Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der brutale Klassenkampf des humanitären Imperativs

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La bourgeoisie est abolie. Une nouvelle ère de l’égalité entre tous a commencé.
Jean-Bedel Bokassa

Es gibt keinen einheitlichen Namen für diese Menschen. Wenn Politiker der Rechten über sie reden, benutzen sie den Begriff Clandestini, sie selbst nennen sich, wenn sie politisch organisiert sind, „Sans Papiers“. Wie viele es von ihnen in Italien gibt, weiss niemand, aber ihre Zahl dürfte in die Hunderttausende gehen. Meist sind es Menschen aus Afrika. Entweder wurden sie von der Mafia nach Italien geschmuggelt, oder sie sind dem überforderten Asylsystem entlaufen. Sie gehören nicht zu jenen über 40.000 offiziellen Flüchtlingen, die aus Italien in andere europäische Länder umverteilt werden sollen, und von denen bislang 130 tatsächlich auch verteilt wurden. Kein Mensch ist illegal, rufen Aktivisten. Legal sind sie aber auch nicht. Sie sind ausserhalb des gesetzlichen Systems, und vier von ihnen sehe ich täglich in Padua auf dem Weg zum Bäcker.

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Der Weg ist kurz, nur die Strasse runter zum Eck. Das ist die Frau, die hier unter den Arkaden wartet und Passanten nicht sehr unhöflich animiert, Taschentücher im Einzelpack zu kaufen. Sie ist gleich gegenüber der Bäckerei. Um zu erfahren, was sie verlangt, gehe ich langsam auf sie zu, schniefe etwas, und lasse mir eine Packung geben, für einen Euro. Dann gehe ich in die Bäckerei, lasse mir einen Tee und ein Panini bereiten. Ich setze mich an das Fenster, schlage die Zeitung auf, und schaue mit einem Auge hin, wie sie wartend auf ihren Turnschuhen das Körpergewicht verlagert, um dann den Passanten einen Schritt entgegen zu eilen. Es ist recht kühl, die Luft ist feucht, ideales Schnupfenwetter. Nach einer Stunde hat sie drei weitere Packungen verkauft.

Sie ist mittelalt und eher übergewichtig. Wie lang kann man in diesem Alter in einer zugigen Stadt im Winter bei neun Grad stehen? Sechs Stunden? Sagen wir, sie verkauft 24 Packungen am Tag. Einkaufspreis für ein billiges No-Name-Produkt 2 Euro, bleiben 22 übrig, für einen Tag in der Kälte. Für ein eigentlich illegales Geschäft, denn natürlich fordert der Staat auch in Italien Steuern, und für Handel bräuchte man eine Lizenz. Natürlich ist es ein Geschäft, für das es keine Lizenz gibt. Und selbst wenn es eine Lizenz gäbe, würde sie ohne Aufenthaltsrecht keine bekommen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch kein Verfolgungsinteresse des Staates, für den so ein Ansinnen nur hohe Kosten und lange Verfahren zur Folge hätte. Also steht sie auch am nächsten Tag wieder hier in der Kälte, die ihr Geschäft befördert. Von der Polizei wird sie ignoriert, und auch von den meisten Menschen, die sich wegducken. Sagt man nichts, lassen die Nichtlegalen einen in Ruhe, sagt man „No grazie“, werden manche beharrlich. Man muss hier anderen Kontinenten nicht zuhören, sie äussern sich selbst deutlich.

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Ein schwedischer Minister hat bei den europäischen Rechten eine Protestwelle erzeugt, als er bei einer Reise in Afrika sagte, er freue sich darauf, dass diese farbenfroh gekleideten Menschen kämen, und Europa bunt werde. Die angekommenen Afrikaner sehen alle nicht bunt aus, sie tragen vor allem Schwarz. Schwarz wärmt, schwarz macht anonym, schlecht identifizierbar, und tarnt in der Dunkelheit. Schwarz trägt der Blumenverkäufer neben dem Hotel, schwarz trägt die Bettlerin, der auf Pilger auf dem Weg zur Kirche wartet, schwarz trägt der Junge im Supermarkt, der Wechselgeld nimmt, oder alten Leuten die Treppe hinunter hilft, auch wenn sie das nicht wollen. Für den kurzen Weg ist das sehr viel Elend, aber Venedig hat dergleichen untersagt, und setzt das auch gnadenlos durch. Padua ist eine Studentenstadt, immer noch rot, und verzichtet auf ein derartiges Verbot. Das sei, erzählt der Bäcker, ein Grund, warum so viele hier sind: Flüchtlinge erst aus Afrika, dann aus Venedig. Man hat sich damit abgefunden.

Wie man mit 22 Euro pro Tag überleben kann, wenn es keinerlei staatlichen Leistungen gibt, keine Krankenversicherung, keine Behandlung? Im Frühjahr ist zwischen Padua und Venedig ein Vermieter aufgeflogen, der 20 Menschen aus Bangladesch in eine kleinen Wohnung gepfercht hat. Das klingt schlimm, aber es ist immer noch besser als das Schicksal der Plantagenarbeiter in Süditalien, die auch aus Afrika kommen und mit ihrer Arbeit dafür garantieren, dass deutsche Mütter keine finanziellen Sorgen haben, wenn sie ihren Kindern aus den sa-gen-haft billigen Orangen vom Discounter einen Saft pressen. Wer es nach Padua geschafft hat, ist schon etwas weiter oben auf der sozialen Leiter. Und wäre nicht die Krise, hätte er vielleicht sogar die Chance auf eine richtige, wenn auch nicht legale Arbeit. Unterhalb der Pakistanis. Denn die Pakistanis haben in Italien einen guten Ruf als Gastarbeiter. Sie sind zum Erhalt der Preise im Tourismus wichtig, und übernehmen in vielen Familien die Pflege alter Menschen. Vor der Krise standen die Pakistanis oft am Herd der Restaurants, und die Afrikaner spülten ab. Aber jetzt ist Krise, die Italiener besetzen die Berufe selbst und haben kein Geld für die Pflege, die Pakistanis rutschen weiter nach hinten, und verdrängen dort andere. Ganz Italien sackt durch. Vielleicht hat die Taschentuchverkäuferin früher irgendwo geputzt. Jetzt steht sie jedenfalls unter den Arkaden. Der Urlaub in Italien bleibt auch mit Pakistanis als Reinigungskräften und mit dem gesunkenen italienischen Lohnniveau günstig. Und Deutschland bekommt natürlich seine Austeritätsziele. Neben den billigen Blut-Orangen. Für die gilt kein humanitärer Imperativ.

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Das hier ist die Integration nach dem Scheitern der Integration. Die Betroffenen haben es – aus welchen Gründen auch immer – nicht geschafft, einen offiziellen Status zu bekommen. Sie sind auch nicht in die klassische italienische Schattenwirtschaft gekommen. Aber sie haben ein Geschäftsmodell, mit dem sie überleben. Natürlich gäbe es ein Verfahren, um diese Menschen abzuschieben, aber die italienischen Behörden wissen auch, dass das so gut wie unmöglich ist, weil die Heimatländer nicht kooperieren. Sollte es in Italien aufwärts gehen, kommen sie wieder an Hilfsarbeiten. Dann werden ihre prekären Plätze im reicheren Padua durch andere eingenommen, die jetzt noch in weniger vermögenden Gegenden sind. Am Wochenende davor wurden 4900 Menschen vor der libyschen Küste gerettet. Viele werden weiter nach Deutschland gehen. Aber manche werden sich auch überlegen, wie sie hier an Geld kommen. Vielleicht sogar so weit in der Hierarchie aufsteigen, dass sie gefälschte Sonnenbrillen der Designermarken drüben am Prato della Valle verkaufen, wo die Studenten und jungen Touristen sind. Vielleicht finden sie auch eine wirklich billige Unterkunft weiter draussen in einem der scheinbar aufgegebenen, zerfallenden Bauernhöfe. Dann können sie trotz allem Geld heimschicken. Man fragt sich bei uns, wie man von 22 Euro am Tag leben kann. In Afrika gibt es Länder, in denen das mehr als der durchschnittliche Wochenlohn ist. Der Lohn derjenigen, die eine Arbeit haben. Die anderen haben noch weniger. Das erklärt auch, warum sie das hier tun: Die Bedingungen sind selbst jetzt nicht schlechter als in Afrika. Und es gibt die Hoffnung, dass es besser wird, und vielleicht braucht einer der Pakistanis, die sich nach oben gearbeitet und einen Falafelimbiss eingerichtet haben, doch wieder einen Handlanger. Dort ist es auch warm, und es gibt einen Stuhl. Lauter Dinge, die man erst als Privileg erkennt, wenn man eine Stunde zuschaut, wie eine nicht mehr junge Frau unter den Arkaden mit Taschentüchern winkt.

Padua entspricht wirtschaftlich in etwa dem, was jene Städte im strukturschwachen Nordwesten zu bieten haben, die neben Berlin, Frankfurt und Hamburg hauptsächlich das Ziel der Flüchtlinge und Migranten in Deutschland sind. Es sind Kommunen, die mit dem Abschieben meist überfordert sind. Sie beherbergen vermutlich schon jetzt einen Teil der dreihunderttausend Einreisenden, die nach dem Grenzübertritt spurlos verschwunden sind, und von denen viele wissen, dass sie hier weder Asyl noch Duldung bekommen werden. Wenn sie ausreisepflichtig sind, bekommen sie auch keine Unterstützung. Wir schaffen das, sagt die Kanzlerin, aber ich sehe da Hunderttausende, die in dieser Utopie gar nicht vorgesehen sind. Hunderttausende, für die man nicht mal billige Baracken bauen wird, und die ohne Versorgung in einem der reichsten Länder der Welt sind. Clandestini, Sans Papiers. Zuständig sind ein paar dann völlig überforderte Einrichtungen für jene, die durch alle Netze gefallen sind. Man nennt es hierzulande seit dieser Woche „humanitärer Imperativ“. Und auf deutschen Strassen ist noch viel Platz.

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Italien hat niemanden eingeladen. Italien hat versucht, die Probleme mit einem Hotspot auf Lampedusa zu regeln, und dafür schlechte Presse bekommen. Danach hat Italien die Flüchtlinge gern nach Deutschland, zur schlechten Presse weitergeschickt. Heute ist Italien Transitland, mit einer älteren, nicht legalen Schicht unterhalb der Gesellschaft, und ein Land, auf das sich bislang vergebliche Hotspotträume der Deutschen richten. Die Verteilung der Flüchtlinge hapert, die Gründung der Sammelstellen im Süden hapert. Es ist auf eine italienische Art gerecht. An der Frau unter den Arkaden geht die Realpolitik des freundlichen Gesichts spurlos vorüber.

Aber wenn Deutschland Asylbewerber ablehnt und nicht abschiebt, und sie von der Versorgung abschneidet, wenn sie untertauchen und sich dafür die Städte heraussuchen, die ohnehin schon überfordert sind, entsteht diese Schicht zwischen widerwilliger Duldung und Repression auch in Deutschland. Es gibt sie jetzt schon im Görlitzer Park. Es sind Menschen, die sich vom deutschen Staat nichts erwarten, wie es es auch in ihren Staaten nicht tun. Für Deutsche wäre das unvorstellbar, in weiten Teilen der Welt ist das normal. Die Entlegalisierten finden sich in dieser Situation besser zurecht als jene, die betreten wegschauen. Italien findet seit Jahren keine Lösung, und ist ein Bürgermeister zu nachsichtig, wird er hier im Norden aus dem Amt gewählt. Weil die Rechten die Probleme benennen, die hier jeder sehen kann.

clande

Manche finden das hier vielleicht zynisch, kaltländisch und dekadent, dort drüben in der Kälte die Frau, in der Wärme der Bäckerei der finanziell abgesicherte, deutsche Berichterstatter, der sich nur entscheiden muss, welches Museum er heute besucht und sich nebenbei das Elend anschaut. Recht viel grösser als hier können die sozialen Unterschiede nicht sein, wenn das voll versorgte Europa auf jene blickt, die nicht wissen, ob sie morgen nicht doch aufgegriffen und abgeschoben werden, weil irgendein Land in Afrika durch europäische „Entwicklungshilfe“, oder sollte man nicht einfach Bestechung sagen, einige Flüchtlinge zurücknimmt.

Das ändert nichts am Umstand, dass dieser krasse Unterschied zwischen Arm und Reich die deutsche Realität sein wird. Die Politik der offenen Grenzen bringt Hunderttausende nach Deutschland, die rechtlich gesehen nicht bleiben dürften und dennoch alles tun werden, um bleiben zu können. Der Unterschied zwischen mir und jenen, die heute noch Refugee Welcome und Merkel Merkel rufen ist, dass sie die Züge der Hoffnung sehen, und ich die zugigen Arkaden und die Frau, die vergeblich mit den Taschentüchern winkt. Sie ist eine Clandestina. Jemand müsste sie nach deutschen Vorstellungen aufgreifen und abschieben, damit wir das schaffen; Das ist die radikalste Form des Klassenkampfes gegen die Ärmsten und Rechtlosen. Ich kann im Cafe sitzen bleiben, ich halte die ganze Politik der offenen Grenzen für kompletten Irrsinn, wie alle Italiener, die ich kenne. Aber diejenigen, die hinter Merkels Politik stehen, werden sich früher oder später überlegen müssen, was sie mit den Hunderttausenden machen, die erst gar nicht die Möglichkeit bekommen werden, es zu schaffen und sich legal zu integrieren, und dann eben auf den Taschentuchhandel ausweichen.

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150 Lesermeinungen

  1. nur um die dimension zurechtzurücken
    der verlorene krieg im hindukusch, der eigentlich nur für PR-termine von ministerinnen – der führungsspitze und noch pubertierenden ministern in macho-montur nützlich war – (sehen wir vom BDI ab) kostet pro jahr etwa 1 mrd. euro, die offizielle zahl liegt ja deutlich tiefer, aber es gilt der grundsatz: glaube keiner zahl die du nicht selber gefälscht hast: zweites semester in mannheim, bilanzkunde-tutorium !

    also, um es zu vereinfachen, WIR verteidigen da unsere freiheit (ergebnislos, ja kontraproduktiv) seit über 10 jahren……….der längste krieg einer deutschen demokratie !

    wir könnten 1,2 millionen taschentücherverkäuferinnen damit pro jahr finanzieren………..zumindest mit einem basisentgelt wie von DON ausgerechnet und der illegalität ansatzweise entheben !

    • KaBalz an djangohatnemonatskarte
      -Ihr letzter Absatz. So wird es kommen. Die 1,2 Mio brauchen nur auf das leistungslose Grundeinkommen zu warten auf das rot-rot-grün hinarbeitet (wenn der Michi die nicht aus der überbesetzten Feldscheune in der „Reichshauptslum“ (ich weiß, eigentlich © Don Alfonso) wirft. Bis dahin würde ich vorschlagen wollen, dass nicht nur Papier-Mouchoirs sondern auch andere Erotikartikel auf und an den Straßen verkauft werden sollten/könnten.
      Übrigen, ER schreibt „zurechtzurücken“ noch in einem Wort. Respekt ! Sieht man nur noch selten in F.A.Z. Lesermeinungen.

    • kaufkraft in schwachlokalwährung
      @KaBa: sicher wäre es wirksamer das geld in den herkunftsländern zu spendieren, wo wir ein 5- bis 10faches der kaufkraft hätten……..aber wer kann garantieren, dass es nicht bei oligarchen, korrupten oder einfach bei verbrechergangs landet. ich sehe das problem ! und will auch nicht 1.2 millionen subventionieren. aber nur mal als vergleich, wie locker das geld im wehretat sitzt und wo es verpulvert wird.

      fakt ist: geld und kapital schmeissen wir eh raus, zyniker würden sagen, im hindukusch haben wengstens noch die waffenlobby und die public relations-leute was davon, ganz abgesehen von unseren beiden feldherr*innen die tatkraft und präsenz „over the globe“ demonstrieren können.

    • Milliarden um Milliarden
      Baden-Württemberg hat offiziell für die Jahre 2015/16 insgesamt 3 Milliarden Euro an Kosten in Bezug auf die Migration veranschlagt….jetzt mal hochrechnen, wieviel Bundesländer gibt’s….die Bundeswehr abzuwickeln wird nicht reichen…vielleicht kann man ja doch nicht jedes Problem mit Milliarden zuwerfen!

  2. Was soll man denn machen?
    Kapitalismus abschaffen? Oder alle verhaften und in entlegenen Territorien (St. Helena, Patagonien etc?) aussetzen?

    In einem Artikel über Maischbergers Talkshow mit „Querdenkern(haha)“ erinnert Geissler an Schäubles Bemerkung, das ganze wäre Europas Rendezvous mit der Globalisierung.
    Abgesehen davon, dass es kaum eine schrillere Parodie des Begriffs „Querdenker“ gibt, wenn man darunter A.Schwarzer, H.Geissler,T.Gottschalk und D.Cohn-Bendit versteht (oh graus!! Geht mehr „Staatsfernsehen“ mit blockflötenmässig organisierter Opposition) – wie können wir mehr tun als jammern?

    Wenn in EU-Europa Chirurgen sich auch mit 400 Euro bescheiden müssen, werden diese Zustände einfach noch eine Weile normal bleiben, bis sich ein Wortführer dieses als „wertlos abgestempelten Menschenmaterials“ findet, der sie zu neuem Stolz führt, um Macht kämpfen lässt.

    Vielleicht hat man ja wirklich gerade den IS das Bild des politischen Islam prägen lassen, um den Islam als Lösungsansatz von vorherein zu diskreditieren? Keine Verschwörungstheorie, aber mal machen lassen..

    Beim Linksterrorismus und seinen „Sympatisanten“ hat es ja geklappt.

    Nichts liegt mir ferner, als mir eine Houellebecqsche „Unterwerfung“ zu wünschen – aber je mehr Schreisse für alle sichtbar in den Ventilator fliegt, und wieder zurück, desto flammender wird sich die Sehnsucht nach einer Erklärung in die Köpfe brennen, wozu all dieses Leiden, all diese gruselige Ungerechtigkeit gut sein soll.

    Don, sie schildern die schlecht riechenden braunen Flecken auf den weissen Marmorfassaden sehr eindringlich, aber was soll daraus folgen?

  3. wohnungsmarkt
    gestern gesehen bei reuters: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere will sich in der Koalition für eine Wohnsitzpflicht für anerkannte Flüchtlinge einsetzen.

    Er halte diese Forderung des Karlsruher CDU-Parteitags für eine gute Idee, sagte de Maiziere am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Soziale Probleme in Ballungszentren sollten damit vermieden werden. „Wir müssen das jetzt intern zwischen CDU, CSU und mit der SPD bereden.“ Die CDU hatte eine zeitlich begrenzte Wohnsitzauflage ins Spiel gebracht, um eine Abwanderung in Großstädte zu unterbinden und eine gleichmäßige Verteilung in den Regionen sicherzustellen.

    der gute don hatte ja schon des öfteren den wunsch der mehrzahl der migranten thematisiert nach berlin oder in andere großstädte ziehen zu wollen. so kann man das natürlich zumindest verzögern, löst aber das problem nicht.

    • Das wird vermutlich am Verfasungsgericht scheitern. Und wer soll as bitteschön überprüfen? Sperrt man sie ein, wenn sie sich nicht daran halten? Völlig absurde Idee.

    • Titel eingeben
      zusammen mit dem neuen `flüchtlingsausweis`oder wie das ding auch immer heißen soll, und dem neuen meldegesetzt wird sich über drohenden geldentzug schon etwas machen lassen. wie das verfassungsgericht das dann bewerten wird, weiss ich nicht. auch h4 empfänger unterliegen einer residenzpflicht.

    • Titel eingeben
      Nicht, dass ich etwa für die Erhaltung der Residenzpflicht wäre, nein, die ist mir aus sehr egoistischen Gründen unlieb. Indessen: Die verfassungsrechtliche Argumentation ist wirklich unangenehm, geht es nicht eine Nummer kleiner?

  4. "Vernunftfeinde"
    Nehmen wir mal ihren Ex-Kollegen Georg Diez auf SPON vom 13. 12. als Gegenspieler Ihrer Position. Für den sind Leute wie sie „Vernunftfeinde“. Man muss, so Diez, für die Aufnahme von Flüchtlingen ohne Obergenze sein. Also bedingungslos.
    Achtung, großes Kaliber: „Man kann es auch so sagen: Es ist Zeit, dass man sich entscheidet, auf welcher Seite man steht. Auf der Seite der Vernunft oder ihrer Feinde.
    Die Demokratie ist eine Regierungsform geboren aus der Vernunft; wenn die Vernunft endet, endet auch die Demokratie.“

    Diez begründet das u. a. – Achtung, immer noch großes Kaliber, mit Jürgen Habermas‘ „Theorie des Kommunikativen Handelns“.

