Home
Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Kinder den Schlossberg hinunter werfen und grün und blau zur Schule schicken

| 286 Lesermeinungen

Das ist ein Ernstfall. Das ist keine Übung.

200 Euro. Das sind 400 Mark. Das ist das, was ein Bekannter, nennen wir ihn Paul, an einem Tag ausgegeben hat. 80 Euro für den Eintritt in das Spassbad für die vierköpfige Familie, 80 Euro für Essen, Trinken und Eis, 30 Euro für Wellness und zehn Euro für den Parkplatz. Paul tut etwas für seine Familie, aber will er, wie die Kinder das gern hätten, einmal pro Woche ins Spassbad gehen, wird das teuer. Aber so ist das bei Leuten, die keinen Tegernsee in Laufnähe haben. Sie müssen erst fünf Tage arbeiten und dann ins Spassbad mit all den schönen, aufregenden Wasserrutschen. Und dann wieder arbeiten, um das alles zu bezahlen. Armer Paul.

huea

Das Spassbad gab es auch in meiner Kindheit schon. Es nannte sich Alpamare, lag in Bad Tölz, einem grausligen Ort, der sich zum nebenan liegenden Tegernsee verhält wie die Amadeu Antonio Stiftung unter der Ex-Stasi-IM Kahane zu einem echten Rechtsstaat, und war Deutschlands erstes Erlebnisbad mit Wellen und Rutschen nach amerikanischem Vorbild. Da sind wir auch ab und zu hingefahren. Das galt als etwas Besonderes. Eine Sensation. Inzwischen gibt es solche Bäder überall, und das Alpamare wird rückgebaut wie ein Atomreaktor. Aber damals hatte es eine Wellenmaschine. Das war bis dahin unbekannt und aufregend und obendrein auch teuer. Ausserdem fuhr man von der Donau aus zwei Stunden, was mit unzufriedenen, gelangweilten Sindwirbalddahaaa-Kindern in der Epoche vor dem mobilen Gewaltfilmabspielgerät sehr lang und ungemütlich werden konnte.

hueb

Ausserdem hatten weder wir noch irgendwelche anderen Familien der Stadt einen “Geldscheisser“, wie man das in Bayern so schön umschreibt, und die Eltern meinten auch nicht, dass sie sich zuerst “as Mei ans Diescheck“ hauen und später von “Federn auf Stroh“ kommen sollten, weil die Kinder überzogene Erwartungen an Wasserrutschen im fernen Bad Tölz hatten. Die schlechteren Kreise der Stadt setzten damals – es gab nur drei TV-Programme und auch die nicht den ganzen Tag – den Nachwuchs vor die Tür und wiesen ihm den Weg zu den Dreckbergen. Dreckberg, so hiess das damals, weil vom schlammigen Aushub für neue Häuser ein Berg geblieben war. Der Dreckberg kostete gar nichts. Wir dagegen, die Jeunesse Doree der Stadt, die Kinder der lokalen Plutokratie, wir mussten natürlich nicht allein auf dem Dreckberg spielen. Wir durften rutschen. Unter elterlicher Aufsicht. In Hütting im Wellheimer Trockental.

huec

Das Wellheimer Trockental verdankt seine erdgeschichtlich sehr junge Entstehung der Urdonau, die hier früher ein Tal ausräumte, und es sich dann in ihrem jetzigen Bett weiter südlich bequem machte. So blieb eine Tallandschaft ohne Bach übrig, an deren Rändern sich Formationen aus dem Erdzeitalter des Jura erheben. Das weiche Erdreich hat die Urdonau weggeschwemmt, die verkalkten Riffe aus der Dinosaurierzeit, als hier eine tropische Bucht eines Urmeers lag, blieben stehen. Natürlich ist so ein Trockental der schlechtest denkbare Ort für eine Wasserrutsche, aber dafür war es leicht und günstig erreichbar. Diese Bilder habe ich letztes Wochenende gemacht – ich bin dorthin geradelt. 70 Kilometer hin und zurück, das geht, im Vergleich zu den 300, die eine Reise nach Bad Tölz bedeutet.

hued

Es gibt dort auch heute keine Wasserrutsche, aber links, auf dem Felsen, erkennt man eine Burgruine. Das ist die Burg Hütting. Sie ist geschichtlich völlig bedeutungslos und wurde im 15. Jahrhundert bei einem der endlosen Kriege der bayerischen Teilherzogtümer nicht gegen eine Wasserrutsche oder ein Erlebnisbad oder einer Avort Ayräd Arianism Ajvar(?)massage eingetauscht, sondern niedergebrannt. Das ist schon immer eine recht raue Gegend gewesen, und gehört zum Landkreis Neuburg an der Donau, was sich zu meiner Heimatstadt verhalt wie Heiko Maas zu einem Mann von Ehre. Also wie auch immer, die Burg ist eine Ruine, und auch ein ganzes Schock Kinder der besseren Kreise kann dort oben nichts mehr kaputt machen.

huef

Solange es um die historische Bausubstanz geht.

Aber rechts und links von der Burg sind auch noch Wiesen.

Sehr steile Wiesen.

Genau genommen sind sie so steil, dass man hier sehr schön einen Kleinen Uhu der Marke Graupner mit Zeitschaltuhr fliegen lassen könnte. Aber das hat die Mädchen nicht interessiert. Meiner Schwester wurde das von meinen fortschrittlichen Eltern angeboten, aber sie wollte Barbiepuppen und ein Pferd. Da ist man also oben an der Burg an einem steilen Hang, unten im Trockental funkeln der hellblaue BMW, die dunkelgrüne S-Klasse, der zitronengelbe 911er Targa und das nagelneue Audi Coupe in Silber um die Wette. Und es muss für alle Kinder lustig sein.

huee

Sie, liebe Leser, haben nun die Gelegenheit, den Browser zu schliessen und sich den Teil zu ersparen, der heute den Jugendschutz auf den Plan rufen würde.

Da stehen also Eltern mit ihren Kindern an einem Steilhang. Und sie haben etwas mitgebracht. Linoleum. Schnödes, billiges Linoleum, das bei Bauarbeiten übrig geblieben war. Legt man das Linoleum auf die Wiese, passiert gar nichts. Setzt man sich drauf, passiert auch nichts.

Aber wenn man drauf sitzt – am besten zu zweit, denn dann ist die kritische Masse grösser – und ein Erwachsener schiebt von hinten richtig fest an, überwindet das Linoleum die Reibungsgrenze des Grases. Das geht nur bei wirklich sehr steilen Hängen, aber wenn die Fuhre erst einmal in Bewegung ist, lässt die Reibung schlagartig nach, und die Erdbeschleunigung setzt ein. Die Faust Gottes packt einen und wirft das schreiende, grölende Kinderlinoleumpaket in die Tiefe.

hueg

Die Bauernhöfe, die unvermittelt am Ende des Abhangs stehen, standen auch schon früher dort. Ich vermute, dass man mit Händen und Füssen kontrolliert bremsen kann, aber das wäre ja langweilig. Wir warfen uns kurz vor dem Einschlag einfach auf die Seite, überschlugen uns ein paar mal und blieben lachend liegen. Dann packten wir das Linoleum, rannten nach oben und so ging das weiter, bis doch mal jemand in einen Stall krachte und heulte. Dann ging es zur Gaststätte “Zur alten Burg“, die es heute noch gibt, und es gab Johannesbeersaft und Pommes. Es gab keine Liste möglicherweise allergener Stoffe auf der Speisekarte– wir sind trotzdem nicht gestorben. Normalerweise waren wir gedrillt, uns vor dem Essen die Hände zu wachen, aber wenn man zehn, zwanzig mal den steilen Burgberg hinunter gepurzelt ist, ist das auch egal.

hueh

Es gab natürlich keine Helme, keine Knieschützer, keine Handschuhe und unten keine Strohballen vor den Mauern. Es gab nur Gras, Linoleum. Schwerkraft und einen kräftigen Schubs. Die besseren Kreise waren der Ansicht, dass es ein Guter aushält und um einen Schlechten ist es nicht schade. Und die Behandlungsmethode für Schrammen, Blutergüsse und grüne, blaue und später violett schimmernde Flecken wurden mit den Zauberworten “Es ist von selber gekommen, es wird von selber gehen“ fachgerecht verbunden, desinfiziert und ansonsten für bedeutungslos erklärt. Es war eine Mordsgaudi, es war brandgefährlich, heute käme der Jugendschutz, aber wir waren jederzeit bereit, das Linoleum aus dem Keller zu zerren und uns ins Auto zu setzen. Und unsere Eltern gaben uns auf dem Weg hinunter die Überzeugung mit, dass es keinen falschen Zeitpunkt gibt, um das Leben in die eigene Hand und auf den erdverschmierten Hosenboden zu nehmen. Manche modernen Eltern zögern, ihre Kinder aus der Hand zu geben. Unsere gaben uns einen Schubs. Nachkriegsgeneration halt. Männer aus einer Epoche ohne Tempolimit und vielen Löchern im Auspuff der Sachs oder Norton. Frauen, die sich emanzipiert hatten und dachten, dass 100 gesparte Mark die paar blauen Flecke aufwogen, die ohnehin keiner spürte. Hauptsache schnell.

huei

Wie dann der Heimweg mit den teilweise bergrennerprobten Vätern am Steuer war, das wollen Sie gar nicht wissen, wenn Sie ein paar schöne Illusionen der besseren Kreise und ihrer gesitteten Ethik und Würde behalten wollen. Kavaliere der Strasse. Aber Raubritter der Landstrasse. Über den Umstand, dass die drohende Gurtpflicht Teufelszeug war, waren sich ohnehin alle einig. Wer seine Kinder den Schlossberg hinunter schubst, braucht doch keinen Gurt. Nur etwas Gottvertrauen.

huej

So war das bei uns. Lustig, schnell, gefährlich und kostenlos. Mit den blauen Flecken konnte man in der Schule prima angeben, denn wir hatten sie immer aus Hütting und nicht wie die anderen Schichten von Schlägen. Das waren Edelflecke. Heute würde man da vermutlich die Hand nicht umdrehen, als schlimm gälte beides, und vor einiger Zeit gab es mal bei einer Sommerrodelbahn beim Tegernsee einen Unfall mit ein paar Kratzern. Das war wochenlang Thema, da kam der TÜV und die Versicherung und alle waren bestürzt, wie so etwas passieren kann. Kann da auch nichts passieren, fragen Mütter heute zaghaft, wenn die mit Sicherheitsbügeln ausgestatteten Wägen langsam zu Tale rutschen. Was übrigens auch nicht ganz billig ist – ob man nun wasserrutscht oder sommerrodelt, macht finanzdesaströs keinen Unterschied.

So ist das heute für all die Pauls und ihre vierköpfigen Familien. Kein Rad ohne Helm, kein Sonnentag ohne Mütze, und alle zehn Minuten trinken und desinfizieren. So entstehen dann Kinder, die sich erst bewegen, wenn es Pokemon Go und GS-zertifizierte Rutschen gibt. Und Trampoline mit Sicherheitsnetz und Eltern, die später beim Studium die Wohnung nur nieten können, statt sie zu kaufen, wie das bei uns üblich war. Es ist eine neue Welt, und sie wird nicht auf Linoleum und Gras errichtet, sondern in Spassbädern, während die Mutter dieses Ayudingsda macht. Dafür gibt es auch keine blauen Flecken und keine peinlichen Momente in der Sprechstunde, wenn der Verdacht aufkommt, ein Kind könnte nicht sorgsam genug geschützt worden sein. Solche Kinder brauchen dann später einen Therapeuten und werden nach dem Studium von Gender und Philosophie Mitarbeiter von Jugendschutz-NGOs, die darauf achten, dass es nirgendwo Verletzungen gibt, die man sehen könnte.

huek

Hütting jedoch sieht immer noch so aus wie früher, es hat die schönsten Gartenzwergburgen erhalten, und der Burgberg wird für immer von unserem Mut und dem Schneid unserer Vorfahren künden.

 

Epilog:

Fazmann, wos schreibstn du heid, fragte mich mein türkischer Lebensmittelhändler. Wie wir mit Linoleum und unseren Eltern in Hütting den Berg runtergerast sind und was für Miesmuscheln moderne Eltern sein können, sagte ich. Seine Augen leuchteten: Dös homma mia ah imma gmochd, dös woa subba! Und wir lachten und und prahlten immer noch mit den blauen Flecken der schönen Jugend.

70

286 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    “as Mei ans Diescheck“

    ?
    Versteh‘ ich leider nicht.

  2. Der richtige Start ins Wochenende
    Danke, Don. Für wie immer klare Worte und für eine Erinnerung daran, sich mal wieder mit seinen Erinnerungen an die Kindheit zu beschäftigen :) Schee war’s nämli scho, gell?

  3. Browser und Augen auf
    und herzhaft gelacht. Fazmann, you made my day.

  4. vielleicht
    Werter Don,

    vielleicht ist die nächste Generation wieder offener gegenüber den Abenteuern der Schwerkraft.

    Bei einer meiner Radtouren vor einigen Wochen (kein Vergleich zu Ihren Touren) sah ich im Park einen Vater, der seine kleine Tochter auf dem Rad anschob. Und das Mädel sagte nur in deutlichem Ton: „schneller, schneller“. Worauf der Vater fragte: „warum“ und das Mädel antwortete „weil es mehr Spaß macht“.

    Vielleicht sind die 5-jährigen von heute doch interessanter als die heutige Nachwuchskräfte. Schade, daß wir es nicht mehr erleben.

    • Vielleicht rebellieren sie ja so gegen ihre Couchinterneteltern.

    • Hmmmm....
      Da wäre es wohl ratsam erst mal das Ende der Konditionierung abwarten?
      So, oder ähnlich fangen die meisten Kindern, die nicht völlig bescheuerte Eltern durchleiden müssen…?

  5. Mutproben
    In unserer Familie ging man nicht rutschen, sondern klettern. Papa stieg auf jeden Baum. Ich auch, meine Töchter auch. Vor zwei Wochen erklomm meine erwachsene Tochter eine Mauer in Spanien, sprang von gewagter Höhe runter und holte sich ein Loch im Schienbein. Gestern hat sie es mir stolz gezeigt.

    • Bravo!

    • Remineszenz
      Nach dem Klettern gab’s dann manchmal Bindehautentündung – das Wort war damals unbekannt, es hieß einfach nur „Dreck in den Augen bekommen“ – weil einem immer wieder ein trocken-kratziger Abrieb aus Borke und Flechten ins Gesicht rieselte; man musste schließlich nach oben schauen, um zu sehen, wo man demnächst würde greifen könnte. Der alte Schlossgarten nebenan bot Beschäftigung für mehrere Wochen, bis man überall mal oben war. Einen alten, riesigen Mostbirnbaum, dessen nicht mehr zu klammernder Stamm die ersten vier oder fünf Meter senkrecht nach oben ging und hier keinerlei Astreste oder auch nur -knubbel mehr hatte, habe ich aber leider nie geschafft. Das hängt einem nach.

      Jahre später wurde er gefällt, da er innen schon ganz mürbe war, doch die Holzmacher kappten den liegenden Stamm zu nah am Wurzelteller, so dass er mit dem noch ein paar Meter hohen Stammrest sich selbst über Nacht wieder ins Loch stellte. Am nächsten Morgen von allen Seiten leidenschaftliches Vorsagen des Heiligenkalender (in einer rein evangelischen Gegend), Kappen aller irgendwie aufzufindenden Wurzeln und Zerwühlen des Gartens (kleiner Hebel!) mit einem schweren Traktor. Zum Glück ist dabei wenigstens das gespannte Drahtseil nicht noch gerissen, die wollten nämlich ohne Rück- und Vorsicht nur noch schnell fertig werden.

      Sic transit gloria mundi.

