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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Steinigung des feschistischen Teufels in Mekklagenfurt

| 339 Lesermeinungen

Komm her und mochs mit mia, mein Tiroler Stier.
DJ Ötzi, Anton aus Tirol

Der 10. Oktober 2008 war ein magischer Tag. Über dem gesamten Alpenraum dehnte ich das grenzenlose Blau eines traumhaften Spätsommertages aus, die Börsen in Frankfurt und London stürzten, die Luft war warm und angenehm, während die Währungen bröckelten und Banken einander nicht mehr vertrauten. Meine ärmeren deutschen Mitbürger rannten zu den Bankautomaten. Das Regime, das damals auch schon eine grosse Koalition unter sich ausmachte, plante Garantien, und ich plante nicht weiter als bis zum Abend, denn ich hatte in Meran gebucht. Die Weltwirtschaft kam ins Schleudern, als mein Roadster mit quietschenden Reifen zum Reschenpass hoch flog, und dann hinunter nach Glurns wie das panisch erbrochene Essen eines Zentralbanksters entlang seiner Krawatte glitt, und später ging es ins Licht und Richtung sichere Schweiz, wo man nun mal hingeht, wenn andere nicht mehr weiter wissen, mit röhrendem Motor hinauf zum Stilfser Joch.

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Das Bild steht an meinem Schreibtisch. Das bin ich an jenem Tag, vor den letzten Kehren am Stelvio. Es war Feuer im Himmel, die Hölle brannte die Erdkruste unter Frankfurt durch, und an der obersten Spitze dieser durch das All rasenden Schmutzkugel war ich, und der Weltenlauf drehte sich unter meinen Rädern. Auf der anderen Seite der Berge, weiter im Osten, nahe der Grenze zu Slowenien, ging ein schlanker Mann in ein Hotel und gab ein Interview, ich fuhr weiter nach Müstair, und als der Mann schliesslich noch eine Party besuchte, sass ich schon im Cafe Darling an der Meraner Promenade. Es war ein phantastischer Tag, und so ging ich früh ins Bett und der schlanke Mann hätte das vielleicht auch noch tun sollen. Statt dessen ging er in eine Schwulenbar.

Das Hotel hatte damals kein Internet, und um mich über den weiteren Niedergang des deutschen Bankwesens und seiner Politiker auf dem Laufenden zu halten, schaltete ich das TV-Gerät ein, wo mich entsetzte Politiker erwarteten. Österreichische Politiker. Ganz schrecklich, eine Tragödie, sagten sie, sichtlich mitgenommen. Es wäre ein schmerzlicher Verlust. Er war so wichtig für dieses Land. Es sei wirklich tragisch. Er hinterlasse eine riesige Lücke. Es dauerte einige Zeit, bis jemand nicht mehr “Er“ sagte, sondern den Namen des Toten.

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Doktor Jörg Haider

Ich war während der Sanktionszeit 1999/2000 in Wien. Als Vertreter der dort sogenannten “Ostküste“, mit besten Verbindungen zu den juristischen Knochenbrechern, die damals in der Zwangsarbeiterfrage die deutsche Regierung in die Knie gezwungen hatten, und sich nun anschickten, Themen wie Restitution und Arisierung auch in Österreich anzugehen. Es war die Zeit, da jede Kritik an Österreich als “Vernaderung“ galt, und ich erlebte sie alle, die Ferrero-Waldners, die Schüssels, die Gusenbauers, die Riess-Passers und durch einen blöden Zufall auch die Leute, die man mit den Worten “Feschismus“ oder “Buberlpartie“ umschreibt – die Riege junger, dynamischer, fescher Männer, die unter ihrem Anführer Jörg Haider angetreten waren, die alten, weissen Männer von ÖVP und SPÖ zum Teufel zu jagen. Oder, wenn es sich anbot, mit ihnen zu koalieren. So eine Art männlicher Netzfeminismus: Die austroalpinen Hipster, die Gegenkultur, die Jugend. Haider am Steuer des 911er Cabrio, neben ihm Schüssel, dem das alles unendlich peinlich war. Haider, der seine Partei auf 27% brachte und dann zerschlug, um mit dem BZÖ weiter zu machen. Die FPÖ übernahm einer seiner früheren Untertanen, der Strache, der Unfescheste von allen. Damals dachte man, Haider hätte es überspannt, und die Partei stürzte ab. Aber 2008 kam er noch einmal, und damals kamen FPÖ und BZÖ schon wieder auf 27%.

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Und danach ging er zu viel trinken und endete sein Dasein an einem Betonpfeiler. Und in Klagenfurt traf sich im Sommer 2009 die Kulturelite zum Wettbewerbslesen, und machte das, was sie seitdem immer tut: Sie spuckt auf Haiders Grab, ständig getragen und erhoben vom Gefühl, dass er tot ist und nie wieder kommt, und sie nun seiner Stadt anderen Glanz verleihen. Haider war tot, und ist tot, und der über sein Andenken hereinbrechende Hypo-Alpe-Adria-Skandal, der Kärnten an den Rand der Pleite brachte, garantierte auch, dass er endgültig weg bleiben wird. Das Speiben auf Haider, das Anderssein als er, das da gefeiert und ausgezeichnet ist, ist so etwas wie die Steinigung des Teufels der jungdeutschliterarischen Wallfahrt nach Mekka. Ständig wird etwas angegriffen, für das Haider Bedeutung hatte: Früher Banken, immer Heimat, heute alte Männer. Es wird der Abscheu zelebriert. Grad so, als wären die Preisträger der 80er Jahre auch noch junge Menschen und keine ergrauten Stützen des Kulturfördersystems.

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Und grad so, als hätte sich mit Haiders Tod irgend etwas verbessert. Vor acht Jahren dachten wir alle, dass diese 27% das Maximum dessen sind, was der Rechten in Österreich gelingen kann. Heute sind wir froh, wenn sie keine 50% bekommt, obwohl Haider tot ist. Sein ehemaliger Anwalt Böhmdorfer und der Unfescheste von allen seinen Paladinen, sie haben Neuwahlen vor dem Verfassungsgerichtshof erzwungen. Dem Linken Robert Misik bleibt nur das Jörg-Haider-Gedächtnisschimpfen auf die Verfassungsrichter: Dem Haider passten die slowenischen Ortstafeln nicht, dem Misik die Wiederholung und die “zu hohen Standards“ des Gerichts. Die verbleibenden Feschisten sind weit, sehr weit gekommen in diesen wenigen Jahren, und niemals hätte ich mir das vorstellen können, als ich mir in Meran dachte: Dann halt so. Hauptsache, der rechte Spuk ist vorbei.

Der Wettlese-Betrieb, dem Haider 2000 das Geld entzogen hat – wie konnte er es wagen! – steinigt seitdem fleissig den Teufel, sie werfen Steinderl nach ihm, sie marschieren in Klagenfurt ein und zeigen denen mal, was sie von Heimat halten, so voll mit Nazis und alten Männern. Die tausend verkauften Bücher voller richtiger Gesinnungsprosa zählen mehr als die Millionen Scheiben, die der Strachebefürworter Andreas Gabalier verkauft. Man fährt nach Klagenfurt. Man weiss, wo der Betonpfeiler steht, und vergisst gern, dass hier im letzten Winter noch die Busse voller Migranten aus dem Balkan zur deutschen, offenen Grenze fuhren, und Europa am Kippem war. Wie kann man nur FPÖ wählen, höhnt der angereiste Kulturträger die Einheimischen an, die auf ihn wie ein erweitertes Sachsen mit noch schlimmerem Dialekt wirken. Wie könnt ihr das nur tun? Fragt er, so er einmal die Filterblase des Studios mit den feschen Menschen verlassen möchte.

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Die feschen Antwort schreibt man sich gleich selbst. Brexit – der böse Verführer Johnson und die ungebildeten alten Leute auf dem Land. Migrationsfeindliche Visegrad-Staaten: Nationalisten, denen ein paar Jahrzehnte Demokratie und politisches Feingefühl fehlen. Die Schweizer SVP. die FPÖ, die CSU: Zurückgebliebene Bergvölker. Es gibt immer eine einfache Erklärung, man muss die Teufelsanbeter nicht mehr fragen, wie sie es tun können – sie müssen das nur noch gestehen und sich unterwerfen. Es gibt mehr Verständnis für das Anzünden von Autos durch die Rigaer-94-Aktivisten, die sich von der Gentrifizierung bedroht fühlen, als für Landbewohner, die sich die Willkommenskultur nicht zu eigen machen wollen und fragen, wer das alles bezahlen soll. Und ob das dann noch Heimat ist, wenn andere anschaffen, wie sie zu sein hat.

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Auf so ein unterwürfiges Geständnis des Volkes hat die EU in Österreich 2000 vergeblich gewartet – so vergeblich, wie sie und ihre Eliten jetzt auf eine echte Massenbewegung gegen den Brexit warten. Es gibt in Österreich keinen Aufschrei, wenn der FPÖ-Mann Hofer eine Volksabstimmung über die EU vorschlägt, sollten die Türken, wie es Frau Merkel will, aufgenommen werden. Das Kultursystem der Eliten beschwört das Supranationale, die Projekte und Preise, die dadurch möglich sind, und die politische Elite will eine Vertiefung und mehr Macht. Mit dem Brexit ist eine wichtige Gegenmacht zu den dominanten Deutschen draussen. Haider ist tot, wir können viele wortgedrechselte Steine werfen, aber der Anton kommt hier immer noch aus Tirol und hasst Bevormundung, und das Bussi, von dem die Band Wanda singt, klingt auf Wienerisch immer etwas unterleiblich. So ist das auf dem Land. Da singen sie mit, dass sie Bussi wollen und die Hasen SOS rufen. Wir, die kulturell hoch Stehenden, die Elite, wir sind aufgerufen, eine schimmernde Wehr um die Ideale des Herrn Juncker zu bilden. Sein Schild und seine Zier sollen wir sein, und singen, wenn er sein Europa verteidigt.

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Ich bin so schnell, ich hab an Schmäh,
ich bin Alphonso aus Gmund am Tegansäh,
mit einem Roadster tu ich rasen
und verschmäh Berliner Hasen,
also, wo war ich, ach so, ich mag Alpenässe und ich denke mir so, nach all den Jahren und nicht endenden Krisen im zerbrechenden Europa, dass jeder von seinem Ego besoffene Politiker irgendwann seinen Betonpfeiler findet, auf die ein oder andere Weise. Ob ich jetzt auch noch einen Stein auf den toten Jörg Haider werfe, oder auf den lebenden Johnson, auf einen alten Nazi oder einen Nachwuchsmusiker, der nicht genderneutral genug ist, ist egal. Die anderen machen das schon recht gut, sie bekommen dafür auch Preise und Anerkennung, und danach lesen sie, was im Koran der Zeit und der Prantlhausener Zeitung steht, und blicken voller Verachtung auf die Ungläubigen, die nicht einsehen wollen, dass die EU so gross wie ihre Kulturleistung und Juncker auch im Kulturbereich ihr Profitprophet ist.

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Dabei muss alles einmal sterben. Das kommt oft überraschend und fast immer etwas ungelegen. Die Welt ist ein einziger, grosser Betonpfeiler, und was wir gerade hören, ist in meinen Ohren das panische Kreischen derer, die gerade erst begriffen haben, dass sie keine Kontrolle mehr haben, und der Westen die Demokratie absichtlich als Betonpfeiler für Politiker gestaltet hat. Mehrheit entscheidet.

Bussi.

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339 Lesermeinungen

  1. Ursache und Wirkung
    Ursache der Forderung nach Plebisziten und ungewünschter plebiszitärer Nebenwirkungen ist das Demokratieversagen, in den Nationen wie in der EU.

    Ursache rechtsextremen und linksextremen Zulaufs und ungewünschter Nebenwirkungen ist das Demokratieversagen.

    Ursache des Demokratieversagens sind undemokratisch organisierte und handelnde Parteien, die dem Bürger lieber diktieren, als ihn mitbestimmen zu lassen.

    Wirkung solchen Demokratieversagens ist die Spaltung von Gesellschaften, deren Folgen noch nicht absehbar sind.

    Die Lösung liegt in der Demokratie, in Plebisziten, auch wenn Politik und Medien das Gegenteil propagieren und dazu vor keinem Manipulationsversuch zurückschrecken. Daß die Brexit-Macher für ihre Rücktritte aber andere Gründe haben als behauptet, scheint nicht ganz von der Hand zu weisen zu sein. Und auch in Österreich wird man damit rechnen und leben müssen, daß die Wahlwiederholung ein anderes Ergebnis zeitigen wird.

    Ursache und Wirkung sind jedenfalls kaum diskutabel. Wer die Bürger für eigene Interessen in Unmündigkeit halten will, der wird irgendwann scheitern. Verstanden hat die politische Elite das aber augenscheinlich immer noch nicht.

    • Immer diese Ausreden... warum ?
      „Ursache des Demokratieversagens sind undemokratisch organisierte und handelnde Parteien, die dem Bürger lieber diktieren, als ihn mitbestimmen zu lassen.“

      Was soll daran undemokratisch sein, wenn Politiker und Parteien dem Bürger am Liebsten „diktieren“?
      Gibt es, bzw gab es, jemals etwas anderes? Und warum sollte es?
      ES FUNKTIONIERT DOCH PRIMA!!!!

      Am noch Allerliebsteren mögen es Politiker und Parteien übrigens, wenn sie gar nicht mal mehr diktieren müssen, wenn der Urnenpöbel sowieso widerspruchs- und nachdenk-los das nachplappert, was ihm die Parteien und Politiker vorsagen, und sei es so dämlich wie ein „Wir schaffen das“ oder die Mär von den „blühenden Landschaften“, um nur die beiden zu nennen die mir vor dem Frühstück „alternativlos“ und „systemrelevant“ halt so einfallen.

      „Ursache des Demokratieversagens“, und ich verstehe einfach nicht warum ich das jede Woche(?) wiederholen muss, sind die Wähler, die Bürger, der Souverän, die alle Jahre wieder dieses Gesockse des vermeintlichen kleineren Übels, denn mehr ist es ja sowieso niemals, legitimieren indem sie es wählen!

      Sogar in einem Blog wie diesem, wo angeblich häufiger selber Denkende teilnehmen, sogar hier weigert man sich dem Dümmsten aller Motive, der politischen Korrektheit, immer und immer wieder der unangenehmen Wahrheit da Draussen ins Gesicht zu schauen und sich dann die banale Wahrheit einfach einzugestehen:

      Es sind die Blöden, die IMMER die grosse Mehrheit sein werden.

    • "ich verstehe einfach nicht warum ich das jede Woche(?) wiederholen muss"
      Vielleicht, TDV, weil es falsch ist? Die Bürger sind nicht so dumm, wie Sie das immer behaupten. Es ist doch nicht dumm, keine extremen Parteien zu wählen. Daß dann unter verschiedenen Namen nur noch die Einheitspartei bleibt, liegt doch nicht an den Bürgern. Auch nicht an denen, die nicht mehr wählen. Der Bürger kann nichts dafür, daß das System zutiefst undemokratisch ist, denn er kann es nicht ändern.

      Dieser Mangel an Demokratie hat doch erst dazu geführt, daß der Bürger Alternativen in Erwägung gezogen hat, die er ansonsten gemieden hätte. Es ist die mehr und mehr den Bürgerwillen ignorierende Politik der Einheitspartei, die die Bürger nach mehr Mitbestimmung rufen läßt. Das ist doch kein Zeichen dummer Bürger, sondern ein Zeichen arroganter Volksvertreter.

      Die Bürger sind vermutlich mehrheitlich gegen CETA, TTIP, TISA etc. und organisieren sich über campact und andere Organisationen, die Bürger reichen eine Petition nach der anderen ein, die Bürger ziehen massenhaft vor Verwaltungsgerichte. Das ist doch kein Zeichen für Dummheit.

      Und das nennen Sie „prima funktionieren“? Gäbe es dann derart viel Gewalt auf den Straßen und im Netz? Die Bürger wehren sich und werden nicht damit aufhören, bevor nicht politische Entscheidungen in ihrem Sinne getroffen werden. Der Umfang des Schadens, der dadurch entsteht, liegt ganz in der Hand der Einheitspartei.

    • Ich wünschte mir bei Ihren Texten einfach ein bisschen mehr Differenzierung!
      Lieber Herr Meier,
      einmal sind es „die Flüchtlinge“ und jetzt hier „die Bürger“. Ein wenig weniger verallgemeinernd könnte ich Ihre Texte besser annehmen.
      So, wie Sie manchmal alles in einen Topf werfen, bleibt nur Allerlei. Schade!

    • Flüchtlinge?
      Was hat das mit Flüchtlingen zu tun, was ich schrieb, Gast?

    • Risiken und Nebenwirkungen
      Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren Abgeordneten und zwar unmittelbar und hartnäckig und immer wieder. Sehr dicke Bretter bohren ist angesagt!

    • Dicke Bretter, Malcom X.
      Das habe ich vor Jahren schon versucht, ohne Erfolg. Keine Antwort ist aber auch eine Antwort. Später habe ich es dann per Abgeordnetenwatch versucht, derselbe Erfolg. Mehr noch, es dauerte nicht lange, bis dort hatnäckiges Fragen als Statement bezeichnet und zensiert wurde. Wie es heute dort abläuft, weiß ich nicht, denn damit war das Thema dann auch für mich erledigt. Und überhaupt, mehr als Phrasen gibt es als Antwort von Abgeordneten in der Regel sowieso nicht. Also, was soll’s.

      Es braucht schon andere Mittel. Die Risiken und Nebenwirkungen von Plebisziten dürften kaum schlimmer sein, als die aktuelle politische Herrschaft.

    • Der Souveraen - verbloedet
      Die Waehler sind desinformiert, durch das Opium fuers Volk benebelt („fresse, f*gge, fernsehgugge“ ergaenzt durch Facebook etc) und folgen der Suggestion, dass jeder maximal narzisstisch seinen eigenen Interessen nachgehen kann (die Spassgesellschft) – und seine Rechte und Pflichten als Souveraen an die Politiker ohne Kontrolle delegieren kann.

      Der Souveraen hat eben noch nicht kapiert, dass die Kontrollorgane (Gewaltenteilung, Opposition, Medien) gleichgeschaltet sind und ihre Aufgaben nicht erfuellen.

      Der Schmerz ist noch nicht gross genug – und wenn er einmal gross genug sein wird (bald), wird die Therapie sehr schmerzhaft – und wahrscheinlich zu spaet kommen.

    • Respekt, Hagen!
      „Der Schmerz ist noch nicht gross genug – und wenn er einmal gross genug sein wird (bald), wird die Therapie sehr schmerzhaft – und wahrscheinlich zu spaet kommen.“

      Abgesehen von dem „wahrscheinlich“ zu spät, kann man es nicht besser ausdrücken.

    • Die Fehleinschätzung der Wähler
      erinnert mich irgendwie an unsere Politiker und deren Einschätzung der Realität.

    • Die Armen...
      Unsere armen Politiker, sie wissen es halt nicht besser.

      Die ganz genau wissen was sie tun, und es keinen gibt der ihnen was verheimlicht, sie tun stets was sie fürs Grosse Ganze halten und das ist halt genau das was der grosse blöäde Haufen zB beim „Wir schaffen das“ oder „der schwarzen Null“ auch dafür hält, und der sie ja genau deshalb auch gewählt hat!

    • TDV?
      „Der große blöde Haufen“?. Die Wahlbeteiligung sagt etwas anderes. Es sei denn, Sie meinen die Nichtwähler. Dann aber sollten Sie auch Wahlalternativen nennen, die nicht „blöd“ sind.

  2. In Erinnerung
    „Ich nehme den Preis nicht an“.
    das ist mit das was in Erinnerung zu dieser Zeitlichen Konstante hängen geblieben ist.

    Ich würd mir heut fast ein Brützzler in den Kamin werfen um im Jetzt dieses Absurdum mir schön mauern zu wollen.

  3. Life is short and then you die
    Not too bad, werter DA, der Beitrag, not too bad, wie der Ire sagen würde; mit Ihrem bedenklichen Schlußabsatz haben Sie mich ernüchtert; ja, dieser Absatz, das memento mori, kam dann (heute) doch ganz ungelegen, nachdem ich schon den ganzen Tag erheitert wie lange nicht mehr von der Printausgabe des Mutterschiffs (habe ich heute Morgen im Sportstudio durchgeblättert) vor mich hin kichernd am Schreibtisch saß: „Dax-Konzerne stellen nur 54 Flüchtlinge ein“. Hier der Link für die geschätzten Mitforisten: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/welcher-konzern-stellte-fluechtlinge-ein-14322168.html. Bitte vor dem Lesen die Tastatur abdecken.

    • Das hab ich hier vor Tagen gefunden und würde mich nicht wundern, wenn dass
      schon mal 50 von den 54 wären.
      „Daimler: Echte Probleme? gerne:
      Gestern Gespräch mit Lagerarbeiter einer Zeitarbeitsfirma die für einen großen deutschen Automobilhersteller in Stuttgart/Böblingen arbeitet:
      Vor zwei Monaten bekam er den Auftrag 50 Flüchtlinge einzuarbeiten. Nachdem das erledigt war, kam die Kündigung für ihn und weitere 49 Angestellte, die jetzt von den Flüchtlingen ersetzt werden, weil der Staat deren Gehalt fast vollständig übernimmt (Inklusion!) Folglich haben jetzt die Facharbeiter aus Syrien die Lagerarbeiter ersetzt, und bezahlt wird das nicht vom Markt sondern vom Staat, der sich das Geld von den Reichen über Erbschaftssteuer wieder reinholen wird.“

    • Nix
      Wenn sie diese Unternehmen verstattlichen fällt das via Dekret gar nicht auf.
      Den Rest verstecken wirr auch noch in der Käsetheke.

    • Mutterschiff schreibt weiter, dass der Mittelstand Höffnungsträger sein kann - nur
      der bedankt sich!
      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/mittelstand-als-hoffnungstraeger-fuer-fluechtlinge-14323607.html

    • Streng religiöse muslimische Menschen einzustellen birgt gewisse Konfliktpunkte
      und Gefahren und die DAX Konzerne wissen Bescheid.
      Auswirkungen auf das Tagesgeschäft eines Unternehmens bei Beschäftigung streng religiöser muslimischer Mitarbeiter (und die Flüchtlinge sind zu ca. 80% Muslime) haben z.B.
      die Gebetspflicht, 2 bis 3 der täglich 5 Gebete können in die Arbeitszeit fallen
      das Fasten während der Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang im Fastenmonat Ramadan (kein Essen und Trinken innerhalb von 8 bis 16 Stunden)
      die Geschlechtertrennung und Unterordnung der Frau unter den Mann als Markenkern des Islam
      der Umgang mit verbotenen Speisen (Alkohol, Schweinefleisch)
      die muslimische Kleiderordnung für Frauen (Kopftuch, Hidschab, Tschador, Nikab, Burka) und Kleidung der männlichen Salafisten

      Nach Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat ein Muslim ein Leistungsverweigerungsrecht, wenn er sich in seinen religiösen Belangen während der Arbeitszeit durch den Arbeitgeber gestört fühlt.
      Warum also diese Hürden auf sich nehmen?
      Die Mittelständler – die das anscheinend überwiegend nicht wissen – werden überrascht sein, sollten sie sich auf so was einlassen!

    • zu: ..... Gast sagt: 5. Juli 2016 um 16:14 Uhr
      Da ist m.E. sogar was Wahres dran. Ich war vor einiger Zeit auch recht erstaunt , als ausgerechnet „Monsieur le Professeur“ Th. Piketty in irgendeinem dt. Leitmedium mit der These aufwartete oder präsentiert wurde , ArbeitnehmerInnen mit arabischem Migrationshintergrund würden bei der Einstellung in französischen (mittelständischen ? ) Unternehmen „diskriminiert“ bzw. gar nicht erst eingestellt ….
      wie weit hier eine Relation zwischen ethnischem Background und Bekenntnis hergestellt wurde , habe ich nicht mehr so genau in Erinnerung ….

      Schließlich ist nicht jeder Araber Muslim , selbst wenn der Großteil der Araber das voraussetzt oder für eine zu realisierende Vision hält ….. Und nicht jeder Muslim ist rechtgläubig. *eg*

      Wie auch immer. So weit ich informiert bin , haben manche franz. Unternehmen tatsächlich sehr schlechte Erfahrungen mit den Angehörigen eines gewissen mittelalterlichen Bekenntnisses gemacht , die versuchten , den regulären Tages-/Arbeitsablauf in Firmen mit genau solchen Forderungen zu torpedieren/zu sprengen …..

      Wenn man solche Entscheidungsgründe nicht berücksichtigt , erscheint der Vorwurf von „Rassismus“ an Personaler/Firmen bei deren selektiven Einstellungspraxis seitens eines „renommierten Wissenschaftlers“ doch erheblich kurzsichtig oder „aufmerksamheischend“ zu sein …..

      Die größtmögliche Distanzierung von Jörg Haider: „Schwul“ und „Nazi“ . (-;

      Aber ja, die quasireligiöse Ritualisierung, die Produktion von Feindbildern, die alzheimergleiche Beschränkung auf Tages-Events grassiert im jungen „Herz-bewegten“ „Mitte-Links“ Spektrum doch erstaunlich …. Alternative: Wahlalter ab 40 und vorhergehender Drogentest (-:

  4. Der demokratische Betonpfeiler ist übrigens präzise. Sehr präzise!
    Im Kern war, ist und bleibt Demokratie nichts anderes als Herrschaftsablösung auf unblutigem, unrevolutionären Wege. Alle andere ist Poesiealbum-BlaBla. Und genau das war der BREXIT.

    Ich brauche Fassungslosigkeit angesichts der allerorten von Prantlhausen bis taztrötien durchbrechenden Sympathien für Autoritäres nicht vorzuspiegeln. Meine Illusionen über die angebliche moralische Höherwertigkeit linker Demokratiebeschwörer verlor ich an westdeutschen Unis mit 25. Hinter der etwas gebildeter klingenden Fassade halbverdauter Theoriegerüste befand sich derselbe Tribalismus, dieselbe Autoritätshörigkeit, dieselben Doppelstandards, kurz: dieselben Menschen, die aus den Höhen ZEITloser Gipfel sonst immer nur als Rechte existierten, bzw. in allem, was zeitgeistlos gerade als rechts definiert wurde.

    Im Gegenteil, als alter Reaktionär freue ich mich über die Anerkennung der simplen Tatsache, dass der Pöbel Führung braucht. Nur einen Zahn muss man den wundersam Bekehrten ziehen – dass sie selbst etwa zur Führung berufen seien. Sorry, Leute, Pöbel bleibt auch dann Pöbel, wenn er das Bullshit Bingo der Marx- und Faucault-Phrasen perfekt spielen kann. Ihr könnt nur gelehrter klingend schwätzen und seid ansonsten genauso dumm, vorurteilsbeladen, ungebildet, einseitig und vernagelt, wie Eure rechten Gegenüber. Sagt Euch nur keiner, da ist der heilige Augstein vor.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Herr Haupts,
      Ich denke nicht, daß Sie reaktionär sind. Wirklich realtionär sind die wenigsten, eher konservativ. Fortschritt ist gut und schön, aber nicht alles neue ist besser als das alte, eher im Gegenteil.
      Reaktionär ist ein Kampf- und Schmähbegriff, der schon lange vor Nazi, Rassist und Sexist salonfähig gemacht wurde.

    • @THorHa
      Ich kann zwar momentan nichts erkennen, das von Leuten die ich als Linke bezeichnen würde kaputtdemokratisiert worden ist, aber ich möchte schon darauf hinweisen, dass sie sich die Hälfte der möglichen Freude an der Welt verbauen, wenn sie meinen, Reaktionäre oder sogenannte Konservative würden weniger Mist bauen als sogenannte Linke. Ich sehe da wie bei Deutschland gegen Italien nach 120 Minuiten ein klares Unentschieden.
      Bevor sie sich freuen könnne, müssen sie erst nachschauen ob es denn auch tasächlich jemand Linkes war der den Mist verbrochen hat, mir reichts wenns ein Staatsbürger war = also, doppelte Möglichkeiten zur Freude!

      Für alle, Rechte, oder Linke, oder Orientierungslose, sei zum Thema Brexit ein Artikel empfohlen den ich entdeckt habe. Leider nur in der Print_Zeit, gibts in jeder Bücherei zum Nachlesen. Ich möchte nicht dass man mir nachsagt ich hätte jemenden dazu aufgefordert Geld für sowas auszugeben.
      Da schreibt auf Seite 40, im Feuilleton, am 30.Juni ein WOLFGANG STREECK recht beeindruckend, welche tatsächlichen Gründe die weniger Dummen zum „Brexit“ bejahen angestiftet haben.

      PS:
      Hab ein wenig gesucht und potz auch! Der Mann hat einen Blog und dort denselben Text auch für alle zugänglich veröffentlicht! https://wolfgangstreeck.com/2016/06/30/einstuerzende-neubauten-reflexionen-zum-britischen-austritt/

    • Verehrte/r Samsara, ich bin gerne reaktionär.
      Ich habe vor vielen Jahren beschlossen, jeden Totschlag-Kampfbegriff, der mir entgegengeschleudert wird, zu umarmen und mir zu eigen zu machen. Faschist, Rassist, Sexist – ich bestätige das freundlich und argumentiere weiter. Spart Zeit, Nerven und Kraft. Nimmt den Angreifern einen ungerechtfertigten Vorteil (der Verteidiger „muss“ sich erst mal rechtfertigen). Und das Schönste – die Gegenseite kann damit absolut nicht umgehen :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Danke, Herr Haupts
      So habe ich das noch gar nicht gesehen. Ja, das wäre mal einen Versuch wert.

    • @tdv:
      Manchmal lesen vor Schnellschüssen, bitten :-). Ich schrieb erkennbar überall „dieselben“, also links=rechts=gleich dämlich. Ich mache mir keine Illusionen über Menschen, nicht mal über mich selbst.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Kind und das Bad
      Herr Haupts,

      ziemlich einverstanden. Glatteis sehe ich am Horizont auftauchen, wenn Sie Marx und Foucault ‚phrasieren‘. Beide sind wichtig, derzeit könnte ich nicht entscheiden wer wichtiger ist, in Geschichte und Entwicklung der Philosophie.
      Wer beide gelesen hat, erkennt wahrscheinlich deren gedanklichen Fortschritte. Und kommt nicht auf die Idee, dass es einen direkten Draht von beiden zu dem Unsinn gibt, den die sogenannte Linke der heutigen Tage uns vorsetzen will.
      Einen neuen Gedanken zu denken, denken zu können, ist die einzige Triebfeder die uns Menschen seit der Steinzeit vorangebracht hat. Nicht jeder Gedanke bringt uns weiter, nicht jeder Gedanke führt nach vorne, nicht jeder Gedanke ist umsetzbar, insbesondere gibt es Vieles das vor seiner möglichen Umsetzung – glücklicherweise – schon gedacht wurde.

      Auch wenn Sie mit der von Ihnen formulierten ‚Dummheit‘ Recht haben, dann kam diese ja nicht wegen Marx und Foucault zustande, sondern trotz Marx und Foucault.

    • Marx hat einen Platz in meinem Bücherschrank,
      mit Foucault konnte ich einfach nichts anfangen. Ich wollte auch keineswegs diese beiden Denker schmähen, sondern die Phrasendrescherei viertelgebildeter Soziologie-Absolventen westlicher Hochschulen. Und da finden Sie (oberflächlich) relativ häufig den Rückgriff auf u.a. diese beiden.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Widerstand ist zwecklos
      Es werden immer wieder die gleichen Mantras wiederholt.

      – Der Pöbel braucht Führung
      – Kennzeichen der Demokratie ist das dieser dumme Pöbel nicht an der Macht beteiligt werden DARF
      – der Aufstieg des Pöbels eine Illusion ist
      – mit Pöbel all jene gemeint sind:
      + die ohne goldenen Löffel geboren wurden
      + nicht die richtige gesellschaftliche Stellung (der richtigen Kaste angehören)
      + die Intelligenz haben (Studierte sind)
      + die den ganzen Quatsch der Herrschenden glauben
      + zu dumm sind das zu durchschauen
      + oder es durchschauen und dann als wirres Zeug redende Idioten dargestellt werden

      Die Demokratie – welche die Herrschaftsablösung darstellt.

      Die Ablösung vom Volk.
      Die Herrschaft des Geldes. Der Wirtschafts-, Banken- und Politikerkaste.
      Der wohlhabenden Blutsauger.

      Auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, man könnte etwas an diesem System ändern ein blumiger bekiffter Traum ist.

