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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Europäischer Nationalismus von der Handgranate bis zur Asylquote

| 339 Lesermeinungen

Dieser Text dient lediglich dem Herzeigen alter Automobile, und sollte daher nicht besonders beachtet werden.

mlp

1944 war kein gutes Jahr, um in Lyon, der Hauptstadt der Resistance, einen deutschen Namen zu tragen. Im Kampf gegen das Vichyregime und die deutschen Truppen hatte die Stadtbevölkerung schwer gelitten, und nach der Befreiung wurden alte Rechnungen brutal beglichen. Lyon war kein guter Ort, um einen deutschen Namen zu tragen, und Wohlhauser klingt sehr deutsch. Maisonbien klänge französisch, aber auf der anderen Seite war Herr Wohlhauser, Raymond Wohlhauser, schon unter diesem Namen bei vielen bekannt. Was also tut ein Raymond Wohlhauser im Lyon nach der deutschen Besatzung, um seine Produkte zu verkaufen?

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Er greift zu etwas, das heute als übelster Nationalismus gelten würde. Raymond Wohlhauser stammt nicht aus Deutschland, sondern aus der Schweiz. Und deshalb zieren seine Räder eine Vielzahl von Schweizer Kreuzen, damit jedem klar ist: Schweiz. Nicht Deutschland. Und darüber ein Helm, wie bei den Wappen der Vorväter, mit Helmzier in den Farben der Tricolore. Die Trikots seines Rennteams tragen das Rot der Schweizer Flagge. Die Weltmeisterstreifen sind nicht Symbol für das Verbindende, sondern der Hinweis, dass von diesem französischen Radhersteller ein Welttitel nach Frankreich geholt wurde. So war das damals. Heute heissen beliebte Radfirmen Bulls, Canyon, Cube und Stevens, und haben so viele nationale Eigenheiten wie Darmkrebs oder Herpes.

mls

Oder wie die internationalen, meist reichen Menschen, die sich einmal im Jahr zur Mille Miglia treffen, und ihre alten Schätze, hier ejn knallblauer Bugatti aus Frankreich, durch Italiens Landschaft bewegen.

mlk

In meiner Drittheimat rund um Mantua erzählt man sich gern die Geschichte von Enzo Ferrari, der mit Tränen in den Augen versuchte, seinen Freund Tazio Nuvolari 1948 aus dem im Rennverlauf angeschlagenen Auto zu ziehen, und zur Aufgabe zu bewegen.

mlg

Nuvolari war damsls schon schwer an Krebs erkrankt und wusste, dass er bald sterben würde. Aber er war in Italien auch ein Nationalheld, und er sagte seinem Freund, dass er nicht mehr viel Gelegenheit haben würde, so ein Rennen zu beenden. Und dann fuhr er mit einem völlig übermotorisierten, lebensgefährlichen Auto weiter, mit einem vollen Tank brennbarer Flüssigkeit hinter sich.

mln

Das muss man sich vorstellen: Da weiss einer, dass ihm nicht mehr viele Tage gegeben sind, und dass einige dieser Tage auch nicht schön sein werden, und anstelle das zu tun, was vernünftig wäre – aussteigen und leben – setzt er sein Leben aufs Spiel und rast, Blut hustend und röchelnd über Landstrassen mit 200 km/h weiter.

mlv

Aus dem Stoff sind die Legenden. So etwas tut man nicht einfach so aus einer Laune heraus, sondern dann, wenn man weiss, dass die Nation auf einen blickt. Niemand muss es respektieren, wenn einer bereit ist, sein Leben zu riskieren, aber so war das damals eben. Bis 1957. als es beim Rennen um die nationale Ehre zu viele Tote gab.

mlu

Die wenigsten werden momentan wissen, wer die Weltrangliste der Rallyepiloten anführt. Niemand wirft mehr unter dem Applaus der Umstehenden Handgranaten in Geschäfte mit dem falschen Namen. Heute gibt es Fahrerzellen aus Carbon, und man bringt sich in Europa nicht mehr für die Nation um. Wie Tom Simpson.

mlf

Put me back on my bike, soll Tom Simpson auf dem Mont Ventoux gesagt haben, als er während der Tour de France 1967 stürzte und weiter wollte. Immer weiter den Berg hoch, weil er noch geringe Chancen hatte, trotz seiner Erkrankung für das englische Team den Sieg zu holen. 500 Meter weiter war er dann tot. So ist das damals eben gewesen. Die Engländer verehren ihn bis heute. Allerdings mit abnehmender Tendenz.

mlc

Wer sich mit der jüngeren Geschichte beschäftigt, stösst dauernd auf diesen mörderischen Nationalismus – und wie schnell er sich seit 1945 in Europa aufgelöst hat. Einst unverzichtbare Kolonien wurden aufgegeben, Partnerschaftsverträge wurden geschlossen, es kamen Gastarbeiter, Touristen, Studenten, es wurde mit dem Rad, der Ente, mit dem Sachs-Motorrad, mit dem Faltboot, mit dem Käfer gereist, sobald das nötige Geld da war. Wozu sterben?

mlj

Das passierte einfach so. Es gibt ohne jeden Zweifel eine europäische Vereinigung durch den simplen Umstand, dass Reisen und Mobilität möglich wurden. Europa wäre kein gemeinsames Haus, wenn jeder in seinem Zimmer sitzen bleiben würde. Und das begann, man möge sich erinnern, lange bevor es in Brüssel eine Kommission gegeben hat. Oder auch nur eine EU,

mli

Wir wurden als Kinder, zehn Jahre nach Simpsons Tod, 29 Jahre nach Nuvolaris letztem grossen Rennen, 33 Jahre nach den Vergeltungsmassnahmen in Lyon, aktiv aufgefordert, uns mit den Partnerstädten in Schottland, Frankreich und Italien zu beschäftigen. Da gab es Theaterbesuche und Weinfeste, ein Bürgermeister schwängerte eine Französin, und das war zwar ein schlecht vertuschter Skandal, aber nur wegen seiner Frau und nicht wegen der Nationalität. Heute ist es bei Besuchen gar nur noch eine lustige Anekdote.

mlw

Nochmal zehn Jahre später war ich bei so einer Veranstaltung in Frankreich dabei, und ich weiss genau, dass es damals keinen Herrn Juncker und keinen Herrn Schulz gab, und Frau Merkel war noch jenseits der Mauer: Es war sehr schön. Wir waren in der Provence, die Sonne schien, und das war Europa. Andere Landschaften hatten auch schöne Töchter und Sohne mit einem lustigen Akzent. Dann kam für alle das Abitur und Interrail, manche übergaben sich an der Costa Brava und manche entschieden sich, in Perugia zu studieren und einen Griechen zu heiraten. Wie es eben nun mal so ist.

mlz

Und um die Jahrtausendwende gab es, ohne jeden Zweifel, eine Zeit, da machten die Italiener keine Tricolore mehr an ihre Räder, sondern die Europafahne. Das war die Zeit einer Euphorie und der Überzeugung, dass die Einigung Vorteile für alle bringen würde. Es war in 50 Jahren etwas entstanden, das nun noch besser und schöner und gemeinschaftlicher werden sollte. Weil es eine goldene Zeit für Europa war. Zumindest aus der deutschen Provinz betrachtet.

mlx

Was in diesen Zeitläufen in Europa gern übersehen und mit der Behauptung “Friede und Freiheit seit 70 Jahren“ übertüncht wird: In meinen Geschichtsbüchern etwas anderes. Dort kann ich nachlesen, dass zwar tatsächlich Frieden in Europa mit Spanien und Portugal herrschte. Aber dort herrschten ohne Freiheit bis 1977 der Franqismus und 1974 das Salazar-Regime. Griechenland litt bis 1949 unter einem Bürgerkrieg, danach unter einem autoritären Regime und von 1967 bis 1974 unter einer Militärdiktatur, die von den anderen NATO-Mitgliedern gerne toleriert wurde.

mlr

Auch mit dem Frieden in Europa ist das so eine Sache: Italien stand eine Weile am Rand des Bürgerkriegs, Frankreich führte den Algerienkrieg und Indochinakrieg, Spanien den Krieg in der Westsahara, und Portugal mehrere blutige Kolonialkriege. Gerne unterschlagen wird auch der Umstand, dass Grossbritannien 1961 dem EU-Vorläufer EWG beitreten wollte, und die Verhandlungen darüber 1963 abgebrochen wurden – auf Druck von Frankreich. Das alles verantworteten nicht die Menschen. Das waren eindeutig die Regierungen.

mlm

Es ist nach meiner bescheidenen Meinung offensichtlich, dass in den letzten 20 Jahren in dieser Hinsicht einiges auch nicht funktioniert hat. Der Brexit ist da nur die etzte bittere Wahrheit, vor den man nicht die Augen nicht mehr verschliessen kann. Ein Volk nimmt sein Recht zur Selbstbestimmung in Anspruch, lehnt eine Organisation ab, und wird seitdem in den Medien übel dargestellt. Es seien die Alten gewesen. Jüngste Umfragen aus meiner anderen Heimat Italien zeigen, dass die europafeindlichen Parteien Lega Nord und Cinque Stelle fast 50% der Stimmen bekämen. Und die wählen vor allem die Jungen.

mla

Nationalismus mag in Italien noch eine kleine, verdutzte Wahlsiegerin in Turin sein, die auf einmal eine Schärpe mit der Tricolore trägt. Nationalismus ist aber auch der Versuch eines Mitgliedslandes der restlichen Gemeinschaft seine Asylpolitik aufzudrücken, im Namen des humanitären Imperativs. Nationale Interessen spielen bei Sparvorgaben eine Rolle, an die sich das Einpeitscherland Deutschland selbst lange nicht gehalten hat. Der alte Nationalismus war mörderisch bis zur Selbstaufgabe und brutal, der neue Nationalismus möchte von Sachzwängen diktiert werden, und alternativlos einfach so passieren. Früher brachte man sich freiwillig für die Nation um. Heute stirbt man in Griechenland an unabänderlichen, medizinischen Versorgungsengpässen und zur Begleichung von Staatsschulden.

mlh

Es ist leicht, auf Boris Johnson und Falage zu deuten und ihnen den alten, wohlbekannten Nationalismus vorzuwerfen. Da fällt mir ein: Haben die anderen europäischen Länder eigentlich schon ihre Zusagen aus dem Resettlementprogramm erfüllt, mit dem Italien und Griechenland um zehntausende Flüchtlinge entlastet werden soll… Nein? Es waren nur ein paar hundert? Das mag auch etwas mit nationalen Interessen zu tun haben. Die Briten haben den Fehler gemacht, den alten Nationalismus zu wählen, wo es doch so viel schönere und geräuschlose Möglichkeiten gibt. Das wirft man ihnen nun vor.

mle

Dabei haben sie sich nur gegen eine Institution europäischer Länder entschieden. Ob das irgendetwas an ihren Gefühlen zum gemeinsamen Kontinent ändert, weiss wohl niemand so genau. Vielleicht wollten die meisten wirklich nur wieder etwas mehr direkte Kontrolle, was angesichts des Geschachers um Ceta und den Parlamentspräsidenten Schulz momentan nicht ganz unlogisch erscheint. Möglicherweise haben sich manche auch nur für den ehrlichen, alten Nationalismus anstelle des neuen, fremdbestimmten Nationalismus der EU entschieden, denn so, wie die Briten gerade schlecht geredet werden, klingt das schon etwas nach EU-Nationalismus.

mlq

Das ist bemerkenswert wenig Vertrauen in über 70 Jahre Nachkriegsgeschichte und Annäherung, die die Menschen selbst vollbracht haben. Was passiert eigentlich, wenn der Brexit gut geht, man saubere Lösungen findet und die Immobilienblase in London nach ihrem Platzen das Wohnen für die Massen billiger macht? Vielleicht möchte man sich dann entschuldigen, weil der Brite immer noch gern an die Riviera fährt, und Silberkannen günstig nach Deutschland verkauft. Man hat sich 70 Jahre schätzen gelernt. Als Europäer glaube ich nicht, dass die Zuneigung wegen eines Brexits reversibel ist. Es trifft nur die EU. Aber vielleicht ist Europa als Lebensraum der Menschen inzwischen auch stark und friedlich genug, um die EU für das gute Miteinander – was die Menschen letztlich merken – gar nicht zu brauchen.

mld

Offenlegung: Natürlich kaufe ich angesichts des Pfundkurses gerade wieder wie blöd britische Silberkannen unter dem Materialpreis.

67

339 Lesermeinungen

  1. Danke, fuhr diese Gedanken.
    Genau diese Dinge gehen mir auch durch den Kopf. Ich finde, dass die EU-Politiker*_innen viel zu viel wollen. Es ist genau das Europa der 80er- und 90er- Jahre, das ich mir oft zurück wünsche.

    Schönes Wochenende!

    • Ebenso!

      Irgendwann sind die falsch abgebogen und kümmern sich nnicht um Prozesze. Das wird hoffentlich anders.

    • Titel eingeben
      Ja, ich schliesse mich dem an.
      Das war das Europa, für das ich mich begeistern konnte
      und das erhaltenswert war.
      Ich glaube leider kaum, dass wir dorthin zurück finden
      werden.

    • Was ist an "Nation" eigentlich per se schlecht?
      Ich weiß nicht, was an diesem Begriff schlecht ist. Was ich allerdings schlecht finde, ist die Raserei, die viele Deutsche umtreibt, wenn sie ihn hören. Jetzt darf man nicht einmal mehr die Fahne der Weimarer Republik im Vorgarten aufhängen, ohne gleich als Nationalist, gar als Nazi, bezeichnet zu werden. Manchmal frage ich mich, was die Leut‘ im Geschichtsunterricht gelernt haben. Viel scheint es jedenfalls nicht gewesen zu sein.

      Noch schlimmer sind diese Super-Europäer*_innen, von denen wir in Deutschland mittlerweile so viele in der Politik und in den Medien sitzen haben, dass man denkt, man soll wieder zu seinem Glück gezwungen werden, wie in den „schönen“ zwölf Jahren des tausendjährigen Reiches.

      Der Gleichschritt, mit dem diese Super-Europäer*_innen wie Schulz, Brok, Harms, Schäuble und Oettinger voranpreschen ist geradezu gruselig. Warum können wir europäischen Völker nicht weiterhin unsere Besonderheiten pflegen, Migranten nach unseren nationalstaatlichen Maßstäben aufnehmen und integrieren (natürlich den Nachbarn wie Italien dabei helfen) und so vernetzen, dass eine bedeutende Eigenstaatlichkeit für jedes Mitgliedsland der EU übrig bleibt? Wieso reden jetzt gerade die Deutschen von noch mehr Europa? Ich bin mir sicher, dass gerade unsere französischen, belgischen, niederländischen, luxemburgischen und italienischen Nachbarinnen und Nachbarn das nicht wollen. Das Letzte, was die wollen, ist aus BRÜLIN regiert zu werden.

      Was ist übrigens aus der deutsch-französischen Freundschaft geworden? Die hat Frau Merkel so ziemlich „kaputt gespart“. Ich kann es kaum glauben, wie sehr ihre mecklenburgische Seele hier viele Konstanten der Bonner Republik über den Haufen geworfen hat.

      Wir werden jetzt – wieder – aus Berlin von einer preußischen Kanzlerin regiert und das Schlimme ist, man merkt es überall. In Berlin marschieren wieder die Stiefel der schlauen Deutschen und jeder von uns in der katholischen Provinz weiß doch, dass es dann wieder bergab geht. So war es immer schon. Mit den Berlinern kommt das Unglück …… aber sie haben so schöne Uniformen an ………

    • Lieber Münsterländer,
      Sie wünschen sich wie viele die EWG vor Maastricht zurück. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt hat sich von 1991 bis 2015 rund verdoppelt. Wenn diese hundertprozentige Steigerung nur zu einem Drittel auf die Vergrößerung und Vertiefung der EWG/EU zurückzuführen ist (das halte ich für eine zurückhaltende Schätzung), dann würde eine Rückkehr zum Status quo ante Maastricht eine Wirtschaftsschrumpfung um 17 Prozent bedeuten. Erinnern Sie sich noch an die Verwerfungen als die deutsche Wirtschaft im Jahr 2009 gegenüber 2008 um den Bruchteil eines Prozents schrumpfte? Wollen Sie wirklich testen wie sich das mit minus 17 anfühlt?

    • Bruttoinlandsprodukt
      Soll ich nun stolz darauf sein, Tarifkenner, dass sich eine rechnerische Größe in der deutschen Volkswirtschaft durch EU/Euro verdoppelt hat?

      So wie fallende Arbeitslosenzahlen? Die einfach dadurch entstehen, dass man aus 5 Millionen alle rausrechnet, die in einer Umschulung sind, sich nicht regelmäßig persönlich beim Arbeitsamt vorstellen:
      https://www.youtube.com/watch?v=Pb7QbK6ke40

      Zurück zum Bruttoinlandsprodukt:
      Was bedeutet das also? Dass nominal doppelt so viel ausgegeben wurde.
      Da ist also in reinen Nummern doppelt soviel Durchsatz wie vor … naja, vielen Jahren. Das sagt doch überhaupt nichts aus über die Waren und Dienstleistungen selbst; geschweige denn, zwischen wem diese geflossen wären. Also ob 3 Million am unteren Ende der Skala pro Jahr 1000 Euronen mehr ausgeben können, oder 1000 am oberen Ende 3 Millionen pro Jahr mehr in der Tasche haben.

    • Danke, für Ihr Feedback, Tarifkenner
      Aber sind Sie nicht auch der Meinung, dass diese Zahlen teuer erkauft wurden? Wir bezahlen und vor allen Dingen die anderen Europäerinnen und Europäer zahlen doch jetzt den Preis für diese schnelle Wachstum, das meiner Meinung nach auch nur durch entfesselte Finanzmärkte möglich war. Was soll also solch ein wirtschaftlicher Fortschritt, der – bis jetzt – gut für Deutschland war, aber ganze Staaten am Rande der Peripherie in einer wirtschaftlichen Schieflage zurücklässt?

      War die Einführung des Euro letztendlich nicht ein einziger riesiger Kredit, den die „reichen“ Euroländer jetzt zurück zahlen müssen?

  2. Jedenfalls ziehen ja viele Menschen verrückte Gedanken schwierigen vor
    Gut beobachtet und wunderbar beschrieben.Der Mann ohne Eigenschaften klingt ähnlich. Leider wie immer am Schluss von Idealis- und Humanismus wieder eingefangen.
    Nun denn, ich beobachte eine fehlende Tragfähigkeit der Nation. Vielleicht war diese schon 1919 nicht mehr gegeben. Die Moderne lässt sich seitdem nur noch mit tiefergehender Differenzen konterkarieren.
    Der weiße Mann war und ist da eine funktionsfähige Basis. Und wenn man die Entwicklung in den USA spätestens seit gestern beobachtet, dann könnte sich da eine Linie von Afrika nach Arabien in Differenz zum Rest der Welt ergeben.
    Die wirklich interessante Frage dabei ist, ob die Kriege gegen die Moderne der Logik der Moderne folgen.

    • Amerika erscheint mir – gar nicht mal wegen Trump -gruslig. So viel Hass, so viel übler Aktivismus, so wenig Verständnis.

    • A little piece of you, The little piece in me, Will die ...for this is not America...shalalalala
      Amerika war und ist das Monster der Moderne. Minimalste strukturelle Kopplung von Recht, Wirtschaft und Politik. Folglich ein unendlicher Dauerkonflikt der tagtäglich ausgehandelt werden muss. Riesige soziale Nachteile um einen riesigen Vorteil zu garantieren: maximale Freiheit für Spezialisierung.
      Nix für einen Don. Wer hier im Deutscheland der 80er Jahre Sozialisation erfahren durfte, der erlag dem Glauben, dass dieser kurze Moment der Zeit, dieser perfekte Zustand einer strukturellen Kopplung aller Funktionssysteme, die sogenannte „Deutschland AG“, dieser maximale soziale Frieden, Ewigkeit beanspruchen könnte.
      Dem ist nicht so. Der Vorteil der Einheitlichkeit verlor sich sich im Nachteil der fehlenden Freiheit für Spezialisierung, die jungen Damen und Herren verloren sich in Genderstudiengängen und ließen sich vom perfekten System tragen, das Volk wurde fett und träge und dumm, und zugleich zerlegten Einwanderungswellen die das System garantiere einheitliche Sozialisation.
      Wir sind heute den Nachteilen des US Systems näher als je zuvor, ohne jedoch deren Freiheitsgrade gewonnen zu haben.
      Die USA überlebt jede Krise, aufgrund ihrer Flexibilität. Bei der BRD bin ich mir da nicht sicher.

      Was auch immer kommt, es wird nicht mehr so sein wie es einmal hätte sein sollen.

    • Daumen
      Wir sind hier sehr traditionell, und das gefällt mir.
      Manchmal vermisse ich aber doch, einen ‚Daumen hoch!‘ mit einem minimalistischen ‚click‘ aktivieren zu können.

      Dann muss ich tippen, so wie hier.
      Daumen hoch, Goodnight!

    • @Goodnight
      „Die USA überlebt jede Krise, aufgrund ihrer Flexibilität. ….“

      Ja, so wie ja auch Sparta jede Krise überlebt.
      Man muss von einer Art nietzschem Wahnsinn befallen sein um anzunehmen, dass primtives Schlägertum ewig siegen könnte.
      Russen und Chinesen haben auch Interkontinental Raketen und verstehen ebenso viel vom Cyber War wie die Amis. Wenn die Amis meinen sie könnten ihre eigenen Problem noch sehr viel länger durch die 21.Jahrhundert-Version von Kolonialkrigen lösen, gibts ein böses Erwachen.
      Das ist alles schon so verkommen, dass Wohlmeinende versucht sind denen einen Präsident Trump zu wünschen…

      Wann glauben sie lief im US TV zum letzten Mal das live auf Facebook ausgestrahlte Video der Ermordung des Schwarzen im Auto?
      Glauben so was würde nach Donnerstag nochmal gezeigt???

      Amerika wird von sich selber eingeholt… und ich schau es mir im Fernsehen an!

    • Abschottungspolitik vs. Global Shopping-Zone
      goodnight schrieb:
      „Wir sind heute den Nachteilen des US Systems näher als je zuvor, ohne jedoch deren Freiheitsgrade gewonnen zu haben.
      Die USA überlebt jede Krise, aufgrund ihrer Flexibilität. Bei der BRD bin ich mir da nicht sicher. “

      Hm. Wenn man sich die hochgradige Spezialisierung des US-Haushaltes anschaut, dann scheint mir die Frage der „Freiheit“ – der eigenen wie vor allem der von Dritten – gemessen an Art und Umfang dieser Spezialisierung implizit bereits beantwortet zu sein.

      vg

    • There is no such thing as tough. There is trained and untrained.
      Man sollte verstehen, dass in den USA die Gesellschaft nicht dem Menschen dient, sondern der Mensch der Gesellschaft.

      Es ist daher völlig egal, ob da ganze Familien auf der Straße landen. Das ändert nichts, vielmehr ist Scheitern und Leiden wesentlicher und notwendiger Teil des Gesellschaftsmodels.

      Hinter seiner Hollywood-Fassade ist die USA ein extrem auf Wettbewerb ausgelegtes Land. In einer Form, die wir uns hier nicht vorstellen können.

      Jeder wird dort von Geburt an aufs Überleben trainiert.
      Und deshalb wird das Land immer überleben.
      Weil es trainiert ist.

  3. Silbertandler
    Lieber Don Alphonso,

    „Dieser Text …. sollte daher nicht besonders beachtet werden“, daher heute auch nur ganz kurz.

    Bei Ihren Worten „Natürlich kaufe ich angesichts des Pfundkurses gerade wieder wie blöd britische Silberkannen unter dem Materialpreis.“ kam mir augenblicklich der Werbeslogan:“Geiz ist geil“ in den Sinn.

    Unabhängig davon wo man sich gerade auf der Werteskala von Lawrence Kohlberg einordnen mag, bewahrheitet sich doch mal wieder was Balzacs Vetter Pons sagte:

    „Wer sammelt, ist Millionär!“

    Seien Sie herzlich gegrüßt
    ObjectBe (objectbe.blogspot.com)

    • Nein, es ist einfach so, dass die Gelegenheit günstig ist. Billig ist das trotzdem nicht. Man muss kaufen, wenn die Kanonen donnern.


    • Und daß die Gelegenheit arg lange anhält, bezweifle ich. Also, wenn noch genug Platz im 2. und 3. Keller ist, dann bald mal los…

  4. Das ist eine wahre Gedächtnisauffrischung
    Lieber Don Alphonso,

    für diesen Artikel meinen ganz besonderen Dank.

    Als ideologieresistenter 73-Jähriger habe ich vieles erlebt, was eigentlich ins Panoptikum gehört, aber das alles ist die Grundlage für die heutige Vertrottelung. Nein, es gibt kein Fundament mehr. Wäre ja auch zu fundamentalistisch.

    Für alte Autos habe ich kein Faible. Dazu eine kleine Anekdote. Meine Frau und meine Tochter malten sich einen 15-Millionengewinn aus. Plötzlich drehte sich meine Tochter zu mir um und sagte: „Du würdest Dir noch nicht einmal ein gescheites Auto kaufen.“ Das entsprach damals durchaus nicht der Wirklichkeit. Mein Traum damals wäre ein Renault Espace gewesen, um die 35 000 Mark teuer und weit außerhalb meiner finanziellen Reichweite. Aber er imponierte mir, ein Griff und ein überzähliger Sitz konnte entfernt werden. Rein praktisch mußte ein Auto sein, wenn man schon keinen Diener hat.

    Gibt es den Espace außerhalb eines Automobilmuseums überhaupt noch?

    • Ich weiss von einem im Keler bei Audoi, den sie testweise zerlegt und zusammengebaut haben. Trotzdem ein wahnsinni9g schickes Auto damals.

    • NOstalgie....
      Ha! Lange vor dem Espace, mein erstes Auto! #438! Wenn es die Version mit der Weltkugel vorne ist!
      Freitag mittags vom Arbeitskollegen gekauft, nachmittags auf der BAB nach Stuttgart ausprobiert…. und in Paris übernachtet! Mit den Hippies, in dem Gartenstreifen zwischen Notre Dame und der Seine, bis wir von einem freundlichen Gärtner um Punkt sechs geweckt wurden.
      (Für jüngere Jahrgänge: damals konnte man noch fast überall problemlos parken… das ist die Wahrheit! Ehrlich, das gabs mal!)

    • Espace
      Einen Renault mit dem Namen Espace gibt es noch – muß mittlerweile etwa die fünfte Generation sein. Allerdings ist er mittlerweile halt „nur noch“ ein mittelgroßer Van unter etlichen anderen und auch stilistisch eher Durchschnitt. Als Entschuldigung könnte man anführen, daß Renault mit extravagantem Design meistens schlecht ankam: die „Coupe-Version“ des Espace etwa, der Avantime, ist außerordentlich elegant – und verkaufte sich quasi gar nicht.
      Ein hübsches Foto des ersten Espace zeigt ihn neben der Schnauze des ersten TGV – da gibt es eine deutliche Ähnlichkeit.

  5. Bewundernswert passt sich Don Alphonso jeder Zeit und Situation an.
    Wohl ausgeglichen in seines Lebens Mitte zu verweilen, bei Motorklang und -gestank, bei wohl fundierten Betrachtungen zu Krieg und Frieden wie zu Recht und Gerechtigkeit, ist dieser Beitrag wieder ein Beispiel dafür, sich nach genauem Studium der Marktgegebenheit und -gelegenheit – na was wohl? – sich mit Stil und Anstand und bei Gebot der Guten Sitten zu bereichern. An britischen Silberkannen unter dem Materialpreis.

    Derweil TDV in diesem Forum – wie nahezu jede Woche? – klagen wird, … „Es sind die Blöden, die IMMER die grosse Mehrheit sein werden…“ wird die von Weisheit gesegnete Minderheit beispielsweise nach dem Schatz gesammelter Rennrad-Antiquitäten nun die Regale mit Silberkannen schmücken.

    Ob dieser Wendung der Weltgeschicke ins klamaukhafte Komische hat Don Alphonso die schönste Seite von Unterhaltung geschafft, mich lächeln zu lassen. Das ist viel wert, mehr noch als Räder, die mich bald gen Moskau rollen lassen, und Silber, mehr als düster umwölkte Zukunft, die ohnehin nicht zu ändern, doch mir so erscheint – zur Zeit und die Zeit zuvor schon:
    http://n0by.blogspot.de/2016/07/von-infantilisierten-idioten-und.html

    • Freut mich. Es ist halt nur Geplauder,

    • Bei der wahrheit bleiben noby, bitte!
      „Derweil TDV in diesem Forum – wie nahezu jede Woche? – klagen wird, … „Es sind die Blöden, die IMMER die grosse Mehrheit sein werden…“ “

      Ich beklage mich niemals darüber, ich muss halt „nahezu jede Woche“ wieder feststellen, dass die allermeisten Herrschaften hier in ihren regelmässigen Anfällen politischer Korrektheit es peinlichst vermeiden, diese banale Wahrheit auszusprechen.

      DARÜBER klage ich, nicht über die Dummheit.
      Ich klage ja auch nicht über das Wetter, oder?

    • Geht noch
      ein bißchen manirierter?

  6. Con tanto talento
    Ach, schon wieder unscharfe Kalotypien dieser Spenglerarbeiten mittelbegabter italienischer Karrosseure. Wie öde – irgendein emilianischer Handwerker nimmt vier Räder, einen emmentalerhaft durchlöcherten Leichtmetallklotz, packt perlendes Ventilspiel obendrauf, setzt hintendran einen Auspuff, der schon im Neuzustand durchgerostet klingt, schneidert ein tailliertes Blechkleid drüber (Cola-Flasche!), und schon ist sie fertig, la bella macchina. Wie gut, daß man bei uns inzwischen darüber hinausgewachsen ist, die beiden 356 im Foto oben wären heute undenkbar. Rometsch, Deutsch, Autenrieth, Hebmüller, Karmann – alles Handwerker, alles tempi passati. England produziert keine Dampfmaschinen mehr, sondern Finanzprodukte, und Deutschland produziert keine Karrosserien mehr, sondern wohlfeile Moral, die man in alle Welt exportieren möchte. Kürzlich war sie wieder zu bewundern, hier in ihrer feministischen Ausprägung, mit allem missionarischen Ernst und nagerhaften Fleiß:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-07/rechtspolitik-strafrechtsreform-nachlese-empoerung-fischer-im-recht/komplettansicht

    • Definiere Feministin: Tu dumm um zu kapieren, dass sie für den Rest aller Zeiten die argumentative nBorderlinerin ist, die im eigenen Magazin geschlachtet wurde. Für eine Handvoll Klicks.

    • Feministinnen ...
      Die Debatte verläuft wirklich verquer und dieses Aufheizen wird nichts bessern. Frau Stokowski argumentiert, wie eine junge Frau, die weiß, dass sie im Notfall darauf angewiesen ist, dass sich der andere nicht traut, übergriffig zu werden, eben argumentiert. Dass das Strafrecht in dieser Weise fruchtbar gemacht werden soll, kann man fachlich beanstanden. Aber man sollte vielleicht fairer Weise im Blick behalten, dass die junge Frau den Feminismus auch nicht erfunden hat; für den gibt es einen gesellschaftlichen Nährboden, der um einiges älter ist als sie und den haben auch Männer bereitet. Wenn sie sich also da ihr Rollenvorbild gesucht hat, macht sie auch nicht mehr falsch als viele andere junge Frauen. Die Kommunikation scheitert m. E. nicht primär an fachlicher Kenntnis/Unkenntnis, sondern an Erfahrung sowie verschiedenen Prioritäten und Zielstellungen; Frau Stokowski will allgemein für den Schutz von Frauen eintreten (und es wird auch häufig so dargestellt, als seien Zielkonflikte auf dem Weg dorthin lediglich auf Ressentiments zurückzuführen), Herr Fischer möchte lieber eine funktionierende Strafrechtspflege als Grundlage dessen.

    • Ich kann Ihnen gern mal die Stellen aus dem Hetzwerk feat Bejubeln einer Antisemitin raquskopieren, die gradewegs rassistisch und sexistisch sind. Ich sehe da strukturell wenig Unterschied zum handelsüblichen Thüringer Glatzkopf.

  7. SELBSTBEDIENUNG BITTE
    ja auch ganz ohne EU-kommission und ohne meinen lieblingskommissar OETI (zuständig für digitales und demenz) gelangte ich schon in frühen jugendjahren zum ruderaustausch ins damals noch idyllische Pontoise, von Camile Pissarro sind von dort viele schöne flusslandschaten verewigt worden………oder auf die meisterschaftsstrecke nach Vichy………wasser und wein, eine wohltat.
    und das, als hinweis an die junge unerfahrene generation noch mit zollkontrolle und währungsaustausch ! das sind doch petitessen !

    heute lesen wir entlarvendes:

    1. J.M. Barroso, der mann, der Portugal miswirtschaftete und dann von der gnade der lieben frau errettet EU-kommissionspräsident werden durfte…. und dann soviel zustandebrachte wie M.Goetze in einem ganzen turnier, ja der wird jetzt mal chairman und berater – sie erraten es – bei Goldman Sachs.

    2. tätschel-Junker will Schulz nicht missen, ja hier gilt der alte Wiener spruch aus dem Pfudl…….eine hand wäscht die andere, die dritte das gesicht, oder habe ich das im Ersten Bezirk im textilviertel gelernt ? oder haben die zuviel miteinander gesoffen, natürlich nur mineralwasser !?

    3. HappyHippo als ehemaliger – natürlich linker – verteidiger bestätigt leider wieder alle befürchtungen, der garant des scheiterns: der flinke Griezmann ist ihm doch mehrfach entwischt, klar: Griezmann kommt aus Macon, einer stadt die unter Karl Adam rudergeschichte geschrieben hat, das sog. Wunder von Macon. aber frage: wer im deutschen ruderverband kennt noch Karl Adam. ich habe jedenfalls mal seinen kleidungsstil übernommen.

    zu den bildern: autos und alte, weisse, gefährliche, ich denke dazu auch noch heterosexuelle und bei bedarf potente männer in ihren infantilen spielzeugen und penisprothesen, getarnt durch helme damit sie zuhause nicht erkannt werden, aber mit ihren heterosexuellen fantasien zur hölle fahrend:

    der 1600 GT Porsche ist leider etwas verschwommen……………….!
    sonst tolle bilder, ja wer die bilder sehen will, soll sich durch den text quälen, ja wie im richtigen leben, wer guten sex will, muss zuerst mal sublimieren, oder ??????????………….z.b. heute abend bei Cosi fan Tutte !

    oder doch nicht ?

    • Die waren halt noch brig und ich finde sie ganz hübsch, Und alte, weisse Männer sollte man sich in -friden anschauen, solange es sie noch gibt, Die Zukunft gehlrt Frauen, die auch mit 5 Kilo Photoshop noch wie Feministinnen aussehen,

    • Präsident - Präsident - Kapitalist
      nach dieser Nachricht
      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/kritik-an-wechsel-von-jose-manuel-barroso-zu-goldman-sachs-14333977.html
      kann man nur noch auf vernünftige Nationalisten hoffen, die solchem unwürdigen Postenschacher ein Ende bereiten. So wie Schröder den Niedergang der SPD beförderte, so werden Juncker, Barroso und Konsorten die europäische Idee eines Monnet, Adenauer oder DeGaulle zerstören.
      OLAF? Was soll das denn sein. Die einzige Institution, der ich noch einigermaßen vertraue, ist der Bundesrechnungshof.
      M.A.Titz

  8. Verantwortungsfluchtursachen
    Sätze wie in solides Metall gehämmert:

    „… Annäherung, die die Menschen selbst vollbracht haben“

    „Aber vielleicht ist Europa als Lebensraum der Menschen inzwischen auch stark und friedlich genug, um die EU für das gute Miteinander – was die Menschen letztlich merken – gar nicht zu brauchen“

    Respekt und Dank dafür, die zum „Friedensprojekt“ hochgejazzte EU mal ganz nüchtern zu betrachten!

    Europa ist kein „Projekt“, sondern die Lebenswirklichkeit eines von gemeinsamer Geschichte geprägten geografischen Raums, ein Flickenteppich unterschiedlichster Sprachen und Kulturen, die auf vielfache Weise ineinander verwoben und miteinander verbunden sind, nicht zuletzt durch die persönlichen Beziehungen der Bürger.

    Der deutsche militante Internationalismus, der sich die Schmähung alles Nationalen auf die Fahnen geschrieben hat und sich mit eben so großer wie lächerlicher Leidenschaft einem negativem Patriotismus hingibt, ist den Nachbarn befremdlich und nicht geheuer. Sie wittern, dass sich hier eine heuchlerische Kaste vorgeblicher Deutschlandverächter aus der geschichtlichen Verantwortung mogeln und sich mit der Schuld der eigenen Großväter nicht länger auseinandersetzen möchte.
    Widerlich und feige.

    • Ich wollte einfach mal weg vom Narrativ. dass die EU das gemacht hat. Das ist noch anmassender als die Behauptung, die CSU hätte Bayern gemacht. EU hat soviel mit meinem Europa zu tun wie Nazi mit Nationalspeise.

  9. Danke
    „so, wie die Briten gerade schlecht geredet werden, klingt das schon …nach EU-Nationalismus.“

    Da mich Autos nicht so interessieren, habe ich doch den Text gelesen- ich hoffe, Sie verzeihen mir.
    Diesem Text kann man nur zustimmen. Die fast schon bellizistische Rhetorik gegen GB ist fast schon anstößig antiintellektuell, ekelhaft allzumal!

    Daß sich jetzt Franzosen und Italiener begnadet fühlen, den großen europäischen Würfel zu werfen, sollte den Deutschen, die bis zum Anschlag in der Suppe sitzen (ohne es merken zu wollen) schon zu denken geben.

    Die Briten haben allein mit dem Brexit jetzt schon mehr positiven Impuls für Europa gegeben als die Italiener während ihrer ganzen Mitgliedschaft und die Franzosen während der meisten Zeit.

    Farage wird übrigens nicht wie Falafel geschrieben

    • Das grosse Würgen über den Brexit ist nach meinem Wissen übrigens eine vor allem deutsche Spezialität.

    • Wen wundert es?
      Die Deutschen (also das, was hier so ex kathedra noch als „deutsch“ akzeptiert und nicht als „Pack“ diffamiert wird) haben sich ja Europa als Ersatznation erkoren und werden dann in ihren Sprechrohren wie Schulz,Roth, KGE, Schäuble usf. richtig hässlich, wenn jemand da nicht mehr mitspielen will.
      Die Südländer hingegen meinen, jetzt ohne GB an der großen Ablassschraube drehen zu können. Warum sollten die dazu schon jammern?

    • Eine FAZ-Spezialität, um genau zu sein
      Aber die Propaganda wirkt, und zwar stark.
      .
      Es gibt so eine Schicht von Intellektuellen und Funktionsträgern, die EU mitsamt Parlament und Kommission für eine globale Macht des Guten halten und den Brexit als Unfall erleben, den man bald wieder ausbügeln wird. (Narrativ: Die Verantwortungslose Demagogen wollten nur spielen und haben selbst nicht an ihren Erfolg geblaubt. Das betrogene Volk wird sie davonjagen und reumütig zur EU zurückkehren).
      .
      Aus deren Sicht läuft es so: Die jungen Menschen, denen die Zukunft gehört, denken heute alle fortschrittlich und human, und Seehofer oder Brexit verkörpern das letzte Aufbäumen des untergehenden Alten.
      .
      Kein Medium predigt das so aggressiv wie die FAZ.

    • Das stimmt nicht, die ZEIT und SPON sind da wirklich totalitär in ihren Ansichten.

      Die FAZ nat nur ein aar Leute schreiben lassen, die mehr als vier Wörter in einem Satz unterbringen.

