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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Jugend ohne Gott und migrationsfinanzierte Rente

| 209 Lesermeinungen

Sie werden schon sehen, daß jede Epoche die Epidemie hat, die sie verdient. Jeder Zeit ihre Pest.
Ödön von Horváth

Die Pest waren wir. Vom v. S. war bekannt, dass er hinter Jungs her war. Bei seiner nicht ganz unbekannten Frau versteht man das, war alles, was wir uns damals dachten, wenn wir ihn an der grossen Bar sitzen sahen. Der P., der damals ein bekannter Schauspieler war, musste hin und wieder etwas gebremst werden, wenn er sich im Suff zu schnell den Frauen näherte, aber wenigstens soff er kein Bier, denn er hatte selbst im Exzess etwas bleibenden Sinn für das, was sich schickt. Seine Kollegin K., in eo ipso tempore fast eine Berühmtheit in den Gazetten und erkennbar magersüchtig, kannte ich nur wegen ihrer Stürze, bei denen sie, ebenfalls gut mischintoxiniert, indiskret und laut wurde. Wer das war, musste man mir erst erklären, denn ich hatte kein TV-Gerät. Es gab bessere Abendunterhaltung für die Angehörigen der besseren Kreise. Eine alte Villa im Park, Boxen, eine Tanzfläche, München.

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Der kleine Mann war auch immer da, wenn er in München war. Wir haben ihn nicht weiter beachtet, warum auch. Es war ohnehin klar, dass er kommen würde, denn jeder ist damals gekommen, einen besseren Platz gab es nicht, also kam auch er. Er hatte damals eine schwierige Phase, so eine Art Karriereknick, wie ihn die Schauspieler K. und der P. Mitte der 90er auch noch bekommen sollten, und der v. S. war ohnehin schon recht alt und ist nicht lang danach gestorben, aber nicht an AIDS, wurde damals kolportiert. Man steht unbeteiligt neben dem Auf und Ab derer, die sich das Schicksal nicht mehr heraussuchen können und etwas sein müssen, um etwas zu gelten. Uns war das fremd. Wir waren, was wir damals gewesen sind. Jung, gut angezogen, auf der richtigen Seite, aus guten Familien und ohne Zwang, dort drinnen das Frischfleisch zu geben, oder die Gaffer. Der kleine Mann kannte das Haus, er mochte es, und sass an der hinteren Bar und trank.

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Zur Kenntnis haben wir ihn auch nicht genommen, weil das gewöhnliche Volk das durchaus gemacht hat. In die Villa im Park konnten manche, vor allem die Richtigen, aber alle konnten in ein Zelt draussen am Olympiagelände, riesig, laut, unüberschaubar, populär und es waren dort Menschen, die Turnschuhe trugen und mit denen man nicht über Gaultier und Comme de Garcons sprechen konnte. Irgendwer hatte das Gerücht verbreitet, dass das Zelt nun der ultimative Ort sei, und der kleine Mann dort in Erscheinung treten würde. Der kleine Mann machte aber nur lustlos seinen Job, den er in München zu tun hatte, trank bei uns etwas an der Bar und verschwand irgendwann. Es war Sommer und warm. Er war auch nicht mehr ganz jung und der Job, die Termine, die Reisen, das war stressig. Für uns war es der Ort zum Tanzen, für ihn der Ort zum Rumsitzen auf einem rotplüschigen Barhocker, wo man sich recht gut unterhalten konnte. Oder schweigen und abschalten, auch wenn man eigentlich bekannt war und draussen vor der Stadt, im Zelt, viele vergebens auf einen warteten.

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Es war also nur ein normaler Sommerabend unter Leuten, die zu ihren Bedingungen und Wünschen ihre Vergnügen haben wollten, und die anderen als die Pest galten. Das Neue, das Besondere, es brauchte damals lang, um sich durchzusetzen. Vieles wird vergessen, manches wird zum besten Hit der 80er und 90er und sogar auf den Hochzeiten gespielt, die heute, bei mir nebenan im barocken Spiegelsaal, das Publikum erfreuen, sofern es eingängig genug ist. Summer of 69. Denn draussen vor der grossen Stadt, tanzte sich der Pöbel dazu seine Füsse platt und wartete auf eine Erscheinung, die nie kam und bei uns so banal wie der v. S. blieb. Man darf nicht vergessen, sein Abstieg vom Höhepunkt war damals noch nicht vorbei, und wer später mit 57 noch Konzerte mit Liedern seiner Jugend gibt, ist wohl sehr verliebt in diese grosse, aber verblichene Vergangenheit. Ich kann das verstehen, denn diese Zeit war gut.

Ich kenne diese Sehnsucht. Wenn ich an den leeren, bedeutungslosen Hüllen vorbei fahre, die früher das Parkcafe oder das Nachtcafe waren, verspüre ich auch einen kleinen Stich, selbst wenn es heute nicht mehr meine Welt wäre – wir alle haben uns damals geschworen, nicht Lustgreise wie der v. S. zu werden, denn das Beispiel war nicht schön. Übrigens, weil wir gerade bei den Toten sind, auch Guido Westerwelle hat da mal eine Veranstaltung gemacht. Die FDP mit kostenlosen Drinks im Nachtcafe, die Apothekerpartei beim Jugendfang. Wir haben die Augenbrauen höher als bei den Halbnacktauftritten der K. gezogen. Bei Westerwelle war das Nachtcafe plötzlich voll mit Leuten, die dort nicht hingehörten und aussahen, als müssten sie Geld erst noch verdienen. Es war nicht eben erbaulich. So gesehen kann man unseren stillen Umgang mit dem kleinen Mann an der hinteren Bar als höchste Form des Respekts bezeichnen. Nichts stand mehr im Mittelpunkt unseres Lebens als wir selbst. Wir waren eine Jugend ohne Gott, zynisch, privilegiert, selbstbezogen, ignorant, und es war uns auch voll bewusst. Wir waren der lokale Pestausbruch unserer Zeit, mehr nicht.

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Die nächste Jugend bekommt dagegen die Zukunftsseuchen in unerfreulicher Weise zu spüren, denn der Weg vom Tanzen in der Villa im Park zu den angemessenen Beschäftigungen ist für Paradiesvögel mit schillerndem Gefieder aus Lebenslauflücken wahrlich nicht mehr so leicht – und ausserdem ist Exzess heute auch nicht mehr elitär, sondern Berghain-RTLII. Diese Berufsjugend, die mangels Maschinenbaustudium nicht viele so richtig brauchen, kämpft daher politisch um eine Grundsicherung im Alter; sie macht sich Gedanken, sie glaubt, dass eine neue Art Sozialismus ihr späteres Dasein retten und sie vor der Angst befreien kann, beim Sammeln von Pfandflaschen mit der Konkurrenz von Jüngeren aus fernen Ländern konfrontiert zu sein. In der Musik des kleinen Mannes und in unserem Leben gab es ausser der Party von 1999 keine Zukunft, nur Gegenwart, aber das hat sich grundlegend geändert. Die Rente ist wohl erst nach dem 70. Lebensjahr sicher, so man darauf angewiesen sein sollte. Das ist eine lange, elende Perspektive. Sie ist auch nicht schöner als die Pest.

Es scheint mir auch, als gäbe es nach der Neujahrsnacht von Köln nur noch wenige Stimmen, die behaupten, wir hätten mit der Migration vorwiegend junger Männer unser demographisches Problem und die Frage der Rentensicherung gelöst, wie das so schön von Qualitätsjournalisten bei ZEIT, Spiegel und der Prantlhausener Zeitung versprochen wurde, wie früher im Neuen Deutschland die Fortschritte des Sozialismus. Diese Zuversicht wird gerade unter dem Stichwort Rentenreform von den Herrschenden kassiert, und vermutlich ist es sogar richtig, sich als Minderbemittelter Sorgen zu machen – schliesslich bekam man gerade Menschen mitsamt Folgekosten “geschenkt“, zusätzlich zu denen, die man schon hat und jetzt bald in Ruhestand gehen wollen. Man weiss nie, wie lange das Leben dauert, und was es an Chancen und Risiken mit sich bringt. Was ich aber im Parkcafe gelernt habe, und was auch ein Grund sein mag, warum der Pöbel vor der Stadt umsonst auf jenen wartete, den wir nicht beachteten: Angenehmer Wohlstand ist immer auf Inseln daheim. Brücken, die andere zu den Inseln des Wohlstands bauen, dienen vor allem dem entschädigungslosen Abtransport der Beute. Das ist bei der Mitgliedschaft im richtigen Club nicht anders als bei der Vermögensverteilung – und um die geht es eigentlich, wenn man über Rente spricht. Grundsicherung ist ein hübsches Wort, bedeutet aber auf der anderen Seite Grundgeldeintreiben des Staates. Grundsicherungsfreunde wollen eine Party für alle, die dann aber für wenige nicht mehr schön ist. Unserer Zeit eine leichte Magenverstimmung.

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Gerecht ist das natürlich nicht. Mag sein, dass wir nach solchen durchtanzten Sommernächten die Vorlesungen ignorierten oder gar irgendwann das Studienfach wechselten. Mag sein, dass wir dort wenig über das echte Leben gelernt haben, und auch wir studierten nicht Maschinenbau. Was wir aber wussten war, dass es uns gut ging und man nur eine gewisse Anzahl von v. S., P. und K. erträgt, bevor die Stimmung kippt. Es ist wichtig, dass die richtigen Leute Zutritt bekommen und die Mischung stimmt. So ähnlich ist das, glaube ich zumindest, auch bei der Almosenpolitik. Und weil sie kein exklusiver Club ist, sondern eine Boazn auf Malle, wo von Leuten wie Schäuble im Tonfall von H.P. Baxxter befohlen und durch Lücken in den Sozialgesetzen ausgenutzt wird, ist es nur natürlich, dass man froh ist um alles, was man sonst noch so besitzt. Es gibt ein Dasein neben der staatlichen Almosen. Es gedeiht auf Inseln, zu denen es nur wenige Brücken gibt. Da ist es schön, da würde man gern bleiben, und wenn sich manche selbst einladen und kämpfen wollen, so achtet man um so mehr auf den eigenen Strand. Natürlich wird die Rentendebatte bitter. Natürlich wird es zur Kanonenbootpolitik gegen Vermögende kommen, und diejenigen, die uns geschenkte Menschen versprachen, werden jetzt Geschenke von unseren Erbschaften haben wollen. Denn wenn ihre Rente nicht sicher ist, sollen es unsere Vermögen auch nicht sein.

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Was haben wir uns damals über den Gastauftritt von Westerwelle im unserem Nachtcafe gewundert. Also wirklich. Aber manche von uns werden jetzt überlegen, ob man den Lindner nicht als Türsteher engagieren soll. Jeder Zeit ihre Pest, aber zu jeder Zeit versuchten auch die Klugen, sie draussen zu halten.

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209 Lesermeinungen

  1. Die emotionale Pest - virulent sich verbreitend - ist nicht aufzuhalten.
    Schon in Zeiten des Schwarzen Todes halfen weder Zugbrücken über die Burggräber dem versammelten Clan der Adligen und ihren Helfern NICHT, sich die tödliche Seuche von irgendwo und irgendwie einzufangen. Ratten sind überall, wie F.J.S. selig schon wußte. Doch immerhin erheitert Don Alphonso gekonnt und wie immer sich und seine Leser mit seinem Wort zum Sonntag. Die Gemeinde dankt:

    http://n0by.blogspot.de/2016/04/doham-von-sonntagsreden-und.html

    • Ja, aber wir wissen heute, wer das bringt und dagegen kann man sich sehr wohl schützen.

    • @Don. "sich schützen"
      Jetzt ist meine Facharztprüfung zwar schon ein Jahrzehnt her, aber ich denke, dass Schnabelmasken mit Duftintarsien immer noch state of the art sind.

      Ich denke sogar, dass man ihr Anwendungsgebiet ansichts der zuwanderndern hoch-Qualifizierten deutlich erweitern könnte.

  2. So ist es halt
    Wenn jetzt die ersten Sonnenstrahlen das Land erwärmen, und ich stelle eine Schüssel Zucker für entkräftete Hummel- und Bienenköniginnen hinaus, kommen halt auch Fliegen, und immSchlimmsten Fall habe ich nachher Ameisen im Haus.

    Diese neue Liebe zum Kommunismus fällt mir auch stark auf. Das kommt natürlich von den Social Justice Kriegern und dem marxistischen neuen Feminismus. Wo es früher hieß „Lern einen anständigen Beruf, hat man jetzt Leute denen die Eltern sagten „Du kannst alles werden, was du willst“.
    Nun stehen die halt da, mit eher nutzlosen Abschlüssen. Etwas wie „Webtechniken bei Burkastoffen“ als Dissertation (Kettchen, Kettenreps, Mogador oder Jacquard? Verzeihung, ich stamme aus einer alten Tuchmacherfamilie) bringt einen halt kaum in der Welt voran.

    Aber egal, jede Zeit hat ihre Jugend, und unsere war doch nicht so schlecht, oder? Als Person die das, was Sie hier beschrieben haben, miterlebt hat, möchte ich uns nicht als Pest bezeichnen. Wir waren einfach jung, die Welt gehörte uns. Darin waren wir nicht schlimmer als alle Generationen vorher.
    Nur haben wir einen Vorteil: wir durften mit ansehen, daß Kommunismus und Sozialismus endet, wenn ihm das Geld anderer Leute ausgeht. Diese Lektion steht den heutigen Träumern noch bevor.

    Danke für das Auffrischen bittersüßer Erinnerungen, lieber Don.

    • Es wurde damals als Pest empfunden. Das Wort „hedonistisch“ war damals so verrufen, wie es das auch heute wieder ist. Damals hatte man Rücksichten zu nehmen, heute hat man vor selbststilisierten Opfern des Systems zu krfiechen, statt sie im Staub zurück zu lassen, Natürlich war das die Pest, und daher heute auch die Dreistigkeit, mit der der fetgemsätete Pöbel in Berlin Forderungen stellt, statt zu lernen und zu sparen.

    • Das Robin Hood Syndrom enthuellt
      Beste Bemerkung die ich seit langer Zeit lese. Vielen Dank Samsara, eure Ehren , fuer diese Worte. Werde ich mir merken…“dass Kommunismus und Sozialismus endeten, wenn ihnen das Geld anderer Leute ausging.“ Stimmt. Right on. Sollte man so oft wie moeglich wiederholen. Fuer Traeumer und Skeptiker.

    • Ach Samsara....
      Da war ich recht nachdenklich vom Lesen dieses sehr differenzierten BLogs von D.A. und dann komt gleich unter den ersten Kommentaren solch ein Schwachsinn: „Diese neue Liebe zum Kommunismus…“

      In welch absurder „Denk“welt muss man leben um so einen Scheiss von sich zu geben?

      KEIN MENSCH spricht von Kommunismus. Wir reden von Steuersätzen, nicht mal wie bei dem Kommunisten Ludwig Ehrhardt, sondern wie bei dem anderen Kommunisten, diesem Ronald Reagan. Nach den verbrecherischen Machenschaften von Politik und Versicherungen beim Riestern, dürfte das wohl noch das harmloseste Mittel zur Kompensierung sein!

      Sowas wie ihren Beitrag lesen zu müssen, erinnert ich immer wieder daran, dass wohl in der Realität letztlich nichts anderes als die Methode der französischen Revolution jemals zu einer angemessenen Änderung der Zustände bringen wird.

      Mann, was bin ich froh, schon so alt zu sein und fern von sowas wie ihnen leben zu können!

      Ja, dies ist persönlich! Ich finde ihresgleichen einfach nur widerlich!

    • Real existierender Sozialismus mit neuen Schwerpunkten und neuer Nomenclatura.

    • Werter Samsara, das Geld anderer Leute geht so bald nicht aus ....
      …. dafür ist von höchster Stelle gesorgt.

    • Lieber TDV
      Sie vermischen hier verschiedene Dinge, und hauen sie mir dann um die Ohren. In der Politik wird zu oft Mist gebaut, und zwar unabhängig vom System.
      Natürlich wird man nur verarscht. Was heute von der Politik gefördert wird, kann übermorgen schon wertlos oder verpönt sein. Ob Diesel PKW oder Nachtspeicherheizung, die Liste ist lang.
      Das mit der Riesterrente war mir und vielen anderen sofort suepekt, ich kenne niemanden der riestert.

      Vergessen Sie bitte nicht,mes waren die Linken, dienin den 90ern die Märkte liberalisiert haben. Clinton und Schröder.

      Und wenn ich heute die grüne Jugend sehe, wie sie Pol Pot, Che und Mao idealisieren, wie sie Fahnen der DDR oder der UdssR schwingen, dann wird mir Angst. Weil ich das nämlich kenne!

      Aber keine Angst, ich nehme es nicht persönlich. Sie bringen mein slawisches Blut nicht in Wallung. Schönen Sonntag noch.

    • Insekten...
      was zum Teufel haben Sie gegen Ameisen und Fliegen? Sehr nützliche Tiere. Gerade die (saubere) Bestäubungsarbeit der Fliege wird deutlich unterschätzt und ihre (schmutzige) Entsorgungsarbeit ebenso. Die Ameise als hunderte von Millionen Jahre alte erfolgreiche Art ist schon lange vor den Bienen und Hummeln auf den Staat gekommen.

    • ...und Bienen und Ameisen und wohl auch Hummeln lassen niemanden
      in ihren Staat, der da nicht hin gehört.
      Wobei, bei den Bienen ist etwas schief gelaufen. Eine Milbe, Varoa, wohl von „Wissenschaftlern“ zur Untersuchung und weiteren Erforschung aus Übersee eingeschleppt, hat sich eingeschlichen und viele Bienenvölker, nicht nur in Deutschland, können nur geschwächt überleben oder sterben gar ab.
      Und bisher gibt es nichts, wie man dem Übeltäter effektiv bei kommen kann…

  3. Türsteher
    Werter Don,
    wie in letzter Zeit üblich, auch dieses mal ein sehr amüsanter und kurzweiliger Text. Schön das Sie die Muse derzeit so richtig küsst. Allerdings wird Ihnen der Türsteher Lindner wohl nur begrenzt helfen. Der Zeitgeist dreht sich derzeit m.E. deutlich, so das der normale Vermögende wie Sie, sich wohl auf eine gewisse fiskalische Rasur einstellen muss. Da bleibt Ihnen als Alternative nur noch zum Hyperreichen aufzusteigen oder das Ganze stoisch zu Ertragen. Und im Gegensatz zu mir elendigen Teil des mittleren Mittelbauchs bleibt ihnen ja die Erinnerung an den kleinen Mann an der Bar.

    • Nun, die Grenze zu ÖPstereeich ist ja nicht weit -dort gibt es keine Erbschaftssteuer.

    • DBA-ErbSt
      Es ist richtig, dass es in Österreich keine Erbschaftsteuer mehr gibt. Fürchte aber das Ihnen das nur eingeschränkt hilft. Von Seiten der BRD wurde das ErbSt-DBA mit Österreich zum Ablauf des Jahres 2007 gekündigt. Wenn ich mich recht erinnere besteht Ihr Familienvermögen doch überwiegend aus im Inland belegenen Immobilien? Da wären Sie aber bei ErbSt wieder dabei……..

  4. The world ain't all sunshine and rainbows. It's a very mean and nasty place.
    Damals, als ich noch jung und schön war, da gab es keine Rente. Keine Aktien, keine Ehekrisen wegen Immobilienscout24-Angeboten, keine Entscheidungen zwischen Prada und Hermes Taschen, und keine Angst vor wem oder was auch immer, außer, dass einem Atombomben auf den Kopf fallen hätten könnten.

    Damals, da gab aufs Maul, wenn man nach der Werbung im Kino noch der Welt seine Einkaufserlebnisse mitteilen wollte. Damals brauchte man immer eine neue Türlackierung, wenn man sein Fahrzeug in zweiter Reihe parkte. Ja, damals gab es noch echten Sex zwischen zwei oder mehr Menschen, trotz oder wegen Schamhaar.

    Heute verstecken wir uns in unseren 2-Tonnen-LKWs, die wir Sportwagen nennen; Lassen unsere Körper enthaaren, formen und Botox einspritzen um dann Abends allein auf bewegte Bilder von Menschen abzuspritzen. Wir erstarren im Angesicht der bloßen Existenz einer Zukunft, die sich entgegen unseren Willen nicht mittels Tippen auf Taschenrechnern bändigen lässt;
    Wir haben Polizei, SEK und die KSK, aber leider niemanden, der sich traut Gewalt anzuordnen.
    Wir sind die, die alles verstehen und alles tolerieren und alles erlauben und alles ertragen und alles nur noch beschreiben und beweinen und bejammern.

    Die Rente ist nicht sicher?

    Dafür gibt es Lösungen: Sex und Gewalt.

    Last uns feiern, für Nachwuchs sorgen und andere Länder ausplündern.

    So wie es unsere Vorfahren gemacht haben.

    • Fairerweise muss ich sagen, dass ich das Alter wirklich merke. Durchmachen war früher kein Problem, heute bin ich am nächsten Tag wirklich fertig. Und ich hatte meine gute Zeit, bin zufrieden und was die Nachfolgenden tun, ist deren Problem. Ich will kein Berufsjugendlicher wie die in Berin sein. Tor bin ich auch so.

    • It's about how hard you can get hit and keep moving forward.
      Früher hat man den körperlichen Verfall mit kognitiver Härte mehr als ausgeglichen. Unsere Väter waren bis ins hohe Alter gefährlich, weil brutal, skrupellos und erfahren.

      Heute heißen die 50 Jährigen Maas und schauen wie kleine Jungs in die Kamera. Kein Wunder dass dünne, kleine Jungs aus Nordafrika hier nichts mehr respektieren.

    • Life in a mean and angry world
      Indeed Mr. Goodnight, life isn’t a bed of roses. nor all sunshine and blue sky. Guter Kommentar. Mit Freude gelesen und da „die Rente“ anscheinend nicht sicher ist, wundere ich mich ob man — wie empfohlen — unseren Vorfahren folgen sollten?. Die schriene oft voller Begeisterung von ihren Vickingerschiffen als sie Nord Amerika und auch andere Plaetze „besuchten“ — „let’s do a little raping and pillaging.“ Nur war da kaum was los. Das waren wohl Zeiten, was? Ob da noch mehr dahinter steckt?

    • Titel eingeben
      „wir“?
      Ich nicht.
      Ich hab keinen 2-Tonner, hab (bewusst) überhaupt kein Auto.
      Ich bin nicht enthaart, verformt, hab kein Botox an mir, und hab auch kein TV o.ä.
      Sogar das, was Sie weglassen, hab‘ oder hab‘ ich nicht.
      Also bitte!

    • @KLaus
      Sie sollten bedenken, dass der Autor nicht unbedingt stets mit der veröffentlichten Meinung identisch ist.
      Man sagt sogar, manchmal provoziere er…..

    • NIE-MALS!!1!1elf

    • It doesn't take a genius to see that the world has problems.
      @Klaus

      Sorry, ich möchte hier in keiner Weise irgend eine Form von sozialen Druck aufbauen oder/und Irgendjemand provozieren. Vielmehr möchte ich nur mein Leid kollektiv teilen, welches ich als Opfer der Zivilisation in Verbindung mit einer sich beschleunigenden Moderne mehr als belastend empfinde.
      Nun ist unsere unterschiedliche Beobachtung des Straßenverkehrs und des eigenen Spiegelbilds wohl dem Umstand geschuldet, dass ich mich weitgehend in Großstädten und zwischen noch aktiven Menschen bewegte. Folglich sind hier SUVs und Bodystyling doch häufiger auftretende Phänomene, die man vielleicht auf dem Land, d.h. in München oder/und Altersheimen nicht so beobachten kann. Aber allein die Verkaufsstatistiken der Automobilhersteller und die Zulassungszahlen Plastiker Chirurgen sollten meine Beobachtungen einen gewisse Fundierung ermöglichen.