      Es ist die Pflicht des Pöbels sich zu fügen – aber auch die Pflicht diese schizophrene Gedankenwelt anzunehmen als die allein gültige Wahrheit. Als ein Geschenk der Elite. Der Führungskräfte. Der klugen Mafia. Der machtgeilen Plünderer.

      Zusammengefasst: „Widerstand ist zwecklos.“

    • @ThorHa
      Mag ja sein, dass sie manchmal links und rechts gleich unappetitlich finden, nur schriftlich geben sie und immer nur ihre (etwas absurden) Beschwerden zu „Marx und Foucault“ & Co.

      Deshalb frage ich…

    • Mann tdv :-).
      Ich BIN ein Rechter. Also ist das hier eine Übung in angewandtem Tribalismus. Was sonst?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Realitätsresistenz
      Vor ein paar Monaten habe ich im kleinen privaten Kreis prophezeit, der Brexit würde das erste Ereignis sein, das die Gutmenschen nicht mehr ignorieren können. Sie würden es nicht verstehen, aber es wäre der erste dumpfe Einschlag, den sie in ihrem Salon auf der Titanik hören, während die Band lautstark den Wirtschaftsaufschwung und „Wir schaffen das“ spielt.

      Ich gebe zu, zwischendurch dachte ich, vielleicht schlägt die Präsidentenwahl in Österreich doch vorher ein, und zuletzt habe ich auch selber nicht mehr an den Brexit geglaubt.

      Aber schließlich ist es doch so gekommen. Während Köln in Akademikerkreisen, Öffentlichem Dienst und grünsituiertem Rentnertum ein Nicht-Ereignis war, das nie Thema war, das einem auf dem Oktoberfest auch passieren könnte (habe ich genauso von zwei Frauen gehört), ist der Brexit ein Thema. Klar, sie lästern und hetzen, wie hier auch im Blog schon hinlänglich diskutiert, über die rückständigen, alten, vertrottelten, jugendfeindlichen, fremdenfeindlichen, verblödeten und ungebildeten Briten, sie freuen sich über den bevorstehenden Untergang der britischen Wirtschaft, das Ende des Finanzzentrums London, den kommenden Austritt Schottlands, die kommende Wertlosigkeit des britischen Pfunds und der britischen Rente. Schon klar, bei uns sind die Renten sicher – Eurokrise, war da was? Fast alle Diskutanden sind natürlich in vollkommener Faktenunkenntnis unterwegs, schon jemand, der weiß, dass bei den Franzosen und Italienern ähnliche Prozentanteile der Bevölkerung austreten wollen, ist ein seltener Lichtblick in solchen „Diskussionen“.

      Und die nächsten Einschläge werden kommen: AfD-Sieg in MeckPom im September (über 30%, mit etwas Nachhilfe von Merkel sollten auch 40%+x drin sein), Hofer im Oktober, irgendwann die nächste Bankenkrise, nächstes Jahr Le Pen als französische Präsidentin (auch da wird Merkel noch ein paar Aktionen durchziehen müssen, da Le Pen wohl noch deutlich unter 50% liegt und ihr Programm gewisse Bauchschmerzen bewirkt) und zu guter letzt Zerfall der EU.

      Und meine Prognose: die Gutmenschen werden immer wilder heulen, kreischen, geifern, hetzen, aber sie werden es letztendlich nicht kapieren, bis nicht die EU zerfallen ist und Merkels moral-imperialistisches Buntland an allen Grenzen von radikalen rechten Feindstaaten umgeben ist.

    • Europäische Entwicklungen, auch @Realist
      Vergessen haben Sie die kleine Nr. 1 im Geschäft, meine Heimat. Ob Le Pen eine Mehrheit erhält weiß ich auch nicht. Aber die Umfrageergebnisse von vor 2 Tagen geben Geert Wilders und der PVV 50% mehr Abgeordnete als der zweitstärksten Fraktion. Wenn vor zwei Tagen gewählt würde, yadayadayada. Es gibt auch deutlich mehr Parteien als im Bundestag.
      Aber: die mit Abstand stärkste wäre vor zwei Tagen die PVV geworden; nach den Umfragen. Und damit wäre Wilders in irgendeiner Koalition der Premierminister geworden, und hätte als eine frühe Amtshandlung ein Referendum zum Nexit (=’Next exit‘?) gestartet. Das hat er schon angekündigt.

      Frankreich, meine zweite Heimat, da bin ich nicht so sicher. Da waren 2 Tage nach dem Brexit 68% im Figaro für ein Abhalten eines Referendums. Und einige Tage danach in einer weiteren Umfrage ca. 33% für einen Frexit. Das könnte sogar stimmen, denn ein Referendum macht Sinn, auch wenn man selbst nicht am Frexit interessiert ist.
      Obwohl, nach einem Frexit wäre die EU eh im Mülleimer. Nicht wegen der effektiven Bedeutung Frankreichs, aber wegen seiner symbolischen Statur.

      Wobei der Nexit echt spaßig wäre. Erstens wäre er meiner Meinung nach falsch, weil ‚wir‘ zu klein sind. Also müssten (und wollten) wir dann doch wieder nach Gesellschaft suchen. Die Moffen fallen eh aus, die Belgen liegen uns auch eher für Witze.
      Mir scheint immer, meine Landsleute hätten keine echten Probleme mit den Engländern. Ich auch nicht. Warum nicht eine kleine Achse über die Nordsee hinweg?

    • Niederlande
      @Uwe Dippel
      Vergessen habe ich die Niederlande und unsere anderen Nachbarländer nicht. Ich wollte den Text nur nicht noch länger machen.

      Ja, Wilders wird Ministerpräsident werden, Strache Bundeskanzler, Grillo wird ebenfalls an die Macht kommen, in Belgien, Dänemark und Schweden weiß ich die Namen der kommenden Ministerpräsidenten nicht, aber sie werden rechts sein. Die beiden Gründe, warum Orban für alle Ewigkeit alternativlos wiedergewählt werden wird, lauten Merkel und Jobbik. Polen dito, in der Slowakei könnte Richard Sulik Ministerpräsident werden, falls sich die Sozialdemokraten unter Fico nicht weiterhin genügend weit rechts der AfD plazieren (Stichwort: 0% Obergrenze für Moslems). Und falls die Briten den Brexit nicht durchziehen, werden die Tories zerbrechen, Farage wird zurückkommen und Premierminister werden. Weil die Gutmenschen es nicht anders lernen. Und dann gilt, um ein bekanntes Zitat zu verwenden: Deutschland wird sich verändern, und ich freue mich drauf. Alternative Weisheit: Schlimmer gehts nimmer.

      PS: Meinen Sie wirklich, in den Niederlanden würde Wilders in die Regierung kommen, solange seine Partei nur 49,9 % der Abgeordneten im Parlament hätte? Bei uns in Deutschland sicher nicht. Und in Österreich hat meiner Erinnerung nach van der Bellen angekündigt, Strache nicht zu ernennen, selbst wenn der 60% bekäme.

    • @Realist
      49% der Abgeordneten würde die PVV nie haben. Vielleicht war ich unklar? In den letzten Umfragen wären es 41 von 150 Sitzen, das kommt wegen der vielen Parteien im Parlament, im Moment 12. Allerdings hätte die zweitstärkste Partei, VVD, nur 24 Sitze. Damit wäre Wilders der erste Aspirant auf den Premierssessel.

      Bei den Umfragen gibt es auch derzeit keine Mehrheit für einen Austritt, jedoch eine für das Abhalten eines Referendums darüber.

      Bemerkenswert in den Niederlanden ist, dass die Zustimmung zum SPD-Äquivalent in den Niederlanden in den letzten 4 Jahren auf (ich wiederhole: nicht um, sondern auf) ein Viertel gefallen ist. In Zahlen: von 38 auf heute prognostizierte 8 Abgeordneten.

    • Alles klar
      @Uwe Dippel
      Nein, Sie waren nicht unklar. Mir war schon klar, dass die PVV noch deutlich unter 50% liegt (genau wie FN, FPÖ, M5S, AfD, etc). Meine Frage bezog sich darauf, ob Sie glauben, dass Wilders Ministerpräsident würde, wenn der PVV nur noch ein Sitz zur absoluten Mehrheit fehlt. Unabhängig davon, dass der Chef der stärksten Partei _normalerweise_ den ersten Auftrag zu Regierungsbildung bekommt.

      In Deutschland bin ich sicher, dass die AfD mit 300 Abgeordneten gegen CDU/CSU/SPD/FDU/Grüne/PDS mit 301 Abgeordneten nicht in die Regierung käme. Und in Österreich mit van der Bellen die FPÖ vielleicht nicht mal, wenn sie 60% der Abgeordneten hätte.

      „49% der Abgeordneten würde die PVV nie haben.“

      Mit solchen apodiktischen Aussagen wäre ich vorsichtig. Vor einem Jahr hätte ich unsere heute Lage auch als absurde Dystopie bezeichnet. Solange Merkel und Co weiter Amok laufen, liegt die Obergrenze für rechte Parteien mitelfristig bei 100%. In Österreich sollen knapp 85% der Arbeiter Hofer gewählt haben. Da geht noch wesentlich mehr, bei der hart arbeitenden, nicht akademischen Bevölkerung sind sicher auch 95% drin.

      „Bemerkenswert in den Niederlanden ist, dass die Zustimmung zum SPD-Äquivalent in den Niederlanden in den letzten 4 Jahren auf (ich wiederhole: nicht um, sondern auf) ein Viertel gefallen ist. In Zahlen: von 38 auf heute prognostizierte 8 Abgeordneten.“

      Nicht weiter überraschend. Wer soll die auch wählen? Deutschland hinkt in der Entwicklung lediglich hinterher. Bis zur Bundestagswahl wird die SPD unter 10% liegen, im Osten vielleicht knapp bei 5%. Wir bewegen uns auf Zustände zu, wo es keine linken Parteien mehr in den Parlamenten geben wird, wie es zum Teil schon bei unseren östlichen Nachbarn der Fall ist. Bzw. die verbleibenden „linken“ Parteien werden wie in der Slowakei programmatisch in vielen Belangen rechts von der AfD stehen.

      Ich verstehe auch nicht, wieso das außer dem Don und ein paar Zauseln niemanden zu interessieren scheint. Das ist so irrwitzig.

    • @Realist
      Ja vielleicht, was Sie schreiben.
      Was mich fertig gemacht hat, diese Partei ist zwar auf 25% ihres Ergebnisses von 2012 gefallen, findet aber dass sie im Prinzip alles richtig machen.
      Warum bin ich entsetzt? Weil ich nun doch befürchten muss, dass die SPD einfach so weitermacht, mit einer ähnlichen Logik, und vielleicht auch als 9%-Partei noch immer einen Gabriel (oder halt einen anderen Hansel) hat, der noch immer meint, alles richtig zu machen.
      Also vollkommen abgehoben. Und uns noch jahrelange Talkshows beschert, in denen er, oder Stegner, mit missmutig verzogener Miene den Oberlehrer spielt, oder Oppermann, oder der ‚Sympathieträger Schulz‘.

      Hoffnungslos.

  5. Die Süße des Lebens
    Vorweg: Ein exzellenter Artikel.

    „Die Welt ist ein einziger, grosser Betonpfeiler, und was wir gerade hören, ist in meinen Ohren das panische Kreischen derer, die gerade erst begriffen haben, dass sie keine Kontrolle mehr haben, und der Westen die Demokratie absichtlich als Betonpfeiler für Politiker gestaltet hat. Mehrheit entscheidet.“

    Der Westen wohl, aber Deutschland? Deutschland musste immer erst im ganz physischen Sinne am Betonpfeiler zermalmt werden, egal, wie wahnwitzig die Politik auch war, die seine „Eliten“ wollten, und jedes Mal hat es Europa dabei mitgerissen. Es ist jetzt wieder so.

    Aber eines kann ich für mich persönlich nach diesem grauenhaften Jahr sagen: Wenn der Gewaltraum, den Merkel und ihre Unterstützer so gerne mitten in Europa haben wollten, sich endgültig öffnet, werde ich sie nicht schützen. Ganz im Gegenteil.

    Ich habe meine Lektion gelernt.

    • Titel eingeben
      Ein allzu merkel- bis pöbelhaftes „Ist mir doch egal! Jetzt ist sie halt tot.“ wäre im hiesigen Salon wohl immer unangebracht, aber ein schwejksches „Der Ferdinand lässt sich nicht durch jeden beliebigen Trottel ersetzen!“ ginge wohl an, schon aus Knödelspeisenvölkersolidarität.

  6. Bedrückend
    Und keine Besserung in Sicht. Juncker steht immer noch blau in der Gegend und verteilt Ohrfeigen. In allen ‚Qualitätsmedien‘ landauf und landab setzen die Teufelsaustreiber die kulturellen Standards.

    Dennoch danke für den Text.

    • Das wär doch was für sie...
      Besuchen den ohrfeigenden Herrn Juncker doch mal, und drehen den Spiess um…. einer müsste mal den Anfang machen?

      Posten sie das Ganze auffällig im Internet (link, hier ins Blog!), ich bin sicher mit erbetenen Spenden können sie sich einen hervorragenden Anwalt leisten.

      Wäre doch schön, vielleicht macht das Beispiel ja Schule? Man könnte dann landesweit Politiker nur mehr in Kordons von Geheimdienst Leuten (von weitem) sehen…

  7. "...ich mag Alpenässe..." ui, Vorsicht, darauf kann man leicht ausrutschen
    und dann braucht’s keinen Betonpfeiler und auch keine neue Verschwörungstheorie ( v.gd/J3eV82 ).

    NS: Dachte, Sie wollten Ihr Schwesterherzileinichen hier ( http://blogs.faz.net/stuetzen/files/2016/07/haidera.jpg ) heraushalten ;-)

  8. Ein komisches Gefühl
    Ich lebe derzeit so dahin, entwickle immer mehr Teilnahmelosigkeit, und sehe das was abläuft wie ein Laborhelfer eine soziologische Versuchsanordnung betrachten würde.

    Vielleicht ist es auch weniger Teilnahmslosigkeit, als eine Diskussionsmüdigkeit. Die Deutungshoheit im gesellschaftlichen Diskurs steht schon mehr oder weniger fest, mit Rückendeckung von Preisträger/innen, Minister/innen und Kanzler/in.

    Ich bin es leid, Menschen ein Steinderl hinterherwerfen zu müssen weil es „korrekt“ ist, Dinge gutzuheißen die ich menschenverachtend finde, politische und demokratische Grundprinzipien zu erklären. Ich gehöre nicht zu denen, die mit kruden Aussagen und Hashtags in sozialen Netzwerken Likes sammeln, um am Abend wieder eine Schlacht geschlagen zu haben.

    Lieber setze ich mich gemütlich hin und lese eine scharfsichtige Kolumne.

    (Nur schlanke Mann in der Schwulenbar hat mich leicht verwirrt. Aber ich hoffe er hatte einen schönen Abend, so kurz vor der Finanzgötterdämmerung.)

    • Erstaunlich
      Ich hatte schon befürchtet, allein zu sein mit dem Gedanken, den (teilweisen) Rückzug ins Private als derzeit einzige Möglichkeit zu sehen.
      Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen – Sie haben mir nicht nur den Tag sondern die ganze Woche gerettet.

    • ebenso
      Danke, sehr schön auch meinen Gemütszustand getroffen!
      Das nennt sich übrigens „Cocooning“

      Nur befürchte ich, dass sich irgendwann die Welt gewaltsam und unerwartet Bahn bricht in mein privates Biotop hinein.

  9. ars
    Werter Gastgeber, bitte verzeihen Sie, wenn ich Ihren Blog mit etwas Aluminum verschmutze. Suizid ist nicht mein Ding. wenn ich es täte, täte ich es anders und nicht mit dem Auto, nicht mit dem Fallschirm und nicht in der Badewanne. Mag sein daß Herr Haider besoffen gerast ist, mag sein daß er sich umgebracht hat. Ich habe zuviel Bond gesehen, um einen assistierten oder gar ungewollten Suizid zu 100% auszuschließen.
    (Albert R Broccoli ist als Quelle besser als DWN)

    Tausend verkaufte Bücher, das ist eine schöne Spitze. Die darin enthaltenen Rezensionsexemplare und Autorenexemplare werfe ich noch dazu.
    Ist es Kunst wenn es niemand hört und niemand liest?
    Das Beispiel des fünfzig Jahre vergessenen Mendel nehme ich mal aus der Wissenschaft. Künstler können am falschen Ort leben oder zur falschen Zeit oder im Schatten eines Größeren ersticken und doch Kunst liefern.
    Ist es Kunst, wenn es ins Licht gestellt wird und trotzdem niemand liest? Eher nicht.
    Karl May oder Terry Goodkind begeistern Millionen. Eine Vielzahl von Menschen jahrelang gut zu unterhalten wird bestenfalls Gebrauchskunst genannt.
    Bei GRR Martin oder J.K. Rowling spreche ich von Kunst. Bei J. Austen wird mir niemand widersprechen – trotz des gigantischen wirtschaftlichen Erfolgs.
    Wirtschaftlicher Erfolg scheint bei Hai in Gelee die Anerkennung des Künstlers nicht zu stören.
    Was ist also Kunst?
    Ist es Kunst weil der Papa eine Bühne leitet? weil es aus womöglich wirtschaftlichen Gründen in mehreren Museen als Leihgabe steht? Weil Galeristen, Kuratoren, Sammler, Kritiker und Künstler so sind wie Gschwista?

    Vox populi vox Dei – Die Freude, die Begeisterung, das Staunen der gewöhnlichen Rezipienten scheint mir der wahrhaftige Maßstab für Kunst zu sein. Die ungesteuerte Bewahrung der Kunst über Moden und über Jahrzehnte und die Bewunderung späterer Generationen der Maßstab für große Kunst.
    Ein Kompliment an den Autor sei noch gestattet: Viele Jahre ein abwechslungsreches, provokantes, anregendes, bildendes Blog zu führen ist Kunst. Ich stufe Sie mal zwischen Goodkind und Martin ein, näher bei Martin und Rowling.
    Danke.

    • Goodkind
      bereitet mir schon mal mehr Spaß als Martin. Jordan ist dann schon Literatur, natürlich nicht in der unsäglichen deutschen Übersetzung, zumindest die ersten fünf, sechs Bànde. Anton Ulrich v. B. wäre entzückt. Aber man kennt das schon von Piper, z.B., den Stil können Sie nicht… bla, liest hier in D keiner…

      Komisch schon, jede(r) will „ein Buch“ schreiben. Keiner liest das Zeug. Was sollte das werden mit dem unbedingten GE?

      Im Prinzip dito. Wie auch mit @Samsaras Einleitung.
      Und ein flockiger Alphonso Text.

    • Titel eingeben
      Jane Austen? Zustimmung zu allem, was sie ex post adelt – man soll die alten Jungfern nicht unterschätzen. Ist auch lustig, wie das Werk rezeptionsgeschichtlich von einem mäßigen bis ordentlichen Erfolg über eine Phase des Geheimtipps für (Literatur-)Dandies zu diesen enragierenden Blümchen-Glitzerklecks-Covern kam. Und dann diese Vorwürfe: Zu unpolitisch. Zu unerotisch (s. Vorwurf „alte Jungfer“). Der falsche Feminismus. Zu sanft. Zu gallig.

    • Titel eingeben
      @interim
      ich werde mir den Jordan und seine Zeiten mal ansehen, im Original wie empfohlen. Blicken Sie doch mal auf Luca Rossi, branches of time.
      Und vielleicht Greg Bear (vorurteil unter Verwandten) moving mars
      Und den Christopher Stasheff. Da ich diesen gelesen habe, verdächtige ich unseren Gastgeber gezielt Bildungsbestandteile unter die Unterhaltung zu mischen. Unauffällig in kleinen Portionen um uns zu fördern.

    • melursus sagt:
      und ich dachte immer es heist vox populi vox rindvieh

    • Titel eingeben
      Danke für die Empfehlungen! Als Legenden- und Märchenfreund seit Kindertagen rettet mich dergleichen mitunter vor tödlicher Langeweile.

      Der Einstieg ins Rad ist vielleicht noch etwas betulich und konventionell, aber bald wird, wer’s mag, auf seine Kosten kommen.
      In seinen besten Passagen (und derer sind nicht wenige) ist der Text geradezu poetisch.

      Das Böse manifestiert sich von Teil zu Teil immer mehr im Menschlichen. Verführte Massen und Alltagsdummköpfe haben ebenso ihre Auftritte, wie gerissene Machtpolitikerinnen, flachköpfige Potentaten, die ihre Staaten in den Ruin führen, besessene Religionsstifter oder hypermoralische Menschenquäler. Keiner, der keinen Dachschaden hätte oder bekäme, auch unter den Hauptfiguren nicht.

      Ein opulent-labyrinthisches Panoptikum, eine barocke Weltbühne, wo das Leben ein Traum und ein Traum das Leben sein kann.

      Was im Gegensatz zu GOT aufrecht hält, ist aber stets die Märchengeste, der Glaube an die Durchsetzbarkeit des Humanen. Dazu viel mehr Rätsel, Zauber, Aventiure…
      genug der Missionierung ;)

      Herzliche Grüße

  10. Betoniert
    wird ja allenthalben an der dazu passenden Weiterbildung der Bürger. Heute schrieb jemand wörtlich in der FAZ, dass das Ozonloch schmilzt !! Wenn doch nur die Flamme der Weisheit die Kerze nähren würde…

    • Watschn
      Richtig, FritzSTR.

      Bei der tagesschau habe ich es aufgegeben, schon lange, die ewigen Fehler anzumerken. Manchmal hat man sich bedankt, manchmal blieben die einfach so bestehen.

      Bei der FAZ habe ich noch minimal Hoffnung. Die Einrichtung einer e-Mail-Adresse der Redaktion der die Leser allen echten Schwund (nicht inhaltlich!) zuleiten können. Das wird dann regelmäßig in der Redaktionskonferenz durchgegangen, und die Dummbeutel die so einen Mist verzapfen, werden abgewatscht. Verbal, natürlich. Und mit 20 € in die Kaffeekasse.
      Ich befürchte, die würde bald überquellen.

  11. Wir sind "Bruno"
    # Wir sind „Bruno“

    „Gruppen von Afrikanern marschieren über den Brenner“ schreibt „unsertirol24“ am 01.07. und das ist der Lärm des gemeinen Lebens. Mei, der Jörgi war doch so nett.

    Lieber Don Alphonso, was haben Sie sich doch wieder für eine Mühe gemacht so nett über den Brexit und die Guten wie die Schlechten zu schreiben. Und vor allem mit den so schönen Bildern.

    So wie Sie bekommt das der Hochscholastiker des FAZ Feuilletons nicht hin, der da sprach, als litt er unter einer unglaublichen Hartleibigkeit:
    „Es geht um die großen Mäuler derjenigen, die vom Verrat der Eliten am Volk sprechen, und selbst nur so viel zu bieten haben wie Boris Johnson und Verwandtschaft: ein leeres Löschblatt und ein paar alte Desinformationen.“

    Frank Schirrmacher, Gott hab ihn selig, muß es nicht mehr miterleben. Nach Kenntnisnahme der Kaubegedankensplitter: „Am Tiefpunkt von Politik“ wandeln sich diese in ein „Am Tiefpunkt des Feuilletons“.

    An welche „Elite“ mag er dabei gedacht haben, in seinem hochtrabendenTon?

    An die K., die in ihrem Tun mehr an Hyacinth Bucket aus der engl. Sitcom: „Mehr Schein als Sein“ erinnert?. Die Folgen der Sitcom, im TV, wie in Berlin, enden jeweils mit dem völligen Scheitern der Aktionen und dem daraus resultierendem Chaos.

    Oder an Maizière, dessen höchste Amtspflicht darin zu bestehen scheint ständige Warnungen an den unmündigen Bürger zu richten?

    Oder gar an die Medien, die Presse in ihren Gefälligkeitspublikationen? Gute Güte, da würde er ja am eigenen Ast sägen.

    „Das alles, und noch viel mehr würd‘ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär“ sang Rio Reiser vor längerer Zeit und Herr Gauck dachte sich wohl, nachts in seinem Bettchen, ich will auch wieder mal was dazu sagen.
    Der Herr Berlusconi mußte sich ja mit seinen eigenen Privatsendern begnügen. Doch so ein Bundespräsident hat ja schließlich seine ARD und dort sagte er vor wenigen Tagen:

    „die Bevölkerungen sind im Moment das Problem“.

    Ja, so schnell wird man zum Problem.

    Erinnern Sie sich noch an Bruno?
    Ende Mai 2006 sprach Edmund Stoiber, bei einer Pressekonferenz, ja schon vom Unterschied zwischen „Normalbären“ mit erwartungsgemäßem Verhalten, „Schadbären“ sowie „Problembären“.

    Nach Gauck sind wir jetzt Alle Problembären! Auch Sie, Don Alphonso !

    Da war doch noch etwas.

    „Dax-Konzerne stellen nur 54 Flüchtlinge ein“ war heute in der FAZ zu lesen. Das ist natürlich nicht korrekt, denn wer sucht in einem dieser Konzerne schon eine Stelle? Die hoch­qua­li­fi­zierten Freunde der K. arbeiten doch meist als Selbstständige. Die Ingenieure haben sich längst auf den Fachbereich der Eigentumsveränderung spezialisiert und die islamischen Wissenschaftler sind ja jetzt meist in den Badeanstalten zwecks empirischer Erfassung weiblicher Genitalien unterwegs, stets die stillschweigende, einverständnisorientierte Hingabe der zu Untersuchenden voraussetzend.

    Vermutlich werde nicht nur ich die Hl. Lidwina von Schiedam – genannt die Dulderin – anrufen, um diesen ganzen Blödsinn weiter zu ertragen.

    Seien Sie herzlich gegrüßt
    ObjectBe (objectbe.blogspot.com)

    • Aus nix wird nix sagt einer, der es wissen kann und schon lange verlautbart
      http://www.welt.de/debatte/article156781355/Heute-sieht-Goettingen-aus-wie-ein-Fluechtlingslager.html
      „Der Islamkenner Bassam Tibi kam als 18-Jähriger nach Frankfurt. Der heute 72-Jährige befürchtet große Konflikte wegen der vielen syrischen Flüchtlinge, die arm sind und falsche Vorstellungen haben.“
      Außer Analphabetismus erwähnt er auch noch den Hass auf die Juden der neu aus agrarischem Ursprung ins Land gekommenen.
      Und was wird, wenn das erreichte als gelobt gewünschte Land auf Dauer nicht hergibt, was man sich so erträumt?
      Und die Träume, die da Nachts in dunklen Seelen aufsteigen, sich als nicht enden wollender Alb erweisen?

  12. Text zwei Mal gesendet
    Lieber Don Alphonso,

    möglicherweise erhalten Sie meinen Text zwei Mal, da nach Absendung des ersten Mal die Meldung erschein: „Mach´mal langsam,…“, so daß unklar ist, ob die Erstsendung überhaupt erfolgt ist.
    Bitte sehen Sie das nicht als Aufdringlichkeit meinerseits an.

    Mit freundlichem Gruß
    ObjectBe

  13. Nette Mädels
    Das Rühmenswerteste an diesem Beitrag ist die Schönheit der beiden Damen auf dem Schwarzweissfoto. Besonders die Linke.Heute sagt man wohl „Voll mein Typ“ dazu. Zu meiner Zeit hiess das: „Steiler Zahn“ .
    Danke dafür.
    Mit Herren, mit oder ohne Sportwagen, habe ich es nicht so.Und mit Betonpfeilern schon gar nicht.
    Sollte das Versprechen des Herrn J. aus N. in Palestina für eine erweiterte
    Perspektive des menschl. Lebens zutreffen, wäre der Vorname der Dame zwecks Rendezvous in nicht allzu langer Zeit hilfreich.

  14. Bachmann Wettbewerb
    Ich bewundere Frau Sargnagel (Publikumspreis) ja dafür, das sie in 100 Zeichen auf den Punkt kommen kann. Da kann der Don noch was lernen.

  15. Das Auto
    War das etwa ein wundervoller Barchetta?

    • Ja.

    • Werter Don, was war denn eigentlich mit ihrem Barchetta passiert ....
      …. jetzt werden Sie ja von einem schwäbischen 6 Zylinder (noch nicht) e – chauffiert?
      .
      Darf ich fragen, welche Laufleistung Ihre Barchetta erreicht hatte, Sie haben diese ja doch sehr intensiv genutzt?

    • Es liegt an ein paar Ersatzteien,..

  16. Noch eine Steigerung
    Sie würden ohne Frage mit diesem furiosen und grandios richtigen Bewusstseinsstrom den Bachmannpreis gewinnen, sofern man diese kranke und elend fade Veranstaltung überhaupt gewinnen möchte (die von Ihnen nicht wirklich geschätzte Sargnagel – no na teile ich das auch nicht – ist immerhin ein Rampentiger, das muss man ihr lassen und es gibt hier auch wesentlich schlimmere Ausgeburten, sie ist nicht unehrlich …)

    Nur zwei Anmerkungen als Einheimische: Schüssel war absolut gar nichts peinlich, im Gegenteil, endlich auch einmal in so einem depperten Auto sitzen (geht nicht gegen Ihre geliebten Fetische). Und das Fesch-Sein spielt gar keine Rolle Wer das Jahrhundertthema Migration aufgreift hat solange es die anderen leugnen Erfolg.

    Vielleicht ist es Ihnen bekannt: es gab diese wunderbaren Radioessays „Der Schalldämpfer“ von Axel Corti, mit so einer Stimme müsste man Ihre Texte lesen.

    • Titel eingeben
      In der Tat, Schüssel gelang es, zumindest den Eindruck eines fröhlichen Gesichts zu hinterlassen.

      Was das Fesch-Sein angeht, muss ich Ihnen allerdings widersprechen: nach meinem Eindruck haben Aussehen und Habitus von H. sehr wohl eine Rolle gespielt.

      Nach meinem Eindruck von Österreich ist es so, dass man dort dem kernige, gutaussehenden, sportlichen, im Lande verwurzelten Naturbursch, der vielleicht etwas ungelenk das „das wird man doch mal sagen dürfen“ äußert, alles verzeiht, wirklich alles. Vielleicht außer Schwulsein, selbst bei Bi wäre ich zuversichtlich, dass das rationalisiert würde. Vielleicht ist es die Sehnsucht nach dem Kaiserreich, repräsentiert durch die feschen – nicht unbedingt militärisch gebildeten – adeligen Offiziere.
      Wer wie H dann noch die richtigen Freunde hat, wie den Herausgeber der Kronenzeitung, der darf sich schon zu Lebzeiten immer auf einem Marmorsockel stehen.

      Dabei scheint mir das Phänomen H. strukturell nicht weit entfernt von Trump und seinen Methoden zu sein. Beide inhaltsfrei, beide widersprüchlich, beide die Wähler einlullend, beide die Helden eines Personenkults. Bei beiden wird kaum hinterfragt, was wirklich geleistet wurde, es ist den Anhängern auch nicht wichtig. H. war halt schlicht eine Nummer kleiner, weil er im kleinen ehemaligen Kaiserreich in und an den Alpen sein Ding durchzog.

      Als Bundeskanzler wäre er schon einigen Leuten ein ziemlich großer Dorn im Auge gewesen, daher sollte man die Theorien zum Unfallhergang nicht mit „der hod gsuffa und die Leit wollns hoid net glaubm“ abtun. Und dabei nie vergessen, dass außer einem großen bösen Plan schlicht auch der in AT weitverbreitete Dilettantismus eine Ursache vieler Unstimmigkeiten sein kann.

      Aber man prüfe selbst, wie etwa bei der Leichenschau, die die damalige Gerichtsmedizinerin in Folge auffällig schnell auffällig hoch katapultierte, oder die nur hastige und mit unverzüglicher Verschrottung endende Untersuchung des Autos, die leider leider keine ausführliche Analyse der Daten der unzähligen Bordsysteme des Phaeton zuließ. Wo sonst jeder Gewährleistungsanspruch blitzschnell mit freilich langfristig gespeicherten Daten aus eben solchen Systemen widerlegt wird, ist ein Toter ja kein Fall der eine Untersuchung lohnt.

  17. Ach ja.
    Opulenter Text,
    der mich angenehm an Ihren Abgesang auf
    das andere goldene Zeitalter erinnert.
    Abgründe, wohin man schaut.
    Aber wenn sie so eindrücklich besungen werden,
    leuchtet aus ihnen durchaus Schönheit.

    Der eingebaute Betonpfeiler,
    wir sitzen halt alle mit im Wagen.

