daß sie zu streng wären. Die an der Macht befindlichen Politiker exekutieren doch nur den Willen des (Wahl-)Volkes. Die Griechenland-Misere gibt es ja nicht erst seit gestern – und offensichtlich fanden die Deutschen Frau Merkels Politik schon 2013 richtig. Im Gegenteil, es erwuchs der CDU/CSU Konkurrenz von rechts (AfD), weil zumindest ein Gutteil dieses (Wahl-)Volkes Frau Merkel nicht streng und konsequent genug fand.
    Wenn aber nun Tsipras und Genossen Narrenfreiheit haben, weil sie ja schließlich den Willen des Volkes exekutieren – dann sollte man diese Freiheit auch Schäuble lassen, der gerade wegen seiner strengen Position in ungeahnte Popularitätshöhen steigt. Und dann wird aus der Politikerbeschimpfung eigentlich eine Publikumsbeschimpfung, und das war schon immer schlechter Stil.

  84. Ad ZeroCool
    Würde dem zustimmen. Wenn der Deutsche HartzIV Bezieher – contradictio in adiecto? – Vorbild ist, dann haben die Griechen noch einige Fallhöhe vor sich. Solche Wohlstandsinseln wie Österreich, wo sie als gesetzlich krankenversicherter noch Originalmedikamente und nicht den heute gerade billigsten Wirkstoff aus dem großen Fass bekommen wie in Deutschland, werden langsam verschwinden.

    Das mit dem hässlichen Deutschen ist gerade das Label unter dem der Kampf Arm gegen Reich läuft. Tsipras hat nicht verstanden, dass Merkel nur diese kapitalistische Programme durchzupeitschen hat.

    Ich hätte mir auch wenn es bei Jan Hus damals nichts geholfen hat wenigstens freies Geleit ausgebeutet und wäre ohne Zusagen heute früh angereist.

  85. Titel eingeben
    Der Varoufakis hat das Elend kommen sehen und sich beizeiten vom Hof gemacht. Syriza hatte offenbar keinen Plan B, mit neuer Drachme und Ablehnung der „Troika“ (EZB, IWF und Eurogruppe) einen Ausverkauf der „assets“ von Griechenland zu verhindern. Jetzt wird – seitens der EU – in die Hände gespuckt und Griechenland ausgebeint. Mit dem alten Flughafen von Athen und der Privatisierung der Wasserversorgung in Thessaloniki ist ja schon mal ein Anfang gefunden worden. Weitere werden folgen. Es passiert exakt das, was Naomi Klein in Schock-Strategie beschrieben hat. Der Staat als Eigentümer, der Rechtsstaat als Ausgleich der Privatinteressen, die Nicht-Befolgung von Volksbefragungen (ochi) zeigen, dass Tsipras auch nur ein Koofmich ist. Das Merkel hat erfolgreich Europapolitik gestaltet. Die Wähler in Spanien werden sich jetzt fragen, ob Podemos echt oder nur ein Fake der Eliten sind. Tsipras ist einer.

    • ...schaun mer mal....
      Immerhin muss dieses pervers Abkommen noch von etlichen Parlamenten akzeptiert werden, und egal wie es ausgeht…. mehr und mehr Leute begreifen anscheinend endlich was da abläuft. Und die internationale Presse hilft dabei.

      Ich finds schön, endlich mal in aufregenden Zeiten zu leben….

  86. Ich hatte auch die Hoffnung auf einen unbelasteten Neuanfang unter Tsipras ...
    …. werter Don. Die Hoffnung hat sich jedoch durch dessen absolute Untätigkeit und Unwilligkeit zum Aufbau eines funktionierenden GR-Staates in Luft aufgelöst. Kein innerer Aufbruch erkennbar, nirgends.
    .
    Die Griechen erwarten eine Solidarität vom Rest Europas, die sie im eigenen Land nicht leisten/leben wollen. Das OXI werden wir in Zukunft von dort wohl immer wieder vorgehalten / zu hören bekommen.
    .
    Genschman konnte mit ein paar hunderttausend DM per deutschem Scheckbuch noch leisen Freudentaumel hervorrufen. Jetzt ernten wir für zig Milliarden nur Hasstiraden – m.E. weil unsere Politiker ihren „dem Volk verordneten“ EURO wie einen neuen Götzen anbeten, dessen Erhalt alles politische Handeln unterzuordnen ist.

  87. Dsa Problem ist leider ein wenig grösser
    GR ist nur ein Tei, des Problems, eim Symptom…
    „Globalisierung und Digitalisierung“ sind meiner Meinung nach ein sehr viel grösseres Problem als GR und Euro und EU. Dass sie, wie TGA schreibt, das Selbstbewusstsein abschaffen ist ein Nebeneffekt, da das Selbstbewusstsein, das die davon Betroffenene vorher hatten auch schon nur gerade soviel wert waren, wie die Apps auf der Apple Uhr, oder ein paar Jahre davor der Porsche und die Rolex.
    (Es wäre das eigentliche Thema dem sich ja leider auch der Don hier verweigert, obwohl ich seit langem genau darüber motze.)
    Die Globalisierung ist selber eine (nicht zu vermeidende) Konsequenz der Digitalisierung… Ich kann das alles eigentlich gar nicht mehr anders ausdrücken, als mit der Freude darüber bereits so alt zu sein, dass ich das Kommende wohl nicht mehr in seiner ganzen Entwicklung erleben muss.
    Orwells 1984 war nur ein Ammenmärchen.
    Ich lese tagtäglich andere Mosaiksteinchen bei denen sich eines ans andere fügt. Geiheime Gerichte gegen Medien oder Net Konzerne in den USA, deren Erlasse niemand veröffentlichen darf? Aus Australien erreichte uns gestern die Meldung, dass man ein Gesetz einbringt, dass jede Verschlüsselung verbietet, die die Obrigkeit nicht dechiffrieren kann? Auch die USA wollen das selbstverständlich, dort ist es nur noch nicht als Gesetz eingbracht

    http://www.salon.com/2015/07/10/the_fbi_is_demanding_a_dangerous_new_surveillance_tool_%E2%80%94_and_simply_asking_us_to_trust_it/

    Schon vor zwei oder drei Jahren hab ich hier geschrieben, dass diese Entwicklung nicht aufzuhalten ist und der Zug ist bereits abgefahren… und bin dafür belächelt worden. Aber die Leute bestehen weltweit darauf sie würden in Demokratien leben, echt lustig.

    „Griechenland“ ist nur ein Teil dieses Prozesses. Es ist tatsächlich der Kampf des Obrigkeitsstaatlichen Prinzipes, gegen das Prinzip der Demokratie. Und so wie auch ein uns allen bekannter Herr bestätigt hat, dass es sich hier um den Kampf der Reichen gegen die Armen handelt „Und meine Seite siegt“, so zeigt das Einknicken von Tsirpas, dass auch im grösseren Masstab sein Seite siegt.
    Regeln und Verträge, alle von Anwälten und Finanzleuten unter Mithilfe der Politik siegen über die Menschen und das was man heute noch Rest- oder Post-Demokratie nennt. Wobei sogar Verträge nur dann Bedeutung haben wenn sie der einen Seite, der der Reichen nützen. Wie man ja an Masstricht und beim Thema Schuldenübernahme gesehen hat. Und es gab keinen Aufschrei der verblödeten Massen!

    Wer es noch nicht gelesen hat, dem sei das Intreview mit Varoufakis empfohlen,

    http://www.newstatesman.com/world-affairs/2015/07/yanis-varoufakis-full-transcript-our-battle-save-greece

    Am besten hat es einer der wenigen verbliebenen Journalisten unserer Zeit, der Australier John Pilger formuliert

    http://www.globalresearch.ca/the-problem-of-greece-is-not-only-a-tragedy-it-is-a-lie/5462175

    Er sieht als Einziger, dass auch Syriza keineswegs die Menschen vertritt und, dass die Zeite des sozialdemokratischen Sozialstaates längst, und unwiederbringlich vergangen sind:

    „Varoufakis omits all mention of the Social Democratic Party that split the Labour vote and led to Blairism. In suggesting people in Britain “scorned socialist change” – when they were given no real opportunity to bring about that change – he echoes Blair.
    The leaders of Syriza are revolutionaries of a kind – but their revolution is the perverse, familiar appropriation of social democratic and parliamentary movements by liberals groomed to comply with neo-liberal drivel and a social engineering whose authentic face is that of Wolfgang Schauble, Germany’s finance minister, an imperial thug.“

    • Varoufakis
      … ist kein ganz Dummer nicht und er hat(te) mit den meisten Dingen recht. Dass man nicht gleichzeitig reformieren kann und gleichzeitig Schulden abtragen.

