Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Ziegen, Folter, Migration – alles eine Frage der Moral

| 238 Lesermeinungen

Die Wahrheit brütet den Hass.
Pietro Aretino

Es gibt weltbewegende Entwicklungen, die gross beginnen und dann stark nachlassen: Das ehedem prächtik, kriegsluesternde und gar gyerige Sultanat der Tuercken ist auf einen rechtsbeibestandenen Erdogan gekommen, bei dem es allein der Respekt vor Frauen verbietet, von einem Klageweib zu sprechen. Das Christentum begann als charmante jüdische Sekte mit Verständnis für Ehebruch – ecce! wenngleich nicht mit Vierbeinern, sondern nur unter Menschen – und wurde zur moralinsauren Zwangsreligion. Und die wunderschöne Hetäre und erste Feministin Phryne hätte es sich wohl auch nicht träumen lassen, was für eine nicht normschöne, sexfeindliche Gruppe sich heute mit heftig schlankgephotoshopten Profilbildern über fehlende Binnen-Is und den Umstand beschwert, dass man zum Verkauf von Waren dann doch lieber auf wirklich schöne Menschen ohne galligen Gesichtsausdruck zurückgreift.

aret12

Wir Journalisten scheitern dagegen nicht an unserer Vergangenheit: Unser Ahnherr hiess Pietro Aretino und gilt gleichermassen als Erfinder der modernen Bildillustration, des Clickbaits, der Pornographie, der geschmierten Lügenpresse, der Revolverblätterei, bezahlter PR-Schleichwerbung, Tendenzschmiere und, wenn es sich mal ergab und keiner zahlen wollte, auch Journalismus. Seinen Namen verdankt er dem Umstand, dass sein Vater nur Schuster war und er einen hübscheren Namen brauchte – so nannte er sich eben Pietro Aretino, Peter aus Arezzo. Ich verstehe das und heisse Don Alphonso. Don! Alphonso.

aret1

Und wie es sich für Aretinos Jünger und umfassenden Nachfahren gehört, habe ich diesmal Italien nicht bereist, ohne seiner Heimatstadt die Aufwartung zu machen. Hier auf diesem Platz hat Pietro Aretino gelästert und bei Waschweibern jene Schimpfwörter gelernt, die er später in den Kurtisanengesprächen zum Weltkulturgut erhob, hier lernte er die Sitten der Armen und die Laster der Reichen kennen, hier ist die Stadt, die für einen Feuerkopf wie ihn bald viel zu klein war und die er verlassen hat, um sein Glück dort zu suchen, wo das Geld und das kostenlose Mahl lockte. Pietro Aretino ist eben wie ein Autor eines modernen Jugendportals von Spiegel Online gewesen – nur konnte er auch noch schreiben, hatte Geist und Verstand, wollte wirklich gut leben und hätte für den modernen Moralismus, unter dessen Joch und für einen Armendöner man in Hamburg und Berlin dreimal täglich Kutschera, Seehofer, Kelle und alle Klassenkameraden mit schönem Haus und Familie zu verfluchen hat, nur Spott und Verachtung übrig. Und vielleicht einen abgenagten Knochen.

Von einer Ziege.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Und so lange sich andere nicht auch auf alte Grösse zurück besinnen, muss mir keiner einen Vorwurf machen, wenn ich auch nicht viel besser als der Stifter meiner Religion bin. Ich sitze also auf der Piazza in Arezzo, schaue mir die bislang noch selten anzutreffenden, hier aber sehr hübschen Japaner an, und verdaue eine übermässige Portion Trüffel mit etwas Pasta, ohne mir auch nur einen Gedanken über das Elend der Welt zu machen. Ich sitze hier, weil es schön ist. Und weil die Franziskanerkirche von Arezzo nicht einfach so besucht werden kann. Nur 25 Menschen dürfen für 30 Minuten hinein. Am besten ist es, man reserviert vorher im Internet. Jetzt ist noch Vorsaison, jetzt bekommt man noch Karten, wenn man an der Kasse nachfragt, und sich eine, anderthalb Stunden gedulden kann. Denn die Franziskanerkirche von Arezzo beherbergt im Chor eines der Hauptwerke der abendländischen Kunst: Die Legenden vom wahren Kreuz, gemalt vom Renaissancekünstler Piero della Francesca.

aret3

Und deshalb ist immer nur einer kleinen Gruppe der Zutritt zum ansonsten eher schmucklosen Raum gestattet. Es ist eine echte Franziskanerkirche, fast eine Scheune, und die Augen müssen sich beim Durchschreiten erst an die Dunkelheit nach dem gleissenden Licht auf der Piazza gewöhnen. Dann tritt im Chor, hinter dem ohnehin schon spektakulären Kreuz eines Cimabue-Zeitgenossen, die Malerei von della Francesca hervor.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Erzählt wird, gut sichtbar im gesamten Hauptchor der Kirche, die Geschichte des Holzes, aus dem das Kreuz Christi bestand. Der Legenda Aurea zufolge stammt der Baum dafür aus dem Paradies, das Holz wurde schon von der Königin von Saba verehrt, dann im 4. Jahrhundert von der heiligen Helena wieder entdeckt, später von den heidnischen Sassaniden verschleppt und letztlich doch wieder von der Christenheit erobert. Piero della Francesca nutzt die bewegte Geschichte, um seinen damals revolutionären Ansatz der perspektivischen Malerei umzusetzen, und verbindet äusserst brutale Schlachtszenen mit phantastischen Bildern schöner Frauen, wie hier der Königin von Saba und ihres Gefolges.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Eine Szene wird in der Kunstgeschichte aber gern übersehen: Links an der Rückwand des Chores und daher vom Kirchenschiff und den Gläubigen aus bestens zu erkennen, ist eine Folterszene. Als die heilige Helena, die Mutter von Kaiser Constantin, in Jerusalem nach dem echten Kreuz Christi sucht, weigern sich die Juden, ihr zu erzählen, wo das Kreuz ist. Weshalb Helena laut Legende droht, sie alle verbrennen zu lassen, und mit Folterungen beginnt: Sieben Tage lässt sie die Juden in einer trockenen Grube hungern und dursten. Dann werden sie heraus geholt und verraten den Fundort des Kreuzes.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Sehen Sie, ich glaube an Pietro Aretino. Ich bin vermutlich kein moralisch guter Mensch und flexibel in meinen Ansichten. Ich lerne gern dazu. Ich bin Zyniker, und manche mögen das nicht und schreiben schlimme Dinge über mich. Aber obwohl ich nach meinem bisweilen turbulenten Dasein etwas abgehärtet bin, stehe ich doch staunend vor diesem Bild. Da sind sich also Auftraggeber, Kirche, Maler und Gemeinde einig, dass sie so eine Folterszene haben wollen. Sie alle, liebe Leser, werden gelernt haben, dass die Franziskaner eher “die Guten“, sind, aber um 1450 ist in ihrem Chor diese Malerei, die zeigt, wie man mit jenen umgeht, die nicht auf Linie sind. Eine Woche in Israel in einer Grube ohne Nahrung, das ist fraglos brutale Folter. Piero della Francesca malt also den Juden am Seil mit einem leidenden Gesicht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Und den Folterer, der ihn bei den Haaren packt und den Kopf hochreisst, mit dem leichten Lächeln im Wissen, dass diese Methode funktioniert hat. Dass sie den Fundort des Kreuzes erfahren und eine wichtige Reliquie gefunden wird. Dieser Mann macht alles richtig und weiss, dass er die einzig richtige Stellung im grossen Heilsplan hat.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Man darf nicht den Fehler machen, die Malerei der Frühreinassance mit unserem Wissen des Antisemitismus zu betrachten. Man muss das abstrahieren. Aber auch dann ist es noch ein bemerkenswertes Beispiel für fraglos höchste Kunst bei einer inneren Einstellung, die den meisten Zeitgenossen heute als klar falsch gelten dürfte. Wir sind heute von der Verwerflichkeit des Treibens überzeugt, aber die Gemeinde war damals der absoluten Überzeugung, dass es richtig war, so zu handeln. Deshalb kommt mir, erlauben Sie mir bitte diese Bemerkung, auch immer die Trüffelpasta hoch, wenn ich etwas von “christlichem Abendland“ höre. Das hier ist eines der wichtigsten Kunstwerke des Abendlandes, und es ist moralisch nicht weitab von Dachau und den Baukränen, an denen im Iran Homosexuelle und andere Abweichler aufgehängt werden.

aret9

Man tut so etwas eigentlich nicht. Es gehört sich nicht. Es ist unhöflich. Piero della Francescas Meisterwerk sollte den Aufgeklärten da eine Mahnung sein. Etwa, dass man andere heute nicht mit dem gleichen moralischen Imperativ alle in eine braune Grube werfen sollte, weil sie nicht der Meinung sind, dass das Heil des neuen wahren Kreuzes in einer Politik der offenen Grenzen zu finden sei. Für den, der mittelalterlichen Aberglauben ablehnt, ist das Fresco ein dezenter Hinweis, dass vielleicht nicht alle ausgegrenzt werden sollten, die nicht an eine neue Legenda Aurea vom rentenzahlenden Facharbeiter und vom gelösten demographischen Problem glauben wollen, und verleugnen, dass am Ende alle Brüder sein werden und keinesfalls Pariser und Brüsseler Zustände drohen. Die migrationsmoralpolitische Überheblichkeit unter dem Gefolge der Kanzlerin ist dagegen gar nicht fen von der Überzegung des moralisch Richtigen, die man im Chor von Arezzo sehen kann. Das ging schon damals nicht ohne die exklusiv richtige Moral und heute erst recht nicht. Wahrer Vernichtungswillen gegen Andersdenkende braucht die moralische Komponente wie die Atombombe das Plutonium. Der Zweck heiligt die Mittel. Manchmal bekommt man dafür das Ritterkreuz, 72 Jungfrauen, einen schönen Platz im Kirchenchor, oder eine Kolumne.

aret11

Langfristig bekommt man jedoch, das möchte ich als Jünger von Pietro Aretino anfügen, das höhnische Gelächter späterer Generationen, die aus dem Schaden etwas klüger wurden. Man sollte Piero della Francescas Meisterwerk unbedingt anschauen. Und als Dessert danach Pietro Aretinos Kurtisanengespräche lesen. Da ist die ganze Weisheit und der Charme, die Offenheit und die Lebensfreude, und obendrein ist es ein Meisterwerk der frauenemanzipatorischen Literatur, ehrlich und sexpositiv. Es wird alles offen besprochen und argumentiert, ohne Denkverbote und falsche Scham.

Nur über die einzig richtige Moral und Ziegen findet sich nichts darin.

63

238 Lesermeinungen

  1. und eine Moral von der Geschicht
    ist traue niemals deiner eigenen oder irgendeiner Moral, am besten gar nicht. Den du wirst Lügen gestraft werden, früher oder später

    Exzellenter, eleganter Text. Wenn auch meiner einer nichts mit Kunst anzufangen weiß und sich lieber der kalten Fakten bedient.

    Weshalb es einfach schön ist geschmeidige Texte von Künstlern lesen zu können….

    Angenehmen Tag aus dem am heutige Tage leicht bewölkten aber 23 Grad warmen Malta wünscht ergebenst

    42

    • Danke, gern geschehen. Die meisten haben ja ohnehin eine Doppelmoral und können es nicht ertragen, wenn dann jemand ganz ohne Moral über den Platz läuft und sein Vergnügen hat.

  2. Moralischer Impetus
    Zitat: „Die migrationsmoralpolitische Überheblichkeit unter dem Gefolge der Kanzlerin ist dagegen gar nicht weitab von der Überzegung des moralisch Richtigen, die man im Chor von Arezzo sehen kann.“ Zitatende

    Allein schon deswegen kann ich nicht nachvollziehen, weshalb ausgerechnet die moralinsauren Grünen in der Wählergunst angeblich so zulegen. Vielleicht treibt die Angst vor der migrierten Frömmelei die hier schon Gewesenen in die Arme anderer Frömmler – keine Ahnung.

    Aber schöne Bilder, gibt’s da FSK wegen gewaltverherrlichender Darstellung?

    • Ich verstehe das insofern, als dass die Grünen zwar theoretischz ein enormes otenzial haben könnten – so um die 30% – aber völlig unfähig sind, es abzuschöpfen. Sie haben viele richtige Punkte, aber ein miserables Personal und obendrein mit der annahme zu kämpfen, dass sie später eher das bigotte Kleingeduckte macxhen. Ich finde Akzeptanz von Homosexualität super – aber das heisst noch lang nicht, dass jede Fwministin deshalb ein staatlich gefördertes Sprachnaziprogramm bekommen sollte.

    • Wenn es denn nur das Kleingedruckte wäre!
      Dazu kommen bei den Grünen doch auch noch sackweise innere Widersprüche. Für die Freiheit Anders-äh-gläubiger eintreten, aber nur die eigene Überzeugung zuzulassen; „alternative“ Energieformen fordern, aber die dafür notwendigen Projekte blockieren; Basisdemokratie, aber bitte nur mit denen, die zustimmen; Meinungsfreiheit ja, aber nur dann, wenn sie in den Kram paßt….

    • Oder Umweltschutz predigen und selber SUV fahren, mehrmals im Jahr im Flugzeug um die Welt jetten und im großen Einfamilienhaus wohnen…
      Dafür dann aber den Hartz IV-Empfängern, die unfreiwillig sowieso zu den sparsamste Umweltverbrauchern hierzulande zählen am liebsten noch den Zucker verbieten wollen…

    • Die Grünen
      „Der deutsche Nachwuchs heißt jetzt Mustafa, Giovanni und Ali!“
      Cem Özdemir, Bündnis90/Die Grünen auf dem Parteitag der Grünen 1998 in Bonn-Bad Godesberg rief damit Stehende Ovationen unter den Grünen aus.

      “Ich denke, dass die Christlich-abendländische Kultur als solche nicht existiert. Vielmehr wird sie konstruiert, um andere Gruppen von ihr auszuschließen.”
      Cem Özdemir, Bündnis90/Die Grünen in einem Antwortschreiben vom 25.11.2011

      “Wir wollen, dass Deutschland islamisch wird”
      Cem Özdemir, Bündnis90/Die Grünen (Quelle: Interview mit Susanne Zeller-Hirzel (letzte Überlebende der Weißen Rose; Widerstandsgruppe im 3.Reich)

      „Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.” Jürgen Trittin, Bündnis90/Die Grünen (Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 02.01.2005,

      “Was unsere Urväter vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand schaffen!” Cem Özdemir, Bündnis90/Die Grünen (Quelle: Hürriyet vom 8.9.98 (auf türkisch), abgedruckt im Focus am 14.9.98)

      „Es geht nicht um Recht oder Unrecht in der Einwanderungsdebatte, uns geht es zuerst um die Zurückdrängung des deutschen Bevölkerungsanteils in diesem Land.”
      Vorstand der Bündnis90/Die Grünen von München

      Ich frage mich, wie die Grünen jemals die Anerkennung von Homosexualität und islamisches Gedankengut unter einen Hut bringen wollen.

    • Ich habe mich gerade mit einer Graziella untehalten, Italienerin und neue Gastarbeiterin, und sie möchte auf keinen Fall mit Arabern verglichen werden. Das müssen die Grünen erst noch lernen.

    • @Dengar
      Es ist erschreckend, mit welcher Ideologie die Grünen am Werke sind. Lt. Roth haben die Türken Deutschland wieder aufgebaut, es ist wirklich nicht zu fassen, warum man diese Partei mit den kruden Ansichten einfach so hinnimmt.
      Dass der Don mit denen sympathisiert, halte ich für sein Privatvergnügen, ich habe diese Partei nie gemocht und Ihre Zusammenfassung der diversen Aussagen, die ja teils auch in Büchern der jeweiligen Protagonisten zu finden sind, siehe auch Fischer mit seinen merkwürdigen Äußerungen, ist erschreckend.

      Uns mangelt es an einem nationalen Bewusstsein, nicht zuletzt dank dieser Grünen, die uns seit Jahr und Tag predigen, wie schuldbeladen wir doch sind und bitteschön auch bleiben sollen.
      Ich empfehle Ihnen den m.E. sehr guten Aufsatz von Anabel Schunke, Identität braucht Bewusstsein, bei Tichy, der das ganze Dilemma aufzeigt.

    • Ich kenne da ein paar fähige Lokalpolitiker. In manchen Punkten sehe ich gute Ideen. Aber das ist beim Marxismus auch nicht anders.

    • @dengar
      Vielleicht sollten Sie wissen, dass Jürgen Trittin gegen das angebliche FAS-Zitat juristisch gegen jeden vorgeht, der das erfundene Zitat verbreitet. Steht in der FAZ vom 18.10.2015! Ich habe seinem Büro mal den Link zu diesem Forum geschickt. Vielleicht bekommen Sie ja demnächst Post von seinen Rechtsanwälten.

    • @dengar
      Ihre gesammelten Zitate sind allesamt gefälscht, wie sie in der FAZ vom 18.10.2015 nachlesen können. Da sowohl Herr Trittin als auch Herr Özdemir juristisch gegen jeden vorgehen, der die erfundenen Zitate verbreitet, habe ich mir erlaubt, den Link zu ihrem Kommentar an die Büros der Herren zu schicken. Mit ein bisschen Glück bekommen sie demnächst Post von den Rechtsanwälten der beiden. Viel Spaß noch!

    • solche Aktionen sind wirklich nervig und mies. Ernsthaft.

  3. Vielen Dank!
    Wieder ein aufschlussreiches Meisterwerk aus Ihrer Feder. Ich lerne daraus viel.
    Grüße vom Ortasee

  4. .
    in ignoranter umschiffung stets das eigene handeln relativierender historischer bezüge, die hier angenehm verdeutlicht werden, wird ersichtlich, dass sich nicht wenige, ganz im gedanken, die spitze der evolution zu sein, als die letzten menschen ansehen.

    dass diese damit in einer hinsicht gar richtig liegen mögen, bleibt ihnen oftmals verborgen.

    • Die Spitze ist, seien wir ehrlich, auch nicht besser als die Evolution an sich.

      Aber Sex macht Spass und della Francesca malt schöne Frauen.

    • Sex macht Spass
      Spaß macht der moralisch Imperativen in Berlin nach eigenem Bekunden das Amt. Wenn man da eine Ersatzbefriedigung sehen wollte, läge man sicher nicht verkehrt.

    • Sex macht nicht immer Spass und das Amt wohl auch nicht, wenn es so weiter geht.

    • Das Amt, die schafft das
      und bringt mindestens noch zwei weitere Amtszeiten hinter sich, ob nun mit oder ohne Spaß. Für mich hörte der Spaß allerdings bei Erscheinen dieser Person auf der politischen Bühne schon auf und ich kann es nur Kohls Überheblichkeit zurechnen, die so offensichtliche Scheinheiligkeit nicht durchschaut zu haben.

      Wie Sie sagen, Übernahme der BRD durch die DDR und das in Reinkultur. Sich verklausuliert ausdrücken will ja schon geübt sein, auf dass der maaslose kleine Mann aus dem Saarland nicht aufmerkt. Hätten wir uns das träumen lassen, wohl kaum und nun ist es fast zu spät.

  5. Ästhetik
    und Anstand sind ja keineswegs häufig gemeinsam anzutreffen, wobei ich unter Anstand die vom jeweils herrschenden Zeitgeist eher unabhängige Moral verstehe.
    Die Betrachtungen des Don zu der Absolutheit des schon ein wenig religiös anmutenden Moralanspruchs bei Hofe in Berlin sind leider nur zu gut beobachtet.

    • Man müsste wirklich mal was über die Ähnlichkeiten zwischen Byzanz und Berlin machen. Das wäre eine reizvolle Aufgabe, aber leider bin ich da nicht so bewandert.

    • @DA
      Deswegen ist es ja so schade, daß der nebenberufliche Blogger Uwe Walter hier nicht mehr vertreten ist. Wahrscheinlich geben Antike und Spätantike nicht genug Klicks. Immerhin durfte A. Demandt sich vor kurzem zum hochaktuellen Thema Völkerwanderung äußern.
      Gruß K

    • Die Bezüge muss man wirklich herstellen wollen, dann klappt es auch mit den Klicks. Raus aus dem Elfenbeinturm, nicht warten, bis was passiert, selbst aktiv werden. Bloggen heisst jagen.

    • Berlin = Byzanz?
      >Die Bezüge muss man wirklich herstellen wollen,…<

      Aber wer muß sie herstellen? Der Schreiber oder der Leser? Oder beide gemeinsam hinter dem Rücken der Zensur, die dabei übertölpelt wird? Ich denke da gerade an die Caligula-Biographie von Quidde, bei der jeder wußte, daß Wilhelm II. gemeint war, der aber namentlich natürlich nicht auftaucht. (Man schlägt den antiken Sack und meint den türkischen Esel, z. B.)
      Da Sie ja anscheinend befugt sind, gelegentlich Gastbeiträge einzubringen, wäre das doch ein interessanter Rahmen. Mir würde das als Leser/Kommentator sehr gefallen! Wenn der Autor gleichzeitig ein Zyniker von hohem Niveau ist.
      LG K

  6. Versucht, Ziege zu
    Rudolf Scharping klagt gegen die Behauptung, er wolle als Nebenkläger auftreten.

  7. Ich habe vor fast nichts mehr Furcht, als vor der "höheren" Moral von Regierenden.
    Ein ganz kurzer Blick in die Geschichte lehrt sehr nachdrücklich, dass alle grossen Schandtaten aller Völker Europas seit dem Mittelalter immer im Namen und zugunsten der höheren Moral verübt wurden. Ja, selbst der Massenmord an den europäischen Juden im Holocaust.

    Wer sich auf ein allzu hohes moralisches Ross setzt, ist mir dementsprechend suspekt. Gehört er zu den Zünften der Medien oder der Politiker, gleich doppelt. Denn selbst wenn man nicht gleich Schandtaten vermutet – es gilt dann immer noch Ambose Bierce: Wenn Politiker von Moral sprechen, dann halte Deine Brieftasche fest.

    Viel lieber also ein zynischer Kunsthistoriker, der das auch noch schreiben kann :-). Und eleganter auf den Punkt bringen, als ich.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • (ch weiss ohnehin nicht, wer die Behauptung aufgebracht hat, Journalismus hätte etwas mit Moral zu tun. Völlig schräge Vorstellung.

    • Richtig!
      Die braune Wurzel, sie treibt grün (und mitunter rote Blüten)…

  8. Wo bleiben die Ziegen?
    Kommt bald mal was über Ziegen oder kann ich aufhören hier zu lesen?

  9. Journalismus
    Genau, Journalismus hat deswegen nichts mit Moral zu tun, weil der Journalist berichten soll was ist, nicht was sein soll. Ein Satz, der so in Deutschland wohl noch nie gegolten hat …

    • Sehen Sie: Deshalb bin ich ja auch nur Tendenzschmiere.

    • Nein.... YY57
      Wenn es so wäre, wäre es ja erträglich. Aber die älteren wissen, dass es das tatsächlich mal gab. Nicht nur wurden recht häufig die Fakten gebracht, auf klar gekennzeichneten Seiten (zB Seite 4 der SZ) gab es dann Kommentare. Da stand ganz oben fett-gedruckt drüber „Meinungsseite“.
      Damals gab es Menschen die sich informierten und sich DANN eine Meinung bildeten. Heute recherchieren die „Journalisten“ in den sozialen Medien, wie denn so die öffentliche Meinung aussieht, gemessen an dem Klick und Like Zahlen, und das wird dann gedruckt, um dem angepeilten Marktsegment das eigene Produkt schmackhaft zu machen.
      Die haben das übrigens von Merkel gelernt….

    • @TDV
      „Die haben das übrigens von Merkel gelernt…“

      Da ist durchaus etwas dran. Wer schon mal Vorwendeausgaben des „Neuen Deutschlands“ in den Fingern hatte, dem kommt der vornehmlich in ostdeutschen Landen skandierte Vorwurf „Lügenpresse“ plötzlich gar nicht mehr so absurd vor. Nur noch Meinungen, die zudem von irgendeiner höheren Stelle vorgegeben zu sein scheinen. Wie ließe sich sonst der radikale Multikultischwenk der Springerblätter erklären?

  10. Ich habe vergeblich gesucht
    nach einem Argument gegen Moral. Es gab nur ein unterhaltsames Beispiel dafür, dass sie missbraucht werden kann. Aber alles, was wir brauchen oder gerne hätten, kann natürlich missbraucht werden, vom Auto über den Sex bis zur Sprache. Angesichts des nicht gerade geringen Umfangs von sprachlichen Verbrechen sollten wir uns also darauf einigen, dass wir keine Sprache brauchen. Wenn ich bisher nichts über Trüffelmissbrauch gehört habe, heißt das nicht, dass nicht jemand damit umgebracht werden kann. Trüffelabschaffung aber würde DA wohl sehr treffen.

  11. Moral als einseitiges Instrument zur Selbstdarstellung!
    Alles eine Frage des Standpunktes, lasset die Kinder kommen und sperrt sie in Turnhallen ein, aber wir sind die Guten. Für Folter braucht so nicht mehr gesorgt werden.
    Moral ist eine Illusion …

    • Das nächste sind ja die 1-Euro-Sklavenjobs – da mache ich auch noch was.