  18. Das Universum ist ein Irrenhaus
    und die Erde ist die geschlossene Abteilung, lautet mein Motto. Ich habe gelernt das ein einzelner die Wirklichkeit gar nicht vollständig wahrnehmen kann. Man benötigt für das ganze Bild immer auch den Blickwinkel anderer. Manchmal ist es so das eine einseitige Wahrnehmung sehr lange funktioniert da sie von anderen gestützt wird.
    -Die Welt als Wille und Vorstellung-(ein Buchtitel von Schopenhauer) deutet m.E. sehr schön an das wir mit unserer Wahrnehmung ggf oft daneben liegen. Neurologen müssten das heute bestätigen können. Leute die sich für Klug halten und alles sehr schön erklären können ggf auch Plapperwissenschaften studiert haben liegen ggf deshalb oft daneben weil sie die Denk(Welt)modelle anderer für falsch halten und der Überzeugung sind das diese gar nicht mehrheitsfähig sein können.
    -sein dürfen – wäre die genauere Beschreibung ihrer Überzeugung, was aber nicht sehr demokratisch klingt.- Die weniger klugen Leute interessieren sich vermutlich weniger für gedankliche Konstrukte sondern für die Effekte in Ihrer Erfahrungswelt.
    Die Tatsächliche Erfahrungswelt (Der Betonpfeiler) ist aber die Prüfung an der Wirklichkeit und nicht der theoretische Diskurs. – Man könnte auch formulieren- Es könnte sein das einige entweder den Kontakt zum Alltag verloren haben oder immer nur mit ihren Wunschbildern herumlaufen. Die Berichterstattung über die Befragung der Briten zu einem möglichen Brexit zeigt das sehr schön. Der britische Betonpfeiler ist eigentlich harmlos. Ich möchte die WG verlassen lautet das Ergebnis der Befragung. Interessant ist was die Leute aus so einem Satz machen. Der Untergang Europas wird schon befürchtet. Und die Teufel werden verbal gesteinigt. Viele sind da nicht weiter als jene die in anderen Erfahrungswelten Ehebrecher tatsächlich auch heute auf diese Weise umbringen. PS Zur geschlossenen Abteilung: Sie wird auch von keinem verlassen. Unsere Störungen sind zwar unterschielich Stark aber als Gattung sind wir latent* gemeingefählich. * Ich möchte nicht zu pessimistisch enden :-)

    • Die Betonpfeiler an der A7 haben schon freiwillig und ohne den gewaltigen
      Crash abzuwarten aufgegeben – Feiglinge!

  19. der fliegende betonklotz der den Phaeton auf dem weg ins Rosental nachts rammte.............
    sollte doch in der Autowelt in Wolfsburg ausgestellt werden, wo der refugeewelcome-manager Müller so viele einwanderer eingestellt hat…………………………………….

    werter DON, so schön wie sie die fahrt von Mustair vorbei am altehrwürdigen Kloster hinaus zum Ofenpass oder Umbrail geniessen konnten, vom Ofenpass hinunter nach Zernez gibt es lange abschüssige geraden die einem das gefühl geben, auf der Mulsanne Straight mit ihren 6 kilometern zu brausen…………..rechts und links sind das aber keine auslaufzonen, sondern die grossen parktplätze für die CO2-neutralen wanderer.

    es war mir frisch vergönnt dies ende letzer woche zu tun, auf der rückfahrt aus Haider´s Kärnten, vorbei am österreichischen Meran, aus Oberkärnten kommend, wo der almrausch gerade tobt und nun tauche ich wieder ein in die lektüre des stammblattes und und muss mir – da ich nicht schnell genug nach dem fussballspiel aus dem sessel komme – auch frau Miosga im TV anschauen, ich will mir nicht zueigen machen was im netz kursiert, ob sie nun wirklich eine polnische leiharbeiterin ist, die nach der gurkenpflücksaison an die ARD verpfändet wurde – wir lassen das dahingestellt.

    nun wir lesen im hauptblatt, die gewinner der globalisierung seien die superreichen der welt, die ich von ferne in Davos und dann Klosters sichten konnte – und die asiatische mittelschicht, die gerade in Luzern ihre uhren einkauft- etwas was wir eigentlich seit jahren wissen, so deutlich aber ist es nun mal jetzt zu lesen. und im umkehrschluss, diesem kernelement ein jeder juristischen ausbildung, können wir folgern, wer die verlierer sind.

    und dann lesen wir, was für schreckliche leute diese Johnsons, Farages, von Storchs oder Straches nun mal sind. nun, sympathisch sind sie alle nicht, entweder verantwortungslose zocker oder fieslinge oder ganz schlimme, die mann aus dem politischen prozess am besten hinausselektieren sollte.

    aber gegenfrage: haben die, die das schreiben schon mal eine tasse vormittags mit dem europäer und bestrafungskommisar für Portugal und Spanien, dem OETI (nicht dem Oetzi) getrunken (spätabends kann das dann lustig sein) oder hatten die mit diesem luxemburger schon mal gemeinsam einen im tee ? oder dieser van Rompuy – heute ruinieren wir Belgien, morgen die ganze welt ? oder der immer wieder aus den kulissen heraus plötzlich auftretende rohaarige europäer und „grosse demokrat“ aus frankfurt ? und haben die werten autoren auch schon die politische und sonstige intelligenz österreichischer bundeskanzler NACH der K&K – zeit, was heisst seit Klaus und dann Kreisky bewertet, inklusive des jeweiligen skandalkoeffizienten ? ja der Thomas B. hats ja beschrieben, mit fünf zeitebenen in einem langen satz.

    da darf mann oder frau sich über wahlergebnisse und heiligenverehrung in Kärnten nicht wundern und auch nicht darüber, dass bei den steigungen im Gailtal der münchner noch vom einheimischen taktor im schneetreiben abgeschleppt wird, der wiener aber nicht. oder die hüttenwirtin gleich feststellt, mann sei ja nicht aus Wien oder Tirol und deshalb willkommen. ebenso willkommen wie die globalisierungverlierer und Hofer-wähler, die gerade mit ihren drei minderjährigen kindern auf der alm einlaufen und sich dort keinen urlaub leisten können und wollen, wo die publizierenden generationsvertragsparasiten, deren namen wir alle kennen, hinjetten.

    dokumentiert wird versagen: aktuell der witz im hauptblatt, dass rheinland-pfälzische suchtrupps nach China unterwegs seinen, der witz, wie das RAF-trio – das ja leider kein konto bei der kreissparkasse Schneverdingen hat – den wohl hier inkompetenten, besser gesagt wohl impotenten staatsapparat narrt oder – in der gleichen ausgabe – die krawallberichte aus sexy Berlin…..dazu noch der bericht, dass für Deutschland noch der super-sex………….äh ich korrigiere, DIE super-sechs gesucht wird.

    DON, im schlusssatz wie von den co-kommentatoren schon hervorgehoben, mit einem memento mori……….. oder wir handeln:

    schritt 1: nehmt Draghi, dem lira-isierer des euro die bazooka weg, sie ist eine selbstmordwaffe!

    schritt 2: OETI kommt an die spitze der protektorate in Iberien !

    schritt 3: im klagenfurter wettbewerb werden nur noch beiträge in der sprache Wolof zugelassen !

    • Ich kenne den Ofenpass gut – spätrr bin ich immer über St. Gallen und Davos gefahren.

    • Ich brause am liebsten den Oberalppass hoch ....
      …. der ist nicht so steil und die Kurven nicht so haarnadelig …. man kann dort den Mittelstreifen so herrlich zwischen die Räder nehmen …. ach einfach herrlich!

    • Mein Lieblingspass sind immer noch beide Rampen des Jaufenasses.

    • Rampen und Jaufen ...
      … lass den Motor saufen!
      .
      Vielen Dank Don, ist notiert!

  20. Titel eingeben
    Schöner Uppercut.

  21. Haider
    Ich war das gerade mit meiner Frau in der Strasenbahn am Ring und habe das im Gratisblatt heute gelesen. Kann mich noch ziemlich gut erinnern.

  22. für mich einer der besten Beiträge seit Bestehen
    viel Herzblut geschrieben, er verscherzt es sich mit allen, altmodisch, wunderbar.

    Nur in zwei Punkten Widerspruch der Sache wegen.
    – Nach HETA also der Abwicklung der HYAA ist offensichtlich, dass da mehr dahintersteckt als was Dr. Haider anstellen konnte.
    – Und Schwarz-Blau war vor allem in der retrospektive ein konservatives Projekt zum Abbau der Arbeiterrechte etc.

  23. Warum ich wieder Hofer wähle!
    Ich und mein Partner leben mit Hund und Katz in einem Haus in einer kleinen Stadt. Praktisch auf dem Land. Wir wurden beiden nicht mit dem „goldenen Löffel“ geboren und haben uns alles gemeinsam erarbeitet und uns hochgekämpft. Wir haben uns „den A…. aufgerissen“, und das erreichte lasse ich mir von niemandem wegnehmen. Nicht von prügelnden, fordernden illegal eingewanderten jungen Männer, nicht von (immer noch?) bekifften Alt-68ern, und mit an Sicherheit nicht von irgendwelchen weichherzigen, dumm-naiven Gutmenschen (wie van der Bellen, Merkel oder Göring-Eckhardt). Mir ist es zwischenzeitlich egal, was man über Herrn Hofer sagt, er steht für und schützt Leute wie mich.

    Am Grabe meiner Großmutter bat ich um Nachsicht und kaufte einen Ablass. Doch vor Jörg Haider, dessen sexuelle Orientierung kein so großes Geheimnis war, wie immer getan wurde, hatte ich nie Angst. Nicht vor rechten schwulen Männern fürchte ich mich, sondern vor von Religion (derzeit dem Islam) verblendeten und radikalisierten jungen Männern die schwule Männer erschießen. In real existierenden islamischen Staaten, wie Saudi-Arabien und dem Iran werden schwule Männer hingerichtet! Wer schützt mich und meinen Partner davor?

  24. Noch ergänzend zu den Betonpfeilern der Gesellschaft
    Die BBC hat es verkackt und der Nachfolger von Clarkson hat hingeschmissen:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/die-neue-ausgabe-der-autoshow-top-gear-kommt-nicht-auf-touren-14324081.html

    Top Gear… kennen Sie wahrscheinlich nicht, sie haben ja keinen Fernseher. Hab ich übrigens auch nicht, aber man kann ja Videos auch im Netz gucken. Also… da gab es mal einen Clarkson:
    https://www.youtube.com/watch?v=dJfSS0ZXYdo&feature=youtu.be&t=449
    …und der wurde vom BBC-Establishment abgesägt. Dachten, sie kriegen es ohne ihn genauso gut hin…
    Betonkopf -> Betonpfeiler!

    • Doch natürlich, ich bin Clarkson-Fan.

    • Die machen trotzdem weiter...
      Die erste Folge habe ich zur Mitte geschafft… mal sehen wer der Nachfolger wird, ob sich noch einer hergibt, sich zum Deppen zu machen.
      So ist das halt, wenn die verantwortlichen Entscheider der BBC ja selber mit dem Wegfall von Millionen Einnahmen völlig unbetroffen bleiben.

      Der Nachfolger bei Amazon heisst „The Grand Tour“ und die erste Folge wird am 17.7. in Johannesburg gedreht… und im Herbst ausgestrahlt.
      Da wird uTorrent wieder heisslaufen und sogar GoT übertreffen.

    • Clarkson ...
      …. besser kann man das Thema Auto nicht behandeln. Alles so schön politisch inkorrekt.
      .
      Über den Alfa 166 (Clarkson ist absoluter Alfisti) hat er den schönen Satz geprägt: „depreciates faster than it accelerates!“
      .
      Unvergessen auch die Rallye in Afrika, die Querung des Kanals oder die Fahrt mit 3 abgelutschten Supersportwagen in einen Stripclub in Mittelengland.

    • Daür haben der Guardian und die Genderbeauftragte des BBC die Gleichschaltung bekommen, die sie wollten.

    • @köstlich
      Neben IQ die mit Abstand witzigste Sendung für Leute die politisch inkorrekten Humor lieben.
      Herrlich sind die Specials, Patagonien, Indien, Burma, lehrreicher als National Geographic. Einfach göttlich, wie sie mit ihren britischen Nummernschilder in Argentinien gewalttätig angegriffen worden sind, Jahrzehnte nach dem Falklandkrieg.

      Im Herbst gehts weiter mit den drei…

    • Titel eingeben
      Muss natürlich QI heissen…

  25. 'ce you realize what a joke everything is, 'ing a Comedian is the only thing that makes sense.
    Eigentlich wollte ich schreiben, wie die Petry und der Trump und der Johnson dem Haider ähneln, wie sie doch auch nur Unterhaltungskünstler und einer unpolitischen Welt darstellen und folglich nicht die sein werden, die die Zukunft bestimmen. Denn die Zukunft wird wieder politisch. Man könnte auch sagen „unmodern“.
    Aber eigentlich ist der Wahnsinn gerade schneller als der eigene Verstand und so überlasse ich dann doch dem Wahnsinn die Bühne:

    https://www.berlinjournal.biz/staedtebund-fluechtlinge-als-polizisten/

    • Haider war schon eine ganz besondere Nummer. Da müssen die anderen noch viel lernen.

    • The assassin always dies, baby. It's necessary for the national healing.
      Ja, aber wir hatten unseren Möllemann. Versus Friedmann. Und dazwischen Guido. Und am Ende Boden statt Pfeiler.
      Whatever, allen Beobachtern war von Anfang an klar, dass hier sowie bei Haider keine politischen Überzeugungen sondern Egos aufeinander prallen. Es war Schauspiel und keine wirkliche Politik. Keiner hatte ein Programm, außer die Maximierung der eigenen Person.
      Mehr war nicht notwendig, weil die Gesellschaft von alleine lief, vielmehr lechzte das Volk nach Drama, Drama, Drama, auch im Politikbetrieb.

      Das hat sich sehr schnell sehr grundsätzlich geändert. Das Volk ruft jetzt nach Inhalten und findet bisher nur die üblichen leere Hüllen. So werden all die Politikdarsteller schnellstmöglichst entzaubert, man kann die Schmetterlinge gar nicht mehr zählen, die gegen Abend als Eintagsfliegen enden.
      Warten wir es ab, bis einer auftaucht, der von einer Mission spricht, und zwar ohne zu lächeln.
      Der wird eine große Zukunft haben.

  26. Der unfescheste von Haiders Paladinen
    war wohl Frauenminister Herbert Haupt.

  27. Sie haben ja ganz recht
    Die Arroganz von Merkel, Schulz und Juncker und die moralische Überheblichkeit vieler Berliner Kulturschaffender sind, genauso wie die Hexenjagden der Netzfeministinnen, kaum zu ertragen. Aber pathologische Lügner wie Johnson und irrsinnige Nationalistinnen wie Beatrix von Storch sind noch schlimmer. Ähnlich geht es in Amerika zu. Clinton ist eine sehr unangenehme Figur und eine durch und durch korrupte „machine politician,“ die man eigentlich nicht wählen kann. Aber der Trump ist noch viel schlimmer, wenn auch unterhaltsamer.

    Zum Glück posten auf den FAZ-Foren so viele AfD-Anhänger, dass man sich dann doch dazu zwingt, zumindest in Deutschland per Briefwahl seine Stimme abzugeben, auch wenn man im Moment nur unter Schmerzen etablierte Parteien wählen kann. Denn mit Bauchgefühl wird alles nur noch schlimmer. Dennoch wäre es gut, wenn es der CDU gelingen würde, Merkel wegzurutschen. Denn sie hat mehr für die Rechtsnationalen getan, als es der Jörgl jemals gekonnt hätte.

    • Das Problem ist doch, dass die Johnsons und Storchs erst auf diese Art und Weise erzeugt werden. Gäbe es andere Alternativen, wäre das alles kein Problem.

    • Anhänger ?
      „Zum Glück posten auf den FAZ-Foren so viele AfD-Anhänger, dass man sich dann doch dazu zwingt, zumindest in Deutschland per Briefwahl seine Stimme abzugeben, auch wenn man im Moment nur unter Schmerzen etablierte Parteien wählen kann.“

      Es ist eher so, dass die AFD-Wähler mehrheitlich den selben Schmerz- bzw Brechreiz verspüren wie Sie und ich. Echte Anhänger hab ich selber keinen erlebt, die mag es auch geben aber solche Leute gab es schon immer.
      Aber wenn einer schwer arbeitende Frau mit Kindern verordnet wird dass sie ihren Reichtum ab jetzt teilen muss, wen soll sie Ihrer Meinung nach wählen ? Welche Option gibt die Parteilandschaft her ?
      Ich wäre mit der Nennung einer einzigen Partei außer der AFD als Antwort zufrieden.
      Bisher komme ich nämlich im privaten Kreis immer in Verlegenheit, wenn es darum geht. Die PARTEI ist natürlich immer eine Option.

    • Schmerz?
      Sie haben ja so Recht, Herr Adler!

      Die Analyse trifft es wunderbar; die Diagnose ist vollkommen richtig. Die Therapie, allerdings, erscheint falsch: „unter Schmerzen etablierte Parteien wählen“.
      Denn die interessieren sich einen Dreck für Ihre Schmerzen, sondern machen genau da weiter, wo Sie Schmerzen haben, in Ihrer Wunde, und treiben eigentlich unwählbaren Parteien eben noch mehr Unterstützung zu.
      Es könnte nur Ironie sein, Ihre Wahlentscheidung gut zu heißen. Oder – vielleicht im Sinne des Artikels – mit Schmerzen von einem Betonpfeiler wegzulenken, um zwangsläufig auf einen anderen aufzuprallen.

    • Ja, aber
      Merkel’s ist natürlich für den Aufstieg der AfD mitverantwortlich, und hätte sie ihre oft selbstherrliche und unüberlegte Politik nicht als „alternativlos“ bezeichnet, hiesse die AfD ja auch anders. Aber es gibt da noch ein viel gravierenderes Problem, das die FAZ ja auch schon mehrfach beschrieben hat, nämlich, dass die Deutschen in der grossen Masse ökonomische Analphabeten sind. Das ist für das Politikverständnis in einer globalisierten Welt fatal, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Grossbritannien und den USA, wo viele Menschen einfach nicht verstehen, dass man nicht in die Strukturen einer Zeit zurück kann, in der ein Viertel der Bevölkerung – sehr schlecht – von der Landwirtschaft lebte und über 40% von Handwerk und Industrie. Das wird von Politikern natürlich schlecht erklärt (und wohl oft nicht selbst verstanden), aber den Nationalisten muss aber schon mal gesagt werden, dass es dem Grossteil der Bevölkerung zur Blütezeit des Nationalstaats richtig dreckig ging und dass das Großbürgertum in München und Ingolstadt von den Bauern, Arbeitern und Handwerkern so weit entfernt war, wie die 1% von dem heutigen Prekariat.

    • Ökonomische Analphabeten versus Global Players
      @ Viktor Adler
      5. Juli 2016 um 13:29 Uhr
      „[…]
      Das wird von Politikern natürlich schlecht erklärt (und wohl oft nicht selbst ver-standen), aber den Nationalisten muss aber schon mal gesagt werden, dass es dem Grossteil der Bevölkerung zur Blütezeit des Nationalstaats richtig dreckig ging und dass das Großbürgertum in München und Ingolstadt von den Bauern, Arbeitern und Handwerkern so weit entfernt war, wie die 1% von dem heuti-gen Prekariat.“

      Mit Ihrem Post haben Sie zum Teil Recht, doch Ihr letzter Satz stimmt mE so nicht. Das Gefälle zwischen den Superreichen und der Normalbevölkerung war niemals so groß wie heute.

      Selbst das Gefälle zwischen einem Milliardär und einem Millionär ist enorm, relativ gesehen sogar wesentlich größer als zwischen einem Millionär und einem Hartz-IV-Empfänger.

      Ein einfacher Millionär müsste 999 Jahre lang jährlich eine Million €$ Netto da-zu verdienen, bis er zu einer Summe von einer Milliarde kommen würde.
      Ein Hartz-IV-Empfänger dagegen bräuchte nur etwa 100 Jahre, bis er mit sei-nen mickrigen Sozialleistungen eine Million €$ zusammengespart hätte, wenn er denn jeden Cent jeden Monat und jedes Jahr zur Seite legen würde.

      Die heutigen wohlhabenden Mittelständler stellen das Pendant zum ehemaligen Großbürgertum dar. Sie stellen die meisten Arbeitsplätze in Deutschland. Aber selbst ein erfolgreicher Unternehmer und ein mehrfacher Millionär läge relativ gesehen viel näher beim Durchschnittsverdiener als bei den superreichen Milliardären.

      Es sind solche Unternehmer, die idR redlich ihre Steuern zahlen und mit den Arbeitnehmern die Gesellschaft am Laufen halten.
      Die global agierenden Milliardäre dagegen haben sich vom profanen Leben der hart arbeitenden Massen weitgehend abgekoppelt, tragen kaum noch ihren gerechten Anteil zu den Kosten einzelner Gesellschaften bei, sondern nutzen die Schlupflöcher der internationalen Wirtschafts- und Steuergesetze aus. Dies führt zu einer Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Mittelständler.

      Kein Wunder, dass diese Global Players von nationalen Bestimmungen nicht viel halten, sondern eine offene Welt ohne störende Kontrollen bzw. Grenzen präferieren und dies mit Hilfe den geneigten/ihren eigenen Medien fleißig propagieren.

    • @Viktor Adler
      Ich befürchte, sie sind kein guter Ratgeber, was ökonomisches Wissen angeht…

      „…nicht nur in Deutschland, sondern auch in Grossbritannien und den USA, wo viele Menschen einfach nicht verstehen, dass man nicht in die Strukturen einer Zeit zurück kann, in der ein Viertel der Bevölkerung – sehr schlecht – von der Landwirtschaft lebte und über 40% von Handwerk und Industrie.“

      Was in den nächsten Jahrzehnten ansteht ist die Entwicklung einer Wirtschaft die NICHT mehr vom Wachstum abhängt.
      Aber ich entnehme ihrem Beitrag allzu deutlich, dass sie ohnedies nicht zu denen gehören die lernen und umdenken könne, deshalb erspare ich mir Links…

  28. Kam irgendwo der deutschen Presse ein Engländer zu Wort?
    Einer, der für den Brexit gestimmt hat?
    .
    Hat irgendwann in den letzten 10 Tagen ein deutsches Medium Engländer zu Wort kommen lassen, die für den Brexit gestimmt haben?
    .
    Bin dankbar für alle Hinweise

  29. rasanter Text
    und schöne Bilder aus dem Zeughaus.
    Jetzt ist man bei uns natürlich ratlos.
    Und kommt u.a. auf solche Ideen:
    http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/martinengelberg/5043327/Grundlegende-Neugestaltung-der-Politik-in-Osterreich-ist-uberfaellig?_vl_backlink=/home/index.do
    .

    • Wobei die Presse mit den Wurzeln ja selbst im ständestaatichen Sumpf steht. Österreich ist einfach ein Failed State in vielerlei Hinsicht.

    • 1848
      wurde „Die Presse“ gegründet. Das kann Ihnen doch nur gefallen.
      Allerdings fiel Ihr Wienaufenthalt in die Jahre als Ständestaat in Austrofaschismus codifiziert wurde, Standard – Sozialisation, aber historische Deutungen sind passager…

    • o du lieber Augustin
      Neugestaltung und zwar sofort?
      .
      Das geht in Österreich und mit den Österreichern nicht.

  30. Rio Reiser und die PANZERPARADE
    @ObjectBe:

    ja, ginge es nach dem, gäbe es nur noch hitparaden und keine panzerparaden in polen und den baltischen staaten………….

    wie konnte dieses musikalische genie die nähe von CR_00 aushalten ? für mich eines der grössten rätsel der musikgeschichte.

    fast so gross wie die frage, warum Graham Nash nicht zur erinnerungsparty von Joni Mitchell nach Laurel Canyon gekommen ist !

    wann kommt die gemeinsame unterwäsche-kollektion von CR7 und CR_00 ?

    • Hmmm... CR00
      Ist Ihnen niemals der Verdacht gekommen, dass die CR der Medien die Sie komsumieren, mit der echten (auf jeden Fall damals) nicht allzu viel zu tun haben könnte?

      Das grosse Problem der Lügenpresse und leider auch ihr Erfolg, lässt sich ganz einfach darauf zurückführen, dass jeder es ganz ganz toll findet wenn er seine Vorurteile in genau dieser Lügenpresse bestätigt sieht!

      Was genau wissen Sie denn über die CR?
      Ich meine jetzt mal abgesehen davon, dass Sie sie nicht mögen…

  31. Sinngemäß
    sagte Sahra Wagenknecht eben in den Tagesthemen, daß Sie keinerlei Unterschied zwischen den Lügen etablierter Parteien und Politiker zu denen der Brexit Befürworter sehe. Daß daraus der Wunsch der Bürger nach mehr Mitbestimmung resultiere und daß das auch dringend notwendig sei.

    • Gestern schon gesehen
      Sahra Wagenknecht gehört zu den letzten 2 Politikern, die ich mir gerne ansehe. Sie und Sebastian Kurz sind auch die beiden einzigen aus dem ‚Mainstream‘, die sich freuen, über Referenda demokratische Entscheidungen herbeizuführen.
      Zumindest soweit ich das mitbekommen habe, wobei ich mich über Erweiterungen dieser sehr knappen Liste freuen würde.

      Diesen tagesschau-Clip kann man auch deshalb empfehlen, weil er die ‚Qualität‘ derzeitiger Journalisten vorführt. Der Interviewer ist nicht vorbereitet, hat kaum sinnvolle Fragen, allerdings eine deutliche, und im derzeitigen Politikverständnis richtige Haltung. Er scheint zu versuchen, Sahra Wagenknecht ‚umzustimmen‘; anstatt sie ‚auszuloten‘, was ich mir von einem guten Journalisten wünschen würde.

    • Ganz genau den Eindruck hatte ich auch, Herr Dippel.
      Es paßte dem Moderator bzw. Sprecher überhaupt nicht, daß Sahra Wagenknecht die parlamentarische Demokratie infragestellte und Plebiszite als wichtiges Mittel der Demokratie nannte. So schnell wird sie wohl nicht mehr gefragt werden.

      Schade nur, daß sie in ihrer eigenen Partei so viele Gegner hat. Wäre sie in der SPD, bei gleicher Haltung, sie wäre eine überlegenswerte Kanzlerkandidatin. Aber die SPD schafft die Wende einfach nicht. Und so bleibt mir nur übrig, zu hoffen, daß sie Der Linken noch lange erhalten bleibt.

      Zu Österreich oder Sebastian Kurz kann ich nichts sagen, aber wenn er dort auf ebenso verlorenem Posten steht …

      Am Ende würde es mich nicht sehr überraschen, wenn die AfD auch wegen des Ja zu Plebisziten bei der nächsten Bundestagswahl noch weit vor der SPD landete. Die Linke scheint generell etwas falsch zu machen, daß sie so überhaupt nicht von der politischen Situation profitieren kann.

    • Sebastian Kurz
      @Otto Meier:
      Mal hier umherschauen: https://www.sebastian-kurz.at/
      Erscheint mir etwas unübersichtlich, dennoch sehr gut, wenn man gefunden hat was man suchte.
      Hier gibt es auch das früher schon von einem Mitforisten zitierte Interview mit ORF. Die Interviewerin ist leicht besser als der old white man in der tagesschau, aber nur leicht. Sie hat Schwierigkeiten, ihn ausreden zu lassen, und auch nur eine Handvoll Fragen vorbereitet, so dass sie sich nach einigen für sie offenbar überraschenden Antworten von Sebastian Kurz gleich am Anfang nicht mehr fangen kann. Es zuckt bei ihr dann immer wieder etwas schnippisch auf, aber die Luft ist irgendwie raus, bis auf das eine oder andere geschnappte ‚Aber‘.

    • Danke für den Link, TDV.
      Wichtig wäre vielleicht noch anzumerken, daß Volksbefragungen und Volksentscheide sowohl durch das Volk, als auch durch die Parlamente initiiert werden könnten. Daß für Volksentscheide Quoren sinnvoll wären.

      Aber, wie es auch in den Kommentaren zu dem Interview zu lesen ist, nach dem Brexit werden unsere Politiker freiwillig wohl keine Plebiszite auf Bundesebene mehr zulassen. So weit reicht ihr Demokratieverständnis dann eben doch nicht. Lieber riskieren sie, daß uns die Gesellschaft endgültig um die Ohren fliegt.

    • Sebastian Kurz, Herr Dippel,
      scheint zumindest noch nicht ganz politisch „verdorben“ zu sein. Allerdings finde ich die Reduzierung auf die Flüchtlingsfrage und die Lösung, Außengrenzen zu schließen und Migration nur nach Nutzwert zuzulassen, nicht gerade überzeugend. Und das scheint auch er ja als das Hauptproblem zu betrachten, an dem die ganze EU wenn nicht Europa scheitern würde. Seine Aussagen zu Demokratie und Entwicklung der EU hören sich zwar zunächst sinnvoll an, aber so richtig konkret wurde er da in meinen Augen auch nicht.

      Wie dem auch sei, noch kann man ihm zuhören, scheint er zumindest zu wissen, was er will, scheint er die Stimme des Volkes noch zu hören. Was daraus wird, mal abwarten.

  32. Falco: Doktor, Doktor - ana fragt, is der dod?
    Küss‘ die Hand, so aan Schmäh – quasi Zentralfriedhofs-Qualität. In UK – 50:50 beim Brexit, Regierungskrise und Patt, Labour und Tories zerlegen sich selbst. In D – bleierne große Koalition, gemeinsam ist man nicht so einsam beim Untergehn. In Ö – 50:50, Wahl wird wiederholt. In Espana – 50:50, Wahl wurde wiederholt, kam aber nix Neues dabei raus, immer noch 50:50. Durch diverse Länder gehen Risse, Anschreien statt Diskutieren. Un blocage quasi général. Erste Stimmen werden laut, a starker Mann muß wieder her. Demokratie schon am Ende. Ging’s dann echt so schnell, oder ist der Patient noch zu retten? Man ruft den Doktor, Doktor…

    • Man kann nicht gegen 50% regierieren, also muss man schon vorher dafür sorgen, dass es soweit nicht kommt. Aber genau das machen Juncker, Merkel und Co. doch.

    • Demokratie Patt
      Das lob ich mir ! Endlich, jemand der sieht, auf was DemoPlutokratie hinausläuft, auf Bauchgefühl Abstimmungen, die in GB,D,E endeten mit Gebetsmühlen Zählung : Halbe Halbe. Wird sicher zunehmen.
      So wie David Hilbert mathematisch flehte : Bitte doch herauszufinden , wie Entscheidungsfindung eigentlich stattfindet, so fehlts auch hier an Mechanik Wissen über die Entscheidung bei dem stimmigen Vieh, das überhaupt ahnungslos ist über die Geldströme hinter dem Sein .
      Alle die glücksverdummten Europäer haben derzeit Brot zum Leben und sehnen sich drum vermehrt nach Spielen, Pseudokriegsspielen u.a. wie im Baltikum, mehr noch sowas wie trittfestem Fussball.
      Die finale Entscheidung bei solchem fast 50=50 sollte also besser für die Demokratie ein Schamane treffen. König oder ähnlich schick hiessen die früher.
      Wie bei der „Beste Aktie“ Auswahl ist vielleicht die Lösung auch der Einsatz von Hokus Pokus Parametern ?
      Wer rettete denn schon erfolgreich länger die Zukunft ?
      Bismarck ein wenig, nach seinem Tod gings dann richtig zur Sterbe – Kasse . Fatum wird das Geschichtsgeschehen ja schon lange genannt.

  33. Demokratie
    Ich habe mal von einem Politologen gelernt, dass es „die“ Demokratie gar nicht gibt, sondern nur mehr oder weniger pluralistische Herrschaftsmodelle, die ihrerseits immer Vor- und Nachteile haben (je nach Auspraegung – siehe die unterschiedlichen Demokratieverfahren in D, CH, UK, AUS etc.). Und alle haben inherente Zielkonflikte (unterlegt dutch Arrow’s Impossibility Theorem).

    Damit wird letztlich jegliche Demokratiediskussion getrieben von Ideologie und Machtinteressen.
    Ein Spielfeld von Traeumern, Zynikern und nuetzlichen Idioten (mich eingeschlossen).
    Der Politologe geht konsequenterweise nicht (mehr) waehlen.

  34. Zeitgenössische österreichische Kulthandlungen und historische Politfiguren
    Lieber Don, Sie haben sich wieder als Meister der Zwischentöne erwiesen.
    Chapeau.
    Das macht Ihnen auf Ihre unvergleichliche Art und Weise so schnell niemand nach, egal wer in Klagenfurt die deutsche Sprache malträtiert.