      (Ironie bei der Sache, in 4 Punkt Perl: Außer man betrachtet es bereits als reformieren, wenn man die griechischen Milliardäre endlich ihre Steuerschulden zahlen lässt …)

      Dass wir in postdemokratischen Zuständen leben und keine gelebte Demokratie mehr haben, ebenfalls stattgegeben. Es ist auch dem schlichtesten Kommentator hier kein Geheimnis mehr, dass Demokratie anders laufen müsste als so oder was sie seit Jahren gerade sehen. Dass die EU bis heute nicht demokratisch legitimiert ist, fällt da schon gar nicht mehr auf oder ins Gewicht … öhm.

      Varoufakis hat leider in einem Punkt vom „ordentlichen Procedere her“ Unrecht. Dass er meint, das griechische Volk habe mit seiner Wahl und Entscheidung zu Syriza doch jetzt so optiert und das müsse jetzt auch so mit diesem neuen Volkswillen verhandelt werden. Muss es nicht. Pacta sunt servanda und Verträge, die älter sind als eine Wahl vor wenigen Monaten, müssen natürlich beachtet werden.

      Was mich aber ebenfalls wie Sie stört, ist dass solche Verträge – und auch noch halsstarrig beibehalten – sich gegen die Menschen wenden. Weil sie von Anfang an so gemacht sind, dass sie nicht den Menschen helfen, sondern nur den Mächtigen helfen, an der Macht zu bleiben: Bürokraten, Banken, Industrie, globale digitale Mafia-Strukturen.

  88. Pingback: Links anne Ruhr (14.07.2015) » Pottblog

  89. Ich möchte zu bedenken geben
    Vorab: Meine Verwandtschaft ist vor vielen Jahren nach Griechenland gegangen – wir wissen, was Handgeld ist.

    Ich behaupte, dass wenn wir Deutschen in Griechenland wären, unsere Linke die erste wäre, die diesen Staat überwunden sehen wollten. Zurecht.

    Doch nun – kein Wort davon.

  90. Schäuble als Wadenbeißer
    Schäuble als Wadenbeißer – ich halte das für ein politisch sehr gelungenes Manöver. So wollte man es. Alle arbeiten sich an Schäuble (und in Deutschland auch an Sigmar Gaberiel) ab – die Karawane zieht weiter, die unaufgeregte Mutti, Mutter aller Beständigkeiten, regelt die Dinge schon.

    • So isses: God cop - bad cop.
      Komisch. Klappt immer wieder.
      Dass Frau Dr. Merkel es immer wieder schafft – auch diesmal – als die Gute da zu stehen, ist schon langsam eine echte Leistung. No Kidding.

      (Ärgern tuts mich natürlich trotzdem. Die Frage ist doch: Ist sie wirklich so raffiniert? Oder ist der Rest einfach nur so blöd? Achtung leser x, das war ebenfalls eine rhetorische Frage.)

  91. ESM inside
    Deutscher Sturmtrupp, von einem Krüppel angeführt, zieht gen Athen. What a story.

    Da der ESM die Grundlage des aufgeführten Schuldendramas ist, habe mir einmal die Mühe gemacht, den langen ESM-Artikel in der WP zumindest oberflächlich zu lesen und da findet sich folgende Passage:

    „Die Mitglieder des Gouverneursrats sind Regierungsmitglieder der jeweiligen ESM-Mitglieder mit Zuständigkeit für Finanzen, womit nach Ansicht von Kritikern die jeweilige Finanz-, bzw. Budget-Souveränität in Fragen des eigenen Staatshaushaltes abgetreten wird.
    Jeder Mitgliedstaat, der Hilfe durch den ESM erhält, hat ein makroökonomisches Anpassungsprogramm umzusetzen, also wirtschaftspolitische Auflagen einzuhalten (Art. 13). Gegenüber dem ESM ist der IWF als Gläubiger vorrangig (Präambel des Vertrages, Seite 8, Nr. 13).“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Stabilit%C3%A4tsmechanismus#Kritik_am_ESM-Vertrag

    Das haben die Euro-Länder alle unterschrieben, auch Griechenland, die in den ESM eingezahlt und somit auch andere potentielle Kandidaten versichert haben. Aber das ist ja heute normal, dass man so etwas unterschreibt und glaubt, niemals nicht die negativen Konsequenzen spüren zu müssen. Man kann der Auffassung sein, dass Demokratien ihrem Wesen nach faschistisch sind, dass da Regierungen gewählt werden, die umgehend den Volkswillen auszudrücken und auszuführen haben. So etwas wird allerdings dadurch gedämpft, dass es regelförmig zu geschehen hat, dass die Regierungen aufgrund von Gesetzen handeln, die ihre Parlamente beschlossen haben, so dass zumindest nachvollziehbar ist, was sie tun, selbst wenn ihre Politiker es häufig genug nicht wissen. Was Journalisten dann daraus machen ist noch einmal ein anderes Thema, aber das sind sekundäre Pathologien demagogischer Kommunikation und die folgt ihren eigenen Interessen.

    • dreamtimer, Sie outen sich dadurch als "Pickelhauber", dass Sie auf Unterschriften,
      Verträge und Regeln hinweisen :-). Selbstverständlich wollen übrigens alle Menschen (ja, alle), dass die sie betreffenden bzw. für sie günstigen Regeln und Verträge jederzeit eingehalten werden, eine der Grundfesten von dem, was wir unter „zivilisierte Gesellschaft“ zusammenfassen. Und früher wussten auch noch fast alle, dass eine Unterschrift unter einen Vertrag auch dann gültig bleibt, wenn dieser unangenehme Konsequenzen nach sich zieht. „There ain´t no such thing as a free lunch“ gilt auch für Griechenland.

      Ich meine mittlerweile, ein Grossteil der Emotionen re Griechenland richtet sich eher auf die beobachtbare Tatsache, dass eine offenkundig gescheiterte Politik (als Tatsachenfeststellung ohne Schldzuweisung) noch mal um ein paar Jahre verlängert wird. Es geht also weniger um deutsches Geld oder deutsche Bürgschaften, um Kreditauflagen und -bedingungen. Sondern um die Wahrnehmung, dass das alles völlig sinnlos und ohne erreichbares Ziel eingesetzt wird. Und dem ist schwer zu widersprechen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  92. Die provinzielle Großmacht
    Danke! Auf den Punkt gebracht.

    Noch ist es nur die Pickelhaube, aber vielleicht ist es schon bald der Stahlhelm. Das Volk, von den Medien – und hier macht es kaum noch Sinn zwischen dem Boulevard und den sogenannten Qualitätsmedien zu unterscheiden – in Stimmung gebracht, ist dazu mehrheitlich bereit.

    Deutschland hat eine historische Chance verpasst, sich als eine Führungsmacht zu präsentieren, der andere Länder vertrauen können. Als ein Land, dass zwar um seine Macht weiß, diese aber nicht einsetzt, um andere zu unterwerfen, sondern für ein Ziel, das weiter ist als nur der eigene Horizont bzw. als die nächste Bundestagswahl. Deutschland hat sich einmal mehr als provinzielle Großmacht erwiesen – darin bleibt es sich treu.

  93. B I L D U N G
    besteht nicht aus Einbildung. Solche allerding scheint hier vorzuherrschen. Wie im Artikel so auch in den Kommentaren. Darf man, in der wohl vergeblichen Hoffnung dieser Kommentar wuerde freigeschaltet, mal etwas GEHALTVOLLES beitragen ?

    Tut auch nicht weh und kostet nur ein Stuendchen Zeit:
    https://www.youtube.com/watch?v=V_lSdsuqP9w

    Da wirds dann erklärt, auch fuer Intellektuelle verständlich.

    Na wer hat hier nen Kasten mit Kaberetteintrittskarten vorzuweisen ?

    Alle ?

    Dachte meinerkeiner sich so….