    • FAZ?
      Ich sehe ja, dass Sie das schreiben müssen, Don Alphonso. Das gebietet der Anstand, und der gefällt mir bei Ihnen!
      Es stimmt auch dass SPON und Zeit totalitär in den Ansichten sind.
      Es stimmt aber auch, so wie HM555 richtig feststellt, dass kein anderes Medium ein derartiges Dauerfeuer verschickt hat.

      In NL und FR habe ich die Berichterstattung nicht grundsätzlich anders erlebt, allerdings tatsächlich weniger vehement in der Häufigkeit.
      Allerdings das Mutterschiff uns tatsächlich verwöhnt.

    • Vielleicht habe ich zu wenig gelesen und manches ignoriere ich auch, aber was ich las, war schon in der jeweiligen Sicht fundiert. Unterschrieben hätte ich es nicht, wobeu völlig klar ist, dass die Wirtschaft entsetzt ist.

      Sollte dieser Beitrag erneut nicht auf die Hautseite kommen, dann gibt es da wohl echte Vorbehalte, siehe letzter Beitrag. Man wird sehen.


    • Das grosse Würgen über den Brexit ist nach meinem Wissen übrigens eine vor allem deutsche Spezialität

      Es ist schon auch verständlich, denn dadurch erhält die EU eine Unwucht, und es bleibt noch viel mehr an den Deutschen hängen.
      Nur sollte man sich unterstehen, zu meinen, man könne die oberen Instanzen des GB von dieser Entscheidung „noch abbringen“. Das verkennt die Heiligkeit der prozeduralen Tradition in GB.

      Das Ausscheiden von GB ist übrigens eine weitere „Verostung“: ein Stück Westeuropa fehlt zukünftig und hat sich ins Draußen aufgemacht.

    • Na, vor allem haben die anderen jetzt einen noch mächtigeren Partner.

  10. Das alte Europa
    Ja, Europa’s gesellschaftliche Eliten waren immer gute Europäer. Mit Geld und internationalen Verbindungen war es nie ein Problem, grenzüberschreitend Villen und Etagenwohnungen zu kaufen oder den Nachwuchs nach Eaton, Salem und dann nach Oxford oder vielleicht für ein Jahr auf die Scuola Normale zu schicken. Wie man es ja sehr schön an den chinesischen princelings sehen kann, sind Geld und Kapital per se international. Deshalb brauchen Leute wie Sie und ich auch keine EU. Unser Geld nimmt man überall gern, und den lästigen Papierkram erledigen unsere Anwälte.

    Wer aber sich aber als britischer Arbeiter in der Provence zur Ruhe setzen möchte oder als Durchschnittsstudent in St. Andrews oder Bologna ein Erasmus Jahr machen will, braucht die EU sehr wohl, denn ohne Freizügigkeit und freien Warenverkehr ist das mit dem internationalen Leben für Durchschnittsbürger so eine Sache. Und da man für ein internationales Leben Regeln braucht, ist die EU in Europa gegenüber der WTO ein Riesenfortschritt. Dass die tausenden Regeln die das internationale Leben regeln nun mal irgendwo verhandelt müssen, ist Ihnen vielleicht nicht klar und ebensowenig, dass die EU da extrem demokratisch und effizient ist. Denn wir haben es eher mit einem hellenistischen Bundesstaat wie dem achaischen Koinon zu tun als mit einer sowjetischen Föderation.

    Aber Ihnen würde der Untergang der EU – genauso wie Johnson, Gove, Cameron oder mir – persönlich nichts ausmachen, ganz im Gegensatz zu den Plebejern die sich im Namen der Freiheit für Referenden begeistern lassen, die sie ihre wirtschaftliche Existenz und Freizügigkeit kosten werden. Also immer nur weiter so. Denn für unsereins bleibt die Welt gross, international und spannend.

    • Man würde dann eben andere Mittel der Kooperation suchen und finden, einfach weil sie nützlich sind, Der Kontinent ist global gesehen vorne. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass er das nicht könnte, nur weil in Brüssel ein paar Demokratiefeinde winseln.

    • Johnson stand am 23. Juni
      aschfahl vor der Presse und beschwor Europa’s Einheit in seiner Torygraph-Kolumne, weil er weiss, dass es extrem schwierig ist und viele Jahre dauert, neue Formen der Kooperation auszuhandeln. Die Verhandlungen über das Ceta-Abkommen mit dem kleinen Kanada dauerten sieben Jahre. Europa kann seine hohen Standards nur halten, weil die EU der weltgrößte Wirtschaftsraum und damit der wichtigste Weltmarkt ist, der es sich leisten kann, seine eigenen Regeln zu schreiben. Sobald die EU verschwindet, ist es mit der Regulierungsmacht Europas vorbei und die USA und China werden die europäischen Kleinstaaten dazu zwingen, als Gegenleistung für Marktzugang ihre Standards anzunehmen. Das blüht jetzt auch der britischen Finanzindustrie und alles britischen Industrien, für die bislang Sonderregelungen galten.

      Als klammheimlicher AfD-Mann müssen Sie natürlich sagen, dass die EU undemokratisch sei, aber das ist sie natürlich nicht. Alle Verträge werden von demokratisch gewählten Regierungen ausgehandelt, alle Kommissare von demokratisch gewählten Regierungen ernannt und wenn es sie vexiert, dass die EU-Beamten nicht demokratisch gewählt sind, erlaube ich mir, sanft darauf hinzuweisen, dass das deutsche und bayrische Beamte auch nicht sind.

      Mann kann Schulz und Junker grauenvoll finden (wie ich selbst), aber ihr Geschwätz ist Ausdruck ihrer Machtlosigkeit, nicht ihrer Stärke.

      Wuerden Sie ein bisschen von politischen Realitäten verstehen, wüssten Sie, dass sich internationale Beziehungen nicht von jetzt auf gleich organisieren lassen, weshalb die Brexit-Verhandlungen auf mindestens auf zwei Jahre angelegt sind und das ist sehr knapp bemessen. Echten Freihandel können sich nur Stadtstaaten wie Hongkong und Singapur leisten und deshalb müssen zehntausende Vereinbarungen getroffen werden, bevor auch nur ein Schokoriegel oder eine Dienstleistung grenzüberschreitend verkauft werden kann. Einem 65 Millionen Einwohner-Land wie Großbritannien fehlt dafür qualifiziertes Personal – und das bei einer grossen diplomatischen Tradition. Was glauben Sie würde da aus einem Land wie Italien werden? Im Gegensatz zu den Briten können die keine Amerikaner oder andere Muttersprachler aus dem Ausland rekrutieren (was die Briten jetzt tun).

      Und wenn Sie mal nach Ostasien kämen, würden Sie sehen, warum man von einem asiatischen Jahrhundert schreibt und die Merkel öfter nach Peking als nach London fliegt.

    • „klammheimlicher AfD-Mann“? Meinen Sie mich? Der sein Lebtag lang nur linke Parteien gewählt hat?

    • Siberputztuch
      Immerhin anerkennen Sie, dass Silberkannen kontinuierlich geputzt werden müssen, um ihren Glanz zu erhalten.Das muss ja jemand machen.

      Aus sicherer Quelle weiß ich, dass Millionäre fast auf die Knie gehen, um eine der limitierten Handtaschen für die Liebste zum Kleinwagenpreis zu ergattern. Anscheinend benehmen sie sich, wie Gören vor der Kasse, wo die Lollies liegen – egal, ob Araber, Russe oder so.👜
      Somit sind sie auch Sammlerobjekt. Sammelt denn keiner von Ihnen Musikinstrumente?🎻 Immer nur 🖼 und 📈?

    • Es gibt immer mal ein verregnetes Wochenende. Samstag Silber, Sonntag Kronleuchter.

    • Jaja Don, wir werden verkannt
      „ich? Der sein Lebtag lang nur linke Parteien gewählt hat?“

      Und mich beschimpft man immer als Linken …wo ich doch AfD-Anhänger bin .
      Das Leben ist absolut grausam in diesen Dingen!

    • Das Schlimme ist, wenn jemand nicht linientreu ist. Da wird man schnell der anderen Seite zugeschlagen – im Faschismus aller Art

    • Schöööööön !
      Welch ein Satz! „Es gibt immer mal ein verregnetes Wochenende. Samstag Silber, Sonntag Kronleuchter.“

      Ich bin immer wieder verwundert warum die meisten so grosse Probleme damit haben endlich mal zu erkennen und zu akzeptieren, dass diese Einteilung in Links und Rechts vor langer, langer Zeit mal verstorben ist.
      Merkel sagt, die dürfen alle kommen, und Wagenknecht sagt, wir brauchen eine Obergrenze!
      Man wundert sich kurz…. aber macht genauso weiter wie bisher….

    • Titel eingeben
      „Aber Ihnen würde der Untergang der EU – genauso wie … mir – persönlich nichts ausmachen, ganz im Gegensatz zu den Plebejern die sich im Namen der Freiheit für Referenden begeistern lassen, die sie ihre wirtschaftliche Existenz und Freizügigkeit kosten werden.“

      Ach herrjeh. Verlierer wären wohl vorrangig die versammelte EU-Lobbyisten- und Beamten-Liga. Die Plebejer dagegen wissen, daß es ein Leben vor der heutigen EU mit ihren zahlreichen wie verschlimmbessernden Rettungsschirmen gab, und dieses Leben war in vielerlei Hinsicht nicht nur ein deutlich besseres. Es war allem voran dem Frieden in Europa weitaus dienlicher. Wenn ich mir nur alleine anschaue, in welchem Verfahren der Mogherini-Posten jeweils „gekürt“ wird und welche Rolle dieser Posten im Europäischen „Friedensprojekt“ jeweils spielte, dann muß man schon ziemlich lebensmüde sein, an solchen undemokratischen und vor allem undurchsichtigen Zuständen weiter festhalten zu wollen. EIN wenig genannter Grund für das Brexit-VOTUM – mehr war es ja nicht und wird es nach meiner bescheidenen Meinung auch nicht werden – einer der Gründe war jedenfalls auch, mit dem Brexit die letzte Chance zu sehen, sich nicht in einen Krieg hineinziehen zu lassen.

    • Titel eingeben
      Bertie Wooster sagt:
      „Sobald die EU verschwindet, ist es mit der Regulierungsmacht Europas vorbei und die USA und China werden die europäischen Kleinstaaten dazu zwingen, als Gegenleistung für Marktzugang ihre Standards anzunehmen. “

      Der war gut. Mit Ceta und TTIP geht es trotz „Regulierungsmacht“ Europas also um etwas anderes als um das Hineinzwängen in „Standards“, die mittels spezialisierten Groß-Kanzleien hier dann auch den letzten Rest Alt-Europa in den Orkus blasen werden? Und über Gegenleistungen für Marktzugang könnten ihnen all die Mittelständler und Konzerne, die in z.B. Asien, aber auch USA einen Fuß in den Markt setzen wollen, ebenfalls das eine oder andere wirtschafts-politische „Anekdötchen“ erzählen. Mit dieser Argumentationskette locken Sie niemanden mehr hinter dem Ofen vor.

      „Das blüht jetzt auch der britischen Finanzindustrie und alles britischen Industrien, für die bislang Sonderregelungen galten.“

      Unsinn. Ganz im Gegenteil wird es im Sinne der „Markt-Beruhigung“ eine mehr als weiche Landung geben. Darum kümmert sich aus lauter Eigen-Interesse schon hinreichend der große Bruder, der seinen wichtigsten Partner jenseits des Atlantiks aus guten Gründen bei der Stange zu halten gedenkt. Wie besorgt man gerade dort ist, lesen Sie z.B. hier …
      http://derstandard.at/2000040758063/Brexit-Thema-dominiert-den-Nato-Gipfel

  11. die Menschen im Mittelpunkt
    Oh, Don!
    Das ist der Kern Europas – die Menschen!

    Seit es persönliche Bindungen im persönlichen Austausch gibt, lachen, lieben und streiten wir wie Individuen es tun. Es endet vielleicht im schlechten Fall in Trennung und Distanz – aber es gibt eben überall auch Sympathische, dann wenden wir uns diesen zu. Die ideologischen Überhöhungen jedenfalls entfallen – und ihre unmenschlichen Gruppeneffekt mit all ihren Grausamkeiten. Die Regierungen eben im Zweifel das Fußvolk austragen und erleiden lassen – der Sache wegen!

    Darum plädiere ich für nur dies:

    Die EU muss fast einzig eine Aufgabe wahrnehmen: den Jugend-, Kultur- und Bildungsaustausch möglichst vieler junger Menschen zu fördern. Genau dies jedoch bleibt seit jeher ein unterfinanziertes Randthema mit ca. 0,5% EU-Budget…

    Bleiben wir Bürger gefragt.

    Und da wünsche ich mir – könnte solch ein Oldtimer-Rennen doch einmal in Russland touren! Könnten viel mehr Russen uns in all unseren Ländern nur kennenlernen – und wir sie.

    Dann wären die Regierungen bald nicht mehr diejenigen, die unsere persönlichen und menschlichen Grenzen missachten und missbrauchen könnten.

    • keine reine Geldfrage
      „Die EU muss fast einzig eine Aufgabe wahrnehmen: den Jugend-, Kultur- und Bildungsaustausch möglichst vieler junger Menschen zu fördern. Genau dies jedoch bleibt seit jeher ein unterfinanziertes Randthema…“

      Wenn ich recht informiert bin, geht der Schüleraustausch mit Frankreich, unserem mit Abstand wichtigsten Nachbarland, immer mehr zurück, und damit auch der Spracherwerb und das Kennenlernen einer anderen Kultur. Und das nicht alleine wegen Geldmangel, sondern nach meinem Eindruck aus Desinteresse. Der Austausch mit abgelegenen englischsprachigen Ländern (Australien, USA,…) ist dafür kein Ersatz, mit denen sitzen wir vereinfacht gesagt nicht im gleichen Boot, im Gegensatz zu unseren direkten Nachbarn.

    • Kommt darauf an. Meine Nachfolger fahren sehr viel öfters mit der Schule ins Ausland. Wir waren einmal inRomund einmal mit dem Schultheater in Frankreich, Heute sindsie vier mal unterwegs, Rom, Frankreich, England und Osteuropa.

    • unterwegs
      sind sie schon, die Jungen, heutzutage.
      .
      Wenn so ein Auslandsaufenthalt dem Spracherwerb dienen soll, braucht es ein Jahr. Mindestens.

  12. Hallo Don...
    Es gibt viele Arten von Besessenheit, Leidenschaft, Eitelkeit, Sucht…
    Sie alle können tödlich sein. Politische Besessenheit kann
    viele Tote fordern.
    Silberkannenbesessenheit…?

    „Europäischer Nationalismus“ von der Handgranate bis zur Asylquote.
    „Besessenheiten“, „Eitelkeiten“, „Leidenschaften“, „Süchte“,…
    von der Handgranate bis zur Intelligenzquotientenquote…
    von der Geburt bis zum Tod sind sie als unreife Schieflage…
    als unreife Lebenraserei, als Leben-Geschwindigkeitsrausch…
    als Verteidigung ungleicher Soziallebenbasen,…
    als stolpern und hinfallen…zu erkennen.
    Irgendwann begreift vielleicht jeder das Menschheit „Das Ganze
    ist die Mitte“ bedeutet und nur „Menschen in der Mitte, im Geistgleichgewicht, das Ganze in der Mitte, im Gleichgewicht, bedeutet. „Geist-Gleichgewicht-Reife-Bildung“, „humane Vernunftpotenzquote“ fehlt.

    • Doch... da könnte was dran sein...
      „Irgendwann begreift vielleicht jeder das Menschheit „Das Ganze
      ist die Mitte“ bedeutet …. bedeutet. „Geist-Gleichgewicht-Reife-Bildung“, „humane Vernunftpotenzquote“ “

      Nun, unsere Politiker haben Sie da ja bereits verstanden, alle sind nur noch Mitte ud alle haben eine ganz eigene Mitte… ich nehme an das meinen sie mit der humane Vernunftpotenzquote?

      Verraten Sie uns, wann sie zum letzten Mal aus dem Haus gegangen sind und ganz real existierende deutsche Staatsbürger (Wähler!) erblickt haben? Aber wenigstens in ihrem freitäglichen Philologen Zerkel liegen alle über der humanen Vernunftpotenzquote?

  13. Was im Schatten des Brexit noch so alles möglich ist
    Da beendet die EU mittels eines Pakts mit der Nato mal einfach so die Neutralität von Österreich, Finnland und Schweden. Ohne, dass diese Länder ihre Verfassungen geändert hätten und ohne, dass das Europa-Parlament darüber abstimmt.
    Da kungelt Juncker mal wieder rum und will Schulz die gesamte Amtszeit retten, der arme Mann müsste sich ja sonst nach einem anderen Job umsehen. Dass er als Kanzlerkandidat der SPD die Partei ganz in den Orkus fahren würde, dürfte selbst diesem Mann, dem der Machtanspruch aus jeder Pore trieft, klar sein.
    Da werden irgendwelche Händel mit den USA und der Nato geschlossen, zutiefst defensiv wie die Frau aus der Uckermark gestern erklärte, man rüstet sich für den Cyberkrieg und auch sonstige, bastelt an der neuen Weltordnung und wir werden mal wieder alle nicht gefragt, ob wir das auch so wollen.

    Da wird ein Barroso von Goldman Sachs in Sachen Brexit reanimiert, mit der Begründung, er brächte eine enorme Erfahrung mit und vor allem ein tiefes Verständnis von Europa.
    Und das sind nur die Meldungen von heute, für deren Vollständigkeit ich nicht bürgen kann, die aber eine gute Übersicht über den Zustand dieser EU sind.

    Ich war nie stolz, Deutsche zu sein, es hatte sich durch Geburt einfach so ergeben, so wie ich durch Geburt einfach so Europäerin bin. Allerdings bin ich nicht EU (die EWG reichte mir), das ist etwas, womit ich mich absolut nicht identifizieren kann, ist sie doch nur dazu angetan, uns kleinzuhalten, für absolut dumm zu halten und auch so zu verkaufen. Und weil ich mich reichlich verkaspert fühle, erwacht in mir so etwas wie ein Bewusstsein fürs Deutschsein, noch nicht Stolz und ob ich mein Leben für dieses Land lassen würde, müsste ich mir reiflich überlegen, aber verdammt nochmal, je mehr man mir meine Nationalität austreiben will, umso mehr hänge ich dran.
    Vielen Briten wird es zur Abstimmung ähnlich ergangen sein.

    • @Renate
      Guten Morgen

      Da haben sie zu einem Thema aber das Update verschluckt…

      „Da beendet die EU mittels eines Pakts mit der Nato mal einfach so die Neutralität von Österreich, Finnland und Schweden. Ohne, dass diese Länder ihre Verfassungen geändert hätten und ohne, dass das Europa-Parlament darüber abstimmt.“

      … denn leider bleibt es dabei halt nicht. Aber da die Meinung der DWN hier ja verpönt ist, ein Link zu einer Dokumentation.

      Die EU wird mit der Nato eine umfassende Partnerschaft beschließen. Als Schlagworte werden „Sicherheit“, „Friedenskonsolidierung“ und „Widerstandsfähigkeit im Süden und im Osten“ angeführt. Wir dokumentieren eine Zusammenfassung der Ziele, wie sie die Außenbeauftragte der EU beim jüngsten Europäischen Rat umrissen hat.

      Strategie für eine EU-Sicherheitsarchitektur
      Die Hohe Vertreterin Federica Mogherini beim Europäischen Rat am 28. Juni 2016

      Text: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/07/08/eu-und-nato-wollen-regeln-fuer-eine-weltordnung-erstellen/

    • The followers of Marx gone from this earth, but the followers of Hitler abound and thrive.
      Geehrte Frau Simon,

      keine Sorge, das ist ein natürliches Vorgang. Im Chaos sucht man Identität, und dann wandert man die Geschichte der Menschheit im Eiltempo rückwärts, bis man irgendwo was stabiles findet, wo man andocken kann.
      Wir laufen jetzt gerade alle ca. 40-80 Jahre zurück zur Nation, der nächste Schritt wäre einige Jahrhunderte bis zur Religion (alles vor 1648), und dann kommt die Horde/Familie, aber da sind wir schon bei mehr als tausend Jahre. Dahinter liegt dann auch irgendwo die Rasse.

      Der Witz ist ja, dass bei Gesellschaften, die die Familie und die Religion völlig ausradiert haben, der nächste Schritt nach Nation immer direkt zur Rasse geht.
      Siehe Deutschland. Siehe letztendlich auch USA.


    • Ich denke, den Briten war einfach die kontinentale Landtreterei zuviel. Dieses ewige Gezerre und Geschiebe, von dem sich Deutschland aufgrund seiner geographischen Lage niemals freimachen kann. Außerdem wissen Sie, was sie an ihrem Commonwealth haben, und dort werden sie mehr wirken gelassen als auf dem Kontinent.

    • Moin Tyler, moin goodnight
      ich habe die DWN gelesen, lieber Tyler, sonst wüsste ich all das ja gar nicht. Das Blatt gehört seit langem zur täglichen Lektüre, auch wenn manche meinen, das sei aber ganz böse rechts.
      Ich wollte aber nicht zu sehr daraus kupfern, was Sie nun nachgeholt haben. Währenddessen beklagt man in der WELT die Lücke von Sulwalken, nichts ist vollkommen und wir hocken mittendrin, wie Wimmer ja schon längst ausgeführt hat.

      .
      Das mit dem Zurückgehen in Geschichte und sonstwas, lieber goodnight, hat so seine Tücken. Die Gnade der späten Geburt hatte auch mich ereilt, kein Erinnern, einfach nichts, auch Glaube an irgendwas liegt mir fern. Den Andockpunkt habe ich noch nicht gefunden, ich suche aber auch nicht danach. Ich lebe selbstgenügsam vor mich hin, mache mir meine Gedanken über dies und das und komme zu keinem Schluss.

      Nicht zuletzt angesichts der Aufforderungen reihum, doch um Himmels willen keine deutschen Fahnen (mir kommt grad die Unsägliche mit Gröhes Fähnchen in den Sinn) zu schwenken, was mir im Traume nicht einfallen könnte, überkommt mich so etwas wie Trotz oder ist es schon Altersstarrsinn, jedenfalls geht mir das alles auf den Keks und ich besinne mich umso mehr darauf, deutsch zu sein. Allerdings geht die Liebe nicht soweit, rechts zu denken. Ich bin links gestrickt und amüsiere mich über AfD-Anhängerkommentare im Mutterschiff, die immer noch auf Erlösung von allen Übeln hoffen.

      Wie auch immer, das alles wird nicht gut enden, nicht mit dieser EU, nicht mit den Migranten, die ja angeblich nicht mehr so zahlreich kommen, obwohl zig Tausende übers Mittelmeer anreisen, nicht mit der Nato, die uns die Unsägliche als zutiefst defensiv verkauft und nun den Wehretat massiv erhöht. Wir stehen vor großen Umwälzungen, von wem auch immer gewollt und angezettelt, denen wir nicht ausweichen können.

      Da ich gerade Raspails Heerlager lese, ziehe ich Parallelen und die sind nicht schön. Wie es im Roman ausgeht, weiß ich noch nicht, habe mir verkniffen, das Ende schon vorweg zu lesen, der Sarkasmus trieft und trifft.

      Rasse gegen Rasse oder auch Rassismus innerhalb einer Rasse, das Elend hat es immer gegeben, wir erleben es ja gerade auch dank des kleinen Mannes von der Saar, ein Ende ist nicht absehbar.

    • Gemerkelt
      Einfach mal nachlesen – stand auch beim Mutterschiff – was die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland zum Russlandeinsatz der NATO angemerkelt hat. Ich suche es nicht raus, damit mir nicht das Frühstück hochkommt.

      Irgendetwas mit Provokation durch die Russen.

      Mir kam dann ein Bild, das ich hier nicht malen kann – wäre ich ein digital native hätte ich es eben mal bei Youtube einstellen können – von 2 Staaten die keine gemeinsame Grenze haben. Beide haben eine Armee. Beide verlegen Teile ihrer Armee gelegentlich im Lande umher, dafür ist eine Armee ja auch gedacht.
      Der Unterschied: die Armee des ersten Landes A ist eine Friedensarmee. Die verteilt offenbar Frieden wenn sie ihre Panzer in der Gegend herumfahren lässt. Also wenn es in Bad Hersfeld ein wenig knistert, fahren die Panzer von Bad Segeberg nach Bad Hersfeld und verteilen dort Frieden. Also, ich weiß nicht, ob das so ist, aber etwas anderes kann ich mir unter einer Friedensarmee nicht vorstellen.
      Aber zurück zum Bild: wenn hingegen die Armee des anderen Landes B Panzer innerhalb der Landesgrenzen verschiebt, ist das ganz anders, weil es sich nicht um eine Friedensarmee handelt, sondern um eine Kriegsarmee. Dann sagt Land A zu Land B, es soll ja endlich mit den Truppenverschiebungen aufhören, das sei eine unerhörte Provokation.
      Weil Land B trotzdem nicht auf Land A sagen lässt wo es seine Truppen aufstellen darf, lässt Land A seine Panzer in einen Bereich zwischen den beiden Ländern fahren, in ein drittes Land C, und zwar dicht an die Grenze zum Land B. Dann sind die Panzer des Landes A zwar außerhalb der eigenen Landesgrenze, aber vollkommen gerechtfertigt dort, weil es sich bei ihnen ja um eine Friedensarmee handelt.

      Dankenswerterweise hat Land A nun seine Panzer der Friedensarmee ins Land C verlagert, um dort für ein bisschen mehr Frieden zu sorgen.
      (https://www.youtube.com/watch?v=GvD8Y6gr9lk)

      Honi soit qui mal y pense!

    • You know why the Soviet empire fell? Godlessness!
      Da ich da ein klein bisschen näher an der Quelle sitze:
      (TDV bitte setzen und anschnallen)

      Schon mal aufgefallen, dass die USA nach dem Ende des kalten Krieg plötzlich ganz viel Marines in den Nahen Osten schickte.
      Und nachdem das mit dem nahem Osten irgendwie sinnlos endete, fängt jetzt plötzlich irgendwie wieder der Kalte Krieg an.
      Keiner kann sagen warum, er ist einfach wieder da.
      So wie Bin Laden und Al Qaida verschwunden sind .

      Irgendwie hört der große Krieg niemals auf, er wandert nur herum, auf unserem Planeten. Und die USA führt ihn an. Immer und überall.

    • Nato: Putin droht Finnland
      Wenn Putins Russland so friedfertig sei, warum ist Putin dann Mitte Juni nach Finnland gereist, um dort bei Staatspräsident Niinistö eine unterschwellige Drohung auszusprechen: Würde Finnland der Nato beitreten, drohten Konsequenzen. Niinistö beschwichtigt dies, doch das nützt nichts: Solche oder ähnliche Worte sind gefallen.

      Finnland wird auch in „Komsomolskaja pravda“ von einem Putin-Vertrauten angegriffen. Dr. Alex Zapesotski S., Präsident, Rektor, Pro-fessor der St. Petersburg University of Humanities & Social Sciences beschreibt im Fall einer Nato-Mitgliedschaft eine düstere Zukunft für Finnland, als rechtloses Grenzland, das nirgends hingehöre. Der Unterton des Artikels lautet gemäß finnischen Quellen, dass Z. damit aussagen wolle, dass Finnland, wie Jahrhunderte vor seiner Unabhängigkeit, zum Schlachtfeld werde, auf welchem Kriege zwischen Westen und Osten ausgetragen werden.

      Ähnliche, verklausulierte Drohungen hat mein Ursprungsland Finnland seitens der UdSSR im Kalten Krieg lange genug erdulden müssen. Die Finnen haben von solchen Drohungen die Schnauze restlos voll.

      Es ist eine Anmaßung, dass Putin einem souveränen Land wie Finnland vorschreiben will, in welche Bündnisse es eingehen „darf“. Diese Zeiten sollten vorbei sein.

      Ich bin für Neutralität Finnlands, für friedliche Beziehungen mit Russland und war bisher gegen einen Nato-Beitritt. Doch das Verhalten Putins hat hier einmal mehr gezeigt, dass dies offenbar naiv ist. Er zeigt doch mit seinem eigenen Verhalten, dass ihm nicht zu trauen ist. Finnland ist nicht sein Vasall. Das ist eine unangemessene Einmischung.

      Ich nehme an, dass die baltischen Länder vor ihrem Nato-Beitritt ähnliche verbale Drohszenarien haben über sich ergehen lassen müssen. Das hat sie vermutlich darin bestärkt, sich der Nato zuzuwenden. Angesichts deren Geschichte ist das für mich mehr als verständlich.

    • Renate....
      Einer der weisen Welterklärer in der ZEIT nannte das Buch ein „übles Machwerk“, welch bessere Empfehlung dsas Buch zu lesen kann es denn geben?

    • Tja, Uwe, so ist das halt....
      Land A verteidigt an der Grenze des Landes B halt seine Freiheit jenseiotes des Atlantiks. Dass das so ist, das können sie in allen Medien nachlesen, ausser beim Steinmeier…
      Und als Land B mal seine Raketen auf eine Insel vor der Küste des Landes A verlegen wollte, dann nahm der Präsident JFK das Opfer auf sich notfalls aauch einen Atomkrieg loszutreten, und wird dafür heute als ganz, ganz Grosser gefeiert, denn sogar Marilyn Monroe hat ihm die Lewinsky gemacht… wärend der böse Kommunist, der mit der Glatze und dem grossen Pickel, ja nur gezeigt hat, dass er kein echter Mann ist und seine Schiffe wieder heimgebordert hat, weil ert sich vor einem Atomkrieg fürchtet und aller Welt gezeigt, dass solche roten Typen also nicht mal zu einem echten Kampf zwischen echten Männern bereit sind!

      God bless America!

      It needs it more than ever… Am besten hat das Land immer noch Georg Carlin beschrieben, mein Lieblingszitat zu den USA:

      America is country founded by slaveholders who wanted to value their freedom. So they killed a lot of white English people in order to continue to own their black slaves, so they can wipe out the rest of the red Indian people, and move west so they could steal the rest of the land from the brown Mexican people, so they had Nevada where they could develop their nuclear bombs and throw it on the yellow Japanese people…

    • Tamarisque,
      niemand hat vom friedfertigen Putin gesprochen, ich schon gar nicht.

      Mein Bild zeigt natürlich nur die eine Seite, absichtlich. Weil diese eine Seite sowieso das abziehen würde was sie abzieht. Egal wer auf der anderen Seite ist, und wie sich der verhält. In diesem Sinne bin ich durchaus pessimistischer als Sie, so scheint es.
      Früher war die Ostgrenze des amerikanischen Grossreiches der ‚eiserne Vorhang‘, ‚leider‘.
      Seit dem Fall der Mauer lässt sich die Ostgrenze allerdings weiter nach Osten verlagern, und nichts anderes wird uns im Moment vorgeführt.
      Übrigens, unabhängig vom Willen der Menschen in den Ländern dazwischen.
      „Ich bin für Neutralität Finnlands, für friedliche Beziehungen mit Russland und war bisher gegen einen Nato-Beitritt“ das ehrt Sie. Es ist für die westliche Seite allerdings vollkommen egal, was die Finnen denken. Oder die Polen, oder die Ukrainer. Die müssen freiwillig EU und NATO wollen, sonst gibt es freundschaftliche Klapse zur Nachhilfe. Das Target des Westens ist eine Ostgrenze entlang der finnischen Ostgrenze, und dann schön direkt entlang der russischen Westgrenze, bis auf den Balkan. Und östlich am Baltikum vorbei. Out and Over.

      Die sind bloss cleverer als Putin, weil sie alles schön ‚demokratisch‘ durchziehen. Zur Not wird mal jemand ins Jenseits befördert, es fließen Hilfsgelder, eine Timoschenko wird hochgehalten.

      Nein, friedliebend ist Putin nicht. Aber viel zu beschäftigt, und zu desinteressiert, die russische Grenze weiter nach Westen auszudehnen als dahin, wo mehrheitlich Russen wohnen.

    • @goodnight
      Ich befürchte da haben sie ein paar Löcher in ihrer Theorie übersehen…
      Zunächst mal

      „Und nachdem das mit dem nahem Osten irgendwie sinnlos endete,…“

      Erstens hat dort noch nichts geendet, und zweitens sind trotz der nicht-endenden Proteste der Reaktionäre hier, die wohl bald 2.000.000 Flüchtlinge eine untrennbare Folge von dem Ding „mit dem nahem Osten“. Keine Militärschläge, zwecks Öl und Regime Change = Keine 2 Millionen Flüchtlinge, sondern problemlose 20.000….

      „Keiner kann sagen warum, er ist einfach wieder da.”
      Mag sein, dass sie es nicht wissen, die grosse Mehrheit hier weiss es… Recherchieren sie mal was eine gewisse Frau Nuland und der US „Think“tank STRATFOR dazu beizutragen hat…

      Recht haben sie mit „Und die USA führt ihn an. Immer und überall.”

      Nun, die näher kommende Auflösung der EU bietet eine wunderbare Möglichkeit auch gleich die NATO und den Euro mit aufzulösen.
      In DE bräuchte man nur ausnahmsweise mal eine Regierung zu wählen die die Interessen der Bürger vertritt. Aber ich gehe jede Wette ein, dass man genau wie in Japan dieselben A…….. , in Japan unter Abes, in DE unter Muttis Führung, wiederwählen wird.
      Hier bin ich nur Gast, ich beobachte und nicke mit dem Kopf und sage „Aha!“ Wenns mir nicht mehr passt, kann ich wieder gehen.
      Aber zwischen 85.000.000(?) zu leben die zu blöde sind Merkel nicht wiederzuwählen, da müsste meine alpha Blocker Dosis neu eingestellt werden.

      Die Lösungen wären sooooooo einfach…

    • We who have seen war, will never stop seeing it.
      @tdv

      Der Krieg dient nur dem Krieg.
      Nicht irgendwelchen Think Tank Strategien.
      Sowie der Kapitalismus dem Kapitalismus dient, nicht der optimalen Verteilung von was auch immer.

    • Ach, TDV, so Recht!
      „Aber zwischen 85.000.000(?) zu leben die zu blöde sind Merkel nicht wiederzuwählen, da müsste meine alpha Blocker Dosis neu eingestellt werden.“

      Den neuesten Umfragen nach müsste ich dann auch meine alpha-Blocker (wofür ist das gut???) neu einstellen.

      AfD ist auf 8 Prozent, Linke minus einem auf 9. Also ganze 17 Prozent gegen die Fortsetzung der alternativlosen Politik mit beliebigen Mitteln.
      CDU/CSU hoch auf 36 Prozent, SPD auf 23. GroKo kann weiterlaufen.
      Never change a winning team.

      Let’s call it the German National Disease (GND).
      Ich kenne Leute, die (wenigstens – das ist ja schon was!) zugeben, im April ’45 noch vom Endsieg überzeugt gewesen zu sein. Mit seiner Wunderwaffe, so hätten sie gedacht, ’schaffen wir das‘.

      (Natürlich juckt es in den Fingern, sich auftauchenden Parallelismen schreiberisch zu nähern. Aber das könnte den Herrn aus Buxtehude verunsichern. Also lasse ich hier Platz zur individuellen Ergänzung:)

    • sie haben natürlich recht...
      Ich meinte beta Blocker, wenn der arzt die Dosis neu einstellt, kann er mein Alzheimer Mittelchen auch gleich mit-erhöhen…

  14. Das "Gefühl zum Kontinent"
    Wie wunderbar ausgedrückt. Meines ist ungebrochen stark, aber bei einem Referendum zum Dexit würde ich keine Sekunde überlegen.

    Ich habe Europa bereist, in den 70er und 80er Jahren. Des letzten Jahrhunderts. Und ja, das ging sehr gut, was manche 1986 geborenen nicht glauben wollen. Spanien unter Franco, nach Franco, Frankreich, England, Skandinavien, ich war überall, sogar hinter dem Eisernen Vorhang.
    Die Verbundenheit war eindeutig stärker damals. Heute lebt man zusammenin einer Zwangs-WG, in der alle Türen ausgehängt sind. Das wird ab da unschön, wenn einer nur anschaffen will, einer die Küche verwüstet und wieder ein anderer die Stromrechnung hochtreibt. Von der Toilettentüre will ich gar nicht reden.

    Die Immobilienblase wird früher oder später platzen. Das tut mir natürlich leid für die taz Autorin, die um den Wert ihres Hauses in England fürchtet, aber das kann man ja auf die alten weißen Männer schieben.

    Ich danke Ihnen für den wunderbaren Beitrag, lieber Don. Bei der Lektüre habe ich ein Stück Punschtorte verzehrt,mdas mir mein alter weißer Mann heute mitgebracht hat. So schlecht wie ihr Ruf sind die gar nicht.

    • Ich wäre klar gegen einen Dexit, aber tatsächlich glaube ich auch, dass Brüssel enorme Reformen braucht. Und ich glaube nicht, dass die das tun werden, solange da noch jemand dabei ist. Aber vielleicht schmeisst ja Italien auch noch hin und wenn erst mal LePen in Frankreich… man wird sehen. Nicht dass ich es mir wünschte. Aber die Meinung beim Volk ist halt anders als bei den Medien.


    • Die Meinung beim Volk ist in meinen Augen nicht grundsätzlich gegen Europa und EU, sondern nur gegen das, was Politik und Wirtschaft daraus gemacht haben.

    • Genau, die anderen sind es...
      „Heute lebt man zusammenin einer Zwangs-WG, in der alle Türen ausgehängt sind. Das wird ab da unschön, wenn einer nur anschaffen will, einer die Küche verwüstet und wieder ein anderer die Stromrechnung hochtreibt. Von der Toilettentüre will ich gar nicht reden.”

      Denken ist erlaubt….
      Nur ein Beispiel um ihnen zu zeigen, dass sie sich wie immer weigern die Realität zur Kenntnis zu nehmen.

      Es gab unzählige Leute die Herrn Kohl erklärt haben, dass die Einführung einer gemeinsamen Währung ohne gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik in ein Desaster führen wird.

      Schuld haben uns allen sehr wohl bekannte Leute und nichts an ihren angeführten Beispielen wäre nicht zu vermeiden gewesen!

      Aber wie gesagt, so was wollen sie nicht wissen, gehen sie zur BILD oder WELT, da wird ihrem Gejammer keiner widersprechen

  15. Titel eingeben
    Grazie lei, tre piace

  16. Das Schaf und der Schäferhund
    Das sind halt generell sehr windige Manöver, mit denen die Politik versucht, schäferhundhaft Druck und Angst aufzubauen, um die störrischen Bürger im Gatter zu halten. Bereits bei den Flüchtlingen war jeder, der sich auch nur skeptisch gegenüber der Willkommenskultur-Dampfwalze äußern wollte, gleich jemand der „keine Fremden mag“ oder „Menschen in Not nicht helfen will“. Und das will sich ja nun natürlich niemand nachsagen lassen.
    Und auch beim Thema EU wird jede Kritik an der EU sofort als „europafeindlich“ und „nationalistisch“, als „böser Rückfall in die Vergangenheit“ überzeichnet, skandalisiert, polemisiert. Auch damit konnte die Gruppe eine Weile ganz gut auf Kurs gehalten werden. (Auch gegen links – ich erinnere mich da gerade an die Talkshow von Lanz mit Wagenknecht.)

    Und die meisten Journalisten schliessen sich dem auch noch an, um ja gleich irgendeinem „Ungeist“ vorzubeugen, etc. Die meisten haben da scheinbar mittlerweile wirklich jede Bodenhaftung verloren, und es wundert mich nicht im geringsten, daß sich die Situation in ganz Europa immer weiter zuspitzt und zunehmend aggressiver wird. Aber es ist eigentlich die Politik, die diese „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“-Situation schürt, und so etwas wie einen ausgleichenden Konsens verhindert. Und nun scheinbar in die ganz große Ratlosigkeit fällt (gelegentlich unterbrochen von wütenden Publikumsbeschimpfungen) angesichts des faszinierenden Umstandes, daß zunehmend, wie der Brexit nun gezeigt hat, die Mehrheit ihrer Wähler sagen „Gut, dann eben gegen euch.“

    • Naja, für Ungeist bin ja ich zuständig, und das gern. Ich habe ja auch schon für Polen geschrieben. Aber das liegt nun mal daran, dass ich auch schon genug Ausser-EU-Auftraggeber hatte.