    Ich liebe die Literatur, und nicht nur die deutsche, aber was in diesem Jahr in Klagenfurt geschah, war gewissermaßen die personifizierte Lesung der schwarzen Messe der deutschen Literatur.

    Hier zitiere ich aus Not Bettina Wegner, eine Liedermacherin, die aus der ehemaligen DDR ausgebürgert wurde und in den 1980er Jahren mit dem Lied: „Sind so kleine Hände…“ zu etwas Berühmtheit gelangte.
    Sie hatte bereits in früheren Jahren gesellschaftskritische Texte zur DDR und ihren unerträglichen Zuständen veröffentlicht, unter anderem mit einem Lied, dessen Anfangszeile lautete: „Welches Gedicht Ehrung verspricht…“. Dieses setzte sich inhaltlich mit der Vergabe von Literaturpreisen in der DDR auseinander.
    Dieses Lied endete mit den schönen Schlußzeilen:

    „…sicher Dir winkt,
    auch wenn er stinkt,
    würdiger Preis,
    für diesen Scheiß!“

    Das möchte man doch gerne als Literaturinteressierter ohne große Ambitionen mal so manchem Vortragenden/Vortraginnenderin vorlesen. Noch nie war Klagenfurt inhaltlich und formal so deutschsprachfeindlich.

    Die Qualitäten der deutschen Sprache habe ich stets in ihrer beständigen Verfeinerung gefunden, und nicht in ihrer abscheulichen Destruktion.

    Sicher schimpft man mich jetzt einen Feind der modernen Literatur und ihrer moderaten und absichtsvoll anarchistischen Ansichten.
    Aber schlechtes Handwerk – und das Handwerk muss der SchriftSTELLER auch beherrschen – merkt selbst der Laie sofort und fühlt sich in seiner eigenen Muttersprache unwohl und unverstanden. Und gerade die sprachlichen Exponate sind doch Zeugen der Vertiefung des Denkens und Fühlens, und nicht einfach nur dahergeschriebene Trivialitäten!

    Wenn ich beim Zuhören die Qualität der deutschen Sprache nicht mehr wiedererkennen kann, und sich inhaltlich seit Kafka scheinbar nichts mehr verändert hat (- ich nehme z.B. Rainald Goetz und andere ernst suchende Schreibende ganz klar von meinem Urteil aus -) dann könnten sich die Vorlesestunden in Klagenfurt und ihre dann doch nicht ganz so fundierte Beurteilung durch bedauernswert gehörlose Experten schneller ihrem selbstinduzierten Ende nähern, als mir eigentlich lieb ist.

    Und ich finde, dass hat absolut gar nichts mit der FPÖ oder dem verblichenen Jörg Haider zu tun! Wer wirklich glaubt, (Literatur-) Kunstwerke unterwerfen sich politisch gewollten oder sonstirgendwelchen ideologischen Richtungen, wird sich von der Geschichte belehren lassen müssen.

    • Ich will Klagenfurt nicht kleinreden, Peter Glaser ist wirklich eun famoser, grosartiger autor, und man hört schon gute Sachen. Es ist halt nur so, dass da im Subtext so viel untergeschoben wird, was man entweder mag oder nicht. Mich störte das noch nicht mal, ich mag ja den Haider auch nicht, aber momentan verkennen da manche einfach den Ernst der Lage – und was sie mit ihrem Gerede anrichten.

  35. Und bei der Meinung wird Herr Don Alphons vermutlich auch nicht stehenbleiben - so wie bsher schon.
    Mal sehen also, wann und wie er sich diesmal weiterentwickeln wird. Imerhion macht er das sehr hübsch. Und wir werden uns weiterhin an Herrn Juncker halten. Und zwar nicht mangels Alternativen.

    Aber hierin sähe man den verderblichen Zeitgeist, der sich in vermeindlich sicherer Abgrundnähe wohlfeil gruselig, aber unreif und verantwortungslos mal wieder selbst feierte:

    „Wir, die kulturell hoch Stehenden, die Elite, wir sind aufgerufen, eine schimmernde Wehr um die Ideale des Herrn Juncker zu bilden.“

    Nein falsch, hier leider absichtlich falsch formuliert und billig falsch provokant dazu, affekthascherisch, Worttalmi, „vom wahren Feuilleton wie von der Literatur Lichtjahre entfernt“: Es sind nicht dessen Ideale, es sind unser aller Ideale, wir wollen es nicht vergessen. Auch der ganze selbstbesoffene Adjektivmißbrauch vermag da nicht drüber hinwegzutäuschen:

    Alle, nicht nur Elite, jede Art von friedlich sich begegnen wollender Kultur, und wäre es „begegnen müssender“ Kultur in Europa und anderswo.

    Und es gilt nicht die narzisstischen „Ideale“, es gilt die tägliche Lebensrealität in Internationalität, China-online-Einkauf und Lidl-Siekendorf-Fleischwurst-Export nach Portugal oder anderswo gegen Touristenunterkunft oder MAN-Truck-Kauf ex München inklusive.

    Und es geht auch nicht um „schimmernde Wehr, bei anderen“ sondern um die eigene Arbeit in den Sielen des bewährten Alltags. An der Betrachtung der „schimmernde Wehr bei anderen“ wäre nämlich im allgemeinen für viele erwiesenermaßen auch zuviel „SS-Schwul-Schwarzes Edelfaschistentum, nur anders“ schon mal beteiligt gewesen. Man weiß.

    Denn von Betrachtung zu Anbetung resp. Vergötterung wäre nicht weit. Und es ist genau falsch, resp. heimtückisch, resp „primitv“ – im Sinne von „mangelzivilisiert“ – und wohl lediglich von sich selbst ablenkend, grade dem Juncker soetwas ankleben zu wollen, was hier aber doch leider nur und ausschließlich in der Seele des Betrachters und Urteilenden so steckte – unbewußt, höchste Lust? Der Juncker aber ist grade ganz anders.

    Dafür aber soetwas: „Dabei muss alles einmal sterben. Das kommt oft überraschend und fast immer etwas ungelegen.“ Mein Gott wie unreif, wie total unreif, „aber zum Glück wirft unser Don ja am Ende immer nur mit Wattebäuschen“. Denn man merkt, er selbst wäre aber, unbewußter Zauberbergsohn und Hans im Glück und Kleiner Häwelmann in einer Person, ja am Ende bestimmt selbst aber doch nicht betroffen. Höchstens nur die bedauernswerten armen Anderen!

    Siehste, und es gibt Gründe, warum der Mr. Obama sagt „er hält von den Deutschen nicht soviel“ und warum die US-Army immer noch hier ist: q.e.d.

    Wir Reifen aber flirteten nicht einmal mit dem Gedanken – an Untergang und Nichtzivilisation. Denn da gilt es immer. Zero Tiolerance. Unsere Zivilisation und Ordnung stehen. Stehen fest. In Toleranz und Gleichmaß. Und in Bescheidenheit. So Gott will und mit seiner dringend erbetenen Hilfe auch – Thank your fore your service – so far.

    • Crystal Meth
      könnte solche Auswirkungen haben. Vielleicht war es aber auch „nur“ Alkohol. Das lässt sich per Ferndiagnose nicht sicher bestimmen. Gute Besserung jedenfalls

    • Haihiho, nein, das war nicht die CrystalHex',
      das riecht nach klassischer „Schizophrénie paranoïde“ …. trifft man in Kommentarspalten ziemlich häufig an o_O

  36. Özdemir hat heute was Kritisches über UKIP getwittert
    Und ein paar andere wichtige deutsche POlitiker dann auch.
    Alle alle alle waren sie gegen UKIP, nur ein einziger, Farages Pudel, war dafür.
    Und die FAZ hat darüber dann einen langen klugen Beitrag geschrieben.

  37. Bussi Russi
    Nun, dass die politische Elite versagt – kulturelle und wirtschaftliche Eliten denken ohnehin primär an sich selbst – ist endlich offenkundig.

    Dramatisch ist, wenn die Bevölkerung als Betonpfeiler angesehen wird!

    Das ist wie in Russland, wo KGB-Clique den Schiedsrichter macht für Oligarchen, denen die Menschen ihres Landes nur Mittel zum Zweck sind. Wie die Drogenabhängigen es den Drogen-Kartell-Clanchefs…

    Was aber ist bei uns geschehen? Die Trennung von Berufapolitikern und ehrenamtlicher Parteibasis als Grundproblem zu erkennen – wann hat sich Herr Junker zuletzt einer Basiswahl gestellt? – das hat vor Jahren KEINEN interessiert! Alle waren sooo beschäftigt…

    Tja, dann kamen die Farages und Wilders – direkt auf Berufapolitiker-Niveau. Zack, wenn es zählt: widmen sie sich der – Familie? Scheisskerle.

    Was bleibt ist: wir müssen als Bürger eben wieder selber ran. Mal sehen, wer sich dann nicht korrumpieren lässt vom „easy big money“…!

    Wie heute in der Nahverkehrsbahn: zwei aufgedreht, angetrunkene Russen nervten 15 min in der offenen Waggontür mit Dauerpiepen… als der Zug losfahren wollte, nahm sich ein Herr allen Mut zusammen und sprach: „Und jetzt habt ihr solange blockiert, dass die Tür nicht mehr schliesst…“ – woraufhin der Tattoo-Russe ihn anblickt, umdreht und – die Türflügel zuknallt, geht und weiter auf seinen Kumpel einredet. Der Zug fuhr los)

    Also: Bussi an die Russen.

    Aber nachdem sie in Europa die Ränder finanzieren, sollten wir schnell überlegen, ob wir deren oder unsere „Eliten“ weiter ein erbärmliches Spiel spielen lassen!

    Wo doch ihre Kinder auf Englischen Internaten – dank fehlender Eltern – sich dem Islamismus zuwenden. Die bieten wenigstens das Gefühl, verstanden zu werden, als junge elternlose Elite-Zöglinge…

    Es ist Zeit, dass all die Warlords und Geschäftemacher hinweggefegt werden. Sonst fegen sie uns ins Chaos. International.

    Egal, ob Bussi links, oder Bussi rechts.

  38. .......
    Ich hoffe Hofer machts vielleicht merkt mans dann bei der Zeit und im Standard. Ich fürchte zwar das nicht aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.
    Mit welcher Arroganz der Macht man gegen die Leute anschreibt, wie man warnt vor Hofer als wäre er der nächste Hitler nur weil er mal die Kreise der Politikerelite stören will….

    Man merkt etwas spätestens seit dem Brexit Votum, die Eliten haben Angst und zwar nicht die guten Eliten sondern die besserwisserischen und eigentlich antidemokratischen, sie reagieren immer erratischer auf die Voten des Volkes und auf seine Stimme. Es muss sich was ändern sonst gibts den grossen Knall.

  39. Ja werter Don, der 10. Oktober 2008 war ein magischer Tag fürwahr ...
    … ich konnte damals leider noch nicht -qua Geburt finanziell frei wie Sie- die schöne Bergwelt der Schweiz im Cabrio geniessen, denn ich habe an diesem Tag und danach bis 31.12.2008 meine gesamte hart selbst herangeraffte Knete ausnahmslos in Aktien und Fondsanteile gesteckt.
    .
    So etwa 60 Positionen wollen erstmal „häppchenweise“ ins fallende Messer hinein gekauft sein … das war wie Fliessbandarbeit im Oktober und dann erneut um die Feiertage 2008 herum (im damaligen Bestandsschutz-Schlussverkauf).
    .
    Anfang 2009 noch vereinzelt mit kaltem Schweiss auf der Stirn der Verdunstung des Depots tatenlos zugeschaut, radele ich seit „whatever it quakes“ mit vollem Rückenwind aus Frankfurt – jetzt wirklich tadellos weil weiterhin tatenlos!
    .
    Eigentlich sollte ich der Monster-Behörde im Frankfurter Osten dankbar sein … warum gelingt mir das blos nicht?

  40. Für etwa anwesende Demokraten....
    Man stelle sich vor, man hätte den Brexit mit 51 zu 49 abgelehnt.
    Woraufhin die Möchte-gern-Austreter zu zig-Tausende demonstrieren gehen und eine zweite Abstimmung fordern….

    Das Gekeife der Gut-Menschen über diese Anti-Demokraten, das möchte ich hören, und in der gleichgeschalteten Lügenpresse die einheitliche Verurteilung gedruckt sehen.
    Zu was für einem miserablen Witz dieses Land doch verkommen ist…
    Warum nehmen sich nur die Haiders, die Möllemänner oder die Barschels aus dem Gen-Pool für Politiker, kann in Berlin oder Brüssel keiner mehr Autofahren, oder Fallschirmspringen, oder in der Badwanne auf einem Stück Seife ausrutschen?
    Ihr sollt doch dem Vaterland dienen! Dann macht doch endlich!

    • Ja, das wäre dann ein rechter Aufmarsch gewesen.

      Aber.

      Was mich überrascht ist, dass bei einer Metropole wie Londun nur ein paar Zehntausend mitgehen. Das soll alles sein? Puh.

    • Grosstadt halt...
      Je, grösser die Bildung desto weniger sieht man in politischem Engagement noch eine Sinn.
      In Demokratien zählt nun mal nur die Mehrheit und was von der zu halten ist… Wozu demonstrieren gehen? Seit wann ändert das was?

  41. Tellermine vs. Betonpfeiler
    Liam Gillick schreibt in seinem Text über die britische Kulturelite und dem Brexit, den man auf FAZ.net lesen kann:
    „Das Deutschland, in dem ich in den vorangegangenen fünfzehn Jahren ausgestellt hatte, war ein Land, in dem doch eigentlich Hierarchien und törichte Qualitätsbegriffe abgelehnt wurden. Kultur hieß dort, die bestehenden Verhältnisse zu kritisieren, sich gegen ein oberflächliches Kunstverständnis und einen flachen Kunstbegriff zu wehren. Doch in diesen zwei Jahren wurden mir oft solche Fragen gestellt. Ein typisches Beispiel: „Wenn Sie den Goldenen Löwen für Deutschland gewinnen, wie werden Sie sich dann fühlen?“ Wie bitte? Kunst ist doch kein Wettbewerb. Kunst ist ein Prozess, in dem alle gängigen Wertvorstellungen angezweifelt werden sollten, auch die Frage, was einen „deutschen Künstler“ ausmacht.“

    Gillick betont zwei Aspekte: 1) Kunst ist/soll/muss ‚kritisch‘ sein. 2) Kunst ist kein Wettbewerb.
    Zu 1): Was als Kunst verstanden wird, unterscheidet sich von Epoche zu Epoche und von Künstler zu Künstler. Ich verstehe nicht, wie Liam Gillick nicht bewusste sein kann, dass sein Kunstverständnis nicht absolut gültig ist und nicht für alle Zeiten gilt. Er verweist zwar auch auf ein anderes Verständnis von Kunst, doch ist sein Verständnis das richtige/einzig wahre (vereinfacht gesagt). Wie gesagt: Andere Zeiten, ein anderes Kunstverständnis. Aber nicht nur das. Wenn man sagt, dass wir heute in einer Marktwirtschaft leben, so ist auch Kunst ein Markt. Und wie jeder andere Markt auch, so differenziert sich der Kunstmarkt ebenso. Und was für die eine Zielgruppe Kunst ist, muss es eben noch lange nicht für die andere sein. Man kann das in der Unterscheidung zwischen U und E in der Musik oder zwischen Höhenkamm und Trash in der Literatur sehen. Dabei fühlen sich ja inzwischen bestimmte Künstler als Avantgarde, die U und E oder Höhenkamm und Trash mischen. Manche ursprüngliche Trash- oder Underground-Literaten enden später sogar als Höhenkamm-Literatur (Charles Bukowski als Beispiel). Das einzige gültige Kriterium hier und heute: Die Kunst muss sich verkaufen lassen. Und damit komme ich zu 2).
    Zu 2): Natürlich ist Kunst Wettbewerb, wenn Kunst wirken oder ihren Künstler ernähren soll. Da ist immer der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Rezipienten. Wenn man bei einem Verlag ein Manuskript einreicht, konkurriert es mit anderen Manuskripten, die beim verlag eingereicht wurden. Wenn man an einem Theater ein Theaterstück inszeniert, konkurriert es mit einer anderen Inszenierung an einem anderen Theater usw. usf. Die Biennale in Venedig, für die Gillick den deutschen Pavillion schön gemacht hat, verteilt Preise. War er sich dessen vorher nicht bewusst? Die Klagenfurter Vorleseveranstaltung verteilt Preise, ist also ein Wettbewerb. Und wer heute als Künstler/Schriftsteller was werden will, muss Preise gewinnen. Nach welchen Kriterien die Preise verliehen werden, nun,… Don Alphonso nennt ja in seinem Blog einige Kriterien. Und diese Kriterien sagen nur eins: Es ist reine Willkür, reiner Zufall. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtige Person treffen. Man könnte natürlich auch von Klüngel sprechen oder von Vetternwirtschaft oder von Korruption. Es macht auf jeden Fall den Kunst-/Literatur-Betrieb nicht gerade sympathisch.

    Liam Gillick schreibt in seinem Artikel zur britischen Kulturelite und dem Brexit:
    „Die deutsche Kultur, die ich erlebte, war rebellisch, zuweilen melancholisch, aber durchweg skeptisch. In Deutschland ging es immer darum, neue Kunst- und Lebensformen zu entwickeln. Kunst hieß: Unruhe stiften, existierende Strukturen verändern. Als offizieller Repräsentant Deutschlands begegnete ich nun einer anderen Ebene deutscher Kultur – die meine deutschen Kollegen und Freunde offensichtlich kannten und seit Jahren bekämpften. Ich zuckte nur freundlich mit den Schultern, während sie sich in ihrer Arbeit von Anfang an gegen nationalistische Gedanken gewehrt hatten. Dieses Grundprinzip künstlerischer Existenz bringt jede kritische Kultur überhaupt erst voran. Meine deutschen Freunde gehen davon aus, dass ihre Arbeit auf erheblichen Widerstand stößt, während meine britischen Kollegen gleichermaßen Wohlwollen und Gleichgültigkeit voraussetzen.“

    Schaut man sich diesen Absatz an, so kann man feststellen, dass das Kunstverständnis von Liam Gillick und der Neoliberalismus eines gemeinsam haben: Beide wollen Strukturen „verändern“ (sprich: zerstören). So ist es denn auch zur unheiligen Allianz zwischen der „kritischen“ Kunst und dem real existierenden Kapitalismus gekommen, denn mit „Rebellion“ lässt sich Geld verdienen und bietet die ideologische Munition gegen all das Spießige wie Gewerkschaften, Kündigungsschutz, Festanstellungen, Reihenhaus und dergeleichen mehr.

    Kevin Kempke schreibt in seinem Blog über den Klagenfurter Vorlesewettbewerb, dass Hildegard Keller von der Jury den Text von Tomer Gardi, der in ‚falschem‘ Deutsch verfasst wurde, als „Tellermine“ bezeichnet hat. Es hätte dann eine heiße Diskussion um den Text gegeben, als hätte es so etwas zuvor noch nie gegeben. Aber ja, mir scheint es so, als fühlten sich die Mitglieder der Jury als Avantgarde. Nur wie kann das Avantgarde sein, wenn Schüler in deutschen Schulen die ersten drei Jahre nur nach Gehör schreiben? Das ist nicht mehr Avantgarde, das ist doch längst Mainstream oder – je nach Standpunkt – trauriger Alltag.

    Nichts ist trauriger, als eine Gruppe von Millionären im Alter von 70+ auf der Bühne zu sehen, die immer noch von Sex & Drugs & Revolution singen, als wären sie Anfang 20. Hatten sie nicht 50 Jahre Zeit für die Revolution? Wo ist sie denn geblieben?

    Immerhin hat Liam Gillick verstanden, dass die britische Kulturelite, was ihren Einsatz für Bleiben Großbritanniens in der EU, versagt hat.

    • Ich gleube, dass der Text von Gillick eine prima Wahlwerbung für den Brexit wäre, so selbstverliebt und eigennützig, wie er manchmal ist. Warum sollte sich das breite Volk für eine Kultur interessieren, die sie ausgrenzt, die sie nicht sehen kann – Biennale – oder sie offen verachtet? Vieles, was wir heute sehen, ist doch nicht in der Tradition von Brecht oder Walter Mehring, wo der Prolet noch mitsingen konnte. Das ist oft Kunst für eine bestimmte Kaste, so wie in Monarchien und Diktaturen – und genau deshalb hat sie auch keinen echten Markt.

    • @D.A.
      Hochkultur hat natürlich ihre Berechtigung und muss nicht von jedem verstanden werden. Aber wer nie ein Volkslied gesungen hat, wird wohl kaum eine Arie als Kunst anerkennen, wenn er sie hört. Für denjenigen ist das womöglich Krach, weil ihm die Grundlagen fehlen. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

  42. Eingebrokt
    „… das panische Kreischen derer, die gerade erst begriffen haben, dass sie keine Kontrolle mehr haben …“

    Oh, die haben durchaus Vorstellungen davon, wie sie die Oberhand zurückgewinnen:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/brexit/europa-politiker-brok-brexit-war-nur-beratendes-referendum-14324529.html

    Ist der Begriff „Furchtbare Demokraten“ justiziabel?

    Demokratieskeptiker dürfen natürlich auch fragen, weshalb sich ein Teil der deutschen Wählerschaft derartige Europaabgeordnete einbroken lässt, ununterbrochen seit 1980, nota bene.

    • Was hat die CDU mit Demokraten zu tun?

    • @ Don Alphonso
      Gute Frage, böser Unterton. Aber Sie haben natürlich recht, sie in dieser grundsätzlichen Form zu stellen. In Konsequenz müsste die Frage ja dann lauten: was hat Deutschland, was hat die EU mit Demokraten zu tun?

      Oder sehen Sie irgendwo Ausnahmen unter den fleischgewordenen Säulen des affektiert gemimten Demokratismus?

    • Ich glaube, die EU braucht einen Neustart in reduzierter Form. Vor allem ohne Kosovo und Co.

    • Bravo, Don...
      In einem Satz alles gesagt was es zu sagen gibt!

      Deswegen war ich auch von Anfang FÜR den brexit, denn er könnte ein Anfang sein, ein Anstoss für einen Neu-Beginn.
      (…ist natülich idalistischer Quark, was ich da hoffe. Natürlich geht es ganz genauso weiter wie bisher…)

      Wie es in der europäischen Realität weitergehen wird, dazu gibts heute auf The Intercept:

      https://theintercept.com/2016/07/01/nato-general-emails/

    • Titel eingeben
      @Don, sagen Sie das nicht.(Letzter Absatz)

      http://www.swr.de/report/erdogan-anhaenger-in-deutschland-wie-sich-akp-freundliche-tuerken-formieren/05/-/id=233454/did=17482096/mpdid=17730898/nid=233454/n0yrjv/index.html

      Da beschwert man sich sogar, dass Özdemir zu sehr assimiliert ist und nennt ihn Özdemeyer.


    • @TDV: The Intercept und die ganze Leakerei sind tot, wenn sie weiter solchen Krampf veröffentlichen wie DCLeaks die Mails von Breedlove an Clarke mit ihren Baseballspielen. Das ist wie durch Spam wühlen, das tut sich doch keiner mehr an.

    • colorcraze... ist tot?
      Mag ja an meiner Auswahl liegen, ich versuche nach wie vor (warum weiss ich selber nicht) daran zu erinnern was passieren wird, wenn Hilary gewinnt. Denn mir kanns ja egal sein….

      Leaks dienen dazu ein kleines Korrektiv gegen gleichgeschaltete, manipulierende Medien abzugeben

      Barack Obama hat uns am Freitag vorgelesen, dass durch seine Drohnenstrikes zwischen 64 und 116 Zivilisten getöten worden sind. Obwohl alle Quellen auf ein vielfaches dieser Zahl schliessen lassen.

      Auch wenn die nun veröffentlichten Zahlen eine Farce sind: Barack Obama ist wohl der einzige Staatschef der Welt, der sich öffentlich zu 64- oder 116-fachen Mord bekennen kann – und damit ohne jegliche Anklage davonkommt.

      Damit wir solche Banalitäten zur Kenntnis nehmen, dazu dienen Leaks.

      Aber sie haben recht, damit wir unseren Wohlstand erhalten können, müssen wir Waffen an Verbrecher Regime wie die Saudis verkaufen und die daraus resultierneden Kriegsopfer weg von eben diesem Wohlstand halten.
      Leaks stören da generell….

  43. unangestrengte Satire
    Nehmen Sie BITTE nächstes Mal den Fuß vom Gas, wenn Sie an Klagenfurt vorbeifahren. Weisse alte Männer sind im Kommen. Die sensiblen Sprachkünstler vor Ort werden sich reihenweise selbst einäschern, wenn Sie erkannt werden. Jelinek wird ein Aufführungsverbot ausrufen. Sie bekommen den Friedensnobelpreis und können Ihre Immobilien um ein Reihenhäuschen in München mehren.

    • Ich war auf dem Weg von Graz nach Padua und davor noch in St. Paul, aber das nächste mal, versprochen.

  44. Cinema
    Zur gleichen Zeit wie die Lesungen in Klagenfurt fand in Bologna (Wanda!) zum 30. mal das m.E. ungleich interessantere internationale Festival ilcinemaritrovata statt. Und, besonders bemerkenswert, wenn man auf der Internetseite den button ‚News‘ anklickt, liest man dort nur ‚Sorry, this entry is only available in Italian.‘ Ganz unaufgeregt und gelassen genügt man sich da, bei aller Internationalität und Achtung des Anderen, sich selbst. Übrigens, weiße Socken? Ich weiß nicht …

  45. Stadt - Land - Lost?
    Tja, die eine Hälfte der Österreicher und die andere Hälfte der Briten, so möchte ich es noch glauben können und werde hoffentlich nicht eines Besseren belehrt.
    Volksentscheide bedürfen halt auch einer sachlichen Presse, gern mit unterschiedlicher Meinung.Sie verlangen aber ebenso politisch interessierte, gut informierte Bürger, gern auch mit verschiedenen Interessen.

    Es sind doch nicht nur die Bevölkerungen das Problem, sondern auch die (angeblichen) Eliten.Die Attentäter von Bangladesh seien Kinder selbiger und Haider war promoviert.Alles nur dumme Landpomeranzen, wie manche meinen?

    Was konnte man als DemokratIn tun gegen diese Finanzkriminellen oder gegen Frau Merkels einsame Richtlinienkompetenz? Es nimmt ja auch kein Ende. Farage ist gegen die EU und meint, sein Werk sei vollbracht – bezieht aber weiterhin seine Diäten, ohne „gekündigt“ zu werden.Da sieht es bei einer Kassiererin mit 1,20€ – Pfandbon doch ganz anders aus…Nicht jede/r hat seine Wut und Ratio im Griff in der Wahlkabine, falls überhaupt gewählt wird.Passt das Ergebnis nicht, soll es keine Demokratie mehr sein – auch nicht besser, als bei Erdogan.

    Irgendeine Studie besagt, dass die Mehrheit der Leute eher konservativ im besten Sinn sei und in deren Augen läuft inzwischen wohl zuviel schief. Die Wenigsten sehen das akademisch.Fressen kommt vor Moral, wie B.B. schon sagte.Auf einmal ist überall nur noch Chaos.

    Ich sehe 2 schöne Bilderrahmen. Einen solchen habe ich auch, ca. 75 Jahre alt…

    • Enttäuschung !
      „Volksentscheide bedürfen halt auch einer sachlichen Presse, gern mit unterschiedlicher Meinung. Sie verlangen aber ebenso politisch interessierte, gut informierte Bürger, gern auch mit verschiedenen Interessen.“

      Beides gibt es nicht, was also schlagen sie vor?

      Logisch ergibt sich aus den beiden Sätzen, dass man keine Volksentscheide zulassen sollet, weil beide nötigen Vorraussetzungen fehlen?

    • Kann leider nichts mit Medien.
      Ich bin für Volksentscheide, verlange aber von den Medien eben Sachlichkeit und keine Hetze.Es sollte nicht in Pressefreiheit pervers ausarten.
      Allerdings müssen auch die Leute mehr Interesse zeigen. Wozu haben wir die ARD/ ZDF, nur für Fussball? Wo ein echter Wille ist, müsste auch ein Weg sein.Von mir aus so ähnlich, wie im Kinderfernsehprogramm.
      Mit Rindviechern redet der Bauer ja auch…

    • Sie übersehen da etwas die – übrigens nicht immer verdammenswerte – Verquickung von Politik und Medien. Wie das dann fundiert laufen soll, weiss ich auch nicht. Zumal die Medien bei den Populismusfreunden längst so verhasst woe die Politik sind.

    • Rundfunkräte
      Ja, werter Don, die Parteien stellen die Rundfunkräte und wir wählen Parteien und zahlen die GEZ. Wer zahlt, schafft an und muss doch nicht einfach alles hinnehmen, ohne mal aufzumucken?

      Bei BT-Wahlen schalten die Parteien doch auch Werbung für sich. Warum nicht mal alle i.S. der EU?

      Vor 22:00 Uhr kann man deren Programme eh vergessen.Unsere Gesellschaft ist träge und fordert zu wenige Veränderungen.Was die Populisten angeht, kann sicher auch ein Weg im IT gefunden werden.

      Wie z.B : Wemove.eu.Die schickten heute einen Fragebogen.

      Jedenfalls kann es nicht sein, weil das Ergebnis für UK bitter ist, den Plan aufzugeben.Ich bin übrigens parteilos.

    • Wer etwas über "Volksentscheide" lernen möchte befasse sich doch noch einmal
      mit S 21. Alles, was die Gegner dieses Dumm-Projekts mitten in einer deutschen Großstadt zu Tage gebracht haben, wird Stück für Stück als Wahrheit erkannt – und in der Presse beschrieben. Per heute also 10 Milliarden Euro für den neuen Haltepunkt der Stadt im Talkessel.
      https://www.bei-abriss-aufstand.de/
      Man beachte beim Recherchieren das Trennen des Themas in schwarz und weiß, die hau-ruck-Methode der Politik, die Spaltung zumindest der Stadtbewohner in pro und contra und die fast durchgängig pro Projekt schreibende Stuttgarter Presse. Auch die Verhöhnung der Vernunft ist per Video erhalten.
      Fakten wurden nicht beachtet, die Realität, wie zum Beispiel die Durchlässigkeit des Grundes, versetzt mit bei Wassereintritt aufquellendem Anhydrit, damit vollkommen ungeeignet für 60 km Tunnels unter der Stadt, sinnfrei ausgeblendet.
      Palmers saubere Recherche und mathematischen Grundlagen folgenden Vorträge wurden verlacht, der erste Baggerbiss in den Bonatzbau während einer Demo angeordnet. Und irgendwann warf der jetzt im Orkus versunkene damalige MP Mappus dann auch noch seinen „Fehdehandschuh“ aufs Volk.
      Später das Volk ruhig halten sollende Spektakel bei phönix, wo Nachmittage lang die sogenannte „Schlichtung“ unter Heiner live übertragen wurde einbezüglich des „über den Tisch schleifens“ der Vernunft beim selbstherrlichen „Spruch des Schlichters“.
      Letztendlich haben alle verloren – und in Stuttgart klafft noch Jahre ein Drecksloch an einem Verkehrsknotenpunkt, der täglich zu immensen Staus und damit Zeitverlusten für alle Pendler und Bahnfahrer führt. Dreck, Staub, Lärm, Verschandelung, lange Wege, dazu der fast tägliche Ausfall oder Verspätungen von Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs, der durch dieses Nadelöhr empfindlich gestört wird.
      Übrigens: die Demos gegen den Mist gibt es immer noch jeden Montag!

      Und auch das ist beweisbar: es war die gute Frau aus Berlin, die dieses Projekt auf Teufel komm raus durchzudrücken geholfen hat.

    • @Philomena
      „Ich bin für Volksentscheide, verlange aber von den Medien eben Sachlichkeit und keine Hetze.Es sollte nicht in Pressefreiheit pervers ausarten.“
      Warum eigentlich nicht ?
      Auf Youtube tobt der Mob, alles zu haben von Kulturprogramm über Kannibalenvideos aus Syrien bis zu Kammerkonzerten. Alles für jeden der es finden will.
      Von den Benutzerkommentaren ganz zu schweigen, die würden Maas‘ Zensurverein zur Hyperventilation bringen wenn er denn irgendwelcher Fremdsprachen mächtig wäre.