  6. Titel eingeben
    Bei mir waren es die Häuser-Ruinen in Kreuzberg, ebenfalls mit tollen Erinnerungen und Entdeckungen (Munitionskästen z.B.). Nur an eine einzige böse Sache erinnere ich mich, wovon ich im Nachhinein (und noch heute) manchmal Alpträume habe: beinahe verschütt‘ gegangen, dazu erstickt (wir hatte ein kleines Feuer gemacht), in einem alten riesigen Keller unter einem Berg an Häuserschutt (zerbombte Brauerei). Erst viel später kam die Ahnung, was hätte passieren können – und die Angst wenn’s mir im Traum wieder einfällt. Am gleichen Schuttberg auch mal ’ne stark blutende Kopfwunde geholt, aber sowas geht ja in dem kindlichen Alter schnell vorbei. Natürlich ohne Arzt.
    Achja; auch mal das Ohr aufgerissen beim Überwinden von Stacheldraht: die vom Krieg arg geschundenen aber noch stehenden leeren Gebäude des Flughafen Tempelhof waren sehr verlocken: was kann man da alles entdecken?

    • Als Kind kann man sich das nicht vorstellen. Ich war vor ein paar Wochen am Krater in Grünwald und kann mir gar nicht erklären, dass ich da mit dem Rad reingesprungen bin. Einfach so. Das lernt man halt,

  7. Schön war's
    danke für diese Erinnerungen, die ich so zwar nicht teile, die mich aber an meine Kindheit denken lassen. Den Bach, in dem Froschlaich untersucht werden musste, Wiesen voller Sauerampfer, den ich in mich reinfutterte, um dann abends mit Fieber und kotzend von der Mutter umsorgt zu werden, so lange, bis sie wusste, warum ich elend war.
    Der Bahndamm unter der Brücke, verbotenes Terrain, dafür umso reizvoller, mit blühenden Veilchen, die man besser nicht mit nach Hause brachte.
    Getreidefelder mit Kornblumen und Mohn, durch die wir rannten, solange der Bauer und die Roggenmuhme nicht in der Nähe waren.
    Äpfel, Kohlrabi, Möhren, Stachelbeeren… Hunger litten wir unterwegs nicht.
    Rollschuhe vom Kumpel anprobieren und sich damit auf den Hintern setzen, vom Radgepäckträger abspringen und manchmal auf der Straße landen.
    Hinfallen, sich das Knie aufschlagen und dann von der Mutter ein Bonbon auf die Blessur bekommen, das man erst essen durfte, wenn nichts mehr weh tat. Ich war sehr heldenhaft (bzw. verfressen), ich hatte nie Schmerzen, während mein Bruder stundenlang mit gestrecktem Bein und Bonbon auf dem Knie aushielt. Tut das immer noch weh, ja. Memme…

    Wir waren Kinder, wir durften es noch sein, freuen wir uns unserer Erinnerungen. Abenteuer gäbe es auch heute noch zu bestehen, wenn man Kinder diese denn erleben ließe.

    Lieber jubelt man nun überall, dass sich jung und alt endlich nach draußen bewegt, aufs Handy glotzend, um Trickfiguren zu jagen. Was für eine bescheuerte Welt.

  8. LUFTSCHLACHT UM ENGLAND
    ach was für eine erfrischende lektüre mit den schönsten erinnerungen an die jugend als mann und die ganz junge frau noch – nicht auf linoleum, sondern – mit der lederhose den feuchten hang herunterrutschten und trotz der völlig verdreckten erscheinung im 4er oder 13er noch platz für die heimfahrt vom sommertagesheim war.

    beim lesen des hauptblattes dagegen eher aufkommende ängste, dass die luftschlacht um England wieder aufersteht, kaum ist Boris – der ja Hillary so bewundert – aussenminister geworden, wird uns und den Briten die wehrfähigkeit deutscher kerntechnologien, vor allem der bewundernswerten ME 262 vor augen geführt, die ja auf der langen geraden von Schweinfurt nach Kitzingen im wald starten konnte

    deren bestechener sound dürfte noch eine stufe höher rangieren als die geräusche der von DON zitierten Norton, da hätte ich gerne etwas mehr aufklärung, durfte ich doch den Sir Geoff Duke und seine Manx beim autogrammschreiben noch persönlich kennenlernen.

    • Boris Johnson ist ein britischer Exzentriker, damit können Deutsche nichts anfangen. Hoffentlich beleidigt er weiter.

    • zu: Don Alphonso, Kommentar um 14:20 h am 15. Juli 2015, Boris Johnson
      Lieber Don,
      Ihre Kindheitserinnerungen in allen Ehren, aber ich teile lieber Ihr Boris Johnson Kurzstatement. (Ich bin kein Freund kindlicher Schmerzen oder früher narzistischer Heldentum-Sagas).

      Ja, auch ich hielt die Ernennung von Boris Johnson für sehr gelungen. Der Struwelborispeter und Euroschreck wird die ewig eintönigen Außenministertreffen sicher schön aufmischen. Mir gefällt die Betrauung eines Exzentrikers für das Außenministeramt, gerade des britischen, sehr gut. Hier zeigt sich, dass subtiler britischer Humor auf dem Kontinent leider so gar nicht verstanden wird.

      Ich rechne auch mit vielen, schönen und bösartigen Zeitungsartikeln während seiner Amtszeit.
      Als er noch braver, ungekämmter Bürgermeister der Weltmetropole London war, wollte ihn doch jede Mutter zum Schwiegersohn haben, oder verlässt mich etwa schon die Erinnerung?
      Aber an seiner Person lässt sich wunderbar exemplifizieren, dass eine Meinung gegen den Mainstream die Medien durch Nadelstich-Implementierungen in Rage versetzt. Boris Johnson folgte der geplanten Obsolenz für Londoner Bürgermeister nicht, und bemühte sich noch nicht einmal um Empire-Herrschaft. Nein, er vertritt künftig das Empire in politischen Angelegenheiten gegen alle Feinde des Inselreiches.

      Dass die Wahl auf Johnson fiel, beweist meiner Meinung nach soviel Humor, dass man die Briten als Liebesbeweis gar nicht aus der EU austreten lassen dürfte. Sie bereiten einem immer wieder schöne Späße, sei es durch Monty-Python, Mr. Bean oder Davidiod Cameron. Wir werden auch weiterhin viel zu lachen haben.

    • Titel eingeben
      @Gnadenbrotler

      vergessen sie doch bitte Peter Sellers nicht und schauen sie sich einfach ein paar sequenzen aus Dr. Strangelove an.

      ich selbst schätze B.J. sehr, vor allem weil er als einer der wenigen erfasst, was mit Hillary auf uns zukommt………….und zwar auf unserer fahrspur………..!

    • BoJo der ist wirklich ganz grosses Kino ....
      …. wird hoffentlich noch sehr viel incorrectness verbreiten.
      .
      Ich freu mich schon, wenn der auf BC trifft und mit ihm übers oral office feixt während die Damen sich um die Staatsgeschäfte kümmern müssen.

    • Yes, Minister - Yes, Mr. Knut
      Das ist ein wenig mein beta-blocker gegen den Irrsinn. Ich habe alle Folgen, inklusive des PM, und freue mich an der – für heutige Verhältnisse – so schrecklich harmlosen Darstellung von Inkompetenz, Manipulation und auch englischer Exzentrik.

      Meine Befürchtung ist, dass sich – so wie alles flacher geworden ist – auch diese leider gelitten haben mag.
      Andererseits wäre ich noch immer bereit, gerade jetzt, nach GB auszuwandern. Deshalb mein Vorschlag in einem Kommentar beim Mutterschiff, ein Büro einzurichten, das auswanderungswillige Menschen aus der EU mit den angeblich 600000 zusammenbringt, die aus GB in die EU auswandern wollen. Bei solchen Zahlen findet sich bestimmt etwas Passendes, so dass man Arbeit und Wohnung einfach swappen kann.
      Erschienen ist der Kommentar, und die erste Antwort, und ganz offenbar ohne jede Ironie, da sei ich ganz sicher der einzige, der erwäge nach GB auszuwandern. Offenbar hatte da jemand seine Brille mit rosa/links und schwarz-rot-gold/rechts vergessen abzunehmen.

      Nicht erlaubt wurde meine Kritik an der Bezeichnung ‚Ratte‘, wenn auch in Anführungsstrichen, für Boris Johnson, in einem Titel im Mutterschiff.

      So wie Don Alphonso richtig vermutete: Deutsche können mit Engländern nichts anfangen. Umgekehrt wahrscheinlich auch nicht.
      Auch der ‚Yes, Minister‘ spiegelt das irgendwie wieder, übrigens.
      Ich vermeine die Ablehnung der Person Boris Johnson schon seit ehedem zu spüren, insbesondere aber seit dem 23. Juni, in der Weise wie man versucht über ihn herzufallen. Egal was er macht. Am lustigsten war es, in allen Medien eine Art Livecam präsentiert zu bekommen, wie er in sein Wochenendhaus fuhr, wortlos.
      Leider so typisch für die deutsche Gesinnungspresse: denn das wäre kaum eine Meldung wert gewesen, geschweige einen Videobeitrag. Mit entsprechenden, herabwürdigenden, Kommentaren.
      Jetzt ist er zurück aus dem Wochenendhaus, aktiv, und das ist kein Deut besser.

      Nicht einverstanden bin ich mit Ihrer Drohung „dass man die Briten als Liebesbeweis gar nicht aus der EU austreten lassen dürfte“. Solange es keinen Nexit oder Frexit gibt, wäre das mein einzig mögliches Refugium aus der geschlossenen in eine offene Anstalt.

    • Hurra,
      jetzt müssen wir auch noch gegen so einem Bier saufenden Britten Krieg führen. Treffpunkt nächsten Freitag kurz nach 8 an der Somme. Bitte pünktlich, Moules gehen auf mich. Parole: Rejoice in the Lamb!

    • Lieber Don - mir scheint, unsere Politiker und die Presse können hier mit niemandem
      mehr was anfangen, der nicht „unserer“ eher doch begrenzten Meinung entspricht.
      Ob im Osten oder Westen, in Ungarn, Österreich oder Griechenland, viele solche, die man mit Häme überzieht. Und der Putin schon gar – nicht auszuhalten, wenn das dann im Kaffeehaus einfach unreflektiert aufgenommen und nachgeplappert wird.
      Ich mag den Boris, einfach schon deshalb, weil er denen nicht „passt“ und sogar ein wenig an Trump erinnert.

    • Wen ich die Wahl zwischen Boris und Angela habe, weiss ich, was ich will.

  9. 2 Anmerkungen
    Interessant, daß auch hier noch immer der Bezug zur Mark (mindestens) im Hinterkopf ist. Aber der Satz ist falsch: 200 Euro waren (und nicht: sind) 400 Mark. Der Umweg über den Franken macht einem das schnell und schmerzlich bewußt.
    Und zum Epilog: Was wären wir ohne unsere türkischen Grünhöker!
    Gruß K

    • Ich rechne immer noch um.

    • Auch ich rechne um
      und vergleiche und trete oft genug vom Kauf zurück. Z.B. Paprika das Kilo für 7,99 Euro gleich 16 DM, nö, muss ich nicht haben, kann ich mir nicht leisten, auch nicht nach heute erhaltenem Rentenbescheid, der Anlass zur Freude war. Ich überlege schon die ganze Zeit, wie ich das künftige Vermögen anlege, bestimmt nicht in Paprika zu idiotischem Preis.

    • Nun ja, der Euro,
      Löhne halbiert und Preise verdoppelt. Mehr Gewinn kann man einfach nicht machen und auch die Enteignung war noch nie so einfach.

    • Aber Herr Meier....
      … davon wurden doch die blühenden Landschaften für unsere Brüder und Schwestern finanziert.
      Wenn man die Umtausch-Marge dort nicht so sinnvoll investiert hätte, was glauben wie es dann dort heute aussähe? Ganz abgesehen davon, wenn man die Leute dort nicht unterstützt hätte, wären da möglicherweise einige zu Rechtsradikalen geworden— vor solchen Sachen hat uns nur Herr Dr Kohl mit seiner weisen Vorraussicht bewahrt.


    • Ganz so abwegig ist das zwar auch nicht, TDV, aber vor allem hat die Wirtschaft davon profitiert, deren Gewinne sprunghaft und vor allem dauerhaft drastisch gestiegen sind. Dazu dann noch die freiwillige und von den Gewerkschaften mitgetragene Lohnzurückhaltung, ja, das waren wahrhaft goldene Zeiten, deren Früchte immer noch geerntet werden.

    • Ich hab' schon früher umgerechnet, ist also Reinegewohnheitssache:
      Neunhundertundneunzigreichsmark für den Brezelkäfer beispielsweise ;-) schließlich hat ja meine Oma auch noch in Goldmark geklebt…

  10. Gab's zwar irgendwo schon mal, passt aber erneut:
    http://www.bikede.org/wp-content/uploads/2012/12/Lost_Freedom__736x800.jpg

    • Ausgerechnet Rotterham
      Ja, die Briten haben schon einen eigenartigen Humor

    • Super! Genau my piece of cake.
      Die schon zitierten Pythons waren ja mal länger in Deutschland, um Deutschland lustiger zu machen. Keine urban legend, übrigens.
      Bestimmt gibt es den einen oder anderen Clip by Youtube. Insbesondere John Cleese hat ganz schnell fast akzentfrei Deutsch artikulieren können.

      Was wäre ‚ausgerechnet‘ bei Rotterham? Und was eigenartig?

  11. Die Faust Gottes in Niederbayern
    – in der Stadt hatten wir ja alte Bunker, um die herum wir uns Tunnel gegraben haben. Auf dem Kopf den Inspekteurshelm des Vaters. Der hätte uns, wie wir später erfahren haben, wenig genutzt, denn vor Jahren als das Grundstück bebaut wurde, wurde der Stadtbereich wegen einem der häufigen Blindgängerfunde gesperrt.
    Wenn ich die Wahl hätte zwischen Linoleum und Wasserrutsche,- ich würde den Porsche nehmen.

  12. Twain
    Grüß Gott, schön zu lesen, und erinnert mich an meine Zeit als Jugendlicher als ich Tom Sawyer und Huck Finn gelesen habe.
    Sehnsucht.
    Vielen Dank

  13. Titel eingeben
    Ein schönes Rad Ihr Chesini und eine schöne Geschichte.
    Und die Moral von der Geschicht?
    Bleib nur ja in Deiner Schicht? Nein, das meinen Sie nicht. Ich lese viel Dank an die Eltern und dankbarkeit für das Glück, zur rechten Zeit im richtigen Nest geboren zu sein.

    Schulen und Eltern die alle Regeln kompromißlos durchsetzen erziehen angepaßte Angestellte. Funktionierende Mitarbeiter, keine Chefs, keine Lebenskünstler, keine neuen Ideen.
    Und Gescheiterte natürlich. Törless und Co erzählen vom zweiten Teil des „outputs“ streng regelbasierter Erziehung.

    Friedrich Fröbel hätte seine Freude an Ihnen, Don Alphonso und an Ihrem Aufwachsen.

    • Ich möchte Eltern öfters zurufen, dass sie sich mal entspannen sollen. Ich wohne gegenüber einer Schule, da erlebt man Sachen….

  14. Plastikplane, Seifenlauge und ein Hang...
    … mehr brauchte es nicht für DIE Mordsgaudi beim alljährlichen Sommerzeltlager vom Sportverein.

    Meist gab es einen Besuch im Krankenhaus – meist nicht wegen der Naturrutsche – aber bis auf ein paar Narben ist nie was zurückgeblieben und gezeigt werden sie immer noch mit Stolz. Strafanzeige der Eltern? Fehlanzeige. Wo gehobelt wird…

    Schön wars!

  15. Titel eingeben
    Wir sind früher im Winter den Berg hoch am Mittelrhein, haben die gröbsten Äste aus der Piste im Wald geräumt und sind dann auf Mülltüten den Berg runter. Auf dem gefrohrenen Laub waren wir damit schneller als mit einem Schlitten. Und es gab keine Möglichkeit zu lenken. Die blauen Flecke und Prellungen waren fast schon Auszeichnungen. Es war es jedenfalls Wert ;)

  16. Titel eingeben
    Den gleichen Text habe ich hier schon mal mit Schlitten fahren gelesen. Kann man aber wahrscheinlich auch nicht oft genug sagen.

