Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der Tod ist eine Rheinländerin mit Vorliebe für Mortadella

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Ich bin erschöpft. Ich will vergessen und schweigen.
Necronomicon

Wo, fragt die rheinische Dame am Buffet in Sterzing, waren Sie gestern eigentlich so spät mit Ihrem Rad?

Auf dem Jaufenpass, sage ich. Also fast, bei 2000 Meter Höhe war es stockfinster und sehr kalt, deshalb bin ich umgekehrt, aber nachher fahre ich gleich nochmal hinauf.

Auf den Jaufenpass, fragt sie nach, und ich lächle innerlich. Ja, auf den Jaufenpass. Ich hätte mir früher auch nicht gedacht, dass es möglich ist, aber inzwischen habe ich dort oben in der Steinwüste nicht mehr das Gefühl, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Ich fliege zwar auch nicht wie ein Adler hinauf, aber ich komme lebendig oben an und habe genug Luft, um eine Torte zu bestellen. Steinwüste hin, Erschöpfung her, ohne Torte macht das keinen Spass. Ja, auf den Jaufenpass. Das Idealbild des Alpenpasses.

japsa

Und dann fragt die Dame erneut nach: In Ihrem Alter?

In meinem Alter? Ich schaue mich um. Die Frescomalereien im Saal entstanden wie die meisten Gäste noch unter Mussolini, während ich selbst aus der Epoche der angeblich weniger totalitären, aber bislang nur schlecht aufgearbeiteten Studentenunruhen stamme, deren historisch-kritischer Vergleich mit den Schwarzhemden des Duce noch aussteht. Es liegt jedenfalls eine gute Nachkriegsgeneration zwischen uns. Gestern zerfurchte ein eisig kalter Wind mein Gesicht, aber so schnell altert man nicht. Ja, natürlich mache ich das in meinem Alter. Auf dem Rokokosesselchen Tee einschenkend auf den Tod warten ist etwas langwierig. Draussen grollt der Motor des Reisebusses, der die aus den Fugen geratenen Rheinländer bequem über die Berge zurück bringen wird. Das Schwein, das als Mortadella auf eine Vorlegegabel gepiekst und dann zwischen dritten rheinischen Zähnen zermahlen wird, sah auch schon mal besser aus. Was soll das heissen, in meinem Alter?

Man muss überhaupt erst mal so in mein Alter kommen und den Mut haben, sich auf diesem schmalen Asphaltband hoch in die lebensfeindliche Bergwelt mit all den Unwägbarkeiten des Schicksals auszusetzen. Habe ich gerade gedacht, ich käme oben lebendig an? Viel zu wenig Drama. Heldenhaft gedenke ich in meinem Alter den Bergsieg zu erringen, und zwar auch noch in zwei Dekaden, wenn die Erben der anderen vor der Frage stehen, ob sie die Goldzähne einschmelzen lassen sollen. Vieles könnte ich sagen, vieles würde mir einfallen, aber ich belasse es bei einem fatalistischen „Ach wissen Sie, niemand kennt Tag und Stunde und bis dahin muss man nehmen, was man kriegen kann“ – und schöpfe mir etwas vegetarischen Jogurt in ein Schälchen. So etwas anderthalb Pfund.

japsb

Es wäre im Kontext dieses Hotels und seiner bevorzugten Gäste vielleicht nicht höflich, die Gedanken über die Endlichkeit des Daseins der Anderen explizit auszudrücken, selbst wenn man dazu herausgefordert wird – aber man muss den Realitäten ins Auge sehen: Das Konzept „Leben“, das uns so wichtig erscheint, existiert nur sehr begrenzt auf diesem Erdenrund. Dort oben, wohin mich meine Beine tragen, ist es bis auf ein paar Flechten, Bakterien und anderes Zeug, das ich im Biologieunterricht ignoriert habe, vorbei. Speziell der Mensch macht da in keinem Alter eine allzu gute Figur: Er klettert schlechter als der Steinbock, friert schneller als das Murmeltier, jedes Alpenfleckvieh steigt schneller bergauf, und wenn er dann doch mal schneller als die Schildkröte ist und sich verbremst, hat er nur Bruchteile einer Sekunde vor dem Einschlag Zeit, sich Gedanken über die Wertigkeit eines ordentlichen Panzers zu machen. Menschen, das sage ich ganz offen, halte ich für eine grandios überschätzte Nebensächlichkeit der Evolution. In meinem Alter und mit meinen Erfahrungen, deren Ursachen auch nach Monaten auf der Haut noch sichtbar sind. Da fällt mir ein; Dieses Jahr hat es mich bei den Unweisheiten des Alters – meines Alters – noch gar nicht derbröselt. Auch kein Stacheldraht kam mir in die Quere, und während ich mich dann später auf dem grauen Band durch dunkelgrüne Wälder und entlang von Abgründen hinauf in die Wolken schraube, fühle ich mich für mein Alter eigentlich ganz gut.

japse

So ein schmales Band ist es dann auch mit dem generellen Wohlbefinden – in meinem Alter. Auf der einen Seite erheben sich die dunklen Wälder der ungewissen Zukunft, die man zu durchmessen hat, auf der anderen Seite lauert der Abgrund der früheren Fehler, die einen zu Fall bringen können. Aus dem Abgrund schreien die Hyänen von Yoga und Veganismus, dass man früher mehr hätte tun können, aus dem Wald unken die rheinländischen Mortadellaharpyen, jetzt sei aber mal langsam Zeit, etwas kürzer zu treten. Es passiert nicht nur in Mussolinis Speisesaal, sondern überall. Auf der Anreise habe ich die Arie mit Chor „un vita triplicata“ von Benedetto Marcello gehört, markerschütternd gesungen von der famosen Silvia Frigato – im Rokoko wusste man noch, wie man Menschen mit besten Wünschen für das Kommende zu bejubeln hatte. Heute sollte man in meinem Alter nicht mehr so reintreten und mehr an die Lebensversicherung denken, an die Pflege im Alter und was die grindigen Fischkepf grinsenden Fachkräfte der Werbung einem sonst noch an Sorgen, Ängsten und Befürchtungen dort unten im Tal nahelegen. Hier oben streiten dann wie wahren Elemente des Schicksals. Ab der Hälfte der Strecke regnet es, aber wenn man hoch genug fährt, hört es auch wieder auf: Denn bei 2000 Meter geht der Regen dann in Schnee über. Und kein Rheinländer weit und breit.

japsc

Ab 2000 Meter geht es dann auch ganz schnell, man will nicht eingeschneit werden, und es sind nur noch drei Spitzkehren bis zur Passhöhe auf 2094 Meter. So geht eben jeder seinen Weg, die einen mit eigener Kraft an die Grenze der bewohnbaren Welt und die andere mit dem Bus über den Brenner heim nach Deutschland. Der eine schaut hinunter nach Meran, in den Süden, nach Italien, die andere reist mit dem guten Gefühl, wenigstens eine Warnung ausgesprochen zu haben, wenn jemand schon meint, sich das antun zu müssen. In 20 Jahren wird bei einer Versicherung ein Warnlicht angehen, weil mein Körperüberwachungsgerät, das wir dann alle ab einem gewissen Alter zwangsweise tragen müssen, erst die Fahrt in den Schnee registriert, und dann die fette Torte. Es ist leider absehbar, dass ich zu einer aussterbenden Gattung gehöre, denn die Zukunft teilt mir heute schon freiwillig im Internet mit, was für Joggingwatscheleien sie im Stadtpark schlecht aussehen liess. Der Schnee verdampft schlagartig auf meinem vor Kraft und Wut pulsierendem Körper – in meinem Alter. Oben bin ich in persönlicher Rekordzeit. Trotz Pausen für Bilder, auf einem vierzig Jahre alten Rennrad mit Hakenpedalen und Ablenkung durch Phantasien von Buffet- und Rentenberechnungsborstenviechern, die zerhäckselt und in Därmen geräuchert werden.

japsf

Ich bin vollkommen anspruchslos und verlange nicht, dass ich dort oben von Silvia Frigato und einem Chor empfangen werde. Die mehr breite als hohe Tölzerin und ihr plauderfreudiger Mann, der früher Busfahrer war und weiss, was ich geleistet habe, reichen mir in der Rolle des begeisterten Lebens vollkommen. Der Tod kommt aus dem Rheinland und isst Mortadella, das Leben aus Tölz findet es toll, dass ich hier oben mit dem Rad ankomme. Der Wald und die Abgründe liegen hinter mir, drinnen gibt es für das Ehepaar Gulaschsuppe und für mich eine Himbeersahnetorte. Wie in den Wirtschaftswunderjahren der guten, alten Bundesrepublik, die vielleicht nicht perfekt war, aber einen doch weitgehend in Ruhe liess und das Leben mit einem Glas Eierlikör nahm, wie es gekommen ist.

japsd

Dann steige ich wieder auf das Rad. Es ist bitterkalt dort oben. Ich lasse die Bremse los und weiss, dass ich in zwei Dekaden eine Mail auf das Display meiner obligatorischen Life Control Enhancment Device bekäme, dass ab 70 km/h der Versicherungsschutz erlischt. Deshalb mache ich das jetzt, in meinem Alter. Es wird nicht mehr viele Möglichkeiten geben, starrköpfig und unvernünftig zu leben, die Zukunft verspricht uns eine verdreifachte Lebenszeit mit einem langsamen, vernünftigen und gesunden Tod am Ende. Darauf zwölf Spitzkehren auf über tausend Höhenmetern mit einer Bremse, die auch in meinem Alter ist. Mit Überholvorgängen auf der Innenseite. Der moderne Tod ist eine Rheinländerin mit Vorliebe für Mortadella, aber er ist nur so schnell wie ein Bus, und bergab kriegen sie mich nicht.

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144 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Und: Diese CD IL PIANTO E IL RISO kann ich nur allerwärmstens empfehlen, es ist die Beste, die ich dieses Jahr gehört habe.

    • alter
      ’n bißchen viel kokettiert mit dem alter, mein alter.

    • Drama, Baby. eigentlich ist es eine einleitung, die zu lang geworden ist.

    • es gibt doch aber gar keine zu langen Einleitungen, sondern bloß
      zu kurze Romane! Und es könnte ein guter werden, ohne Angst vor Kitsch (darum müssen sich nur die Herzlosen sorgen) und mit wiedereroberter Heimat und einem klaren Feindbild. Fehlt eigentlich bloß noch die schöne, Himbeertorte backende Maid, die Entscheidung (wird der Held mit ihr in den hoch gelegenen Gasthof ziehen, diesen von ihren Eltern übernehmen und das mühsame, aber erfüllte Leben dort fortsetzen?) und das retardierende Moment (die Mortadella-Hexe neidet ihm soviel Lebensfreude und droht zur Strafe mit dem Entzug der Krankenversicherungskarte) und fertig ist der Spannungsbogen für den neuen Ganghofer oder so. Wir müssen nun wirklich nicht alle eierlikörlos miesepetern! Auch kann das sowieso keiner so spitzig und garstig wie der Fontane … dessen Bosheit ist auf ewig ungeschlagen …

    • Die Südtirolerin da oben trug Brille und war auch sonst sehr apart.

  2. Als Bewohnerin des totalen NL Flachlands, kann ich nur seufzen und kommentieren:
    Vielen Dank für den herrlichen Artikel mit den schönen Bergbildern!

  3. Was in Südtirol der Jaufenpass ist ...
    … ist in Indien der Kardung La.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kardung_La

    Leider gab es keine Torte!

  4. Ich bin erschöpft. Ich will vergessen und schweigen
    Cui bono?

    Sehr geehrter Don Alfonso,

    schön wieder von Ihnen zu hören.
    Ach ja, das Alter, da gibt es diese Momente. Persönliche Verluste, wie Bedrohungen beugen einen doch hin und wieder.

    Doch wie Horaz in seinen «Satiren» schrieb: „Est modus in rebus, sunt certi denique fines“ was uns sagen will:“Es liegt ein Mass in den Dingen, es gibt gewisse Grenzen.“

    Ungewöhnliche Situation, mobilisieren oft ungeheuere Kräfte, wenn es die Notwendigkeit gebietet sich nicht unterdrücken zu lassen.

    Ich hatte da gerade ein sehr schöne Schrift in Händen mit dem Titel:
    „A History of the Persian Empire“, in welchem auch vom

    Kampf gegen die Lügenkönige berichtet wird.

    Wir hatten ja gerade den Tag der deutschen Einheit, was für mich immer Gelegenheit ist ein wenig zurückzuschauen und zu blättern.

    Und da Herr Gauck ja wieder eine Rede halten mußte, fand ich just, gerade in dem Moment wo er seinen Mund schloß, diesen Text:

    „Wir würden uns eigentlich nicht helfen, wenn wir Fremdheit und Distanziertheit übersehen würden in der guten Absicht, ein einladendes Land zu sein. Diese gute Absicht ist ja lobenswert. Aber wir haben doch ganz andere Traditionen, und die Menschen in Europa, das sehen wir allüberall, nicht nur in Deutschland, sind allergisch, wenn sie das Gefühl haben, dass, was auf dem Boden der europäischen Aufklärung und auch auf dem religiösen Boden Europas gewachsen ist, wenn das überfremdet wird – um einen Begriff zu verwenden, der in Deutschland verpönt ist, aber ich verwende ihn hier ganz bewusst […].“(NZZ Standpunkte 10.10.2010)
    (https://www.tagesschau.de/inland/gauckzitate100~_page-3.html )

    Ja, dachte ich, der Herr Pastor ist ganz wie diese Frau:

    „Die multikulturelle Gesellschaft ist grandios gescheitert.“ hat sie gesagt.