  94. Es geht nicht um Deutschland und nicht um Pickelhauben, sondern darum
    dass die sozialistische Internationale(Hollande wird in Frankreich als der neue Bobo der europaeischen Sozialisten geradezu gefeiert) vorgestern endlich die von ihr ersehnte Transferunion durchgesetzt hat. Die teilweise Hetze gegen Deutschland hat hier ihren Ursprung und nicht in einer vermeintlichen Bevormundung Griechenlands durch Schaeuble. Obwohl es Europa-hygienisch und rechtlich gut waere, kann sich Deutschland nicht von einem Vorzeigeland sozialistischer Umverteilung in einem Klientelsystem verabschieden, weil dann an den Deutschen die Zerstoerung der Euro-Union (Totengraeber Europas) haengen bleiben wuerde. Wider besseres Wissen also ein drittes „Hilfspaket“, denn Griechenland wird sich grundlegend nicht, hoechstens kosmetisch aendern. Und nachdem die Regierung Tsipras mit Herrn Varoufakis die Terroristenhetze gegen Deutschland entfacht haben (ja lieber Don, solche Toene kommen nicht von unseren Politikern) war das Vertrauen in diese „Partner“ weg. Ist es da nicht angebracht, wenigstens ein wenig Verbindlichkeit von den griechischen „Freunden“ zu verlangen und durchzusetzen. Wer diesen Versuch des Selbstschutzes mit der Bismarckschen Pickelhaubenpoliitk vergleicht hat den Massstab verloren, ob nun Spiegel oder Sie lieber Don.

    Das Unschoene am Verhalten der deutschen Politiker ist nicht die Pickelhaube, sondern dass die von ihnen geforderten Sicherheiten (Vermoegensfond) und die vonGriechenland zu garantierenden Umsetzungen (schnelle Gesetze …) der hilflose Versuch sind, das Abrutschen in die sozialistische Umverteilungswirtschaft aufzuhalten. Leider koennen Sie sich scheinbar nicht vorstellen, dass dies weder in den Groessenordnungen noch in dem gesitteten Rahmen der Subsitdiaritaets-Wirtschaft der deutschen Laender ablaufen wird.

    Es hat sich in den 17 Stunden aber auch erstmals dramatisch gezeigt, dass das Schicksal des Euros in den Haenden Frankreichs liegt. Nicht nur wegen Hollande und seinen Sozialisten, sondern weil Frankreich sich in groesserem oekonomischem Massstab auch auf einem griechischen Weg befindet (die Staatsschuld eilt auf 100% zu, die Staatsquote liegt schon ueber 50%, Mitglieder der ENA-Elite fahren trotz eines Dienstwagens in 6 Monaten noch fuer 400.000 Euro Taxi, die sozialiastische Klientel der Lehrer wird freundlichst mit mehr Stellen bedient (Folge: doppelt so viele Lehrer wie in Deutschland, halb so viele Stunden (14,5) vor der Klasse wie in Deutschland (28,5)

    Wenn nun die Griechenschulden faellig wuerden (etwas ueber 60 Mrd. fuer Frankreich) waere diese fuer den Schuldenstand Frankreichs nicht schoen und da der Wahlkampf fuer 2017 schon begonnen hat, musste sich Hollande querstellen. Mit dem schoenen Ergebnis nun, mit Tsipras, als Held der sozialistischen Internationale dazustehen. Und die deutschen Politiker, die in den vergangenen Jahrzehnten viel fuer Europa getan haben und in den letzten fuenf Jahren Griechenland vor dem voelligen Abrutschen gerettet und gerettet haben, nun als Pickelhaube-Wilhelme und halbfaschistische Terroristen hingestellt werden.

    Ginge es nicht etwas besonnener lieber Don?

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    • kam bei mir auch so an
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    • Titel eingeben
      Was ist am Klientelsystem sozialistisch? Das sind Erzkapitalisten, meisten mit einem Studium aus den heiligen Hallen des Kapitalismus. Was die ENA anbelangt, das ist eine eigene Klasse. Dort finden sich Sarkozy und Hollande, hat alles mit Sozialismus nix zu tun, eher mit Marketing.

  95. Varoufakis
    Varoufakis hat sich vor ein paar Tagen zu seiner Zeit als Verhandlungsführer geäußert. Er sag, dass niemand seinem ökonomischen Argument (dass GR nicht gleichzeitig reformieren und Schuldendienst leisten kann) wiedersprach, dass er aber aus politischen Gründen trotzdem ignoriert wurde.

    http://www.newstatesman.com/world-affairs/2015/07/yanis-varoufakis-full-transcript-our-battle-save-greece

  96. aber ich spekuliere dennoch:
    Dass die deutsche Regierung – also die jetzige – im Ernst ein hundertjähriges Versailler Diktat vor Augen hat, glaube ich nicht. Natürlich drohen sie damit, geht ja gar nicht mehr anders in der Situation. Natürlich sträuben sich die Griechen! Aber ich denke, hier geht´s um ein Spiel auf kürzere Zeit, und wie man im angloamerikanischen Raum so schön sagt: the tables startet to turn …

  97. Pingback: Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website

  98. EU am Ende
    Es ist an der Zeit Merkel zurück hinter die Mauer zu schicken bevor sie Panzer u.a. auffahren lässt !

  99. EU am Ende
    Zusatz,

    denn „WIR dienen Deutschland“ (mal wieder blind)

  100. das rennrad
    mich würde ja interessieren, um was für ein rennrad es sich gehandelt hat.

    der artikel trifft es übrigens ganz genau. ich selbst sehe ich viel weniger als deutscher als als europäer. da ist es mir unmöglich, sich mit der politik von cdu und spd anzufreunden.

  101. tsipras
    der bolschewist wurde gewählt weil er das wahlvolk massiv über die möglichkeiten zur rettung von GR täuschte und sich mit denen gemein machte, die in karikaturen einen ausländischen finanzminister am baum aufhängen. gewählt mit tsipras wurden auch die faschisten, mit denen er eine koalition einging. das stellt sich nicht mehr die frage, wo die feinde der offenen gesellschaft sind und herkommen.
    er wollte das elend nicht beenden, sondern es intrumentalisieren, was er auch getan hat.

    • Henne-Ei Syndrom
      Na, na, da hat wohl jemand Ekel Alfred verinnerlicht – „Django zahlt nicht, Django hat ne Monatskarte“.
      Spaß beiseite:
      Warum wohl wurde der Bolschewist gewählt?
      Weil das Volk mit dem herrschenden Klientelismus zufrieden war?
      Weil das Militär keine Putsch-Lust hatte?
      Weil 5 Jahre Austeritätspolitik so eine Demokratie stabilisierende Wirkung entfaltet hat?
      Aber das hat sich ja dann am Mittwoch sicher auch schon wieder und das Volk kann sich einen neuen Bolschewisten suchen… oder besser noch: wir schicken ihm einen Menschewisten, nennen ihn Technokraten und haben mindestens 3 Jahre Ruhe. 3 Jahre, so ein Blödsinn, 2017 reicht doch völlig aus – nur Ruhe halt, bis wir unseren nächsten Bolschwisten gekürt haben.
      @Don Alphonso: Erscheint der blog eigentlich auch in der Printversion?

  102. Im Supermarkt wollte ich auch gerade Deutschland boykottieren und GR unterstützen ...
    …. durch den Kauf von Ziegenfrischkäse.
    .
    Aber dann schau ich nach dem Kauf auf die Packung und -so ein Mist- der Ziegenkäse kommt leider aus Frankreich.
    .
    Die GR würden OXI auch dann noch schreien, wenn die EU noch ein paar Milliarden mehr hinschiebt, auf dass sie an ihren Hochschulen doch bitte ein neues
    .
    „Exzellenzcluster für Drapieren und Sonnenschirmaufstellen“
    .
    einführten.

