Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Fastenzeit für den Leichenwurm

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So schnei schdiabd da Mensch ned
Meine Grossmutter

Mit einem leisen Schmatzen versinken meine Schuhe im Schlamm, Der Himmel ist graublau, die Luft ist feucht vom Starkregen der Nacht, und um das Auto herum breitet sich eine Sumpflandschaft aus. Es ist wirklich sehr früh am Morgen. Hinter mir liegt eine unruhige Nacht und vor mir der Anlass, warum ich schlecht geschlafen habe. Etwas mehr als 105 Kilometer auf dem Rad.

erob

Das klingt nicht so schlimm. 105 Kilometer werden die meisten schon schaffen, wenn sie einen Tag Zeit haben. Erschwerend kommt hinzu, dass das Rad historisch sein muss. Meines ist 40 Jahre alt. Und so alt sind auch die Bremsen, was ein Problem ist, denn die Strecke ist nicht gerade eben. Zwischen Start und Ziel in Buonconvento, südlich von Siena, liegen mehr als 2000 Höhenmeter. Das ist in etwa so viel wie zwei Mal der Jaufenpass über die Nordrampe von Sterzing aus. Und die Mehrheit dieser Höhenmeter werden auf grobem Schotter absolviert, egal ob bergauf oder bergab. Und deshalb schmilzt die Gruppe praktisch aller Menschen, die 105 Kilometer radeln könnten, heute auf anderthalb tausend zusammen, die bereit sind, sich die Strapazen anzutun. L’Eroica heisst die Veranstaltung.

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Ich weiss, was ich hier im Schlamm tue. Vier mal habe ich teilgenommen, vier mal bin ich angekommen. Beim ersten mal habe ich mein müdes Fleisch wieder und wieder gegen verregnete Berge geworfen und auf einer Spur Blut und Schweiss nach oben gezerrt. Die Berge wollten nicht so wie ich und der Körper wollte auch nicht. Ich habe überlebt, aber es fühlte sich wie der Tod an. Tot ist man, wenn der Körper aufgibt. Dieser mein Körper und die Berge, die wollten mich damals tot machen. Danach habe ich viel trainiert und gelernt, mich mit den Bergen abzufinden. Trotzdem bin ich bei den nächsten Terminen wieder am Ende wie ein nasser Sack vom Rad gefallen. Jedes Mal dachte ich ans Aufgeben. Jedes Mal musste ich den Körper irgendwie über diese verdammten Berge schleifen. Auch im letzten Herbst im Regen, in 70 verdammten Kilometern im Dauerregen. Immerhin, es war das erste Mal, dass ich am Ende nicht wie ein nasser Sack umgefallen bin.

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Und nun stehe ich wieder in Buonconvento, und die Schuhe versinken im Schlamm. Regnen soll es den ganzen Tag, sagt der Wetterbericht. Ich könnte daheim im Bett liegen und schlafen, ich könnte den Dom von Siena besuchen, ich könnte schlau sein und mir sagen: “Lieber Mann, Du hast vor diesem Tag einen Monat mit dem Training ausgesetzt. Zuerst warst Du drei Wochen mit dem Auto in Italien, und dann mit schwerem Heuschnupfen daheim in einer verriegelten Wohnung. Du bist keinen Meter gefahren. Du hast Asthma, ein Bein ist zu kurz und die Füsse sind unterschiedlich. Geh nach Hause, lass Dir ein Attest schreiben und Dich als behindert einstufen, und kauf Dir vergünstigte Fahrkarten mit dem Zug. Da kommst dann auch überall hin. Es gibt Leute, die aus ihrer Behinderung erfolgreiche Blogs machen! Kein Schulkamerad würde Dich je hier erwarten. Du musst niemandem etwas beweisen. Das hier ist so ziemlich der letzte Ort, wo ausgerechnet Du jetzt sein müsstest. Und Du weisst, dass Du jetzt nur leiden, leiden und nochmals leiden wirst.“

erod

Aber genau das ist es: Dass alle, die einen früher beim Fussball spielend leicht umtänzelten, die einen beim Laufen zurückgelassen haben und so mühelos am Reck durch die Luft flogen, jetzt erdenschwer irgendwo in Deutschland Wochenende haben, sich im Bett von der Arbeit und dem Kantinenessen erholen, und genauso wie ich die Einschläge näher kommen hören. Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen und unsere Reihen lichten sich – erst die Herzinfarkte, später dann Gehirnschlag, Krebs und noch unschönere Dinge. Das geht gerade los und wird nicht aufhören, bis wir alle unter der Erde sind. Mir reicht es, dass meine Schuhe schon 2 Zentimeter tief im Schlamm sind. Tiefer soll es nicht zu den Leichenwürmern hinunter gehen. Ich lasse die Bedenken am Auto zurück und fahre durch das offene Tor raus aus Buonconvento, und werde gleich von einem Tandem abgehängt: Schweizer auf Hochzeitsreise.

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Die Strasse ist noch feucht. Aber es regnet nicht.

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Also wirlich gar nicht. Kein einziger Tropfen.

erog

In den Tälern liegt romatischer Dunst, es ist zu Beginn etwas kühl, aber ich bewege mich und werde schnell warm.

eroh

Es ist schön. Auch an den steile Anstiegen ist es schön. Die Sonne scheint. Die Speichen zerteilen das Licht in Fraktale des Glücks und der Freude.

eroi

Ich bin in Italien. Das Land ist schön. Sagenhaft schön. Vielleicht gibt es ein schöneres Land auf dieser Welt, aber dann würde man vielleicht sterben. Vor Glück. Hier hat es eine herbe Note, wenn es mörderisch steil bergab geht und dann wieder fast unbezwingbar nach oben. Aber es ist schön. Nur schön.

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Und es regnet nicht. Überhaupt nicht. Die Wettervorhersage ist so glaubwürdig wie ein Wahlversprechen der SPD, und ich fliege über Steigungen hinauf, die Sigmar Gabriel nie wird hochkeuchen können. Merkel auch nicht. Nichts gegen Fette, ich will sie auch nicht beleidigen, ganz im Gegenteil, man braucht Negativbeispiele, um sich positiv zu entwickeln. Ich fahre nicht schnell, ich habe keinen Ehrgeiz, ich will hier nur ankommen, und zum ersten Mal habe ich überhaupt keine Zweifel, dass es gelingen wird.

erok

Natürlich habe ich zu stöhnen und zu japsen. Natürlich steige ich ab und schiebe. Natürlich kostet mich der Anstieg nach San Angelo in Colle Kraft und Zeit. Natürlich fliegen andere an mir vorbei. Aber mit mir zusammen schiebt eine vergnügte Gruppe Italienerinnen und Italiener, die auch keinen grossen Ehrgeiz haben. Das Licht funkelt durch das Laub. Es ist Frühsommer. Es ist anstrengend und schön. Es gibt hier nichts, gar nichts, was nicht schön wäre. Vielleicht bin sogar ich ein wenig schön, der ich schiebe, aber eben leichtfüssig und fröhlich singend: Tutto vanita, sono vanita, vivete con goia e semplicita… Der Schlamm ist längst getrocknet, weisser Staub knirscht unter den Schuhen, und irgendwann werden wir auch alle Staub sein. Aber nicht heute. Heute leben wir.

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Debil grinsend erreiche ich den Gipfel, wo ich letztes Jahr noch an das Aufgeben dachte. Debil grinsend knalle ich über die Schotterpiste nach Castelnuovo del Abbate, und beim langen, langen Anstieg nach Montalcino vergeht mir zwar das Grinsen, aber nie das Gefühl, diesmal auf der richtigen Seite zu sein. Manche finden ja, man sollte sein Fett akzeptieren und damit zufrieden sein, dann werde die Gesellschaft schon aufhören, einen zu diskriminieren – die Berge hier diskriminieren einen, bis sie einen umgebracht haben. Nichts verspottet die Schwäche so sehr wie ein Berg, den man nicht schafft. Dieser Berg wollte mich letztes Jahr umbringen. Dieses Jahr komme ich darüber hinweg.

erom

In Montalcino gibt es Eintopf. Es gibt Sonne, Sonne, Sonne, es gibt Komplimente für mein Rad und staunende Touristen, die sich das alles gar nicht vorstellen können. Geniesserreisen in der Toskana, Wine Tasting mit Brunello, und dann sitzt da einer an der Loggia und bekommt nach 60 staubigen Kilometern einen Eintopf… wie kann man nur.

eron

Letztes Jahr habe ich mich das auch gefragt und dieses Jaht, ein paar Kilo leichter und etwas besser trainiert, ist die banale Antwort: Ich will es so. Ich will nichts anderes. Ich will genau hier sein. Staubig, hungrig, zufrieden und mit nochmal 45 Kilometern vor mir.