  17. Kultur-gut-schutz
    Oder: Der Zweck heiligt noch immer die Mittel.

    Nun hat KGE schon gegen deutsche Fahnen moniert und freut sich auf den Tag an dem mehr türkische als deutsche Fahnen, yadayadayada.
    Und deutsche Fahnen für die EM aufhängen? Dann doch besser sich selbst, diese Nationalisten! Die deutsche Nationalmannschaft heißt nicht mehr deutsch und national, sondern ‚le Mannschaft‘, ganz cool-modern.
    Das Wort ’national‘ führt augenblicklich zu Rassismus. yadayadayada.

    Heute Abend in DeutschlandRadio Kultur klingelten mir die Ohren, wurde doch unaufhörlich dieses Wort eingeflochten. Im Beitrag zum
    Kulturgutschutzgesetz. Da war ’national‘ ein Dauergast. ‚National bedeutendes Kulturgut‘ müsse geschützt werden, und trotz der Quäke in der Küche, in der ich das hörte, beamten alle Beteiligten über alle Backen.
    Seltsam, dass sonstwo die deutsche Sprache, als Nationalsprache, verhunzt werden darf, deutsche Kultur (Weihnachten, z.B.) unerwünscht ist, weil unsere neuen Fachkräfte vielleicht erschreckend. Schweinefleisch sowieso nicht mehr, und besser noch gleich alles halal.
    yadayadayada.

    Seltsamerweise hat der Gesetzgeber null Probleme gehabt, dieses Gesetz durchzupeitschen. Damit alles was ‚für die Nation‘ wichtig ist, dieser erhalten werden darf.
    Nation? War das nicht ein finsteres Produkt des neunzehnten Jahrhunderts? Haven’t we seen the light!?

    Ah, ja. Ich verstehe. Jetzt darf die Regierung verstaatlichen, enteignen, was (seltsamerweise materiell wertvoll genug ist, also) teurer als €300.000. Dieses Kriterium zeugt nicht von der Nation der Dichter und Denker, aber sei es drum.
    Also wenn – sagen wir – Don Alphonso ein Gemälde besäße, zu verkaufen suchte, und der Käufer im Ausland wäre, und €320.000 geboten hätte, ist der Verkauf unter Umständen gesetzeswidrig. Der vorgesehene Besitzer in Verona wird sich ohne dieses Gemälde einrichten müssen.

    Das alles ist nichts grosses, aber ein übles Omen. Natürlich verpflichtet Eigentum. Aber man hat sich hier entschieden, statt eines gesetzlichen Zugangs für die Öffentlichkeit eine Halb-Enteignung zu beschließen.

    Das alles wäre nicht erwähnenswert, würde nicht ein Dauerfeuer auf die Noch-Verwender des Begriffes ‚Nation‘ niedergehen. Doch wenn Vater Staat Kunst im Sinne für die Nation teilenteignet, ist alles hunky dory.

    • Man leitet sich halt Nationalismus, wo es taugt und eine humanistische Fassade, wenn sie mit dem Geld anderer Leute finanziert werden kann.

  18. Wieder ein wunderbarer Text
    von Ihnen, verehrter Don Alphonso. Mir hängt das natürliche Zusammensein der Europäer nach dem Krieg noch nach. Die ersten Italienreisen, die Eindrücke, das Essen und vor allem die schönen Menschen. Das wundervolle Frankreich, seine Kultur, die Landschaft. Die Vielfältigkeit der Regionen, das macht Europa aus. Die Deutschen haben – ausser uns Bayern – nicht mehr viel Bezug zur Tradition. Das ist sehr schade. Da stört es natürlich nicht, wenn Europa immer technokratischer wird. Dadurch hat es seinen Zauber schon lange verloren.

    Aber jetzt zum Schluss noch eine Frage, ich habe bei den ganzen wundervollen Autos, die Sie uns immer offerieren noch keinen einzigen BMW 507 gesehen. Ich weiss, es gibt nicht mehr sehr viele davon. Aber für mich immer noch das schönste Auto der Welt.

  19. gscheite Ansichten
    im Text und schöne in den Bildern – danke!

  20. Lega und M5S...
    sind im Grunde sehr europafreundlich. Ihre Brüsseler Abgeordneten und selbst Salvini bestätigen das glaubhaft.
    Sie wollen nur nicht dieses Merkel-Junker-Schulz Europa.

    • Ja, das ist eben der Unterschied zwischen einem schönen Kontinent und einer hässlichen Clique, siehe Barrosos Wechsel zu Goldman Sachs.

  21. Aus der Traum
    Als Frau (sich eher Damen als den Femgenderusw.’s zugehörig fühlend) kann ich wenig zu antiken Autos sagen, zu antikem Silber etwas mehr, aber für Ihren unterstreichenswerten Text möchte ich mich bedanken. Wie auch die Kommentare spricht er mir aus der Seele.

    Apropos Damen gab es unter ihnen Beispiele jener eltären Europäer, die Bertie Wooster oben erwähnt; wurde doch in den Salons kluger und durchaus gleichberechtigter Frauen in früheren Jahrhunderten von Paris bis Moskau von einem großen Europa geträumt und intellektuell diskutiert.

    Aber wie es so ist…. gelegentlich ist ein Traum schöner als das Aufwachen.

    • Nun, für eimem Salon braucht man einen Raum und unter „lasersushi“ können Sie gerade bei Twitter nachverfolgen, wie eine Frau, die damit angibt, sie und ihre Freundinnen würden die Politil beraten, vergeblich ein Loch für 600 warm in Berlin sucht. Es fehlt da an monetärer und geistiger Grösse.

  22. Wo gibt's das Silber?
    Als häufiger Besucher der Insel – ganz, ehrlich lieber Don, die Insel kommt bei mir sogar hin und wieder noch vor unserem südlichen Nachbarn (aber nur hin und wieder) – eine Frage: Wo bzw. bei wem kaufen Sie Ihr Silber?

  23. Bildunterschrift
    Lieber Da, es handelt sich bei dem Fahrzeug nicht um einen Bugatti, auch wenn er so schön blau ist, sondern um einen Aston Martin britischer Provenienz. Oder war das eine Ihrer kleinen, feinen Verwirrungen der Leser?

    Bestens, RM

    • Oh pardon, ich ging einfach nach dem Blau. Beim Zusammenbau sind die Bilder so klein, da sieht man nur einen Fleck.

  24. there are times that I'm ashamed to be a member of the human race
    Der Spiegel Online bewegt sich in eine Richtung, die langsam aber sicher den Verfassungsschutz alarmieren sollte. Was Bento hier als Reaktion auf die Vorgänge in den USA (!) bringt, das ist einfach unfassbar (man beachte das Outfit):

    http://www.bent o.de/politik/nico-semsrott-no-fun-facts-polizeiwillkuer-in-deutschland-699462/#refsponi

    • Zum Glück ist die Jugend ja nicht so wie das, was dort arbeitet.

    • Titel eingeben
      Ihren Beitrag kann man nur noch mit fröhlichem Gelächter begegnen – ein Kapuzenpulli also schon Merkmal für verfassungsfeindliche Aktivität?

      Hat Sie der kurze Kommentar zur RKK oder mehr, nach der blamablen Niederlage dieser „Maß aller Dinge“ Mannschaft (O-Ton FAZ), dann das Fussballbeispiel geärgert?

      Und die ermittelten Zahlen von correctiv sind dann für Sie off topic, da nur störend?

      Ein Fall für VS – Überwacher wäre doch eher die Festnahme des muma Brandstifters „under false flag“ in der Riga94. Aber so etwas wird schnell unter den berühmten Teppich gekehrt.

    • You're the people that make big wars? No, we make sure the wars are small ones.
      @Bluebeardy

      Ja, genau so wird es wohl sein, ein kleiner schüchterner Hippster trägt ganz zufällig „schwarzer Block“ Uniform, und sagt ganz leise, dass die Polizei in Deutschland korrupt und gewalttätig und kriminell und eine Gefahr für die Bevölkerung ist.
      Und das als Reaktion auf die Vorfälle in den USA und zwar in einer Form der Gleichstellung der Vorfälle in den USA zu denen in Deutschland.

      Und das alles auf der Seite, wo man laut über den Brandstifter Trump schimpft.

      (Übrigens ist das immer noch auf der SpOn Hautseite.)

      Interessant, dass das keiner stoppt.
      Sollte man, bevor man hier Zustände wie in den USA bekommt.

    • Titel eingeben
      Goodnight – Hipster?

      Wussten Sie vielleicht nicht, dass Nico Semsrott ein Kabarettist und Slam-Poet ist? (z.B. xttps://www.youtube.com/watch?v=1vXUgT2UKSU)

      und bekam sogar den Bayerischen Kabarettpreis 2014 als Senkrechtsstarter?

    • @goodnight
      Tja, heutzutage ist halt jeder gerne Aktivist für irgendwas. Unterdrückte finden sich immer. Heute wurde in Berlin zu einer Demo für Black Lives Matter aufgerufen, in der Rigaer kämpft man gegen „das System“, ein Refugees Welcome Avatar fürs Netz ist schnell gebastelt.

      Kämpfer für die Freiheit, nein für das Gute zu sein, das ist der neue Trend. Viel einfacher als Superstar oder Topmodel zu werden. Kein Casting, kein Recall, nur ein paar Klicks.

      Der Aktivismus hört dann auf, wenn ein Obdachloser an der Straßenecke sitzt, oder ein Flüchtlingsheim Ehrenamtler braucht. Dafür ist dann das ominöse System, also der Staat zuständig.

    • So geht das nicht weiter
      …mit den Aktivisten.

      Das muß als Beruf anerkannt werden. Je nach Befähigung
      Auszubildender im Dualen System, Fachhochschule oder
      auch als Diplomaktivist.*
      Alle anderen muß die Ausübung der Tätigkeit „Aktivist“
      untersagt werden.
      *Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an BAT.

    • Whisky Tango Foxtrott
      @bluebeardy

      NO FUN FACTS.

      Steht da geschrieben.

  25. "Me straps, Harry, me straps!"
    Ergüsse über die friedenssichernde EU im derzeitigen Zustand und den haifischgesichtigen Figuren an der Spitze? Verlorene Liebesmüh. Ich erinnere an die TdF-Etappe am französischen Nationalfeiertag. Montpellier-Tarascon-Saint-Rémy-de- Provence-Gordes-Bédoin-Sommet du Ventoux.
    .
    Jusqu’à bientôt, à l’accotement du Ventoux.

    • Natürlich ist das mit dem Frieden nur Brüsseler Propaganda.

      Den Falklandkrieg habe ich vergessen.

  26. .
    „mit einem lustigen Akzent“ – ah, gran mercé.

    wobei man selbstverständlich nur zu gerne ihrer eingänglichen empfehlung folge leistet und ihren neuesten beitrag gar nicht erst ignorierte.

    à propos, ignorieren, denken sie einmal nicht an j.c.j.: les dirigeants d’autres planètes – ce sont ceux qui nous observent de plus loin.

  27. Zukunft Europas
    Wenn ich so die Medien verfolge, malen die ja ein tiefschwarzes Bild von der Zukunft Großbritaniens nach dem Brexit.
    Was die anderen Krisen angeht, wie der Euro, Schulden und Flüchtlingskrise vermisse ich den Versuch einer ernsthaften, iedeologiefreien Projetion sagen wir mal auf die nächsten zwanzig Jahre.
    Wie wird Deutschland, wie wird Europa in zwanzig Jahren aussehen?
    Wird der Sozialstaat implodiert sein?
    Wird Europa beherrschbar sein, oder wird es faktisch autonome Regionen geben, wo ein anderes Rechtssystem herrscht und die von der Staatsmacht abgeschrieben wurden?
    Werden Teile Europas von Bürgerkrieg zerrissen sein?
    Wird es eine Staatsreligion geben aufgrund Einwanderung und Nachwuchsraten?
    Oder bekommt Europa alles in den Griff und wird ein multiethnischer, multireligiöser und demokratischer Innovationsmotor?
    Ich tendiere leider zum Schwarzsehen. ;)

    • Mit dem Brexit hat man ja jetzt einen Schuldigen, wenn etwa doe Deutsche Ban nochmal Staatshilfen braucht. Was Deutschland angeht, wird es zerbrechen in reiche Regionen und arme. Berlin wird vermutlich bald zu teuer fr viele und kriegt dann Slumaussenränder.

    • Sieht auch mit EU nicht gut aus
      Der Witz an der Sache ist ja: gut möglich, daß es den Briten in 20 Jahren schlechter geht. Aber für den Rest Europas sieht es auch nicht besser aus. Die Wirtschaft lahmt ja bereits im Süden ganz massiv, die Jugendarbeitslosigkeit ist extrem, wie lange die Griechen noch in der Euro-Zone bleiben, ist auch eine spannende Frage.
      Und ja, dann in 50 oder 100 Jahren haben wir wahrscheinlich den Bürgerkrieg zwischen Islamisten und Demokraten, der sich jetzt schon durch die fast alle muslimischen Stammländer zieht, auch in Europa.
      Das wird dann wahrscheinlich der Zeitpunkt, an dem viele Europäer beginnen, nach China auszuwandern, hehe. (Die Arbeitsplätze sind ja schon jetzt dort.)

    • Warten Sie mal ab, wenn die Monte Paschi und damit die oberitalienischen Banken wackeln. Dann lacht hier keiner mehr über den britischen Peso.

    • An Th. Mayer: Die Zukunft Eurpas ist immer schon weg
      wenn wir einen Schritt weiter sind. Ich fange hinten an: Europa bekommt alles in den Griff u wird ein multiethnischer, multireligiöser und multidemokratischer Innovationsmotor und vielen wird es anders gehen. – Den Griechen hat man empfohlen die €U zu verlassen, die Währung umzustellen, abzuwerten um wirtschaftlich erfolgreich zu werden. Genau das machen jetzt die Briten und alle sagen es endet in der Pleite. Es mag sein das ich Äpfel und Birnen vergleiche, tut man das aber nie wird man nie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Äpfeln und Birnen kennen lernen. – Ich bin optimistisch was die Zukunft Europas angeht, die €U ist ja etwas anderes aber auch die wird eine schöne Zukunft haben. Ich kann mir sehr schon eine Dauerausstellung zu diesem Thema in einem schönen Museum der Ideengeschichten vorstellen aus denen nichts geworden ist.
      -Wie wird Deutschland in 20 Jahren aussehen? Nicht wesentlich anders als heute, aber ich bin dann Mitte 70. ggf wird eher dann das mein Problem sein.

    • Man denkt halt kurzfristiger...
      Als zentraler Banken-Umschlagplatz Europas bleiben halt permanent ein paar prozenterl oder promillerl hängen und das summiert sich, wenn das jetzt bald wegfällt…
      Sie dürfen bei solchen Aussagen natürlich nicht vergessen, dass es bei der Diskussion ja nicht um Konsequenzen für die Bürger geht, sondern nur um mögliche Profite.

      Mal sehen wie sich letztendlich die Verluste wegen Paschi oder Deutscher Bank verteilen… Das mag er so gar nicht, der Banker, wenn sich was ändert ohne, dass er es „angeregt“ hat.

    • Maul des Schreckens
      Manchmal genügt ein prosaischer Blick in den Geldbeutel (alternativ aber auch in Silberkannen und Mäuler des Schreckens), um aus der aktuellen Lage heraus zu extrapolieren:

      http://www.mr-market.de/euroland-und-das-maul-des-schreckens/

      Wundervoller Beitrag, Don Alphonso, trotz listigem Motto…
      Vielen Dank.

  28. I want my money back
    Geehrter Don,

    beim Silberkannenkaufen achten Sie aber bitte auf die Punze, ob die nachträglich.äh.., na, Sie wissen schon. Sonst kann der Kaufpreis womöglich über Materialpreis liegen. Erinnert mich auch an die Schlaumeier, die in der Türkei bspw. den Goldschmuck kaufen, weil das Gold da so billig ist. Und da Sie ja Kauf bei Kanonendonner empfehlen wie Kostolany, erinnere ich an meinen geheimen Aktientip für Materialien in Akku, denn die erfreuen sich derzeit und dereinst einer enormen Nachfrage – die Chinesen kauften 2015 22Mio. ebikes! Und VW will ja nun quasi über Nacht Technologieführer im emobility werden. Aber Ihnen geht es ja nicht ums Geld, por suerte. A propos Simpson. Der wollte nur schnell wieder aufs Rad, nicht weil der so patriotisch war, sondern sein Motor in Gestalt seines aufgeblasenen Herzens drehte sich damals einfach so weiter wie es heute die Kurbeln samt Pedale und die Hinterräder tun, wenn die Räder nach Sturz auf dem Boden liegen und sich wie ein Brummkreisel drehen. (Eurosport videos) Also irgendwie gewinnt das Pesetentauschen derzeit wieder an Charme, erinnere ich mich an die Fahrten in den 70ern mit dem Heckflossen-Benz nach Barcelona und von da mit der Fähre nach Ibiza. Der Caudillo war da noch überall zu spüren. Und das valle de los caidos gibts heute noch in Madrid mitsamt Francos Mausoleum. Und bei der umfassenden Misere und dem Dilemma, in dem man sich befindet, gibt es keinen aufkeimenden Rechtspopulismus und Nationalismus vor und während der kürzlichen ergebnislosen Wahlen dort. Vielleicht oder gerade wegen der Vergangenheit? Wie sollte man auch: Der Euro hat das Land nachgerade in die finanzielle Agonie getrieben und blutet aus. Einmal angefixt, braucht man ihn mehr denn je. Die arbeits- und bildungslose Jugend zieht wieder zuhause ein und/oder liegen den Großeltern auf der Tasche, deren Renten jetzt sowie das ganze System des Bienestar infrage gestellt sind mangels Masse. Brüssel mit Frontpalaverer Öttinger fordert weiter Sparen, gar Sanktionen gegen E und P – ausgerechnet ein Deutscher aus dem Ländle -, wo nix mehr zu sparen ist. Dennoch bleibt das Land erstaunlich ruhig und feiert San Fermìn. Mit den Pesetas vulgo Bellas war das nicht anders.

    • Bei Ebay gibt bes genug erfahrene und kundige Händler, keine Sorge, Und Fälschen lohnt sich da eh nicht

  29. "Ich war nie stolz, Deutsche zu sein"
    Liebe Frau Simon, ich denke an diesem Zitat von Ihnen kann man gutnden Unterschied von Nationalbewußtsein und Nationalismus abgreifen.
    Ich muß ja gar nicht #stolz# sein, ich kann einfach nur ein Bewußtsein meiner Wurzeln und Herkunft haben und mich an ihrem Reichtum freuen.

    Charaktermäßig kann man sich auch dieses Reichtums ärgern,- man muß ihn aber kennen!
    Fragen wir mal zur deutschen Musik einen (gebildeten) Engländer. Da wird ganz schnell klar,WAS als Reichtum gilt.

    Öde und gefährlich wird es, wenn Leute all jene Vergangenheitsbezüge mangels Geist , Wachheit und Bildung nivellieren.
    Gefährlich weil im Gefolge der Nivellierer jene autauchen, die #stolz# sind, ohne zu wissen worauf. Einer Gesellschaft, die keinen vernünftigen Begriff für ihr National Bewußtsein mehr findet, droht der Nationalismus als dessen Simplifizierung.

    Nicht daß ich jetzt meine, Ihnen widersprochen zu haben, aber Ihr Ausspruch diente mir einfach als Ansatz.

    • Herr Feldmann, danke für Ihre Erläuterungen
      und ja, dann habe ich ein Nationalbewusstsein, das lange kümmerte und sich nun wohl doch hervortraut.

      Übrigens beschreibt auch Raspail nicht nur das Phänomen der Leugnung in seinem Roman, der mich doch arg erschüttert, sehr gut.

      Entschuldigung an alle, die Heerlager der Heiligen schon vor Jahren gelesen haben, ich bin gerade dabei und entsprechend fassungslos. Mein Dilemma war, mit einem Mann verheiratet gewesen zu sein, der über Politik nicht diskutieren wollte und grundsätzlich jedem Konflikt und mit mir über Politik zu reden bringt Konflikte, auswich. Sein Credo war immer, was regst du dich so auf, du kannst es doch nicht ändern.
      Ein halbes Jahr nach seinem Tod meldete ich mich beim Mutterschiff an und hatte da endlich den Austausch, der mir lange Jahre gefehlt hat.

      PS: dieser Blogbeitrag ist auf der Hauptseite des Mutterschiffs vertreten.

    • Helfen sie mir.....
      Warum sollte ich zu „Qualität“, die aus demselben Volke kommt wie ich, eine andere Beziehung haben, als zu „Qualität“ aus anderen Kulturen?

    • Ich stehe mit meiner Frau
      an einem lauen Sommerabend vor dem Papstpalast in Avignon und wir hören, zusammen mit vielen Ausländern und Einheimischen dem spontan zusammengestellten Chor einer deutschen Reisegruppe (Münsterland?) zu. Ännchen von Tharau…..“Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut, Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!“ ….
      .
      Einigen Deutschen stehen Tränen in den Augen und diejenigen, die das Lied nicht verstanden und nur der Melodie gelauscht hatten, klatschen begeisterten Beifall.
      .
      Wir sind stolz jener Nation anzugehören, die solche Lieder hervorbringt (ja, ja, damit kann man auch….blablabla)
      .
      Und wir schämen uns auch genau so wenn von deutschen Prolls in Lens ein französischer Polizist zum Krüppel geschlagen wird.

    • Raspaille
      Liebe Frau Simon,
      ich habe das Buch nur anfangen können, da mir die Sprache zu hysterisch und impotent war. Die Vision Raspailles aus den 1970ern ist allerdings apokalyptisch und umso bedrückender da wir gerade ihre Erfüllung mit ungläubigen Augen sehen.
      Bei Houellebecq war das genau anders, ich fing an das Buch über 10 Seiten zu lesen-pflichtgemäß …. und dann habe ich in den nächsten Monaten alles gelesen, was ich von ihm bekommen konnte. Insbesondere die Essays!
      Wen ich Ihnen aber wirklich empfehlen kann, das ist Renauld Camus.

      @ die anderen: Sie haben den springenden Punkt meiner Darlegung nicht verstanden. Das Universale wird erst möglich, wenn man sich im eigenen zu behausen weiß- ohne das ist es nur ideologisches Trugbild.
      Übrigens scheinbar ein generelles Problem der Linken, denen Identität im Politisch-Kulturellen verabscheuungswürdig ist. Während dieselbe Generation nach #Selbst#verwirklichung strebte…

      Wenn ich als deutscher Nordeuropäer um Wagner und Beethoven weiß, dann bin ich dabei ja nicht so töricht, mich mit den Autoren zu verweçhseln. Bach ist mir Essenz, Verdi ein Bonbon auf der Kommode.

      Niemand wird so naiv sein, das Gleiche in allen Deutschen zu suchen. Aber aus dem weiten Ausland spürt man dann doch, daß man Deutscher und eben nicht Pole oder Franzose ist- das ist nicht unbedingt eine schöne Erfahrung!
      Wer meint, daß seine Eltern GANZ ANDERS ALS ER SELBST seien, muß andererseits auch nicht unbedingt als de Klügste angesehen werden.- Und im Zweifel ist er auch darin seinen Eltern ähnlich.

      Das Thema lautet SELBSTERKENNTNIS ,gnoti se auton , und ist politisch gesellschaftlich genauso wichtig
      wie im Persönlichen.
      @deja: ich verstehe es ja-historisch, sonst eigentlich eher nicht, warum die Selbstwahrnehmung immer mit Entwertung der Anderen einhergehen soll. Das Gegenteil ist der Fall.


  30. Lieber Don Alphonso,
    „Einpeitscherland Deutschland“
    Ein guter Ausdruck, den ich mir merken werde, und wie immer, auch diesmal mein großes Lob für den schönen Text, vielen Dank.

    Tja, die EU. Die Bevormundung ist wohl das Übelste an dem ganzen Verein. Und ich glaube, dass gerade die Engländer, die für ihren Individualismus bzw. Exzentrik bekannt sind, von jener Gleichmacherei und Bevormundung die Nase voll haben. Und zwar nicht nur the angry old white males. Darüber z.B., dass die EU ihre traditionellen Biersorten verbieten wollte, weil kein „richtiges Bier“, well, they were not at all amused.

    Ja, Sie haben Recht: Es sind Menschen, die eine Einheit bilden und kein autokratisches künstliches Gebilde zum Promoten von Wirtschaftsinteressen, das dem Menschen entfremdet ist.

    „Menschen sind Tiere, die aus dünnwandigem Porzellan trinken können.“,
    ein Zitat, das ich aus der Verfilmung von Ken Folleths „Die Pfeiler der Macht“ aufgeschnappt und mir gemerkt hatte. Ja, und dazu brauchen Menschen mindestens eine schöne Silberkanne. Viel Glück beim Einkauf wünsche ich Ihnen.

    • Reden Sie mal mit Ottavio Normalitaliener über den Wunsch der Deutschen und der EU, Renzi bei seiner Bankenpolitik reinzupfuschen, dann merken Sie, dass die deutschen Politiker da unten ein Treiber für den Niedergang der klassischen Parteien sind. Wer mit denen kooperiert, gilt schnell als Verräter.

    • Fin- und Russland
      Tamarisque, kennen Sie die Tagebücher Astrid Lindgrens aus 39-45?
      Sie bedauert die Finnen, Dänen und Norweger, beschreibt das Leid.
      Aus ihrer damaligen Sicht wären ihr sogar die Deutschen lieber gewesen als die Siwjets.

  31. Aus dem Tagebuch einer frustrierten europäischen Hausfrau
    Warum ist die EU unbeliebt? Was sind die Gründe?
    Immer mehr Zulassungen für genmanipulierte Pflanzensorten, vor allem Mais? Lobbyismus für Monsanto & Co.? CETA & TTIP?
    Nein, wie Don Alphonso das auch schon mal formuliert hatte: das ist nicht alles.

    Ich möchte hier zum Teil ganz profane Gründe nennen, die mich persönlich an der EU ärgern.

    Erstens: Es wird viel über Bio und ortsnahe Produkte geredet, doch die EU för-dert Agrar-Großinvestoren, selbst wenn das Chinesen sind, während mittlere und kleine deutsche Höfe leer ausgehen.

    Zweitens: Es gibt gar keinen Verbraucherschutz mehr, weder in der EU noch in Deutschland.

    Schrittweise wird das Amt des Verbraucherministers in Deutschland vernichtet. Nach der untätigen lobbyaffinen Ministerin Aigner ist Maas nun als Verbrau-cherminister komplett unsichtbar. Wo bleibt der Protest der Grünen? Sorry, die Frage ist nur ein Witz. Sollte Madame M. noch einmal gewählt wird, verschwindet das Ressort komplett, wetten.

    Es gibt keinen EU Verbraucherschutz, sondern einen Lobbyisten-Interessenschutz, der dafür sorgt, dass die Standards überall sinken. Beispiele, dank EU:

    ̶ Dreiste Mogelpackungen, zur Hälfte leer, mehr Inhalt vortäuschend.
    ̶ Traditionelle Zutaten von Lebensmitteln werden durch billige bzw. che-mische ersetzt, z.B. durch Palmfett, Guarkernmehl, Johannisbrotkern-mehl, Carrageenan, Glukose-Fruktosesirup, künstliche Käsekulturen etc. etc.
    ̶ Zulassung von Aromen, Gewürzzutaten und Fruchtgeschmack, kaschiert und deklariert als „natürlich“, weil organischen Ursprungs (Schimmelpilze, Zellulose)
    ̶ Versteckte, nicht deklarierte Geschmacksverstärker
    ̶ Immer neue chemische Zutaten, die nicht bekannt sind und deshalb noch nicht meldepflichtig sind. (Das machen die ähnlich, wie die Drogenmafia mit immer neuen Designerdrogen, bei welchen die Behörden mit den Verboten nicht nachkommen.)
    ̶ Irreführende Werbung z.B. für angeblich „gesunde“ Nahrungsmittel mit hohem Zuckergehalt etc.

    https://www.bll.de/de/lebensmittel/zusatzstoffe/liste-lebensmittelzusatzstoffe-e-nummern
    http://www.businessandmore.de/landwirtschaft-und-umwelt/item/397-zusatzstoffe-in-lebensmitteln.html

    Ich lese grundsätzlich alle Inhaltsangaben, und bei mir fliegt alles raus, was diesen minderwertigen Dreck enthält.

    Da gäbe es noch viel viel mehr… Ob das herkömmliche Waschmittelmarken sind, die inzwischen wie ekeliger Billigparfüm riechen. Oder Kaffee, einschl. Dallmayr, so schlecht geröstet, dass ich keine Sorte mehr ertragen kann und nur noch Tee trinke. Schokolade, die Kinder essen, die Palmfett und andere billige Zutaten enthält, widerlich süß ist und am Gaumen klebt, weil sie nicht mehr richtig con-chiert wird. Schonendes Rösten oder Conchieren: zu teuer. Selbst Kakaopulver und Gries kann man nicht mehr in einem normalen Supermarkt kaufen, weil inzwischen minderwertig. Wenn man schaut, wer den Gries neuerdings produ-ziert, so sieht man, dass die altbekannte deutsche Mühle heute Investoren gehört.

    Nachdem bewährte Markenlebensmittel im Portfolio von Londoner Hedge Fonds geführt werden, zählt jeder Cent, den man aus der Tasche der Verbraucher zwecks Profitmaximierung ziehen kann, auf Kosten der Qualität.

    Die einzigen, die sich noch um den Verbraucherschutz kümmern, sind NGO’s wie Foodwatch und Greenpeace. Diese sind den Lobbyisten ein Dorn im Auge, weil sie sich erdreisten, den Bürger zu informieren und Kampagnen zu lancieren, um ein Mindestmaß Verbraucherschutz politisch durchzusetzen. Daher ist es auch kein Zufall, dass beide heftig angegriffen werden: wegen ihrer „Geldgier“ (ausgerechnet) und wegen ihrer „Inkompetenz“, weil sie aus „Eigeninte-resse“ handelten und daher nicht objektiv informierten. Eigeninteresse? Subjektiv zugunsten der Konsumenten? Das geht nun wirklich zu weit, gelle, im Lobbyisten-Paradies aka EU. ;-)

    • Ich weiss noch, was für ein Drama das war, als die EU den Handel mit Samen alter Kulturflanzen untersagen wollte. Wer sowas macht, gehört weg. am besten in die Sahara, da ist der Sandkasten gross genug für solche Monster.


    • Die Palmfettseuche fällt mir auch negativ auf. Das wird inzwischen in so ziemlich alle fetthaltigen Backwaren reingemanscht, fürchterlich. Ja, ich bin auch so eine Zutatenleserin.
      An gescheites (dunkles!) Kakaopulver komme ich auch nicht mehr, nachdem Edeka weg ist – der hatte „Kakao Jongen“, von einer Neuköllner Gewerbegebiets-Firma. Das ist recht gut, aber nur Edeka hatte das. Und Edeka hat wegen Mieterhöhung zugemacht, seither Leerstand.
      Dafür hat – man hatte schon nicht mehr darauf zu hoffen gewagt – Ullrich in der Wilmersdorfer wieder aufgemacht, so ziemlich mit dem gleichen breiten Sortiment wie vorher.
      Bei Waschpulver finde ich den Geruch nicht mehr ganz so ekelerregend wie vor ca. 5 Jahren, als man das Gefühl hatte, eine Riesentüte Gummibärchen aufzumachen. Aber es ist immer noch schlimm. Dieses „fruchtige“ Wäscheparfüm finde ich so völlig abartig, ein Mülleimer voll Melonenschalen und einem Schwarm Drosophilae kommt einem in den Sinn. Auch Aromahersteller können feine Düfte produzieren, warum nur nehmen die Waschmittelfirmen die unpassenden, bei denen man an unordentliche, Gummibonbons herumschmeißende kleine Kinder denken muß? Wem gefällt sowas, daß die das machen?
      Wirklich gemocht habe ich mal den Geruch von einem italienischen Waschpulver, das wohl zur Hälfte aus Seife bestand (vermutlich zum Waschen von Seidenpullovern und Leinenlaken). Das hab ich aber nur einmal – erstaunlicherweise in einem oberitalienischen Lidl – gesehen.

    • Kakao und anderes
      Werte colorcraze, Kakao Jongen findet man reichlich beim guuugeln.

      Was die Gerüche der diversen Waschmittel angeht, auch mich stören sie. Noch unerträglicher wird der Gestank, nimmt man für Feinwäsche mal ein Kochwaschmittel, das bei 30° diese Gerüche freisetzt. Da hilft nur erneutes Waschen mit dem passenden Mittel. Wir werden marktkonform erzogen, in allen Belangen.

      Aber alles hat seinen Grund, wir sollen ja auch noch Weichspüler nehmen, der dann ebenfalls in allen Geschmacksrichtungen zur Verfügung steht. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal welchen in die Maschine gekippt habe, das Zeug ist so überflüssig wie ein Kropf.

      Zutaten in allen möglichen Lebensmitteln; ich esse Gemüse, hin und wieder und immer seltener Fleisch dazu. Da braucht’s weiter keine Zutaten und ohne diese werden wir ohnehin kaum noch etwas finden. Heute müsste man beim Einkauf das Wissen eines Chemikers haben, nichts ist mehr so, wie es scheint und der Schein trügt.

      Ich habe es aufgegeben, in den Zutaten z.B. nach Soja zu suchen, gehe davon aus, dass das Zeug überall drin ist, meine allergischen Reaktionen bestätigen das mit heftigen Nies- und Hustenattacken. Und wenn ich sicher bin, etwas ohne Soja zu haben, kommen die Attacken auch, die Allergien haben längst die Etage und Auslöser gewechselt.

    • Zweiklassengesellschaft Ernährung
      Zufällig fand ich das beste Kakaopulver ever in einem türkischen Lebensmittelladen, auch einen sehr feinen, schmackhaften Gries.

      Bei uns wird auch frisch gekocht, aber trotzdem kann man der Misere nicht ganz entrinnen.

      Das Traurige ist, dass immer mehr bisher unbedenkliche, „gute“ Marken auch versaut werden, wie z.B. Landliebe, die vor ein paar Jahren im Eiscreme-Vergleich am besten abgeschnitten hatte und nur natürliche Zutaten enthielt. Inzwischen ist deren Erdbeereis ekelhaft süß, künstlich aromatisiert, obendrein mit Guarkernmehl und wenn ich mich richtig erinnere auch noch mit Rapsöl verpanscht. Ungenießbar. Na ja, es gibt ja zum Glück die italienischen Eisdielen. ;-)

      Ich hatte mal bei Rewe auf die Schnelle abgepackten Käse mitgenommen, weil die Packung so ansprechend aussah, mit einer schweizerischen Flagge drauf: einmal Appenzeller und einmal Gruyère. Der Geschmack hatte mit den beiden Sorten nicht das Geringste zu tun. Dass die Händler es sich erdreisten, solche Fakes anzubieten, billig waren die auch nicht einmal. Für mich ist das glatter Schwindel.

      Leider gibt es inzwischen fast so etwas wie eine Zweiklassen-Gesellschaft in Bezug auf die Ernährung. Ein erheblicher Anteil nächster Generationen wird nicht mehr wissen, wie naturbelassene Lebensmittel schmecken, wie z.B. natürlich gereifter Käse.

    • Oh Gott, Tamarisque, das hätten Sie nicht schreiben dürfen ... !
      Wir alle kennen unseren Mitforisten TDV, und seine Meinung vom deutschen Wähler. Das ist die Stimmung bei der seine Saite immer raisonniert.

      Ich bin – es bleibt nichts anderes als es zuzugeben – sein Counterpart im Bereich Lebensmittel. Seit Menschengedenken, wenn jemand sich zur Qualität oder gar zum Geschmack industrieller sogenannter Lebensmittel äußert, da bin ich ein Zwangscharakter, und es zwingt mich geradezu, darauf hinzuweisen, DASS DIE GENAU DAS WOLLEN. Die Verbraucher. Das bemerke und diskutiere ich seit eben jener Zeit, falle immer wieder darauf herein, und MUSS es doch sagen: „Die wollen das!“ – genauso wie ‚die‘ Merkel wollen. Und im nächsten Jahr Merkel wählen werden, sofern die sich wählen lassen will.
      Genau so ist auch die grosse Mehrheit meiner Umgebung (‚Tschuldigung, Leute!). Die beschweren sich, ähnlich wie Sie, und kaufen genau den Dreck über den sie sich kognitiv vorher aufgeregt haben. Sie, Tamarisque, wohl nicht, okay, aber die grosse Mehrheit. Das wiederum treibt mich zur Verzweiflung. WENN DIE DANN WENIGSTENS STILL WÄREN! aber nein, die müssen den Mund auftun, wahres und richtiges an Kommentaren ablassen, und wenn sie vom Einkaufen kommen, sind die Taschen voll von eben diesem Mist. Der BBQ-Senf, das Olivenöl mit Honig, die Joghurtpampe mit Fruktose-Glykose-Sirup und Emulgator.
      „Wenn’s mir doch schmeckt!“ Ja, natürlich, niemand soll sich vergewaltigen und was anderes essen als das was ihm schmeckt.

      Ich spreche allerdings von Leuten über 50. Und Sie schreiben was über ’nächste Generationen‘.
      Die Russen, Tamarisque, sind noch nicht hier. Die Geschmacksverirrung ist es schon seit langem. Wir – also wenigstens die grosse Mehrheit – hat sich schon an die Geschmacksverirrung gewöhnt.
      Genauso wie an Clowns als Bundeskanzler. Schon seit 1982. Deshalb wollen sie gar nichts anderes mehr. Genau wie beim Essen.
      Was machte es jetzt noch aus, wenn zusätzlich der Russe käme!?

    • Kleiner Tip von einem gelegentlichen Gast....
      Wenn schon Supermarkt, dann ALDI….
      Das Waschmittel stinkt nicht nach, bei korrekter Dosierung. Käse auf dem Viktualienmarkt… oder wenn im Notfall: Supermarkt, ebenfalls Aldi, dasselbe beim Joghurt

      Dazu kommt auch noch der Wegfall des Ärgers den ich bei der Abzockerei im Tengelamnn oder ähnlichen spüre.
      Einmal die Woche Viktualienmarkt, einmal Dallmayr, den Rest beim ALDI… meiner Erfahrung nach die stressfreieste Möglichkeit in DE.
      Sauerteig-Brot beim Pfister oder selber Backen, muss man im REst der weltr sowieso können, wenn man nicht den Chemie Schrott essen will.

    • So isses
      Herr Dippel, Sie haben ja so recht… aber keine Sorge, Merkel wird nächstes Jahr wiedergewählt, der Verbraucher wird weiterhin unsäglichen Mist fressen usw. Je weniger Geld die Leute haben, umso eher wird jeglicher Blödsinn gekauft.

      Eis von Landliebe oder anderen, nee Tamarisque, das konnte man noch nie essen, geht nicht, schmeckt nicht. Joghurteis aus der Eisdiele geht noch, denn auch die Eisdielen passen sich dem grauenhaften Geschmack der Leute an, immer noch süßer und greller. Mir wird beim Blick in die Auswahl schon schlecht, Eis in den grellsten Farben und Mischungen. Früher liebte ich Schoko- und Nusseis, schmeckt schon lange nicht mehr, auch nicht in der Eisdiele, derer ich zwei Italiener vor Ort habe.