  17. Begeisterungswürdig
    Einfach großartig, herrlich geschrieben, Rückblick in eine vergangenene natürliche Welt. Dazu gehörten die Ausflüge auf Berge und in den Wald, das Rollschuhlaufen auf der Straße ohne Gelenkschützer für auch nochmal schlappe 40-50 Euro, das Baden im Fluss und Klettern über Steine und hin und wieder ein Unfall, ein aufgeschrapptes Knie, manchmal mit Steinchen drin, und statt Rescue-Tropfen eine ordentliche Ladung aus der Jodflasche.

    Und – nicht zu vergessen – das Klettern auf die Obstbäume, von denen man schon mal, meistens nur mit blauen Flecken, mit der schönsten Zwetschge, die natürlich ganz außen saß, und ihrem Ast zur Erde segelte.
    Vielen Dank. Das macht glücklich.

    Und das hier macht unglücklich:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/digitales-lernen-entmuendigung-als-bildungsziel-14338947.html

  18. Wie im Urlaub
    Lieber Don Alphonso, den Ernst des Alltags und unserer Zeit so wunderbar leicht zu verpacken, so ganz ohne jeden Bierernst und Moralinsäure, sodass man sich beim Lesen fast wie im Kurzurlaub vorkommt und uns Leser teilhaben zu lassen an all dem Schönen, das es in näherer oder weiterer Umgebung gibt, dafür möchte ich Ihnen danken.

  19. Marines die. That's what we're here for.
    Wie reagiert dann eine solche Gesellschaft auf die wiederholte Massentötung durch Terroristen?
    Sie macht nen Hashtag für Liebe in der Welt und hofft das alles gut wird.

    Bis zum nächsten Massenmord.

    Ist ja nur ein Massenmord, kann man nix machen.

    War mal anders, in den letzten 20000 Jahren.

    Aber eine Gesellschaft die keine Gewalt gelernt hat, die kann auf Gewalt nicht reagieren.

    Die ist dann Opfer.

    Aber velleicht erklärt der Maas mal dem IS die besonderen Rechte von Opfern.

    Ps.: bitte keine Kommentare ala „was soll man denn machen ?“
    Danke!

    • Ach was, Merkel nicht gehört?
      http://www.faz.net/aktuell/politik/merkel-nach-nizza-anschlag-werden-kampf-gegen-terrorismus-gewinnen-14341615.html

      Ich gebe zu, mir das NICHT angehört zu haben, mir hat die Aussage schon zum Lachen gereicht. Diese Verblendung…
      Wer ist Maas? Derjenige, der schneller twittert als er denkt?

    • eine NEIN ist ein NEIN
      ich denke schon, dass einige der promenadengäste in Nizza ein deutliches NEIN ausgesprochen haben ! Heiko was nun ?

      Heiko wird uns jetzt wieder erklären, „das ist der preis für unsere freiheit“, frau Käsmann wird uns erklären, dass es eben auch menschen gibt, die nicht nur rote ampeln im suff überfahren, aber auch die sind ebenso kinder gottes und CR_00 wird uns erklären, nur solche menschen seien zu solchen taten fähig, die in der westlichen gesellschaft ausgegrenzt worden wären

    • #Sie macht nen Hashtag für Liebe in der Welt und ....alles wird gut#
      das ist das kulturelle Drama an virtueller @Realität @

    • Desaster 14. Juli 2016
      Wir sind angekommen im Irak.

    • Stanley, see this? This is this. This ain't something else. This is this.
      Wann hat sich eigentlich die Idee durchgesetzt, dass Zuschauen beim Mord von Frauen und Kindern moralisch hochwertiger ist, als das Bekämpfen des Gegners.

      Ach ja, seitdem wir alle so feminin geworden sind.

      Noch vor 40 Jahren wären Nordafrikaner keine Bedrohung gewesen. Aber heute ist die enteierte Gesellschaft nur noch dazu in der Lage zu weinen und zu feiern, je nachdem wie gerade die Stimmung ist.

      Wieder 100 Tote, ach lass uns trauern, machen wir ein Event drauf, zeigen wir Emotionen. Emotionen sind ein starkes Zeichen.

      Ps: Die Amis haben nach 911 die halbe Welt in Flammen gesetzt.
      Ja, total böse, aber auch furchtbar effektiv: die hatten 15 Jahre Ruhe, im Inland.

    • Mann oh Mann----
      Ach Goodnight, danke…

      Ist immer erfreulich wenn man zum Lachen gebracht wird.

      „…die hatten 15 Jahre Ruhe, im Inland.“ Wunderbar… unter 50 Toten ist Peanuts, sogar in Orlando waren es ja nur 49.

      …auch der Satz mit dem „…NACH 911 die halbe Welt in Flammen gesetzt.“
      Da meinten sie wohl: „auch noch die andere Hälfte der Welt in Brand gesetzt“?

      Und der „Nordafrikaner“, der aber auch gell…. Der de Gaulle hat denen damals gezeigt wo der Charles den Beaujolais holt, gell?

      Alles nur Weicheier heute, gut, dass der Führer das nicht mehr erleben muss….

      (Don: Soll nicht wieder vorkommen, heiliges Ehrenwort, aber manchmal kann man nur im selben Niveau zurückschreiben)

    • They respect us - they might even grow to fear us. But they will never love us.
      @tdv

      Zwischen Orlando und 9.11 waren wie viele Jahre?

      Wo die ganze Welt nach 911 in Flammen stand ist mir nicht ganz zugänglich. Ich denke bei Ihnen zu Hause war Frieden und Wohlstand , garantiert durch die United States Army.

      Das mit dem Algerienkrieg sollten sie noch einmal nachlesen.

      Ich hab schon einmal erklärt: die 68er Generation, die von der USA beschützt ihre Idiotien von Liebe ausleben durften, wird bis an ihr Lebensende die USA beschimpfen. Wie Kinder ihre Väter.

    • Quo Vadis
      goodnight schrieb:
      „Aber eine Gesellschaft die keine Gewalt gelernt hat, die kann auf Gewalt nicht reagieren.“

      Warum sollte die bislang in existentiellen Fragen ausgeblendete Zivil-Gesellschaft nun ausgerechnet diesen Part übernehmen? Nützt das wem?

      Da sind die Auswanderungszahlen doch sehr viel erquicklicher. Finden Sie nicht?

    • Keine Gewalt gelernt
      Gut ausgedrückt. Ich denke mir das oft wenn z.B. der kleine Theo Geronimo an der Supermarktkasse seine Mama drei Mal ins Schienbein tritt, weil er etwas nicht bekommt. „Aua, Theo Geronimo, das tut der Mama weh.“
      Woher soll das Kind überhaupt wissen was wehtun ist, wenn es noch nie eins hinter die Löffel bekommen hat, und sie nie die Knie aufschürfen durfte?
      Das sind vielleicht reaktionäre Ansichten, aber besser wird die Welt durch solche Menschen sicher nicht. Schon weil sie das actio>reactio Prinzip nie verstehen werden. Herausgekommen sind dabei bisher nur Hashtags und Wohlfühlaktionismus.

    • Titel eingeben
      Nicht wie Kinder ihre Väter. Väter haben alle ihre eigene Geschichte und konnten sich die Zeit in die sie geboren wurden nicht aussuchen.
      Die Amerikaner in ihrer üblen Ignoranz hingegen wählen sich regelmässig Regierungen die von manchmal mehr und manchmal weniger harmlosen Idioten, bis hin zu debilen Verbrechern, angeführt werden.

      Man muss schon strohdumm sein um das nicht sehen wollen.
      „…dass Zuschauen beim Mord von Frauen und Kindern moralisch hochwertiger ist, als das Bekämpfen des Gegners.“
      Dass man sich die Gegner selber geschaffen hat, das überfordert ihre kurzsichtigen Lebensweisheiten. Wie sie sehen sind es überall Einzelne die terroristische Anschläge durchziehen und neue Einzelne die sich anschliessend betsätigt fühlen, weil ausser dümmsten, heuchlerischen Schuldzuweisungen weit und breit niemand zu sehen ist, der bereit wäre die Ursachen anzusprechen. Alles was wie zB mit ihnen in den Foren gibt, sind Dummschwätzer für die die EIGENEN Frauen und Kinder ermordet werden, während die zigtausenden toten Frauen und Kinder der anderen Seite selbstverständlich wertlose Geschöpfe waren, was stellen sie sich auch dem weltweiten Raubrittertum der USA, das von den deutschen Regierungen unterstützt wird, entgegen.
      Leute wie sie sind einfach nicht guten Willens, sondern auf primitivste Weise egoistisch. Fakten resistent… Keiner von ihrer Sorte wäre in der Lage zu akzeptieren, dass die Politik der USA allein in Mittel- und Süd-Amerika mehr Tote, Verwundete und Gefolterte verursacht hat, als die Politik des Ostblocks

      Ich bin schon auf das Gekeife gespannt wenn es mal in DE scheppert…

    • Otherwise, I suggest you pick up a weapon, and stand a post.
      @Gast

      Die USA hat in den letzten Jahrzehnten garantiert, dass sie überhaupt frei reden dürfen.
      Es hat Ihre Existenz erst ermöglicht. Und das ihrer Familie. Und all den Wohlstand. Und all die Freiheit. Und all die Moral.

      Echt wahr!

      Wie haben die USA das gemacht?

      Sie haben die Moral definiert.

      D.h. Sie haben entschieden, wer Gut und wer Böse ist.

      Und wir hatten nur Glück, dass wir auf der Seite der Guten waren.

      Gegenwärtig wollen Erdogan, Putin und die IS auch bestimmen, was Moral ist.

      Und bei deren Definitionen sind wir nicht auf der Seite der Guten.

      Deswegen werden wir alle schreiend zurück in die Arme der USA laufen.

      Das ist die Realität.

      Die Sie nicht interessiert. Sie leben in einer Welt der umfassenden, differenzlosen Moral, der allmächtigen Liebe und dem Guten im Menschen.

      Schön für Sie. Freut mich für Sie, ewige Kindheit ist was Tolles.

      Übrigens, wussten Sie, dass Kindheit erst seit ca. 100 Jahren existiert?

      Ach, ich möchte Sie jetzt nicht weiter belasten.

    • Mildernde Umstände um die Frage der Schuld
      @ Goodnight

      Ich sehe das ähnlich wie Sie.
      Im SPON-Forum werden jetzt laienpsychologische Fernanalysen bemüht, um die Attentäter von Nizza und Paris von ihrer Schuld zu entlasten: Die Terroristen seien „entmenschlicht“ worden, lebten sozial ausgegrenzt in Banlieues u.v.m.

      Der Attentäter von Nizza wohnte in einem netten kleineren Apartmenthaus, in welchem auch viele Franzosen wohnen. Der Haupttäter von Paris managte seine eigene Bar, bis diese wegen Drogenhandel geschlossen wurde; er wohnte in einem ordentlichen Mittelschicht-Stadtteil. Sein Bruder ist Rechtsanwalt, die Mutter eine gepflegte Dame, die offenbar eine Belgierin ist.

      Auch war das Attentäter-Pärchen aus Kalifornien alles andere, nur nicht sozial benachteiligt, wohnte in einer schicken Apartment-Anlage. Er hatte eine solide Arbeitsstelle gehabt, in der er gut integriert gewesen sei. Dann kündigte er, bewaffnete sich bis zu den Zähnen und ermordete in Komplizenschaft mit seiner pakistanischen Ehefrau ehemalige Kollegen im Namen Allahs, und dies, obwohl sie ein kleines Baby hatten.

      Der Attentäter von Orlando kam aus einer eher wohlhabenden Familie.

      Keiner der Attentäter von 9/11, stammte aus prekären oder desolaten gesellschaftlichen Verhältnissen, ganz im Gegenteil.

      Für mich gibt es absolut keine Ausreden, weder individualpsychologisch noch historisch oder gesellschaftlich für Massenmord, fürs Anzünden von Frauen, die sich nicht versklaven lassen, um sie am lebendigen Leibe zu verbrennen, bei Barbaren, die fanatisierte ISIS-„Soldaten“ auffordern, möglichst viele unschuldige Menschen, einschl. Kinder, kaltblütig zu ermorden. Nur ein paar wenige Beispiele von der langen Liste des Terrors, dessen meisten Opfer auch noch selbst Muslime sind.

      P.S. Nachträglich noch zu Ihrem Post in Blog Borderline GinaLisa: köstlich, habe Tränen gelacht. :-)

    • Schön, allein, der Anlass ist ja doch eher traurig,

    • Sorry Goodnight....
      ….. zwischen dem eigentliche 9/11 und heute liegen 43 Jahre….


    • @ Don Alphonso
      Wenn Sie damit das zunehmende Eingreifen in die Privatsphäre meinen, ja, traurig. Sollten Sie damit den besagten Fall GL meinen, auch traurig. Erstens wegen der Skandalisierung durch die Medien, zweitens durch deren ausgeprägte Neigung zur versuchten Meinungsbildung, wobei ich mich bei diesem Fall von jeder Spekulation zurückhalte. Ich war nicht dabei und habe keine Ahnung, wer die Unwahrheit sagt. Das traue ich beiden Parteien zu. Ich habe die junge Frau ein einziges Mal vor der Kamera im Gerichtsgebäude gesehen und meinte, dass sie schauspielert und die Betroffenheit vorheuchelt. Ich habe meistens mit so etwas Recht, aber weil das nur ein Gefühl ist, ist es nicht viel wert… Und als Frau *muss* ich mich ja solidarisieren, gelle. ;-)

    • Schuld ist der böse Westen
      @ TDV
      aka Gast
      17. Juli 2016 um 02:45 Uhr
      Sonst akzeptieren Sie nie Ausreden. Zu den Amerikanern und ihren Kriegen habe ich daher eine Antwort für Sie: Die Amerikaner tun das, was sie tun, weil sie es können, weil niemand sie verhindern kann. Ungefähr diese Worte stammen von dem schweizerischen Historiker Prof. Ganser. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Dies wäre die Art Antwort, die ich von Ihnen eigentlich erwarten würde, weil Sie im anderen Kontext dieses Argument häufig einsetzen. Nur mit den Amerikanern gehen Sie hart ins Gericht, ganz so, als ob sie die Wurzel allen Übels der Welt wären.

      Die USA sind nun mal die mächtigste Nation der Welt. Darum tun sie das, was sie tun. Würde nicht jedes Land sich ähnlich verhalten, wenn es denn solch eine Macht hätte?

      Und das den französischen Kriegen verschuldete Leid der Nordafrikaner in allen Ehren. Wie sollten sich denn aber die Vietnamesen nach Ihrer Logik verhalten? Dauernd Amok laufen und die Amerikaner Jahrhunderte lang verteufeln?

      Die Indonesier wurden von den Holländern 350 Jahre lang kolonialisiert, zuerst von der Vereenigde Oost-Indische Compagnie; VOC, anschließend von der holländischen Regierung. Sollte Ihre Theorie stimmen, meine Frage: Wie ist es denn möglich, dass Indonesier nicht fanatisiert sind? Wie ist es möglich, dass die Indonesische Verfassung keine Religion bevorzugt, sondern die freie Wahl der Religion garantiert? Nach Ihrer Theorie müssten doch gerade die Indonesier nicht tolerant und moderat sein, wie sie sind (Ausnahme: die autonomische Provinz Aceh auf Sumatra), sondern fanatische Dschihadisten. Doch angesichts der 250 Mio. Bevölkerung ist die Anzahl der radikalisierten Muslime dort verschwindend klein.

      ***

      Habe neulich auf CNN eine ausgezeichnete Dokumentation von Fareed Zakaria, einem Washington Post Kolumnisten und CNN Journalisten gesehen:
      „Why They Hate Us“. Leider ist das Video in voller Länge nicht verfügbar, hier ein Artikel dazu, mit vielen Video Clips:
      http://edition.cnn.com/2016/04/08/opinions/why-they-hate-us-zakaria/

      Fareed Zakaria, selbst ein Muslim, widerlegt glaubhaft, dass der Westen den Hass Terroristen nicht verursacht habe, hier ein Paar Zitate:
      Es gibt weltweit 1,6 Milliarde Muslime, doch nur schätzungsweise nur 100-200.000 Menschen gehören zu den fanatischen Islamisten. Die Zahl der stillen Sympathisanten wird jedoch weitaus größer sein, einschl. der Familienmitglie-der und Freunde, welche den Täten Unterschlupf und Fluchthilfe geben.