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Es folgen nämlich nach einer rasanten Abfahrt die schönsten Abschnitte der Strecke. Eine dreidimensionale Postkartenidylle.

erop

Ich baue deshalb fast einen Sturz. Ich begaffe die Landschaft, ich verliebe mich in die Kurven der Hügel und in das satte Grün, und schaue gar nicht mehr auf die Strasse. Und fahre kerzengerade in ein Stopschild vor einer Baustelle. Andere rutschen in der Berliner U-Bahn auf einem glitschigen Dönerpapier aus, ich falle beinahe in Baustellen der Toskana. Jeder stirbt für sich allein, aber selbst der Tod macht immer noch Unterschiede.

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Passiert ist dann aber nichts. Alles bestens. Also weiter, immer weiter, noch ein Hügel, noch einer, Schafherden, Gehöfte, Wälder, blauer Himmel, Sonne, Sonne, Sonne. Es war der schlimmste Tag seit Wochen angekündigt, es wurde der schönste Tag, den man sich vorstellen kann. Sollte ich je erklären müssen, was unverschämtes Glück ist: Dieser Tag. Denn natürlich regnet es. Es schüttet. Hinter Montalcino, als ich längst weg bin. Die Gewitter sind eine feine Kulisse, geben dem Radler den Eindruck, den Gefahren zu trotzen – und ziehen dann ab.

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Alles fügt sich. Das ganze Leben fügt sich. Hier der Berg, da die Muskeln, dort die Sonne, hier die gebräunte Haut. Nicht das Schicksal peitscht mich diesmal nach oben, die Himmelsmechanik lässt mich über den Planeten wandern. Ein jeder an seinen Platz und mich zwischen die Wiesen und Pinien, die Kette auf die Ritzel und der tropfenden Schweiss in die Erde. Es kommt der Hunger, es kommt der Durst, es kommt die Kontrollstation, und noch ein Buffet mit toskanischen Spezialitäten und stilsicher gekleideten Frauen und Männern, die einem alles geben, was man will.

eros

Es kommt die Abfahrt und der Sturm, der einen dabei umtost, es kommen Kurven, die Gott erschuf, als er am siebten Tag gut gegessen hatte und etwas Entspannung brauchte, es gehen alle Skrupel und ja, natürlich sollte man sich auf einer vierzig Jahre alten Kiste mit schlechten Bremsen nicht einfach der Schwerkraft hingeben, aber der Stachel des Todes ist woanders und egal, wo die Hölle gerade siegen mag: Es ist so einfach. Es ist so viel Freude. Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen, aber der Krampus hat jetzt mal Pause und das Rad liegt wie ein Brett auf dem Asphalt. Über 2000 Meter geht es hinauf, aber über 2000 Meter geht es auch hinunter.

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Und dann, eher als gedacht, auch wieder hinunter nach Buonconvento. Ich falle nicht wie ein nasser Sack vom Rad. Kein Kind schaut mich mitleidig an. Auf den Bildern sehe ich gut aus, als ob ich nochmal 20 Kilometer fahren könnte, und so ist es auch. Ich bin gut durch, etwas erschöpft, aber nicht am Ende der Kräfte. Es geht mir gut. Ich habe nicht nur überlebt, ich habe gelebt.

erow

Die Kumpane tragen ihre Ehrenmedaillen, die beweisen, dass auch sie das Zeug zum Helden haben. Zu sechst sind wir aufgebrochen, zu sechst im Ziel eingelaufen. Alle haben dieses l’Eroica-Grinsen im Gesicht. Das versteht keiner, der es nicht mitgemacht hat.

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Man kann auch daheim bleiben und grillen. Das Leben hat viele Seiten, und manche sind auch wirklich schön. Man muss das hier nicht tun. Man macht das aus freien Stücken, und redet auch nicht darüber, dass man angefressen ist und die Tage bis zum Oktober zählt, da in Gaiole die 20. Auflage stattfinden wird – dann vielleicht wieder mit Schlamm und Regen, wer weiss das schon, und noch schlimmer, mit deutschen Reportern von Onlineportalen, die auf den Radtrend aufspringen. Und denken, 145 Kilometer in der Toskana, das wird sicher angenehm.

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Das ist es. Mit etwas Erfahrung und Übung ist es wirklich schön, die Wunden verheilen, die Krämpfe vergehen, Knochen kann man mit Nieten aus Titan zusammensetzen, so dauerhaft wie Titan bleibt auch die Erinnerung, und so schnell stirbt der Mensch nicht, sagte meine Grossmutter immer. Und hatte natürlich wie immer recht.

(Natürlich können wir Kollegen der Konkurrenz keine Garantie auf unsere Familienweisheiten geben.)

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131 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Fantastische Bilder, hinreißend geschrieben, man hat das Gefühl dabei zu sein, beneide Sie glühend, danke, daß Sie uns teilhaben lassen an Ihrem Leben. Bin begeistert.

    • Das freut mich. Seien sie auch im Oktober wieder dabei, dann gibt es eine neue Runde im Chianti

  2. Oh wie schön :)
    Herzlichen Dank für den tollen Bericht!

  3. Wenn ich die Bilder sehe mit diesen Wegen,
    dann möchte ich da jetzt auch unterwegs sein (obwohl ich gerade eine Nacht schlecht geschlafen haben, weil ich mich mit dem Rad unangenehm beim Überholen übel langgelegt habe)!
    Aber mit solchen Reifen (und den Bremsen) „auf grobem Schotter“- mich hat es ja schon die Haftung gekostet mit meinen Schwalbe Kojak bei kurzem Graskontakt-? Also ich weiß nicht so recht. Und dann noch bei Regen (auf den Bildern nirgends) mit all dem Schmodder in der Schaltung und auf den Bremsklötzen… mutig!
    Nun, Sie haben es nicht nur überlebt, sondern die Freude springt einem aus dem Text direkt ins Gesicht. Ein wirklich schön zu lesender Text.

    Mich tröstet, dass ich – vor Südamerika- noch von hier über die Pyrenäen bis nach Barcelona fahren werde. Und dann in Südamerika durch Patagonien nach Tierra del fuego. Und dann vllt. hoch in die Atacama- wenn ich vorher nicht von spritzenden Kieseln der überholenden Autos erschlagen worden bin.

    • Es ist gar nicht so schlimm. Die Reifen haben wenig Halt, und deshalb ist es gut, wenn die Bremsen nicht so fest ziehen. Und ich baue die Räder schon so, dass sie einen relativ weiten Grenzbereich haben und gut modulierbar sind. Man gewöhnt sich an die alten Kisten. Man muss halt vorsichtig sein.

  4. Ode an die Freude
    Aus jeder Zeile spricht pure Lebensfreude, danke dafür. Wohl dem, der seine eigenen Grenzen schon mal überwunden und dieses Glücksgefühl empfunden hat. Erlebt man es, ist es unbeschreiblich, man wächst über sich hinaus, der Tod kann warten.

    Bei mir war es die Mutter, die immer meinte, so schnell stirbt sich’s nicht und da hatte sie einmal ausnahmsweise recht.

    • Gern geschehen. Wenn es im Herbst wieder schüttet, werde ich winseln, dass die Trommelfelle schallern. Aber diesmal war es fein.

  5. FETTE NEGATIVBEISPIELE !!
    „was einen guten fahrer ausmacht, ist die fähigkeit, sich selbst in grund und boden zu fahren!“ sagte der legendäre Tom Simpson, bis es dann am 13. juli 1967 auch tatsächlich geschah.

    auch Sloti, der – weil er sich weigert, die französche revolution als etwas insgesamt segensreiches zu bewundern – von einigen ja schon als rechtsausleger einstuft wird, ist da wohl schon hochgefahren, den einsamen gipfel des Mont Ventoux.

    nun gut, genug aus der welt des ehrlichen radsports, nach den fetten hassern hat es DON heute mit den fetten negativbeispielen („plötzlich platzte meine kostümjacke“, in anlehnung an einen werbespot für muskelpräparate, wo plötzlich das hemd vor muskelbollen wie bei Usain Bolt platzt). aber der ist ja nicht russe, und deshalb dopt der nicht.

    wie war das mit den fetten negativbeispielen: jeder ist zu etwas zu gebrauchen, und sei es nur als abschreckendes beispiel !