    Sie dagegen befleißigen sich einer Verhaltenslehre der analytischen Kälte (Helmut Lethen – kleineres Kaliber).

    Jetzt hat es die Wahrheit so an sich, dass sie immer konkret ist: Brecht…

    Und (konkrete) Interessen haben die Eigenschaft, dass sie im Zweifel (selbst große) Ideen immer blamieren: Marx.

    Ihr tweet-Zitat von Matteo Salvini und Ihr Bokassa-Zitat könnte man als Beispiele in meine Verweiskette einsetzen. – Was wäre das Ergebnis?

    Ich fürchte, Diez springt zu kurz. U. a. weil er von der „Theorie des Kommunikativen Handelns“ falsche Vorstellungen hat – oh je, weites Feld…

    PS: Ihr ziemlich realitätsgesättigter Artikel ist wunderbar geschrieben. Kein falscher Ton, auch nach zweimaligem Durchlesen: Fehlanzeige. – Cool!

    • Dieser Herr arbeitet sich wohl immer noch an der FAZ ab, weil man ihm die Zugbrücke zum Feuilletonposten nicht runtegelassen hat, War der jemals in seinem Leben draussen oder hat er Angst wegen seiner Designerbrille?

    • Diez hat keine Kraft zum Rausgehen
      Die braucht er für sein Geschreibsel und zur ständigen Aufrechterhaltung seines gequält wichtigen Gesichtsausdruckes.

    • Respekt!
      Sie sind ja hochgebildet! Und dazu noch sooo bescheiden. Ihre Zitate-Suppe ist lediglich Wortgeklingel und meilenweit von Vernunft und Realität entfernt. Ein Musterbeispiel für Pseudo-Intellektuellen-Geschwafel. Haben Sie eigentlich schon eine Fabrik von innen gesehen? Mit „coolen“ Grüßen, HJH

  5. Afrikanische Einwanderer
    Hat nicht kürzlich ein Vertreter der „Welcome“ Fraktion lautstark getönt, niemand käme wegen 375 Euro H4 zu uns?

    Die Einwanderer aus hauptsächlich Schwarzafrika kommen wegen sehr viel geringerer Beträge, wie nicht nur Ihr Bespiel zeigt.

    Und nicht nur am Görlitzer Park wird es bald rechtfreie Räume geben.

    http://www.lanazione.it/lucca/venditori-abusivi-blitz-1.1556705

    Und so wie in Italien werden die Ordnungsbehörden auch bei uns wie Sisyphos agieren.
    N.B. auch die ambulanten Handtaschenverkäufer sind Opfer der ausbeuterischen Organisation dahinter.

  6. Kein Zynismus, nur Realismus
    Wieder ein sehr guter Artikel mit interessanten Einblicken. Von Italien und seinen Problem weiß ich selbst leider eher wenig. Dafür kenne ich mich mit Schweden ganz gut aus, das übrigens einige dieser 130 noch aufgenommen hat, bevor dort der Deckel vom Topf flog. In Schweden ist man bekanntlich im Wesentlichen einen anderen Weg gegangen als in Italien, aber die Resultate sind dort nicht besser. Wenn man für Menschen keine Arbeit hat, mit der sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können, hilft alles nichts. Dass man für das Millionenheer, das sich inzwischen auf den Weg nach Europa bzw. Deutschland gemacht hat, angemessene Arbeit finden kann, glaubt inzwischen wohl so gut wie niemand mehr. Dann kann man sich entscheiden, ob man, wie Italien, viele dieser Menschen sich selbst bzw. schamloser Ausbeutung durch Dritte überlässt, mit all den damit verbundenen gesellschaftlichen Problemen, oder ob den Sozialstaat ruinieren und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstören will. Beides ist offensichtlich absurd, wenn doch als Alternative bliebe, endlich eine vernünftig gesteuerte Zuwanderungspolitik zu betreiben.

    „Manche finden das hier vielleicht zynisch, kaltländisch und dekadent, dort drüben in der Kälte die Frau, in der Wärme der Bäckerei der finanziell abgesicherte, deutsche Berichterstatter, der sich nur entscheiden muss, welches Museum er heute besucht und sich nebenbei das Elend anschaut.“

    Ich finde das nicht zynisch. Immerhin schauen Sie sich diese Zustände an und reflektieren darüber, im Unterschied zu vielen Ihrer Kollegen, die nicht bereit sind, überhaupt anzuerkennen, dass dies jedenfalls ein Teil der Realität ist. Es ist zudem kaum davon auszugehen, dass irgendein Journalist, der „Refugees Welcome“ skandiert oder doch zwischen den Zeilen propagiert, seinen Lebensstandard deswegen eingeschränkt hat oder einschränken möchte. Soweit dort überhaupt ein Bewusstsein dafür besteht, dass dergleichen nicht umsonst zu haben ist, sondern massive finanzielle Lasten mit sich bringt, sollen im Wesentlichen gefälligst andere die Zeche zahlen. Aber wer über das nötige Geld verfügt, kann nicht nur in Ruhe sein Panini beim Bäcker genießen, sondern ist im Zweifel auch nicht an ein Land und seine suizidale Politik gebunden. Das mag man nun auch zynisch finden, aber selbst dann ist es doch auch wieder nur die Realität, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.

    • Kein Zynismus
      Ich bin immerwieder schockiert über den fehlenden Realismus in der
      Flüchtlingskrise. Immer weiter dieses Geschwätz über „wir schaffen das“,
      ohne zu sagen wie.Selbst engagierte Helfer müssen das Problem immer-
      wieder fetsstellen zwischen der nicht akzeptierten Geschlechter-
      gleichheit,den Problemen der Religion,nicht aufgeklärter Islam,Analphabetismus,den auch wenn es krass klingt,Massen an Kindern.
      Die wiederum lernen schnell die Sprache,was toll ist,können sie sich aber
      unabhägig von der Familientraditon frei in einem freien Land wirklich
      integrieren?

    • Ich habe mir mal eine Abschiebung angeschaut. as bindet wahnsinnig viel Zeit und Personal und klappt dann oft nicht. In „meinem“ Fall lagen die geschätzten Kosten bei 7k Euro – und die Person wurde doch nicht abgeschoben. Das mal ein paar hunderttausend, und man weiss: Das ist einfach technisch nicht möglich. Egal wie man azu steht.

    • Titel eingeben
      Ich stimme gerne zu, wenn um es beim Denken zu diesem Probelm um die Berechtigung zum Zynismus, und gegen fehlgeleitetes Gut-Menschentum geht. Nur…..

      „Wenn man für Menschen keine Arbeit hat, mit der sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können, hilft alles nichts. Dass man für das Millionenheer, das sich inzwischen auf den Weg nach Europa bzw. Deutschland gemacht hat, angemessene Arbeit finden kann, glaubt inzwischen wohl so gut wie niemand mehr.“

      Warum findet man bei Leuten wie ihnen, die ja auf den ersten Blick korrekte Überlegungen von sich geben, niemals auch nur einen Satz darüber, warum diese Leute in ihrer Heimat entweder einen Krieg, mit US Bomben oder Heckler&Koch Qualitäts-Export-Ware haben, oder keine Arbeit, wegen der Wirtschaftspolitik der EU haben, hier ganz vorne weg Deutschland?

      Und, dass man anstatt sich mit den Ursachen auseinander zu setzen, lieber Kriegsflugzeuge hinschickt, die beim Töten helfen?

    • @TDV
      „Warum findet man bei Leuten wie ihnen, die ja auf den ersten Blick korrekte Überlegungen von sich geben, niemals auch nur einen Satz darüber, warum diese Leute in ihrer Heimat entweder einen Krieg, mit US Bomben oder Heckler&Koch Qualitäts-Export-Ware haben, oder keine Arbeit, wegen der Wirtschaftspolitik der EU haben, hier ganz vorne weg Deutschland?“

      Zunächst einmal deshalb, weil es keineswegs so ist, dass bei all diesen Leuten in ihrer Heimat entweder Krieg herrscht oder Arbeit fehlt wegen der EU bzw. Deutschland.

      Dass der Nahe Osten im Moment völlig kaputt ist, muss er sich z.B. zu guten Teilen selbst ankreiden. Ich habe nichts gegen Kritik an (westlichem) Interventionismus, an Protektionismus, an Ausbeutung oder an Waffenhandeln. Gelegentlich kritisiere ich das auch. Aber es besteht in meinen Augen eben auch keine Notwendigkeit, das ständig hervorzuheben.

      Im gegebenen Zusammenhang ging es mir außerdem eben tatsächlich nur um den banalen Umstand, dass Integration ohne Arbeit nicht klappt und dass es die erforderliche Arbeit hierzulande eben ganz sicher nicht in einem solchen Ausmaß gibt. Wie ich die Dinge sonst sehe, spielt dafür erst einmal keine Rolle. Ich sehe es aber z.B. natürlich mit Argwohn, dass die Bundesregierung vorgibt, ein „freundliches Gesicht“ zu zeigen, der Bundessicherheitsrat heuer aber Waffenausfuhren in Rekordwert bewilligt hat.

    • Einfach nur peinlich Krampus, dumm und primitiv...
      Nochmal:

      Ohne US und NATO Kriege und ohne die Export Politik Deutschlands gäbe es dort sicher dasselbe Elend wie seit Jahrhunderten, aber eben NICHT die Zustände, die wir jetzt haben. Und deshalb eben auch NICHT die Flüchtlinge. Das können sie am Stammtisch mit ihren Spezies wegrationalisieren aber nicht mit mir.

      „Aber es besteht in meinen Augen eben auch keine Notwendigkeit, das ständig hervorzuheben.“

      Wie lächerlich kann man sich mit leeren Phrasen eigentlich machen? Das hat nichts mit „ständig“ zu tun, sondern wir reden hier ja von nichts anderem als den Konsequenzen die das hat. Oder darf man das in ihren Kreisen nicht mal erwähnen? Oder… Wollen sie mich verars…?

      Wissen sie wie man solche Leute nennt, die so einen Schwachfug von sich geben?

      „Im gegebenen Zusammenhang ging es mir außerdem eben tatsächlich nur um den banalen Umstand, dass Integration ohne Arbeit nicht klappt und dass es die erforderliche Arbeit hierzulande eben ganz sicher nicht in einem solchen Ausmaß gibt.“

      Also: „Tut mir ja leid, dass ihr mit den Waffen, die bei uns für Arbeitsplätze und Riesen Profite sorgen massakriert werdet, aber ihr da werdet halt weiter verrecken müssen, denn wenn wir euch hier reinlassen, dann können wir uns unser tolles eigenes Leben hier nicht mehr leisten.“

      Soll ich das jetzt nett von ihnen finden, dass sie „mit Argwohn sehen“, dass eure Bundesregierung statt sich mich den Ursachen auch nur einen Millimeter auseinanderzusetzen, lieber Kriegsflugzege dort hinschickt, um auch weiter beim Morden zu helfen?

      Ich sehe die in DE entstehenden Probleme auch, aber IHR habt es zugelassen, dass die von EUCH gewählte Kanzlerin über ein halbes Jahr tatenlos zusah, wie sich diese ja bekannte Situation zuspitzte, und dann auf das hinauslief, was jetzt hereinbricht!

      IHR habt euch diese Sauereien eingebrockt, jetzt lebt auch damit und bezahlt gefälligst dafür. Denn falls Sie tatsächlich Illusonen darüber haben, dass sich dies irgendwie in Wohlgefallen auflösen lässt, und die Kosten dafür noch dazu jemand anderes bezahlt, dann leben sie in einer pippi Langstrumpf Welt.

      Ich versteh ihren Standpunkt ja, aber ich hasse diese verlogene Heuchelei die sich weigert die wahren Schuldigen anzuprangern, damit sich WIRKLICH etwas ändert.
      Glauben sie wirklich, man wird Merkel absägen und durch einen starken Mann ersetzen, der das alles wieder in Ordnung bringt???? Merkel sitzt fest im Sattel, das hat nicht mal der Don so erwartet. Der eine Teil der Regierungsparteien findet Wir schaffen das, und der andere sagt Wir schaffen das nicht.
      Für die linken und rechten deutschen Spiesser heisst das nichts anderes als: ihr könnt uns weiterhin vertrauen und wählen.
      Es wird genauso weiter gehen wie bisher, Flüchtlinge werden kommen und bleiben….

    • @TDV
      Egal aus welchen Gründen die Menschen auf der Flucht sind, die meisten werden sich sehr schwer tun, Arbeit und Wohnung zu finden. Und ob man den Zuzug wohlwollend oder ablehnend betrachtet, um diese Tatsache kommt man nicht herum.

  7. ja, was macht man mit den Hunderttausenden?
    man gibt ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft das ist alternativlos, Sie verstehen? Wegen dem sozialen Frieden. Dann alimentiert man sie, ebenfalls alternativlos, es darf doch keine zwei Klassen deutscher Bürger geben oder?

  8. Demographie
    Möglicherweise ist die beobachtete Einwanderung aus Afrika nur der Anfang. Wikipedia sagt das z.B in Nigeria etwa 75mio Kinder unter 15 Jahren leben, bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 180mio:

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_Nigeria

    Diejenigen, die jetzt schon hier sind wurden überwiegend vor 1990 geboren und konnten offensichtlich keine zufriedenstellende Arbeit in ihrer Heimat finden. Damals wurden in Nigeria ca. 2 Millionen Kinder im Jahr geboren, heute sind es 5 Millionen.

    • ...
      Wir können hier unsere Situation schwarzmalen.

      Es wird keinen Vergleich mit Afrika aushalten.
      Bisher habe ich noch nichts über die Zukunft dieses
      Kontinents gelesen, das nicht ähnlich daher kam wie hier
      die Welcomer ebenfalls eifrig assistiert von ökonomischen
      Wunschträumern.
      Die Demografie entscheidet über den afrik.Kontinent.
      Dieser Rohstoffkontinent war für die Industrieländer interessant.
      Entsprechend hat man sich engagiert.
      Mittlerweile reichen auch die Vorkommen außerhalb Afrikas
      um den Wohlstand auf der Nordhalbkugel zu erhalten.
      Auch Deutschland ist hier Vorreiter mit erneuerbaren Energieen
      und das Hochhalten regionaler Produkte.
      Außer Terror haben die Afrikaner nicht viele Optionen.

  9. Don, bringen Sie unsere Moralisten nicht verfrüht auf Ideen, bitte.
    Natürlich werden wir in wenigen Jahren die Forderung auf dem Tisch haben, auch allen wegen der von Deutschland aufgegebenen Grenzen hier eingereisten, nichtregistrierten Zuwanderer einen dauerhaften, offiziellen Aufenthaltstitel zu geben. Mit ganz vielen, sehr empathischen und alle Probleme ausblendenden Artikeln und Magazinen in SZ, ZEIT, taz, ARD, ZDF. Und bis dahin führen ein paar Görlitzer Parks, dann über ganz Deutschland verteilt, den Deutschen plastisch vor Augen, wo sie von den Prantlhausenern belogen werden, vorsätzlich.

    Das ganze wird so richtig interessant, weil den Forderern dann direkt oder indirekt ein deutscher „front national“ gegenübersitzen wird, der – anders als die CDU/CSU – argumentativ nicht mehr erreichbar und zu 100% auf Konfrontation gestrickt sein wird. Hohe Zeit, Popcornvorräte anzulegen, unsere Zuwanderungspropagandisten haben die tea party auch in Deutschland etabliert.

    Und je länger ich der Zuwanderungspropaganda zusehe, umso mehr Verständnis entwickle ich für den kompromisslosen Puritanismus dieser amerikanischen Grasswurzel-Reaktionären in ideologischen Fragen.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • das Elend des Humanismus
      Sehr geehrter Herr Haupts,

      es geht nicht darum die Moralisten auf verfrühte Ideen zu bringen, sondern den anderen, reichlich verspätet klar die Konsequenzen zu zeigen.

      Welche andere Lösungsmöglichkeit haben wir denn, als mit massivem finanziellen Aufwand schnellstmöglich aus den Zugereisten die selbe Sorte von Bürgern zu machen von denen wir schon 80 Millionen haben?

      Welche Lösung erscheint Ihnen denn vertret- und umsetzbar, ohne dass Ihnen dabei das Popcorn im Halse stecken bleibt?

    • Geehrte/r candide, dann haben Sie ja hier die Antwort dafür selbst geliefert,
      warum Misstrauen in Medien und Staat explosionsartig wachsen. Erst ein vermeidbares Problem selbst verursachen, es dann bitter beklagen und eine Lösung im Sinne der Problemverursacher für alternativlos erklären: Doch, der Trick funktioniert. Nur nicht dauerhaft :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  10. Singular & Plural
    Werter Don,
    hier gibt´s auch für Sie etwas zu lernen. Ein Panino oder mehrere Panini!

  11. Kabalz sagt: Clandestini ante portas
    Die von Don geschilderten Zustände in Italien erlebten wir schon Mitte der 90iger Jahre, sei es im Raum um Rom oder auf der Textilschiene nördlich von Florenz, namentlich in Prato. Wie Don es beschreibt, führen die afrikanischen Clandestini entweder infolge der momentanen wirtschaftlichen baisse Italiens oder Verdrängung durch andere Migranten mit höherer Durchsetzungskraft und know how (Chinesen!) nur noch ein Paria-Dasein auf einer Ebene die man in Deutschland (bis jetzt) nicht vorzustellen vermag.
    Wir schlugen uns, wenn wir nicht in Eigenregie reisten, in Italien gerne abseits von den organisierten Reisegruppen, die bevorzugt 5 römische Kirchen in einem Zuge hintereinander besuchten. Abseits an nicht so angesagte Orte. So z.B. an den Cimitero acattolico an der Cestiuspyramide wo wir nach der pranzo auf dem Aventino ganz nah bei John Keats und Shelley ausgestreckt in vollkommener Ruhe unsere siesta abhielten. Dann das Kontrastprogramm.
    Die selbst organisierte Anreise mit einem öffentlichen Bus in das Hotel der Reisegruppe, ca. 30 km südlich Rom an der großen Straße die nach Anzio führte.Auf dem südlichen Busbahnhof die miserable Situation dieser Menschen, die vorwiegend aus Afrika stammten. Sie kehrten dort, offenbar täglich pendelnd, zurück von ihren prekären Sklavenjobs in irgendwelchen sekreten Produktionsstätten oder Gelegenheitsjob bei Leuten, die- sich zu fein oder zu beschäftigt, die diversen Arbeiten am/im Eigentum selbst zu erledigen. Wir mußten uns wie die Ölsardinen in den Überlandbus nach Süden zwängen, der sich nur nach und nach an den nicht offiziellen Haltestellen neben Kleingartenanlagen und selbst gezimmerten Bidonvilles entlang der Strecke leerte. Die Behelfsunterkünfte bestanden oft aber auch nur aus einer zwischen die Eukalyptusbäume gespannten Plane und einer alten Matratze vom Sperrmüll.
    Wie Don beschreibt, kann ein Teil dieser Gestrandeten von der italienischen Schattenwirtschaft, staatlich unregistriert und versorgt, aufgenommen werden. Aber da ist eine Decke nach oben die immer tiefer gehängt wird.
    Daher können wir gespannt sein wie sich der „moralische Imperativ“ in diesem unseren Lande entwickeln wird wenn „unsere“ Clandestini deren Zahl an die 300000gehen soll vermehrt in den Fußgängerzonen und Millionärsgletschern auftauchen.

  12. 1939/2015
    Alternativlos,
    Verzicht auf lokale Souveränität zugunsten der neuen Weltordnung,
    Willkommenskultur,
    Humanitärer Imperativ …

    Joseph Goebbels wäre stolz auf A.M. – ja ganz sicher.

    1939/2015 Die Geschichte wiederholt sich – nur anders als man denkt.

    • KaBalz fragt, Dottore, 1939-
      glauben Sie dass man damals schon vorausschauend dieses raumgreifende Programm in Richtung Sonnenaufgang angedacht hatte?
      Das jetzt zuströmende Personal wäre doch nach damaliger Ideologie (das böse Wort mit R….. vermeide ich bewußt) nur partiell geeignet gewesen um dort Papiertaschentücher zu verkaufen. Außerdem kam ja alles ganz anders und in Khe konnte man mal wieder die Folgen der verlorenen Wahnvorstellung und der daraus resultierenden Wiedervereinigung schmerzlich nur noch hinnehmen.