    (zum Streit über die Integration von Ausländern, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 20. November 2004)

    Sie wird diesen Satz wohl bald wiederholen können. Aber eines muß man ihr ja lassen:

    „Immerhin haben wir es geschafft, dass das Gesicht der Kanzlerin ostdeutsch ist. Das ist ja schon mal was.“ (Oktober 2009) hat sie gesagt.

    Jetzt macht sie ja mehr in Glaubenspolitik: „„Der Herrgott hat uns diese Aufgabe jetzt auf den Tisch gelegt“

    Wenn dies der Aufruf sein sollte sich in den Kirchen wieder zu versammeln, wie in Zeiten der Pest, so werden die Menschen dort eher das Stoßgebet: „Herr laß´ den Kelch an mir vorüber gehen“ zum Himmel richten.

    Übrigens die Lügenkönige wurden besiegt !

    Werter Herr Meyer, sind wir wirklich zu alt und erschöpft uns den Lügenkönigen, Pastoren und Pastorentöchtern zu beugen?

    Mit freundlichem Gruß

    B.Klingenberger

    • Zur deutschen Einheit muss ich auchz noch etwas nachtragen, speziell zum thema Mauern und Missverständnisse bei Politikern.

    • .
      auch nietzsche war ein pfarrerssohn.

    • Häuptlinge und Kasperl
      Häuptlinge und Kasperl

      Sehr geehrte donna laura,

      Ihre Feststellung hat mich beeindruckt.

      Die event. dahinterstehende Botschaft erschiene mir als Ratespiel, wofür ich keine Zeit habe.

      Ja die Pastorenkinder – Sollte ich mich entscheiden zwischen dieser Frau oder Herrn Nietzsche ?

      Heute gibt es ein gutes Abendessen, zuvor greife ich gerne nach absonderlichem belustigendem, damit es ein heiterer Abend wird.

      „Wir sind jetzt gerade im Sommer der Entscheidung, dann kommt der Herbst und dann der Winter der Entscheidung – jetzt kommen überhaupt nur noch Entscheidungen.“ (Merkel)

      Mit freundlichem Gruß
      B.Klingenberger

      (http://www.n-tv.de/politik/Merkel-zieht-schwarz-gelbe-Bilanz-article3876651.html)

    • Das Pastorenkind Merkel hat gerade den Hugenottensohn in die zweite Reihe gescheucht. Da werden auch manche bald alt.

    • Titel eingeben
      Sogar in der Subspecies Pfarrwitwensohn, Frau Laura. Der Junge musste ein verkorkster Mann werden, es war ihm so beschieden. Erklärt das bereits das altjungferliche Grundkonzept „Umwertung“, das Mörkel und Nietzsche gemein haben, das schlüssige Konzept einer Auflösungsphantasie des allzu Schwachen?

    • Titel eingeben
      Sind wir nicht alle inzwischen Pfarrertöchters Bruder und Schwester?
      .
      Und. haben Pfaffers Kinder nicht manchmal (aber nur manchmal) ein kleines bisschen Haue gern?
      .
      Thema „Wir“ schaffen das: Liebe (Alt-)Mitbürger, gib es zu, du willst es doch auch! Wie, du wurdest nicht gefragt? No means no? Was isn det fürn femimimi K***scheiss?
      .
      Appropos „Wir“…
      Chère Madame „Oui ou Non, not my country“: JE NE SUIS WIR, Madame.

    • Ich habe sicher nichts mit Pfarrern zu tun.

    • @ B. Klingenberger
      Die Lügenkönige wurden besiegt? Das nenne ich mal Hoffnung … Wie? Durch die Probe aufs exempel?

      Ich hätte übrigens der Kanzlerin nicht soviel Humor zugetraut, mit der Rolle als Quoten-Nichtzudiskriminierender (die den Spielraum der Diskriminierten verengen soll) noch zu kokettieren. Heute käme ihr das auch nicht mehr über die Lippen, nehme ich an. Die Klingen sind gekreuzt …

  5. "Und kein Rheinländer weit und breit." Tatsächlich? Seien Sie sich da
    mal nicht zu sicher. Die Leitplanken sehen nicht gerade nach Finsider aus.

    Und allen Altersbeundanzüglichen lassen Sie doch einfach ein kerniges „moriturus te salutat“ um deren Ohren pfeifen…

    • Ich fahre da ja auch nicht rein. Oder rhein.

      Un wer nett zu mir ist, zu dem bin 9ich auch nett und schreibe nicht drüber.

  6. Pässe! Musik!
    Erhalten wir den alten Don zurück, den wir so schmerzlich vermisst haben?
    Nein, im Ernst: Ein schöner Text. Habe gestern ein DLF Feature über „Lebensentwürfe von 50-jährigen“ gehört…
    Natürlich in unserem Alter. Neulich habe ich unvorsichtigerweise (einige Ampeln waren Kirschgrün… und es war für die kurze Radhose zu kalt.) meine Bestzeit nach Hause gebrochen. In unserem Alter. In unserem Alter!
    Pässe und Musik. Weiter solche frohen Stücke zwischen dem Schwermut der Krisenbetrachtung.

    • Es gobt da ein paar Geschwindigkeitsbegrenzungen und ich weiss nicht, ob ich so scharf bremsen konnte…

      Ich weiss jedenfalls, dass ich auf keinen Fall so 70 werden will, wie die Teenager von heute 40. Schreckliche Vorstellung. Ich verwerte mich schon selbst.

    • ....Lebensentwürfe von 50-jährigen“ gehört
      So jung möchte ich auch nochmal sein! Mein Radl ist zwar jünger, aber leider meine Kniegelenke schon viel älter, so daß es bei mir nicht mehr auf die Berge langt, aber doch noch 100 km pro Tag durch das schöne Lothringen, kann ich jedem empfehlen, dem irgendwann die Arthrose die Gelenke knirschen läßt.

    • Man muss halt nehmen, was man kriegen kann, und darf sich nichts eibreden lassen.

    • Lieber Don,
      die heutige Jugend ist im Kopf so alt, so alt werden wir gar nicht und ich renne auf die 70 zu. Fühle mich oft wie 25, bis mich ein Blick in den Spiegel oder die morschen Knochen an mein wahres Alter erinnern und ich lebe nach dem Motto:

      Das Leben sollte NICHT eine Reise ins Grab sein mit dem Ziel, wohlbehalten und in einem attraktiven und gut erhaltenen Körper anzukommen, sondern eher seitwärts hineinzuschlittern,
      Chardonnay in einer Hand, Erdbeeren in der anderen,
      den Körper total verbraucht und abgenutzt, und dabei jubelnd…
      „WOO HOO! Was für ein Ritt!“

      Kuchen hatte ich heute schon, um diese Uhrzeit passt ein Glas Rotwein.

      PS: wenn ich auf die Alpenpässe mit meinem Mann kam, war’s neblig und es schneite. Ich habe nie den Piz Palü gesehen, nicht den Dachstein von der Bachl-Alm oberhalb von Filzmoos, nicht Cortina oben von der Straße, auch wenn mein Mann versicherte, das läge da unten. Einzig der Silvretta und Valparola zeigten sich ohne Schnee. Die Berge mögen mich wohl nicht und ehrlich, ich sie auch nicht ;-) Flachlandtiroler halt.

    • Die Berge haben einen sehr herzlichen charme, um es mal positiv zu sagen. Man muss das mögen.

      Der Ritt ins Grab wird aber Standard. Es geht im Alter ja nur noch um Krankheiten und Vorsorge, Da ist das Ende stets in Gedanken nahe. Ich halte es da mehr mit den Tortenesserinnen, die aus der Kur in Bad Wiessee hinüber nach Gmund kommen.

    • Die 40-jährigen Greise
      Einerseits wären wir vor 200 Jahren schon wirklich alte Männer gewesen.

      Was mich aber stutzig macht ist in der Tat, wie spießig die jungen Leute sind. Mit der ersten Freundin an den Studienort, dort zusammenbleiben und dann heiraten. Arbeit, Rente, Kiste. Und zwischendurch immer schön Pauschalreise buchen.

      Ich habe 60-jährige gesehen, die alle 4 Auffahrten des Mt Ventoux an einem Tag geschafft haben (und ich strebe an, dazu zu gehören…). Und 75-jährige die 10km immer noch unter 50 Minuten laufen (da sind meine Ambitionen begrenzt…).

      Völlig aus dem Zusammenhang gerissen, aber dennoch passend: „L’audace! Toujour l’audace!“. Immer verwegen sein, wie der alte Fritz sagte.

    • Es ist halt die ablehnung des Modells, das die Älteren mit radikaler Selbstverwirklichung in den Graben gesetzt haben. Kin, ehe, Scheidung, Patchwork, Neuanfang mit 47 – das wäre denen einfach zu peinlich. Natürlich gibt es jetzt die Backlachliteratur der Kaputten un Drogenverseuchten, die das alles diffamieren, aber die nächste Generation will es lieber ruhig und angenehm.

    • @Simon
      „die heutige Jugend ist im Kopf so alt, so alt werden wir gar nicht und ich renne auf die 70 zu.“

      Wer hätte denn einem so jungen Hüpfer eine so präzise Beschreibung der Probleme unserer Zeit zugetraut? Chapeau! Während die Alten lebfrisch die Teenager spielen, vergreisen die Jungen im D-Zug-Tempo, damit sie wenigstens eine Ahnung von der Phasenhaftigkeit des Lebens gewonnen haben, bevor sie doch vorzeitig in die Kiste steigen, weil sie aus Versehen via Navi in die eigene Grube manövriert sind. Kein Verlust, denn zwischendurch gibts ja nichts mehr zu erleben – die Alten haben die Zukunft der Jungen schon lange am Spieltisch verzockt und gönnen sich nun einen geliehenen Vorschuss auf die Manpower der Urenkel. Prost!

    • Heute muss man ICE-Tempo sagen, das trifft es genau.

    • Vorsorge und Krankheit, Widerspruch
      Vorsorge und Krankheit interessieren mich nicht, das ignoriere ich völlig. Mein Arzt hat mich seit anderthalb Jahren nicht mehr gesehen. Ich sorge mich nicht um meine Gesundheit oder den Zustand dreier mehr als grenzwertiger Aneurysmen im Brustkasten, nö, das überlasse ich den Ärzten, die mir vor bald 4 Jahren verzweifelt einreden wollten, das müsse dringend und sofort operiert werden. Ich verlasse mich auf meine Knödel (der Doc meinte, wenn’s soweit ist, merken sie das gar nicht), verhindern die doch, dass ich mal in einem Pflegeheim verblöde.
      Ich halte mich lieber an Kuchen und Rotwein und lass die Ärzte ihr Geld anderswo verdienen.

      PS: Das Grauen vor den Bergen lernte ich während eines 14tägigen Schnürlregen-Urlaubs in Kiefersfelden in den 60er Jahren, der wilde Kaiser war so nah, dass er mich fast erschlug. Und seitdem schneite es zuverlässig zu 85%, wenn mein Mann mich nach Südtirol oder über den Albula und andere Pässe mit leuchtenden Augen kutschierte. Im Gegenzug war das Wetter in Ostfriesland so, wie man’s erwartet und auf Sylt oder Amrum auch nicht besser.

    • @auch egal
      Junger Hüpfer ist gut ;-) Aber in jetzigen Zeiten wird wohl wieder das sozialverträgliche Frühableben propagiert werden müssen, wie sonst soll das Drama mit den doch in der Regel illegalen Einwanderern geregelt und bezahlt werden. Es fehlt nicht nur an Wohnraum, Geld müsste zwar genug da sein, Schäubles schwarze Null ist doch ein Witz angesichts der Staatsschulden, aber all die Kurse, Therapien der ach so traumatisierten Menschen, Krankenkassekarte, Fahrlehrer fordern nun, der Staat solle den Führerschein für diese Leute zahlen, ich warte jetzt auf die nächste Berufsgruppe, die meint, ihr Schäfchen dabei ins Trockene bringen zu müssen, usw. und so fort.

      Denken wir also an Vilmars Spruch und schaun mal, wann der wieder aktuell wird ;-)

    • Titel eingeben
      Ich glaube es geht der jungen Generation vor allem um die Erfüllung von Normen, die nicht die ihren sind und die sie eigentlich nie zu hinterfragen gelernt haben. Vollüberwacht durch Eltern, die nicht loslassen können, ihre eigenen Ansprüche verwirklicht sehen wollen und belagert durch eine allgegenwärtige Werbeindustrie. Es ist gar nicht so einfach in so einer Situation sich selbst zu fragen „was will ich?“ Und dann macht man eben das, was alle machen. Das muss nicht schlecht sein, aber es schränkt ein und das merkt man auch.