    • Sowas mache ich ja nicht. Genau so soll es nicht enden. Immer schön gemächlich, immer die Nase in die frische Luft, immer wissen, wann es auch wieder gut ist.

  6. We claw with our fingernails for that inch.
    Männer haben nur eine Funktion in der Natur:
    Samen erfolgreich abwerfen und sterben.

    Alles andere ist Theater.

    Welches insbesondere alte, weiße Männer gerne aufführen.

    Und so die Zivilisation erschufen.

    Also: Weiterstrampelnd….

    • Danke, das habe ich jetzt gebraucht. zumal als samenlose Kunstfigur ohne Unterleib.

    • Strength does not come from winning. Your struggles develop your strengths.
      Man muss nur genau genug beobachten und schon erkennt man, dass dieser Beitrag eine hochgradig politisch inkorrekte Botschaft transportiert.

      Man beobachtete das Ursprüngliche:
      Täler, Hügel und nutzlose Männchen.

      Irgendwann haben diese Männchen angefangen ihre nutzlose Zeit damit zu verbringen, Sprache zu entwickeln, Häuser zu bauen, dann Straßen, dann Fahrräder, dann Fahrradkleidung, dann Fotoapparate, dann Computer und dann das Internet….. und am Ende kann ich hier hunderte von Kilometern entfernt wunderbare Texte und Bilder auf einem Computer Bildschirm betrachten.

      Wäre die Welt die Gleiche, hätten alte weiße Männer sich ihrem Schicksal ergeben und sich der Natur unterworfen? Sich über ihren Körper definiert und nicht wie der Don am Ende des Tages in das 272 PS Automobil eingestiegen? Nicht am Ende die Natur nur wieder in Form von Fitness und Freizeit wieder in Leben reingelassen.

      Der Sieg der Zivilisation besteht in der Entkopplung vom Körper. Der Kampf des Dons entspringt der Erkenntnis des Schicksals und seines Aufbegehrens.
      Und genau hier, in dieser Differenz, liegt der Ursprung der westlichen Kultur, wie auch des Scheitern der Emanzipation und der Aufstieg der AFD.

      Man muss nur beobachten.

    • Rabulistik.

      Im Ernst, ich will Witze über den Tod machen und nicht ihm zum Opfer fallen. Ich mag nicht in die Details gehen, aber wenn ich Leute sehe, die ab dem 40. Lebensjahr jeden Tag 7 Pillen fressen müssen, weil sie es davor einfach haben laufen lassen, dann will ich das nicht verurteilen. Aber es ist nicht das Leben, wie ich es mir vorstelle.

    • We've always defined ourselves by the ability to overcome the impossible.
      Der Witz ist, dass die, die die Pillen schlucken, vielmehr der Zivilisation dienen als ein Don der sich noch mittels Muskelkraft die Berge hochquält.

      Natürlich sind es Testdummies für die Pharmaindustrie, natürlich wird es in 99,9% nichts helfen. Aber nur weil sich Millionen Menschen für dieses Pharmaexperiment opfern, wird am Ende vielleicht eine Pille rauskommen, die jeglichen Sport unnötig machen wird.

      Das ist der Preis des Fortschritts, dass sich Menschen opfern.
      Wir sollten Ihnen dankbar sein.
      Vielleicht ein Denkmal für den dicken Pillentester.
      Oben auf dem Hügel, dort wo der Don der Natur seine Zähne zeigt.

    • jetzt haben Sie mich alte Frau erfolgreich
      zum Lachen gebracht – danke!
      (bei jungen Männern erhöht das die Fortpflanzungschancen und bei alten die eheliche Verträglichkeit)

  7. Titel eingeben
    Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Tour.
    Sie haben recht, Ihre Beständigkeit gewinnt am Ende immer; im Sport, Journalismus und Leben

    • Danke. Tatsächlich kommt es vor allem darauf an, sich die Kräfte richtig einzuteilen. Das ist entscheidend.

  8. Wir schaffen das: Herz, Bauch, Verstand!
    Wer sich anstrengt, sein Leben lang kämpft um seinen Weg, sein Fortkommen, sich gesund zu erhalten an Körper und Geist, der lebt anders, der lebt auf, der empfindet, fühlt und schreibt anders. Das Selbst zu bezwingen gegen Faulheit, Schwäche, Trunk-, Sex- oder Internet-Sucht macht hart im Herz, das doch alles fühlt – stärker im Schmerz und im Glück. Was dann zu lesen ist, macht Freude, beschwingt, weil es mit eben dem Gefühl von Freude geschrieben ist. Danke! Vor wenigen Wochen noch aus Sizilien über Siena heim gekommen, fühlt sich die „kalte Heimat“ alt und älter an:
    http://n0by.blogspot.de/2016/05/rhein-ruhr-ruinen-sozial-verelendender.html

    • Was ich schon merke ist, dass ich da draussen mein Leben anders wahrnehme. Es muss gar nicht die Toskana sein, es reicht schon eine kleine Abendrunde.

    • Demnächst dann Nichtweisse diskriminierende Oldtimer, die das Blut von Saudis und Nigerianern saufen.

  9. Bravo
    Da ist sie wieder, die Poesie, sobald das Rad ins Spiel kommt.

    • Es ist auch eine besonders poetische Reise – und ich will nicht, dass es mir ergeht wie dem unpoetischen Radblog der ZEIT. Das wurde nämlich eingestellt.

    • Heh
      Das ist MEIN nichtregistrierter Benutzername, und kein Status ;)

  10. Wunderbarer Text, zum Erzähler geboren -
    „Tot ist man, wenn der Körper aufgibt, und tot ist man auch, weil die Seele befreit zum Himmel aufsteigt, wie auch genau das Gegenteil: Wahrhaft lebendig erst ist, wes Seele befreit zum Himmel aufsieht, ungläubig staunend.“

    Und auch sogar bzgl. des allseits bekannten „Brunello“ gabe es kürzlich erst noch Verhandlungen, man ist verwundert – „die Anbaufläche stiegt von 65 ha in den 1960gern auf 2050 ha in 2008“. Da taten die Verhandlungen wohl auch Not:

    „Auf der anderen Seite ging es für die Gegner solcher Vorschläge um die Identität, vielleicht sogar um den Fortbestand dieses Weines, was die amerikanische Weinjournalistin Karin O’Keefe mit dem Satz „To be Brunello or not to be Brunello“ zusammenfasste. Nach zahlreichen Verhandlungen wurde das Embargo der US-amerikanischen Seite im Juli weitgehend gelockert.“ (Wiki)

    Die FAZ und Don Alphonso also als allseits wichtige Impuls- und Stichwortgeber – eigenständig „netzforschen“ täte ja jeder darüberhinaus eh sowieso immer.

    Das Feuilleton wird also durch Don Alphonso ständig noch ein wenig literarischer, als es eh schon war? Wie wunderbar!

    Und Fastenzeit für die Schwarz-Weiß-Aufnahmen: http://tinyurl.com/z682rjj „The walls of the sanctuary are covered with a cycle.“

    • An der Cantina Montalcino – also da, wo der echteste des echten Brunello herkommt, kommt man übrigens direkt vorbei, und manche kehren da auch ein. Die Flasche, die man bekam, war wohl auch Brunello, aber ich trinke ja keinen Alkohol.

    • sturzlos-nüchtern
      „[…] aber ich trinke ja keinen Alkohol.“

      Womit dann endlich geklärt wäre, weshalb Sie es in Berlin nicht aushalten konnten. Trinkt keinen Alkohol! Und zieht dann nach Berlin… hammwajajelacht.

  11. Titel eingeben
    Nach diesem Text möchte man flugs und stante pede Rennradler werden.
    …aber wohl nicht mehr in diesem Leben. Leider.

  12. Titel eingeben
    Schlamm_,_
    den steile__ Anstiegen

    Ihre Texte haben eine fehlerfreie Publikation verdient. :-)

    Bitte löschen.