      Schalten Sie ihren Fernseher an und sie werden sehen…

    • Bitte die Verkaufsstatistiken der Hersteller nicht als Kriterium
      hernehmen, ohne die Erstzulassungen auf dieselben, deren Niederlassungen und Filialen und alle anderen im Umfeld Beteiligten abzuziehen.
      Was denken Sie, weshalb das Feld ums carsharing und ähnliches immer mehr Anhänger findet?

    • See ya tomorrow night, Eleanor, with your fine ass.
      Carsharing?

      Teile ich meine Frau? Nein.
      Wie kommt man als Mann dann auf die Idee, sein Automobil zu teilen?

      Es ist ja schon schwer erträglich, dass man, wie bei den guten Frauen, in der Regel nicht Erstbesitzer sein kann, aber wenn man sich das Ding dann endlich leistet, dann gibt man das nicht mehr her.

      Auch serielle Monogamie lasse ich mir noch gefallen, aber von vorne herein teilen? Das ist Autofeindlich, wo bleibt da die Würde des Objekts?

      Aber vielleicht bin ich da etwas männlich oder so.
      Whatever, hier in Stuttgart geht der Trend gerade zum Drittauto.
      Polygam aber treu!

  5. Kleine Anmerkung zur Grundsicherung:
    Die gibt es schon ein Ziemlichesweilchen, auch vor dem Rentenalter.

    Das, was auch Ihr Lieblingsmichi gerne möchte, ist die Bedingungslosigkeit.

    Dazu hat faz.net sinnigerweise mit dem Bayerischen (hatten Sie da Ihre Finger drin?) Rundfunk kürzlich was gebracht, allerdings unter dem Stichwort Grundeinkommen: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/animation-was-ist-dran-am-grundeinkommen-14185091.html – schon am Anfang etwas daneben geraten: Wenn, wie dort suggeriert, tatsächlich 125 Milliarden Scheuro pro Jahr fehlen, muss man nicht zwingend die Steuern erhöhen (das ist etwa die gleiche Masche, die der Drogeriemilliardär strickt: vordergründig die Sache befürworten, den Zahlbetrag aber bewusst zu hoch ansetzen – nicht sonderlich seriös!) – es genügt, den Willkürmonatsbetrag 1000 Scheuro (das Verfassungsgerichtsexistenzminimumfürerwachsene liegt derzeit bei reichlich 600 Scheuro) entsprechend zu verringern; dann geht das und fürs Sofafläzen reicht’s allemal.

    Die Arbeit machen derweil die Neuankömmlinge und die geben – im Gegensatz zu mir, die den ganz verfluchten Industriemüll schon seit Jahrzehnten nicht mehr haben will und deswegen weder Geld dafür ausgibt noch in steigendem Maße anrafft – die Scheuros auch wieder für das, was sie sich bislang für wohlstandsnotwendig erträumten, aus. Außerdem haben sie Kinder – das Konjunkturprogramm par excellence. Die Bertelsmänner wissen genau, was sie tun, und die https://www.youtube-nocookie.com/v/WrPnMO9K7sk ist ’ne getreue Marionette – kann durchaus passieren, dass sie „Erfolg“ mit einer Sonderkonjunktur verzeichnet, während rundherum um uns die Volkswirtschaften in die Rezessionen schliddern…

    • Ja, wenn das mit der Arbeit klappen würde. Meine Vermutung geht aber eher dahin, dass die gut ausgebildeten Leute wieder heim gehen und die bleiben, die eher Probleme machen und wenig Lust auf die immensen Anforderungen im deutschen Berufsleben haben. Ich mache demnächst mal was dazu.

    • Nachtfalter als Pesthauch, schön war´s
      Letzte Woche las ich von syrischen Bauern, die seit 4 Jahren in türkischen Lagern leben und immer mal an die Grenze reisen,
      nur um die Luft der Heimat zu atmen und rüber zu schauen.
      Als sie von ihrem Land sprachen, fing einer an zu weinen,
      vor Sehnsucht.
      Bauern und Gutausgebildete werden zurück kehren,
      wenn es wieder möglich ist. Zwei Menschengruppen, von denen ich viel halte und das Land wird sie dringend brauchen.
      Wer uns erhalten bleibt, wir werden es erleben, bin nicht sehr
      zuversichtlich, was die Rentenbeschaffung aus der Richtung angeht.
      Nach den neusten Gedankenspielen aus B. habe ich theoretisch
      noch 30 Arbeitsjahre vor mir.
      Glaubt wirklich jemand, dass unsere Sozial- und Rentensysteme
      bis dahin noch existieren?

    • Nein, ich halte das für nicht wahrscheinlich, so leicht, wie man sie ausnutzen kann. Das wird ja gerade erst bekannt,

  6. Das Lied von der Rente
    In meiner frühen Zeit galt sie als unsicher, was mich nicht störte. Ich war jung, hatte Arbeit, was sollte mir passieren. Auf der anderen Seite der Weser gab es eine Kneipe mit Tanzsaal und Bühne, alle vier Wochen traten teils in D weltberühmte Bands auf und wir tobten uns aus. Mehr gab es bei uns nicht, ein kleines Theater ja, aber das war für die Kurgäste. Wir hatten trotzdem unseren Spaß, bald ein eigenes Auto und wer sollte uns aufhalten, damit oder überhaupt die Welt zu erobern. Im Fernsehen ritten Little Joe und seine Brüder, sonst gab es nicht so viel für uns zu sehen und wir hatten trotzdem Spaß.

    Irgendwann erzählte Blüm, die Rente ist sicher, klar doch, wir hatten Arbeit, an Rente dachten wir nicht. Geld war nicht wirklich wichtig, ich gab meins mit vollen Händen aus, wenn’s weg war, auch gut. Gespart habe ich nie, wozu, die Rente war weit weg, ich wollte nie rein und war sie nicht sicher?

    Heute hat fast jeder ein Smartphone, schon Kleinstkinder daddeln, und nun soll die Rente plötzlich unsicher sein. Der demographische Kollaps droht? Der drohte schon zu meiner frühen Zeit und wir rechneten erschaudernd, für wie viele Rentner wir eigentlich arbeiteten und machten einfach weiter.

    Das mit dem Machen fällt heute vielen schwer, teils, weil sie gar keine Vorstellung haben, welches Leben man führen könnte, wenn man wollte und sich aufraffte, mal das Handy aus der Hand zu legen, teils, weil sie etwas studieren, was kein Mensch, nicht mal sie selbst, je brauchen kann. Wer schlau ist, ist beizeiten in eine Partei eingetreten, da fällt das nicht so auf, man macht trotzdem Karriere.

    Götter, wie den kleinen Mann, gab es zu meiner Zeit andere und für andere. Ich hatte keinen Nerv, irgend einen davon anzuhimmeln. Hörte die Musik, fand sie gut oder auch nicht, das Leben machte so oder so Spaß.

    Wir wählten die FDP mit der Zweitstimme, bis 1982, verziehen dieser Partei und Genscher den Putsch nie. Das heilt auch der Lindner nicht, denn was liberal ist, hat die Partei längst vergessen und Bambi wird das nicht wiederbeleben. Man sieht nun schon wieder, wohin ein paar Stimmen mehr führen, man beteiligt sich an Koalitionen, das Pöstchensichern steckt in den Genen.

    Die Kanzlerin lässt die Österreicher am Brenner machen, wenn Italien nicht will, macht Österreich halt den Brenner dicht, erklärt so nebenbei ihre Bemerkung zum Böhmermannerguss als ärgerlich und ja, die Pressefreiheit gilt natürlich, ja doch und spart sich so die schriftliche Antwort an Can Dündar und da sie den Sultan nicht trifft, ist doch alles bestens.

    Was wir allerdings mit den geschenkten vielen jungen Männern anfangen sollen, müsste uns KGE bei Gelegenheit mal erklären. Es gibt ja nicht nur den Missbrauch der Sozialgesetze, man schaue nur, wieviel Geld die Kommunen raushauen, um u.a. diese jungen Männer unterzubringen, zu ernähren usw.. Für viele ein willkommenes Milliardengeschäft, das momentan viel besser als die Rente läuft, allerdings thematisch wohl nicht wahlkampftauglich ist.

    • Das wird man alles schön verschwigem. Oder haben Sie schon mal ein Interview mit jemandem gelsen, der nicht Deutsch lernen will?

    • Der Bettelgang der Länder nach Berlin um weitere Euronen
      für Unterbringung und Integration wurde ja nun diese Woche erstmal von den dort festsitzenden abgewehrt.
      Somit kann die schwarze 0 zunächst weiter propagiert und gefeiert werden. Nur der Unterbau wird, wie nicht nur bei der Deutschen Bahn die Infrastruktur, zunehmend morsch und irgendwann dann auch zusammen brechen.
      Wer so was und weshalb wollen will kann ich nicht erkennen – aber dass ein politisches Ziel dahinter stecken muss, auch wenn ich es nicht verstehe (um nicht von totaler Unfähigkeit der Beteiligten ausgehen zu müssen) steckt in meiner Erziehung & bisherigen Lebenserfahrung bislang noch all zu fest drin.

    • Es gibt sicher noch das ein oder andere zu schliessende Hallenbad, und nach 45 baute man das Land auch ohne Brücken auf.

    • schon vergessen,
      was Ende der achtziger Jahre so alles gegangen ist, in diesem unserem Lande, wie es damals so schön hiess. Wer da ein schlecht besuchtes Gasthaus oder eine heruntergekommene Pension hatte, konnte sich damals schon prachtvoll sanieren. Mittlerweile ist die Brandgefahr eine ernstes Risiko bei diesem Geschäftsmodell.
      .
      Die jüngeren Volksdeutschen damals waren nicht alle unbedingt scharf auf Deutschkurs und Integration. Die willigen Älteren schafften auf dem Bau und bauten für sich in ihrer Freizeit Häuser, da hielt die Famile zusammen, eisern.
      .
      Die Vereinigung wurde nicht aus der Portokasse, sondern über Nebenhaushalte finanziert, das fiel nicht so auf. Die Treuhand hatte ein Rating von Triple A, weil die Bundesrepublik versprach, für diese Schulden gerade zu stehen. Die Sparzinsen waren hoch, weil die Schuldzinsen noch höher waren und die Inflation auch. Da Schönste: Keine Kleinsparer, die sich angesichts dieser nationalen Aufgabe als die Übervorteilten empfanden. Ja, gute alte Zeit, eben. Im Rahmen der Nebenhaushalte, waren dann halt die Kassen der Sozialversicherung etwas leerer, als vorher. Der senile Saumagentod im Oggersheimer Bungalow hält sich ja noch immer für einen begnadeten Politiker, speziell Aussenpolitiker, wie man hört.
      .
      Schade, dass uns keiner von diesen investigativen Journalisten sagen kann, was der Dr. Kohl so alles einnimmt. Vielleicht ist das die Lösung der angespochenen Probleme: Jeder kann sich auf dem Rathauis diesen Cocktail abholen, alle halten sich für die Allergrössten und alle, alle, alle sind rundum zufrieden mit sich und der Welt.

    • Das mit den Bädern ist recht lustig, gerade hat hier in Bonn
      einer die OB-Wahl gewonnen, weil er den Bau eines neuen Bades in Aussicht gestellt hat. Die Stadtkasse war schon vor der Wahl leer, Bäder wurden im Sommer 15 unter dem „alten“ OB teilweise nur nachmittags geöffnet und der anvisierte und durch die Post mitfinanzierte Bau eines neuen Konzerthauses zur Ehre Beethovens und dessen baldigen Jubiläums wurde an die Wand gefahren.
      Nun ist ein wahrscheinlich wohlüberlegter Hickhack um den Standort des Bades in Gange, der wohl zu ähnlichem führen wird wie der Hickhack um das gesponserte Festspielhaus.
      Statt des Diamanten einer kürzlich verstorbenen Architektin wird nun die in den 50er Jahren entstandene Beethovenhalle für, ich nehme mal an, wenn es wirklich so weit kommt, um die 100 Millionen, „ertüchtigt“.
      Ich glaube ja inzwischen eher, dass van Bs 250. im Festzelt gefeiert werden wird – weil aus allem nichts wird. Nichts aus der Renovierung und nichts aus dem neuen Bad.
      Die notwendigen Gelder sind schon verbraten für das sinnlose Unterfangen, Menschen zu integrieren, die sich vielfach dagegen sträuben.
      Auch hier, in der früheren Bundeshauptstadt, entwickelt sich nicht viel weiter zum Guten und dahin, denen die nach uns kommen ein stabiles Erbe zu hinterlassen.

    • Investitionsgrab
      Diesmal nur im richtig großen Stil, zumindest da macht die Groko keine halben Sachen mehr… Lach…

  7. Party?
    „Grundsicherungsfreunde wollen eine Party für alle, … […]“

    Bei aller Liebe zur kontroversen Debatte und zur Freiheit wozu auch immer,
    bitte auf dem Perserteppich bleiben:
    Mit 800 im Monat macht man gemeinhin kaum Party.

    In Hamburg und München reicht das gerade für die Miete in der Einzweiraumwohnung. Man könnte damit zusätzlich 1 mal im Monat noch ein paar Hartzer zu einem Kasten Öttinger (brr) laden. Sauer macht lustig, Prost.

    • Ich meinte damit die Grundsicherung in Form eines BGE, finanziert aus 90& Erschaftssteuer, von der viele träumen.

    • Mal realistisch sein...
      Das BGE wir kommen, ob finanziert aus 90% Erschaftssteuer, oder nicht.

      Die Veränderung gegenüber des jetzigen Zustandes besteht ja letztlich sowieso nur aus dem Wegfall der Sanktionen für Hartz IV Bezieher, und somit auch dem Wegfall der astronomischen Verwaltungskosten.
      Diese dienen ohnedies einzig und allein zur Investition in die Aufrechterhaltung des lächerlich dummen Ressentiments der Gesllschaftsklasse der Spiesser, gegen die „soziale Hängematten“ Bewohner. Zu viele merken aber jetzt gerade am Beipiel Riester, das die Leute die das erfunden haben, die, die es eingeführt haben, und die, die von den Beiträgen erst mal ihren eigenen Profit abgezockt haben, nichts als Verbrecher sind!

      Warten sie mal passiert wenn das auch an anderen Beispielen auffällt, wie zB der Abschaffung des Bargeldes, inkl der Negativ-Zinsen.
      Sie wissen ganz genau, dass Wohnraum zu knapp und zu teuer ist, als dass die bisherige Kosten/Mieten Entwicklung so weiter gehen könnte, weil eine enorme Verelendung und Obdachlosigkeit, in diesen Zeiten einer steitig anwachsenden, weltweiten Wirtschaftskrise die Folge wäre. Von der Zahl der Alten von denen ein stets grösser werdender Teil auch noch Pflege bedürftig sein wird, mal ganz abzusehen!

      Wir leben is sehr interessanten Zeiten !

    • das mit dem BGE,
      TDV, sehe ich auch so.
      .
      Schon weil sich , semantisch, Grundeinkommen viel besser anhört als Sozialhilfe oder Mindestrente. Begriife finden, Begriffe besetzen, so läuft die politische Auseinandersetzung.
      .
      Dass sich dann auch der ganze administrative Wasserkopf gleich mit erledigt ist fringe benefit.
      .
      Wenn dann der Wohnraum nicht mehr so unmittelbar an der Arbeit hängt, sehe ich beste Entwicklungsmöglichkeiten für den Osten unserer Republik, Orte wie Gera oder Chemnitz werden dann bevorzugte Orte dieses speziellen Kundenkreises. Und auch die kleinen Städte im sächsichen Dreieck, in denen nur noch Arzt, mobile Krankenpflege, Apotheke und Bestatter ihr Auskommmen finden, haben wieder eine Wachstumschance.
      .
      Fehlt nur noch die passende Lifestyle-Zeitschrift, die diese neuen Trend mit erstklassigen Fotos auf Glanzpapier unter die Leute bringt.

    • Ois scho do
      Es geht doch eher um Digitalisierung, Automatisierung, Rationalisierung. Hier im Großsupermarkt gibt es schon die ersten Selbstbedienungskassen. Noch mit Anleitung, die ehemalige Kassiererin steht noch daneben, erklärt, passt auf. Bald aber nicht mehr. Ihre Arbeit machen nun wir Kunden, gratis. Wovon soll die Frau dann leben, Immobilien mit EZB-Krediten kaufen und vermieten? Ein Startup gründen, eine Craftbeer-App schreiben? Die zu teure kleine Mietwohnung „sharen“? Falsche Facebookkommentare und schlimme Werbung kostenpflichtig an Maas melden? Oder soll sie in die Türkei flüchten und dann wieder zurück, mit falschem syrischen Pass und neuer Vita?

      Mit dem Grundeinkommen ist es im Grunde wie mit dem Einwanderungsgesetz: sowas haben wir nicht und wollen wir nicht, auch wenn wir es eigentlich längst schon haben, nur zwengs Unwillen chaotisch, ungeregelt, uneinheitlich, als Realität unter anderslautenden Worthülsen begraben und versteckt. Wer Immobilien vermietet, kennt das Grundeinkommen ja eigentlich auch schon, nennt es aber natürlich nicht so.

  8. Bedingungsloser Schwund für alle!!einelf!
    Sie ist als Idee so schlecht nicht, auch wenn sie für hartgesottene Liberale klingt wie spätrömische Dekadenz. Warum?

    Eine Schmährede ohne Ziegenköttel

    Was ist gut daran, Bedürftige oder nur dem Anschein nach Bedürftige mit über 20-seitigen Anträgen und Eingliederungsvereinbarungen (besonders hinterlistig, wenn die Leute weit über 50 sind) in massive Existenzängste hinein zu traktieren? (Füllt nur die Psychiatrien, auch die kosten.)

    Es sind trotz Schikanen immer noch welche, die sich das erschleichen. Potz! (Meist die Gewiefteren mit höhere Risiko-no risk-no-fun-Affinität.)

    Da kann man sich doch gleich diesen teuren, überbezahlten Beamten- und Hilfskräfte-Schikane-Apparat sparen, denn Schwund ist immer (alte Buchhalter-Weisheit).

    Wir wissen das ja spätestens nach den Insel-Nachrichten das mit dem Schwund, dass der immer ist.

    Warum zum Geier sollen denn ausgerechnet Reiche mit der Schwund-idee davon kommen – da gibt man komischerweise in seiner uneingestandenen Doppelmoral dem Schwund gesittet-höflich nach – bei unverschuldet Armen und verschuldet armen Losern (Grund: zu wenig Hirnmasse oder noch schlimmer: Verblendung durch jahrelange Indoktrination; fehlender Realitätssinn, fehlende emotionale Stabilität) wird jedes Loch in der Socke nachgezählt?

    Gibt ja auch keinen wirklichen Sinn in dieser doch wirklich sinnlosen Debatte.

    • Eine Grundsicherung
      wird es geben müssen.

      Wir steuern auf eine Wirtschaftsform zu,
      die weniger einbringt, als sie kostet.
      Bedingungslos wird das Grundeinkommen nicht sein.
      Unsere Gesinnungsprüfer werden das nicht zulassen.

    • Nein....
      So wie die Weltwirtschaft mittlerweile „läuft“, wird es gar nicht möglich sein noch Bedingungen einzufordern, da keinerlei real existiende Möglichkeite mehr existieren werde diese zu erfüllen.
      Dass die Kaste der Gesinnungsprüfer das nicht widerstandslos hinnehmen wird, das ist klar. Ich freue mich schon auf die unappetitlichen Konflikte die das mit sich bringen wird. Da wird dann „unsere“ Lügenpresse ihren Namen alle Ehre machen können!

      Man sollte beim Nachdenken aber auch berücksichtigen, dass uns nicht nur die Geschichte lehrt, dass sich solche Krisen niemals anders als durch einen echt grossen Krieg lösen lassen, sondern auch, dass sich die Leute in den Machzentren, die das in der Realität entscheiden ebenfalls darüber klar sind.

      Kleiner diesebzüglichen Hinweise finden sioch täglich, heute zB:

      „Die USA verlangen den aktiven Einsatz der Bundeswehr an den Nato-Ostgrenzen. Dieser sein notwenig, um Russland militärisch abzuschrecken. Deutschland hat sich in diesem Thema bisher bedeckt gehalten. Nun erhöht Washington den Druck auf Angela Merkel. “

      Diese bösen DWN aber auch immer….
      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/23/usa-verlangen-mitwirkung-deutschlands-im-kampf-gegen-russland/

      Noch ein Detail? Aber gerne:

      „Das LKA Berlin sieht in den Aktivitäten von Banden aus dem arabischen Raum das Ergebnis einer gescheiterten Integration: Einzelne Gruppierungen sehen in dem Staat nicht die höchste Autorität, sondern setzen auf eine Clan-Struktur, in der eine Gruppe bestimmt, was rechtens ist. Die Folge ist das Entstehen von Parallelgesellschaften. “

      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/24/arabische-banden-der-staat-wird-nicht-als-autoritaet-akzepiert/

      Dass gerad diese letztere Entwicklung ganz real ist, kann jeder (Nord-)London Besucher mit eigenen Augen sehen, im Gegenstaz zb zu einer polizeilichen Präsenz dort….

  9. Eine wunderschöne Geschichte
    Lässt bei mir unendlich viele Erinnerungen hochkommen, wenn auch noch ein Stück weiter zurück und aus der damals geteilten Hauptstadt. So ganz anders als bei Ihnen war das doch nicht! Eher sehr ähnlich … .

    Das einzige was mich etwas irritiert, ist dass ich jetzt nicht davon abkomme, raten zu wollen wer v. S., P. und K. wohl waren. Auch wenn das eigentlich keine Bedeutung hat.

    Vielen Dank für diese Erinnerungen!

    • Gern geschehen. Ih glaube, die kennt heute praktisch keiner mehr. Der eine scheint nicht mehr zu existieren, letzte Meldung 2006, die macht irgendwas mit Coaching.

  10. Die Pest des Konfiskatorischen ...
    … ist bedauerlicherweise nichts Neues.

    Diese reicht von der Einstellung des vielgerühmten Bundeskanzlers Schmidt, 5 % Inflation wären ihm lieber als 5 % Arbeitslose, über den feinen Mittelstandsbauch der Einkommensbesteuerung bis hin zu exzessiven Hoffnungen hinsichtlich der Besteuerung von Erbschaften.

    Mit der erstaunlichen Ausnahme des Ruhendstellens der Vermögenssteuer und der Absenkung des Spitzensteuersatzes.

    Man stelle sich das bunt schillernde Personal in Berlin und an den Landeshöfen doch einmal vor, ohne Neidduktus zu lamentieren, ohne aus den vielen Töpfen spendabel seine Klientel schamlos zu bedienen, sondern argumentativ Dinge nüchtern zu schildern.

    Debatten im wahrsten Sinne des Wortes finden doch kaum noch statt, zumindest nicht im öffentlichen Diskurs.

    Durch einen Studienfreund erlangte ich Zutritt zu Diskussionsrunden mit insbesondere Rüdiger Altmann, Johannes Gross et. al., diese hatten nicht nur unmittelbaren Zugang zu den Regierenden sondern auch die Möglichkeit publizistischer Einflußnahme.

    Vielleicht verkläre ich ja einiges in der Rückbesinnung, doch mir scheint, einiges an kruden Ideen wurde seierzeit frühzeitiger beiseite geschoben als heute.