      Tyler, Viktualienmarkt und Dallmayr, in Düsseldorf gibt es beides nicht, auf den Carlsplatz gehe ich nicht, da reicht meine Rente einfach nicht oder andersrum müsste ich dann mindestens zwei Wochen am Daumen lutschen. Bleibt also noch Aldi, wobei da die Marken auch immer mehr Einzug halten, der putzige Actimel z.B. und die Leute kaufen das Zeug auch noch. Gut, dass ich mit Milchprodukten außer Käse nichts anfangen kann und Käse vom Aldi… ich weiß nicht, mich machen diese schon geschnittenen und abgepackten Sachen einfach nicht an. Leider hat der Käsemann bei uns auf dem Markt längst aufgehört, da konnte man noch feine Sorten kaufen, der Mann hatte Ahnung und eine Passion.

      Solange die Leute sich ihr Wasser in Plastikflaschen kaufen, kann man denen alles verticken, meinen Sie nicht auch?


    • Weichspüler habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht einmal gekauft. Einmal benutzt habe ich es schon, schätzungsweise so vor 40+ Jahren, als ich es mal auf Geheiß meiner Mutter in die Waschmaschine kippte.
      Ehrlich gesagt habe ich nie verstanden, wozu es gut ist, die Kleider einzuschleimen, wenn man sie doch frisch gewaschen haben will.
      Manche mögen vielleicht den Geruch. Ich bin allenfalls für zarten Lavendelduft und dergleichen zu haben, Penetranz verabscheue ich, denn ich habe eine empfindliche Nase.
      Ich gehörte in meiner Jugend allerdings auch mal zu denen, die Patschuli und Sandelholz mochten. Da war ich nicht die einzige, viele verbreiteten Patschuli-Wolken um sich. Aber das ist eher sowas fürs Nachtschwärmen. In meinem jetzigen Alltag möchte ich wenig dezenten Geruch an der Wäsche.
      Weshalb ich seit Jahren in die Drogerie vom Einkaufszentrum pilgere, wenn ich mal wieder Waschmittel brauche, denn nur dort gibt es das wenig riechende Biowaschmittel. (Ich lege bei Waschmitteln auf Bio eigentlich keinen wert, aber es ist in Waschwirkung und Geruch eben in Ordnung)

    • Ernährung und Konsum
      @ Uwe Dippel

      Na ja, meine Beschwerden waren ja tatsächlich an die Politik gerichtet. An die EU, die zum Lobbyisten-Paradies verkommen ist. Oder vielmehr: das war sie schon immer. Schon Mitte-Ende der 80er, als ich das Greenpeace-Magazin be-zog. Von Anfang an wurden z.B. Grenzwerte gemäß den schlechtesten ange-passt. So z.B. die hervorragenden deutschen Schadstoffs-Grenzwerte des Trinkwassers, die auf eine niedrigere EU Ebene herabgestuft wurden. In jedem Bereich wurden wirtschaftsförderliche Werte übernommen. Damals wurde darüber nicht berichtet, außer durch Greenpeace. Kein Wunder, dass irgend-wann danach die erste Diffamierungskampagne gegen Greenpeace losgetreten wurde, an welcher sich auch Der Spiegel fleißig beteiligt war. Heute sagt man, das sei ein Fehler gewesen, doch die Wirkung blieb nachhaltig bestehen, bis heute…

      Es ist doch einerlei, was die meisten Kunden in Supermärkten und Discountern konsumieren. Man kann immer nur bei sich selbst anfangen.

      Na ja, jedes Mal könnte man einen Gedanken-Schlenker zu den dummen Wählern machen, der das ermöglicht.

      Ich kann meine Hände in Unschuld waschen, weil ich seit den 80er Jahren an keiner einzigen politischen Wahl mehr teilgenommen habe, weder EU noch parlamentarisch. Ich hätte auch gar nie nicht gewusst, wen ich wählen sollte.

      Inzwischen habe ich meine Familie längst dazu „erzogen“, dass sie nur noch Naturjoghurt essen, welchen sie mit frischen Früchten oder Beeren mischen. Manchmal gibt es einen „Rückfall“ zu den Zuckerbomben, ich kaufe sie nicht. Kommt aber inzwischen nur noch selten vor.

      Ja, die Russen. So leicht kommen die nicht. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR war das der Alptraum der Finnen, dass die Russen zu zig Tausenden kommen werden. Ja, die Russen kamen, aber nicht so. Die reichen Russen haben anfangs in Finnland eingekauft. Doch die einzige Branche, die sie okkupierten, war die, welche bisher von finnischen Einzelunternehmerinnen betrieben wurde, welche in Bars und Nachtklubs herum lungerten, von denen jeder Gast wusste, worauf sie warteten. Also eroberten die Russen das Geschäft mit der Prostitution, gründeten in ganz Finnland, selbst in den Kleinstädten entsprechende Etablissements. Die Bauern fuhren busladungsweise aus ihren Dörfern zu den Russen-Bordellen; die Bäuerinnen waren not amused, auch nicht die finnischen Kolleginnen, haben die Russen doch ihnen das Geschäft durch Dumping-Preise verdorben.

      Mehr Russen werden nicht kommen, auch nicht nach Deutschland. Und die Russen-Mafia ist ja auch schon da. ;-)

      @ TDV

      Sie glauben doch nicht, dass ich nicht in der Lage sei, das Waschmittel richtig zu dosieren? Sehen Sie, so etwas führt leicht zu Missverständnissen, gelle. ;-)
      Sie kennen die neuen Waschmittel offenbar nicht. Noch nie haben Waschmittel wie Ariel und Persil so abartig gerochen wie heute.

      So etwas Schönes wie den Viktualienmarkt haben wir hier im Norden leider nicht, nur die Wochenmärkte. Aber die sind sehr gut, aber auch wesentlich teurer als die Discounter. Dass man lieber vier schöne schmackhafte Tomaten kauft als eine Tüte voll aroma-arme, wässrige, das kommt bei den „Großkonsumenten“ nicht so gut an. Daher: Zweiklassengesellschaft. Hat nicht nur etwas mit income, sondern auch mit education zu tun.

      @ Renate Simon
      Nun, ich bin kein Fan von Eiscreme, meine Familie isst Eis, ich esse manchmal mit, aber sehr selten. Landliebe hatte ich schätzungsweise vor etwa fünf Jahren das letzte Mal gegessen, und das Eis war gut, ähnlich wie das Erdbeereis aus meiner Kindheit, darum kann ich mich gut daran erinnern. Inhalt völlig okay. Heute: ungenießbar.
      Ich esse auch selten Schokolade, und wenn, dann lege ich großen Wert auf die Qualität. Bei Süßem schlägt mein Herz für die Pâtisserie. ;-)

    • Tamarisque, dann sind wir uns doch einig
      und da Sie, so wie ich, eine Schwäche für Patisserie haben, kennen Sie den Pralinenclub?

      Ich habe unterdessen den Newsletter abbestellt, denn es gab immer wieder Tage, an denen ich leichtsinnigerweise Sommerpralinen orderte und diese dann hemmungslos vertilgte.
      Früher mit meinem Mann wurde die Lieferung genauestens geteilt und mein Mann fragte immer, welche haben wir denn noch, um dann auch diese schnellstens zu eliminieren.

      So ist es nun besser für die Linie und den Geldbeutel, aber die Pralinen sind sehr lecker. Auch zu Heinemann fahre ich schon lange nicht mehr, es endete immer mit Champagnertrüffeln, die meiner Schimmelpilzallergie zu Höhenflügen verhalfen.

  32. Ein guter Wochenausklang.
    Ginge es nach den Bürgern, Europa sähe wahrlich anders und sehr wahrscheinlich deutlich besser aus. Der zunehmende Nationalismus ist Folge nationaler Politik, die sich der EU als Mittel zum Zweck bedient. Falls die Bürger das irgendwann mal verstehen, hätte die EU vielleicht noch eine Chance.

    Real- und Finanzwirtschaft wiederum bedienen sich der nationalen Politik, um ihre globalen Interessen durchzusetzen. Ob die Politik das wirklich nicht versteht, ich habe da so meine Zweifel. Auch da könnte die EU durchaus hilfreich sein, würde und dürfte sie im Sinne der Bürger demokratisch legitimiert handeln.

    Immer sind es die kleinen Leute, die einfachen Menschen, die mangels Stimme und demokratischer Mittel den Folgen nationalen Regiertwerdens hilflos ausgeliefert sind. Sie sind zwar die Mehrheit, aber eine Mehrheit ohne Macht, Verfügungsmasse im großen Spiel der Wenigen um Macht und Reichtum.

    Kinder an die Macht, dieser Slogan kam mir in den Sinn, die Expo 2000 in Hannover, als ich den Beitrag las. Ja, Bürger an die Macht, möglichst Europas Bürger, das würde ich mir wünschen. Doch dazu mangelt es fast in ganz Europa an Demokratie und so gesehen beneide ich Engländer, Schweizer und andere darum, Regierungen auch mal die rote Karte zeigen zu können, ihnen nicht hilflos ausgeliefert zu sein.

    Was hindert die Europäer eigentlich daran, das Beste aus allen Nationen zusammenzufügen, um daraus das Beste für alle zu machen? Das sind doch nicht die Europäer, die sich mehrheitlich längst als solche betrachten.

  33. Tu felix Britannia
    Endlich frei! Was muss das fuer ein Gefühl sein, nicht mehr vom evangelischen Waechterrat in Berlin bevormundet zu werden.

    • Wir könnten ja mal eine Mauer bau äh also ich meine schönes Wetter heute.

    • ich weiß nicht, ob die in Berlin heute noch so ein Großprojekt hinbekämen
      Aber ansonsten wäre der Zeitpunkt günstig, da dort alle auf den Boden starren und Wahlzettel suchen.

    • Witzig....
      Sie meinen da würde jetzt was besser werden? Für die normalen Bürger?

      Haben sie sich diese May-Tusse mal genauer angesehen? Dass Thatcher die Grundlagen der britischen Real-Wirtschaft zertört hat, das reicht ihnen nicht, sie wollen jetzt Thatcher 2.0?

      Damit wir uns nicnt missverstehen, ich war auch für den Brexit, weil alles gegen das was die Juncker&Co sagen, IMMER richtig hat…

      Aber das Problem liegt woanders. Man löst es nicht in dem man was ändert, sondern in dem man es besser macht.
      Als Zyniker beobachte ich solche Entwicklungen immer hoch erfreut, denn da gibts unweigerlich immer viel zu lachen.
      Ihr „Endlich frei!“ ist eines der besten Beispiele für einen guten Lacher… Endlich frei… aber ja doch, sicher doch…

  34. Die Siebziger
    Vielen Dank für diesen informativen Text, der viele Erinnerungen wachruft. War 1972 als Austauschschüler in England, der Familienvater dort hatte einige Erfahrungen mit 16jährigen Schülern gemacht, war an allem interessiert, was ich aus D berichten konnte. Sein Spruch, der mir bis heute in Erinnerung ist, war allerdings: Another reason not to join the common market!

    Mit dem Interrail bereits 1974 nach Griechenland (65 Stunden mit dem Zug), wo wir am Strand jungen Griechen zuhörten, die sich unbändig über das Ende der Diktatur freuten. Und unterwegs immer wieder aus Leute aus allen möglichen Ländern im Zug, vor allem US-Amerikanern (damals), was auch den zwischenmenschlichen Austausch ermöglichte.

    Drei Tage ’74 in Venedig in der Jugendherberge(!), ging damals noch, grimmige Polizisten an der spanischen Grenze (war noch Diktatur), aber easy goin‘ in Sitges.

    War alles ganz entspannt, nur wir fuhren immer weiter, wenn wir Deutsche trafen, weg von diesem heimatlichen Gesocks, so war das auch…

    MfG

    • Stimmt, junge Amerikaner gab es auch in meiner Jugend noch zuhauf. Und in meiner römischen Bleibe sind immer noch viele von denen. Soweit ich das aber sehe, gehen die jetzt mehr nach Osteuropa.

    • Ja, das waren Zeiten
      Auch ich war damals viel unterwegs. Die Atmosphäre war, wie ich auch weiter oben geschrieben habe, immer offen und ausgelassen. Man verständigte sich notfalls mit Händen und Füßen, aber man verstand sich in jedem Fall.

      Die Amerikaner waren damals überall. Der US Dollar stand etwa bi 2,80 DM, und die DM war damals selbst auf dem Höhenflug. Da hatte man, je nach Reiseland, schon mal ein paar Hunderttausend in der Reisekasse. Ich habe mich seither nie wieder so reich gefühlt ;)

  35. Europa
    Ihr wunderbarer Beitrag bringt einen zum Nachdenken über die eigenen europäischen Vernetzungen.

    Die wirklich guten Freunde, d. h. Menschen, bei denen man jederzeit und unangemeldet mitten in der Nacht an der Haustür klingeln könnte, in Finnland, Schottland, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, Deutschland. Die Kinder, die sich ganz selbstverständlich in zwei Ländern beheimatet fühlen. Die Sprachen und Kulturen, von denen man sich im Verlauf der Jahre große Teile angeeignet hat, Literatur, Musik, Kunst, Essen. Die Menschen, denen man begegnet ist und die intensiven und langjährigen Beziehungen, die sich aus diesen Begegnungen oft entwickelt haben.

    Und nein, mit Geld oder der mit EU hat das alles wenig zu tun. Die ersten Reisen unternahm man ja annähernd mittellos und wenn heute den jungen Leuten eingeredet wird, die Reisefreiheit hätten sie praktisch der EU zu verdanken, dann möchte ich mal wissen, wie wir das vor EU-Zeiten problemlos hingekriegt haben, ohne Handy, mit unterschiedlichen Währungen jonglierend, ohne airbnb, GPS, Facebook etc. – und dabei immer untergekommen sind, bewirtet und beherbergt wurden und dabei an Orte gelangten, die bei booking.com oder trivago bestimmt nicht zu finden sind.

    Sie haben recht, Europa ist großartiger Kontinent, er ist nur ziemlich vergesslich geworden. Die alte Dame geht etwas gebeugter, nicht weil sie in die Jahre gekommen ist – das ist sie schon lange, viel mehr weil eine Truppe selbst ernannter und rabiater Therapeuten sie wie eine Pflegepatientin behandelt und bevormundet und sie falsch medikamentiert, obschon sie ihren Alltag durchaus selber zu meistern in der Lage wäre.

    Die Menschen möchten dieses runzlige, verschrobene und eigensinnige Europa zurück, nicht aus dem Gefühl eines nostalgischen Nationalismus heraus – der ist, wenn man ihn nicht mutwillig und aus schierer Dummheit herbei provoziert, tot wie ein zigfach überrollter Tierkadaver auf einer viel befahrenen Autobahn – sondern, weil sie, die Europäer, der Welt etwas anderes zu geben haben als die alles plattmachenden Antworten einer kaltschnäuzigen Globalisierung. Europa bietet Diversität, Kulturreichtum, Lebensart, sinnenfrohe und humorvolle Imperfektion. Eigentlich sollte man es als einzigartiges gesellschaftliches und geografisches Biosphärenreservat unter Schutz stellen.

    Die Briten haben einen Anfang gemacht, davon zu retten, was zu retten ist. Andere werden folgen, die Deutschen vielleicht erst ganz zum Schluss, weil ihnen angeblich die Hölle droht, wenn sie auch nur daran denken, den Tugendpfad der militanten Selbstkasteiung und -verleugnung zu verlassen.

    Alles Ideologie, wieder nach 80 (oder 27) Jahren. Und dabei waren wir, die Europäer, uns in der wesentlichen Übereinkunft einig, die Fehler der Väter und Großväter nicht/nie mehr zu wiederholen. Wir stehen unmittelbar davor.

    • Es mag sein, dass ich etwas nostalgisch bin, aber dass am Achensee keine Zollstation mehr ist, hat mein Leben kaum verändert. Es war eine andere Art des Reisens, etwas abenteuerlich, aber rückblickend hat man etwas erlebt und viel mitgenommen. Ich mache das immer noch so, aber ich nsehe auch, dass dieses Wissen langsam schwindet. Dafür wird jeder Fortschrtt der EU angerechnet. Glaubt das wirklich jemand?

    • Unser Europa, nicht ihres
      Wie Sie richtig schreiben, haben wir alle unsere Kontakte über Reisen gemacht. Erasmus oder DAAD stehen auf einem anderen Blatt. Wir fuhren mit kleinem Auto und Zelt oder kauften, so wie die Jungen heute, einen alten VW-Bus. Wir hatten es bedeutend besser, denn unsere Examina lagen am Semesterende. Wie sie heute die Examina in die Ferien legen (und das mag EU sein), ist desaströs.
      Ich hatte echte Ferien, im Winter zwei, im Sommer drei Monate, und arbeitete einen Monat bis sechs Wochen. Von der verdienten Penunze fuhren wir wochenlang weg und lernten Land und Leute kennen. Für einen Urlaub in Griechenland lernte ich schnell mal ca. 500 Worte Neugriechisch und etwas Grammatik.

      Wir waren dadurch welterfahrener, als wenn wir nur am Schreibtisch gehockt hätten. In eine Bewerbung für ein Auslandsstipendium floss das ein. Wir machten Europa, auch mit Interrail. Wir haben es aufgebaut, die Jungen nach dem Krieg mit ihren Kontakten und ihrer Neugier. Dann haben Politik und Banken es uns weggenommen, Werbung vorgegaukelt, ein Flug nach JWD wäre besser und schöner. In Wirklichkeit waren wir ziemlich frei und unser Europa war großartig, weil es nichts mit Geld zu tun hatte, sondern mit Neugier und Kennenlernen und Sprachen.

      Ja, sicher, es muss geschützt werden. Volksabstimmungen seien schädlich, hört man jetzt gern. Wissen diese Menschen eigentlich, wie unangenehm ihre Machenschaften und Verstrickungen inzwischen wirken?

      Und wissen die weiter rechts angesiedelten Parteien, dass wir ein Europa hatten, eins voller Vielfalt, mit verschiedenen Ländern, eins, das wir geschätzt haben, dass es also nicht nur um Patriotismen geht, sondern auch um Europa selbst, ein gekapertes, unfrei wirkendes Europa, in dem ein armes Land nicht seine Währung zurückbekommen kann, um sich neu aufzubauen.

      Ein Europa, das von einer Frau, die es gar nicht kannte wegen DDR und so, über den Euro oder die NATO oder TTIP oder muslimische Arbeitssklaven (was sie nicht zugeben würde) definiert wird, ist nicht mehr dieses faszinierende Gebilde, das es war. Und wenn es Spannungen und Bürgerkriege erzeugen sollte, werden sich die Großmächte einmischen. Danach wäre es platt wie Aleppo. Daher sind alle Exits ein Segen, auch wenn sie zu Dürrephasen führen werden. Langfristig werden letale Spannungen, die in Großsystemen entstehen können, damit vielleicht verhindert. Ich sehe in den Exits finanzielle Härtezeiten, aber große kulturelle Gewinne. Politik wäre wieder überschaubar und würde vielleicht sogar wieder echte Politik und nicht nur Pagenarbeit als Türsteherei für Wirtschaft und Banken.

    • Europa
      was fangen wir jetzt nur mit Schrillen an, deren offensichtliche
      Unkenntnis über, und ohne Empathie für Land und Leute, sie
      nur noch nach BUNT, noch mehr BUNT rufen lasst?

    • @ Don
      „dass am Achensee keine Zollstation mehr ist, hat mein Leben kaum verändert“

      Die jahrtausendalte Erfahrung der Diversität und ihre respektvolle Anerkennung haben die Europäer (nach der Erschöpfung in den letzten Kriegen) letztlich vereint – die bürokratisch/technokratische Vereinheitlichung auf allen Gebieten droht sie nun wieder zu trennen.

      Aufrichtiger Dank übrigens für die enorme Mühe, die Sie sich mit der Kommentar-Edition machen. Eine in vergleichbarer Weise wahrgenommene Gastgeberrolle ist mir im Netz noch nie begegnet. Chapeau!

    • Bitte, keine Ursache, das macht mir Spass.

    • @Oberländer
      Danke, sehr schön zusammengefasst.
      Leider bleiben weder die Welt noch die Habgier der neo-liberalen Idioten jemals stehen.
      Ich weiss seit sehr langer Zeit, dass meine Generation unfassbares Glück hatte und in der wohl besten aller Zeiten für normale Menschen, am richtigen Ort aufwachsen durfte.
      Ich kann die Kritik an alten weissen Männern natürlich nachvollziehen, aber ich weiss auch, dass nichts anderes möglich war….

      „Think of how stupid the average person is, and realize half of them are stupider than that.“

    • B. Scott, sie sprechen mir aus dem Herzen...
      Ich stimme B. Scott zu. Es ist nicht agressiver Nationalismus etc… was zu Ereignissen wie dem „Brexit“ führt. Es ist genau dieses Gefühl der Bevormundung und des für dumm verkauft Werdens. Irgendwann ist dann das Maß voll… Man kann nicht unbegrenzt das aufgeben, was man als „Heimat“ empfindet…

      Ich kenne Europa noch mit Grenzen, bin mit 300 DM und ohne Handy mehrere Wochen durch Frankreich geradelt etc… Gerade diese aus heutiger Sicht waghalsigen Reisen haben in mir eine tiefe Zuneigung zu unseren Nachbarn und deren Eigenheiten vermittelt.

      Es gibt riesige Unterschiede und doch unendlich vieles das uns Europäer verbindet.

    • Europa
      B. Scott sagt:
      9. Juli 2016 um 13:35 Uhr

      […]

      Selten, dass mir mal jemand so aus der Seele schreibt. Bis hin und insbesondere zur letzten Zeile:

      Zustimmung und DANKE!!

      vg

  36. fahr lässig, doch nicht gegen Beton
    solange es ein Aurelia ist und hintendrin, wie geschaffen dafür, Silberberge (Kannen, Löffel und so) verstaut sind, denn es ist der Zoll der sich langweilt, –
    … deswegen man legt noch eine VinylScheibe »Joan Baez in Concert Part 2« dazu.
    http://www.motorstown.com/18592-lancia-aurelia-convertible.html#
    http://www.automobile.at/portal/magazin/autonews/Fotoshows?id=37131&type=bild&quereinstieg=1&archiv=shows&bild=17&page=17&herstellerid=22

  37. Au! To!
    Lieber Don, danke für die wunderschönen Autos. Okay – der Text dazwischen ist auch nicht schlecht… ;-)

  38. Alt genug, um teilnehmen zu dürfen, wären zwar auch Dieseerstenrennexemplare aus
    http://cleantechnica.com/2015/04/26/electric-car-history/

    wie

    http://n7.alamy.com/zooms/02835bf74adb48408586b653015fa7ef/electric-racing-car-with-rothschild-bodywork-in-partinium-aluminium-ergk0f.jpg .

    Aber Bildersolchesmillemigliateilnehmerblechs würden Sie allenfalls dann in Betracht ziehen, wenn Sie mal Ziemlichreinebleiwüste abliefern müssten, stimmt’s?

  39. Patriotiotismus verboten, Imperialismus erlaubt
    „Nationalismus ist aber auch der Versuch eines Mitgliedslandes der restlichen Gemeinschaft seine Asylpolitik aufzudrücken, im Namen des humanitären Imperativs. “

    Ich würde das sogar Imperialismus nennen, Imperialismus unter humanitärer Flagge. Alle anderen Länder dürften das so sehen. Dieser wird fein kaschiert, und offiziell haben wir keinen Nationalismus, ja nicht einmal einen Patriotismus, denn wir haben doch nur noch ein Team.
    Wir kommen übel rüber mit diesem imperialistischen Versuch, und jeder Besuch eines/einer deutschen PolitikerIn war eine Schubkraft gen Brexit.

    Diesen Satz zugrunde legend, muss man das Stück doch jenseits der Oldtimer, die vor italienischer Kulisse immer am besten aussehen, ernst nehmen. Schöne Ironie:

    „Dieser Text dient lediglich dem Herzeigen alter Automobile, und sollte daher nicht besonders beachtet werden.“
    Danke für die Bilder.

    Der Trainer aus BaWü ist inzwischen merkelisiert. Macht er was falsch, war es trotzdem gut. Machen wir doch ein freundliches Gesicht zu seinem Fazit:
    http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball-em/deutsches-team/keine-selbstkritik-nach-0-2-im-em-halbfinale-gegen-frankreich-14331308.html

    Nur Dunkeldeutsche würden schließlich sagen, dass der Mannschaft was fehlte an Esprit und Ausstrahlung. Etwas Schubkraft, vielleicht ein wenig Patriotismus. Die Franzosen von Juve hatten das doppelt, denn sie spielten auch für Buffon. Wo Bleu draufstand, war auch Azzurri drin.
    Gott, wie ärmlich wären wir ohne unsere Mittelmeerländer.

    Und der Aston oben ist doch symbolisch für die kleinen feinen Dinge, die die anderen Länder auszeichnen.

    • Die erste Zeile ist ein interner Witz, weil der letzte Beitrag trotz 14k PIs und über 300 Kommentare nicht überall geschätzt wurde. Recht so! Wer braucht schon Debatten und andere Gedanken? Bilder! Bilder sind toll! erst gar nicht lesen!

    • verwoben
      Zitat:
      Der Trainer aus BaWü ist inzwischen merkelisiert.
      Zitat ende.

      Da sprechen Sie was an, was mir auch schon seit Wochen im Kopf herum geht:
      Löw ist fest verwoben mit der Ära Merkel.
      Genau so schwer zu packen und zu kritisieren wie unsere Frau Bundeskanzlerin.
      Und auf einen Rücktritt kann man lange warten. :)

    • SING- und SPIELFREUDE
      @Oberländer

      nun, die korrrelation zwischen singfreude bei der Hymne und der spielfreude auf dem platz war ja eindeutig, schauen sie mal heute, wie toll diese franzosen und portugiesen singen können- ja, sie können sogar den text. sind da dann 22 nazi´s auf dem platz ?

      OETI sang allerdings noch im jahr 2000 die „Deutschland, Deutschland über alles“ – strophe oder verbreitete liedgut wie „dem feinde entgegen im panzergeschütz“……………ja, im halbfinale, eigentlich im ganzen turnier hatte dieses panzergeschütz ladehemmung !!!

      sabotage durch mekka-fahrer ? warten wir mal, bis Gauland uns aufklärt !

  40. Eine Recyclinganlage weniger
    Zu Bertie Wooster gegen Mitternacht:

    Um an ein Erasmus-Stipendium zu kommen, muss man gut sein, brillant gar. Nun sind aber die Brillanten von jeher in der gleichen Situation wie Betuchte: Sie brauchen keine EU, um irgendwohin zu kommen. Damit kippt Ihre ganze Theorie.

    Der freie Personenverkehr scheitert daran, dass ganze Länder unsere sozialhilfedurchtränkten Oasen in Westeuropa als eine Art Recyclinganlage für Leute betrachten, denen sie vergessen hatten, einen Tritt Richtung Ausbildung zu geben. Sie lassen diese dahinvegetieren, und dann kommt der Tritt Richtung Westen. Die Briten haben genug davon. Man wird sehen, dass auf oberem Niveau kaum Änderungen eintreten werden.

  41. Aladins Wunderlampe
    Don Alphonso schrieb:
    „Was passiert eigentlich, wenn der Brexit gut geht, man saubere Lösungen findet und die Immobilienblase in London nach ihrem Platzen das Wohnen für die Massen billiger macht? “

    Och. Vielleicht geht die große Kröten-Wanderung jetzt einfach nur noch etwas weiter. Von Panama über Delaware jetzt vielleicht optional auch nach GB. So eine Art Verteilungs-Gerechtigkeit im Rahmen der Globalisierung und so … ?

    Der Dirk Müller meint jedenfalls …
    „… an der britischen Börse … ginge es gerade aufwärts. In Großbritannien werden die Unternehmensteuern gesenkt. Es werde ein “Steuer-Paradies” geschaffen. Auf unter 15 Prozent soll die Körperschaftssteuer fallen. Vorher lag sie bei 20 Prozent. EU-weit liegt sie bei ca. 25 Prozent.

    Niemand könne die Briten daran hindern, ein Unternehmens- und Banken-Paradies mit wenig Regulierung zu schaffen. Auf eine solche Entwicklung müsse man sich jetzt einstellen. Dies wäre auch ein Grund, warum es an der britischen Börse nach oben gehen würde.“
    http://www.epochtimes.de/politik/europa/dirk-mueller-nach-brexit-setzt-bruessel-politik-gegen-buerger-fort-londons-boerse-profitiert-a1342477.html

    Ihre Silber-Kännchen sind aber sicherlich auch was Feines. Dazu fiel mir glatt das Märchen von Aladins Wunderlampe ein …

    https://thumbs.dreamstime.com/z/alte-aladins-wunderlampe-silberne-geistlampe-auf-holztisch-im-altem-stil-llampe-44400959.jpg

    Sehr inspirierend. Fehlt mir zum Aussteiger-Glück nur noch eine märchenhaft passende Ton-Vase. Gar nicht so einfach, wo doch jetzt die letzten Neutralitäts-Schranken fallen sollen. Und das an den Parlamenten angeblich vorbei. Diese EU-Schlingel aber auch. Oder war das jetzt gar wieder eine Deutsche Idee? Ich meine, der Herr Steinmeier soll uns ja neulich von drüben zugerufen haben, wir seien jetzt eine Weltmacht. Wer weiß … vielleicht haben wir ja inzwischen sogar schon die Nato-Führungsspitze eingenommen und mir erzählt bloß wieder keiner was? Nicht auszudenken …

    Schöne Bilder übrigens und ein sehr interessanter Blog-Beitrag weitgehendst. Thx for that.

    vg

    • Bitte, gern geschehen. Ich weiss nicht, ob die Briten sich wirklich den Banken noch mehr als jetzt schon an den Hals werfen werden. Ginge es nur um die Steuer, wäre Irland schon jetzt günstiger.

      Oder meine Heimat Gmund am Tegernsee. Die hat nämlich auch gewisse Vorteile.


    • Von Panama über Delaware jetzt vielleicht optional auch nach GB.
      Es wurde von „Offshore-Zentrum für Yuan“ gemurmelt.
      Ich denke nicht, daß der Brexit für die Londoner Banker schlecht ist.
      2, 3 Jahre Unsicherheiten, schon, – aber dann! Eine Regierung und ein Land, die ihnen keine Knüppel zwischen die Beine werfen werden, und auch wenig abhaben wollen, weil sie die Zahlungen an die EU einsparen.
      Es hieß, die Londoner Banken hätten Anzeigen für „Bremain“ geschaltet.
      Aber vielleicht haben sie ja auch um die Ecke gedacht: die machen das Gegenteil von dem, was Banker empfehlen…

  42. Griechenland
    „Heute stirbt man in Griechenland an unabänderlichen, medizinischen Versorgungsengpässen und zur Begleichung von Staatsschulden.“
    Auch wenn mir bewusst ist, dass das nur eine beiläufige Übertreibung ist, stört mich dieser Satz ungemein, denn der dahinterstehende Gedanke ist typisch von ökonomischem Sachverstand und Realität befreiter linker „Konsensnonsense“.

    Griechenland hat de facto keinen Zugang zu Kapitalmärkten bzw. kann seine Schuldenstand nicht erhöhen. Logisch impliziert das, dass der griech. Staat nicht mehr ausgeben kann, als er einnimmt. Gegeben das das eigene Einnahmenniveau nicht dazu ausreicht soziale Grundbedürfnisse, wie med. Versorgung oder Rentenzahlungen zu erfüllen, dann stimmt etwas ganz und gar nicht mit diesem Staat und / oder das griech. Preisniveau entspricht nicht der Leistungsfähigkeit der griech. Wirtschaft. Falls zweiteres der Fall ist, muss das Preisniveau sich der dortigen Kaufkraft bzw. der realen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit anpassen (oder umgekehrt, aber das ist in den vergangenen 7 Jahren nicht geschehen und daher unwahrscheinlich). Falls Ersteres der Fall ist, wird das Problem weniger wahrscheinlich darin bestehen, dass Griechenland die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Schwarzafrika besitzt. Also eine Leistungsfähigkeit, die es verunmöglicht soziale Grundbedürfnisse aus eigener Kraft (also eigenen Steuereinnahmen) zu finanzieren. Stattdessen wird der Wirkungsgrad der Steuern extrem gering sein, die Umverteilungsströme vollkommen fehlgeleitet sein und /oder aber die Steuern werden nicht im erforderlichen Maß eingetrieben. Welche dieser drei Ursachen im einzelnen zutrifft oder ob alle gleichzeitig zutreffen und man von Griechenland von einem Failed State sprechen muss ist einerlei für den eigentlichen Punkt, dass einzig und allein Griechenland in der Lage ist, etwaig vorhandene Missstände in der sozialen Grundversorgung des Landes zu ändern, NIEMAND sonst.

    Trotz aller Komplexität der Situation in der sich Griechenland befindet, führt schlicht kein Weg daran vorbei, sich wieder aus eigenen Mitteln zu finanzieren, statt wie Jahrzehnte lang, den eigenen Lebensstandard beständig mittels nach Griechenland einströmender Kapitalien zu erhöhen bzw. faktisch den eigenen Lebensstandard (auch in Form von Sozialleistungen), darauf zu gründen, sich beständig zu verschulden, sprich Dritte dafür zahlen zu lassen.

    Sicher, es war ein ökonomischer Fehler Griechenland nicht bankrott gehen zu lassen oder überhaupt erst in die Eurozone miteinzubeziehen, aber das ändert nichts daran, dass sowohl ökonomische Ursachen wie auch Lösungen für sämtliche wirtschaftlichen Probleme in Griechenland – man höre und staune – in Griechenland selbst liegen.
    Ihre kurze und unscheinbare Aussage, nimmt Umgekehrtes an, was schlicht falsch ist.

    • Immerhin schön, dass Sie mich noch als Linken betrachten. Vorhin gat ich schon als Krypto-AfD.

      Dabei ist es doch simple Dummheit.

    • Titel eingeben
      EraserFS sagt:
      9. Juli 2016 um 16:18 Uhr
      „Welche dieser drei Ursachen im einzelnen zutrifft oder ob alle gleichzeitig zutreffen und man von Griechenland von einem Failed State sprechen muss ist einerlei für den eigentlichen Punkt, dass einzig und allein Griechenland in der Lage ist, etwaig vorhandene Missstände in der sozialen Grundversorgung des Landes zu ändern, NIEMAND sonst. “

      Niemand sonst? Mit Verlaub … wo waren Sie in den letzten Jahren, guter Mann? Ab einem gewissen Verschuldungsgrad entscheiden in der EU die Troika, EZB und IWF zzgl. sonstige Internationale Gläubiger, und wegen GR’s geopolitisch relevanter Lage auch noch sehr wesentlich die NATO, aber eben NICHT mehr der betroffene Staat souverän und selbst. Diese Arroganz zwischen ihren Zeilen wird uns nebenbei noch sehr schnell vergehen. Schauen Sie sich einfach mal an, ob Sie Zusammenhänge bzw. Gesetzmäßigkeiten zwischen der Pleite im Thüringischen Hainich-Unstrut-Kreis in Macht-politischer Hinsicht und den Verhältnissen in Griechenland zu erkennen vermögen. Und dann denken Sie bitte weiter darüber nach, in welchem Ausmaß inzwischen auch die übrigen Länder hierzulande gezielt und in einem eklatanten Ausmaß „überfordert“ werden. Der Bund-Länder-Streit läuft ja gerade noch und wird garantiert im Zeitverlauf nicht kleiner. Der Endeffekt jedenfalls wird hier wie in GR derselbe sein: Macht- und Souveränitäts-Verlust. Feindliche Übernahme des Tafel-Silbers würden die, die die Treuhand-Aktivitäten noch miterlebt haben, vermutlich ebenfalls hinzufügen wollen. Diesbzgl. werden Sie im Feature „Europoly“ des Tagesspiegel anschaulich fündig und können sich nach Herzenslust dort mit den Linken fetzen. Das D.A. einer sein soll oder ich erheitert mich am Ende aber doch ein wenig. Kein Grund aber bei aller Meinungsverschiedenheit, sich den schönen Sommertag zu verderben. In diesem Sinne mein Schlußpunkt: … SO weit entfernt von den griechischen Zuständen sind wir leider längst nicht mehr. Bookmark it!

      vg

    • Griechenland
      @ EraserFS
      9. Juli 2016 um 16:18 Uhr
      Griechenland

      Hätten Sie die Entwicklung in Griechenland schon vor zehn Jahren verfolgt, würden Sie den Hintergrund bzw. den Auslöser der Krise erkennen. Dass Griechenland Kredite aufgenommen hat, um seinen Lebensstandard zu finanzieren, sprich: Griechenland habe über seine Verhältnisse gelebt, ist einseitig, ja, falsch, denn es waren von den Investoren gewollte Projekte, die finanziert wurden und aus welchen sich die faulen Kredite resultierten.

      Es ist lange vergessen, dass Griechenland vor der Krise als Wachstumsmuster-land bzw. als 1A Investment-Objekt angepriesen wurde, u.a. in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, sodass die internationalen Investoren dorthin schwärmten, wie Motten ins Licht.
      Griechenlands Rating lag noch in 2009(!) bei A/A1. Nur kurze Zeit danach wurden die ersten Sparmaßnahmen eingeführt, als ob das Land von heute auf morgen zahlungsunfähig geworden wäre.

      Die größten Gläubiger waren französische und deutsche TBF Banken. Griechenland muss sparen, damit die Gläubiger befriedigt werden. Die Euro-Zone übt die Aufgabe des Inkasso-Betriebes kraft ESM aus.

      Es gibt keine völkerrechtlichen Regularien für Staatsinsolvenzen. In der deutschen Privatinsolvenz gibt es z.B. einen gesetzlichen Spielraum, der eingehalten werden muss, damit das Existenzminimum des Schuldners gewährleistet wird: Niemand muss hungern, obdachlos werden oder auf medizinische Versorgung verzichten. Genauso sollte es bei Staaten auch geregelt werden. Doch das griechische Volk hat keinen Schutz. Das ist menschenunwürdig und entspricht keineswegs den „westlichen Werten“, worauf „wir“ so stolz sein sollten.

    • Verwechseln sie da nicht was?
      „…dass …ökonomische Ursachen …für sämtliche wirtschaftlichen Probleme in Griechenland – man höre und staune – in Griechenland selbst liegen.“

      Mit Verlaub:
      Man hätte die europäischen/deutschen Banken ihre Verluste tragen lassen müssen. Man wusste um die Zustände in GR und hat doch weiterhin faule Kredite vergeben, weil ein gewisse Frau Merkel den Banken diese Kredite garantiert hat, weil die Griechen mit dem Geld ja zB auch deutsche U-Booote kaufen mussten!!
      Da er solches Verbrecherpack ungeschoren davon kommen lässt, verdinet detr deutsche Bürger/Wähler/Steuerzahler natülcih auch jetzt die anfallenden Rechnungen bezahlen zu müssen.

      Ihr mit-dem-Finger-auf-die-Griechen-zeigen besagt also letztlich nur, dass die deutschen bei dem ganzen Deal die besseren Verbrecher sind

    • Why is Congress saying one thing and doing nothing? Well, tradition mostly.
      Sorry, aber auch hier hat keiner verstanden.

      Alle Schulden Griechenlands ließen sich innerhalb weniger Stunden tilgen.
      Man müsste nur auf das Bank- und Immobilienvermögen der obersten 1% der Griechen zugreifen.
      Macht man aber nicht.
      Denn anstatt 1% der Bevölkerung ihren Reichtum wegzunehmen, lässt man lieber 99% der Bevölkerung hungern und leiden und riskiert Chaos, Kriminalität und die Existenz des Staates und der gesamten EU.

      Man opfert letztlich 400 Mio. Menschen für den Reichtum einiger Tausend.

      Das ist ja irgendwie gerechter oder legitimer oder ökonomisch sinnvoller oder so.

      Alles steuert die Kommunikation.

      Egal.
      Weitermachen mit VWL.

    • @Don Alphonso
      Sie selbst verorten sich desöfteren als noch am ehesten der Linken zugneigt. Das ist allerdings unerheblich, für diesen Griechenland aus der Selbstverantwortung nehmenden Narrativ, der durch seine Unkenntnis grundlegender ökonomischer Zusammenhänge glänzt und daher überproportional im linken Lager anzutreffen ist.