  13. Meravigliose, le photographie
    „Das Wetter fährt fort, über allen Ausdruck schön zu sein; heute war ein Tag, den ich mit Schmerzen unter den Narren verbrachte.“ (Goethe, nicht 1. Mai 2016 sondern 19. Februar 1787)
    .
    Eigene Erfahrung, aber noch einmal von der Schippe gesprungen: Exzessive Selbstvergewaltigungen dieser Art in Kombination mit den Verlockungen der toskanischen Keller und Küchen führen keineswegs zu verzögertem Leichenwurmfraß.
    .
    Ma, „Non deve fermarsi l´uomo in una sola Cosa, perchè allora divien´ matto; bisogna aver´mille cose, una confussione nella testa.“
    .
    Auf die Übersetzung wird verzichtet, denn in meiner schönen Stadt am Neckar, zum Mittag hin von Wein umgeben, stand bis vor wenigen Jahren folgender Spruch an einer Wand: „Du sollst immer trunken sein.“. Gezeichnet mit J.W.v. Goethe. Ob er wirklich auf eine Abwandlung von Goethes „Trunken müssen wir alle sein…“ aus West-östlicher Divan oder auf „Enivrez-vous! Il faut être toujours ivre.“ Charles Baudelaire zurückging, entschließt sich mir heute nicht mehr. Die Weinstube ging den Weg zum Leichenwurm, der neue Besitzer handelt mit Edelmetallen. Ob seine religiöse Ausrichtung, der Zeitgeist in Verkennung der wahren Bedeutung oder nur die voreilig frevelnde Hand eines peintre batiment für die Entfernung des Spruchs verantwortlich war, ist mir nicht bekannt.
    .
    Don, tolle Fotstrecke. Man erkennt auf dem Foto (bei „Debil grinsend…) sogar den Mont´Amiata.Dem Schattenwurf nach wurde es um ca. 11Uhr bei südsüdöstlichem Sonnenstand gemacht.

    • Das Photo vom Anstieg ist kurz nach Mittag

      Und so schlimm ist das eigentlich gar nicht. Nur wenn man es hat schleifen lassen wie 99,99% der Bevölkerung, dann ist es vielleicht etwas herausfordernd.

  14. Das ist doch mal schön.
    Ich freue mich für Sie.

  15. Chi è causa del suo mal, pianga se stesso.
    Lieber Don Alphonso,

    Ihre bewegenden Zeilen regen zum Nachdenken an.
    Gedanken an den Tod, Schlamm und Würmer. Dabei stellen sich bei jedem Leser augenblicklich Bilder ein.

    Der im Merkelschen Kadavergehorsam Lebende wird die Schlagzeile des SPIEGELS vor seinen Augen sehen: „“Der langsame Tod im Schlamm“ (26.03.2016), wie der Nostalgiker an Ludwig Hirsch denken mag mit seinem Lied: „I lieg am Ruckn“als er sang:
    „Was is’n des, des komische Krabbeln an die Zehen da vorn?
Jessas Maria, der erste Wurm!
Du liegst da und kannst di net rühren, die Würmer krallen dir in’s Hirn,
und sie dinieren.“

    So, wie ich mir ein wenig Ihr italienisches „Wunschseelchen“ vorzustellen glaube, verstehe ich Ihren heutigen Text mehr als Versuch einer Herz-Schmerz canzone eines Italieners, voller Sehnsucht zum selbsterwählten Leiden, so quasi als Männlichkeitsbestätigung.

    Andere, also so ganz Andere, sehen in solchen Situationen schon die 40 Jungfrauen vor sich und wären, wenn Sie an Ihrer (Tor)Tour teilnehmen würden, so gesehen eine ernstzunehmende Konkurrenz, wobei ich Ihnen ja wirklich die Jungfrauen gerne zugestehen würde.

    So gesehen ist Ihre kleine schriftlich dargestellte Seelenshow ein angenehm unterhaltender Beitrag für einen Nachmittag in der Sonne und Sie werden ja wieder einmal nach Bayern zurückkehren.

    Chi è causa del suo mal, pianga se stesso.

    Ciao, ciao, carissimo

    ObjectBe (objectbe.blogspot.com)

    • Was könnte es an so einem – in Italien wunderschönen – Maientag auch für ein schöneres Thema geben als den Tod – vorerst der anderen Leute? Man muss darüber lachen, solange es geht, denn danach geht es nicht mehr.

    • @Don Alphonso
      Lieber Don Alphonso,
      wie recht Sie doch haben, die Alternativen sind begrenzt im „geistlichen Mai“ wie Heinrich Seuse den Wonnemonat nennt. Zur Maiandacht gehen ?
      Diese wurden ja 1784 in der oberitalienischen Stadt Ferrara beim dortigen Kamillianer-Orden erstmals nachgewiesen.

      Auch, wenn ich ganz andere Vorlieben habe, so gefallen mir ja manche Texte zu den Maiandachten ganz gut.

      Falls Sie mal wieder einen ganz steilen, so ganz einen elendigen, Anstieg vor sich haben und glauben es geht so gar nichts mehr, möge Ihnen die 4. Strophe des Marienliedes: „Der güldene Rosenkranz“ helfen:

      „O Jungrau, mild und süß, wir fallen dir zu Füß,
      wir bitten dich ganz inniglich, erhör uns gnädiglich.“

      ObjectBe ( objectbe.blogspot.com )

  16. Titel eingeben
    Neidlose Anerkennung
    und Dank für die Anregung, den Körper als wertvollen Teil des ganzen Mensch zu halten und zu wichten.

    Don A. P. Sie wären auch ein guter Katholik; ein Protestant wohl nicht.

    • Ich wäre Jesuit geworden, von der ganz fiesen Sorte.

    • *ich wäre Jesuit geworden, von der fi steren Sorte*
      Genau DIE habe ich bei einem Probelauf im Noviziat der Südprovinz nicht getroffen. Standart war aber ein fast autoerotischer Narzissmus.

      Ps.: meine heutigen Anmeldungen mit meinem Namen kommen nicht durch… und ich erscheine immer nur als #Gast#
      Und das mir,- der ich diese anonymen Wortmeldungen hasse!

      P.Feldmann

    • Das tut mir leid, ich mache nächste Woche Meldung bei der Technik.

      Für Narzissmus bin ich immer noch zu fett und mittlerweile auch zu alt, aber zu einer Fastenpredigt reicht es immer noch.

    • vielleicht aber nicht
      http://www.elijah.ro/

    • das mit dem Narzissmus sollten Sie nicht unterschätzen
      -und vermutlich. tun Sie das auch nicht-
      Abhängig von Charakter,Alter und Stoffwechs3llage kann sich das auch als intellektuelle Selbstspiegelung oder als Überblendungen des Spiegels durch Nahrungszufuhr nach dem Motto*ich führe Dich an Deine Grenzen-Spiegel* äußern.

    • ad Narzißmus
      lieber Herr Feldmann,
      meine Bemerkung ist ein bißl verrutscht, sie war auf Dons „ein ganz fieser“ gemünzt, nicht auf Ihren, späteren, Beitrag.
      .
      Es tut mir leid, daß Sie im Noviziat demotivierende Erfahrungen machen mußten.

    • @ Försterliesel
      Liebe Försterliesel,
      Das brauch Ihnen nicht leid zu tun, es war ja eine wegweisende Erfahrung und außerdem hatten mich die Benediktiner dorthin geschickt- und ich bin dann wieder zurückgekommen. Es ist also alles im Lot gewesen!

      Aber der link von Ihnen zeigt ja (und ich bin da nicht überrascht!), dass meine Sicht damals wirklich nur partikulär war.
      Und Narzissmus kann ja durchaus auch motivieren (s. z.B. Dali pp) und muss nicht immer so ausgleiten wie bei den meisten Politiker“persönlichkeiten“!
      mfG PF

  17. Wer strampelt, sündigt - vorerst - nicht ...
    So so, da werden die Tortenrettungsringe endlich mal abgestrampelt. Habe die kleine Plautze auf einem der Bilder doch richtig interpretiert.

    • Solange ich da überlebe, bin ich nicht zu fett. Und wenn ich nicht überlebe, kommt die knöcherne Wespentaille. Als Skelett sind wir dann alle schlank.

    • Titel eingeben
      Wunderbar, mit einem leichten Feinkosthügel über die Toscanischen Hügel!
      Vielen Dank fürs “ Mitnehmen“.

    • Das freut mich, gern geschehen.

  18. Toskana Glück
    Herrliche Toscana, zum Glück bin ich da auch gerade, allerdings sehr faul am Meer, das Wetter jetzt endlich wunderschön…
    Kann dieses Ausleben der midlife Crisis auf dem Rad total nachempfinden, hier sind es die Kitesurfer, die sich den Herausforderungen stellen.

    • Hardcore Strandlieging ist ja auch Sport.