    Die Schamlosigkeit, sich mittels Amolsenpolitik Anhängerschaft zu sichern und nebenbei ansonsten den Fleißigeren unter den Migranten ihre geringer qualifizierten Jobs durch beispielsweise disqualifizierte Absolventen von Genderstudiengängen streitig machen zu müssen, ist schon augenfällig.

    Ich fürchte, angesichts der rasanten technischen Entwicklung und dem folgenden Wandel in der Wirtschaft, wird da noch so einiges zu erwarten sein. Aber halt, so schlimm wirds nicht kommen, denn dann werden die Babyboomer um das ihre Bangen, zu alt sein, noch heftig zu kämpfen. Es wird sich vermutlich schon wirtschaftliche Vernunft im großen und ganzen einstellen.

    Aber viele, viele werden heulen.

    Ich könnte möglicherweise auch einmal zu denen gehören, die zu heulen hätten. Nicht, weil ich mich alimentieren lassen möchte. Ich habe wegen eigener unternehmerischer Fehler ein Vermögen verloren. So könnte ich mich nun dem Feingeistigen auf der Basis von Hartz widmen und womöglich ein zwar unspektakuläres Leben ohne betörende Reisen wie die von Don Alphonso führen. Doch ich hab mich nun mal entschieden, kein Leben von der Gunst Ihrer Gnaden Hoheitlicher zu leben, sondern wie Sisiphos erneut mein Leben selber zu finanzieren und zu gestalten.

    Wenns gelingt, fein, falls nicht, was solls.

    Nein, alimentieren lassen werde ich mich auch dann nicht. Dem Rhein sagt man mörderische Kräfte nach und der wird wohl noch eine Weile fließen.

  11. Titel eingeben
    Bitte wieder etwas mehr auf die Orthografie achten, werter Don, es würde unsere Lesefreude und Erkenntnis erhöhen.
    (einfach nochmal raufschauen auf den Text und DANN ERST
    uploaden).
    (nicht nur bei „90& Erschaftssteuer….“ :-)

  12. die Pest und die Stützen der Gesellschaft
    Boccaccio. Il Decamerone. Wer es obszön findet kann sich gerne an der Pest abarbeiten. Viel Spass.

  13. Titel eingeben
    Das München der 80er – vermutlich der einzige Ort der Welt, der strunziger und hohler ist, als das München von heute.

  14. Tanzende Derwische, und die Wiederentdeckung der Zugbrücke
    Menschen haben ihre Bedürfnisse. Kann man vom privilegierten, Zugbrücken-gesicherten Inseldasein hoffen, daß es allgemeines Gesetz werde? Natürlich nicht. Es geht nur um die Frage, wer die Macht bekommt, seine Bedürfnisse auf Kosten der Bedürfnisse anderer durchzusetzten – d.h. der Bedürfnisse Ungefragter, Unbedachter oder sogar noch zu Gebärender.

    Wenige Schritte vom Parkcafé, hinunter in die aufgehübschten, privatisierten Stachus-Katakomben, war heute ein pittoreskes Bild zu bewundern: Es wummerte der Baß, mitten in der eiligen Verkehrsdrehscheibe priesen Münchner Tanzschulen ihre zivilisatorischen Dienste im Buhlen um das andere Geschlecht an, und luden ein, zu klassischen Standardtänzen das Bein zu schwingen.

    Und wer tanzte also dort, ungelenk, mitten im hektischen Gewühl? Kichernd errötende, spätjugendliche Damen, die Backe an Backe mit mittelasiatischen Flüchtlingen über das improvisierte Parkett schwooften. Verglichen mit Köln vielleicht ein Fortschritt, der Hoffnung macht? Welche Bedürfnisse auf beiden Seiten führen wohl dazu, daß sich diese Paare finden, und nachher ohne Aufhebens wieder verabschieden und hinunter in einen U-Bahn- oder S-Bahn-Schacht verlieren?

    • Eine etwas verzögerte Erkenntnis
      Wo genau es gewesen wäre, erinnere ich nicht. Muss aber schon im letzten Jahr gewesen sein, im deutschen Herbst, als allüberall – wenigstens hier im schönen NRW – sich frühlingshafte Bande anspinnten zwischen Neuankömmlingen und Gesetzten Damen.
      Habe davon auch berichtet, womöglich a.a.O.?

      Neuerblüht-strahlende Mittfünfziger (w) mit um eine Generation jüngeren dunkeltypigen und ganz charakteristisch kein Wort Deutsch sprechenden Begleitern. Ganz charakteristisch an den Kassen von Geschäften, wo im Normalfall der (m)-Teil Geld oder Karte aus der Tasche zieht; während es hier jeweils beamende Damen waren, die zwecks einer Bezahlung um die Kassen herum tänzelten.
      Nach der Jahreswende ist die Zahl dieser Anbahnungen wenigstens in unserer Gegend wieder stark abgesackt.
      Hatte mich (ohne Ironie!) für jeweils beide Parteien gefreut. Es scheint aber, dass ein allgemeines Unschuldsgefühl, das für solche menschlichen Begegnungen auch notwendig ist, seit Anfang 2016 verdampft ist.

      Möglicherweise hätten Sie also Recht mit Ihrer Beobachtung oder Vermutung, dass man sich nachher schon im jeweiligen Schacht verabschiedet, und vielleicht nicht nur offiziell, sondern sogar de facto.

    • Das geht so lange gut, bis sich die kulturellen Unterschiede im Alltagskleinklein
      als unüberwindlich zeigen. Oder glaubt man, dass sich ein seiner überlegenen Männlichkeit bewusster, patriarchal geprägter Mensch vorschreiben lassen wird, wie er nicht nur das Badezimmer zu besuchen oder dann auch wieder zu verlassen hat?
      Auf der Rheinpromenade erblicke ich das künftig sich tränenreich zeigende Elend gerade auch jüngerer jetzt noch ahnungslos Verbandelter.
      Die Jungs hingegen nutzen die Chance, die sich bietet.
      Und wenn Abstand gesucht werden wird, wird von Zugereisten auch der Nazi-Ausdruck gegen die gut Ausgesuchte oftmals Verwendung finden – was sicher auf Dauer zu einer neuen besseren Art des Ins-Leben-Blickens der zum Teil doch narzisstisch Angehauchten führen kann.

      Schmerzensreich wird es allemal, und Warteräume füllend bei eh ausgebuchten Therapeuten auch.
      So ist das Leben – das aus dem „Paradies“ purzeln geht rasch, das Scherben aufräumen dauert länger, führt jedoch, wenn erfolgreich ausgeführt, zu einer besseren Rundumsicht und festeren Standpunkten, auch bei Teddybärenwerfern.

    • Muselmanikker und Milf - da war doch schon mal was...
      https://www.youtube.com/results?search_query=%22angst+essen+seele+auf%22

    • MILF?
      Bei aller Verehrung für Brigitte Mira: Als MILF ginge sie bei mir doch eher nicht durch. Hmm.

    • Lieber Uwe Dippel, wenn das meiste, was bei Wiki dazu so steht,
      stimmt, dann war sie zwar wahrscheinlich keine „Mrs. Robinson“, aber eben auch kein Bäumchenrührmichnichtan. Der Begriff Milf war 1974 wohl noch nicht so geläufig und Sie müssen sie auch nicht als solche sehen, aber: ‚S passt scho…

    • ...hmm...
      …vielleicht paart sich manchmal Testosteronüberschuss (vulgo: Notsexualität) mit prä-menopausaler Torschlußpanik zu einer punktuellen win-win-Situation …?
      Habe solch ein Pärchen neulich auch schon im Kleinstadtcafe gesichtet… eigentlich eine menage-a-trois, denn sein Handy schien ihm ebenso wichtig zu sein…

  15. THE MEDIA IS THE MESSAGE
    @“der andere gast“ und DON:

    der krieg um die erbschaftsteuer und die grundsicherung ist in vollem gange, niemand hat das mehr durchschaut als der stets gutgekleidete BDI-präsident.

    gab er doch früher die stellungnahmen gerne in der BILD ab, die ihn voll lobte und fast verklärt darstelle. so erkaltete diese beziehung wohl, ich nehme nicht an deshalb, weil ich den präsidenten vor 2 jahren ob dieser tatsache etwas ironisch bei einem treffen mit einer entsprechenden floskel begrüssen konnte, im unterton wie immer stets bemüht einen förderlich guten ratschlag darin versteckt zu haben.

    beim medium BILD waren es immer nette botschaften für die breite öffentlichkeit, das stets nette freundliche gesicht des kapitalisums, das pendant zu Katarina Witt, wurde gut vorbereitet auf die bühne der massen gehoben.

    der schwenk in die entsagungs- und verzichtpolitik, da reicht es, wenn das FAZ-püblikum die botschaft liest. BILD reagiert verstört !

    deshalb nun diese woche überraschend ein interview in der FAZ, das eigentlich nur in der BILD grosse wellen schlägt und ihn als „FUZZI“ darstellen soll, der futterneid ist gross und eine kampagne der bedürftigen rentner wird inzenziert, auch die gruppe der nicht gerade üppig ausgestatteten 1000euro rentner eignet sich zur auflagenfördernden instrumentalisierung.

    denn der gut ausgestattete erbe, hineingeboren in die klasse der akkumulierenden kapitalisten, sieht was kommen kann, BGE oder helikopterrente oder wie immer die bezeichnung auch sein mag.

    die offene frage ist noch, wer die finanziert, sicher nicht die im FAZ-interview auch angesprochenen immer freundlichen und korrekten mitglieder des CLANs, bei denen, so der präsident, immer alles mit gesetz und recht geregelt wird. und bei denen, so der tenor im interview, jeder zahlung wohl auch eine leistung entgegensteht. ja, geleistet hat mann sich da einiges !

    also wer dann muss sich in die taschen greifen lassen ?
    polyamore liebhaberinnen von leeren pizzakartons stemmen das sicher auch nicht und die steuernachzahlungen von vip-feminstinnen scheiden ebenso aus. DON geht über die grenze. müller-milch, hipp und kühne sind schon lange nicht mehr erbschaftssteuerpflichtig, die engelhorns erst recht nicht vermute ich, rothermunds sollen am gleichen ort registriert sein und in der nähe sollen auch die familienmitglieder eines maschinenbauinhaberclans ihr exil gewählt haben. alles nur kleine beispiele, die aber schnell mal recherchierbar sind.

    so wird die technisch-wirtschaftliche intelligenz aus dem militärisch-industriellen komplex weiterhin grössere reale kaufkraftgewinne vermissen, den industrieerben weiter via akkumulationseffekt zuarbeiten und den rest dann bei schäuble und der rentenkasse abliefern.

    • als ob ...
      … nicht in absehbarer Zeit Bestrebungen zu sehen sein werden, Erbschaftsteuerfragen EU-weit (wobei die Schweiz sicher nonchalant dazu gezählt würde) zu regeln.

      Eins nach dem anderen.

      Die Gier des Staates wird sich neidbefüttert und alimentierengetrieben schon noch breiter machen.

    • @ Thomas
      EU-weite Klärung (= Angleichung) der Erbschafts- und Steuerfragen?

      Dauert. Ziemlich.

      Wie alles in der EU. Mit der Bananen- und Gurkenangleichung waren sie schnell, o.k., das juckte aber nicht wirklich wen, daher ging das auch schnell durch. Steuerkram und Erbschaftskram und Konzernsteuern, das juckt schon. Den, der was zu verlieren hat.

      Bis dahin ist sie zwar möglicherweise schon auseinander gebrochen.
      Aber man kann doch noch ein bisschen nachhelfen, sicher ist sicher.

      Es kann sein -Achtung paranoid-Style -, dass sich gewisse Kreise bemühen, das Auseinanderbrechen auch aus diesem – leider verständlichen – Grund zu fördern oder herbeizuführen, dass man sich eben nicht steuer- und erbschafts-egalisieren lassen will.

      Gewisse Kräfte (und die EU selbst ausversehen aus Dummheit) arbeiten dran, dass sie ihrem Ende entgegen geht.

      Diese neokon-Ex-Afd mit Henkell, Lucke ebenso wie die neolib-stahl-sturmharte AfD mit ihrer lederzähen Petry (Ex-Firmeninhaberin, Anteile verkauft) und allen Weiteren (meist ahnungslosen Mitläufern, die nachkrakeelen).

      Vielleicht auch aus diesem Grund, – weiß man’s? – dass man weiter ruhig steuer- und erbschaft-schlüpfen kann – nach Zug oder wohin auch immer. Geht in einer auseinandergebrochenen nicht-mehr-EU am allerbesten.

      Wenn man also wissen will, warum gewisse Kräfte sich an was (hier: an einer starken EU) entschieden abarbeiten und man kommt nicht drauf, da gibt es den einfachen Tip: Follow the money!
      = Schau wer Geld verlieren wird, der hat ein Motiv; schau, wer Geld retten kann oder gar hinzugewinnt, der hat auch ein Motiv.

      Nicht alle öffentlich vorgegebenen ‚edlen‘ Motive für Brechzit, Grächzit et alii sind wahre, echte Motive.

      Bei Geldmotiven aus Ego-Gründen hingegen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Geldmotive bei den Betreibern mit einer hohen Wahrscheinlichkeit stimmen. Der Mensch ist halt so. Konzerne und Reiche erst recht.

      Auch private Erben von großen Immobilíenvermögen haben ein Motiv, klar.
      Alles, was mehr wert ist als 500.000 kostet Erbschaftssteuer. Freibeträge bei Gatten bis 500.000,00 und bei erbendem Kind bis 400.000,00. Die Regierung hat diese Freibeträge sogar, liebreizend und milde wie sie nun mal ist gegenüber Habenden, erhöht.
      https://www.immoverkauf24.de/immobilienverkauf/haus-erben/erbschaftssteuer/

      Früher musste man schon ab einem Wert von 307.000 € Erbschaftsteuer abdrücken. Wer eine richtig große Schaluppe erbt mit mehr als 50 Wohnungen, zahlt definitiv Erbschaftsteuer. Außer er bekommt es zu Lebzeiten Stück für Stück geschenkt, dann fällt jedoch Schenkungssteuer an.

      Ich wüsste auch nicht, wie ich mir das als Privatmann aus den Rippen schwitzen sollte, wenn ich Immobilen im Wert von über 25 Millionen erben sollte. Da ist eine Erbschaftsteuer von 30% zu entrichten. Wer nichts auf den Rippen hat, muss verkaufen.

      Uiui, wie groß muss die Angst sein, dass die Regierung auf die Idee kommt, das Erbschaftsding auch noch anzuheben.

      Aber, gemach! Bis jetzt hat die Regierung was ganz anders gemacht: die Freibeträge angehoben. Ganz anders rum. Ein Geschenk quasi statt eine Entrechtung. Diese Hysteriker immer.

  16. Unbeschwerte Zeiten...
    im Münchner Nachtleben…
    Wer kommt wo rein? Am Türsteher vorbei… Park-Café, laue Sommerabende im Nacht Café, P 1,
    Party-Leben , Pop-Literatur, Marken Kult,
    auch Journalisten ging es damals mehr darum, ob sie einen Stammplatz im Schumanns bekommen und zur Boy Group gehören.
    Dann irgendwann der große Wechsel weg von der prantlhausener Zeitung zur FAZ und FAS.
    Manche sind dort geblieben, andere weitergezogen. Einer tot. Unvergessener M.A.
    Politik war kein großes Thema…
    Rente? Unendlich weit weg.
    Das Leben ein Spiel.
    War das die Pest?

    • Für die, die nicht reinkamen, durchaus.

      Tot sind so einige. andere haben ziemlich einen anner Wadfel. Und einer verkauft seine Drogengeschichte als Bestseller.

      Man sollte mal eine Parkcafe-Revibal-Nacht machen.

    • throw the best damned party the world had ever seen and to make it last forever.
      Jungs, size matters.

      Euer München war in den 80er Jahren ein Bauernhof mit Ghettoblaster.
      Nicht mehr und nicht weniger.

      Big City Live gab es damals nur in der einzigen Großstadt Deutschlands, dem sog. D-Dorf. Denn D-Dorf war das Herz zwischen 5 Mio. Ruhrpotlern und 1-Mio Kölnern.

      Mit einem Einzugsgebiet von ca. 10 Mio. Menschen war es kein Wunder, dass alle Top Modells Deutschland (Claudia Schiffer, Heid Klum) hier in den späten 80 Jahren in den Clubs rumhüpften.

      Von Donnerstag bis Sonntag konnte man zwischen drei Baghies, dem Checkers, dem SAMs, zwei alten Wartesälen, der Königsberg und weiteren 200 Clubs wählen. Alles innerhalb von 50 KM.
      Und wenn einen das langweilte, dann konnte man rüber nach Holland, auch Amsterdam war in Reichweite.

      Das war Party. Nicht Eure „P1“ Fussballer Kneipe.

      Musste mal gesagt werden. :-)

    • Ich unterstütze jedes schlechte Wort über das P1, allerdings war dort immer die Frage, wie man Millionen draussen hält und nicht hinein lässt.

  17. Durchaus einfühlsam
    Köstlich:
    “ und ausserdem ist Exzess heute auch nicht mehr elitär, sondern Berghain-RTLII“
    Und sich als Pest zu bezeichnen, hat was.
    Oben auf dem zweiten Bild scheint Monostatos einem Wunschnachfolger von Mozart zu erklären, wie’s geht. Apropos Monostatos: Auch er wollte schon fummeln. Das scheint schon etwas älter zu sein.
    Einfühlsames Stück, vielen Dank.

  18. Deutschland ist ein reiches Land
    Zumindest was die Steuereinnahmen angeht.
    mit einer effizienten Steuerverwaltung, die noch
    die letzte Nadel im Heuhaufen findet.

    Wenn es überall in der Verwaltung sogut laufen
    wurde, wären wir wohl tatsächlich ein reiches Land
    mit wohlhabenden Bürgern.

  19. von guten Mächten...
    Bei aller Lust an Morbidem und Nostalgischem – die guten alten Zeiten, denen hier und heute einige nachtrauern, sind längst und endgültig passé. Wer davon schwärmt, hat gern mal nicht genug davon gehabt und viel zu wenig gelebt. Schon immer gab es die Grillen und die Ameisen, und während die braven Bürger schlafen gingen in der Zipfelmütze, zogen die anderen los, um frühmorgens nach der Schmalznudel den Tag zu begrüßen. Habe schon zu viele Gesichter gesehen, die behaupteten, damals auch „IN“ gewesen zu sein, und doch hat man sie damals „DA“ nie gesehen. Der Kenner schweigt eh und geniesst. Tempi passati, um im Duktus des Blog-Warts (sehr positiv gemeint!) zu bleiben. Denn über das, was damals wirklich so alles passierte, haben die Beteiligten schon längst den missonidurchwirkten Mantel des Schweigens geworfen, der alles wie weiland bei Siegfried unsichtbar macht für die Claqueure in der Plebs. Und hinaufgestiegen sind sie alle nicht in den Himmel, sondern in die Positionen, die die Familien und Kreise schon immer beschickt haben, haben sich etabliert und ihre Vorvorderen abgelöst. Und da ist immer noch genug Entschlossenheit und Härte, denn dahoam ist zwar dahoam, aber alles Kritische ist im anonymen Nebel der Globalisierung längst vor dem in- wie ausländischen Mob in Sicherheit gebracht. Dafür darf die versammelte Hofnarrenschaft in der Hauptstadt und den sonstigen Metropolen ihre Gaukelei aufführen, die Herolde der Neuzeit dürfen aus den wenigen noch fliegenden Mücken Elefanten basteln, und die Schafe, die die Löwen in der Politik ablösten, lässt man als Hammelherde laufen, nur hier und da von einem vorüberziehenden Wolf aufgescheucht. Und wird der eine oder die andere wirklich mal unbequem, holt man das Dossier und lässt den Dingen seinen Lauf.
    Für die, für die sich nie was geändert hat, wird sich auch jetzt nicht wirklich etwas ändern. Die Masse wird in Angst und Furcht gehalten, sei das die Flüchtlingsfrage oder die Rente oder die Geldvernichtung der EZB – nichts weiter als ein traditionelles, probates Mittel der Herrschaftssicherung. Mir kommt die Rentendiskussion so vor wie das Gerede ums Öl. Wenn wir das Rad dreissig Jahre zurückdrehen, dann wüssten wir, dass damals das Ende des Ölzeitalters verkündet wurde. Die bürgerlichen Gesellschaften der westlichen Welt zitterten. Heute wissen wir es besser. In dreissig Jahren wird man sich daran erinnern, dass dereinst das Ende der Rente verkündet wurde. In der Zukunft werden wir es besser wissen.
    Darauf sollten wir trinken und dann der Sonne entgegenfahren….

    • Ich hätte Sie nicht damit belästigt, hätte ich nicht zu Prince und der Epoche etwas schreiben wollen. Morgen dann wieder Gegenwart.

  20. Grundsicherung mit Gertrude
    Lieber Don Alphonso,

    wie gerne ich Ihre Zeilen lese und noch dazu die schönen Bilder.
    Ich denke ja immer wieder, wenn sie vom Park-Café schreiben, daß wir uns dort schon einmal begegnet sind.
    Doch zu Ihren heutigen Gedanken:

    Nach dem ersten Lesen ist mir zunächst der Film: „Chi lavora è perduto“ von Tinto Brass in den Sinn gekommen, vielleicht auch, weil ich noch einen Augenblick bei meinen Gedanken an den netten Herrn vom Park-Café war.

    Die Menschen sollten sich doch nicht so sehr sorgen über ihre Rente, in ihrer Agonie des Realen. Es gibt doch schon viel Unangenehmes auf dieser Welt und schließlich trägt ja jeder für sich selbst die Verantwortung. Wem sollte man auch sonst vertrauen können in diesen Tagen außer sich selbst?

    Und wem der Film von Tinto Brass nicht zu neuen Lebensanschauungen weiterhilft möge sich bei seinen sorgenvollen Gedanken an das Alter mit einem alten Witz des 77 jährigen Komikers Bob Cane trösten:

    Ein älteres Ehepaar lebt seit vielen Jahren im Pflegeheim. Kommt der Ehemann ins Zimmer und sagt zu seiner Frau Rose: „Hör mal, Rose, ich möchte mich scheiden lassen, ich habe eine Freundin. Ich will Gertrude von nebenan heiraten.“. „Du Narr“, antwortet Rose. „Gertrude ist mit ihren 80 Jahren älter als ich und übrigens: habe ich nicht alles für dich getan? Dir Lunch-Pakete gemacht, dich gebadet, dir Geschichten vorgelesen? Sogar dein Glied hab ich dir gehalten, wenn du danach verlangt hast!“
    Darauf antwortet der Ehemann: „Gertrude hält mir mein Glied auch, aber sie hat Parkinson“. Nachtrag: Bob Cane leidet selbst an fortgeschrittenem Parkinson).

    Mit herzlichem Gruß
    ObjectBe (objectbe.blogspot.com)

  21. Die Insel der Glückseligen
    Tja, die Insel der Seligen, der oberen xy%. Diejenigen, die aus dem Raster fallen und die Insel verlassen, aus welchem Grund auch immer, interessieren nicht. Wenn man dann aber wieder auftaucht, wird man wieder mit offenen Armen aufgenommen. Nachdem man einmal „dazu gehörte“, bleibt es so. Insofern kann man nicht behaupten, dass die wenigen „Auserwählten“ sich nicht treu blieben, doch sie vermeiden Loser wie eine ansteckende Krankheit, außer höchstens bei wirklich engen Freunden und der Familie.