  103. Es geht um Klassenkampf
    Gut, dass Sie es mit dem letzten Satz, wenn auch nur indirekt klar gestellt haben: Oswald Spengler wollte eigentlich niemand diskutieren! Wurde aber schon, auch und gerade in ihren Spalten. Und nicht immer kritisch, wie ich hier bemerkte: http://blog.herold-binsack.eu/2012/01/erkampft-ergaunert-erworben-ererbt%e2%80%a6/.
    .
    Oswald Spengler hat den „Herrenmenschen“ im „Untergang des Abendlandes“ „morphologisch“ der ökonomischen, ergo: historischen Analyse entgegengestellt. Der Herrenmensch ist ihm natürliches Produkt, auf den ewigen „Auf“ und Abs“ aufsteigender und untergehender Völker. Proimperialistisches Geschwafel a la Heidegger.
    Ich denke nicht, dass wir die aktuelle historische Situation auf dieser Grundlage adaptieren sollten. Es geht um mehr als eine griechische Tragödie, bzw. deutsch-griechische Anekdote. In den aktuellen Kämpfen geht es auch um die Frage Krieg oder Frieden – http://blog.herold-binsack.eu/2015/06/in-griechenland-in-spanien-in-der-tuerkei-wird-heute-entschieden-ob-wir-morgen-krieg-haben/.
    .
    Wenn wir historisch-kritisch bleiben, nicht scheinhistorisch-fatalistisch, erkennen wir vielleicht den sich anbahnenden, bzw. gar schon länger schwelenden zwischenimperialistischen Konflikt – http://blog.herold-binsack.eu/2015/07/zwischenimperialistischer-konflikt/, der da jetzt aber auf einen handfesten Krieg zutreiben könnte.
    .
    Und inwieweit die „Herrenmenschen“ nicht einfach nur Geblendete sind – durchaus von der eigenen Macht -, mag nebensächlich erscheinen, ist aber dennoch wichtig, als es darum geht, eine tragfähige Gegenstrategie zu entwickeln. Dafür zu sorgen, dass die Massen dieser Verblendung nicht anheimfallen. Es gibt kein Gesetz der Natur, das den Sozialabbau einhergehen lässt mit diesen Kriegsvorbereitungen. Es geht um Klassenkampf, auch um den nicht geführten.

  104. Pingback: Es geht um Klassenkampf

  105. Europa, die neue Zwingburg der Deutschen?
    Lieber Don,
    Ihr Blog erscheint mir im Geiste der US-amerikanischen Gesinnungspublikationen, welche die Altvorderen wie Adenauer und Brandt mit Buße heischenden Grüßonkeln verwechselt. Ihre bereits im zweiten Absatz vorkommende despektierliche Äußerung zu diesen beiden deutschen Ausnahmepolitikern darf Ihnen nicht so einfach verziehen werden. In Deutschland wird grundsätzlich immer sehr gute, diplomatische Außenpolitik gemacht, man kann dies an der Anzahl unserer Nachbarstaaten messen. Es ist mir nicht bekannt, dass wir auch nur mit einem Nachbarstaat nicht einer Meinung wären, selbst das Franzosenreich sieht sich mit uns in einer übereinstimmenden Meinung, wie gestern noch der Präsident dieser großen Nation verkündete. Daraus folgt: Auch wenn es einigen entfernteren Staaten nicht gefällt, so hat doch der große, seit 1984 nur mit kurzer Unterbrechung regierende Geheimkanzler Schäuble mal wieder das Beste für uns und unsere direkten Nachbarn herausgeholt, da können Sie sich sicher sein. Auch Resteuropa ist im Prinzip mit uns einer Meinung, so läuft es für die kapitalnahen Freunde des konservativen Europas einfach am Besten, selbst ein griechischer Regierungswechsel würde die Situation mit den finanziellen Hilfspaketen nicht ändern, die griechische Idee mit der Demokratie hat sich also als Überflüssig erwiesen, es ist alles gut und alle dürfen für den weiteren Bankenerhalt zahlen. Niemand muss erdrutschartige Wahlergebnisse bei kommenden Wahlen befürchten, es geht alles seinen gewohnten Gang. Die Kleinen dürfen zahlen, sie haben ja die Wahlen, und das Großbürgertum und der Kapitalmarkt lachen sich kaputt.

    • Zu viel Absurdes, trotzdem....
      Ich bin gerne bereit Schäuble einzuräumen, dass der das EU und Euro Problem tatsächlich lösen will, und GR nur eine Anlass dazu ist. Allerdings kann ich da keine wirklich relevanten Hinweise darauf finden… lesen sie sich mal den Text des Abkommens durch

      http://www.nytimes.com/interactive/2015/07/13/world/europe/document-text-of-the-euro-summit-statement-on-greece.html

      und dann teilen sie uns mal einige solcher Hinweise mit. Bis dahin werde ich davon ausgehen, dass iher Auffassung von Schäublke ebenso auf Mangfel an Informationen und Verstehen beruhgt wie ihre Meinung zu ehemaligen Kanzlern.
      Es scheint sich nämlich noch nicht zu ihnen durchgesprochen haben, dass in unserem Grundgesetz einige Zusätze zu Paragraphen stehen, mit denen sich die Amerikanern für sich das letzte Wort über Entscheidungen deutscher Kanzler zugesichert haben?

  106. Pingback: Merkels Herrenmenschentum gründet nicht auf eigener Leistung sondern auf der Fehlkonstruktion der Eurozone und der brutalen Ausnutzung dieser Fehlkonstruktion | NachDenkSeiten – Die kritische Website

  107. Europäisches Recht
    „Warum sollen deutsche Steuerzahler für griechische Schulden haften? Was hab ich mit deren Schulden zu tun? “

    Die insolventen Griechen haben einen Hilfsantrag beim ESM gestellt, der Pleiteländer gegen Auflagen für Wirtschaftsrefomen versichert, mit dem Ziel der Finanzstabilität im Euroraum. Man konnte ihnen das nicht einfach verwehren, denn sie sind Mitglied im ESM und hatten da auch eingezahlt. Man gibt ihnen also Geld und fordert dafür „makroökonomische Anpassungen“, wie das im Jargon heißt. So etwas hat der IWF Jahrzehnte lang in der 3-ten Welt betrieben. Sie haben also europäisches Recht geltend gemacht, wollten aber dessen für sie schmerzlichen Konsequenzen ausweichen, was wiederum verhandelbar ist.

    Wer wissen will, worin das Ergebnis der Verhandlungen besteht und worüber die Parlamente jetzt abstimmen, kann das in diesem kurzen und knackigen PDF nachlesen:

    http://www.manager-magazin.de/static/pdf/EU/text-of-the-euro-summit-statement-on-greece.pdf

  108. Fragt sich nur,
    was für eine aufführung wir da gesehen haben. das stück hätte man auch auf der akropolis aufführen können, hybris, katharsis, aus is, um Uli Keuler zu ziteren.
    .
    die griechische Regierung hat bisher gesagt, NEIN zu allem, was über die entgegennahme neuer zahlungen hinausgeht. mal hinhaltend taktierend, mal finassierend verzögernd, mal ratzbumm mit volksabstimmung (das soll eine failed state sein, der in drei Tagen eine volkskabstimmung organisiert? Im land der pickelhauben und der gefühlten organisationsweltmeister hätte das drei wochen, ach was, monate gebraucht).
    .
    frau dr. rer. nat. Merkel sagte die letzten monate wenig, was sie einige zeit später nicht anders gesagt hätte. es ging für sie wohl eher darum, so zu tun als ob sie täte und dabei den good cop zu geben – schäuble ergänzte den part und gab seinerseits den bad cop, mit schmackes. warum das herumgeeiere? weil freu bundeskanzler keine volksabstimmung macht, das ergebnis wäre klar: daumenschrauben für griechenland, fallschirmjäger nach kreta, bis das geld da ist. das kommt davon, wenn man aus der uckermark stammt und von schwäbischen hausfrauen schwadroniert und die leute glauben einem das auch noch.
    .
    oder anders, unsere politiker sind, verglichen zum volk, von dem ja alle macht ausgehen soll, zurückhaltend. das soll man frau bundeskanzler zugute halten, sie macht keine volsabstimmung und sie weiss, warum.
    .
    ein ganz trauriges bild gibt die opposition. sowohl grüne wie linke lassen jede konsequenz, jedes denken auch nur in mittleren zeiträumen so völlig vergessen. mal postuliert man, soldaten sind mörder, mal fordert man bessre ausrüstung für die bundeswehr. mal ist europa ein neoliberales komplott, eine verschwörung gegen das volk, mal fordert man im bundestag von der kanzlerin, sie möge europa erhalten, sie ganz allein, und sie ganz allein soll die griechen halten, koste es was es wolle, buchtäblich. alsob da nicht auch noch andere sachlich und örtlich zuständig wären. wann da einer die preussenmütze wei eine monstranz trägt, ist das ein an körpergrösse zu kurz gekommener anwalt aus berlin.
    .
    ach so, die betroffenen eutropäer selber. ganz grosses staatstheater. sowohl schulz wie auch juncker, erprobte europäer par excellence. denen nehme ich wenigstens ab, dass sie ein ziel, eine strategie haben. so ähnlich wie der bürgernmeister in der kleinen Stadt, in der ich lebe, so 5000 Einwohner im sächsichen dreieck. der will die eigenständgkeit dieser kleinen stadt erhalten, a tout prix. kein wunder, wenn es die nicht mehr gibt, ist err seinen posten los und was vernünftiges hat er nicht gelernt.
    .
    tatsächlich wurde etwas zeit gewonnen. mal schauen, wie es weitergeht. da die finanzverwaltung bei den griechen nicht funktioniert, ist das mit der mehrwertsteuer wohl nicht so ernst gemeint. das mit dem tafelsilber verkaufen schon eher, aber die griechen sind keine deutschen. beide würden, wenn man sie erst lange genug drum bittet und dann richtig geld rüberschiebt, einem die eigene grossmutter verkaufen. der deutsche würde dann auch liefern.
    .
    apropos kreta, wo eigentlich bleiben die bayern und die csu?
    die forderung, ein wittelsbacher möchte sich dort wieder kümmern, ist doch so naheleigend wie die pkw-maut.