      Ich weiss gar nicht, ob das Krise ist. Man merkt halt, dass man was tun muss.

  19. Still alive
    Lieber Rainer, du hattest es und hast es immer noch drauf !

    Peter

  20. Preislied für den poetisch-sportlichen Besieger des Trägheitsgesetzes

    Schnell dann befestigt er
    Wohlgegründeter Häuser
    Hocherhabne Gipfel
    Führt aus der Niedrigkeit
    Zum Licht rauf sein Bürgervolk.
    Immer ringet an der Tugend Seite
    Müh und Aufwand
    Nach gefahrumhülltem Zwecke.
    Und die Glücklichen
    Scheinen weise des Menschen.

    Erhalter, wolkenthronender Zeus,
    Der du bewohnest Kronions Hügel
    Ehrest des Alpheus breitschwellende Fluten
    Und die Idäische heilige Höhle,
    Bittend tret ich vor dich
    In lydischem Flötengesang,
    Flehe daß du der Stadt
    Manneswerten Ruhm befestigest.
    Du dann, Olympiasieger,
    Neptunischer Pferde
    Freudmütiger Reuter,
    Lebe heiter dein Alter aus,
    Rings von Söhnen, o Psaumis umgeben.
    Wem gesunder Reichtum zufloß
    Und Besitztumsfülle häufte
    Und Ruhmnamen drein erwarb,
    Wünsche nicht ein Gott zu sein.

    Pindar, aus der Fünften Olympischen Ode

  21. Bis zur Erschöpfung aus Lebensfreude
    „Die Sonne scheint. Die Speichen zerteilen das Licht in Fraktale des Glücks und der Freude.“

    Ein Herrlicher Satz. Ich habe den Satz mehrmals gelesen und mir auf der Zunge zergehen lassen. Das ist für mich hohe Schreibkunst, ein Genuss zu lesen.

    „Alles fügt sich. Das ganze Leben fügt sich.“

    Ja, so sehe ich das auch und beobachte das immer wieder. Als ob eine unsichtbare ordnende Kraft das Chaos lenke, und wenn man meint, dass alles am Zusammenbrechen sei, geht es doch weiter, wie von Zauberhand.

    Die Posts zu dem heutigen Blog sind, wie Don Alphonsos Text, voller Freude, so positiv, und verbreiten eine gute Laune, die mir heute unheimlich gut tut. Herzlichen Dank!

  22. herzlichen Glückwunsch
    Ich beneide Sie!
    Eloquent und fit!

  23. Ich fürchte, dass Ihre sicherlich löblichen Anstrengungen bald schon wieder zunichte
    gemacht werden von den vielen Torten, die Sie wahrscheinlich nicht nur fotographieren. Ihre Anstrengungen erinnern mich eher an einen manisch depressiven älteren Herrn, der sich in besseren Phasen seines Daseins auf das Radfahren in einer testosterongesteuerten Extrem-Variante fokussiert und dann wieder schlechtgelaunt seine in Berlin gemachten Erfahrungen durch wiederholtes banales Berlinbashing zum Besten gibt. Dabei schätze ich durchaus Ihre schriftstellerischen Qualitäten. Während der Finanzkrise kamen überaus interessante Anregungen von Ihnen, die ich in dieser Zeitung ganz sicher nicht erwartet hätte. Ich frage mich nun, ob ich eine neue Krise herbeiwünschen muss, um endlich wieder etwas sinnvolles von Ihnen zu lesen. Gerne auch aus Italien.

    • Titel eingeben
      Photographieren ist besser als fotografieren; doch beides ist korrekt. Mit fotographieren werte ich Sie als Troll, Frau Meier. Als Troll mit P57a-Qualitäten.

    • Berlin
      Man soll es nicht bashen aber irgendetwas muss man damit ja machen, so lange dem Berliner selbst nichts einfällt. Wir können Berlin doch nicht auf die Funktion, dem Rest der Republik die Schwaben abzunehmen reduzieren.

    • Aber nicht doch,
      Woher denn, Frau Ursula, nehmen Sie die Vision von den
      „Vielen Torten“? Der Don ist, wie man der Psychographie
      seiner Texte entnehmen kann, überhaupt kein Freßsack,
      sondern ein Genießer, der durchaus die feine Gratwanderung
      zwischen Genuß und Askese beherrscht. Desgleichen kennt
      dieser Mann und Bayer die manische-depressive Seinsvariante
      wohl eher nur vom Hörensagen. In Bayern ist es halt so,
      daß zwischen den Engeln, Heiligen und Putten, immer mal wieder

      der Sensenmann hervorgrinst. Das wird als Teil guten Lebens
      fatalistisch hingenommen. Ohne Weiteres.
      Banales Berlinbashing? Berlin ist derart aufdringlich banal,
      daß es windelweich gebasht gehört.

  24. Cool
    Lieber Don,

    Sie hatten es vor 30 Jahren drauf und jetzt noch immer. Respekt ! Ich habe mein altes 10 Gang-Rad von damals leider nicht mehr, aber auch mit den modernen Vehikeln kann ich am Berg aufi ihre Qual nachvollziehend meinen Söhen nur staunend hinterherhecheln, schaffs aber noch. Sich mit der eigenen Brut – wenn sie mal in Kraft und Saft – zu messen ist deprimierend. Aber hat doch eine andere Dimension des Themas, aber egal, tot sind wir alle ziemlich bald – oder nicht ?

  25. Auf feine Weise ...
    … weisen Sie darauf hin, dass sich zu schinden, dem Herausfordernden mal zäh, mal trotzig, aber beständig und nicht zuletzt fröhlich zu begegnen allemal lohnenswert ist.

    Reden Sie uns gern auf diese schöne Art ein schlechtes Gewissen ein. Bei dem einen oder anderen wird es schon ermunternd wirken.

    Lassen Sie uns also bitte immer wieder an solchem Erleben teilhaben.

  26. So schnei schdiabd da Mensch ned
    Es ist heikel von einem Satz auf die Persönlichkeit eines Menschen zu schließen. Ich versuche es trotzdem: Meinen herzlichsten Dank an Ihre Großmutter für ihre Ermutigung, ich nehme an das sie keine depressiv phobische Natur hatte wie meine Vorfahren. Vielen Dank lieber Don Alphonso für das weitertragen des Feuers anstatt wie andere nur die Asche zu bewahren.

    • Meine Grossmutter hatte das Selbstbewusstsein eines Bulldozers und mehr gute Laune als alle Hamburger zusammen. Wenn ich bso alt und gesund werde wie sie, bin ich froh und die Rentenkasse traurig.

  27. Tolle Oldtimer Rallye 1000miglia Fotos
    …kann man aktuell bei Don auf Twitter bewundern.
    Viel Spaß!

  28. Ach, die Toskana ........
    Danke, für den Text!

    Wunderschöne Impressionen aus Arkaden.

    Selbst habe ich mich heute auch verausgabt. Auf meiner Privatbaustelle habe ich mit meinem Sohn so richtig gewütet. Es gibt nichts schöneres für einen Vater, gemeinsam mit seinem Sohn etwas zu schaffen und dann die Arbeit mit einer Flasche Bier zu beenden.

    Ich bin zwar nicht zu sportlichen Höchstleistungen fähig, wie Sie verehrter Don, aber zumindest das wohlige Erschöpfungsgefühl kann ich heute mit Ihnen teilen. Ihnen noch eine gute Zeit in der Toskana.

    • Danke. Naja, „fähig“ ist schon hoch gegriffen. Ich komme an und sterbe nicht. aber wie ich das geschafft habe, kann ich letztich auch nicht erklären. Die Veranstaltung hat eine Eigendynamik, die einem weiter hilft.

  29. Ein wenig Neid auf diesen Frühling in der Toskana
    Tolle Fotos und dazu passende Texte.
    Leider ist mein Schätzchen noch keine 40 Jahre alt.
    So muss ich im Herbst allein für mich durch den Süden strampeln.

    • Das Stichjahr ist 1987 – entscheidend sind Hakenpedale, Schalthebel am Unterrohr und offene Bremszüge am Lenker. Und ausserdem kann man nie genug Räder haben.

  30. Wie
    ist das nun mit diesen eroicas? ich dachte die finden im Herbst statt? Ist das eine Sonderausgabe?

    • Es gibt seit letztem Jahr auch eine im Frühjahr, die mir sogar besser gefällt. ausserdem Ableger in Holland, England, Spanien, Japan, Südafrika und Nord- und Südamerika.