    Hier mein Input zu einzelnen Auszügen aus dem auch diesmal bemerkenswerten Text:

    „Es war ohnehin klar, dass er kommen würde, denn jeder ist damals gekom-men, einen besseren Platz gab es nicht, also kam auch er.“

    Nach unseren Asien-Aufenthalten habe ich Ende der 80er das erste Mal München besucht, zum 40. Geburtstag eines Medienmanagers, mit dem mein Mann, der Spielzeug produzierte, geschäftlich zu tun hatte. Das Geburtstagskind lebte irgendwo in NRW, er feierte in einem Privatraum des angesagten Münchner Feinkostgeschäfts. Nachher wurde an der Hotelbar bis in die Puppen gefeiert, u.a. auch mit den
    B-Promis aus seinem Dunstkreis. Durch den heutigen Text wurde ich an diesen Abend erinnert. Am nächsten Abend, in einem Edel-Restaurant unseres Hotels fiel mir auf, wie sich der Münchner Stil vom „Nordpol“ unterschied: lebhafte Diskussionen, die weiblichen Gäste sehr elegant, genauso, wie ich das aus Asien kannte und es auch selbst gern hatte, anders als damals im spröden, zurückhaltenden Norden.

    „Es scheint mir auch, als gäbe es nach der Neujahrsnacht von Köln nur noch wenige Stimmen, die behaupten, wir hätten mit der Migration vorwiegend jun-ger Männer unser demographisches Problem und die Frage der Rentensiche-rung gelöst, […]“

    Was auch der 1€-Jobs-Plan für „begehrte Fachleute“ eindrucksvoll bestätigt. Niemand kann mir erzählen, dass der Plan jetzt plötzlich aus dem Hut gezaubert wurde, sondern vorher schon lange auf der Wirtschafts-Agenda stand.

    Dabei ist es durchaus legitim, die Frage zu stellen, welche Interessen dahinter stecken, auch angesichts des drohenden TTIP. Es ist *keine* VT zumindest zu die Frage zu stellen, wer eigentlich die horrenden Forderungen der Schlepper übernimmt, ausgerechnet für bitterarme Nordafrikaner. Sollten sie evtl. in den hier anzusiedelnden US Anlagen schuften? Billiger als illegale Mexikaner daheim. (Als ob sich darüber zu rätseln jetzt zwangsläufig bedeuten würde, dass man dann die politische Verantwortung nicht mehr bei der eigenen Regierung sähe. Wie absurd!)

    „Gerecht ist das natürlich nicht. Mag sein, dass wir nach solchen durchtanzten Sommernächten die Vorlesungen ignorierten oder gar irgendwann das Studien-fach wechselten.“

    Das erinnert mich an meine eigene Studienzeit. Nachdem ich von meinem Vater streng wie ein katholisches Mädchen erzogen wurde, habe ich während meines Studiums endlich angefangen zu leben, habe Party gemacht und zum Entsetzen meiner Familie wechselnde Freunde zu Besuch nach Hause mitgebracht. Meine smarten Boyfriends frequentierten die besten Restaurants und die exklusivsten Bars und Klubs in Helsinki, und ich bin dauernd ausgegangen. Zwei meiner strebsamen Kommilitoninnen versorgten mich mit Kopien ihrer Notizen von den frühmorgendlichen Vorlesungen, denen ich es immer seltener beizuwohnen schaffte. Als ich aus der Bibliothek meiner Hochschule Bücher holte, realisierte ich: Da hocken die Streber tagtäglich über das ganze Semester lang und büffeln fleißig. Das war kein Leben für mich. Ich schaffte die Prüfungen auch so, mit eins zwei Wochen voller Disziplin und viel Koffein. Das machte mich mit der Zeit übermütig, und das erste und einzige Mal fiel ich bei der Schlussprüfung von Wirtschaftsjura durch, ein Fach, das ich eh über alle Maßen hasste. Die Prüfungszeit war im Frühling, es war warm, und ich saß lieber mit meinem aktuellen Freund auf den Klippen am Finnischen Meerbusen an der Ostsee, mit einer Flasche Rotwein und genoss die Sonne.
    Meine freundlichen Helferinnen verrieten mir einige Jahre danach, dass sie es nie für möglich hielten, dass ich das Studium so schaffen würde… Um für meine große Schlussprüfung in VWL zu lernen, war ich allerdings zur Sicherheit zu meinen Eltern gezogen, sonst hätte ich die wohl nie bestanden…

    ***
    Bzgl. Krise: Auf jeden Fall meine ich, dass die Lasten gerecht verteilt werden sollten. Niemand der Betroffenen am unteren Ende der sozialen Skala hat eine Einladung ausgesprochen, welche jedoch wahrscheinlich mit der Wirtschaft abgesprochen und von denen abgesegnet war und so den oberen xy% nutzen wird.

    @ Don Alphonso: Falls Sie sich noch in Italien verweilen, wünsche ich Ihnen noch wunderschöne genüssliche Tage!

    • Danke, ich fahre gleich wieder hin.

      Zu den 1-Euro-Jobs mache ich was – in meiner Heimat gibt es da seit Sommer ein Modellprojekt.

    • Sollten sie evtl. in den hier anzusiedelnden US Anlagen schuften, Tamarisque?
      Also für mich ist das Verschwörungstheorie pur, und da man bei Alphonso alles sagen darf, dann das vielleicht auch. Und noch einer Ihrer Sätze hat es mir angetan: „Zwei meiner strebsamen Kommilitoninnen versorgten mich mit Kopien ihrer Notizen von den frühmorgendlichen Vorlesungen, denen ich es immer seltener beizuwohnen schaffte.“

    • Tamarisque, 1Euro-Jobs sind m.E. bloß ein Konjunkturprogramm
      allerdings nicht für die 1Euro-Jobber. Ich halte das für totalen Beschiss, am Arbeiter und Steuerzahler, denn der Arbeitgeber bekommt von der Arge sicher den Mindestlohn. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass von den Neubürgern einer dauerhaft den Blödsinn, den unsere Hartzer zwangsweise mitmachen müssen, durchhält. Geld gibt’s auch so, würde es etwas weniger, wäre es immer noch mehr, als man daheim hätte. Alles Augenwischerei.


      Nach den heutigen Berichten von Merkel im Flüchtlingslager mit den in Tracht gehüllten Frauen überkam mich wieder der blanke Zorn. Ausgesperrte Flüchtlinge und ausgewählte türkische Journalisten für schöne Bilder.
      Wie gut, dass der Don mit dem Rückblick auf die 80er/90er Jahre und Prince, dessen Purple Rain ich in Dauerschleife im Kopf habe, Erinnerungen wachrief, die die Gegenwart ein wenig vergessen lassen.

    • Titel eingeben
      @ Renate Simon:

      „Nach den heutigen Berichten von Merkel im Flüchtlingslager mit den in Tracht gehüllten Frauen überkam mich wieder der blanke Zorn.“

      Aber immerhin gab es jetzt keine Selfies mit prospektiven Neubürgern mehr.

      Man muss ja auch für kleine Fortschritte dankbar sein.

    • Ein Euro Jobs
      sind nie ein Konjunkturprogramm. Es sei denn, es handelt sich
      um langfristig Arbeitlose , die tatsächlich einen Facharbeiterhintergrund
      haben. Die wurden von den Kommunen gerne genommen.
      Selbst wenn die Agenturen jemand für die Beschäftigung ahnungsloser
      Migranten den Mindestlohn zahlen würden, ist es kein Geschäft.

      Ich erinnere mich, die Bauindustrie war der erste Arbeitgeberverband,
      der gesagt hat, dass er die Migranten auch nicht brauchen kann.

    • Bein uns ist das Strassenreinigung. nicht wirklich ein Beruf mit Willkommenscharakter.

    • Eine Armada von Rechtsanwälten und Sozialberatern, unter anderem solche, die
      zum Wegwurf von Pässen raten, unterstützt die, die sich nicht selbst im Dschungel zurecht finden auf Dauer und mit Rat und Tat bis zur letzten Möglichkeit von Geldabschöpfung und Asyl.
      Und für alle, wie auch für die vor Gericht erschienene Schleierfrau und seit mindestens 5 Jahren von uns Alimentierte in München, gibt es so was wie Prozesskostenhilfe.
      Liebe Renate Simon, wenn wir alles wüssten, was da möglich ist…

    • VT
      @ Rosie-Ann Spring sagt:
      24. April 2016 um 02:44 Uhr
      Sollten sie evtl. in den hier anzusiedelnden US Anlagen schuften, Tamarisque?
      Also für mich ist das Verschwörungstheorie pur, und da man bei Alphonso alles sagen darf, dann das vielleicht auch. Und noch einer Ihrer Sätze hat es mir angetan: „Zwei meiner strebsamen Kommilitoninnen versorgten mich mit Kopien ihrer Notizen von den frühmorgendlichen Vorlesungen, denen ich es immer seltener beizuwohnen schaffte.“

      Sie unterstellen mir offenbar, dass ich den Plan gut fände, oder was soll Ihre Überschrift. Das ist Unsinn. Aber vielleicht informieren Sie sich, in welchen unerträglichen Verhältnissen illegale Arbeiter aus Rumänien zu 3-4€ in den Schlachthöfen und auf den Baustellen der Nation schuften bzw. die illegalen Mexikaner in den gigantischen US Fleischfabriken. Über die deutschen Misstände können Sie sich in diversen ÖR Reportagen informieren, über die amerikanischen in US-Doku „Food Inc.“

      Vieles, was man sich vorher in den kühnsten Alpträumen vorstellen konnte, ist bewahrheitet worden, Beispiele: die Finanzkrise 2007 bzw. das Platzen der gigantischen Spekulationsblase, die Massenbespitzelung der Bürger, Null-Zinsen-Geldpolitik.

      Aber vielleicht äußern Sie nächstes Mal deutlich, was Sie an meinen einzelnen Sätzen stört, damit ich antworten kann. Ich machte mein Abi mit 18, was ich als junges Mädchen mal tat, war nicht verboten und ist auch nicht sooo interessant heute gell. Soll ich mich dafür jetzt rechtfertigen, wie lächerlich. Oder glauben Sie, dass Menschen immer so bleiben wie mit 20 Jahren? Das wäre ja traurig.

    • 1€ Jobs etc.
      @ Renate Simon sagt:
      24. April 2016 um 03:59 Uhr

      Zu 1€-Jobs: Zustimmung, Zwangsbeschäftigung als Konjunkturprogramm. Ja, mit den Sanktionen gibt’s noch Ärger.
      Merkel hat das Vorzeigelager besucht, hieß es auf CNN. So etwas macht mich auch zornig.

      ****

      Auf CNN gab es am Donnerstag eine Dauersendung zu Gedenken von Prince. Es war öfters die Rede davon, wie genial er einen Superbowl-Auftritt trotz massiven Regenfalls meisterte, wie er unbeeindruckt und souverän die Show durchzog und dabei Purple Rain spielte. Dazu gibt es ein schönes Video, das ich gestern fand. Ich wusste bisher noch gar nicht, dass man sogar auf dem Kopf Gänsehaut bekommen kann… Das Video ist kommentiert, aber das hat mich nicht gestört.
      https://www.youtube.com/watch?v=7NN3gsSf-Ys

    • @ 1Euro und anderes
      Zu diesen unsäglichen „Jobs“ sah ich, 2-3 Jahre ist es sicher her, im TV einen Bericht, der besagte, dass diejenigen Firmen, die diese Ausbeutung mitmachen, glänzend vom Staat finanziert werden. Nachschub an Arbeitskräften ist ja genügend da, geht der eine, kommen zwei nach. Dumm nur für die, die den Bettel hinschmeißen, dass ihnen die Gelder gekürzt werden.

      Was mit der sogenannten Flüchtlingskrise an Geschäften möglich ist, kann man gar nicht mehr aufzählen, da sind Anwälte nur ein Rädchen in dem Riesengetriebe. Flüchtlingsindustrie kann man heute sagen, Zelte, Container, die Einrichtung, die alle Tage erneuert werden muss, es nimmt kein Ende, Handwerker, Sanitär, man kriegt das längst nicht mehr alles zusammen und deklarieren tut’s eh keiner.
      Berlins französische Kloschüsseln, Hamburgs 7,6 Mio-Container, es sind immer nur Bruchstücke, die wir erfahren, die allesamt, da so dringend benötigt und zwanghaft von den Lieferanten verknappt und verteuert, ohne Ausschreibung angeschafft werden.

      Was an Sozialleistungen unterdessen durch die Lande fließt, können wir nicht mal ansatzweise erahnen. Ich fürchte nur, je mehr uns die Politik zur Rente oder an sonstigem Unfug verspricht, umso schlimmer ist es.


      @Don, „Bein uns ist das Strassenreinigung. nicht wirklich ein Beruf mit Willkommenscharakter.“
      Das liegt daran, dass Jobs in Straßenreinigung und Müllabfuhr längst in fester Hand sind und verteidigt, möglichst innerhalb der Familie weitergegeben werden, da ziemlich krisensicher.

      @Cornichon
      Da nur eine kleine Auswahl türkischer Journalisten für ausgewählte Bilder sorgte, wurden wir von Selfies verschont. Aber auch die gezeigten Bilder trieben einem die Zornesröte ins Gesicht.

      Schadenfreude ereilte mich bei der Nachricht, dass Merkels Flieger Warteschleifen absolvieren musste, da eine very importand person zur Landung erwartet wurde und das war nicht Merkel, sondern Davutoglu.

      @Tamarisque, danke für den Link, das ist Gänsehaut pur und ja, auch auf dem Kopf.


      Und die FPÖ stellt den neuen BuPrä bei den Nachbarn… Das wird eine feine Hatz auf die AfD geben, schließlich ist die an allem Schuld und überhaupt. Ist nicht meine Partei, aber die dadurch ausgelösten Reflexe bei den anderen Parteien sind zum Brüllen komisch, hilflos und nicht „zielführend“. Aber bis die ihre Fehler einsehen, dauert wohl noch.

    • Konjunkturschub German Angst
      @Renate Simon
      Lustig auch (wenn es nicht so traurig wäre), der Boom bei aller Art Gadgets für Selbstverteidigung und Waffen. Pfefferspray, Tränengaspistolen und Shreckschusspistolen sind restlos ausverkauft bzw. haben lange Lieferzeiten. Immer mehr Menschen beantragen den kleinen Waffenschein. Neulich saß eine Vertreterin der deutschen Waffenlobby in einer Talkshow und verlangte Entschärfung der deutschen Waffengesetze.

      Tja, Obama treibt das TTIP voran, das unbedingt noch in seiner Restamtszeit über die Bühne gehen muss, weil die Stimmung für Freihandelsabkommen beim amerikanischen Volk inzwischen umgekippt ist, sodass die Präsidenschaftsvorwahlkandidaten gegen jedes neue Abkommen Wahlkampf machen.

      Das Motto des TTIP heißt doch „Harmonisierung“, eventuell nun auch der Waffengesetze. Es kann doch nicht sein, dass deutsche Gesetze den US Waffenherstellern das Geschäft vermiesen. Geht gar nicht, würde Mutti sagen. Da bleibt nachher nur der Gang vors Schiedsgericht.

    • @Tamarisque - Pfefferspray und TTIP
      Den Spray habe ich schon mindestens ein halbes Jahr hier liegen, Amazon konnte da noch flott liefern.

      TTIP, wer braucht das als Normalsterblicher eigentlich, ich wüsste für mich nun wirklich absolut nichts, was mir daran das Leben erleichtern könnte. Aber das ist wohl auch nicht Sinn des Abkommens, das niemand so richtig kennt, was Merkel ja völlig in Ordnung findet.
      Außer „niedrigere Standards zugunsten der Wirtschaft und zulasten der Allgemeinheit“ ist da doch nichts für uns drin.

      Freie Waffen für jedermann kann man, muss man aber nicht fordern. Viele Neubürger wissen zwar oft genug viel besser als unsereins, wie man an was auch immer rankommt, nicht umsonst will die Mafia nun gegen die Zuwanderer, die die Geschäfte stören, vorgehen. Hat man Waffen, werden sie wohl auch genutzt. Bei unseren Gesetzen, die Notwehr oft genug zulasten des sich Wehrenden auslegen, wäre das keine gute Entwicklung.

      Wenn man dann liest, wie Mexico unter NAFTA leidet, fragt man sich noch mehr, was das alles soll. Nicht mal mehr die Präsidentschaftskandidaten wollen das Handelsabkommen, was also bezweckt Merkel damit und mit allem anderen, was sie dank der Richtlinienkompetenz zaristisch durchdrückt?

    • Total-itärer Beschiss
      @ Renate Simon
      „..die 1Euro-Jobber. Ich halte das für totalitären Beschiss“
      Hübsch verpackt, medial mit hübschen Schleifen versehen und irgendwie mal wieder „Deutschland“

  22. Nachtcafe
    Ich erinnere mich dunkel. Es muss 1991 gewesen sein. Weil der O. die B. kannte, die aus Regensburg stammte. Mit den 4 Mädels haben sie uns zusammen reingelassen. Der A. hat dann allen ungefragt mitgeteilt, dass wir vom Dorf aus Ostfalen (die Perle des Nordharzes) sind. Man war beeindruckt. Und der O. hatte ja damals die Rolex vom Vater zum Abitur bekommen. Als Sohn des Dorfpotentaten hatte man eben was zu bieten. Dank dieses netten Artikels weiß ich nun auch, dass ich alles richtig gemacht habe. Erst das Maschinenbau- und dann das Politikstudium. Macht Comme des Garçons nicht inzwischen billige Kollektionen für H&M? Sagt mein Sohn.

    • Ich habe das nicht mehr verfolgt, aber die alten Stücke habe ich aus Sentimentalität noch.

  23. Guten Morgen
    https://youtu.be/eFTLKWw542g

    Er fieberte am Rundfunk den französischen Streitkräften beim Fall von Dien Bien Phu nach, sagte mein alter Direktor, Mathematik und Geschichtslehrer, nebenbei Deutsch und Musik in Vertretung, damals im Unterricht.

    Ich durfte das Versagen Unsere Aussenpolitik einem Jahrzehnt selbst erleben.
    Wie unsere Kameraden zurückgelassen wurden, so Sie sich Ihren Flug ins grenzenlose Loch nicht selbst leisten konnten.

    Mein Direktor kannte weder Billy Joel noch die Popmusik der achtziger und neunziger.
    Er kannte am Seil gehängte Ratten um die Ostpreussischen Mägde zu erschrecken. Schallplatten mit Haydn-musik (entschuldigung – ich mache mir nichts aus Haydn und diesen Symphonieordnern) die er sich von seinem erspartem kaufte.
    Er kannte die Schlachtordnung Friedrich des Zwoten in der Schlacht von Prusselise –
    und er kannte seinen Bruder, der (warum auch immer) in Indochina blieb.

    Wir kennen das Internet.

  24. rattamahatta
    haben wir damals getanzt. lange bevor wir 18 wurden. mit aldibier an unseren flüssen und seen. und knicklichtern und marihuana.

    jenseits von eurer politik und euch medienhuren.

    so what. shice auf euch schauspieler.
    ihr angeblichen erben fresst euch doch eh nur durch unseren bauingeniösen speck. und abkrümmen ist für euch alle doch ein fremdwort.
    Wir spuckten auf Euch. Wie die Russen, damals. (:

  25. Bei wirklich wichtigen Problemen ist man immer auf sich allein gestellt
    Dagegen helfen auch keine schöngeistigen Beiträge und Kommentare. Wie das gehen soll wird weder Don A. verraten, so er es wissen sollte, noch sonst jemand.

    • Mozart bei Weißbier am Lago di Garda
      Doch. Sie helfen. Sie tragen nicht dazu bei, die Probleme zu lösen, aber sie lösen die Überspanntheit, die durch Sorgen entstehen kann, Sie machen entspannt. Ich bin überaus glücklich, dass es so was im Netz gibt. Kultur zusammen mit Leichtigkeit zusammen mit Tiefsinn und mit feinem Humor. Sie müssen das ja nicht lesen. Die Mehrzahl der Kommentatoren hier, mich eingeschlossen, schätzt diese Texte über alle Maßen. Sie erinnern an Mozart oder Haydn, die man nicht als so leicht abtun sollte, wie sie klingen.
      DA spart einem mindestens einen Yogalehrer. Er ist wie ein gutes Weißbier am Morgen und ein Lugana di Lugana am Abend.

    • Telemann. Telemann ist schon mehr als genug. Danke.

    • Titel eingeben
      Das kann auch keiner für Sie tun. Ein viel gewendeter reger Geist wie der Gastgeber regt unseren an. Unser Geist kann in der Not ein wenig weiter tragen.

      Ungefragt ein Rat von mir für Sie in einem wirklichen Problem: verharren Sie in einer Position der Dankbarkeit. Danken Sie für das Glück das Sie haben und hatten.
      Versuchen Sie von da aus mit etwas Hoffnung, etwas Liebe weiter zu kommen.
      Wie der Ami weiß: count your blessings

  26. "Migrationsfinanzierung" als fromme Selbst(?)täuschung
    Freut mich, daß Don Alphonso auf die Illusion der Rentenfinanzierung in „Qualitätszeitungen“ hinweist. Ich habe folgendes Posting zu einer derartigen Expertise in der Welt geschickt, und es wurde prompt entfernt:

    Warum verstehen „Ökonomen“ den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn nicht?
    Wenn man pyramidenspielartig durch Zuwanderung die Bevölkerungszahl und – in wesentlich geringerem Ausmaß – die Beitragsleistungen kurzfristig erhöht, wird das bereits mittelfristig zur (Selbst?)Täuschung.
    Denn auf Dauer läuft ein Sozialsystem nur, wenn die Beitragsdeckung der Versicherungsverläufe stimmt. Und hier ist es eine schon seit Beginn der Einwanderungswelle vor Jahrzehnten empirische Tatsache, daß die Beitragsdeckung bei Versicherungsverläufen von Drittstaatenmigranten signifikant GERINGER ist als bei Deutschen.
    Sie haben zerrissene Versicherungsverläufe, mehr Zeiten an Arbeitslosigkeit, siehe fast eine Million HartzIV-Bezieher aus Drittstaaten, geringere Frauenbeschäftigungsquote und geringere (als Beitragsgrundlage erfaßte) Einkommen. Vor allem sind die ZUSÄTZLICHE Versorgungslasten, die man mutwillig übernimmt.
    Das Ergebnis: Der versicherungsmathematisch beitragsgedeckte Teil ihrer Sozialleistungen ist gering, der Sozialzuschuß weit überproportional hoch. Die Gesamtdeckungsrate fällt.
    Auf den Punkt gebracht:
    Nicht Drittstaatenmigranten zahlen unsere Renten, sondern unsere Nachkommen werden die Altersversorgung der Migranten unter eigenen Entbehrungen finanzieren müssen.
    Wenn man nicht endlich andere Politiker und „Experten“ wählt.

    Hoffe, daß es hier erhalten bleibt

    • Hier dürfen Sie… die Welt hätte man auch noch erwähnen können, aber a) hatte sie auch andere Meinungen und b) muss man schon mal die Hauptverantwortlichen für die Rentenfacharbeiterlüge klar benennen – selbst wenn ich keine Hoffnung habe, dass sie bestraft werden. Das wollte man ja so.

    • @ WON
      Liebe/lieber Nachfrage(r), ein guter und richtiger Beitrag, den WON da entfernt hat. Das bestätigt meine eigenen Erfahrungen (unter anderem nickname) mit der Zensur, sorry „Moderations-Policy“ bei WON. MMn kommt es den „Moderatoren“ dort anscheined vor allem darauf an, fachlich korrekte und komplexe Beiträge – sachlich vorgebracht – zu unterdrücken. Ich habe Kommentarversuche dort völlig aufgegeben.