      2014 starben 30.000 Menschen durch den radikal islamistischen Terror. Die weit überwiegende Mehrzahl der Opfer waren Muslime. Der Hass richtet sich also nicht nur gegen den Westen, sondern gegen die moderne Welt bzw. den westlichen Lebensstil und gegen die Muslime, die in Freiheit leben wollen.

      Auch belegt Zakaria in seiner Sendung, wie der Hass gegen den Westen ur-sprünglich gesät wurde: Durch einen islamischen Scholar, einen Ägypter, der in 1949 in den USA studiert hatte. Er ist zu einer Tanzveranstaltung gegangen und war entsetzt von der Freizügigkeit der tanzenden Paare: die leichtbekleideten Frauen, wie sich die Paare im gemeinsamen Rhythmus bewegten und sich be-rührten, ja, sogar sich küssten. Er hasste den Materialismus und die Freiheit und beschrieb dies in zahlreichen Büchern, die überall in den islamischen Län-dern gelesen wurden.

      Nachher wurde der Dschihadismus in den Koranschulen den Kindern in den meisten muslimischen Ländern unterrichtet. In den 90er Jahren schossen diese wie Pilze aus dem Boden, u.a. auch in Ägypten und anderen bisher moderaten Ländern. Der Westen hat mit der Verbreitung der Ideologie ber den Krieg gegen die Ungläubigen nichts zu tun, das haben die Muslime ganz allein geschafft.

    • Danke!
      Liebe Frauke Amgelin,
      herzlichen Dank für diese Links. Ich bin nur wenig auf Vimeo, sollte sich ändern. Auf UT hatte ich die Links direkt nach der Sendung nicht gefunden. Wirklich empfehlenswert.

  20. türkischer Lebensmittelhändler?
    Ein Lebensmittelhändler, der in Bayern aufgewachsen ist, der in Bayern lebt, der in Bayern arbeitet, der den örtlichen Dialekt spricht, der die FAZ ließt, was ist an dem eigentlich türkisch?

    P.S. Der Don hat scheinbar keine eigenen Kinder, woher hat er dann wohl seine tiefen Einsichten in die zeitgenössische Art der Kindererziehung?

    Meine Tochter jedenfalls, heute 20, hatte in den letzten 10 Jahren einen gebrochenen Arm und zweimal einen ausgerenkten Fuß.
    Über blaue Flecke, die zum reiten gehören wie die Pferdeäpfel, lacht die nur.

    • Da hngen so Halbmindfahnen im Laden und die sind nicht deutsch und wenn der Sohn übernommen hat, geht er zurück, weis sackrisch koid ist und an die Zukunft des Landes gaubt er auch nicht. Er und sein bosnuscher Kumpel befürworten Bürgerwehren.

    • Halbmondfahnen und Bürgerwehren
      @Don Alphonso
      „Da hngen so Halbmindfahnen im Laden und die sind nicht deutsch und wenn der Sohn übernommen hat, geht er zurück, weis sackrisch koid ist und an die Zukunft des Landes gaubt er auch nicht. Er und sein bosnuscher Kumpel befürworten Bürgerwehren.“

      Nach solchen Aussagen fühlt man sich gleich besser.
      *Ironie off*

      Irgendwie glaube ich nicht, dass Ihr Lebensmittelhändler und sein Kumpel zur Erfüllung irgendwelcher Migrantenquoten im Sinne unserer Politiker zählen, dafür klingen die Aussagen schon viel zu sehr nazi.

    • @ Realist Reden Sie mal mit mal mit hier etablierten ehem. Ausländern
      .Also ich meine jetzt nicht die, die sich hier im Sozialsystem über fast 1/2Generation @etabliert@ haben, sondern jene, die hier sind durch eigne Arbeit … Da ist die Ansicht, die oben dem Sohn des Gemüsehändlers in den Mund gelegt wird, aber recht paradigmatisch! Allerdings reden bei uns selbst die integrierten Türken Hochdeutsch.

      Auch die Ansichten zum Islam und seinem Ideologiestatus sind bei diesen beruflich und lebensgestalterisch erfolgreich Arbeitenden sehr viel deutlicher als bei den verdrucksten Hellmerkels.

    • @realist
      Ich kenne Türken, Iraker, Afghanen und Iraner. Eines haben alle gemeinsam, sie wählen Mitte-Rechts und schlagen die Hände überm Kopf zusammen, wen „ihr hier alles hereinlasst“.

    • Hellmerkels
      @ p feldmann sagt:

      „Reden Sie mal mit mal mit hier etablierten ehem. Ausländern“

      „Auch die Ansichten zum Islam und seinem Ideologiestatus sind bei diesen beruflich und lebensgestalterisch erfolgreich Arbeitenden sehr viel deutlicher als bei den verdrucksten Hellmerkels.“

      Bezweifle ich nicht, habe ich auch schon öfter gelesen. Ist zu Heulen und liegt vermutlich daran, dass ehrlich arbeitende Menschen ohne Nazi-Schuldkomplex und Gehirnwäsche so denken.

      In meinem Umfeld dominieren nur die grünsituierten Akademiker, die 1 zu 1 glauben, was die SZ schreibt.

      PS: „Hellmerkels“ kommt ethymologisch vom englischen Wort hell = Hölle, oder?

    • Hellmerkels
      Ich dachte primär an eine Antwort auf Gaucks Dunkeldeutsch, aber als ich es schrieb kamen mir die hells angels doch mehr ins Blickfeld.

    • @Realist
      Sie armer. Wie überleben Sie das?
      Schon mal über einen Umzug nachgedacht?

      Das ist ja schlimmer als gewisse Fussballspieler!

      (Leute ohne Humor: Bitte einfach den nächsten Kommentar lesen …)

  21. Kindheit
    Die „Drinnen-Generation“ von Mitte der 90er bis heute ist dafür verloren, aber nach dem durchschlagenden Erfolg von „Pokemon Go“ ist zu erwarten, dass die IT-Industrie dieses Problem einer technischen Lösung zuführt und in Zukunft die Kinder wieder draußen herumrennen.

    • Pokemon Go wird nach meiner Beobachung vor allem von ungepflegten Berliner Hipster_Innen gespielt. Hier merkt man davon nichts.

    • Früher war alles ...
      Ich stell mir grad vor, wie die heutigen PokemonGo-Kinder später mal mit ihren Kindern angeschnallt auf dem Sofa sitzen und von ihrer wilden Kindheit mit Pokemon Go erzählen und bedauern, dass die Kinder „von heute“ (also die der Zukunft) so gar keine Erlebnisse haben.
      Das kennt man doch von irgendwoher. :)

  22. Es ist übrigens vollkommen klar,
    dass die Mütter gerne mit 60 durch die 30er Zone zur Schule Brettern (gerne auch im geleasten Q3/5/7) und so alle anderen gefährden.

    Wie heißt es so schön:
    1. Der Weg des geringsten Widerstandes ist nur am Anfang asphaltiert.
    2. Nothing great is achieved without real suffering.

    In Wirklichkeit ist es imho ein Ausdruck der Liebe, den Kids nicht alles zu geben, was sie haben wollen. Denn erstens wissen die Eltern bis zum Alter von ca15 Jahren das ohnehin besser und zweitens: Wie sollen sie sonst rechtzeitig lernen, dass alles seinen Preis hat. Und einmal Spaßbad im Monat ist halt in 10 Jahren bei Deppen-Geldanlage 52.000.

    • Haha, Geschichte aus dem Umfeld: 7 Jahre, neuestes iPhone und monatlich heftige Rechnung. Das wird die neue Realität.

    • Keeping up with the Jones'es
      heißt das, glaube ich, in Amerika.

      Ich habe mir neulich ein schickes Buch geleistet. Antiquarisch natürlich: „The Millionaire next door“ von Stanley & Danko. Die habe über Jahre oder gar Jahrzehnte Netto-Millionäre in Amerika befragt und untersucht. ein einzelnes, kleines Detail dazu:
      Der teuerstes Autokauf des durchschnittlichen Netto-Millionärs beläuft sich auf 23.000 USD.

      Wirklich erschütternd finde ich dann, wie gerade die Kinder der nicht so reichen Klassenkameraden meiner Schädlinge mit allem drum und dran ausgestattet werden. Nur um dann leistungsmäßig noch weiter abzufallen, da die Smartphones natürlich ihr Suchtpotential voll ausspielen.

      7 Jahr und iPhone: Das ist zwar die neue Realität aber einfach nur dumm oder ohne Rückgrat.

    • 7 Jahr und noch kein phone
      Die Frage des Verzichts in einer Konsumzwang-Gesellschaft wird zur Frage der Rückgewinnung von Freiheit.

      Wer Menschen zu Opfern (je)des Systems degradieren will, der gibt ihnen alles und nimmt ihnen damit den Willen zum Möglichen.

      Im übrigen gilt es die Langeweile als Kreativkraft wieder zu entdecken. Menschen auf der Flucht vor der eigenen Langeweile sind nicht zu ertragen.

    • Es gibt da auch Gegenbewegungen, vor allem in den USA
      Erfreulicherweise hat auch das deutsche Fernsehen darüber berichtet

      http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=45563

      Weniger ist mehr
      Vom Trend, mit Nichts glücklich zu sein
      Das schicke Auto, die gut bestückte Bibliothek, ein voller Kleiderschrank. Statussymbole von gestern. Heute boomen (Lebens)Projekte wie CarSharing, Tauschbörsen und der Minimalismus als ein dem Materiellen absagender Lebensstil. Der Kult um das ‚Weniger ist mehr‘ schwappt langsam von den Vereinigten Staaten nach Europa über. Bücher, die beim befreienden Ausmisten helfen dominieren die Bestsellerlisten.

    • Ich kenne sowas nur von Hipstern. Es wird den Leuten eingeredrt, es sei ok, nichts zu verdienen und nichts zu haben.

    • Effizienz und Selektion
      Geht es wirklich um „Nichts haben und nichts verdienen“ oder optimieren die Leute nur ihren tatsächlichen Bedarf?

      In den meisten Städten ist Parkraum knapp und wenn der ÖPNV gut ist braucht man ein Auto höchstens zum Wocheneinkauf oder für die Fahrt aufs Land.

      Die Mieten werden immer teurer, die Immobilien auch und so muss man trotz ordentlich Gehalt mit weniger qm-Fläche zurecht kommen und ausmisten lohnt sich.

      Beängstigend fand ich da den Bericht über ein Paar in New York City-Manhattan, die zu zweit auf ca. 30qm leben und die Wohnung kostete 300.000$. Da muss man sich zwangsläufig Platz sparende Tricks überlegen.

    • Das kommt auch bei uns. Ich wollte eh was drüber schreiben.

    • Don, das stimmt so nicht...
      Sie können die Sendung am Computer ansehen, und werden feststellen, dass dies ganz im Gegenteil Leute sind, die alles schon mal hatten…

    • Dörflicher Akademiker,
      genau so ist es.
      .
      Früher hat man gesagt, dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
      .
      Heute zieht man um, damit das Gepäck klein bleibt.
      .
      Eben ziehe ich um und mich dauern meine Bücher, die ich nicht mitnehmen kann.

  23. Tja. Die moderne Kindereziehung in der angesagten 1 Kind Patchworkfamilie
    mit dem Lebensabschnittsgefährten hat sicher ihre Vorteile, einer davon ist weniger Gewalt gegen Kinder.

    Nicht zu verwechseln mit weniger Gewalt mit Kindern – das ist nämlich (auch für die Kinder) kein Vorteil. Erst in den letzten 20 Jahren grossgeworden würden mir viele, ganz viele, Kinder- und Jugenderinnerungen an Erlebnisse fehlen, die wirklich und real gefährlich waren. Aber ungeheuer spassig :-). Und was interessierten damals blaue Flecken, aufgestossene Köpfe oder blutverschmierte Kniescheiben? Das war ein – aus unserer Kindersicht – äusserst geringer Preis für´s nichtgesicherte Baumhausbauen, die Erkundung von Mooren oder aufgelassenen Bunkern in den italienischen Alpen und die Steilabfahrten mit Holzschlitten, bei denen die Kameraden immer wetteten, ob man die heimtückische Kurve kriegen würde. Oder die Kurve einen selbst.

    Offen gesagt tun mir viele der Kinder, die ich in Nachbarschaft und Bekanntenkreis beobachte, einfach leid. Es ist sicher schön, behütet aufzuwachsen. Solange sich das behütet nicht zur 24 Stunden Rundumüberwachung auswächst. Hat allerdings seine Vorteile – man gewöhnt sich in der Kindheit schon an den Staat, den man als Erwachsener vorfinden könnte, wenn man heutige Entwicklungen linear extrapoliert.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Baumhäuser gibt es jetzt auch mit GS-Zertifikat.

    • Wir haben auch gerne Höhlen gegraben ....
      …. ganze Tunnelsysteme angelegt. Da konnte man sich bei Gewitter so schön verkriechen und nein, Mutti hat keinen Nervenzusammenbruch bekommen und die Polizei drangsaliert wenn wir ein Gewitter sonstwo abwetterten.
      .
      Sie kam auch nicht mit dem SUV und einer Horde besoffener Freundinnen angebraust, um nachzusehen wie es der Brut so geht, denn die wussten eigentlich nie, wo wir uns rumtrieben, ob im Wald, am See, im Steinbruch, den Burgruinen oder in den Maisfeldern.

  24. Evtl. unter einem geschichtliche Gesichtspunkt auch noch mal wieder Axel Munthe "Das Buch von San
    Michele“ dagegenlesen. Sagen wir die Kapitel 13, 14 15 inkl. Und zwar wegen des kleinen Jungen Namens „John“ und dessen Schicksal und der dort beschriebenen Angewohntheit der hüstel „besseren“ und teils auch niederen Kreise im Paris des Jahres, sagen wir 1905, darüber hinwegzusehen, dass die leider – trotz verfügbarer, jederzeit kriminalisierbarer „Engelmacherinnen“ (Hebammen) – doch unehelich zur Welt gekommenen Kinder der „körperlichen Unfälle“ oder käuflichen Liebe auch schon mal in die Bretagne oder Normandie verkauft wurden, an dortige Pflegeeltern, wobei sich kaum einer in Paris wirklich tiefenwirksam darüber wunderte (oder gar Nachforschungen anstellte), dass manche Dörfer und Familien dort im Laufe der Jahre Dutzende solche Kinder aufnahmen, von denen später nie wieder gehört wurde. Und klar brachten die Pflegefamilien „die Bälger“ im Normalfall binnen zwei bis drei Jahren mehr oder minder systematisch zum Tode durch unterlassen, mißhandeln, traumatiseren, usw.. Um neben den eigenen leiblichen Kindern Platz zu schaffen für neue, lukrative Abschlüsse. Das war halt damals so an den Rändern der Gesellschaft. Und Munthe läßt den John retten, aber. Auch Frankreich, bügerliche Gesellschaft, noch vor WKI.

    Wie gesagt, die Zeit hat viel zum Guten verändert, und wir dürfen beim Errreichten nicht stehenbleiben.

    Und über teils auch unsäglich selbstsüchtigen Wortkitsch dort wie „noch am gleichen Tag hatte M.A. damit begonnen, meine wertvollen Perserteppiche mit einem harten Stock unbarmherzig zu klopfen, das blasse Marmorantlitz meiner Florentiner Madonna mit Wasser & Seife zu behandeln, ja schließlich gelang es ihr sogar, die Gubbio-Vase auf dem Schreibtisch ihres wertvollen Glanzes zu berauben“, möchte man ggfls. hinwegsehen. Immerhin war der Mann vermögend, unabhängig und Jungeselle.

    • « Le massacre des innocents »
      hat ein Historiker einmal das bei Auftragsgebern wie Auftragsnehmern mehr oder weniger bewusst-teleologische Verfahren genannt. Die Mortalität lag jedenfalls jenseits der zwei Drittel. Wobei man zugestehen muss, dass sie bei den Kindern von Dienstmägden deutlich höher war als bei denen besserer Kreise.