  13. Titel eingeben
    Ein klarer Blick. Warmes Mitgefühl gepaart mit Urteilsvermögen und Weitsicht.
    Danke

  14. Titel eingeben
    Das Bild der schwarzen Straßenverkäufer, die in Windeseile ihre Ware zusammenpacken und vor halbherzigen Kontrollversuchen der Polizei davonlaufen, kennt man doch schon seit Jahren aus Barcelona, Valencia…..aber eigentlich wird es auch geduldet, selbst wenn es dort hin und wieder solche Verfolgungsszenen gibt.
    Hier in Österreich geht man bei allen Migrationsbedürfnissen wie Wohnungen, Kindergartenplätzen, Arbeitsplätzen usw immer von 40-50000 Zuwanderern in diesem Jahr aus, obwohl bis Jahresende nach Schätzungen (genau weiß man es ja nicht) schon 95000 hier sind.
    Den restlichen wird kein Bleiberecht attestiert. Wenn man dann aber die Zahlen der Abschiebungen liest (und das nur irgendwo als Fußnote), ergibt sich eine nicht unwesentliche Diskrepanz, trotzdem habe ich nicht dein Eindruck, dass sich schon irgendwer Gedanken darüber macht, was man mit denen macht, zumal bei uns ja auch kein Taschentuchhandel funktionieren würde.
    Aber so wie das System und die Infrastruktur auch hier in Österreich hoffnungslos überfordert ist, bin ich nicht einmal sehr zuversichtlich, dass die Integration bei anerkannten Asylwerbern klappt.
    Wie das alles in 10 oder 15 Jahren aussieht, möchte ich mir gar nicht vorstellen.

  15. ! ! !
    Man ist versucht, das Ganze „dreist“ zu nennen. Aber eigentlich ist es mittlerweile bloß noch so langweilig wie die ganze Sozialdemokratie seit über 100 Jahren.

    Nein, wir sind am Elend der Welt nicht schuld, auch nicht deutsche Mamas, weil sie in ihrer Eigenschaft als solche selbstverständlich Vitamine für den Nachwuchs kaufen und auch nicht die Frau Merkel. Doch würde letztgenannte nicht wie der Teufel bestimmte Interessen verteidigen, stiege ihr der Autor des Artikels als erster aufs Dach und würde jammern und klagen, dass sie wohl deutlich außerhalb der „Jobbeschreibung“ agiert.

    Nun, die Jobbeschreibung ist allerdings eine deutsche, mag es dem Stand des Autors auch missfallen, weil Italien beispielsweise einfach mehr Grandezza hat.

    Diese Interessenverschiebung (ausschließlich bei deutschen Politikern die Verantwortung für anderer Leute Entscheidungen zu verorten) ist jedenfalls auch nicht neu.

    Um mal willkürlich in der Mitte des Ganzen anzufangen: Deutschland, oder vielmehr damals die BRD, wurde in die damalige EG gezwungen, und zwar 1951 durch Frankreich, Italien und die BENELUX. Grundlage war der französische Schumann-Plan. Diesem guten Menschen war es nämlich ein Anliegen, deutsche Kohle und deutschen Stahl (dem er eine zentrale wirtschaftliche und militärische Bedeutung beimaß) unter eine supranationale Kontrolle zu bringen, damit eine Bedrohung des europäischen Friedens durch ein etwa wieder erstarkendes Deutschland ausgeschlossen werden konnte, das kann man wirklich überall nachlesen, es ist kein Geheimnis.

    Diesem hehren Ziel – Deutschland auf alle Fälle nicht wirtschaftlich wiedererstarken zu lassen, damit es nicht wieder faschistisch wird und seine Nachbarn anfällt – schloss sich das dem europäischen Frieden ergebene (ehemals faschistische, seine Nachbarn anfallende) Italien natürlich gerne an! Grandezza! Und bis heute haben sie davon nicht gelassen, weshalb nun auch die unterprekär Beschäftigten Taschentücher dort verkaufen.

    Sowas kommt von sowas.

    Aber sowas zu schreiben – mit deutschem Pass in der Tasche – ist, so fürchte ich, ein speziell deutsches Privileg.

    • KaBalz sagt zum Breitgetretenen,
      Nachruf zu Khe: „Du hast mein Land dauerhaft verkehrt…“ *
      „die Mitte des Ganzen“, upps, ja aber so wird das doch nicht verkauft, in den Schulen!? Diese Darlegung ist keinesfalls kongruent mit den gymnasialen Geschichtsbüchern und der Historienbeträufelung à la Guido Knopp im selbst finanzierten Volksbildungswerk qua Mattscheibe. Na gut, alles kann man nicht mit Verschwörung erklären aber der Tenor lag schon auf: „comment tenir en bride les Allemands“? Der erste Versuch, in dem sich auch ein namhafter Vertreter der tricoloren Montan-Grandezza mit erneut gefühlter Sieger-Attitüde im Süden mitmischte, ging krachend in die Buxe. Die obsessiven Boches entschlüpften der zu eng couturierten Zwangsjacke. Der zweite Versuch, ob erzwungen oder unter dem Einfluß großer Mengen Deidesheimer Nonnenstück (Bassermann-Jordan?) mit dem Zugeständnis der Territorialanstückelung („Dunkeldeutschland“, ©Joachim Gauck, Bundespräsident, 15. Aug. 2015) inklusive europäischer Gemeinschaftshaftung für pathologische Laissez-faire-Staaten ist noch nicht abgeschlossen; sie ist noch zugange. Die von Don beschriebene Völkerwanderung, die, wer weiß warum, unser Land besonders touchiert, löst in der Nachbarschaft klammheimliche Freude aus. Das wird uns der Cameriere in Arezzo oder Savona und der Garçon in Nancy wohlweislich nicht so direkt spüren lassen. Kopf hoch, wir schaffen auch das.
      * H. Grönemeyer in „Du fängst mich an“

    • @KaBalz
      „(…) upps, ja aber so wird das doch nicht verkauft, in den Schulen!? Diese Darlegung ist keinesfalls kongruent mit den gymnasialen Geschichtsbüchern (…)“

      Bitte? In jedem deutschen Sozialkundebuch kann man die nackten Fakten zum Schumann-Plan nachlesen. Und bei jedem x-beliebigen Europarechtsseminar werden diese Umstände richtig dargelegt. Und mindestens jeder Jurist wird Ihnen die Richtigkeit dieser Fakten bestätigen können, bzw. z. B. auf Wilmowsky in der Zeitschrift JURA 92, S. 337 verweisen. Vermutlich wird auch Guido Knopp keine Zitate fälschen, warum sollte er das denn nötig haben?

      Worauf Sie anspielen, ist eben das „Verkaufsargument“. Menschen, die deutsche Gymnasien besucht haben, sind offenbar nicht in der Lage, Fakten zu werten: 1. Deutschland war faschistisch und hat einen Angriffskrieg geführt und sollte daher seine volle Wirtschaftskraft nie wieder entfalten. 2. Italien war faschistisch und hat sich am Angriffskrieg beteiligt, darf sich aber jahrzehntelang daran beteiligen, die deutsche Wirtschaftskraft zu schwächen. (3. Italien hat 1943, knapp zwei Jahre vor Kriegsende, die Fronten gewechselt).

      Dieser Umstand spricht m. E. weit mehr gegen Deutschland, als das alle sonstigen Fakten könnten: Wertung findet offenbar sehr hartnäckig nur entlang des Kriteriums „deutsch“ statt. Und täglich grüßt das dröge Murmeltier, da helfen wohl keine Pillen.

      Dass die Währungsunion von Mitterand als Bedingung für die deutsche Einheit gefordert wurde, stand übrigens sogar im Spiegel. Aber auch das wertet offenbar niemand; und erwachsenen Menschen kann man m. E. auch keine adäquaten Wertungskriterien mehr beibringen, das ist nach meiner festen Überzeugung die Aufgabe der frühkindlichen und schulischen Bildung.

      Oder es findet doch Wertung statt: Sie meinen ja, die deutsche Flüchtlingspolitik löse bei den Nachbarn „klammheimliche Freude“ aus.

      Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich dafür allerdings keine hinreichenden Anhaltspunkte. Die (den Nachbarn mißliebige) Forderung nach Kontingenten ist da und war auch absehbar (ich war schon vor über einem Jahr dafür – allein: die deutsche Regierung ließ sich Zeit mit der Forderung und den Leidensdruck noch etwas wachsen – das nennt man wohl: Politik). Auch der Einsatz fremden Militärs in den jeweiligen Eintrittsländern war vorauszusehen; denn die European Battle Group gibt es ja schon lange, sie hält auch regelmäßig ihre Manöver ab, also was soll denn auf einmal dieses alberne Getue darum? Und wenn irgendwo die Bevölkerung murrt und man es wirklich nicht mehr alleine hinbekommt, kommt die – ebenfalls schon länger bestehende – Eurogendfor zum Einsatz, früher oder später verliert mal jemand die Nerven! – Das sind zwar alles keine besonders angenehmen Gedanken, zugegeben, aber diese Strukturen sind nunmal geschaffen worden, und zwar mit der Zustimmung aller, das wollen wir doch mal festhalten. Hier herrscht Demokratie, da blamiert sich jeder, so gut er eben kann. Dass sich dabei vielleicht der eine oder andere verkalkuliert haben mag oder vielleicht nur deshalb zustimmte, um etwas anderes zu erreichen, während er sich in Wirklichkeit gar nicht nicht ausmalen mochte, dass ihn die praktischen Konsequenzen der Preisgabe der Souveränität jemals würden einholen können (weil wiederum irgendwer beispielsweise Libyen in Schutt und Asche gebombt und diese Flüchtlingskatastrophe ausgelöst hat) – also das ist ja nun wirklich nicht mehr unsere Schuld; so geht´s eben zu in der Welt!

      Als Breitgetretener weiß man davon jedenfalls auch ein Lied zu singen und ist mit Empathie für Italiens diesbezügliche Grandezza einfach überfordert, das tut mir sehr leid. Sehen Sie, das muss irgendwie mit unserem kulturellen Mangel zusammenhängen: Bei uns zehrt man im öffentlichen Bereich oft von dem bißchen DDR-Bausubstanz (und die berühmten Q3A-Wohnungen, die nur „vorübergehend“ errichtet wurden, stehen auch noch) und es gibt „die Tafeln“ (vor 25 Jahren undenkbar) und Schulkinder, die in der Schule nicht mal mehr lesen lernen (noch viel undenkbarer). Wir sind also meistens sehr weit weg von schönen Villen und teuren Gemälden und der eine oder andere ist vielleicht näher dran an der Taschentuchverkäuferin (das Mädchen mit den Zündhölzern ist übrigens ein lieblicheres Bild, aber es hätte das liebliche Italien natürlich nicht so schön kontrastiert) als er gerne hätte.

      Aber das sind alles nicht Ihre Sorgen.

      Gruß.

    • in die ewg musste man niemand zwingen
      gezwungen wurde der rechtsnachfolger von trizonesien bestimmt nicht, die wollten alle. die sahen das als grosse chance, ihre produkte (niedrige löhne und unterbewertete binnenwährung, so und nicht anders wird man exportnation) europaweit loszuwerden. die bewirtschaftung von kohle und stahl durch die montanunion wurde dafür gern in kauf genommen.
      .
      carlo schmid, politiker, homme des lettres, oder umgekehrt, ein mann, wie wir ihn heute dringend brauchen könnten, hat dazu in seinen erinnerungen einiges geschrieben.
      .
      letztlich, ich beziehe mich da auf einen artikel in der alten transatlantik über hermann höcherl, lief die ewg, wie sie damals noch hiess, darauf hinaus: wir deutsche nehmen euch franzosen eure landwirtschaftsprodukte ab und garantieren euch, wie auch den deutschen landwirten den ankauf von allem was ihr produziert, zum festpreis. dafür alsst ihr, fanzosen, unsere industrioeprodukte ohne beschränkung in euer land. de gaulle und adenauer waren bauernschlau genug, zu verstehen, fass das für beide eine einmalige win-win-situation war, und unter5stützten das aus eben diesem kühlen grunde.

  16. Die Schatten über der europäischen Kultur werden länger
    Lieber Don Alphoso,

    Jedes Jahr nehme ich mir vor den vorweihnachtlichen „Wahnsinn“ nicht mehr mitzumachen mit dem Einkauf der vielen kleinen Präsente für alle Freunde, Bekannte und Kunden.
    Ich bin wieder schwach geworden.
    In den vergangenen Tagen war ich fast täglich in Mailand, um mal da und mal dort zu schauen, in Gedanken an liebe Menschen, eine Kleinigkeit für sie zu kaufen.
    Auf Grund der „Krise“ ist es in den vergangenen Jahren auch in der Via Montenapoleone, der Via della Spiga und in den kleineren, abzweigenden Querstraßen ruhiger geworden.

    Ich habe gerade eine kleine Pause gemacht in einer Bar als ich Ihre heutigen Zeilen las und bei Ihrem Gedanken:“sie tragen vor allem Schwarz. Schwarz wärmt, schwarz macht anonym, schlecht identifizierbar, und tarnt in der Dunkelheit.“, kamen mir wieder die Bilder vor Augen, die ich gerade vor wenigen Minuten bei Gucci zur Kenntnis nehmen mußte.

    Auch hier beherrscht jenes „Schwarz“ die Verkaufsatmosphäre. Es sind diese von Kopf bis Fuß identitätslosen Wesen mit Kreditkarten ohne Limit. Es ist stets wieder ein sonderbares Gefühl, das da in mir aufkommt. Gleichgültig ob Gucci, Prada oder Armani; diese Konzerne geben sich so viel Mühe und investieren Unsummen für die Ausgestaltung ihrer Räume, damit sie „Schön“ erscheinen, wie auch um ihrer Ware damit einen noch höheren Wert zu verleihen, was man ja auch bereitwillig bereit ist an der Kasse mit zu bezahlen. Für mich ist es schon ein Genuß an solchen Orten. Doch der wird unterbrochen von wandelnden „SchwarzenSchatten“.

    Es erinnert mich stets ein wenig an meine Kindheit in München als wir im Rahmen des Kunstunterrichtes einmal ein Museum besuchten und ich als kleine Schülerin, etwas naiv die Betreuerin fragte, weshalb an so einem Sonnentag die Vorhänge vor den Fenstern zugezogen seien und sie mir zur Antwort gab, daß die dunklen Schatten der Bäume vor dem Museum die Betrachtung des Bildes stören würden.

    Früher war es ja auch noch so, wenn man Sonntags zur Kirche ging oder in einem Museum eine Ausstellung besuchte, daß man es nicht in der Straßenbekleidung machte, sondern in Anerkennung des allgemein anerkannten, kulturellen Wertes der besuchten Einrichtung sein Äußeres anpaßte, aus Achtung, Respekt und vielleicht, um in unbewußter Weise Teil des Ganzen zu werden in bekennender Anerkennung und Festigung unserer Kultur. Trauernde Menschen waren in schwarz gekleidet, doch jede Trauer hat auch einmal ein Ende.

    Ich bin stets wieder beruhigt, wenn ich meine Einkäufe in Mailand immer wieder einmal unterbreche, um ein Museum, eine Ausstellung oder eine Galerie zu besuchen, wo ich noch nie einem dieser störenden schwarzen Schatten begegnen mußte, ebensowenig in der Münchner Antikensammlung oder im Lehnbachhaus.

    Die Problematik beginnt im „Kleinen“. Vor wenigen Tagen sagte das Schweizer Bundesgericht in einem Urteil:“Kopftuchverbot für Schülerin geht zu weit“ (NZZ)

    Die Soziologin Necla Kelek schrieb: „muslimischer Kinder werden vor allem mit Mitteln der „schwarzen Pädagogik“, also mit Angst und oft auch mit Gewalt, zu Sozialwesen erzogen, die der Gemeinschaft, sprich den Älteren, gehorsam zu sein haben.“ und, daß man verhindern sollte, „dass sie „freiwillig“ ein Kopftuch aufsetzen, weil sie erst lernen müssen, unabhängig zu werden und selbständig zu denken.“
    Wie mir einmal ein guter Freund arabischer Herkunft erklärte, bedeutet das arabische Wort „hurriya“ Freiheit als dem Gegenteil von Sklaverei, was jedoch ganz und gar nichts mit unserer Vorstellung von „libertas“ zu tun habe. Dies ist auch bei Necla Kelek zu lesen, die u.a. als Teilnehmerin der deutschen Islamkonferenz
    sagte:
    „Seit fast einem Jahr diskutieren wir mit den Islamverbänden über eine gemeinsame Erklärung zum Wertekonsens.
    Der strittige Text lautet: „Grundlage ist neben unseren Wertvorstellungen und unserem kulturellen Selbstverständnis unsere freiheitliche und demokratische Ordnung, wie sie sich aus der deutschen und europäischen Geschichte entwickelt hat und im Grundgesetz ihre verfassungsrechtliche Ausprägung findet.“ Die Islamverbände des Koordinierungsrates der Muslime weigern sich bis heute, dieser Formulierung zuzustimmen.“

    Jetzt sind auch die da, die Anderen, die in den billigen schwarzen Plastikjacken, die ihre Kreditkarten in den Turnhallen sorgfältigst vor den deutschen Sozialbehörden verbergen, diese Hundertausende junger Männer im Zustand des Analphabetismus, mit leicht zu weckendem Erweiterungspotential zur Sprengstoffmissionierung und, da keiner den Mut besitzt sie wieder zurückzuschicken, spricht man von Samthandschuhintegration und von der Person, die alle gerufen und eingeladen hat, war ja jetzt zu lesen:

    “ Merkel warnt vor neuer Fluchtwelle“

    (http://www.n-tv.de/politik/Merkel-warnt-vor-neuer-Fluchtwelle-article16476156.html)

    Ich will jetzt weiter, noch ein wenig einkaufen, dann werde in einem „Schattenfreien Raum“ Tonio für ein date treffen und ein paar nette Kleinigkeiten für meine Freunde einkaufen.

    Und all den lieben Lesern hier möchte ich wirklich Necla Keleks Artikel empfehlen auch, wenn Sie ihn schon gelesen haben, …. damals am 15.12.2007…. in der deutschen Qualitätspresse, der FAZ.

    (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bilder-und-zeiten-1/integration-freiheit-die-ich-meine-1494157-p4.html)

    Bis zum nächsten Mal
    Mit herzlichem Gruß

    ObjectBe (objectbe.blogspot.ch/)

    PS: Ihre Photos in Ihrem letzten Artikel „Die privilegierte Kunst des Nichtzuhörens“ waren wirklich wunderschön.

    • KaBalz an ObjectBe
      Ihren bemerkenswerten Artikel werde ich mir mit Ihrer vorausgesetzen Erlaubnis kopieren und sorgfältig ablegen. =>(objectbe.blogspot.ch/)=> Donnerwetter, da kann ich abstinken.

    • Kleiner, realistischer Nachtrag...
      „Seit fast einem Jahr diskutieren wir mit den Islamverbänden über eine gemeinsame Erklärung zum Wertekonsens.
      Der strittige Text lautet: „Grundlage ist neben unseren Wertvorstellungen und unserem kulturellen Selbstverständnis unsere freiheitliche und demokratische Ordnung, wie sie sich aus der deutschen und europäischen Geschichte entwickelt hat und im Grundgesetz ihre verfassungsrechtliche Ausprägung findet.“ Die Islamverbände des Koordinierungsrates der Muslime weigern sich bis heute, dieser Formulierung zuzustimmen.“

      Ebenfalls seit einem Jahr hat die VOM DEUTSCHEN VOLK gewählte Kanzlerin nichts unternommen um diese banale Forderung konsequent zu beschliessen und die nötigen Konsequenzen durchzusetzen.

      Es ist also klar wer die Verantwortung für die sich jetzt, wohl unaufhaltsam entwickelnden Zustände trägt.

      Es sind eben nicht die Muslime und es ist nicht mal Merkel, es sind die Bürger. Die Konsquenzen treffen die Verursacher, ich habe kein Problem mit sowas.

    • @TDV
      Sehr geehrter TDV,

      Sie schreiben:

      „Es ist also klar wer die Verantwortung für die sich jetzt, wohl unaufhaltsam entwickelnden Zustände trägt.
      Es sind eben nicht die Muslime und es ist nicht mal Merkel, es sind die Bürger. Die Konsquenzen treffen die Verursacher, ich habe kein Problem mit sowas.“

      Wenn Sie deutlich auf die Eigenverantwortung der Bürger aufmerksam machen, so ist dem nicht zu widersprechen, doch bei Ihrer Auffassung, daß diese Person in Berlin keine Verantwortlichkeit trage, wäre es naheliegend solche Personen nicht mit einem Amtseid zu belästigen, der bisher so lautete:

      „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

      Aber diesen Amtseid hat schon ihr Vorgänger Kohl der Lächerlichkeit preisgegeben.