    • Kleiner Tip !
      Sie sollte ihr BILD Abo mal einen Monaten aussetzen, vielleicht klärt sich dann was bei ihnen?

      Nichts zu danken, gern geschehen…. wer in Sachsen lebt, braucht jede Hilfe die er kriegen kann.

    • **** dir deine meinung
      welches abo denn.
      da wo ich wohne, liest man die freie presse oder die lvz, für diejenigen, dienen das abo zu teuer ist, gibt es das amtsblatt und andere werbemittelumverpackung frei haus, das blatt für sehschwache ist dort übrigens die lektüre der arbeitenden bevölkerung. so viel zur regionalen soziologie der tagespresse.
      .
      da wird wohl etwas verwechselt. richtig ist, dass in leipzig die legida spaziergänge veranstaltet und dabei unwürdiges gefordert wird und in freiberg häuseranzünder ihr wesen treiben. wenn ich volkes stimme wiedergebe, muss ich deswegen nicht der gleichen auffassung sein.
      .
      wer die humanitäre katastrofe mildern will, kann gerne ein notopfer hellas (das alte notopfer berlin war eine zuschlagmarke zur breifmarke für postsendungen. im zeitalter des internet sinds eben nocj 2,05 EUR auf die rundfunkabgabe) oder einen greichen-soli, diesmal aber gleich richtig mit 10% auf die est fordern. die antwort des mündigen bürgers dürfte ziemlich klar ausfallen, obwohl der greichen-soli was ganz bestechendes hat, wirklich zu widerlegen ist er nicht. wer weiss, vielleicht ist man im bmf schon bei der vorbereitung…
      .
      es bleibt bei mir das gefühl, einer theateraufführung beizuwohnen,

  109. Wie kann es sein?
    Ach Don, danke für diesen Artikel. Ich versuche seit Sonntag gegen das „Übermenschentum“ anzuschreiben, allein, es gelingt mir nicht, weil die Pickelhauben sind überall und in der Mehrzahl. Sie hatten sich siebzig Jahre nur versteckt. Wie kann es sein, dass ein Land, das so viel Nachsicht, so viel Hilfe wie das unsere erfahren hat, sich derart aufführt? Wie kann es sein, dass ein verbitterter alter Mann im Gewand eines Finanzministers sich wie Wilhelm Zwo aufführt? Wie kann es sein, dass eine Frau aus der DDR, mit viel Verstand gesegnet, aber keinem Hauch von Geschichtsbewusstsein, so agiert? Am erschreckendsten, wie kann es sein, dass die Konservativen Mainstreammedien diesen deutschen Wahnsinn noch unterstützen, statt ihn mit klugen Worten in seine Schranken zu weisen? Sorry, ich habe nur Fragen, aber kaum Antworten. Kann es denn sein, dass Lord Acton recht hat mit seiner Feststellung: „Entweder man hat die Deutschen zu seinen Füßen oder an der Gurgel“?

    • eine Frau aus der DDR, mit viel Verstand gesegnet,
      Entschuldigung, das halte ich für ein Vorurteil, das mühsam von interessierten Kreisen aufgebaut und seitdem tagtäglich medial vermittelt wird. Die Frau, die alles vom Ende her denkt? Es gibt genügend Nachweise ihrer unzurechenden Bildung, lächerliche Situationen, ihr angeblicher Humor, der doch nichts anderes ist als flapsig, und den sie selbst auch so versteht. Was man an ihrem Erstaunen bemerkt, mit der sie das heuchlerische Gelächter ihres stets dankbaren Publikums aufnimmt. Und wenn sie in Gesprächen stets versucht, sich dem Ton des anderen anzugleichen, verweigert sie damit wirkliche Kommunikation.

      Diese Frau ist nicht zu durchschauen, eine Projektionsfläche, mit viel Gewöhnlichkeit ausgezeichnet. Genau diese Mediokrität scheint bei vielen, wobei unklar bleibt bei weivielen wirklich, ihre Wählbarkeit auszumachen.

    • Ach Herr Zorn,
      natürlich – Frau Merkel kann ja kein Geschichtsbewusstsein haben, weil ihr der Geschichtsunterricht
      von den Sowjets diktiert wurde! Dass Ihrer von den Westalliierten diktiert wurde, wollen Sie nicht
      wissen. Sie haben es sogar geschafft zu ignorieren, dass sowohl die Zielsetzung schon der Montanunion als auch
      die der Währungsunion später ausdrücklich lautete: Die wirtschaftliche Kraft Deutschlands zu Gunsten
      Europas zu bändigen. Dabei kann man das in jedem Europarechtskript nachlesen. Und sich mal fragen,
      was das bewirken sollte? Ob die jetzige Situation zufällig entstanden ist – oder …?

      Aber wer keine Antworten finden will, stellt ewig die falschen Fragen.

  110. Als jemand, die viel Freundlichkeit und Gastfreundschaft
    in Ländern erfahren hat, die besonders von Deutschen heimgesucht wurden, kann ich Ihnen nur zustimmen, Don Alfonso.
    Die Ignoranz gegenüber Russland und die skrupellose Hartleibigkeit gegenüber den Griechen ist beschämend.
    Übrigens haben da die Medien ganze Arbeit geleistet.
    Das Geschrei der rohen Bürger (Heitmeyer) findet mehr oder weniger dezent sein Echo in den Medien und umgekehrt.

    • Krone Schmalz
      Zu Russland… in der Mediathek sollte man eine Sendung von br-alpha finden können, die letzte Woche wiederholt worden ist.

      Ausgerechnet der Bayrische Rundfunk lässt Gabriele Krone Schmalz eine ganze Sendung des „Alpha-Forum“ zu Russland reden.

      Man lernt, dass sich manches wohl nie ändert…

  111. Beängstigend...
    Danke für diese klaren Worte. Das ich so was bei der faz lesen darf: Hochachtung! Ich repräsentiere nicht die Schweiz, weiss aber, dass ich mit meiner Meinung bei weitem nicht allein dastehe: Genau diese Haltung der deutschen Regierung – was Don Alphonso hier so trefflich beschreibt – beobachten wir seit langem, machen uns deshalb Sorgen – das meine ich ernst! – seit neuestem macht Ihr mir sogar richtig Angst! Das ist eine Entwicklung, die sich längst abgezeichnet hat, aber natürlich nie so klar angesprochen werden durfte. Ich bin froh, dass dieses unschöne Gesicht – hoffentlich früh genug – zum Thema wird.
    Was ich mir noch wünschen würde: Wenn über die tatsächlich unglaublich hohen Zahlungen geschimpft wird, so erhoffe ich mir, dass auch eine Stimme bekommt, wie viel der deutsche Staat, die deutsche Wirtschaft von der EU profitieren. Warum höre ich darüber nur so spärlich? Könnte das nicht die Gemüter der ganz normalen Bevölkerung besänftigen, jene, die sich durch die „Faulheit“ der Griechen „verarscht“ fühlen? Ich will niemanden angreifen. Ich bitte nur hinzusehen, dass hier nicht nur Kieswege beschritten werden, sie werden bereits hemmungslos zu Autobahnen asphaltiert… ANGST!!!