    • @Booooster
      wie spießig die jungen Leute sind. Mit der ersten Freundin an den Studienort, dort zusammenbleiben und dann heiraten.

      Und das wieder im ganz großen Stil mit allem Pipapo, den man sich nicht denken kann. Habe ich Mitte der 70er still und sehr glanzlos nur standesamtlich geheiratet, geht das heute gar nicht mehr. Heute muss es wieder die große Show sein, wie eine Bekannte erzählte, deren Tochter nun nach ihrem Magister die eigene Prunkhochzeit mit dem langjährigen Verlobten plant.

  7. "mit einer Bremse, die auch in meinem Alter ist"
    Also das ist jetzt aber doch besorgniserregend…

  8. Hach Südtirol...
    Sie wecken Fernweh, werter Don. Vielen Dank für die Bilder.

    Das Schöne an Ausdauersport ist ja, dass man sein Niveau sehr lange ausbauen kann. Ich erinnere mich an meine Anfangsjahre am Berg. Da hat mich mal ein ca. 45 Jahre älterer Herr ganz locker und ohne Schweissperle auf der Stirn abgehängt. Kaum noch graue Haare auf dem Kopf aber Waden wie junge Fichtenstämme. Sie haben also noch viele Jahre vor sich. Ausser wenn das mit der Bremse…

    Ich hoffe im übrigen auch, dass wir dem Vollkasko-Nanny-Staat noch eine Weile davonrasen können. Genießen wir die Zeit, bevor Krankenkassen uns vorschreiben, welche Kleidung wir zu tragen haben. Also, Aufstieg durchs Geröllfeld und am Gipfel erstmal eine drehen!

    Ich teile zwar Ihre Leidenschaft für asphaltierte Straßen in den Bergen nicht, aber der Flüela- und der Albulapass sind landschaftlich auch sehr empfehlenswert.

  9. Übrigens...
    Die hiesige Website bietet heute einen langen FAS-Artikel von einem Nikolai Klimeniouk an prominenter Stelle an — erkennbar in der Absicht, mal wieder einmal eine empathischere Stimme in der Asylkrise zu Wort kommen zu lassen.

    Man muss sich einmal die Armut der dort implizit vertretenen Argumentation vor Augen halten.

    Die These im Vorspann lautet: „Er sagt heute: Für Deutsche gibt es keinen Grund, sich vor Einwanderern zu fürchten. Für Einwanderer gibt es keinen Grund, Deutschland dankbar zu sein.“ (!)

    Da vergleicht sich ein 1991 aus Moskau ausgewanderter Intellektueller – ein komplett säkularer aschkenasischer Jude, den man mit 15 nur durch das Stellen unlösbarer Mathe-Aufgaben aus einer Eliteschule fernhielt und der heute für die FAS schreibt – mit einer Millionenlawine von mehr oder weniger ungebildeten, oftmals rückständigen Muslimen, die wenig anderes mitbringen als das von den Claudia Roths dieses Landes genährte Gefühl, anspruchsberechtigt zu sein und die Versprechung, sich zu vermehren.

    • Ich vermute, da wir es eine Antwort geben. Ich finde den Beitrag nicht wirklich schön. Schlicht in der Argumentation und wenn ich hier mal was über Kontingentflüchtlinge und ihre Folgen für die jüdischen Gemeinden schreiben würde – bishin zur Mafia von Berlin – würde man sich schon auch wundern.

    • Titel eingeben
      Die Argumentation bleibt ja auch, wie meistens, größtenteils implizit. Sonst würde ihre ganze Armut offenbar. Der Leser bekommt da ein diffuses Gefühl der Empathie und des Schon-mal-Dagewesenen (ziemlich lächerliche Idee) vermittelt. Und irgendwie mischt sich darunter dann die schlechterdings unverschämte Kernthese (und zwar ohne jede Begründung).

      Und, ja: Schreiben’s halt drüber.

      Hier gab es doch unlängst schon mal einen Beitrag zur Korrektur historischer Fehlvergleiche (Stichwort Heimatvertriebene nach dem 2.WK – auf die einfache Disanalogie, dass es damals um Deutsche ging, ist leider kaum einer gekommen).

    • Meinen Sie mich?


    • Ja freilich, ab dem zweiten Absatz. Sie sagten schließlich: „wenn ich hier mal was über Kontingentflüchtlinge und ihre Folgen für die jüdischen Gemeinden schreiben würde … würde man sich schon auch wundern“.

    • Gut – dazu muss ich vielleicht erwähnen, dass ich zu der heissen Zeit und während des Versuchs, den Zuzug zu stoppen, viel für eine grosse jüdische Gemeinde in Deutschland gemacht habe und daher die Probleme recht gut kenne. In vielerlei Hinsicht ist diese versuchte Integration trotz bester Voraussetzungen oftmals krachend gescheitert, weil nicht Juden kamen, sondern Russen, die wegen jüdischer Vorfahren kommen konnten, aber keinerlei Interesse am Judentum oer auch nur an Deutschland als Gesellschaft hatten. Zu dem Thema habe ich 2004 auch ein Interview mit dem Innenminister gemacht, und dass sich viele eine jüische Identität kauften, um dann hier eher schräge Dinge zu tun, ist nicht zu bezweifeln – da bitte ich einfach die Geschichte der Berliner Gemeinde und ihrer brutalen Machtkämpfe nachzulesen. Teilweise wurden dann auch jüdische Einrichtungen als Deckung missbraucht, und die Kluft zwischen den alten Gemeinden und den neuen Mitgliedern besteht oftmals bis heute. Es war halt eine Idee, das jüdische Lrben wieder erstehen zu lassen, und statt dessen bekam man eine Vielzahl unvorhergesehener Probleme wie eben diesen doch recht arrogant auftretenden Autor, der von russischer Seite aus etwas flockig beschreibt, was von jüdischer Seite aus das Leben noch lange Zeit bestimmen wird. Es sin genau solche Texte, die Vorurteile erst noch anheizen. Da fragt man sich auf jüdischer Seite halt, warum man sich das alles angetan hat, wenn es den zu Integrierenden um etwas ganz anderes geht. Er hat kein Gefühl der Dankbarkeit? Das finde ich etwas daneben-

  10. Don, ich will Sie wirklich micht ärgern, aber mit Studentenunruhen (!)
    hatten Sie ungefähr so viel zu tun, wie eine Kuh mit dem Klavierspielen. In Ihrem Alter kommen da nur die kurz aufgeflammten Proteste gegen schlechte Studienbedingungen Anfang der neunziger in Frage. Und das war gegen die echten Studentenunruhen 68/69 ungefähr das, was ein moderner twitter Shitstorm gegen die soziale Totalächtung in einem bayrischen Dorf von 1955 darstellt :-). Auch, wenn man Unions- und FDP-Politiker mit ihren „frischen“ Erinnerungen an die wilden siebziger damals mit ominösen Andeutungen ganz schön erschrecken konnte.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Ich wollte sagen: Ich bin in den Zeiten der Studentenunruhen geboren worden, wie die anderen in den letzten Tagen Mussolinis.

    • Denke, denke!
      Tja, über diese Zahlenaufreihungen bin ich auch ins Grübeln gekommen.
      Aber mangels Sachkenntnis kam ich zu keinem schlüssigen Ergebnis.
      Schmerzlich in Erinnerung geblieben sind mir aber Bilder des Fernsehens, die zeigten, wie Studenten ihre Hochschullehrer tätlich-körperlich angriffen.

      Mit fielen Grüssen,

      Bernard del Monaco

  11. Demaskiert, aus eigenem Wunsch
    Danke, im HipHop würde man das „realtalk“ nennen. Mit dergestalt offenem Visier schrieb er selten, unser Don.

    Diejenigen, die Eltern sind, werden doppelt meine Einschätzung teilen.

    Endlichkeit & Eingeständnis.

    • Ich fand das einfach zu indezent. Ich nenne oide Schewan ja auch nicht öffentlich alte Schachteln.

  12. TREMOLA
    ich ziehe das mit dem Jaufenpass stark in zweifel als idealbild des alpenpasses.
    nichts geht doch über die TREMOLA mit kopfsteinpflaster, wo Goethe aus der gegenrichtung kommend und in küssnacht am rigi vorher nächtigend mehrfach scheiterte………………….nicht beim aufstieg, nein, bei der entscheidung in den süden via tremola abzusteigen und sich erleuchten zu lassen.

    nein, der antizipierte vergleich der 68er mit irgendwas mit mussolini ist sehr unpassend, unter den talaren war ja wirklich der muff von 1000 jahren und er schwabe fritz teufel war schon eine bereicherung für die bundesrepublik. joschka war das weniger, er war ja karrierist. aber kd wolff wollen wir ja auch nicht missen finde ich. ihn schätze ich, aus gründen die ich hier nicht darlegen kann sehr besonders.
    so lieber DON, hier ist differenziertheit angebracht, die feine und filigrane.

    und so geniesse ich diesen heutigen tag, nach der durchquerung von vier nationalstaaten und ihrer vorhandenen oder verschwundenen grenzen im warmen süden, das mountainbike in wartestellung und stolz wie oskar: meine nation hat die ehre europas gerettet…………….

    sagt der badener W.S………..ich sage nicht der badenser W.S., weil ja sonst die heilbronner heilbronser heissen müssten.

    darauf morgen einen maxi-topfenstrudel aus dem erbe der k.u.k.-monarchie. und einen grossen brauen ! das ist keinesfalls politisch gemeint.

    • Je mehr man sich mit dem italienischen Faschismus beschäftigt – und seiner Entstehung aus der Opposition zum Ergebnis des ersten Weltkriegs – um so deutlicher werden die Ähnlichkeiten dieser jugendbewegungen. Neue Zeit, neuer Mensch, neue Technologie -gerade die RAF liest sich bisweilen wie ein futuristisches Manifest. Und den Marsch durch die IOnstitutionen gab es auch in Italien. Man könnte da zumindest mal ein wenig querdenken.

      Für mich war der Jaufenpass nicht nur der eigentliche zugang zu Italien, sondern auch mein Ewiger Schrecken. Ich konnte mir nie vorstellen, dass man hier radeln und überleben kann. Das alles konzentrierte sich auf diesen einen Pass.

    • Jaufenpass - Übergang nach Italien?!
      Lieber Don!

      Italien – damit meine ich nicht den staatsrechtlichen Aspekt – beginnt entweder bereits beim „Italiener“ in „Monaco/München“ oder an der Salurner Klause……
      (Nichts für ungut; als (Nord-)Tiroler musste ich das einfach anbringen!)

    • Ja, aber ich gehe a nach dem klima. Sterzing ist noch alpin und Meran ist mediterran. Sterzing ist Tanne und Meran ist Palme. Es riecht einfach nach Mittelmeer.

    • Dass die Südtiroler ohnehin der coolste Teilstamm der Bajuwaren sind, ist eh klar.

    • Sterzing - Meran
      ja, ja, auch Ihre kaiserliche und königliche apostolische Majestät, Kaiserin Elisabeth (Sissi) war, wenn sie das Kronland – damals bis Riva – besuchte lieber in Meran denn in Innsbruck. Und ja, das historische „Stammland“ des „(Schein-)Heiligen Landes“ lag im Süden und ja, es wächst halt nun mal dort der Wein und die Maroni für’s Törggelen. (Beginnt bald wieder!!!)

      PS: Elisabeth von Österreich-Ungarn, Herzogin in Bayern und gefürstete Gräfin von Habsburg und Tirol etc. etc. ist auch eine der Frauenfiguren, deren Bekanntheit und Beliebtheit mich ein fürs andere Mal wieder überrascht. Diese Frau hat nämlich schlicht und ergriffen nichts, aber schon gar nichts getan.

      Aber: diese wunderbaren Titel….. (ewig Schad‘; was man in der Hofburg nicht alles für die Touristen machen könnt, wenn wir die, anstatt des UHBP und des „Feigmandl’s“ noch hätten, tja, das waren halt noch Zeiten, der österr. Kaiser war noch König von Jerusalem, dort lebten alle Araber friedlich unter britischer Aufsicht und keiner kam ….

  13. Sie sind doch Historiker. Und bald ist Thanksgiving Day. Da könnten
    Sie doch auch mal was über die Pilgerväter (Verlustraten auf hoher See ähnlich wie heute?), deren Überstehen des ersten Winters mithilfe der damaligen dortigen Mehrheitsbevölkerung und wie der das letztlich gedankt worden ist schreiben…

  14. Wann
    Auf die Frage „In deinem/Ihrem Alter?“ antworte ich meistens „Wann denn sonst? Soll ich vielleicht noch warten, bis ich älter bin?“ — Vor zehn Jahren, im Alter von 37 Jahren, habe ich den Motorradführerschein gemacht. Kurz darauf fuhr ich, weil ich nicht schlafen konnte, nachts mit meiner GPZ 500 S von Köln in Richtung Eifel. Auf stockfinsteren Landstraßen, Temperaturen unter 5 Grad, feuchte Fahrbahn. Bis zum Morgengrauen. Das war auch nicht vernünftig und angemessen, aber es ist bis heute eine schöne Erinnerung.