      Und falls es Sie interessiert:
      Ihre Kritikpunkte am Zeitgeist bzw. dass Ihnen eine gehörige Portion des verstärkt ablaufenden, politischen Irrsinns und seiner Scheinheiligkeit nicht entgeht und Sie das thematisieren, ist übrigens Ihre Schnittmenge mit AfD-Sympathisanten.
      Daher kommt die Verwechslung.

      Der abunzu mal Gastbeiträge für faz.net verfassende Professor Streeck teilt Ihr „Leiden“. Verortet sich selbst als linker Aktivist, hat aber ebenfalls enorme thematische Schnittmengen mit „ost-dunkeldeutschen und das derzeitige ultimative Böse repräsentierenden AfD-Rechtspopulistennazirassisten“ ™.

      Als einer von diesen ungebildet Rückwärtsgewandten stört mich aber Ihre Selbstverortung und Gegnerschaft nicht, da ich diese Wahrnehmung nicht politisch verorte (faktisch dagegen spricht ja gerade diese Schnittmenge), sondern sie mir eher mit selbständigen Denkprozessen erkläre.

    • Ich bin eigentlich Hedonist ind interessiere mich vor allem für meine Privilegien. Wenn ich ehrlich sein soll.

    • @Bux T. Hude
      Wie Sie selbst beiläufig anmerken, ist die Troika de facto Gläubiger der griechischen Staatsschuld nachdem in den letzten Jahren lediglich ein Gläubigeraustausch weg von privat (europ. Banken) hin zu öffentlich (IWF, EZB, ESM) durchgeführt wurde, um Zinszahlungen unbestimmt in die Zukunft zu verlagern (die einfach eine zusätzliche Belastung im Fall von privaten Gläubigernn im sowieso überlasteten griech. Haushalt darstellen). Natürlicherweise werden von diesen Gläubigern Konditionen gestellt, um irgendwann wieder private Gläubiger für die existenten Schulden zu finden (bzw. um wieder weg von einer öffentlichen, hin zu privaten Gläubigerstuktur zu kommen), nachdem sich Griechenland mehr als unfähig erwiesen hat, in einer deutlich günstigeren finanziellen Situation (vor 2009) einen sich selbst tragenden Haushalt aufzustellen (das ist übrigens nichts anderes als Schäubles böse schwarze Null).

      Und Griechenland (seine wechselnde Regierung) will das auch so, nachdem die Alternative, aus der Eurozone auszutreten und die Rückzahlung der Schulden zu streichen bzw. den faktischen Bankrott anzumelden nicht wahrgenommen wird. Denn der ökonomische Unterschied zwischen dieser Alternative und öffentlichen Gläubigern existiert gar nicht, dafür aber nicht mehr die Notwendigkeit Konditionen der Gläubiger umzusetzen, sondern stattdessen dieselbe ökonom. Notwendigkeit – einen sich selbst tragenden Haushalt – einzuhalten (da auf unbestimmte Zeit weiterhin kein Zugang zu Kapitalmärkten) aber über Art, Weise und Dauer selbst zu verfügen.

      Das ist keine Arroganz sondern ergibt sich auf Basis der ökonomischen Sachlage für Griechenland so, für die – und ich wiederhole – einzig und allein Griechenland selbst verantwortlich ist, sowohl was Ursache als auch Lösung anbelangt. Dass die Troika oder konkreter ihr Einfluss Griechenland niedergewirtschaftet hat, ist eine unhaltbare, von Sachverstand befreite Legende (keynesianische Knalltüten ausgenommen).

      Und nein, ich bin ganz und gar kein Freund der EU aber der Fall Griechenland wird schlicht zu unrecht der EU bzw. seinen Mitgliedern insbesondere Deutschland angelastet. Im Gegenteil, hier wird sogar ausnahmsweise mal ein sachlich begründeter Kurs gefahren.
      Die ökonomische Situation Griechenlands ist mit und ohne Troika dieselbe, die Notwendigkeit einen sich selbst tragenden Haushalt aufzustellen (mit all den unerwünschten Nebeneffekten), da so oder so keinen Zugang zum Kapitalmarkt.

      PS: Was Medienschreiberlinge bspw. dem Tagesspiegel Zugehörige dazu meinen, ist unerheblich.
      Deren Sachkompetenz liegt darin, Auflagen- oder Zugriffgenerierendes zu verfassen. Die haben teilweise nach 7 Jahren noch nicht mitbekommen, dass lediglich ein Gläubigertausch vorgenommen wurde, geschweige denn, dass sie darauf kommen würden, warum das getan wurde und wie die Alternativen aussehen.
      Gilt auch für DA, aber er ist wenigstens ehrlich genug, explizit darauf hinzuweisen, dass der Sinn dieses Blogeintrags lediglich darin besteht, Photos von alten Autos zu zeigen und der Rest eben nur seine Meinung darstellt bzw. keinen wirklichen Anspruch auf Stichfestigkeit gegen Argumente stellt.

    • @Tamarisque
      Hätten Sie die Entwicklung in Griechenland vor 10 Jahren nicht nur verfolgt, sondern würden darüber hinaus auch den Unterschied zwischen Staatsanleihen und FDIs oder generell den Unterschied zwischen privater und öffentlicher Verschuldung kennen, dann hätten Sie sich Ihren Beitrag gespart.

      Ja, die Ratings waren Blödsinn. Ja, die Anlagen in griech. Staatsanleihen seitens europäischer Großbanken waren risikoreicher als es die Ratings vermittelten. Und ja @TDV, man hätte diese Banken entsprechend die aus Abschreibungen der Staatsanleihen resultierenden Verluste voll und ganz (wenn auch eher über einen längeren Zeitraum) tragen lassen müssen. Das weiß ich und da bin ich mit Ihnen beiden vollkommen einer Meinung.
      Das ändert aber nichts daran, dass diese über Staatsanleihen erhaltenen Mittel von Griechenland ausnahmslos verkonsumiert wurden und daher Wirtschaftsaktivitäten aufgebaut wurden, deren Existenz von diesem beständigen Fremdkapitalstrom (über Staatsanleihen) abhängig war und die entsprechend zusammenbrechen mussten nachdem dieser Zustrom versiegt ist bzw. die Ratings angepasst wurden und europ. Großbanken damit aufgehört haben, weiter griech. Staatsanleihen Ihren Portfolien hinzuzufügen. Dass zeigt sich statistisch als GDP Zusammenbruch nachdem die Troika übernommen hat, hängt aber kausal nicht mit ihr zusammen, sondern mit der ausbleibenden Finanzierung über Kapitalmärkte.

      Und nein, Griechenland spart nicht um Banken zu bedienen. Diese sind schon längst von der Troika bedient worden und haben kaum noch griech. Anleihen in ihren Portfolien. Griechenland spart, weil dieser Fremdkapitalstrom nicht mehr existiert, der es erlaubte beständig Defizite zu fahren und wie im letzten Kommentar ausgiebig erklärt, langfristig wieder Zugang zum Kapitalmarkt zu erhalten, was nichts anderes bedeutet, als Staatsanleihen wieder zu finanzierbaren Zinskonditionen an europ. Großbanken verkaufen zu können.
      Oder extrem kurz ausgedrückt: Griechenland ist dazu gezwungen sich seine Defizite zu sparen.

    • @goodnight
      Nach mnachen ihrer Beiträge stelle ich fest, dass sie dringend ihre Informations Quellen etwas erweitern sollten…. Da fehlt immer was, das andere wissen, sie aber nicht…:

      „Alle Schulden Griechenlands ließen sich innerhalb weniger Stunden tilgen.
      Man müsste nur auf das Bank- und Immobilienvermögen der obersten 1% der Griechen zugreifen.
      Macht man aber nicht.
      Denn anstatt 1% der Bevölkerung ihren Reichtum wegzunehmen, lässt man lieber 99% der Bevölkerung hungern und leiden und riskiert Chaos, Kriminalität und die Existenz des Staates und der gesamten EU.”

      Wenn sie (sollten sie öfter mal probieren) recherchieren, dann werden sie feststellen, dass man mittlerweile sogar beim Spiegel weiss, dass die betreffenden Konten natürlich mittlerweile alle leer sind.

      Sie halten die falsche Leute für blöd…

    • @Eraser
      Was ihre Theorie uns aber verschweigt, ist, das die Lage deshalb so unterirdisch ist, weil solche Kredite auch weiter an GR gegeben wurden, als man längst wusste, dass diese faul sein würden. (Die Parallele zu heute ist sicher auch für sie nicht zu übersehen, oder?)
      Ja, es hat die griechische Wirtschaft und Gesellschaft am Leben erhalten, so wie man auf einer Intensiv-Station einen komatösen Patienten mit unfassbarem Aufwand noch ein paar Monate am Leben halten kann, obwohl es dem Patienten nichts nützt aber „weil es sich rechnet!“

      Was mich an der Gleichung stört ist, das eben die Falschen jetzt bald schon wieder die Konsequenzen zu tragen haben. Nicht von oben runter, von den Merkel, Ackermann und Papandreu und den Koupon-Schnidern… und dass ein Schw… wie Schäuble, der Varoufakis damit erpresst hat einfach die griechischen Banken für die Normalos am Montag geschlossen zu lassen, DAS sind die Sauereien die eindeutig zeigen wer hier die Rädchen dreht!

      Schauen sie sich die jetzige Italien Krise an! Damit verglichen war 2008 ein Klacks.

      Die Italiener schulden den Franzosen 280 Milliarden, den deutschen 90 Milliarden und den Amis 50 Milliarden.
      Die 2009 geänderten Regeln fordern die Haftung der Aktionäre und private Gläubiger. Aber der der Chefökonom der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau sagte in der Welt am Sonntag: „Mit 150 Milliarden Euro lassen sich die europäischen Banken rekapitalisieren!“

      150 Milliarden Steuergelder zur Bankenrettung? Wie hoch ist doch gleich wieder der Bundeshaushalt????

      Ich kann mich erinnern, dass ich hier zum Thema 2008 vorgeschlagen hatte, das ganze Gesindel an den Laternenpfosten aufzuhängen, denn nur dann sähe die sich veranlasst ihr Handeln zu ändern, und muss diese Meinung wohl nicht ändern…
      Die italienische Politik tut seit Jahren angesichts der sich summierenden faulen Kredite nichts anderes als was auch die griechische getan hat… nämlich nichts! Warum auch sollte sie?

      Sven Giegold, finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im EU-Parlament kommentiert:
      «“Mit ihrer schamlosen Forderung nach neuen staatlichen Bankenrettungen, gefährdet die Deutsche Bank das Vertrauen in das gesamte Bankensystem.
      Wer schon wieder die Haftung des Steuerzahlers für Krisenbanken fordert, stellt die Marktwirtschaft im Finanzsektor grundsätzlich in Frage. Der Staat soll erneut die Suppe auslöffeln, die sich die Banken selbst eingebrockt haben. Eine Renaissance von Bankenrettungen auf Steuerzahlerkosten darf es in Europa nicht geben.
      Bankenrettungen, die Steuerzahler zur Kasse bitten, aber Gläubiger verschonen sind in Europa nach der Finanzkrise rechtlich unmöglich. Die Deutsche Bank fordert den Bruch von europäischem Recht. Die pauschale Aussetzung der Gläubigerhaftung sind unter der EU-Bankenrichtlinie aus guten Gründen an enge Voraussetzungen geknüpft. Diese Bedingungen sind nicht gegeben.
      Folkerts-Landau widerspricht sich hier selbst: Wenn die italienischen Banken wegen fauler Kredite insolvent sind, schließt das europäische Recht Bankhilfen ohne Gläubigerbeteiligung aus.
      Die Deutsche Bank hat jedoch Recht, wenn sie eine neue Welle von Krisenbanken befürchtet. Die EZB kann die Krise in Europa alleine nicht lösen und gefährdet mit ihren Niedrigzinsen auch stabile Banken, Versicherungen und die betriebliche Alterssicherung. Wir brauchen dringend eine aktive und gemeinsame Wirtschafts- und Fiskalpolitik in der Eurozone. Die wirtschaftspolitische Arbeitsverweigerung der wichtigsten Mitgliedsländer ist unverantwortlich.“

      Der letzte Satz sagt wohl alles, aber mit den merkelschen Staatsbürgern kann man es ja anscheinend machen…

    • Greed is God
      @tdv

      Irgendwo ein Gesetz in Griechenland gesehen, womit der Staat auf Reichtum zugreifen kann?
      Ach ne, sind alle zu beschäftigt Gesetze zu erlassen, um denen ohne Besitz noch das letzte Hemd zu entreißen.

      Wer da an leere Konten glaubt, dem kann man nicht mehr helfen, kommen Sie, auch Ihr Hemd für die Dons.

    • Titel eingeben
      @EraserFS
      sagt: 10. Juli 2016 um 21:15 Uhr
      „Natürlicherweise werden von diesen Gläubigern Konditionen gestellt, um irgendwann wieder private Gläubiger für die existenten Schulden zu finden (bzw. um wieder weg von einer öffentlichen, hin zu privaten Gläubigerstuktur zu kommen), […]

      Und Griechenland (seine wechselnde Regierung) will das auch so, nachdem die Alternative, aus der Eurozone auszutreten und die Rückzahlung der Schulden zu streichen bzw. den faktischen Bankrott anzumelden nicht wahrgenommen wird. “

      Es gibt eine Alternative? Wow! Und das soll ausgerechnet für die Geo-Politisch bedeutsame GR der EU-Austritt sein? Soso.

      „… nicht wahrgenommen wird.“ Tja. An dem Punkt könnte es spannend werden, aber da hören Sie leider auf.

      Trotzdem vermag Ihr nicht ungeschickter Schlingerkurs nicht davon abzulenken, daß es (nicht nur) im Fall GR von Anfang bis Ende um die „Übertragung“ von Souveränitsrechten ging und noch immer geht. Schließlich: Wer will sich schon permanent mit 28 Hanseln herumärgern müssen? Montenego etc.pp. noch nicht eingerechnet. Und wozu gibt’s die Forbes und die Times, wenn man Zukunft vor-denken oder besser noch vor-schreiben kann? Na, wie auch immer …

      … der IWF hat jedenfalls dermaleinst frühzeitig erkannt – eigentlich – dass auf Basis seiner durchaus umfangreichen Datenanalyse ein tragfähiger Haushalt auf Jahre hinaus unrealistisch war und hat trotzdem weiter Kredite eingeschossen. Ähnliches und noch viel drastischer lief es im Fall Ukraine, wo die IWF-Kreditvergabe-Regeln irgendwann diskret den politischen Verhältnissen angepaßt wurden. Also erzählen Sie mir bitte nichts vom Pferd. Die Fakten, das GR von Anbeginn an nach Datenlage hätte nicht aufgenommen werden dürfen, die trotzdem reichliche Kredit-Vergabe anschließend nicht nur dorthin und später seine Alimentierung trotz sich verbietender gegenteiliger Datenlage auch nach 2010 noch bei faktischem Staats-Bankrott, der Umschuldung auf öffentliche Gläubiger sowie zuletzt der faktische sukzessive Schuldenerlaß mittels nicht undurchsichtig genug konstruierter Rückzahlungs-Modalitäten in eine Sanktnimmerleins-Zukunft waren und sind einzig und allein knallharten Macht-politischen Interessen geschuldet. VWL? Betriebswirtschaft? Ökonomen-Brandbriefe? War da was? Im Zuge gezielter Abschottungspolitik mittels Außerkraftsetzung von Marktgesetzen hilft ein Wöhe wohl eher nicht mehr weiter. Schaum vor dem Mund aber auch nicht.

      Weder GR noch seine Öffentlichen Gläubiger haben das Heft noch in der Hand. Punkt. Von etwas anderem werden Sie mich definitiv nicht überzeugen.

      Im Fall Brexit soll Obama übrigens gerade ein „Machtwort“ gesprochen haben. Während wir seit über 70 Jahren das „Nie wieder!“-Mantra vor uns hinbeten. Nie wieder?

      Ach!

      vg

    • @TDV
      Das munter weiter kurzfristige Anleihen gekauft wurden, ist mir nicht entgangen. Warum, wurde mir sogar von einem nach eigener Aussage „Chef einer Investmentabteilung innerhalb einer größeren deutschen Bank mit Sitz in Frankfurt“, den ich zufällig kannte, erklärt. EZB und Euroländer haben umgehend durchblicken lassen, dass sie diese Anleihen notfalls aufkaufen würden und sich diese Anleihen noch bis zu einem Haircut von 50% aufgrund der Verzinsung gerechnet haben. Selbst er, wären Anleihen sein Ressort gewesen, hätte seine Mitarbeiter dazu angehalten, in kurzfristige griech. Anleihen zu investieren.
      Wenn solche politischen Garantien ausgesprochen werden, dann hat das eben den Nebeneffekt, dass jemand mitrechnet, entsprechend handelt bzw. Zinsforderungen auf griech. Anleihen entsprechend setzt und sich eine goldene Nase daran verdient. Ist das jetzt irgendwie schlimm? Nein, denn das ist nur ein konkretes Beispiel dafür, was alle Investmentbanken machen: Finanzmärkte nach rentablen Anlagemöglichkeiten durchsuchen und entsprechend investieren. Die einzige Ungewöhnlichkeit innerhalb dieses Handlungsmusters ist die politische Garantie, die ökonomisch nichts anderes beschreibt als einen Mindestverkaufspreis für ein bestimmtes Finanzprodukt.

      Dieses Handlungsmuster ändert auch nichts an meiner Argumentation, da griech. Misswirtschaft sowie unerträgliche Verschuldung der politischen Garantie und den horrenden Zinsforderungen vorgelagert sind. Wie vorher beschrieben, entspricht die Unmöglichkeit Staatsanleihen zu finanzierbaren Zinskonditionen zu verkaufen, faktisch keinen Zutritt zum Kapitalmarkt zu besitzen. Griechenland ist nicht in seiner Situation weil es keinen Zugang zum Kapitalmarkt hat, sondern hat keinen Zugang weil insbesondere der griech. Staat langfristig unverantwortlich wirtschaftet.
      Mag jetzt nicht schön für die griech. Bevölkerung sein aber Sie selbst betonen immer wieder: Jedes Volk wählt sich die Regierung die es verdient.

      Was Italien anbelangt: Es werden Wetten darauf angenommen, dass Politiker im Fall der Fälle wieder die Verluste übernehmen werden, statt sich zu überlegen, wie die Gläubiger Italiens in Haftung genommen werden können, ohne dass es gleich zum Finanzkollaps kommt.
      Für Zweiteres ist Arbeit und Sachverstand erforderlich, statt einfach mit Geldern anderer Menschen rumzuschmeißen und zukünftige Generationen in die Pflicht zu nehmen. Dementsprechend sieht die Quote aus.

    • Titel eingeben
      Goodnight:
      Sie sind Fakten resistent. Warum informieren sie sich nicht bevor sie Schlüsse ziehen? Haben sie Angst sie könnten fetststellen, dass es da Dinge gibt, die sie nicht wussten?
      GLauben sie wirklich irgend ein Mensch sei so blöde in einer solchen Situation sein Geld auf einer griechischen Bank zu lassen?
      DIE KONTON SIND LÄNGST LEER!

      Eraser:
      „Wenn solche politischen Garantien ausgesprochen werden, dann hat das eben den Nebeneffekt, dass jemand mitrechnet, entsprechend handelt bzw. Zinsforderungen auf griech. Anleihen entsprechend setzt und sich eine goldene Nase daran verdient. Ist das jetzt irgendwie schlimm?”

      Fragen sie nicht mich, fragen sie die ganz normalen Griechen, also nicht dir dortigen, bzw. verschwundenen Oligarchen…

      Dass Bankiers so denken ist in unserer Welt der zynischen Vernunft natürlich normal.
      Ich sprach von Merkel die die Garantien aussprach, die das alles erst ermöglichte und von Schäuble der Griechenland „zu Gunsten“ der Deutschen (und Europäischen) Banken erpresste, mit den bekannten Folgen für die normalen Griechen. Wollen sie uns erzählen, niemand wusste dfass die Griechen ihre zahlen zusammengestunken und erlogen haben um in den Euro zu kommen. GENAU ihre Überlegungen zur Finanzwelt, dass auch daran etwas zu verdienen sei, hat die Zustimmung ermöglicht! Die Konsequenzen nimmt „Man“ in Kauf, weil ja der Seuerzahler sie in „Kauf“ zu nehmen hat?

      Freuen sein sich einfach Eraser, dass Leute wie ich nicht blind genug sind um Terroristen zu werden…

      Übrigens… eine meiner Überzeugungen von der ich mehr und mehr abrücke ist diejenige, dass Hilary so schlimm wäre.
      Irgendwie würde ich es wohl gar nicht mehr so übel finden wenn es in Mitteleuropa mal wieder einen zünftigen Krieg gäbe… ihr habt ihn euch redlich verdient,

    • Ich würde mal nicht vergessen, dass die siechen Griechen ...
      … in den Jahren nach der Euro-Einführung eine Kredit-Sause gefeiert haben, die absolut grandios war. Nun sind halt nach 7 Jahren Turbo-Sause 70 Jahre Elend (obwohl es real vermutlich nur ein Rückfall in die Vor-Euro-Zeit wäre) oder ein Schuldenschnitt angesagt.
      .
      Das Schöne ist doch, dass Ihr das Elend qua Gläubigertausch (Banken -> Staat) in Europa bereits vergemeinschaftet habt. Es blieb Euch ja auch nix anderes übrig, denn wenn die Banken europaweit die Geldautomaten und Schalter sperren – na dann wirds richtig lustig!
      .
      Das wissen die lieben Banken und daher fordern die auch einen Bailout nach dem anderen …. und werden ihn auch bekommen. Ich habe kleines Geld auf die Rettung von Monte dei Paschi di Siena gesetzt. Wenn mein Einsatz futsch ist, würds mich, -ich sagte es bereits- für den hoffentlich italienischen Verkäufer der Aktien freuen und für Europa insgesamt.
      .
      Ach so, es hat noch gar keiner lammertiert, dass aus dem „armen Land“ jetzt alle abhauen, die nur irgendwie eine Chance auf einen Job jenseits der Grenzen von Korruptistan sehen. Es ist halt eine weitere ökonomische Gesetzmässigkeit, dass in einer Währungsunion entweder das Kapital einwandert (damit ist jetzt Schluss, siehe oben, es sei denn der Allmächtige in FFM dreht heimlich wieder den Geldhahn auf) oder die Jugend auswandert.
      .
      Beim Start der Währungsunion die Konsequenzen ignorieren weil man ein Pyrrhus-Sieg feiern will und sich nun von den Banken (die halt der wichtigste (noch kapitalistische) Teil dieses blöden Kreditgeldsystems sind) immer weiter erpressen lassen … das ist Politikversagen im Euro-XXL-Format!
      .
      Die Nationalbank eines aufgeweckten zentralen Nachbarstaates kauft bereits fleissig Aktien … während Ihr in Europa wertlose Schuldtitel und Target-Salden untereinander austauscht und Euer Dumm-Volk glauben lasst, das wäre „ja irgendwie doch Vermögen“.
      .
      Gibt es (für die beiden antidemokratischten Institutionen überhaupt) wirklich noch genug „Zeit, die Dinge zu regeln“?

    • The real question is: who are we selling this to?
      @tdv

      Sie werden hier in 10 Jahren noch jammern und klagen, ….
      Anstatt grundsätzliche Fragen zu stellen.

      Es ist noch niemand auf die Idee gekommen überhaupt nach den Konten zu fragen. Es existiert kein Gesetz mit denen ein Konto beschlagnahmt werden kann.
      Daher ist die Frage, wo das Geld versteckt ist völlig sinnlos.

      Was Sie nicht verstehen, was aber für alle offen zu beobachten ist:
      Niemand will den Kapitalismus ändern.
      Niemand!

      Folglich ist all das Gejammer und all das Klagen nur ein Schauspiel.

    • Titel eingeben
      Mein Gott, Goodnight….

      Ich hatte doch deutlich geschrieben, sie sollen recherchieren! NATÜRLICH haben da Leute nach den Konten gefragt und sie waren LEER !!!!!!

    • @Bux T. Hude
      Der Austritt Griechenlands aus dem Euroraum bzw. das Eingeständnis des eigenen Bankotts, ist nicht notwendig mit einem Austritt aus der EU verbunden, auch wenn Politiker und Medien gern diesen Eindruck vermitteln.
      Austritt sowie Verbleib haben unterschiedliche ökonomische und politische Vorteile wie auch Nachteile.
      Für welches Set an Vor- und Nachteilen sich Griechenland als trotzallem souveräner Staat entscheidet, liegt einzig bei Griechenland. Einer der Vorteile des Austritts wäre, dass man sich nicht mehr dem überaus bösen, ja eine humanitäre Katastrophe auslösendem Spardiktat der Troika unterwerfen müsste.
      Mein ürsprüngliches Argument bestand lediglich darin, dass man in beiden Fällen dasselbe machen müsste (sich selbst einem Spardiktat unterwerfen) und vor exakt derselben wirtschaftlichen Situation stünde, also, wenn man dem eingangs kritisierten Narrativ folgt, trotzdem eine humanitäre Katastrophe sein eigen nennen könnte. Daraus kann man logisch folgern, dass nicht die Troika und ihr Handeln für Griechenlands wirtschaftliche und ggf. humanitäre Situation verantwortlich ist.

      Und ja, sich den Kopf über politische Implikationen eines GR Austritts und strategische Spielchen durchzugehen, ist bestimmt ganz spannend, aber nachdem ich kein Geld dafür erhalte, mich das nicht wirklich interessiert und es auch abseits meines eingangs gegenüber DA gemachten Punktes liegt, werde ich auch weiterhin an diesem Punkt aufhören, ganz egal, wie spannend Sie das finden mögen.

    • @TDV
      Was Sie als zynische Vernunft wahrnehmen, ist nicht mehr als außerordentlich berechenbares Verhalten, dass darüberhinaus auch noch vom Verkäufer der Anleihen abhängt.
      Wenn Griechenland unvernünftig genug war, Anleihen zu solchen Zinskonditionen zu platzieren und damit bewusst die eigene sowieso schon unerträgliche Verschuldung kurz- und mittelfristig noch weiter in die Höhe zu treiben, um den eigenen Bankrott hinauszuzögern, dann ist das nicht Schuld der Käufer.
      Selbiges gilt für den Euro-Beitritt Griechenlands. Sicherlich wussten einige Personen innerhalb der Kohl- und / oder Schröderregierung davon, dass die griech. Bilanzen unglaubwürdig waren (obwohl, dass eine SPD und Grünenregierung überhaupt in der Lage ist, Bilanzen zu lesen und Unstimmigkeiten zu erkennen, bezweifle ich), nur seh ich nicht, dass der Betrüger damit keine Verantwortung mehr für die Konsequenzen seines Betrugs trägt, sondern stattdessen die Betrogenen.
      Und zum gegebenen Zeitpunkt konnte man noch nicht vorsehen, dass die Zinsen auf Anleihen im Euroraum in Richtung deutsches Niveau konvergieren würden, dass Griechenland noch unverantwortlicher haushalten würde und 10 Jahre später auch noch Garantien auf wertlose Staatsanleihen ausgesprochen würden, nachdem die Statuten der EZB und Verträge des Euroraums solches Verhalten eigentlich nicht dulden.

      Hat aber auch alles eigentlich nichts mehr damit zu tun, dass die wirtschaftliche Situation Griechenlands mit und ohne Einfluss der Troika exakt dieselbe ist und daher die Aussage, dass sich Griechenland zum Wohle der EU oder des Euroraums kaputtspart und / oder wirtschaftlich dahinsiecht, sachlich unhaltbarer Blödsinn bzw. eine Legende ist.

    • ???
      „Was Sie als zynische Vernunft wahrnehmen, ist nicht mehr als außerordentlich berechenbares Verhalten, dass darüberhinaus auch noch vom Verkäufer der Anleihen abhängt.“

      Ich habe niemals behauptet dass ich an zynischer Vernunft etwas asuzusetzen habe. Ich will nuir weder mit Regierungen was zu tun haben die deartigen Umgang zum eigenen Profit mit anderen Ländern praktisch finden. noch mit einer Bevölkerung die solche Regierungen wählt-

      Und das Märchen, dass es den Griechen trotz Schäuble Erpressung gar nicht mal so schlecht hgeht…. das können sie sichnhinschieben, wo die Sonne niemals scheint. Selbst in einem konservativen Blog gibt es keine mehr der das nicht besser weiss.
      Natürlich ist GR nicht das einzige Land auf der Welt in dem wie üblich die Falschen unter all den Sauerein zu leiden haben. Dsa heisst aber nicht dass man wahllos um des eigenen Vorteils Willen Tausende anderer Menschen ins Elend stürzen darf. In den USA ist das natürlich normal, Europa sollte da besser sein.
      Wenn nicht, werden auch bei uns bald echt angepisste Menschen bei AVIS Lkws mieten…

  43. Nationalismus?
    Vielleicht wäre zu unterscheiden zwischen plumpem Egoismus und Nationalismus. Letzterer setzt die eigene Nation über andere und führt, wie man gerade bei Erdogan sehen kann, zu höchst unschönen Überhebungen, ersterer ist, auch durch den Euro, zur vielleicht nicht weniger häßlichen, aber anders gelagerten Masche der Südländer einschließlich Frankreichs geworden: sich alle Vorteile der Währungsunion und der EU sichern, aber lauthals und dreist auf die Verpflichtungen daraus pfeifen. Das beschreibt auch den Illegale-Immigranten-Aufnahme-Rausch der deutschen Bundesregierung: Man macht zunehmend rüde in Europa, was man will, und überzieht es dann mit einer rhetorischen Europa-Brillantine. So was kommt, wenn man Regeln und Gesetze verachtet.

    • apropos Erdowie Erdowahn
      ist jemand schon mal auf die Idee gekommen, nachzuschauen, was der Bursche für eine Bildung hat?
      Ich habs gewagt:er war auf einer Imanschule- kann also gerade in seiner Sprache lesen….

    • Erdogans und die Schulen Andererschrägerzugvögel waren/sind
      Imamschulen (man beachte die Suchergebnismengenunterschiede!)

    • Bewertung Nord >< Süd
      @ Sebastian
      9. Juli 2016 um 17:32 Uhr
      „Vielleicht wäre zu unterscheiden zwischen plumpem Egoismus und Nationa-lismus. […] ersterer ist, auch durch den Euro, zur vielleicht nicht weniger häßli-chen, aber anders gelagerten Masche der Südländer einschließlich Frankreichs geworden: sich alle Vorteile der Währungsunion und der EU sichern, aber laut-hals und dreist auf die Verpflichtungen daraus pfeifen.“

      Welche „Masche“ meinen Sie? Können Sie Ihren Vorwurf belegen?

      Laut offiziellen Angaben zahlen alle Länder relativ gesehen gleich viel ein, und sie bekommen relativ gesehen ungefähr ähnlich hohe Zuwendungen aus der EU ausgezahlt.

      Deutschland bekommt 13 Milliarden EU Zuwendungen, etwa so viel wie Spanien. Nur Frankreich (€14 Mrd) und Polen (€ 16 Mrd.) bekommen mehr Zuwendungen als Deutschland.

      Und was sind das für „Verpflichtungen“, die nicht eingehalten werden? Es müss-ten doch mehr Vernachlässigungen vorliegen als nur eine Absage zu einer Quo-tenregelung der der Flüchtlinge. Welche wären das?

      Btw. Ich finde die Aufteilung in Nord- und Südländer irgendwie seltsam. Diese Aufteilung kenne ich vom SPON Forum, und zwar nach dem Motto: Die Südländer naja, so lala bzw. direkte Beleidigungen, die Nordländer dagegen: allesamt tüchtig und äußerst ver-antwortungsbewusst.

      Ich finde das diskriminierend, und mich amüsiert das auch deshalb etwas, weil die Betrachtungsweise geographisch gesehen auch nur relativ ist: Aus der nordischen Sicht, aus Skandinavien gesehen, gehört Deutschland zu Mitteleuropa, aber ist kein nordisches Land, aber dies ohne jede entsprechende Bewertung.

    • Titel eingeben
      “The decay and disintegration of this culture is astonishingly amusing if you are emotionally detached from it. I have always viewed it from a safe distance, knowing I don’t belong; it doesn’t include me, and it never has. no matter how you care to define it, I do not identify with the local group. Planet, species, race, nation, state, religion, party, union, club, association, neighborhood improvement committee; I have no interest in any of it. I love and treasure individuals as I meet them, I loathe and despise the groups they identify with and belong to.”
      ― George Carlin

    • @ Frauke Amgelin
      Ich nehme die Rüge ohne Erröten zur Kenntnis!
      Immerhin weiß ich nicht mal wie man muezin schreibt und arabisch interessiert mich nur in deutscher Übersetzung, – und nur wenn es sich um Lyrik dreht.

    • @Tamarisque
      Ihre Diagnose ist sicher richtig, aber sie haben eines vergessen….

      Deutsche Banken haben weiterhin Kredite an diese Länder vergeben weil Frau Merkel vor einigen Jahre Herrn Ackermann die Graantie gegeben hat, dass der Steuerzahler für diese BEWUSST faueln Kredite gerade stehen würde.

      Banker mögen widerliches Gesindel sein, Dummköpfe sind sie nicht.
      Ihr Job besteht einzig und allein darin Profite zu maximieren!
      Merkels Job hingegen bestünde darin im Interesse des GANZEN Volkes zu regieren.


    • @ TDV
      Ja, das wusste ich wohl und habe es sogar hier schon mal gepostet. Ackermann wurde vom Handelsblatt im Februar 2008 interviewt und hat auf die Frage, wie er denn die durch die Bankenkrise verursachten Verluste ausgleichen würde, mit den folgenden Worten geantwortet: durch die Finanzierung „klammer Staaten“. Ich fand das so bemerkenswert seltsam, dass ich den Link speicherte, er ist jedoch nicht mehr abrufbar. Schon damals musste das Rating Griechen-lands miserabel gewesen sein, doch auf wundersame Weise wurde das Rating erst in 2009(!) von sogar damals noch A/A1 downgaded. Bis dahin hatte A. ja schon seine Schäfchen im Trockenen, so wie Sie das beschreiben. A. wurde geholfen, ähnlich wie durch die HRE.

  44. Europäischer Nationalismus und nationaler Europäismus
    Trotz EU und Euro europäisch zu denken, fällt mir zunehmend schwer. Mir sind Kleinmengenkarte, Zollgrenzbezirk und der Kurs des belgischen Frankens Ende der 1960er Jahre geläufig. Das war die Zeit, in der Martin Schulz Buchhändler war. Ich habe später in eine famille bilingue geheiratet, für die europäische Grenzen seit Jahrhunderten in Krieg und Frieden, Liebe und Leid wenig bedeutsam waren. Einer von denen steht als weiland Generalleutnant in baierischen Diensten in München an prominenter Stelle auf seinem Piedestal. Dieser Vorspann soll nur erläutern, dass mir sehr klar bewusst ist, was Deutschen die europäische Einigung wert sein muss. Lieber 0:2 gegen Frankreich verlieren als zwanzigtausend Zwanzigjährige beider Nationen zu verheizen

    Trotzdem möchte ich nicht von einem Franzosen (… Luxemburger, Polen, Iren etc., etc., etc.) regiert werden. Mich konnte bisher niemand und nichts überzeugen, dass Loyalität in ihrem Innersten einer supranationalen Herrschaftskonstruktion mehr gelten kann als der eigenen Herkunftskultur. Realistisch betrachtet, ist europäische Innenpolitik erfolgreich, wenn sie den Grad des geringsten Misstrauens erreicht.

    Warten wir doch mal eine Generation ab, ob Merkels Murkserei und Schulzens ‚Vertiefung‘ zu wirklicher emotionaler Zusammengehörigkeit führen oder nicht einfach in eine sozialistische Elendsverteilung münden. Eine Rückkehr zu Kleinmengenkarte und Zollgrenzbezirk wird es nicht geben, aber Grenzkontrollen wären keine europäische Katastrophe.

    Habe übrigens als haarnetzbewehrter Wehrpflichtiger (PzGrenBrig 10)und dort nicht selten beschimpfter ‚Saupreiss damischer‘ dazu beigetragen, dass das betuchte bayerische Bürgertum in Ingolstadt und anderswo nach der Niederschlagung des Prager Frühlings keine schlaflosen Nächte leiden musste. Für Merkeldeutschland, das nicht ganz zufällig überlegt, Ausländer in der Bundeswehr Söldnerdienst machen zu lassen, würde ich nicht mehr dienen. Sterben für Gdansk? Jamais.

    edSE

    • « Mourir pour Dantzig ? » (Marcel Déat) => kleine Korrekturen gefällig
      „Schlagartig haben sowjetische Truppen, Verbände der ostdeutschen Volksarmee, Polens, Ungarns und Bulgariens in der Nacht vom 20. zum 21. August 1968 die Tschechoslowakei besetzt.“
      .
      Die Genossen in Berlin durften nur ihre Panzer um das Hermsdorfer Kreuz herum in den Wäldern unterziehen lassen. Außer ein paar „Aufklärern“ durfte kein NVA-Soldat über die Grenze. Zu groß war die Sorge der Sowjets (sic!), dass 30 Jahre später schon wieder Wehrmachtsuniformen in Prag auftauchten und die Prager zu unbedachten Handlungen veranlassen konnten. Man wollte ja dem Brudervolk nur helfen auf Linie zu bleiben, ähnlich wie aktuell bei den Briten. Nur ohne Panzer und Luftlandesoldaten, dafür mit der ganzen Wucht der Presse und den Visagen aus Brüssel.
      .
      Damals war die Bundeswehr übrigens noch „sur le pied de guerre“, denn als Teilnehmer einer Unteroffiziersausbildung an einem ebenfalls bayerischen Standort erlebte ich, dass noch am gleichen Tag die Leoparden der 10. PzDiv aus Dornstadt zur Verladung in Günzburg oder Donauwörth vorbeidröhnten.
      .
      Haarnetze 1968? Helmut Schmidts Haarerlass mit der Folge der Beschaffung von 740 000 dieser Zwiebelsäcke war vom 8. Februar 1971.
      .
      Übrigens,entre nous, hätte sich nicht jeder Spieß bei seinen Jungs den Kochtopf-Haarschnitt à la Wehrmacht von Jérôme Boateng gewünscht?

  45. Zum Nationalismus eine kleine Anmerkung
    Die deutschen Reaktionen auch in dieser Zeitung nachdem die Briten ihren Wunsch geäußert haben die WG nun bald verlassen zu wollen sind bekannt. – Interessant ist, das man es wenige Tage danach für politisch „unmöglich“ hält das die Deutsche-Börse AG (eine von vielen) ihren Hauptsitz nach der Fusion mit der Londoner Börse eben dahin verlegen könnte. Das ist natürlich kein Nationalismus sondern wahrscheinlich nur nationaler Egoismus. Der Unterschied ist mir noch nicht ganz klar. ggf geht es bei letzterem nur ums Geld. Kann mir jemand helfen?

    • Wenn es um Wirtschaft geht, nicht, leider
      Politisch ist es allerdings ganz klar, warum das nicht geht:

      1. Weil Bestrafung sein muss. Der FTSE steigt kontinuierlich, im Vergleich zum DAX, der kontinuierlich fällt.
      Das darf aber niemand wissen. Also außer bei Google und Dirk Müller scheint das niemanden zu interessieren.

      2. Ich sehe da wenig Nationalismus. Es ist eher pragmatisch bedingt. Brexit ist noch nicht definiert, das dauert bis zu 2 Jahre. GB ist kein Schengen-Mitglied, und wenn die sogenannte Freizügigkeit von Waren und Dienstleistungen wegfällt könnte für die Belegschaft eine ‚work permit‘ fällig werden, die auch abgelehnt werden kann.
      Grundsätzlich hätte dann das United [Divided?] Kingdom Zugriff zu allem was hin und her geschickt werden könnte.
      Da kann man schon verstehen, wenn das als unerwünscht eingestuft wird.