      Was ist der Effekt ? Was konsumiert wird hängt von den Leuten ab die da konsumieren. Wir hätten den IS auch ohne Facebook und Youtube.
      Allerdings hätte es ohne die sozialen Netzwerke nochmal zwei Jahre länger gedauert bis der Schwindel mit dem „gerechten Volksaufstand“ in Syrien aufgeflogen wäre, und man gemerkt hätte dass man nur Partei in einem schmutzigen Bürgerkrieg ist der noch in 10 Jahren toben wird.
      Das oben genannte Kannibalenvideo war schon lange publiziert, während die der GEZ angegliederten Sender noch vom kurz bevorstehenden Sieg der demokratischen Kräfte in Syrien brabbelten.
      Ich würde den Sendern da gar nicht mal böse Absicht unterstellen, die haben einfach keine Ahnung aber den Auftrag, Partei für die Guten zu ergreifen. So müssen die Guten dann eben ggf halluziniert werden weil man meint dass die Leute so was brauchen.
      Es fehlt schlicht an einer integren Instanz die die Medien kontrollieren könnte und im digitalen Zeitalter sehe ich auch gar nicht mehr die Notwendigkeit.
      Die GEZ hat beliebige Geldmittel zur Verfügung und überzeugt eigentlich nur die, die ohnehin im Sinne der Sender überzeugt bzw sediert werden wollen.
      Von daher, Presse- und Gebührenfreiheit pervers – ich bin dafür. Wird Zeit dass die Leut erwachsen werden. Man muss ja nicht alles lesen was im Netz steht, dann bleibt man auch im Safe Space.

    • Also Dauergast... ich muss doch bitten!
      Wollen sie etwa der Masse der Bürger unterstellen sie seien einfach zu dumm, und deshalb sähe die Realität so aus wie sie aussieht?

    • Guate morge
      @Dauergast,

      als ich das schrieb, dachte ich an Murdoch und Bild, bei Twitter und Co. ist bei uns niemand. Darum weiß ich auch nicht, was da alles so abgeht und vermisse auch nichts.
      Die Angelegenheit mit Snowden habe ich im Spiegel verfolgt, wie die mit Mannings auch.Mir ist auch Luxleaks bekannt. Das Urteil ist ein Witz und zeigt die ganze Verdorbenheit. Im September soll dann ein Hammerleak über die UEFA bekannt werden.

      Ja, und durch die Doku „Ware Mädchen“ auf arte habe ich auch über widerliche Kommentare erfahren auf einer, ich sag mal, Freierseite übelster Art.Da verliert man tatsächlich jeden Respekt für gewisse Männer – höflich audgedrückt.

      Wir haben von Zeit zu Zeit ein Weiberkränzchen, Altersunterschied bis 15
      Jahre.Die Älteste sagte kürzlich in ihrem Dialekt: I weiß it, ma mags doch numma, diea Mannsbilder…🌵

    • @TDV & Philomena
      Tatsächlich schwimmen wir schon immer, also seit langem bevor der Begriff „Filterblase“ geschaffen wurde, auf unserer privaten Yacht über einen friedlich scheinenden Ozean, der aber in allen Wassertiefen belebt ist mit grausigen oder hirnlosen Ungeheuern.
      Manchmal schimmert etwas durch, z.B. wenn man zufällig erfährt dass der überaus freundliche und zuvorkommende Kollege zu Hause seine Frau und Kinder misshandelt. Aber im großen und ganzen funktioniert unser Überlebensinstinkt und wir lernen, automatisch Menschen zu meiden die es auch verdient haben. Vermutlich ist es ein ähnlicher Mechanismus der uns auch eigene Schwächen ausblenden lässt.
      Das Netz gibt uns die Option mal in den Abgrund zu schauen, wenn wir Wert darauf legen. Man kann auch die Wände von Bahnhofstoiletten lesen um zu sehen, was sich in einer anderen Welt alles verschriftlichen lässt. Und wenn, dann sollte angesichts der potentiell höheren Unumgänglichkeit des Mediums Zensur zunächst da den Farbeimer ansetzen.
      Ja, Männer sind grässlich. Und Frauen erst.
      Vielleicht erfindet man deshalb ständig neue Geschlechter.

    • Titel eingeben
      Ich würde sagen: ein Teil der Männer und auch der Frauen können grässlich sein, verallgemeinern möchte ich nicht. Bei dem Dialekt vergaß ich das Wort “ ahebe“ (numma), was inzwischen oder mitlerweile heißt.

      Ja, es gibt Zustände, in denen man nicht sein möchte und man stellt fest, dass man Glück hatte in seinem Leben.

  46. Titel eingeben
    Die eigentliche Tragikomödie besteht darin, dass viele links Liegende sich geistig nicht viel bewegen und aufgrund von Rechthaberei Zuwanderer nicht kritisieren dürfen (sonst müssten sie ja ihre eigene Meinung ändern), obwohl diese oft viel konservativer bzw. rechtslastiger denken als zum Beispiel die Mehrheit der FPÖ-Wähler. Dieses Schauspiel geht jetzt in Österreich in eine neue Runde. Tatsächlich schätzen sich die allermeisten Österreicher in der Mitte ein. Die mediale Hysterisierung (Scheinlinks gegen Scheinrechts) lenkt ab von wichtigen Entscheidungen und hetzt die Bevölkerung gegeneinander auf. Bis es politisch ermattet wieder das wählt, was gewollt wird.

  47. Titel eingeben
    Weiße Socken? = ja! extra! Bravo! Ein Depp, der dich danach richtet, was irgendeine Modepolizei ‚verbietet‘.

    • sternhagelnüchtern
      Wessen Wein > darf nur sein „trocken“
      Kriegt Augenkrebs bei weißen Socken!

    • Ich ignorier das ja alles stes, aber...
      Da es hier anscheinend Fachleute gibt….

      Stimmt es, dass man in Sandalen keine Socken tragen darf?

    • TDV - ohne Socken wär schon besser ;-)
      Text eingeben


    • Sind das überhaupt Socken? Mich dünkt, das sind eher die hellen Umschläge von zu langen Jeans?
      (Bild ist für mich zu klein, daß ich das genau sehen könnte)

  48. You are only as good as your team
    @Semaphor – Was soll man von Demokraten halten, die nicht einmal mehr verhandeln können oder wollen?
    .
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/grossbritannien-fehlt-fuer-brexit-verhandlungen-das-personal-14324746.html
    .
    Offensichtlich haben nicht nur Boris und Farage aufgegeben, sondern die ganze britische politische Klasse. Wenn das stimmt, was da in der FAZ steht, dann suchen die Briten nach einem Verhandlungsführer im Ausland. Ich habe vor Jahren eine Einführung in Projektleitung und Verhandlungsführung geschrieben (was ich selbst jahrelang getan habe). Da steht unter anderem drinnen: ‘You are only as good as your team.” Glauben die Brits tatsächlich, dass die Dienste, die sie bei EY, KPMG, McKinsey, PwC oder Deloitte einkaufen, ihre Interessen vertreten werden? Haben die Briten nicht verstanden, dass es Beratungsfirmen in erster Linie ums Geschäft geht – und nicht um gemeinnützige Gesamtlösungen?

    • "gemeinnützige Gesamtlösungen"?
      Und diese „gemeinnützigen Gesamtlösungen“ sehen Sie in Brüssel vertreten durch die Junckers, Schulzen, Broks & Co.?

      Gehen Sie nicht jeder dieser derzeit inflationär in Umlauf gebrachten Tatarenmeldungen auf den Leim, die nur den Zweck verfolgen, das hiesige Wahlvolk bei der Stange zu halten. Tenor: seht nur, so besch*** geht’s jenen, die sich gegen das Imperium auflehnen.

  49. Es gibt ihn doch - den Fachkräftemangel
    FAZ lüftet das Geheimnis. Den Briten fehlen die notwendigen
    Fachkräfte für die Brexit Verhandlungen. Sie müßen sich bei
    intern. Beratungsfirmen Fachverstand einkaufen, die offenbar
    auch schon ausgebucht sind.

    Wie wird die EU reagieren?

    Sie hat doch auch keine!
    Naja, höchstens 10 wo sie 100 bräuchte.

    • KPMG auf der einen und auf der anderen Seite -
      ich fass es nicht. Jetzt beißt sich die Katze endlich in den Schwanz…
      Und die Pöstchen teilen sie dann auch gleich ungeniert unter sich auf.
      Gesunder Menschenverstand scheint nicht nur in Politikerkreisen vollständig abhanden gekommen.
      Wie sind wir bloß dahin gekommen…


    • Sie hat doch auch keine!
      Jou. Deswegen wird das eine große Sause für Juristen und Berater.

    • Hinzu kommt
      Die Briten verhandeln nur für sich selbst.
      Die EU muss die Interessen von 27 Staaten vertreten.

      Den Einsatz von Beratungsfirmen sollte man begrüßen.
      Sie vertreten auch die wirtschaftlichen Interessen ihrer
      Privatkunden und könnten so vieles“glätten“.

  50. Schein und Sein
    Titel zu Text von 10:30

  51. Erdogans Angebot - http://www.faz.net/-gq5-8iz3w
    Schon interessant, die Überlegungen von Rainer Hermann. Meine Überlegung zielt allerdings in eine andere Richtung. Denn wenn die Türkei der EU beitreten darf bzw. die Visafreiheit doch noch kommen sollte, dann können alle Syrer ganz legal nach Europa kommen. Die Annahme, sie würden in der Türkei bleiben, um die AKP zu wählen, die halte ich für ziemlich abwegig.

    Ob die EU-Bürger Visafreiheit oder Beitritt der aktuellen Türkei wirklich wollen, wage ich zu bezweifeln. Auch eine Frage, die vermutlich über die Köpfe der Bürger hinweg von politischen Eliten entschieden wird.

    • Ich kann mir das auch nicht vorstellen.

    • Nach den Warnohrfeigen der österreichischen Präsidentenwahl, der AfD in
      Deutschland und des BREXIT sehr unwahrscheinlich. Ich setze keinen Cent darauf, dass sich unsere Funktionseliten für das Volk interessieren. Aber auf ihr Eigeninteresse an Arbeitsplatzerhaltung dürfte Verlass sein. Nö, eine Elitenentscheidung über einen EU-Türkeibeitritt würde ich für die nächsten 5 bis 10 Jahre ausschliessen. Kommt er trotzdem, gibt es kurze Zeit später eben keine EU mehr – auch gut.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • An Otto Meier
      Syrer müssten auch heute mit einem Touristenvisum einreisen können.
      Was wäre dagegen zu sagen wenn Frau Assad am Chiemsee Urlaub machen will. Diese €U ist ein merkwürdiger Verein. Jahrzehnte hat man sich für die Reisefreiheit von Menschen aus dem Ostblock eingesetzt, jetzt kommen welche und man will sie nicht haben:-(


    • Nun ja, Herr Haupts, dann dürften CETA und TTIP ja auch kein Thema mehr sein. Allein mir fehlt der Glaube.

      Touristenvisa, Herr Keller, das wird wohl nichts. Auch nicht für Frau Assad. Aber das mit der Reisefreiheit, das hat schon was. ;-)


    • Ihr Wort in Gottes Gehörgang, ThorHa.
      Ich traue dem Machtorgan EU und Merkel + Gefolge noch allerhand weitere Selbstermächtigungen zu.

    • Freihandelsabkommen mobilisieren keine Emotionen.
      (Angenommene oder vorhergesehene) türkische Masseneinwanderung schon. Nicht vergleichbar.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  52. Hat das Zeug zum Klassiker
    „Die Demokratie ist absichtlich als Betonpfeiler für Politiker gestaltet worden“. Nie wurde es besser formuliert. Erklärt in einem Satz, warum sich Politiker auf Wählerbeschimpfung verlegen: Beton tut weh.
    Dank an die Briten, EU go home.

  53. Rechte Ikonen und neue Talk-Kultur
    Wieder eine andere Stimmung, andere schöne Bilder und viele wertvolle Denkanstöße. Vielen Dank, lieber Don Alphonso. Hier einer der Sätze, den ich auch diesmal gleich zweimal lesen musste, so schön ist er:
    „Es war Feuer im Himmel, die Hölle brannte die Erdkruste unter Frankfurt durch, und an der obersten Spitze dieser durch das All rasenden Schmutzkugel war ich, und der Weltenlauf drehte sich unter meinen Rädern.“

    Ich kann mich noch an die Nachricht von damals erinnern: der viril daher kommende Haider, im Rausch tödlich verunglückt und dann ausgerechnet noch das Schwulenlokal (hatte man nachher die Bremsen nachgeprüft?). Damals dachte noch gar niemand, dass es so etwas wie eine Lückenpresse geben könnte, die Sachen auslassen und zusetzen könnte, nicht wahr, um das Image der ersten europäischen Rechten-Ikone zu zerstören. Sorry, manchmal gehen mir die Pferde in der Phantasie durch.

    ****
    Was mich bei der CNN Berichterstattung über den Brexit amüsiert, sind z.B. die Temperamentsausbrüche von Christiane Amanpour, die neulich einen „falsch“ denkenden pro-Brexit Interviewpartner förmlich ins Gesicht sprang, so heftig waren ihre aufgebrachten Tiraden, bei welchen der zurückhaltende In-terviewpartner – very British, very polite, kaum zu Wort kam.

    Den neuen, lebhaften Diskussionsstil beherrscht auch die CNN-Journalistin Erin Burnett in ihrer Sendung OutFront, freilich in einer anderen Version: Hier geifert Miss Burnett nicht alle platt, sondern die Gäste sich gegenseitig untereinander, im heillosen Chaos. Erinnert mich an eine Hühnerfarm, in welcher die wild gewordenen Hühner und Hähne im Chor um die Wette gackern. (Zumeist geht es um die neue amerikanische Rechten-Ikone Trump. Seine Anhänger beherrschen diesen Stil meisterlich, haben ihn womöglich sogar eingeführt und salonfähig gemacht.)

    Nachdem jeder US Trend irgendwann Europa erreicht und trotz anfänglicher Kritik und Ablehnung selbst in Deutschland große Beliebtheit erreicht, so wird der neue US Diskussionsstil sooner or later die deutschen Interview- und Talk-Runden erobern und die Szene aufmischen. Es gab schon einige viel versprechende Szenen hierzulande, aber ich zähle darauf, dass der Trend sich nun fortsetzt und intensiver wird und freue mich schon darauf. ;-)

  54. ot: der Bikini ist 70
    http://www.telegraph.co.uk/travel/galleries/Bikinis-a-brief-history/
    Allen einen angenehmen Sommer!

  55. 5eyes
    Der englische Geheimdienst liest doch eh alles mit, was die anderen Regierungen besprechen, da sollte es mit dem Verhandeln nicht schwer werden.

    • Wahrlich, alles kein Problem
      Stimmt, die Informationen haben die Briten zumindest lange vor deutschen Politikern. Und wenn die sie haben, dauert es noch eine Weile, bis alles in mit der üblichen Melange aus Drohungen und Mitleidsbekundungen überzogen ist. Es wird viel zu lachen geben, soviel ist sicher.

  56. Politiker Liste
    @ Uwe dippel
    Zur Liste der erträglichen Politiker:
    Neben Sarah Wagenknecht und Sebastian Kurz darf bei mir auch Peter Gauweiler mit auf die Liste.
    Hier ein Beitrag zum brexit.

    ttp://www.peter-gauweiler.de/data/documents/2016/06/27/4-5770dcd3c05fc.pdf
    Auch lesenswert:
    H.O. Henkel schreibt, wenn Brexit, dann Dexit.
    https://jungefreiheit.de/pressemitteilung/2016/hans-olaf-henkel-wenn-brexit-dann-dexit/

    • Natürlich findet Gauweiler auch bei (echten) Linken Akzeptanz
      Was die politische Landschaft im Moment am meisten an einer Verbesserung hindert, ist die Unfähigkeit der Massen zur Einsicht, dass die Kategorien von Links und Recht in der Realität nicht mehr existieren.

      Aber ist wird halt wohl immer einfacher bleiben sich an Klischees zu klammern, als sich über jedes Sachgebiet seine eigene Meinung zu erdenken…. so ist sie halt die Demokratei, kann man nichts machen.

  57. Willkommenskultur 2.0
    Ich finde es richtig rührend, wie deutsche Politiker nun ihre Solidarität und ihren Idealismus durch großherzige Gesten kundtun, als vorbildliche, visionäre Mitglieder der EU-Gemeinschaft:

    Gabriel hat junge Engländer, die nach Brexit ggf. auswandern wollen, die deutsche Staatsbürgerschaft angeboten;
    Schäuble hat die jungen italienischen Arbeitslosen direkt nach Deutschland eingeladen.
    Hier, in Mutters Schoß, sind alle willkommen.
    Hier herrscht akuter Fachkräftemangel!
    Wenn schon qualifizierte deutsche Arbeitssuchende zu teuer sind, sollen die doch auswandern!
    Bravo! :->


    • Fortsetzung von „Inder statt Kinder“. Schade nur, daß die IT-Fachleute kein Deutsch lernen und auch nicht für ein Butterbrot arbeiten wollten. Dumm gelaufen. Und mit dem Nutzwert der Flüchtlinge scheint es ja auch nicht so zu funktionieren. Irgendwie scheinen da einige Leute ein ziemlich dickes Brett vorm Kopf zu haben.

    • Danke, Tamarisque!
      Wie meistens auch hier mit Durchblick: akuter Fachkräftemangel.

      Hier mal keine langen Fließtexte vor mir: habe das alles durch, auf beiden Seiten. Sowohl bewerbend als auch einstellend. Einen Fachkräftemangel habe ich bisher nicht ausmachen können, ehrlich.
      Es gibt zwar viele Stellen, die nicht zu besetzen sind, Gewerbetreibende die händeringend Leute suchen und nicht finden. Trotz des Prekariat im Wissenschaftsbetrieb finden sich häufig die gesuchten Leute nicht durch Ausschreibungen.
      Es wäre aber ein Fehler, zu vermuten, dass es alle diese Leute nicht gäbe, und man sie importieren müsste. Es gibt sie. Entweder scheint die Arbeit nicht sexy genug, oder der Arbeitssuchende nicht ausreichend qualifiziert, oder das gebotene Geld objektiv oder subjektiv unzureichend, oder …. .

      In einer Nussschale: Wie im normalen Leben (Partnerschaft, Jugend, u.s.w.) sind auch auf dem Arbeitsmarkt die Vorstellungen auf beiden Seiten immer dezidierter geworden, anspruchsvoller, und auch mit immer stärker ökonomisch orientierter Motivation [es gibt nicht umsonst ‚Jobs‘ statt ‚Beruf‘ (von ‚Berufung‘, also Neigung und mehr)].
      Noch immer habe ich für jeden der unbesetzten bzw. unbesetzbaren Jobs geeignete Menschen in Deutschland getroffen. Es fehlte nur jeweils auf der einen oder anderen Seite – oder auf beiden Seiten – das Einverständnis zu einer Zusammenarbeit.


    • @Tamarisque: diese Einladungen kommen spät – sie wären weit vor Einladungen an die ganze Welt am Platz gewesen, und wären auch weitaus begreiflicher gewesen – wenn sie denn zuerst ausgesprochen worden wären.
      Aber so eigentlich möchte ich zur Zeit alle, die Einladungen auf Staatskosten (also Steuerzahlerkosten, also auch meine Kosten) aussprechen, einfach nur noch abwatschen, und ihnen Einbrecher in die Wohnung schicken.
      @Uwe Dippel: gute Kurzdarstellung. Ich selbst habe das näher anhand des seit mind. 20 Jahren herbeifabulierten „Ingenieursmangels“ mitbekommen. Die ersten 10 Jahre habe ich höhnisch gelacht (weil mir genügend qualifizierte Arbeitslose bekannt waren), und seither bekomme ich nur noch Brechreiz durch dieses haltlose Geschwätz. Ich war selber mal in der Stellenanzeigen-Branche tätig, und sehe den Knackpunkt, warum sich Stelle und Bewerber verfehlen, ähnlich wie Sie im zuwenig Kompromisse schließen.

    • Fachkräftemangel
      Der Fachkräftemangel war schon vor 15 Jahren der Running Gag der Industrieverbände, wie etwa der Bitkom. Dass wir doch Flüchtlinge haben, ist nun die ultimative Antwort auf jeden Mangel dieser Art und da es voll rassistisch ist, dies als Witz abzutun, wird es den Funktionären hoffentlich das Maul stopfen.

      Dem Weltgeist sei Dank für ebenso originelle, wie alternativlose Wendungen der Dinge. Es gibt immer etwas zu lachen.

    • Titel eingeben
      Könnte es evtl. sein, dass zugewanderte Fachkräfte bereit sind, für geringere Löhne zu arbeiten, als Deutsche? Und das dies möglicherweise auch so beabsichtigt ist?

    • Welche entsprechend qualifizierten Fachkräfte meinen Sie? Ich kenne einen portugiesischen Maschinenbauer, der zweiJahre in einer Akademie in das Niveau hier eingeführt wurde, und dafür dauernd büffete. Das ist nötig. Darunter gibt es einfach keinen Bedarf.

    • Titel eingeben
      Die Aufhebung des Mindestlohznes für Flüchtlinge ist bereits gefordert worden, und das dürfte sich nach oben fortsetzen.

    • 54 wurden eingestellt bei DAX Konzernen - 54 von vielleicht 2 Millionen!
      Das Wort „Fachkräfte“ in dem Zusammenhang zu benutzen ist schon fast so verboten wie das Wort „Flüchtling“.
      „In Rosenheim werden jugendliche Flüchtlinge betreut, die ohne Eltern nach Deutschland kommen. Eigentlich sollen sie ausgebildet werden. Die Erwartungen sind groß. Aber das ist ein fast aussichtsloses Unterfangen. Wieso?“
      http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/ausbildung-von-fluechtlingen-in-rosenheim-14092678.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

      Auch Bassam Tibi ist aufschlussreich in seinem Interview in der Welt vom Wochenanfang.
      Wir werden froh sein können, wenn da überhaupt Kräfte sind, die künftig nicht zu unseren Ungunsten eingesetzt werden!

  58. PRIORITÄTEN im sommer ! brot & spiele !
    es gibt wichtigeres als andauernd über demokratie zu reden: so lesen wir jetzt, dass HappyHippo beim spiel am donnerstag die rolle des stossstürmers übernehmen wird, Gomez ist ja verletzt und Goetze hat noch babyspeck. HaHi ist ja bekannterweise – und wie auch in der KuKa-krise empirisch belegt – ein garant, dass das gegenteil von dem eintritt, was wir als erfolg erwarten.

    er soll aber auch eingesetzt werden, um gegnerische passwege zuzustellen und bei den gefürchteten freistössen des gegners die mauer zu verstärken.

    also trösten wir uns mit @foersterliesel………………der bikini wird 70 und denken wir zurück an die unvergesslichen stunden am wörtersee bei den freundlichen karawankenbären.

  59. Elsässer bekommt Bauchgefühle....
    …zu Tod und Leben von Politikern, diesmal am Beispiel Farage
    [editiert. Don]

    • Ich habe mit dem ausgsprochen geschmacklosen Herrn Elsässer schon genug Ärger erlebt – unvergessen seine widerlichen Unterstellungen zu Schirrmacher. Bitte keine Links zu seinen Projekten.

  60. „Ratten, die das sinkende Schiff verlassen“, Guy Verhofstadt
    Das Demokratieverständnis eines liberalen Abgeordneten des Europaparlamentes nach dem Referendum und den Rücktritten. Da war sein Kollege Brok ja geradezu zurückhaltend, als er feststellte, der Brexit sei nur ein beratendes Referendum. Vom Pack zu Ratten war das ja nur ein kleiner Schritt.

    Es ist schon abenteuerlich, wie Politik und Medien wieder Hand in Hand arbeiten, die Schuld verteilen, sich selbst als Retter und nicht als Verursacher betrachten. Allein die Wortwahl, die zeigt, wie sehr der Treffer sitzt. Wirkung scheint er aber auch immer noch nicht erzielt zu haben.

    • Das ist in dem Fall eine deutsche Spezialität, in Italien ist man mitunter nicht ohne Sympathie für die Briten.


    • Wenn das Schiff eh sinkt, was braucht es noch Ratten? –
      Selbstsabotierend, sowas zu sagen.

      Die Feststellung, es handle sich um ein beratendes Referendum, ist da aufgrund ihres Kontextes ein ganz anderes Kaliber. Heißt unterschwellig soviel wie „macht euch keinen Streß und ignoriert es einfach, wie wir es auch immer tun, Scheiß was auf Volksabstimmungen“. Aber vom Wortlaut her absolut lupenrein nicht zu beanstanden, weil rechtlich zutreffend.


    • Nun ja, wir dürfen ja wählen. ;-)

      Wer schrieb hier noch so zutreffend vom Brechreiz?

  61. Der Weg zu Volksentscheiden auf Bundesebene müßte möglich sein.
    In allen Bundesländern, außer in Hessen, sind Volksentscheide möglich, mit denen die Länderverfassungen geändert werden können. Diese Volkentscheide kann das Volk selbst initiieren. So könnte der Auftrag in die Landesverfassungen kommen, unverzüglich für Volksentscheide auf Bundesebene zu sorgen. Parteien und Politiker könnten sich nicht dagegen wehren, wenn ich das richtig verstehe.

    Das wäre doch mal eine Aufgabe für interessierte Parteien, Politiker und NGOs.

    • Volksentscheid auf Bundesebene
      Solche Volksentscheide einzuführen, das wird gerade versucht, z.b. vom Verein mehr-Demokratie, der auch bei der Verfassungsbeschwerde gegen das OMT Programm der EZB beteiligt war.

      https://www.mehr-demokratie.de/aufruf_europa_neu_denken.html

    • Ich habe viel mit Mehr Demokratie gemacht und finde die wirklich gut.

    • Wir wollen mehr Demokratie wagen...
      Da habe ich auch mitverloren.Die sprechen mich auch an, weil sie nicht nur deutsch sind. Außerdem wird man immer sehr gut informiert, wie es läuft.


    • Zwar an anderer Stelle, aber auch ich bin längst an Klagen, Petitionen etc. beteiligt. Ein Querulant eben. Allerdings stelle ich eine gewisse Redundanz fest, die zwar teilweise schon beseitigt ist, die es aber besser überhaupt nicht geben sollte, um die Wirkung solcher Aktivitäten zu erhöhen.

      Solche Projekte sollten gebündelt werden. Auch unter dem Aspekt, nicht überall seine Daten hinterlassen zu müssen.


    • Solche Projekte sollten gebündelt werden. Auch unter dem Aspekt, nicht überall seine Daten hinterlassen zu müssen.
      Jaja, APO bequem.

    • Titel eingeben
      APO bequem? Und warum nicht, colorcraze? Datenschutz?

      Das hat selbstverständlich auch noch einen anderen Grund. Ich habe weder Lust noch Zeit, immer die Macher und hinter den Machern stehende Menschen zu durchleuchten, um mir sicher sein zu können, nicht den falschen Herren zu dienen. Mein Mißtrauen ist grenzenlos.

    • Mein Gott, OM!
      „Der Weg zu Volksentscheiden auf Bundesebene müßte möglich sein.“

      Haben sie eine Ahnung davon wie lange so was dauert bevor sowas stattfindet? Und glauben sie wirklich, dass sich die Merkel/Gabriel der Politik sowas ohne Klage den ganze juristischen Weg bis zum BVerG, zulassen? Bankenrettungen, Bundeswehr Stationierung, Grenzöffnungen und Schliessungen sind alternativlos und müssen JETZT sofort durchgezogen werden. Wie unsere Justiz, bis ganz oben in der Spitze, mit sowas umgeht, da kann ihnen der Gauweiler ein paar Geschichten erzählen!

      Nur eine Regierung die so unfassbar dumm ist, wie die britische, kann in so eine Falle tapsen.

    • Gott lassen wir besser aus dem Spiel, TDV. ;-)
      Aber egal wie lange so etwas dauert, wer es nicht einmal versucht, sollte sich auch nicht beklagen.

      Die Rolle der Justiz war immer schon zwiespältig. Die Gewaltenteilung kommt da an ihre Grenzen, insbesondere was das BVerfG betrifft. Das Problem ist halt, daß das BVerfG kein Recht spricht, sondern im Grunde nur Gesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit überprüft.

      Die Verfassungsgerichte der Ländern und des Bundes haben allerdings keine Handhabe gegen Volksentscheide, so sie in der Landesverfassung verankert sind. Daher sehe ich da kein wirkliches Problem.

  62. An der Steinigung kann ich mangels Hintergrundwissen nicht teilnehmen
    Aber k.u.k in irgendeinem Post bringt mich doch auf Trab. Gestern Morgen, während der frühen Parolenausgabe (Moma) erschien die Schreckensvision von hintereinandergelegten Flaggen für 6 Balkangebilden (von dem Begriff „Staat“ möchte ich, bis auf Serbien, keinen rechten Gebrauch machen). Mir schmeckte anschließend, nach der Marmelade, das fette dritte Brot, Parmaschinken auf Pane pugliese nicht mehr.
    .
    Die EU will sich, bereit auf dem plan inclinié, das also auch noch antun was einst Großösterreich sich antat? Das kann heiter werden. Vor allem wenn ich an die IS-Absprungbretter und Rückzugsbasen BiH und Kosovo denke.
    .
    Ich frage mich, wer sich von der enterbten europäischen Jugend wie dereinst rachegelüstig und im Siegestaumel auf den Balkan einwaggonieren lässt (18 Mann oder 8 Pferde, mit Kreideaufschrift in Sütterlin vom Kompaniefeldwebel „Siegreich woll´n wir ******schlagen“ falls dort mal, äh ein Kommissions-Kronprinz zu Schaden kommen sollte. Ich will keine Teufel an die Wand malen, aber vielleicht wird es eines Tages eine EU-geführte „Spanisch/griechische/italienische Legion“ geben, bestehend aus arbeitslosen Seelenrotz-Studierten/Innen, mit der Aussicht auf einen Irgendwasmitmedien-Arbeitsplatz (EU-Verwaltung,Verlagshäuser, Museen, Stiftungen, Flüchtlingsbetreuung…..)
    .
    Wenn ich sehe, wie jetzt der Brexit gehändelt wird, ziehen die das mit dem Rest-Balkan durch. Das Kaliber für Warnschüsse an die EU muß noch hergestellt werden.

    • Haben sie es schon vergessen?
      Jene Dame, die von den deutschen Bürgern zur Anführerin gewählt wurde, hat doch unmissverständlich erklärt, wie wichtig es ist, das eine Demokratie „marktgercht“ sein muss. Jedes neue Mitglied macht den Kundenkreis für die Konzerne grösser.
      Man arbeitet da übrigens an allen Frónten! So hat die Bundesregierung als Hintergrund-Programm zur Fussball Europa Meisterschaft:

      „Die Bundesregierung hat weiteren Waffenexporten in Krisenstaaten wie Saudi-Arabien, Pakistan und die Emirate zugestimmt.“

      Süss….. Sozial ist was Arbeistplätze schafft…

      Auch der Weltklima Vertrag, der mit dem witzigen „Versprechen“: Reduzierung der 2 Grad Lösung auf eine 1,5 Grad Lösung, wird heute im Bundestag durchgezogen… Denn im November treffen sich die Herrschaften wieder. Im Laufe der Jahre lernen die dabei alles kennen, was an TouristenZielen wertvoll ist. Diesmal Marrakesch… kann ich nur bestätigen… Im November? Herrlich!

    • Wen soll man denn wählen, TDV?
      Sorry wg blöder rhetorischer Frage.
      .
      Im Ernst, SPD, Gründe, Linke, AfD sind ja wohl keine echten Alternativen.
      .
      Auswandern auch nicht.
      .
      Also Revolution?
      Und wie soll das gehen?
      .
      Ganz Ohr: Hm555

    • Die Partei vielleicht?

    • Sie Witzbold
      Jetzt jammern sie rum, die PResse hätte zu wenig über Europa berichtet in den letzten 20 Jahren.
      .
      Da tun sie dem Sonneborn aber unrecht.

    • Die Partei find ich jedenfalls besser, als nicht zu wählen.
      Da wird der Blödsinn wenigstens auf die Spitze getrieben und dann vielleicht auch noch jeden Tag durch die Medien…
      Nicht wählen stabilisert die, die ich fallen sehen möchte!

    • 555
      Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht ein einziges Mal gewählt… damit warte ich bis ich mal erwachsen bin. Der Vorschlag von Don „Die Partei“ zu wählen, der käme dann in Frage, Sonnenborn als EU Präsident, das wär ein Anfang….