    • Das Leben nach der Turnhalle
      Und wie geht es weiter nach der Turnhalle?
      Wie sieht das „bessere Leben“ der Schutz suchenden Facharbeiter nachher aus?
      In Ein-Euro-Jobs werden sie sich verdingen, wie jetzt von der Regierung skizziert. Die Immobilienbranche boomt! Die Baubranche braucht Facharbeiter! Hurra! Dann muss man die 3€/Std. Rumänen nicht mehr illegal beschäftigen! Es läuft.

    • Arbeiten von Anfang an
      Ich denke, die 1 Euro Jobs können ein Element (von mehreren) sein, den hier nun neu Lebenden zeitnah klar zu machen: die gebratenen Tauben fliegen Euch nicht in den Mund. Für Asylleistungen müsst Ihr etwas tun.

      Sie hätten schon viel früher in die Eigenverantwortung genommen werden, wie es auch Rupert Neudeck forderte.

      Der deutsche Sozialstaat in Kombi mit arabischer Mentalität (vereinfacht: „wer noch arbeitet hat es nicht besonders weit gebracht“) hat für viele dieser Menschen absolutes Suchtpotential.

      Wahrscheinlich gibt es aufgrund dieses Verhaltens in 15 Jahren sowieso keinen Sozialstaat mehr (allerdings evtl bürgerkriegsähnliche Zustände???).

    • Hat jemand bei uns (nicht in Syrien oder anderswo)
      die Flüchtlinge denn gezwungen, hierherzukommen?

  12. "Gender Mainstreaming": Vom Spekulieren zum Erzwingen neuer Normen
    Sehr instruktiv die Analyse von Volker Zastrow, die zwar schon zehn Jahre alt ist, aber an Aktualität nichts eingebüßt hat – im Gegenteil.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/gender-mainstreaming-politische-geschlechtsumwandlung-1327841.html

    Maas hat es immerhin geschafft, den einen oder die andere aus dem Tiefschlaf zu erwecken.

    • Dafür hat es Zastrow auch in ein Buch über Genderfeinde geschafft.

    • Gender-Gefahren
      Nicht nur für chancenlose „Gender-Forschung“ muss die Wirtschaft Geld verfügbar machen, sondern leider auch für die negativen Folgekosten des angewandten Genderismus. Denn ein wenig ungesund für Frauen, Mütter und Kinder scheint Gender Mainstreaming schon zu sein. Zum Beispiel das Negieren bedeutsamer und dem Mann überlegener weiblicher Eigenschaften mit der Folge, dass häufig der Body nur noch wichtig und die an sich höhere weibliche Depressionsneigung noch gesteigert werden. Vergessen der für Sprach- und Kognitiventwicklung wichtigen frühkindlichen Mutterbindung (infolge des frühen flüssigkeitsgekoppelten Hörens des Foeten im Mutterleib) mit der Folge von Sprach-, Lese- und Rechtschreibstörungen durch Fremdbetreuung. Probleme durch Cortisolausschüttung (gefährliches Stresshormon) und Schlafmangel mit entsprechendem Wachstumshormonmangel von Krippenkindern mit Hippocampusminderung (Lernmaschine des Gehirns).
      Erschreckende Zunahme von Depressionen auch bei Kindern und Jugendlichen.
      [siehe „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ in: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-9814303-9-4 (http://www.amazon.de/Vergewaltigung-menschlichen-Identität-Irrtümer-Gender-Ideologie/dp/3) und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-945818-01-5 (http://www.amazon.de/trifft-Frauen-Kinder-zuerst-Genderismus/dp/394581801X)

    • An diesen Zastrowtext...
      …habe ich neulich auch wieder denken müssen.
      Der Mann hat hellseherische Qualitäten, und dass er es in ein Buch über Genderfeinde geschafft hat (s.u.), zeigt nur, wie sehr sich die politisch korrekte Ministry of Truth in unserem Lande vor ihm fürchtet.
      Ich fühle mich im übrigen dieser Tage fast schuldig und muss deshalb in diesem Zusammenhang ebenso oft an Kästner denken, wie an Zastrow. (Erich Kästner hat einen Spruch seiner Mutter überlieferte, der sinngemäß lautete: wenn du dir ernsthaft was wünschst, mußt du eben damit leben, wenn du´s am Ende kriegst!)
      Tja, und nun hatte ich mir glühend gewünscht, die Genderfetischistinnen und -fetischisten, Sprach- und Kulturverhunzerinnen und -verhunzer und Denkschablonenprägerinnen und -präger würden mal ihren Meister finden! Und was haben wir jetzt seit kurzem? Eine ungesteuerte Masseneinwanderung mehrheitlich kulturfremder, alleinstehender und beschäftigungsloser Männer!

      Kleine Anmerkung am Rande: daraus wird nur dann ein Schuh, wenn wir die Genderistinnen, Feministinnen und Denkschablonenprägerinnen dazu verpflichten, die Integrationskurse abzuhalten. Sie müßten sich mehrheitlich zunächst dafür qualifizieren und wären so in jedem Falle erstmal zu beschäftigt, um weiteren Schaden zu verzapfen, für den ich mich als selbstbewußte Frau fremdschämen muß!!!

  13. MORALINsaure zwangsRELIGION
    ja es ist bejammerwert, was aus der bande junger zorniger aufmüpfiger – und wie ich lese – reise- und lebenslustiger männer und ihrer sie damals begleitenden jungen, offensichtlich auch lebensfrohen frauen unter dem rädelsführenden zimmermannsohn inzwischen vorübergehend geworden ist……….

    stellen wir dem doch einmal die heutigen repräsentanten und weiblichen führungsspitzen im rot-grün-schwarz einheitsgefärbten moralinsumpf entgegen…………..da war Antje Vollmer mit ihrem cognac-gedopten auftritt im tv ja noch ein positives highlight.

    schon Friedrich II aus dem adelsgeschlecht um Wäschenbeuren, der der kunst, der wissenschaft und wie wir wissen schönen frauen aus dem morgenland vielfach zugewandte wurde ein leidtragender der bürokratisch und heuchlerisch verfilzten im dekadenten vatikan………….ganz zu schweigen von den in mehreren provinzen gross auftretenden sog. reformern, deren opfer heute noch zur sublimation in der politik gross auftreten müssen.

    und auch wenn er nicht immer recht haben konnte: der ehemalige kanzlerkandidat ortet ja verklemmte in berlin und enthemmte in ankara.

    der Horst, der kanns eben, sublimiert nicht und fährt trotzdem zum pabst !

    • Die Denk- und Sprachschablonen sowie das Gendermainstreaming hierzulande...
      …sind im Prinzip das hiesige geistige Pendant jener offensichtlich staatlich bestellten Prügelbanden, die in fernen Ländern darüber zu wachen haben, dass Männer und Frauen sich im Sinne der Mächtigen „sittsam“ verhalten!
      Warum lassen wir uns das eigentlich gefallen, wo doch die Meinungs- und Redefreiheit grundgesetzlich garantiert sind?

  14. Danke, werter Don! Alphonso
    Si può fare, si può fare, si può prendere o lasciare…
    Sie machen es richtig. Keinen Gedanken an die Übel der Welt verschwenden. Stattdessen diese Gedanken einmal bei Pasta con Tartufo oder einem Stück Sahnetorte sammeln, und wie eine Patriot Rakete ins Ziel schießen.

    Wenn Kolumnen, dann bitte geistreich und bissig, nicht moralinsauer und salonkommunistisch. Und Bento nur, wenn es japanisches Essen ist.

    Zweifelsohne werden Ihre Kolumnen ja von den richtigen Leuten gelesen, also denen um die es darin geht, egal wie sehr diejenigen das bestreiten. Nur fehlt den meisten das Wissen und Erkennen um die größeren Zusammenhänge, die ewig wiederkehrenden Muster der Geschichte.

    „Gut“ zu sein war noch nie so einfach wie heute, man hat den Ablasshandel auf das Blocken und Niederschreiben der „richtigen“ Leute reduziert. So können sich auch die monetär und geistig Armen mit ein paar Tastenklicks das gute Gewissen leisten. So besetzt man die richtigen Stellen im neuen, großen Heilsplan. Hunger in der Grube war gestern, und wer möchte sich schon mit denen von damals vergleichen?

    Ich könnte noch weiterschreiben, doch ach, auf mich wartet eine Donauwelle.

    • Meine persönliche Meinung ist ja, dass die meisten, die sich über das Elend der Welt Gedanken machen, die auch sofort verbreiten müssen. Es geht da vielleicht gar nicht um das Elend und die Gedanken, sondern um die Verbreitung. Ist aber nur ein Verdacht.

    • So ist es
      Dazu kommt noch, daß der richtige Gedanke nichts wert ist, wenn der falsche Mund ihn ausspricht. Doch auch das ist nichts neues. Es gibt nur Geschichte die sich wiederholt, und diejenigen die sagen „Aber das kann man doch nicht vergleichen!“
      Seit der Griechischen Tragödie hat sich nichts verändert, nur der Chor wird immer größer und lauter.

    • Titel eingeben
      „Es geht da vielleicht gar nicht um das Elend und die Gedanken, sondern um die Verbreitung. Ist aber nur ein Verdacht.“
      & dazu passt auch: „Moral als einseitiges Instrument zur Selbstdarstellung“
      .
      Einst hat man seine Gedanken zur Weltberbesserung in ein Tagebuch gekritzelt, heute stellen sie die gequirlte Scheiße sorry: den Quark in die dafür bereitgestellten Mülleimer, Facebook und Twitter. Und freuen sich sogar noch, wenn’s stinkt und die Ratten und Krähen anlockt … Seltsame Typen. Haben die keine Freundin oder Freunde?

      Es gibt auch Blogs, in denen sinnvolle Gedanken dargereicht werden, die man gerne liest und annimmt. Hier ist so eins und auch ich danke dafür.

  15. Causa Ziege
    Ein wunderschöner Text und wunderbare Bilder, die mich doch diesmal etwas ratlos lassen, weil ich meine grauen Zellen heute eigenständig bemühen sollte.

    Ich lese Don Alphonsos Blog seit 2012 immer mal mit, und fast jedes Mal ergibt der klassische, kulturelle oder besondere Begebenheiten beschreibende Textteil quasi als Einleitung einen Schlenker zu einem aktuellen Thema. Diesmal weist das Wort Ziege dezent darauf hin, wie ich meine.

    Ich hatte mich schon darauf gefreut, dass Don Alphonso seinen überaus klugen Input zu der medialen Kakophonie um B. und Sultan Suleiman II geben wird, welche sich zwischen Verständnis für Merkels Entscheidung wegen „Rechtsstaatlichkeit“ und großer Empörung oszilliert. Diesmal nichts, außer einem Diskurs über den Stellenwert der Moral im Laufe der ein paar Jahrtausende christlichen Abendlandes, sehr schön formuliert.

    Also bleibe ich ein wenig ratlos zurück: Will Don Alphonso verklausuliert „uns“ an unsere im Namen des Christentums verübten Gräueltaten erinnern, um sich mit Bedacht aus der hitzigen Diskussion zurückzuziehen. Oder will er „uns“, seine Leser, auf den Zahn fühlen, um zu sehen, was dabei herauskommt, wenn ohne seine gedanklich klare Richtschnur diskutiert werden soll.

    Meine Schlussfolgerung kann nur sein, dass Don Alphonso, (dessen Gedanken ich nicht so geübt bin zu deuten, wie manch erfahrener, regelmäßiger Leser), die „christliche“ Seite der Moral von Mutti und ihrer Lakaien in der „C“ Partei in Causa Ziege symbolisch als Fortsetzung der von ihm beschriebenen christlichen Moral sieht, eine Moral von Jahrhunderten Folter und Mord. Das wäre allerdings jedenfalls für mich die passende Antwort, die völlig genügt, ohne sich an der Kakophonie beteiligen zu müssen.

    Weil sich Don Alphonso einer weiteren Erörterung enthält, bis auf den dezenten Hinweis auf die Ziege und die Moral, möchte ich zwei Links geben, welche meine eigene Meinung in Causa Ziege ganz gut decken: einer, oh Wunder! aus SPON und einer aus der FAZ.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-boehmermann-merkel-schwaechelt-im-kampf-fuer-die-freiheit-a-1087573.html
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/titanic-anwaeltin-rittig-zu-boehmermanns-erdogan-gedicht-14176628.html

    @ Don Alphonso
    Sorry, dass ich Sie in dritter Person anrede, aber so waren halt meine ersten Überlegungen, nachdem ich Ihren heutigen Blog durchgelesen hatte.

    • Ich will plaudern und damit Geld verdienen und es verprassen, das ist alles.

      Zum thema B. wird noch sehr viel Zeit sein, das hebe ich mir auf, aber die Ziege geht nun mal dorthin, wo sie will.

  16. sonetti lussuriosi
    Stets, wenn ich Ihren Blog im Browser aufrufe halte ich einen Augenblick inne und lese: „Don Alphonso ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.“

    Gedanken an eine „Kunstfigur“ zu schreiben ist ja schon so eine Sache. Kinder schreiben an den Weihnachtsmann.

    Die Kunstfigur des „Maschera“ aus der Commedia all’improviso ist bekannt, doch dort ist man Zuschauer und schreibt nicht.

    Ist Don Alphonso, als die Kunstfigur zu sehen, die als transzendentales Subjekt schöpferisch, gestaltend, organisierend und denkend wirkt und dadurch den Menschen sogar zu übersinnlichen Erfahrungen befähigt?

    Mag das Schreiben an Don Alphonso gar ein medialer Jenseitskontakt sein, eine sich wöchentlich wiederholende spiritistische Sitzung? Vielleicht sollte man nicht so sehr darüber nachdenken, denn sonst stellt sich womöglich der Gedanke der mentalen Trostmasturbation ein, als eine Art Socialmedia-Theraplay, die, falls sich keine befriedigende Verbesserung einstellt, mit der Maltherapie erweitert werden kann und, wenn Alles nichts nützt, kann man ja noch immer zum Töpfern gehen.

    Das Schreiben an „Don Alphonso“ als die freie und selbstgewählte Inanspruchnahme einer vorgezogenen ReminiszenzTherapie, nach dem Motto: Wie gut doch die alten Zeiten waren? Oder ist es vielmehr die Vorbereitung auf jenes, was wir bei Theodore Twombly, im Film „Her“ sehen können?

    Aber vielleicht ist das Schreiben an Don Alphonso auch nur ein konfliktzentriertes Bilanzziehen im Laissez-faire Stile? Und manches mal sagt die Kunstfigur sogar etwas zu dem Geschriebenen. Boshafte würden vielleicht sagen: „Huch, die Mumie spricht.“

    Normalität oder Wahnsinn? Michel Foucault und Jürgen Link haben ausführlich hierzu geschrieben.

    Ich will es mal so sehen: Don Alphonso zu schreiben ist die „Diffusität der alltäglichen Verwendung von Normalität“ (Link).

    Mais qu’aurait-on fait sans lui?

    Lieber Don Alphonso,

    selbst, wenn man man in einem fensterlosen Raum eingesperrt wäre und nur Ihren Blog lesen dürfte, würde man unweigerlich bemerken, daß es außerhalb dieses Raumes Frühling sein muß.

    Es scheint ein wenig wie im Märchen „Sterntaler“ der Gebrüder Grimm. Da fallen die Sterne als Silbertaler vom Nachthimmel, und es hat ein neues, feines Leinenhemdchen an, in das es sie aufsammelt, jedoch bei Ihnen scheint es statt der Silbertaler ( davon hat „Don Alphonso. Don! Alphonso“ ja schon ausreichend) ein jahreszeitlich bedingter Erguß von Sertonin und Dopamin zu sein.

    Die damit unvermeidlich vermehrte Hormonausschüttung läßt Ihre Zeilen aufquellen.

    Wie hübsch.

    Ihr, hier öffentlich gemachtes, wie mutiges Bekenntnis: „Ich bin vermutlich kein moralisch guter Mensch und flexibel in meinen Ansichten.“ steht jedoch im Widerspruch zum Leben, des von Ihnen bewunderten Aretino.
    Ebenso beruhigend ist es, daß Ihre Texte (noch) nicht, wie bei Aretino, mit dem Zusatz enden: „per divina gratia huomo Libero“.

    Nachdem ich Ihre Zeilen gelesen habe bin ich schnell mal in meine kleine Bibliothek gegangen. Ich habe da noch eine schöne, wie wertvolle Ausgabe der „I Modi“. (Bei Eichborn/Frankfurt erschien ja einmal eine Art billige Volksausgabe der „I Modi“, scheußlich.)

    Die neue Zensur in Deutschland, würde es nicht zulassen hier aus den sonetti lussuriosi zu zitieren, obwohl ich ja der Meinung wäre, daß diese Texte zur Allgemeinbildung gehören sollten.

    Es ist schön an Ihren Frühlingsgefühlen teilhaben zu können und, mögen sie dauerhaft sein. So will ich meine Gedanken an Sie mit den letzten Zeilen der sonetti lussuriosi, jugendfrei, beenden. Bedenken Sie jedoch bitte, ob Kunstfigur oder braver bayerischer Bürgersohn mit Ausfallsqualitäten, Aretino soll der Legende nach bei einem Lachanfall vom Stuhl gefallen sein und sich dabei den Hals gebrochen haben.

    Chi ha le voglie corrotte
    
legga cotesta gran coglioneria
    
che il mal’anno e il mal tempo Dio gli dia!

    Womit wir wieder bei der Ziege wären.

    Seien Sie herzlich gegrüßt

    ObjectBe ( objectbe.blogspot.com)

    • jugendfrei - so gut wie
      Salve,
      Nachfolgend eine – so gut wie – jugendfreie, Ottaverime (eine schon von Ariost verwendete Strophenform für den meist ironisch/spöttischen Gebrauch) aus den dubbi* amorosi, da etwas moderater als die sonetti lussuriosi:

      ZWEIFEL XVIII
      Schön Laura, die bekanntermaßen klaute
      Verlor an ihren Schüler ganz ihr Herze
      Da gabs in mancher Börse schlimme Flaute
      Denn Laura stahl gewitzt beim Rammelscherze
      Was sie dann dem Scholaren anvertraute
      Zum Lohn, weil der sie rüttelt bis zum Sterze.
      Sei er als Dieb der Polizei empfohlen
      Weil er bekommt, was sie so schnöd gestohlen?

      LÖSUNG
      Hell scheinet uns des Paragraphen Leuchte
      Raptoribus bonorum de statute:
      Griff einer sich, was ihn sein Eigen deuchte
      Der ward kein Dieb – man halt ihm das zugute!
      Ich wüßte nicht, was es da weiter bräuchte:
      Fest stehet ohne Zweifel noch Dispute
      Quod suum. Jede anvertraute Krume
      Verbleibe dem Scholar zum Eigentum.

      (Übers. M. B. Jachtheim, Gala Verlag, Hamburg, 1968)

      Dürfte demnächst auf dem Index Prohibitorum landen, da nicht konform mit den Regeln der deutschen Schlechtschreibreform des Kultusminister-Consiliums. Da bleibt, zum Glück, die Originalfassung des Messer Pietro Aretino.
      TU FELIX ITALIA

      * dubbi amorosi versuchte die Autokorrektur in Dubai amorosi zu islamisieren … krächz

    • You, my dear...
      …would be in your very early thirties, or am I at error? … a young, ambitious lady…
      …as an old wise owl may I tell you sister: listen more and twitter less ;-*


  17. Die offensiv zur Schau getragene Moral ist oft das deutlichste Zeichen für Bigotterie. Die Zeiten, wo man mit leichtem Gruselgefühl auf die Kandidaten für das US Präsidentenamt verweisen konnte, während zuhause vermeintlich alles prima war, die sind lange vorbei.

    Geht es nur mir so, oder erinnern die von Ihnen angesprochenen Photoshop-addicted-Kreise in ihrem Verhalten sehr an Lord and Lady Whiteadder?
    Sackklamotten, für die Zeit ungewöhnliche Ernährungsgewohnheiten, der Körper mit lauter Logos versehen, in allem und überall steckt der Teufel.

    • Ich muss darüber auch mal was machen… mal schauen, wie ich das verbrate. Übrigens, die itaienische Enghosenmode ist auch nicht schön.

  18. kein Problem
    „Piero della Francescas Meisterwerk sollte den Aufgeklärten da eine Mahnung sein.“

    Nun, wer beispielsweise auch Sunzi als Werk der Aufklärung versteht (in geistiger Hinsicht, natürlich nicht in historischer) der versteht, dass ein neuer Standard nur installiert werden kann, indem man ihm einen gewissen … Tribut zollt! Der Aufgeklärte wird sich also stets nur einem solchen neuen Standard zuwenden, der bitteschön anderen die Zahlung des Tributes abverlangt!

    Soviel zur Aufklärung – manchmal ist Moral auch hilfreich (zum dahinter Verstecken, beispielsweise).

  19. Ein Blick in die Geschichte
    lohnt allemal. Was mich gruselt ist, wie gerade in den verschiedensten politischen Lagern an Kunst- Meinungs- und Religionsfreiheit gesägt wird. Ob unter dem Deckmantel eines nicht näher definierten „christlichen Abendlandes“ oder der Gleichberechtigung oder was auch immer.

    • Ja, das wird alles noch lustig – lieber heute lästern als morgen wegen Verdacht am Galgen, dann lohnt es sich wenigstens.

    • Ja, derzeit sind gleich mehrere Dystopien immer näher dran, sich zu realisieren...
      …nämlich „1984“, „Brave New World“ (SPD-Politiker Olaf Scholz hatte ja schon vor etwa 12 Jahren interessanterweise die „Hoheit über die Kinderbetten“ gefordert!) und Christophers „dreibeinige Monster“…

      … und natürlich „Soumission“, klar.

      Wahrscheinlich sollte man mal einen Bundeswehr-Biwak-Kurs mitmachen, damit man Runzelkartoffeln essend in einer in Neuseeland oder Norwegen zu mietenden Eingezäunten Mondlandschaft überleben lernt. Oder vielleicht verfällt Putin noch auf diese Geschäftsidee? Hm.

  20. Arezzo und Moral
    Wollte gerade an der Steuererklärung arbeiten, wird erstmals nichts. Statt dessen blättere ich in Bildern der „Leggenda della Croce“, die ich neulich aus Arezzo mitgebracht habe. Mässigen Sie sich lieber Don mit Ihren Texten, sonst bekomme ich noch Ärger mit dem Steueramt (so nennt sich das Finanzamt hier…)

    Und den Pietro Aretino besorge ich mir noch….

  21. Ratlos
    „Das hier ist eines der wichtigsten Kunstwerke des Abendlandes, und es ist moralisch nicht weitab von Dachau und den Baukränen …“

    Mei, hier scheint einiges durcheinander zu geraten, oder es liegt zumindest eine grobe Skalenverschiebung vor. Piero della Francesca „moralisch nicht weit ab von Dachau“?!? Ich bitte Sie!
    Weil er eine Legende bildlich darstellte? Sind von ihm oder seinen Auftraggebern Aufrufe zu Pogromen überliefert oder gar die Teilnahme an solchen?
    Der Kern der Kreuzauffindungslegenden, in der des Judas Cyriacus mehr noch als in jener der Helena, mag in der Tat antijüdisch motiviert gewesen sein, dass das aber zwingend für die Schöpfer ihrer bildlichen Darstellung zutreffen soll, ist bis hin zum völlig überzogenen Dachauvergleich – mit Verlaub – Schmarrn.
    Der Versuch von den (eh schon unvergleichbaren) Jerusalemer und Dachauer Quälereien letztlich eine Verbindung zu dem – zugegeben, unzimperlichen, moralinsauren und nicht immer sachlichen – Umgang von Helldeutschland mit seinen Kritikern und Skeptikern abzuleiten, macht den Artikel und die Intentionen seines Autors vollends unverständlich.

    Interessant nebenbei: laut Legende haben die Jerusalemer Juden das Kreuz, sei’s auf Druck oder Zurede, schließlich herbeigeschafft. Sie hatten es demnach tatsächlich, wie man im Christentum des Mittelalters gern glauben mochte. Naheliegender ist indessen, dass man in schierer Not ganz einfach besorgte, wonach die fordernde Dame verlangte: irgendein Stück fauliges Holz, dürfte doch nach drei Jahrhunderten kaum mehr etwas vom sagenhaften Original übrig gewesen sein. Heftige Nachfrage und erlösende Ideen zu ihrer Befriedigung standen am Beginn des bald aufkommenden Handels mit derartigen und ähnlichen Reliquien.

    • ÄÄhm – haben Sie die Legenda Aurea mal gelesen? Das war zu dieser Zeit ein Bestseller. Die Menschen haben weitgehend geglaubt, was dort drin stand, und da ist sehr vieles dabei, was nach heutiger Vorstellung – und auch damals bei manchen schon – antisemitisch war. Menschen mit dem Verbrennen bedrohen galt als etwas, das einen zur Heiligen macht. Was will man da noch debattieren?