      Mit freundlichem Gruß

      ObjectBe

    • Man liest und staunt
      „Jetzt sind auch die da, die Anderen, die in den billigen schwarzen Plastikjacken, die ihre Kreditkarten in den Turnhallen sorgfältigst vor den deutschen Sozialbehörden verbergen, diese Hundertausende junger Männer im Zustand des Analphabetismus, mit leicht zu weckendem Erweiterungspotential zur Sprengstoffmissionierung…“

      Werte ObjectBe, die Farbe Schwarz und eine damit verbundene Ganzkörperverhüllung (gleich ob in einem langweiligen Luxusmarkentempel oder aber in einer Notunterkunft gesichtet) bereitet Ihnen Unbehagen, so viel habe ich nun verstanden.
      Doch durch das Vollpacken von Sätzen mit Klischees wirkt Ihr Kommentar, pardon wenn ich das mal in dieser Deutlichkeit sagen muss, ein wenig… nun ja, schäbig.
      Ist das wirklich nötig? Haben SIE das wirklich nötig? Zumal Sie an anderer Stelle doch durch Verweise, z.B. auf Gerichtsurteile zu Kopftüchern, Anstöße für eine durchaus sinnvolle und sachliche Diskussion liefern.

  17. Gini
    Der Prozess, den sie beschreiben, wird die berühmte Schere zwischen Arm und Reich öffnen. Auch wenn niemand ein Cent reicher oder ärmer geworden ist, aber als statistischer Effekt ergibt das Munition für die Armutsindustrie.
    Die Frage nach einer angemessenen Beteiligung der Privilegierten wird dann mit sehr viel Nachdruck gestellt (und gleich beantwortet). Das wird ein bei manchen sehr willkommener Nebeneffekt dieser hausgemachten Krise sein.

    • So ist es....
      In der Tat wird es früher oder später genau diesen Nebeneffekt haben. Die Radikalisierung der Bürger, zu beiden Extremen, wird nicht ohne Folgen bleiben.

      Und das zu Recht. Denn sowohl Politik als auch die Privilegierten sind es ja die sich noch immer sehr erfolgreich gegen eine Diskussion der Ursachen „dieser hausgemachten Krise“ stemmen.

      Und das wird irgendwann nicht mehr funktionieren.
      Natürlich werden die Betroffenen auch dann mangels Lernfähigkeit auf irgendwelche andere zeigen.
      Normalerweise funktioniert es das wegen der verdummenden, gleichgeschalteten, meinungsmachenden, manipulieren Medien ja ganz hervorragend… aber ob das auf Dauer klappen wird?

  18. Traurig, aber wahr.
    Leider bekommen nicht Sie 9 Minuten stehende Ovationen, sondern diese Frau aus der Uckermark.

  19. Eine nachdenklich machende Vorweihnachtsgeschichte!
    Respekt, Sir!

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

  20. Blut-Orangen
    Ein Blick in den siebenten Kreis der Hölle.

    Wer sehen will weiß, dass die offenen Grenzen nur noch mehr Kettenreaktionen des Elends produzieren, dass es immer weniger Hoffnung für die Armenhäuser der Welt gibt und eigene radikalste Lebensänderung nichts bewirken könnte.

    Vielen – weiß Gott nicht allen! – mag dies so nahe gehen, dass sie sich in bewusster Verleugnung der Zusammenhänge in den Begrüßungswahnsinn stürzen, weil sie anders an der tragischen Realität verzweifelten.

    Ihrem erschütternd stringenten Bericht ganz und gar folgend, lese ich dies, erfreue mich sogar an der schwungvollen Stilistik, der gekonnten und auch immer eleganten Wortwahl und mache weiter wie bisher.

    Es ist schon viel, wenn ich Menschen, die ohne Maß und Ziel für Aufnahme votieren, nicht sofort für lebensgefährlich Naive, Scheinheilige, überhaupt komplett Wahnsinnige halte (beim politischen Personal wird allerdings keiner aus der Verantwortung entlassen, hier gibt´s weder Verständnis noch Mitleid).

    Solche unter die Haut gehenden Texte lösten gewiss bei nicht wenigen die Flucht in die Integrationsillusion aus, weil sie anders nicht mehr weiterleben konnten.

    • ....
      Ja, die Integrationsillusion birgt den gesellschaftlichen Sprengstoff.
      Da wird Enttäuschung auf Enttäuschung treffen.

      Die Illegalen leben hier in Europa das Leben, das sie kennen um
      zu überleben.

    • Es fehlt en Europäern einfach an Zugang zur Realität in anderen Ländern. Speziell den Deutschen, die bei Flüchtlingen weinen und Griechen sterben lassen.

    • @Don
      Ja, sehr genau beschrieben… ich befürchte der letzte Satz wird etlichen Kommentataoren nicht gefallen.
      Er erinnert an die Möglichkeit, dass man selber an der Lage zumindest Mit-Schuld trage…. sowas mag der selbstgerechte rechte und erst recht der linke Spiessbürger gar nicht!

    • Das trifft nächstes Jahr eutschlan mit voller Wucht. Das muss jedem klar sein.

    • Titel eingeben
      Genau so ist das wohl.
      gleichwohl „den Deutschen“ mit „Mensch“ besser beschrieben wäre.

      Speziell den Deutschen, die bei Flüchtlingen weinen und Griechen sterben lassen.

    • @DON ALPHONSO
      „Es fehlt en Europäern einfach an Zugang zur Realität in anderen Ländern. Speziell den Deutschen, die bei Flüchtlingen weinen und Griechen sterben lassen.“

      Dass es den Europäern an Zugang zur Realität in anderen Ländern fehlt, unterschreibe ich sofort. Die Berichterstattung der Leitmedien über die Unruhen in Belgien und die Probleme in Schweden und die Sorgen in Spanien war ja kaum vorhanden; ich bin mal freundlich und gehe davon aus, dass es in den genannten Ländern umgekehrt genauso ist.

      Die Behauptung, „wir Deutsche“ würden die Griechen sterben lassen, kann ich leider nicht ganz nachvollziehen: 2010 verfügte der deutsche Haushalt über ein Medianvermögen von 51.000 EUR. In Griechenland lag dieses Medianvermögen bei 102.000 EUR. (Quelle: Faz) Womöglich ist der griechische Vermögensmedian seitdem gesunken. Der deutsche aber auch (Quelle: Faz). Und folglich ist Ihre Behauptung, „die Deutschen“ würden „die Griechen sterben lassen“ falsch.

      Womöglich besteht aber aufgrund der Ungleichverteilung der Vermögens in Deutschland (Quelle: Faz) ein Zusammenhang zwischen bestimmten Deutschen und dem Sinken des Vermögensmedians der Griechen; darüber kann ich keine Aussage treffen. Dann müsste Ihr allerdings Satz lauten: Speziell BEI den(JENIGEN) Deutschen, die (…) und Griechen sterben lassen. Damit könnte ich mich dann anfreunden, alles andere ist mindestens übergriffig.

    • @Don
      „Das muss jedem klar sein!“

      Das glauben Sie jetzt aber selber nicht, hoffe ich, oder?

  21. Bella Italia vs. Germania
    Sehr geehrter Don Alphonso,

    sicher wieder sehr schön geschrieben, aber für eine umfassendere Darstellung sollte auch noch Platz sein.

    Hier in Süditalien verkaufen auch Italiener z.B. an Ampeln Taschentücher. Das System ist also durchlässig. Ein ständig vor einem Supermarkt postierter „Klandestiner“ hält sicherheitshalber seine Kappe fest mit beiden Händen den herauskommenden Kunden hin, womit keine Hand frei ist, um eine Einkaufstasche oder ein Wassersixpack zum Auto tragen zu helfen. Ansonsten geht er oft beiseite und telefoniert lange mobil.

    Rund um das apulische Städtchen sind auf den Landstraßen „unaussprechliche“ dunkelhäutige Frauen tätig, zum Warten auf autofahrende Kundschaft mit Stühlen ausgestattet und bei starker Sonne mit Sonnenschirmen, bei Regen mit einfachen Schirmen versehen.

    Im vergangenen September habe ich in Deutschland einen Selbstversuch im ÖPNV gemacht, nachdem ich morgens zur Hinfahrt bei der Kontrolle meiner korrekten Tageskarte u.a. von der Bahnmitarbeiterin hörte, sie habe die Anweisung, bei Flüchtlingen, die sagten sie hätten keinen Fahrschein, einfach kommentarlos weiterzugehen. Abends sagte ich dann dem Kontrolleur, ich hätte eine gültige Tageskarte, und er solle mir das einfach glauben wie Flüchtlingen auch das Gegenteil geglaubt werde. Na, da hätten Sie aber mal sehen sollen, was dann los war! – Ich hätte es vorher wissen sollen: Quod licet Jovi, non licet bovi!

    • Ich weiss, ich war in Agrigent. Also Agrigent Stadt und nicht Ruinen. Es dauert, bis man sich da eingewöhnt hat.

  22. Vor Ort ist niemand
    Beim ersten Lesen dachte ich: „oh, das ist aber böse“. Dann habe ich es nochmal gelesen und gedacht: „schlimm, ganz schlimm“. Es liegt wohl viel daran, dass vor Ort in den betroffenen Ländern nichts getan wird. Das bisschen Entwicklungshilfe oder humanitäre Unterstützung reicht eben nicht. Und hierzulande wird weggelächelt oder nach rechts verbannt, wenn kritisiert wird. Die eintreffenden Menschen-Massen werden auf die Länder verteilt und dann den Kommunen aufgebürdet. Die Führenden in der Politik reden von „Das schaffen wir“, aber ungesagt ist ihnen wichtig, dass es den Finanzminister (zunächst) nichts kostet… Sie selbst schaffen außer verbaler Humanität dabei am wenigsten. Die Verteilungskämpfe am unteren Rand der Gesellschaft werden härter werden und bergen ungeahnte Mengen an sozialem Sprengstoff.

    • Es ist nicht böse. s ist einfach so, wie es ist, und es ist nicht das Schlommste. Ich habe während des Erdbebens die Geschichte aus so einem zerfallenen Bauernhof nicht gebracht. Die Geschichte wäre böse.

  23. Merkel: Denkt sie wirklich human oder doch nur utilitaristisch?
    Ich weiß es nicht.
    Zweifel sind angebracht.

    Las ich doch vor Monaten über irgendwelche Regierungsberater, die eine Menschenzufuhr (ich gebe zu, sehr inhumanes Wort von mir) von um die 500.000 bis 600.000 allein in Deutschland für wichtig halten zwecks demografischer Verjüngung und Zuwachs günstiger Arbeitssklaven, damit der die Löhne niedrig haltende Hartz-4-Turbo nicht stockt.

    Merkel scheint mir von solchen beraten worden zu sein.

    Dumm nur, dass sie sich verkalkuliert hat und mehr gekommen sind als man als Wirtschaftslobbyist dachte.

    Jetzt muss die CDU samt ihrer Jahresendführungsfigur so tun, als wenn das trotzdem alles so passt und man als konservative Partei und ihr vorstehende Kanzlerin sehr humanitär und sehr einig sei mit 9 Minuten tosendem Selbstapplaus.

    Zumindest einiger als eine zerrissene SPD, die – man kann sagen über Neolibveral-TTIP-Gabriel was man will, eine etwas offenere Konfrontation unter ihresgleichen pflegt. Was ihr aber auch jedesmal bei Wahlen in schöner Regelmäßigkeit zum Verderben gereicht, denn der Schaf-artige Bundesbürger LIEEEBT Gruppen-Harmonie und verachtet Dissonanzen.

    Hastdu Problem? (reh-torische Frage)

    Es gibt keine Probleme!! Es ist doch alles so hübsch sauber hier.
    (scheinheilige CDU-Spießbürgerantwort)

    Hui, unter den Teppich mit ihnen!
    Das mit den illegalen Clandestinen, das wird unter den rosaroten Teppich gekehrt und der Caritas und den Streetworkern zugeführt werden. Ein bisschen mehr Charity, mehr Wohltätigkeit machen, ist doch Weihnachten, wo ist das Problem? Außerdem ist es überall in der Welt auch so. (Achtung Ironie). Wenn es einem zuviel wird mit dem Elend, kann man sie ja auch wie der New Yorker Bürgermeister von der Straße verschwinden lassen. (Isch hab Popelei ähm Polizei; auch Ironie)

    Weihnachtswunsch:
    Ich, das Rindviech wünsche mir, dass diese Wirtschaftsberater aus den Büros der Kanzler und Abgeordneten mit Gebrüll verjagt werden. Und dann abgeschoben in ein unsicheres Dritte-Welt-Land ihrer Wahl zum Klo-Saubermachen und Kochbananen-Pflücken. Ein bisschen wünschen darf man ja.

    Lange Zeit wünschte ich mir diese lediglich human-mütterlich tuende, aber kühl utilitaristische alternativlose Merkel weg. Bin mir jetzt nur nicht sicher, ob das eine wirklich gute Idee ist. Wenn ich mir vorstelle, was an lügnerischen PR-Elendsfiguren nach ihr kommen. (Die stockkatholische Burkaverbots-Klöckner oder Haarspray-von-der-Leiden bitte nicht)

    • Ich befürchte, sie durchschauen es nicht ganz?
      Wie dem Don ist auch Ihnen noch nicht aufgefallen wie glatt das alles seit ein paar Wochen abläuft….

      Merkel und die CDU vertritt die eine Seite… und Seehofer und die CSU die andere… und schon hat man die Mehrheit hinter sich.

      Die veröffentlichte Meinung hat den Bürgern eingebleut, dass man mit den Schmuddelkindern von Linke oder Afd nicht spielt.. und man wurschtelt sich wie immer ganz opportunistisch erst mal weiter durch.
      Von ein paar Monaten gab es hier noch lautes Geplärre, dass Merkel jetzt ganz schnell weg sein würde… statt dessen: 9 Minuten standing Ovations…

      Nur mal so als Beispiel dafür wie unwichtig doch Wahrheit geworden ist:

      Neun Minuten Beifall – die Dummheit schlägt Salto

      „Wir sind entschlossen, den Zuzug von Asylbewerbern und Flüchtlingen durch wirksame Maßnahmen spürbar zu verringern.“ Das beschloss die CDU mit überwältigender Mehrheit auf ihrem Parteitag. Man fasst sich an den Kopf.

      Wir helfen beim Bombenwerfen in Syrien. Wir liefern Waffen in das Pulverfass des Vorderen Orients. Wir geben zu wenig Geld für die Flüchtlingslager im Libanon, in Jordanien und der Türkei, in denen die Menschen hungern und ihre Kinder nicht auf die Schule schicken können. Und unsere Medien? Kriegen sich vor Jubel nicht mehr ein. „Angela Merkel brilliert“ schreibt meine Regionalzeitung. Die Dummheit schlägt Salto. (Oskar Lafontaine)

      Igitt, Igitt…. schon wieder so ein Schmuddelkind, naja, hat ja nur 8%.

    • @ Rindvieh
      Und wie anders als utilaristisch sollte man sich sinnvoller Weise denn auch in einem internationalen Panoptikum bewegen? Die Zeiten der „Kabinettspolitik“ sind schließlich vorbei, stand gestern in der Faz. Und beides (Panoptikum und Utilarismus) stammt schließlich vom selben Mann.

      Und Männer sind es auch, die gewöhnlich meinen, Frauen könnten gar nicht anders denken als sie handeln. Mit Formal-Streberinnen haben sie nicht gerechnet.

  24. I do what I do best, I take scores. You do what you do best, try to stop guys like me.
    Erinnert mich alles an ein Mittagessen mit Profs und Assistenten und Hiwis und Studenten, bei der der junge Goodnight die blauen, gelben und grünen Flecken in seinem Gesicht erklärte. Große staunende Augen, gefolgt von Mitleid und Ausgrenzung.
    Es sind da zwei Welten. Die der Regeln, in der sich die bewegen, die sich an Regeln orientieren. Und da ist die Welt derer, die aus der Welt der Regeln rausfallen. Die nach ihren eigenen, basalen Regeln des Überlebens operieren.
    Zwischen diesen Welten ist keine Verbindung, kein Verständnis, und es ist letztlich keinem Menschen möglich in einem Leben diese Grenzen zu überwinden.
    Die, die nie Regeln vertrauen konnten, die werden nicht ihren Körper vergessen und sich fremden Strukturen unterwerfen.
    Die in den Regeln, können nicht Gewalt und nicht Sex und nicht Verbrechen. Sie beobachten Gewalt, sie beobachten Sex, sie beobachten Verbrechen. Doch ist da kein Zugang. Man malt nackte Körper an die Decken und meint so teilzuhaben. Sinnlos.
    Whatever, am Ende werden die Flüchtlinge ihre eigene Welt ohne Regeln in der Welt der Regeln entwicklen. Getrennt. Im Schatten.
    Und die, die in der Welt der Regeln, die werden nicht verstehen.

    • Das ist schon jetzt so. Man muss nur mal mit Flüchtlingen reden und sie Fragen, was sie glauben, dass das Asylrehcht ist.

      Die Antworten sind ein deutliches Zeichen für das völlige Missverstehen unseres Systems.

    • Klug beobachtet
      Da kann man wirklich nur „Gute Nacht!“ sagen. Die einen können Gewalt, die anderen beobachten sie nur – eine sehr treffende Beschreibung.

      Und weil wir nur beoachten können, auf der sicheren Basis unserer mehr oder weniger selbst erarbeiteten Geldvermögen, glauben wir, ein Recht zu haben, uns über die ganze penetrante, immer penetranter werdende Bettelei zu ärgern – weil sie „organisiert“ ist und nicht vom „einzelnen“ Notleidenen initiert ist. Und die notgedrungen akzeptiert haben, dass das meiste erbettelte Geld an Chefstrukturen weiter geht – wie bei den Kundenberatern unserer Banken, die uns bald Negativzinsen als Kundendienst-Spesen schmackhaft machen, damit wir im Alter nicht auch noch Taschentücher verkaufen müssen.

      Und wenn die Chefstrukturen, die Gewalt können, dann begreifen, dass ihre Söldner nicht unbedingt nur betteln könnten, sondern auch lukrativere Methoden zum Schattenwirtschaftswachstum anwenden könnten ( und dabei im schlimmsten Fall zu 3-10 Jahren Vollpension mit Fernsehen Sport bei begrenztem Auslauf verurteilt werden könnten) – dann wirklich „Gute Nacht!“

      Was uns noch am meisten schützt, ist eine dem (normalen) Menschen (auch) einwohnende Anständigkeit. Mord und Totschlag macht nur wenigen Psycopathen Spass.

      Was mir Sorgen macht, sind unsere Strukturen, die solche Psychopathen ( in Chefpositionen) eher belohnen und die normalen Anständigen immer öfter die Arschkarte ziehen lassen.

      Da ist eine massiv statische religiöse Gesellschaft eine mögliche Antwort.
      LEIDER.

    • Am Ende werden...
      nein – sie haben es schon getan – Marxloh, Essen, Gelsenkirchen, Berlin, Dortmund, Duisburg, auch Bad Godesberg sind Realitäten. Und die Verdrängung anderer aus den Kernbgebieten geschieht Tag für Tag. Diese „eigene Welt“ ist in D auch schon lange gewachsen – alle die, die ohne Gewährung von Asyl untergetaucht waren, hielten und halten sich in ihr auf. Nur: es interessierte niemanden und es interessiert immer noch nicht wirklich jemanden. Und ja: ein Heraus aus dieser Parallelwelt wird es in diesem Leben nicht geben.

  25. Natürlich gibt es eine Obergrenze für Flüchtlinge
    Die hängt allerdings vom erwarteten „Szenario“ ab.
    Bei Szenario IV wären es 24,3 Millionen …
    Allerdings erst bis 2050.
    Bei Szenario V wären es dann 181,5 Millionen ….
    Wer es nicht glaubt, sollte das UN-Dokument zur „Bestandserhaltungmigration“ lesen. Auf Seite 3 ist die entsprechende Tabelle

    http://www.un.org/esa/population/publications/migration/execsumGerman.pdf

    • Bitter.

    • interessanter Link
      Guter Link, aber ein bisschen im Kleingedruckten muß man lesen: Szenario 5 geht davon aus, daß die Unterstützungsrate beim Stand von 4,4 wie in 1995 bleibt (bzw. dahin wieder steigen soll), derzeit (2014 gesch.) ist sie bei 3,1 (http://www.indexmundi.com/germany/demographics_profile.html). Mir fehlen jetzt die genauen Rechengrundlagen der Studie(n), aber im Szenario 4 der UN ist von einer potenziellen Unterstützungsrate von 2,4 die Rede, dafür wird dann eine Nettoeinwanderung von rund 500.000 im Jahr gesehen. Da sind wir dann ganz gut im Rennen…
      Drauf kommen, daß bei den Rechengrundlagen interesante Annahmen getroffen werden kann man, wenn man das Szenario 5 für Korea ansieht: die ‚brauchen‘ angeblich 5,1 Mrd. Einwanderer bis 2050, um ihre (sehr hohe) Unterstützungsrate aus 1995 zu erhalten. Da wirds dann eng auf der Halbinsel.