      Die Moderatoren dort sollte man einfach nicht ernst nehmen. Wie das ganze Blatt, dessen Printausgabe ja auch verkaufszahlenmässig sehr überzeugend da steht. Vielleicht tröstet Sie das ein wenig.

  27. Anderes Thema
    Guten Morgen,
    Grade gesehen bei Tichy, interessant?

    Der Facebook-Auftritt der Denunzianten gesperrt. Von Facebook. Heiko Maas twittert entsetzt: „Das Sperren von Seiten wie @FreitalPerlen schwächt den Kampf der Zivilgesellschaft gegen Hasskriminalität.“ Dabei hat er doch die Facebook-Zensur mit Marc Zuckerberg persönlich ausgehandelt. Kann er denn wirklich gar nichts richtig machen?

    Schönen Sonntag!

  28. RTL und FAZ
    Ich mag Ihren Blog. RTL hat die Geissens aber die FAZ hat Don Alphonso!

  29. l'art de vivre
    Mit seinen Berichten aus Italien beispielsweise geht die Sonne auf. Der Unterschied zwischen Italiens Lebenskunst und der geistigen protestantischen Enge Deutschlands kommt nicht besser zum Ausdruck, als wenn man sich erst mit den Kunstgeförderten der Medici beschäftigt oder auch den Venezianern und danach mit dem dürren Dürer. In Deutschland wird Lebenskunst sofort Hedonismus genannt, in lieblicheren Milieus andernorts dagegen l’art de vivre.

    Das säuerliche Moralisieren ist in keinem Land so ausgeprägt. Wie gut, dass es Ausnahmen gibt. DA ist eine. Und München wurde früher als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet und war immer weit weg von der Zerrissenheit Berlins zwischen Ost und West, die auch echte Verrückte erzeugt und einen größeren Drogenkonsum, ausgeprägter als im liberalen Amsterdam.
    Heute sind wir ja recht froh, dass der Brenner zwischen uns und Italien liegt und Österreich die Drecksarbeit übernimmt. Italien hat seine Nachteile. Nicht mal die Stadt Neapel kann man sauber halten. Aber die positiven Seiten prägen manchen gut und machen lockerer.

    Ebensogut kann man Verdi und Wagner vergleichen, beide 1813 geboren. Verdi Tragik pur, sehr nah am Menschen und an der Unausweichlichkeit der griechischen Tragödie bei herrlichster, hochheiterer oder tieftrauriger Musik, Wagner eine düstere Endlosschleife. Der Film 1900 zeigt die andere Seite auch, dennoch bleibt das Meisterwerk von Bertolucci, das mit dem durch die Landschaft eilenden Rufer („Giuseppe Verdi è morte“) beginnt, mit allen Fazetten sehr italienisch, auch mit der Ironie im Überleben und späteren Sterben auf den Bahngleisen. Es gibt keine deutschen Filme, die ich so oft angeschaut hätte wie 1900 und keinen Ennio Morricone, keine solche Filmmusik.
    Diese Länder müssen zwar disziplinierter werden, werden sich aber nie einem deutsch-influierten IWF-Diktat beugen. Zumindest hoffe ich das, denn die Wirtschaftspolitik übersieht, dass sie uns auch glücklich gemacht haben, den, der das wollte. Lässiger, heiterer, glücklicher, katholischer und großzügiger. Und breiter gebildet als bei einem reinen Fokus auf Bach und Dürer.

    • es ist so: wenn das Crxstal Meth ernsthaft verfolgt wird, schafft man sich den sonnigen Charakter eben selbst. Berliner lese ich fast nur noch aus kulturellem Interesse, so wie man sich in Rom mit Germanen beschäftigte.

    • @Oberländer
      Ich habe bei der Lekture Ihres Abrisses über den Protestantismus in der Kunst das üble Gefühl, dass Sie mehr der Eigendisziplin, die Ihnen Ihr Ressentiments aufoktroyiert, folgen als einem Verständnis von Kunst. Dürer ist einer der großartigsten Zeichner, die es überhaupt gab. Und wenn Sie mir eine Zeichg. von Michelangelo oder Dürer alternativ schenken wollten- ich wüßte nicht, welche ich nähme. Mit Bach als Beispiel reißen Sie die nächste Stange!

      Zu Wagner-Verdi: Ich,also im Gegenteil zu Ihnen, HASSE italienische Opern. (ist das jetzt schon ein Hasskommentar?)
      Wagner ist mir mit die inspirierendste Musik… .
      Bei Berlin könnten wir uns treffen.

    • Gott im Himmel, bitte nicht! Nicht diese!
      „Diese Länder müssen zwar disziplinierter werden…“

    • Trasse in ceppi
      Wir haben einen unterschiedlichen Geschmack in diesen Dingen, zum Glück für die Künstler. Ihrer ist möglicherweise breiter angelegt.
      Nehmen Sie mal die Apostel von Dürer in der Alten Pinakothek: Meisterhaft, gar keine Frage. Aber kein Hintergrund, keine Landschaft. Nehmen wir statt dessen die Natività von Piero della Francesca in der Nat. Gallery in London, schön wie die meisten unvollendeten Bilder: Einfacher Stall, nur eine Wand, im Bildzentrum blau Maria und das Kind, dahinter die Himmlischen Heerscharen, blau bzw. wohl nicht vollendet, dahinter die Landschaft, weißlich, unvollendet oder meisterhaft verblichen.
      Es ist ja gut, dass die Meister verschiedene Liebhaber haben.
      Einen Vorbehalt gegen Protestanten habe ich zweifelsohne.
      Deutsche Maler?: Ich schätze Max Liebermann sehr.
      Bach?: Eine Fuge (und Toccata), die Johannes-Pssion vielleicht, aber nur vor Ostern. Lieber Mendelssohn-Barthody. Oder natürlich Johannes Brahms. Oder Beethoven. Wagners Mystik braucht sich mir nicht zu erschließen, weil Heinrich Himmler sie sicherlich schätzte – mit solchen habe ich kein Bedürfnis, mitzuhalten. Zeitgenosse Mahler dagegen ist ein ganz anderes Kapitel, dieses Visionäre vor allem. Seine Schwester ist im KZ verreckt, während sie sich in Deutschland bei Winifred ergingen. Aber Leonard Bernstein hat Wagner rehabilitiert – ich mag die Musik nicht, die Geschichten noch weniger.
      Don erwähnte Telemann. Mit dem Meister bin ich unterbelichtet.
      Giuseppe Verdi ist in Deutschland bei wirklich intellektuellen Kreisen nicht beliebt. Sie verstehen ihn wenig. Man muss ohnehin ein wenig Italienisch können, um ihn gründlich zu goutieren. Jedes Wort passt zum Ton. Ende April hat Zubin Mehta achtzigsten Geburtstag. Er hat uns Verdi in München wirklich ‚rangeholt, zuletzt „Un Ballo in Maschera“. Könnte Ihnen sogar gefallen, denn es ist seine artistischte Oper. Ich bin mit Tristan und Isolde kompromissbereit, auch nicht zu lang.
      Hören Sie mal das Duett Amonasro-Aida, das beginnt „Rivedrai le forest‘ imbalsamate“, am besten mit Piero Cappuccillii als Amonasro. Es wird Sie an etwas erinnern, und dann erscheint es visionär.

    • @ PF
      Vergessen: Der Blaue Reiter. Ist ja kein Vollständigkeitswettbewerb.

      @ Gast: Dem Mezzogiorno täte das ganz gut. Das Durchwinken passt zu ihnen. Vier Mafia-Organisationen, aufgeteit auf Apulien, Kampanien, die Spitze und Sizilien. Was wir genießen, ist doch zwischen Latium und Sterzing bzw. Udine angesiedelt, wenn man von den Tempeln absieht. Deswegen ist die Autobahn im Süden nur in Teilen gebaut. Mancher Italiener nördlich von Rom würde das unterschreiben. La Storia di Giovanni Falcone.

    • @Oberländer
      Ob mein Kunstwissen (nicht-verständnis) „breiter aufgestellt“ ist, lassen wir besser beiseite. Ich habe Freunde, die in der Materie erschreckend belesen sind. Für mich ist aber Kunst lebens- und berufsentscheidend geworden und mein Vorgehen war dabei, strikt (!) dem eigenen Geschmack wie einem inneren Gesetz zu folgen. Und so kommt es, dass ich manche wie Seelenverwandte entdeckt habe (bspw. Bruckner oder auch Schumann, Schubert, Bach, Purcell pp. in der Musik) und andere mir immer suspekt und uniteressant waren (wie bspw. – allgemeines Erschrecken!- Mozart).
      Zum Protestantismus haben wir vermutl. die selbe Einstellung. Als Katholik habe ich die protestantische Verwechselung von Religion mit Moral – bis hin zum giftigen Moralismus- immer als üble Verunstaltung empfunden. Und der protestantische Reduktionismus hat ja heute auch nichts mehr mit Religion zu tun. In der bildenden Kunst hat der Protestantismus zu einer großen Verarmung geführt, in der darstellenden Kunst und der Musik eigenartiger Weise nicht…

      Die Argumentation mit den Nazis und Wagner ist mir zu billig. Was interessiert mich, was diese Leute gemocht haben! Mich interessiert, was ich mag!
      Und im Übrigen, selbst wenn Michelangelo, Donatello, Phidias Nationalsozialisten gewesen wären (devant la lettre)- Ich bewundere ihre Kunst und ihren Geist, es wäre mir egal!

      mit gutem Gruß
      PF

  30. Wer hat das Kästchen erbrochen?!
    Lieber Don, ich hoffe, Sie sprechen nicht im Ernst, sondern sitzen mit einem Stück Torte in der Sonne. Das hoffe ich im Ernst!

    Die Pest waren wir – Nein, das waren Sie nicht und das sind Sie nicht und das werden Sie nie sein. Die Menschen sind nicht die Pest, sie haben sich höchstens damit angesteckt. Um mit den gräßlichen von Horvath unbeschadet zu überstehen, muss man selber Miesepeter sein, sonst hat man keine Antikörper gebildet.

    Ihnen zugewandte Grüße.

    • Ich bin gerne Pest, denn sie ist langlebig, überall daheim und kommt in den besten Familien vor.

    • Ihre Schutzimpfung gegen Zynismus muss
      also doch nicht aufgefrischt werden, das ist ja erfreulich.

  31. und Nachtrag:
    Maschinenbauer sind nicht die besseren Menschen. Sie sind bloß auch welche und sie haben eine Aufgabe. Wenn man sie denn lässt. Genau wie die anderen!

    • Aber die Aufgabe ist im Gegensatz bzu meinem Gerede sinnvoll.

    • "im Gegensatz bzu meinem Gerede sinnvoll"
      Ah. Und wir sind also die Deppen, die drauf reinfallen und kommentieren! Naja – Satire von heute.

    • "Wenn man sie denn lässt"
      @GnM – dieses „Wenn man sie denn lässt“ ist genau der Punkt, an dem ich mich so oft reibe. Vorgaben sind rigide, sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Kreativität und der Zeit sind enge Grenzen gesetzt, die eingehalten werden müssen. Bei Renault hört man manchmal, dass welche ob des engen Rahmens nicht mehr weiter am Leben teilnehmen möchten.
      Manchmal hilft dann auch ein Ingenieurstudium nicht mehr, wenn einer vernünftig auf Defizite hinweist und auf Änderung dringt – die keiner weiter oben angehen und erkennen möchte. Da heißt es dann auch tagtäglich gegen den eigenen inneren Standpunkt arbeiten und angehen.
      Oder was denken Sie, wie das bei VW so laufen konnte wie es eben lief und vermutlich weiter läuft?
      Auch die, die die 50 überschritten haben, sind trotz grundlegend guten Studiengangs nicht in Sicherheit und mühen sich ab, doch noch mal in Brot und Arbeit zu kommen, sollten sie diese verloren haben.

      Wohl dem, der was mit seinen Händen selbst herstellen und einen Bedarf erfüllen kann, nach dem sich viele sehnen. Bei mir ums Eck hat sich eine Schneiderin etabliert. Auch so was geht wieder gut, trotz oder wegen der ganzen Billigheimer.

  32. Pointy Boobs - ein bißchen OT
    Sehr geehrter Don Alphonso,

    Sie müssen heute schlecht geschlafen haben, denn Sie gingen mir die ganze Nacht im Kopf herum. Ich habe da so eine Idee: Ich würde gerne zwecks späterer Rente Dienstleistungen auf einer Webseite anbieten und diese im Fußtext in meinen Zuschriften zu Ihren immer superben Betrachtungen nennen. Und wenn der Name nicht schon geschützt ist, vielleicht unter „Subjekt Zett Transsilvanien“, denn ich habe in Brasov Anatomie studiert.

    Sie können sich mich als Typ Frau etwa so vorstellen wie Nurse Charlotte Diesel oder Frau Blücher in Filmen von Mel Brooks https://www.pinterest.com/explore/cloris-leachman/ .

    Ab und zu würde ich dann auch versuchen, Sie im Forum anzugraben.

    • Ich habe geschlafen wie ein Stein.

      Prinzipiell sind auch kunstfiguren wie ich angrabbar, aber enorm schlecht im Bett, weil nicht existent.

  33. Titel eingeben
    ich empfehle statt kunstreisen nach italien mal eine fahrt nach osteuropa….dort liesse sich auch für den Don studieren welche auswirkungen krasse soziale spannungen und ungleichheiten auf alte vornehmen familiensitze und vor allem deren interieur haben können….

    • Zu kalt und ausserdem gibt es dort keine Italiener.

    • Südlicher Stil im Osten
      Wo gerade Brasov erwähnt wurde: Was dann aber wiederum die individuelle Vorliebe für einen Unterschied machen kann, ist sehr schön bei den Schlössern Peles und Pelisor zu sehen. Die liegen auf dem Wege von Bukarest nach Brasov in der Nähe von Sinaia in den Bergen in einem hübschen Seitental. Das Schloß Peles wurde Ende des 19. Jhs. vom rumänischen König Karl I (von Hohenzollern-Sigmaringen) gebaut und ist richtig „altdeutsch“: duster, mit vielen Ritterrüstungen und ähnlich heraldischer Dekoration). Pelisor steht 300m weiter und wurde für seinen Neffen Ferdinand (ebenfalls Hohenzollern) und seine Frau Marie (von Edinburgh) gebaut. Außen dominiert da auch noch das dustere Fachwerk, aber schon das Hauptdach ist bunt und die ganze Inneneinrichtung ist Wiener Jugendstil vom Feinsten: hell, elegant, teilweise verspielt, mit großen originalen Tiffany-Lampen.

  34. Das Rentensystem ist verfrühstückt- und alle haben es sich schmecken lassen, bzw. kauen immer noch
    Dazu ein guter Artikel von Konrad Adam (früher FAZ-Mitherausgeber) in der JungenFreiheit (https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2016/der-renten-schwindel/).
    Und mit einem Satz aus diesem Artikel möchte ich den Titel DIESES Artikels hier etwas polemisieren: Wir haben eine Gesellschaft ohne Jugend – bei allem Jugendwahn! („Von Kindern leben, die man nicht hat“).

    Und da hilft der muslimische Jungmänner-Bauch Merkels leider in keiner Weise, sondern er/ sie ist explosiv naiv!
    Wie naiv diese Debatte in der sogen.politischen Szene geführt wird, zeigt ein Faktencheck Thomas Spahns am „Faktencheck der SPD zur ISlamisierung“ http://www.rolandtichy.de/kolumnen/spahns-spitzwege/der-faktencheck-zum-faktencheck-die-spd-wird-zur-scharia-partei/comment-page-8/#comment-87479.

    Und an alle, die meinen sich trösten zu können, dass Ihnen ihr Grundbesitz in Deutschland zu Segen wird. Was macht ein Staat, der absehbar pleite sein wird? Richtig, bspw. Zwangsanleihen auf Haus-/Grundbesitz. … Der Steuernachbrenner bei der Erbschaftssteuer (denn das ist ja alles schon mal versteuert worden) ist quasi nur ein Vorbrennen.

    • Nein, Sie irren sich, konrad Adam war hier nie Herausgeber. Er war lediglich Feuilletonredakteur, und das ist auch schon eine Weile her, und das auch unter ganz anderen Vorzeichen, um es höflich zu sagen.

    • Stimmt!
      „Er war von 1979 bis 2000 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und dann bis 2007 Chefkorrespondent und Kolumnist der Welt in Berlin“ wiki
      Ich habe immer gedacht, er wäre Mitherausgeber gewesen.

      Zu der Zeit habe ich eh nur den Wissenschaftsteil der FAZ (neben Scientific American- und da hielt er stand!) gelesen. Der war damals hervorragend!

    • Sagen wir mal so: Unter Schirrmacher gab es grosse Veränderungen. Man kann das Feuilleton vor 2000 nicht mit dem vergleichen, was danach kam.

    • Auf die Gefahr hin, in die falsche Ecke gedrückt zu werden
      stimme ich dennoch nicht mit Ihnen überein was die Erbschaftssteuer betrifft. Auch wenn ich selbst darunter zu leiden habe(n werde).
      Quellensteuer ist anders, die ist echt daneben, denn das von mir angelegte Geld ist ja ehrlich erworben und schon einmal von mir selbst versteuert.

      Beim Erben ist das anders. Das kommt ja nicht von mir, sondern hat jemand aufsammeln können, auch durch gesellschaftliche Umstände. Weil er eben Graf von und zu war, die Produktionsbedingungen so dass viel aus Arbeitsleistung herauszuholen war, u.s.w.
      Es ist also nicht grundsätzlich falsch, wenn eine Erbschaft nach dem Tode des Erblassers an diese Gesellschaft zurückfällt. Entweder durch Steuern oder durch Charity.

      Dem Vererben liegt außerdem eine vielleicht doch überkommene Vorstellung von ‚Blutsverwandschaft‘ zugrunde, also in vielen Fällen – vielleicht den meisten – eine Erbfolge an Menschen, mit denen man überhaupt nichts zu tun hätte, wenn man nicht zufällig zur gleichen Familie gehörte.
      „Sprecht ihr noch miteinander, oder habt ihr schon geerbt?“ fragt man bei uns.

      Nur mal so. Das heißt natürlich überhaupt nicht, dass ich meinte, der Staat solle dann aus Erbschaften Geld pressen wie aus Zitronen den Saft, um seine Finanzen zu sanieren.
      Und einen Zusammenhang zwischen Renten und Erbschaften sehe ich ebenfalls nicht.
      Nur, wenn hier alles Mögliche und Unmögliche geistreich diskutiert wird, sollte eben auch der Aspekt ‚Vererben von Gütern‘ davon nicht ausgenommen sein.

  35. So, so, in München also auch.
    Meine damalige Stammdisco in Hamburg war immmer dann sein Ausgehort, wenn er mal (selten) da war. Und auch da sass bzw. stand er an der Bar im hinteren Teil des Raumes, umgeben von wenigen Mitarbeitern/Fans/was auch immer. Still und unauffällig, was das Publikum damals durch die Bank einfach respektierte, obwohl er natürlich erkannt wurde. Man war, wie der Don schön beschreibt, mit Wichtigerem beschäftigt, als einem Musikstar, nämlich mit sich selbst.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  36. Ach Don,
    heute schmeckt mir Ihr Text leider überhaupt nicht. Ich glaube, die Zeiten sind mir einfach zu ernst, als dass ich mich über so ein Jeunesse Dorée-Elaborat, das Christian Kracht schon zehnmal besser hinbekommen hat, noch irgendwie amüsieren könnte.

    Auch gewinne ich bisweilen den Eindruck, dass Sie entweder keinen blassen Schimmer von den Aporien unseres Wirtschaftssystems haben, oder dass Sie bloß so tun, als hätten Sie keinen. Ich weiß nicht, was schlimmer wäre.

    Sie sollten – in ganz barocker Manier – öfter daran denken, dass auch Sie nur eine ganz kleine Nummer sind – in diesem Land, auf diesem Kontinent, auf diesem Planeten.

    Memento Memori, Don.

    P.S.: wenn sie statt Grundsicherung das erträumte BGE meinen, dann schreiben Sie das doch einfach auch so. So hat der Text genau jenes manipulative Geschmäckle, vor dem ich sonst immer zu ihren Blogs flüchte.

  37. Krieg
    ist das unvermeidliche Gewitter aufeinanderprallender Finanzdruckfronten.

    Nur – ist es unvermeidlich?

    In gewisser Weise passen ein paar Gedanken, zu denen mich Tyler/TDV im letzten Thread bei Deus anregte: Wie weit können wir unsere „Natur“, unsere Gefühle, unsere Impulse beherrschen?

    Können wir eine Wirtschaftsform entwickeln, die weniger hohe Luftdruckgegensätze entstehen lässt, ohne zum öden Treibhaus zu werden?

    Ich bin selbst sehr skeptisch – aber ich sehe einen Unterschied in der Macht von Milliarden zu der Freiheit, die einem Millionen bieten.

    Insofern wäre einmal eine offene Diskussion über Sahra Wagenknechts Thesen eines „Reichtums ohne Gier“ ganz spannend – gerade weil unsere Medienwirklichkeit sehr viel tut, um die zentrale Frage auszublenden:

    Wer muss wann wieviel an den Staat/die Staatengemeinschaft abtreten?

    Anders wird ein „Krieg“ mittelfristig wohl kaum zu vermeiden sein.

    Aber eine radikale Meritokratie (10 +Punkte fürs Reifenwechseln, 150 +Punkte fürs Dementenpopowischen) wäre gefährlich schnell in einer
    Herrschaft des Stärkeren.

    Und da schliesst sich der Kreis: Ist organisiertes Verbrechen nicht der Urtyp von unternehmerischer Selbstverwirklichung??? -:)

    • nun, ich persönlich neige da zur Ansicht, dass es einen Angleich bei gleichen Überzeigungen geben kann. Wenn Sie hier einen kleptoktaten einsetzen, wird er trotzde, klauen. Wenn Sie hier jemand aus einem Slum in Nordafrika oder dem Balkan kommen lassen, wird er sich nicht an die Regeln halten. Das ist das Problem. Nicht das Reden über Gier, die überall vermutlich gleich stark ausgeprägt ist.

    • @TGA
      Ich finde, ganz wie DA es beantwortet ist es ja nun mal. Die Habgier ist ein leider meist verschwiegener Trieb, dessen Stärke meist schweigend übergangen wird. Sex und Macht sind sicher noch stärker und vielleicht sogar grundsätzlicher…. möglicherweise ist die Habgier bei den meisten ja nur eine Konsequenz eines Mangels an Sex und Macht. Ganz so wie Reich das beschrieben hat, eine Theorie, die die christliche Kirche wegen des Funktionierens ihres schwachsinnigen Sündel-Geschwafel, als richtig nachgwiesen hat.

      Meritokratie funktioniert leider nur in der Theorie, denn wer entscheidet wer entscheiden darf wer ein Meritokrat sein sollte?

      Mir scheint, es gibt zur Demokratie keine weniger schlechte Alternative, und ich befürchte wirklich, dass genau das in nicht allzu ferner Zukunft ganz, ganz katastrophale Folgen haben wird.

      Die Idee, mehr als eine verschwindend kleine Minderheit sei der Vernunft öfters als in Ausnahmefällen fähig, ist reines Wunschdenken.
      Denn Willensfreiheit gibt es nun mal noch weniger.