    • Angst essen Seele auf
      Im Mai las ich in einem Gipfelbuch in den schweizer Bergen: „8.50 Uhr, Sicht gut. Die Deutschen sollen endlich die Griechen bezahlen!“ Nach vier Stunden Aufstieg im Angesicht der großartigsten Natur ging einer der ersten Gedanken dieses überlegten Naturburschen dahin, im Gipfelbuch einem Nachbarland Empfehlungen zu adressieren. DAS hat MIR Angst gemacht.
      Manchmal glaube ich, die Schweizer dieseits des Röstigrabens hadern mit ihrem heimlichen Los, schwäbischer als der Schwabe, pingliger als jeder Sachse und verstockter als jeder Preuße zu sein, der tot im Park von Sanssouci liegt. ;-)

    • Angst? Kaum....
      Ich persönlich halte Schäuble natürlich schon für einen unter Verfolgungswahn leidenden Psychopathen… Anedererseits muss man ihm aber schon zugestehen, dass sowhl der Euro als auch die EU als Ganzes dringenst der „Reparatur“ bedürfen, und dafür fällt mir auch nicht allzu viel anderes als das, was er jetzt tut…
      Aber sie haben Recht, man sollte schon aufpassen was da abläuft….
      Wir, als Einzelne, können in unserer Wertewelt die Banken gern in die Mülleimer der Weltgschichte stecken, er als Finanzminister kann das nicht.
      Verantwortlich für das Desaster ist wohl einzig und allein ein gewisser Herr Kohl, der darauf bestand eine gemeinsame Währung, OHNE die Möglichkleit gleichzeitig einer gemeinsame Wirtschaftpolitik, einzuführen.

      Ich finds interessant, mal ausnahemsweise nicht zu wissen was da alles noch kommt. Ein Krieg, zB gegen Russland wird ja nicht von den Deutschen sondern von den USA gewünscht.
      Mann sollte Feindbilder immer relativ einordnen… ;-)

    • Titel eingeben
      Och Lise, das Schreckgespenst des bösen Deutschen rennt direkt neben der Schweizer Bankensau durchs Dorf. Reden wir im Zusammenhang von Europa, Geld und Schulden doch auch mal über die Schweiz und was die Schweiz alles so Gutes tut inmitten Europas … also außer ANGST haben vor dem bösen Nachbarn … mit dem ganzen Geld, dass da so gehortet wird von den mehr oder weniger moralisch einwandfreien Reichen auf dieser Welt … Pecunia non olet ist wohl noch wahrer, wenn das Geld gar nicht mehr nach Urin riecht sondern nach Blut, Öl oder Wasser …

      Mir scheint, dass Deutschland nur stark sein darf im Helfen und Demut zeigen und Kopf hinhalten und Demut zeigen. Ein Deutscher hat eine Meinung? Nazi. Deutschland gewinnt im Fußball? Angriff. Deutschland hat eine starke Wirtschaft? Weltherrschaft.

      Ein Image entsteht im wesentlichen durch die Wahrnehmung von außen und man hat nur wenig Einfluss darauf, wie andere einen wahrnehmen. Wir werden noch lange die Massenmörder in der Mitte Europas bleiben egal wie wir uns benehmen.

      Ich kann nur davor warnen, das aufkeimende Selbstbewusstsein zum Zwecke der Niederhaltung als aufkeimenden Nationalismus umzudeuten.
      ANGST in Groß mit drei !!!eins!elf Ausrufungszeichen ist das völlig falsche Signal. Das treibt in die Introvertiertheit was auf staatlicher Ebene meiner Meinung nach Nationalismus heißt.

  112. So, mal paar Fakten
    Griechenlandkrise oder das was so genannt wird.

    Deutsche Garantien etwa 78Mrd. €

    Deutsche Zinsvorteile seit 2008 etwa 80 Mrd.€
    (siehe „Die Anstalt“ zu Griechenland ab 19:30 min.)

    Deutsche Gewinne aus der EZB etwa 10 Mrd.

    Deutsche Zinsgewinne aus einem Griechenlandkredit (selbst geliehen für 2% und wseitergereicht für 5%) 300 Mio./a

    Deutschland kann selbst bei einem Totalausfall der garantien keinen Verlust mehr machen, alles überkompensiert.

    Bezahlt haben das die Griechen, bzw. die Griechen, die keine Milliarden im Ausland haben.
    Die einfachen Menschen stehen einem zusammengebrochenen Gesundheitssystem gegenüber.
    KEINE ärztliche Versorgung ohne vorherige Barzahlung, denn der Staat Griechenland darf dank Troika Vorgabe seine Schulden bei den Krankenkassen nicht begleichen, damit bekommen Ärzte und Krankehäuser kein Geld.
    Mütter setzen ihre Kinder aus, weil sie die nicht ernähren können. Die SOS Kinderdörfer haben keine Mittel mehr, trotz Großspenden (auch aus Deutschland).
    Arbeitslosigkeit vor der Bankenschliessung 25% zur Zeit wird praktisch nicht gearbeitet.
    Der Tourismus bricht zusammen, es gibt keine Vesorgung der Touristen, weil es kein Geld gibt.
    Hr. Weidmann wollte die ELA ja sofort gekündigt sehen, bisher wurden die nur eingefroren.

    Wenn ich einmal grob hochrechne und Deutschland als Basisgröße heranziehe, obwohl daß den Wert wegen der geringeren Basiszinsen und der damit geringeren Ersparniss nach unten verfälscht:

    80Mrd.€ Ersparniss geteilt durch 2(Bill).€ Schulden sind 40
    40 multipliziert mit 12(Bill)€ Schulden Eurostaaten = 480Mrd. Zinsersparniss

    Dazu kommen noch EZB Gewinne.

    So nun kann sich jeder mal überlegen warum man ein Land mit grob 320 Mrd. Gesamtschulden nicht vom Haken läßt ……

    Da hat die deutsche Regierung mit ihrer Position aber mal Allen gezeigt wo vorne ist.
    Vorne ist immer da wo das Geld raus kommt. Schade das das so blutiges Geld ist. Aber Geld stinkt ja nicht.

    Naja, die europäische Werteunion hat halt ihr wahres Gesicht gezeigt. Das ist der Maßstab den wir der Welt vorleben …..
    ein Sommermärchen .. geschrieben von Dr.Schäuble.

  113. Nachtrag
    Es gibt da einen sehenswerten Beitrag von Hr.Pro.Flassbeck auf der tube, ein Vortrag bei der TU Berlin am 01.07.2015:

    https://www.youtube.com/watch?v=guVuUZZFPpQ&feature=youtu.be

  114. Gibt es eigentlich keine Stimmen aus der Türkei?
    Mir ist aufgefallen, das mag aber auch an der Auswahl durch die Medien liegen, dass die Türkei, immerhin Lieblingsgegner Griechenlands, sich auffallend zurückgehalten hat. Keine Süffisanz, kein Versuch, Griechenland für einen symbolischen Euro zu kaufen ;-). Es bot sich förmich an, der nicht nur als Vorurteil existierende Stolz auf griechischer Seite schrie danach…

    Oder habe ich etwas verpasst?

  115. Übrigens
    Übrigens – Ich war ja mehrfach in Griechenland, dank umgesiedelter Verwandtschaft.

    Was blieb mir bleibend in Erinnerung?

    1. Gastfreundliche Menschen
    2. Segga, segga (landgsam, immer mit der Ruhe)
    3. Handgeld
    4. Man muss die richtigen Leute kennen
    5. u.a. den örtlichen Pfaffen

    Entwicklung kann man nicht erzwingen – aber trotzdem, das ist auch alles nicht so toll erhaltenswert und musste vor die Wand fahren. Selbstverschuldet.

  116. Titel eingeben
    Der gewöhnliche deutsche Nutzmichel befindet sich in der Zwickmühle. Seit 20 Jahren wählt er Politiker, die ihm an die Rente und die Sozialversicherung gehen, aber er traut sich nicht etwas dagegen zu unternehmen. Er denkt, andere sind an seiner Lage schuld: die faulen Griechen, die Mafia, der aggressive Iwan. Gut zu wissen, dass man zu den Guten gehört. Das Politbüro in Berlin und seine eingebetteten Journalisten brauchen ihn nur in seinen Überzeugungen zu bestätigen. So war das 1933 auch schon. Großvattern war genau so gestrickt.