  15. RAF und das A-wort !
    werter DON, die 68-bewegung und die RAF…………..eine, so würde der philosoph aus dem flüchtlingsüberfüllten karlsruhe sagen, bastardbeziehung par excellence……………..kann mann oder frau für diesen kapitalen erbschaden die 68er verantwortlich machen ?

    teile ja, namen habe ich ja schon genannt, die als bindeglied dienten und mit dem gewaltbegriff gegen sachen und / oder menschen ewig lange diskussionen führten…und unausgefüllte testosteronspiegel hatten………….ende in der RAF bekannt.

    aber war Baader als hauptrepräsentant nicht doch wie viele meinen ein eher kleinkrimineller und dann grosskrimineller, der den idealistischen überbau suchte und ihn vermeintlich fand. und hat nicht J.P. Sartre recht, der ihn auf der rückfahrt von stammheim nach hause wohl völlig desillusioniert vom gesicht der praktischen revolution ein A………..nannte ?

    auch hier eine pfarrerstochter, diesmal in der rolle des verirrten kindes des bildungsbürgertums, nichts ist damit entschuldbar, dafür war ihre kriminelle energie einfach zu gross.

  16. Machen Sie solchen Unsinn bloß nicht alleine!
    Die Passfahrten mit antiken Fahrrädern… und bald ist ja auch wieder Rodelsaison. Da habe ich auch schon Horrorgeschichten von Ihren Abfahrten gelesen!

    Don, Sie sollten sich eine Begleitung anlachen, die im Notfall die „112“ anruft und Erste Hilfe sollte die auch können.

    Wenn sie auf so einen Ausflug einen ungünstigen Abflug machen – vielleicht sind sie sofort tot. Dann kann es Ihnen auch egal sein.
    Vielleicht liegen sie aber nach dem Abflug auch mit gebrochenen Beinen und gebrochener Rippe irgendwo weitab von der Route und sind noch halb am Leben und bei Bewußtsein. Und bis Sie „es hinter sich haben“, leiden sie 1-2 Tage ohne Schmerzmittel.

    Gefährliche Touren niemals alleine machen!

  17. watching you
    wird Zeit, dass man sich 1 Hund anschafft, dem man den ganzen Fitness-Elektronik-Müll um den Hals hängen kann. Allerdings kann aus dem Bewegungsmuster/der Hänghöhe des betreffenden E-Schrotts/vielleicht auch durch Auswertung chemischer Fingerprints – werden die bald Gaschrotaografen in ihre schnuckligen Armbänder einbaun? sehr wohl rauskriegen, wes Hundes Nachwuchs dort mit Herrchens Überwachungsgerät spazieren flitzt. Ach was! Next Generation Fitness-Schrott wird einfach geschluckt und findet dann schon seinen Weg zur Datenquelle….. Yeah, darauf eine fette Torte ohne Möhrchen mit lecker Likörchen.

  18. altern
    laut Elisabeth Blackburn hat der Mensch ne Halbwertszeit von 150 Jahren – da is eh noch Luft nach oben. Was mich immer zum Lachen reizt, sind Verlautbarungen der „Vernünftigen“: Dass man sich beizeiten um einen Wohnplatz (betreutes Wohne) kümmern solle – der Herr, der meiner Mutter empfahl, es ihm und seiner Gemahlin gleichzutun – sie könne doch unmöglich ohne Auto in Halbhöhenlage und mit all den Außentreppen in ihrem Alter wohnen bleiben und man müsse rechtzeitig nach was Altersgerechtem Ausschau halten, ist seit 10 Jahren tot. Meine Mutter ist immer noch nicht umgezogen und denkt nicht dran.

    • Man weiss halt nie, wie es ausgeht. Das ist auch der Grund, warum ich über Mehrgenerationenhäuser et. nur lächeln kann. Man sollte sich as Leben schön machen, solange es noch geht.

    • Biblisches Alter...
      liegt bei 128 Jahren, wenn ich mich nicht irre.
      Auch ich sehe meinem 200. in 1…7 Jahren mit Freuden entgegen.
      Vielleicht ist babalady ihr Leben lang privilegiert gewesen wie Don Alphonso? Hunger und Entbehrungen, auch bei den Wohnmöglichkeiten, sind wohl eher keine guten Manschetten für ein langes und erfülltes Leben.
      In meinem gegenwärtigen Wohnumfeld fallen Männer durch eine gewisse Frühsterblichkeit auf. Mich hingegen hat eine neue zarte Liebe erfasst, zu einer 28 Jahre jungen Schönheit. Noch weiß ich nicht, ob daraus etwas wird. Wenn es interessiert, werde ich darüber berichten.
      Warum ich darüber schreibe?
      Was hält eigentlich einen Körper in Gang, dem etwa sieben unbehandelte Rippenbrüche, ein langer freier frakturierter Knochen im Bein und eingeballerte neue Hüftgelenke auf beiden Seiten bei jeder Bewegung Schmerzen verursachen? Und der Motor muss von Hand angelassen werden.
      Ich denke, es ist die Liebe. S i e signalisiert dem Organismus: Es geht weiter, immer weiter.
      Was hier über die Jugend zum Besten gegeben wird, tut mir weh. Ich denke, das ist billige Fernsehsch…

      Mit fielen Grüssen,

      Bernard del Monaco

  19. Ital. Frankreich.
    Komme auch von einer passfahrt, weiter südwestlich. Ich hatte für den Aufstieg etwa eine Stunde Zeit .
    Es sah halt sehr nach Regen aus.
    Mit Müll und Einkaufstüten/ Insiderwissen, kam ich heil wieder runter.

  20. rohrpost für die evolution
    Nun, nehmt den Mensch. Dieser Zustand war leider alternativlos, um einzuleiten den nächsten Schritt. In ihm kollidierten permanent Ewigkeit und Endlichkeit. Ihre Odysee durch Zeit, Raum und Emotion wurden fürstlich Entlohnt durch bewusst erlebtes Werden und Vergehen. Sie waren unser Humus, indem sich der Quantensprung zur einer wachen Evolution vollzog und den Geist mit der Materie endlich wieder vereinte….

  21. Kernthese
    Ihr „historisch-kritischer Vergleich“ Faschismus – Studentenunruhen ist der Angelpunkt und Schlüssel für die heutige Lage. Trotz spiegelgleicher Entwicklung wird diese grauenhafte und himmelschreiend offensichtliche Analogie selbst von den mutigsten Stimmen (allein dass es Mutes schon bedarf!) nicht oder kaum angesprochen. Für einen so sprachmächtigen Schreiber wäre dies ein ganz großes Thema.

    • Das kommt aber vermutlich nicht, schliesslich sind die Altlasten der Studentenunruhen so im System wie die Nazis in ihrer Zeit – nämlich überall an den Schaltstellen.

  22. Viel kokettiert mit dem Alter?
    Vielleicht. Dennoch wunderbarer Artikel. Als Altbayer pocht das Herz vor Freude bei den Stellen mit den Rheinländern. Danke explizit dafür.

    • Gern geschehen. Es wurde ja weniger mit meinem Alter kokettiert, da muss man das schon selbst machen.

  23. Merkel gibt offiziell Anweisung zum Gesetzesbruch und erfindet quasi den Führererlass neu
    Sehr geehrter Don,

    danke für die sehr schöne Geschichte. Da uns die gegenwärtige doch nicht los lässt und bei Ihnen viele kluge Köpfe mitlesen, möchte ich bitte auf den o. g. Umstand hinweisen können:

    „“Die aus Ungarn über Österreich eingereisten Flüchtlinge sind mit Wissen und Billigung der Bundesregierung und der Länder eingereist. Eine solche pauschal erlaubte Einreise ist im Gesetz zwar nicht vorgesehen; die eingereisten Flüchtlinge verfügen auch nicht über das eigentlich erforderliche Visum. [b]Gleichwohl ist die Billigung durch die Bundesregierung eine Erlaubnis sui generis[/b], die das Tatbestandsmerkmal der unerlaubten Einreise ausschließt.“

    http://www.epochtimes.de/politik/europa/fluechtlingsfrage-kanzlerin-uebt-selbstjustiz-polizei-angeordnet-gesetze-zu-brechen-islam-a1269158.html

    Hier muss man es ja sicher nicht zitieren, aber nur der Einfachheit halber:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sui_generis#Recht (darin geht es, wen wurdert es, auch um die EU)

    https://de.wiktionary.org/wiki/sui_generis

    und vor allem auch: http://www.lexexakt.de/index.php/glossar?title=suigeneris.php :

    „sui generis/ejusdem generis

    Als sui generis (= eigener Art) wird ein Ding bezeichnet, das sich keiner bekannten Kategorie zuordnen lässt. Im Gegensatz dazu steht das Ding ejusdem generis, das sich einer bekannten Kategorie zuordnen lässt.

    Folge der Einordnung eines Dings als sui oder ejusdem generis ist, dass die für die Kategorie geltenden Regeln nicht anwendbar bzw. anwendbar sind.“

    Aber gut: Noch hat die Noch-Kanzlerin ja auch noch keine quasi gesetzesgleichen Regelungen geschaffen, wozu sich Hitler ermächtigen ließ. Sie hat nur gesagt, dass sie sich irgendwie berechtigt sähe, Gesetze nicht zu achten bzw. nicht anzuwenden bzw. staatliche Stellen anzuweisen, Gesetze nicht zu achten bzw. nicht anzuwenden. Also über den Gesetzen und dem GG stehend.

    Es erinnert eben doch an die Führerprivilegien zum Erlass gesetzesgleicher Regelungen, sei aber ein Ding von ganz eigener Art, das sich aber nichts zugeordnen lassen kann (eben „sui generis“ – oh Mann!).

    „Gleichwohl ist die Billigung durch die Bundesregierung eine Erlaubnis sui generis“: Das hört sich also sehr rund und seriös an, ist aber das ganze Gegenteil. Es ist ein angemaßtes Recht , dass es nach dem Rechtsstaatsprinzip aus Art. 20 Abs. 3 gar nicht geben kann:

    „(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.“

    oder besser zum Außerkraftsetzen des Rechtsstaates.

    Die Bundesregierung aber meint, sie könne aus einem nicht definierbarem Grund eigenes Recht schaffen, in dem sie die Exekutive anweist, auf Recht und Gesetz zu pfeiffen. Wohlgemerkt stehen Dienstanweisungen in der Normenhierachie eindeutigt unter den Gesetzen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Normenhierarchie_%28Deutschland%29

    „Unterhalb des Gesetzes im materiellen Sinn wären jeweils die Verwaltungsvorschriften anzuordnen.

    Verbindliche Einzelakte (Runderlass, Verwaltungsakte, öffentlich-rechtliche Verträge, Urteile) stehen infolge des Vorrangs der Verfassung und des Vorrangs des Gesetzes in der Rangfolge unterhalb jeder Rechtsnorm.“

    Eine Anweisung des Dienstherren intern, hat noch nicht mal ein VO-Charakter: https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung
    „In den deutschsprachigen Ländern ist eine Verordnung eine Rechtsnorm, die durch ein Regierungs- oder Verwaltungsorgan (Exekutive) erlassen wird.“

    Das dürfte also klar keiner gerichtlichen Prüfung stand halten. Nur wo kein Kläger, da kein Richter (und der Generalbundsanwalt hat viele Rechte ganz ausschließlich).

    Mal abgesehen davon, dass Frau Noch-Kanzlerin auch insgesamt in der Sache ihr Mandat überschreitet, und Folgen verursacht, die sie nicht verursachen darf. Wer kann sie berechtigen, das Land mit Zuwanderern zu füllen sowie die Lebensverhältnisse so massiv zu beeinflussen? Oder ein derartiges Risiko für die deutsche Allgemeinheit (im Strafrecht gibt es nicht umsonst die gemeingefährlichen Taten: „Gemeingefährliche Straftat: Eine gemeingefährliche Straftat ist in Deutschland eine Handlung, durch die Leben, Gesundheit oder Eigentum einer unbestimmten Anzahl von (auch unbeteiligten) Menschen gefährdet wird“) und die innere Sicherheit zu derartig zu riskieren. Mehrere hohe Politiker, einschließlich dem Bundes-Gauckler sehen die innere Sicherheit ernsthaft in Gefahr. Allein diese Gefahr dürften sie gar nicht zulassen.

    Und was passiert? Nichts, keinerlei Auseinandersetzung damit.

    Jeder muss sich an Recht und Gesetz halten, so will es der Staat und das Grundgesetz. Und noch so kleine HIV-Empfänger muss für Fehler mit Streichung Bezügen büßen (auch wenn er sonst nicht einmal pfändbar ist).

    Wie gesagt: Davon hört man sonst nicht. Immerhin haben sich 2 Anwälte daran gestört.