      Aber sie schreiben auch: „Auswandern auch nicht.“

      Darf man erfahren warum nicht? Haben sie denn so gar keine Ahnung davon wie schön dieser Planet ist, vor allem wenn man entweder weit weg von den Blöden, oder unter netteren Menschen lebt?
      „…wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen…“

      Revolution? Wenn sie meinen sie seien dazu berufen als „Gut Mensch“ dem grossen blöden Haufen eine bessere Welt zu bereiten, dann machen sie mal. Nur die, für die sie das machen, die werden die ersten sein, die dann die Polizei rufen. Gute alte Blockwart Tradition…

  63. Danke und Bitte
    Könnten Sie den letzten Satz innerhalb einer Email an sämtliche regelmäßig für faz.net schreibenden Autoren schicken?
    Auch gern um den Zusatz erweitert, dass das Volk, egal wie dämlich, arbeitslos, alt, rassistisch und leicht verführbar einzelne Teile davon sind, der Souverän ist und jede Stimme nicht grundlos exakt denselben Wert besitzt.
    Würde die Qualität so mancher faz.net Beiträge massiv anheben und einige würden wohl gar nicht erst veröffentlicht werden.

  64. Bussi
    Kryptischer Artikelschluss (nicht aufgeführt unter Schlagwörtern) …

    „Bussi“ ???

    Spontane Leserumarmung?
    Virtueller Übergriff?
    Flirtavancen ( http://bussi.at )?
    Klagenfurtbussigesellschaftskritischer Sarkasmus?

    Oder …

    https://www.youtube.com/watch?v=E0TLZPxFM_o

    ?

  65. Wenn ich die
    Verlautbarungen der GEZ-Propaganda-Maschine (z. B. Tagestehmen von gestern, Phoenix-Runde heute) richtig deute, herrscht nackte Panik an den Futtertrögen. Wie da auf die zurückgetretenen „Brexit-Politiker“ eingedroschen wird, ist schon bemerkenswert.
    Wer erinnert sich da noch an G. Schröder, abgewählter Kanzler und jetzt Gashändler oder ein Herr Bangemann, erst in der EU-Kommission und dann Telefonverkäufer; von Herrn Pofalla und Herrn Niebel ganz zu schweigen. Ex-Wirtschaftsminister Müller und bay. Finanzminster von Waldenfels erst privatisieren und dann kassieren. Der Name der Grünin fällt mir nicht mehr ein.
    Alles kein Problem, denn im Unterschied zu den sog. britischen „Brexitlumpen“ haben sich vorgenannte Herrschaften systemkonform verhalten. Die einfachen Leute verarschen und sich selbst bereichern ist erlaubt, solange man nicht die Futtertröge der Übrigen in Gefahr bringt. So schaut es aus.

    Bemerkenswert (unbedingt über die Mediathek anschauen) sind die Tagesthemen von gestern (04.07.2016). Ab der ca. 6:30 Minute wird dermaßen massiv gegen Volksbegehren/-entscheide gehetzt, dass es einem schier die Sprache verschlägt.

    Die hier von Andy Hunter getroffene Feststellung der 50:50 Ergebnisse ist schnell erklärt:

    Früher gab es höchstens 1/4 vom System Abgehängte bzw. – nicht im negativen Sinne – Bodensatz. Die übrigen 3/4 profitierten von den Verhältnissen oder glaubten zumindest daran.

    Heute hat die Hälfte keine Zukunft bzw. Angst davor. Die Arbeitslosenzahlen und die Verschuldungsquote der „einfachen Leute“ ist der beste Beweis.

    Darum stimmten früher 75 % für das System und heute nur mehr 50 %.

    Die nächste (Welt-)Wirtschaftskrise – Italien’s Banken lassen grüßen – wird wieder für klare Verhältnisse sorgen.

    • Propagandamaschine Mutterschiff
      Es ist ja hinlänglich bekannt geworden, dass im Mutterschiff die Brexit-Propaganda besonders auffällig war. Ich meine natürlich, die beinahe stündlich wiederholte Warnung es den Briten gleichzutun. Und welche verheerenden Konsequenzen das haben würde.

      Doch, ich sehe da eine grosse Stoßrichtung. Denn ich habe heute zu zwei Beiträgen durchaus freundliche Kommentare geschrieben, so wie ich das tue, wenn ich gerne möchte dass diese durchkommen.
      Heute hat es nicht gereicht. In beiden wies ich lediglich darauf hin, dass der FTSE in der letzen Woche täglich deutlich gestiegen ist, der DAX eher gefallen.
      So furchtbar schlecht scheint es nicht zu gehen, wenn die Aktienkurse steigen, in London. Der FTSE steht in den letzten Tagen höher als vor der Abstimmung. Das lese ich nur nirgends (Bitte, ja, das gibt es sicher irgendwo am Rande.). Dass der Dax fällt, und heute niedriger ist als vor der Abstimmung, das lese ich schon. Und das liegt ’natürlich‘ am Brexit der bösen Briten.

      Irgendwie wäre es ja schon verständlich, wenn die Redaktionen jetzt regelmäßig ermahnt würden, mit Volldampf auf die Briten einzuschlagen. Kann ich schon verstehen.
      Eine freie Presse macht das nicht aus.


    • nackte Panik an den Futtertrögen
      Da gibt es dann 3 Möglichkeiten: entweder die legt sich nicht, und alles zerrieselt („wird dysfunktional“); oder sie legt sich und entweder drehen sie dann völlig auf, oder – ich glaubs erst, wenn ichs sehe – sie machen endlich, was erwartet wird, das sie tun sollen.

    • Witzig...
      „Die nächste (Welt-)Wirtschaftskrise wird wieder für klare Verhältnisse sorgen.“

      Machen sie sich doch nicht lächerlich…. es wird sich auch danach wieder alles im selben Kreise drehen.

      Die 1% haben ihre Schäfchen im Trockenen, in der Karibik oder Delaware

      Und die anderen werden wie immer kratzen und buckeln um irgendwie die Rechnungen zu bezahlen.


  66. Jaja, die Kulturveranstaltungen mit ihren Gesinnungsritualen. Es bleiben ja auch Sportvereine nicht von dieser Zumutung zu Ergebenheitsadressen verschont.
    Ob Stalin oder Mohammed, Hauptsache man kann die Knie beugen und ein wenig weihräuchern, damit man auch dazugehört. Die dreifachen Rittberger in Logik sind keine Schwierigkeit, wenn man nur fest ans Absurde glaubt und immer fleißig Bussis verteilt.

    In der Kneipe führte es zur Unverträglichkeit mit einem Kulturbetriebsmenschen. Die Handwerker waren von seinem Geschwall genervt. Ich fand sein „Benefiz für Flüchtlinge“ einerseits und sein „lieber fliegen, an der Grenze könnte es Komplikationen geben wegen der Flüchtlinge“ eher schizophren.

  67. Titel eingeben
    @Gebirgler: Das ist einfach zu erklären. Der Pöbel sitzt bei uns oben. Wir hatten hier in Dussel´s Dorf mal einen Oberbürgermeister, der so unglaublich dämlich war, dass die Bevölkerung in ihrer Not einen zugereisten schwäbischen Sozialdemokraten wählte. Der so unglaublich dämlich ist, die Tour de France nach Dussel´s Dorf zu holen. Mit Millionen ungeklärter Sponsorengeldern, d.h. der Bürger bezahlt es.
    Ich war vor einem Jahr mal in boarisch Schwagen, bei Günzburg in der Ecke weiter südlich. Da wurde uns der CSU-EP-Parlamentarier präsentiert, der im EU-Verkehrsausschuss für Recht und Ordnung sorgt. Der gute Mann war gnadenlos inkompetent. Er weigerte sich auch, Gegenargumente überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Übrigens in Anwesenheit der Cracks der europäischen Lkw-Fachpresse. Die ist mit ihm dann Schlitten gefahren und er ist wohl in der CSU jetzt weiter hinten einsortiert. Als ich das miterlebt habe, stand für mich fest: der Pöbel klebt oben. Auch wenn Erzreaktionär ThorHa das andersherum sieht.

    • Witzbold. Woher kommen nochmal die heutigen Funktionseliten, na?
      Vorschlag speziell an Sie: Bewerben Sie sich doch einfach mal selbst um ein Mandat. Und lassen sich danach von jedem Indernet-Deppen ganz braun als „inkompetent“ outen.

      Ich habe mir – trotz gelefentlicher Ausfälle – den Respekt vor denen bewahrt, die sich ein Mandat überhaupt noch antun. Ich tät´s nicht, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum (persönlichen) Nutzen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  68. NAME DER GRÜNIN
    meinen sie etwas die hübsche Gunda Röstel aus dem freistaat Sachsen……..aus der stadt am Sachsenring……………
    ja, tolles karrieremanagment, gratuliere !

  69. Seasteader
    Der Brexit als Beginn einer Trendumkehr?

    Sezessionismus war bislang nicht viel mehr als ein Thema für die nostalgische Rechte und ein paar Libertarians, bzw. NRx-er aus dem Silicon Valley. Letztere träumen von rivalisierenden Stadtstaaten, die wie Unternehmen geführt werden. Statt politischer Rechte und einer für illusionär gehaltenen volonte generale wird mit den Füßen abgestimmt. Man bewegt sich im Raum, wie im Netz. Diese Staaten sind ein bischen so, wie Aristokratien ohne leibeigene Bauern, dafür mit freien Handwerkern und Fahrendem Volk …

    Ich unterstelle den Briten freilich keine politischen Utopien, die sie bewusst anstreben. Die Un-UK ist sicherlich nicht in ihrem „Interesse“, eher eine selbst herbeigeführte Situation, die eine positive Ideologie benötigt, einen Zukunftsvektor nach dem Rücksetzter.

  70. Werte Tamarisque, Plutonomie beschreibt das Phänomen, über das sich ....
    …. jetzt schon Investmentbanker sorgen!
    .
    http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/analysten-einer-us-bank-warnen-die-mittelschicht-in-den-industriestaaten-ist-der-verlierer-der-globalisierung_H1686912206_293640/
    .
    Die Superreichen und die Mittelschicht in den Schwellenländern sind die Gewinner.
    .
    Dieser kapitalistische Schulterschluss half mehr als jeder Entwicklungshelfer, der mal irgendwo einen Brunnen bohrte. Den einen hilfts, die anderen gucken dumm …und konsumieren gegen das Frustrieren ggf. auf Kosten der Allgemeinheit.

    • Migranten müssten ganz offiziell diskriminiert werden - das sagt ein Ökonom in der NZZ
      http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/branko-milanovic-interview-einkommen-migranten-muessten-diskriminiert-werden-ld.104023
      .
      Ein Ökonom in der NZZ:
      Migranten müssten gegenüber Einheimischen rechtlich diskriminiert werden. Ganz offiziell. Man könnte ihnen zum Beispiel nur eine befristete Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung geben. Sie müssten nach drei, vier Jahren wieder in ihr Land zurück. Man sollte den Migranten höhere Steuern aufbürden als den Einheimischen und ihnen sicher nicht die gleichen Bürgerrechte geben, zumindest nicht zu Beginn.
      .
      Und was macht Ihr in DE?
      .
      Vorzugsbehandlung und Anpassungsdruck für die heimische Bevölkerung – wen wundert dann der Rechtsruck?

  71. FAZ hat immer noch keinen Brexit-Befürworter zu Wort kommen lassen
    Nur in einer Reportage ein paar reumütige Alkis aus Nordengland, die sich pfllichtschuldig über die Lügner empören, die sie in die Irre geführt haben.
    .
    Auf SPON durfte ein Engländer für seine verbohrten Landsleute um Vergebung bitten, nachdem er gleich anfangs betont hat, wie berechtigt der Spott und die VErachtung sind, die wir jetzt für sein Land empfinden.
    .
    Oder hab ich was übersehen?

    • Richtig
      Ich hatte das a.a.O. vermerkt, und nun einen weiteren Anlauf gemacht, in die offene Kommentarfunktion des Beitrages ‚Brexit-Beschluss bringt britisches Finanzsystem in Gefahr‘ und nur in 2 Sätzen geschrieben, wie sich FTSE und DAX entwickelt haben. Ohne Wertung.
      Auch dieser dritte Versuch wurde gnadenlos (s)einer Endlösung zugeführt.

      Die FAZ mag einer Stiftung gehören, und ganz diverse Anschauungen der Redakteure im Ressort Politik haben, in dieser Frage wird sie offenbar ganz stramm geführt.

      ‚Befürworter‘ wäre ja noch ein Schritt weiter als darauf hinweisen, wie FTSE und DAX sich entwickelt haben, z.B. im letzten Monat.

    • Titel eingeben
      Das ist doch bei Ihnen dieselbe Rosinenpickerei wie allerorten: Johnson und Farage sind Brexiteers, sind reichlich zu Wort gekommen (remember 350 Mio Pfund –> NHS?) und haben die Biege gemacht.
      Jetzt sollen FAZ und SPON (vulgo: die Lügenkresse) daran schuld sein, dass kein „Leave“-Aktivist mehr da ist, der mehr kann als Fahnen zu schwenken? Aber doof nennen soll man die Leute ja bitte auch nicht…..

      Verlinken Sie doch einfach mal einen qualifizierten Leave-Befürworter (gerne auf englisch), der mehr als Grütze zu bieten hat zum Thema „Was nun?“ Und wenn Sie keinen kennen, dann bitte mal in Erwägung ziehen, das man da auch geradeaus denken könnte: Vielleicht gibt es einfach keinen?

    • @HansMeier555
      Sie übersehen, dass der Brexit eigentlich im höchsten Maße dazu geeignet ist, die offenkundigen Defizite wie Unfähigkeit, die eigenen Außengrenzen zu sichern, ungewünschte Migrationseffekte innerhalb der EU, ökonomische Blasen innerhalb der EU, Divergenz der Euro-Wirtschaften bzw. inhärente Instabilität der Euro-Zone, unerwünschte Aufgabe nat. Souveränität, Bürokratie, etc. in das Bewusstsein von mehr EU-Bürgern zu rücken.
      Es könnte ja ein Denkprozess einsetzen. Dementsprechend gilt der Narrativ „EU = gut und Briten = doof“ solange wie ernsthaftes Risiko dafür besteht.
      Und wie fast immer, ist das nichteinmal ein gesteuerter oder bewusster Medienprozess. Nachdem in etwa 80% aller Medienschaffenden unfähig und / oder unwillig sind, einen kritischen Gedanken zu entwickeln und schlicht nachplappern / abschreiben (Qualitätsmedien eben), verstärkt sich der Effekt der Einseitigkeit von allein.

    • Die Mutterschiff Kündigung ...
      …habe ich bislang nicht bereut. Bekomme die Zeitung noch bis Jahresende.
      Die Berichterstattung zum Brexit passt da ins Bild.

    • @Osmin
      Genau das ist halt die Haltung, mit der man irgendwann am Betonpfeiler klebt.
      .
      !Apropos
      .
      „Das letzte Mal, als ich die Jugend so heulen sah, war nach dem Tod von Lady Di“.
      .
      Der Spruch kam von einem Brexiteer und war wenigstens witzig.

    • 555
      Der kleine Unterschied….

      Bei der BBC gab es bisher drei Programme in denen die Brexit Befürworter zu Wort kamen, zB hier

      https://eztv.ag/ep/151325/panorama-2016-why-we-voted-to-leave-720p-x264-hdtv/

      BITTE, DRINGEND, nur runterladen wer ein VPN benutzt!!!

    • @HansMeier555
      Genau was? Dass man auch mal geradeaus denken könnte?

      Wir können gerne Unfallmetaphern austauschen (jetzt käme dann als Entgegnung irgendwas mit Kurven), aber ob das so witzig ist?

      Ich halte für mich mal fest: Die hochqualifizierten Beiträge von britischen Brexitbefürwortern zur Post-Brexit-Strategie existieren irgendwo im Universum, aber die böse Lügenkresse bringt sie nicht und die Kenner dieser Beiträge mögen ihr Wissen nicht teilen.
      Sei’s drum. Die Strategie ist ja ohnehin nötig und gefragt, ob sie jetzt vorher publiziert wird oder nicht. Glaub ich einfach mal dran, dass es sie gibt…für den gesunden Schlaf sicher besser.

    • > The european.
      „Großbritannien hat sich derlei einfach nicht mehr bieten lassen, zumal die Tendenz eindeutig absteigend ist, was die EU angeht.“

      http://www.theeuropean.de/hans-martin-esser/11098-juncker-und-schulz-personale-fehlbesetzung

    • Zum European-Artikel
      Nett. Nur: Kein einziges Wort zur Post-Brexit-Strategie bzw. zum konkreten politischen und ökonomischen Plan ohne EU.

      Dass Leute darüber schreiben, wen sie alles nicht leiden können, das hatte ich nicht bezweifelt.

  72. Hü und Hott und andere desaströse Entwicklungen
    Jetzt soll laut Juncker über CETA und TTIP also doch wieder durch die Parlamente entschieden werden? Weiß Juncker eigentlich noch was er will? Herrscht in der EU die totale Planlosigkeit? Oder ist es doch so, daß die EU nur Feigenblatt und Sündenbock der nationalen Interessen ist?

    Was mich daran am meisten wundert, ist, daß Abgeordnete über etwas entscheiden können sollen, von dem sie keine Ahnung haben. Das war ja schon bei ESM und ESFM so. Ist das Demokratie, wenn ohne Sachkenntnis nach Vorgabe der Regierung bzw. Parteiführung abgestimmt wird? Von wem wird das Volk denn dann vertreten?

    So gesehen wären Plebiszite doch sicherlich die bessere Wahl. Mir scheinen die Bürger oftmals besser informiert als ihre Volksvertreter. Vor allem aber wäre es mit der Geheimniskrämerei dann wohl deutlich schwieriger, wenn nicht mehr am Volk vorbei entschieden werden könnte.

    Allerdings, das ist mir beim Thema Glyphosat bewußt geworden, können Plebiszite auch sehr schwierig werden. Denn während bei CETA und TTIP die Paralleljustiz immer zu einer Ablehnung führen müßte, fehlen bei Glyphosat zumindest bis jetzt neutrale und objektive Informationen, mangelt es an Glaubwürdigkeit der Informanten, läßt auch die scheinbare Alternativlosigkeit keine vernünftige Entscheidung zu.

    Wozu, frage ich mich auch, wurde eigentlich die gelbe Tonne eingeführt? Wozu zahlen und trennen wir eigentlich, wenn die Meere bald mehr Plastik als Fische enthalten? Wenn Plastik und auch Glyphosat fester Bestandteil unserer Ernährung werden – auch bei BIO-Lebensmitteln.

    Völlig absurd auch die Endlagersuche. Der teuerste Strom aller Zeiten wirdd immer teurer und die Probleme der Atommüllentsorgung sind immer noch unlösbar. Denn wer glaubt wirklich daran, daß der Müll für eine Million Jahre sicher verbuddelt werden kann, daß die Behälter so lange halten, daß so lange geologische Stabilität herrscht.

    Die Zukunft der EU soll flexibler gestaltet werden, die Wirtschaft soll abgetrennt und für jeden Staat einzeln betrachtet behandelt werden. Eine Flut von Verträgen und weitere Ungerechtigkeit und Ungleichheit wird das Ergebnis sein. Neid und Mißgunst werden so erzeugt, ob der EU das helfen könnte? Nun ja, es könnte ihr Ende durchaus beschleunigen. Und kein Wort zum Euro, der Wurzel allen Übels bei wirtschaftlich so unterschiedlichen Staaten. Kein Wort mehr zur Schaffung gleicher Lebensverhältnisse, sozialer Standards, Schuldenunion usw., kein Wort mehr zu mehr Europa und darüber, wie sich die Europäer ihre Zukunft denken.

    Fehlentscheidungen politischer Eliten so weit das Auge reicht, oft gegen das Volk erzwungen. So manches davon wäre durch Plebiszite zu verhindern gewesen.

    • Ich sehe da schon eteas länger keinen Plan mehr. Das aktuelle grosse Risiko ist aber das schwindende eigenkapital der Banken und ihr Niedergang. Monte de Paschi ist nicht irgendeine Regionalbank, daran hängt halb Italien. Wenn da etwas schief läuft, kommt es zum nächsten Bank Run.


    • Nun ja, es sollen ja mal wieder nur zwei bis drei Milliarden nötig sein, das wird der italienische Staat mit Hilfe der EZB und an allen entgegenstehenden Regeln vorbei schon schaffen. Insgesamt betragen die faulen Kredite ja auch nur ca. 25 Milliarden Euro, das sollte schon zu schaffen sein.

      Die Frage, die sich hier erneut stellt, ist, ob es wirklich Sinn macht, private Verluste zu sozialisieren. In meinen Augen sollte man derartige Fehler nicht zum System erheben. Denn dadurch wird es ja nicht besser. Die Verluste sollten schon dort bleiben, wo sie entstanden sind. Ansonsten kann kein Lerneffekt bei den Zockern eintreten und das Ganze wird zu einer endlosen Geschichte.

      Die Blase wird doch so oder so platzen, je früher, desto kleiner die Blase, desto geringer die Folgen, desto besser. Oder täusche ich mich da?

    • Monte de Paschi
      Werter Don,
      Monte des Paschi ist ja schon länger ein Thema und es ist wohl jedem der es wissen will, bewusst was an dieser Bank in Italien alles dranhängt. In der hiesigen Presse liest man ja immer, dass es ein Versäumnis des italienisches Staates ist, nichts gegen die faulen Kredite bei den italienischen Banken getan zu haben. Wie sehen Sie das? Konnte, wollte oder durfte man an dieses Problem nicht ran?

    • Das Problem liegt noch erheblich tiefer in der Sieneser Mafia, die die Bank lange Jahre gemolken hat. Zig Jahre Fehlentwicklung auf den Staat abwälzen ist etwas billig, denke ich. Aber angesichts von Commerzbank und Deutscher Bank wäre ich da als Deutscher nicht zu laut. Nichts garantiert uns, dass da in einem Jahr nicht auch etwas Böses des Weges kommt.

    • TBTF
      Nunja, was die Banken und insbesondere die Situation der Deutschen Bank angeht, gibt es schon seit Jahren üble Vorhersagen, etwa von den üblichen Weltuntergangstheoretikern bei „zerohedge“ – würde mich nicht wundern, wenn die dann am Ende doch irgendwann mal mit etwas Recht haben.

      Ihrem Argument, lieber Don, dass man mit Blick auf DB und Commerzbank hier vorsichtig sein sollte, vermag ich mich aber nicht anzuschließen.

      Der Unterschied liegt darin, dass der italienische Staat nur deswegen seine Banken zu retten wirtschaftlich noch in der Lage ist, weil die EZB fleißig weiter italienische Anleihen kauft und so die Zinsen drückt, während der deutsche Staat zur Rettung seiner Banken auch sonst in der Lage wäre. Hier gilt also der alte Spruch: wenn zwei das gleiche machen, ist es noch lange nicht dasselbe.

      Und dass Renzi nun um seines politischen Überlebens Willen den an sich vereinbarten „Bail-In“ (d.h. Beteiligung der hauptsächlich italienischen Sparer am Verlust) verweigert und mit Hilfe der EZB als Finanzier doch einen „Bail-Out“ herbeiführt, der dann wirtschaftlich mit 27 % zu Lasten der Bundesbank geht, das vermögen hierzulande unter den Wählern allenfalls 1 % nachzuvollziehen. Man mag es also drehen und wenden wie man will: „Too Big To Fail“ gilt immer noch.

      Wenn aber
      (i) in 5 – 10 Jahren die ersten Lebensversicherungen hierzulande pleite gehen, weil ihr Geschäftsmodell mit den Vertriebskostenstrukturen schlicht nicht mehr rentabel ist, wenn
      (ii) danach das Wahlvolk feststellt, dass man für die ganzen schönen Exportüberschüsse dieser Jahre nur Forderungen gegen die Bundesbank erhalten hat, die ihrerseits nur durch Target II-Salden gegen andere Zentralbanken gedeckt sind, für die man sich nichts kaufen kann, denn auch nackten Zentralbanken kann man nicht in die Tasche greifen, wenn danach
      (iii) die Wähler feststellen, dass das umlagefinanzierte Rentensystem demografiebedingt doch leider nicht so leistungsfähig ist, wie uns das derzeit mit Mütterrente und Rente ab 63 suggeriert wird,
      ja dann könnte es vielleicht doch noch „ungemütlich“ werden.

      Aber es ist unwahrscheinlich, dass sich mehr als die oben schon erwähnten 1 % der Wähler dann noch die Frage stellen werden, warum denn die Gläubiger von MPS in Italien ihren vollen Bail-Out bekommen haben. Und hoffentlich ist es ebenso unwahrscheinlich, dass sich mehr als diese 1 % dann die Frage stellen, welche historisch erprobten Möglichkeiten es zur Durchsetzungen von Target II-Saldenforderungen gegen ausländische Zentralbanken noch so gibt ….

    • Zerohedge ist amüsant ....
      … aber hatte bisher selten irgendwas für mich Verwertbares produziert.
      .
      Mich nervt dort das O-Mama Bashing, aber was soll ich sagen, ich klopp hier auch auf Mutti ein, als gäbs kein Morgen oder keine Alternative oder wasn nu?

    • Also ich bin bei Monte dei Paschi ebei 0,386 ingestigen ... liege derzeit nicht vorne ...
      … aber das sollte ja auch meine private Spende an bella Italia sein!
      .
      Bei 0,19 verdoppel ich – und hoffe aucf Italo-Alternativloso-MaRe.

    • Aber OM....
      „Die Frage, die sich hier erneut stellt, ist, ob es wirklich Sinn macht, private Verluste zu sozialisieren…..“

      Da helf ich gerne… private Verluste von mir oder meinen Freunden müssen selbstverständlich sozialisiert werden, die anderen selbstverständlich nicht.
      Da sie ja weiter oben so eindrucksvoll widerlegt haben, dass die Dummheit der wählenden Massen nicht existiert, sondern nur mein Vorurteil ist, muss die von der Weisheit des Volkes gewählte Regierung Merkel mit ihrer Entscheidungen diesbezüglich doch Recht haben.

      „Die Verluste sollten schon dort bleiben, wo sie entstanden sind.“

      Aber das tun sie doch, oder? Die Bürger, Wähler, Steuerzahler haben die Entscheidung beim Kreuzchen Machen getroffen, also bleiben die Verluste auch an denen, den Verursachern, hängen.

    • @Köstlich
      Da das bei ZH alles Libertäre, Goldstandardfanatiker und Fiat-Money-Skeptiker sind, müssen die natürlich gegen das Establishment anschreiben, das sind derzeit nunmal Obama und Clinton. Und 2/3 der Foristen dort würde man nach hiesigen Maßstäben unschwer als Rassisten und Nazis einordnen (auch wenn diese das sicherlich im Brustton der Überzeugung von sich weisen würden). Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man die Seite liest.

      Gleichwohl findet sich dort immer mal wieder etwas, was dann erst deutlich später hier in den Medien auftaucht. Wer mag, google mal: „zerohedge“ „deutsche Bank“ und „elephant in the room“ – (aber vor dem Aufrufen des entsprechenden Links besser Javascript deaktivieren…).

      Erst jetzt, 2 Jahre später war zu lesen, dass auch der IWF die Deutsche Bank für das größte systemische Risiko hält. Ganz so daneben lag ZH also offenbar nicht. In jedem Fall wird es spannend, wenn Renzi hiermit jetzt die Mutti zu erpressen versucht.

      Ob man diese Art von Nachrichten aber als Grundlage für eigene Investitionsentscheidungen nehmen sollte, da mache ich mal ein großes Fragezeichen hinter…..

    • Daß Sie mir zustimmen, TDV, kann ich nicht glauben.
      Daher gehe ich mal davon aus, es sollte heißen: „… eindrucksvoll widerlegt haben, dass die Dummheit der wählenden Massen [nicht] existiert …“.

      Der Wähler, TDV, kann immer nur das aus seiner Sicht kleinere Übel wählen. Und da spielen einzelne von der Regierung zu erwartende Entscheidungen eher eine untergeordnete Rolle, solange die grobe Gesamtrichtung stimmt. Es ist nicht an mir, die Wahlentscheidungen anderer zu kritisieren, auch nicht bei Plebisziten. Daß ich mir etwas anderes gewünscht hätte, steht dem nicht entgegen.

      Weder Wähler noch Politiker halte ich grundsätzlich für dumm. Bei Politikern unterstelle ich Vorsatz, zumindest bei denen, die Entscheidungen treffen. Daß dabei auch mal etwas Dummes herauskommt, ist halt so, gilt auch für Plebiszite. Was ich kritisiere ist, daß erkannte Dummheiten nicht beseitigt werden. In Japan, wo der Gesichtsverlust droht, ist das ja noch nachvollziehbar, aber hier?

      Sie wissen doch, wer viel arbeitet, macht viele Fehler und nur wer nicht arbeitet, macht, auf die Arbeit bezogen, keine Fehler. Manche Fehler sind vermeidbar, andere nicht. Fehler nicht zu beseitigen, das ist der größte vermeidbare Fehler. Aber Dummheit ist das eben nicht.

      Wen hätten die Wähler nach Schröder denn wählen sollen? Die SPD? Die Linke? Die Grünen? Die FDP? Die Piraten? Die AfD? Die Wähler haben sich für das kleinere Übel entschieden, so muß man das wohl sehen. Sie hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera. Eine echte Alternative gab und gibt es nicht. Daß die „große Koalition“ von nicht einmal der Hälfte der Wahlberechtigten gewählt wurde, sei auch noch erwähnt. Ein ganz schlechtes Zeichen für die „Demokratie“.

    • @SchallundRauch
      Trotz aller Beobachtungen, die auch der gemeine Bürger
      machen kann, soll weiterhin daran festgehalten werden,
      dass von der demografischen Entwicklung eine
      Gefahr für die Sozial-und Rentensysteme ausgeht.

      Die einzige Gefahr ist hohe Arbeitslosigkeit, da nützt eben
      auch die tollste Demografie nix.

      Am besten kann man es ja auf dem afrikanischen Kontinent
      sehen, deren Alterssicherung ( viele, viele Kinder ) funktioniert
      auch nicht, wenn für die Vielen keine Erwerbsmöglichkeit
      gegeben ist. Sie in reichere Länder emmigrieren müssen, die
      dann auch keine Verwendung für sie haben.

    • Titel eingeben
      „Und kein Wort zum Euro, der Wurzel allen Übels bei wirtschaftlich so unterschiedlichen Staaten. Kein Wort mehr zur Schaffung gleicher Lebensverhältnisse, sozialer Standards, Schuldenunion usw., “

      Wozu auch. Jedes einzelne, derzeit aktuelle Thema paßt sich nicht erst seit gestern bestens ein in die offenkundige Gesamt-Strategie. Schreiberlinge dazu gibt es ebenfalls. Nicht viele, aber immerhin, es gibt sie. Selbst in Amiland.

      SOO kompliziert ist das doch alles gar nicht bei gerade mal 3 – in Worten – d r e i – Global Playern, die um Ausweitung oder Erhalt ihrer „Einfluß-Zonen“ kämpfen. Alle anderen sind mehr oder weniger freiwilliger Flankenschutz. Kein Grund also, sich allzu wichtig zu nehmen. btw: Wieso tun eigentlich alle wieder so, als hätte es die 3-Buchstaben-Affäre nie gegeben. Nix gelernt daraus, wer hier das Sagen hat? Warum nicht?

      btw. 2: Volksabstimmungen? In Deutschland? Zu den Truppenvertrag tangierenden Fragen? Gesetze, Verträge und diplomatische Noten gelesen? Nein?

      Dann aber wenigstens Brehms Tierleben? Auf den Seiten von Hase & Falke vorzugsweise? Auch nicht? hm….

      Bei den Übersee-Veteranen vielleicht mal nachgelesen? Dort munkeln sie schon länger von einem Putsch …

      Auch nicht? Tja dann.

      Scotty!! Beam me up!!

      vg

    • -drei- Global Player?
      Ich denk ich les nicht richtig.

      Ich kenne nur einen -die EU – . Sonst würden die ganzen
      Scharaden, die abgezogen werden, doch keinen Sinn
      machen.
      Die weltbeherrschende Stellung Europas liegt solange nun auch
      nicht zurück und währte einige Jahrhunderte. Das amerikanische
      Jahrhundert – 100Jahre.
      Da hilft kein Feixen.

    • @Schall und Rauch...
      Man möge mir verzeihen, aber die Paschi Bank Story interessiert mich als Nicht-Betroffenen nicht gross, aber anscheinend kann es sich zu einem wirklichen Problem auswachsen?