    • Titel eingeben
      Danke Jasinna!

    • Titel eingeben
      Gern geschehen Charlotte !

  26. Es gibt welche, die hier tatsächlich Einemarkfünfundneunzig
    für so’n winziges Päckchen Zellulose bezahlen? Grundgütiger, wenn sich das bis nach Negronien herumspricht, dann war Merkels Einladung ein Nichts dagegen.

    In Italien gibt’s ja kaum kalte Winter, bei uns auch bald nicht mehr – wer also meint, das Problem ließe sich à la „Den lille Pige med Svovlstikkerne“ lösen, …

    • Es ist kein Spass, das zu machen.Länger als sechs Stunden würde ich es da nicht aushalten. Das macht niemand, der nicht muss.

  27. Zum Zugvogel geboren
    Wie jede große Wahrheit ist es eine einfache Wahrheit: Diese Leute da unten, sie haben zu viele Kinder. Viel zu viele. Wer zwingt sie dazu? Ist es die Tradition, die religiöse Ideologie? Die Verheißung sorgenfreien Daseins im Alter, in Staatswesen, die den Namen nicht verdienen, in denen nur die Verwandschaft Sicherheit bietet? Ich weiß es nicht. Niemand braucht diese Kinder, niemand hat Jobs für sie, für die Jungs unter ihnen gibt es nicht einmal genug Frauen. Diese überflüssigen Kinder werden einzig zu Krieg oder Wanderschaft geboren. Und der weibliche Teil, ständig schwanger, auch mitten im Krieg, das Kleinkind um die Hüfte gebunden, besteigt in unverantwortlichem Leichtsinn zweifelhafte Schlauchboote – wozu, für was? Um in einer zweifelhaften Traglufthalle in einem fremden, fremdartigen Land was zu tun? Nur das Kopftuch, das fällt auf, egal wie groß die Not sein mag, das Kopftuch sitzt stets akkurat. Es muß so sein, denn es scheidet die Ehrenhaften von den Prostituierten, so einfach ist das Menschenbild da unten.

    Altes Europa, Kolonialismus, Imperialismus, Kapitalismus, whatever – ich fühle mich für all das in keinster Weise verantwortlich. Jetzt kommen sie, wie die Zugvögel, es werden immer mehr. Rushdie, in seinem Roman „Joseph“, vergleicht sie mit den Vögeln aus Hitchcock. Es gibt kein Entkommen, ihre Zahl ist so groß. Ich will sie nicht.

  28. @ Don Alphonso sagt, 16. Dezember 2015 um 21:53 Uhr:
    ( … .) „Man muss nur mal mit Flüchtlingen reden und sie Fragen, was sie glauben, dass (eher „was“ als „dass“) das Asylrecht ist. Die Antworten sind ein deutliches Zeichen für das völlige Missverstehen unseres Systems.“

    Werter DA, das klingt interessant und kryptisch zugleich. Könnten Sie uns an mittels einiger Exempel skizzieren, was die „Flüchtlinge“ unter „Asylrecht“ verstehen? Wie deren Antworten lauten, die ein völliges Missverstehen unseres Systems zeigen? (Please don‘ t get me wrong: Nicht, dass ich Ihnen nicht glauben würde.)

  29. Die gestrandeten Illegalen in Italien, Spanien ... gibt es schon seit vielen Jahren und zu-
    nehmend werden wir sie in Deutschland auch haben, d.h. wir haben sie schon, haben es nur noch nicht richtig gemerkt. Die deutsche Politik und die EU haben die Länder Südeuropas mit dem Problem der Einwanderung allein gelassen und man läßt sie damit immer noch allein. Deutschland war und ist da immer noch unsolidarisch – warum sollen sich nun andere EU-Länder mit Deutschland solidarisch zeigen, weil die Bundeskanzlerin nur „ein freundliches Gesicht“ zeigen will? Dafür setzt sie sich dann mit freundlichem Gesicht, versteht sich, neben Herrn Erdogan auf einen Thronsessel, damit der an ihrerStelle den Migranten ein häßlihes Gesicht zeigt. Wer der Ungarn-Chef sagt, die Einwanderung ist nicht (mehr) mein Problem sondern ein deutsches, dann spiegelt er nur, was die deutsche Politik selbst tut: Das häßliche Gesicht soll der anderen Problem sein.

    • Das ist richtig, aus Deutschland kam nur Moralgesäusel. Kein Mitleid. Die Leute, die nach dem Terremoo immer noch in Baracken leben, sind den Deutschen auch egal.

    • Lothar...
      Mna kann es sogar noch krasser sehen…

      Wie Deutschland mit den Griechen umgesprungen ist, das hat sehr viel Porzellan unwiederbringlich zerdeppert. Auch das wird sich rächen.
      Wenn jemand nicht in DE lebt, ist dies eine ganz banale Einsicht. Wenns aber an den eigenen Geldbeutel geht, ist das mit dem Denken immer so eine Sache.

  30. Globalisierung
    Dass die Globalisierung, die gar nicht gestoppt werden kann, weil man das internet und den Seeverkehr nicht stoppen kann, nicht nur BMWs auf Pekinger Strassen und chinesische Toaster in deutschen Küchen bedeutet, sondern eben auch afrikanisches Elend unter italienischen Arkaden, war eigentlich immer klar. Wer sehen wollte, konnte sehen.

    Ich weiss, dass in der EU Verwaltung kluge Menschen darüber lange und gründlich nachgedacht haben. Aber es gibt einfach keine Abnehmer für kluge politische Gedanken, nirgendwo in Europa. Deswegen ist ja Frau Merkel in ihrer eigenartigen Beschränktheit immer noch echtes Führungspersonal.

    Mir fallen auch keine wirklich intelligenten Lösungen ein, wie man das afrikanische Elend mindern kann, ohne die Afrikaner noch einmal zu entmündigen. Ebola hat ja gezeigt, wieviel in Afrika einfach selbst verschuldet ist.

    Mein bester Vorschlag ist die konsequente Umsetzung unserer Gesetze, denn diese sollten wir nicht ohne Not aufgeben. Das heisst, dass man Italien zwingt, wirklich abzuschieben. Vielleicht begreifen die Afrikaner (und andere) dann endlich, dass es an ihnen liegt, zuhause lebenswerte Bedingungen zu schaffen. Der Ausgang aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit ist auch dort möglich.

    • Ratlosigkeit ist verständlich
      Kluge Gedanken würden immer die schlechte Legitimationsbasis unserer Eliten aufdecken; wenn dann aber alle Schleusen geöffnet würden, wäre der Typus Feldwebel-Mensch, der z.B. in der Ostukraine zu Macht gekommen ist, plötzlich die entscheidungsbefugte Ebene.

      Die mir am plausibelsten erscheinende Lösung wäre eine (steuerliche) Entschärfung der Wohlstandsgefälle in unseren Gesellschaften, ohne zu einem demotivierenden „realen“ Sozialismus 2.0 zu werden, und aufzuhören, durch den zu destruktiven Welthandel alle Arten lokaler Ökonomie abzuwürgen.

      Die Kapital-Verluste für Gewinner und Lebensqualitätsgewinne für Ärmere die dabei (allmählich) entstehen würden, halte ich – zumindest im intellektuellen Planspiel – für das geringere Übel, zu einer wie auch immer ablaufenden sozialen Explosion.

      Aber möglicherweise sind Think-Tanks schon viel weiter, haben die Explosion eingepreist, und freuen sich auf ein von korrupten Feldwebeln kommandiertes Arbeits-Sklaven-Volk, dass mit Casting-Shows und Fussball am Grinsen gehalten wird.

      Es bleibt trotzdem Schrei%%e, wenn man um den Kreisel zwischen Ste.Maxime und St.Tropez einen Schlenker fahren muss, damit man im neuen Bentley-Cabrio vom Hass der Scheibenputzerbrigade verschont bleibt.

      Soviel 5 Euro Scheine, wie man an vielen Ampeln in Zukunft bereit halten sollte, werden einfach lästig bleiben.

      Das, was mir am meisten Sorgen macht, ist das schönfärberische Geschwalle von freiheitlich-demokratischen Idealen, ohne konkrete Massnahmen umzusetzen und Kosten zuzugeben.

      Keiner fragt sich, warum der Islam als Hoffnungsträger so erfolgreich war, seit man den „Kommunismus“ zur Hölle geschickt hat.

      Weil er jedem Gläubigen seinen klaren Platz vor Gott zuweist, und dieses ganze intelligente Entscheidungselend abschafft – die Ratlosigkeit hätte ein Ende. Was für ein Glück, dass er so über die Stränge schägt…

  31. Der Mensch als globale Austauschware
    Unsere Politik braucht die Massen der rechtlosen Tagelöhner, denn was sie als humanitären Imperativ verkauft, ist in Wahrheit ein wirtschaftlicher.

    Vorgestern prophezeite uns der Chefökonom der Deutschen Bank eine „kulturelle und wirtschaftliche Blüte“ durch Flüchtlinge. „Dass eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, ist für
    mich das Beste, was 2015 passiert ist.“ Voraussetzung für diese blühenden Landschaften: Eine Explosion des Niedriglohnmarktes, mit Gärtnern und Pflegern. Frierende Taschentuchverkäuferinnen meinte er vermutlich auch, wollte es aber nicht so krass realistisch ausdrücken, wäre schlecht fürs Geschäft.

    In der Globalisierung wird der Mensch zur Austauschware, zum nachströmenden Rohstoff, zum Teil der globalen Wertschöpfungskette. Er wird in einer zunehmend professionalisierten Menschenlieferkette rastlos über den Planeten getrieben, weil es zuhause noch schlechter ist. Und statt der versprochenen bunten Vielfalt des friedlichen multikulturellen Miteinanders erhalten wir eine perverse Rassenhierarchie, wie es der Soziologe Fabio Mostaccio für die italienischen Orangenplantagen von Rosarno beschrieb: Schwarzafrikanische Clandestini ganz unten, darüber rumänische und bulgarische Arbeitsvermittler, die einen Teil des Lohns einbehalten, nur etwas darüber der italienische Plantagenbesitzer, der selbst fast nichts verdient, weil brasilianische Orangen noch billiger sind. Unsichtbar in diesem Spiel: Der internationale Konzern mit Sitz im Steuersparparadies. Ganz vorne sichtbar: Die Front der freiwilligen Willkommenshelfer, die in Wahrheit (ungewollt) Globalisierungshelfer sind.

    Links und rechts als politische Lösung greifen ineinander, denn der Gegner ist seltsam unideologisch, solange nur der Gewinn fließt.

    Richtig spannend wird es , wenn die humanitär, liberal und weltoffenen eingestellten Europäer begreifen, dass sich die Grenzen in beide Richtungen geöffnet haben und sie plötzlich Teil des globalen Arbeitsnomadentums sind. Statt Toskana-Urlaub wird dann trister Arbeitsalltag in der tschechischen Provinz angesagt sein, um das EU-weite Hartz IV nicht zu riskieren. Und im Alter geht es in die billige „Seniorenresidenz“ in China (siehe Hermann Bohlen: Lebensabend in Übersee).

    • Genau...
      … so ist es. Vielleicht wird es tatsächlich hier und da etwas spannend durch Spannungen, aber der Mensch gewöhnt sich – früher oder später – oben wie unten.

  32. Eine gesellschaftliche Tragödie
    Die Art und Weise, wie über die Flüchtlingssituation gesprochen, berichtet und diskutiert wird, betrifft mich zutiefst. Es geht in der Bewältigung der Krise vor allem um uns und darum, wie man die Flüchtlinge möglichst schnell wieder los wird, wie man deren Lebensbedingungen so miserabel gestalten kann, damit sie von alleine wieder gehen oder gar nicht erst kommen. Es geht dabei immer nur um die Verwaltung der Sache, um Zahlen. Am Schicksal der Flüchtlinge scheint niemand wirklich interessiert zu sein.
    Demonstrationen gegen Flüchtlinge und Übergriffe auf Flüchtlingsheime nehmen zu. Ausgeführt von Menschen, die sich für die besseren halten, die aber selbst kein Mitgefühl für die Schicksale der Menschen haben, die alles verloren haben. Schlimmer noch, da wird lieber nochmal nachgetreten. Sind diese Menschen emotional verroht, oder waren sie schon immer diese widerlichen Egoisten, als die sie sich jetzt selbst entlarven. Wer fragt diese Leute endlich einmal, warum sie sich nicht schämen?

    Und wenn de Maizière öffentlich sagt, dass Kriegsflüchtlinge Asyl bekommen, deren Familien aber nicht nachziehen dürfen, dann regt sich über diese ungeheure Unmenschlichkeit niemand auf. Der Mann darf kommen, aber Frau und Kinder werden dem Kriegsgreuel überlassen. Und das sagt er öffentlich im Fernsehen, ohne menschliche Regung, ohne sich zu schämen. Mich hat das fassungslos gemacht. Aber noch fassungsloser hat mich gemacht, dass niemand wirklich diesen Skandal angeprangert hat. Vermutlich weil uns allen diese Haltung in den Kram passt und wir froh sind, dass einer diesen Dreck für uns erledigt.

    Was haben wir uns eingebildet auf unsere Wertegemeinschaft, mit Werten, die, wie sich jetzt zeigt, nie existiert haben. All die, die auf die Straße gehen, die für eine Flüchtlingsobergrenze plädieren, die die Politik der Kanzlerin angreifen, die Familiennachzug unterbinden, zeigen stellvertretend für uns alle, wie primitiv wir doch sind.

    Ich frage mich, was wäre, wenn all das Geld und die Energie, die jetzt für das Abschieben der Flüchtlinge aufgebracht wird, in konstruktive Ideen umgewandelt würden, die die Situation der Flüchtlinge hier im Land verbesserten. Es gibt Menschen, die das tun, aber es wird kaum darüber berichtet. Wer beschämt die anderen so sehr, dass sie mit ihren Protesten aufhören und sie erkennen, wie unmoralisch und asozial sie sich verhalten.
    Wir erleben gerade eine gesellschaftliche Tragödie. Ich meine nicht die in Syrien. Ich meine die in Deutschland, die, die alle totschweigen.

    • CHristine...
      Sie denken nicht, sie stampfen wie ein kleines Kind mit dem Fuss auf…

      „Sind diese Menschen emotional verroht, oder waren sie schon immer diese widerlichen Egoisten, als die sie sich jetzt selbst entlarven.”

      Das ist für sie eine Frage? Wir reden hier von rechten UND linken Spiessern, die seit 30 Jahren ihre Ebenbilder, Kohl, Schröder und Merkel zwecks mehr Besitz und Wohlstnd zu Anführern wählen, und denen statt dessen jetzt die Rechnung für Dummheit und Habgier präsentiert wird.
      Also jene gewaltige Mehrheit der Deutschen, die HEUTE immer noch zulassen, dass IHRE Regierung, statt sich um die Ursachen, also die Wirtschafts- und Militär-Politik zu kümmern, einfach noch mehr Kriegsgerät dorthin an VERBRECHER verkauft und dann auch noch eigenes Militär hinschickt um noch mehr beim Morden mitzuhelfen.

      Ja es gibt die, die ein paar, oder auch ein paar Dutzend sinnvoll unterbringen, ABER KEINE MILLIONEN!
      Wenn sie sich den neuesten UN-Flüchtlings Report mal anschauen sehen sie, dass JETZT über 160 Millionen unterwegs sind und, dass die kommenden Klima Flüchtlinge dabei noch bewusst ausgeklammert worden sind.

      Lesen sie mal Bertrand Russell. Der wurde gefragt, was er denn so von der menschlichen Zivilisation hält und antwortete: „Eine wunderbare Idee, sollte man vielleicht irgendwann mal probieren…“

      Die Wahrheit ist, soweit ist die Menschheit selbst in den Ländern wie DE, die sich für erste Welt oder gar zivilisiert halten, noch lange nicht.

      Wie ein kleines Kind Gut-Menschentum zu fordern, das löst kein Problem. Und das ist es, was sie nicht sehen wollen….

    • Ihre Wahrnehmungen überraschen mich
      Mir scheinen fast alle Punkte, die Sie so anklagend vorbringen, genau umgekehrt zu sein. Es wird so gut wie niemand abgeschoben, sehr viel Energie und private Ideen werden in die persönliche Flüchtlingshilfe gesteckt, die Medien berichten unisono darüber, kritische Aspekte werden fast flächendeckend ausgeblendet, Kritiker werden heftigst angegangen (wie jetzt von Ihnen) und häufig aufgefordert sich zu schämen und dass wir eine Wertegemeinschaft sind, ist vielen überhaupt nicht bewusst, da wir seit langem mit Kulturrelativismus eingelullt werden.
      Die Tragödie besteht für mich eher in der von Ihnen vorgeführten planvollen Naivität, gepaart mit Herrenmenschenkitsch, der vorgibt, Deutschland könnte Milliarden Menschen vor Armut und Ungerechtigkeit retten.

    • Bitte Christine: definiere "Flüchtling"
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  33. zu italien
    Zutreffend,leider die halbe Wahrheitund etwas manipulativ.Kenne mich da auch aus.Früher oder später gelangen sie nach Deutschland.Ist ihr Ziel.Sagen sie auch,wenn sie das D am Auto sehen.Und Renzi setzt voll auf die Sozialunion.Fordert die sehr gut verdienenden und auch sehr wohlhabenden.da fast alle Immobilienbesitzer sind,meistens mehrfach-Italiener auf,sich die Arbeitgeberbeträge zur Sozialversicherung auszahlen zu lassen.Noch nie ging es den Italienern so gut .Sind privat die Reichsten in Europa.Wer kauft denn die Millionenobjekte im Tessin und Graubünden.Die Migranten lässt man gewährenund hofft,dass DummD und die Unperson des Jahres die Problemme lösen.Das hoffen auch die ,die auch nach bella Italia abgehauen sind.Sonst ist es Schluss mit lustig beim Italiener.Der ist nicht so doof wie die daheimgebliebenen Deppen.

    • In italien gibt es enorme Unterschiede zwischen den Reichen und meinen Freunden, die drei Jobs haben und kein Wochenende. Das Vermögen ist da nicht das Problem, sondern die Verteilung.

  34. Doha
    Die Verhandlungen der WTO, die gerade in Doha stattfinden, drohen daran zu scheitern, dass der globale Norden nicht bereit ist, die staatlichen Subventionen für die Agrarwirtschaft aufzugeben. Das Bauernsterben des 19. Jahrhunderts in unseren Breiten ereignet sich in anderen Kontinenten und die heutigen Vagabunden verstreuen sich global. Wenn der Norden die Länder des Südens wirtschaftlich stranguliert, dann machen sich die Menschen dort eben auf den Weg. Es hat auch früher nicht dauerhaft geholfen, die Stadttore zu schließen und die Zugbrücken hochzuziehen.

  35. P.S.
    Es ist kein Zufall, dass wir in den letzten Jahren eine Renaissance des Vampirfilms erleben, in sehr melanchlischer Form – das sind die Untoten, die Clandestinos. Ihr Kollege vom Feuilleton, Dietmar Dath, hat, wenn ich mich recht erinnere, sehr erhellend darüber geschrieben.

  36. Warum fehlt bei dem Thema immer was?
    Natürlich kann man das so sehen…. Aber man könnte auch eine andere Frage stellen.
    Vielleicht sähe es in Padua oder Berlin nicht gar so übel aus, wenn es in Venedig oder Rottach Egern nicht gar so „Flüchtlings-sauber“ wäre?

    Mit Verlaub, bei allem Verständnis, aber es hat ein Geschmäckle, wenn es denen, die die Habgier, und es ist ja nichts anderes als Habgier, zynisch und radikal über den Humanismus gestellt haben, besser geht, als den Gut-Menschen die helfen wollen, egal wie DUMM UND FALSCH das auch sein mag.

    Unser jetziges Problem mit den Millionen von Flüchtlingen wurde einerseits durch die Militärpolitik von USA und NATO, und andererseits durch die perverse Wirtschaftspolitik der EU, und dort in allervorderster Linie durch Deutschland verursacht.
    Da führt keine Rationalisierung dran vorbei, egal wie inkompetent diese Leute beim Aufbau eines eigenen Staates sein mögen.
    Wenn man das dort, wie zB im Iran versucht hat, dann kommen die Amerikaner und ERMORDEN einen frei und legal gewählten Ministerpräsidenten Mossadegh. Von Liumumba ganz zu schwiegen!
    Also bitte ein bisschen weniger Heuchelei? Es ist in erster Linie UNSERE SCHULD!