      Vor einigen Jahren war ein Interview von Élisabeth Badinter in der deutschen Presse zu lesen, in dem sie sich über die Fesseln mokierte, die sich deutsche Frauen nach ihrer Mutterschaft auferlegen ließen. Die französischen Frauen seien da schon in früheren Zeiten emanzipierter gewesen und hätten die Kinderbetreuung gerne professionell ausgelagert.

      Da eine bloße Verlagerung von Frau zu Frau im Emanzipationskalkül keinen Nutzen hätte, vermute ich, dass die Säugammen damals zu einem erklecklichen Anteil Männer waren. Denn dass für eine ausgewiesene linke Feministin die Frauen der niederen oder auch nur parisfernen Kreise nicht zählen sollten, ist doch nicht anzunehmen, und an historischer Bildung sollte es ihr auch nicht gerade fehlen.

  25. ad corrigendum
    Unter elterlicher Aufsicnt > Aufsicht

    wir hatten sie immer aus Hütting und nicnt wie die anderen Schichten von Schlägen > nicht

    Hütting jedoch sieht immer noch so aus wie früher, es at die schönsten > es hat

    Auf die Schnelle, ohne Anspuch auf Vollständigkeit – mit Dank.

  26. Titel eingeben
    Super. Perfekt. Genau so.
    Als eine meiner schönsten kindlichen Stimmungen habe ich das Sitzen hoch in einem Baum konserviert. Wie ein Affe: von oben nach unten sehen können war ein Hochgefühl. Diese Neigung ließ mit zweistelligem Lebensalter nach, aber im Fahrradfahrenkönnenalter war das toll.
    Je höher der Baum, desto besser. Oder er hatte Früchte. Auch gut. Inklusive Durchfall.
    Nein war das toll.

  27. tempi passati halt -
    dachte ich mir auch beim GinaLisa-Text drüben. Wir kamen noch ganz ohne safe words aus und ohne die Mühen, die Aktionen zweier Männer zu orchestrieren, und zu Leuten mit denen wir keine Intimitäten wollten, hielten wir deutlich Abstand.

    • Grübel, grübel....
      Wollen sie dafür gelobt werden, dass sie in ihrem Leben niemals weiter als bis zum Vanille Sex gekommen sind?

      Sind sie wenigstens katholisch?

  28. Glockenkurve des Glücks
    Japp, gefährlich war bei mir früher auch lustig.
    Ich hab dann auch einen Vetter und einen Klassenkammeraden beerdigt, weil jeweils eben auf dem ‚heute nicht‘-Ende der Glockenkurve des Glücks verortet – bei Dingen die mich nur die Augenbrauen gekostet haben.

    Ich erinnere mich, dass die jeweiligen Eltern auf der Trauerfeier nicht sonderlich nonchalant aussahen, und habe dringend vor mich als Vater nicht in deren Lage zu bringen.

  29. Ach, wie schön!
    Da werden Erinnerungen an den besseren Teil einer ansonsten nicht so glücklichen Kindheit wach – wir gehörten zu den ‚anderen Schichten’…

  30. "die Erdbeschleunigung setzt ein"
    Wirklich? Wie macht die das?

    • @ E.R.Langen
      aus wikipedia:
      […] Diese Abplattung und die Abnahme der E r d b e s c h l e u n i g u n g (Fallbeschleunigung auf der Erde) mit der Höhe wird von Normalschwereformeln berücksichtigt. Zusätzlich gibt es Schwereanomalien, d. h. globale, regionale und lokale Unregelmäßigkeiten, da die Masse sowohl in der Erdkruste (Gebirge, Kontinentalplatten) als auch tiefer (in Erdmantel und -Kern) nicht gleichmäßig verteilt ist. Die Satellitengeodäsie bestimmt das Geoid mit Hilfe der Beobachtung von Satellitenbahnen, siehe Gradiometrie. Die Schwereanomalien erreichen die Größenordnung 0,01 % und 0,01° in Betrag bzw. Richtung, siehe Lotabweichung, Schweregradient und Vertikalgradient. Bis zu 100 m liegen zwischen dem Geoid und dem mittleren Ellipsoid. […]

      … passen Sie gut auf sich auf !

  31. Die alte Tante
    SPD hat früher auch mehr für die Körper ihres Nachwuxes getan. Das geilste Kindheitserlebnis der Babyboomer (60er Jahre geborenen) waren natürlich Schmiddis „autofreie“ Sonntage. TH, berichten Sie mal!

  32. No risk, no fun...
    In der Tat, wir wurden zuhause und in der Schule eher streng erzogen, waren aber wilder, freier und furchtloser als die meisten der heute rundum betüddelten Kinder…
    Für uns Stadtkinder war der Abenteuerspielplatz lange das Neubaugebiet mit Wohnblocks für die damaligen ‚Flüchtlinge‘ und die ‚Ausgebombten’…Wenn die Bautrupps Feierabend machten, kletterten wir in den mehrstöckigen Rohbauten herum und lieferten uns wilde Verfolgungsjagden in Treppenhausschluchten und Räumen ohne Fußböden. Die damaligen Gerüste und Leitern waren mit Sicherheit nicht nach irgendeinem Standard zertifiziert…Seltsamerweise passierte nie etwas wirklich Schlimmes ‚auf dem Bau’…mein dämlicher jüngerer Bruder fiel mal in eine gut mit angerührtem, ätzendem Kalk gefüllte ‚Schpeisbütte‘ und unsere Mutter war sehr echauffiert…wegen der ruinierten Lederhose…
    Allerdings gab’s auch schon mal hin und wieder einen echten Ausfall: der 2 oder 3jährige Bruder von Spielkameraden, der uns ‚zum Spielen‘ mitgegeben wurde (wir waren alle im Grundschulalter) und der uns mitten im Winter von der verwaisten Landungsbrücke am Rhein in den Fluß fiel und ohne einen Laut für immer in den Fluten verschwand. Nun ja, natürlich war uns das Rheinufer streng verboten gewesen, erlaubt war nur der Schloßpark…Eltern setzten damals wohl mehr auf die Macht von Verboten und weniger auf die Notwendigkeit von Überwachung…Selbst die beiden Kindermädchen einer Freundin aus sehr betuchtem Hause widmeten sich unentwegt dem Stärken und Plätten der Kleidung ihrer Schutzbefohlenen und ließen uns ungestört springen…Wir hatten ja den Neufundländer als Eskorte dabei…und wir übten den subversiven Umgang mit Verboten…

  33. Schöne Bilder
    übrigens! Danke!

  34. Wird hier nicht ein wenig übertrieben?
    Sicher, die „Spielwiesen“ der kurznachdemkrieg-Geborenen sahen anders aus als die der Achtziger. Eine Kriegsruine, eine selbst gegrabene Höhle, ein im Wald gebautes Häuschen, ein alter Wehrmachtskarabiner, Waldreben als erste „Zigaretten“….Abends verdreckt und mit zerrissenen Klamotten nach Hause, im Hof geschrubbt mit der Wurzelbürste im Wäschenachspülwasser der Oma mit Waschmittelresten drin, Geschimpfe. Wegen der zerrissenen Hose. Man hatte bestenfalls drei.
    .
    Nachtrauern muß man dem nicht. Wenn ich auf den heutigen bestens ausgestatteten Spielplätzen (das GS-Zertifikat hat seine Berechtigung) sehe wie die eigene Enkelin und fast alle anderen Kinder die Türme mit den 30 m langen Rutschen hochklettern und sich im Doppelpack nach unten sausen lassen….Oder wenn ich die Kinder so unbefangen auf den Kletterstegen in Wäldern balancieren sehe-oder wie kürzlich, beim Kindergeburtstag, in einem Kletterzentrum in Wiesbaden die Enkelin und ihre Klasse unbefangen an den senkrechten Wänden sah, musste ich doch so einiges gedanklich revidieren. Heute gibt es auch kein Geschrei mehr wenn eine Hose in Fetzen hängt und das Ferkel wird abends einfach unter die Dusche geschoben. Das ist der Unterschied.
    .
    Wir sind mit unseren Kindern anfangs bis Mitte der Siebziger geborenen Kindern im VW-Bus+Zelt in den Ferien oder übers Wochenende in den Schwarzwald gefahren, zum Blaubeeren sammeln, haben an einem erlaubten Platz bei Lagerfeuer die Nacht verbracht. Unsere Kinder sind südlich von Livorno von Felsklippen ins Meer gesprungen, was ich mich in diesem Alter nie gewagt hätte…
    .
    Also, nichts übertreiben. Auch die Smartphoners springen heutzutage vom 10-Meterbrett, hab´s selbst gesehen.

  35. Subba!
    Selten so herzhaft gelacht!

  36. Wir waren noch näher an Tom Sawyer dran
    So ein wenig Wehmut kommt schon auf, danke für die Zeilen.
    Ich denke, unsere Kindheit war schon robuster.
    Die „Generation des Paul“ heißt bei mir intern, im Kopf und zumindest auf den männlichen Teil bezogen, „Generation Weichei“. Gut, so ganz so bierernst und böse, wie es vielleicht klingt, muß man das ja nicht nehmen.

    Und deren Kinder, die wachsen schon anderst auf. Ich selbst, seit einigen Monaten stolzer Opa, kann das aus ein wenig Distanz so beobachten. Nichts fehlt, vom Baby-Schwimmen über Babywippe und allerlei und übermäßig viel Spielzeug. Das Kind wächst halt etwas „über-pampert“ und für meine Begriffe, zu sehr im Mittelpunkt stehend, auf.
    Da hoffe ich inständig, dieses Allerlei möge die jetzige Kindergeneration nicht zu stark in Charakter und Psyche (Stichwort Ritalin) beeinflussen.
    Wir waren jedenfalls näher an Tom Sawyer dran und es hat uns nicht geschadet.

    Was mich in den letzten Jahren ungemein gestört hat, dieses allgegenwärtige Gelaber von „KiTa“. Oft unscharf oder gar nicht getrennt zum Kindergarten und als anebliche Bildungsstätte verklärt.

    KiTa heißt Kinder bis drei Jahren. Punkt.

    Die beste Versorgung in diesem Alter ist nun mal die Mutter. Da bin ich altmodisch.

    Und wenn man halt der Mutter nicht traut, weil diese z. B. Deutsch als Muttersprache kaum oder nicht spricht, gut dann soll man das offen sagen.

    Genauso offen, wenn man das Geld für das zweite Einkommen braucht oder aber die Mutter sich um die Karriere kümmern will oder muß.

    Alles in Ordnung und nachvollziehbar. Aber dann kann man das doch offen sagen und nicht alle über einen Kamm scheren oder das Betreuungsgeld als “ Herdprämie“ verunglimpfen.

    Die Mutter mit MiHiGru kann ja gern das Kind mit Deutsch weiterbilden lassen, auch kann es da gern spezielle Angebote geben.

    In Wahrheit hat man nur Angst gehabt, die Familien mit MiHuGru hätten nur die Kohle (Betreuungsgeld) mitgenommen und auf die KiTa gepfiffen. Wobei mich mal belastbare Zahlen interessieren würden. Rein gefühlsmäßig zweife ich nämlich stark an, daß z.B eine türkische Mutter ihre unter dreijährigen Kinder in großem Maßstab in eine deursche KiTa bringt.

    Wenn man so will, hat man die „Generation Paul“ mit diesem idiotischen RECHTSANSPRUCH auf einen KiTa-Platz unnütz gepampert.
    Und so nebenbei eine Attackierte gegen ein angeblich veraltetes Familienbild geritten.

    • Alles hängt mit Allem zusammen
      Auch Mütter mit MiHiGru und Kleinkindern brauchen ihre Kinder
      nicht in die Kita schicken, sofern sie keine Sozialhilfe beanspruchen.

      Für Leistungen nach Hartz IV müssen sie in der Lage sein jederzeit eine Arbeit aufzunehmen. Das geht nur, wenn zumindest theor. die Betreuung der Kinder gewährleistet ist.

    • Für Mannheim oder Ludwigshafen gibt es Untersuchungen, dass einige Kinder der 3.
      Generation hier lebender Migranten weder in Deutsch noch in der Muttersprache „perfekt“ sind.
      Und ja, wenn man das verändern will, wäre es gut, sowohl der Mutter als auch den Kindern beim Lernen der hier noch üblichen Verständigungssprache zu helfen.
      Zumal bei vielen ursprünglich aus dem islamischen Raum stammenden Einwanderern eh immer noch der Vater bestimmt, wie viel und welche Bildung für Frau und Kind genehm ist und sein darf.
      Malala Yousafzais Mutter z.B. ist des Lesens und Schreibens unkundig – der Ehemann, auf das „Defizit“ angesprochen, erklärt, dass er damit nichts zu tun hätte, da dies ein Verschulden ihres Vaters, also seines Schwiegervaters, wäre.

      So, wie es sich zeigt, ist es auch für mich nicht passend. Ab dem 13. Monat bei Nacht aus dem Schlaf gerissene Babys, durch die halbe Stadt transportiert und pünktlich um halb 8 in der Kita, damit die Eltern um 8 ihre Arbeit beginnen können.
      Gabs so was nicht schon früher in den sozialistischen Staaten?

  37. Darwin at work
    Werter Don,

    ein schöner, nostalgischer Artikel. Been there, done that. Danke.

    Es gab aber bei solchen Aktionen nicht nur blaue Flecken: man hörte schon öfters von grösseren Verletzungen bei den Kumpels, die (regelmässiger als ich) im Wellheimer Klettergarten und anderswo im Frankenjura klettern waren. Und der eine oder andere Verwandte oder Bekannte ist in seiner Jugend beim Austesten der Grenzen ganz abhanden gekommen. Die Trauer war gross, nicht nur bei den Eltern.

    Sie hatten wie ich und viele andere auch das Glück, die Jugendzeit ohne grössere Blessuren überlebt zu haben. Wir finden es angemessen, unsere Kinder mit den Heldengeschichten aus unserer Jugendzeit zu nerven und wie toll es doch damals war. Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben.

    In bürgerlichen Kreisen scheint sich nicht so viel geändert zu haben: So wie bei Ihnen müssen auch heute die (wir) Eltern dafür sorgen, dass die Kinder sich gelegentlich aus der Wohlfühlzone begeben.

    Immerhin: wenn sich der Nachwuchs nach erfolgreich absolvierter Pubertät freiwillig und ohne Eltern mit steile Offroad-Skihänge herabstürzt (natürlich mit einem drehbaren Selfiestick auf dem Helm, damit man im Internet nachher angeben kann) oder hohe Wände und Berge hochklettert, weiss man, dass die Kinder auf dem richtigen Weg sind. Hoffentlich überleben sie es. Die Eltern dürfen derweil ein wenig stolz auf ihre Erziehungskünste sein.

  38. Na so was
    Für jemanden, der Kinder nicht leiden kann haben Sie das wesentliche gut verinnerlicht.
    Btw, ich gehörte zu denen die morgens samt Geschwistern vor die Tür gesetzt wurden, wir mussten uns gegenseitig anschieben wenn es schnell gehen sollte, das war aber auch in Ordnung. Und durch die Brennnesseln kann ich immer noch in kurzen Hosen.
    Schönes Wochenende !

  39. Urlaub ohne Handy
    Bin gerade mit 15 und 16 j Nichte u Neffe unterwegs in den hohen Tauern. Bedingung, vorher freundlich durchsickern lassen: sie lassen ihre Handys zuhause. Und das klappt und sie sind sogar noch froh drum. Almtouren mit Käsejause, Rohmilch; vom Gewitter im Wald überrascht. Gestern mit der Bäuerin auf die Alm rauf, nach dem Vieh im Schneeeinbruch sehen. Kleine Schneeballschlacht nebenher. Herzliche, urige Menschen, auch junge treffen, hier läuft nicht jeder mit Handy vor der Nase umher. Wenngleich natürlich die moderne Technik auch hier nicht Halt macht. Ab nächste Woche: wandern durch Südtirol. Sicherlich um viele schöne und aufregende Erfahrungen reicher dann zurück! Zu welch Uniformierten möchte uns Google, Facebook, Berlin, Brüssel und Co wohl gern erziehen? Hier lebt noch das menschliche Gegenmodell!