    Diesen Rechtsanwalt ärgert es: http://www.steinhoefel.de/blog/2015/09/hamburger-polizei-wird-schriftlich-zur-strafverteitelung-angewiesen.html
    https://www.facebook.com/permalink.php?id=558795240894959&story_fbid=854287898012357
    https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Steinh%C3%B6fel

    Und dieser Anwalt hier zeigt übrigens an: http://www.heumanns-brille.de/strafanzeige-gegen-innensenator/

    Uns Juristen ist immer wieder gepredigt worden, dass es auf Grund des GG kein Ermächtigungsgesetz mehr geben könne (allerdings hatten mal von über 2/3tel der Prüflinge in einer Aufsichtsarbeit im juristischen Staatsexamen das Ermächtigungsgesetz beanstandungsfrei passieren lassen).

    Die Regierung weiß sich um Rechte versehen, die so gar nicht gibt, und die seien auch noch höherrangig, als Gesetz und Grundgesetz.

    Weiter gute Fahrten und viele freundliche Grüße aus der Hochburg von Notzucht und Verbrechen, meiner Heimat- aber unser aller Hauptstadt.

  24. "Die Frescomalereien im Saal entstanden wie die meisten Gäste noch unter Mussolini" ....
    … hihi, sehr schön morbide!
    .
    PS: Danke insbesondere auch für die sportliche Zerstreuung von den unschönen (ich sag wohl besser „herausfordernden“) Perspektiven für die, die in DE zurückbleiben.
    .
    Bin heute auch 70 km geradelt – nicht ganz so steil, aber um so regenreicher und DE-dröppelter.

    • Es kommt ja noch die L Eroica.

      Ja, Deutschland ist gerade sehr hässlich und alle Italiener finden, die Merkel ist völlig verrückt. Aber so lösen sich die Probleme der italienischen Innenpolitik, denn Italien wird vom Ziel zuum Transit. Dafür beschlagnahmen wir dann Häuser und zeigen, wie wichtig uns der Nobelpreis für Honeckers Rache ist.

  25. Titel eingeben
    “In meinem Alter? Ich schaue mich um. Die Frescomalereien im Saal entstanden wie die meisten Gäste noch unter Mussolini, während ich selbst aus der Epoche der angeblich weniger totalitären, aber bislang nur schlecht aufgearbeiteten Studentenunruhen stamme, deren historisch-kritischer Vergleich mit den Schwarzhemden des Duce noch aussteht.”

    Ein schöner Gedanke, der mit aber seit Jahren nicht mehr kommt, weil man diese Leute als Nicht-Kletterer heute (Gott-sei-Dank) nirgends mehr antrifft.
    Es gibt also heutzutage tatsächlich angemessene „Funktionskleidung“ die eine solche Abfahrt möglicht macht? Ich habe mir solche Radtouren vor Jahrzehnten abgewöhnt, weil das aufwärts zwar wunderbar war, aber das abwärts doch unangenehm kühl….

    (Nur) Die Arie gibt’s auch hier
    http://frabernardo.com/?portfolio=benedetto-marcello-il-pianto-e-il-riso

    Nach dem Erbaulichen und dem Sport ein Hinweis der mir wichtig erscheint.
    Im Spiegel 41 ist ein bemerkenswerter Essay von Botho Strauss erschienen… Wie immer von einem anderen Planeten als dem des Spiegel kommend….

    • Ich würde dringend empfehlen, die ganze Cd zu nehmen.

      Früher hat man einfach eine Zeitung vor die Brust ins Trikot gestopft und dann ging es ab.

    • ...
      Den Text von Botho Strauß habe ich nicht gelesen – nicht mein Revier.
      Durch Ihren Hinweis las ich die Besprechungen auf FAZ.net und ZON.
      das war gut. Bei FAZ sehr pädagogisch dem Mainstream folgend.

      Bei ZON …meine Fre…meine Güte, sowas habe ich lange nicht gelesen.
      Der Autor rastete total aus.
      Aber wie gesagt, mangels literarischer Bildung kam ich nicht in den
      Genuss das nachzuvollziehen.

    • Hans Hütt? Schrecklicher Autor.

  26. Jaufen
    Die Abfahrt nach Sterzing hat der liebe Gott gemacht . Ich erinnere mich noch an die blonde Münchenerin in Ihrem schwarzen GTI , die es erst in der Pflastersteinpassage in Sterzing schaffte vorbeizukommenen . Alle Achtung mit diesem “ Bock “ durch die Alpenwelt zu donnern .

    • Das Rad fährt sich moderner, als man denkt – wenn man erst mal eine Weile drauf sass, läuft es perfekt, man möchte gar nicht mehr runter.

      Die Strecke hat alles, was man will: Enge Kurven, lange Geraden, das Karusell vor Kalch und am Ende dann das Kanonenrohr in Gasteig. Es ist wie eine Neugeburt.

  27. Freiwillige Selbstkontrolle
    Die Überwachungsindustrien gehen da allerdings bereits heute schon etwas subtiler vor als von Ihnen vorgeschlagen. Es bedarf keiner Zwangsverkabelung um unvernünftiges Verhalten an die Zentralen zu melden. Das besorgen wir schon von ganz alleine.

    Und der knapp Fünfzigjährige mit seinem Fahrradfossil auf einem Alpenpass? Verkraftbarer Kolletaralschaden. Dreht man die Blickrichtung um, was ja manchmal ganz hilfreich ist, könnte der ja Teil einer halbwegs geduldeten Freakshow sein, der den Zukunftsmenschen die rückständige Unvernunft als Mahnung in Erinnerung ruft.

    Es ist ja schon öfter vorgekommen, dass „Relikte“ aus der Vergangenheit zur Illustration der eigenen Heilsgeschichte gerade mal so am Leben gehalten wurden.

    • Die neuere Generation enkt gar nicht mehr nach, wenn sie sich verkabelt. Ich dagegen fahre am liebsten sogar ohne Handy, aber das ist halt meine Privatmeinung. Ich mag es einfach, mich ohne Helfer durchzuschlagen. Schlimmstenfalls muss ich halt irgendwo fragen.

  28. Das tapfere Radlerlein
    was sind schon 7 Fliegen gegen einen Alpenpass …
    So gebt ihm endlich die Königstochter !

  29. Am Ende der Dämmerung
    …wartet ein Licht.
    .
    Oder auch nicht.
    .
    Downhill beschleunigen – das ist der wahre pioneer spirit! Aus dem Land wo die Zitronen regiern auf gutem italienischen Stahl hinab in blühende Landschaften…
    .
    Die Futuristen salutieren freudig aus der Gruft: ecco vera bella grandezza! So lebend, wie man auch sterben will: Ja sagend. Alles Fatale auf und am Wege an- und mitnehmend: amor fati. Nietzsche is not dead. yet.

    • Man kann ja trotzdem die Nike von Samothrake anschauen, nicht wahr.

    • Sweet Gasoline
      Ja. Obwohl einem dabei etwas wehmütig werden dürfte, der Göttin des Siegens ins liebliche ermunternde Antlitz zu blicken. Denn welche Siege?
      .
      Siege über sich selbst allenfalls. Welche ja die bedeutendsten und schönsten aller Siege sind oder zumindest sein könnten.
      .
      Neben der Kunst vielleicht noch die Lebenskunst pflegen (wobei – ist das nicht ohnehin ein und dasselbe?):
      Z.B. mit einem Range Rover Sport auf deutschen wie österreichischen Autobahnen gen Klagenfurt rauschen und mitnehmen was da eben so kommt:
      http://www.welt.de/motor/modelle/article146987177/Man-haette-uns-dieses-Auto-nicht-geben-duerfen.html

      Mit anderen Worten: Auch mal die Verzückung maximaler Entfremdung erleben und genießen. Fremd und doch daheim – ein Lebensgefühl, das durchaus kultiviert werden kann (und wohl auch muss). Auch das m.E. ein legitimer und respektabler Weg zu leben bevor man betreut abklingen darf…Somit werfe keiner einen Stein auf SUV-Muttis, der selber… die haben und genießen nämlich auch nur ihre kurzen Momente… Aber das versteht sich ja eigentlich von selbst.

  30. Gebührenfalle Flüchtlingsunterkunft
    Dem Vernehmen nach ist nunmehr Schluss mit lustig im Wunderland: Ein albanisches Ein-Mann-Startup verlangt Duschgebühren von seinen Mitbürgernbewohnern:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article147307178/Albaner-sollen-Dusch-Gebuehr-verlangt-haben.html

    Und da wage noch einer zu bezweifeln, dass keine tüchtigen Menschen mit Geschäftssinn hergekommen sind. Daran könnten sich die Überlasteten der Flüchtlingskoordination im Bundeskanzleramt mal ein Beispiel nehmen! So geht gut organisiert und wohltätig.

    • Gestern soll in Hamburg auch jemand mit einer Schuswaffe auf andere Flüchtlinge gezielt haben.

  31. Pfarrerskinder
    Also, bei uns können Pfarrerskinder ja allenfalls illegitim sein, aber da kann durchaus was draus werden, siehe Erasmus von Rotterdam.
    Bei den Evangelen dagegen gilt ja oft:
    „Pfarrers Kinder und Müllers Vieh
    geraten selten oder nie!“
    Was natürlich auch nur ein gepflegtes Vorurteil ist.
    Wenn Sie schon mit ihrem Alter kokettieren, Don, das passende Stoßgebet dafür – vor schneidigen Abfahrten zu sprechen – ist:
    ultima in mortis Hora
    filio pro nobis ora
    bona mortem impetra
    und so weiter, da haben Sie daheim sicher noch einen alten Druck von. Erwähnte ich schon dass wir stramm katholisch sind?
    Wenn auf der heutigen Kabinettssitzung beschlossen wird, dass die Gesamtkoordination vom BMI ins Kanzleramt wechselt, dann kann sich einerseits ein junger Herr da die Sporen für Höheres verdienen, andererseits verliert TdM Zuständigkeiten (und damit Achtung am ovalen Tisch).
    Hoffentlich nutzt es etwas, man hat im Maschinenraum schon den Eindruck dass oben auf der Brücke Ernüchterung eintritt.
    Auf viele weitere kräftige Aufstiege, tantenmordende Tortenstücke und sausende Abfahrten.

    • Wenn das schiefgeht, müsste Merkel eigentlich zurücktreten. Ich höre aus den Kommunen enorme Unlust, sich dergestalt weiter vergewaltigen zu lassen und wenn es so weiter geht, wird das wie unter dem unseligen Wilhelm bald auch nicht mehr ihr Land sein. Ist ist Spa noch ein Plätzchen frei?

      Den Spruch muss ich mir merken.

  32. Wenn Mutti ruft
    dann kommet, ihr Kinderlein. Nun gut, es soll in gewissen Milieus und Familiengeschichten auch ungerufen und ungewollt zu Kindern gekommen sein… Aber das ist doch kein Argument.
    .
    Wahre Größe erkennt man erst an der Größe seiner Fehler und Irrtümer – so denkt, wer diese Welt zu einem besseren Ort machen will und kann, nur so also muss man denken. An Defaitismus und Skeptizismus hingegen ist die Welt noch nie genesen, was auch einmal gesagt werden muss, ja gar nicht oft genug gesagt werden kann!
    .
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article147295871/Millionen-weitere-Asylbewerber-werden-kommen.html
    Europas Fehler? Wieso Fehler? Wir machen keine Fehler in Europa. Und erst recht nicht in BERlin. Denn egal was wir machen, das schaffen wir.
    .
    Und kein Land der Welt hat so ne coole Braut Gottes als Chefin wie D. Legal, illegal, scheissegal. Scheiss auf alle Regeln. Ist das nicht Punk pur? I’m lovin‘ it. Fuck the EU – das rockt, yeah.
    .
    Außerdem. Wir sind Menschen, keine Maschinen und Rechenknechte, Erbsen- und Peanutzähler.
    Schwarze Nullen Zahlen spielen keine Rolle. Uhm, Umfragewerte… naja, na gut, aber das is staatsgeheim. gewesen. Aber demnächst werden diese gottverlassenen verd*** whistleblower was erleben, wenn wir unsere neuen heissen Datenschutzgesetze erst durchgebracht haben. Hallali, äh, Halleluja!
    .
    Und auch TTIP wird kein Fehler. Vielmehr brauchen wir das dringend, so dringend wie… aber das würde jetzt zu weit führen.
    Was FAZ und WELT als Gastbeitrag publizieren, kann ja schließlich nicht falsch sein, denn auch die machen ja bekanntlich keine Fehler ;-

    • Wollen wir hier vielleicht beim Raeln bleiben? das Thema Flüchtlinge kommt heute Abend wieder.

    • Titel eingeben
      Gern!
      „Kleine Fluchten“ soll ein schöner und wohltuend menschlicher Independentfilm sein, aus der Schweiz zudem, und Zweirad wird da auch gefahren, wenn auch motorisiert, aber dem gestützten Radfahren gehört ohnehin die Zukunft, da wird wohl das Geld und die Kundschaft hingehen. Wer braucht nicht gelegentlich kleine Fluchten zu Erholung und Entspannung. Dem will ich nicht im Wege stehen.

    • Fahrrad ist wichtig, TTIP auch ein wenig....
      „An Defaitismus und Skeptizismus hingegen ist die Welt noch nie genesen, was auch einmal gesagt werden muss, ja gar nicht oft genug gesagt werden kann!”