    Und gegen die Konsequenzen die das hat jetzt mehr oder weniger flüchtlingsfreie Zonen in privegierten Gegenden zu schaffen ist die Antwort?

    Und anstelle mal die Ursachen anzugehen, bzw sie wenigstens mal ganz offen zu diskutieren, schickt diese Verbrecher Regierung in Berlin Soldaten, die beim Töten helfen nach Syrien, weil Mord UNterstützung in Rammstein ja noch nicht reicht?

    Also wenn ich Flüchtling wäre….. lieber nicht zu Ende denken.

    • Ich kann gern mal darüber schreiben, warum Nigerianer nicht am Tegernsee bleiben wollen. a gibt es durchaus logische Erklärungen aus ihrer Perspektive. Und die haben mit der dortigen Gesellschaft nichts zu tun.

    • Ich bitte Sie.....
      Sie werden doch wohl nicht behaupten, keiner der über einen Million die jetzt schon da sind würde in Rottach leben wollen?

      Bitte nicht missverstehen, ich habe ja vollstes Verständnis dafür… aber von aussen, ohne Eigen-Interesse sieht man manche simple Wahrheit halt einfacher.

  37. 22€ am Tag
    also das wären 660€ pro Monat. Ich selbst hatte 450€ zum Studieren. Damit habe ich überlebt aber nicht gelebt. Also 250€ für ein Zimmer und 200€ für den Rest. Das sind ca. 6€ pro Tag.
    Also so gesehen, weiß ich nicht wie sie darauf kommen, dass 22€ nicht reichen würden.

    • Weil die restlichen staatlichen Leistungen fehlen, die bei Ihnen einfach da sind. Und weil sie sicher mehr Miete bezahlt, wenn sie nicht obdachlos ist.

  38. Farbe ist Sprache. Bunt ist laut. Schwarz ist leise. Weiß gibt taub.
    Ich denke und sehen, dass Sie sich beneiden ließe. Sie beschreiben und das hört sich… gut so! Ihre eigne Sicht über der Zeitung hinaus; den Umstand zusehen, das unsichtbare ist zuspitzen.

    1989 als die Grenzen aufgingen, wollte ich nicht mehr weg. Nie wollte ich in den Westen, sträubte mich, bis zwei Wochen vor Weihnachten; bin mit meiner Frau nach Lübeck, beim Begrüßungsgeld anstehen, in Empfang nehmen und was kaufen; ich wollte das Geld nicht, es war Schmarotzergeld.

    Der Umtauschsatz lag derweil bei 100 Ostmark für eine Westmark: hatte mal ein Dollar getauscht, und das war 1 zu 5 unter Freunden, gab ich 5.

    Los mach es für die Kinder; denen sagten wir nur aus Spaß, vielleicht kommen wir nicht wieder; sie warteten bis vor Mitternacht, für paar Kilometer fuhr unser Zug Umwege, grobe Verspätung; die Freude war groß, das wir wiederkamen; wir wussten nicht, was für Tragödien unsere Kinder hörten. Zu viele Elternteile gingen in den Westen und kamen nicht Wieder; ließen die Kinder zurück um was?

    Hatte meine Jugend und die Träume dazu; die gab ich geopfert, meiner Asoziale Besserung. Ich kann die heutigen Flüchtlinge oft verstehen, die über das Meer schwimmen wollen. Können untergehen!

    Ich hätte für mich nie ein anderes Leben gefunden als meines; Abenteuer mache ich dann, im anderen Leben; Träume sollten bis dahin nicht Enden. Ich sehe hin, lese viel, Texte, sie schildern nicht vom Neid des Augenblicks, schreiben oft mit redseliger Nachsicht. Erzählen aber denen was neugierig macht.

    Leben ist immer ein Asyl; vor der Geburt ist nicht bekannt in welchen Land, das Licht aufgeht.

    Wer ist ein Asylant, einer Nebenan.
    Oder leben wir gar selbst verbannt.

    Danke

  39. Die Illusion der Abgrenzung
    An Don Alphonso – Sie haben die Situation der Clandestini in Italien in vielen Punkten sehr treffend und prägnant beschrieben, doch Ihre Schlussfolgerungen basieren auf falschen Prämissen. Die meisten Clandestini sind in Italien trotz geschlossener Grenzen. Sie haben es illegal in brüchigen Booten oder entbehrungsreich über die Balkanroute nach Italien geschafft, dabei hatten es Albaner und Kosovaren zweifellos leichter als Syrer, Afghanen oder Ghanaer. Festzuhalten belibt: für die meisten Flüchtlinge sind die geschlossenen Außengrenzen Europas weiterhin ein gefährliches und schwer überwindbares Hindernis.

    Wenn Sie von der Politik der offenen Grenzen reden, suggerieren Sie, die Grenzen wären offener als zuvor, doch die Außengrenzehn Europas sind bis heute nur unter Einsatz des eigenen Lebens überwindbar. Und es ist eine Illusion zu glauben, man könne diese Grenze noch weiter dicht machen – auch das suggeriert Ihr Kampfbegriff „Politik der offenen Grenzen“. Über den Grenzfluss Evros zwischen der Türkei und Griechenland sind über die Jahre zehntausende Flüchtlinge gekommen – manch einer ertrank im Winter im eisigen Fluss – inzwischen wurden Stacheldrahtzäune errichtet, Infrarotkameras und Frontextruppen überwachen den Grenzverlauf. Die Folge: der Flüchtlingsstrom hat sich nach Norden über die bulgarische Grenze oder nach Süden auf die griechischen Inseln Lesbos und Kos verlagert. Zäune auf dem Meer lassen sich nicht errichten, zumal die außereuropäischen Nachbarn froh sind, wenn die Flüchtlinge „verreisen“ und ihr Heil woanders suchen. Das gilt für die Türkei ebenso wie für Ägypten, Lybien, Tunesien oder Marokko. Auch Millionen-Transferzahlungen an diese Länder werden daran nichts ändern. Gleichzeitig haben die Flüchtigen bessere Möglichkeiten als früher. Sie sind informierter, nutzen die modernen Möglichkeiten der Kommunikation und des Reisens, bewegen sich auf clandestinen Routen, organisiert von kriminellen und mafiösen Helfern.

    Wie also wollen Sie die Grenzen Europas noch dichter machen als sie schon sind? Europa ist nicht Kanada mit einer einzigen Außengrenze zu einem entwickelten Nachbarstaat und auch nicht Australien, umspült von der Weite des Meeres. Wir müssen uns wohl oder übel daran gewöhnen, dass es mehr Clandestini geben wird und sie uns daran erinnern, wie nah die Armut ist, geografisch betrachtet, und wie wenig andere Völker und Kulturen teilhaben am Wohlstand, den Europa, die USA und wenig andere Regionen in den vergangenen Jahrhunderten angehäuft haben. Außerdem müssen wir uns daran erinnern, auch aus Europa flohen vor einiger Zeit Millionen von Armutsflüchtlingen nach Amerika oder in die Weiten Russlands. Es hat lange gedauert und viele Kämpfe gekostet bis auch hier breitere Bevölkerungschichten vom Wohlstand profitierten.

    Was wir heute erleben ist eine Form der Globalisierung, die sich nicht aufhalten lässt. Nicht nur Güter reisen grenzenlos rund um den Erdball, auch die Menschen werden mobiler und ihre Möglichkeiten, Grenzen illegal zu überwinden werden nicht abnehmen. Wir müssen uns daran gewöhnen, der Not vieler Menschen ins Auge zu schauen und mit dieser Ungleichheit, von der wir geografisch getrennt waren, konfrontiert zu sein. Das schafft Spannungen und ist unbequem, aber eventuell ein Ansporn.

  40. Titel eingeben
    Als Österreicher durch eine unfähige Regierung gewissermaßen zum Mittäter am deutschen Flüchtlingsirrsinn geworden, kann und muss ich dem Inhalt dieses Beitrags leider vollinhaltlich zustimmen.

    Das einzige, was Merkel und ihre Vasallen schaffen werden, ist ein signifikanter Rückschritt bei allen westlichen Standards – ob dies nun soziale Sicherheit, Gleichberechtigung oder Schutz des Eigentums ist. Und in Wirklichkeit wird es auch den ganzen Migranten nichts helfen……

    • Danke
      Ich lese gerne simple Wahrheiten, egal ob sich alle anderen ihr verweigern.

      PS: Hatte ich erwähnt, dass diese Entwicklung für erfreulich und gerecht halte?

  41. Keiner
    Wahnisnn, was so ein Blog nebst Leserbeiträgen an Kritik zusammenträgt. Es ist und bleibt aber nur der Auspuff. Denn auch nur den Hauch von Lösungsansätzen finde ich nirgendwo. Das liegt vermutlich daran, dass die Abschaffung einer Vielzahl menschlicher Eigenschaften, also z.B. die typische kommunistische Umerziehung, dann doch niemand zu fordern wagt…..

    • KaBalz sagt, guter Krass,
      das mit der „kommunistischen Umerziehung“ hat nach einem Hundert Jahre währenden Praxistest ja offensichtlich nicht zu einer Lösung geführt. Die Lösungen werden kommen, erzwungenermaßen-und sie werden nicht allen auf beiden Seiten gefallen. Schritt Nummer 1 ist mit der Erhöhung der Krankenkassenbeiträge getan (oder ist eine derartige Feststellung dem sich mehrheitlich intellektuell gebenden Blogpublikum zu profan?). In Erwartung des nächsten Grundsteuerbescheid verbleibe ich….

  42. Ratlos
    Bisher konnte mir noch niemand erklären, welchen Sinn es haben soll, den sozialen Frieden und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer halbwegs funktionierenden Gesellschaft durch die unkontrollierte Aufnahme einer grossen Anzahl, für den hiesigen Arbeitsmarkt oft unqualifizierter und damit schwer zu integrierender Menschen, zu gefährden? Damit ist doch keinem geholfen, weder den Flüchtlingen, noch den Europäern.

    Weit unter Mindestlohn produzierte Plüschtiere ausgerechnet an jene zu verschenken, die sie im übertragenen Sinne produziert haben und dann selbstgefällig etwas von „Willkommens-Kultur“ zu faseln, erscheint mir da schon beinahe zynisch.

    Wenn man Elend bekämpfen will, dann sollte man den Menschen in Ihren Heimatländern helfen, damit diese gar nicht erst weg müssen. Nur dafür müsste man das kapitalistische System ebenso hinterfragen, wie unsere Konsumgewohnheiten, die viel bejubelte Globalisierung oder das dreiste geopolitische Monopoly einiger Staaten. Aber das will ja auch niemand (vor allem nicht Frau Dr. M`s CDU), weil dann eine Menge Aktienkurse eine Delle kriegen würden. Afrika oder den Nahen Osten plündern oder politisch je nach Interessenlage der Lobbyisten destabilisieren (Bodenschätze) und dann einen auf „nett“ machen? Ein Leben am unteren Ende der sozialen Skala in Deutschland als Entschädigung für die Folgen des Kolonialimperialismus? Das ist Alles so verlogen.

    Die Verlierer sind dann, egal ob Syrer, Kameruner oder auch Europäer, jene Menschen, die es nicht schaffen sich ein Stück vom Kuchen zu holen. Und das ist die wahre Tragödie. Also wo ist hier der Humanismus bitte?

  43. Rechtlos, ja. Aber zu wenig Geld?
    Der Einstiegslohn für eine 24-jährige gelernte Hotelfachfrau in Berliner Fünfsternehotels beträgt zur Zeit 1550 Euro Brutto. Netto ausgezahlt werden der alleinstehenden jungen Dame 982 Euro. Die Miete für ihre kleine Einzimmerwohnung in einem nicht renovierten Wilmersdorfer Hinterhaus beträgt 362 Euro warm. Die Miete abgezogen muss sie, alleinstehend und ohne Freund, von 620 Euro im Monat oder 20,66 Euro am Tag leben.
    Die italienische `Clandestini´, falls jeden Tag tätig und jeden Tag ähnlich erfolgreich wie in Padua, erlöst in 30 Tagen 660 Euro. Wenn sie ohne Miete in einem Gartengrundstück mit Plane wohnt (was ich nicht schön finde), müsste sie von den 660 Euro (fast der doppelte Betrag wie Hartz4) doch genauso leben können wie die Hotelfachangestellte in Berlin.

    • Sie hat sicher noch andere kosten – wie etwa einen Beschützer. Da kann sich nämlich nicht jeder so hinstellen. Und sie hat Null soziale Absicherung.

      Das ist wirklich eine bittere Art zu leben. Ich kann ja mal die Geschichte aus Concordia sulla Sechhia nachtragen.

    • Noch`n Unterschied:
      Wie schon das von Ihnen verwandte Wort „Einstiegslohn“ suggeriert hat die junge Dame in Ihrem Beispiel durchaus eine Perspektive, dass sie ihre Stellung und folgend ihren Verdienst verbessern kann.
      Wenn es mit der Karriere/Partnersuche in Berlin (wo die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten noch moderat sind) nicht klappt, hat sie noch die Chance, in eine kleinere Stadt mit günstigeren Lebenshaltungskosten auszuweichen.
      Die „Clandestini“ dürften solche Perspektiven wohl nicht haben.

  44. Klassenkampf gegen Deklassierte?
    Allem Wortreichtum zum Trotz wird die propagandistische Absicht deutlich: Die Rechte, also hier die AfD, wird zum Problemlöser aufgemotzt, sie soll helfen im Klassenkampf. Und dann geht es nicht nur gegen die rechtlosen Vertriebenen, sondern gegen alle, die sich dem Diktat der Nationalistischen Kapitalverwertung widersetzen ….

    • Sie werden lachen, den Linken gelte ich als Rechter.

    • Titel eingeben
      ´den linken gelte ich als rechter´

      aber nur den intellektuell minderbemittelten , bitte.
      schreibt ihnen eine im moment etwas heimatlose linke.

    • @Gast
      Es ist eine Unsitte, die man leider auch in diesem Blog zu oft findet.
      Was da so alles als „links“ bezeichnet wird.
      Für die Mehrheit sind SPD oder Grüne linke Parteien und zusammen mit den anderen „intellektuell minderbemittelten“ stellen die die Mehrheit, und ich befürchte, dass sich daran nichts ändern lässt.
      Ebenso wie an ihrer Heimatlosigkeit….

  45. Wir müssen uns schon mal entscheiden
    Diese Woche beschloss die EU neue Fangquoten für die Fischereiflotten. Ein grenzwertig fehlbesetzter Bundeslandwirtschaftsminister jubelt in die Mikrophone, dass es dem Hering wieder gut ginge. Zur Überfischung durch industrielle Fangflotten vor Westafrika sagt er nichts. Dabei werden genau dort und genau über diese Art des politisch sanktionierten Wirtschaftens die Armutsflüchtlinge produziert. Und wir? Wir glauben, es wäre unser gutes Recht, immer und überall bis in den letzten Supermarkt billigen Fisch kaufen zu können. Und wir glauben, es wäre unser gutes Recht, uns gegen Armutsflüchtlinge abschotten zu können. Beides aber geht nicht. Wir müssen uns schon entscheiden.

    • Fisch ist tatsächlich hochproblematisch.

    • Titel eingeben
      warum einen in der Sache richtigen Kommentar mit einer substanzlosen Replik bedienen. Das ist erst recht hochproblematisch

    • manuel....
      Na dann machen sie doch mal. Was schlagen sie denn vor?

      Aber bitte jetzt kein infantiles Wunschdenken. Wie genau stellen sie sich eine Lösung dieses einen, kleinen Problems vor?

      Also bitte nicht vergessen:
      Eine Lösung, die in der real existierenden Welt funktioniert !

    • Heringe vor Westafrika?
      entschuldigen Sie, aber bei den Fangquoten die diese Woche beschlossen wurden geht es meines Wissens um Nordatlantik, Nord und Ostsee. Ich wüsste jetzt nicht warum sich unser Landwirtschaftsminister in diesem Zusammenhang zu Westafrika äussern sollte.

      Es gibt sicherlich Gründe für Armut in anderen Ländern die wir hier mitzuverantworten haben und es gibt sicherliche Gründe unseren Landwirtschaftsminister zu kritisieren, aber die Fangquoten für Atlantischen Hering taugt dazu mE nicht.

  46. Offene Grenze ?
    Als ob die Sans Papiers nicht gekommen wären ohne Offene Grenzen! Die sind schon seit Jahren hier.

  47. Kristallkugel
    Diese ganze Kaffeesatzleserei-Aufgeregtheit von Leuten, die mit prächtigen Kristallkugeln ausgestattet in die Zukunft sehen können, grenzt ans Lachhafte. Die einen sehen Lawinen von Menschen auf uns herabstürzen, die anderen das Abendland untergehen, die nächsten machen sich wichtig, weil sie genau wissen, was Flüchtlinge alles eben nicht mit ihrem Leben anfangen werden. Diese Seher und Gurus, die uns mit spitzen Bleistift das Morgen und das Übermorgen aufzeichnen und dieses genüsslich düster und hoffnungslos malen (weil Angst und Grusel eben mehr aufregt als Larifari-Idylle), hießen einst Savonarola und Beatus von Liebana. Heute treiben sie als Wirtschaftsapokalyptiker und Pegidaführer ihr Spiel und bekommen Aufmerksamkeit, die sie in ihrer sonstigen kleinlichen Nullität niemals erhalten hätten. Dass Sarrazin seine wissenschaftlich verbrämten Alpträume in Buchdeckel presst – geschenkt. Dass er nichts von den Entwicklungen von heute in seiner Vorausschau erahnt hat – auch. Aber warum fallen wir immer wieder auf solche Propheten herein?

  48. Und nun?
    Alle schauen betreten in die Runde. Schuld hat die Orbrigkeit und die anderen, die sollen sich mal kümmern, ich jedenfalls nicht, ich war immer schon dagegen. Diese ganze weihnachtliche Geschichte aus Padua endet mit: kann man nix machen, es wird eher schlimmer, jetzt wird man auch hier diese Armut anschaunen müssen, schlimmschlimm. Ich spüre die Befürchtung durchscheinen zwischen den Zeilen, dass es ans Teilen gehen könnte, dass Reichtum Verantwortung bedeuteten könnte. Oh Herr, lass diesen Kelch an uns vorübergehen!

  49. Tegernse(h)er Kalendergeschichte
    Unverhofftes Wiedersehen: Paduas EckensteherIn ist erkennbar altes Berliner Kulturgut. Visit Berlin! Go Görli! Aber wo sind hier die Scheibenputzer während der Ampel-Rotphasen? Berlin hat noch jede Menge prekäre Plätze frei.

    Schengener gehts nun wirklich nicht: Merkels schrankenloses Welcome, „wesentlicher Pfeiler des Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“, wankt NICHT. Nicht mit der CDU. Das ist Nibelungentreue. Teutscher gehts nicht. Da können wir Nazis von der AfD nur lernen.

  50. Padova
    Als ehemaliger und langjähriger Bewohner der Stadt kann ich dem Verfasser nicht ganz beipflichten, denn :
    – Padova war zwar in den Siebzigern eine „rote“ Stadt, wurde aber schon wenige Jahre danach ein Zentrum der Neofaschisten und so ist es auch geblieben.
    – Die Clandestini findet man in großen Gruppen auch auf dem platten Land, besonders in der Nähe von Bundesstrassen, Parkplätzen, geeigneten Wäldchen etc. als Prostituierte arbeitend. Strassenprostitution ist ein Riesenmarkt in Italien. Dafür werden afrikanische wie auch albanische Frauen seit Jahren stillschweigend gelitten und von kriminellen Netzwerken ausgebeutet. Die zu oft und quasi als Schulbeispiel erwähnte Taschentuchverkäuferin wurde von dem Netzwerk wohl zynisch für „unbrauchbar“ befunden als Prostituierte zu arbeiten.

  51. Fühlen UND Denken
    Fühlen UND Denken: Für Ausländer merkwürdig erscheint der deutsche Charakterzug, daß das eine das andere ausschließt. Das Andere, gerade Unerwünschte, wird mit einem Tabu belegt – so aktuell z.B. die Sorge, daß sich unter die echten Flüchtlinge auch Terroristen mischen könnten.Und wenn gerade das Fühlen – und nur dieses – angesagt ist, dann rennen sie halt begeistert nach Langemarck, in russische Sümpfe und dergleichen.
    Bezüglich der Flüchtlinge kann man heute nur den Kopf schütteln, daß die Frage verdrängt wird, was denn NACH der Notunterbringung in Turnhallen zu erwarten ist. Die vielen Gutmenschen werden sich noch wundern über die anstehenden Engpässe im Wohnungsmarkt. Hörte ich gerade aus dem off das Wort „Deppen“?

    • Titel eingeben
      … Die Antwort ist doch ganz einfach: im Zweifel wähle man das richtige – hier: lastenfreies wohneigentum!