      Nach ein wenig reinlesen scheint es, dass die Italiener die Bank mit Steuergeldern retten wollen (und zwar nicht nur den eigenen), während die Deutschen, anders als bei ihren eigenen Banken, dagegen sind?

      Stimmt dies:
      „Ein anderer Grund für den Ruf nach einer gemeinsamen Lösung in Europa dürfte darin liegen, dass es in Italien um weit höhere Summen geht, als offiziell zugegeben wird. Allein die italienischen Banken sollen offiziell 150 Milliarden Euro benötigen. Banken-Experten haben für die Deutschen Wirtschafts Nachrichten ausgerechnet, dass diese Summe nicht reichen wird: Sie rechnen mit 565 Milliarden Euro. Und sagen, dass auch diese Summe noch steigen könnte – bis auf 1.000 Milliarden Euro. Völlig unklar ist außerdem, inwieweit ausländische Banken aufgrund der geschäftlichen Verflechtung mit italienischen Geldhäusern im Risiko stehen.”

      Und bei einem Bail-In in Italien drohen massivste Proteste, weil nicht unbedingt Hedge Fonds betroffen zu sein scheinen, sondern Krethi und Pleti?

      Vreglichen mit Brexit, Dexit, Frexit oder Nexit klingt Itexit nicht mal besonders gut…..

    • Ausreden, Ausreden...
      „Wen hätten die Wähler nach Schröder denn wählen sollen? Die SPD? Die Linke? Die Grünen? Die FDP? Die Piraten? Die AfD? Die Wähler haben sich für das kleinere Übel entschieden, so muß man das wohl sehen. Sie hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera.”

      Ausreden, Ausreden, Ausreden….

      Nichts davon interessiert mich. Wähler wählen immer das, was ihnen 5 Euro mehr im Geldbeutel pro Monat mehr verspricht.
      Mit der Wahlteilnahme legitimiert man diese Politiker, und so muss man wie es aussieht in nicht allzu ferner Zukunft die Konsequenzen tragen.
      Die Wähler hatten eben NICHT nur „die Wahl zwischen Pest und Cholera.” Sie hatten die Wahl NEIN zu sagen, warum sollte ich Mitleid mit Leuten haben die sich mit solchen Figuren gemein machen? Nach Willi Brandt und ein paar Leuten (zu Beginn) der Grünen sehe ich da niemanden, mit dem ich je was zu tun gehabt häte….

      Was ist denn so schwer daran zu erkennen, dass jemand der sich zwischen Pest und Cholera entscheidet, dann halt auch tatsächlich ENTWERDER Pest oder Cholera bekommt???? Nun, wer meint in so einem Staat ein guter, braver Staatsbürger sein zu müssen, der kann sich ja mit solchen Krankheiten an seinen Hausarzt wenden… Ihr habt euch das alles redlich verdient!

    • @TDV
      Lieber TDV,

      ich bin da von einem Fachmann weit entfernt, aber wenn ich das richtig verstehe, haben die italienischen Banken zumindest 200 Mrd. ausfallende und weitere 150 Mrd. ausfallgefährdete Kredite (neuere Zahlen mögen noch höher liegen…).

      Ich habe mich jedenfalls schon gewundert, warum Renzi bei dem Post-Brexit-Treffen von AM und FH in Berlin plötzlich dabei war (ein ziemliches Novum, dass die beiden Klassensprecher den Italiener in ihrem Sandkasten mitspielen lassen), aber rückblickend betrachtet ergibt das natürlich Sinn – vermutlich wollte er um Zustimmung zu seinem Bail-Out werben.

      Merkel verweigerte sich dem und verwies darauf, dass nach den neu beschlossenen Regeln für Bankenrettungen der Bail-In gilt, d.h. die Beteiligung der Sparer/Gläubiger an den Kosten von Bankenrettungen.

      Renzi, der im Herbst eine Verfassungsreform plant, fürchtet aber wohl, dass er diese nicht durchbekommt, wenn die italienischen „Kleinsparer“ Verluste aus einer Bankenrettung tragen müssen und dann protestwählen (nebenbei: M5S liegt in den Umfragen in Italien schon vor der PD).

      Daraufhin verweist Renzi kürzlich darauf, dass die Exposure der (von ihm natürlich nicht namentlich genannten) Deutschen Bank aus Derivatgeschäften ein viel hundertmal größeres Risiko darstelle.

      Schauen wir uns also mal an, was er damit meinen könnte:

      Laut Zerohedge (Link kann wie bereits beschrieben gefunden werden) hatte die Deutsche Bank Ende 2013 Derivatgeschäfte in Höhe eines Nominalbetrags von nominal 75 Billionen USD (engl. 75 Trillion, d.h. 75.000 Milliarden) in ihren Büchern; diese Angabe bezog sich auf den damaligen Wechselkurs und stand in EUR bei 54 Billionen (engl. 54 Trillion, d.h. 54.000 Milliarden, laut Zerohedge in etwa des 20-fache des deutschen GDP).

      Natürlich ist das nicht ein Verlustrisiko, sondern die Derivatgeschäfte laufen teils gut und teils schlecht und ihnen stehen häufig Gegengeschäfte gegenüber, die Verluste ausgleichen, so dass sich aus der Gesamtheit dieser Geschäfte Ende 2013 – aus Sicht der Deutschen Bank – genettet ein positiver Wert aller Positionen ergab (neuere Zahlen habe ich nicht nachvollzogen).

      Diese Geschäfte sind aber, soweit sie nicht besichert sind, nichts anderes als Forderungen gegen andere Marktteilnehmer (Banken, Hedge Fonds etc.). D.h. die Deutsche Bank trägt hier im Zweifel das Bonitätsrisiko derjenigen Parteien, mit denen sie solche Gegengeschäfte zur Absicherung ihrer eigenen Verbindlichkeiten abgeschlossen hat.

      Und an der Stelle kommt nun die Frage auf, wie viel die Positionen der Deutschen Bank noch Wert sind, wenn in Italien die Banken kippen. Renzi wird mit seiner Äußerung (oder „Drohung“, falls Ihnen der Begriff passender erscheint) dahingehend verstanden, dass die Deutsche Bank aufgrund ihrer Derivate selbst umfallen könnte, wenn der italienische Bankenmarkt kippt. Die Kursentwicklung der Deutschen Bank indiziert, dass auch der Markt offenbar davon ausgeht, dass das Schicksal der italienischen Banken für die Deutsche Bank von Bedeutung sein kann.

      Natürlich kann es sein, dass das ganze nur eine weitere Weltverschwörungstheorie der Fanatiker auf ZH ist und sich die Risiken niemals in solchem Maße realisieren, dass der deutsche Bankensektor umfällt – ich bin sicherlich nicht in der Lage, derlei selbst zu beurteilen. Aber einen gewissen Unterhaltungswert kann ich dieser Verschwörungstheorie zumindest nicht absprechen…

      Zurück zur politischen Bühne: Wir haben hier einen Hebel, mit welchem Renzi Merkel und die EZB dazu bringen will (und vermutlich wird oder schon hat), seinem Bail-Out zuzustimmen, der dann natürlich faktisch über die EZB (QE) finanziert wird. Und in dem Fall wäre es eben nicht so, dass uns Monte de Paschi nicht betrifft – denn die Bundesbank zahlt dies zu 27 % mit.

      Bei der Gelegenheit: wann haben Sie zuletzt geschaut, wo die „Fieberkurve“ der Euro-Krise, nämlich die Target II-Salden bei der EZB, aktuell steht? Ein Tip: schon seit einiger Zeit sinkt das deutsche Saldo nicht mehr.

      Lehnen wir uns also zurück und schauen uns an, ob nicht Renzi doch seinen Bail-Out bekommt und, falls nicht, wie lange er dann noch im Sattel bleibt (zur Einstellung der M5S betreffend den Euro hat der Hausherr dieses Blogs ja schon an der einen oder anderen Stelle etwas geschrieben)…

      Mit besten Grüßen aus dem Rheinland
      SchallundRauch

    • TDV?
      Ausreden kann ich nicht erkennen. Sind Sie gegen Wahlen? Wen möchten Sie denn legitimieren? In der parlamentarischen Demokratie ist auf Bundesebene ohne Plebiszite der Wähler wie der Nichtwähler immer davon abhängig, was die Gewählten nach der Wahl machen. Einfluß hat er nunmal nicht. Wahlen auf Bundesebene sind somit relativ sinnlos und haben mit Demokratie nicht viel zu tun.

      Das hat doch mit Ausreden und braven Staatsbürgern wirklich nichts zu tun. Machen Sie doch mal einen Vorschlag, wie Sie sich eine Demokratie vorstellen oder wen Sie denn wählen würden, von dem sie annehmen, daß es dann anders und besser wäre.

    • Don.... OM..... Schall und Rauch
      @Don und @ OM

      Mein Beitrag vom
      “8. Juli 2016 um 01:50 Uhr Ausreden, Ausreden…“ erschien eigenartigerweise unter Otto Maiers Namen, an den er gerichtet war… kann man das ändern, falls man muss?

      Und OM:

      Nun haben bereits mehrmals kritisiert, das ich die Masse für blöde halte und diese Tatsache für den Grund aller politischen Probleme halte… und jetzt kommen sie daher und stellen ausgerechnet mir, der ich doch klar gemacht habe dass ES NICHTS GIBT, NICHTS GEBEN KANN! die Frage, wie man das Problem lösen kann: „Machen Sie doch mal einen Vorschlag, wie Sie sich eine Demokratie vorstellen oder wen Sie denn wählen würden, von dem sie annehmen, daß es dann anders und besser wäre.”

      Man kann den Saftladen beobachten, „Aha!“ sagen, und dann seine Konsequenzen daraus ziehen. Wie sagen die Bremer Stadtmusikanten noch mal? „Etwas Besseres als hier finden wir immer!“
      Machen sie da „etwas weniger schlechtes“ draus und schon haben sie es. Die Beschreibung: „Pest oder Cholera“ stammt von Ihnen! Wenn sie meinen es gäbe nirgends besseres, dann aber bitte nicht, wie man das in DE ja so gerne tut jammern, wenns anfängt zu krachen. Ich sehe das so:

      Die Weltwirtschaft gerät gerade tiefer und tiefer in einen Strudel. Wenn ich mir die Geschichte der Neuzeit anschaue, dann hab ich dort für ein solches Problem, ab einem gewissen Grösse, nur unangenehme Lösungen gefunden: Einen Krieg! Eine Währungsreform! Goldbesitzverbot! und Ahnliches. Keinen Fall habe ich gefunden in dem die Besitzer der Abermilliarden um einen Teil dieser erleichtert worden sind, um damit Volk und Demokratie zu retten
      Zur Erinnerung: Bei der Abschätzung wann eine Abreise bei solch extremer Zuspitzung der Lage „rechtzeitig“ ist, darf man übrigens nur auf einer der beiden Seiten irren.
      Fragen sie 6 Millionen Juden…

      @Schall und Rauch

      Danke, da habe ich es ja recht gut verstanden.
      Ich habe mit dem ganzen ja nicht viel mehr als dem Wechselkurs des Euro zum Yen zu tun, und da ich mein Geld vor ungefähr einem Jahr in Letztere umgewechselt habe und fast wie Ackermann 25% Eigendingsbums Rendite erzielt habe, muss ich halt jetzt den Zeitpunkt abpassen, wann der Euro wieder anfängt zu steigen und da nehm ich die Deutsche Bank als Warnblinkanlage…

      Ich finde es allmorgendlich recht erheiternd, dass die Härteste der Währungen derzeit ausgerechnet die Währung des Landes ist, dessen Wirtschaftspolitik aus nichts anderem als dem Geld-Drucken besteht. Angesichts der Weltwirtschaftslage wächst mein Respekt vor Voodoo Economics, denn Abe-nomics ist nichts anderes, beträchtlich an.

    • Ich schau mal.

    • Erledigt.

    • Ich weiß nicht, TDV,
      ob Kritik immer als Jammern bezeichnet werden sollte. Denn dann könnte man bei Ihnen ja auch ein permanentes Jammern unterstellen.

      Selbstverständlich haben Sie an einem Punkt völlig recht, selbst Revolutionen haben dauerhaft keine Veränderung des grundsätzlichen Übels bewirken können, am Ende haben immer die negativen Eigenschaften der Menschen gesiegt. Allerdings hat das bis vor ein paar Jahrzehnten nicht mehr ganz so negative Auswirkungen gehabt wie zuvor.

      Seit dem Ende der 70er des letzten Jahrhunderts spitzt sich die Lage jedoch wieder deutlich zu, Voodoo Economics fand ich schon recht treffend. Nur, das ist ein globales Problem und kann durch „die blöde Masse“ in Deutschland durch Wahlen nunmal nicht beseitigt werden.

      Die Zeiten, daß alle Räder stillstanden, wenn ein starker Arm das wollte, die sind Geschichte. Nicht, weil das heute nicht mehr möglich wäre, sondern, weil es selbstschädigend wäre. Auf nationaler Ebene ist globalen Problemen eben nicht mehr beizukommen.

      Global betrachtet würde ich die Menschheit auch nicht unbedingt als blöde bezeichnen wollen, aber sie hängt halt immer noch an ihren Nationen. Sie läßt sich zu Kriegen und Wirtschaftskriegen mißbrauchen, folgt Rassisten und Führer/inne/n, statt gemeinsam für eine allen dienliche bessere Welt zu kämpfen. Aufklärung täte dringend Not.

      Doch Aufklärung kann man von den „Eliten“ nun wirklich nicht verlangen, die ja prächtig von Untertanen und Obrigkeitsgläubigen profitieren. Daher setze ich meine Hoffnung auf die zunehmende Vernetzung der Welt, die irgendwann mal dafür sorgen könnte, daß die Menschheit erkennt, daß ihre Interessen deckungsgleich und nur durch globale Zusammenarbeit abseits von Nationen umzusetzen sind. Erst wenn der Streit darum, wer den Größten hat, beendet wird, kann überhaupt etwas dauerhaft besser werden. Nun ja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Erleben werden wir das sicherlich nicht mehr.

  73. Ratten, Schiff, Freudsche Verschiebung
    Farage die Ratte, UKIP das Schiff?
    .
    Nein nein, gemeint war was anderes:
    .
    Europa ist das Schiff und
    Die Ratten die Engländer.
    .
    Durfte man so atürlich nicht sagen.

  74. Ich bekenne
    ich hangelte mich bei diesem Artikel von Bild zu Bild, wie man das als arrivierter Comic#leser# halt so macht. Den Text las ich als Füllsel und so ging mir glücklicherweise das Betonale in der Endführung nicht verloren und jener denkwürdige Satz, daß die Demokratie v.a. ein Formalismus zur Begrenzung der Macht ist. Ich bin mir nicht sicher, wer unserer derzeitigen *Politiker * diese erschütternde Weisheit noch verstehen kann. Konrad Adam sang dieser Tage übrigens dieselbe Melodie (Mehr Mißtrauen wagen! , junge Freiheit)

  75. OT, hat sich Merkel eigentlich für ihren Brief in der Washington Post
    vom 20.2.2003 entschuldigt, in dem sie kackfrech behauptete „Schroeder Doesn’t Speak for All Germans“?

    Blair hat es nun schriftlich, dass er damals kompletten Mist gebaut hat, und was ist mir der Unsäglichen? Kommt da noch was? Nicht, dass ich damit rechnen würde, aber das Mutterschiff sollte in dem Zusammenhang mit Blair doch mal zart drauf hinweisen oder ist das heutzutage zuviel verlangt? Man mag ja drüben schon gar nicht mehr posten, alldieweil oft vergebene Liebesmüh bzw. der Moderation nicht genehm und zu dem Thema eh wieder nicht möglich.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/untersuchungskommission-vernichtendes-urteil-fuer-blairs-kriegs-entscheidung-14326901.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    • Warum?
      erinnern Sie sich nicht, wie auch die FAZ- ausgenommen Herr Schirrmacher –
      sich für die Teilnahme Deutschlands stark gemacht hat.
      In jeder Talk Show den Deutschen vorgehalten wurde, dass sie aus reiner
      Dankbarkeit für Demokratie und Frieden, die ihnen die USA gebracht
      hat, mit machen müßten.
      Die nachfolgenden Kampagnen gleichen sich seither, wie ein Ei dem
      anderen.
      Nur, die Deutschen wollten einfach nicht mitmachen.

    • Ja, daran erinnere ich mich auch sehr gut
      DAs hätte ich vorher nie für möglich gehalten.
      .
      Wer mir heute übermäßige Politiker-Verachtung vorwirft,
      der weiss halt nicht,
      wie stark ich jahrzehntelang auf deren demokratische Gesinnung vertraut hatte.
      NIE hätte ich mir vorstellen können, dass deutsche Politiker (und wären sie von der CDU) so was wie den Irakkrieg unterstützen können. Oder gar die ZEIT oder die öffentlich-rechtlichen Medien.
      .
      Und sie da, kaum ist die Mauer weg und der Russe abgezogen, schon geht es wieder los.
      .
      Dabei hätten sie doch NEIN sagen können, ganz ohne irgendein persönliches Risiko.
      .
      Steinmeier hätte sich für Murat Kurnaz einsetzen können, ganz ohne irgendwas für sich zu riskieren. Dass es seiner Karriere geschadet hätte ist ja auch nur reine Vermutung.
      .
      Die haben sich meine Verachtung redlich verdient.

    • Die FAZ ist damals etwas an mir vorbeigelaufen
      ich war nicht ständig online, hatte meinen eigenen Laden und entsprechend zu tun, den und mich selbst am Leben zu erhalten. Allerdings habe ich mich über Merkels Arschkriecherei damals schon fürchterlich aufgeregt. Ich fände es halt passend, wenn man nicht nur Blair an den Pranger stellte, sondern Merkel gleich mit. Sie ist keinen Deut besser, egal was die Presse meint.

      Quasselrunden im TV mögen manchem zur Meinungsbildung genügen, ich nehme sie nicht ernst und weigere mich seit langem, sie überhaupt noch zu sehen, da ja eh immer die gleichen Figuren teilnehmen. Mir genügt dann die Zusammenfassung von Lübberding.

      Ich habe mir endlich Raspails Heerscharen vorgenommen, lache zwischendrin laut auf und schon bleibt mir das Lachen wieder im Halse stecken. Noch aktueller kann ein Buch nicht sein.

  76. Mein Magengeschwür reagiert auf Kaffee und hiesige Blog-Kommentare,
    ich habe deshalb auf den Kaffee verzichtet. Politiker waren m.E. noch nie besonders klug. Selbst Übervater Helmut Schmidt hat zeitweise dummes Zeug geredet (lieber 5 % Inflation statt 5 % Arbeitslosigkeit)
    Ja, ein Juncker erscheint mir so unerträglich, dass ich sofort abschalte, wenn er im TV erscheint. Aber auch Italien, Frankreich, erst recht Spanien und Portugal liefern keinen Trost.
    Trotzdem sage ich: irgendwer muss es ja machen. Und wenn ich (selten) durch die Fussgängerzone gehe und die Menschen betrachte, die allesamt das gleiche Stimmgewicht haben wie ich selber, stelle ich fest, dass Gleichmut das einzige Mittel ist, Demokratie zu ertragen.
    Es hilft ja nicht, Verschwörungen zu konstruieren, die angeblich im Hintergrund agieren. Man sollte nicht vergessen, dass Volksabstimmungen uns die Politiker geschenkt haben, die wir haben. Warum sollten sie bei anderen Entscheidungen klüger ausfallen?
    Das Schicksal der Weimarer Republik sollte uns besorgt machen: ob es ihre Schwäche oder die Stärke der Populisten war, die sie zerstört hat, ist mir egal; Tatsache scheint mir zu sein, dass die Sprache und der Hass auf „die Politiker“ ähnlich geklungen haben, wie heute. Auch wir sollten uns fragen: was kommt danach? Schlimmer geht immer.

    • Volksabstimmungen sind besser als Personal-Wahlen
      Weil die Abstimmenden die Folgen ihrer Entscheidung viel besser absehen können.
      .
      Entgegen einer von Politikern am Leben gehaltenen Legende stimmt das Volk sehr viel vorsichtiger, viel konservativer ab als Parlamente.
      .
      Hitler bekam 1933 nur 44 Prozent, aber sein Ermächtigungsgesetz im Parlament dann um die 70 oder 80 (weiss nimmer genau).
      Zentrumsabgeordnete stimmten mit 100 Prozent dafür. Ihre Wähler vermutlich nicht.
      .
      Aber hinterher gaben diese Helden dann wieder dem dummen Volk die schuld.
      .
      Die „Politiker die wir jetzt haben“ sind auch gar nicht das Problem. Dieselben Leute könnten womöglich viel viel besser arbeiten, wenn die Umstände anders wären. Wenn es Volksabstimmungen gäbe, dann wären die klugen, gewissenhaften Abgeordneten (die es mit Sicherheit gibt) nicht wie jetzt der Willkür ihrer Fraktions-Bosse ausgeliefert. Dann hätten diejenigen, deren Stimme beim Volk Gewicht hat, die eine Volksabstimmung entscheiden können, auch innerhalb ihrer Parteien viel mehr Gewicht. Und damit auch die guten Argumente.
      .
      Generell gilt: Vor Volksabstimmungen erreichen die inhaltlichen Debatten ein viel höheres Niveau als Bundestagsdebatten. Weil es dem Volk um Inhalte geht und nicht um rhetorisches Geplänkel.

  77. Titel eingeben
    Der Öxit ist der erste Schritt zu Ihrer Alpenunion: Schweiz, Österreich und Norditalien (Mailand bis München), mit Erweiterungsperspektiven von Nizza bis kurz da hinter Dubrovnik.

  78. Apropos Irak: Rolle von Parlamenten und Gerichten
    Alle höhnten immer über den dummen W.
    .
    Aber sein Irak-Krieg wurde ja auch von den Anzugfüllungen im Congress ebilligt, mit erdrückender Mehrheit und tosendem Gebrüll. War in GB sicher ähnlich, weiss nimmer so genau.
    .
    Nur dem Allgemeinwohl und ihrem Gewissen verpflichtet…
    .
    Na Schwamm drüber!
    .
    Und: Was ist eigentlich aus all den Strafanzeigen geworden, die damals gegen Blair udn Bush gestellt worden?
    .
    Offenbar alle sofort wieder eingestellt.
    .
    Wer jetzt über Blair herfällt, sollte auch nach der Rolle der Justiz fragen, die Politiker ungeschoren Krieg führen lässt. Oder mussten die wirklich erst diesen Bericht abwarten?

    • Über den Stand der Verfassungsklagen gegen den Alleingang der Frau aus Berlin
      hinsichtlich der Grenzöffnung schreibt ja auch keiner…

    • ...
      Am meisten habe ich mich über die Polen gewundert.

      Deren Eliten scheinen die politische Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen zu haben. Heute nicht und in anderen Zeiten wohl auch nicht.

    • Blair...
      Nach dem gestern ja erschienen Report werden die Strafanzeigen gegen Blair wegen der 179 toten Brit Soldaten vorangetrieben werden….

  79. Stammtischparolen
    war die Rubrik, unter der heute Nachmittag mit der Überschrift „Rechtspopulismus hat psychologische Ursachen“ ein Gespräch mit einem Nordrheinwestfälischen Professor und Experten bei FAZ Online erschien.
    Nachdem ich das Interview durchgelesen und mit meiner Lebenswirklichkeit und Faktenkenntnis abgeglichen hatte, fand ich meinen Entschluss, zukünftig „rechtspopulistisch“ zu wählen, gefestigt.

    Währenddessen schreibt Don Alphonso auf Twitter: „Der Rechtspopulist gedeiht am besten, wenn man ihn mit kultureller Überheblichkeit aus dem Elfenbeinturm düngt.“

    Wie recht er doch hat.

    • Reichsfestspieltheater zu Berlin oder wer wirklich die Fäden zieht.
      Der Klassiker.

      Seinerzeit klagten ARD und ZDF gegen eine Ausstrahlung in öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Eine Lehrstunde über die Firma Deutschland und wie ihre Agenten und Funktionäre es betreiben. Ein Blick hinter die Kulissen. Wie die Laiendarsteller des Reichsfestspieltheater zu Berlin ihre Rolle spielen. Ab der Minute 10 wird es richtig spannend.

      Günter Ederer
      Das Märchen vom gerechten Staat – Wie er uns mit Steuern abkassiert ½

      https://www.youtube.com/watch?v=EMjVpubdhRs

    • Flau
      Danke für den Hinweis.
      Habe den Beitrag gelesen und finde ihn nur ‚flau‘. Statt wirklich in eine Argumentation überzugehen, wird einfach eine manchmal eher politische Stellungnahme abgedruckt.

      „Rechtspopulistische Einstellungen verbindet, dass sie auf Politikverachtung basieren. Es handelt sich also um die Verschwörungstheorie, dass deutsche Parteien das Volk zerstören wollen.“
      Huch, da sträubt sich das wissenschaftliche Herz in mir. Ein wenig auch das literarische, denn deutsche Parteien wollen bestimmt nicht ‚das [deutsche] Volk zerstören‘. Da sollte man umgekehrt bei AfD und NPD nachfragen, und auch dort würde man kaum Zustimmung zu dieser tollkühnen These finden.

      „Letztendlich sind wir schon immer über die Jahrhunderte hinweg auch eine Einwanderungsgesellschaft gewesen.“ als Argument gegen „Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land“ ist eigentlich keine Antwort, denn die sogenannten Rechtspopulisten haben meistenteils nichts gegen Einwanderung sondern stellen sich gegen einen vollkommen unkontrollierten Zuzug; und den gab es vorher nie.
      Auch keine Pluspunkte für den guten Professor.

      „Die Kriminalstatistik sagt eindeutig, dass die Brandanschläge zu 99 Prozent von ‚besorgten Bürgern‘ oder von Rechtsextremisten verübt werden. [und nicht von Heiminsassen]“ lässt nochmals an der Wissenschaftlichkeit zweifeln, denn ’99 Prozent‘ ist eher eine rhetorische Floskel, eher Stammtischniveau. Mit echten Zahlen hat er sich da wohl nicht bewaffnet, beim Versuch gegen Stammtischniveau zu argumentieren. Es handelt sich wohl eher um Überzeugungswissen. Natürlich halte ich jeden einzelnen Brandanschlag für unakzeptabel, aber im Gegensatz zu manchen Gutmenschen, *jeden* Brandanschlag. Egal ob von ‚besorgten Bürgern‘ oder ‚frustrierten Eritreern‘. Den Medienberichten nach zu urteilen war es eher halbe-halbe. Und der verheerenste von allen, in Düsseldorf, nachgewiesen von Insassen.

      „Es geht um das Grundmuster solcher Parolen: Immer sind geheimnisvolle Kräfte am Werk – ‚die Ausländer‘, ‚die Rot-Grünen‘.“
      Offenbar weiß der Herr nicht, wovon er spricht. Wenn er sich aus seinem Elfenbeinturm hinauslehnte, könnte er erkennen, dass sich der sogenannte Rechtspopulismus eher gegen die Etablierten richtet, die Merkels und Junckers dieser Welt. Also ist auch das Attribut ‚geheimnisvoll‘ voll verkehrt am Platze.

      Das einzige was stimmt an diesem Artikel (http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/stammtischparolen-rechtspopulismus-hat-psychologische-ursachen-14323606.html) ist der letzte Paragraph, in dem es um die Anonymität geht, die den Diskurs im Internet teilweise brutalisiert hat.
      Allerdings wäre das nichts Neues.

    • Pathologisierung mit System
      Der Beitrag ist mir auch aufgefallen.
      Die Pathologisierung und psychiatrische „Behandlung“ oppositioneller Stimmen hat eine lange Tradition in totalitären (linken) Systemen. Der Prof und sein Milieu scheinen da wenig Berührungsängste zu kennen. Drohen nun Elektroschocks für AfDler und Brexiteers?

    • Die Story vom Suppen-Kasper
      „Währenddessen schreibt Don Alphonso auf Twitter: „Der Rechtspopulist gedeiht am besten, wenn man ihn mit kultureller Überheblichkeit aus dem Elfenbeinturm düngt.“

      Wie recht er doch hat.“

      Fehlen nur noch die Deppen, die glauben, die „da oben“ wüßten nicht sehr genau, was sie tun. Bzw. nicht sehen wollen, dass dieser vermeintlich alternative Theater-Stadel sich immer dann selbst zerlegt, wenn er etwas tun und Farbe bekennen müßte. Quo Vadis?

      Oder anders gefragt: Wie dicke Bretter müssen eigentlich für’s werte Publikum noch gebohrt werden, um ihm begreiflich werden zu lassen, dass hierzulande offenkundig so gut wie alle inzwischen so ziemlich alles von sich geben, um bloß nicht (wieder-)gewählt zu werden?

      Früher ging es mal um die Erringung von Mehrheiten. Früher. Ihr wißt schon … Steinzeit und so. Heute geht es offenbar um die Überwindung von Mehrheiten im Stile „Wie bastele ich mir einen Nazi?“. An jeder Ecke einer mit Zeigefinger, Steinchen oder in Hochkultur-Kreisen dann eben spuckend. Warum eigentlich in dieser für jeden außerhalb Deutschlands nur noch peinlich anmutenden, selbstbezichtigenden Groß-Inszenierung? Vielleicht, weil es dabei hilft, zum gegebenen Zeitpunkt die eigentlich mehrheitlich Toten noch einmal zu besiegen, sollten sie sich als hinderliche Wegelagerer erweisen?

      Nein? Völlig ausgeschlossen? Na dann ist ja gut.

      vg

    • Ja, flau und seicht
      fand ich den Beitrag. Der Herr Professor schien mir ignorant, inkompetent und unsachlich. Ich will ja im Diskurs angeregt und überzeugt werden. Das was dann kam, war halt schon etwas billig. Ich hatte mir mehr erwartet.

  80. Titel eingeben
    Der Rechtspopulismus ist auch eine Folge des Niedergangs der „ursprünglichen Organisation der Arbeiterklasse“ (Karl Marx), der Gewerkschaften. Der Organisationsgrad in Dland ist von 35 % auf unter 20 gefallen. Damit fehlt für einen Großteil der abhängig Beschäftigten der Zugang zu Informationen, die etwas andere Sichtweisen beinhalten, als die wo INSM, Blöd, Berdelsmähn und Co. in die Öffentlichkeit drücken. Erschwerend kommt hinzu, dass innerhalb der DGB-Organisationen nichts gegen Schröders H4 unternommen wurde, weil die Gewerkschaften sich nur noch auf den vornehmen Arbeitsmarkt (Haustarifverträge IGM, IGBCE) konzentrierten und den normalen Malocher nicht mehr mit dem A…. angesehen haben. Und den Leihmalocher und Werkvertragsnehmer schon gar nicht. Ich sage mal das als DGB-Mitglied, das im März die Anstecknadel für 40 Jahre Mitgliedschaft bekommen hat. Von einem Vorsitzenden, der den GDL-Weselsky scharf dafür kritisiert hat, dass der für seine Mitglieder richtig etwas herausgeholt hat. Von der Seite, also von den reaktionären Sozialdemokraten und Grünen in den Gewerkschafts-Oberetagen, kann man nichts erwarten.

  81. Die nächste Rezession führt zur Sezession ...
    … ist halt dann auch alternativlos.

  82. Titel-Schlagzeile in der neuen ZEIT
    Diktatur des Volkes
    Wer die Menschen direkt befragt, spielt Verführern in die Hände.
    Schicksalsfragen gehören ins Parlament VON JOSEF JOFFE

    Mein absoluter Lieblings Journalist hat wieder zugeschlagen. Dass so ein HansWurst Chef der früher mal besten Zeitung Deutschlands werden kann, besagt eingentlich alles zu Deutschland was man wissen muss um sich in Urteil zu bilden.

    • "Schicksalsfragen gehören ins Parlament"
      Was für eine Erkenntnis. Aber warum erst jetzt?
      Wer auch immer das Agieren der Exekutive in D beklagt, hat die schon eine ganze Weile und hätte sich mitunter engagierte mediale Unterstützung sehr gewünscht. Wie’s halt gerade passt.

    • Die Behandlung von Schicksalsfragen nach dem Gutdünken von Meinungsdiktatoren
      Möchte Herr Joffe seine Leser zum Glauben verführen, es habe zur dauerhaften Öffnung der Grenzen und zum Aussetzen der Dublin-Regeln durch die Regierung Merkel eine parlamentarische Debatte und einen BT-Beschluss gegeben, der dafür (nachträglich) die Rechtsgrundlage geschaffen hat?

      Vielleicht hält er die Preisgabe der Grenzsicherung und eine unkontrollierte Masseneinwanderung für nicht schicksalshaft genug, um sie im Parlament behandeln zu lassen.