  40. "Ich glaube, zu einer recht viel besseren Zeit konnte man nicht gross werden."
    das koennte hinkommen.

    ich will ja nicht die eigene zeit verklaeren, aber diese freihheit als kinder, bei mir am land in 1980er sehe ich aktuell nirgends … bin unglaublich dankbar dafuer

    meine eltern waren relativ gelassen und begruessten die selbstaendigkeit ihrer kinder, kann man heute manchen menschen ja gar nicht mal erklaeren,
    die meisten meinen man nimmt sie auf den arm,

    ich finde die zeit praegte ungemein, alle beteiligten aus dieser altersgruppe, jetzt frauen und maenner haben ein relatives vertrauen in die welt …
    ich glaub das kam damals auch davon, dass das dorf bzw die marktgemeinde mit 2000 einwohner – was wiederum die welt war – ein einziger spielplatz war,
    ohne beaufsichtigung von erwachsenen

    die kulante frage „zu wen kehrst du?“ mit der antwort „ich bin / wir san …“ reichte als beilaeufige notfallsaushilfe, falls die selbstorganisierte kontrolle der rasselbande doch wiedermal schieflaufen sollte
    („san eh a gruppn“ „wird schon nix schief gehn“

    als ich meiner nichte zum 6. geburtstag ein vernuenftiges schweizer taschenmesser schenkte (eine alte familientradition) gabs fast einen wickel mit dem schwager

    bzgl. baumhaus, mussten wir abreissen, gab von der BH einen bescheid, keine baugenehmigung, war bisserl groesser geworden … mit holzofen fuer den winter, wochenendspaziergaenger aus der stadt hat sich aufgeregt …
    dem buergermeister war es peinlich, finanzierte die getraenke beim abriss
    das wir kinder dabei ordentliches werkzeug zum bau verwendeten war klar …
    heutzutage gibt’s herzinfarkt wenn unter 10 jaehrige mit der hackn hantieren

  41. Baustellen ...
    … waren früher auch super. Wir im Osten hatten da auch noch den Vorteil, dass da nicht ständig gebaut wurde. Und Verbotsschilder haben wir ohnehin übersehen. Hat mit Blick auf ’89 auch nicht geschadet.

  42. Knie
    Da haben Sie was angerichtet Don, da kommen Erinnerungen hoch!
    Sommerferien wurden immer im Paderbornerland bei Opa und Oma verbracht, zusammen mit den Cousinen und Brüdern.
    Abenteuer im Wald und ständig die Knie offen, oder verkrustet.
    Ich habe neulich mal nach privaten Fotos aus der Zeit gesucht, leider mittlerweile alle rotstichig, wenn überhaupt vorhanden.
    Da wird man echt depressiv…;)

    • durch die rosarote Brille gesehen
      Die rotstichigen Fotos sind wohl auf Agfa-Papier belichtet. Der Cyan-Farbstoff ist leider hin. Auf Fuji-Material wäre das nicht so. Der Niedergang der deutschen Industrie im kleinen Format …

  43. Vollgas
    Schon mein Kinderwagen war ein „Sportwagen“, so hießen die abgespeckten Dinger damals. Zum Kindergarten ging es dann schon mit Vollgas auf dem Kinderfahrrad, zwei Fahrräder und ein Mofa weiter folgte ein Rennrad, denn das Mofa war einfach zu langsam, und mein erstes Auto kannte auch nur eine Gaspedalstellung. Und so ging es bis heute weiter, nicht nur bezüglich der Mobilität. Das hat so einiges an Narben hinterlassen, nicht nur körperliche.

    „Solche Kinder brauchen dann später einen Therapeuten und werden nach dem Studium von Gender und Philosophie Mitarbeiter von Jugendschutz-NGOs, die darauf achten, dass es nirgendwo Verletzungen gibt, die man sehen könnte.“

    Solch „unsichtbare“ Verletzungen gab es aber auch immer schon. Terror und Psychoterror, daran hat sich in und außerhalb der Familien wohl nicht viel geändert, und am Umgang damit auch nicht. Es ist wie beim Fahradfahren, nach den ersten Schrammen steigen manche nicht wieder auf. Wie hieß es doch bei uns, das Leben ist kein Wunschkonzert. Es ist ein Kampf, der erst mit dem Tod endet. Jeder für sich und Gott für uns alle.

    Trotz selbstgestrickter Unterhosen und anderer Dinge, im Grunde hatte ich eine glückliche Kindheit. Im Grunde, da schon meine Eltern beide berufstätig waren und das Familienleben sich mehr oder weniger auf gemeinsame Urlaube beschränkte. Zwar gab es anstelle von Fernseher und Stereoanlage nur Bücher, ein Radio und viel frische Luft, aber dafür hatte ich ja ein Fahrrad, keine Selbstverständlichkeit in jener Zeit der Leukoplastbomber usw. Es war in jeder Beziehung eine aktive Kindheit mit dem selbstverständlichen Zwang zu schnellstmöglicher Selbstständigkeit.

  44. Sorgenfreie Jugend
    Auch diese Geschichte ist sehr schön, da kommen Erinnerungen hoch, die man ansonsten im gnädigen Dunkel des Vergessens nicht mehr sieht. Ist man mit 21 noch jung? In Garmisch war noch richtiger Winter und wir sind hoch zu Fuß, auf irgendeine Hütte, zu Sylvester. Der Schnee lag meterhoch, der Jagertee heiß, wir anschließend mit dem Schlitten abwärts. Im Dunkeln, ohne Bremse, ohne Helm, mit den damals grandiosen „Moonboots“, aber mit Karacho. Das Mädel, welches sich bereit erklärt hatte vor mir auf dem Schlitten zu sitzen, wurde ein wenig zu meinem Stoßdämpfer, den jede Kehre rumsten wir in Gebüsch. Ihre blauen Flecken haben wir am nächsten Morgen bewundert, die der Anderen ebenfalls. Sorglose Zeiten waren’s

  45. Heimat
    Zu ihrem Beitrag kam mir der Ausspruch in den Sinn:Heimat ist die
    vergangene Zeit.Wenn man viel in der Welt herumgekommen ist,erinnert
    man sich gerne an in der Jugend gehabte Erlebnisse,die man auf unter-
    schiedlichste Orte festlegen kann.Das Lesen ihrer Zeilen ließen bei mir
    diese Erinnerungen wieder wach werden.Vielen Dank dafür !

  46. Ja und ja. Und dann nein.
    Ja, wir durften damals noch auf Dreckhängen runterrasseln- auch mit dem Fahrrad. Wir erfanden BMX und Downhill Biking, bis der Dreck spritzte, bevor man die Wörter kannte. Wir gingen auf Bäume, hohe Eichen gar – sogar die Mädchen. Hüpften mit langen Stecken über zu breite Bäche (das Spiel „Nur einer kam durch“, der Rest ging baden). Und kamen mit erhitzten Wangen und dreckigen Händen („Wascht euch, ihr Dachsen!“) zum Abendbrot.

    Das war das eine.

    Das andere möchte ich jedoch dennoch gern missen:
    „Solange du deine Füß unter mei’m Tisch hast, hast du zu parieren!“
    Und Kopfnüsse und Schläge, elterliche Gewaltausübung.

    Dafür dann doch nicht.

    Ich bin schrecklich froh, dass es diese Zeit der groben, nachlässigen und oft Kriegs-psychisch gestörten Nachkriegseltern nicht mehr gibt. Doppelausrufezeichen.

    Und ich werde diese Zeit auch nicht vor meinen Kindern verklären. Sie war und ist ebenfalls gleichbedeutend mit mangelnder elterlicher Fürsorge, Grobheit und grobem Unverständnis für Kinderseelen.

    Das zu verherrlichen, ohne auf die gleichzeitig dunklen Zeiten einzugehen würde bedeuten, dass ich ein nicht ganz dichter Autoritärer bin („Opaa erzählt vom Kriech.“)

    Ich akzeptiere die heutige elterliche Angst.

    Denn sie ist ein Ausdruck veränderter Zeiten und viel Autoverkehr. Heute kann man die Kinder nicht mehr einfach so auf die Straße lassen. Früher ging das, als nur alle 5 oder 10 Minuten ein Auto kam. Ja, so war das. Wird gern vergessen.

    Klar führt das heute auch manchmal zu einem argen Paradoxon:
    Heute chauffieren die Mütter aus Besorgnis vor den Autos jeden Pieps und jeden Pups die Kinder mit ihrem Auto – und erhöhen witzigerweise den gefährdenden Verkehr noch mehr. Auch mit ihrer Parkerei in zweiter Reihe, gerade das.

    Mir fällt dazu auch keine Lösung ein. Außer eine radikale:
    Autos abschaffen.

    Die Kinder sollen die Straße zurückerobern.

    Und nebenbei als netter Randeffekt: kein Feinstaub mehr. Das wäre große Klasse.

    Wünsche weiter fröhliches Dreckrodeln.

  47. auch in Berlin ist es noch wie damals
    Vergleichbar spektakulaere Erinnerungen haben spaeter sicher auch die kleinen und grossen Demokraten aus der R94. Die koennen dann auch noch erzaehlen, wie das war, als der Regierende den Eltern beim Anschubsen geholfen hat.

  48. Früher...
    In diesen verstörenden und traurigen Tagen finde ich das ganz beruhigend: „Wir war’n mehr Kinder als Ihr und Eure Kinder. Früher war alles besser und vor allem niemand so verweichlicht.“
    Mindestens seit 3000 Jahren die Grundlage jeder anständigen Zivilisation.

  49. Stadien auf des Lebens Weg
    Einen perfekten Bogen haben Sie geschlagen, als Autor und im richtigen Leben – vom blaugefleckten Abkömmling der lokalen Plutokratie zum Fazmann. Pure Lebenslust.

  50. Kinderseelchen
    Werter Don Alphonso & Foristen,

    wahrlich, wahrlich, was für glückliche Kinderseelchen allenthalben! Warum? – Weil bislang ein Aspekt fehlt: Kinderarbeit! Hier ist er:

    Wir lebten in einer Wassermühle – ohne Landwirtschaft -, und meine Freunde wohnten auch auf einem einsamen Gehöft, jedoch mit einem Bauernhof wie er leibt und lebt.

    Da wurde gespielt und – angepackt! Einer der agrar-promovierten Söhne geht heute mit Anfang 60 schon sehr mühsam, vom Schleppen der Kartoffelsäcke in der Jugend. Suum quique.

    Damals nach der Schule und sowieso in den Ferien je nach Jahreszeit hieß es: Zucker- und Futterrübenpflänzchen vereinzeln in Reihen bis zum Horizont, auf dem Lederhosenboden rutschend, Unkrauthacken in diversen Pflanzenkulturen, Kartoffeln häufeln, Kartoffelkäfer und –larven absammeln, Melden aus dem Getreidefeld reißen, gehäckseltes Gras im Silo mit den Füßen zu künftiger Silage verdichten, Getreidegarben hinter dem Mähbinder aufstellen und dann auf den Leiterwagen gabeln, die Dreschmaschine füttern bzw. später modernisiert die Strohballen des Mähdreschers aufladen und heimfahren, Kartoffeln klauben, Äpfel und Birnen ernten und zur Kelterei fahren, Futterrüben ausreißen, aufreihen und entlauben sowie aufladen, Zuckerrüben in den Eisenbahnwaggon der Nebenbahn gabeln, und endlich im Teich Silvesterkarpfen aus dem Schlamm fangen. Ganzjährig war Vieh zu füttern, auf die Weide zu treiben und auszumisten, etc. pp.

    Wenn es eine nicht nur sporadisch-freundschaftliche Mithilfe war, gab es sogar richtiges GELD dafür!

    Es hat mir nicht geschadet.

    • Man vergisst hier manchmal was es an anderen Menschen auch so gibt....
      Schaun wir uns mal die Kernsätze ihren Lebensweisheit an?

      „Einer der agrar-promovierten Söhne geht heute mit Anfang 60 schon sehr mühsam, vom Schleppen der Kartoffelsäcke in der Jugend.”

      „Es hat mir nicht geschadet.“

      „….gab es sogar richtiges GELD dafür!“

      Ich kann mir so richtig vorstellen wie sie heute leben…

    • @TDV "Ich kann mir richtig vorstellen, wie Sie heute leben"
      Mal so psychopathologisch gefragt, warum müssen Sie eigentlich immer alle anderen schlechtmachen? (Sie stehen dadurch nicht besser da und den anderen ist es im Zweifel egal, also: nützt es irgendwem?)
      Mit Kritikfähigkeit sive Intelligenz würde ich die Frage eher nicht beantworten.

    • Lassen Sie tdv mal :-).
      Der ist ein verbitterter Idealist, der bis heute an der späten Erkenntnis leidet, dass der Mensch nicht so ist, wie er ihn sich mal vorgestellt hat. Das hat schon Schopenhauer zum Misanthropen gemacht.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Hallo, P. Feldmann (09:45)
      Gar nicht ignorieren, sag ich mal.
      Gruß
      M.A.Titz

    • @TDV
      Die Art, wie Sie zu Ihrer Selbsterhöhung ständig in überheblichem bis onkelhaftem Ton andere Foristen herabsetzen, lässt allerdings auch einiges über Ihre seelische Verfasstheit erkennen.

      Und natürlich der pluralis majestatis…

    • Wir alle könnten uns das Lästern ja für die Freunde der Ziegenpenetration aufheben.

    • Wem die Ziege blökt
      „Wir alle könnten uns das Lästern ja für die Freunde der Ziegenpenetration aufheben.“ Eine Ziege wird Ihnen aber garantiert weder nachstellen, lieber Don, noch wird sie Anzeige wegen sexueller Belästigung erstatten; das sollte das liebe Vieh in Ihrer Achtung eigentlich steigen lassen, denn damit sind (entsprechend des Tenors Ihrer letzten Beiträge) schon mal zwei Ihrer Prioritäten im Umgang mit anderen erfüllt. Eine Perlenkette können Sie zur großen Not auch dranhängen und tippen muss heute auch keiner mehr, wenn es mal ordentliche Spracherkennungsprogramme gibt; die Entwicklung könnten Sie sicher selber vorantreiben, schließlich braucht ja jeder ein Hobby. Ansonsten müssten Sie sich jetzt eigentlich nur noch in den Stall bewegen (Angst vor Dreck an den Fingern und am Hosenboden haben Sie ja nicht) und – den Bauern geben! Nur Mut! Wer weiß, ob es die Ziege den Unterschied zum Knecht überhaupt mitkriegt … was so eine richtig blöde Ziege ist …

    • Ich bin zu meinem Vergnügen hier, ich unterhalte mich gern mit Leuten die mehr wissen als ich...
      … und dann seh ich die oben bereits von mir erwähnten Zitate:

      „Einer der agrar-promovierten Söhne geht heute mit Anfang 60 schon sehr mühsam, vom Schleppen der Kartoffelsäcke in der Jugend.”

      „Es hat mir nicht geschadet.“

      „….gab es sogar richtiges GELD dafür!“

      Solche Weisheiten sind es, die man bei der Kindererziehung anwendet um diese am Leben, am lebendig sein, zu hindern. Nur Ausnahmen überstehen diese Form der Erziehung unverkrüppelt, oder was glauben sie warum es auf dieser Welt so aussieht?
      Es ist das grösste Verbrechen das man Kindern antun kann und ich habe es mir angewöhnt mit dem Finger auf sowas zu zeigen und genau dies ist das Thema dieses Blogs.

      Ich benutze nahezu niemals die Nazi Keule, aber diese drei zitierten Weisheiten stammen unübersehbar aus jener Welt!

    • Größtartig!!!: Freunde der Ziegenpenetration =
      Fine, unrepentant, greedier doze

      NS:

      pluralis majestatis…ist nicht dabei.

    • Nazi
      @TDV
      …und ich mit meinen Beschreibungen von vor fast 60 Jahren aus „eben jener Welt“? – Arf, arf, – ach wie originell! Was rauchen Sie und was werfen Sie eigentlich so den lieben langen Tag und nachts ein?

      Aber der Unterschied zwischen der Anrede „Sie“ und „sie“ ist Ihnen schon noch von früher bekannt, gell?