    • Titel eingeben
      Nun, nach dieser Übersetzung der Legenda Aurea war es allerdings nur ein Jude – wieder mal ein Judas – der in die Grube hinabgelassen wurde zwecks Folter:
      http://winterthurerfortbildungskurs.ch/publi/HansHaggenberg.pdf

      Und von einer interessante Bekämpfung von Eros durch Glauben wird dort auf S. 36 auch berichtet: dass er an einem Ort betete und das Kreuz dann ausgrub „Es war aber an demselben Orte, wie wir in der Historia Ecclesiadtica lesen, ein Tempel der Venus….“

      In der Kirche zu Wiesendangen gibt es auch eine mittelalterliche Darstellung des Legendenzyklus – von dem aber nur wenige harmlose Bilder im www. zu finden sind.

      Allerdings ist mir nach Ihren Ergänzungen nun nicht mehr klar, warum ein Libertin ein Denkverbot ausspricht (Stichwort Abstraktion).Und es wäre wirklich an den Haaren herbeigezogener Unfug (die Abstraktion, nicht Dachau!), dies mit dem Goppelspruch „…dass wir zwölf Jahre üblen Unfug gemacht haben.“ in Verbindung zu bringen.

    • Umgang mit dem Volksglauben
      Kleriker von der Güte eines Ratz können mit dem Widerspruch zwischen „frommen“ Legenden und Theologie umgehen. Ein Aspekt in den Schriften Ratzingers, wie zart er mit dem Irrglauben umgeht.
      Die scala santa zum Beispiel, aus dem Palast un der Heiligen Stadt, von St Helena gefunden. In den Resten einer Stadt, die gut 200 Jahre vorher Titus, der Bruder des Diokletian, gründlich zerstört hatte. Ratz machte sich nicht gemein damit und nie darüber lustig.

    • Mr Piene...
      …have you called yourself (or is your shortened name supposed to allude to) OTTO PIENE the German expressionist painter…?
      Because this blog alludes to a picture by Otto Dix?
      I am so interested in art… hence my question.
      By the way. I do wonder what will happen to all the wonderful German expressionist (or French impressionist) masterpieces after, you know, German Willkommenskultur will begin to break the bank (and certain cultural changes might not exactly seve to increase public appreciation of the Fine Arts in general…).
      But perhaps the Americans and the Russians will be glad to oblige…
      …we´ll probably need the money, anyway…
      (our roads are full of holes as it is, and we haven´t got enough teachers to teach our own kids, plus we don´t know where to house all our guests… )

  22. Pietro Aretino
    Ein wahrhaft brillanter, freier – und skrupelloser – Geist, Ihr journalistisch-literarischer Ahnherr, dem Michelangelo Handzeichnungen im Gegenzug für schmeichelhafte Reklame schenkte. Als sein Auftraggeber nicht mehr „zahlen“ wollte, wechselte Aretino von der Schmeichelei in den Schmähmodus und heuchelte Empörung über die Abbildung von nackten Körpern in Michelangelos Jüngstem Gericht. Wieso kommt einem ausgerechnet hier ein gewisser Minister in den Sinn?
    Daß berufliche Brillanz und Chuzpe nicht jedem gefallen, erfuhr Pietro, als einige Neider (auch was mit Medien) den „göttlichen“ Konkurrenten mittels eines Mordanschlages aus Rom verjagten.
    Heutzutage wird – gähn – getwittert.
    „Inzwischen erregen die Scudi, die zu Hunderten bei mir eingehen, ihren Neid … Behüt Euch Gott!“ (P. A.)

    • NNun, der Mordanschlag ist bei unserem Menschenrechtspartner Türkei ja immer noch ein probates Mittel – in Deutschland dagegen ist man diskreter und weiss die Fassade des Pluralismus zu achten.

  23. There is good and there is evil, and evil must be punished.
    Jetzt lassen sie doch den Menschen ihre Moral.
    Sie haben kein Geld, keine gesellschaftliche Stellung, keine Kunst und meist auch keine Kultur. Von Bildung ganz zu schweigen.
    Was bleibt da ausser bzw. insbesondere der Moral.

    Diese anerkannte Form welche ohne jegliche Eigenleistung individuell gefüllt und genutzt werden kann.

    Was dem IS der Glaube ist dem Gutmensch die Moral.

    Man unterscheidet einfach zwischen Gut und Böse und setzt sich auf die Seite „Gut“.
    Und schon ist sie da, die Bedeutung.

    Einfach lächeln und nutzen: Wenn einer mit Moral argumentiert, dann weiß man wer vor einem steht.

    Btw:
    Völlig unmoralisch von Ihnen, Ihre Beiträge an einem Montagvormittag zu veröffentlichen. Es existiert hier noch so etwas wie eine arbeitende Bevölkerung!

  24. i-tüpferl
    Phryne!- nur weil ich hier so ein nettes Bild von ihr stehen hab.
    Gruß aus der Josefstadt!

    • Titel eingeben
      Phryne?
      Phryne Fisher?
      Eine Folge dieser austr. Crime Serie: Miss (Phryne) Fisher’s Murder Mysteries sah ich gerade …und fünf Minuten später les ich den Namen hier…?!?
      Mysteriös.

    • Phryne
      …so sieht mein Desktop aus… Vor den richtern

    • Phryne
      …naturalment… Jean-Léon Gérôme

  25. Sehr geehrter Don - mille mille grazie a Lei!
    Und Freude darüber, dass in der FAZ heute damit 2 Artikel zu finden sind, die zum weiter denken anregen: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ayaan-hirsi-ali-zur-integration-muslimischer-migranten-14183665.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
    Lichtblicke in der Geschichte gab es immer wieder. Über das, wie hart sie erarbeitet sein mussten, ist eher nichts verlautbart, so dass es wirklich die Bilder sind, die uns was geschehen ist näher bringen, wenn wir denn aufmerksam hinschauen und einen Erzähler wie sie mit uns haben.
    In der Alhambra gab mir eine Wand Arabesken das Geheimnis preis, dass alles miteinander verbunden und verwoben ist, paradiesisch schön und Herz erfüllend sein kann. In der eigenen Umgebung gibt es immer mehr solcher achtsamen Augenblicke, geschärft durch all das, was gerade um mich geschieht und durch die Gemengelage provoziert wird.
    Den Blick auf strahlend rote Tulpen im Sonnenlicht zu richten statt auf Personen, die im Konfirmandenanzug angepasst auf dem Weg zu Prüfungen und weiterem Ungemach scheinen – das allein ist meine Entscheidung.

    • Militante Nichtraucher, daran erinnert mich Ayaan Hirsi Ali.
      Es ist ja oft zu beobachten, daß ehemalige Raucher/inne/n diejenigen sind, die das Rauchen und die Raucher mit allen Mitteln bekämpfen. Warum sollte das bei Einwanderern und Flüchtlingen, die sich erfolgreich integriert haben, anders sein.

    • Herr Otto, auch für Sie, so scheint mir, kann nicht sein
      was nicht sein darf. Ihre Reaktion schreckt mich genau so bei einigen meiner Freunde, die sich eher im linken politischen Bereich aufhalten und die ich nicht verstehen kann.
      Es scheinen Balken, die anscheinend nicht nur in einem Auge das Erkennen eines anderen als des erwünschten illusorischen Sachverhaltes verhindern.
      Was hülfe Ihnen, den Inhalt des Gesagten, und es ist nun mal ja nicht nur Frau Ayaan Hirsi Ali, die uns warnt, aufzunehmen, statt diese als Person zu diffamieren?

    • J´adore Ayaan Hirsi Ali
      Wer die Lebensgeschichte von Ayan Hirsi Ali kennt, wer ihre politische Leistung anerkennt und wer ihre Bücher gelesen hat, kann diese Frau nicht so herabwürdigen wie Sie, Herr Meier.
      Frau Ali hat in Somalia erfahren was übelste Frauenunterdrückung im Namen einer Clan-Kultur und des Islam bedeutet. Sie hat erfahren was Verfolgung auf Grund ihrer Flucht aus ihrem Clan und des Verlassens der `Umma´ bedeutet. Durch diese Erfahrungen geprägt hat sie nicht resigniert oder sich unterworfen, sondern mit großem Mut den Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung und für eine Reform des Islam aufgenommen.
      Zur Lektüre sei Ihnen empfohlen:
      Ich klage an: Plädoyer für die Befreiung der moslemischen Frauen (in deutscher Sprache, 2005)
      Reformiert Euch!: Warum der Islam sich ändern muss (in deutscher Sprache, 2015)

    • Ich bin ja eher kein Fan der Dame, und auch nicht ihrer Dramatisierungen. Vielleicht gehe ich doch mal auf eine türkische Discoparty bei mir daheom und mache einen Bericht.

    • Grämen Sie sich nicht, Gast,
      auch ich verstehe nicht immer alles. Zum Beispiel verstehe ich nicht, wie Sie dazu kommen, anzunehmen, ich diffamiere Frau Ayaan Hirsi Ali – und das auch noch persönlich.

      Mein Vergleich ist allgemeingültig und hat auch nichts linkes an sich, oder sind militante Nichtraucher in Ihren Augen links? Es ist halt so, daß Menschen gern von einem Extrem ins andere fallen.

      Frau Ayaan Hirsi Ali nimmt in dem Beitrag jedenfalls eine extreme Position ein, oder sehen Sie das anders? Wenn ja, dann unterscheidet sich Ihre Position insofern kaum von der Position derer, die für grenzenlose Einwanderung sind. Zu Kompromissen scheint kaum noch jemand bereit zu sein, selbst die Einwanderer nicht. Das und nicht mehr wollte ich zum Ausdruck bringen. Sie hingegen treiben es wieder auf die Spitze.

    • Hey Jo(e),
      isses denn nu gut, „herabwürdigen“? Mein Gott! Militante Nichtraucher können ja kaum schlimmer sein.

      Ich darf Ihnen vielleicht mal die Geschichte Luthers empfehlen? Die endete mit der Empfehlung, Bauern zu teeren, zu federn usw. Wie kann man sich da über meinen so harmlosen Vergleich nur so aufregen?

      Scheinbar gibt es doch mehr militante Nichtraucher, als ich dachte.

    • Und Veganer…

    • Nur zu,
      lieber Don, zur türkischen Disko-Party. Davon gibt es hier in Berlin die Menge und Sie würden dort mit großer Sicherheit auf keinen Islamisten treffen.

      Aber vielleicht wäre es besser, statt Ayaan Hirsi Ali indirekt vorzuwerfen, sie hätte die Mehrheit der gut angepassten jungen, diskothekenbesuchenden Muslime, nicht im Blick und ihr direkt Dramatisierungen vorzuwerfen, würde ich mir von Ihnen wünschen, daß Sie dies anhand ihres aktuellen Artikels in der FAZ belegen.

      Sie analysiert darin sehr differenziert unsere Lage und schlägt Maßnahmen für die westliche Politik vor. Mit diesen muß man nicht einverstanden sein. Man sollte sie aber nicht mit lockerer Blog-Hand einfach abtun.

  26. Jude am Seil? Habe ich da was übersehen?
    Mit Moral und Ethik ist das so eine Sache, enden diesbezügliche Betrachtungen und Bewertungen doch regelmäßig in Sackgassen, Doppel- oder Hypermoral. Gern wird die Moral auch direkt und indirekt als finites Element genutzt.

    Wirklich frei machen von Moral kann sich aber niemand. Bei denen, die es dennoch versuchen, meldet sich dann in der Regel das schlechte Gewissen, welches versucht wird, mit allerlei moralisch abwegigen Überlegungen zu überlisten. Was nach außen scheinbar spielend gelingt, hinterläßt im Inneren dann gruselige Verletzungen mit lang andauernden Folgen.

    Zwar soll es moralresistente Menschen geben bzw. gegeben haben, aber daran habe ich so meine Zweifel. Demoralisierte Menschen gibt es aber unzweifelhaft mehr als genug.

    Ob es die einzig richtige Moral gibt? Ich denke schon. Solange aber das Fressen vor der Moral kommt, was unmoralische Gründe hat, kann sie sich wohl kaum durchsetzen. Denn mit der Moral und Unmoral ist es wie mit dem Wasser und dem Wein. Zu viele predigen und zu wenige handeln.

    • Militante Nichtraucher, daran erinnert mich Ayaan Hirsi Ali.
      Mehr fällt Ihnen dazu nicht ein?

    • Es gibt sowas wie Ethik, das ist dann was, was allgemein gültig ist.
      Für eine gewisse Zeit. Und dann gibt es moralisch gutes und moralisch verwerfliches handeln.
      Eine einzig richtige Moral? Niemals!

    • Nun, Herr Lichtenberg und Gast,
      das Moralisieren scheint ihnen ja auch nicht fremd zu sein. Wie sonst könnte man sich an meinem o. a. Vergleich so festbeißen.

      Wenn Ethik und Moral so leicht veränderbar wären, nur zeitlich begrenzte Gültigkeit hätten, ja worüber wollen wir denn dann noch reden?

  27. Pingback: Let’s talk about sex – Geschichten und Meer

  28. Bloggen heißt jagen - um öffentliche Aufmerksamkeit
    Wieder einmal destilliert sich aus Don Alphonsos Zeilen sein Weltbild, womit er sich die anerkennende Sympathie ähnlich gestrickter Zyniker erarbeitet. Wie schön, solche fein formulierte Kritik im Hier-und-Hetz zu lesen, der leicht zuzustimmen ist:

    „Wahrer Vernichtungswillen gegen Andersdenkende braucht die moralische Komponente wie die Atombombe das Plutonium. Der Zweck heiligt die Mittel. Manchmal bekommt man dafür das Ritterkreuz, 72 Jungfrauen, einen schönen Platz im Kirchenchor, oder eine Kolumne.“

    Weil dies so wahr wie grausig ist, geht der Blogger mit möglichst verschwurbelten Szenen und Stories der wunderlichen Geschichte des Abendlands zu Werk, eine umfassende Kenntnis die den Hunger nach Bildung befriedigt. Allerdings nur nicht auffallen und aus der Rolle des zynischen Olymps fallen, wo Folterer in Gruben drohen.

    “ Deshalb bin ich ja auch nur Tendenzschmiere.“

    Mit dem Bekenntnis bringt sich Don Alphonso in Sicherheit, und lebt seinem erklärten Ziel:

    „Ich will plaudern und damit Geld verdienen und es verprassen, das ist alles.“

    Wer sonst unter den Tendenzschmierer hätte die Chupze, sich ehrlich zu seinem Handwerk zu bekennen? Mir als Rentner nach 20 Jahren, acht Monate und 12 Tagen im redaktionellen Handwerk der angepassten Massenmeinung, wird mittlerweile zuteil, was lt. Wiki Pietro Aretino am Ende seine Tage so titelte:

    „Auf den Titelblättern seiner letzten Bücher nannte er sich Pietro Aretino durch göttliche Gnade ein freier Mann“

    Doch bis jemand so weit und so frei ist, übe man sich besser geflissentlich als Tendenzschmierer mit Aussicht auf verständnisvolle Leser – zwischen den Zeilen und in Don Alphonsos Kommentare! Danke Don Alphons, mit der Lektüre macht’s mehr Spass „Doham“:
    http://n0by.blogspot.de/2016/04/siena-bozen-doham.html

    • Ich gebe offen zu, dass mir Ritterkreuze noch weniger behagen als Kolumnen und Plätze im Kirchenchor – es war eine Anspielung auf diverse Autoren anderer Bltter, die gerade ihren Moralischen austragen, und da wollte ich, ganz wie Aretino, etwas Schweinehaut auf ihren ehrenvollen Weg zum Parnass legen.

    • Werter nOby, nach 20 Jahren und Gequetschte ...
      … da sind Sie doch hoffentlich kein Rentner sondern Privatier?
      Oder haben Sie studiert bis Sie Mitte 40 waren?
      .
      Welche Rente bekommt man denn in DE nach 20 Jahren „Tasten streicheln“, wenn es selbst nach 20 Dachdeckerjahren ohne Sturz vom Dach mit Genickbruch kaum Aussicht auf Frühverrentung gibt ?

  29. "... braucht ... die Atombombe das Plutonium."
    Nö, braucht nicht, Uran 235 (deutsches, wie einige Geschichten munkeln) tat sein Werk über Hiroshima.

    • Frau Merkel ist die Physikerin, ich bin nur Schmierfink.

    • @ Frauke Amgelin
      Das Spaltmaterial der Atombombe über Nagasaki war allerdings sehr wohl Plutonium.

    • Schmierfink? Nochmal nö: Sie sind doch vor allem Historiker, wie Sie
      oft genug betonen, schmunzel…

      Lieber Dengar, alles richtig, war ja auch kein Wunder bei der Chicagoerfermischenreaktorvorstellungenumsetzung – die hatten deshalb eben bald mehr Pu als U. Hier bei uns ging’s jetzt aber bloß ums „brauchen“.

  30. Titel eingeben
    Das jüdisch-christliche Abendland steht nicht immer für Santa Claus und Friede Freude Eierkuchen, aber die größten Schlächter und Praktikanten des Massenmordes waren weltweit bezeichnenderweise nicht die religiösen Eiferer, die haben sich hauptsächlich gegenseitig auf die Scheiterhaufen geschickt, sondern je nach Klimazone atheistische Aufklärer und Opiumverweigerer und/oder Kleinbürger, die einem Neo- Heidentum frönten. Der vermeintliche Antisemitismus in Wort und Bild war ohne Journalisten und dank dem Analphabetentum zwar unrühmlich und auch mörderisch, mit Dachau aber ungefähr vergleichbar, wie man Luther mit Himmler vergleichen mag.
    Und dann, bitte, schreiben Sie nicht von della Francesca, Piero genügt.

  31. Ach ja, die Moral.
    Dazu gab es Gestern bei Anne Will wieder viel zu lernen. Unter anderem von einem Teilnehmer, der vor noch nicht allzu langer Zeit in einem Dialog die Kinderarbeit aus tiefster Überzeugung verteidigte – auch im TV. Die Einstellung zur Altersarmut überraschte denn auch nicht mehr wirklich.

  32. Einwand
    Toll beschrieben, danke vielmals. Ob man aber die Intention der Darstellung so auf den Punkt bringen kann, weiß ich nicht. Diese Maler waren ja letztlich nicht papal, sondern Firenze und vermutlich äußerst kritisch. Zeitgenosse Fra Angelico, ebfs. ein Meister schöner Gesichter, heiratete eine Nonne, Michelangelo malte eine Karikatur vom Papst, vermutlich zunächst unbemerkt, an die Decke der Capella Sistina, in eine Ecke. Galileo Galilei etcetera, die ganze Phase kritisch-genial. So muss man auch bedenken, dass die Legende ca. 1000 Jahre alt war und mit Firenze so viel zu tun hatte wie eine Ziege mit einem Leuchter.
    Also, Don, Sie sehen, ich versuche, Piero aus Arezzo ‚rauszuhauen, was nobel ist. Ob korrekt, weiß ich nicht.
    Was wird jetzt aus Ihrem Vergleich? Sie müssen ihn nur 1000 Jahre zurückversetzen, falls Sie meinen Einwand akzeptieren.
    Tatsächlich hatte das Römerreich mehr Ähnlichkeit mit unseren heutigen Befindlichkeiten, als das kleinere Reich der Medici, die ich nun doch in eine ganz andere geistige Sphäre rücken möchte als die heutigen Eliten. Man könnte vielleicht Carlos I/V mit ihnen vergleichen, nicht aber dieses völlig Glanzlose, bar jeder genialen Idee, sich erschöpfend in Bürokratie und dem Ausdenken neuer finanzieller Rechtfertigung für „Big Government“, das wir heute vorfinden.

    In meinem Werk über Piero wird der am Seil l’ebreo Giuda genannt, der Hebräer Judas. Wenn das keine Anspielung auf Judas ist! Allerdings kann man hier natürlich Antisemitismus vermuten, den Judas stand für die Christen immer stellvertretend für alles Schlechte.

    Dennoch unterstelle ich der gesamten Künstlerschaft des Rinascimento etwas höhere Motive und eher Kritik an Rom. Mögen Sie daraus meine Bewunderung für diese Epoche ableiten und die tartufi umso mehr genießen!
    Und danke für die prachtvollen Detailbilder!

  33. Titel eingeben
    Hoffe ich habe jetzt nichts überlesen, aber was steckt denn hinter dem schaurigen Splatter-Bild mit dem in den Hals gerammten Dolch?

  34. Don, Sie schreiben zu schnell..
    denn, hätten Sie auf ihrer Fahrt von Ravenna noch einen Tag in jenem rechtwinkligen Genussdreieck zwischen Greve, Radda und Castellina in Chianti verbummelt (was wir Ihnen, trotz aller Ungedult sicherlich verziehen hätten), so hätten Sie in Ihrer aretinischen Erzählungen noch den montäglichen Sturm im Wasserglas in Ihrem Heimatland mit verwursten können.
    .
    Und auf Heimatland, darauf bestehe ich, trotz aller Sezessions-Anwürfe an die Bayern. Sonst füge ich zur Demonstration und als Beweis antizipierender bayrischer Reichssehnsucht im nächsten Artikel einige Passagen bayerischer Wirkungsweisen hinzu, quasi den Furor bavariensis zu Sedan-Bazailles/Balan, was dann allerdings evtl. Ihren bisher positiv scheinenden Einfluss auf das geneigte Mutterhaus ins Wanken bringen könnte.
    .
    Alora, kaum sind wir der olfaktorischen Dunstkreis um die Ziege entsprungen- (den Wendekreis der Ziege gibt es ja nicht) und während Don im Schatten der Pratomagno die bereits lauen aretinischen Abende in vorsaisonaler Ruhe bei tartufo e parpadelle genießt, tost zwischen Flensburg und Schneizlreuth ein Entrüstungssturm der Unierten von Berlin. Dabei ist nicht anderes geschehen, als das sich ein sog. rechtspopulistisches Parteichen, das sich gerade eben wie eine Fumarole bahn bricht durch die Ablagerungsschichten jahrzehntelangem politischen Missmanagements und das sich ein Programm zusammenschreibt, um einem System ans Knie zu treten, dass einen gewissen Dachdecker aus Neunkirchen an der Saar vor Neid erblassen ließe, lebte er noch. Die Fumarole stinkt und zischt-und es besteht die Gefahr, dass sich aus dem Kraterchen ein Schlund bilden könnte.
    .
    Dort stehen aber auch derart abartige Dinge drin, die dem deutschen Sprachschatz abhanden gekommen zu sein schienen. Man erhebt tatsächlich Anspruch darauf, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, welche schon die Deutschen gerne selbst entscheiden würden. Zum Beispiel dass man Investitionen in Sakralbauten in Anzahl und Architektur für eine Noch-Minderheit nicht von wahhabitischen Wünschen aus der arabischen Wüste abhängig machen möchte. Oder dass man seine Seele und Teile des Etats nicht an Möchtegerne, n´importe quoi, verschleudert.
    .
    Dem angehenden grünen Kanzlerkandidaten entfuhr darauf sogar ein entlarvender Satz mit Wahrheitsanteilen: Er meinte, dass man mit Radikalität keine Radikalen bekämpfen könne (sinngemäß). Womit ja mal klar gestellt wäre, dass das Vorhandensein radikalgesinnter Bereicherungsanteile durchaus auch von dieser Seite erkannt ist.
    .
    In der Hoffnung weiterer Fahrensberichte, vielleicht vom Trasimenischen See (Stichwort, Tuoro, Anibale, 217 a.C.) verbleibe ich.

    • In der Ecke bin ich übernächste Woche.

    • Tropic of Capricorn
      @ Déjà de lautre côté de lhypocrisie sagt:
      „Alora, kaum sind wir der olfaktorischen Dunstkreis um die Ziege entsprungen- (den Wendekreis der Ziege gibt es ja nicht) […]“

      Den Wendekreis der Ziege gibt es der deutschen Namensgebung nach nicht, aber es gibt den südlichen Wendekreis des Steinbock, Tropic of Capricorn, Gattung Ziegen.

      „Zum Beispiel dass man Investitionen in Sakralbauten in Anzahl und Architektur für eine Noch-Minderheit nicht von wahhabitischen Wünschen aus der arabi-schen Wüste abhängig machen möchte. Oder dass man seine Seele und Teile des Etats nicht an Möchtegerne, n´importe quoi, verschleudert.“

      Saudi-Arabien finanzierte in 2000 weltweit 1.500 Moscheen.
      Im Zuge der Migration der Million[en] Schutzsuchenden nach Deutschland werden zwangsläufig mehr Moscheen gebraucht und selbstverständlich auch gebaut. Ob die von Saudi-Arabien finanziert werden, nachher kräht doch kein Hahn mehr danach.