      Selbstverständlich soll das dumme leicht verführbare Volk, das seinen gewählten Vertretern u. a. diese Aufgaben übertragen hat, selbst dann schweigen, wenn das Parlament seinen Pflichten nicht nachkommt.
      Wäre ja noch schöner, wenn der Pöbel was zu sagen hätte, nicht wahr?

      Für die dialektische Umwertung des Begriffs „Demokratie“ in „Diktatur des Volkes“ gebührt dem Urheber zumindest der Otto-Wels-Preis, jedenfalls aber der Dank all der verhinderten Volksdiktatoren.

  83. @HM555
    In der Printausgabe der ZEIT als ersten Artikel im Feuilleton Seite 37 gibts ein (überraschenderweise) lesenswertes Interview mit Habermas zum Brexit….

    (Don: Dropbox Links hier einzustellen gäbe wohl Probleme, oder?)

  84. LEBENSGEFAHR
    OETI, der multi-tasker aus Brüssel, hauptberuflich beschäftigt mit digitaler transformation und digitaler demenz hat jetzt angst – nicht vor fliegenden betonklötzen auf dem weg in Rosental (seine limo ist ja gepanzert) – sondern um seinen job und die steuervorteile in Brüssel, er sieht die EU und damit sich in lebensgefahr und den frieden in Europa bedroht.

    Deutschland warnt er vor dem spiel gegen Frankreich vor zu viel „Lässigkeit“ und Toni Kroos warnt er vor „schmerzhaften zeitverzögerungen“ bei seinen bisher vermissten traumpässen.

    da grüsse ich auch wieder mal @Köstlich und @ DON, spielen wir doch mal weder den Jaufenpass noch den Oberalppass, sondern mal einen vernünftigen Diagonalpass oder den berühmten „tödlichen pass in die tiefe des raumes“ !

  85. Eine politisch korrekte Präzisierung der Schuldfrage
    wurde heute im Kommentar bei Deutschlandradio Kultur vorgenommen. Schuld – nicht nur am Brexit – sind demnach nicht alle Alten, sondern nur alte Männer und davon wiederum nur diejenigen mit heller Hautfarbe.

    http://www.deutschlandradiokultur.de/kritik-nach-brexit-votum-kein-wahlrecht-fuer-die-wut-alten.1005.de.html?dram:article_id=359340

    Unter anderen Vorzeichen (Geschlecht, Hautfarbe) wohl ein Fall für den Staatsanwalt wegen rassistischer Hetze.

    • JJa. das wäre wohl so. Aber so ist das eine staatliche, gebührenfinanzierte Aufgabe, wie man das ja noch aus Zeiten des Grossdeutschen Rundfunks kennt.

    • Rassismus, FE
      sollten Sie gelernt haben: ist neuerdings immer subjektiv, nie objektiv.

      So wie ich es noch aus SED-Zeiten kenne: Jede Meldung wird zuerst haltungsmässig und herkunftsmässig durchleuchtet. Ob die Fakten gut oder böse sind entscheidet sich nicht an diesen Fakten, sondern dem gesellschaftlichen Kontext. Die Attribute werden in der Meldung dann darum herum aufgebaut: entweder ‚imperialistische Kriegstreiber‘ oder ‚glorreiche Arbeiter und Bauern‘.

      Hätten die paar Jugendlichen, die sich zu den Urnen gequält haben, für den Brexit gestimmt, hätten wir seit dem 24. Juni Jugendbashing.

      ‚Facts are stupid things‘ wird Reagan untergeschoben. Im Nachhinein hätte er Recht gehabt.

      (Ich erspare dem geneigten Leser die Genese dieser Weltverwirrung aus einer falsch verstandenen political correctness heraus. Wenigstens hier und heute.)

    • The Angry White Male
      Das ist ein US Trend. Dort ist the angry white male schon lange ein Begriff, womit der nicht gebildete, abgehängte, desillusionierte weiße Mann gemeint ist. Er gilt als Sündenbock für den Erfolg von Donald Trump. The angry white male sehnt sich nach einem starken Mann, wie Trump, der frauenfeindliche Sprüche macht, unterschwellig rassistisch ist und ihm das Gefühl gibt, dass seine Ängste und Nöte endlich verstanden werden.
      https://en.wikipedia.org/wiki/Angry_white_male

      Tja, sag ich doch: Jeder US Trend schwappt irgendwann nach Europa über.

    • Was für ein hässlicher Text, ein Wuttext, ein Pamphlet
      und eben nicht von einer jungen Frau geschrieben. Sondern von Sergej Lochthofen. Der mir zuletzt aufgefallen ist, als er im ÖRTV mit flammenden Worten die Beibehaltung der Richtlinie 12.1. des Pressekodex verteidigt hat. Dass er im Presserat sitzt und im DJV, fehlt in der Kurzbiografie.
      Au weia.

    • Volksverhetzung ...§§
      „Unter anderen Vorzeichen (Geschlecht, Hautfarbe) wohl ein Fall für den Staatsanwalt wegen rassistischer Hetze.“

      Wenn ich bei der Gelegenheit mal so ganz allgemein – dem Zeitgeist geschuldet – ein Lese-Update des Volksverhetzungsparagraphen empfehlen darf … der ist nämlich ganz und gar nicht so beschränkt wie manche/r sich vielleicht erhoffen mag.

      㤠130
      Volksverhetzung

      (1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
      1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
      2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

      wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“
      https://dejure.org/gesetze/StGB/130.html

    • Lese-Update zum Volksverhetzungs-Paragraphen ...
      FE sagt:
      7. Juli 2016 um 10:44 Uhr
      „… Unter anderen Vorzeichen (Geschlecht, Hautfarbe) wohl ein Fall für den Staatsanwalt wegen rassistischer Hetze.“

      Mal so ganz allgemein … dem Zeitgeist geschuldet … eine kleine Auffrischung nicht nur am Rande …

      „… gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen …“

      https://dejure.org/gesetze/StGB/130.html

      vg

  86. CR_00
    @TDV

    ich finde sie persönlich, abseits der politik, ganz nett, sie hat ja humor, verbale schlagfertigkeit und ist blitzgescheit……….sie könnte ab und zu mal ins fitness gehen !

    politisch verheerend, wird vom system her gut alimentiert, das weckt sicher meinen grenzenlosen neid…………… aber ich glaube, ich bin da politisch sehr ausgewogen nach allen seiten denke ich: ob grün oder braun, ich liebe alle frau´n !

    • Re. Dem dummen Volk!
      Dr. Seltsam sagt:
      7. Juli 2016 um 13:51 Uhr

      Och Gottchen, auch noch ein Mann der Feder, in den Fußstapfen des Großen Deutschen Schriftstellers Simmel. lol
      In „Die Zeit“ interviewt, Ressort Kultur. (Verflixt, warum hatte ich bloß mein Abo inzwischen abbestellt!)

      Und stilsicher ist der Mann auch noch, das zeigen Details: ein Nerzkragen an seiner Jeans-Jacke. Fesch. ;-)

    • @django
      Ich bin seit Jahrzehnten kaum mal mehr ihrer Meinung, aber wenn man sie mal mit den Zombies der GroKo Parteien verträgt, so muss man ihr zugestehen, dass sei selber denkt, statt denken zu lassen und Vorgelegtes nachzuplappern…

      „…ob grün oder braun, ich liebe alle frau´n !“
      Nicht vergessen: Nein heisst Nein!

  87. Dem dummen Volk muß Dummheit besser erklärt werden.
    Das ist nach dem Brexit der fast einhellige Tenor aus der Politik und den Medien. Der Bürger ist einfach zu dumm, die Komplexität der globalisierten Welt zu erkennen und richtig zu bewerten.

    Die pure Arroganz und Ignoranz, die aus dieser Sichtweise spricht, widerlegt sich selbst in dem Moment, in dem die Politik zu externen „Experten“ greift, weil sie selbst nicht mehr versteht, was sie da so treibt.

    Interessant auch die Aussage von Jörges (Stern) zu den Gefahren der Plebiszite. Er ist doch tatsächlich der Meinung, daß dann Minderheiten über Mehrheiten entscheiden könnten. Daher möchte er die Quoren auf 75% festlegen, sollten Plebiszite auf Bundesebene eingeführt werden. Daß in einer parlamentarischen „Demokratie“ ausschließlich Minderheiten über Mehrheiten entscheiden, scheint ihm dabei ebensowenig in den Sinn gekommen zu sein wie die Tatsache, daß das auch für Wahlen gilt. Wenn also 75% Beteiligung und 75% Mehrheit für Plebiszite gelten sollen, dann sollte das auch für die Parlamente gelten, oder etwa nicht? Daß das völliger Unsinn ist, muß wohl nicht näher erläutert werden.

    Man kann die Angst unserer „Eliten“ vor Plebisziten förmlich riechen.

    • Die Angst
      ist wahrscheinlich auch deshalb so groß, weil das Volk auch nicht wie von den Demoskopen vorausgesagt wählt.

      Dumme und unberechenbare Wähler passen nun einmal nicht in eine marktkonforme Demokratie.

      Kommt dann auch noch eine Manipulationsresistenz dazu, wird es ernst.

      Wer Herrn Jörges nicht mehr glaubt, darf auch nicht mehr wählen!

    • Dem dummen Volk!
      Leider kein Tierfilm aber auch nett.

      https://www.youtube.com/watch?v=_xW89MXjNio

      System Reich.

  88. Rechtspopulismus und Stammtischparolen
    Ein „Experte“ erklärt uns das hier: http://www.faz.net/-gpf-8j05y

    Am Ende des professoralen Ergusses habe ich mich gefragt, gibt es keine Stammtische ohne Rechtsextremisten, besteht die Mitte der Gesellschaft aus Rechtspopulisten, was hat das Internet mit Stammtischen zu tun und was sind Stammtische eigentlich?

    Sollte der Professor keinem Stammtisch angehören, dann hat er jedenfalls etwas verpaßt. Dann sollte er vielleicht der Einfachheit halber mal bei „wikipedia“ nachsehen, was Stammtische eigentlich bedeuten und wer sich dort tummelt. Das Niveau seines Beitrages wäre an meinem Stammtisch jedenfalls durchgefallen.

  89. Trittin ist ein gutes Beispiel für Politiker, die das Land nicht braucht.
    In seinem Gastbeitrag „Vom Segen einer Superreichensteuer“ http://www.faz.net/-gqz-8j1ol wird wieder einmal deutlich, daß das Wissen um einzelne Probleme nicht ausreicht, zu sinnvollen Lösungen zu gelangen.

    Zunächst beginnt er ja noch nachvollziehbar auf die Folgen der Einkommensunterschiede und der Vermögensverteilung hinzuweisen und für Abhilfe zu plädieren. Auch die Ökologie darf ebensowenig fehlen wie die Bildung. Nicht, daß das alles falsch wäre, was er da schreibt. Aber dann gewinnt die Ideologie doch wieder Oberhand gegenüber der Realität.

    Denn man beachte die Reihenfolge, in der die gesellschaftlichen Veränderungen erfolgen sollen:

    „Im ersten Schritt müssen ökologisch schädliche Subventionen gemindert werden. Von der Dieselsubvention über das Dienstwagenprivileg bis zur Mineralölsteuerbefreiung für die Chemieindustrie würden die Preise dann näher an den ökologischen Kosten liegen.“

    Und ich dachte, der erste Schritt bestünde darin, für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen:

    „Gerechtigkeit ist mehr als Verteilungsgerechtigkeit – aber ohne Verteilungsgerechtigkeit gibt es keine Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist global, sie umfasst mehrere Generationen. Sie definiert sich über die Möglichkeit der Teilhabe an der Gesellschaft.“

    Denn woher sollen die 5 DM für den Liter Sprit wohl kommen, wenn nicht zunächst die Einkommen entsprechend steigen? Aus der Bildung vielleicht? Ach nein, die hängt ja auch mit den Einkommensverhältnissen zusammen.

    Nun ja, mit der Erbschaftssteuer hat es wohl nicht so recht funktioniert, warum sollte es dann mit Einkommens- und Vermögenssteuer anders aussehen? Und immer noch nicht haben Trittin und Co. verstanden, wo die eigentliche Steueroase http://www.faz.net/-gqe-8j2w2 sich versteckt.

    Es wird höchste Zeit für Plebiszite, da könnten sich die Grünen jetzt mal wirklich hervortun. Aber ich fürchte, das ist der letzte Schritt, den Trittin auf seinem Weg zu Gleichheit und Gerechtigkeit vorgesehen hat.

    • Die Grünen und Plebiszite?
      Nicht alle Gegensätze ziehen sich an.
      .
      Eher wird sich die CDU mit Plebisziten anfreunden als die Grünen.
      Schon weil sie der Mehrheit von Natur aus näher stehen.

    • Naja wenn sie meinen.... OM
      Schauen sie sich doch einfach mal das Video an, das Dr Seltsam empfiehlt:

      https://www.youtube.com/watch?v=_xW89MXjNio


    • Nun ja, Hansmeier555 und TDV, so sehe ich das ja auch, obwohl die CDU und Plebiszite? Was die Steuerproblematik betrifft, so lief schon vor Jahren ein Beitrag auf WDR3, in dem das Beispiel des Immobilienmillionärs ausführlich dargestellt wurde. Daß das Steuersystem hochgradig ungerecht ist, ist ja unbestreitbar. Daß die Parteien, und zwar alle Parteien mehr oder weniger, daran aber nichts ändern wollen, zeigt, wie wenig Demokratie tatsächlich existiert. Obwohl, gibt es das, ein bißchen Demokratie? Ich denke nicht.

  90. Alles alternativlos, wie der Irakkrieg
    @Renate Simon, besten Dank für den Nachweis. Realsatire hat allem anderem einiges voraus, vor allem den Amüsierfaktor…

    Merkel, 20.2.2003
    „First, the danger from Iraq is not fictitious but real.“ …
    „There is no acceptable alternative to this way forward at the beginning of this new epoch.“

    „Alternativlos“ als Rechtfertigung für den haarsträubendsten Unsinn. Der absolut(istisch)e Brüller.

    • Immer wieder nichts als Ausreden!
      Sie zitieren ganz richtig… vor allem sollte man das datum mal genauer betrachten.

      Merkel, 20.2.2003.

      Welches hat Recht ein blödes Volk zum jammernm, das auch nach solchen Aussagen so einen lächerlichen Menschen WIEDERHOLT zum Kanzler wählt?

  91. Deutschland ist das Maß aller Dinge
    Mal etwas Lustiges, dachte ich mir, bezieht sich der Titel http://www.faz.net/-hfm-8j34z doch nur auf Fußball und die etwas irre aussehenden Spieler. Tatsächlich?

    Na ja, Kauder ist mit seiner Feststellung, in Europa werde wieder deutsch gesprochen, nicht ganz soweit gegangen und dennoch auf die Nase gefallen.

    Mal sehen, wer heute Abend jubeln darf, das Maß aller Dinge ist.

    • ´Morgen
      Wie ich den Nachrichten gerade entnommen habe, durften die Franzosen über ihre Nationalmannschaft jubeln.
      Klar besiegt wurde „Die Mannschaft“ aus einem sogennannten „´Schland“, welches keine Grenzen hat und dessen Fahne nicht geschwenkt werden soll.
      Die Schlagzeile löste bei mir keinerlei Emotionen aus und ich glaube, dass nachher in der Arbeit auch niemand ein Aufbaugespräch braucht.
      Schönen Tag wünscht
      Der Maurer aus ´chen

    • Schlimm: Griezmann
      Direkt nach dem Spiel war die erste Frage des französischen Interviewers an Griezmann: „Wie fühlt es sich an wenn man sein Land für das Finale qualifiziert hat?“ [Tr.: Uwe Dippel]
      Mir ist das hauptsächlich aufgefallen, weil es garantiert ewig lange Querelen der Grünen und oder Linken gegeben hätte, wenn Deutschland weitergekommen wäre, und das die erste offizielle Frage gewesen wäre.

      Da hätte SPON und Zeit (btw.: RIP, Wolfgang Siebeck!) ausreichend Gelegenheit gehabt, den neuen deutschen Nationalismus anzuprangern.

      In Deutschland darf das nur die Kanzlerin sagen, wenn jemand von Grenzsicherung spricht: ‚Dann ist das nicht mehr mein Land“. Das war natürlich als Drohung gedacht, aber leider haben die Deutschen dieses freundliche Angebot nicht angenommen.


    • Die Kommentare waren jedenfalls wieder mal typisch. Es lag am Schiedsrichter und die bessere Mannschaft hat verloren. Richtig ist, die Mannschaft war den Franzosen wirklich drückend überlegen, konnte das aber nicht in Tore umsetzen. Der deutsche Sturm war schon das ganze Turnier über nicht effektiv. Es kann daher auch nicht mehr lange dauern, bis Löw bezüglich der Mannschaftsaufstellung (Müller) in die Kritik gerät.

      Gut daran ist jedenfalls, daß in Berlin nicht weiter unbemerkt Gesetze verabschiedet werden können. Nein heißt Nein, so ein Unsinn.

    • Bon, Otto Meier, 11:52
      Bisher haben ‚wir‘ es hier geschafft, Themen wie Fußball nur peripher zu streifen. Mein eigener Kommentar schien mir schon grenzwertig, hatte aber mit den Grünen zu tun (https://www.youtube.com/watch?v=wfQm9kvlOms).

      Können wir uns einigen, das dabei zu belassen und Dummheiten von Neuer et Löw zu überschlagen?

      Und in Berlin werden noch immer jede Menge Gesetzesvorlagen verabschiedet, gerade gestern ein ‚Paket‘ im Schnellverfahren, weil die Abgeordneten Fußball schauen wollten. Nein, nicht meine Bosheit, sondern Zitat tagesschau. Ich hoffe, das war nicht wahr. Ich befürchte, es war.
      Wenn zukünftig Polizisten, Chirurgen und Mitarbeiter der EVUn ähnliche Prioritäten setzen, Gnade uns Gott!

    • Ich kanns nicht beschwören...
      … aber ich glaube, in einem der drei lesenswerten Artikel der ZEIT stand letzte Woche: Krieg und Fussball sollte man nur im TV anschauen… und es dabei belassen.

  92. Wenn Politik zum Klamauk verkommt
    Die Bundesregierung gibt sich jung und hip – http://www.faz.net/-gpf-8iwvf

    Auftritte in „social media“ für 200.000 Euro lassen keine Ernsthaftigkeit von Politik, sondern nur amerikanische Verhältnisse erkennen, reiner Populismus eben. Hören wir gerade nicht permanent, auch aus der Bundesregierung, wie schädlich Populismus ist?

  93. Konkurrenz
    Der zweite Satz irritiert mich nach wie vor: „Über dem gesamten Alpenraum dehnte ich das grenzenlose Blau eines traumhaften Spätsommertages aus, …..“

    Ist das Nietzsche-Sprech …. knapp vor der Umarmung eines cavallo torinese?

  94. Schluß mit der EU und zurück zur EWG - http://www.faz.net/-gpf-8j34m
    So lautet im Grunde das „Kopf hoch!“ Fazit eines anderen Professors aus dem Brexit, der Angst davor hat, die Briten ließen uns nun allein. Professor Dr. Udo Di Fabio lehrt Öffentliches Recht an der Universität Bonn und ist Bundesverfassungsrichter a. D.

    Da hatte ich eigentlich mehr erwartet, aber wer die EU nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, dem fällt der Widerspruch der eigenen Aussagen wohl nicht mehr auf.

    „Der Traum der Vereinigten Staaten von Europa darf gewiss weitergeträumt und als Fernziel erstrebt werden. Aber niemand sollte so tun, als sei das bereits die Wirklichkeit. Die Wirklichkeit der Völker Europas ist heute dadurch bestimmt, dass sie ihre Nationen immer noch für die wichtigste Bühne demokratischer Selbstbestimmung halten. Diesen Umstand künftig stärker zu respektieren und auch die Funktionsvoraussetzungen sehr unterschiedlicher mitgliedstaatlicher Kulturen zu achten heißt gerade nicht, einer Renationalisierung das Wort zu reden.“

    Zurück zur Nation ist also keine Renationalisierung. Aha!

    • Fabio hat Recht
      Er meint halt: Es bedeutet keine Rückkehr zum Nationalismus.
      .
      Aber sonst gebe ich ihm recht. Die Nation ist der Rahmen, in dem sich unsere Demokratie entwickelt und in dem sie funktioniert.
      .
      Das mit der Verschiebung auf europäische Ebene klappt einfach nicht.
      .
      Wenn Sie mich fragen, ist das keine Überraschung.
      Nein, es war gar nie ernsthaft angestrebt.
      .
      Sehen Sie, diese EU als „Work in Progress“, als „USE-in-the-making“, die war, ist nix anderes als ein großes politisches Ponzi Schema wie das Maddoff oder Flow Tex. Eine große Idee, eine „Geschichte“, ein „Narrativ“, und das soll Investorenkapital anlocken. Und weil die Geschichte so wunderschön ist und die Vertreter so überzeugend auftreten, fragt keiner, wie das funktionieren soll wenn es fertig ist. Niemals fertig zu werden ist vielmehr die große Versprechung, die alles am Laufen hält.
      .
      Das mit dem Euro war wohl der Hauptfehler. Ohne den Euro hätte die Erfolgsstory weitergehen können.


    • Die Analyse Fabios ist zwar grundsätzlich richtig, das Fazit jedoch mehr als diskussionswürdig. Und was den Nationalismus betrifft, so gibt es keine Nation ohne Nationalismus oder Patriotismus. Und beides ist in meinen Augen nunmal das Grundübel, an dem nicht nur Europa und EU scheitern.

    • @OM
      Leider kann ich mir auch einen Euro-Chauvinismus vorstellen.
      .
      Den gab es auch schonmal: Das Herrenmenschentum so um 1900 war nix anderes. Lesen Sie mal die Propaganda aus der Zeit vom Boxer-Aufstand.
      Europäer gegen die gelbe Gefahr!
      .
      Man das Problem nur durch Aufklärung angehen, nicht durch Exorzismen.
      Egal auf welcher Ebene.

    • @HM555
      Nein, da kann ich ihnen nicht zustimmen. Die EU der Sechs war ein grosses und gutes Projekt. Leider war diese EWG an eine Zeit gebunden in der zu vieles wegen des Kalten Krieges unmöglich war.
      Eine europäische Währung, eine europäische Wirtschaftspolitik und Verteidigungspolitik wäre bei der relativen Geichheit dieser sechs möglich gewesen.

      Aber Herrschaft der Banken und Konzerne über die Demokratie hat dies verhindert und deshalb haben sie zumindest mit diesen Sätzen recht „Nein, es war gar nie ernsthaft angestrebt“ und „Das mit dem Euro war wohl der Hauptfehler.“

      Das Problem war mit der Wahl eines Hanswursten wie Kohl endgültig aus dem Ruder gelaufen und das jetzige Debakel nicht mehr zu verhindern. Mna hat Schröder und Merkel danach gewählt, man mag sich aus Angst vor Alpträumen gar nicht mal vorstellen, was da jetzt nachfolgt!

    • Aufklärung
      Genau mein Reden, HansMeier555.

  95. Plutonomie
    @Köstlich
    6. Juli 2016 um 07:25 Uhr

    Plutonomie bzw. Plutokratie, genau das ist es.
    Sie besitzt/kontrolliert die Medien, die Banken und großteils auch die Politik. Dazu passt, dass die Eurozone die Kontrolle über die Zentralbankengelder abgegeben hat, indem sie das Geld zinslos in die Märkte pumpt und damit die Blase füttert. Damit macht sich die Eurozone schon mal ganz klein vor den allmächtigen Märkten, so nach dem Motto: Wir sind so unwichtig, dass unser Geld nicht einmal etwas wert ist, sondern erst in Euren Händen. Nehmt es einfach und tut damit, was ihr wollt!

  96. HN-the day after
    Bleierne Stille in der faubourg. Die Straßen leer, die Fahnen und Rückspiegelpreservative weg. Das übliche Rasenmähen während der Rentnerruhe entfällt heute scheinbar. Auf dem Sportplatz keine migrantische Jugend, bei denen jeder zweite Satz mit „duopfer“ endet oder alle Kinder scheinbar von Lustdamen geboren werden.
    .
    Das Standesamt meldet übrigens zwischen 14. April und 3. Juni 31 Geburten, davon 10 mit islamischen Hintergrund, 13 deutsch scheinende Namen, der Rest verteilt sich auf Polen und nicht islamischen Balkan.
    .
    Oberbürgermeister Harry M. wünscht den Mitbürgern islamischen Glaubens einen besinnlichen Ausklang der Fastenzeit mit „Gesegnetes Fest“! => in 4 Sprachen: RamazanBayraminiz mübarek (türkisch), Bajram Bajram šerif mubarek olsun (bosnisch), Për hajr bajrami (albanisch), عيد مبارك (ʿīd mubārak)(arabisch).
    .
    Und isch habe fertisch.

  97. Grundübel der EU
    @ Otto Meier

    Die Grundübel, an denen die EU scheitert, sind nicht Nationalismus und Patriotismus, sondern dass sie ein undemokratischer und bürokratischer Moloch ist.
    Schengen wurde ohne geschützte Aussengrenzen und der Euro in einem zu unterschiedlichen Wirtschaftsraum konstruiert.
    Beides ist gescheitert.
    Das hat mit Patriotismus und Nationalismus doch nichts zu tun.

    Dass die Deutschen ein verkrampftes schuldbehaftetes Verhältnis zu ihrem Land haben, sollte sie nicht zu hegemonialen Besserwissern machen, die dem Rest Europas Vorschriften zu patriotischen Gefühlen diktieren.

    Es gibt nun mal mehr Solidarität eher mit ähnlichen Menschen.
    Mit der Familie, mit Glaubensgenossen, mit Leuten, die aus einem bestimmten Gebiet stammen oder die gleiche Sprache sprechen.

    Die EU als Bundesstaat wird es in demokratischer Form nicht geben können, da die gemeinsame Sprache fehlt, um überhaupt einen demokratischen Diskurs zu führen.

    Daher ist die Rückkehr zur EWG der richtige Weg.

    Mehr Demokratie und mehr Souveränität (wie in der Schweiz) und weniger EU.


    • Nationalismus und Patriotismus sind mein Ding nicht, Desperado. Aber wenn andauernd davon die Rede ist …

      Wie ich mehrfach schrieb, sind die Vereinigten Staaten von Europa genau deshalb mehr als unwahrscheinlich. Mit Sprache hat das wenig zu tun. Theoretisch betrachtet wäre die Rückkehr zur EWG und die Abschaffung des Euro zwar eine Möglichkeit, aber ich bezweifle, daß wir uns die noch leisten können. Und selbst wenn, so würde die daraus resultierende Kleinstaaterei auf Dauer Europa in der globalen Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen.

      Die EU ist ein Abbild ihrer Nationen, deren Mangel an Demokratie. Das europäische Parlament dient der Durchsetzung nationaler Interessen, nicht europäischer Interessen. Daher kann das so auch nichts werden.

  98. OT - fange gerade an Fischer zu mögen...
    … Thomas, nicht Joschka

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/thomas-fischer-antwort-auf-kolumne-von-margarete-stokowski-a-1101994.html

    Lieber Don, wann liefern Sie denn Nachschub ?

    • Ist schon da.

    • @S&R
      Aaaah…. Fischer ist meist eine Wohltat…. Göttlich:

      „Nun mag man einer 1986 geborenen Expertin fürs Frau-Sein nicht übel nehmen, schon die allerersten Grundzüge etwa der menschenfreundlichen Kunst von Robert Crumb nicht verstanden zu haben. Es ist aber sehr anstrengend, sich mit solchen Menschen unterhalten zu müssen.”

      Ich gestehe, ich habe vor einiger Zeit mal eine Kolumne dieser Frau gelesen, und sie danach noch eine Stufe unter Lobo eingeordnet, und angemessenerweise anschliessend vergessen.
      Man darf dem SPON nicht zu viel Schuld für so was geben, die ökonomische Lage der Verlagshäuser solcher Medien ist leider(?) durch die fortschreitende Digitalisierung der Welt zu verändert worden, dass alle Überleben-Wollenden gewzungen sind sich ein Marktsegment einer gewissen Mindestgrösse zu suchen, oder einzugehen. Viele würden das beim SPON nicht für einen allzu schmerzhaften Verlust halten, aber… je tiefer das Niveau umso grösser das Marktsegment.

      Man könnte auf Facebook (wer Zugang hat) die „likes“ und „dislikes“ von Sto und Fischer vergleichen, gegebenenfalls nach Bildungsgrad aufgeschlüsselt, das würde beruhigen. Nicht beruhigen wird es allerdings wenn man drüber nachdenkt, was das alles für die Zukunft des Niveaus des gesellschaftlichen Diskurses bedeuten wird.

    • Crumb & yak
      @ TDV
      9. Juli 2016 um 02:05 Uhr
      @S&R
      Aaaah…. Fischer ist meist eine Wohltat…. Göttlich:
      „Nun mag man einer 1986 geborenen Expertin fürs Frau-Sein nicht übel neh-men, schon die allerersten Grundzüge etwa der menschenfreundlichen Kunst von Robert Crumb nicht verstanden zu haben. Es ist aber sehr anstrengend, sich mit solchen Menschen unterhalten zu müssen.”

      Glaubt der Mann wirklich, dass Frauen die „Kunst“ von Crumb goutieren (sollten)? Ach so: Das sollte der „Witz“ sein. Wow!

      Leider hat sich Herr Fischer auf das Niveau von Frau Stokowski begeben, das war recht enttäuschend. Aber vielleicht hatte er das Bedürfnis, „jung“ daher zu kommen, indem er sich in eine Trivial-Debatte mit ihr verwickelte, statt einen ordentlichen Beitrag zur Diskussion zu leisten, dessen Fehlen er ja beklagte. Sein Beitrag war nix, sorry.

      Und ja, das Niveau auf SPON sinkt auch im Forum ins Unerträgliche. Von den „old hands“ ist da auch kaum noch jemand präsent, und wenn, nur selten.

    • Ich glaube, Crumb hat er genommen, weil es optisch zu der Person passt. Auffällig, dass angebliche Feministinnen dann immer die sind, die am meisten Photoshop brauchen.

    • @Tamarisque
      Ich weiss nicht warum sie seit einiger Zeit immer alles vorsätzlich missverstehen müssen ….. Ist ihnen wirklich niemals aufgegangen was Crumb mit seinen Zeichnungen über „die“ Männer, und wie er ja niemals abstreitet auch über sich selbst aussagt?
      Man könnte jetzt weiter psychologisieren und fragen, warum sich denn damals die Frauen nicht darüber beklagt haben?
      Wir sahen damals, dass EHRLICHE Sexualität auch was „Unappetitliches“ an sich hat, aber es war die Zeit der Befreiung der Sexualität (für manche, und zwar eine kleine Minderheit! Für die Masse gabs Schulmädchen-und Hausfrauen Report, je 12 Folgen im Kino! Da machte das Geldverdienen noch Spass!) und BEIDE Geschlechter waren bereit beim Willen zur sexuellen Wahrheit gewisse, nicht zu leugnende Zugeständnisse zu machen. Ganz in Sinne von Reich hoffte wir das würde die Welt verändern, und wenn, nun darum kann sich später kümmern, and er Uni gabs ja genügend Angebote.
      Die Konsequenz des Widerspruchs der realen Sexualität zum politischen Willen zur Befreiung der Frauen hat dann etliche zehntausend Deutsche zum Sex Guru nach Poona rennen lassen, wo man dann u.a. auch das geklärt hat.
      Zur „politische Korrektheit“ reichte es damals beim grossen blöden Haufen noch nicht, dazu war einfach der Sexualneid zu gross.

      Dass sie von politischer Korrektheit am Lachen über Crumbs Witz, der sich ja über die Männer und keineswegs die Frauen lustig macht, finde ich ganz erstaunlich.

  99. @ TDV
    Was ich wiederum erstaunlich finde ist, wie Sie eine flapsige, völlig unwichtige Bemerkung von mir für bare Münze nehmen können. Ich habe sehr wohl beobachtet, dass Crumb den Mann ähnlich grotesk bebildert, und das ist okay. Selbst, wenn er nur die Frau auf diese Weise skizzierte, wäre mir das auch egal, das wäre seine künstlerische Freiheit. Mein Kommentar bot sich einfach nur an, im Kontext zu Stokowski. Von ihr war doch die Rede, nicht von mir. Ich fand das einfach lustig. Mir sind solche Dinge, ob Mann, ob Frau grotesk karikiert wird, und wer mehr, wer weniger, doch völlig wurscht.

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