      Naja, wenn ich als Weltreisender so rückblicke, ich fand da kaum Dinge von denen die Welt jemals genesen ist… was gäbs denn zum Skeptizismus als Alternative? Gott und Allah?

      Zum TTIP hat übrigens Joseph Steiglitz was arg Nettes geschrieben und die (ganz wie Pipe in den „Kleinen Fluchten“, einer der besten Filme überhaupt) schweizerische Handelszeitung hat es abgedruckt. Nett von denen:

      http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/der-transpazifische-freihandelsschwindel-878404

      Was unsere Flüchtlinge in der nächsten Ausgabe der Stützen angeht, eine nette Einführung zum Thema könnte diese Leseprobe aus dem Buch einer Polizistin sein……
      http://www.piper.de/buecher/deutschland-im-blaulicht-isbn-978-3-492-06024-0

  33. Nach Margaret Thatcher sozialisiert
    Wenn man eine Wendemarke in der europäischen Politik einschlagen möchte, denke ich, ist es der allgemeine Respekt, den die „eiserne Lady“ für die Zerschlagung der englischen Arbeiterbewegung erntete.

    Von englischen Freunden habe ich oft gehört, dass danach jeder nur noch „Arbeitsmaterial“ war, weniger als „Humankapital“. In die selbe Richtung weist ja auch die „Abschaffung“ der produzierenden Industrie.

    Allerdings haben an dieser Katastrophe viele mit am Stuhlbein gesägt: wenn man sich vor Augen führt, dass die einst blühende GB-Autoindustrie durch Phantasielosigkeit und Qualitätsmängel versenkt wurde. Und die Tatsache, dass man beim Mini jahrzehntelang draufzahlte, und ihn trotzdem für so genial hielt, dass man das Konzept ewig in allen Grössen und Formen weiter durchhechelte.

    Wer nach diesem Klimawechsel sozialisiert wurde, läuft leicht Gefahr, vor Angst überehrgeizig oder übertrieben gewissenskrank zu werden – oder rabiat zynisch und überheblich.

    Ich denke, mit vielleicht 8 Mio. Flüchtlingen (inkl. Nachzug) und davon 3 Mio. wütende, frustrierten jungen Männern mit einen deutlich anderen Moralkompass, haben wir eine weitere Wendemarke der Geschichte erreicht.

    Das mindeste, was man sich von Politik und Eliten wünschen könnte, wäre jetzt pragmatische Ehrlichkeit, statt Worten zum Sonntag.

    Was diese durch Kurzsichtigkeit und Gier angerichtet haben, rechtfertigt keinesfalls die Privilegien, die sie geniessen – wenn man da nur kurz an die Chefriege von VW denkt.
    Leider kann man das auch auf einen viel grösseren Masstab hochzoomen, wenn man die Litanei über die internationalen Wirtschafts- und Entwicklungspolitik noch einmal herunterbetet.

    Wir haben dafür gesorgt, dass in weiten Teilen der Welt das Licht ausging, und wundern uns, dass die Leute nichts anfangen können mit unseren Jägerzäunen und Passat-Leasingverträgen.

    • Teile der Industrie haben wir auch versenkt, und generell ist das ein europäisches Problem – Deutschland bekommt billige kleider aus china und in italien gehen die Lichter aus. Insofern sehe ich da wenig moralische Basis in diesem unserem Land und in sofern verlieren wir auch nichts, wenn wir klare Grenzen ziehen. Kaum ein Deutscher -auch nicht die moralapostel – beschwerte sich wegen hungriger Rentner in Agrigent und Athen.

  34. Die Herrschaft des Nonsens
    Worüber schrieb man in Diktaturen wie Chile oder in autoritären Systemen wie der Türkei des unsäglichen Erdogan? Wahrscheinlich über den Hochgenuss einer Fahrt mit dem Motorad auf der Panamericana, als Retrospektive der Reise des jungen Che, oder einer Nacht im Serail mit der geliebten des Sultans Seiyliman? Und nun der liebe Don auf Radtour in den Alpen auf einer Antiquität sitzend. Schöne Schilderung der Mühen des Aufstiegs und der Euphorie im Abstieg. Ja, rauf geht’s immer mühsam und langsam, wie im Leben, aber abwärts geht’s schnell und manche werden dann eben im Abstieg auch euphorisch, vielleicht durch den vielen Sauerstoff. Wir reden aber hier nicht über Genussmenschen, sondern über Tatmenschen, denen der Genuss völlig fremd ist, Puritaner halt, die keinen Spaß verstehen. Und wenn Sie Spass haben wollen, zumindest für die Kamera, muss sie der Südtiroler Alpenfex einmal im Jahr über den Berg ziehen. Die andere Gattung sind grüne Romantiker aus den großen Städten, die noch nie einen Hirsch in freier Wildbahn gesehen, oder ein Maiglöckchen gepflückt haben, aber eine tiefe Sehnsucht nach dem Guten und Schönen im Herzen tragen und das in der Natur suchen, nicht wissend, wie grausam diese sein kann. Verkehrung der Werte, Verkennung der Tatsachen, aber alles ganz unschuldig. Man will ja nur gut sein. Der Flüchtling als Ersatzreligion und die große Erzählung der Medien als Bibelersatz. Kollateralschäden, wie das Aushebeln des Grundgesetzes und von Verordnungen müssen da in Kauf genommen werden. Was zählt Eigentum, wenn die Not gross ist? Fremdes schon garnicht. Es weiß ja schließlich jeder: Der Zweck heiligt die Mittel. Hat nicht KANT das gesagt? Natürlich nicht. Was zählt Bildung, wo doch keine ist. Der Staat wird schon wissen, was recht ist. Wenn nicht der, dann die Medien. Wir sind das Volk. Und was wir wollen, bestimmen andere, die auch nicht wissen was sie wollen sollen. Postdemokratie halt, die Herrschaft des Nonsens und das Umschreiben desselben. Phase des Übergangs, wohin?

    • Ich habe keinen Zweifel, dass die von Merkel ausgeläste Verfassungskrise furchtbare Folgen haben wird – aber ich habe das eigentlich gar nicht zum thema und muss mich da irgendwie reindrängeln. Heute Abend dann wieder.

    • @Dieter Zorn Kleiner Tip...
      @Dieter Zorn, sie fragen, „Phase des Übergangs, wohin?“

      Die einzige Antwort die ich bisher gefunden habe die des Nachdenkens wert ist, die hab ich, welche Ironie, ausgerechnet im Spiegel gefunden.

      Natürlich nicht aus der Feder eines der dort Beschäftigten, sondern
      vo Botho Strauss. An seiem Weitblick könnte was dransein… leider.
      Spiegel 41/2015

  35. Beim Radeln bleiben...
    …aber gern. Welches Rad, o Don, ist Ihr Liebstes?

    • Schwer zu sagen. Es gibt welche, mit denen ich viel verbinde. Ich würde keine Entscheidung treffen wollen, aber auf Stahl fühle ich mich meistens sehr wohl.

    • Colnago im Dekor
      Master Olympic. Gern neonpastell. Ein Traum. Leider sind die schöneren Exemplare fest in Sammlerhänden. Onkel Ludger rückt seines nicht raus. Dabei kann ers in den Weinbergen gar nicht brauchen.

    • In Italien sind sie leicht zu bekommen.

  36. historisch-kritischer Vergleich...
    …den würde ich gerne mal, gerne ambitioniert, von Don lesen wollen. Natürlich, ohne dass er sich zovor Anregungen von Schmitt-Bewunderern und anderen Wirfköpfen geholt hat. Ganz im ernst, ich traue es Don nicht zu.

    Weil: Die schiere Lust, die ihm ja auch beim Radeln wichtig ist und jede Menge Kraft gibt, die steht einem guten Ergebnis hier leider entgegen. Welche Lust ich meine? Don weiß es.

    Es gibt für einen Autoren kaum einen besseren Antrieb als Wut und Lust auf Provokation. Nicht die Lust am sorgfältigen Abwägen, nicht das Streben nach Wahrheit und Objektivität, sondern Wut und Provokationslust funktionieren für einen Autor immer, und sind seine letzten Ressourcen schon versiegt, dann ist da immer noch Hass mobilisierbar, und doch, bei aller Wirksamkeit dieses Verfahrens, das Ergebnis ist in vielen Fällen bloßer Trash, gegen den die in autoritären Ton vorgetragenen romantisch-dümmlichen Verlautbarungstexte linksextremer Aktivisten sich noch positiv abheben. Während Wut und Lust einen den Berg herauf jagen, sorgen sie beim Schreiben meist nur nur in eine Schussfahrt in den intellektuellen Bankrott. Pardon, zunächst nur ein Unfall. Und dann gleich noch den nächsten, weil der eigene Irrtum: dem bleibt man im Allgemeinen doch gerne treu, erst recht, wenn dieser voller Schwung zustande kam.

    Okay, es wäre etwas zu einfach, RAF und K-Gruppenprozedere als Quintessenz der Studentenbewegung herauf zu beschwören, dazu die naive Begeisterung sozialistischer Gruppierungen und Studenten für vermeintliche Vorbilder wie Mao, Pol Pot und den ökonomischen (etc.) Vollidioten Che Guevara anzuprangern. So lassen sich am Ende die auf von einem autoritären Staat träumenden Schlägertrupps des Duce demgegenüber geradezu als antiautoritär gestimmte Freunde bürgerlicher Freiheiten zeichnen, bzw. in Pegida-Neudeutsch, als „echte Patrioten“, die das Abendland gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und ähnliche asiatische Horden zu verteidigen suchten. Dutschke mutiert flugs zum Duce – und die in der Tat eher autoritär organisierte SDS zum antidemokratischen Ungeheuer. Was sie in Teilen, pardon, durchaus war.

    Aber das wäre ja zu einfach, da haben Leute aus dem Dunstkreis der Sezession schon längst Ähnliches verlautbaren lassen, und ein hoffnungsloser Wirrkopf wie der Götz von Aly („unser Kampf“) betreibt historische Forschnung schon lange nicht mehr aus einem Objektivierungswillen heraus, sondern primär zum Ausleben seiner Wut und Provokationslust, um derlei Treiben dann – ausgerechnet – als „historisch-kritisch“ zu verstehen.

    Wo sie doch nur als Ergebnis einer auf Provokation gerichteten intellektuellen Schussfahrt zu verstehen sind. Da erhoffe ich mir von Don besseres, ja sogar Originäres.

    Im Moment interessieren ihn aber andere Themen. Ob dabei seine Kunst des Abwägungsvermögens dann zur Geltung kommt, oder aber von anderen inneren Antrieben verdrängt wird, das wird sich zeigen.

    Zum Guten oder zum Bösen. Wobei ich persönlich mehr auf Grautöne hoffe. Nur, dazu fühle ich mich selbst immer weniger imstande, erwischte ich mich heute doch tatsächlich in einem kurzen, hässlichen Moment, wo ich Verständnis empfand dafür, die Zelte von albanischen Bandenkriminellen anzuzünden.

    Doch, es war wirklich so. Ich stand innerlich kurz davor, denjenigen, die auf diese Idee kamen die Hand zur Gratulation zu reichen. Ich glaube, in einer vergleichbaren Lage wäre ich auf ganz ähnliche Gedanken gekommen.

    Nicht gut.

  37. Nonsense kann Spass machen und Spass Glück bedeuten
    Bei aller Schönheit der Oktaven unseres Unkenchors – man sollte vor lauter „man sollte“ nicht vergessen, seine eigenen Sinne zu schärfen, seinen eigenen Kompass zu norden – darum greife ich gerne ihre „Ermahnung“ hier ginge es um Radeln, nicht um Weltuntergang noch einmal auf.

    Zu begreifen, was das Kostbare an unserem Lebenstil ist, erfordert auch selbst ausgesuchte Erfahrungen, die für jeden anders sein können, sein sollen: In diesem Sinn ist ein biodynamisches Öko-Glückspostulat ziemlich kontraproduktiv – was für den einen die Passabfahrt bei Schneematsch sein kann, ist für den anderen ein Base-Jump mit WingSuit. Eine Fahrt durch Südengland mit einem 30er Jahre Lagonda, oder mit der Harley die Pan Americana herunter. Das sind grosse Ziele, die man planen, auf die man trainieren kann – die aber auch desillusionieren können. Ein (Ab)-Sturz, ein Kolbenfresser, eine heftige Grippe.

    Es ist viel schwerer, einen Büchner-Preis gewinnen zu wollen, oder einen Spielfilm drehen zu können. Oder einen Nobelpreis abzuräumen.

    Alle diese Goldmedaillen des Lebens sind eher unplanbare Geschenke, aber wir sollten uns bewusst sein, dass eine Gesellschaft, die sich einbildet, natürlich das ganze Büffet leerfressen zu dürfen, irgendwann an der Wut der Hungrigen scheitert.

    Erreichbare Ziele braucht jeder Mensch – wer immer nur in den Nachttopf greift, wird irgendwann stinksauer – oder verklärt den Griff ins Braune zu einem neuen Erleuchtungsritual.