  52. Ein Katastrophe
    Merkels Spruch, das Des deutschen Identität gehört Großes zu leisten ist an Anmaßung und letztlich auch Schwachsinn nicht zu überbieten. Es spiegelt die Eitelkeit und Realitätsabgehobenheit einer politischen Klasse wieder, die man auch anders ausdrücken kann: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“
    Das man es heute mit anderen Mitteln versucht, ändert nichts an der Hybris.
    Auch der Spruch „Wir schaffen das“ ist letztlich inhaltsleer, denn er sagt nicht was wir denn da schaffen sollen und können und wer das versucht aufzusplitten, der merkt schnell das das, was die deutsch Bevölkerung erwartet etwas Anderes ist, als das was die Kanzlerin meint.
    Natürlich können wir die Flüchtlinge materiell versorgen, was wir nicht können auch institutionell, ist die Verhinderung einer gesellschaftlichen Spaltung.
    Als die Flüchtlingswelle begann, hätte sie noch vor Griechenland gestoppt werden müssen. Wer meint die Not in den Flüchtlingscamps berechtige zur Flucht, hätte dort etwas unternehmen müssen.
    Merkels „jetzt erst Recht Politik“ ist ein Eingeständnis des totalen Versagens, das uns viel Geld und den sozialen Frieden in diesem Lande kosten wird. Denn ich erwarte nicht, das diese unfähige Regierung in der Lage ist die letztlich fast vollständig illegale Einwanderung ohne Asylanspruch durch Abschiebung zu korrigieren.
    Zusätzlich ist der Islam kulturell zur Zeit mit Europa inkompatibel, da ist dem Tschechischen Ministerpräsidenten ohne wenn und aber zuzustimmen, auch wenn nicht jeder Einzelne Muslime inkompatibel ist.
    Aber auch ich muss mich mit beschränkenden Gesetzen abfinden, die ich nicht brauche, wohl aber andere Mitbürger, weil das gesellschaftliche Risiko größer zu werten ist.
    Warum das im Falle des Islam oder der Masseneinwanderung schlechthin inkonsequent anders sein sollte, ist mit Logik nicht erklärbar. Dabei sind diese gesellschaftlichen Risiken um ein viefaches höher, als die, die hier selbstverständlich ausgeschlossen werden.

    • @ B. Grabe
      „Merkels Spruch, das Des deutschen Identität gehört Großes zu leisten ist an Anmaßung und letztlich auch Schwachsinn nicht zu überbieten.“

      Es schmerzt mich, Herr Grabe, aber in der Tat stelle ich jeden Tag auf´s Neue fest, dass ich mit Leuten in einem Land lebe, deren Leistung ausschließlich darin besteht, anderen nicht den Dreck unter den Fingernägeln zu gönnen und ob dieser Leistung noch das große Wort zu führen.

      Je länger die Sache dauert, desto weniger kann ich aus westdeutscher Perspektive das Problem mit den Flüchtlingen nachvollziehen:

      Es ist schließlich die BRD, die für den Aufenthalt von mindestens drei Millionen türkischstämmiger Menschen hier verantwortlich ist, von denen einem nicht unerheblicher Anteil noch in der 3. Generation, schulpflichtig in Deutschland und zwar regelmäßig sogar 11 Jahre (mit Berufsschulpflicht), nicht einmal richtig deutsch sprechen, lesen und schreiben beigebracht wurde.

      Das sind Standards wie in einer verdammten Wüstenei und jeder normal denkende und empfindene Mensch wäre davon höchst peinlich berührt. Aber nicht so meine Landsleute: Sie haben sich die Menschen hergeholt, damit sie nicht selber arbeiten müssen und führen dabei ungeniert sogar das Wort von der „deutschen Leitkultur“ (die dann wohl ohne Deutschkenntnisse auskommt?) im Mund. Aber eine Leitkultur, die Kindern mittels 11-jähriger Schulpflicht z. T. nicht mal Landessprache vermittelt, ist ersichtlich ja nicht mal den Dreck unter den Fingernägeln wert, das tut mir sehr leid.

      Und von diesen drei Millionen türkischstämmigen Menschen, die meine Landsleute hier haben wollten, damit sie sich jederzeit mit billigsten Arbeitskräften bereichert fühlen können (Denn an türkischer Kultur ist hier doch abseits des Börek kaum jemandem gelegen. Ich bin noch keinem Westdeutschen begegnet, der mal einen türkischen Autor gelesen hätte. Andererseits hat in der DDR natürlich jedes Schulkind in seinem Lesebuch Auszüge von Yasar Kemal gelesen, das war der Lehrplan. Aber nun, in einem Land, dass auch die eigenen Kinder mitleidlos verwahrlosen lässt, indem es zuschaut, wie sie funktionale Analphabeten werden, während man ihnen andererseits möglichst schon im Kindergarten beibringen soll, was „ficken“ ist, darf man allerdings nicht mal mehr das Primitivste voraussetzen. Das einzige, woran meinen Landsleuten offensichtlich sehr gelegen zu sein scheint, sind Migranten, die trotz alledem deutsch sprechen gelernt haben, damit man sich mit ihnen schmücken und sich von jedem Vorwurf reinwaschen kann!) wählen nun 60% den Erdogan.

      Also – wer sagt mir eigentlich, dass sich diese Erdogan-Wähler kein Beispiel an ihrem Vorbild nehmen, und übergriffig werden? Warum „ängstigt“ sich eigentlich keiner diesbezüglich, wo bleibt der präventive Aufstand der Anständigen? Sind Euch etwa die Kerzen ausgegangen, liebe Freunde, steht Ihr gar im Finstern? Und falls noch jemand fragt, auf welcher Seite ich diesbezüglich stehe: Ich kenne hier eben keinen russischstämmigen Menschen, der nicht lesen und schreiben kann – und zwar in beiden Sprachen. Und keiner von denen ist auch garantiert niemand so heruntergekommen, dass er Zustände, in denen die Schulen nicht einmal mehr Kenntnisse in der Landessprache vermitteln, auch nur für annähernd adäquat hielte. Soviel Niveau können sie gerade noch so halten. Meine lieben Landsleute können das nachweislich nicht:

      Sie sorgen sich darum, dass eine Frau, die sie zwar mehrheitlich gewählt haben, die sie aber nicht einmal höflich bezeichnen können, weil die Pöbelei offenbar zu ihnen gehört wie ihr Name an der Tür, ihre höchst gemütlichen Verhältnisse mit den ganzen Analphabeten und Erdogan-Wählern und Parallelgesellschaften stören könnte! Denn innenpolitisch gesehen, sind das ja die notwendigen Konsequenzen: Die Flüchtlinge treten in Konkurrenz zu denen, die bislang schon nicht „integriert“ sind (nicht, dass man es ihnen, bei Lichte betrachtet, wirklich übel nehmen könnte). Das könnte Verwirrung stiften, das kann man irgendwann nicht mehr kontrollieren. Das könnte ganz bestimmte Veränderungen bewirken.

      Und um diese – und keine anderen – Dinge sorgen sie sich: Die Aussicht auf eine gesellschaftliche Veränderung in der Hinsicht, dass man Menschen notwendig wieder eine bestimmte Teilhabe ermöglichen muss, weil man die Situation anders eben nicht mehr kontrollieren kann. Denn – Teilhabe galt immer nur für sie, die „Landsleute“, die Möchtegern-Kaiser.

      Das erklärt zwanglos auch das grassierende Gelüge und das aggressive Gepöbel, wenn ihnen jemand irgendwie keinen Glauben schenken mag.

  53. und die lösung?
    soll man die grenzen schliessen ,am besten noch mit schiessbefehl auf alle die da kommen?.es ist schon bitter,dass man dieses elend bei einem cafe und einem panino schön im warmen sehen muss.mögen diese menschen doch in afrika etc. zugrundegehen,hauptsache wir werden bei unseren einkäufen bei prada,gucci davon nicht behelligt.alles unwertes leben oder nicht?hatten wir schon mal,die folgen sind offensichtlich nicht mehr präsent.vielleicht sollten wir entwicklungshilfe mal wirklich leisten,es würde sehr viele dieser-in diesem blog sicher als wirtschaftsflüchtlinge bezeichneten-menschen ein leben in ihrer heimat ermöglichen.das teilen werden wir und insbesonders unsere gutbetuchten eh noch lernen.die klimaveränderung wird noch sehr viele mehr in bewegung setzen.frage nur,wer hierfür nur verantwortlich ist,wahrscheinlich auch diese afrikaner mit ihren holzfeuern.

    • Lösungen
      .. wird es kaum geben, das befürchte ich.

      Ich gehe mit Ihnen, d’accord, dass es keine Art ist, Pralinen zu essen, die Blog-Leier zu schlagen und sich anzuschauen, wie schön alles brennt. Ich hoffe, dass das – bei Herrn Meyer – nur zynische Zuspitzung ist.

      Doch wie draußen manche denken: Mer waas es net, da sind schon einige (oder viele) Neros dabei.

      Freilich kann man die Leute nicht verrecken lassen, weder in ihrem Land, noch mitten auf dem Mittelmeer, noch wenn sie es hierher geschafft haben. Dass man das noch betonen muss, ist schon hart.

      In dem Blogeintrag hier geht es nach meiner Einschätzung darum, aufzuzeigen, dass sie sich ihre eigenen Überlebensstrategien schon basteln werden. Hie der Taschentuchverkauf, da die Tätigkeit als illegal Beschäftigter in einer Restaurantküche, dort Schuhe putzen. Wie in Manila das Kleinbusiness an die Touristen. Nicht dass es hier in Restaurants nicht schon längst Illegale gibt, noinnoin.

      Manche werden, um zu überleben, um hier zu überleben, auch noch etwas ganz anderes machen. Was auch Einheimische bereits machen, die mit dem Hartz-4-Satz nicht klarkommen: ein bisschen Meth kochen, ein bisschen dealen. Alles besser für sie hier als zuhause im eigenen Land.

      Lösungen gibt es halt keine.

      Außer, dass man es verdammt nochmal ermöglichen muss, dass die Menschen in ihrer Heimat ein Leben haben.

      Die Entwicklungspolitik versagt jedoch reihenweise. Die EU versagt (warum verdammt subventioniert sie die Exporte von Billigfleisch wie Hühnerteile nach Afrika. Um dort die heimische Wirtschaft endgültig zu ruinieren?). Der Bürger hat versagt: Er wählt jahrzehntelang üble Machtschranzen, die sich mit dummdreister PR über Wasser halten. Man kann es gar nicht anders sagen.

      Persönlich halte ich den Menschen an sich im Großen und Ganzen für ein grausames, egoistisches Fehlkonstrukt. (Ausnahmen mag es geben, doch die sind nicht system-relevant). System-relevant sind dreiste Machtmenschen. Hope impossible.

      Da sind ja Fledermäuse besser. Sie helfen sich wenigstens in ihrer eigenen Kolonie gegenseitig aus, ohne sich erst totzuprügeln.

      Der neoliberal konditionierte Mensch in der EU (ich verkneife mir: braingewashte) Mensch macht nicht einmal mehr das. Er lässt sich – auf der Jagd nach dem individuellen Glück und sich immer hübsch meistbietend als Leistungsträger und als Egofrettchen verkaufend – in der eigenen Gesellschaft schon gegenseitig hops gehen. Wie wird er sich dann um Leute kümmern aus fremdem Land. Dass es überhaupt Leute GIBT, die den Flüchtlingen helfen, ist ein Wunder, wenn man dieses zynische Blog hier liest, glaubt man es kaum. Aber auch das ist Realität. Leider keine system-relevante.

      „das teilen werden wir und insbesonders unsere gutbetuchten eh noch lernen.“

      Nene. Die Gutbetuchten haben sich schon immer da rausgestohlen. DAS musste schon immer der Mittelbau leisten. Daher greinen sie ja auch ganz fürchterlich, dass ihnen der Mittelbau wegbricht. (Dagegen tun sie allerdings auch nichts, es geht vermutlich ums Greinen, nicht ums Ändern. Man gibt alles, damit er schrumpft.)

    • wieviel prozent der........
      deutschen bevölkerung kaufen den bei Prada und Gucci ein ?

    • @Rindvieh
      „Die Entwicklungspolitik versagt jedoch reihenweise. Die EU versagt (warum verdammt subventioniert sie die Exporte von Billigfleisch wie Hühnerteile nach Afrika. Um dort die heimische Wirtschaft endgültig zu ruinieren?). Der Bürger hat versagt: Er wählt jahrzehntelang üble Machtschranzen, die sich mit dummdreister PR über Wasser halten. Man kann es gar nicht anders sagen.”

      Danke, korrekt.

      Fledermäuse sind übigens keineswegs Gut-Menschen, die sind Kanibalen, so wie Schimpansen und diese süssen Prairie Hunde auch. Wer nicht zum eigenen Stamm gehört, also zB Flüchtling ist, der wird gefressen…

      „Dass es überhaupt Leute GIBT, die den Flüchtlingen helfen, ist ein Wunder, wenn man dieses zynische Blog hier liest, glaubt man es kaum.”

      Sie missverstehen das… das hier diskutierte Problem sind nicht Flüchtlinge an sich, es ist deren Anzahl.
      Laut UN Kommission sind derzeit 168 Millionen auf der Flucht und man hat die kommenden Klima Flüchtlinge absichtlich noch nicht mal mitgezählt

      „Dass es überhaupt Leute GIBT, die den Flüchtlingen helfen“ ist erfreulich, aber die werden das eigentliche Problem nicht lösen.

      Um es mal krass und politisch unkorrekt zu sagen: Fahren sie mal in den Norden von London und schauen sie sich die muslimische Parallel-Gesellschaft dort an… mit ihren uniformierten Scharia Polizisten. Ja, die nennen sich wirklich so!

      Ich bin leider kein Gut-Mensch und ziehe es vor SO nicht leben zu wollen.

    • Titel eingeben
      @rindvieh:“Außer, dass man es verdammt nochmal ermöglichen muss, dass die Menschen in ihrer Heimat ein Leben haben.“
      Na, da würde ich doch vorschlagen, Sie erklären uns, wie die : Verbesserung „in der Heimat“ aussieht bei einem Land, wie Nigeria mit 170 Mio. Einwohnern.
      Da haben Sie etwas gelesen (oder im TV gesehen) über „Hähnchenteile“ oder „Fischen“ aber Zahlen kennen Sie nicht.
      Auch scheint Sie nicht zu irritieren, daß die Zuwanderer aus Afrika wohl kaum eine Karriere als Fischer oder Bauer anstreben dürften und die Masseneinwanderung aus Eritrea, Syrien, Afghanistan oder Marokko kaum etwas mit den vorbezeichneten „Mißständen“ zu tun hat.

  54. Titel eingeben
    regime change in Irak, Lybien hat nicht so gut funktioniert. Syrien ist kein Ruhmesblatt.
    Doch würde ich gerne Herrn Hollande bitten, die Fremdenlegion zwei Tage nach Eritrea zu senden. Und dann alle Eritreer mit einem großzügigen Abschiedsgeschenk hinterher zu senden.

  55. 1933 - 2015 Teil 2
    Prolog:

    Die Bücherverbrennung in Deutschland am 10. Mai 1933 war eine von der Deutschen Studentenschaft geplante und inszenierte Aktion, bei der Studenten, Professoren und Mitglieder nationalsozialistischer Parteiorgane die Werke von ihnen verfemter Autoren ins Feuer warfen.

    Wilhelm Reich (* 24. 03.1897 in Dobzau, Galizien, Österreich-Ungarn; † 3. 11. 1957 in Lewisburg.

    Nach Hitlers Machtergreifung verlassen Reich und Elsa Berlin. 1933 erscheinen die beiden Bücher „Charakteranalyse“ und

    „Massenpsychologie des Faschismus“:
    Psychoanalytische Untersuchung des Phänomens der Masse. Appell an die Arbeiterklasse die berufen sei die wahre Zukunft der Menschheit in sittlicher und kultureller Hinsicht zu verteidigen.

    1954
    Auf Antrag der FDA verfügt ein US-Bundesgericht, dass sämtliche Akkumulatoren sowie alle Publikationen, die entsprechende Gebrauchsanweisungen enthalten, zerstört werden müssen. Zudem verpflichtet man Reich, alle Schriften, die Hinweise auf das Konzept der Orgonenergie geben, dem Verkauf zu entziehen oder die fraglichen Stellen zu löschen – eine angesichts der inzwischen weiten Verbreitung seiner Werke ganz unrealistische Forderung.

    1956 (USA)
    Auf Betreiben der FDA werden Reich und Silvert angeklagt. In einem überraschend harten Urteil verhängt der zuständige Richter eine einjährige Gefängnisstrafe für Silvert, eine zweijährige für Reich.

    FDA-Beamte überwachen nun die Zerstörung der Akkumulatoren und die Verbrennung mehrerer Tonnen Bücher, darunter auch englische Ausgaben früher Werke Reichs wie der „Charakteranalyse“ und der „Massenpsychologie des Faschismus“.

    3.11.1957
    Wilhelm Reich stirbt – angeblich an Herzversagen – im Gefängnis von Lewisburg, Pennsylvania.

    Textus:
    2015

    SPD-Parteitag – Bedingtes Ja zu TTIP und Ceta.

    Nach einer kontroversen Debatte beschlossen die etwa 600 Delegierten mit großer Mehrheit das Freihandelsabkommender EU zu unterstützen.

    Seit Mai gibt es in der US-Botschaft in Berlin zwar einen Leseraum, in dem die Verhandlungstexte eingesehen werden können. Aber der Zugang zu dem Raum ist streng reglementiert. Die Modalitäten wurden zwischen EU-Kommission und US-Seite verhandelt und festgelegt.

    Demnach dürfen nur Regierungsvertreter den Leseraum nutzen aber keine Bundestagsabgeordneten oder gar sogenannte normale Mitglieder der Nachfolgestaates des 1000-jährigen Reiches bzw. der Weimarer Republik.

    Epilog:

    „Der Faschismus wird auch heute noch, infolge des politischen Fehldenkens, als eine spezifische Nationaleigenschaft der Deutschen aufgefaßt. Der Faschismus ist eine internationale Erscheinung, die sämtliche Körperschaften der menschlichen Gesellschaft aller Nationen durchsetzt.

    Vorwort 1945 zur revidierten US-Neuauflage
    The Mass Psychology of Fascism – Wilhelm Reich

  56. KaBalz an Gast, "Flüchlingsausweis"?
    Igitt! Ist die Suffix-Diskussion völlig erkenntnislos an Ihnen vorüber gegangen? Klingt das Wort „Flüchtling“ für sprachsensible Ohren abschätzig? „Eine weibliche Form jedenfalls kann mit ihm nicht gebildet werden. Das Sprachsystem lässt das Gendern nicht zu.“ Der Grund für das zunächst rätselhafte Verhalten von -ling sei systematischer Natur.
    So lautet die niederschmetternde Bewertung namhafter Sprachwissenschaftler. Auch die Alternative zu „Refugees“ hätte ihre Tücken. Somit wäre das schon so gut wie erledigt, oder?

    Doch was gäbe es für Alternativen? „Das Deutsche sei so bildungsmächtig, dass man sich andere Wörter als Ersatz vorstellen könnte: Vertriebene, Geflohene, Zwangsemigranten, Entheimatete und viele weitere, von denen eins schöner ist als das andere.“

    Oh Gott bin ich froh, dass es für alle Pilze lateinische Bezeichnungen gibt. Schaun mer mal wie diese Identitätskarte schlussendlich heißen wird.

  57. wie Rechtsextremismus gezüchtet wird
    Eine kleine Anekdote:

    Ich wohne in einer Großstadt, in einem Viertel, in dem eher prekär Lebende zuhause sind. Meine Nachbarn vom Hinterhof gegenüber sind u.a. auch solche. Ab und an kommt man ins Gespräch, wenn man sich auf dem Weg vom/zum Supermarkt trifft. Man erfährt so einiges über die Ängste und Gefühlslage dieser Menschen. Meine Nachbarn sind die einzigen Deutschen in ihrer Wohnanlage. Meine Nachbarin sagt, ihre Kinder dürfen nicht zum Spielen in den Hinterhof. Die Kinder, die ich dort sähe, wären die Albaner-Kinder, die Eltern sind Eigentümer, meine Nachbarn sind nur Mieter, und Mieterkinder dürften laut Hausordnung nicht im Hinterhof spielen. Der nahe gelegene Spielplatz sei verdreckt mit Spritzbesteck der Süchtigen, daher läßt sie ihre Kinder nicht dort spielen. Vor dem Haus verläuft der vierspurige Ring. Nirgends Platz für die Kinder. Außerdem habe sie Angst, ihre Wohnung zu verlieren, da mit Flüchtlingen (unsere Stadt sucht wie alle anderen „händeringend“ nach Unterkünften) mehr Geld zu machen sei. Die Wohnungen sind am Verrotten, die Balkone gesperrt wegen Einsturzgefahr, so könnten sich die Vermieter ja sanieren (eine Straße weiter wurde ein Altenheim zu Flüchtlingsunterkunft umgewandelt, die alten Menschen mussten innerhalb von 2 Wochen raus, die Pflegekräfte wurden entlassen).
    Da mischt ihr Mann sich ein und sagt „nur einen ganz kleiner Hitler“ wäre mal wieder vonnöten. Ich habe vehement widersprochen.