      „Dabei ist nicht anderes geschehen, als das sich ein sog. rechtspopulistisches Parteichen, das sich gerade eben wie eine Fumarole bahn bricht durch die Ab-lagerungsschichten jahrzehntelangem politischen Missmanagements und das sich ein Programm zusammenschreibt, um einem System ans Knie zu treten, dass einen gewissen Dachdecker aus Neunkirchen an der Saar vor Neid erblas-sen ließe, lebte er noch.“

      Was bin ich froh, dass es die AfD gibt! Seitdem sind die Linken aus der Schmähzone befreit. Nicht, dass ich auf die Linke mehr Vertrauen hätte als auf die restlichen Parteien. Sahra Wagenknecht ist z.B. nicht die Partei, sie ist ein Ausnahmetalent. Der Rest wird genauso verführbar und korrumpierbar sein, wie die Grünen. Ein abschreckendes Beispiel: die dänische Linke venstre parti (venstre = links), welche von Anders Fogh Rasmussen, dem ehem. Generalsekretär der Nato, als Vorsitzender der Partei und Premierminister zu einer lupenreinen neoliberalen Partei um-gewandelt wurde.

    • Palazzo dei Priori
      Am Trasimeno habe ich , von Perugia herkommend, in einer kleinen Mühle das beste Olivenöl meines Lebens gekauft.Naturtrüb, hellgrün.Es war ein idyllischer Ort namens San Molino oder so.Gäbe es die Mühle noch, lohnte sich jeder Weg.(Falls es auch mal etwas für den Gaumen sein darf)

    • Mal schauen, ob ich demnächst so weit komme.

    • Tamarisque sagt: 19. April 2016 um 15:06 Uhr Tropic of Capricorn
      Und imweitern Verlauf Pro Afd UND Pro Wagenknecht – die klassische Putintroll-Kombination

    • in einer kleinen Mühle das beste Olivenöl meines Lebens gekauft.Naturtrüb, hellgrün.
      Und dann heißt der Ort noch Il Molino, ja wer glaubts denn Philomena???

  35. Auch die Unterwelt ist nur ein Pizzakarton
    Je gleißender das Licht der Unwahrheit, desto länger der Schatten. Der Pizzakarton ist die durchaus passende moderne Verpackung von beidem. Oder soll ich Campbells Tomato Soup schreiben? Banalität ist komisch. Und ich lache einfach lieber.

  36. Reh, auch: Ziege
    @Bluebeardy
    „dies mit dem Goppelspruch ‚…dass wir zwölf Jahre üblen Unfug gemacht haben.‘“ –
    Wie man’s nimmt… Der gebürtige Rosenheimer Hermann Göring gen. Meier kommentierte die wohl selbe Ära aber so: „Wenigstens zwölf Jahre anständig gelebt.“
    Sehr geehrter Don Alphonso, halten zu Gnaden, aber ein bißchen gerät Ihre Kolumne mit ihrer Gefolgschaft bisweilen zu etwas eitlem Italien- und Historienkitsch.
    Es ist schon immer ein Unterschied gewesen, irgendwohin in Urlaub zu fahren oder dort immer leben oder sich gar durchschlagen zu müssen – ähnlich dem schönen Bild des großen Arthur vom anmutigen Reh auf der Waldlichtung; das man erfreut anschaut bzw. das dort in der Gegend zu existieren hat.

  37. Chapeau!
    „Wahrer Vernichtungswillen gegen Andersdenkende braucht die moralische Komponente wie die Atombombe das Plutonium. “
    Nicht schlecht, lieber Don!

  38. Pietro....
    Man staunt doch immer wieder. Sie sind tatsächlich würdig sich einen Nachfolger Pietro Aretinos zu nennen, man liest und staunt:

    „Unser Ahnherr hiess Pietro Aretino und gilt gleichermassen als Erfinder der modernen Bildillustration, des Clickbaits, der Pornographie, der geschmierten Lügenpresse, der Revolverblätterei, bezahlter PR-Schleichwerbung, Tendenzschmiere und, wenn es sich mal ergab und keiner zahlen wollte, auch Journalismus.”

    .. und kaum 30 Zeilen weiter kommt dann, die Story vom Baum aus dem Paradies, eine Mär auf Merkel (oder Mohammed) Niveau, in der Tat.

    Ganz anders aber (leider) ihre Beschreibung des Piero della Francesca und seinen „phantastischen Bildern schöner Frauen, wie hier der Königin von Saba und ihres Gefolges.”

    Die „Damen“ haben alle ausnahmslos das identische, und zwar keineswegs attraktive Gesicht, und noch dazu leiden alle an Basedow. Letzteres muss damals weit verbreitet gewesen sein, denn als die „heilige“ Helena (man fasst es nicht) zu Besuch kam, litten sogar alle Juden Jersualems auch darunter. „Piero della Francesca malt also den Juden am Seil mit einem leidenden Gesicht.” Leidendes Gesicht? Wirklich? Der Mann schaut nach einer Woche auf Volldiät weder leidend noch gefoltert, sondern eher gut genährt drein…

    Die Verdummung durch das Ammenmärchen mit dem Paradies-Baum unterscheidet sich kein bisschen von der Verblödung der islamischen Massen durch die Hirngespinste eines Zeltbewohners nach mehreren Jahrzehnten angefüllt mit nichts als Sand und Wind. Es wurde (und wird) ja von beiden Religionen (übrigens im selben Alter) versucht derartige „Visionen“ mit brutalster Gewalt durchzusetzen.
    Wer glaubt an ein solches Kreuz geschlagen verrecken zu müssen sei eine intelligentere Mär als die Meinungen im Quark des Koran, der ist irgendwo falsch abgebogen, und solche „Legende“ kann man als Witz gebrauchen, aber kaum als Kulturgut….

    Spass beiseite: „Langfristig bekommt man jedoch, das möchte ich als Jünger von Pietro Aretino anfügen, das höhnische Gelächter späterer Generationen, die aus dem Schaden etwas klüger wurden.”

    Glauben sie wirklich, dass es später mal eine Generation geben könnte, die über Figuren wie Merkel und die Massen die sie wählen, lachen werden?
    Bei einem solchen Gedanken könnte man ja fast in Frieden mit der Welt sterben….

    PS „Dass sie den Fundort des Kreuzes erfahren und eine wichtige Reliquie gefunden wird.”

    Haben sie mal recherchiert, wie viele „echte“ dieser Kreuze existieren? Weniger als garantiert echte Reliquien des heiligen Präputium.

    • TDV, hie Kreuz-dort Halbmond,
      nur Symbole. Beim Kreuz kann ich es als Materie in Verbindung mit der Leidenslegende nachvollziehen, aber der auch für einen Religionsgründer nicht fassbare, nur am Firmament sichtbare Halbmond? Zeichen einer Naturreligion eher, oder gar?. Wiki gibt Auskunft, dass da mal ein Traum war. Naja, ziemlich Zeug geraucht und gekaut hatte man ja schon immer in der Entstehungsregion.
      .
      Zum Original-Kreuz, auch „wahres Kreuz“ und seiner Suchgeschichte steht ja einiges haarsträubendes geschrieben. Auch über den Raub einer wesentlichen K-Baugruppe in Jerusalem durch die Sassaniden (die seitdem den Franzosen die Bezeichnung für Halsabschneider, vulgo Mörder bieten, wenn „tueur/meurtrier nicht mehr passend erscheint). Der Grund der Mitnahme wird eher nicht der Material-oder Symbolwert des Inhalts der Staurothek gewesen sein.
      .
      Übrigens Don, zu den Folterszenen bei der Suche des „wahren Kreuzes“ soll es erst während der Kreuzzüge gekommen sein, exekutiert durch christliche Kreuzritter. Der Malträtierte soll auch kein Angehöriger des auserwählten Volkes gewesen sein. Mir scheint das auf dem Gemälde gezeigte Gesicht ohnehin eher als die Kopie von Uwe Ochsenknechts Antlitz. Ohne Locken und mit der Schlinge am Hals relativ entspannt. Stand damals der Veuve schon eine Lebensversicherung in Aussicht?
      .
      Sollte es je aus der Zimmermannsarbeit bestanden haben die man uns in die Kinderköpfe gepflanzt hatte, so wäre heute aufgrund der Summe der angeblich von rückkehrenden Kreuzrittern mitgeführten Teilmengen (schwäbisch: Spächtele) nur noch Kleinholz vorhanden dass sich trefflich zu „Pappa, ich mach schon mal das Lagerfeuer an“ eignete. Diese Holzsplitter, danach Reliquien genannt, also Ausstellungstücke für die Gutgläubigen, bieten wiederum alljährlichen Anlass zu allerlei Hokuspokus, manchmal in Begleitung eintönig spielender Musikkapellen für einfache Schrittfolgen. Es soll zu diesen Anlässen Prozessionen mit Massenpsychosen, ja Selbstgeiselungen geben (Sie glauben gar nicht auf was für Seiten man stößt wenn man das Fremdwort dafür eingibt).
      .
      Zurück zum Kreuz. Die Römer waren doch praktisch veranlagte Menschen. Das kann man z.B. an der Mosel feststellen, wo Zeugnisse vorhanden sind, dass sie den Wein nicht flaschenweise von der Ürziger Ley nach Augusta Treverorum transportierten sondern multifassweise per Schiff und ökologisch nachhaltig qua germanischem Ruderpersonal. Es heißt zwar, sie hätten jene Kreuzigungspraxis volkspädagogisch äußerst wirksam auch entlang der Via Appia antica in Szene gesetzt, was aber nicht bewiesen ist. Und warum hätten sie auf dem Ölberg, wie der Golgatha heißt, nicht auf die Ölbäume zurückgreifen sollen?
      .
      Wie mir scheint-und soweit ich weiß, hat das nur ein einziger Maler der der Renaissance so umgesetzt, nämlich Hans Holbein der Jüngere mit „Der tote Christus“ (Kunstmuseum Basel). Na ja, Ölbaum, eher Flaschenbaum oder wie diese wulstigen Gewächse heißen. Aber wer sich verinnerlicht, wie früher Delphine dargestellt wurden…. Buona serata.

    • Titel eingeben
      @ Deja .. lhypocrisie Das Kreuz ist eine andere Klasse Tod. Aufbaumeln an der Olive? Das könnte Athene und Bürger erzürnen, bringt aber nur fünf Minuten Todesangst und Qual.
      Der Tod am Kreuz ist so erniedrigend und so furchtbar, daß die Christen das Zeichen des Kreuzes erst Hunderte Jahre nach Abschaffung dieser Strafe verwendet haben. „In diesem Zeichen sollst Du siegen“ ist 350 Jahre nach Golgatha anzusiedeln.
      Über Details will ich mich nicht auslassen. Paulus hat gekniffen und sich auf sein Bürgerrecht berufen.
      Crassus hat den Schrecken des Kreuzes benutzt, um den Sklaven auf den süditalienischen Latifundien wieder Furcht einzujagen. Er hat die Gefangenen aus der Armee des Spartakus entlang der Via Appia gekreuzigt.

      Die Römer waren sehr praktisch veranlagte Menschen.

      Sklaven aus dem näheren Umfeld des Herrn durften dagegen auf Freilassung hoffen. Sie durften eigenes Geld ansparen und sich auch freikaufen. Von Sklaven im Bergwerk, Sklaven des senatorischen Landgutes konnte der Herr sich leicht distanzieren.

  39. Zwei Dinge fallen mir dazu ein
    Zum einen scheint mir der Folterknecht – und Sie bringen ihn ja auch noch in Großaufnahme – auch ohne Kenntnis der zugehörigen Geschichte weniger sympatisch auszusehen wie der Gequälte, un dich farge mich, welche Einstellung der Maler hatte. Aber vielleicht ist das ein naiver Wunsch, der möge eine andere Einstellun ggehabt haben wie die Auftragggeber.
    Zum anderen gehen mir die Vergleiche mit heute und der Ausgrenzung der AFD und Co wieder enorm gegen den Strich. Deren Ausgrenzung mit den 7 Tagen ohne Wasser und Nahrung in der Grube zu vergleichen – können Sie mir da noch verübeln, dass ich Ihnen noch andere Vergleiche zutrauen? Aber schön, dass soll wohl metaphorisch sein – die Frage ist doch, welche Ausgrenzung Anhänger dieser Partei ihren Gegnern (politischen als Volksverrätern oder eben Moslems) zukommen ließen, wenn sie mehr Möglichkeiten hätten. Ein Verbot von Moscheen und von Beschneidung wurde ja schon in Teilen der Partei diskutiert, vorläufig bleibt es bei der mehrheitsfähigen (und in Frankreich oder der Schweiz bereits theoretisch realisierten) Symbolpolitik der Forderung nach einem Burkaverbot oder Minarettverbot (wobei ich für ersteres noch ein gewisses Verständnis habe).

    • Ernsthaft kann doch hier niemand gegen die Beschneidung von
      Mädchen sein? Deren Klitoris wird in einem Alter entfernt, wenn sie garantiert nicht mehr nachwachsen kann. Und die Bedingungen unter denen das geschieht – oft unter aller medizinischen Kompetenz. Und ob das Jungs gut tut?
      Und manche wissen auch einfach nicht, wie viele Moscheen es in Deutschland bereits gibt: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Moscheen_in_Deutschland
      Das sind nun nur die Prominentesten – alleine in meiner kleinen Stadt gibt es deren 8.
      Zudem: es ist für mich sehr ungewöhnlich im Stadtbild mehr und mehr wenig ästhetisch Verhüllte mit einem mir nur schwer als höflich zu beschreibendem Verhalten anzutreffen, Anabel Schunke schreibt darüber bei Tichy mehr.
      Weshalb erfolgt dieser Aufschrei, wenn nur jemand die Absicht äußert, sich mit dieser Religion, die offensichtlich die eine Hälfte ihrer Anhänger in der Unmündigkeit lässt und mit denen, die in diesem Sinne sozialisiert sind, auf den Prüfstand zu stellen?
      Die andere Hälfte scheint mir auch nicht frei im Sinne Kants, da harsche Regeln mit harschen Reglementierungen auch dem drohen, der sich nicht daran hält.

    • Es ist nicht „eine Religion“. Es gibt da ein paar komische Strömugen, denen man entgegen treten sollte, das ist alles.

    • Eindruck
      Für mich sehen sowohl Folterknecht, als auch sein Opfer
      merkwürdig unbeteiligt aus. Das Gleiche gilt auch für die
      anderen Abbildungen. Eben be-ge-stellte Bilder.

    • Man nennt da auch „höfischer Stil“.

    • Verbote sind Tabus geworden
      @Rosie-Ann Spring
      Ziatat: „Aber schön, dass soll wohl metaphorisch sein – die Frage ist doch, welche Aus-grenzung Anhänger dieser Partei ihren Gegnern (politischen als Volksverrätern oder eben Moslems) zukommen ließen, wenn sie mehr Möglichkeiten hätten. Ein Verbot von Moscheen und von Beschneidung wurde ja schon in Teilen der Partei diskutiert, vorläufig bleibt es bei der mehrheitsfähigen (und in Frankreich oder der Schweiz bereits theoretisch realisierten) Symbolpolitik der Forderung nach einem Burkaverbot oder Minarettverbot (wobei ich für ersteres noch ein gewisses Verständnis habe).“

      All die von Ihnen genannten Themen sind keine speziellen AfD-Themen, son-dern wurden zum Teil viele Jahre vor der Gründung der Partei (2013) lebhaft diskutiert.

      Über die Beschneidung gab es in 2012 einen regen gesellschaftlichen Diskurs. Nachdem ein Kölner Gericht die Beschneidung Minderjähriger als Körperverletzung einstufte, wurde ein Verbot von einem erheblichen Anteil der Bevölkerung befürwortet. Bisher gab es keine offizielle Regelung. Die religiös motivierte Beschneidung wurde in Deutschland danach offiziell zugelassen, doch die Entscheidung verblieb umstritten. In Schweden ist die Beschneidung schon seit 2001 ohne medizinische Indikation verboten.

      Noch Jahre früher wurden sowohl das Burkaverbot als auch das Minarettverbot diskutiert: das Minarettvebot anlässlich des schweizerischen Minarettstreits von 2007 und später im Zuge von Bauvorhaben neuer Moscheen in Deutsch-land, die Platz für Tausende Gläubige bieten, wegen ihrer räumlicher Dominanz.
      Inzwischen haben Frankreich, Belgien und die Niederlande ein Burkaverbot erlassen.

      Ich hatte mich seinerzeit an all den Diskussionen beteiligt. Damals konnte man noch ein Verbot befürworten, ohne dass man gleich in die rechte Ecke gestellt oder als „braun“ beschimpft wurde. Beide Meinungen galten als denkbar und politisch akzeptabel. Inzwischen ist das kaum noch möglich, ohne mit AfD/Pegida identifiziert oder sonst irgendwie beschimpft zu werden.

    • Vieles hörte man so ähnlich vor 20 Jahren von der CDU – ich erinnere da an das unsägliche „Kinder statt Inder“.

    • Es sind nicht nur so ein paar Strömungen,
      werter Don, es sind aggressiv missionierende fundamentalistische islamistische Gruppen, denen unser Staat und wir mit allen uns möglichen Mitteln entgegentreten müssen.

      Denn warum hat Ruhollah Chomeini in seinen 5 Grundforderungen der islamischen Revolution von 1979, einer politischen Revolution, die Forderung nach der `Verschleierungspflicht` für Frauen aufgenommen? Warum hat er dieses, bei uns als „sujet négligable“ behandelte Objekt durch seine Wächter der islamischen Revolution (Pasdaran) und aufgehetzte Banden von Jugendlichen blutig durchsetzen lassen (Angriff auf Frauendemonstrationen mit Schlagstöcken, Messern, Beilen; öffentliche Auspeitschung von Frauen, hunderte von Frauen ins Gefängnis geworfen)? Warum werden Verstöße gegen diese, auf dem beliebig auslegbaren islamischen `Thasir-Recht´ beruhenden, Sittenvorschrift im Iran auch heute noch hart verfolgt und durchgesetzt? Und warum hat die islamische Republik Iran z. B. die Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh zu fünf Jahren Haft wegen „Verstoßes gegen die islamischen Kleidervorschriften“ verurteilt, weil sie in einer im Iran nicht veröffentlichten Videobotschaft kein Kopftuch getragen hatte.

      Der Schleier ist keine ´religiöse´ Eigenheit des Islam, die wir um der Integration willen hinnehmen sollten. Er ist Teil des politischen Programms islamistischer Gruppen, die in jedem Land (!), in dem sie tätig sind, die Errichtung einer Herrschaft nach islamischem Recht anstreben. Er ist das politische Instrument bestimmter islamistischer Gruppen, die Unterdrückung der Frau auch bei uns hoffähig zu machen. Und über die Unterdrückung der Frau die Herrschaft der Männer und hinter diesen: die Herrschaft der Mullahs im Namen Allahs, mit dem Ziel einer islamischen Herrschaft.

      Denn was kommt nach dem Schleier? Können wir im Namen eines friedlichen Zusammenlebens und Tolerierung einer Religion auch den systematischen Ausschluss der Frauen aus dem öffentlichen Leben nach der Scharia tolerieren, indem Frauen nicht alleine das Haus verlassen dürfen oder Frauen zu öffentlichen Ämtern wie dem Richteramt nicht zugelassen werden? Können wir hinnehmen, dass Frauen beim Ehe- und Scheidungs- sowie beim Sorgerecht benachteiligt werden und ihre Aussage vor Gericht nur halb so viel wiegt wie die eines Mannes. Die Beispiele ließen sich fortsetzen und in unterschiedlicher Ausprägung für alle Staaten, die die Scharia zum staatlichen Recht erklärt haben oder Teile der Scharia zu über dem staatlichen Recht stehend erklärt haben.

      In unserem demokratischen Rechtsstaat haben sich die vom Verfassungsschutz 2014 auf mehr als 42.000 geschätzten Mitglieder radikaler Islamisten (Salafisten, Muslimbrüder, Milli Görrus u. a.) zum Ziel gesetzt, ihre Auffassung von Islam zur Mehrheitsmeinung zu machen. Hierfür missionieren sie aggressiv, ihre Lehre strahlt schon weit in konservative islamische Gemeinden hinein. Nicht umsonst steht das Kopftuch als Streitthema erst seit der islamischen Revolution im Iran auch bei uns auf der Tagesordnung. Und ein zentrales Moment ihres politischen Programms ist die Pflicht zur Verschleierung, d. h. der Unterwerfung der Frau unter den Mann. Und wie groß deren Druck auf Frauen inzwischen ist, das Kopftuch zu tragen (oder sich als Hure beschimpfen zu lassen etc.), belegen zahlreiche Berichte von Frauen aus den Parallelgesellschaften Frankreichs. Nicht zu vergessen, dass es in den Schulen der Banlieus inzwischen einen Tag des Rockes gibt, an dem es Mädchen erlaubt ist diesen zu tragen. Soweit hat sich die Republik schon zurückgezogen.

      Wir in Deutschland haben solche Zustände noch nicht und hätten noch etwas Zeit uns zu besinnen. Wenn wir es aber weiter zulassen, dass mit der Begründung der Religionsfreiheit Hidjab und Vollverschleierung für immer mehr Frauen zur Pflicht werden, dann werden auch wir über kurz oder lang vor der von Michel Houellebecq gestellten Frage „Soumission – oui ou non“ stellen müssen.

    • Nicht 'eine Religion'?
      Da würde ich mal vorschlagen, hier etwas differenzierter zu denken. Als jemand mit vielen muslimischen Freunden, und 15 Jahre lokal in einem islamischen Land gelebt zu haben, zwingt es mich, darauf hinzuweisen, dass hier klar logisch korrekt argumentiert werden sollte. Die Bundeskanzlerin sagte gestern, die allermeisten Muslime achteten das Grundgesetz. Natürlich stimmt das, hat niemand anders behauptet.
      Man kann aber nicht logische Schlussfolgerungen einfach umdrehen; nach dem Motto ‚eine Katze hat 4 Beine, meine Hund hat 4 Beine, also ist mein Hund eine Katze‘.

      Es geht eben auch nicht nur um einige Strömungen, tut mir Leid. Der Islam verlangt als Religion, und nicht nur ‚in einigen Strömungen‘, dass der sekulare Staat abzuschaffen und durch einen islamischen Staat zu ersetzen ist. Es gibt einige minderheitlichen Strömungen, die das anders sehen; der Mainstream nicht. Das wird Ihnen (fast) jeder gläubige Muslim aus den Mainstreams bestätigen. Übrigens hat auch unser gemeinsamer Freund Erdogan diese religiöse Aufgabe schon bestätigt. Die Strömungen unterscheiden sich wie Feuer und Wasser was den Zeitrahmen und vor allem die Mittel betrifft. Auch hier ist die fast einmütigen Meinung, das könne nur mit friedlichen Mitteln passieren. Also überhaupt keine akute Gefahr, kein Grund zur Panik. Aber dennoch notwendig zu wissen, und im Auge zu haben.

      Was den wenigsten Europäern ebenso nicht klar ist, ist das der Islam sich selbst nicht als Religion versteht, sondern als دين (‚Din‘); ein unübersetzbares Wort, das ‚way of live‘ bedeutet. Also Religion nicht als Privatvergnügen zu sehen ist, sondern als kollektive Aufforderung.
      Es wird den Gläubigen ja auch mehr Gnade versprochen, wenn die ganze Gemeinschaft gläubig ist; also göttliche Zuwendung nicht – wie z.B. im Buddhismus – nach individuellen Qualitäten, sondern auch nach kollektiver Frömmigkeit der Umma, also die Gemeinschaft der Gläubigen.

      Nun wird auch vom Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime Deutschlands gesagt, die Scharia sei vereinbar mit dem Grundgesetz. Ich denke, da braucht es keine weiteren Kommentare zu.

      Nein, kein Grund zu Islamophobie, aber auch keine Berechtigung zu der Annahme, dass es nur eine paar minderheitliche Strömungen wären, die im Auge zu behalten wären.

    • Ja, aber wie viele Muslime nehmen das denn ernst? Es steht auch viel im Kirchenrecht.

    • Mehrheiten
      Ich hoffe, Don Alphonso, Sie haben Recht. Nach meinen Erfahrungen wird das – mit 15 Jahren Erfahrungen in gemäßigtem Islam – allerdings nicht so gehandhabt wie mit den Vorschriften im Kirchenrecht.
      Die huri sind nicht irgendwo versprochen, sondern im Koran, und mir ist noch kein Moslem begegnet, der 44:54 nicht wörtlich nähme.
      Koran und Hadiths sind eben im Islam – auch weil es dort keine Reformation gab – nicht so relativ-beliebig wie die Bibel im heutigen Christentum.
      Ich befürchte eine gewisse Blauäugigkeit Ihrer Aussagen.

      Scharia ist auch nicht wie Kirchenrecht, sondern wird genau so gehandhabt wie beschrieben.
      Scharia ist ja nicht nur Handabhacken, sondern betrifft auch Eherecht, Erbschaftsangelegenheiten, etc. Und Muslime z.B. in Großbritannien und Frankreich bestehen darauf, dass diese Angelegenheiten außerhalb des common law geregelt werden, es gibt dort auch erste Ausnahmeregelungen. Es ist durchaus legitim, das für bedenklich zu halten. Soweit ich weiß, gibt es keine Ausnahmen für Hindus, oder für jüdisches Recht.

      Es ist furchtbar bedauerlich, dass diese Thematik so polar besetzt ist.
      Es wäre wirklich alles halb so aufregend, und halb so aufgeregt, wenn alle Beteiligten da etwas mehr Wissen hätten, um eine wirkliche Diskussion zu führen, die ich für überfällig halte, damit schon im Vorfeld Klarheit geschaffen wird.