    Und in diesem Sinn sind Sport und Fahrradabenteuer wirklich nicht übel, weil sie fast jedem offenstehen, während ein offener Lagonda, wenn er einen gescheiten, grossen Motor haben soll kaum unter 200.000€ zu haben ist.

    Freundschaften, Gespräche, erotische Abenteuer – auch alles Erlebnisse, die keine finanziellen Kosten verursachen – und uns auf eine Kerntugend unserer Kultur hinweisen: den Unterschied der Geschlechter zu geniessen.

    Es ist kein gutes Plakat, die untere Hälfte eines Hampelweibchens mit einer Schnur zwischen den Beinen zu zeigen, mit dem Spruch: „Frauen sind kein willensloses Spielzeug.“ Ach ja – muss da schon bei uns darauf hingewiesen werden?

    Liebe, Freundschaft, Erotik erfordern zwingend Wachheit, Respekt und Einfühlungsvermögen, um langfristig das Zusammenbleiben zu geniessen, machen aber meines Erachtens doch deutlich glücklicher als sportliche Heldentaten oder teure Automobile.

  38. schnoddrige Sprüche
    Don, der Spruch von Pfarrers Kindern stammt aus dem Landadelsmilieu, vor allem dem ostelbischen. Gehört hab ich den zum ersten Mal nach einem Essen. Stellen Sie sich vor: mangels reichlichen Personals treten die Damen gerade den taktischen Rückzug mit Geschirr in die Küche an, der Hausherr, Graf XY, auf dem Sofa thronend und Cognac anbietend, den Münsterländer Vorstehhund links neben dem Sofa, ruft zwecks genauer Datierung eines Familienereignisses erst in die Kombüse:“ Schatz, war das bevor oder nachdem du den Friedrich Franz geworfen hast“, was mir doch etwas fremd vor kam, und ließ dann auf die Frage nach dem „Dorfpfaffen“ und dessen Verhalten wegen der Kinder den Spruch vom Stapel.
    Man denkt sich so seinen Teil, ich glaube ich war knapp 20 und von daheim einen anderen Tonfall gewohnt. Wenn Maman heikle Dinge besprechen wollte verfiel sie ins Französisch.

  39. Titel eingeben
    Mit 40 Jahren, Fahrrad – Bremse, habe ich noch nicht über das, mein Alter nachgedacht. Ist man heute mit 40 wirklich schon so alt? Wie sang der Udo doch: Mit 66 Jahren …

    Das Radfahren scheint ja wieder groß in Mode zu kommen, auch im übertragenen Sinne, ganz ohne Fahrrad. Meinereiner hat sich vor ca. 30 Jahren sein letztes Fahrrad bauen lassen. Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß es in diesem Jahr nicht viel bewegt wurde. Das Alter ;-).

  40. being nerdish
    Werter Don!

    Zu Ihrem Beitrag von vorhin (7. Oktober 2015, 09:43 Uhr): Ich glaube, es war der schöne Ort Doorn in Holland. In Spa war das Hauptquartier der unglückseligen OHL.

  41. OT
    jetzt wird es peinlich.

    In ihrer Rede vor dem Europa Parlament behauptet Frau Merkel, dass im Zeitalter des Internets Grenzen nicht mehr zu schützen seien.

    Da verwechselt sie wohl etwas.

    Wer läßt diese Frau mit solchen Argumenten und Redemanuskripten
    öffentlich auftreten?

    • Vorsicht, bitte! ja?
      Wie reden sie denn von unserer Mutti? Machen sie das vor den Jungmännern in einer muslimischen Famlílie auch so, wenn sie über deren Mutti reden?

    • OT
      Ich vermute noch etwas anderes – viele Frauen haben das Problem, dass sie auch außerhalb der Familie und Beziehung geliebt werden wollen, gerade auf der Arbeit fällt mir das immer wieder auf. Die Vernunft wird den Emotionen und dem sich-gut-und-toll-fühlen geopfert. Sie beziehen daraus vermutlich ihre Selbstbestätigung. Für mich gehört Frau Merkel zu dieser Spezies Frau.

    • Titel eingeben
      Hm, ob das erste Anzeichen des Alterns sind? Altersstarrsinn, verbunden mit milden Vorformen seniler Demenz, oder Überschätzung der eigenen Kräfte?
      Oder handelt es sich nur um die üblichen, hinlänglich und sattsam bekannten Symptome politischen Auftretens wie gelegentliche Vergesslichkeit (Blackout!), Kompetenzsimulation (Internet ist für uns alle [!?!] Neuland; Atomausstieg, Euro, NSA, Fracking, Datenschutz, TTIP, Bundeswehrreform, Ehrenwort, geistig-moralische Wende, blühende Landschaften), Arroganz (nicht mehr mein Land), Ignoranz (NSA, Snowden, Safe Harbour, #Landesverrat: davon erfahre ich erst jetzt aus der Presse), …?

    • ...
      @tdv,

      die Muttis muslimischer Jungmänner interessieren mich nicht,
      sowenig wie ich mich für die Leiden oder den Tod der Flüchtlingskinder
      verantwortlich fühle.
      Sie sind auf die Obacht ihrer Eltern und den übrigen Erwachsenen
      ihrer Familie angewiesen.

      Wie alle Kinder.

    • Sorry, ER B
      Ich dachte die Antwort auf ihre Frage sei allzu offensichtlich.

      „Wer läßt diese Frau mit solchen Argumenten und Redemanuskripten
      öffentlich auftreten?“

      Die wählende Mehrheit des deutschen Volk natürlich. Ich nehme soagr an, dass man die auch heute wiederwählen würde…. mehr Legitimität gibts in Demokratien nicht….

  42. Ohne Gespür für ovalekatzentischbedeutung
    @Prince Matecki – wem soll ich nun glauben? Der alte adlige Bock sagt, „Die Entmachtung de Maizières, die nie stattfand”, und dass „alles nur mit straffer Führung zu tun hat. „ Ich verstehe ja nichts von angewandter Kabinettpolitik und die Sitzordnung am Katzen- oder ovalen Tisch. Mein Gefühl sagt mir, dass der von Mutti heraufbeschworene Flüchtlingsstrom durch diese Reorganisation nicht besser bewältigt wird. Erstens handelt es sich bei der Bewältigung der ankommenden Massen um ein echtes Projekt mit sehr harten Kanten und nicht um Politik, wie die griechische Krise. Im Kanzleramt hat keiner Erfahrung mit echten Projekten. Das kann man auch nicht über Nacht organisieren – vor allem nicht, wenn man wie Mutti selbst nichts davon versteht. Sorry Sir, aber ein junger Herr da wird sich nicht die Sporen für Höheres verdienen, sondern bös auf die Nase fallen. Wenn Politiker, die nichts weiter sind als Politiker, Projekte leiten, kommt ein Bär heraus. Zweitens wirkt Muttis Strafe für TvM, wie wichtig ihr die Flüchtlinge sind… was noch mehr anlocken wird.
    Aber….. ich finde TvM Situation dieser Tage gar nicht so schlecht. (Ich bin allerdings kein Politiker und kann das mit ovalenkatzentischbedeutung nicht so nachempfinden)

    • Wie wir inzwischen wissen, meint das Merkel das ernst, also hat sie die Praxis
      einem Schönschwätzer mit Medien-, aber ohne Organisatonserfahrung anvertraut, weil der Schein wichtiger ist, als das Sein. Da das von allen öffentlich-rechtlichen Sendern, der SZ, der taz, dem SPIEGEL und der ZEIT mitgetragen wird, wird das wohl seine Richtigkeit haben.

      Ein fähiger, harter Praktiker würde angesichts der absolut unerfüllbaren Vorgaben ohnehin ofort zurücktreten oder – wegen unerwünschten Wahrheitssagen – soort zurückgetreten werden.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  43. Nichts Neues aus dem Fahrerlager.
    SPON hat die Kommentarfunktion für Artikel zur Flüchtlingskrise generell gesperrt und wird sie nur noch fallweise freischalten. Offizielle Begründung sind die vielen radikalen und beleidigenden Kommentare. Wer dort wie ich ab und zu mitliest, vermutet jedoch ganz etwas anderes: Selbst dort, in der Bildzeitung der deutschen Intellektuellen, hagelte es negative Kommentare zur Politik der Regierung und zu den dämlichen Kommentaren der SPON Kommentatoren, allen voran des Salonsozialisten Jacob Augstein. Von Dietz ganz zu schweigen, weil man über Nichts ja nicht reden kann. Wenn das Volk anderer Meinung als die Regierung ist, wird es einfach mundtot gemacht. Wenn die Regierung massenhaft Rechtsbrüche begeht, in der Eurorettungspolitik, in der Energiewende und in der Flüchtlingskrise und die Medien das hinnehmen, ist das Beihilfe zur Untreue. – Leider stand in der Meldung nichts zu antiquen Rennrädern. Deshalb, nichts Neues aus dem Fahrerlager.

    • SPON-Fanatiker und Empathie-Journalismus mit Einzelschicksalen von dubioser Repräsentativität
      Ich schaute heute ja erstmals seit längerem wieder hin und wieder bei SPON vorbei und stieß gleich auf einen Artikel, der einfach nur fassungslos macht. Der Titel sagt schon alles:

      „Deutsche Flüchtlingspolitik: Reine Schikane“.

      Zuvor machte sogar FAZ.net mit einer Riesenschlagzeile für ein neues eigenes Blog auf, das wie Kitschpropaganda daherkommt. Empathie für 4 keineswegs repräsentative Einzelschicksale, das hat der Herr Georgi fein hinbekommen. Kitsch anstatt dringender benötigter Zahlen und Fakten und einer sachlich detaillierten Berichterstattung über Möglichkeiten der Grenzsicherung (die böse Abschottung).

      Und die Unionspolitikerin Merkel vertritt eine Asylpolitik, die man im Vergleich mit der restlichen Ersten Welt als linksradikal bezeichnen muss.

      Ich habe das Gefühl, die sind alle völlig verrückt geworden.

    • Unvollständig...
      „Wenn die Regierung massenhaft Rechtsbrüche begeht, in der Eurorettungspolitik, in der Energiewende und in der Flüchtlingskrise und die Medien das hinnehmen, ist das Beihilfe zur Untreue“

      http://www.heise.de/newsticker/meldung/Safe-Harbor-EU-Kommission-sieht-nach-EuGH-Urteil-keinen-Grund-Datenfluesse-zu-stoppen-2840005.html

      Glauben sie, dass man sich in Berlin bei dem Thema anders verhalten wird?

      Wie schreibt Heise? Juncker & Commissioners :: 28 gegen Europa. Im Auftrag der Adresshändler, Waffenlobbyisten und Monsanto … und der hübsche und kluge und wortgewandte Öttinger mittendrin.

  44. Doorn ist keine Option
    @ivy league graduate – In Doorn wird Mutti mit Sicherheit nicht gelitten sein. Als deutsche Pfarrerstochter ist sie mit dem niederländischen Königshaus nicht verwandt. Und das gemeine Volk hier mag sie und ihre letzten Kapriolen auch nicht, wie mir meine hiesigen Fahrradclubfreunde am Sonntag gerade wieder bestätigt haben.

  45. Liebe, Freundschaft und Erotik, lieber Artist ...
    … sind doppelt schön, wenn man das Schmiermittel dafür hat.
    Nee, nicht Geld, das kann man drucken,
    wie man uns täglich beweist und dadurch wird es wertlos.
    ZEIT ist und war in meinem Leben der wahre Luxus.
    Glücklicherweise kapierte ich das schon als Jugendlicher
    und habe sie mir einfach genommen.
    Und den grauen Damen und Herren, die sie mir nehmen wollten,
    auf die Finger gehauen.
    Und ab und zu deren Zigarren geraucht.
    Die Fahrt durch Südengland mit Linksverkehr geht theoretisch
    auch mit ’nem Trabbi. Ist vielleicht sogar noch befriedigender.
    Kommt drauf an, wen man dabei hat.
    Wenn das nicht gerade die Loriot-Frau ist, die einem den Mantel bringen will
    wenn man Ihr auf die Frage „Was machst Du gerade“ antwortet:
    „Ich sitze hier“
    Einfach so da sitzen oder liegen, im Boot, in der Nacht
    und die Sterne oder den Mond beobachten
    und die Gedanken schweifen lassen.
    Mit anderen dieses Gefühl teilen,
    da muss noch nicht mal Erotik dabei sein.
    Und das Weibchen mit der Schnur zwischen den Beinen
    lernte ich in jungen Jahren auch mal kennen.
    Sie war kein willenloses Spielzeug, sondern fragte: „Stört dich das?“
    „Nö“ antwortete ich und zog dran.

    • im neuen Thread gehts weiter
      Lieber Mediensegler, das mit der Zeit kann ich aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen – aber was Geld betrifft, fehlt oft die Weisheit, das „genug“ zu erkennen, oder es ist sowenig da, dass das Lebensgefühl permanent Stress ist.

      Zeit muss man sich ein bisschen leisten können, und auch der Gefahr des Suchtfaktors entgehen, immer noch einen besseren Whisky, eine bessere Stereoanlage, eine schönere Strandpromedade, ein wertvolleres Auto oder Fahrrad zu brauchen meinen, bis das meditativ ruhige Dasitzen wirklich cool ist.