  31. Danke Don, ein wundervoller Text ...
    … nur der Bericht übers Futtern war diesmal etwas kurz. Ich weiss schon, wie lecker einfachste Gerichte wie ein Eintopf nach einer solchen Ochsentour schmecken. Da will man gar kein Gedöns-Food, sondern schmack- und nahrhaft muss es sein und dann noch ein Brunello obendraufgekippt … herrlich!

    • Es gibt halt alles, was das Land an Kalorien ausspuckt, Im Oktober ist eh Fressreisen angekündigt, dann mache ich dazu mehr.

    • Alles was das Land an Kalorien ausspuckt ....
      …. auch sehr schön formuliert … ich freue mich auf die Fressreise im Oktober!
      .
      Fürs Futtern kann ich Ihnen Apulien sehr empfehlen, auch wenn es im Oktober dort schon empfindlich kühl sein kann.

  32. Schöne Bilder ..
    und das viele Fotografieren auf halber Strecke am Berg (ich wette, es waren noch viel mehr Bilder als die hier veröffentlichten) sorgt sicher für genügend Pausen ;)

    • Teilweise sind die Bilder ohne Absteigen gemacht. Das kann ich inzwischen recht gut. Es gibt zwar viel Ausschuss, aber oft hat man gar nicht die Zeit zum Bremsen, sonst wäre die Situation vorbei. Klingt gefährlich, ich weiss.

    • IST GEFÄHRLICH
      vermutlich. Werden Sie nicht so alt wie Ihre Großmutter

    • doch, so alt will ich werden. Mindestens


    • Und wie alt wurde sie denn, die Großmutter? –
      Die Bilder sind schön, und daß Sie richtig gute Laune haben, weil Sie ihr Vorhaben seit ein paar Jahren geschafft haben, überträgt sich.
      Wobei ich die Bleistiftzypressen ja trotzdem immer seltsam finde. Stehen wie so dunkelgrüne Säulen in der Landschaft.

  33. Nackte Wahrheit
    Nur wer es erlebt kann das ewige Sterben verstehen. Aber keiner kann es so wunderbar schildern, das Überleben wie Don Alphonso!

    • Danke. Ich sehe es so: mit a wengal Sterben ist immer auch a wengal Auferstehung mit dabei.

  34. Einfach nur Be - Geist -erung
    Lieber Don,

    ich habe Sie erst vor Kurzem „entdeckt“ und bin begeistert von Ihrem Esprit!

    Er beweist „Mens sana in corpore sano“… Gleichzeitig ist es „der Geist, der sich den Körper baut“. – Schön, wenn man sich schon in diesem geschlossenen Kreis bewegt!

    (ich persönlich habe noch nicht den Schlüssel dazu gefunden, manchmal ist der Geist willig und das Fleisch schwach, manchmal der Bauch, der am studieren etc. hindert).

    Danke für den anregenden Text!

  35. MACHO - REPORTAGE
    nachdem ich bei einem guten tee mit appenzeller biomilch das „gesicht der heruntergezogenen mundwinkel“ (aufmacher bei einem nachrichtenmagazin online heute) gutgelaunt überlebt habe, konnte ich erneut die DON – bilder geniessen, leider nicht ohne einen mir von den leitmedien inzwischen anerzogenen kritischen blick aus der feministischen und wie immer politisch korrekten perspektive, kurzum aus der sichtweise die final und triumphierend siegen wird.

    dem DON muss das meinungsmonopol als „dichter und lenker“ in einer phase des zerstörerischen, aber kreativen diskurses entrissen werden, ohne rücksicht auf verluste, als auch während einer höllischen abfahrt ! keiner der radler hat ja einen helm auf !

    da sind auf diesen bilder nur weisse, potente, testosterongesteuerte männer mit ihrem infantilen spielzeugen zu sehen. frauen tauchen nur auf als hilfstrampler auf einem tandem (total entlarvend, nur der mann hat einen lenklenker, wo bleibt die quote ?) oder als servile zubereiterinnen oder überbringerinen von schmackhafter nahrung zur oralen befriedigung nicht ausgelebter sexualwünsche.

    da muss mann oder frau sich nicht wundern, dass in der zeitung aus münchen männer einfach mal als „weiss, männlich, gefährlich“ klassifiziert werden. besonders, wenn sie sich in ihrem letzten rückzugsgebieten zu solchen alibi-abenteuern zusammenrotten, um der hausarbeit, dem geburtsvorbereitungskurs oder der umerziehung in einer selbsthilfegruppe zu entgehen.

    darauf – liebe @Ursual Meier – heute eine Uri-Stier-Torte oder eine Zuger Kirschtorte oder Muotathaler Rahmkirschtorte. ersatzweise Schwarzwälder Kirsch oder beim lesen der FAZ einen Frankfurter Kranz !

    • Es ist so, dass bei dem total überfüllten Rennen im Oktober, wo tausende Männer abgewiesen werden, Frauen in beliebiger Zahl bis zum letzten Moment teilnehmen können.

      Trotzdem liegt der Antei bei den längeren Runden bei ca. 10-15%. Nue bei der kurzen Runde sind es gleich viele.

      Es ist einfach kein sonderlich attraktiver Srt für Frauen. Wer auf fingernägel achtet, hat einfach andere Interessen als Staub und Geröll.

    • Zuger Kirsch ....
      … ah lecker und das ganz ohne Obst!

    • @ django-Macho
      witziger Beitrag!

      Anmerkg.: „der sichtweise die final und triumphierend siegen wird“
      Siegen und triumphieren wird auf Dauer nur der, der nicht nur den „Lenker halten“, sondern der auch lenken kann (und das werden zweifelsfrei nicht die von Ihnen Angesprochenen sein)! Aber das wissen wir ja beide!

  36. der orinoco und die angel falls
    wäre alexander von humboldt eine frau gewesen, so wüßten wir vermutlich heute noch nicht, daß dieser schöne fluß in venezuela liegt und in den atlantic mündet. oder jimmy angel und die nach ihm benannten wasserfälle, die er mit einem doppeldecker in den tafelbergen venezuelas fand. nun ja, das schöne am machotum ist ja, tun und lassen zu können, was einem gerade so einfällt, unabhängig vom allgemeinen politisch korrekten mainstream. und ein analog durch die wunderschöne toscana radelnder, uns mit den schönen impressionen versorgende imperator des blogolymps ist mir allemal lieber – auch wenn er sich nichts aus einem brunello und eintopf macht, zumindest aber verleugnet er nicht das vorhandensein dieser sangiovese-wein-Ikone – als eine reportage über das kaufverhalten digital-gesteuerter-zalando-shopping-queens und wie sich die neuen apps des noch neueren gebetbuchapfels s6 darauf auswirken.
    man kann so ein reset in die analogen siebziger und früher auch mit humor sehen, und daß es einst vor allem noch nicht üblich war, diese gegend mit e-bikes und allradgetriebenen multimedia suv zu zerfurchen – auch wenn diese vorstellung schwerfällt, da gerade sie zum mecca für den reichen, nach sinnenfreuden gierenden norden geworden ist. die herkunft der rennräder und deren geschichten, an denen uns der geehrte don teilhaben läßt, ist eben insbesondere dort zu verorten – und nicht in berlin. der derzeitig stattfindende giro d‘ italia ist beleg dieser radsportkultur.

    don, was haben sie denn da für übersetzungen? 39/26 oder gar 23? denn zu schieben braucht man doch sonst nicht. oder sie hätten doch den eintopf nehmen sollen wegen der schubkraft der legumbres. merke: ein porsche bleibt ein porsche, auch wenn er mal ein jahr in der garage steht.

    im oktober fahr ich mit, wenn sie dabei sind!

    gruß

  37. Da haben Sie mir jetzt aber mit
    http://blogs.faz.net/stuetzen/files/2016/05/eroc.jpg

    im Vergleich zu Ihren Höhergewachsenenmitrecken einen Mordsschrecken eingejagt!

    Frank Schirrmacher beispielsweise

    http://www.hanns-joachim-friedrichs.de/files/preistraeger/bildergalerien/2009/Frank%20Schirrmacher%20und%20Nikolaus%20Brender.jpg

    http://media1.faz.net/ppmedia/aktuell/feuilleton/371270054/1.2989273/width610x580/frank-schirrmacher-mit.jpg

    , der auch ein Nunsagenwirmalfreundlichsoähnlichuntersetzterzeitgenosse war, hat Ihre Frau Großmutter Lügen gestraft.