    Aber so züchtet man Rechtsextremismus. In einem besseren Viertel unserer Stadt wird auch gerade eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet – es hat sich eine Bürgerinitiative dagegen gebildet. Unser „Kiez“ ist voll mit Flüchtlingsunterkünften, Leichtbauhallen – es gibt keine Bürgerinitiative. Es schwelt trotzdem vor sich hin. Ich weiß nicht wie das enden wird – schön wird es nicht.

  58. KaBalz an den Breitgetretenen,
    ach, in den Schulen wird der Schuhmann-Plan in seiner tieferen Intention erklärt-ich habe offiziell nur die technische Seite beigebracht bekommen. Die wahren Gründe wurden doch von Jean Monet erarbeitet und m. W. geheim.
    Wo sehen Sie eigentlich den Dissens in meiner Antwort?

  59. Der Zusammenbruch ...
    … des römischen Reiches trat endgültig ein, als man sich entschloss, die zuvor zwecks Ansiedlung und Steueraufkommen eingeladenen Goten- und Germanenstämme nun doch lieber wieder an den Grenzen zurückzuweisen, zumindest deren Nachzügler. Druck erzeugte daraufhin noch mehr Gegendruck und so wurde dieser über die Jahre zum Raubzug mit massenhaftem Gemetzel und führte zum Fall Roms. Erst als Rom aufhörte, andere Völker mitsamt ihrer Religion und Kultur zu inkludieren und dennoch zu Römern zu machen, ging es zugrunde. Ich berufe mich auf Prof. Peter Heather, Oxford [The Fall of the Roman Empire, 2006] und erlaube mir die Prophezeiung, dass es Europa so oder so ähnlich widerfahren wird, wenn die Elenden und Verzweifelten nicht eine Chance bekommen, in Nord-/Westeuropa als echte Bürger sesshaft zu werden.

  60. Italienischer versus Pakistanischer "Klassenkampf"
    Don Alphonso schrieb:

    „Und es gibt die Hoffnung, dass es besser wird, und vielleicht braucht einer der Pakistanis, die sich nach oben gearbeitet und einen Falafelimbiss eingerichtet haben, doch wieder einen Handlanger.“

    Diese Stellenausschreibung vom 23. September 2015 eines Pakistanischen Hospitals z.B. hatte kürzlich einige Jobs zu vergeben. In der Heimat. Auch darunter: „reserve jobs for underprivileged non-Muslim religious minorities“. Reserviert für die in Pakistan unterprivilegierten Christen, Hindus oder Sikhs.

    http://www.chakranews.com/dirty-toilet-cleaner-jobs-reserved-only-for-pakistans-underprivileged-hindus-sikhs-christians/5084

  61. Unangenehme Zusammenhänge....
    Da der Meister sich einen freien Tag genommen hat, der ihm zusteht… ein paar Hinweise zum Thema die in den gängigen Medien „übersehen worden sind“.

    Man sollte sich keinen Illusionen mehr hingeben. „Wir schaffen das!“ wird in die Realität umgesetzt werden, die Bürger werden es billigen, und dafür dann mit noch unabsehbaren Änderungen und Kosten konfrontiert werden.

    Was immer wieder ignoriert wird, ist allerdings ein sehr viel grösseres Problem. Die Überwachung schreitet unbehindert voran und sie ist nicht revidierbar! DAS wird wesentlich grössere Konsequenzen als ein oder zwei Millionen Muslime mehr in DE haben. Wir sind in der Tat…

    „Auf dem Weg in den digital-autoritären Sicherheitsstaat?“

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=29649

    Der Wählerwille zeigt ja unübersehbar, dass das jetzige System mangels denkender Menschen, und mangels ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommenden Medien, alternativlos geworden ist.
    Gesellschaften lassen sich durch Wahlen nicht verändern, hat sich im Prinzip wieder einmal bestätigt. Oder klassisch-marxistisch argumentiert: Demokratie ist die spezifische Herrschaftsform der bürgerlichen Klasse und kann kein Instrument zur Selbstregierung der vielen sein.

    http://www.woz.ch/1539/im-multiversum-des-kapitals-teil-3/radikale-demokratie-ist-ein-lernprozess

    Wie sehr die Merkel Regierung nicht nur gegen die Interessen der Bürger, sondern im Zweifelsfall (im US/NATO Interesse) sogar gegen die Interessen der deutschen Wirtschaft regiert, hat sich gerade wieder bei der absurden Verlängerung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland gezeigt. Die EU hat trotz massiver Warnungen aus den Mitgliedsstaaten die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland beschlossen. Die Sanktionen sind Teil des geopolitischen Kalküls der US-Außenpolitik.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/12/18/auf-wunsch-der-usa-eu-beschliesst-verlaengerung-der-sanktionen-gegen-russland/

    Man sollte sich also auch bei der Flüchtlingspolitik endlich abgewöhnen auf Lernbereitschaft der Dame in Berlin zu hoffen.

  62. Geburtenrate
    Wenn man sich die Weltrangliste der Geburtenrate anschaut, dann sprechen diese Zahlen für sich. Auf den ersten Plätzen liegen – mit Ausnahme von Afghanistan – die schwarzafrikanischen Staaten an der Spitze.
    1. Niger: 51,6 Geburten auf 1.000 Einwohner.
    2. Mali : 49,1
    3. Uganda : 47,8
    4. Afghanistan: 45,4
    5. Sierra Leone: 44,7
    6. Burkina Faso: 44,3
    7. Somalia: 43,7
    8. Angola: 43,6
    9. Äthiopien: 43,6
    10. Kongo: 42,6
    Auch die folgenden Plätze werden von Afrika belegt.
    Wenn man diese Zahlen sieht, dann weiss man, was da noch kommen wird.
    Kein Land und keine Volkswirtschaft der Welt kann ein solches Bevölkerungswachstum verkraften/ernähren. Dagegen sind die Syrer nur ein Klacks….

  63. Nierchen à la Bokassa
    Wo bleiben die Kochrezepte dieser Kannibalen ?

    Rohstoffe sind das Sujet der Zukunft. Dann erträgt man Alles.

    Auch, seine Feinde verspeisen zu müssen. Das hat dieser … Mensch … ja auch irgendwie gelöst.

    Diktatoren werden immer ein gewisses Alleinstellungsmerkmal besitzen.

    Gentlemen werden sie allerdings nie.

  64. die soziale Frage wird neu gestellt
    Der Autor reißt die Verwerfungen sensibel und ohne falsches Pathos an. Im Gegensatz zu unserer politischen Klasse, die im Neusprech Totschläger wie „humanitären Imperativ“ bemüht, um den Eindruck moralistischer Erpressung Andersdenkender durch die Aufstellung eines vermeindlichen Naturgesetzes zu vermeiden. Warum nicht gleich „humanitärer Imperialismus“?
    Mit dem Autor kann man konzedieren, dass die soziale Frage in Deutschland und Europa neu gestellt werden wird- und absehbar wird es zuerst die, die eh am Rand stehen (dazu gehört aber inzwischen auch schon der untere Mittelstand, Familien mit KIndern!) von der Kante schubsen wird. Mit Worthülsen ist die Welt noch nie besser oder auch nur anders geworden: Kant würde sich im Grab umdrehen, denn sein kategorischer Imperativ lautet: Handele so, dass die Maxime Deines Handelns zum allgemeinen Gesetz werden kann (und dadurch die Welt besser würde). Wenn der Imperativ aber dem Imperialismus überantwortet wird, dann resultiert Merkel.

  65. Übervevölkerung
    Einen derartigen Bericht über die Zustände der illegalen Einwanderer, wie er anhand der Taschentuchverkäuferin geschildert wurde, hätte auch aus den 80er Jahren des vergangen Jahrhunderts stammen können – die Problematik ist nicht neu, und es ist zu fürchten, dass sich derartige Phänomene in den nächsten Jahren auch in den nordeuropäischen Ländern etablieren werden.
    Und genau so wie damals sind es dieselben Ursachen: Woanders ist das Gras tatsächlich grüner, selbst wenn wir es aus unserer saturierten westlichen Weltsicht nicht so betrachten würden. Das kommt dann eben dabei heraus, wenn man auf der Maslowschen Bedürfnispyramide von oben herab auf die Basis blickt. Das Kernproblem – und da sehe ich die aktuellen Flüchtlingszahlen lediglich als Auftakt – ist das Problem der Überbevölkerung. Ich las neulich den interessanten Satz, der sinngemäß aussagte, dass es kein Problem mit der zunehmenden Wasserverknappung gäbe, sondern das das eigentliche Problem wäre, dass heute zu viele Menschen in Gebieten leben, in denen es Wassermangel gibt.
    Ich bin nicht der Meinung, dass die Probleme der Welt (Ungleichheit, Armut, Hunger) dadurch gelöst werden, in dem versucht wird, die Lebenssituation dieser Menschen dadurch zu „verbessern“, indem man Nahrungsmittel, Entwicklungshilfe, Bau von Brunnen, Geldgeschenke oder was es an ähnlichen Bemühungen mehr gibt, wie in einem ewigen Kreislauf hineinpumpt, nur um am Schluss festzustellen, dass die Bevölkerungen explodieren und all die neu hinzugekommenen Weltbürger um, wie auch einst Herr Rossi sein Glück suchte, nun in der Ferne eine menschenwürdige Existenz suchen.
    Eine andere, interessante Entwicklung, die ich gerne miterlebt hätte, ist die, dass es bekanntlich kein neues Phänomen ist, dass reiche, westliche Gesellschaften weniger Kinder bekommen, was bei unserer Wirtschaft bekanntlich zu Schnappatmung führt, da das ewige Mantra des „Wachstums“ dadurch konterkariert wird. Nach einer gewissen Übergangszeit, in der es eben mehr alte als junge Menschen gibt, würde eine Bevölkerungspyramide sich naturgemäß wieder einpendeln, und was wäre so schlecht daran? Wäre dies vielleicht nicht der natürliche Weg, den eine Zivilisation beschreiten sollte?

    • 'natürlicher Weg' und die Erkenntnis- und Machtfrage
      Der ’natürliche Weg‘, der aus dem Fehlentwicklungs-/Systemabsturzdrama herausführt, ist bislang durch die Macht-/Großwirtschaftsinteressen versperrt – auf der projektfähig-operationalen Erkenntnis- wie auf der institutionellen, medialen und wissenschaftlichen Durchsetzungs-/Diskursebene.

      Es gibt eine evolutionsgeniale Umsteuerung-Option, die öffentlich totgeschwiegen wird, die aber Angela Merkel ansteuert … Alles Große ist bekanntlich genial einfach, und deshalb wird sie es bald wagen.

  66. Titel eingeben
    Danke für den Bericht, DA. In Portugal gab es derlei ja auch schon 1990. Auch wenn viele immer noch den Föhn haben – sie werden es schon noch lernen, Straßenkindern kein Geld zu geben und allgemein abweisender zu werden. Spätestens kurz bevor das Straßencafé zumacht.
    Was das Reservoir an potentiellen „Clandestini“ angeht, braucht man sich keine Sorgen zu machen, das daß versiegt, Afrika hat seine Bevölkerung innert einer Generation verdreifacht, jeder, der ein paar Euro schickt, erweckt bei den dort unten Nachbarn den Wunsch, auch von hier Geld zu schicken.
    Und die Clans werden ihre Claims schon abstecken.

    Ich finde die Politik und die Emotionsmassage zur Zeit schlicht irre, im medizinischen Sinne wahnsinnig.
    Es ist Übergeschnapptheit, selber Leute einzuladen und dann „per Quote“ auf die Nachbarn verteilen zu wollen.
    Als ob es „Partystürmen“ nie gegeben hätte, als ob es zuviel „einfache“ Jobs gäbe.

  67. globaler Ordnungsübergang in Sicht
    Die Arm-Reich-Unterschiede wachsen und drängen auf einen evolutionslogischen und -mächtigen Ersatz/Austausch der verursachenden Wirtschaftsordnung und der Verteilungs-Instrumente für Arbeit, Risikoträgerfunktion, natürliche Ressourcen und Kapitalstockeinsatz.

    Angela Merkel hat diese Epochenwende-Logik und -Dramatik sicherlich vom Ende her schon längst erkannt und sich auf den Exodus aus dem Ancien Régime ausgerichtet. Am Tag X wird sie ihre Epochenwenderede halten – analog zu Fukushima/Atomausstieg und Helmut Kohls Sturz per FAZ-Beitrag. Ihre zentralen Stichworte werden lauten:’KREATIVER Evolutionspfad-ORDOliberalismus, KREATIV-Lohneinführung und Ende des herrschenden 2%Wachstumszwang-Kapitalismus. Man lese nur ihren BILD-Beitrag über Ludwig Erhard v. 22.5.2009. Darin hat sie ihre Tag-X-Rede schon angekündigt.

    • Korrektur - Angela Merkel in BILD v. 27.7.2009
      AM hat am 27.7.2009 – nicht am 22.5.2009 – in ihrem Beitrag über Ludwig Erhard sich als welt-revolutionäre ORDOliberale geoutet – mit der Aussage ‚Die soziale Marktwirtschaft ist ein Exportschlager‘ u.a. . Am 22.5.2009 hat Kurt Biedenkopf im SPIEGEL-Interview über die vorrevolutionäre Lage ähnliches angedeutet.

  68. Das Kapital hat eben kein Vaterland, sowenig wie die Masse eine „Mutti“
    Die „Alternativlosigkeit“, mit der die aktuelle Regierung unter Merkel und Gabriel hausieren geht, hat natürlich auch einen realen Untergrund. Eine Quasi-Berechtigung. Doch eben ganz anders, als uns das erscheinen soll. So soll es sinnlos sein, sich gegen die Einwanderungswellen zu wehren. Und wer das dennoch versucht, ist nicht nur „intolerant“, sondern perspektivisch betrachtet, auch ein Loser. Und daher gibt sie, mit geradezu beschwörend-religiös anmutender Inbrunst die Losung heraus: „Wir schaffen das aus“. Die Differenz zwischen dem, was sie sagt, und dem was sie meint, deckt haarscharf genau das zu, was sie nämlich nicht sagen will. Die „Loser“ sind schlechterdings sowieso die, die schon immer die Loser waren, und es daher sinnlos ist, für diese jedenfalls, sich zu wehren: die zum Prekariat verkommenen lohnarbeitenden Massen. Und die Gewinner, also die die es „schaffen“, sind die, die schon immer die Gewinner waren, wenn auch ein wenig geschrumpft: das zum transnationalen Kapital mutierte Finanzkapital. Doch sie sagt das nicht nur nicht, sondern spekuliert auch darauf, dass die Massen Jeremy Rifkins „Das Ende der Arbeit“ z.B. nicht gelesen haben, und wenn doch, nicht verstanden. Sonst wüssten sie nämlich, was damit gemeint ist: Nicht der Raum, also Deutschland oder Europa geht an die Flüchtlinge verloren, sondern die Arbeit geht für alle verloren, also natürlich auch an die Flüchtlinge letztlich. Und bis es endgültig soweit ist, dürfen sich die, die sich in ihr Schicksal fügen, als immer billiger werdende Arbeitskräfte auf der Seite der Gewinner wähnen. Doch wenn sie wollen, auch auf der Seite der Verlierer. Wen juckts? Das bleibt so gleich, wie der kindisch anmutende Glaube der Massen an ein Vorrecht des „Autochthonen“. Das Kapital hat eben kein Vaterland (nur das Proletariat, das auch keins hat, begreift das nicht!), sowenig wie die Masse eine „Mutti“.

  69. Korrektur: Das Kapital hat eben kein Vaterland, sowenig wie die Masse eine „Mutti“
    (Sorry, das erste Posting hatte ein paar Fehler, bitte die verwenden!)
    Die „Alternativlosigkeit“, mit der die aktuelle Regierung unter Merkel und Gabriel hausieren geht, hat natürlich auch einen realen Untergrund. Eine Quasi-Berechtigung. Doch eben ganz anders, als uns das erscheinen soll. So soll es sinnlos sein, sich gegen die Einwanderungswellen zu wehren. Und wer das dennoch versucht, ist nicht nur „intolerant“, sondern – perspektivisch betrachtet – auch ein Loser. Und daher gibt sie, mit geradezu beschwörend-religiös anmutender Inbrunst die Losung heraus: „Wir schaffen das“. Die Differenz zwischen dem, was sie sagt, und dem was sie meint, deckt haarscharf genau das zu, was sie nämlich nicht sagen will. Die „Loser“ sind schlechterdings sowieso die, die schon immer die Loser waren, und es daher sinnlos ist, für diese jedenfalls, sich zu wehren: die zum Prekariat verkommenen lohnarbeitenden Massen. Und die Gewinner, also die die es „schaffen“, sind die, die schon immer die Gewinner waren, wenn auch ein wenig geschrumpft: das zum transnationalen Kapital mutierte Finanzkapital. Doch sie sagt das nicht nur nicht, sondern spekuliert auch darauf, dass die Massen Jeremy Rifkins „Das Ende der Arbeit“ z.B. nicht gelesen haben, und wenn doch, nicht verstanden. Sonst wüssten sie nämlich, was damit gemeint ist: Nicht der Raum, also Deutschland oder Europa geht an die Flüchtlinge verloren, sondern die Arbeit geht für alle verloren, also natürlich auch an die Flüchtlinge letztlich. Und bis es endgültig soweit ist, dürfen sich die, die sich in ihr Schicksal fügen, als immer billiger werdende Arbeitskräfte auf der Seite der Gewinner wähnen. Doch wenn sie wollen, auch auf der Seite der Verlierer. Wen juckts? Das bleibt so gleich, wie der kindisch anmutende Glaube der Massen an ein Vorrecht des „Autochthonen“. Das Kapital hat eben kein Vaterland (nur das Proletariat, das auch keins hat, begreift das nicht!), sowenig wie die Masse eine „Mutti“.

  70. Korrektur2: Das Kapital hat eben kein Vaterland, sowenig wie die Masse eine „Mutti“
    (Da ist der Wurm drin, bitte nur das verwenden!)
    Die „Alternativlosigkeit“, mit der die aktuelle Regierung unter Merkel und Gabriel hausieren geht, hat natürlich auch einen realen Untergrund. Eine Quasi-Berechtigung. Doch eben ganz anders, als uns das erscheinen soll. So soll es sinnlos sein, sich gegen die Einwanderungswellen zu wehren. Und wer das dennoch versucht, ist nicht nur „intolerant“, sondern – perspektivisch betrachtet – auch ein Loser. Und daher gibt sie, mit geradezu beschwörend-religiös anmutender Inbrunst die Losung heraus: „Wir schaffen das“. Die Differenz zwischen dem, was sie sagt, und dem was sie meint, deckt haarscharf genau das zu, was sie nämlich nicht sagen will. Die „Loser“ sind schlechterdings sowieso die, die schon immer die Loser waren, und es daher sinnlos ist, für diese jedenfalls, sich zu wehren: die zum Prekariat verkommenen lohnarbeitenden Massen. Und die Gewinner, also die die es „schaffen“, sind die, die schon immer die Gewinner waren, wenn auch ein wenig geschrumpft: das zum transnationalen Kapital mutierte Finanzkapital. Doch sie sagt das nicht nur nicht, sondern spekuliert auch darauf, dass die Massen Jeremy Rifkins „Das Ende der Arbeit“ z.B. nicht gelesen haben, und wenn doch, nicht verstanden. Sonst wüssten sie nämlich, was damit gemeint ist: Nicht der Raum, also Deutschland oder Europa geht an die Flüchtlinge verloren, sondern die Arbeit geht für alle verloren, also natürlich auch für die Flüchtlinge letztlich. Und bis es endgültig soweit ist, dürfen sich die, die sich in ihr Schicksal fügen, als immer billiger werdende Arbeitskräfte auf der Seite der Gewinner wähnen. Doch wenn sie wollen, auch auf der Seite der Verlierer. Wen juckts? Das bleibt so gleich, wie der kindisch anmutende Glaube der Massen an ein Vorrecht des „Autochthonen“. Das Kapital hat eben kein Vaterland (nur das Proletariat, das auch keins hat, begreift das nicht!), sowenig wie die Masse eine „Mutti“.

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