      Über eine wirkliche oder vermeintliche Bedrohung des europäischen Gesellschaftsmodelles kann man diskutieren, bis die Ziegen nach Hause kommen, wahrscheinlich ohne sich zu einigen. Letzten Endes wird erst die Zukunft zeigen, wer Recht hat. Ich hoffe sehr, dass ich Unrecht haben werde und befürchte das Gegenteil.

    • Titel eingeben
      @Don Alphonso:
      „Ja, aber wie viele halten sich wirklich daran?“
      Zitat Ayaan Hirsi Ali, FAZ :
      „2008 wurde am Berliner Wissenschaftszentrum eine repräsentative Studie zur Integrationsbereitschaft muslimischer Einwanderer in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Schweden durchgeführt. Ergebnis: 60 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass Muslime sich auf den ursprünglichen Islam besinnen sollten. 75 Prozent erklärten, es gebe nur eine mögliche Koran-Interpretation, die für alle Muslime verbindlich sei, und 65 Prozent hielten die Vorschriften ihrer Religion für wichtiger als die Gesetze des Landes, in dem sie leben. Und 44 Prozent der befragten Muslime bekannten sich zu fundamentalistischen Ansichten.“
      Das zitierte Berliner Wissenschaftszentrum kenne ich nicht, macht aber auf den ersten Blick (Internet Auftritt) einen seriösen Eindruck.

    • Ich glaube nicht, dass das Wissen um die eigene Reigion weiter ausgeprägt als bei den Christen ist. Vieles sagt man halt als Gläubiger so.

    • Leicht unterinformiert
      „Ich glaube nicht, dass das Wissen um die eigene Religion weiter ausgeprägt als bei den Christen ist.“
      Korrekt, ist nicht, nach meinen Erfahrungen kann ich das bestätigen.

      „Vieles sagt man halt als Gläubiger so.“
      Entschuldigung, aber das ist lediglich Vermutung, wobei Sie die Erfahrungen Ihrer Lebensjahre gewonnen in X Jahren Leben in einer christlich geprägten Umgebung einfach auf Religion Y anwenden, und vielleicht vermuten, dass der Unterschied, ob man zu Gott betete oder zu Allah, hauptsächlich in Namen desjenigen liegt, zu dem man betet. Und am Schluss sagen sowieso beide Religionen ‚Amen‘.
      Ein Muslim sagt Sachen nicht ‚einfach so‘. Da liegen Sie einfach so falsch.

    • Tamarisque sagt: 19. April 2016 um 15:01 Uhr Verbote sind Tabus geworden
      Zur Beschneidung bei männlichen Säuglingen: 2010 fand sie laut Wikipedia bei 77 % der Jungen statt. Und die meisten sind ja weder Moslems noch Juden, religiös motiviert ist es also nicht einmal bei der Mehrheit. Da ist es für mich einfach lachhaft, ernsthaft von Krperverletzung zu sprechen

  40. Auch Menschen ohne Moral sind zu Allem fähig,
    wie sich am britischen Kaufmann zeigte, der sein in Indien produziertes Opium nach China exportierte und auch vor Gewalt nicht zurückschreckte und auch nicht davor, seinen Staat für die Durchsetzung seine Interessen (!) Kriege führen zu lassen (1. Opiumkrieg 1839-1842). Genau wie die Mitglieder der christlichen Gemeinde Arezzos der Früh-Renaissance es einhellig für richtig empfanden, für das Auffinden des wahren Kreuzes Juden foltern zu lassen (common sense), empfand es der Kaufmann zu Beginn des 19. Jahrhunderts ohne Wenn und Aber richtig (common sense) und dazuhin auch uneingeschränkt als sein Recht (Freibrief von Königin Elisabeth I. für die `East India Company´ vom 31.12.1600), mit allen Mitteln seinen Handel zu treiben (Freihandel) und damit seinen Profit zu machen. Ja der britische Kaufmann konnte sich sogar auf die Wirtschaftsforschung eines Adam Smith (Wealth of Nations / 1776)) und eines Ricardo (Principles of Political Economy and Taxation / 1817) berufen, die beide den schrankenlosen Handel zwischen Nationen befürworteten. Eingesetzt von der britischen Kaufmannschaft als politische Kampfschriften (nicht Moralschriften).
    „Wahrer Vernichtungswillen“ entsteht hier aus der kompromisslosen Durchsetzung von Interessen, welche natürlich durch Morall verbrämt oder verschleiert werden können.

    • Atheisten sind sicher keine besseren Menschen, das ist mir auch klar, aber Ideologiefreiheit ist schon mal ein guter Grund, viele Fehler nicht zu machen.

    • Re. Auch Menschen ohne Moral sind zu Allem fähig
      @ Jo
      „Ja der britische Kaufmann konnte sich sogar auf die Wirtschaftsforschung ei-nes Adam Smith (Wealth of Nations / 1776)) und eines Ricardo (Principles of Political Economy and Taxation / 1817) berufen, die beide den schrankenlosen Handel zwischen Nationen befürworteten. Eingesetzt von der britischen Kauf-mannschaft als politische Kampfschriften (nicht Moralschriften).“

      Der durch militärische Gewalt erzwungene Opiumimport diente zur Durchsetzung der kolonialen Wirtschaftsinteressen.

      Es gibt erstaunliche Parallele zu heute:
      Adam Smith und Ricardo gehören zu den Lehrmeistern der neolibera-len/marktradikalen Wirtschaftstheorien. In meinem Studium wurden diese Ökonomen in den ersten Vorlesungen behandelt, galten als veraltet und anachronistisch. Ihre kruden Theorien haben uns als Studenten nicht im Geringsten beeindruckt.

      Wie damals, wird die Freigabe von allen Drogen, einschl. Heroin und Crystal Meth, von den US Libertären, vor allem von George Soros vorangetrieben. Das potenzielle Handelsvolumen wäre gigantisch; die regelmäßig Abnahme durch Sucht garantiert.

      Gerüchteweise steht Soros außerdem als Finanzier der NGO’s hinter der massiven Promotion der uneingeschränkten Migration. Wie man jetzt aus den Plänen der Regierung entnehmen kann, so soll sich der syrische Facharbeiter vor allem als Ein-Euro-Jobber verdingen. So können die auf den Baustellen und in Schlachtereien für 3-4€ illegal schuftenden Rumänen wieder nach Hause geschickt und durch legale, noch geringer bezahlte Beschäftigte ersetzt werden.

      ****
      Weil ich in einem anderen, puren Gutmenschen-Kulturkreis aufgewachsen bin, jenseits des deutschen „Polarkreises“ im Hohen Norden, kann ich diese deutsche Lesart des menschlichen Verhaltens überhaupt nicht verstehen. Mir will es nicht einleuchten, dass man durch böse Absichten eher Gutes bewirken könnte als durch gute Absichten. Dass sich das nachher anders darstellen könnte, durch menschliches Versagen, Gier etc., ist für mich eine andere Sache, die allerdings keine Rechtfertigung darstellen kann, die positive Absicht per se verächtlich zu machen.

      Der Begriff „Gutmensch“ soll ursprünglich durch Nietzsche geprägt worden sein, habe er sich doch wiederholt abfällig über die „guten“ Menschen geäußert. Dass manche „guten“ Menschen scheinheilig, gierig und bigott sind, rechtfertigt mE jedoch keine generelle Motivationsumkehr. Dies kann auch nicht bedeuten, dass es grundsätzlich gar keine integeren, ehrlichen bzw. guten Menschen gibt.

      Freilich habe ich mich in meiner nordischen Heimat nicht eingehend mit Nietzsche beschäftigt, außer für mein humanistisches Abi, einschl. Fächern wie Philosophie und Kirchengeschichte. Nietzsche fand ich aus meinem damaligen Wissenstand her nur Eines: skurril. Schopenhauer hat mich viel mehr fasziniert.

    • Freihandel
      Genau so.
      Also gegen Freihandel im Sinne freien Handels ist ja nichts einzuwenden. Leider existiert selbiger nicht! Den Subventionen sei dank!
      Im Gegenteil sog. Freihandel wird aus nationalem, Konzern etc.-Interesse zu einer reinen Egoveranstaltung, die der Marktmächtigere bestimmt.
      Siehe TTIP, CETA, Mercosur, NAFTA, ASEAN …

  41. Nachtrag wg Moral
    @Gast 18. April 2016 um 23:16 Uhr
    „Es gibt sowas wie Ethik, das ist dann was, was allgemein gültig ist.
    Für eine gewisse Zeit. Und dann gibt es moralisch gutes und moralisch verwerfliches handeln.
    Eine einzig richtige Moral? Niemals!“

    Ähnlich pragmatisch sagte es Heinz von Förster (aus dem Gedächtnis zitiert):
    „Die ethischen Fragen ergeben sich aus einer konkreten Situation, sie können nicht abgehoben diskutiert werden. Bei der ethischen Dimension geht es um die Praxis und nicht um theoretische Systeme von akademischen Spezialisten.“ Und: „Für eine ethische Haltung entscheidet man sich – man wählt sie.“
    Steht in einem Buch mit dem Titel: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners, das mir gerade nicht vorliegt.

  42. Sicut Capra
    „Die Pharisäer und Gelehrten aber behinderten vielfach aus Bosheit das Heil der Menge; sei es daß sie der Lehre widerstrebten, die allein zum Heile führen konnte, sei es daß sie mit ihren schlechten Sitten das Leben des Volkes verdarben. Der Herr also predigte ohne Furcht, bei ihnen anzustoßen, die Wahrheit, die ihnen mißfiel, und er tadelte öffentlich ihre Laster. Deshalb antwortete er den Jüngern, die zu Ihm gesagt hatten: Weißt Du auch, daß die Pharisäer, als sie dieses Wort hörten, Anstoß nahmen? Er aber antwortete: Geblended sind sie und Führer von Blinden; wenn aber der eine Blinde den anderen führt, fallen sie beide in die Grube.“

    –or in other words–

    „Pharisaei et principes sui malitia plurimum impediebant populi salutem, tum quia repugnabant doctrinae, per quam solam poterat esse salus; tum etiam quia pravis suis moribus vitam populi corrumpebant. Et ideo dominus, non obstante offensione eorum, publice veritatem docebat, quam illi odiebant, et eorum vitia arguebat. Et ideo dicitur quod, discipulis domino dicentibus, scis quia Pharisaei, audito hoc verbo, scandalizati sunt? Respondit, caeci sunt duces caecorum. Si caecus caeco ducatum praestet, ambo in foveam cadunt.“

  43. Buran
    Mein lieber Don Alphonso, das „echte“ Kreuz wurde nicht zurückerobert, sondern den Oströmern von den persischen Sassaniden zurückgegeben, nach einer Variante sogar von Buran, einer Frau auf dem persischen Thron. Mit dem Iran konnte man nämlich immer schon vernünftig reden, denn als Kulturvolk verstehen die Perser, dass Verhandlungen gelegentlich mehr bringen als sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen. Und dass man es auch mit der Religion nicht so eng sehen soll, haben sogar islamische Perser in ihrer Dichtung immer wieder vorgemacht.

    Ein Jahrtausende oder Jahrhunderte alter Nationalcharakter ist halt nicht totzukriegen und der feste Glaube an die eigene moralische Überlegenheit ist nun mal eine Eigenschaft der Deutschen, egal ob es gegen Franzosen, Juden, oder Nazis geht.

    • Nun, da ist n un mal diese brutale Schlacht dargestellt und man möchte da nicht dabei gewesen aein.

    • Legenda Aurea
      Natürlich haben die christlichen Fundamentalisten im lateinischen Westen das nicht so aufgeschrieben und dargestellt. Und auch die islamistischen Fundamentalisten machen sich ja gerne grober Geschichtsfälschung schuldig. Man denke da an Erdogan, der das osmanische Reich zu einem türkischen Staat verklärt, obwohl es ein multi-ethnischer Staat mit griechischen und armenischen Eliten war. Z.B. wurden alle spätosmanischen Bauten, die Erdogan so liebt, von christlichen Armeniern entworfen und natürlich war Sinan auch kein Türke.

      Das christlichen Abendland war, solange es recht christlich war, nicht weniger finster als das islamistische Marokko oder das islamistische Saudi Arabien. Das moderne Europa ist nun mal ein Produkt der Aufklärung. Aber ich glaube die von der AfD mögen den Jacobus de Voragine lieber als den Voltaire.

    • Es ist alles nicht so einfach. AfD-anhänger posten gerade Bilder nackter Frauen für die Freiheit und Rote und Grüne wollen sexistische Werbung verbieten.

    • Titel eingeben
      Im höfischen Stil sieht selbst splattermäßiges Kehledurchstechen sauber und harmlos aus (den Hang zu Basedow, auch bei einigen niederländischen Gemälden, fand ich auch schon seltsam).
      Wenn Sie mal nach Rom kommen, besuchen Sie den Konservatorenpalast auf dem Kapitol. Aber unbedingt vorher schon eine Weile gegessen haben, und nicht unmittelbar danach essen wollen. Denn die dort aufgemalten heraushängenden Gedärme etc schlugen zumindest mir seinerzeit schon etwas auf den Magen.

    • Da habe ich auch noch etwas schönes aus dem Campo Santo in Pisa,

    • Nackte Brüste
      sieht man ja selbst im Petersdom, während das auf frühchristlichen Mosaiken und auf byzantinisch inspirierten Malereien und Mosaiken eher nicht der Fall ist. Und im Bild gibt’s ja auch im bayrischen Barock viel nackte Haut. Aber dass das Frauenbild in der Renaissance oder im Barock fortschrittlich und aufgeklärt war wird ja niemand behaupten wollen. Natürlich geht es in Romanen dieser Zeit recht dreckert zu, aber das kann man auch von 1001 Nacht sagen.

      Kurzum, ich bin mir nicht sicher, dass Bilder nackter Frauen viel mit Freiheit zu tun haben. Es kommt immer auf den Kontext an. Eine muslimische Ärztin mag das Kopftuch als stolzen Ausdruck ihrer Identität verstehen, aber die meisten Mädchen in Afghanistan haben keine Wahl ob sie sich verhüllen wollen oder nicht. Und die achtzig Jahre alte Dame mag es als befreit empfinden nackert durch den englischen Garten zu laufen, aber andere Frauen ärgern sich, dass weibliche Körper zum Sexobjekt degradiert werden. Als junge Männer im Nahen Osten noch ins Internetcafe gehen mussten, guckten sie da v.a. – in aller Öffentlichkeit – Hardcore-Pornos. Das hat ihrem Frauenbild sicher nicht genützt.

  44. Titel eingeben
    Also wenn ich ein Journalist wäre, würde ich vor jedem veröffentlichten Artikel die Rechtschreibung prüfen. Oder sind die Rechtschreibfehler Absicht?

    • Wenn man mich darauf hinweist, verbessere ich.

    • Ha,ha Christian,
      Kutschieren Sie mal durch den mittleren Stiefel, alle zwei Tage andernorts und dann noch im Zickzack, machen Fotos und Aufwartungen an schöne Frauen mit schlanken Fesseln, finden, der Hunger nagt, kein Ristorante mit ohne Fleisch. Und das immer mit dem Zwang einen Text vorzubereitenden, bei dem es sich ja nicht um den Bericht über einen auf der Via Sabina überfahrene trächtige Hündin handelt , auf den Junkies wie ich mit sabberndem Schaum vor dem Munde warten. Da sollte ja, bei dieser weltgewandten Leserclique auch schon kein Pillepalle oder Unwahres drinstehen.
      .
      Womöglich bedient er die Klaviatur fahrend im Fond. Davon ist allemal abzuraten. Der italienische Bußgeldkatalog sieht per esempio 160 € für telefonino-Gebrauch vor-und gleicht im weiteren Verlauf auch eher einer mittelalterlichen Folteranweisung.
      .
      Wir werden es eh nie erfahren, aber ich vermute eine kaputte Tastatur.

  45. Da ist Don schon mal in Arezzo
    und versäumt uns den Aretiner Francesco Petrarca zu erwähnen. Oder kommt da noch was? Don könnte ja auch mal Avignon, Carpentras, das Vauclus und den Mont Ventoux besuchen, nicht nur zum Behufe P.
    Man sagt, der P. hätte als erster den windigen und heiligen Berg der Radlfahrer bestiegen. Btw: Dieses Jahr wieder Touretappe!

    Ach ja, der P.

    „Einen Vaterlandsverräter entschuldigt weder die Willkür der Zeiten, noch die Gewohnheit, noch die Freiheit zu Verbrechen.“

    Francesco Petrarca an Cola di Rienzo in Rom

    Dieser Aphorismus, denke ich, betrifft durchaus auch „-Innen“

  46. Die Wonnen der Grammatik
    Wenn ich die hier versammelte sprachliche Kunstfertigkeit der Autoren so betrachte, das Reflexionsniveau und die doppelten Böden der Hintersinningkeit – aber gerade von einer Eisenbahnfahrt per Nahverkehr durch die schönen Stadtkerne von Ludwigshafen, Mannheim, Mainz und Wiesbaden und ihre feinsinnigen Bewohner zurückkehre, muss ich seufzend erwägen, dass einer rabiaten Rechtsdiktatur im Sinne des Grosskapitals ( die wollten schon mal einen in der Ecke quietschen lassen) möglicherweise eine linkssoziale Ökokoalition der grossen Kirchen ( inkl. Muslime) vorzuziehen wäre, als geringfügig kleineres Übel.
    Beim Anblick so vieler entwurzelter Menschen, denen nicht mal der Stolz eines befriedigend ausgeübten Hilfsarbeiterjobs übrig bleibt, scheint mir da manchmal eine intellektuell drastisch abgespeckte Religionsmoralität zähneknirschend als die letzte Instanz des politischen und sozialen Kompromisses.

    Die hochkomplex verzahnten Abhängigkeiten, die kein Mensch mehr versteht, haben schon einmal in den dreissiger Jahren eine Hauruck-Lösung an die Macht gebracht; und wenn ich mir so manche erfolgreiche Fernsehproduktion ansehe, zweifle ich stark, dass das allgemeine Volk heute sehr viel klüger wäre als zur damaligen Weltwirtschaftskrise. So wenig ich Religion leiden mag.

    • Die Wonnen der Grammatik-bitte kommen
      „Wenn ich die hier versammelte sprachliche Kunstfertigkeit der Autoren so betrachte, das Reflexionsniveau und die doppelten Böden der Hintersinningkeit…..“
      .
      Was ja wohl mit diesem Kommentar trefflich bewiesen wäre. Zunächst fuhr mir angesichts der zwei politischen Zukunftserwägungen ja der Schreck in die morgendlich steifen Glieder-aber dann, nach kurzer Überlegung, war ich mir sicher. Das ist keine Zukunftsvision-wir sind mitten drin. Haben die Bewohner der Großagglomeration MALU-WIMZ das noch nicht gecheckt?
      .
      „…linkssoziale Ökokoalition der großen Kirchen…“ ( inkl. Muslime)-mit Duldung, eher im Sinne, des Großkapitals..
      .
      „Beim Anblick so vieler entwurzelter Menschen…“ und angesichts der Betonschleifen von LU in Richtung MZ, vorbei an den Wahrzeichen der wahren Weltanschauung können schon mal trübsinnige Gedanken aufkommen. Aber zum Glück schaut bei Bahnfahrten, sei es die Tram oder der IC, ja fast kein Mensch aus dem Fenster. Die Ablenkung in der Hand oder auf dem Schoß hat die gleiche Funktion wie Brot und Spiele, nur fast ganztägig und nicht nur, wie früher, zu von der Führung ausgesuchten Tageszeiten.
      .
      Over

    • Bitter...
      @Deja…

      Das sehe ich sehr ähnlich.

      Ich wünschte mir eine dezente Religion, mit der intellektuell ein wenig tiefer gelegte Zeitgenossen ihren Nachwuchs zu Bett bringen, so dass er nicht das kleine Geschwisterchen im ersten Zornesanfall um ein Bonbon voll in die Fresse haut – eine Basalmoral infantiler Gewissenerziehung – so weit ist es mehr als privat, eine sehr niedere Stufe eines contrat social.

      Die ganzen Gräuel möchte ich gar nicht thematisieren – und es fällt mir sehr schwer, sich eine Gesellschaft vorzustellen, in der sexuelle Vielfältigkeit – jenseits der heiligen Familiengründung- bestenfalls im verborgenen sich an den Gesellschaftsrändern vorbeidrücken kann.

      Man sieht es im ganz kleinen, wenn in der gemeinschaftlichen Sauna im Fitnesstudio immer öfter junge Leute in Unterwäsche oder Badesachen aufschlagen.

      Wenn man die irrsinnige Zerbrechlichkeit unserer Weltordnung ( z.B. Der Türkei-Pakt, Abmachungen mit afrikanischen Potentaten, Nullzinspolitik) ins Auge fasst, und seinen Nietzsche von der ewigen Widerkehr des gleichen, auch des letzten Menschen (danke donna laura), gelesen hat, wird man nachdenklich, je mehr man zu verlieren hätte.

      Die Scheinheiligkeit der Kirchen gegen die darwinistischen Illusionen der Stärkeren (im Augenblick) aufrechnen?

      Man könnte jetzt im besten soziologischen Sinn eine systematische Theorie des Machtausgleichs ambivalent austariert postulieren, ohne am Ende irgend eine Entscheidung für eine Seite getroffen zu haben.

      May be. May be not.

      Der Artiklel im Feuilleton würde sicher als tiefgründig gelobt.

      Auffällig ist, das die evangelische Kirche ein Hauptakteur in der Demontage der Unzulänglichkeiten der DDR war. Auffällig ist, dass in den Jahren 33-45 die Kirchen (die katholische deutlich weniger, Pius eingedenk) ein Rückgrat des Widerstands waren. Das, was Islam vor den Extremisten war, hat über Jahrhunderte Gesellschaften funktionieren lassen. ( Die RAF war ja auch eher ein Selbstmordanschlag auf den demokratischen Sozialisimus).

      Wenn ich zwischen einer völkisch verbrämten autoritären Staatsform als nationale Filiale globaler Konzerne und einer klebrig moralischen Ökoromantik wählen müsste, würde ich mich trotz meiner Autobegeisterung wohl sehr schweren Herzens für letztere entscheiden, da ich fürchte, dass sehr grosse Firmen sehr weit weg in sehr grossen eher homogenen Staaten von nichts so sehr profitieren würden, wenn die ganze Welt ausserhalb zu einem einzigen Nordafrika, Schwarzafrika oder Nahen Osten würde.

      Das bemerkenswerte Buch von Oliver Stone und Peter Kuznick – Die unerzählte Geschichte Amerikas – zeigt sehr spannend und lesbar die Komplexität und Zufälligkeit des Geschichtslaufs auf – und die tragische Dynamik oligarchischer Machtakkumulationen.

      Das Amerika, das wir kennen, ist nur eine Seite – wenn man sich vorstellt, wenn 1944 der völlig vergessene Henry Wallace Viezpräsident des schwer kranken Roosevelts geworden wäre, statt dem marionetten Truman – möglicherweise würden wir in einem ganz anderen Universum leben.

    • ...
      Egal, wer jetzt in den USA Präsident wird, ist vom 1.Tag an eine
      „lame duck“‚. Was passiert dann in Europa?

    • Die Wonnen der Grammatik
      „Die Wonnen der Grammatik
      Wenn ich die hier versammelte sprachliche Kunstfertigkeit der Autoren so betrachte, das Reflexionsniveau und die doppelten Böden der Hintersinningkeit – “

      Meine Muttersprache ist Finnisch, aber ich beherrsche darüber hinaus Schwedisch und Englisch, das besser ist als mein Deutsch. Vielleicht sollte auch ich nur noch in Englisch kommunizieren. Sonst hätte ich noch Schullatein, Indonesisch und 普通話, Guoyu bzw. Putonghua/Mandarin zu bieten, welche ich an der Hong Kong University studierte.

    • .
      „Wenn ich zwischen einer völkisch verbrämten autoritären Staatsform als nationale Filiale globaler Konzerne und einer klebrig moralischen Ökoromantik wählen müsste“

      oh, und wenn sie nun beides bekämen?

    • Fördern und Fordern
      @Tamarisque:

      Na, da sieht man mal wieder, was frühkindliche Förderung ausmacht. Wer in Finnisch perfekt ist, den kann sprachlich kaum mehr etwas erschüttern…

      Ich habe schon Respekt, die chinesischen Schriftzeichen überhaupt mit der Tastatur auszuwählen und zu unterscheiden…:-)

  47. Pingback: Anonymous

  48. Vergleich
    @Otto Meier , 219. April 2016 um 12:53 Uhr

    Sehr geehrter Herr Meier,
    hoffe, Sie empfinden die Tatsache daß ich antworte nicht als festbeißen ;-)
    Ihren Vergleich fand ich als Meinungsäußerung völlig in Ordnung, allerdings wirkt er – kurz wie er ist – ein wenig abrupt. Abtrünnige Raucher neigen bekanntermassen zu verschärfter Überzeugungsarbeit. Da hätte ich von Ihrer Seite noch zwei, drei detaillierte Argumente betreffend A.H.A und ihrer Art der Publizistik erwartet. Vielleicht schreiben Sie noch mal was dazu? Mein Bild bezüglich der Dame ist durchaus nicht rund und gefestigt und wenn Don A., wie er andeutete, auch etwas zu dem Thema beitragen könnte, würde womöglich ein runderes Bild entstehen.