    • @ Uwe
      Vorschlag:

      Über den steigenden FTSE unterhalten wir uns in, sagen wir mal, sechs Monaten nochmal? Merken sie sich die Zahlen…

    • In 6 Monaten
      TDV, kann ich mir gut vorstellen dass der FTSE runter gekommen ist.
      Also keine Wette.

      Amüsiert hat mich nur, dass die Steigerung offenbar nur Dirk Müller und mir aufgefallen war, so dass die Moderatoren im Mutterschiff und anderswo diese Tatsache – auch ohne jeden weiteren Verstoß gegen sogenannte Kommentarrichtlinien – jeweils spontan entfernt haben.
      Was nicht sein darf, wird einfach verschwiegen. Der DAX fällt nach dem Brexit, der FTSE steigt? Bloss nicht, am Ende kommen noch mehr Bevölkerungen auf diese Exidee.

  46. Englisches Silber
    und Satzbau, eine Zeile voller vertrauter Fehler, man baut den Satz um und schon bleibt etwas stehen, was nun doppelt ist. Ein fehlendes l auch vertraut. Juncker soll immerhin noch charmant sein. Ein Buchhaendler vom Niederrhein mit einem Bart. Den er auch als Pferdehaendler tragen koennte. Wie sollte es denn besser sein und warum? Alles egal und auch Farange, irgendwie wird es schon weiter gehen, nur die Maerkte moegen keine Unsicherheiten. Theresa laesst sich von Angela sicher nichts sagen, Angela hat aber vielleicht die besseren Berater? Wer hat die besseren Karten?

    • Würselen am Niederrhein?
      Fritz, nehmen Sie das bitte umgehend zurück, da verstehen die vom Niederrhein keinen Spaß.

      wiki: Die Stadt Würselen ist eine mittlere regionsangehörige Stadt in der nordrhein-westfälischen Städteregion Aachen.

    • Woran erkennen Sie, dass Angela beraten wird? Rat annimmt? Und dass, falls vorhanden,
      diese Berater „besser“ wären? Und wenn, besser als was?
      Alles, was sie beginnt, scheint, bei Verstand betrachtet, von Anfang an zum Scheitern verurteilt und verschlimmert den Gesamtzustand der Republik und der EU und hinterlässt verbrannte Erde. Eine Sau nach der anderen durchs inzwischen globale Dorf zu treiben, ohne jemals eine dann auch wieder einzufangen rettet den europäischen Stier nicht.
      Und die Claqueure in der politischen Entourage wirken fast schon verzweifelt, wie sie so standhaft auf anders Denkende einschimpfen in einer grausam anzusehenden schwarz-weiss Ideologie.

      So viel, wie an Verbindendem gerade zerdeppert wird, was doch durch viel diplomatisches Geschick von den vor uns Lebenden nach 45 aufgebaut wurde, lässt sich auch in einer Nach-Merkel-Ärea nur schwer wieder kitten.

      Gestern gehört von einer Litauerin:
      Die Menschen sind gut – nur die Politik…

    • Danke, Personalberater, sehe ich ebenso!
      Aber erklären Sie das mal Merkel-Wählern (ja, die gibts wirklich und immer noch!): die glauben fest daran, dass die Frau die Feuer löscht(die sie angezündet hat) und erklären den Benzinkanister zu einem Feuerlöscher.

    • Och Herr Feldmann - spätestens, wenn ein großer Teil z. B. von denen
      aus dem Sudan hier eintrifft, dann haben es alle kapiert:
      http://www.achgut.com/artikel/fuenf_jahre_suedsudan_die_ursachen_fuer_die_geburtstags-toten

      „Auf 1000 ältere Männer im Alter von 55-59 Jahren, die sich dem Ruhestand nähern, folgen 5000 junge Männer im Alter von 15-19 Jahren, die in den Lebenskampf eintreten. Im besten Fall rangeln fünf Ehrgeizige um einen Posten. In Deutschland liegt dieser Index bei 0.66. Auf 1000 Alte folgen nur 660 Junge. Haben die etwas gelernt, sind ihnen Karrieren sicher. Und selbst den Pechvögeln winken Transferzahlungen von den Erfolgreichen.

      Im Südsudan dagegen haben selbst viele der Besten keinerlei Aussicht auf solche Optionen. Beim Herstellen eines Gleichgewichts zwischen Ambitionen und Positionen wird deshalb immer wieder auch das Beseitigen von Konkurrenten eingesetzt und mit dem Hinweis auf Treulosigkeit, Raffgier oder ähnliche Sünden auch gehörig gerechtfertigt. Bis ökonomische Rahmenbedingungen geschaffen und die Geburtentraten von 5-6 auf 2-3 Kinder pro Frauenleben herunter sind, bieten Auswanderung oder Asyl die größte Hoffnung für den Nachwuchs der 78 Stämme. Wer immer ihnen Willkommenskultur offeriert, kann Millionen zu sich locken.“

      Ich nehm nur an, dass es dann für alles zu spät sein wird…

  47. Bugatti
    Zitat:

    „….hier ejn knallblauer Bugatti….“

    Kommentar:

    näääää, das ist kein Bugatti!

    So Long, ci vediamo!
    K.

  48. Daneben
    In England zündet man gerade die Häuser hart arbeitender Polen an. So ganz harmlos ist der neue alte Nationalismus dann wohl doch nicht.

    Die Menschen erinnern sich schlecht. Die EU gibt es aus vielen guten Gründen, nicht weil Herrn Juncker langweilig ist.

    Der Snobismus des Don ist unterhaltsam, zeigt aber doch auch einen Mangel an politischer Reife.

    • Ich bin nicht zwingend für den Brexit, ich denke nur, dass man vielleicht auch etwas Vertrauen in die grosse Mehrheit haben sollte.

  49. Mißverständnisse
    Was mir auffällt: in deutschen Medien, in persönlichen Gesprächen und anderswo auch in Leserkommentaren wird hauptsächlich mit wirtschaftlichen Argumenten und angeblich zu verlierenden persönlichen Vorteilen der EU (Reisefreiheit, einfacher Marktzugang usw.) gegen den Brexit argumentiert.

    Völlig ignoriert wird dagegen offensichtlich die Möglichkeit, dass viele Brexit-Wähler tatsächlich sehr viel mehr Wert auf die Souveränität und Unabhängigkeit des britischen Parlaments legen, als z.B. deutsche Wähler in Bezug auf den Bundestag. Dieser Hintergrund des „I want my country back“ wird überhaupt nicht ernstgenommen. D.h. das Beharren auf „Parliamentary souvereignty“ als Kern der britischen Demokratie und Selbstbestimmung, wie sie sich seit der „Glorious Revolution“ entwickelt hat:

    „Parliamentary sovereignty is a principle of the UK constitution. It makes Parliament the supreme legal authority in the UK, which can create or end any law. Generally, the courts cannot overrule its legislation and no Parliament can pass laws that future Parliaments cannot change. Parliamentary sovereignty is the most important part of the UK constitution.“ (http://www.parliament.uk/about/how/role/sovereignty/).

    Auch wenn auf der erwähnten Web-Seite betont wird, dass das Parlament auch über die Umsetzung von EU-Beschlüssen wacht, vermute ich, dass viele Brexit-Wähler den Eindruck haben, dass ihr Parlament und damit ihre Form der Demokratie langsam geschwächt würde, wenn EU-Kommission und kontinentale Politiker versuchen, ihren Traum von der „ever closer union“ verwirklichen.

    Wer dagegen gesehen hat (auf der Mediathek von phoenix.de), wie die Debatten zu den „alternativlosen“ EFSF und ESM im Bundestag verlaufen sind – das dünne Stimmchen der Opposition wurde eigentlich ignoriert – und wie hinterher viele befragte Abgeordnete nicht einmal die Größenordnung der soeben bewilligten Gelder nennen konnten (ich glaube, auf ard.de) – der weiss, dass in Deutschland keine zu GB vergleichbare Wertschätzung des Parlaments gibt. Daher das Unverständnis für die Motive der Brexiteers und überhaupt für das Referendum.

    Man redet also aneinander vorbei:
    D: Wirtschaft, Markt, Bewegungsfreiheit.
    GB: Demokratie, Selbständigkeit, Unabhängigkeit.

    Und dass der Begriff der „Nation“ positiv besetzt sein könnte, scheint für viele Deutsche völlig unvorstellbar zu sein. In diesem Mangel an Realismus unterscheiden sie sich von allen anderen Europäern, sie lassen sich dadurch geradezu charakterisieren.

    Den Antifaschisten im politisch-medialen Komplex sei ins Gedächtnis gerufen, dass ausser der Insellage GBs nur Churchills Mobilisierung des britischen Eigensinns, des Beharrens auf nationaler Unabhängigkeit und Demokratie gegen alle Überlegungen einer „Realpolitik“ (cf. „appeasement“) verhindert haben, dass GB, anstatt alleingestellt zu kämpfen, einen deal mit dem „dritten Reich“ geschlossen hätte und möglicherweise Europa heute immer noch in leider ganz anderer Weise unter einer Berliner Führung vereinigt wäre. Ein wenig mehr Respekt vor britischem Eigensinn wäre also angemessen.

    Im übrigen wird sich die Aufregung hoffentlich bald legen, und vernünftige Leute werden dann friedlich ein Arrangement treffen.
    Mit Norwegen und mit der Schweiz gehts ja auch. Vielleicht kommt eine Art EFTA wieder?

    Nur bleibt mir unverständlich, warum dieselben Leute, für die ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone – bei Verbleib in der EU – eine Katastrophe gewesen wäre, die Möglichkeit eines Austritts Grossbritannien aus der EU in keiner Weise ernstgenommen haben.

    So kommt es, wenn man unfähig ist, in Alternativen zu denken und ggfs. einen Plan B zu entwickeln.

    • ESM
      @ Thomsen
      10. Juli 2016 um 00:14 Uhr
      Welche Opposition denn? Die Grünen haben sich für den ESM stark gemacht. Herr Trittin, der von den Bilderbergern eingeladen worden war, promotete die Bankenrettungspolitik in den Talkshows wie ein elderly statesman, wie ein Ziehsohn Helmut Kohls.

      Sahrah Wagenknecht hat vor dem Bundestag eine fulminante, brillante Rede gehalten. Ich werde den Anblick nie vergessen. Nur die Linke hat Beifall geklatscht. Alle anderen saßen stumm da, haben sie mit einem vielsagenden Blick angeschaut, halb höhnisch, halb beschämt, wie Kinder, die dabei ertappt werden, aus Muttis Portemonnaie Münzen zu klauen. Sie wussten genau, dass sie Recht hatte. Sie wussten, was sie taten, dass sie dem Machwerk hätten nie zustimmen dürfen.

      Herr von Hohenhau, der Präsident der European Taxpayers‘ Association hat in seiner Analyse in 2012 den Vertrag einen Verrat am deutschen Volk genannt.

    • Plan B
      Thomsen, den gibt es.
      Schlagen Sie mal eine Zeitung auf, oder eine Internetseite der freiheitlichen Medien.
      Der Plan B ist ‚madig machen – madig machen – madig machen‘.

      Erst den Cameron, der sich verp****. Dann den Farage, der hat Sch*** in der Büche und macht was die Franzosen als ‚Filer à l’anglaise‘ bezeichnen. Nie, niemals wird das was mit denen, und die sollen morgen, am besten gestern, den Austritt erklären, diese Feiglinge.
      Und die Wirtschaft geht runter (medienoffiziell, sozusagen, weil es ja aufwärts ging), der Wechselkurs des Pfundes geht runter, die europäischen Firmen ziehen sich zurück, und monatelange, mo-na-te-lange Machtkämpfe stehen ‚uns‘ (??) bevor.
      Und nun geht übermorgen Cameron, und Theresa May übernimmt, ohne Gegenkandidat.
      Jetzt werden die Kanonenrohre auf diese ‚Lady‘ gerichtet. Man ist – redensartmässig gesehen – ‚platt‘, zeigt das aber nicht. „Leadson will nicht Premierministerin werden“ titelt die tagesschau ganz weit oben.
      „Nee“, denkt sich der tagesschau-Träumer, „nee, also, in diesem Saustall, da will ganz bestimmt niemand Premierminister werden.“

      Hut ab vor dem Mutterschiff, in diesem Falle, das sich hoffentlich mit diesem Kommentar: http://www.faz.net/aktuell/politik/brexit/ruecktritt-cameron-klarheit-in-london-14335635.html zurückmeldet im Lande des guten Journalismus. Ob ich mit diesem Kommentar einverstanden bin oder nicht, ist vollkommen egal. Wichtig ist, da wird analysiert und argumentiert.
      Eine neue Erfahrung nach ‚Augen zu und drauf‘ seit dem 24. Juni.

    • Und den Hut wieder drauf ...
      Ganz oben im Mutterschiff, nachdem die Quälerei mit dem Brexit erstmal durch ist:
      „Wer zündet Flüchtlingsheime an?“
      Journalismus wäre, einen Bereicht zu schreiben. Mit Daten und Fakten. Zahlen. Doch ja, Zahlen sind da: wie viele Flüchtlingsheime angesteckt wurden (150); und wie viele Übergriffe es auf Flüchtlinge gab (mehr als 1000). Und von wem wurden die alle verübt? Über die nächsten 4 Seiten berichten die beiden Autoren (Philip Eppelsheim und Morten Freidel) über die Nazi-Szene, NPD, von denen das ausgeht. Alles Rechtsexteme, polizeilich bekannt oder nicht, alles mit nationalsozialistischem Hintergrund, Hitlerbildern. Bis auf den letzten Absatz der letzten der 4 Seiten: Eine Ausnahme, ein Finanzbeamter.

      Das Thema ist es wert, oben auf der Seite zu stehen. 150 Brandanschläge auf Flüchtlingsheime sind 150 zu viel. 1000 Übergriffe auf Migranten sind 1001 zu viel. Das alles versteht sich von selbst.
      Dass 149 von 150 von Neonazis verursacht waren, ist mir entgangen. Irgendwie hatte ich von kroatischen Bauunternehmern gelesen, von Migranten, die mit dem Essen unzufrieden waren. Wirklich interessant wäre gewesen, eine Statistik der nachgewiesenen Täter aufzuführen.
      Auch der Übergriffe, Schwere, Täter.
      So bleibt mir nur der Zweifel, dass es sich immer und ewig nur um Neonazis gehandelt hätte.

      Leider, Journalismus ist es nicht, 4 Seiten anzufüllen mit beispielhaften Neonazis als Tätern. Das es die gibt, bestreitet niemand. Welche Lieder die in ihrer Freizeit hören, interessiert mich nicht. Ich will diese Lieder ja doch nie hören.

      Ich hätte mir eine Antwort auf die Frage „Wer zündet Flüchtlingsheime an?“ erhofft. Und nicht einige Beispiele von durchgeknallten Neonazis. Das ist keine journalistische Antwort, das ist anekdotisch-exemplarische Zeitvergeudung.

    • Ich fand den Beitrag anekdotisch durchaus bereichernd, aber irgendwie am Kern der erwarteten Fragestellung vorbei.

    • Volle Zustimmung...
      …..an Sie, Mr. Thomsen.

      Einer der wenigen, der das deutsche Parlament immer mal wieder an die eigene Aufgabe erinnert, ist Peter Gauweiler.

      Er tritt für mehr Demokratie ein und hat auch für Merkels Politik nicht kaum Lob.

      http://www.peter-gauweiler.de/data/documents/2016/07/08/4-577f964a3684a.pdf

  50. Titel eingeben
    Tipp: Beim Miniaturisierungsprogramm, das wir ja nun alle so gern an unseren neuen Ultrakompaktknipsen nutzen (die beiden Porsche 356) den Schärfebereich immer in die Mitte legen.

    • Das Bild ist absichtlich so bearbeitet.

    • @TDV, Ganz genau. Völlig unklar
      Wenn man die Vorstellungen von Varoufakis (soweit bekannt) eben mal schnell über den Strich bügelt, wollte er in die griechische Vor-Eurozonen-Finanzpolitik zurück: Staatsausgaben über die Druckerpresse finanziert mit ca. 10% jährlichem Zuwachs und parallel dauerhafte Abwertung der Währung. Nicht überzeugend, aber theoretisch durchaus im Rahmen des Möglichen, wenn es die Wiedererlangung der Souveränität im Vordergrund stehen soll.

      Nur macht man bei solchen Papierszenarien leicht die Rechnung ohne den Wirt, sprich die Märkte. Möglicherweise wäre in der Übergangszeit die Abwertung der neuen Währung so rapide geworden, dass Griechenland mit seiner hohen Importabhängigkeit nicht einmal mehr Lebensmittel hätte importieren können. Für vielleicht 1/3 der Bevölkerung hätte das sehr schnell in der Katastrophe enden können. Die Möglichkeit bürgerkriegsähnlicher Zustände inklusive. Wer weiß, wer dann an die Macht gekommen wäre? Stalinisten oder die Neue Morgenröte? Wenn Tsirpas ähnliche Risiken annahm (wahrscheinlich schon), dann wollte er jedenfalls ihr Wegbereiter nicht sein.

      Andere, liberalere Konzepte wären auch machbar gewesen. Sie hätten aber wahrscheinlich auch keine Verbesserung im Vergleich zur heutigen Lage mit EU-Abhängigkeit gebracht. Sarkastisch gesagt sind die Folgen der EU-Troika-Sparpolitik quasi das auf Raten, was ansonsten innerhalb weniger Wochen passiert wäre. (Unter Nichtberücksichtigung des Teils der initiierten Reformen, der sinnvoll ist.)

    • @Antesde
      Völlig richtig, nur…. Der Unterschied sich nicht von den Deutschen erpressen und manipulieren zulassen und im eigenen Laden „in charge“ zu sein wäre psychologisch ganz enorm gewesen.
      Was ich jetzt so lesen muss, haben die Leuten zusätzlich zum miserablen materiellen Leben, auch den Mit verloren… Man stelle sich das mal vor: KRank sein und sich den Arztbesuch nicht leisten können, weil ein Schäuble ihnen das Geld abdreht um seinen Bankier Freunden die Boni zu ermöglichen…

      Und weit und breit keiner der ihn den Jufenpass rauffährt, oben hinstellt und ihm einen Schubser gibt!

  51. Griechenland stirbt freiwllig
    Ja. Die EU ist am Ende, Eurpa noch lange nicht. Die EU schwächt und zerstört ihre Mitglieder. Die Briten haben es als erste verstanden. Im Fall Griechenland ist es aber nur Griechenland, das die Griechen zur Verzweiflung bringt. Die medizinischen Versorgungsengpässe sind auch die Folge dessen, dass griechische Regierungen seit 2010 unfähig waren, den ökonomischen Bankrott offen zu erklären und die Streichung der Staatsschulden in die eigene Hand zu nehmen. Inklusive der Einrichtung von Rechtsgrundlagen für eine Nepotismus-freie oder wenigstens produktive marktwirtschaftliche Ökonomie. Womöglich braucht Europa chinesische Berater, wo alle anderen reihenweise versagen.

    • Der Euro-Inkassobetrieb
      @Antesde
      10. Juli 2016 um 07:36 Uhr
      Griechenland stirbt freiwllig

      Tsipras und Varoufakis haben mit ihrer ganzen Kraft doch dafür gekämpft, dass Griechenland seine Souveränität wieder gewinnt, das hielten die Gläubiger für skandalös und haben das mit allen Mitteln zu verhindern gewusst. Varoufakis wurde von den Medien herabgewürdigt und auf eine bösartige Art mit Hohn und Spott übergossen, wie man sie nur bei unreifen Bengel am Schulhof vermuten würde. Es ist ungerecht, hierbei von Unfähigkeit bzw. „freiwillig“ zu reden.

      Die Euro-Zone hat die Funktion des Inkasso-Betriebes für die geplatzten Kredite übernommen, dank des ESM. Sie bestimmen in Koordination mit dem IWF, welches Geld Griechenland aufbringen muss und was es bekommt. Griechenland hat schlicht kein Geld, es wird erbarmungslos knapp gehalten und durch die Sparmaßnahmen unter Druck gesetzt, denn die Tilgung der Kredite besitzt die absolute Priorität. Griechenland wird diese Schulden erstmals nicht los und hat absolut keine finanzielle Freiheit, keinen Spielraum, um seinen Aufga-ben als Staat gerecht zu werden.

    • Kein Kampf, weil man nicht gewinnen wollte
      Griechenland hätte den Staatsbankrott erklären können. Dagegen hätte die Eurozone nichts unternehmen können. Der Bankrott hätte den Staatshaushalt mit einem Schlag saniert. Was ist passiert? Griechenland hat die Abhängigkeit von der Eurozone vorgezogen plus wohlfeiles Gejammer darüber.

      Der Grund für das Versagen von Tsipras/Varoufakis dürfte zumindest bei Tsipras die realisitische Erkenntnis gewesen sein, dass man aus eigener Kraft zu Reformen und Sanierung nicht in der Lage gewesen ist und selbst bei null Staatsschulden die alte Misere bald wiederhergestellt sein würde.

      Ein großer Teil der Reformen, die die EU in Griechenland erzwiingt, sind so oder so notwendig gewesen. Tsipras hätte sie allein nie durchsetzen können und wusste es. Er hat daher die Eurozone als Verbündeten vorgezogen anstelle Varoufakis. Der eher eine Art Comical Ali des Finanzwesens zu sein scheint. Mit fragwürdigen Fähigkeiten, aber hervorragendem Selbstvertrauen. Aber diese Scharade wollte dann doch niemand.

    • Antesde
      Die Beschriebungen sowohl von Tamarisque als auch von ihnen sind korrekt. Was ich dazu nie erfahren konnte ist folgendes:

      Hat Tsirpas das kleinere Übel gewählt?

      Ich meine die Frage rein faktisch, nicht wertend… wäre es den Griechen nach einem Staatsbankrott noch übler ergangen?
      In deutschen Medien, die ja alle unisoso auf staas- & finanzwelt Seite stehen, darf man da keine sachliche Antwort erwarten…

  52. Berliner Spießer fordern im Tagesspiegel das Recht auf freie Dächer
    Werter Don Alphonso,
    damit Ihnen nicht entgeht, wie „Irgendwas mit Medien“ („aus dem kreativen Durchschnitts- bis Niedriglohnsektor: Künstler, Fotografen, Schauspieler, Journalisten“) in Berlin ihre geballte journalistische Recherchekompetenz zu geheimdienstähnlicher Recherche einsetzt (welch schöne Doppelmoral) und die `ermittelte´ Adresse eines ihr nicht genehmen reichen (?) Terassenbesitzers im Tagesspiegel kundtut (für wen?, etwa für Aktivisten?). Früher, als man in Berlin noch über Dächer spazieren konnte, war alles besser (deshalb Spiesser).

    Skandalös ist auch, dass Tagesspiegel Online sich dafür hergibt, einen nicht gerade versteckten Aufruf beleidigter Spätpibertierender (Alter um die 40) zum Angriff auf einen Gentrifizierer über Tage im Netz zu zeigen.

    Her der Link: http://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-im-himmel-ueber-berlin-die-daecher-gehoeren-uns-allen/13851102.html

    • Der Tagesspiegel meint scih schon langer um einen Platz im Verfassungsschutzbericht bemühzen zu müssen. Gewisse angebliche Journalisten, die bei Demos was abkriegen, verkaufen da ihre Bilder.

  53. Titel eingeben
    60 sind die gefühlten 40… Ich beobachte schon länger, wie versucht wird Alt gegen Jung auszuspielen. Gesellschaftlicher Konsens war gestern. Getreu dem Motto „Mehr Demokratie wagen“ würde ich mir deutlich mehr plebizitäre Elemente wünschen, in Zeiten von Smartphones und Fintechs sollte es kein Problem sein,
    über Ceta und TTIP online abstimmen zu können. Eine stäkere Gewichtung der Stimmen von Familien wäre ebenfalls wünschenswert, schliesslich tragen sie die Verantwortung in vielerlei Hinsicht.

  54. Kinder an die Macht!
    Für Politiker (Abgeordnete, Minister) fordere ich eine Altersthöchstgrenze von 44,
    zugleich eine Absenkung des Mindestalterst auf Null.
    .
    Im Ernst: Die Besetzung verantwortungsvoller Posten mit allten Knackern ist doch nur ein MIttel, der Verantwortung zu entfliehen.

    • Hmmmm...
      Sehen sie das nicht etwas zu positiv?
      Das würde immerhin für eine gewisse Intelligenz sprechen, die man dann aber auch gleich auf die Probleme selber anwenden könnte, oder?

      Nein, nein, das ist alles ganz genauso wie bei Merkel. Man glaubte immer nur die hätte da einen Plan und wisse was sie da mache….

  55. Aussteigen und/oder leben?
    „Da weiss einer, dass ihm nicht mehr viele Tage gegeben sind, und dass einige dieser Tage auch nicht schön sein werden, und anstelle das zu tun, was vernünftig wäre – aussteigen und leben – setzt er sein Leben aufs Spiel und rast, Blut hustend und röchelnd über Landstrassen mit 200 km/h weiter.“

    Vielleicht hieß für ihn gerade das „leben“. Vielleicht hätte er nicht mehr das Gefühl gehabt zu leben, wenn er ausgestiegen wäre. Vielleicht hatte das wenig mit Nationalstolz zu tun, sondern mehr damit, das zu tun, was man gut kann und gern tut. Wer wird denn schon Sportler aus Nationalgefühl?

    • Nuvolari galt imfaschistischen Italien als Verkörperung des neuen Menschen im Sinne von D’Annunzio. Dem konnte man den Nationalismus schon abnehmen.

  56. Habe jetzt wunschgemäß
    doch gelesen und freue mich wieder mal, daß alles von Anbeginn auf einer Seite steht.
    Das mit dem Mauerbau wäre einen Kostenvoranschlag wert. Für die Bauausführung aber bitte keine lokalen Kontrolleure vorsehen.
    Sonnengruß aus Obb.
    M. A. Titz

  57. Wasser in den Wein...
    Soso, der Nationalismus in seinen engen geistigen Begrenztheiten ist also Schuld, wenn der europäische „Einigungsprozess“ nicht vorwärtskommt, vielleicht sogar ad acta gelegt wird? Ich finde diese Conclusio des Don etwas zu kurz gegriffen.

    Natürlich ist eine übergeordnete Staatssystematik, wie die EU sie über die einzelnen (ehemaligen) Nationalstaaten ausübt in ihrer Vielfältigkeit und spürbaren Machterhebung nicht für jeden EU-Bürger ein anzustrbendes Ideal.
    Warum nicht?

    Ja, der gemütliche Nationalstaat der 1980er, 1990er Jahre scheint vergangen, man widmet sich größeren Zielen. Aber nützen diese Ziele wirklich den Mehrheiten in den EU-Mitgliedsstaaten?
    Hat der Grieche nicht mit der Drachme besser gelebt?
    War Großbritanien nicht immer schon ein Inselstaat, der froh war, dass er niemals mit direkten nachbarstaatlichen Einflüssen konfrontiert wurde und nur in der Maske des „Empire“ auf der ganzen Welt seine kolonialen und postkolonialen Einfluss ausüben konnte?

    Die EU bedeutet keinen Schutz für den Normalbürger der EU. Sein Land befindet sich entweder in einer nie dagewesen wirtschaftlichen Krise mit Rekordarbeitslosigkeit (Süd-EU) oder in einer nie dagewesenen Konkurrenz um Wohnraum und Arbeit, die Entlohnung der Arbeit führt nicht mehr zu persönlichen, wirtschaftlichen Fortschritten, sondern trotz mehr Arbeit zu weniger finaziellem Aufbau und sonstigem Nutzen. Der jeweilige Staat kassiert, was normalerweise für Eigenheim und Altersvorsorge anzulegen wäre. Es sind Menschen zu finanzieren, die durch die Regularien überholter Gesetze einwandern (z.B. durch das Asylgesetz in D, als Folge des dritten Reiches und dessen grausamen Ermordungen und Vertreibungen geschaffen). (Nord-EU). Diese Menschen besitzen keinerlei familiäre oder emotionale Verbindung zu den Staaten, in die sie einwandern. Nur ein Bruchteil hätte dieses Recht, wenn die bestehenden Gesetze vollumfänglich angewendet würden. Aber das Problem liegt vermutlich etwas tiefer.

    Den fleißigen Italiener oder Spanier mag der Deutsche noch gerne akzeptieren, kennt er deren Länder durch eigene Anschauung und kleine Urlaubsreisen, in denen er meist mit schöner Gastfreundschaft empfangen wurde. Und warum sollte man diesen Menschen nicht auch die Mitarbeit in unserem Lande gönnen, so denn Arbeit vorhanden ist?

    Alle EU-Staaten stehen aber vor Problemen mit Einwanderern aus Afrika oder dem Orient. Diese sind selbst in die südeuropäischen Staaten kaum integrierbar und stellen oftmals überzogene Forderungen und sind mehrheitlich Anhänger einer Religion, die, wäre sie eine politische Partei, aufgrund ihrer Grundlagen als faschistisch verboten werden müsste.
    Staatlichkeit und ihre volksnahen Ausprägungen sind erst nach der gesunden Eindämmung des Christentumes in seinen Machtansprüchen entstanden und bisher sind wir alle damit ganz gut gefahren. Dennoch darf jeder am Sonntagsgottesdienst und auch an sonstigen kirchlichen Veranstaltungen teilnehmen, wenn es jemandem gefällt. Unglaube wurde bisher nicht mehr verfolgt wie noch vor 150 Jahren.

    Die neuen, in Schaaren zuströmenden Armen aus Afrika und dem Orient sind noch in für uns mittelalterlich wirkenden Religionsystemen befindlich, eine Konversion würde nach deren naiven Vorstellungen den Tod bedeuten. Also befinden sich diese Zugewanderten quasi auf Mission, als überlebt Habende Flüchtlinge oder politisch Verfolgte somit im göttlichen Auftrag, so ihre Weltsicht.

    Daraus lässt sich ein Fazit ziehen: Würde die EU sich um ihre Bürger, die dort seit Jahrhunderten angestammt leben und – mehr oder weniger – arbeiten, kümmern, wäre Europa tatsächlich ein Friedensprojekt, das auf lange Sicht tatsächlich zu so etwas wie übergeordneter Gesamtstaatlichkeit führen könnte, wenn der Ausbau der demokratischen Möglichkeiten sich für alle erweiterte. Aber die unkontrollierte Zuwanderung macht allen Einigungsbestrebungen einen Strich durch die noch ungezahlte Rechnung.

    Aus den derzeitigen Rassekonflikten in den USA liesse sich nicht nur der Schluss ziehen, dass es verstärkten Rassismus unter weissen Polizeimitarbeitern gibt, sondern dass Rassismus vielleicht in gewissem Umfang etwas „normales“ für gewisse Volksschichten ist. Es wird immer einen geringen Anteil Unbelehrbarer geben, die Menschen mit anderer Hautfarbe nicht als vollwertige Mitglieder der jeweiligen Gesellschaft sehen. Dieser Effekt verstärkt sich mit zunehmenden Anteilen von Menschen mit anderer Hautfarbe oder Religion. Es gibt also Rassismus, so wie es Krieg gibt, auch wenn wir uns beides nicht wünschen.

    Doch die Lösung kann nicht darin bestehen, den latent vorhandenen Rassismus zu ignorieren, denn möglicherweise ist er auch nur ein Warnsignal besonders sensibler Nationsmitglieder. Man fürchtet sich vorm „schwarzen Mann“, nicht weil er schwarz ist, sondern weil er möglicherweise vergewaltigt, Arbeit wegnimmt, etc.

    So sehen sich große Teile der EU-Bevölkerung plötzlich mit einer nie dagewesenen Konkurrenz nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht weltweit konfrontiert, sondern auch durch einwandernde Bevölkerungen, die von hierzulande über Jahrhunderte geübte Anpassung gar nichts hält, sondern sich quasi auf Mission in Europa oder auf der Suche nach dem Glück befindet.

    Wären die europäischen, langwierigen und oft schmerzhaften Anpassungsprozesse nur den eingeborenen Bevölkerungen zugemutet worden, so hätte man vielleicht noch Verständnis und Zustimmung erlangen können. Aber der eilige Ausbau der EU auf 28 (27) Mitgliedsstaaten ließ schon auf den Größenwahnsinn einiger EU-Politakteure schließen. Dazu noch eine verstörend große Menge an plötzlicher Zuwanderung aus Afrika und dem Orient lässt viele Menschen sich nicht mehr heimatlich in ihrem Land fühlen.
    Wenn meine Kinder in einer deutschen Schule nicht mehr richtig Deutsch lernen, weil der Migrantenkinderanteil so hoch ist, dass das richtige Deutsch Seltenheitswert hat, dann gi

    • Titel eingeben
      Die Verantwortlichen hätten halt bedenken sollen, dass jene sich „noch in für uns mittelalterlich wirkenden Religionsystemen befindlichen“ irgendwann auf die Socken machen würden, und zwar dorthin, wo es den Menschen nicht nur besser geht, sondern wo ja sowieso die Mit-Verursacher ihrer Not zu Hause sind.
      Ja, natürlich lässt „der eilige Ausbau der EU auf 28 (27) Mitgliedsstaaten schon auf den Größenwahnsinn einiger EU-Politakteure schließen.“ Aber letztere fielen ja nicht gerade aus dem blauen Himmel herab nach Brüssel, oder? Und die kriegerischen Ursachen für das Elend in manchen der Flüchtlingsländer wurde durch ein Land verursacht, das hinter dem Atlantik von Flüchtlingen sicher, (mit einer Ausnahme) stets auf die Vasallentreue auch der deutschen Europäer rechnen durfte.

      Mit anderen Worten: Ich kann kein Problem darin erkennen, dass die Deutschen wegen der Politik der ja von ihnen selber freiwillig gewählten Regierungen, nun ein wenig an den Konsequenzen ihrer Dummheit zu knabbern haben.
      Oder haben ausgerechnet Sie niemals solche Leute gewählt???


    • Die Verantwortlichen hätten halt bedenken sollen
      Bedenken, bedenken – immer diese Verträumtheit, wenn man was nur in Gedanken ausführt, sei es schon da. Ich bedenke auch den Staub in der Zimmerecke, aber davon geht er nicht weg, da muß ich schon HANDELN, nämlich zum Staubsauger greifen.
      Und wer Macht hat, steht unter Handlungszwang. Und macht das, was er hinbekommt und unschwierig ist. Daher die enorme Trägheit im Anpassen an eine veränderte Lage und schier unmögliches Umsteuern.

    • "Wer Macht hat ... muss auch handeln" Ein paar GEdanken zur Freiheit @coloraze
      Ich habe Ihren Satz etwas modifiziert. Ihr Hinweis ist richtig und legt den wunden Punkt dieser sogen.Politikergeneration post Westerwelle offen! Man möchte Macht haben, aber nichts tun, denn das könnte etwas Falsches sein! Merkel wiederum hat die Sache auf den Punkt gebracht: es ist alternativlos!

      Letztlich geht diesen Figuren aber nicht nur das Handeln, sondern auch das Denken verloren. Und , wie man dem Merkelschen Duktus (s.Sommerinterview und Interview Ende 2015) folgen kann, – egal was man(sie) macht, (sie)man ist auf „keinen Fall verantwortlich“.

      Damit ist der Zusammenhang Handeln-Verantwortung- Freiheit zur Gänze aufgelöst. Konkret bedeutet das: Freiheit ist de facto abgeschafft! Die entsteht nämlich erst in der Wahrnehmung von Verantwortung und Handeln aus Verantwortung- jedenfalls die politische Freiheit.

      Das Desaster wird in der Figur Merkel und den ihr nachschleichenden Lemmingen evident, aber es reicht noch nicht einmal zur Tragödie, sondern bestenfalls zu einer Betrachtung über das Würmerleben- saprophytisches Dasein als, genaugenommen, Abwesenheit.

      Da die Macht nun so ungenutzt rumliegt, übernehmen sie die Schläger der Blog(tschuldigung:Block)parteien: Berlin liegt somit weiter in der Fläche als Zentrum der Macht.

      Man möchte mit LaoTse draufschlagen: wer beginnt das Einfache zu verwirren, findet die Fäden nicht mehr und erstickt im Knäuel.

    • Repeat...
      Patrick, die Diagnose ist korrekt, was sie uns aber bitte auch verraten sollten: Warum wählt das Volk denn sowas wie Merkel, dann? Und tut es immer wieder?

  58. Das sind wirklich sehr schöne Autos,
    bis auf den Porsche, der ist irgendwie. Und die erfüllen garantiert keine EU Norm und sind doch europäische Fahrzeuge, pilotiert von Europäern, in Italien mit bisweilen englischem Wetter. Wie sähe wohl ein Auto aus, vom EU Parlament designt? Wir wollen nicht alles wissen.

  59. EUR 600,- müssen auch erst verdient werden
    Eine Ihrer Kolleginnen hat kürzlich auf Twitter beeindruckend ehrlich geschrieben, dass selbst bekannte Journalisten mit der Zahlung von Krankenversicherungsbeiträgen finanziell überfordert sind.

    Der ganze mediale Geifer und Irrsinn reduziert sich für mich immer mehr auf die banale psychologische Feststellung, dass besonders intelligente Menschen – und es sind exzellente Autoren unter den größten Fanatikern – ihren gescheiterten Lebensentwurf am wenigsten verkraften und sich über maximale Beschimpfung und Einschüchterung der normal arbeitenden Öffentlichkeit, die in der Mehrheit doch noch in regulärer Beschäftigung steht, ihr Selbstbild aufrechterhalten.

    Auch in den österreichischen Medien, die in jeder Beziehung immer weiter hinter den deutschen lagen, verschärft sich der Ton radikal. Und es nicht nur das wie immer verspätete Abkupfern des deutschen Mainstreams. Es hat auch damit zu tun, dass es in Wien nichts mehr unter EUR 800,- gibt, natürlich ohne Heizung.

    • Ich finde Notlagen auch nicht gut. aber nachdem die Betreffende eine vin denen ist, die mich um Lohn und Brot bringen wollten, hier sogar mit Anwalt, hebe ich mir mein Mitleid für andere auf.

    • Sollte auch gut finanziert gehen
      In der linken Suppe gibt bestimmt auch reichlich Fettaugen. Vielleicht schon nett dotierte Agitprop-Stellen bei der Amadeu-Antonio Stiftung. Wem das nicht reicht, könnte vielleicht bei der recht wohlhabenden MLPD
      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mlpd-die-grossspender-der-kommunisten-a-1069871.html
      (und ähnlichen Vereinen) versuchem, sein Antifa-Hobby zum Beruf machen. Es ist anzunehmen, dass es auch in Linkistan Entlonungshierarchien und engagiertes Gerangel um Fleischtöpfe gibt.

      Natürlich redet man auch dort nicht gerne übers Geld bzw. erst recht nicht. Mehr Zahlen dazu wären durchaus interessant: Wie gut situiert sind die Inhaber von Progandastellen von Greenpeace bis Marxistische Gruppe?

    • Lebensentwürfe
      Jeder so wie er kann. Oder es verdient. So ist es halt, wenn jeder „was mit Medien“ machen will. Meine Mama würde sagen „Hättst was gscheits glernt“.

      Es gibt auch bekannte Aktivistinnen, die Preise eingeheimst haben, in Ministerien ein und aus gehen, und sich dann mit ihren 30 Jahren den Kauf einer Jacke für 200 Euro verkneifen müssen.

      Früher nannte man das brotlose Kunst, oder etwas glamouröser Bohème. Da kann man dann laut Lohnungleichheit beklagen, aber mit nutzlosen Abschlüssen in einer überfüllten Branche käme ein Mann auch auf keinen grünen Zweig.

    • KV
      Die KV-Versicherungsbeiträge sind ein Skandal. Und 2015 noch ein paar Empfänger drauf. Auf meine Rückzahlung warte ich auch schon gute drei Monate.