  117. Seit wann und woher?
    Hallo, ich bin noch jung. Je mehr ich lese über die aktuellen Probleme mit fast allem (Klimaerwärmung, Kriege, Politik, Armut, …) desto schockierter bin ich von der Tatsache dass vieles nicht neu ist. Vieles begann vor Jahrzehnten und die Generation meiner Eltern hätte es wissen und verhindern können – hat sie nicht.

    Meine Frage an Sie als Autor:
    Seit wann konnte man erkennen, dass etwas nicht im Sinne der Bevölkerung lief? Was sind die Ursachen?

    Bücher wie Confessions of an Economic Hitman sehen große Konzerne als Ursache, dann gibt es die Banken und generell den Trend weg von Nation States hin zu multinationalen Konzernen welcher Art auch immer.
    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass da nur unsere aktuelle Regierung schuld ist, was hätte sie davon? Große Verschwörungen halte ich auch für abwegig. Am plausibelsten finde ich große Konzerne/Banken die spieltheoretisch egoistisch genau für sich das optimum suchen und dabei Politik als Werkzeug verwenden.

  118. was jetzt über den Ablauf der Verhandlungen
    …zu lesen ist, da steht nicht nur den Griechen das Wasser bis zum Hals.

  119. @ Thor Ha @ Sherry A.
    Wegen der hohen Beitragfrequenz, scheib ich lieber hier unten weiter….

    @ThorHa 14. Juli 2015 um 12:23 Uhr
    „…was für eine Verhöhnung aller anderen europäischen Demokratien! Die Griechen haben das volle und von niemandem in Frage gestellte Recht, über ihre eigenen Angelegenheiten selbst zu befinden. Nur taten sie das gar nicht – sie stimmten über Kredite und Bürgschaften von anderen ab!“

    Grundsätzlich stimme ich ihnen ja zu, denn die Griechen haben all die Ganoven Regierungen, die die Kredite einholten (genau wie die deutschen die ihren) selber gewählt. Aber die Deutsche Bank wusste um dem Zustand der griechischen Finanzen, als sie das Geld weggab und Merkel hat es ihrem Freund Joe mit Steuergelder garantiert. Hier gibt es also keine Guten!
    Denn auch Merkel wurde freiwillig gewählt.
    Das Wort Rassismus ist da ja wohl arg fehl am Platze? Schliesslich haben die Deutschen in Griechenland gewütet du nicht umgekehrt, oder?
    Und sie übersehen das für mich Wesentliche. Ich lehne es strikt ab, die meisten europäischen Staaten noch als Demokratien zu bezeichnen. Das wäre ebenso idiotisch wie das Griechenland des Perikles als Demokratie zu bezeichnen. Wenn überhaupt, dann leben wir in Post-Demokratien (gibt’s ausführlich genug in Wikipedia), und das was in dieser Angelegenheit abläuft ist der beste Beweis für die Richtigkeit dieser Theorie aus Oxford.

    Lesen sie sich einfach mal das neue Abkommen durch und sagen sie uns ob das trotz der deutschen Mit-Verursachung des Problems der Lage angemessen ist:

    http://www.nytimes.com/interactive/2015/07/13/world/europe/document-text-of-the-euro-summit-statement-on-greece.html

    Die Frage um die es in diesem Konflikt geht ist nämlich eine andere. Wer beherrscht die Welt?
    Wollen wir eine digitale, globalisierte Welt in der Anwälte und Finanzmanager gemäss von ihnen selber geschaffen Regeln und Gesetzen entscheiden können wie wir gefälligst zu leben haben, und wem unser Geld in Wirklichkeit gehört? Eine Welt, in der von gleichgeschalteten, sich im Besitz von Konzernen befindenden Medien, manipulierte und verdummte Massen Funktionäre wie Merkel/Schäuble/ Gabriel legitimieren, welche die Interessen der tatsächlich die Macht Besitzenden gegen die Interessen der Bürger vertreten und anordnen…. oder wollen wir das, was sich der Idee der Demokratie annähert? Dass Regierende an die Macht kommen, die dann die Interessen der Bürger vertreten… und nicht wenn der Karren in den Bach gefahren worden ist, die Interessen der Finanzwelt den Bürgern gegen deren Willen aufzwingen.
    Die Weltpresse, auch die unserer Verbündeten blickt zu Recht voller Abscheu auf Schäuble, man schämt sich mal wieder weltweit Deutscher zu sein. Sein Gesicht steht weltweit für all das was man an den Deutschen schon immer gehasst hat.
    Sie leben in der fränkischen Prairie, sie bekommen das gar nicht mit! ;-)

    Wie auch Sie sehen, der Widerstand gegen die bestehenden Verhältnisse wächst. Es ist ein ungleicher Kampf natürlich, und wie sie mich kennen weiss ich natürlich auch wer ihn leider auch diesmal gewinnen wird.

    Wenn Schäuble EU und Euro bereinigen will, (was ich ihm sogar abnehme) dann sollte er anderen keine Mafia Verträge aufzwingen, sondern zumindest so tun, als würden die Bürger Europas tatsächlich von Bedeutung sein!
    Wo ist der nötige, UNVERMEIDLICHE Schuldenschnitt? Sehen sie ihn irgenwo?

    @ Sherry A. 13. Juli 2015 um 21:37 Uhr

    Wie so viele ignorieren sie ein paar Tatsachen:

    …dass die europäischen Banken den Griechen auch dann noch Milliarden Kredite bewilligten als ALLE bereits wussten, dass diese niemals zurückgezahlt werden können.

    …dass zB die Deutsche Bank dies nur tat, weil Merkel der Bank diese Kredite mit Steuergeldern garantierte. Für die DB eine win-win Situation an der sie allein wegen der Zinsen einen neun- oder zehnstelligen Betrag verdient hat.

    Und das Wesentliche: Die Macht liegt einer digitalisierten und globalisierten Welt schon längst nicht mehr bei den Schäubles, sondern bei Finanzmärkten, unterstützt von den Medien, leider.

    • Tyler, zum Schuldenschnitt biete ich Ihnen eine Wette an: Wir werden ihn innerhalb
      der nächsten 2 Jahre sehen, vermutlich getarnt als Laufzeitverlängerung auf 50 Jahre und Nullverzinsung. Normative Kraft des Faktischen :-).

      Zur Postdemokratie – we agree to disagree? All die von Ihnen genannten Punkte sind das Ergebnis von Verträgen und Regelungen, die von Demokratien gemacht und unterschrieben wurden, das kann alles auch teilweise oder vollständig wieder rückabgewickelt werden. Natürlich zu einem Preis – TANSTAAFL.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  120. Die Welt zu Gast bei Feinden
    Twitter, das internationale Medium der Völkerverständigung: auf den Tag „#boycottgermany“ reagieren ze ugly patriotic Germans als angefressene beleidigte Leberwürste oder machen sich lustig über griechische Kleinrentner, die sich ja gar keinen Mercedes leisten könnten zum Boykottieren. Hahaha, diese armen Schlucker! Sag noch einer, die Deutschen hätten keinen Humor. Geantwortet wird eher unlustig mit „worldwar 2: tanks, worldwar 3: banks“. Aus is‘ mit dem Sommermärchen.

  121. Griechenlandliebe
    I had to feed you to the crocodile … because this was MY way to say I love you

  122. Titel eingeben
    Dem von Mdme Lagarde geführte IMF ist, ausgerechnet am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, ein gewisses Papier ganz zufällig und völlig absichtslos … ähm … aus Versehen … in die Öffentlichkeit geraten. Und dieses Dokument nun konterkariert eigentlich jeglichen deutschen Versuch, noch irgendwie aus dieser vermaledeiten Krise *nicht* als idotischer Zahlmeister für alle, insbesondere aber für unsere … lieben westlichen Nachbarn … herauszukommen völlig, absolut und total. Ich will doch sehr hoffen, daß der sozialistische Monsieur Hollande bei den kommenden Wahlen der Grande Nation für seine epochalen … Freundschaftsdienste … in dieser ganzen hellenischen Malaise einen ebenso epochalen Preis zahlen muß. Derweil schlagen sich die treudoofen Deutschen, wie immer, vor lauter Selbsthaß gegenseitig die Köpfe ein und suhlen sich eingedenks ihrer historischen Verantwortung im altbekannten tragischen Debattensumpf und sehen, wie immer, bei alledem nicht mal ansatzweise, wie sie, wieder einmal, international am Nasenring als dumme Schuldochsen durch die lachende Manege geführt werden.