    Bleibt bloß zu hoffen, dass es da jemanden gibt, der Sie regelmäßig zum Arzt – wennesdenngarnichtandersgeht! – prügelt, selbst wenn es sich lediglich um eine Handelsüblichekassenarztpraxis handeln sollte:

    http://blogs.faz.net/stuetzen/2015/03/05/grundsicherung-des-luxus-vor-sozialen-elementen-5025/#comment-109309

  38. Alle Achtung
    Hervorragend Don! Ich habe mit Radfahren wirklich nicht so viel am Hut – aber nach der Lektüre Ihres Beitrags wünschte ich fast das wäre anders. Wirklich gut.

  39. 105 km Schotterpiste ...
    Text eingeben

  40. Kein

  41. Reine Lebensfreude
    Immer gut geschrieben, dieses Mal die reine Lebensfreude, nicht so viel Snobismus – Beeindruckend!

  42. Nun die VELOICA in Deutschland?
    Nicht nur die L’Eroica hat mich in Ihren Bann gezogen – ich bin dieses Jahr wieder dabei – sondern auch dieser wunderbar geschriebene Artikel!

    Man kann am 18. September nun auch schon etwas in Weinheim an der schönen Bergstrasse und im Odenwald vorüben:
    http://www.veloica.de

  43. Alte Räder
    Jetzt macht es so richtig Lust, die alten Räder wieder hervor zu holen. Die Nerdgeschäfte nicht nur in München, sondern auch in Berlin stellen sie in die Auslagen. Der Plebs hingegen fährt seine Bikes mit Shimano, wo man sich nicht mehr herunterbeugen muss, 28 Gängen, funktionierenden Bremsen etc. Die Italiener haben zwar eine Industrie verloren, in der sie weltweit führend waren, in Österreich ist Puch in Konkurs gegangen just zu dem Zeitpunkt als der Fahrradboom eingesetzt hat, aber egal, das ist unsere Stunde!

  44. Der Tod fährt ja immer mit.
    Und, weiß Gott, nicht nur der an den Steigungen und Abfahrten beim Radfahren und Landschaftgenießen. Das wird ja gern vergessen, ausgeblendet, (in jungen Jahren) gar nicht verstanden.

    Nach soviel Schönheit bieten sich ja die Cascate del Mulino in Saturnia zum anschließenden Entspannen (falls das noch nötig sein sollte) an. Oder ist das schon zu weit ab?

    Und noch eine technische Frage:Gibts denn mittlerweile nicht auch pannensichere Schlauchreifen? Die 25€-Dinger dürften doch auf Schotter keine zehn Kilometer halten.

  45. Schwarze Socken!
    Leider habe ich den Text noch nicht durchgelesen, da mein fassungsloser Blick auf dunkle Socken gefallen sind. Als Rennradler und vor allem der Retrofraktion zugehörig ist dies eigentlich eine ‚No-Go-Area‘. Hätte ich mein Vater auf meinem Bianca mit Nicht-Weissen Socken gesehen oder wäre es ihm auch nur zu Ohren gekommen, hätte ich eine Standpauke bekommen, die es in sich gehabt hätte.
    Nachdem ich mir meinen Unmut Luft gemacht habe, werde ich mir den Text zu Gemüte führen in der Hoffnung, dass er mir das gewohnte Amüsement bringt. :-)

    Grüße aus dem überrannten Tal.

    • What are ya, one of those fitness freaks, huh?
      Deutschland 2016:

      Männer unterhalten sich über die richtige Sockenfarbe beim Radeln.

      Vielleicht sollten die Frauen das Prügeln lernen, um in Zukunft ihre Männchen zu beschützen.

    • Stefan Unterholzner negierte am 22. Mai 2016 um 13:41 Uhr schwarze Socken
      und führte die Schreckensvision an wenn ihn sein Vater je in schwarzen Socken gesehen hätte. Für andere sind eher rote Socken eine Horrorvorstellung.
      .
      Wie, der Stefan ist auf einem xxxxx (Dama) Bianca gefahren?
      .
      Das wäre ja noch verwerflicher als in schwarzen Socken zu strampeln. Er wir wohl den Markennamen mit dem Modellnamen verwechselt haben.
      .
      Sehen Sie, der Held, der da so tiefenentspannt sitzend auf dem Niveau der Eidechsen und Mistkäfer das Vorderrad seiner macchena repariert, trägt schwarz, allerdings incorporationsverbunden mit seiner Feuerwehr und den roten Kolbenringen des Hauptbrandmeisters, obenherum versehen mit der möglichen Aufschrift „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Dödelfeld“. Man muß halt Prioritäten zu setzen wissen. Radfahren ist ein gutes Mittel trotz der vielen auswärtigen Löschübungen die Atemschutztauglichkeit sowie die körperlichen Ausmaße einer Fensterdiagonale zu erhalten. Man darf es zur frühzeitigen Vermeidung von Wurmfraß am eigenen Fleisch und Blut nur nicht übertreiben.
      .
      Übrigens, auf einem der Fotos (Tandem mit Piquenique-Equipment auf dem porte-bagages) fährt Mann mit Reiterhelm, die Dame mit einer Art Politessenhut (?). Was ich allerdings beanstande ist das offensichtliche fehlende Speichen-/Kettenschutz der Rockträgerin.

  46. Erleuchtungen am Weg
    man braucht Negativbeispiele, um sich positiv zu entwickeln. Schön gesagt. In den Achtzigern hatte Woody Guthries son, Arlo Guthrie, bei einem Konzert mal den passenden Satz gesagt: „You can’t have a light without a dark to stick it in.“
    Gute Erholung!
    M. A. Titz

  47. Danke fuer die Radlpoesie
    … die Speichen zerteilen das Licht in Fraktale des Gluecks und der Freude …

    wie Bud bei Blickensdoerfer (er hatte Sonne in den Speichen)

    danke fuers Mitnehmen, es war ein Genuss.

  48. Titel eingeben
    Nach den letzten beiden Jahren hatte ich Ihren Bericht zuerst mit leichtem Unbehagen vor weiteren Stürzen der Gesellschaft begonnen, aber das diesjährige Happy End mit unversehrtem Aufstieg zum gnadenreichen Kalvarienberg freut mich sehr.
    Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag!

  49. tough
    Beeindruckend. Falls sich das Automatikauto voll durchsetzt, fange ich auch damit an. Mit dieser Wahnsinnsidee wird der Radler noch näher am Tod leben, denn läuft ein Kind auf die Straße, sucht sich das Gefährt angeblich das Blech. Da am Rad mehr Blech ist als am Kind….
    Herzlichen Glückwunsch übrigens. In heimischen Gefilden alle an den Seen.

  50. Sagen Sie Don,
    haben Sie das Unterrohr ihres Rennrades wegen des Stockschildes mit einem Eispickel verwechselt ? Mich erinnert das an die Spazierstöcke, die Rentenanwärter zu Zeiten von H. J. Kulenkampff aus Hinterglemm aus der Sommerfrische mitbrachten und dann fleißig mit „Heidelberg“, „Melibokus“, „Höchenschwand“ und „Tri- oder Drachenfels“ erweiterten. Mein schon vom badischen Grauburgunder auf unserer suabo-toskanischen Terrasse (der Lavendel steht ca. eine Woche vor der Blüte)
    leicht getrübtes Auge kann die Aufschrift Ihres Exemplars nicht erkennen. Es wäre schön, wenn Sie uns nicht im Unklaren lassen würden. Gleichwohl nehme ich Ihnen die Altersangabe für das vélo aufgrund dieses Indizes unwidersprochen ab.
    .
    Contuina andare in bicicletta nella Toscana, per favore.

  51. Kein einziges Wort zu Schlagobers!
    Und das im Mai. Gibt es was Schöneres als nach einem derartigen Veloritt ohne Medicus, dafür mit einem debilen Lächeln, kräftig die Kuchengabel ins Gebäck zu stoßen? Nein.
    Ich verstehe es nicht. Wie man Eintopf so behandeln kann.
    Es ist ja auch nicht vorstellbar, daß Pindar Siegeslieder bei nur Suppe
    verfaßt.

  52. Wunderbar
    „Die Speichen zerteilen das Licht in Fraktale des Glücks und der Freude.“

    Das haben Sie schön gesagt, lieber Don. Danke dafür.

    • Gern geschehen. Man schaut zwar nach unten, aber die Sonnenfetzen fliegen einem ins Gesicht.