      Tacheles: SIE jedenfalls haben kein Recht, mich hier mit „aus der Nazi-Welt“ zu beleidigen, das verbitte ich mir! Beleidigungen dürfen zwar auf der Stelle erwidert werden, aber das wiederum spare ich mir – eingefallen wäre mir schon etwas.

      Hier zur freien Verwendung dafür gratis ein paar Beistriche, nur für Sie: ,,,,,,,,,,,,,,,. Einfach so drüberstreuen, mal mehr, mal weniger, – paßt immer, und es macht Ihre Texte bestimmt noch viel luzider. Oder: die neuen Lenor(R)-Perlen drüberstreuen, des Geruchs wegen…

    • Bitte… Contenance.

    • Tolle Sache
      Eine herrliche Diskussion, über die ich mich köstlich amüsiere: Wie wohnt wohl einer, der hier mitschreibt. Lustig, sehr sehr lustig.

      Ach, bin ich froh, dass es mich keinen Deut interessiert, wie ein Teilnehmer des Blogs von Don Alphonso lebt. Mich interessieren nur Meinungen. Ich bin hier zum Meinungsaustausch und zum Schreiben aus reinem Vergnügen, nicht zum mentalen Voyerismus angesichts derlei Ausmalerei über die jeweiligen Lebensverhältnisse. So ist man auch immun gegen Erwartungen à la „Rangliste“ oder sonstwie Beliebtheitscompetitions.

      Don Alphonso hat famos und angemessen gekontert. Ziegenpentration, sehr cool.

    • Lieber Gast namens Müller, die Ziegenpenetration bezog sich auf
      Erdo-Gans-chrägvo(e)gel(un)artige:

      http://www.theguardian.com/politics/2016/may/19/boris-johnson-wins-most-offensive-erdogan-poem-competition

    • @Frauke Amgelin
      Danke für den Hinweis; ich sollte mich bessern und keine Parties für die geschlossenen Kreise mehr gatecrashen. Ich wäre auch mal wieder gerne auf einer geschlossenen Party. Aber wir dürfen das nicht, wir sind dann – .
      Und weil wir das alle wissen, und einfach schon viel zu lange wissen, versuchen wir dann so wie – aber das macht alles keinen Spaß und dann sollte man besser damit aufhören.

  51. tiefe Schwalben über flirrende Felder und bunte Wiesen
    ja, ja … die üblichen Blessuren als Multiheld, inklusive Sonntags (dann mit zwei gutgelaunten Kusinen aus der Stadt) in Personalunion: Filmhelden: auch Winnetou, Lederstrumpf, Tarzan und am Rio Grande, … Sprünge aus hohen Bäumen (Kastanie, Kirsche, Apfel, Eiche und so Geäst), Dächern, hohem Gemäuer, Strohberge, Sandkuhlenschluchten, fahrenden Traktorenanhänger, trabenden Gäulen,
    – ziemlich interessant dann auch eine olle NSU Quickly vom Bauernhof nebenan, die ging dann doch unvermutet gut ab für etwa 40 Meter, dann mußte ich springen, ich hatte die Freunde zwar verstanden, die hinter mir aufgeregt riefen: ey, bremsen!, aber ich wußte nicht wie, war ja kein Fahrrad und ich war neun – mal klug.

    Spannend in dem Alter war auch ein Gewitter, das war noch ewig weit weg, man sah entfernt eine sehr dunkle Front und hörte es grummeln, zum Bäcker waren es nur vier Kilometer, meine Mutter brauchte irgendwas und sagte, na ja, wenn du willst, hol es, aber nach dem Gewitter, – »mit dem Fahrrad!, schaff ich noch« und streckte ungeduldig die Hand für das Einkaufsgeld aus, mit der Vorahnung auf der Rückfahrt könnte es eng werden, was es dann auch wurde, ich habe nie wieder derart hektisch einen Drahtesel {ohne Gangschaltung) traktiert, ein Gewitter so bedrohlich über mir empfunden, die Blitze zuckten, der Wind peitschte mir auf freier Straße harten Regen ins Gesicht, ich kam kaum von der Stelle, niemand weit und breit unterwegs, außer meiner Kleinigkeit, es knallte und krachte, – patschnaß zu hause angelangt, hörte ich so etwas lapidares wie aufmunterndes: du wolltest ja unbedingt, wie wär es mit einer heißen Schokolade?

    das Umziehen mit »Whatever Lola Wants« von Sarah Vaughan, ging schnell, eine kurze, aber nasse Lederhose macht keine großen Umstände und ich wußte auch: das zweite Drittel einer nicht eben langweiligen Fernreiselektüre wartete schon: »Edgar Wallace: Die toten Augen von London« vor fließender Fensterscheibe.

    http://www.d-performance.de/restauration.htm
    http://www.krimi-couch.de/krimis/edgar-wallace-die-toten-augen-von-london.html

  52. andere zeiten
    um ehrlich zu sein, bei blauen und grünen flecken ist es nicht immer geblieben. ein paar von uns haben das laisser-faire (und gelegentliche schubsen) der eltern nicht überlebt. dem einen bekam das dranhängen an lastwagen nicht, einer verpasste die kurve auf der passabfahrt, andere waren schlechte schwimmer oder hatten ganz einfach pech. wenn ich an sie denke, weiß ich immerhin, dass sie gelebt oder es versucht haben.
    die urlaubsarbeit auf dem bauernhof gegen etwas taschengeld, das wilde zelten, reiten ohne sattel, klettern und radeln waren nie ohne gefahren, aber sie haben uns fürs leben eine menge mitgegeben.

    anders schon die nächste generation: der sohnemann bricht sich beim klettern den unterarm. ab in die notfallklinik. der untersuchende arzt unterbricht mich bei der schilderung des unfallhergangs und schnauzt mich grob an: „lassen sie ihren sohn reden!“ mit anderen worten – und so richtig klar wird mir das erst hinterher – er verdächtigt mich der kindsmisshandlung. einfach mal so im voraus und grundlos.
    wie die zeiten sich ändern.

    ihre eltern, don, würden heute vermutlich besuch vom sozialamt kriegen.

    dennoch, klasse erziehung, klasse beitrag. danke!

    • Der Besuch
      „ihre eltern, don, würden heute vermutlich besuch vom sozialamt kriegen.“

      Könnte man meinen.
      Aber er kommt nicht, der Besuch.

      Der kommt auch bei schlimmen Sachen, den echt schlimmen Dingen nicht.

      Die haben entweder keine Zeit, zu wenig Personal, sind überlastet oder schätzen die Dinge falsch ein oder alles zusammen.
      Lesen Sie keine Zeitung?

    • Lesen
      Gegenfrage: lesen Sie NUR Zeitung? und am liebsten die mit den großen Buchstaben?
      besonders dann, wenn das Jugendamt wieder mal notwendige Besuche unterlassen hat?

      Tatsächlich überwiegen die gegenteiligen Fälle, jene der übertriebenen Amtspflichterfüllung. Aber das steht nicht oder selten in der Zeitung, offenbar auch nicht in Ihrer …

      jugendamtwatch.blogspot.de/2015/10/deutschlands-familienpolitik.html?m=1

    • würo, Sie zeigen nur die eine Seite der Medaille
      die Frau meines polnischen Bekannten kümmerte sich jüngst zum Mindestlohn um einen Jungen, der von 4! Fachleuten rundum betreut wird, darunter Therapeuten und weiß der Henker. Der Junge, vollgestopft mit Ritalin, stinkt, wäscht sich nicht und der polnischen Ehefrau wurde u.a. untersagt, dem Kind hilfreich mittels Anleitung zum Waschen in die Seite zu treten. Bei einer mehrtägigen Klassenfahrt setzte sie eigenhändig das Ritalin ab, der Junge sei völlig normal, meinte sie dann.
      Sie konnte meinen, was sie wollte, seitenlange Berichte waren Pflicht, Hinweise, Anregungen völlig unerwünscht, das sei nicht ihre Aufgabe.

      Sie kam schnell zu dem Schluss, dass nicht das Kind das Problem ist, sondern seine Mutter, eine Frau von knapp 40 Jahren, völlig gaga und zu absolut nichts fähig. Vernachlässigt noch zwei weitere Kinder, ist mit neuem Freund beschäftigt und die polnische Ehefrau, gute Katholikin, kam zu dem sie selbst erschreckenden Schluss, solche Weiber gehörten zwangskastriert.

      Die polnische Ehefrau musste auf Weisung vor vier Wochen die Betreuung abbrechen, der Junge wurde vor zwei Wochen in die Psychiatrie verfrachtet.

      Was solche Mehfachrundumbetreuung eines Kindes kostet, ist heller Wahnsinn. Betreut gehörten aber in solchen Fällen die Eltern, mal drüber nachgedacht?

    • @ Renate Simon
      „würo, Sie zeigen nur eine Seite der Medaille“

      Nein, mit Verlaub, ich verweise darauf, dass sie – wie jede Medaille – zwei Seiten hat.
      Die Auseinandersetzung mit der dunklen zweiten ist allerdings mühselig und oft erschreckend, während die Beschäftigung mit der ersten sich meist in Empörung erschöpft.

  53. Kes
    An die Tom Sayer/Huck Finn – Freunde:
    Vielleicht gefällt Ihnen auch der Film „Kes“ von Ken Loach.
    > England 1969: bittere Verhältnisse in einer Kohlestadt.
    In der Schule gilt der 15-jährige Billy als Außenseiter.
    Er wird geärgert, sein fieser Sportlehrer unterstützt das.
    Traurig u. zugleich witzige Situationen beim Fußballball.
    Billy findet einen kleinen Falken und zieht ihn auf.
    Sein Leben verändert sich; aber nur ein Lehrer erkennt das.
    https://www.youtube.com/watch?v=Tynm2nopHLA

  54. Etwas merkwürdig
    -mit Verlaub- sind Sie ja doch geworden nach dieser unverantwortlichen Erziehung!
    Ihre Eltern haben Ihneneine glanzvolle Karriere bei der Taz oder SPON verbaut.

    • ...verschieben Sie einfach das Richtigabgebrocheneteil des Taz-T nach rechts und
      kleben es etwas tiefer wieder an: Er schreibt sich pööaapöö zum Fazherausgeber hoch – das ist doch allemal glanzvoller…

  55. Wir hatten ja nichts, damals.
    Sie hatten einen Schloß-Berg eigens für die Lederhosen? Und dazu noch tolle, „schubsende“ Eltern? Ach schön! Wirklich.

    Wir hatten ja nichts, damals. Na gut, ein bißchen grün und blau vielleicht.
    Und ab und zu mal einen Riegel Schokolade. Der mußte dann aber für einen 25minütigen Fußweg morgens reichen, und die Kunst bestand darin, diesen winzig kleinen Riegel nicht vor Ablauf von 25 Minuten fertigzu…. Oder fertig zu …? Na, Hauptsache eben nicht.

    Ansonsten war ich wohl von der Sorte „Wie siehst du denn schon wieder aus?!“ Oder, wenn mal kein Dreck an mir klebte, vom Schlage „Du liest ja schon wieder!“ Notfalls mit Taschenlampe im Bettkasten. Das waren noch Zeiten, als man sich als „Um 8 Uhr ohne Widerrede ins Bett!“-Sprößling noch auf festgetackerte Eltern vor der allerersten Flimmerkiste mit satten 3, damals noch hinreichend spannenden Programmen verlassen konnte. Später habe ich von meinem heimlichen Kumpanen, dem Opapa, neben all seinen abgelegten Erwachsenenbüchern und den von Omama mißbilligten Lucky Lukes eine grandiose Hörmuschel zugesteckt bekommen, die sorgsam versteckt werden mußte. Verbunden mit einer Baumwoll-umwickelten Schnur, dessen blanken Draht am anderen Ende man an eine bestimmte Stelle der 1. Neubau-Wohnungs-Zentralheizung halten mußte, um Freitag abends ab 20 Uhr Lord Knut im RIAS hören zu können. Ohne Tesa im kargen Kinderzimmer fiel einem zwar irgendwann der Arm ab, aber das war eben der geheime Höhepunkt der Woche. Überhaupt traf es sich gut, dass bei all dem mich strengstens umzingelnden Preussischen Schilderwald meine Herrschaften außerhäusig sehr beschäftigt waren. Denn Not macht erfinderisch und so gibt es eigentlich nicht viel, was ich ausgelassen habe an Blödsinn und habe trotzdem überlebt.

    Heute fährt jeden Freitag die Helikopter-Mama ihre 2 Töchter den Dorfberg hoch, wendet und läßt sie dann an jedem einzeln angefahrenen Hauseingang den Berg wieder runter nur unter strengster Aufsicht ein- und wieder aussteigen, damit sie ihren Nachbarn eigenständig wenigstens einen Haufen Werbe-Frischmüll in den Briefschlitz stopfen können. Die Mädels wirken auf mich dabei zwar nicht unglücklich. Eher so im Blick wie „dat musso“ gegenüber der unermüdlichen Dienstmädchen-für-alles-Mama. Früher, also Steinzeit, Ihr wißt schon, da war das trotzdem anders. Da hatte Frau von Welt etwas Eigenes und die Kinder konnten wenigstens heimlich alleine atmen.

    Gute alte Zeit …
    https://www.youtube.com/watch?v=hG6RyQCggdI

  56. Titel eingeben
    wird einem leicht ums Herz.

  57. You know how I stayed alive this long? Fear. The spectacle of fearsome acts.
    Während gerade in der Türkei das Militär wieder die Macht übernimmt, ganz kurz ein bisschen street credibility aus meiner Kindheit/Jugend:
    Mehrere Nasenbeinbrüche, perforierte Zähne, gebrochene Knochen, Hodenprellung, etc.
    Alles ohne Wald und Wiesen, ohne Sport, einfach nur Kontakt mit Mitmenschen.

    Tja, wie in der Türkei, tief versteckt in der Zivilisation schlummert die Gewalt. In Kasernen, in Arbeiterghettos, in Menschen.

    • Ehrlich sind sie ja...
      … und sicher auch überzeugt davon, dass alle Menschen so sind wie sie?

    • You need people like me so you can point your f.ckin' fingers and say, "That's the bad guy."
      Nope, als Schichtenwanderer habe ich gelernt, dass die Menschen in diesem Land in ihrer Schicht verharren, denn die, die ihn wagen, die zerbrechen in der Regel am zu zahlenden Preis.

      Folglich findet die Kommunikation in diesem Land nicht in der Gesellschaft sondern ausschließlich in Schichten statt.

      Das Interessante am Internet ist die kurzfristige Ermöglichung schichtübergreifender Kommunikation.

      Das erzeugt Irritationen, aber auch neue Erkenntnisse.

      Aus meiner Sicht wäre es daher sinnvoll, dass Sie ihre Irritationen bezüglich meiner Existenz vernachlässigen und meine Beobachtungen beobachten.

      Das erspart Ihnen und mir die Zeit immer wieder die gesellschaftliche Differenz zu artikulieren.

  58. Titel eingeben
    Beste Schrotsäge: Nicht allen der Wirtschaftswunder-Generation verdanken wir die heutigen Verhältnisse. Sondern einer bestimmten Aufsteiger-Gruppe. In meiner Altersklasse, ich bin Jahrgang 51, wurden Klassenkameraden Cheffe der Bezirksregierung, Polizeipräsident und später Oberbürgermeister von Köln, oder Chef der Grundsatzabteilung des Statistischen Landesamts in Berlin oder Pressesprecher irgendeines Umweltinstituts in Potsdam. Deren politische Position war vor 40 Jahren eine ganz andere als heute. Das „System“ hat bestimmte Charaktere an die Tröge geführt und für den Rest gab es den „Radikalenerlass“. Das Scharnier ware und sind die Parteien.
    Ich habe auch Kollegen aus dieser Altersgruppe, die sind heute in den Gewerkschaften, wie ich auch (als Mitglied), die staunen heute noch darüber, wie die WASG (im Wesentlichen Gewerkschaftsfunktionäre) sich von der PDS (heute die Linke) sich den Schneid abkaufen ließen. Ist alles nicht einfach. Ich tippe mal, dass Marine le Pen mehr Sozialpolitik repräsentiert als Siechmar Gabriel. Ist leider so. Und dass Sahra Wagenknecht in ihrer Dissertation den Ludwig Erhardt hochjubelt, obwohl dessen Strategie im Auftrag der SS 1943 für den „worst case“, nämlich dem Niedergang, geschrieben wurde, ist für mich ein Zeichen dafür, dass „die Linke“ hierzulande nicht mehr existiert. Leider.