    Anstatt sich allein über das unsägliche Gepolter von Schäuble und die gefährliche Sturheit aktueller deutscher Politik aufzuregen und hysterisch die Wiederkehr imperialistischer Borniertheiten in Berlin an die Wand zu malen wäre es schön, wenn in diesem Land nur einmal gesehen würde was unsere lieben Freunde im Westen gerade mal wieder, ohne Rücksicht auf Verluste, auf deutsche Kosten veranstalten, um ihre im Vergleich zu Deutschlands Historie noch deutlich imperialistischere alte Haut zu retten.

    Ich neige gewöhnlich nicht dazu, die Politik in Berlin etwa auch nur mit dem Hauch von Wohlwollen zu betrachten, aber aktuell kann ich so langsam nachvollziehen, warum und weshalb die derzeitigen Akteure angesichts der Gemengelage nahezu gar keine andere Möglichkeit mehr sehen als das Drama in Griechenland derart auf die Spitze zu treiben.

    Es hätte durchaus eine andere Lösung geben können am vergangenen Wochenende. Daß es nicht soweit gekommen ist und dieses für alle Beteiligten unwürdige Schauspiel abgezogen wurde, lag weniger an einer sattsam bekannten und wenig hilfreichen Berliner Verstocktheit und Auftrumpferei, an deutschen Wirtschaftsinteressen oder an den Verstrickungen der Politik mit der Hochfinanz als an ganz anderen und sehr speziellen Interessen jenseits der Vogesen.

    Natürlich spielen auch noch ganz andere Interessen in die Sache hinein. Aber gerade spielt Paris ein geschmackloses und hinterhältiges Spiel, auf Kosten der Deutschen, mit klarer Rückendeckung aus Washington via IMF.

    Man will das partout nicht sehen, weil man dann die aktuell eher absolut nicht erbauliche Realität der … innigen Freundschaft … mit den lieben westlichen Nachbarn … zur Kenntnis nehmen müßte, mit allen unangenehmen Folgen.

  123. Angst machen ist eine Strategie...
    Diese Angst, sehr geehrte Lise, ist unberechtigt, denn früher oder später wird sich diese deutsche Selbstherrlichkeit auflösen (müssen), denn mit immer dümmer werdenden großmäuligen, größenwahnsinnigen Lobbyisten und Egozentrikern wird es langfristig nicht mehr möglich sein, eine funktionierende Marktwirtschaft und ein damit verbundenes konstruktives soziales Gemeinwesen zu schaffen und/oder zu erhalten, das international bestehen kann.
    Angesichts der Globalisierung zerfallen doch schon alte unbrauchbar gewordene Strukturen … die Menschen in Deutschland verblöden erschreckend, in Schulen herrscht Chaos, an Fachhochschulen können Bachelor und Master gekauft werden, Evaluation macht’s möglich, Freiheit und Verantwortung werden gleichgesetzt mit Freiheit für ALLES und ALLE … konservative Eliten ziehen sich zurück und setzen auf Großgrundbesitz all over the world…deutsche Frauen haben sich einreden lassen, dass Emanzipation bedeute, sich wie patriarchale Popanze zu gebärden… das kann ja nicht gut gehen.
    Angst und Untergangsstimmung sollte nur jene niederdrücken, die sich aus dieser untergehenden Welt nicht befreien können, für sie stehen schon radikale selbstherrliche größenwahnsinnige Muslims in den Startlöchern und neue europäische Faschisten.

    Seit zehn Jahren unterrichte ich Studierende in Bezug zu Globalisierung: Es gibt so viele brauchbare Ideen,Konzepte, die von exzellenten „Köpfen“ in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen entwickelt wurden, um eine extreme Herrschaft „des Kapitals“ gar nicht erst entstehen zu lassen und es gibt in diesen Global-Governance-Konzepten genug Input für demokratisch orientierte Politiker. Unternehmen haben längst diese Konzepte entdeckt und fördern sie, denn mit einem weltweiten Heer von Analphabeten, Sklaven und Beamten lassen sich nun einmal keine langfristigen wirtschaftlichen Erfolge erzielen. Außerdem ist nicht jeder Unternehmer, jede Unternehmerin ein Raubtier-Kapitalist. Stattdessen wurde von Seiten der Politik in Deutschland jenen Kräften zugearbeitet, die weltweit agieren, aber nichts Gutes und Evolutionäres mit der Menschheit im Sinn haben, sondern nur ihre eigene Hab- und Machtgier. Hier gilt es, gegenzusteuern. W i r machen das. Schon seit fast 20 Jahren. Man hat uns noch nicht ermordet. http://www.ne-mac.com

  124. Vor sieben Jahren
    Don Alphonso sagt:
    13. Juli 2015 um 20:59 Uhr

    Schuldenschnitt für Griechenland, Italien, Portugal, Zypern und Spanien auch auf kosten der Shareholder, geplante und sinnvolle Aufteilung des Euro in zwei oder drei Zonen – oder eben ein Austritt des grossen Störfaktors Deutschland. klingt alles mies, aber was war jenseits von Deutschland so toll an den letzten sieben Jahren?

    Werter Don,
    alles völlig richtig. Wenn heute der 15.07.2008 wäre…

  125. Armer Michel
    Wie Lettow-Vorbeck die Hereros
    So treibt ein andrer der Griechen Zeros
    Mitten in die Wüste rein
    Doch in Germania juckt das kein Schwein
    Hier im Land der Völkermörder
    Der arme Michel überall hört er
    Das Rattenpack will sein money back
    Faru Facker will nen Schuldenschnitt
    Da macht der Michel gerne mit
    Und auch die hohen Target-Salden
    Sollen sie doch sein Geld behalten
    Zuletzt sein schnelles Schiessgewehr
    Laut Uschis Erlass schiesst es nicht mehr
    Dem Michel bleibt in seiner Not
    Nur von 1516 das Reinheitsgebot

  126. patentlösung
    Ich stimme Alphonso zu, dass D. glaubt, in alte Herrenmenschenmentalität zurückfallen zu können. Gerade als weltgrößter Schuldner -unter dem Aspekt nicht ungeklärter Reparationsleistungen- sollte es sich hier eigentlich sehr still verhalten, oder wenn schon, sich bemühen an einer konstruktiven Lösung mitzuarbeiten.
    Da es das nicht tut, sollte ihm vielleicht ein alternatives Szenario aufgezeigt werden.
    D. lehnt Reparationszahlungen mit dem Argument „Das Thema ist juristisch abgeschlossen“ ab. Warum bündelt Griechenland nicht seine ca. 300 MRD Euro-Forderungen zu Wertpapieren und verkauft sie für ca. 50-80 Mrd. an einen amerikanischen Hedgefonds. G. wär aus dem Gröbsten raus, der Fonds klagt vor einem US-Gericht. Mal sehen, wann D. einknickt.

  127. Pingback: Ein iranisches Sprichwort | eastwind

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  130. Hier nehmen sich die Deutschen wieder einmal zu wichtig
    Faktum ist doch, dass es nur in sehr kleinem Ausmaß überhaupt Schäuble und Merkel waren, die auf den Verlauf und die Ergebnisse der Verhandlungen rund um die Vertragsbrüche der Syriza Regierung Einfluss genommen haben.

    In Brüssel sitzen auch nur sehr wenige Deutsche und diese in den meisten Fällen in keinen einflussreichen Positionen (siehe Oettinger). Es ist meines Erachtens ein klarer Fall von 3. Reich Selbstüberschätzung und teutonozentrierter Wahrnehmung überhaupt zu vermuten, dass Deutschland die Gemeinschaft der 19 EU Staaten oder 11 Eurostaaten dominieren könnte!

    Am Beispiel EZB Vorgehen sollte doch längst klar sein, dass Deutschland zwar geprügelt und beschimpft werden kann, de facto aber weniger als nichts zu melden hat.

    • Irrtum Herr Ücgür
      Sie wiedersprechen sich selber Herr Ücgür. Klar haben die Deutschen im EZB Rat nichts zu melden. Aber ohne das Deutsche Geld gäbe es keine EU, denn es gäbe nichts mehr zum Ausbeuten. Von da her sind sich die Deutschen Ihrer Macht sehr wohl bewußt und schmeißen bisweilen auch herum damit. Im übrigen ist Deutschland ( wie viele andere auch ) ein reiner Vasall der USA und führt deren Interessen auch zu 90% durch.

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