    • Das geht m.E. noch poetischer (Versuch eines Grobmotorikers bei schlechtem Wetter)
      Rayons der Sonne brillieren in der Räder Speichen,
      reflektieren dekliniert auf silberne Blätter des Olivenbaumes,
      dastehend als Defilee für ciclierende Helden,
      über die calcairen senesischen Hügel der Crete,
      den heiligen Berg der Toscana im Rücken,
      treten vorne schnelle Beine die großen arrieren Ritzel,
      wen kümmern rotberingte schwarze Socken ?
      und dennoch es ist nicht alles „grober Schotter“, den ich vermeine bei der Eisenbahn zu seh´n,
      folgt man den automobilen Spuren,
      vorbei an Masserien, längst verlassen, just auf Hügeln,
      die einst als Grab dem Leichenwurm der Tuscen wohl gedient,
      vorbei an Helden, tief entspannt, trotz scottatura, den Pneu des Rades ist am restaurier´n,
      ach wär´ER schon im Norden, dort wo hoch sopran am Fiume Staggia,
      bescheiden sich die Herberg´ Lecchi sich erhebt…..Leider bei veggi-Nudeln mit der funghi dünne Scheiben-und nur bei frizzantem Wasser, statt des Landes edlem sangiovesem Blut……
      .
      (Nun versuchen Sie da ja nicht ein Versma(a)s zu finden!) Vorbild ist die arme, aber schöne Fischerstochter, die, ohne Versmaß mit dem Tagesfang des Vaters die Fischerkate betritt, aus deren Schornstein sich kräuselnder Rauch aus Buchenholz in den stillen Abendhimmel erhebt)

  53. Schön ...
    Schön, einfach schön :-)
    Danke.

  54. Titel eingeben
    Nach Durchsicht der Bilder dachte ich, die AfD schickt sich an, der SPD jetzt auch in der Toscana das Fürchten zu lehren…zu sehen sind nur ältere Herren in unmoderner, wenig schicker Garderobe, Modernitätsverweigerer par excellence.
    Aber als ich den Satz „Die Speichen zerteilen das Licht in Fraktale des Glücks und der Freude.“ las, wusste ich, das kann nur ein später Juso im LSD-Rausch geschrieben haben.

    • Ich neige nicht dazu, dauernd Portraits zu bringen – aber ich hätte auch den ganzen Beitrag mit jungen, geschmeidigen Itaienerinnen gestalten können, wenn Sie das beruhigt. Angesichts desThemas fand ich das so aber passender.

    • MODERNITÄTSVERWEIGERER
      sind denn tortenesser modernitätsverweigerer ?

      oder sind modernitätsverweigerer nichtnutzer von smartphones ?

      und gucken NICHT-modernitätsverweigerer schicke klamotten bei „let´s dance“ an ?

      immer bedenken, die sog. moderne begann mit einem ordentlichen blutrausch, dem sich weitere sog. modernisierer der welt gerne angeschlossen haben.

  55. Titel eingeben
    Ça fait mal mais on aime ça – sagte des Traîner grinsend, ale die Muskeln langsam brannten und die Luft in der Halle dick wurde. Hat et recht. Sie haben dazu Aussicht, frische Luft une Stille.
    Sie sind zu recht gluecklich.

  56. Eroica
    Sehen wir uns bei der Eroica Britannia in 4 Wochen ?

    • Ich fürchte nein, das ist mir zu weit weg. Ich bin in Limburg dabei. Und in Gaiole.

    • Eroica
      Dann kreuzen sich unsere Wege vll in Limburg. Ein Pashley Speed 5 dürfte dort nicht sehr häufig sein ;-)

  57. Vertrauen Sie mir,
    ich weiß, was ich schreibe: auf den Fotos ist kein einziger Mann zu sehen! Der Don selbst nimmt ja Zuflucht bei der Oma, der Opa hat wohl nicht das Potential des Erhofften. Lassen Sie sich darob nicht von verstiegenen Männlichkeitsphantastereien diverser Kommentatoren ablenken..

    • Nein, der hintergrund ist schlicht, dass beide Grossväter starben, bevor ich geboren wurde. Aber über den Waffennarren, Hochstapler und Jäger habe ich öfters geschrieben,

  58. Einfach schön
    Ich stütze meinen Kopf beim Lesen Ihrer Zeilen mit der linken Hand unter unterm Kinn ab, und erfreue mich an diesen.

    Vielen Dank für die schönen Momente, an denen Sie uns teilhaben lassen.

    • Bitte, gern geschehen. Man weiss ja nicht, ob es nicht mal zu viel mit der Radlerei ist.

  59. weiter!
    Ich habe mir die Touren in Rioja/Spanien und Peak District/England angeschaut. Beide Regionen habe ich bereist. Sie kämen auf Ihre Kosten. Ein paar Tage danach am Meer in Asturias oder auch in Wales würden die Touren abrunden. Die spanische Tour bietet den Rioja als Nebenanziehungspunkt, die englische moderate Temperaturen und eine phantastische Landschaft, eher spröde im Vergleich zur Toskana, man muss das mögen.
    Das ist reiner Egoismus, denn in Wirklichkeit würde ich nächstes Jahr gern wieder so was lesen und am besten aus einer weiteren Region.
    Natürlich stelle ich mir auch vor, dass Sie die Tour zu uns holen, z.B. von Tölz zum Karwendel, über Garmisch zurück, so ähnlich. Oder zwischen Reit im Winkel und Kampenwand. Mit dem Essen können wir bekanntlich mithalten.

  60. Stelldichein mit Gott
    Werter Don,

    Wenn ein (angeblicher) Atheist wie Sie, über „Ein Stelldichein mit Gott“ und seiner „Schöpfung“, in so schönen Farben schreibt kann es nur eines heißen: er schaut nicht nur – er sieht.
    Heilung „erfährt“ der Mensch in der freien Natur – nicht in der klaustrophobischen Stadt voll unnützer Hektik und Geplärr.

    Nicht umsonst ist der Mai ist seit alters her der Wonnemonat. Die Natur erwacht – lebt von neuem.
    Das Licht im Mai hat eine herrliche Strahlkraft. Alles leuchtet und funkelt. Man fühlt sich als ob die Natur einen umarmt und mit ihrer Freude am Erwachen ans Herz drückt.
    Davon muss man sich leiten und anstecken lassen. Sich wieder mehr bewegen – raus aus den Häusern.

    Denn, so wie Sie es beschreiben – der Körper hat seine eigene Erinnerung – und Wiedersehen macht Freude!

  61. Eigendynamilk
    Daß solche Veranstaltungen eine Eigendynamik entwickeln, ist allerdings wahr. Als ich vor etwa 20 Jahren ein paar Jahre in Grenoble war, hat mich ein Kollege dazu überredet, die „Ardechoise“ mitzufahren. Streckenlänge und Höhenmeter waren ähnlich, allerdings überall auf geteerten Straßen (ohne Autos). Es war mörderisch heiß, mitten im Sommer, aber die Ermunterungen durch die anderen Fahrer und vor allem die sehr zahlreichen Verpflegungsstationen haben mich gerettet – für so viel Wasser hätte ich sonst einen Anhänger gebraucht.
    Mein Mittendorf 529 war da schon umgerüstet auf Klickpedale, Dreifach-Campa und Lenkerschaltung – aber die Erstausstattung müßte eigentlich irgendwo in einer Kiste liegen (die Kondition von damals werde ich allerdings anderswo suchen müssen…)

  62. Achnein
    Wissen Sie, ich erlebe kaum noch Menschen, die so lebensfroh über ihren Alltag sprechen. Es ist nur noch negativer Einheitsbrei und alles wird politisiert. Leider.

    Die Radelei wird Sie und mich (uns) hoffentlich noch ein paar Jahre begleiten. Es liest sich so schön, es ist so wohltuend und beruhigend.

    Ich möchte nicht aufhören meinen Kopf am Kinn abzustützen.

  63. Pingback: Nachdenkenswert #398 – sportinsider

  64. Kaum etwas schöneres
    Es gibt sicherlich viele Veranstaltungen, die schwerer sind, aber kaum eine die schöner ist. Einzig das Rad fehlt und den Startplatz zu bekommen ist ja auch nicht ganz einfach… aber ein Ziel im Radlerleben ist es noch.

  65. Schön
    Ich bin gerührt. So liebevoll beschrieben. Danke.

  66. Hemingway in Radlerhosen
    Der alte Mann und der Berg – ein epischer Kampf – wunderbar!

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