  60. Kennt man noch Jugoslawien?
    Bei der Aufzählung des doch nicht so schönen Friedens in Europa seit 45 kommt fehlte dann wohl noch Jugoslawien bzw. Bosnien, Serbien und Kosovo etc. und der Krieg dort in den 90ern und was dann in der Folge daraus wurde. Ein schöner Frieden war da und jetzt sind da so viele Länder………..Oder gehörte das gar nicht zu Europa?

  61. "Plötzlich kann der Fussball das Land retten".
    Zur Nationalismusfrage:

    http://www.sueddeutsche.de/sport/kommentar-die-neue-illusion-1.3070782

    Dank Griessmann kein Frexit? – Oder doch?

    Quälende Fragen.

  62. bugatti
    auf dem ersten foto ist ein aston martin zu sehen kein bugatti ;-)
    gruss vom
    kornthenkacker

  63. RUSSLANDISKUSSION
    wer oder was ist denn nun gefährlicher: Putin oder die sog. russen-mafia die in d-land scheinbar geduldet operiert ?

    es war doch bisher immer so mit der deutschen politik: versagen im innern wird durch das schaffen „äusserer“ bedrohungen kaschiert.

    UND:
    gott sei dank hat DON jetzt klargestellt, das nur einer der Porsche´s klar auf das bild sollte, hatte schon an die fahrlässige diskrimminierung des so seltenen 1600 GT geglaubt.

    war immer ein genuss, die fahrzeuge von Strähle aus Schorndorf fahren zu sehen und zu hören !

  64. Hans Magnus Enzensberger, der in Europa Weitgereiste,
    der immerhin die aktuelle arabische Welt als Zivilisation in das 12./13. Jahrhundert einordnet und auch früh auf den „repressiven Mediengebrauch“ hinwies, schrieb einmal einen Text in italienischer Sprache (er war familiarisiert mit Italien) der da lautete:
    .
    „…I tedeschi, gli inglesi o i finlandesi non sanno fare come gli italiani. Non sono abbastanza furbi, sono troppo rigidi, troppo ottusi,troppo dilettantistici. Hanno investito troppa energia nei loro sistemi ben ordinati, Hanno delegato allo Stato troppe risorce, troppi compiti, troppe speranze. Hanno perduto l´allenamento ad agire per conto proprio e a dire: io ed il mio clan, la mia famiglia, la mia bottega, riusciamo a campare anche se gli altri crepano“
    .
    „…die Deutschen, die Engländer oder di Finnen verstehen es nicht so zu machen wie die Italiener. Sie sind nicht schlau genug, nicht ausreichend beweglich, nicht genügend intelligent, sie sind zu streng/steif, zu stumpf, zu dilettantisch. Sie haben zu viel Energie in ihre gut geordneten Systeme eingebracht, haben zu viele Mittel an den Staat abgetreten, zu viele Aufgaben, zu viele Erwartungen. Sie haben die Fähigkeiten verloren „Wasser auf die eigenen Mühlen laufen zu lassen“ (sehr deutsche Übersetzung) und zu sagen: ich und mein Clan, meine Familie, mein Laden, versuchen wir uns durchzuschlagen, auch wenn die anderen krepieren.“
    .
    Ich würde einem Italiener antworten: „Non è un opinione sociale. Ho sempre pensato che….und würde ausgelacht. Die Europäische Wirklichkeit entspricht nicht den schönen Bildern eines Herrn Schulz.
    .
    @ TDV: Ford 12 M (15 M), bei uns: mim Ford forrd, mim Zug hoim. Immerhin 38-55 Cavalli, vorne durchgehende Sitzbank für während und nach dem Freiluftkino, ekelhafte Kunstlederbezüge, bilden Schweißflecken unter den Schenkeln. Warum im Grünstreifen schlafen, den schon Quasimodo arrosiert hatte, bei so schöner Vordersitzbank mit Pferdedecke drauf?

    • Die Kultur des Scheiterns
      @ Déjà de l´autre coté…
      10. Juli 2016 um 19:12 Uhr

      Ach, der fabelhafte Hans Magnus Enzensberger, der einzige zeitgenössische deutsche Intellektuelle, dessen Gedankengänge ich verfolgen kann. Habe viele seiner Bücher mit großen Interesse und Freude gelesen. Gibt es einen „Thronfolger“? Habe niemanden entdeckt, not my cup of tea, anyway.

      Auch hier hat Enzensberger Recht: In solchen Systemen verlernen die Menschen die Kunst der Improvisation. Und selbst, wenn sie diese Kunst besäßen, würden die Vorschriften die Menschen daran verhindern, ihre Ideen umzusetzen.

      Ich möchte meinen, dass die Chinesen bzgl. Improvisation des Krisenmanagements die wahren Meister sind. Sie arbeiten in Familien-Clans, und wenn sie scheitern, so jammern sie nicht, sondern stehen sogleich wieder auf, legen los und bauen ihr Geschäft mit vereinten Kräften wieder auf, und wenn sie noch so klein anfangen müssen, sie geben nicht auf. Niemand guckt schief auf sie, wenn sie schei-tern. Es gibt mehr Empathie in Asien. Die Menschen denken in Generationen, sie hören nicht auf, in die Zukunft zu investieren.

      Sowohl in Deutschland als in Finnland herrscht der Irrglaube, dass nachdem einer einmal scheitert, unwiderruflich zum Scheitern verurteilt sei, sodass der Weg für ihn zurück in die Normalität oder gar Erfolg für ewig versperrt sei.

      Das gegenwärtige System ist auch aufgebaut, ein Wieder-auf-die-Beine-Kommen effektiv zu verhindern und perfektioniert die Kultur des unwiderruflichen Scheiterns.

    • Bitte um Vergebung...
      Pferdedecke???? Ich hatte damals gerade zum Kfz Mechaniker „promoviert“, war kaum 18, Stundenlohn DM 3.50…. also gebraucht und rostend, für ich glaube es waren DM 500.

      Hippie-mässig war natürlich auch gut fürs Eigen-Image (und ich muss meine Beine ausstrecken können)!

    • Was Enzensberger schrieb und die Menschen in Italien ausmacht leben auch die
      neu hinzu gekommenen:
      Altes arabisches Sprichwort:
      Ich gegen meinen Bruder;
      ich und mein Bruder gegen unsere Vettern;
      ich, meine Brüder und Vettern gegen die, die nicht mit uns verwandt sind;
      ich, mein Bruder, meine Vettern und Freunde gegen unsere Feinde im Dorf;
      sie alle und das ganze Dorf gegen das nächste Dorf.

  65. Sterben für Gdansk? (zu Déjà de l´autre coté... 10. Juli 2016 um 08:47 Uhr)
    Kann leider nicht direkt an Ihren Beitrag anschließen.

    … ja, da draußen an der tschechoslowakischen Grenze war auch noch 1970/71, als ich das zweifelhafte Vergnügen hatte, Wehrdienst zu schieben, eine deutliche Wachsamkeit spürbar (Alarme, nächtliche Motmärsche …).

    Exactement, darauf habe ich angespielt. Wenn Déat 1939 fragte „Mourir pour Dantzig?“, stellt sich für uns Deutsche heute genau diese Frage auf Deutsch „Sterben für Gdansk?“

    Die polnischen Nachbarn hätten insbesondere nach dem Warschauer NATO-Gipfel überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn unsere poloniophile Kanzlerin deutsche Truppen den Kopf für Danzig hinhalten ließe.

    Der sympathische Berliner Junge Jérôme hat in der Tat, von einigen Dekorationen abgesehen, einen Haarschnitt, der jeden damaligen Spieß in Entzücken versetzt hätte. Großflächige Tätowierungen dagegen wären äußerst kritisch beäugt worden.

    edSE

    • HJ-Frisur
      Das gibt es leider schon seit ein paar Jahren, dass mehrere Fußballer (in der Bundesliga und anderswo) ihre Haare in einer Weise tragen, die mich an die HJ denken lässt. Aber nicht nur die Fußballer laufen so rum. Im Ruhrgebiet habe ich sehr viele Jugendliche und junge Männer mit HJ-Haarschnitt gesehen. Immerhin trug von denen aber keiner ein BOY-T-Shirt. Das findet man dafür recht häufig in Südkorea. Nur tragen die Jugendlichen und jungen Männer dort fast sämtlichst einen Haarschnitt, der einen an die Beatles oder an Bruce Lee erinnert.

  66. DON! - Dass die Griechen an der EU sterben, wie Sie wähnen, ist eine moderne Wandersage!
    Aus dem aktuellen weltweiten Korruptionsranking –

    – Griechenland: Platz 55 – das ist in der EU einsame Spitze.

    Das Gesundheitswesen bildet leider keine Ausnahme.

    Das ist nicht nur nicht schön – das kostet auch Leben – eh kloa – ruht aber auf, auf sehr gut eingeübte autochthone Traditionen und hat mit der EU immer dann zu tun, wenn die Griechen irgendeinem Ausländer gerne ein schlechtes Gewissen wegen ihrer anarcho-Wirtschaft einträufeln wollen. Komisch, dass plötzlich Sie in dieses krumme Horn tuten. Wahrscheinlich im Mundstück geirrt…
    Nur durch Korruption konnten auch andere griechische Spitzenleistungen erbracht werden wie die, die Grundstückskataster-Freiheit so zäh zu verteidigen: Diese kollektive topp-Leistung wird sich in zehn Jahren zum 200. Mal jähren! Dass wir dies Jubiläum des unbeirrbaren griechischen Freiheitskampfes gegen staatliche Misswirtschaft und Unterdrückung, wie sie jetzt auch wieder in Berlin, gerne unter eifriger Bezugnahme auf die griechischen Staatsfeinde bzw. Freiheitskämpfer, so engagiert betrieben wurde – öh: Dass wir dieses griechische Zweihundertjahrjubiläum noch erleben werden, ist allerdings noch nicht gesagt. Zu stark wütet der Neoliberale Nazi-Druck (Schäuble, Oberfiesling Gabriel („ein Schwein!)) auf den sympathischen griechischen Strumpf- und Pumphosenträgern.

    Alla hopp DON, als selbsterklärter Hilfs-Trotzkist werden Sie bestimmt durchgewunken – auf nach Zürich vielleicht sogar mit Oldtimer-Abfackeln! – es lädt die Gruppe „internationale KomunistInnen – Sektion 4. trotzkistische Internationale Zürich“ zur Aktion – zürich no more – Greece forever! – And now: This is no joke! – Die Sausse steigt am 19. Juli!
    – Die FacebookSeite ist bestimmt schon in Arbeit!

  67. Sterben für Gdansk? (zu Déjà de l´autre coté 10. Juli 2016 um 08:47 Uhr)
    … ja, da draußen an der tschechoslowakischen Grenze war auch 1970/71, als ich das zweifelhafte Vergnügen hatte, Wehrdienst zu schieben, eine deutliche Wachsamkeit spürbar (Alarme, nächtliche Motmärsche …).

    Exactement, darauf habe ich angespielt. Wenn Déat 1939 fragte „Mourir pour Dantzig?“, stellt sich für uns Deutsche heute genau diese Frage auf Deutsch „Sterben für Gdansk?“ Die polnischen Nachbarn hätten insbesondere nach dem Warschauer NATO-Gipfel überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn unsere poloniophile Kanzlerin deutsche Truppen den Kopf für Danzig hinhalten ließe.

    Der sympathische Berliner Junge Jérôme hat in der Tat, von einigen Dekorationen abgesehen, einen Haarschnitt, der jeden damaligen Spieß in Entzücken versetzt hätte. Großflächige Tätowierungen dagegen wären äußerst kritisch beäugt worden.
    edSE

  68. Default Grexit
    @ EraserFS
    10. Juli 2016 um 21:18 Uhr
    @Tamarisque

    Hätte ich von Staatsanleihen geredet, hätte ich das auch angegeben. Ich meinte Investitionen, und diese sind von privaten Investoren getätigt worden, mehrheitlich durch französische und deutsche Großbanken, die „gerettet“ wurden. Es sind Folgen des Booms, als Investoren Milliarden in Projekte in Griechenland investiert haben.
    Das sind konsolidierte Altschulden, die zum Teil gestundet sind und für welche die Zinsen drastisch reduziert wurden. Staatsanleihen sind natürlich auch betroffen.

    http://www.reuters.com/article/us-eurozone-greece-debt-factbox-idUSKCN0P80XW20150628

    Deutschland ist laut Reuter der größte Gläubiger. Als die Griechen schon zahlungsunfähig waren, hat die deutsche Regierung dafür gesorgt, dass sie noch auf die Schnelle U-Boote bestellten. Die sind wohl auch noch in der Summe drin, vermute ich mal. Auch hier geht es um einen privaten Gläubiger, um den Hersteller der U-Boote, um einen Kredit, welcher höchstwahrscheinlich durch die KfW finanziert wurde.

    Griechenland spart, weil ihm die Sparmaßnahmen akribisch vorgeschrieben und aufoktroyiert wurden. Diese sind im ESM für jeden überschuldeten Euro-Staat automatisch und zwingend vorgeschrieben.

    Natürlich sind noch alte Verbindlichkeiten da, die um jeden Preis bedient werden müssen. Teil des Geldes fließt direkt auf ein Konto bei der KfW.

    ***

    @Hase im Rechenzentrum
    10. Juli 2016 um 19:33 Uhr

    Ihr Post war zwar an Don Alphonso gerichtet, aber ich möchte darauf zum Teil antworten.

    „Aus dem aktuellen weltweiten Korruptionsranking –
    – Griechenland: Platz 55 – das ist in der EU einsame Spitze.“

    Das stimmt schon mal nicht.
    Laut Transparency International Index 2015:
    Griechenland Rang 58
    Rumänien Rang 58
    Italien Rang 61
    Bulgarien Rang 69
    Ukraine Rang 130

    Griechenland war schon immer korrupt, doch das hat die „Kenner“ im Finanzsektor nicht davon abgehalten, das Land als Investment Object 1A und als Wachstumswunderland anzupreisen.

    Wo es nicht boomt, wo keine Milliarden hinfließen, gibt es auch keine Schulden.
    Wussten die Banken denn nicht, was sie taten? Immerhin haben sie die besten Rating-Agenturen der Welt beschäftigt.

    It takes two to a tango: Der Hersteller bzw. Verkäufer von Waren und Leistungen ist genauso schuld an Korruption wie derjenige, der sich bestechen lässt. Beide sind Täter. Ich denke eher, dass Deutschland mal genauer hinschauen sollte, was in Griechenland diesbezüglich eigentlich gelaufen ist. Da gibt es so einige Gerüchte.

    Ihre an die Griechen gerichteten Hasstiraden finde ich unerträglich.
    Griechenlands „Anarcho-Wirtshaft“, die Meinung bleibt Ihnen unbenommen, während die Euro-Zone sich unerbittlich wie das Moskau-Inkasso geriert, ob-wohl es eine eklatante Fehlleistung war, die vielen investierten Milliarden zu genehmigen. Das Schicksal der Menschen ist ihnen herzlich egal.

    Wären die Griechen so unfähig, wie Sie das hier darstellen wollen, dann wären die desolaten Verhältnisseim Gesundheitswesen doch schon lange vor der Krise vorherrschend gewesen. Dem war nicht so. Die Säuglingssterblichkeit stieg um 43% durch die Austeritätspolitik infolge der Kürzungen, die den Griechen aufgezwungen wurden. Quelle: UK Medical Journal „The Lancet
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-sparkurs-hat-verheerende-folgen-fuer-gesundheit-der-griechen-a-954879.html

    • Alexis Sorbas
      Den kennen Sie wahrscheinlich, Tamarisque?

      Es ist ja nett, wie Sie die Griechen in Schutz nehmen zu scheinen wollen.
      Und dabei haben Sie teilweise sogar Recht. So schrecklich sind die wirklich nicht.

      Es ist dennoch eher so, dass man ihnen ‚Geld ohne Ende‘ angeboten hat, solange sei einen guten Teil davon in die Produkte des Anbieters dieses Geldes stecken.
      Also so, als wenn mein Dealer mir beinahe grenzenlos Geld anbietet, solange ich dafür eben auch seine Drogen kaufe. Möglicherweise wäre dann auch ich zum Drogenabhängigen geworden.

      Man schaufelt also das Geld nach Griechenland, und zeigt der eigenen Bevölkerung klasse wirtschaftliche Zahlen. Nur so nebenher: das macht man – Deutschland – nicht nur mit Griechenland so; sonst wären die Zahlen nicht so klasse. Zur gleichen Zeit verarmt man im Schnitt die eigene Bevölkerung, damit Made in Germany noch erschwinglicher für das geliehene Geld ist, und noch mehr noch billiger produzierte Waren verkauft werden können.
      In diesem gelehrten Publikum muss ich nicht darauf hinweisen, dass nicht Japan oder China oder Indien oder die USA – trotz jeweils vielfacher Bevölkerungen – Exportweltmeister ist, sondern ‚wir-schaffen-das‘-Land.

      Natürlich erzählt man von, und verlangt von der Bevölkerung, ‚Nachhaltigkeit‘. Dabei weiß man sehr wohl, dass es sich eher um ein Pyramidengeschäft handelt, und die Gelder nie zurückgezahlt werden können. Dafür macht man dann entsprechend Wajang Kulit und droht … .
      Manche der Gelackmeierten versuchen es dann wenigstens mit Gürtel-enger-schnallen (Portugal, Irland, Spanien). Andere gehen an den Strand und tanzen Sirtaki neben zusammenbrechenden Strukturen.

      Panik hat Deutschland nicht wegen der ausbleibenden Rückzahlungen, die sind für nach der nächsten Wahl Merkels bereits geplant: als Schuldenerlass. Bis zur ihrer Wiederwahl muss die Kanzlerin allerdings noch theaterdonnern.

      Panik hat insbesondere Deutschland weil irgendwie Deutschland auch nicht mehr das ist was es mal war, ‚Made in Germany‘. Da wird im Autobereich getrickst, die Deutsche Bank ge-miss-managed, die Roboter gehen an China, u.s.w. Und insbesondere der Brexit schockiert natürlich. Die Nachbarn Deutschlands kämen irgendwie auch ohne EU durch. Dänemark macht das schon ganz anständig, als Beispiel. Und auch GB wird nicht untergehen.
      Aber Deutschland droht daran zu ersaufen, wenn der Export einbricht.
      Einbricht, aus verschiedenen Gründen:
      – Reputationsverluste
      – Ende von Schengen
      – Ende des Euros
      – Ende der Freizügigkeit von Waren und Dienstleistungen

      Deshalb steht man ja auch auf TTIP und CETA. ‚Neue Märkte erschließen‘, koste es was es wolle. Die Bevölkerung ist dabei herzlich egal, solange man ihr einreden kann, dass ‚wir‘ das brauchen, damit ‚ihr‘ auch morgen noch die Grundbedürfnisse (food, shelter, clothing) erfüllen könnt.

    • Grillen und Ameisen
      @ Uwe Dippel
      Werter Uwe Dippel,
      bis hierhin haben Sie meine Zustimmung:
      „In diesem gelehrten Publikum muss ich nicht darauf hinweisen, dass nicht Ja-pan oder China oder Indien oder die USA – trotz jeweils vielfacher Bevölkerun-gen – Exportweltmeister ist, sondern ‚wir-schaffen-das‘-Land.“

      Inzwischen ist Deutschland seit 2009 kein Exportweltmeister mehr, sondern exportiert weniger als China, Rang 1 und USA Rang 2. Aber solche Nachrichten mag Muttis Presse-Apparatschik nicht melden, wäre schlecht fürs Image.

      „Natürlich erzählt man von, und verlangt von der Bevölkerung, ‚Nachhaltigkeit‘. Dabei weiß man sehr wohl, dass es sich eher um ein Pyramidengeschäft handelt, und die Gelder nie zurückgezahlt werden können. Dafür macht man dann ent-sprechend Wajang Kulit und droht […] .

      Wieder Zustimmung, nur eine Randbemerkung: Wayang Kulit, javanisches Schattenspiel; basiert auf den indischen Epen Mahabharata und Ramayana. Die Geschichten sind moralisch lehrreich: das Gute siegt über das Böse. So nicht in der Politik.

      „Manche der Gelackmeierten versuchen es dann wenigstens mit Gürtel-enger-schnallen (Portugal, Irland, Spanien). Andere gehen an den Strand und tanzen Sirtaki neben zusammenbrechenden Strukturen.“

      Das sind Stereotypen, à la Zorba. In jedem Volk gibt es die Ameisen und die Grillen (sogar eine Mischung von beiden). Tanzen ist die beste Therapie für Menschen, die in einer desolaten Lage stecken. Tanzen und Musik bieten eine Befreiung aus der Misere, den Alltagssorgen, das ist Lebensfreude und Glück. Ich gönne den Griechen ihren Tanz an ihren schönen Stränden von Herzen.

      Panik hat insbesondere Deutschland weil irgendwie Deutschland auch nicht mehr das ist was es mal war, ‚Made in Germany‘. Da wird im Autobereich ge-trickst, die Deutsche Bank ge-miss-managed, die Roboter gehen an China, u.s.w.

      Hinzukommen die inländischen nicht enden wollenden Pannen. Wer würde ei-nem deutschen Konsortium die Planung oder den Bau eines internationalen Großflughafens in Auftrag geben? Oder eines Knotenpunkt-Bahnhofs? Oder einer Philharmonie? ;-) Ja, es ist ein Jammer.

      Mit Ihren letzten Sätzen bzgl. Brexit haben Sie auch Recht. Eine treffende Beobachtung, die Sie schildern.

    • @Tamarisque
      Zur Erinnerung:

      Die Mahabharata ist die Geschichte eines Prinzen der beim Würfeln alles, inkl seiner Frau, verliert, und welche fürchterlichen Folgen das dann für sehr viel Leute hat.
      Ein Spieler, ein Voll-Idiot also, der aber in Indien ein ganz, ganz grosser Held ist, und sogar einer der obersten Götter steigt herab um ihm beim Kriegsgewinnen zu helfen.
      So viel Dummheit auf einem Haufen, den man anschliessend zur „Kultur“ ernennt, das hat mir unmissverständlich erklärt warum all das grauenhafte Elend in dem Land existiert.

      Die Mahabharata ist immer ein ganz, ganz schlechtes Beispiel.

  69. Titel eingeben
    „Tsipras und Varoufakis haben mit ihrer ganzen Kraft doch dafür gekämpft, dass Griechenland seine Souveränität wieder gewinnt“

    Köstlich, @ Tamarisque 10. Juli 2016 um 17:25 Uhr!

    Wann ungefähr war Griechenland (in dem bis heute auf einigen Inseln die Blutrache und die Leibeigenschaft Gesetz sind) denn „souverän“? Und seit wann wird es von zivilisierten Ländern gepampert?

    Griechenland gehört kulturell und mentalitätsmässig deutlich stärker zu Erdogan als zu Martin Schulz.
    Und so scheiße muß man als Volk erstmal sein…

    • Herr Thomas Strobl, sind Sie's?
      Wollen Sie wirklich nicht eine Runde englisches Strandgut sammeln gehen? Danke.

    • Klarer Fall von Koprolalie
      „Und so scheiße muß man als Volk erstmal sein…“

      Hinter haltlosen Vorwürfen verbergen sich meist bloß die eigenen Schwächen, wie Ihr Beispiel wieder mal eindrücklich zeigt.
      Sylt, mei …

    • Schmuckstück
      Sehr schönes Schmuckstück!
      Aber was mir auffällt als an heutige Werte angepasster Mensch:
      6 Zylinder
      72 PS
      145 Vmax

      War das damals praktikabel als Streifenwagen?
      Ist Hochgeschwindigkeitsverfolgung ein neueres Phänomen?

  70. Don, letzte Frage noch bevor ich zum Ventoux aufbreche
    kann es sein, daß Sie uns mit Ihrem Bildmaterial geographische in die Irre führen? Bild 14, sopra la Via Francigena, la cinta della mura in Monteriggioni, Provinz Siena.
    .
    Und wurde Bild 20 nicht in der Pastahochburg Valéggio sul Mincio südwestlich von Verona geschossen?

  71. Enzensberger
    Tamarisque, 11. Juli 2016 um 02:38 Uhr

    Solitäre wie HME haben, leider, keine Thronfolger. Kennen Sie seine Biographie des Generals von Hammerstein-Equord? Bemerkenswertes Buch über einen Mann und seinen (Familien-) Clan in einer schweren Zeit.
    (Hammerstein oder der Eigensinn, Suhrkamp).

  72. Ein reicher Mann ist niemals häßlich...
    Was mag der Grund sein für die blonde Frau auf Photo vier, die da mit großen Schritten und zunem Schirm hinter einem roten Äh-dings in die selbe Richtung unterwegs ist? Will sie dem Krach und Gestank durch Abbiegen in die nächste Nebenstraße entgehen oder eilt sie zum Parkplatz, um die begüterten Piloten kennenzulernen?

  73. Gerüttelt Maß an Nationalstolz
    Dank an den Don für den schönen Text.

    @ P. Feldmann
    @ Renate Simon

    „Einer Gesellschaft, die keinen vernünftigen Begriff für ihr National Bewußtsein mehr findet, droht der Nationalismus als dessen Simplifizierung.“

    Danke für den klugen Ansatz. Ich schreibe es aber lieber mal als EIN Wort: NATIONALBEWUSTSEIN. Das ist es, was diesem Lande fehlt. Tja, und simpel, sprich Nationalismus, hatten wir schon mal und die Halbsimplen von heute in unserer Medienwelt und unserer jämmerlichen „Regierung“ wähnen sich besonders schlau vor aller Zeichensetzerei und Vermeidung (verleugnen) jeglichen Nationalstolzes. Ich bin zutiefst überzeugt, der Michel kramt den irgendwann wieder raus. Oder ein ander tuts für den Michel. Dann nicht nur mit (für mich) lächerlichen Schwarz-Rot-Gold- Standarten vom Discounter am Auto zu Fußballzeiten. Hoffen wir alle inständig, das es dann kein simpler Nationalismus ist, sondern ein gerüttelt Maß an Nationalstolz.

    Ich sehe es auch wie Sie, Frau Simon, die deutsche Übersetzung von „I’m proud to be an American“ hat mit dem Nationalstolz, den ich meine, wenig gemein.

    Und weil ich gerade dabei bin. Deutschland und uns und unsere Nation auf zwölf Jahre , wenn auch leider sehr „prägende und wirkmächtige“, zu reduzieren ist, wenn man es sehr provokant formuliert, vielleicht so etwas wie ein neues, dieses Mal inneres, Versailles. Dann sind wir wir wieder bei Ihrer „Simplifizierung“ Herr Feldmann.

    Zum Schluß schweife ich mal noch etwas ab. Leider schon wieder lange her, genauer fast auf den Tag genau 20 Jahre. Früher Abend in Nimes. Beim einchecken im Hotel meint die freundliche Dame an der Rezeption, wir sollten uns doch beeilen, dann könnten wir es zum „Fest“ am Amphitheater noch schaffen. So ganz war es uns nicht klar. Was für ein Fest? Aber wir folgten dem gut gemeinten Rat und gingen hin. Es war der 14. Juli, der Nationalfeiertag der Franzosen.
    Das war ein Genuß für die Sinne. Fröhliche feiernde und ausgelassene Franzosen. Ein wahres Volksfest. Volksfeststimmung. Nein ich rede Nicht von deutscher Bierzeltstimmung! Dann diese Kulisse mit dem Amphitheater und die laue Sommernacht noch dazu. Als es dann dunkel wurde, ein atemberaubend schönes Feuerwerk in, um und vom Amphitheater herab. Eine Art in das Bild gesetzte Feuerwerksmusik. Ein so fröhlich, ausgelassen unbekümmert und frei feierndes Volk, voller Stolz auf sein Vaterland, ist in Deutschland UNMÖGLICH. Leider. Dieses Phänomen (wohl nur für uns Deutsche), wenn auch etwas südlicher erlebt, hat der Don unängst mit seinem Mille Miglia-Text auch in etwa beschrieben. Da hatte ich schon diese Assoziation, sie aber noch für mich behalten.

    PS

    eine lohnender LeseLink:

    Der Mann behauptet Schweißer zu sein, was ich anzweifele. An dem was er sagt, gibt es aber nix zu zweifeln.

    http://www.achgut.com/artikel/europas_verheissungen_und_die_die_zerstoerten_traeume_eines_ex-ddr-buergers

    • Lebensfreude und Nationalstolz
      Don Magnifico

      Ja, das geht uns Deutschen völlig ab und so stehen wir dann im Ausland bei entsprechenden Anlässen mit ein wenig Neid und wohl auch erst einmal Unverständnis da. Uns scheint es nicht möglich zu sein, völlig unbefangen der puren Lebensfreude zu huldigen, den Stolz auf die eigene Nation zu zeigen. Jahrelange Umerziehung trägt ihre ungenießbaren Früchte und wir schämen uns, wenn doch die reine Freude obsiegen will.

      Wir haben keinen Nationalfeiertag, wir haben von oben diktierte Feiertage wie den Tag der Deutschen Einheit am 3.10., nicht einmal das Datum nimmt Bezug auf das Ereignis. Mir wäre lieber gewesen, den 17. Juni beizubehalten, der Tag, an dem Deutsche sich gegen Willkür erhoben haben, leider wohl zum letzten Mal.

      Das fördert kein Nationalbewusstsein, das ist wohl auch unerwünscht, man muss nur den Grünen zuhören, denen sich die Unsägliche immer mehr anbiedert. Nur ohne Nationalbewusstsein wird es mit der Integration anderer nicht funktionieren. Wenn wir nicht stolz auf das sind, was unser Land ausmacht, wie sollen andere diesen Stolz je erwerben.

      .
      Wolfram Ackner hat etliche kluge Aufsätze geschrieben, hier zum Wutbürger:
      http://www.welt.de/debatte/kommentare/article155713761/Warum-ich-ein-Wutbuerger-bin.html

    • 1848-49 ging ja in die Hose
      Drum gibt s in D-land auch nix zu feiern.

    • Titel eingeben
      @HM 555
      ist es nicht so, dass die Briten sowas wie 1848 niemals gehabt haben?

      Allgemein:
      Ab heute arbeiten wir in die eigene Tasche. In den USA machen sie das schon seit 6 Wochen…

      Der Aufsatz von Herrn Ackner trifft ins Schwarze und ich zweifle auch nicht, dass er Schweißer ist. Es gibt nicht nur kluge Akademiker.
      Ob Politiker wie Brok, Schulz und Juncker soo klug sind, bezweifle ich eher. Brok und Juncker dürfen ungebrochen seit über 30 Jahren agieren, ohne jemals der Betriebsblindheit bezichtigt zu werden.Mit beiden wird es keinen Neuanfang geben, weil sie und auch Schulz, „Stabilität“ ihrer Vorstellungen wollen.

    • Standesdünkel
      Zitat:
      Der Mann behauptet Schweißer zu sein, was ich anzweifele.
      Zitat Ende

      Meinen Sie, nur weil er Handwerker ist, kann er nicht bis drei Zählen,
      geschweige denn einen tiefsinnigen Text schreiben, oder wie ist diese Aussage zu verstehen? ;)

    • 1648/49
      Manche kommen immer zu früh!

    • @Philomena (und 555)
      Die Briten hatten das nicht 1848, die hatten das bereits 1649. Und sie haben es sogar richtig gemacht und dem obersten der Ganoven die Rübe abgehackt. Natürlich war der, der dies tat ein typisch dumpfer, christlicher Religiöser und anschliessend wurde wie zu erwarten war, auch nichts besser, aber immer haben sich die Nachfolger von Charly I. ein bisschen weniger absolutistisch aufgeführt….

      Es sind solche einprägsamen Widerstandshandlungen, die uns heute in Europa fehlen, nicht wahr?

    • Wut, Trauer und Empörung
      Traurig nehme ich zur Kenntnis, daß ich nun nicht mehr so unbefangen an meine vorstehende Schilderung des 14. Juli 1996 in Nîmes, gar nicht weit von Nizza, denken kann.
      Franzosen, ich trauere mit Euch, ob des barbarischen Anschlages gestern am 14. Juli 2016 in Nizza.
      Der Barbar muß einer sein, der aus der Mitte der Franzosen kommt und sie sehr genau kennen muß, um sie so mitten in das Herz zu treffen.
      Es trifft uns alle. Voll Trauer, Wut und Empörung und muß ich um angemessene Worte ringen.
      Beim Fall des zweiten Tower in 09/11 schoß mir durch den Kopf, aus solchem Stoff wird Krieg gemacht. Dieses dumme Gehühl beschleicht mich hier wieder. Ich hoffe, ich hab unrecht. Auf jeden Fall wünsche ich den Franzosen Kraft, Entschlossenheit und einen kühlen Kopf.

  74. EasyJet
    Während ich mit der TWA auf die Pazifikinsel Guam flog, machte ich Bilanz. Die baian kara Protokolle hatte ich nicht einsehen, wohl aber einen weißen Fleck auf meiner Landkarte der Götterdomizile im chinesischen Raum ausmerzen können.
    .
    (Erich von Däniken, Aussaat und Kosmos)

  75. Fundstelle für unseren "Don Berlinski" und kleines Berlin-Mitbringsel
    „Moabit: Nach fast drei Jahren sind die Bauarbeiten auf der Heidestraße beendet

    In beiden Richtungen sind jetzt wieder zwei Spuren frei. Die offizielle Eröffnung findet kommenden Montag statt – fünf Monate früher als geplant.“

    02.07.2016 08:59

    https://www.rbb-online.de/verkehr/auto/

    Mein Kommentar:

    Wattdenn, wattdenn, jeeht doch. Juute Planung is eben allet.

    Kommentar eines Altberliners (dem ich das pikiert erzählte):

    Das regt hier keinen auf.

  76. Was für reiche Männer?
    @Enigmayr

    …mit großen Schritten?! Na, dann schauen Sie sich nur einmal Frau May heute in der FAZ an: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/cameron-nachfolge-der-weg-fuer-theresa-may-ist-frei-14335332/als-innenministerin-im-14335421.html

  77. @ Tamarisque "Thronfolger für Enzensberger" ?!
    Madame, please, bitte: Enzensberger lebt – und schreibt und veröffentlicht, dass es nur so eine Art hat! – Lesen sie ruhig alles – lohnt sich: Was Geld betrifft, so sein Büchlein „Immer das Geld“.

    Was die EU angeht: „Sanftes Monster Brüssel“ – Enzensberger war damit – wie so oft, praktisch allen eine Nasenlänge voraus – er forderte: Den Rückbau der EU. Wurde, als es 2011 erschien – von niemand ernst genommen.

    Aber die Zeiten ändern sich gerade.

    Es war vor einem Jahr, als Habermas sich zur EU äußerte – und den Brexit praktisch ausschloß!


    • Dass Enzensberger lebt, ist mir durchaus bekannt. „Thronfolger“ war auch nicht respektlos gemeint. Ich wollte eigentlich nur erfahren, ob ein Blog-Teilnehmer einen Vorschlag hätte, für einen Denker, der sein Format erreichen könnte. Schirrmacher wäre es für meine Begriffe gewesen, sonst fällt mir niemand ein.

      Vielen Dank für die Buchempfehlungen.

  78. Herr Bähring, nicht jeder darf jedem ein Fax schicken!
    soweit zum Ideal der Freiheit und Gleichheit.

    Falls Sie aber in diesem Deutsch (also schwer entzifferbar und Enigma-verdächtig) an den hochverehrten Freund von Frau doktor Merkel geschrieben haben, dann haben die bestimmt gedacht, dass es sich um einen Geheimcode handelt- Amis halt, immer auf der Jagd nach DEM Russen!

  79. Beitragslöschung
    Werter Don Alphonso,

    wenn Sie hier nicht mehr moderieren, bleibt mir nach mittlerweile mindestens 2 strafrechtlich relevanten Beitragen nichts anderes übrig als meine Distanzierung davon zu erklären und um Löschung meiner Beiträge hier zu bitten. Vielen Dank im voraus.

    MfG

    • Was meinen Sie?

    • Beitragslöschung
      @Don Alphonso sagt:
      11. Juli 2016 um 21:10 Uhr
      „Was meinen Sie?“

      Siehe unten. Den Rest erklärt z.B. Contanze Kurz vermutlich gern. Meta-Daten und so. Ich hab einfach keinen Bock, meinen Rechner permanent auf Trojaner absuchen zu müssen und auch nicht darauf, dass mir irgendein Hilfs-Sherrif vom Land inner Digi-Post rumwühlt, die er später beim nächsten Dorf-Fest zum Besten gibt … hicks. So geht das nämlich auf dem Land ganz schnell mal.

      Also noch mal direkt an die beiden Deppen von da unten: Klemmt euch so’n Mist oder legt euch höchstpersönlich der Staatsgewalt vor die Tür, wenn ihr vergnügungssüchtig seid. Ihr seid hier nicht alleine. Thx.

      #########################
      „TDV sagt:
      11. Juli 2016 um 02:45 Uhr
      […]
      Ich kann mich erinnern, dass ich hier zum Thema 2008 vorgeschlagen hatte, das ganze Gesindel an den

      Laternenpfosten aufzuhängen, denn nur dann sähe die sich veranlasst ihr Handeln zu ändern, und muss diese

      Meinung wohl nicht ändern…“

      ########################
      „sylter456 sagt:
      11. Juli 2016 um 04:37 Uhr

      (…)

      Griechenland gehört kulturell und mentalitätsmässig deutlich stärker zu Erdogan als zu Martin Schulz.
      Und so scheiße muß man als Volk erstmal sein…“

    • Also, zuerst einmal:

      2008 gab es dieses Blog hier noch gar nicht und auch keinen TDV. Da hat niemand so etwas vorgeschlagen. wenn er es selbstreflexiv schreibt, ist es an der Grenze. Nicht mein Ding, aber jeder muss selbst wissen, wie weit er geht. Und ich haue niemanden raus, wenn er 1000 mal gut mitredet und einmal über die Stränge schlägt.

      Der zweite Fall wäre auch nicht zwingend meine aussage. Aber es ist nun mal die alte Greichendebatte aus meinem eigenen Blog, die hier rüberkommt und ich dane mir, das pegelt sich ein.

      Ich gebe auch zu, dass ich bei manchen Namen einfach freischalte. Freischaltung ist m.E. ein Irrweg, ich fände es ohne besser, denn das stärkt die Eigenverantwortichkeit.

      Wenn ich mich irre, können Sie mich melden und wüst beschimpfen – das schalte ich genauso frei. Ich nehme rrnst, was Sie sagenb, und mache mir da schon so meine Gedanken.

    • Titel eingeben
      Don Alphonso sagt:
      12. Juli 2016 um 20:26 Uhr :
      „Und ich haue niemanden raus, wenn er 1000 mal gut mitredet und einmal über die Stränge schlägt.“

      Und ich nehme auf meinen Eid, dass das immer schon sogar umgekehrt galt.

      „Wenn ich mich irre, können Sie mich melden und wüst beschimpfen – das schalte ich genauso frei.“

      Es gibt im deutschen Sprachraum keinen breitschultrigeren Blogger, Forenbetreiber, Moderator, was auch immer.

      So. Bis die Tage im einzigen Lokal, in dem ich kein Hausverbot habe.

    • Titel eingeben
      Bux T. Hude sagt:
      12. Juli 2016 um 11:02 Uhr

      „Also noch mal direkt an die beiden Deppen von da unten“

      Obacht, Froindchen! Der Ruf von euch argumentfreien Linken nach der Staatsgewalt verkehrt sich rasch ins Gegenteil!
      Wollen wir uns mal kennenlernen?

    • Selbst-Verantwortung ...
      Don Alphonso sagt:
      12. Juli 2016 um 20:26 Uhr

      „… Freischaltung ist m.E. ein Irrweg, ich fände es ohne besser, denn das stärkt die Eigenverantwortichkeit.