      Da haben wir alle eine Archillesferse, und können froh sein, dass das unser Problem ist, und nicht das, was zur Zeit Millionen Entwurzelter umtreibt.

      Wenn man an Dons selige Barchetta oder den von mir gelobten Chrysler PT Cruiser Cabrio denkt – es braucht oft mehr eigenständiges Wahlvermögen als lemminghafte Trendbefolgung zum angesagten teuren IN-Objekt.

      Und dann kann es wunderschön sein, irgendwo in Oberbayern mit der liebsten Ehefrau aller Zeiten ein Weissbier, eine Brezel und ein Paar Weisswürste zu geniessen.

  46. Was ist so schlimm ...
    … an Mortadella.

    Meine Katzen mögen sie.
    Weit vor Knuspertaschen.

    Ihre Charts:

    1. Rohes Rind
    2. Frischer Mortadella-Aufschnitt
    3. Fränkische Leberwoscht



    10. Katzenfutter
    11. Knuspertaschen

  47. Kuchen und Rotwein?
    Hoffe ja, dass das Flammkuchen war.
    Und den überraschten Blick in den Spiegel
    nachdem man gerade noch wie ein 25jähriger gedacht hat,
    den kenne ich auch.
    .
    „Wenn ich sterbe will ich krank sein, nicht gesund.“
    sagte Jack Nicholson in die Hexen von Eastwick.
    .
    Nur eins verstehe ich nicht, Frau Simon?
    Warum fahren Sie grundsätzlich bei Schlechtwetter in Urlaub?

    • Der Tod ist ein unerotischer und humorloser Rheinländer
      Aber Rheinländer humorlos? Kann das denn sein? Darf das? Ist das wahr? Von unerotisch und unhöflich ganz zu schweigen. Na wenn das mal kein Stuhlgewitter auslöst…
      .
      Und das Alter. Größtenteils unerotisch und humorlos par excellence, zumindest wenns nicht ganz so gut läuft. Das Alter und das Altern hat aufgrund seiner insgesamt etwas eher unangenehmen Art wenig Freunde.
      .
      Deswegen: Wahrheit und Alter sind nichts für Feiglinge, und die Wahrheiten des Alters gleich erst recht nicht:
      „Das Altern ist kein Vergnügen“, sagte Ellis Kaut, eine humorvolle und intelligente Frau, die es wissen musste, sie wurde immerhin 94 Jahre alt. Und sie erzählte nebenbei, warum der Pumuckl in Rheinlanden nicht Pumuckl heissen durfte. Weil das ein Schimpfwort sei. Für Flüchtlinge aus dem Osten. Deutsche Flüchtlinge wohlgemerkt.
      mp3.dradio.de Abschied von Pumuckls Mutter Ellis Kaut

  48. Das ist respektabel!
    Aber, Sir:
    Die Höhenkrankheit setzt bei 2 600 Höhenmetern ein, so Sie denn prädestiniert sind.
    Ab 60 spätestens setzt das allgemeine Zwicke-Zwacke ein.
    Ab 65 spätestens wird der Motor mit der Handkurbel angeleiert.
    Und wie, bitte, könnte man sich privilegiertes Sterben vorstellen?
    Bis dahin weiter eine stramme Radlerwade.

    Mit fielen Grüssen,

    Bernard del Monaco

  49. und dann kommt Altmaiers Arbeitszwangsverpflichtung
    Sehr geehrter Herr Prince Matecki!
    Ich las gerade in der Papier-FAZ über den neuen Superminister, der TvM’s Arbeitsbereich bekommen hat. Ein junger Spund ist das nicht, Jahrgang 1958. Beim Lesen kam mir eine interessante Überlegung. Für die vielen Flüchtlinge braucht der doch auch viel zusätzliches Personal. Für die damit verbunden Jobs muss man deutsche Anweisungen lesen und verstehen können. Aber der deutschsprechende Arbeitsmarkt ist leergefegt. Wenn Häuser beschlagnahmt werden, ist der nächste logische Schritt: Arbeitszwangsverpflichtung. Don, zum Beispiel, geht keiner geregelten Arbeit nach und fährt, wenn solide Deutsche schaffen, im Gebirge herum. Da wird der Altmaier sicher bald auf den Gedanken kommen, diesen klugen jungen Mann zur Arbeit in einer Flüchtlingsauffang- oder Betreuengseinrichtung abzukommandieren (Natürlich mit dem Hintergedanken, dass er dann keine Zeit mehr hat, Blogs zu betreiben, in dem er und aufsäzzige Büreger beizende Kommentare schreiben.) — Bin ich froh unter der Rute des Rutte zu leben und nicht im Einzugsbereich von Muttis Altmaier.
    Damit wünsche ich Ihnen, der FAZ, Don und allen Mitkommentatoren einen schönen Tag (solange wir uns hier noch tummeln können)
    Lisbeth Heuse

    • ...
      Werte Frau Heuse, mit der Arbeitsdienstverpflichtung könnten
      Sie Recht behalten.
      Dabei sind Sie bemerkenswert konsequent: kluge junge Männer
      sollen es richten.
      An die vielen weiblichen Aktivistinnen, die sich auf Twitter und
      Facebook mit Parolen wie“ Wir schaffen das “ gegenseitig
      begeistern, braucht man nicht zu denken.

    • Tja, da haben sie es im Norden besser....
      Die armen Österreicherinnen hingegen… ;-)

      „Die Österreicher haben damit begonnen, sich mit Schusswaffen einzudecken. Schrotflinten sind in Österreich derzeit ausverkauft. Bei den Käufern handelt es sich nach Informationen der Tiroler Tageszeitung nicht um „Hobby-Rambos“, sondern um ganz normale Bürger. Doch vor allem Frauen würden zu den privaten Waffenkäufern gehören. „Wanderbewegungen in der Menschheitsgeschichte, waren schon vor Jahrhunderten mit zahlreichen Ängsten verbunden“, so der Wiener Soziologe Roland Girtler“

  50. Das Wesen, welches nottut
    1000 m Höhenunterschied habe ich noch nicht geschafft. Hier im Taunus waren es maximal rund 600. Meistens mit dem Mountain Bike; denn hier wird das nicht geduldet, wenn man als Radfahrer (talwärts) dann schneller ist als ein Autofahrer oder Biker. Mit 80 dann von einem Autofahrer mit 100, oder von einem Biker mit 160 überholt zu werden, bei engem Gegenverkehr, kostet zu vielen Radfahrern das Leben. Überall Kreuze. Natürlich sterben immer noch mehr Biker, doch diese ob ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung. Nun gut, ich bin ein wenig älter als Sie. Ich bin in dem Jahr geboren, an dem Stalin gestorben ist. Gottseidank, möchte ich sagen. Und es mag sein, dass das der Grund für ist, dass ich diesen Satz von Ihnen kritisch betrachte: „Menschen, das sage ich ganz offen, halte ich für eine grandios überschätzte Nebensächlichkeit der Evolution.“ Er ist keine Nebensächlichkeit, der Mensch. Allerdings kommt es auf die Perspektive an. Das Menschenleben an und für sich dürfte überschätzt sein. Aber nicht, weil das Leben als solches überschätzt wird, sondern nur eine gewisse selbstgerechte, um nicht zu sagen: vorerst unberechtigte Voreingenommenheit darin korrigiert werden muss. Der Mensch ist, bzw. sollte das Subjekt sein, das dem Objekt-Sein einen Sinn verleiht. Was bedeutet schon eine Umwelt, wenn sie von niemanden so wahrgenommen wird, wie von einem Subjekt. Dieser Umwelt also ein Bewusstsein seines Selbst fehlte. Selbst die über Millionen von Jahren existiert habenden Dinosaurier, bekamen doch erst ihren Sinn, als sie in unseren Kinderzimmern als Abbildung davon in Erscheinung traten. Im Angesicht der „Schizophrenie“ unseres immer noch prähistorisch wirkenden Bewusstseins, tut ein Wesen allerdings not, welches schließlich die Dichotomie zwischen Objekt und Subjekt in sich aufzuheben vermag. Welches das „selbstverschuldete (irdische wie geistige) Elend“ (Kant), was es doch trotz dieses herrlichen Subjekt-Seins, nur dank seiner Entfremdung ob seines „an sich’s“ (Kant) von seinem „für sich“ (Marx) noch zu erleiden hat, endlich beendet. Doch bis es dahin kommt, bleibt es stecken, dieses Subjekt, zwischen seiner Selbstbestimmtheit in einem noumenalen Kosmos und seinem Fremdbestimmt-Sein in seiner phänomenal arbeitenden Selbstwahrnehmung. Schafft der Mensch – das (behauptete) Subjekt -, dies nämlich nicht, macht es also seinen Sinn, im positiven Sinne nicht zum Sinn des Lebens schlechthin, schafft es also den Sprung vom „Reich der Notwendigkeit ins Reich der Freiheit“ (Marx) demnach nicht, wird es wohl so gewesen sein, dass dessen (kurzes) Leben bedeutungslos war. Und bis dahin macht es nur für das gequälte Vieh vielleicht einen Unterschied, ob wir es als Mortadella oder Kuchen ausbeuten.

  51. "Respekt. Der Radler lässt´s aber laufen und fährt schneidig den Pass hinunter..."
    sagte meine Frau am vergangenen Samstag, als wir nach 25 Jahren
    mal wieder über den schönen Jaufenpass gefahren sind und einen schneidigen Rennradfahrer erst in der Gerade vor Kalch überholen konnten.

    Vielleicht waren Sie es, der dort mit 70 km die Abfahrt nach Sterzing nahm und mich in den „Kehren“ gekonnt ausbremste. War uns aber ein Vergnügen, Ihnen gegenfalls als „Begleitfahrzeug“ den Rücken freigehalten zu haben.

    Als ehemaliger Rennradhobbyfahrer, der diesen Pass vor 30 Jahren von Meran kommend bei sehr schönen Wetter „bezwungen“ hat, sage ich „Chapeau“. Bei diesem kühlen Herbsttag, mit 3 Grad auf der Passhöhe (gefühlt war es dort oben aber kälter) den inneren Schweinehund zu überwinden und es dann rollen zu lassen, dass hat schon was. Einige Radler, die wettermäßig nicht so gut vorbereitet waren wie Sie, standen bei der Abfahrt ab und zu am Rande und wärmten sich ihre Hände, da sie ohne Handschuhe unterwegs waren. Das waren bestimmt „Flachlandtiroler“, die sich von den doch angenehmen Temperaturen in Sterzing am Pass getäuscht sahen.

    Nach 16 Tagen Südtirol auf der „Messner-Mountain-Tour“
    ist Ihr Bericht ein schöner Abschluss unseres Herbsturlaubs gewesen.
    Einfach schön beschrieben. Ich möchte aber anfügen, dass die „Rheinländer“ Sie im Auto begleitet haben. „Kein Rheinländer weit und breit“ war also nur Wunschdenken und bestimmt auf´s Radfahren gemünzt. Ich hoffe, Sie haben nach der Abfahrt in Sterzing die Bremsen
    Ihres italienischen „Classikers“ geprüft, damit es Sie bei der nächsten Abfahrt nicht „derbröselt“.

    Zu Ihrem gelungenen Bericht noch ein Zitat von Jan Ullrich, der zu Ihrer
    Tourbeschreibung und Ihrer Passion Rennradfahren passt: „Man fährt, was man fahren kann, und was geschieht, das geschieht!“

    Wünsche Ihnen noch schöne, entspannte Touren mit Ihren „Classikern“ und freue mich auf weitere „Tourerlebnisse“.

  52. Pingback: Das Wesen, welches nottut

  53. In Ihrem Alter?
    Es ist nun schon einige Jahre her, dass ich mich mit Mountain-Bike und Gepäck durch die Alpen quälte. Und die verhängnisvolle Entscheidung traf, das Stilfser Joch zu bezwingen. Natürlich gab es für das nun Folgende objektive, durch elementare Naturgesetze bedingte Gründe. Ganze Legionen von Rennradfahrern schossen an mir vorbei, beim Golf würde man es Handicap 100 nennen, aber trotzdem war mein Ego verletzt. Bis zur letzten Kurve vor der Passhöhe sah ich nur die Hinterreifen und konnte nicht einmal selbst zum Überholen ansetzen, und dies war genauso ungewohnt wie entwürdigend. Doch da,meine Augen sahen es recht deutlich: Vor mir ein Radfahrer, der erkennbar langsamer fuhr. Den schaffst du noch, sagte ich mir, gab mein letztes, und konnte ihn kurz vor dem Kollabieren auf der Ziellinie noch überholen. Ich sah mich um und blickte in das von den Jahren zerfurchte Gesicht eines mindestens 80jährigen.
    Und seitdem bin ich froh, dass sich Menschen auch weit jenseits Ihres Alters aufmachen und Dinge tun, die man ihnen und Ihnen gerne verbieten würde.

  54. sogar
    isleta del moro klatsch beifall angesichts dieses einmal mehr so überaus gelungenen textes.

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