  49. Wir basteln uns die Welt, wie sie uns gefällt.
    Jede/r mit eigener Moral und Ethik. Und da wundern wir uns wirklich über das Ergebnis? Und die Moral von der Geschicht? Moral und Ethik braucht man nicht?

    Also wenn ich mir so vorstelle, in einer Welt abseits jeglicher verbindlicher positiver Werte leben zu müssen, auch wenn diese zumeist nur auf dem Papier ihren Niederschlag finden, was wäre das dann für ein Leben? Glücklicherweise ist das aber nicht so, denn die, die das Moralisieren tadeln, sind oft die größten Moralapostel vor dem Herrn, auch wenn sie es nicht mehr zu bemerken scheinen. Denn irgendwie und irgendwo und irgendwann treffen alle Moralisten dann doch wieder in ethischer Eintracht zusammen und verfassen so Sachen wie Menschen- und Grundrechte, Sozialstaaten und was es da so alles gibt. Sicher, der Weg ist noch lang, aber er wird gegangen und das Ziel wird erreicht werden. Wenn die Menschheit noch so lange existiert.

    Das Ziel aber können nur universelle Werte sein, eine Ethik und eine Moral. Ansonsten wird das Jammertal nie aufhören, zu existieren.

  50. Religion muss Privatsache sein und bleiben
    Sie machen deutlich, dass auch unsere Religion nicht per se friedlich ist. Heutige Gutmenschen vergessen, dass wir Freiheiten geniessen, die über Jahrhunderte blutig erkämpft wurden. Erst mit dem Zurückdrängen der Kirche und ihrer Trennung vom Staat konnte sich in Europa eine aufgeklärte Bürgergesellschaft entwickeln. Der erreichte Zustand besteht jedoch nicht aus sich heraus, sondern muss auch beschützt werden.

    Der Islam, als im Vergleich zum Juden- oder Christentum relativ junge Religion, befindet sich auf diesem Weg noch am Anfang. Seit über 1000 Jahren kämpfen die Anhänger der verschiedenen Strömungen gegeneinander und ein Ende ist nicht absehbar.

    Während die westliche, christliche Welt heute die Gesetze des Staates über die der Religion stellt, ist dies im Islam noch lange nicht so.

    Eine Studie des WZB aus 2013 (www.wzb.eu/de/pressemitteilung/islamischer-religioeser-fundamentalismus-ist-weit-verbreitet) stellt fest, dass Fundamentalismus (nicht zu verwechseln mit Extremismus) unter Muslimen weiter als unter Christen verbreitet ist. Muslime sind auch mehrheitlich bereit, religiöse Regeln über staatliche Regeln zu stellen.

    Unsere Religionsfreiheit kann daher den Islam (und Religionen allgemein) nur insoweit einbeziehen, wie er sich unterordnet. Religion muss in unserem Land Privatsache sein und bleiben! Sie darf keine Rolle spielen bei der Beurteilung des einzelnen Menschen. Es darf keine Sonderrechte aus Rücksicht auf die religiöse Anschauung geben.

    Es ist m.E. eine ungute Entwicklung, immer von „den Muslimen“ zu sprechen. Wenn wir uns begegnen, sollte es nicht so sein, dass wir uns als Muslime, Christen, Juden usw. begegnen, sondern zuerst als Bürger eines freiheitlichen und demokratischen Landes.

    Wie gesagt: Ich finde diese Entwicklung problematisch. Aber kommt es nur mir so vor, als ob es den Kirchen ganz gut gefällt, dass wieder mehr über Religion diskutiert wird. Und auch die Pastorentocher Merkel wies ja schon darauf hin, dass wir mit den Einwanderern besser zurechtkämen, wenn wir mal wieder öfter in die Kirche gingen.

    • Werter anno61 ...
      … ich bin da ganz bei Ihnen die Religion ist Privatsache. Für die Politik ist der Stimmzettel da, nicht die Oblate …

    • Ja - danke für Ihre Gedanken und ich glaube, wir müssen uns aktiv einsetzen,
      damit Religion, und zumal noch eine recht harsche, nicht die „Obermacht“ hier bekommt und privat bleibt. Der Prozess ist schleichend und schon die Debatte darüber wird allzu oft abgeblockt. Und die wissenden, weil aus dieser Religion und Staatsphilosophie stammenden Beitraggeber persönlich angegriffen oder gar mit der Fatwa belegt. Unter
      http://www.rolandtichy.de/daili-es-sentials/dossier-islam/ sind einige erweiternde Ansichten zusammengetragen, die helfen, einen Überblick zu gewinnen.
      Auch was in einigen Ländern als ethisch vertretbar angesehen wird und wie Moral und Gesetz sich in den verschiedenen Kulturkreisen unterscheidet kann hier nachgelesen werden.

    • Religion ist Privatsache
      Danke für Ihren Beitrag. Immer wenn Ideologie den normalen Verstand überdeckt wird es problematisch! Religion ist im Endeffekt Ideologie in höchster Vollendung.
      Die Kirchen gehören in die Schranken verwiesen!

  51. i-Tüpferl reitet wieder auf Phryne
    @Gast: naturellement Jean-Léon, den Bildschirm schont allerdings ein Zötl. Einen abendlichen Gruß auch an alle anderen hier so schön zahlreich versammelten Großwesire des unnützen Wissens!
    @ Don: bitte etwas moderazione a tavola, nicht dass am End noch ein Arentino à la Feuerbach dräut….

  52. Ein wahrhaft wundervoller Artikel,
    und eine beeindruckende Sprachgewandheit! Danke, lieber Don! In heiterer Erwartung der Fortsetzungen…

  53. Gerade noch...
    …konnte ich mich nach der Einleitung, die mir als „dummen Hauptschüler „, einiges anforderte zwingen weiter zu lesen. Der Rest gefiel mir auf Grund der leicht zynischen, aber nachvollziehbaren Schreibweise. Danke

    • Bitte, gern geschehen. Ich weiss, ich schreibe bockige Texte, aber wenigstens nicht ziegig.

  54. Ethik
    @Otto Meier

    19. April 2016 um 12:53 Uhr
    „Wenn Ethik und Moral so leicht veränderbar wären, nur zeitlich begrenzte Gültigkeit hätten, ja worüber wollen wir denn dann noch reden?“

    Herr Meier,
    die von Heinz von Foerster – im übrigen in einer angenehm undoktrinären Form vertretene – Position läuft darauf hinaus, daß alle Aussagen, auch die über Ethik nur eine endliche Reichweite besitzen können. Eine absolute Wahrheit und ein absolutes System die einen zwingen so und nicht anders zu denken und zu handeln existieren nicht. Näheres in dem von mir weiter oben zitierten Band, der Gespräche v. Foersters und des Autors Bernhard Pörksen enthält.

    • Ohne einen Roman zu verfassen, Herr Lichtenberg, ist es schwierig, des Themas gerecht zu werden.
      Zunächst zu Frau Ayaan Hirsi Ali. Dabei nehme ich nur auf den betreffenden Artikel Bezug. Da stellt sie zum Beispiel die arbeitende steuerzahlende Bevölkerung den kerngesunden Einwanderern, die Geld fürs Nichtstun bekommen, gegenüber, das findet sicherlich viel Beifall. Sie fordert strengere Gesetze, um die Einwanderer de facto zu assimilieren, nicht zu integrieren. Sie möchte die Integrationsbereitschaft über das Recht zur Einwanderung entscheiden lassen, das grenzt an Gesinnungsschnüffelei und hat nichts mit Menschenrechten etc. zu tun, die sie doch angeblich verteidigen möchte. Weiter geht es mit den Zentren islamistischer Indoktrination, dem pauschalen Verdacht gegen Moscheen etc. Nach staatsbürgerschaftlichen Betrachtungen dann die Feststellung, wir sind im Krieg. Das da nicht zu Kriegseinsätzen der Bundeswehr aufgerufen wird, ist verwunderlich. Und am Ende dann der Hinweis zu den Populisten, die diesen Beitrag der Ayaan Hirsi Ali doch unverändert übernehmen könnten.

      Ich kenn Ayaan Hirsi Ali nicht und weiß daher auch nicht, wie ernst das alles gemeint ist. Wie radikal sie wirklich ist, durch ihre Lebenserfahrung geworden ist. Allerdings ist von einer Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit bei ihr nicht mehr viel geblieben. Sie fordert nicht mehr, aber auch nicht weniger, als den Überwachungsstaat auf allen Ebenen. Wenn ich sie mal nicht mit militanten Nichtrauchern vergleichen sollte, dann vielleicht mit Rosa Luxemburg?

      Was ich grundsätzlich immer vermisse, ist die Berücksichtigung der sozialen Aspekte, die nicht nur die Integration erschweren, sondern auch zur Konfrontation mit den Migranten bzw. Flüchtlingen führen. Gerade von einer Muslima und Migrantin hätte ich da mehr erwartet. Parallelgesellschaften hatten sich schließlich schon lange vor dem IS-Terror gebildet. Mit einer Europäisierung des Islam ist es daher sicher nicht getan. Es sind die Gescheiterten der Gesellschaft, nicht nur die Migranten, die zum Problem werden, die anfällig für IS und Co. sind. Gesetze etc. werden daran überhaupt nichts ändern.

      Zu Heinz von Foerster, Ethik und Moral. Der ethische Imperativ setzt Können und Dürfen nur scheinbar mit Ethik gleich. Doch es ist ja wohl der kategorische Imperativ, der das Können und Dürfen, somit die Ethik, auch für von Foerster, bestimmt, oder? Zumindest in der Form der Kritik durch Jürgen Habermas, wobei ich auch dazu neige, den Einzelnen bei Kant und Alle bei Habermas als identisch anzusehen. Das Ergebnis, universelle Werte, die eine Ethik und Moral, schwebt wohl beiden vor. Und dem habe ich immer schon zugestimmt.

      Am Ende mögen zwar viele Wege nach Rom führen, aber alle führen eben nach Rom – dem einen Rom.

  55. Zwei grundlegende Missverständnisse
    Es gibt zwei grundlegende Missverständnisse der Religion. Erstens Religion mit Moral zu verwechseln und zweitens sie für Magie zu halten.

    Und in diesem Missverstehen treffen sich die große Zahl der Befürworter wie der Gegner von Religion. Da ist es dann fast egal, auf welcher Seite man steht, man ist sich ähnlicher als der Streit vermuten lässt.

    • Ich bin eigentlich kein Gegner – Religion soll sich halt raushalten, wenn andere sie nicht glauben.

    • "raushalten"- Religion Privatsache?
      Don, ich finde das immer schwierig. Ist Religion eine „Privatsache“ wie viele gerne behaupten?
      Ich denke, man kann da ansetzen, wo Ihr letzter Artikel endete: All unsere private und gesellschaftliche Realität ist ein Ethos des Eros. Und wenn Religion Eines ist, dann ist sie die Frage nach dem Eros. Gott ist Ausgangspunkt diese Eros. Und wenn wir es im griech.-philosophisch-christlichen sehen, dann ist der Logos ein Erotischer. Eros und Logos sind Formen des Dialogischen.
      Damit ist Religion primär dialogisch. Und das Private ist keine hermetische Burg- aber auch sicher nicht ein schreiender Stand auf dem Marktplatz! Und ganz sicher keine GEsetzestafel!

      Da es nicht EINE Auffassung gibt, muss es einen konzeptuell strukturellen Vorbehalt (so etwas wie eine Schleusenfunktion) des Dialogischen geben. Keine Religion /kein Mensch/keine ZEit kann erwarten, dass alle nach seiner/ihrer Facon leben und beurteilt werden können und nie lässt sich inneres Erleben in die allgemeine Wirklichkeit übersetzen. Das ist nicht allein eine religiöse Problemstellung!
      Also, wer muss sich überall wo raushalten?
      Nicht einfach.

  56. For emotions go to Michelangelo
    Die Unemotionalität wurde gelegentlich hier beklagt. Nun schiebe ich das darauf, dass es seit Giotto ca. 100 Jahre früher um Perspektive, Dreidimensionalität und Farbe ging. Es war eine Zeit der Entwicklung großer Malerei (nach der Ikonendarstellung) und war, ja, gewiss angepasst an höfische Vorstellungen der Financiers, z.B. Haus Medici oder Kirche. Aber wichtiger war vielleicht, dass die perspektivische Malerei sich erst entwickelte.

    Man empfindet Ruhe bei der Betrachtung. Im politischen Betrieb hier, selbst in der Funktion des Zuschauers, Lesers, kann tiefe Unruhe in einen einziehen, bei der Betrachtung der damaligen Kunst dagegen Gelassenheit.

    Dieselbe fehlende Emotionslosigkeit sieht man auf den meisten Madonnenbildern mit wenigen Ausnahmen.

    Weiter muss vielleicht bedacht werden, dass oft ganze Ateliers unter Anleitung des Meisters an der Sache arbeiteten, und dass dieselben Meister sich oft auch in der Architektur einen Namen machten. So mag es zunächst mehr um das Handwerkliche als um Gefühlsregungen gegangen sein.
    Zum Beispiel hier (niemand weint):
    https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Giotto_di_Bondone_060.jpg

    Daher war Michelangelo, Maler, Dichter und Bildhauer, vermutlich die größte Sensation, weil er den maximalen Ausdruck brachte, sowohl in seiner Pietà, als auch am Plafond der Capella Sistina.

    Wenn wir heute, nach multiplen, anfangs schmerzhaften Immunisierungen durch die zuweilen recht drastischen Darstellungen in Kriminalroman und Film, auf so eine Folterszene schauen, müssen wir daher unser drastisch verändertes Unterbewusstsein mit Gewöhnung an allzu krasse Darstellungen, wohl abschalten.

    Nur die Trüffel sind wohl dieselben geblieben. An DA vielen Dank für den Hinweis auf die notwendige Anmeldung.

    Meine Klugscheißergedanken mögen nützlich oder verkehrt sein, auf jeden Fall bedeuten sie, dass ich mit Interesse auch den interessanten Kommentarbereich verfolge, Kompliment. Das fing übrigens an mit dem Kommentarbereich unter der nächtlichen Sparkassenszene, der sehr vital war, wie auch die Schilderung der inneren Qualen des Autors.

    • Nun, Michelangelo sagt man ja nicht umsonst nach, dass mit ihm der Manierismus ausbricht. Und ich mag die Ruhe in den Bildern der früheren Zeit sehr.

      Ich kann April als Reisezeit nur empfehlen. April und Oktober/November.

    • kl. Korr.
      Kleine Korrektur: Dieselbe fehlende Emotionslosigkeit
      „fehlende“ muss antürlich da weg.

      Ja. Nicht zu heiß, noch nicht zu viele Touristen.
      Ich finde die Sistina toll, aber schwer zum Betrachten.

    • Kunst-Emotion-Ausdruck
      Die Frage, wieweit Emotion als künstlerisch erachtet wird/ist, stellt sich doch deutlich!
      Messerschmidt hat die Emotion des menschlichen Gesichtes als Bildhauer zu seinem Thema gemacht und dabei handwerkliche wie psychologische Meisterleistungen hervorgebracht. Diese taugen wunderbar zur Illustration einer Physiologie menschlichen Ausdrucks bspw. in einer psychologischen Phänomenlogie. Aber Kunst sind sie kaum. Eben WEIL man mit ihnen im Zirkel der EMotion kleben und gefangen bleibt!

      Der Ausdruck, die Expressivität, hingegen ist eine ganz andere Sache. Ausdruck bedeutet schlicht Wirkkraft.
      Natürlich hat Michelangelo als (unintalienischster) Künstler mehr Ausdruck als Legionen anderer. Sein Gestaltungwille durchdringt jedes Detail und bleibt nie an naturaler Nachbildung hängen. Dass diese (Über)Steigerung der Mittel später in Maniriertheit mündet, zumal den Nachfolgern das Ganze ins Detail verfällt/ zu zerfallen droht, ist kaum verwunderlich.
      Man könnte es auch so sagen: Die Individualisierung der menschlichen Form, an der die frühe italien.Renaissance (man vergleiche mit Dürer, um den Unterschied zu sehen) noch keinerlei Interesse hatte, findet bei Michelangelo einen vorläufigen Höhepunkt.
      Mit dem Begriff des Manierismus tue ich mich bei M. wie auch bspw. bei Pontorno schwer, denn was soll er aussagen, wenn er die „Steigerung aller Mittel“ meint? In ihrem Rahmen hat das auch etruskische Kunst oder ägyptische Plastik.

    • Ossobuco
      Mit dem Ausdruck Manierismus tue ich mich in Bezug auf Michelangelo ebfs. schwer, PF. Wenn ich an die Pietà denke oder an die Vertreibung aus dem Paradies in der Sistina, sehe ich nur die brillante Übersetzung des im Christentum eingefangenen menschlichen Leidens in die Malerei, besser wohl, als es jemals jemand konnte.

      Bei Manierismus fällt mir mehr das vorimpressionistische Frankreich ein, dessen höfische Ausschweifungen die Medici wie Quäker erscheinen (man muss mal die unehelichen Kinder der Könige zählen) lassen, oder vielleicht Rubens.

      Der Folgeposten ist mit Russian Spring unterschrieben. Der linke Troll sucht Russen, auch wo er sie nicht finden wird. Er kapiert den Sinn dieses Blogs nicht, wie Déjà de l’autre coté de l’hypocrisie ihm erklärt. Man darf diesen Ausnahmeblog, in dem jemand so großzügig ist, auch im Urlaub, seinen Geist und Humor und seine Lebenskunst mit uns zu teilen, nicht von linken Spinnern, die noch in jedem Adlerhorst rechts wittern, stören lassen. Es sind von Übertreibung heimgesuchte Seelen, die irgendwann ihre Erynnien finden werden, denn wer suchet, der findet.

      An DA Saluti und einen weiteren schönen Tag. Essen Sie auch mal die Spezialität, die die Italiener drauf haben wie sonst niemand?: Ossobuco. Delicioso. Muss vom Knochen abfallen wie beim Rehschäufele, bei dem die Franken und die Schwaben führend sind.

    • Nun, der Raffael-Schüler Giulio Romano hat sich auch bei Michelangelo viel abgeschaut und gilt ja nicht umsonst schon als erster Hohepunkt des Manierismus. Das geht dann ganz schnell.

    • Herrliches Sujet
      Na gut. das erste, das ich, so mit 18 Jahren von Michelangelo sah, war das Doni Tondo, das ich nicht mochte. Hinten in den Uffizien mochte ich nur die beiden Leonardos, ansonsten ziehe ich vorn vor. Dem kann man entnehmen, dass ich Manierismus und Annäherungen daran, nicht besonders schätze, auch nicht beim Essen. Die schlimmste Phase war die, als plötzlich alle mit Schokolade dekorierten nach dem Motto eisgekühltes Gurkensüppchen mit Garnelen an Valrhonagarnitur.
      Nun hat ja sein Lehrer Ghirlandaio weniger davon. Ach übrigens frage ich mich immer wieder, wie sicher das Doni-Tondo von Michelangelo ist. Ja, ich weiß, Kunsthistoriker sind unfehlbar, es wird schon von ihm sein. Abgemalt haben könnte er es aber bei Raffael, dieser pyramidenartige Aufbau.
      Aber ehrlich gesagt, ich halte die für frühglobalisiert, wenn ich an Catarina de Medici/de la Tour d’Auvergne denke oder an die Verbindung Leonardo/Francois I und die Ähnlichkeit mancher Figuren von Giulio Romano mit der Mona Lisa. Vielleicht zog mit dem Erfolg das Höfische mehr in die Kunst ein. Auch heute scheint das Globalisierte höfischer zu machen, wenn man an diese Mammutinszenierungen in Cannes oder Elmau denkt, schöner trotzdem nicht.
      Trotz ernsthafter Skepsis gegenüber der Kirchen liegen mir die Darstellungen, die zwischen dem Hellenischen und dem Sakralen angesiedelt sind, mehr als die höfischen.
      Jedenfalls war Piero della Francesca einer der besten neben Fra Angelico.

    • Manierismus
      Mir ist klar, dass das ein feststehender Kunstgeschichtsterminus ist (Vasari), aber ich habe mit ihm halt meine Probleme (gerade wenn ich essentielle Kunst wie die des Michelangelo vor Augen habe)- wie mit manchen Betrachtungen in der Kunstgeschichte. Ausnahme sind da wenige Kunstgeschichtler wie bspw. Gotfried Boehm, Basel, den ich als Student in etlichen inspirierenden Vorträgen hören durfte.

      @DA: Die Raffaelschule ist natürlich anfällig für Manierismus. Bei Raffael ist mir das aber auch egal.

    • gut, da kann man wirklich verschiedener Ansicht sein, M.E. ist der Weg von della Francesca zu Michelangelo erheblich weiter als von Michelangelo zu Romano.

    • Giulio Romano
      @ DA
      Danke für den Hinweis. Ich habe mir einige Bilder daraufhin angesehen und fühle mich in meinem Urteil bestätigt. Alles sieht nach Michelangelo B. aus und nichts erreicht eine andere als eine erzählerische Tiefe, die nirgendwo auch nur im Ansatz an das Vorbild reicht. Für mich ist das im schlechten Sinn „manierirt“ – genau das ist mein Problem mit dem Wort „Manierismus“.
      mfG PF

    • Nun ja, die Kunstgeschichte hat Romano tatsächlich lange Zeit nicht für voll genommen. Aber er war auch ein wichtiger Innovator. Besuchen Sie ruhig mal den Palazzo Te in Mantua. Es lohnt sich.

    • Palazzo Te, phantastisch
      Den Palazzo Te kannte ich nicht. Sieht großartig aus. Man stellt sich Verdis Duca di Mantova vor, wie er sich darin mit der Gilda, der Tochter des Rigoletto vergnügt, was den Vater zu einem Mord anregt, der leider – italienische Tragik – die Tochter erwischt. Hinreissende Musik.
      Den Palast werde ich sicher einmal anschauen fahren mit Kopfhörern, wenn es passen sollte, und Piero Cappuccilli als Vater von Ileana Cotrubas. Die Maler waren ja alle fabulöse Archtekten, was möglicherweise, aufgrund der Statik, ihre wesentliche Bürde war.
      Übrigens unterlief mir weiter oben ein penetrant ärgerlicher Fehler. Meinte natürlich Fra Filippo Lippi und nicht Fra Angelico. Lese mich gerade wieder ein. Nochmal danke für die Anregungen.

    • "Weg von della Francesca zu Michelangelo erheblich weiter als von Michelangelo zu Romano"
      Sehen Sie, Don, das ist genau das, was ich meine: optisch ist Romano ganz nah bei Michelangelo. Was die Ausdruckskraft angeht, sind della Francesca (man könnte stattdessen auch Donatello nehmen) und Michelangelo viel näher beieinander, denn sie behaupten nichts Geliehenes, sie zitieren nicht, sondern treffen Aussagen aus eigener Wesenserkenntnis.
      Und was ich hier behaupte ist die künstlerische Sicht gegen die kunstgeschichtliche Sicht.

      @Oberländer: Ich denke die Zuschreibung von M.Buonarotti als Ausgangspunkt des Manierismus bezieht sich eher auf Skulpturen wie die Pieta Rondanini (und nicht auf das Frühwerk der Vatikanischen Pieta)

      mfG

  57. Moral und Doppelmoral
    Als Lackmus-Test mit Dank an die buddhistische Tradition: „Das, was wir ablehnen mit dem Maß dessen zu messen was wir schätzen, ist das wahre Übel des Geistes“
    D.T.

  58. Bei einigen, die hier schreiben, frage ich mich, ob sie auch diese Sätze gelesen haben
    „Deshalb kommt mir, erlauben Sie mir bitte diese Bemerkung, auch immer die Trüffelpasta hoch, wenn ich etwas von “christlichem Abendland“ höre. Das hier ist eines der wichtigsten Kunstwerke des Abendlandes, und es ist moralisch nicht weitab von Dachau und den Baukränen, an denen im Iran Homosexuelle und andere Abweichler aufgehängt werden.“
    Und mir ist unbegreiflich, wie dem Autor zu dieser christlichen Selbstgerechtigkeit zuerst linke Feministinnen und dann erst eventuell – ohne es zu erwähnen – Pegida einfällt. Oder ist das alles eine sanfte Art der Pädagogik? An dem Erfolgsrezept zweifle ich angesichts der Zuschriften. Z.B. wenn ich mich anlässlich von Äußerungen zur AFD vom Kontext her ganz klar zur Beschneidung bei Jungen äußere und jemand kommt mir mit Entfernung der Klitoris – typische Agitpropmethoden.
    Zum Grusse, Russi-An Spring

    • Ma, Signora Spring,
      ..warum echauffieren Sie sich? Für den Fall, dass Sie es noch nicht gemerkt haben sollten: das hier ist mehr oder weniger eine satirische Plattform, basta! Die wenigsten Artikel von Don-und auch die Kommentare sind bitterernst. Auch wenn ich zugeben muß, dass das Anschneiden von Dachau-Themen immer dem Ritt auf der Rasierklinge nahe kommt. Ich würde andere Geschichtsbezüge herstellen wenn möglich.
      .
      Ich wünsche mir weiterhin die Leichtigkeit des Seins in diesem Block, der schon, so sehe ich das, quasi-familiäre Art angenommen hat. Mit Suchtpotential, wie es Einige feststellen.