      … Ich nehme rrnst, was Sie sagenb, und mache mir da schon so meine Gedanken.“

      Merci. Denn vielleicht ist ja der, der 1000 Mal richtige Dinge gesagt hat, besonders gefährdet, wenn er sich auch nur ein einziges Mal vergißt,

      Ansonsten bin ich grundsätzlich bei Ihnen zum Thema „Selbstverantwortung“ wie die Soziologen-Fraktion wohl sagen würde. Aber während man in Adeligen Kreisen auf „Ein-Feste-Burg-Ist-Unser-Gott“ vertrauen und sich nur mit seinesgleichen umgeben könnte, so man denn wollte, sieht die digitale Wirklichkeit diesbzlg. leider düster aus. Da wird Ihnen ungefragt das Adressbuch aus der Tasche gezogen, toben sich auf twitter die no-name-robots aus und lassen Politik und Meinung schreiben, während das dermaleinst aus militärischer Taufe gehobene Netz nach kurzzeitig zumindest oberirdisch ziviler Schaffensperiode nunmehr ganzheitlich zur militärischen Operations- und Kampfzone erklärt wurde. Ich fürchte, für die damit befaßten Damen und Herren aus aller Herr Länder ist das Thema „Selbst-Verantwortung“ im Zuge von Trupp-Übungs-Einsätzen dann wohl eher Herausforderung denn heiliges Prinzip.

      Ein weites Thema eigentlich. Vielleicht machen Sie ja mal eine ganz eigene „Foto-Strecke“ dazu ;-).

      vg

  80. Alphons, ich würde mir mal den link im Text von Herrn Bähring anschauen und dann überlegen, ob da
    wirklich gut für dieses Forum und seinen Bestand ist.
    Herr Bähring, nichts für ungut, aber das ist heftig!

    • Ist während meiner Abwesenheit durchgerutscht. Normalerweise ist er über Spamfilter blockiert. Danke für den Hnweis.

  81. Nachfrage
    Lieber Don,

    Sie schreiben: „Es gibt ohne jeden Zweifel eine europäische Vereinigung durch den simplen Umstand, dass Reisen und Mobilität möglich wurden. (…) Und das begann, man möge sich erinnern, lange bevor es in Brüssel eine Kommission gegeben hat.“

    Welche Zeit meinen Sie damit genau?

    Eine Kommission in Brüssel gibt es seit 1958, nämlich die Kommission der EWG. Eine andere Vorläuferin der EU war die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, die es schon seit 1952 gab. Allerdings hieß deren Exekutivorgan „Hohe Behörde“ und hatte ihren Sitz in Luxemburg.

  82. @ Tamarisque wegen der "toten griechischen Babies" aus "spon"
    Sie zitieren wg. toter griechischer Babies spon – aber das ist ein wenig problematisch. spon hat hier keinen so guten Ruf – und wie es der Teufel will, ist auch ihr link über die toten griechischen Babies einer dieser spon-Rohrkrepierer, die eben zu dem schlechten Ruf führten, den spon aber nicht allein auf diesem blog hat.
    Wenn Sie mal kucken wollen, was aus den toten spon- und lancet-Babies infolge der unverantwortlichen Politik der EU geworden ist – auf dem leider vollkommen normalen Wege der Desinformation wurden just sie ein Teil der modernen Wandersage, die emt auch der DON weitergetratscht hat, und an der die Griechen allüberall mit Fleiß stricken – sie sind gute Geschichtenerzähler!
    http://www.tagesspiegel.de/wissen/falsche-fakten-ueber-die-griechenland-krise-die-maer-der-toten-babys/12034708.html

    Ja, klar, die Griechen sind, seit ich das letzte mal kuckte, noch weiter abgesunken im Korruptionsranking: Jetzt 58 – ich danke Ihnen für die schmerzliche Korrektur.

    Ich habe Ihnen innerlich auch für den Einleitungssatz gedankt – Ihre Worte: Die Griechen waren schon immer korrupt – vielen Dank – das sagen übrigens auch fast alle Griechen, die ich kenne – und viele von ihnen sagen, dass sie mich deswegen kennen – also genau deswegen ihrer Heimat den Rücken gekehrt haben und nun in D-Land oder Suiza wohnen.

    Dass Sie meine Worte als irgendwie zynisch lasen steht Ihnen natürlich frei – aber sie sind nicht so gemeint. Ich habe ausdrücklich bedauert, dass die Griechen (u. a. …) ihr Gesundheitswesen nicht auf die Reihe kriegen.

    Bei Licht betrachtet: Es ist eine soziale Tatsache, dass die Griechen, einer lange eingeübten Anarcho-Tradition folgend, keine zuverlässigen Verwaltungen aufbauen. Das spart natürlich Steuern, einerseits. Andererseits gilt: Moderne Staaten sind ohne moderne Verwaltungen dysfunktional. – Und das kostet (u. a. ) die Gefolgschaft der mobilen und gut augebildeten Jungen; das kostet auf die Länge Geld (viel Geld…), das kostet Nerven, Zuversicht, Investitionen, das kostet Gerechtigkeit und damit sozialen Zusammenhalt aufrund von geteilten Werten anstatt von Clan-Zusammenhalt und, last, but n o t least: Auch das kostet Menschenleben. Obwohl – nach Taleb: Das einzige wirklich große Lebensrisiko des griechischen Lebensstils ist, dass sie soviel mit dem Motorrad herumfahren – und dass sie so oft keinen Helm tragen. – Auch daran könnte die EU mittelfristig etwas ändern – sobald die Verwaltungen hinreichend stark sind. Bzw. – falls die Verwaltungen jemals hinreichend stark genug sein sollten.
    Im besten zeitgenössischen Griechenland-Roman deutscher Zunge, nämlich dem „Ouzo-Orakel“ von
    Frank Schulz – einem wirklichen Leseglücksspender der Sonderklasse – spielt der griechische Motorrad-Machismo auch eine sehr, sehr zu Herzen gehende Rolle, fällt mir noch ein.

    • @ Hase iR: Danke für den Link zum tagesspiegel!
      Wieder das alte Problem: absolute und relative Häufigkeit

      Natürlich hat sich die griech.Säuglingssterblichkeit von 2008 auf 2010 um „40% erhöht“. Nachdem sie mit 2,7/1000 in 2008 auf historischem Niedrigstand lag und 2010 leicht über dem Durchschnitt der übrigen EU landete… .

  83. Geplante Verarmung der eigenen Bevölkerung
    @ Uwe Dippel
    „Zur gleichen Zeit verarmt man im Schnitt die eigene Bevölkerung, damit Made in Germany noch erschwinglicher für das geliehene Geld ist, und noch mehr noch billiger produzierte Waren verkauft werden können.“

    Verarmung der eigenen-deutschen – Bevölkerung:

    1. Durch den Euro. Die meisten Deutschen haben immer noch nicht kapiert, dass auch Ihnen der Euro geschadet hat. Die Gehälter haben sich nicht im Verhältnis zu DMark verdoppelt, Lebenshaltungskosten jedoch durchaus.

    Nun wird die haftungsgemeinschaft der Euro-Länder für die Schulden der anderen entgegen der EUVerträge durchgesetzt.
    Und das Ganze auch noch vom Bundesverfassungsgericht abgesegnet.

    2. durch die Zuwanderung
    Gerade die sozial Schwachen konkurrieren mit den Migranten um alles: Sozialleistungen, Wohnungen, Jobs.

    Nun kommt die nächste zuwanderungswelle und ein neuer Schub an Kriminalität durch die visafreiheit der Ukraine, Georgien und der Türkei auf uns zu.

    Interessant hierzu
    http://www.cicero.de/weltbuehne/schengenraum-sichert-die-grenzen

    • 60.000.000,00 Euro sind in Freiburg für das Jahr 2016
      für um die 4.000 Unterzubringende aus der Stadtkasse veranschlagt.
      Das käme zu der obigen Rechnung dann noch dazu und dürfte in anderen Städten und Gemeinden von den Kosten her ähnlich hoch liegen.

  84. Wer tief gräbt..
    Der landet bei uns nicht in China, sondern im Führerbunker. 3 Minuten wahre Erleuchtung: http://inselpresse.blogspot.de/2016/07/inselpresse-hitler-wird-mitgeteilt-dass_10.html

    • Titel eingeben
      Also Lara Alexandra Clara – oder wie sie heißt – versinnbildlicht recht gut, was ich unter einer begehrenswerten Frau verstehe.
      Den Rest habe ich nicht verstanden.

  85. Ich fahre seit 25 Jahren nur Benziner aus den 90igern ....
    … repariere sie und lutsche den letzten Kilometer aus denen raus.
    .
    Zwinge ich so tatsächlich den Allmächtigen in FFM-Ost bald in die Knie ?
    .
    Ach ne Mist … die Alternativlose hat ja mit einem -ähh Handstreich- für „1 bis n“ Mio konsumwütige neue Mitbürger in Euroland gesorgt.
    .
    Schöne neue Welt …wir drucken alles … Wohnung, Mädchen, Geld …
    .
    Hintergrund:
    .
    http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/geldpolitik-an-ihren-grenzen-computer-aus-den-90ern-zwingen-abenomics-in-die-knie_H778041688_296083/

    • Titel eingeben
      Was Abenomics angeht, so ist das natürlich nichts anderes als Voodoo Economics. Vorgestern hat jeder aus meiner Familie knapp Euro 300 aufs Konto erhalten, zum, Ankurbeln der Wirtschaft. Abenomics besteht aus nichts anderem, als der Erzeugung von Geldmassen per Computer. Das soll sowohl den Konsum als auch die Inflation ankurbeln.

      Das eigentliche Problem, dass Kapitalismus unter allen Umständen auf Wachstum angewiesen ist, will der Herr natürlich (wie der Rest der Welt auch) nicht sehen. Das ungeheuerliche Missverständnis zu Japan, das im Rest der Welt inkl DE vorherrscht ist, dass man nirgends weiss, dass es in Japan kaum jemanden gibt, der ausser seiner eigenen auch eine andere Sprache wenigstens in Grundzügen beherrscht. (Weder bei Microsoft, noch bei Mitsubishi wird es ihnen gelingen in Tokyo jemand ans Telefopnn zu bekommen der englisch spricht! Nur nach Termin!)
      ALLE Informationen und Wissen das Japaner besitzen sind lokaler Art, man hat keinen Zugang zum Internet, weil niemand auch nur Englisch spricht!
      Deswegen läuft das auch alles so ab, es gibt keinerlei politische Opposition, und so hat Abe gerade eine 2/3 Mehrheit in beiden Häusern erzielt, obwohl die Verarmung vor allem abseits der Megacities und bei den Alten, massiv voranschreitet, weil weder Wachstum noch Inflation der Gesamtwirtschaft existieren. Lebensmittel werden zwar teurer, aber die absurd überteuerten Produkte der Industrie fallen…..
      Japan lebt allerdings davon, dass die japanischen Schuldverschreibungen vom japanischen Volk aufgekauft werden, das kein Interesse an einer Staatspleite haben kann. Wie das aussieht, wenn andere die besitzen, das konnte man in GR und wird man demnächst in Italien mal wieder bewundern können.
      Wenn man es mal konsequent durchdenkt, gibt es eigentlich keine Grenze an der so ein isoliertes System kollabieren muss, es sei denn eine galloppierende Inflation hebt plötzlich unaufhaltsam ab, und man braucht eine Währungsreform.

      Etwas weniger ernst zu ihrem: „Ich fahre seit 25 Jahren nur Benziner aus den 90igern repariere sie und lutsche den letzten Kilometer aus denen raus.”
      Einen handwerklichen Beruf zusätzlich zu dem Studium zu besitzen ist für uns Nicht-Erben immer recht praktisch und wird es wohl in der Zukunft noch sehr viel mehr sein. In Japan hat man den Vorteil, dass man mit den Key Cars auch neue Autos mit aller Technik für weit unter Euro 10.000 bekommt, Benzin kostet immer unter einem Euro…

      Beim anschauen der Bilder der Mille Miglia ist mir wieder etwas eingefallen…
      Ist es nicht bemerkenswert, dass im Verkehr jeder der langsamer fährt als man selbst ein Idiot ist, währen jeder der schneller fährt als man selbst ein Wahnsinniger ist? ;-)

  86. Die Grünen wollen die Vermögensteuer reaktivieren ...
    …. könnt Ihr gerne haben, aber bitte zieht dann auch das gesamte „Pensions-Vermögen“ von Eurer lieben Beamten-Klientel endlich auch mit heran.
    .
    Die Bemessungsgrundlage rechnet sich ganz einfach =
    20 x jährlicher Brutto-Pensionsanspruch; wobei der Faktor „20“ an die steigende Lebenserwartung jährlich angepasst wird.
    Von mir aus halt laufend erstmals erhoben bei Rentenbeginn des lieben „ach so armen Beamten“.
    .
    In sämtliche Solidarsysteme (egal ob Rente, Pflege oder Gesundheit) sollte jeder Beamte, Selbständige, aus nahen oder fernen Ländern zu uns kommende Migrant, jeder Azubi, Angestellte, EZB-Mitarbeiter und auch deren Präsident …. so lange (bzw. als Kapitalzahlung einmalig) verpflichtend einzahlen müssen bis er/sie die staatliche Minimalleistung „angespart / eingezahlt“ oder „laufend versichert“ hat.
    .
    Bei Verlassen von DE-Land vor Rentenbeginn gibt es „angesparte / eingezahlte“ Beträge, für die bisher keine Leistung bezogen wurde, ohne Zins zurück aufs private Konto.
    .
    Alles über das „Existenz- bzw- Leistungsminimum“ hinaus kann privat angespart oder laufend versichert werden.
    .
    Einfacher und gerechter gehts nicht!
    .
    Diese Radikalität, liebe Grüne die traut Ihr Euch nicht, weils gegen Eure Beamten-, Freiberufler-, Lehrer- und Gutmenschen-Klientel geht.

  87. Ich verstehe die Mehrheit der Briten, die sich vorerst aus der EU zurück ziehen wollen -
    denn man muss ja nicht jeden Dilettantismus mitmachen, den Deutschland vorgibt. Zwischen GB und Resteuropa ist der Kanal – und eigene zu lösende Probleme gibt es auf der Insel ja genug.
    Weshalb sich also weitere ins Land holen?
    Bei uns ist die politische Elite noch weit von jeglicher Erkenntnis befreit – auch weil die arabische Welt kennende Berater fast Jahrzehnte nicht gehört wurden – und nun in der Presse wenigstens Raum bekommen.
    In der BAZ kann sich Bassam Tibi noch offener als im Interview in der Welt äussern:
    http://bazonline.ch/ausland/europa/diese-maenner-denken-deutsche-frauen-sind-schlampen/story/22916308

    „Herr Tibi, ich wurde auf Sie erst kürzlich aufmerksam und da habe ich mich gewundert: Wie ist es möglich, dass ein deutscher Islamexperte mit Ihrem Renommee, der dazu noch aus Syrien kommt, von deutschen Medien in Zeiten der Flüchtlingskrise nicht befragt wird?
    Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert Denk- und Redefreiheit. Die deutsche politische Kultur steht aber nicht in Einklang mit dem Grundgesetz. Es gibt kritische Meinungen, die in diesem Land nicht gefragt sind. Für die gibt es einen Maulkorb. Ich war der Islam- und Nahostexperte des deutschen Fernsehens, ich war 17 Jahre lang regelmässiger Gastautor der FAZ und habe für alle grösseren deutschen Zeitungen geschrieben. Dann bin ich aus allen Medien entfernt worden. Erst 2016 bin ich mit Hilfe von Alice Schwarzer und einer Journalistin der Welt in die Medien zurückgekehrt. Ich hätte hier viel zu sagen, aber meine Meinung will man nicht hören.“


    • Das glaube ich nicht, daß unsere BRD-Politiker nicht wissen, was sie mit dem Zulassen dieser islamisch-afrikanischen Invasion anrichten. Es ist nur so, es ist sehr, sehr viel leichter, die anzuheizen mit Selfies und dem Verordnen von Aloha-He, als klar umzusteuern und sich nicht nur hinzustellen und zu sagen: diese Überschwemmung wollen wir nicht, sondern auch tatsächliche Gegenmaßnahmen, womöglich auch noch WIRKSAME Gegenmaßnahmen, zu treffen. Das macht nämlich Arbeit, kostet Geld, und erfordert das Eingeständnis, daß D vielleicht das Sozialamt von D sein kann, aber nicht der ganzen Welt.

    • Befreit?
      Personalberater,

      nicht ganz:
      „Bei uns ist die politische Elite noch weit von jeglicher Erkenntnis befreit – auch weil die arabische Welt kennende Berater fast Jahrzehnte nicht gehört wurden – und nun in der Presse wenigstens Raum bekommen.“

      Diese Befreiung von Kenntnis bestreite ich. Leider sind die nicht so dämlich wie hier der Anschein erweckt wird. Die wissen das schon, tun aber dämlich, damit die eigentliche Intention verwirklicht werden kann.

      Von daher wäre meines Erachtens auch nichts mit einem Dexit gewonnen, denn die neue SozialÖkologische Einheitspartei aus CDU-CSU-SPD-Grüne will ja nichts anderes, als was sie sowieso schon tun. Bei den Briten bin ich mir da nicht so sicher. Denen traue ich schon zu, eine andere Politik zu wollen, als das was Juncker und Schulz tun.
      Und da die Deutschen schon jeher und bis in die fernere Zukunft sich ausserstande zu sehen, etwas anderes als die herrschende Elite brav wiederzuwählen – außer dass man zum ‚Abstrafen‘ Bäumchen-wechsel-dich bei diesen Parteien („auf die grundsätzlich Verlass ist!“) spielt – blieben auch nach einem fiktiven Dexit diejenigen an der Macht, die sowieso einfach weiter machen wollen.

    • @Uwe Dippel
      Der Dexit würde deshalb einen Unterschied machen, weil die anderen anschliessend nicht mehr an die deutschen Entscheidungen gebunden wären…

    • Danke
      für den Link. Den Tibi kannte ich noch nicht. Hochinteressant. Für Klartext brauchen wir in Deutschland „unverdächtige“ Nicht-Biodeusche. An die traut such dann die pc-„Aufsichtsbehörden“ nicht so ran. Aber auch sonst ein hochintellektueller Kopf.

      hier noch das der Baseler Zritung vorgelagerte Interview in der Welt.

      http://www.welt.de/debatte/article156781355/Deutschland-ist-immer-noch-kein-normales-Land.html

  88. @ Desperado - Verarmung der eigenen Bevölkerung - EuGh BGH OMT und Sinn, Röttgen und Ch. Hoffmann
    Es ist scheints etwas anders, wird aber praktisch nirgends so berichtet.

    Es sei so: Der BGH habe dem EuGH-Urteil in Sachen OMT zwar zugestimmt, damit aber nur der tatächlichen Hierarchie der beiden Gerichte Rechnung getragen. Dies sei die rein formale Seite des Urteils, die mit Politik und/oder Wirtschaftspolitik allenfalls mittelbar zu tun habe.

    Zudem aber habe der BGH erklärt, dass die Kritik an der Haftungsübernahme zulässig sei, aber nicht von der Justiz zu bearbeiten, sondern von der Politik. Sprich in erster Linie: Von der deutschen Politik!

    Dies wird leider nur bei der AfD klipp und klar diskutiert. Sie werden fürchte ich keinen einzigen SPD-Politiker finden, der auf diese Lesart verweist – und mir ist – unbegreiflicherweise – auch in der FAZ bisher keiner aufgefallen, der diesen Punkt beackert hätte. Die FDP – haben die nicht sogar eine eigene Denkfabrik?
    Und warum begreifen die diese Steilvorlagen nicht? Die komplette Naumann-Stiftung NGO-Deadwood?

    Woher ich das alles weiß? – Gott sei Dank nicht von der AfD, da würde ich mich immer noch ein wenig schämen – sondern von Hans-Werner Sinn.

    Übrigens: Gerade heute teilt die Sparkasse Bodensee mit, dass rund 13% ihrer Arbeitsplätze sozialverträglich (!) abgebaut werden. Und keiner weit und breit, der das mit der EZB in Verbindung bringt. Der DON hat mal was gemacht über die Familienfinanz-Erosion im ganz soliden Normalo-Milieu: Das ist wieder so ein Fall.

    Die biederen örtlichen Presseleute wie auch die Sparkassen-Vorstände geben sich einfach überfordert.
    Sie sind aber auch schon ein ganz spezieller Fall von Häschenschule – die Sparkassenmenschen, jetzt: Ich habe auf einer Vernissage am größten Rüstungsstandort am See einen Sparkassendirektor getroffen und so smalltalkhalber nach seiner Bilanzsumme gefragt: Wußte der fröhliche Mann jetzt gar nicht.
    Immer lustig!

    Eh kloa – wenn die FAZ es nicht schafft, das EuGH – BGH – Gewirr in der Causa OMT (O utright M oney T ransfer – klingt nach Häschenschule, nicht: Jederzeit Geld überweisen – aber das mit der Hasenschule täuscht: Die Bezüge sind so komplex, dass keiner mehr richtig durchsteigt).
    Apropos Hasenschule: Wenn Sie mal ein wirklich verschrecktes Häschen sehen wollen: Dann kucken Sie – Gender-Neutral – entweder, wie Christiane Hoffmann vom Spiegel eine geschlagene Stunde einen Stummelsatz in Sachen EU und Brexit an den anderen hängt – oder Sie gucken, wie Norbert Röttgen mit Hans-Werner Sinn über die Folgen des Brexit „diskutiert“.
    Das erinnert mich an sehr grobe Kirmes-Belustigungen. Sowohl Hoffmann als auch Röttgen fühlen sich sichtlich unwohl, ja wirken stellenweise regelrecht gepeinigt. Der einen (Hoffmann) springt, bevor sie ganz die Fassung verliert, der offenbar sehr feinfühlige und taktvolle Herr Patzelt bei, dem anderen eine Redakteurin von phoenix, die aber sichtlich ebenfalls keinen Dunst von dieser verflixten OMT-EuGH-BGH-Causa hat und die deshalb einfach mit Röttgen ab einem gewissen Punkt paktiert, nach dem ebenfalls sehr Häschenschulen-konformen Motto: Das, was der Sinn hier abzieht, wird jetzt langsam echt unfair!

    Das sind so die Momente, wo man merkt: Jetzt ist der Kommunikationskanal voll. Wenn es jetzt noch klar weitergehen sollte, bräuchte man eine andere Einstellung zu Deutschland. Denn genau darauf kommt Röttgen in seiner Argumentations-Panik immer wieder ausdrücklich, und praktisch immer ohne Bezug zu der gerade besprochenen Sache zurück: Auf Deutschland und seine besondere Verantwortung und seine besondere Rolle. Das ist das Mantra – oder seine Gebetsformel, sein zuverlässiger Abstandhalter, seine „Wand“ (Marlen Haushofer). Insofern: Ja, der Islam gehört bereits zu Deutschland – Inschallah!

    PS – wenn jemand eine Sinn-kompatible Einlassung in der Papier-FAZ (oder anderswo) ausgemacht hat, vielleicht habe ich die übersehen – bitte über Rechenzentrum gehen – Hase sagt danke!

    Hier sind Röttgen und Sinn

    https://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/_europa_nach_dem_brexit_deutschland_und_die_fuehrungsrolle_/1120202?datum=2016-07-05

    Und hier sind die leitende Spiegel-Redakteurin Christiane Hoffmann und Werner Patzelt (ganz solide über das Mittel der Volksabstimmung) und ein ziemlich aufgeweckter Alexander Kissler von Cicero wg. EU und Populismus usw.

    https://www.phoenix.de/content/1120685

  89. Die Hilfe für die Sorgenkinder der EU scheitert am Nationalismus
    Grundsätzlich war und ist die EU der richtige und einzige Weg, Europa davor zu bewahren, auf das Niveau von Entwicklungsländern zurückzufallen. Keine europäische Nation kann in Zukunft allein gegen den Rest der Welt bestehen. Es ist auch müßig, über nationale Eigenheiten und Unterschiede zu diskutieren, solange die Diskussionen nicht dem Ziel dienen, sie unter einen Hut zu bringen.

    Das Ziel muß denn auch sein, einheitliche Standards auf allen nationalen Ebenen zu schaffen. Das hätte jedenfalls vor der Einführung des Euro geschehen müssen, um die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede nicht zu einem unlösbaren Problem werden zu lassen, wie es jetzt geschehen ist.

    Realistisch betrachtet würde ein Ende der EU und des Euro für alle beteiligten Nationen ein Desaster bedeuten. Die Schuldenunion aufzulösen, würde sich nicht nur national, sondern auch global katastrophal auswirken. Bezahlen müßten das die Bürger durch dramatisch ansteigende Armut und sinkende Standards. Die Staatsschulden würden explodieren. Allein das zwingt die Nationen im Grunde dazu, an der EU festzuhalten und diese zu stärken, auf nationale Souveränität in deutlich größerem Umfang zu verzichten.

    Das könnte auch für Griechenland positiv sein, das aus eigener Kraft weder seine Schulden zahlen, noch den Staat reorganisieren kann. Für Griechenland wäre es mehr als hilfreich, die mafiösen Strukturen würden von Dritten beseitigt werden. Selbstreinigende Kräfte sind ja nicht wirklich erkennbar. Allerdings sollte das deutsche Modell auch nicht zum europäischen werden, denn daß das nicht funktioniert, sehen wir ja im eigenen Land.

    Die Briten und ihr Schicksal sind da auch keine gute Argumentationsbasis, da sie nie wirklich in die EU integriert waren, immer schon ihren eigenen Weg gegangen sind. Interessanter wäre da schon, sollten Italien oder Frankreich dem britischen Beispiel folgen, aus der EU und aus dem Euro ausscheiden. Dann würde sich direkt zeigen, welche Folgen das für alle hätte. Das Spektakel um die Fusion der Frankfurter Börse und London Stock Exchange zeigt jetzt schon deutlich, daß ein echter Brexit auch wohl nicht zu erwarten ist.

    All das zeigt aber auch, daß die EU selbst in höchstem Maße reformbedürftig ist. Es mangelt ihr an demokratischer Legitimation, solange das Parlament ein Spielball nationaler Interessen ist, letztlich nur den Interessen der wirtschaftlich stärkeren Nationen dient, die wiederum sich selbst den globalen Interessen des Kapitals unterworfen haben. Die Bürger der EU müssen daher stärker an den Entscheidungen der EU beteiligt sein, nicht über ihre nationalen Parlamente, sondern direkt. Nur so hat die EU tatsächlich eine Zukunft. Denn ob CETA und TTIP nun in Brüssel oder den nationalen Parlamenten abgenickt werden, bleibt sich völlig gleich, solange die Bürger nicht gefragt werden.

    Brüssel könnte sich durch direkte Beteiligung der Bürger einen deutlichen Vorteil gegenüber den nationalen Parlamenten verschaffen, wenn es unabhängig wäre. Das aber ist das eigentliche Problem der EU, daß Brüssel eben nur ein Theater voller national gesteuerter Marionetten ist. Dort kumuliert der europäische Nationalismus und ist letztlich handlungsunfähig.

    So wie es aussieht, wird die EU am Nationalismus scheitern. Aber nicht am Nationalismus der Bürger, sondern am Nationalismus der „Eliten“ und am Einfluß des globalen Kapitals, welches sich den Nationalismus politischer „Eliten“ zu Nutze macht. Das erst erzeugt am Ende einen Nationalismus, dem sich auch die Bürger, die lieber Europäer wären, nicht mehr verschließen werden, obwohl sie das im Grunde garnicht wollen, wissen, wie dumm das ist.

  90. @ Tamarisque wg. Enzensberger und Islam und Gewalt (auch gegen deutsche Asylantenunterkünfte)
    Oh, Tamarisque – dass Sie jetzt aber meine Lektürehinweise einer Betrachtung für Wert halten, freut mich sehr.

    Komisch – den wichtigsten Hinweis vergessen:

    http://www.suhrkamp.de/buecher/versuche_ueber_den_unfrieden-hans_magnus_enzensberger_46626.html

    Der Verlag nimmt dafür eine Schutzgebühr – oder einen symbolischen Betrag oder wie man das nennen soll, von 12 Euro.

    Es handelt sich bei diesem schmalen Werk, falls Sie es noch nicht kennen sollten, um eines der Grund- und Hauptbücher unseres Zeitalters. Stichworte: Migration, Islam, Gewalt (u. a. Hooligans, aber auch die Gewalt in den Pariser Banlieus und gegen deutsche Asylunterkünfte usw.).

    Die Einwände, die gegen die hellen und schnellen Aufsätze in diesem Buch vorgebracht wurden und werden, zerbröseln, je länger je zuverlässiger, zu Staub.
    Die Schreiber wie Paul Collier, Ahmad Mansour, Necla Kelek, Seyran Ates, Thilo Sarrazin, Heinz Buschkowsky, Kerstin Heisig, Fawzia Zouari, Robert Spaemann, Bassam Tibi (cf. Personalberater), Kamel Daoud, Don Alphonso, die Wasser auf seine Mühle leiten, werden täglich mehr.

    Währenddessen: „Irgendwo kämpfen die alten Feinde,/ immer ähnlicher einer dem andern,/ gleichgültiger, ferner,/ immer woanders“ – das aber kann ihm, wie in „Die Frösche von Bikini“ so schön beschrieben, herzlich egal sein: Die Anzahl der Fürsprecher seiner Thesen steigt, während seine Feinde sich verkämpfen (2. cf. Personalberater), bzw. – auch das kommt vor, wenn man auf die 90 zueilt: – einfach sterben.

  91. Auch
    mein erster Gedanke. Der Lech W. war Elektriker auf der Werft und trotzdem zu tiefgründigen Gedanken mit der Folge noch tiefgründigerer Veränderungen fähig. Der Dünkel in diesem Blog ist erheiternd. Wir, die Prolls ohne akademische Ausbildung, die wir aber ein Zahnradgetriebe herstellen, eine saubere Schweißnaht legen, einen Tisch nach Wunsch der Schickeria bauen und ein Dummschwätzerauto in Schwung bringen können sollten hier in diesem Blog viel öfter damit provokant kokettieren.

    • Ohne akad. Ausbildung ...
      Öfter damit kokettieren .. Machen Sie das bitte! Keinerlei Ironie, wirklich. Viele hier können von Handwerkern und gelernten Facharbeitern nur profitieren.

    • Hmmmm....
      Sie kennen Begriffe, wie „Wirtschafstkrise“ oder „Arbeitslosigkeit“?
      Was nützt ihr Zahnradgetriebe oder schweissen zu können, dann?

      Und sie halten also das Polen, das Walesa geschaffen hat, und uns erst den Pillen Paul und dann auch mal sowas wie Herrn Tusk gegeben hat, und jetzt die US Armee ins Lande holt um einen Krieg mit Russland einfacher provozieren zu können für ein vorbildliches Staatsgebilde?

      Weisse Haare sind ein Zeichen für Alter, nicht für Weisheit.
      Das ist mit dem Beruf nicht anders.

    • die Grenzen sind doch längst verflossen!
      Wenn heute 30% eines Jahrgangs einen 1-er Schnitt im @abitur@ haben ( bei uns war es 1-2%, und nein- ich gehörte nicht dazu) und fast 70% @studieren@…

      Früher mag es @Arbeiter@ gegeben haben, heute sind die längst alle halbstudiert- wie unsere 70% oben

      Das sind doch alles nur Scheindiskussionen. Die Generation derer, die so @intellektuell@ waren wie mein Patenonkel, der einen befreundeten @auch intellektuellen@ wegen leergefahrenem Tank abschleppte und dazu das Seil an der einzig ihm einsichtigen Stelle-sprich am Auspufftopfhaken- festmachte und den Schaden so erfolgreich maximieren konnte…. undndas auch noch stolz als Prädikat seiner intellektualität erzählte… diese Zeiten sind doch wirklich vorbei
      Oder?

  92. Die Wende ist anscheinend übrigens da - Warschau war der erlauchte Schauplatz, sehr angemessen -
    „Finally, the defense industries of the West, especially those in Europe, come away a winner. With NATO members each agreeing to spend 2 percent of their national GDP on defense by 2020, the recent slide in European defense spending should be arrested and hopefully will begin to rise. NATO has signaled that certain areas are likely to receive increased funding, including

    a. cybersecurity (a glaring vulnerability for NATO);
    b. Special Forces (The alliance is in need of a standing operational headquarters for these forces); and
    c. unmanned vehicles (building on the now operational NATO Global Hawks in Sicily).

    also nix an mehr für handgranate, panzer, luftwaffe & co. bei denen bleibt alles wie gestern, wird nur älter mit der zeit, wie es aussieht.

    http://tinyurl.com/hogpy8o

    „a glaring vulnerability“, jaja – „for NATO“, auch jaja. denn die usa an sich haben da ja wohl eher noch nicht so große defizite. deren zeit der großen defizite kommt erst noch?

    • Keine Angst...
      … Hilary ist perfekt für den Job!

      Wetten?

      Das ganze alte Zeug wird man dann in nicht allzu ferner Zukunft los: „also nix an mehr für handgranate, panzer, luftwaffe & co. bei denen bleibt alles wie gestern, wird nur älter mit der zeit, wie es aussieht.“

  93. Räusper ...
    „b. Special Forces (The alliance is in need of a standing operational headquarters for these forces); and
    c. unmanned vehicles (building on the now operational NATO Global Hawks in Sicily).“

    „The alliance is in need of a standing operational headquarters for these forces“ – offensichtlich weil die NATO in Brüssel derart Maufwurfverseucht und Trojaner- bis Wanzenverunstaltet wäre? Dass man lieber gleich etwas ganz Neues aus dem Boden stampfte, auch weiter östlich, dichter an Berlin?

    building on the now operational NATO Global Hawks in Sicily“ – auf Sizilien also, wer es kennt, weiß wie es ist: Anders, als anderswo, hat man es auf Sizilien vermutlich auch abrundend mit einer insgeheim straf organiserten Bevölkerung auch im Untergrund zu tun. Und wäre auch der Teil positiv mit eingekauft für Unsere Sache, könnten Fremde von auswärts sich da kaum rühren? Womöglich gut überlegt. Und Berlin sieht ja aktuell auch keine Probleme bei italienischen Banken. Wir auch nicht?

  94. Eine MÄRKLIN-Bahn erzieht zu technischem Denken.
    Denn eine MÄRKLIN-Bahn fördert im Spiel die Fähigkeit, den Wert einer bestehenden Ordnung zu erkennen.
    Sie bringt das Kind dazu, Zusammenhänge zu begreifen und ordentlich und konsequent zu sein.
    Das MÄRKLIN-System ist von Haus aus übersichtlich und verständlich.
    .
    MÄRKLIN. Weil das System so klar ist.

  95. "Es trifft nur die EU."
    Schade, daß der wirklich gute Ausgangsbeitrag hier so wenig gewürdigt wird.

    Die Unterscheidung zwischen dem Europa der Europäer und dem Europa der „Eliten“ ist jedenfalls absolut zutreffend. Ebenso der Hinweis auf die verschiedenen Ausprägungen des Nationalismus auf nationaler und europäischer Ebene. Und auch dem Fazit, daß die „Eliten“ dabei sind, das Europa der Bürger zu zerstören, jede „Elite“ jeder Nation auf ihre eigene Weise.

    Die politischen und wirtschaftlichen „Eliten“ haben es in den letzten Jahrzehnten mit Ignoranz und Arroganz tatsächlich vermocht, mit Ausbeutung, Sozialabbau und elitärem Nationalismus nicht nur ihre eigenen Gesellschaften zu spalten, sondern in ganz Europa durch von ihnen geschaffene Krisen und Dauerkrisen für Unruhe zu sorgen. Der zunehmende soziale Abstieg der Bürger Europas hat zur Rückkehr von Extremismus und Nationalismus in den Nationen geführt. Die Bürger begannen sich gegen Alternativlosigkeit und offensichtlich falsche politische Entscheidungen zu wehren. Und mangels demokratischer Mittel entstanden Bürgerbewegungen und Parteien, die es leicht hatten und haben, mit oberflächlich einfachen Lösungen und der Präsentation von reichlich vorhandenen Sündenböcken einen neuen Nationalismus bei den Bürgern zu entfachen.

    Mir scheint, das ist den Bürgern auch durchaus bewußt, aber sie nehmen das billigend inkauf, da sie keine andere Möglichkeit mehr sehen, politisch Einfluß ausüben zu können, was ja auch durchaus den Tatsachen entspricht. Daß das so oder so aber auch nicht zum gewünschten Erfolg führen, sondern die Probleme nur noch vergrößern wird, scheinen die Bürger jedoch nicht zu verstehen, nicht verstehen zu wollen. Am Ende wird nicht nur die EU, sondern das Europa der Bürger auf dem Spiel stehen, wenn das so weitergeht. Niemand kann so irgendetwas gewinnen, die Bürger nicht, nicht die Politik und auch nicht die Wirtschaft, schon garnicht die Nationen. Am Ende wird es nur einen Gewinner geben, das globale Kapital. Denn das wird den zerstrittenen Nationen dann diktieren, was sie zu tun oder zu lassen haben.

    Würde der soziale Friede in Europa wiederhergestellt, Europa hätte noch eine Chance. Soziale Sicherheit ist der Schlüssel, der fast alle Probleme sofort beseitigen würde. Aber das genaue Gegenteil geschieht. Und so sollte sich wirklich niemand wundern, daß das Hauen und Stechen auf nationaler wie auf europäischer Ebene weiter eskalieren wird. Das neoliberale Maß ist voll, die Bürger werden sich das nicht länger ruhig mit ansehen, wie ihre Lebensgrundlage von Casinos und selbsternannten Eliten und Experten vorsätzlich zerstört wird.

    Zum Schluß noch ein Hinweis, warum die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Politik unserer Volksvertreter so sehr zerstört sind. Was wurde uns zu TTIP doch alles an Märchen aufgetischt. Wir wurden vorsätzlich belogen, auch und gerade campact wurde massiv unter Druck gesetzt. Aber lesen sie selbst:

    http://www.luegen-mit-zahlen.de/blog/vorteile-von-ttip-offenbar-drastisch-uebertrieben

    Und dieses Lügen mit Zahlen ist zum Standard geworden. Offizielle Statistiken zu Arbeitslosigkeit etc. wurden so lange verändert, bis sie wunschgemäß interpretiert werden konnten. Und ein Meister dieses Faches soll nicht unerwähnt bleiben, Thilo Sarrazin. Auch die Wirtschaft bedient sich gerne solcher Mittel, indem Grenzwerte gesenkt werden. Im Gesundheitswesen z. B. kann dadurch der Absatz von Medikamenten drastisch gesteigert werden. Aber auch die Automobilindustrie kann so kräftig angekurbelt werden, die blaue Plakette für Diesel ist so ein Beispiel. Wer es noch genauer wissen will:

    http://www.ardmediathek.de/tv/Im-Land-der-L%C3%BCgen/Im-Land-der-L%C3%BCgen/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=36511028&documentId=36511048

    Und so wird der Bürger immer und überall verschaukelt. Daß gerade auch die Politik sich solcher Mittel bedient, ist eine einzige Katastrophe, die langsam auch in das Bewußtsein der Bürger vorgedrungen ist. Und obwohl das der Politik kaum verborgen geblieben sein dürfte, ist keinerlei Veränderung erkennbar. Die Demokratie ist zur Farce verkommen und das zeitigt mittlerweile Folgen, bei denen ich mich wirklich frage, wer diese Folgen eigentlich will. Nun ja, eine hypothetische Frage, zugegeben.

  96. Soziale Kälte und solidarisches Miteinander: das geht nicht zusammen.
    Diese Rede von Dr. Sahra Wagenknecht im Deutschen Bundestag sollte sich niemand entgehen lassen.
    https://www.youtube.com/watch?v=xevQkbRf5t4

    • Alter weisser Mann
      (Ich hoffe sehr, Sarah Wagenknecht liest hier nicht mit!)

      Für mich hat Sarah W. schon immer zu uns alten weißen Männern gehört.

  97. Titel eingeben
    Danke für diese akribischen Zusammenstellung dessen, was auch ich seit Jahren schon denke!!


  98. Angesichts der Entwicklung in der Türkei sollte dieses Thema vielleicht weitergeführt werden?

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