      Um also ihre Frage zu beantworten:

      „Können wir eine Wirtschaftsform entwickeln, die weniger hohe Luftdruckgegensätze entstehen lässt, ohne zum öden Treibhaus zu werden?“

      Ganz sicher wäre eine der Grundregeln dieser Wirtschaftsform, dass sie selbstverständlich die jeweils Anderen anzuwenden hätten!
      „Abandon all hope, all ye, who enter here.“ Ich fände Dantes Buch weit weniger lächerlich, wenn er ehrlicherweise angemerkt hätte, dass er keineswegs die Hölle, sondern vielmehr unsere Welt beschrieben hat! Und zwar zeitlos!

  38. Die Gerechtigkeit genetischer Erbschaften
    Der Neid der Habenichtse und Nichterben dürfte durch den Umstand gemildert werden, dass die Autoren herausragender kultureller Leistungen nur ausnahmsweise den Milieus entstammen, in denen man in blasierter und distinguierter Verachtung von Turnschuhträgern über Gaultier und Comme des (des!) Garcons zu parlieren versteht, wenn man vor dem Abi Französisch wenigstens als Wahlfach genossen hatte.

    Der Blick auf die Biografie des kleinen Mannes und auf die der meisten seiner Vorbilder, Zeitgenossen und Nachfolger enthüllt, dass der Typus schnösliger Erbe in den Top-Rankings beinahe aller Kategorien deutlich untervertreten ist. Hier tummelt sich eher die Nachkommenschaft des Pöbels, die sich – einmal arriviert – mit Befremden der Umarmungen und Zudringlichkeiten der dank Beziehungen und Taschengeld in den gleichen Etablissements herumlungernden Hautevolee-Jugend erwehren muss – sofern die Vertreter der letzteren sich überhaupt trauen, über ausreichende Englischkenntnisse und über Label-Namedropping hinausreichenden Gesprächsstoff verfügen. Ansonsten bleibt’s natürlich beim verstohlenen Gucken, als Coolheit etikettierter Schüchternheit und späten Erinnerungen an kleine Männer, die ganz allein an der Bar sitzen und trinken.
    Bei Weitem kein Grund, den Erben ans Eingemachte zu gehen. Die bringen ihr Geld doch auch unters Volk, ein jeder auf seine Weise und manche gar alles.

    • Nur unter das Kunsthändlervolk.

    • Schön gemacht!
      Ich wüsste da auch noch ein paar günstige Mercedes 190 SL, oder Pagoden, oder amerikanische 911er Porsche aus den frühen Achtzigern mit nur leichten Rost- und Motorschäden, die bestimmt totsichere Investments wären, wenn man es geschafft hat, mit der Erfindung eines neuen Berechnungsmodells geschafft hat, Parkhausgeschichte zu schreiben, in dem man die Nachteinnahmen um 25% zu steigern vermochte.

      Geisteswissenschaftler, da gebe ich Ihnen, Herr/Frau Schiller, völlig recht, sind absolut überbewertet, sie sülzen nur herum und können kein gescheites Rohr verlegen.

    • Lächerlich...
      Die Behauptung die Klassengesellschaft sei wegen der Fähigkeiten ihrer Mitglieder eine völlig berechtigte Entwicklung, macht diesen Unsinn noch lange nicht wahr.
      Aber, solange die Dummköpfe in den Völkern die Mehrheit bleiben, und diesen Status Quo widerstandslos akzeptieren… bitte.

      Trotzdem sollte Leute mit ihrer lächerlichen Meinung niemals vergessen, dass diese Einbildung (nicht nur) in Frankreich, Russland und China zu einem äusserst blutigem Ende geführt hat, weil man den „Pöbel“ unterschätzte.
      Oder wie mein Freund T.J. meinte:

      „Der Baum der Freiheit muß von Zeit zu Zeit mit dem Blut der Patrioten und der Tyrannen begossen werden. Dies ist der Freiheit natürlicher Dünger.“

      In unserer Welt herrschen nun mal Besitz und Geld als Tyrannen.

  39. Tempora mutantur
    Wie die Zeiten sich ändern! Wer wissen will, was die selbsternannte urbane Elite heute schön findet wird hier fündig:
    http://www.taz.de/Liebeserklaerung-ans-Kottbusser-Tor/!5296243/
    Grüße
    Uli

    • Leuten, die mit einer Flasche Bier öffentlich in Erscheinung treten, gönne ich durchaus den als Nebeneffelt auftretenden internationalen Zahlungsausgleich mittels Stichwaffen.

    • Titel eingeben
      Das geht ganz einfach durch Umwertung der Adjektive, z.B. „depraviert“ in „echt“, „verunsichernd“ zu „lebensvoll“, „brutalistisch“ zu „schön“.

      Das ist Abgrenzung: Ich habe (gar nicht reizlose) Kommilitonen, die aus schönem Bayernland (naja, und Franken) stammen und hier in Berlin, wo das Wetter heute doch sehr freundlich war, eine unwestdeutsche Grenzerfahrung machen wollen (typischerweise führen ja Initiationsriten die Gruppen an die Zivilisationsgrenze, wo sie sich dann für eine bestimmte Zeit bewähren müssen), weil sie ihre behütete Herkunft, sagen wir, verdächtig fanden.
      Doch sind sie bei weitem nicht so extrem. Und vermutlich werden sie auch zurückkehren. Und ihren Kindern das bayerische Abitur zukommen lassen, das sie hier noch schmähen.

      Ja, (universitäre) Geisteswissenschaftler kenne ich auch gerne mal als naiv-arrogant, herablassend, verkitscht, peerfixiert und uneingestandene Nutznießer der unerhörten Konjunktur, die die liebfeine Braut, die holde Philologie im toitschen langen 19. Jahrhundert hatte und dann später nochmal mit der Überschätzung der Wirksamkeit des Intellektuellen. Welchselber Philologia bis heute prokumbent zu dienen ist.
      Das wurde zu einer ziemlich bürgerlichen Angelegenheit und darum etwas, hm, verbissen. (Es sei denn, eine gewisse Kunstfigur beginnt zu causieren. *Anbiedern off*)
      Wenn man, so als Privatdozent, an die lebenden Regenten schon nicht herankommt, so muss man eben die ediierten Tagebücher der toten lesen…
      Wer nun zollt den Geistis Achtung dafür, dass sie sich seit vielen Dekaden immer und immer wieder Bedeutung zuschreiben, noch dazu mit Erfolg?

      LED-Schnürsenkel sind ja auch ein hochlöbliches Produkt. Fast so elegant wie das Weg-Bier.
      Huh, Stringenz bringen sie mir da auch nicht bei, sorry.

    • Ich würde in Berlin keine Kindern haben wollen, noch nicht mal mit meinen Möglichkeiten. Allein schon, weil es da keine Berge gibt. Wo soll man sie denn sonst aussetzen, damit sie erwachsen werden? Am Kotti?

  40. Neugierig
    Für Wien könnte ich es vielleicht erraten. Bin so neugierig wer der berühmte Schauspieler war, muss ja nicht der Name sein, vielleicht ein Inszenierungshinweis?
    Ihr Kommentar, heute hielte man es nicht mehr durch, aber diese Zeit hat einem das Leben geschenkt, rührt mich sehr. Wenn es bei mir auch Kaffeehausdiskussionen bis in den Morgen war und Comme des Garcons hier gar niemand kannte.

    • Danke, aber das ist nicht wirklich rührend – ein Wochenende durchfeiern ist Leistungssport, und der Körper lässt einfach nach und ausserdem kam dann Techno, das war mir bald zu vulgär. Was danach kam, war auch nicht schlecht.

      Ich finde, man sollte Leuten, die es hinter sich haben, ihren Frieden lassen. Es gab viele von der Sorte. Nehmen Sie es als Pars pro Toto.

    • You know something, what this place reminds me of? Disneyland with tits.
      Das Wochenende durchfeiern ist ja eher Amateurliga.
      Die Profis sind 0030 Uhr rein in den Club und 0100 Uhr mit neuem Anhang raus aus dem Club.
      Danach war zwar auch Leistungssport angesagt, aber so konnte man das Wochenende ohne Schlafstörungen überstehen.

      Ach, die guten alten Zeiten.
      Und alles noch ohne Viagra und Crystal.

  41. Also, werter Don,
    wenn Sie über Rentenpolitik schreiben, über Vermögensungleichheit – ihr Zustandekommen und ihre Wirkung – wenn Sie über Armuts- und Reichtumsmigration schreiben – dann, ja dann sollten Sie von dem Wirtschaftssystem, das all diesen Dingen zugrunde liegt, schon eine Ahnung haben. Wenn Sie die haben, dann ist da leider wenig von zu spüren. Wenn nicht … dann sind Sie doch eine arg traurige Gestalt. No man is an island, schrieb einmal ein Renaissance Poet, und Sie und ihr kleines Millionenerbe sind es auch nicht.

    • Sie können ja gerne einen Beschwerdebriefn an die FAZ aufsetzen. Könnte aber auch sein, dass ich einfach hur plaudern wollte und Sie sich im Ansprechpartner irren.

    • Kein Rederecht zu Politik und Wirtschaft ohne Mandat oder VWL-Lehrstuhl!
      Genau, endlich einmal nur noch kompetente Kommentatoren! Dieses ganze Geschwirr von selbsternannten Nebelkerzenwerfern muss ein Ende haben durch gesinnungsgeprüfte Staatswürdenträger!

    • Bin soforrrrt dabei. Jawoll.

    • wer hat ahnung ??!!
      ja, ich bin auch dafür, dass diejenigen die entscheiden auch ahnung haben, nicht nur die die schreiben.

      also wer hat vom renten – und wirtschaftsystem ahnung?

      nahles
      kretschmann
      die Linke
      die Grünen
      KGE
      schäuble
      siggi pop
      maas
      gauck
      merkel
      der wirtschaftsrat des kanzlerinnenwahlvereins
      der bdi
      ministerpräsidentenstellvertreter strobel
      dragi
      u.v.a.

    • its the economy: stupid
      sagte schon der immer noch ehemann der präsidentschaftskandidatin und ging seinen verlustierungen nach, welch glücklicher mensch.
      und die liebe frau verwechselte auch schon mal brutto mit netto………….ohne folgen für ihren führungsanspruch im verein.

    • dem Wirtschaftssystem,das all diesen Dingen zugrunde liegt
      …würde ich auch gerne vorgestellt.

      Herr Svoboda, können Sie helfen?

    • Oh nein!
      Bitte um Gnade….

    • Ahnung haben, Herr Svoboda
      Irgendwie erinnert mich Ihre Argumentationssequenz an die Neureligion, den dritten möglichen Pfeiler zur Erlangung göttlicher Gnade in dieser unserer Republik.

      Egal in welche Himmelsrichtung ich schaue, außer nach rechts und das ist nicht einmal eine Himmelsrichtung, läuft die große Marketingmaschine zum spirituellen deutschen Re-Engineering. Gestern ging es darum in Deutschlandradio Kultur, und gleich daran anschließend im Presseclub. Nicht zu vergessen unsere zuvörderste Pfarrin in der BamS.
      Wir haben eine neue staatstragende Religion, und wir alle wollen diese Religion auch. Und wenn wir sie derzeit noch nicht wollen, so ist das nur eine Frage der Zeit. Und des weiter fortschreitenden Marketings. Und der Pejoration. Wer will schon den Rest seiner Tage als ‚fremdenfeindlich‘ durchgehen, auch wenn er mit den Fremden gut auskommt, aber deren Religion nicht aufsaugen will und sich auch nicht eintrichtern lassen will?

      Doch zurück zu meinem ersten Satz, und dem Bezug zu Ihrem Beitrag.
      Als jemand der diese Neureligion auf jahrelanger eigener Erfahrung kennt, und sich sogar richtig intensiv und offen damit auseinandergesetzt hat, kann ich nur den Hut ziehen über den Aspekt ‚Umgang mit Kritik‘, bzw. ‚Reformation‘ in dieser Religion.
      Bei uns durfte Luther seine 95 Thesen an die Kirchentüre nageln. Und die Amtskirche, also der erste und damals einzige Pfad zur Erlangung der göttlichen Gnade, war dumm genug sich damit zu beschäftigen. Bis hin zum Papst, der sich abmühen musste, seine Exsurge Domine zu verfassen.

      Und noch einmal einen Schwenk zurück zum Umgang mit Kritik, und jetzt sowohl Ihr Ansinnen als auch meins zusammenführend:
      Diese Neureligion geht mit solchen Anwürfen gänzlich anders um. Selbstverständlich ist Diskussion willkommen. Allerdings muss der Disputant mindestens 7 Jahre deren Theologie an prominenter Stelle und bei reputablen Lehrern studiert haben, bevor er sich eine eigene Meinung bilden darf. Alle anderen Gefolgsleute müssen sich einer abweichenden Meinung enthalten, weil ihnen jede Kompetenz fehlt, die göttliche Gesamtheit richtig zu überblicken.
      Im Christentum darf offenbar Krethi und Plethi eine laienhafte Meinung haben und diese sogar äußern. Kein Wunder … .

      Ihre Argumentation kommt mir ähnlich gelagert vor wie diejenige der Anhänger dieser Neureligion auf europäischen Böden. Die fühlen sich in gewisser Regelmäßigkeit in ihren Gefühlen verletzt. Neulich durch köpenicker Nackte.
      Mein Argument in solchen Fällen ist immer das Gleiche: „Wenn dich so etwas verletzt, meinetwegen. Aber dann schau doch ganz einfach nicht hin.“
      Da ich weder Autor noch BlogMaster bin, kann ich Ihnen nur indirekt empfehlen, sich dieses Beispiel mal zu durchdenken.

  42. Herrje, was haben Sie uns da wieder als Besinnungsaufsatz aufgegeben?
    Rente & Pest, hoffentlich entsteht daraus bei zukünftigen Renten-Einzahlern, manchmal willentlich politikunterstützt, kein Neologismus.
    .
    „Retraite, cést une terme militaire pour moi“, so Julitte Créco nach einem Konzert anläßlich der Frage von Nice Matin.
    Don, ich gestehe dass Ihre Namenskürzel, die ich als Einstieg zu nutzen trachtete mir einiges Kopfzerbrechen bereiteten und mich zum hinkenden Nachzügler in der Kolonne machen.
    .
    Bei einem glaubte ich aufgr. der Andeutungen einen Treffer zu landen, aber der schreibt sich ja vorne mit ohne „v“ für Noblesse und endete hinten wie die Uschi, aber nicht die Glas aus Landau an der Isar. Für den anderen, den mit der Daysi, gab es keinen Kürzel und er wäre auch aus der Zeit gefallen, zumal er nicht als Schauspieler gelistet war. Ihre Beschreibung trifft eher auf jene Zeit zu, als man am Marienplatz noch nicht aus der Tiefe auftauchen konnte um das Glockenspiel anzuhören und dann mit der 18-er-Tram zum Tschinesischen Turm, einige Maß und an Leberkäs zu konsumieren-gut dass die Rückfahrkarte schon gelöst war. Für draußen vor der Stadt, wo man sich die Füße platt trat und immer noch tritt, reichte das nicht mehr.
    .
    Die auch erwähnte Ville ließ mich zuerst an jenes illustre und gastfreundliche Haus denken in der einst, schwarz-weiß noch, Hannelore Hoger ihren bohèmen Gästen einen Platz am Tische und ggf. ein Nachtlager bot. Aber zum recherchieren war ich zu faul.
    .
    Ritoniamo alla pensione.
    In meiner Familie war das nie ein in Frage gestelltes Thema. Wer ordentlich einzahlt soll auch was davon haben, so sagte man und wenn am täglichen Esstisch oder bei der Familienzusammenkunft zu Kirmes, am großen Tisch unter dem Birnbaum der mutterseitigen Oma von der Mosel von „kleben“ die Rede war, so ging es dabei nicht um die damals allfälligen Rabatthefte von VIVO oder Kayser´s Kaffee. Beitragsfreie Zeiten waren stets ein Gräuel. Und die Großeltern vaterseits im Ruhrgebiet (..dein Grubengold hat uns wieder hochgeholt…), bei den ich die Sommerferien verbringen durfte, gingen ebenfalls mit gutem Beispiel voran. Irgendwie war das Konsens. Oppa ging als Angestellter der Krupp´schen Lohnbuchhaltung anfangs noch „zu Dienst“, nich auffe Abaid oder Maloche und sprach nie davon, dass er sich auf die „Pension“ freute. Er sagte tatsächlich „Pension“, schließlich wohnte man ja in einem der „Beamtenhäuser“ einer Krupp´schen Siedlung und es herrschte ein relativer Wohlstand der sich mit Hutschenreuther Tänzerinnen und chinesischem Porzellan in den Vitrinen der Omma und jeder Menge Bücher manifestierte. Bei den Marktgängen nach Bredeney konnte der Junge vom Lande Früchte bewundern die er noch nie gesehen hatte und auch als Rentnerin kaufte Omma Münsterländer Schinkenscheiben so groß wie Klodeckel. Bio war damals allerdings noch nicht auf der Agenda.
    .
    Für mich, der hier der einzige Nichtakademiker zu sein scheint, war also eine geregelte Rentenbiographie immer eine Obligation. So gestehe ich, dass die ersten RV-Einträge auf dem Lohnzettel mit (so hieß das damals) des Lehrlings (der hieß auch so), am Monatsende verteilt in Tütchen DIN-A 6 von einer, trotz der bewundernden Pfiffe freundlich bleibenden, aber dezent errötenden Dame des Lohnbüros, die sich zu dieser Gelegenheit immer einen besonders kurzen Rock aus dem „Kaschden“ (so heißt Kleiderschrank auf Schwäbisch) geholt zu haben schien. Zu dieser Zeit noch kein (massenhaft begangener) faux-pas.
    .
    Gut jetzt. Ach, die Pest war auch noch Aufsatzthema.
    .
    Nein, die drei Adoleszenten aus der selben Klasse, die in der Bushaltestelle warten und kein Wort miteinander reden, weil sie anderweitig beschäftigt, sind keine Pest.
    Dass man in angesagten Schnellrestaurants (ähäm) eine halbe Stunde lang-halb saßen sie-halb zog es sie unter den Tisch, mit jungen Leuten einen Tisch teilt ohne dass einem ein Blick zuteil wird-ist auch noch keine.
    Auch den allg. Genderquark finde ich eher belustigend. Wo, so frage ich, bekäme Don sonst seine vielen Anregungen her?
    .
    Als die kommende Pest würde ich die immer mehr raumgreifende Gedankenpolizei bezeichnen. Statt Schnabelmaske peu à peu Maulkorb. Das ehemalige Kraut in der Schnabelmaske wird durch Absonderungen von Seibert, CR und KGE ersetzt..
    .
    Ich weise auch ausdrücklich zurück, die von Politik, Presse und davon profitierenden Organisationen zu Rentenzahlgeiselfürkommendegenerationen gemachte maghrebinisch-levantische Fachpersonal als potentielle Überträger der Pest zu bezeichnen.

  43. Georg Philipp Telemann
    @ Don Alphonso, 24. April 2016 um 14:28 Uhr

    Konzert für Trompete, Streicher und Cembalo, D-Dur.

    ders.:

    Concerto D-Dur für Trompete, 2 Oboen und Basso continuo: I. Largo – II. Vivace

  44. Powersätze (Meta)
    Powersätze erfahrener Blogger und ihrer Foristen,
    wenn einer blöd kommt:

    „Ich will nur plaudern.“
    „Wer hat gesagt, dass ich mich damit auskenn'“
    „Bin nicht existent und hab auch gaaar keinen Unterleib.“

    ;-)

  45. Titel eingeben
    „Comme des Garcons“ = da musste ich erst bei Wiki nachschauen:
    Aha. Schicke (teure) Klamotten.
    Seltsame: Die sind mir in meinem langen Leben nie nie untergekommen. Aber ich war ja auch nicht in München zu der angesprochenen Zeit. Und womöglich auch schon viel zu alt. Und Tanzmusik hat mich auch nie interessiert (naja, bis zum Twist im Alter von 16 hab‘ ich alles mitgemacht).

    • Der Laden hiess damals Harry’s. Mein Gehsthintre hat es übrigens sogar auf eine Bauernhochzeit geschafft, beim Bräutigam.

  46. die richtige Mischung
    macht es, nicht nur bei Partys, auch bei Steuern und Sozialleistungen.
    Ob Ahmed von Hans lernen will, ist zu bezweifeln, da sind sich übrigens alle einig.
    Nun darf man Hans nicht vergraulen, weder den bei den oberen 10% , die ja bekanntlich 50% des Steueraufkommens erbringen- wie gesagt , es gibt Panama , Luxembourg usw. , noch den Hans bei der Mitte , die die andere Hälfte des Aufkommens erbringen. Hier ist der Knackpunkt, wie in Mathe bei der Kurvendiskussion. Wenn zu viele Hans aus der Mitte von Ahmed lernen , einfach keinen Bock mehr haben , kippt natürlich unser noch perfekter, einmalig funktionierender , einzig wahre BRD -Sozialismus. Dann ist vielleicht noch eine Weile Party und dann ist aber Schluss.
    Ich bitte alle um Verzeihung , dass ich diesen Beitrag nicht gegendert und die weibliche Variante ausgespart habe.
    Unsere Politiker wissen das natürlich und versuchen im Angesicht des Wahlkampfes 2017 alle bei der Stange zu halten.
    Für jeden ist was dabei :
    Nahles plant Großbaustelle bei der Rente , Angie und Obama beim deutschen Mittelstand in Hannover, Schäuble für Rente ab 70 , USA will Ttip noch 2016 , Türkei schickt 970 Prediger nach Deutschland….
    Gibt es Ttip hat der Mittelstand neue Märkte und dann tut ein bißchen mehr Erbschaftssteuer auch für Familienbetriebe nicht ganz so weh- für Geld-und Immobilien gilt das neue Erbschaftssteuer-und Schenkungssteuergesetz schon seit 01.01.2009 , und sieht z. B. für Neffen und Nichten wegen niedriger Freibeträge mau aus. Und bei der Frage jährliche Vermögenssteuer war bisher die Überlegung, die Kosten der Erhebung sind höher als was dabei rumkommt und die allgemeine Mahnung des Bundesverfassungsgerichtes , dass mehr als 50% Besteuerung -alle Steuerarten- wohl das Eigentumsrecht aushebelt.
    Für Sie Herr Don A. hat die FAZ heute am Sonntag ein Beilagen- Blättchen , den Elitereport extra, ausgezeichnete Vermögensverwalter !

    • Für Deutsche scheint sich gerade keiner zu interessieren – war das bei der Politik schon immer so?

  47. Powidltatschkerl für ernste Zeiten
    @Jakob: Gemach, gemach!
    @Gudrun, ObjectBe, Oberländer, Patrick:
    auf die Gefahr hin, auch einmal eine ordentliche „Stange zu reißen“ (kannte den Ausdruck noch nicht) muss ich – inspiriert vom Parkinson-Witz (P. ist leider auch in meiner Familie sehr präsent) eine zwar kaum an Telemann, aber dafür an Telemax erinnernde Frage stellen: Kennt jemand den Unterschied zwischen Powidltatschkerln und einem Epileptiker? Und wertes Subjekt, unser ehrenwertes Objekt gräbt doch ganz allerliebst im Rahmen ihrer Möglichkeiten! Und jetzt husch-husch in die Hapfn, damit ihr morgen wieder halbwegs frisch der jeweiligen Betätigung nachkommen könnt, ihr alten Knochen! Eine gesegnete Nachtruhe!