    • Über den notwendigen Moscheebau
      @ Déjà de lautre côté de lhypocrisie sagt:
      „Verehrte Tamarique, das ist mir alles sehr bewusst, darum schreibe ich es und wenn darüber später keine Ziege meckert, kein Hahn kräht, keine Sau sich kratzt ist mir das im hier und jetzt ein bisschen wenig.“

      Das verstehe ich. Leider habe ich meine Hoffnung verloren, dass sich etwas ändern lässt. Sobald eine gewisse politische Richtung eingeschlagen wird, geht die Kanzlerin und ihre devote Gefolgschaft stur ihren Weg, unabhängig von der Mehrheitsmeinung oder der Proteste, Beispiel TTIP und „keine Obergrenze“.

      Nun hat Merkels Politik den Weg des Laissez-faire gegenüber Einwanderung und der Weigerung der Wahrnehmung der möglichen Auswirkungen eingeschlagen. Und mit Saudi-Arabien macht man außerdem große Geschäfte, danach richtet man sich sowieso. Dass Gabriel sich gegen den von Saudi-Arabien vorgeschlagenen Moscheebau äußerte, hat nichts zu bedeuten. Er kritisiert auch den Waffenhandel mit den Saudis und genehmigt kurz danach den nächsten Deal.

      Ich sehe das ähnlich kritisch wie Sie. Bzgl. eben jenes Kölner Moscheebaus schrieb ich auf SPON zig kritische Posts. Ich befürworte seit zehn Jahren das Verbot der Burka und des Niqab, welche inzwischen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden verboten sind. In all diesen Ländern hat die Mehrheit der Bevölkerung ein Verbot befürwortet. So läuft es in Deutschland nicht mehr. Die Burka-Diskussion scheint inzwischen ein Tabu zu sein. Wie ich hier im anderen Post schon schrieb, so konnte man vor einigen Jahren über solche Themen frei diskutieren, ohne dass die Vertreter von Gegenmeinungen beschimpft oder in eine schmuddelige politische Ecke gestellt wurden.

      Der lapidare Kommentar beruht auf meiner Resignation…

    • Leichtigkeit des Seins? Unerträglich
      Ich denke, Herr Alphonso hat einige Themen angeschnitten, die mit Leichtigkeit eher nicht viel zu tun haben.

  59. Tamarisque sagt 19. April 2016 um 15:06 Uhr Topic of Ziegenhörniges
    „Saudi-Arabien finanzierte in 2000 weltweit 1.500 Moscheen.
    Im Zuge der Migration der Million[en] Schutzsuchenden nach Deutschland werden zwangsläufig mehr Moscheen gebraucht und selbstverständlich auch gebaut. Ob die von Saudi-Arabien finanziert werden, nachher kräht doch kein Hahn mehr danach.“
    .
    Verehrte Tamarique, das ist mir alles sehr bewusst, darum schreibe ich es und wenn darüber später keine Ziege meckert, kein Hahn kräht, keine Sau sich kratzt ist mir das im hier und jetzt ein bisschen wenig.
    .
    Warum? Diese Art der Einflussnahme auf das was man bisher die „europäische Kultur“ nannte (das mit dem christlich-jüdisch ist mir allerdings suspekt, umso mehr als dass es seit dem Wulff fast nur von BuPräs verwendet wird) ist unglaublich und diejenigen, die das sehenden Auges zulassen sind noch unglaublicher. Ich anerkenne da auch nicht das oft benutzte Argument, dass die Christen ihren Glauben ja nur noch sehr nachlässig lebten. Über die wahren Ziele des islamischen Glaubens haben sich andere ja hinlänglich ausgelassen, da muß ich meinen Mostrich nicht auch noch dazu geben.
    .
    Ich stelle mir ein ähnliches Finanzierungsvorhaben, z.B. durch das Erzbistum Köln, in Ankara oder gar in Doha vor. Zugleich denke ich an die an eine Reaktorschutzhülle erinnernde Moschee einige Steinwürfe von der Domplatte entfernt.

    http://www.zentralrat.org/de/node/280
    .
    Bonne journée

  60. heutige Pendants?
    Wie wohl das heutige deutsche Äquivalent zur damaligen italienischen Malerei aussehen würde? Was würde es in welcher Form zeigen und wo könnten es nachfolgende Generationen bestaunen?

    Ich wage mal die Behauptung, dass das deutsche Äquivalant der Literatur zuzuordnen sein wird. Nur wo findet man heute den moralischen Imperativ unserer Zeit in ästhetischer und literarischer Form abgebildet?
    Als Kandidat kommt mir sofort Michael Klonovksy und seine Acta Diurna in den Sinn, die nachfolgend auch als Bücher erscheinen.
    Literatur? Check.
    Konkrete Ausformung: Tagebuch.
    Unabhängig vom Inhalt ansprechend? Check. (Herrliche, die Möglichkeiten der deutschen Sprache illustrierende Ausdrucksweise.)
    Nur mit der plakativen Abbildung des moralischen Imperativs unserer Zeit hapert es, weil alles immer aus der umgekehrten Perspektive eines konservativen Zeitzeugen formuliert ist, statt aus der Sicht des modernen Klerus.

    Kennt wer andere Kandidaten?

  61. Aretino
    Tschuldigung, es ist etwas pietät- und/oder geschmacklos, aber ein Bekannter ist vor Jahren an zuviel Pasta erstickt und in Feuerbach/Aretino-Manier an der Tafel verblichen. Hab halt so meine Ängste… Trotzdem Ihnen weiterhin guten Appetit und uns Ihre Texte!

    • Die Trüffelpasta war gut mit Butter geschmiert, die flutscht ganz leicht wieder hoch.

    • Wer früher turnt, lebt länger
      Man muss in Liegestütz – Stellung gehen und seinen Oberkörper, auch, wenn’s wehtut, runtersausen lassen. Es entsteht ein Luftdruck, der die Pasta in der Luftröhre dann nach oben schiebt, es röchelt sich leichter und man bekommt dann Luft. Butter ist nicht vonnöten. ;)

    • Keine Bange mehr wegen Verschluckensersticken -
      der Heimlich-Griff ist mittlerweile weithin bekannt. Kann man übrigens auch als Selfie ausführen. wenn man Panik vermeidet und zuvor ausgiebig den Notwendigenkrafteinsatz geübt hat. Geübt? Ja doch, so:

      https://www.youtube-nocookie.com/v/1ZvEXcRE4BU

  62. Skeptische Anmerkung zur Ethik
    @Otto Meier 19. April 2016 um 17:15 Uhr

    “ Das Ziel aber können nur universelle Werte sein, eine Ethik und eine Moral. Ansonsten wird das Jammertal nie aufhören, zu existieren.“

    Hierzu ein Zitat von Quevedo: „Er nannte es Utopie, das ist ein griechisches Wort, das bedeutet: Es gibt keinen solchen Ort.“

    Sehr geehrter Herr Meier,
    bei aller Sympathie für Ihren – deterministischen – Ansatz, das Jammertal mittels einer universell gültigen ethischen Methode zu verlassen, – uns allen wäre vermutlich mit einer skeptischen Betrachtungsweise besser gedient.

    Der deterministische Weg (Induktion) läuft darauf hinaus, durch Versuch und Irrtum „irgendwann“ zu Verallgemeinerungen, d. h. zur Etablierung eines Systems (der Politik, der Ethik, etc.) zu gelangen.
    Leider geht man meistens doch die Abkürzung (Lenin, A. H., Societas Jesu, Junge Garden) zu aller Nutz und Frommen. Aktuell expandiert ein juristisch rigide determinierendes System mit angeschlossenen Religions- und Exekutivabteilungen, das den Weg aus dem Jammertal unter Vorantragen der grünen Fahne des Propheten definitiv kennt und für alle vom Unglauben befallenen Ländereien den Begriff Haus des Krieges – ganz ohne Versuch und Irrtum gefunden hat.
    Eine mögliche Haltung ist angesichts derartiger Lagen Karl Poppers Konzept der „Offenen Gesellschaft“ und seine Theorie der Propensität (Verwirklichungstendenz):
    Aus der selben Voraussetzung entstehen mindestens zwei Resultate und es gibt nur eine Wahrscheinlichkeit dafür, in welche Richtungen diese gehen werden. Die Zukunft wird nicht wie die Vergangenheit sein. Das Angebot an Vielfalt ist ein Angebot der Auswahl und damit eine Herausforderung, kreativ und nicht deterministisch zu agieren.
    Ein work in progress … Und, nein, ich bin nicht wirklich optimistisch …

    • Mir ist schon bewußt, Herr Lichtenberg,
      daß den Verkündern der einzigen Wahrheit etc. nicht blind vertraut werden sollte. Daher hatte ich auf Habermas hingewiesen. Bei dem gilt das Mehrheitsprinzip. Leider ist das, ich erinnere an Schwarmintelligenz oder den totalen Krieg, auch nicht unbedingt immer die Lösung. Aber zwischen mehreren Alternativen wählen zu wollen, ebnet eben auch nur Opportunisten, Demokraten und anderen den Weg. Vor soviel kreativen Möglichkeiten – sozial ist, was Arbeit schafft – graut mir.

      Ich gebe gerne zu, so gesehen einer Utopie nachzuhängen. Aber sind nicht schon viele Utopien Realität geworden? Ja, die Menschheit ist noch nicht so weit, wird es vielleicht niemals sein – vor ihrem Untergang. Aber viele Köche verderben eben mit vielen Alternativen viele Breie. Ob das wirklich sein muß?

  63. Tamarisque sagte, 19. April 2016 um 16:37 Uhr
    „Gerüchteweise steht Soros außerdem als Finanzier der NGO’s hinter der massiven Promotion der uneingeschränkten Migration.“
    .
    Das explizit mit dem Soros ist mir neu, aber dass hinter der gezielten Fachkräfte-Expeditierung Interessen stehen war mir immer klar. Derartigen Verdacht geäußert, führt bei der (noch) großen Qualitätszeitung am Main zu rigorosem Totalverlust. Diesbezüglich gleicht man dort einem redaktionellen Scapa-Flow. Bei dem Main-Orkney schlüpfte kein neuer Günther Prien so schnell durch die Netze.
    .
    Ich bewundere daher in meiner kleinen, aber nicht dummen Großstadt den gezielten Einsatz der gut Organisierten, schwuppdiwupp kaum angekommen, mit Mountainbike und grell leuchtenden Sportschuhen, die es nicht gerade bei Aldi gibt, Edel-Basecap und auch sonst mehr hui als pfui, gezielt und doch nonchalant die Parkwege ehemaliger Landesgartenschauen oder Fußgängerzone abfahren.
    .
    Bei den Westafrikanern (Mösjö, kelöretil ?) vermute ich irgendwelche Drogenbarone, bei den Nordafriques, die ihr Heil eher nicht im Ziegenhüten oder dem Verkauf gefakter Amethyste sehen und bei den Mittelorientalen habe ich wahhabitsche Zuwendungen mit eher Landnahmeabsichten auf dem Plan. Ein-€-Jobs und eine Aussicht auf Gas-Wasser-Sch…-Klempner-Education, selbst nicht mit den von Reinhard May in Aussicht gestellten Wonnen, dürften nicht Auslöser für die flutartige Wanderbewegung gewesen sein (nein, ich wiederhole den Wolfe nicht)
    .
    Ja, ich bin böse. Danke. Aber jeder Bürger mit dem man sich darüber unterhält, weiß das. Scheinbar nur die Volkskammer und ihre föderalen Zwergpinscher nicht.

    • @Jo
      Jo 19. April 2016 um 19:00 Uhr
      Zustimmung zu Ihrem Post.
      In Staaten wie dem Iran und Saudi-Arabien bilden der Staat und die Religion eine unzertrennbare Einheit. Im Iran haben die Ayatollas eine größere Macht als die moderateren Politiker.

      Der Schleier war traditionell wohl eher eine „Unisex-Einrichtung“ der Nomadenvölker, welche in der Wüste in ihren Zelten lebten, damit sie sich vor dem Sand schützen konnten, besonders im Sturm.

      Die Vollverschleierung tauchte das erste Mal in Afghanistan auf, wo sie den Frauen von der Taliban aufgezwungen wurde. Damals waren „wir“ einmütig entsetzt über die Bilder, welche eine extreme Diskriminierung der Frau bzw. die barbarische Terrorherrschaft der Taliban symbolisierten. Es gab damals Zero Toleranz gegenüber diesem abartigen Kleidungsstück in der deutschen Bevölkerung.

      Erstaunlich, wie sich die Sichtweise inzwischen verändert hat. Debei demonstriert die Trägerin dieser Kleidungsstücke eindeutig, dass sie den fanatischen Islamismus unterstützt. Da gibt es nichts zu beschönigen.

      Es gibt mutige Frauen in jenen Ländern, welche den Kampf gegen die Unterdrückung führen, obwohl sie damit sehr gefährlich leben. Der Westen sollte ein deutliches Zeichen setzen, dass die Menschen, die in einer freiheitlichen Demokratie leben, sich mit dem Kampf jener Frauen solidarisieren, so wie das Frankreich, Belgien und die Niederlande auch getan haben.

      Außerdem enthüllt die Vollverschleierung nicht nur Unterdrückung der Frau, sondern symbolisiert eine barbarische Rechtsordnung bzw. den Dschihadismus, den Kampf gegen die Ungläubigen.

    • Soros, Helfer der Flüchtlinge
      Alsich diese Gerüchte hörte, konnte ich keine Verbindung zu ihm finden. Nun fand ich diesen Link zu einem Artikel in der erzkonservativen Publikation „Breitbart“ vom 2. November 2015, indem er sein Involvement zugibt und die europäischen Grenzen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise als hinderlich betrachtet:
      http://www.breitbart.com/london/2015/11/02/soros-admits-involvement-in-migrant-crisis-national-borders-are-the-obstacle/

      In diesem Artikel aus Januar sieht er Europa schon kollabieren:
      http://www.cnbc.com/2016/01/20/europe-on-the-verge-of-collapse-soros.html

      Nun, Soros hat ja schon den britischen Pfund zu Fall gebracht und die Asien-Krise getriggert. Vielleicht hat er inzwischen noch ehrgeizigere Ziele: ganz Europa ins Unheil zu stürzen.

    • Vielleicht hat er inzwischen noch ehrgeizigere Ziele: ganz Europa ins Unheil zu stürzen?
      Vielleicht gehört er ja zum Verein der Weisen von Zion. Aber hatte nicht mal einer den Juden gedroht, was ihnen passiert, wenn sie nocjmal die Völker in einen Weltkrieg stürzen? Wäre das nicht ähnlich, Tamarisque?

    • Sie sind nicht jenseits, sonder mitten drin in der Heuchelei!
      Im Gegensatz zu zB ThorHa nehmen sie zu kindischen Verschwörungstheorien Zuflucht, wo doch einfach nur Inkompetenz ist. Eine Frau, die wie kein anderer Mensch jene mittelmässig, ignoranten CDU und andere Einheitsparteien Wähler repräsentiert, von denen das Land voll ist.

      Immer wieder lese ich von solch dümmlich selektiver Wahrnehmung hier. Es hilft dem Verständnis der Gegenwart, und den Möglichkeiten zur Abwendungen von künftigen Problemen, wenn man Zusammenhänge kennt und berücksichtigt…

      „Ja, ich bin böse. Danke. Aber jeder Bürger mit dem man sich darüber unterhält, weiß das. Scheinbar nur die Volkskammer und ihre föderalen Zwergpinscher nicht.”

      Darf ich sie bitten sich zu merken, dass „jeder Bürger“ immer nur dann protestiert und nachdenkt, wenn er befürchtet, dass in seinem eigenen Leben Änderungen anstehen, die er zwar eingeleitet und verursacht, aber um die er nicht gebeten hatte? Das Elend der paar Milliarden anderer geht ihm immer am A…. vorbei.
      Es waren diese „jeder Bürger“, „die diese Volkskammer- Mittelmass-ganz-wie-er-selber“ freiwillig gewählt haben, und bei denen er, auch künftig wieder, ebenso dämlich, sein Kreuzchen machen wird.
      Es hat schon alles seine Ordnung so wie es ist. Dieses Volk verdient genau diese Regierung, die es sich selbst erwählt hat.

      Was mich dabei bei dem peinlichen Gejammere immer am meisten erstaunt ist, dass sich angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanz Krise, der Total-Überwachung, und des Klimawandels, also der bereits an die Tür klopfenden, kommenden, tatsächlichen Katastrophen, die Mitglieder der selbsternannten Intelligentia an einem Thema aufgeilen, dessen gegenwärtige Dimensionen masslos aufgebauscht sind, während die tatsächlich kommenden Veränderungen für Gesellschaft und Kultur völlig ignoriert, da nicht gesehen und begriffen, werden.
      Die Veränderungen die kommen, werden weit grössere Dimensionen annehmen, als nur „Mountainbike und grell leuchtenden Sportschuhen, die es nicht gerade bei Aldi gibt, Edel-Basecap” Besitzer, die diese im Gegensatz zu den neidischen einheimischen Entrüstern, selbstverständlich nicht „mit ehrlicher Arbeit verdient haben“.

      Ein weiterer, grösserer Zusammenhang der ihnen anscheinend verborgen geblieben ist, wäre die Entstehungsgeschichte der Taliban, deren Wirken sie ja so lauthals beklagen…
      Diese Taliban wurden in den 80er Jahren durch $ 80 Milliarden an Barem, aus den USA und GB gegründet, ausgebildet und bewaffnet. Und als einen der Anführer erwählten die CIA einen gewissen Osama bin Laden höchst persönlich aus.
      Auch im Iran, in dem ihnen so einiges nicht gefällt, handhabte man die „befreiung“ von Demokratie genauso. Der Iran war bis 1953 eine funktionierende Demokratie, deren frei gewählter Präsident einem Mord des CIA zum Opfer fiel, und den man in Teheran durch einen der perversesten Verbrecher der Nachkriegszeit ersetzte. Wer sich nach 26 Jahren Folter und Terror endlich von so was befreien kann, der nimmt dann gerne schon mal auch die Unterstützung eines Ayatollahs dafür in Kauf.

      Wer die beiden Seiten in diesem sich nun weltweit ausbreitenden asymetrischen Krieg vergleicht, der kann verstehen, dass die in der Region Lebenden den Islam in gewissen Masse positiver sehen als wir das tun, und uns deshalb für Heuchler und selbstgerechte Verbrecher halten, die ihre Sklavenhalter gegen Profit mit Waffen ausstatten….?

      Dass jemand der solche Banalitäten entweder ignoriert oder sie nicht mal kennt, sich dann über die Dummheit der Berliner Regierung entrüstet, das entbehrt nicht ein er gewissen Komik!

      Ich finde alle Bürger, also sie und „jeder Bürger“, haben sich die Merkel Regierung redlich verdient, und glauben sie es mir einfach mal:
      Sie wird ihnen noch einige Zeit erhalten bleiben und viel weitere Freude machen!

  64. Ja, ich schreibe zu viel und ich habe auch eine, nein 2 Friseusen,
    die eine hat in Kasachstan Mathe studiert, die andere in Usbesistan Ingenieurswissenschaften, FR Elektronik. Damit das klar ist.
    .
    Heraklios erschreckte mich mit Post vom 20. April 2016 um 02:20 Uhr…80 jährige Frau, nackerd im Englischen Garten…. Dazu sag i nix, gebe aber untige Formel zu bedenken, bzw. weise auf Hans Baldung gen. Grien hin=> Der Tod und die drei Alter der Frau: Allegorie der Eitelkeit des irdischen Lebens, um 1510. Kunsthistorisches Museum zu Wien.
    .
    Solche Eitelkeit mit 80 Lenzen, bei immer noch geltender Formel (Abwärtshänge)kraft F = m x g, wobei lediglich „g“ konstant ist.
    .

  65. EXIT ITALIAN and CALIFORNIAN STYLE
    @Manhardsberg und DON:

    nun, nicht alles flutscht mit viel butter wieder gut hoch,

    1955 verunglückte Alberto Ascari mit einem Ferrari-Rennsportwagen bei einer eher privaten ausfahrt unmittelbar nach einem guten italienischen mittagessen in Monza…..über die ursachen gibt es die verschiedensten spekulationen, eine davon ist, die gereichten teigwaren wären ihm nicht richtig gut bekommen.

    bei MAMA (nicht Mutti!!) Cass Elliot von den kalifornischen Mamas And The PAPAS geht das offiziell immer dementierte gerücht um, die immer essbereite dame sei an einem schinken-sandwich erstickt, was heftig dementiert wird, aber gut ins gesamtbild passt.

    das gegendementi will uns erklären, sie sei an den folgen einer abmagerungskur gestorben.

    https://www.youtube.com/watch?v=N-aK6JnyFmk&list=PL8a8cutYP7frIOkWdsX-OSfadoplfXrZJ&index=1

  66. Nix mehr mit Bildern von schönen Frauen, wenn sich das so durchsetzen sollte.
    Schon seltsam, wie sich jetzt sogar schon vor Gerichten neue (Kleider-)Sitten und Gebräuche zeigen, die es hier noch nie nicht gegeben hat.
    Wollen wir das wirklich? http://www.welt.de/vermischtes/article154547240/Die-Burka-Frau-die-so-sein-wollte-wie-alle-Deutschen.html
    Ich persönlich liebe es, meinem Gegenüber bei Begegnungen nicht nur in die Augen zu sehen und finde sackartige Bekleidung im Straßenblid beleidigend. Gilt Vermummungsverbot eigentlich nur bei Demos?

  67. Stimmt, Tom Cruise ist so einssiebzig
    Manchmal ist der Montagskopf vom Sturm des Wochenendes kurzzeitig wie leer geblasen.
    Die clickbaitferne Lektüre zweier Briefe von Fräulein Maria von Herbert an Kant und dessen Antwort darauf, gleicht dann eher einer Meditation über zickig durcheinander drängende Nachbildwirkungen und gleichmütig dahin reminizierende Sprachfragmente, die sich jedem ordnenden Prinzip verweigern.

    https://korpora.zim.uni-duisburg-essen.de/kant/briefe/478.html
    https://korpora.zim.uni-duisburg-essen.de/kant/briefe/510.html

    Die schönen Linien, die Klangfarben der Wörter vom Wochenwechsel, impressionieren weiter das Gefühl. [und die auswärtige Denke, die einen Fixpunkt sucht, findet ihn auf einem großen, noch jungem Ölbild, in dessen Mitte, über einem mit raschen Pinsel platzierten roten Quadrat, auf taubenblaugrau, pastosem Hintergrund verlaufend, mit dünn hingekritzeltem, beinahe unsichtbaren Bleistift großzügig steht: »für das Ende«.
    Hm, ein schönes Rot, so eines wie beim Schal vom musizierenden Engel auf »Pala di Sant’Onofrio« von Luca Signorelli…
    –und, auch schön: der Schreck bleibt aus, keine gemeinplumpe, perfomative Politmetapher identifizierbar!, ebensowenig eine kaufmichambitionierte Überversorgung toter Baumarktsemantik, wie sie die moderne Reprotechnik feilbietet, als komatösfixierte Solitärsynthetik –, stattdessen eher irgendwas mit originären, farbästhetischen, strukturellgeometrischen Projektionsfreiflächen, weil unter dem Quadrat noch drei angedeutete, verkrakelte Rechteckformationen unter Berücksichtigung des Goldenen Schnitts, aufgetragen sind, – die erste unten links sorgfältig mit sauberen Weiß ausgefüllt, die daneben mit changierenden Hellgrauwerten und luzidem, durchlässig, zarten Ockergemisch, ohne ein Zuviel aus der Farbtube vergeudet zu haben. Das Bild spricht in einem gelassen souveränen, beinahe katholisch evozierenden, geläuterten, feierlichen Tonfall: lieber in einem gutsortiertem Kuhstall verrotten, als bei notwendig ungrossen Ziegenpseudoheroes abhängen, /nicht geschaffen für das Laminatbefürworterhabitat.]