  48. Titel eingeben
    Heute irritiert mich in München eher, das der Glanz der Vergangenheit inzwischen mit LED immitiert wird und so wahnsinnig viel Leute nur wegen der „Verdienstmöglichkeiten“ in der Stadt sind… Wieviel dieser Persönlichkeiten hält der Charme einer Stadt aus?! Gestalten, welche ihrer Heimat, Freunden wegen 1000,-€ mehr Gehalt den Rücken zukehren?!

    • viele haben einfachc keine andere Option und werden hinbeordert. Und es ist schon schön dort, und das Ankommen ist leicht.

  49. Alte Zeiten
    Sehr geehrter Don, herzlichen Dank für die Overtüre und den wie immer interessanten fein- und grobgeistigen Comments!
    Meine Jugend war auch ohne Gott – wenn man mal davon absieht, ungewollt getauft worden zu sein inkl. kompletter katholischer Christianisierung – aber wenn man dann feststellt, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt und so einiges andere auch nicht, kann es schon passieren, sich auf den eigenen Verstand zu verlassen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Es war eine schöne Zeit mit Party, Sex und viel Mucke. Ohne Krieg, ohne Vertreibung, ohne Hungern, ohne großartige Entbehrungen (außer noch mehr Zeit und ja, ja,. Rente?)

    Äh? Rente! Was für eine Augenwischerei! Erst als ich in den süßlichsten Süden zog, bekam ich mit 53 meinen ersten Rentenbescheid, in dem mir mitgeteilt wurde, dass das wohl nix (schönes Wort, so kurz und deutlich) wird. Ich hatte mich gefreut wie der vom Weihnachtsmann Beschenkte.

    Gottseidank (meine Christianisierung schlägt furch oder liegt es am Grüß Gott) hatte ich nix in diesen Laden gesteckt. Böses Investment. Heute darf ich seit etlichen Jahren ein entspanntes Leben führen frei nach Schnauze. Liegt vielleicht auch ein wenig daran, diesem ominösen Faß ohne Boden vom Rand gesprungen zu sein.

    Wenn man dann so entspannt bei dickflockigen, pappigen Schneefall dem digitalem Rauschen lauscht, könnte man tatsächlich auf die oder eine andere VT kommen. Ich glaube aber, so intelligent ist keiner auf diesen Planeten. Da kann er meinetwegen schweinereich und in sonstwas einer Loge oder Geheimbund, Bruderschaft mit Seinesgleichen abhängen. Never. Oder sonstwen kennen. Wurscht. Bis heute ist auch nicht bekannt, wann, wieso und warum die Dinos flöten gegangen sind. Es gibt so viele Geheimnisse.

    Eines davon ist sicher das migrantische Rentenwunder, dass so peu a peu entzaubert wird. Am besten mit viel Wischiwaschi Drumherum, damit nicht gleich zu den Schwertern gegriffen wird und so vielleicht die Chance besteht, zu retten, was zu retten ist. Und da geht es eh nur um Pöstchen, Posten sprich Versorgung. Würde ich auch machen, wenn ich sehen würde, dass der Laden den Bach runtergeht und kein Gedanke an Karriere verschwendet werden muß. Natürlich muss man dann ein bißchen Empörung aushalten, aber das legt sich wieder. Würde ich aushalten.
    Die Boniregelung der VW Deppen ist schon vielsagend. Das Beste waren die Mienen dazu ala jetzt nur nicht lächeln, grienen oder sogar Lachen, Freude. Das die nicht gleich an die nächste Stoßstange gekettet wurden.

    So eine richtige gibt’s es ja auch nicht mehr, aber ich vermute, die haben da auch ein Museum. Und so wird das weiterlaufen. Ich freu mich darauf. Dieses fatale, aber auch aufregende Narrentheater wird noch einige Aufzüge haben. Schön dabei zu sein. Noch.

    Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber Ihre Fotos werden immer besser! Oder liegt es an den Motiven?
    Mille Grazie m.lauterbach

    • Bitte. Ich finde ja auch, dass das Wort „Schneeballsystem“ nicht unangemessen ist – vielleicht haben die Migranten das in ihrer Staatsferne einfach eher begriffen.

  50. Jawoll. Schön. Wegtreten
    Text eingeben

  51. Im Moment macht es wieder Spass, zu schreiben
    Es kommt weniger darauf an, welche Position jemand vertritt, als das sie plausibel vorgetragen wird.

    Querdenken lebt davon, dass man nicht nur aus guten Gründen schale Resssentiments da unterbringt, wo man sie noch loswerden darf – sondern es einem gelingt, neue Verknüpfungen zwischen den Fakten zu ziehen.

    Authentischen Stimmen hört man gerne zu – weil sie das, was sie sagen mit eigenem Leben untermauern können – ob es jetzt einem mehr oder weniger gefällt.

    So kann man zum Beispiel Wolfgang Bosbach sehr schätzen, und auch Sahra Wagenknecht. Bis zu einem gewissen Grad sogar Christian Wulff, mehr als das jetzige Pfarrhausderivat.

    Mehr als die ganzen stromlinienförmigen Schleimbeutel, die zwischen allen Zeilen durchkriechen können, ohne jemals Position beziehen zu müssen.
    ( der Katalog wäre endlos )

    Und es laufen auch hier wieder mehr HirnbesitzerInnen auf als in der ersten Entrüstungswelle, in der ThorHa vom Glauben an die freiheitlich demokratische Grundordnung desillusioniert wurde.

    Wer zahlt? Wann ? Wo? Wieviel ? Wer sich vor dieser Antwort endgültig draghimässig drücken möchte, wird am Ende Schuld gewesen sein….

  52. Kapital - Reine - Energie
    Geld wird zu Staub. So Elend auch unser Leben ist, wir werden den Verstand als Unsinn verkaufen. Geld wird das letzte Wort sein, was der Kapitalismus stöhnen lässt; Staub weicht Rauch, kein Bit kein Coin auf der Festplatte fassbar; die Zivilisation des Kapital hat keine Produktionskraft, als sich selbst anzubieten, entbehrt diese Möglichkeit doch noch Gewinne zu schöpfen?

    Ja! Politik generiert so Steuer- Kapital für Pension-Nachwuchs.

    Demokratie ist soziale Leibeigenschaft und Geld sein letztes Wort. Was bezahlen wir dem Kapital? da Gewinn der Intimus dessen Begriffes ist; der Kommunale Einlieger zahlt, zu Ehre, das er hier leben kann.

    Renten Kapital, Realitätstheorie wird bald Rentable Rivalitätstheorie.

    Was wird aus dem Materiellen, mitnehmen kann ich es nicht; wem trau ich mein Vermögen wissend, an? Oder welche Stütze errichte ich das mein Geld noch verhalten ist! Materie wird zu Energie; Energie ins Materielle, so der Erhaltungssatz; Energie zu wandelnde Ökonomie und Materie, ins umzusetzende Kapital wechselt.

    Ja noch! Es gibt kein Geld anderer Leute…

    …denn wenn wir nicht sind, so sind wir auch nicht! so geht Evolution! Habe ich kein Geld, Demokratie; so gebe ich keins aus, Sozialismus! Und so hat auch ein anderer mein Geld, böses Kapitalismus! Nur um nicht mit mir zu konkurrieren… nichts ist unmöglich auf dem freien Kapitalmarkt; irgendwer hat mein Geld. Nur wer? ich hätte es gern!

    Die Welt wird sich ändern! Denk, schon heute… nicht Morgen wann.

    Diktaturen nehmen ihre Demokratien verlässlich; wenn die Welt weiterhin Schwindel und nur mein Geld zählt; das es sie anhält…

    Danke

    • Bitte. Die schlimmste Geldverschwendung ist übrigens Bildung – kaum ist man a wengal tot, schon ist sie weg.

  53. Adieu!
    Lieber Don Alphonso,

    Es fällt mir oft schwer Ihre Kolumne zu lesen, auch wenn ich sie oft unterhaltsam finde. Ich denke es muss daran liegen, dass ich meine formativen Jahre in der noch etwas kleineren und etwas dümmeren Stadt ein wenig flussaufwärts von der kleinen dummen Stadt an der Donau verbracht habe. Später haben ich dann an der Isar studiert, und alles hat sich zu besagter Zeit zugetragen, ich war Ihnen also ständig auf den Fersen ohne mir darüber bewusst zu sein. Und ich Ihnen wiederum natürlich auch nicht, denn ich war ja schliesslich im studentischen Prekariat zu Hause. Da ging ich dann ab und zu ins Zelt, das Haus im Park konnte ich mir selten leisten, falls man mich überhaupt reinliess (obwohl, damals war ich auch schön und jung und stark!). Vielleicht habe ich Sie aber sogar mal im Taxi dort abgeholt, denn im Diesel-Mercedes verbrachte ich sicher mehr Nächte als im Nachtcafé.

    Trotz allem, ich muss Ihnen hier meinen innigen Dank aussprechen. Ich ziehe nun seit knapp zwanzig Jahren durch die Welt, habe viel gesehen und mir einiges aufgebaut, mehr als ich mir als prekärer Student je erträumt hätte, und alles durch harte Arbeit, der amerikanische Traum à la bavaroise sozusagen. Bevor mir die neuen deutschen Hochqualifizierten diesen hart verdienten Wohlstand aus der Tasche ziehen, womöglich noch durch Besteuerung von Auslands-Bayern, den USA nicht unähnlich, da nehme ich nun doch lieber die Staatsangehörigkeit meiner Wahlheimat an. Die Barrage Ihrer Blogs hat mich letztlich vielleicht nicht davon überzeugt, aber sie war wohl das Zünglein an der Waage. Sie haben mir klar gemacht, wie weit mir dieses Deutschland schon fremd geworden ist, und dafür wollte ich Ihnen mit diesen Zeilen nur kurz danken.

    • Nichts zu danken – ausserdem glaube ich durchaus an dieses Land. Ich kenn eigentlich kein besseres. Man muss es halt manchmal etwas schütteln.

    • Schütteln?
      Lieber Don Alphonso, ich befürchte, Sie untertreiben. Die letzte große Schüttelung, aus der dann zugegeben auch eine ganze Menge Gutes erwuchs, war doch – mit Verlaub – also, es hätte auch ohne sein können. Und die davor war ebenso unnötig. Höchstens 1870/71, da könnte ich das als Meinung tolerieren.

      Das Problem bei Schüttelungen ist doch, dass es ganz klein anfängt, so mit ‚alles unter Kontrolle‘, und dann kommt dadurch nicht genug durcheinander, weil immer noch zu viele Teilchen noch immer nebeneinander liegen, und dann schüttelt man was mehr, …. und plötzlich fliegt einem die ganze Geschichte um die Ohren und trifft auf den Ventilator.
      Eine Kurzversion von ‚etwas schütteln‘ und der möglichen Konsequenzen ist hier sichtbar:
      https://www.youtube.com/watch?v=nFzu6CNtqec

  54. Diese Pest wird von denen die sie fürchten kreiert
    Es ist möglich breiten Wohlstand zu realisieren. Er ist nicht auf Inseln privilegiert. Hier wird exesziver Reichtum mit Wohlstand verwechselt.
    Und sind damit Opfer einer verfehlten Leistungsideologie.
    Wir erklären bestimmte Formen von Anstrengung zur Leistung, obwohl sie viel zu häufig keine Leistung erbringt! Womit Wohlstand zum Privileg wird und Leistung zur Fehlallokation. Wenn sich Menschen Leistung zurechnen können, die sie gar nicht erbringen, aber glauben das es ihre ist, entstehen Ansprüche auf Raub bei denjenigen, die glauben es gehöre Ihnen.
    Das Ergebnis ist Niedriglohn und niedrige Renten und auf Dauer ein Mob, der die Guillotine fordert.

  55. Die Affen der Doris
    @ Patrick Feldman
    An Verdi-Opern kann man nur eins verkehrt machen: Die Inszenierung. Ich denke mit Grausen an den Rigoletto von Doris Dörrie, die die Eigenschaften früherer Herrscher nicht mit ironischer Distanz betrachten konnte, sondern gleich Affen daraus machen musste, und die feministische Botschaften darin versteckte. Man ging trotzdem hin, aber nur, weil die noch unverbrauchte Diana Damrau so gelobt wurde.
    Aber an sich brauchen Verdi-Opern eine bellezza wie Anna Moffo, Amerikanerin italienischen Ursprungs, gefeiert in Italien, gestorben ca. 2006, oder Typen wie Ileana Cotrubas, Maria Callas oder Teresa Stratas. Mirella Freni hatte eine Traumstimme, passte aber vom Typus her nicht, und Montserrat Caballé war zu dick wie auch Luciano Pavarotti, die mühelose Tenor-Stimme überhaupt. Auch die Vergewaltigung nahm man dem reizenden Pastaesser nicht so recht ab. Weiter oben habe ich für Sie noch eine kleine Wagner-Relativierung, falls Don die noch bringt. Würde mich nicht wundern, wenn er sie nicht brächte.
    Wir könnten einen Deal machen: Ich empfehle Ihnen eine Stelle aus Verdi- und Sie mir eine aus Wagneropern. Man kann nur dazulernen mit dem Netz, wenn man es richtig nutzt. Verdummungspotential hat es ja auch, wie Don schön ausführt. Und statt zur Demokratiegewinnung nutzen es viele zum Hauen und Stechen.

    • Man sollte Opern generell nicht auf modern trimmen.

    • @ Oberländer
      Ich hatte Ihnen oben schon geantwortet und diese Ihre Äußerung übersehen.
      Das Wort „Deal“ hat spätestens seit Merkels Anhänglichkeit an den autokratischen Despoten bei mir einen anrüchigen Geschmack. Wir müssten eine andere Überschrift suchen.

      Und ich höre zwar viel Musik, aber ich kann da nicht wirklich fachchineseln. Mein erstes Erlebnis mit Wagner war die Ouvertüre zum Ring d.N.. Ich hatte vorher nur improvisierte Musik (Avind Arset u.a., Brötzmann, Cecil Taylor pp), minimal music, neue Musik (Pärt, W.Rihm, C.A.Zimmermann, Stockhausen usf.) gehört und schätze zwar Bach Purcell u.a. aber fand normale klassische Musik etwas zu sehr „beruhigt und vergeistigt“… und dann hörte ich beim Gipsen damals plötzlich Wagner im Radio und das war wie ein anschwellender Strom, der alles wegriss. Ein anarchisches Pathos, das sich nicht erschöpfte und trivial wurde.
      Später kamen dann die Meistersinger dazu. Und solange ich Ohren habe, werde ich die so laut wie möglich hören. (Übrigens von Herrn Schickelgruber sehr geschätzt- ich weiß aber nicht, in welcher Lautstärke!).

      Das Problem, das wir heute mit Wagner haben ist vllt., dass er ein heroisches Pathos hat und unsere Zeit genau dies scheut. Als ich vor 2 jahren „Unter Stahlgewittern“ von Ernst Jünger als Hörbuch auf einer langen Reise hörte, wurde mir das sehr deutlich: wir sind postheroisch- im schlechtesten Sinn.
      mit gutem Gruß
      PF

  56. Das Münchener Nachtleben
    der späten achtziger und frühen neunziger Jahre war in der Oberstufe aufregend, wurde dann aber sehr schnell sehr fad. Das Milieu im Park Cafe und P1 hielt sich für was besseres, war aber letztlich provinziell und hohl.

    Einer meiner gescheiterten Cousins ist dort schon als Teenager im Drogenstumpf versunken und hat sein Erbe durchgebracht. Von den anderen Schickimickies von damals hört man heute auch nichts mehr. Die Stars die dem P1 ein bisschen Glanz gaben waren die Spieler des FC Bayern und ein paar durchreisende Stars und Sternchen – wer’s mog.

    Mit dem alten Münchener Patriziat hatte das sehr wenig zu tun, dann da galt und gilt immer noch v.a. der geschäftliche und berufliche Erfolg, die Nähe zu den Wittelsbachern und dass man eben nicht öffentlichen die Sau rauslässt. Das war mehr so das Ding der Zuagroasten aus Landshut und Ingolstadt. Die Münchener selber gingen natürlich aus München weg, wohl wissend das München zwar schön aber eben auch provinziell ist und man da schön ab vierzig wohnen kann, wenn man in der Welt was aus sich gemacht hat.

    Das wollen die Flüchtlinge auch, nur sie wissen halt nicht wie’s geht, weil sie von ihren Eltern nicht für ein Jahr auf ein Eliteinternat geschickt wurden und, sagen wir, über ihre Salem Kontakte schnell mal für einen job bei der Münchener Rück vorsprechen können. Da sich Merkel im Gegensatz zu Australiern und Kanadiern die Flüchtlinge nicht ausgewählt hat, werden die meisten arbeitslos bleiben und bis zu ihrem Tod Sozialleistungen beziehen. Und das wird auch das Park Cafe Milieu treffen, denn soviel Geld hatte die Kundschaft dort auch nicht, um sich mit ihrem Vermögen in die Schweiz oder ein anderes Land abzusetzen, wo man nicht nur wenig Steuern zahlt sondern auch in Sicherheit und Komfort leben kann.

    • Naja, Wittelsbach – da gab es auch den ein oder anderen Vollgasfreund.

    • Klar
      gab’s auch unter den kgl. Hoheiten den einen oder anderen Vollgasfreund, aber, in meiner Erfahrung, spielte sich das Münchener gesellschaftliche Leben halt nicht nur im P1 oder Park Cafe ab, sondern eher privat und dann gerne auch mal in Anwesen rund um den Starnberger und Tegernsee.

      Aber, wie fast immer, bin ich natürlich ganz d’accord. Die überwältigende Masse der Flüchtlinge wird zum Sozialfall werden und weil man zehntausende Sprachlehrer, Sozialarbeiter und Polizisten mit Steuergeldern bezahlen muss, wird es woanders knapper werden – und, nein, mit dem Kampf gegen Steuerhinterziehung und einer Erbschaftssteuer holt man das ganz sicher nicht rein.

      Der gute Milton Friedman hat ja schon schön erklärt, dass illegale Einwanderung nur dann etwas bringt, wenn die Migranten keinen Zugang zu den Sozialsystemen haben. Wenn sie aber wegen der Sozialsysteme kommen (einige fliehen sicher auch Krieg und Verfolgung), ist das eine wirtschaftliche und später dann auch gesellschaftliche Katastrophe.

    • Sozialneid?
      „Das wollen die Flüchtlinge auch, nur sie wissen halt nicht wie’s geht, weil sie von ihren Eltern nicht für ein Jahr auf ein Eliteinternat geschickt wurden und, sagen wir, über ihre Salem Kontakte schnell mal für einen job bei der Münchener Rück vorsprechen können.“

      Ich bitt‘ Sie, wo leben Sie denn? Sie können nicht mal schnell irgendwo vorsprechen, nur weil Sie von Salem kommen. Ich meine doch, dass Don das in seinen Ausführungen auch angemerkt hat. Auch Gören aus guten Häusern schaffen den Abstieg, wenn sie nicht klotzen. Und Eliteinternate sind nicht zwingend die Voraussetzung für das Absolvieren des Studiums mit Glanznoten, wie Sie eigentlich selbst schon andeuten (Paradoxon). Außerdem nehmen Eliteinternate auch mal Stipendiaten auf.

      Die Flüchtlinge, wie Sie danach richtig bemerken, sind nicht, was in die USA darf, ergo, was inzwischen jeder, aber auch jeder regeistriert hat, in großen Teilen etwas minderbemittelt. Somit müsste man ihnen das in ihrer Heimat erklären. Zölle ‚runter für die USA? Nun ja. Zölle ‚runter für Afrika wäre vielleicht das Ding. Und Wirtschaftsaufbau dort.

      Unverhohlener Sozialneid passt hier nicht hin und ist auch, wie Sie gut vorführen, oft unrealistisch. Aber vielleicht haben Sie es nicht so gemeint.
      Sie können auch gern eine humanistische Bildung haben und trotzdem Ahnung von Zahlen, schreiben Sie das falsche Buch in diesen starren Denkmustern hier, sind Sie schnell weg vom Fenster.

      Die Wittelsbacher haben Sie auch nicht richtig drauf. Die sind mehr der Grund – zumendest der erste Luigi – dass Bayern frühzeitig auf Innovationen setzte und nicht mit den Kühen verschlammte. So hatte Bayern Industrie und Landwirtschaft in gleichen Teilen bis heute. Und Tourismus, weil das hier nicht so ‚runtergelebt wird und außerdem die Polizei eher mal hin- als wegschaut.

      Aber Sie wissen das doch. Oder haben die Lehrpläne das in Ihrer Schule schon nicht mehr gebracht?

  57. Gott-los
    Neunmal finde ich bisher auf dieser Seite das Wort „Gott“. In der Überschrift, in Querverweisen, im Artikel und in dem einem oder anderen Kommentar. „Selbst“ kommt 31 mal vor, „Geld“ 36 mal. Wäre die Welt anders, wenn sie nicht gott-los wäre? Ich denke schon. Und ich meine damit nicht den moralisierenden Priester, sondern den Menschen, der (nachdem er mit seinem „Selbst“ oder „Geld“ ein- oder mehrmals auf die redensartliche Fresse geflogen ist) erkannt hat, dass Gott es gut mit ihm meint.

    • Danke, Herr Maier, interessanter Kommentar!
      Und man könnte mit Jessaia ergänzen (frei Jess 55, AT) Wozu opfert ihr euer Leben für Dinge, die euch nicht satt machen?! Kommt und kauft ohne Geld…

  58. dekadent?
    man kann sich in Herrn Alfons Dekadenz so richtig suhlen…
    oder
    einem Klub, der ihn als Mitglied akzeptiert, mag ich nicht beitreten, da gehe ich lieber unters gewöhnlich Volk, genannt Plebs.

  59. OT
    in einem Kommentar von Fritz Goergen zur Präsidentenwahl in Österreich
    habe ich folgenden Satz gefunden:
    SPÖ und ÖVP verwechseln seit langem das Volk chronisch
    mit den Funktionären von Kammern, Gewerkschaften,
    Verbänden , NGOs, Kirche usw.

    Dürfte in Deutschland ähnlich sein, und eine Erklärung bieten, warum alle
    polit.Funktionsträger das Volk oder die, die schon länger
    hier leben, nur noch durch einen Nebel wahrnehmen können.

    • "Dürfte in Deutschland ähnlich sein...."
      streiche: ähnlich

      setze: kongruent (um einen Begriff aus der Geometrie für
      Deckungsgleichheit zu benutzen)

      An derart Wahlmodus für Bundespräsidenten arbeitet die Kompasszahl „0= 64“ noch oder soll man sagen man sei dort schon einen Schritt weiter? (bei der Richtungsangabe gehe ich davon aus das Fritz Goergen in Austria wohnt)

  60. Kommentare
    Es wundert mich, dass die von D. A. verfassten Kommentare sprachlich kaum den Blogtexten ähneln. Auch verdächtig viele Rechtschreibfehler. Schade, eigentlich.

    • Das ist halt schnell hingeworfen, man sehe es mir bittschön nach.

    • Das ist halt auch sehr viel Arbeit, Nathan,
      Die Kommentare alle zu lesen und evtl. darauf selbst die eine oder andere Bemerkung zu machen.

      Ich kenne jedenfalls keinen Autor, der sich eine ähnliche Mühe macht!
      Bei Cicero, wo ich früher auch mal Kommentare geschrieben habe, hat mir 1x ein Autor, mit dem ich auch persönl.Mailaustausch hatte, eine Erwiderung/ Nachfrage geschrieben. Bei der FAZ ist es mir auch nur einmal passiert, dass sich der Autor selbst zu Wort gemeldet hat.
      Sprich: Die Kunstfigur ist mehr als fleissig und das Niveau (trotz aller Orthographie/Rechtschreibfehler) meist erfrischend.