    Der Versuch das Zeitcolorit dieser Briefe wegzufiltern, obgleich nicht eigentlich nötig, um den Inhalt zu verstehen, wird zugunsten einer Tasse Kaffee denn auch sogleich verworfen.
    Gnade? Wann und für welche Verfehlungen? Kann man sich selbst begnadigen? Im Zentrum einer elendsperiphären Dauerschleife festgehalten, gnädig mit sich und anderen umgehen, ohne eine potenzielle Adresse »Dawirddirgeholfen« aktiviert zu haben, bleibt eine Herausforderung allzu fragiler Glaubensbekenntnisse, und endet tatsächlich nicht selten in finaler Selbstaufgabe, in vollkommener Verlassenheit von allen guten Geistern.
    Moralbemüher verengen den Spielraum, sobald sie (un)gedopt nur noch auf Ziegen starren, sie singen androide Lieder, als sei das Kurzzeitgedächtnis nur auf das Heute aus und der Rest im Kopf ÖkoMortadella, die auf wunderbare Weise allenfalls zu erbsenzählende Disziplinen im Affektmodus fähig ist.
    Richard Wagner war 1,66 und Adolph von Menzel 1,50 und Prince? Nur Torhüter sind größer?
    Ist denn immer noch Montag? Physische Größe ist an sich ja noch nix großartiges, wenn’s hochkommt allenfalls beindruckend. Oder anders gesagt: die Pizza kann noch so groß sein, wenn sie die neapolitanischen Mindestanforderungen nicht erfüllt, hat sie für Geschmacksrezeptoren keinen großen qualitativen Wert, außer amoralisch viel Geld generieren zu können.
    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/pizza-in-neapel-runde-sache-mit-tuecken-1852025-p2.html
    http://www.bz-berlin.de/kultur/mehr-kultur/auf-augenhoehe-mit-berlins-kleiner-exzellenz

  68. allenfalls editierbar
    bestenfalls allenfalls editierbar

  69. Wir sind in einem neuen Mittelalter angekommen...
    …dafür gibt es genügend Belege; im Bezug auf Pietro Aretino z.B. die erstaunliche Geschichte aus 2007, als der Komponist Michael Nyman Aretinos „Sonnetti Lussoriosi“ in Musik gesetzt hat namens „8 Lust Songs“. Da stellte sich heraus, das Aretinos Texte noch immer – oder besser gesagt: erneut – zu Kontroverse führen, denn das Programmheft, in dem die Texte gedrückt waren, wurde bei der Aufführung 2008 im Londoner Cadogan Hall nach heftigen Proteste wegen Obszönität zurückgezogen.

    Danke vielmals, Don Alphonso, für Ihr schönes Blog.

    • Aretino wird auch noch lange kontrovers bleiben, da habe ich keine Zweifel. Es freut mich, dass es gefallen hat.

  70. Der Unterländer sagt zum Oberländer, der am 20. April 2016 um 11:13 Uhr sagte
    Ossobuco, hmm. Endlich ein Sujet abseits von Folter, Gender, bösem Putin, Islamismus, CR, Justizministern, männliche und weibliche Schreckschrauben (die Schraube-2-polig gegendert) im Farbspektrum 490-575 Nanometer.
    .
    Bevor ich und die mir seit 48 Jahren zur Seite Stehende früher nach Rom fuhren lasen wir uns solche Bücher wie „Der goldene Meilenstein“ von Rombach, sämtliche Meriane, Reiseführer, spezielle latinische Kochbücher etc. durch. Schon in der Lucrezia-Geschichte wird erwähnt, dass dem Plebs, resp. Pack, in Rom immer nur die minderen Teile der Tiere zur Disposition standen, Innereien wie Herz, Nieren, Lungen, Panzen (Kutteln-trippa) aus denen die römischen Hausfrauen das Beste machten.
    .
    Diese Tradition soll sich in Rom erhalten haben, mit jüdischen Einflüssen kombiniert. Wem die guten Teile zugingen dürfte klar sein, dieses Fass möchte ich hier nicht aufmachen. Nur soviel: «Chi se vo‘ impara‘ a magna‘, da li preti bisogna che va» was soviel ausdrücken möchte, dass derjenige, der gut kochen lernen möchte dieses im Pfaffenhaushalt tun sollte.
    .
    Bene, zu diesen „Abfällen“ gehörte auch der Ochsenschwanz-„Coda alla Vaccinara“. Wie Oberländer andeutet, angebraten in Olivenöl und dann lange in einem Fond aus Zwiebeln, Stangensellerie, Tomatenmark, Karottenscheiben, gehäuteten Fleischtomaten und trockenem Weißwein (lecker, lecker Frascati, ma secco). Wer´s ganz doll treiben will gibt noch ein paar Pinienkerne und un pezzo di Bitterschokolade hinzu. Schmoren lassen (mind. 3 Stunden) bis das Fleisch sich gut vom Knochen löst, man kann es dann „absaugen“ (schwäbisch: schlotzen).
    .
    Brauch´ ich mindestens jedes Quartal einmal. Beim ersten Mal, in Trastevere, lief mir die Brühe den Arm entlang unter den Hemdsärmel, die Wirtin war begeistert über unser Urteil und die Gattin musste den Hemdsärmel auf Anschlag oben rollen.
    .
    Hinweis für richtig und ernsthaft ambitionierte Rom-Besucher: den Mittagsschlaf anschließend im nicht fernen Cimitero Acattolico per gli Stranieri a Roma, oben an der Cestius-Pyramide verbringen, auf der kleinen Wiese, neben den englischen Dichterfürsten. Das erregt dort keinerlei Ärger.

    • Mille grazie
      Köstlich, dieser Bericht aus Rom. Es gibt wohl kein Land auf der Welt, über dessen Küche man so schreiben kann, dass anderen das Wasser im Mund zusammenläuft, während der Saft auf dem Ärmel geschildert wird.
      Das mit dem postprandialen Nickerchen kenne ich. Man sollte früh aufstehen in dem Land und alles am Morgen machen, das Mittagessen ausdehnen und dann heia machen. Abends was Leichtes und einen Drink.

      Die Sujets jenseits von Ossobuco und weiteren Delikatessen oder Pietro Aretino und Piero della Francesca sind möglicherweise in dieser Weise entglitten, weil dort ein krasses Genussverbot herrscht, das die Schönheit der Frau verhüllt, Malerei und Musik untersagt und Stätten wie Palmyra sinnlos zerdeppert. Ohne Genuss und Kreativität kein Genius, keine Erfindung und kein Fortkommen. Kreative Ästhetik und Erfindung gehören zusammen, meine These. Dass die Protagonisten nicht merken, dass man so stecken bleibt, ist mir ein tägliches Rätsel. Aber Nordkorea lebt ja auch weiter in seiner fest verschlossenen Schote, obwohl sich das Gegenbeispiel bei den Verwandten weiter im Süden besichtigen lässt.

      Jedenfalls finden wir bei DA ja beides, die Ästhetik wie auch das scharfe politisch-gesellschaftliche Auge, sehr schön. Und zum Glück lebt er nicht vom neuen Kitt dieser Gesellschaft, einem moralinsauren Wegducken und murrenden Gehorchen.

      Ossobuco außerhalb von Rom gibt es nicht so häufig. Wenn ich es auf einer Speisekarte sehe, bin ich immer dabei. Übrigens hatten sie es auch während der Hysterie um Rinderwahn. Wir sind hier alle noch gesund, während die meisten Deutschen Ochsenschwanz und Beinscheibe verteufelten. Meine bevorzugten Würstchen waren damals von der Firma Redlefsen. Plötzlich änderte die Firma die Zusammensetzung mit dem Ergebnis, dass die Dinger fad wurden. Die Gelatine wurde geändert, und jetzt haben wir andere Probleme mit Weingummi, von l’autre réligion zugetragene. Endlose Reihe von Absurditäten, daher genieße ich diesen Raum der glücklichen und kultivierten Normalität.

  71. Burka im bayerischen Dorf am See
    @ tamarisque
    Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum gerade von der linken Seite nicht für ein Burkaverbot gekämpft wird.
    frauenrechte???
    Heute habe ich dieses Kleidungsstück erstmals in unserem bayerischen Dorf gesichtet.
    Selbst die CSU wird hier noch Probleme bekommen. Seehofer will ja nun Volkes Meinung wissen… Und tourt durchs Land.
    Die Turnhallen sollen nun geleert und die bayerische Polizei ggf an den Brenner geschickt werden. Ob das reicht?

  72. zu A.H.A
    @Otto Meier
    20. April 2016 um 12:29 Uhr

    besten Dank für die ausführlichen Zeilen. Kann Ihre Position jetzt deutlich besser nachvollziehen als nach Ihrem initialen Vergleich.

    „Doch es ist ja wohl der kategorische Imperativ, der das Können und Dürfen, somit die Ethik, auch für von Foerster, bestimmt, oder?“

    – Eben nicht. Dazu heute nur ganz kurz ein Zitat, das den Unterschied zu Kant andeutet:
    von Foerster zitiert Wittgenstein: „Der erste Gedanke bei der Aufstellung eines ethischen Gesetzes von der Form ‚du sollst … ‚ ist: Und was dann, wenn ich es nicht tue?“ (Tractatus 6.422). Ganz schön widerborstig dieser W.
    Anders ausgedrückt, der Imperativ „Du sollst!“ bzw. „Handle so, dass …“ kann zu einer Verkehrung von Ethik in Moral führen, das „Eintreten für ein Ideal“ (v. F.) zieht, sozusagen, Dürfen und Nichtdürfen nach sich, – bis zu Houellebecqs soumission ist es dann auch nicht mehr weit. Es sei denn, dass ich „es nicht tue“.

    Mit Habermas verbinde ich, sorry, die mir unvergessliche Aussage : „Wenn Theorie und Praxis nicht übereinstimmen – um so schlimmer für die Praxis“. Vielleicht war’s ironisch gemeint.
    Nichts für ungut, und nochmals Danke!

    • IRONISCH GEMEINT
      dieser spruch, WENN THEORIE UND PRAXIS NICHT ÜBEREINSTIMMEN……………….geht doch wohl auf den stuttgarter HEGEL zurück und passt voll in dessen idealistisch umwölktes weltbild.

      mit dem in den chippendal-sesseln der frankfurter schule aufgewachsenen HABERMAS verbindet mich nur die erinnerung, dass selbst pabst BENDEDIKT XVI ihn gelesen haben soll. wer hätte sonst die zeit dazu gehabt ?

      generell haben wir es ja mit den philosophen mit dem H, es fehlt jetzt nur noch HEIDEGGER, „dieser lächerliche nationalsozialistische pumphosenspiesser“, sagt Thomas Berhard, ein österrreicher wie wir wissen.

    • Houellebecqs soumission, Herr Lichtenberg,
      hilft nicht so recht weiter. Denn der freie Wille erlaubt es nunmal immer, sich auch jeder Ethik und Moral zu verweigern. Ethische und moralische Grundsätze sollten ja keinen absoluten Zwang ausüben, sondern einen Weg aufzeigen, der bestenfalls von der Mehrheit der Menschheit geteilt wird und bei Nichtbeachtung zu sozialer Ächtung führt. Im Grunde sehe ich das als eine gewaltfreie Erziehungsmethode auf der Grundlage der Vernunft an. Leider dauert das eben sehr lange und scheint auch nicht ganz gewaltfrei möglich zu sein, da es allen Beteiligten an Vernunft mangelt. Aber was weiß ich als Freizeitphilosoph schon von dem, was in gelehrten Köpfen wirklich vor sich ging und geht. Hat mich auch gefreut, unser Gespräch.

      Warum sich aber ausgerechnet die Sozialisten mit den Muslimen verbrüdern sollten, ist mir nicht wirklich einleuchtend.

  73. TDV sagte am 21. April 2016 um 03:39 Uhr
    „Immer wieder lese ich von solch dümmlich selektiver Wahrnehmung hier“
    .
    Und dann die übliche Leier. Ich tröste mich damit, dass die Partei der Gemeinten von mir noch nie eine Stimme erhielt. Und übrigens bin ich auch schon jenseits des Neides-ach was soll´s. Wir leben hier in der Nähe der Götzenburg, daher nach Fernost お尻で私をファックします

    • Immer wieder Klasse Beitraege von Ihnen Tamarisque
      ich finde Ihre Beitraege immer richtig gut!

      Es gibt neben Ihnen eine Reihe von Kommentarschreibern, wo immer denke, so sehe ich das auch, aber so gut hätte ich es nicht „zu Papier“ bringen können.

      Gut dass der Don diese Plattform bietet und die Leute mit seinen Beiträgen zur Diskussion animiert. Für mich das beste, was es derzeit in deutschen Medien gibt.
      Don Alphonso wird immer besser. Hoffentlich bleibt er noch eine Weile in Italien, es scheint ihm gut zu tun.
      Ich bin ein stiller Genießer seiner Beitraege und der Kommentare.

      DonAlphonso wird

    • Ihre Grammatik lässt auch zu wünschen übrig....
      Der Satz bedeutet das Gegenteil dessen was sie wohl beabsichtigten. Andererseits…vielleicht ists ja eine Einladung? In dem Fall dankend, aber, nein Danke.

    • aber aber aber
      an unserem japanisch arbeiten wir aber noch , wenn ich bitten darf. Das ist ja mehr als peinlich.

      Abyssus abyssum invocat.
      Favete linguis!!!!!

      gehabe es sich wohl—–

  74. Man fühlt sich gleich nicht mehr so allein,
    wenn man ihre geschliffenen Betrachtungen der Weltgeschichte goutiert hat. Leider sind bisher nur wenige Menschen in Deutschland bereit öffentlich zuzugeben, daß die Kaiserin nackt und die neuen „Facharbeiter“ größtenteils nicht mal das Lesen und Schreiben, schon gar nicht von lateinischer Schrift beherrschen, dafür aber hier weniger gefragte Künste wie Antanzen oder Drogendealen exellent beherrschen.
    Na ja, wenn die Integrationsbeauftragten erst mal alle integriert und angesiedelt haben, werden sich auch unsere Schulen und Universitäten dem neuen Standard angepaßt haben – es wird ja schon heftig an minder schweren Lehrplänen gearbeitet – und dann werden wir alle bald wieder auf dem Stand der Ethik und Moral des Mittelalters samt Folter und Scharia angekommen sein. Immerhin haben aber unsere genialen Vorfahren noch außerordentliche Kunstwerke hervorgebracht, die uns heute noch etwas zu sagen haben. Nach Armageddon werden die Überlebenden dann wieder Höhlen ausmalen.

  75. Hm. Breitbart
    @ Tamarisque

    Ich habe Ihren link zu Breitbart gelesen. Unter dem Stück, ca. ein halbes Jahr alt (soll heißen, dass wir nicht genau wissen, was Soros heute, nach diversen Attentaten, denkt) befindet sich ein deutlich antisemitischer Kommentarbereich, in dem eine einzelne Jüdin aka Laura sich tapfer schlägt. Es ist leider Tatsache, dass Artikel über Soros so etwas anziehen, so dass eine sachliche Erfassung, zumindest in D, unmöglich ist. Die Generalisierung auf die gesamte jüdische Gemeinschaft ist gängiger Trend, das wollte ich mal zu bedenken geben.
    Und der andere sehr diffizile Pol heißt übrigens McCain und hat mit Soros so viel zu tun wie Apfelmus mit einem Huhn.
    Eine Verfehlung eines nichtjüdischen Managers wird nie auf die gesamte westliche Welt umgedeutet, kritische Taten von mächtigen Juden, selbst nur der Verdacht auf sie, wecken dagegen sofort den immer präsenten latenten Antisemitismus, den wir selbstredend auch in D haben, links wie rechts, in Grünenkreisen und Kirchenkreisen. Die Menschheit ist hier lernresistent.
    Es handelt sich insgesamt um ein originär amerikanisches Problem, das wohl mit dem Sturz von Mossadegh etwa begann. Ihre Politik im Nahen und Mittleren Osten entbehrt jeglichen Feingefühls, und die Verbindung zu SA ist nicht sehr angenehm für Europa. Somit ist das Fehlen von Klartext von Seiten der Europäer, die sich überall wegzuducken scheinen, ein gravierenderes Problem als George Soros es als Einzelperson sein könnte. Man kann die Folgen dieser mangelnden europäischen Standfestigkeit in vielen Dingen nicht auf eine Einzelperson abwälzen.

    • Generalisierung
      Mit Ihren Einwänden kann ich leider nichts anfangen. Warum sollte man auf alle Juden schließen, wenn nur von einer Einzelperson die Rede ist? Das gibt mir den Anschein einer immer noch nicht normalisierten Beziehung zu den Juden bzw. dem Holocaust.

      Ich habe den Kommentarbereich nicht gelesen.

      Ich habe mit keinem Wort angedeutet, dass der Einfluss von Soros mehr Gewicht hätte als das Versagen der europäischen Politik – eine Meinung, die ich mit Ihnen 100% teile. Das ist Ihre Deutung, welche keinerlei Basis besitzt.

      Es ging nur darum, dass Soros offenbar die NGO’s finanziell unterstützt. Ob er ein Jude ist, spielt hier absolut keine Rolle, nur dass er ein milliardenschwerer Finanzier ist. In dieser Eigenschaft agiert er als Einzelperson. Er meidet auch die Öffentlichkeit nicht, sonder meldet sich immer wieder zu Worte, wenn es wichtige Tagesthemen geht. Wenn man über ihn trotzdem nicht darf, ohne in den Verdacht des Antisemitismus gebracht zu werden, sorry, ohne Worte. Ich kann nichts dafür, wenn manche Menschen solche Themen generalisieren.

      Ich bin in Finnland aufgewachsen, in einem kleinen Land, das durch die damalige Nähe zur Sowjetunion eine große Freundschaft mit Israel pflegte, weil es die problematische geografische Lage Israels teilte, welches von Feinden umzingelt ist. Auch hatte ich im Laufe meines Lebens in Hong Kong einige gute jüdische Freundinnen. Ich kann mit den komplizierten Gedankengängen mancher Deutschen nicht viel anfangen, und ich denke, Sie haben an mir die falsche Person im Visier.

  76. VT
    @Rosie-Ann Spring sagt:
    21. April 2016 um 01:03 Uhr
    „Vielleicht hat er inzwischen noch ehrgeizigere Ziele: ganz Europa ins Unheil zu stürzen?
    Vielleicht gehört er ja zum Verein der Weisen von Zion. Aber hatte nicht mal einer den Juden gedroht, was ihnen passiert, wenn sie nocjmal die Völker in einen Weltkrieg stürzen? Wäre das nicht ähnlich, Tamarisque?“

    Ich weiß nicht, was Sie meinen. Meine Schlussanmerkung war nicht ganz ernst gemeint.

    Tatsache ist, dass Soros mit dem britischen Pfund spekuliert hatte. Der Begriff „Black Wednesday“ war der Tag im Jahr 1992, an welchem die Londoner Börse stürzte.

    Ebenso wird Soros vorgeworfen, in 1997 durch einen spekulativen Großangriff den thailändischen Baht zu Fall gebracht zu haben, was zu einer Kettenreaktion führte und weitere Länder, wie Indonesien und Südkorea in die Krise mitgerissen hatte. Sowohl die Wirtschaft von UK als auch der asiatischen Länder kollabierte. Diese Länder haben Jahre gebraucht, um sich von den verheerenden Folgen wieder zu erholen. Sie werden genug seriöse Quellen im Internet finden,auch in den führenden deutschen Medien.

    Aber inzwischen hat Soros ja beteuert, dass er sich verändert hätte und jetzt ein „Guter“ sei. Doch dazu fehlt mir der Glaube.

    Den Hinweis auf Zion hätten Sie sich ersparen können. Damit kann ich in dem Zusammenhang nichts anfangen. Informieren Sie sich lieber über diesen „Wohltäter“.

  77. 77%
    Rosie-Ann Spring sagt:
    21. April 2016 um 01:16 Uhr
    „Zur Beschneidung bei männlichen Säuglingen: 2010 fand sie laut Wikipedia bei 77 % der Jungen statt. Und die meisten sind ja weder Moslems noch Juden, religiös motiviert ist es also nicht einmal bei der Mehrheit. Da ist es für mich einfach lachhaft, ernsthaft von Krperverletzung zu sprechen.“

    Die von Ihnen zitierten Zahlen betreffen nicht Deutschland, sondern die USA; copy&paste ex wikipedia:
    „In den USA war die Beschneidung im Säuglingsalter bis vor wenigen Jahrzehnten weit verbreitet; dann ging die Beschneidungsquote stark zurück. 2010 fand sie bei 77 % der Jungen statt.“

    In Bezug auf Deutschland werden dort keine Zahlen genannt.

    • In der Tat betrifft das die USA, das hatte ich versehentlich
      unterlassen in den Wikipedia-Paste hiein zu tun. Was ändert das an dem Argument? Wee kann etwas, was in den USA kein Problem auch bei der Masse der Christen ist, bei uns eine Körperverletzung sein? Sind männliche US-Amerikaner und männliche Deutsche so verschieden? Eigentlich ist das so offensichtlich, dass ich mich frage, warum ich das nochmal ausbuchstabiere…

    • Jetzt ist meine Antwort ja doch noch publiziert und einige andere auch
      und ich hatte schon vermutet, Don Alphonso hätte seine Drohung wahrgemacht und mich rausgeschmissen (sic). Ein Beitrag fehlt, der ihn eventuell zu Unrecht kritisierte ohne ihn zu nennen, zumal ich nicht mehr sicher war, obs von ihm kam), und dann noch einer, der erläuterte, um was es sich bei den von mir erwähnten (frei erfundenen) Weisen von Zion handelt. Bei letzterem frage ich mich: Warum eigentlich? Statt einer Antwort könnte Don Alphonso ja auch eine eigene Erläuterung niederschreiben, die sprachlich wohl besser formuliert wäre – ich würde das sogar vorziehen.

  78. HaberHegelmas
    Vielleicht ist’s ja Habermasens Lieblingsstelle im Hegel. Zur Rezipierung des Letzteren wird mir wohl immer die Zeit fehlen. Aber diese hat Ernst Bloch (die Philosophen-Ausnahme ohne H (nicht Ausnahmephilosoph !)) ja gründlichst besorgt.

  79. inkompatibel
    @Otto Meier am 21. April 2016 um 13:08 Uhr

    Houellebecqs soumission, Herr Lichtenberg,
    hilft nicht so recht weiter. Denn der freie Wille erlaubt es nunmal immer, sich auch jeder Ethik und Moral zu verweigern.
    Sehe ich auch so. Allerdings ist soumission kein dem freien Willen günstiges Biotop.

    Warum sich aber ausgerechnet die Sozialisten mit den Muslimen verbrüdern sollten, ist mir nicht wirklich einleuchtend.
    Mir auch nicht.
    Vielleicht interessiert Sie Thomas Spahns offener Brief an die SPD von heute:
    http://www.rolandtichy.de/kolumnen/spahns-spitzwege/der-faktencheck-zum-faktencheck-die-spd-wird-zur-scharia-partei/

    Ich vermute, die SPD, die Grünen und Die Linke werden von dem künftig zu erwartenden muslimischen Wählerpotential nicht viel zu erwarten haben. Eher dürfte eine zweite grüne, nämlich islamische Partei hinzukommen.

  80. In Saarbrücken fühlen sich 94% von Mathe I gefoltert und zur inneren Emigration gedrängt ...
    …. oder sie sind einfach nur …..
    „…zu faul zum Lernen, so der Tenor, oder den Anforderungen eines Informatikstudiums nicht gewachsen.“

  81. Igel statt Ziegen
    Guten Morgen! Falls gestattet, möchte ich mich hier bei einem mir namentlich entfallenen Gemeindemitglied für die Eleganz des Igels bedanken- vielleicht mit einem Hörtipp: Kramuri/Gebrüder Marx, und für Trachtenliebhaber: folta/Veronika Larsen. Danke!

  82. @kalchas
    Der einzig wahre Don ist sowieso der russische Don Camillo der seine Kirche in ein „LANDWIRTSCHAFTLICHES NUTZGEBÄUDE“ umgebaut hat.

    Die Russsen denken beim Kulutraustausch (Ballet, Oper …) eben in anderen Dimensionen als die römisch katholischen Krippenaufsteller.

    „Der Pope des russischen Dorfes lebt im Untergrund, weil er Angst vor dem örtlichen Bürgermeister hat, einem Erzkommunisten, der die Kirche in einen Kornspeicher „(?)“ umgewandelt hat.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Genosse_Don_Camillo

  83. Circumcision US
    Rosie-Ann Spring sagt:
    22. April 2016 um 01:03 Uhr
    „In der Tat betrifft das die USA, das hatte ich versehentlich
    unterlassen in den Wikipedia-Paste hiein zu tun. Was ändert das an dem Argument? Wee kann etwas, was in den USA kein Problem auch bei der Masse der Christen ist, bei uns eine Körperverletzung sein? Sind männliche US-Amerikaner und männliche Deutsche so verschieden? Eigentlich ist das so offensichtlich, dass ich mich frage, warum ich das nochmal ausbuchstabiere…“

    Warum wollen Sie mit mir unbedingt über ein Thema diskutieren, zu welchem ich keine eigene Meinung geäußert habe, sondern nur das Urteil eines Kölner Gerichts genannt? Dann erwähnte ich noch, dass ein Großteil der Deutschen gegen Beschneidung ist (laut einer Umfrage war es die Mehrheit), aber trotzdem wurde die Beschneidung zugelassen. Es ist nun so, wie es ist, ich habe dazu jetzt gar keine Meinung und möchte darüber auch nicht diskutieren.

Kommentare sind deaktiviert.