      Also insofern, es reicht doch, wenn wir alle wissen, wie es richtig geschrieben wird.

  61. @Don Alphonso, 25. April 2016 um 12:03 Uhr - Tafelkonzerte / Telemann
    Würde der werte Blogherr nochmals seinen CD-Tip von vor ein paar Monaten (so um Weihnachten) mit der geschätzten Leserschaft teilen? Es handelte sich vermutlich um eine frühbarocke Oper/Singspiel aus dem Großraum Venedig. War damals auch lieferbar. Der thread ist leider nicht mehr aufzufinden. Many thanks in advance.

  62. Samsara sagte 24. April 2016 um 08:56 Uhr
    „Und wenn ich heute die grüne Jugend sehe, wie sie Pol Pot, Che und Mao idealisieren, wie sie Fahnen der DDR oder der UdssR (UdSSR !) schwingen, dann wird mir Angst. Weil ich das nämlich kenne!“
    .
    Nein ganz so unflätig wie TDV antworte ich Ihnen nicht, aber wo haben Sie das zuletzt in der Öffentlichkeit gesehen? Vielleicht hängt noch in der Bude eines sauerkrautbärtigen Jünglings bei Mamma vereinzelt ein Mao-Buildl und im Fundus eines nach drei Semestern Politikwissenschaften-Abbrechers, der jetzt morgens um 10 Uhr schon seine zweite leere Bierflasche auf die Neckarterrassen abstellt, mag sich noch eine Che-Spritzschablone für fremder Leute Hauswände befinden. Ihren obigen Artikel fand ich jetzt nicht so übel, dass er derart nieder gemacht gehört hätte.
    .
    Ja, ja der Ludwig Erhard, der im wirtschaftlichen und kulturellen Schatten der Amerikaner (er fränkelte: Omerigoner) herangewachsen war, muß wohl ein wahrer Kommunist gewesen sein (dabei bezeichneter er sich selbst und seine Rolle als „eine amerikanische Erfindung“)
    .
    Der Blog-Guillotine anempfehle ich jetzt einmal die Lektüre von Toni Judt „Geschichte Europas von 1945 bis zu Gegenwart“, Fischer TB-Verlag, insbesondere ab dem dritten Teil.

  63. Twitteria
    Der nächste Text wir schweinisch… Erfährt der geneigte Leser bei DonsTwitter.
    Man darf gespannt sein.

    Der Kitty im Koma-Verweis , ebenfalls zu finden bei Dons Twitter, hat mir auch gefallen.

    Zur Ergänzung:
    Vor allem habe ich im Umfeld sehr viele Dramen erlebt, wie man dann mit künstlicher Befruchtung mit 35 plus (meist) endlich doch noch Kinder kekommen hat.
    Das ist wirklich belastend für die Paare.
    Und es lag mal an Ihr, mal an Ihm.

    Insgesamt wird bei Mann und Frau die Qualität des Erbguts / Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter nicht gerade besser. Das Risiko von Trisomie steigt natürlich auch ziemlich.

    Daher lieber ein paar Jahre Party streichen und früher die Kinder bekommen…

    Ohne freezing…

  64. Titel eingeben
    @Peter Mohler

    Bin nicht Ihrer Meinung. Von der gewissen Attitüde (und der geschwungenen Geißel) abgesehen, sind die meisten Texte des Autors sehr warmherzig, menschlich. Ausgesprochen angenehm.

    Sonst:
    Zum Blogeintrag nichts. Gern aber Opernplausch, da fällt mir eine Menge absurdes Zeug ein.
    Opera seria. Alles andere nur auf Drängen. Als Sachse natürlich Hasse. Didone abbandonata. Dido verlassen. Karthago brennt. (Frei nach Brecht ja dreimal.) Der Text von P. Metastasio.

    Vor allem aber Händel. Fabelhaft der Rinaldo letztes Jahr in Bad Lauchstädt, unter Mitwirkung des Puppentheaters Carlo Colla e Figli aus Mailand.

    https://www.youtube.com/watch?v=bYo3QUzsc_s

    Die leidige Problem aber wieder mit der Gegenwart: Wie lange kann solcher Stoff noch gegeben werden? In einer Zeit der Scheren (noch nicht Messer). Ich sehe da schon den Verdächtigen am Libretto Maß nehmen.
    Solange man nur durch die Inszenierung erziehen möchte, wie Nigel Lowery ’14 zu den Festspielen in Halle (Arminio), mag es gerade angehen. Scheint, als müssten die Zwerge ihren Riesen heute erschlagen, um auf die Schulter zu gelangen.
    Anderswo ein Lichtblick: Wenn Gender technisch wird, gibt es vielleicht echte Kastraten zu hören.

    • klar warmherzig...
      da möchte ich Ihne nicht widersprechen, nur, man kann auch warmherzig dekadents sein, meine ich wenigstens…-:)

  65. Neoliberalismus und Sozialstaat, zwei Welten prallen aufeinander.
    Ich muß doch eine masochistische Ader haben. Mein Blutdruck fällt so langsam wieder unter 200. Ich habe mir „hart aber fair“ angetan. Dabei hätte ich wissen müssen, nachdem ich auf Spahn, diesen Münsterländer, und eine FDP Jungunternehmerin in der Vorschau traf, daß das wieder eine gesundheitsgefährdende Sendung werden würde. Da die einzig sinnvolle Lösung mal wieder nur am Rande erwähnt, nicht aber diskutiert wurde, lohnt es nicht, weiter auf die Sendung einzugehen, das würde nur meinen Blutdruck wieder ansteigen lassen.

    Aber auch Klugheit und Türsteher sind keine Mittel gegen die Pest des Neoliberalismus, daran ändern auch noch so schön geschriebene Beiträge nichts, denn die Rente ist ja sicher, nur ihre Höhe nicht. Und da das alles in meinen Augen eine Frage des Menschenbildes ist, dachte ich mir, hier ein paar Zeilen zu schreiben, um mich wieder zu beruhigen.

    Fakt ist, die Armen werden ärmer, die Reichen reicher, die dazwischen mehrheitlich ebenfalls ärmer. Prekäre Arbeitsverhältnisse auf der einen, Becher golddurchwirkter Eiskugeln auf der anderen Seite. Jedes Maß ist verloren gegangen. Jeder ist seines Glückes Schmied hat Gerechtigkeit, Solidarität und ja, Menschlichkeit verdrängt. Die politischen Eliten haben einen Gesellschaftsvertrag nach dem anderen gekündigt, der Staat kapituliert vor der Macht des Kapitals. Fördern und Fordern ist an die Stelle von Verantwortung getreten. Den Opfern politischen und gesellschaftlichen Versagens wird selbiges als eigenes Versagen angelastet. Sinnvolle Lösungsvorschläge werden von den Eliten als Utopien abgetan, da sie den eigenen Interessen widersprechen. Mit Schwachsinn wie einer Lebensleistungsrente will eine vorgeblich soziale Partei die Bürger verdummen, mit Unsinn wie Riester die Armen noch ärmer machen. Mit Nullzinspolitik wird gar die gesamte Gesellschaft enteignet, private Altersvorsorge wird zum Lottospiel.

    Angeblich stehen wir vor einem unlösbaren Problem. Die Wirtschaft behauptet, keine höheren Löhne zahlen zu können, die Einnahmen des Staates lassen als Folge keine höheren Ausgaben zu, die Finanzwirtschaft läßt sich angeblich nicht weiter regulieren, Euro-, Immobilien- und Finanzkrise kumulieren in einer anhaltenden Staatsschuldenkrise, die schwarze Null ist reine Augenwischerei. Tatsächlich aber ist die ganze Problematik nichts weiter als ein neoliberales Scheinproblem, das relativ einfach zu lösen wäre.

    Dazu bräuchte es allerdings eine Rückbesinnung auf Sinn und Zweck einer Gesellschaft, die eben nicht das Wohl von Einzelkämpfern im Sinn hat, sondern sich auf das Wohl der Gemeinschaft bezieht. Und da steht die Solidarität ganz oben. Der Wert einer Gesellschaft zeigt sich immer im Umgang mit den Schwächsten in der Gesellschaft. Suppenküchen, Kleiderkammern, Hungerlöhne, Kinderarmut, Altersarmut und generelle Gleichgültigkeit gegenüber Einzelschicksalen sind keine Anzeichen einer wertvollen Gesellschaft, sondern Ausdruck einer menschenverachtenden Haltung. Armut und Reichtum können sich in einer Gesellschaft, die auch eine Gemeinschaft ist, niemals proportional entwickeln. Ansonsten hat der Staat seine wichtigste Funktion, für den Ausgleich innerhalb der Gesellschaft zu sorgen, die Gemeinschaft zu stärken, verloren.

    Am Beispiel der Altersversorgung kann das nur bedeuten, daß diese weder zur Privatsache degradiert werden kann, noch in privilegierte Formen auseinanderfallen darf. Vielmehr müssen alle Bürger gleichermaßen und entsprechend ihres Einkommens in einen Topf einzahlen, aus dem jeder einen Betrag erhält, der mindestens dem soziokulturellen Existenzminimum entspricht. Ist dann noch Geld im Topf, kann dieses nach anderen Kriterien zu höheren Beträgen im Einzelfall führen. Und was für die Altersvorsorge gilt, muß logischerweise auch für den Rest des Sozialen Netzes gelten, bedingungslos aber bedürfnisorientiert. Sonstige soziale Wohltaten, Lohnersatzleistungen, die überwiegend nur Besserverdienenden und Vermögenden zugute kommen, müssen ersatzlos entfallen, können durch höhere Einkommen ersetzt werden, eine Aufgabe für die Gewerkschaften, die damit wieder einen Zweck erfüllen könnten. Am Ende ergäbe das eine steuerfinanzierte bedingungslose Grundversorgung, die dem Begriff des Sozialstaates endlich eine wirkliche Bedeutung verliehe, die auf uneingeschränkter Solidarität beruhte. Es läge im Interesse aller Bürger, diesen Sozialstaat effektiv zu gestalten, um ihn so wirkungsvoll wie möglich zu machen. Denn nicht Ehe, Familie oder Singledasein wäre Grundlage der Ansprüche, sondern das Individuum. Den Leistungen des Sozialstaates könnte und dürfte dann auch die Verpflichtung gegenüberstehen, sich in irgendeiner Form in diesen einzubringen.

    Auf der anderen Seite bedeutet das Ende jeglicher Beitragsfinanzierung selbstverständlich das notwendige Ende des deutschen Steuerparadieses. Alle Einkommen würden prozentual gleich hoch besteuert, Steuergestaltung entfiele komplett, auch für multinationale Konzerne etc. Im Gegenzug könnte auf alle Steuerunterschiede, Steuerklassen, Erbschaftssteuer etc. verzichtet werden. Der Wunsch, möglichst wenig Steuern zahlen zu müssen, würde die allgemeine soziale Kontrolle auf allen Ebenen deutlich erhöhen, auch die Kontrolle der Staatsausgaben würde ganz generell ein neues Niveau erreichen. Das Neidpotential würde drastisch verringert.

    In meinen Augen ist die Zeit absehbar, in der es notwendig sein wird, den Staat so oder ähnlich umzustrukturieren, da die anhaltende Umverteilung von unten nach oben ansonsten zwangsläufig den Staat zerstören wird. Und damit wäre ja nun wirklich niemandem geholfen. Allerdings habe ich so meine Zweifel, ob die Vernunft unserer Eliten ausreicht, das drohende Ausmaß der bereits stattfindenden gesellschaftlichen Veränderungen erkennen und entsprechend handeln zu wollen. Mit Aussitzen und Vertagen ist es nicht mehr getan.

    • Amen
      Des Gerechten Mund ist ein Brunnen des Lebens; aber auf die Gottlosen wird ihr Frevel fallen. (Altes Testament)

    • Eine Revolution ändert alles, nur nicht den Menschen (Marx)
      Soros sagt, dass es ein Kampf Arm vs. Reich sei und die Reichen gewinnen würden.Es gibt aber auch Reiche, die einsehen, dass Steuern bezahlt werden sollten. Ein Milliadär meinte kürzlich, letztendlich wäre es kein Leben, wenn die Reichen sich hinter Mauern und Natodraht verstecken müssten, da man sich ja noch nicht zum Mond schießen lassen könne, um dort zu leben.

      Ich meine aber, dass schon viel gewonnen wäre, wenn es diese Oasen nicht gäbe und jeder seinen Anteil leistete.Eventuell könnte man die Steuern für alle senken? Unabdingbar ist dann aber auch, dass diejenigen, die Steuern unsinnig einsetzen, auch zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Es kann nicht sein, dass “ Entscheidungsträger“ sich ungestraft alles erlauben können und sich eins feixen.

      Es ehrt Sie, dass Sie sich so viele Gedanken machen, einfach nur „Amen“
      sagen möchte ich nicht. So, wie es bisher in der Geschichte gelaufen ist, denke ich, dass sich nicht groß etwas ändern wird.Die richtig Reichen haben gar kein Interesse daran und können sich, bisher jedenfalls, überall niederlassen, wo es für sie passt. Geld regiert die Welt. Es gibt nur eine Gerechtigkeit. Nämlich, dass jeder krank werden kann und auch jeder sterben muss…Ich wünsche mir, dass das auch noch lange so bleibt; denn sonst wird es schrecklich.

    • Utopie Dystopie Mistopie
      Herr Meier, mir gefällt der letzte Teil Ihres Beitrages gut. Im Vorletzten Absatz ruinieren Sie die Branche der Steuerberater und machen große Teile der Finanzbeamten arbeitslos.
      Doch bei „anderen Kriterien zu höheren Beträgen“ liegt der Hund begraben. Jede Utopie scheitert an der Auswahl des „Philosophenkaisers“und seiner Mandarine. Wer soll die Kriterien festlegen, wer das ZUtreffen feststellen?
      „jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ klingt super. Wer treibt mich an, meine Fähigkeiten 30, 50, 70 Stunden einzubringen? Wer kennt meine Bedürfnisse? Ich will lieber ne Kippe und n Bier statt Müsli! Ich will Ferrari und 30 m² Wohnung, Sie fahren Golf und wohnen auf 150m²….
      Der Markt, auf den ich meine Leistung trage, der Markt auf dem ich nach meinen Bedürfnissen wähle ist die einzige zumindest rudimentär funktionierende Lösung gewaltfreier gerechter Verteilung.

    • Neoliberalismus und Menschenbild
      Bücher könnte man darüber schreiben. Da mich das auch immer so ärgert und es im direkten Zusammenhang mit dem Sozialstaat steht, möchte ich dazu auch noch ein paar Worte verlieren. Denn das Gerede von Bildung und Chancengleichheit geht mir ganz gewaltig auf die Nerven, insbesondere wenn damit die Ungleichbehandlung der Menschen begründet wird.

      Spätestens mit der Geburt endet nämlich jede Gleichheit und zwar ohne daß auf soziologische oder ähnliche Gründe abgestellt werden müßte. Menschen unterscheiden sich nunmal naturgegeben in ihren physischen, psychischen und intellektuellen Fähigkeiten. Zwar wird das wohl niemand ernsthaft bestreiten, aber warum wird dann von Chancengleichheit gesprochen, die es unter diesen Umständen doch überhaupt nicht gibt, nicht geben kann.

      Aber vielleicht ist ja mit Gleichheit auch eher Gleichwertigkeit gemeint? Nun, das könnte sich in der Menschenwürde niedergeschlagen haben, aber damit ist es ja auch nicht sehr weit her, oder warum wird Reichtum geduldet, solange es Armut gibt? Armut und Menschenwürde in einem reichen Land schließen sich aus, solange Armut vermeidbar ist. Nicht, daß arme Menschen keine Würde besitzen können, aber wird sie ihnen denn von den Reichen wirklich zugestanden?

      Gleichwertigkeit läßt sich sehr gut an Arbeit darstellen, denn nichts bestimmt den Wert eines Menschen in unserer Gesellschaft mehr als seine Arbeit, sein Nutzwert. Und da komme ich wieder zu den naturgegebenen Fähigkeiten des Menschen. Nicht jeder kann Bäume ausreißen, Relativitätstheorien formulieren oder in Frieden mit sich und anderen leben. Aber sollte das denn Einfluß auf seinen Wert als Mensch haben? Nun, das Motto des Neoliberalismus – „Jeder ist seines Glückes Schmied“ – impliziert das jedenfalls sehr deutlich. Wenn aber der Wert des Menschen und damit Gleichheit und Gleichwertigkeit quasi oberstes Gebot sein sollen, was bedeutet das dann angesichts unterschiedlicher Fähigkeiten im Zusammenhang mit der Arbeit, die ein Mensch leistet?

      Heute wird der Wert der Arbeit nach der Macht, die der Arbeit innewohnt, bemessen. Je mehr Macht die Arbeit verleiht, desto selbstverständlicher wird sie dazu genutzt, sich selbst Vorteile zu verschaffen. Daß diese Vorteile zu Lasten Dritter gehen, wird kaum noch hinterfragt. Manager tragen viel Verantwortung, wer wollte das bestreiten, aber letztlich wirkt sich ihr Versagen nicht wirklich auf ihr eigenes Leben aus. Anders bei der Verkäuferin, die wegen eines Pfandbons oder Brötchens ihre Arbeit verliert, deren Leben so vielleicht endgültig ruiniert ist. Alles eine Frage der Macht. Und, je mehr Macht, desto höher die Bezahlung, das mitunter selbst bestimmte Einkommen.

      Was auf den ersten Blick so selbstverständlich scheint, ist es aber sicherlich nicht. Denn es kann nunmal nicht jeder Manager werden, selbst wenn er es könnte. Daher wäre eine andere Bewertung der Arbeit mehr als sinnvoll, geradezu zwingend notwendig, um Gleichheit, Gleichwertigkeit und Menschenwürde nicht zu reinen Floskeln verkommen zu lassen. Wie könnte das also aussehen?

      Unterschiedliche Fähigkeiten bedingen unterschiedliche Leistungsfähigkeit. Wer über die Hauptschule nicht hinauskommen kann, der kann kein Akademiker werden. Aber er kann in seinem Beruf ebenso 100% seiner ihm möglichen Leistung erbringen wie der Akademiker in seinem Beruf. Die subjektive Leistungsfähigkeit ist also durchaus gleich. Würde sie auch gleich bewertet, müßte sich das in einem identischen Einkommen niederschlagen, will man die Gleichwertigkeit des Menschen ernst nehmen, denn mehr können beide naturgegeben eben nicht leisten. Sie dennoch unterschiedlich zu behandeln, ist Ungleichheit, von Chancengleichheit keine Spur.

      Die subjektive Leistungsfähigkeit des Menschen blendet der Neoliberalismus aber aus, das durch ihn vermittelte Menschenbild ist falsch. Der Wert der Arbeit und damit de facto der Wert des Menschen in der heutigen Zeit müßte sich an dem orientieren, was er angesichts seiner Leistungsfähigkeit zu leisten imstande und bereit ist. Das Einkommen eines faulen Akademikers würde dann niedriger als das Einkommen eines fleißigen Hilfsarbeiters sein. Das wäre Chancengleichheit in objektiver Hinsicht. Das wäre praktisch umgesetzte Menschenwürde in der heutigen Verwendung dieser Begrifflichkeiten.

      Selbstverständlich bemißt sich der Wert eines Menschen nicht nur an diesen Aspekten, aber dennoch haben sie unbestreitbar erheblichen Einfluß auf seine Würde in dem Sinne, wie er behandelt und wahrgenommen wird. Und das, das wirkt sich ebenso unbestreitbar auch auf ihn selbst, auf sein Selbstwertgefühl aus. Richtig ist auch, daß es ungemein schwierig sein dürfte, subjektive Leistungsfähigkeit objektiv zu bewerten und in reale Ergebnisse umzusetzen. Daß das aber nicht einmal versucht wird, nicht einmal gedanklich überhaupt in Ansatz gebracht wird, das ärgert mich schon mein ganzes Leben. Im Gegenteil ist es gerade der Neoliberalismus, der das Ganze auch noch in sein Gegenteil verkehrt, ohne auf wirklichen Widerspruch zu stoßen.

      Was nützen all die schönen Worte, die Sonntagsreden, wenn die Doppelmoral schon nicht mehr erkannt und wahrgenommen wird, die sich dahinter verbirgt. Solange die Menschenwürde keine praktischen Auswirkungen bedingt, ist sie doch nicht mehr als Opium für das Volk.

      So, nun geht es mir wieder besser und ich gelobe, mich in Zukunft wieder kurz zu fassen, bevor mir wieder das Predigen vorgeworfen wird.

    • Nun, melursus, ich bin für konstruktive Kritik immer offen
      Daher schrieb ich ja auch, die Gesellschaft müsse sich so oder ähnlich verändern.

      Richtig ist, daß „andere Kriterien“ nicht dem Gutdünken einzelner Interessensgruppen unterliegen dürfen, insbesondere nicht politischen Parteien. Vielmehr müßte hier ein finaler und konsensfähiger Katalog (analog des ehemaligen Warenkorbes) erstellt werden, der durch Volksabstimmung abgesegnet wird und auch nur auf diesem Wege veränderbar ist.

      Es geht auch nicht um Zwang, Verteilung oder Befriedigung von persönlichen Bedürfnissen. Es geht einzig um die menschenwürdige Sicherstellung einer am soziokulturellen Existenzminimum orientierten bedingungslosen Grundversorgung. Wenn Sie damit zufrieden wären, umso besser. Denn billiger kann der Staat nicht für seine Bürger sorgen. Die, die mehr wollen, werden das wie bislang handhaben, dann jedoch ohne existenzielle Ängste. Und sie werden Ihnen dankbar sein, denn je billiger das System, desto reicher die Bürger.

      Die Sorge für die Bürger ist Pflicht des Staates, ohne deren Erfüllung der Staat keinerlei Recht hat, persönliche Freiheiten einzuschränken, Ge- und Verbote auszusprechen.

  66. TTIP
    @Renate Simon:
    25. April 2016 um 20:16 Uhr
    „Nicht mal mehr die Präsidentschaftskandidaten wollen das Handelsabkom-men, was also bezweckt Merkel damit und mit allem anderen, was sie dank der Richtlinienkompetenz zaristisch durchdrückt?“

    Sie komplettiert damit ihre marktkonforme Politik, welche sie als selbsterklärte Anhängerin von Margaret Thatcher und Milton Friedman durchgehend unterstützt. Thatcher war ja schlau genug, zurück zu rudern, als das Volk nicht mehr mitmachen wollte. Aber die Engländer haben auch damals ordentlich Krawall gemacht. Das wird hier nicht passieren, und selbst wenn, so stehen die neuen, superstarken Wasserwerfer, die wie Kriegsgerät aussehen, als Abschreckung parat.

    Nun, alle drei: Hillary Clinton, Bernie Sanders und Trump sind gegen Freihandelsabkommen, sagen sie. Betonung auf “sagen sie“. Clinton geht mit dem Thema wegen Sanders mit, weil sie nicht anders kann. Ich traue ihr nicht. Und über Trump gibt es einen Mittschnitt, in welchem sein neuer Kampagne-Manager erklärt, dass Trump nur eine Rolle spielt, welche mit dem echten, präsidialen Trump nichts zu tun hat… Also mal abwarten.

    Das hat Frau Merkel schlauer gemacht. Obwohl diejenigen, die die Politik aufmerksam verfolgen, schon vor der BTW wussten, dass Merkel das TTIP unterstützt, ja, das es ihr „Herzensanliegen“ sei, hat sie das Thema im Wahlkampf mit keinem Wort erwähnt. Wohl wissend, warum… Und natürlich haben die braven Journalisten dazu auch keine Fragen gestellt.

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