    [Hinweis: „Schrotsäge“ geöscht, der braucht hier gar nicht mehr seine Klappe aufreissen. Don.]

  59. brille: fielmann
    … „mein kind“, „meine erziehung“, „meine anleitung zu sinnvollem handeln“ …
    brille von fielmann, nehme ich an …
    um „meinen helikopter“, den „erfolgreichen unternehmer“ und den „rührend sorgenden“ ehemann und vater mal außen vor zu lassen.

    „wunschkind“ hieß eines unserer beliebtesten schimpfwörter, heute ätzen sie „du opfr“ und jeder weiß, was gemeint ist.

    ne, schrotsäge, mit schuldzuweisungen und dünkel braucht uns (1940 -1960) keiner kommen. das hat sich so was von ausgewachsen.

  60. Titel eingeben
    „Den „freien, selbständig und wild“ von 1940-1960 Aufgewachsenen verdanken wir doch die heutigen Probleme und Mißstände.“

    Ja, da ist was dran… Sehen sie, wir hatten halt das Vorbild unserer verantwortungsbewussten Elterngeneration und, sie wissen ja wie Kinder so sind, wir wollten halt nicht einsehen, dass dies die empfehlenswerteste Art und Weise zu leben sein soll.
    „Die heutigen Probleme und Missstände“ verdanken sie keineswegs uns, sondern denselben ewig zu kurz Gekommenen, die ihr nicht existierendes Leben durch Politik und anderen Unsinn kompensieren.
    Unsereins hat für so was keine Zeit, mancher fährt mit dem Fahrrad Pässe rauf und runter, mancher hiked um den Annapurna, ein Dritter liebt Wagner Opern und so mancher alles davon. Wir haben kein Problem damit Versager zu sein, sogar darin versagen wir….

    „Mein jetzt 42jähriger Sohn, typisches Helikopterkind, ist erfolgreicher Unternehmer und sorgt rührend für Ehefrau und zwei wohlgeratene Helikopterkinder.”

    Warum bezahlen sie, der den Schaden ja offensichtlich angerichtet hat, ihm nicht ein Dutzend Therapie Sitzungen, vielleicht lässt sich bei dem Armen etwas wieder hinbiegen?

  61. Updröcht Bohnen
    Als ich 12 war, starb mein Vater und Mutter meinte, sie sei nun Vater und Mutter zugleich, was sie mit Strenge hinzubekommen versuchte.Mein Großvater wurde mein bester Freund und Gönner.Ging was schief, sagte er:“So wull ik dat grod hem“.Daran musste ich denken, als Don letztens schrieb, das Foto hätte absichtlich diese Unschärfe.;))

    Im großen Garten gab es jedes Obst und Gemüse, das man sich denken kann.Nur Zucchini waren noch unbekannt. Dementsprechend musste konserviert werden. Im Keller bogen sich die Regale und im Garten füllten sich die Mieten. Irgendwie wurde ich früh erwachsen, weil viel mit mir besprochen wurde. Mein Bruder war jünger.Es wurde aber auch viel gelacht.Kam jemand mit dem Rad vorbei, wurde erstmal alles stehen und liegen gelassen und das Teewasser aufgesetzt.

    Ganz interessant wurde es, wenn Hein, der Mann Lilo, ein Schiffskoch dabei war. Der ging auf große Fahrt und hatte viel zu erzählen. Von Alexandrien bis Südamerika und NY.In Südamerika konnte er mal kein Frischfleisch auftreiben und kaufte in seiner Not Kuheuter. Die wurden zu Schnitzel“ a la Plata“ verarbeitet und schmeckten der Crow ausnehmend gut – bis Hein ihnen sagte, was sie gegessen hatten…Ja, und in Ägypthen sah er das weiße Tuch mit Blutflecken, das durch den Ort getragen wurde als Beweis der Jungfräulichkeit in der Hochzeitsnacht.Irgenwie waren wir immer informiert durch ihn, wie die Welt so tickt.

    Es gab auch Zeit, um bei Hochwasser hinterm Deich zu baden und vom kleinen Fischerboot ins Wasser zu springen. Konnte man über einen Pril schwimmen, war alles klar. Sicherheit bekam ich durch meine Mutter und eine Bayerin (sei kein Frrosch), die es in unseren Ort verschlagen hatte aus Liebe.

    Als Teenager ging es zum Danz op de Deel immer mit dem Rad und hüschgemacht, das Regencape in der Radtasche.Passiert ist uns nie etwas im Dunkeln, wir vertrauten auch naiv auf unsere Luftpumpe…

    Uns wurde auch nie Angst gemacht. Den Nikolaus bekamen wir nie zu Gesicht, wie hier die Rumpelklausen.
    https://m.youtube.com/watch?v=Rfzlta8L6O0

    Abends wurden Grünkohlblätter und Würfelzucker für sein Pferd auf die Fensterbank gelegt. Morgens waren die weg und durch einen Stiefel voll Süßigkeiten und evtl. einige Stifte etc. ersetzt worden.

    • Danke Philomena
      es sind Erzählungen wie die Ihre, die mich diesen (also den jetzigen) blog richtig gerne lesen lassen.
      Ich bin gerade mit meinem Vater seinen früheren Schulweg (8km durch die Wälder und Täler im Sauerland) abgefahren. Da ging mir das ähnlich.

    • p feldmann
      Aber doch nicht 8 km zu Fuß, damals? Das wäre doch zu viel Sport für kurze Grundschülerbeine, oder? Ich hatte knappe 2 km zu laufen.

      Korrektur:Ich wollte Crew schreiben. – – Die konnte damals noch einen Landgang machen, weil der Pott oft 3 Tage im Hafen lag. Heute nicht mehr vorstellbar.

    • 8km
      nein, es waren wohl die Jahre auf dem Gymnasium und 8km war nur ein Weg.

    • Liebe Philomena
      Einen Seemann hatten wir auch in der Familie. Bayrischer Bauernbub, der so dem Mief eines Dorfes in der Hallertau entkommen war.
      Meine Güte, was der für Geschichten zu erzählen hatte! Tagelang haben wir ihm zugehört, wenn er wieder mal vorbeikam. Die große Weite Welt war damals eben noch größer, und vor allem weiter weg.

      Immer brachte er Geschenke mit, exotisches Zeug und auch diverse Luxusartikel. Ob ich die hier aufzählen soll? Ich nehme an, nach 45 Jahren sind auch Vergehen gegen Einfuhrbestimmungen und Artenschutz verjährt, sofern es die in dieser Form überhaupt schon gab.
      Heute könnte ich mich in ein Flugzeug setzen und all die Orte aufsuchen. Aber ich glaube nichts könnte so aufregend sein, wie damals die halbe Nacht lang den Erzählungen von fernen Ländern zuzuhören.

    • Hallo Samsara
      Es ist ja bekannt, dass es viele Bayern und andere Binnenländer zur Seefahrt und Marine zog.Diese wurde auch oft verklärt in Liedern besungen.( Freddy Quinn, ein Wiener und Lolita, eine Österreicherin).

      Natürlich habe ich die Ohren gespitzt, als gesagt wurde, auf der Reperbahn sitzen die Frauen im Schaufenster und jede andere Frau, die da mal kucken will, wird mit Wasser übergossen.👠
      Bei mir war ein großer Fotoband aus Papas Bücherschrank maßgebend:Deutschland im Bild – alles vor dem WK2.Da gefiel mir ein Ort immer am Besten und da bin ich gelandet. Wollte nur ein Jahr bleiben und am WE auf die Berge… Als Kind habe ich einen Aufsatz geschrieben, in dem ich später ein Haus mit Balkon wolle, obwohl die in ganz Friesland unbekannt waren.

      Die Höfats wurde mir zum Verhängnis. Da ging einer mit mir zum Edelweißholen, obwohl es verboten war.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Höfats

      Mit der Enge im Dorf hat der Tourismus hier wohl aufgeräumt, den es schon lange gab.Mein Mann war eher kritisch und hielt nichts von der Kirche. Das und Anderes muss ja besprochen werden vor der Hochzeit. Jedenfalls hat er als 10jähriger seiner Mutter, die bezweifelte, ob das mit Karl dem Großen auch alles so stimmt, gesagt, was sie zelebriert, sei schon 2000 Jahre alt – und das glaube sie ja auch.⛪️

      Mit freundlichen Grüßen.

  62. Vorbild
    Kinder kann man nicht erziehen, sie machen einem eh alles nach – sagte schon Karl Valentin.

  63. zu wenig Aufklärung
    Nice: Steigt aus, schreit a-huh-a, aber sein Cousin sagt, habe nie was mit Religion zu tun gehabt. Hat ansonsten alle Züge eines Amoköaufs Stil Virginia High Tech Massacre.

    Wünsche mir genaue und exzellente Recherche von unseren Zeitungen. Werden hier derzeit besser in England und Frankreich bedient, aber Kohlers Ausführungen sind gut. Die neue Sau Putsch in der Türkei scheint gelegen zu kommen.

    Nizza laut brit. Presse angeblich Hotspot für Islamisten.

    • Das liegt daran, dass die franzosenfreundlichen Nordafrikaner, die nach dem Ende der Kolonien Repressionen befürchten mussten, sich neben Paris vor allem Südfrnkreich als Heimat erkoren haben. Das ging schief, weshalb auch die Front National dort ihre Stützpunkte hat.

      Nachdem der Täter offensichtlich in der Lage war, sich die Zufahrt gegenüber den Sicherheitskräfen zu erflunkern, kann er nicht völlig übergeschnappt gewesen sein.

    • Türkischer Putsch
      Es wurde nächtens öfter gemutmaßt, dass Erdogan selbst putscht, um seine Macht zu festigen, zumal der Zeitpunkt usw. idiotisch und die Verbindung nach draußen nicht völlig gekappt war. Hat ja doch wunderbar geklappt. Ich denke, wir werden mit dem Herrn noch richtig Spaß bekommen.

      Der IS hat sich inzwischen zu Nizza bekannt, war auch nicht anders anzunehmen, egal, ob der Typ nur einen an der Waffel hatte oder doch Bruder im Geiste war.

    • "Putsch" in TR =
      Reichstagsbrand 2.0?
      Wer wohl die Appeasement-Politiker sein werden?
      M.A.Titz

    • Truly, for some men nothing is written unless THEY write it.
      @R. Simon

      Tja, war das der türkische Reichstagsbrand?

    • @Goodnight: "türk.Reichstagsbrand"
      Ich denke, Sie haben das recht exakt erfasst.

      Die Türkei wird jetzt mit Riesenschritten Islamismus gehen.
      Das ist natürlich eine hervorragende Basis, quasi eine Vorbedingung für eine EU-Aufnahme.
      Sehr vielen scheint das durchaus klar zu sein, nur Merkel und Claqueren nicht.

    • So könnte bzw. so muss man es wohl sehen
      goodnight

      http://de.sputniknews.com/panorama/20160715/311478861/tuerkei-militaerputsch.html

      Interessant, dass Merkel die Rechtsstaatlichkeit anmahnt, der Frau graust es vor nix. Deutschland stehe auf der Seite derjenigen, die für die Demokratie einstehen. Über einen Regierungswechsel könne nur das Volk bestimmen, betonte die Kanzlerin. Panzer auf den Straßen und Luftangriffe seien Unrecht.

      Nun könnten wir auf Ideen kommen; nur das Volk bestimmt den Regierungswechsel – auch außerhalb von Wahlen?

      Andere jubeln, die Demokratie habe gesiegt… was man so alles unter „Demokratie“ verstehen kann, ist schon erstaunlich.
      http://www.welt.de/politik/article157097877/Gott-sei-Dank-hat-die-Demokratie-gesiegt.html

      Erdogan selbst bezeichnet den Putsch als „Geschenk Gottes“, das sagt alles.

    • Renate.....
      Don hat es doch angedeutet… lesen sie mal ein paar wahrheitsgemässe Berichte zum Krieg den die Franzosen in Nordafrika geführt haben. Anfang der 60er gab es dann auch ein paar heftige Massaker der französischen Polizei IN Frankreich an demonstrierenden Nordafrikanern, mit mehreren hundert Toten! Damit sie ein Bild bekommen lesen sie mal hier

      http://www.hagalil.com/2011/10/ratonnade/

      311 Nordafrikaner sind da durch de Gaulle ermordet worden, wieviel waren es in Nizza. Natürlich soll man das nicht aufrechnen, aber die verniedlichenden Kommentare die hier permanent zum Thema der Bekämpfung der von uns mitverschuldeten Ursachen erscheinen, ob im Zusammenhang mit Flüchtlingen oder Terrorismus, sollte man vor diesem Hintergrund lesen.
      Und das ist natürlich das allerletzte wozu der selbstgerechte deutsche Spiesser bereit ist!

      Das sind alles Sachen die man heute gar nicht möglich hält, aber Betroffene vergessen das nicht, und wenn man dann auch noch einen aktuellen Anlass bietet…. fundamentalistische Anhänger aller monotheistischen Religionen waren noch nie für übergrosse Intelligenz bekannt.

      Was hindert so einen Verrückten denn daran in München einen Klein-Laster zu mieten und damit volles Brett am Samstag in die volle Fussgängerzone zu rasen, wenn man in DE ja meint die Bundeswehr zB in Afghaistan mit morden zu lassen? Oberst Klein ist ein Begriff?

    • Tyler, das Verständnis, das Sie einfordern
      ist ja da, bietet aber keine Rechtfertigung. Sie predigen das Prinzip linke Wange – rechte Wange, kann man machen, aber wo führt das hin? Würden alle Juden so denken, die in den KZs umgekommene Verwandte haben, hätten wir hierzulande längst einen neuen Krieg gehabt.

      Sie führen Oberst Klein an, sein Verständnis von Verteidigung ist haarsträubend, gehört aber dank der nun allerorten tolerierten Kollateralschäden (wie viele allein ein Drohnenangriff tötet), in diese Kategorie. Das gefällt mir auch nicht, wie mir auch nicht gefällt, dass die Bundeswehr in Mali und anderswo in Afrika eingesetzt wird, um z.B. die Uranvorkommen für die Franzosen zu sichern.

      Kriege werden angezettelt, um Gelände und Ressourcen zu sichern, es geht nicht um die Menschen, denen man angeblich Demokratie bescheren will, natürlich ungefragt, ob man diese Staatsform überhaupt möchte. Früher beteiligten sich Herrscher persönlich an den Kriegen, müssten die heute verantwortlichen Damen und Herren noch selbst ins Feld, wäre vielleicht manches anders.

      Wie auch immer, die früheren oder jetzigen Kriege reichen mir nicht zur Begründung, dass nun alle Migranten ausgerechnet zu uns möchten und wir alle mit offenen Armen empfangen müssen. Dazu das Staatsversagen einer Kanzlerin/Regierung, die das offene Messer nicht geregelt bekommt und was sie regelt ist nicht dazu angetan, beruhigt zu sein. http://www.rolandtichy.de/kolumnen/helds-ausblick/integrationsgesetz-der-zweite-dammbruch/

    • Ain't nobody likes the Middle East, buddy. There's nothing here to like.
      @R. Simon

      Frau Merkel betreibt keine Außenpolitik. In der Außenpolitik ist die BRD nicht relevant.

      Diese ganze Showbühne der letzten Jahrzehnte, wo der Außenminister die Moral predigte und ein TDV feuchte Augen bekam, all das ist irrelevant.

      Die wichtigen Kräfte in dieser Welt, die betrachten die Türkei strategisch.

      … alles weitere ist classified. Sorry :-)

    • goodnight, da gehe ich völlig d'accord
      https://www.youtube.com/watch?v=JZZM15lPhLE

  64. Wo war noch gleich der Deutschlehrer, ach im vorhergehenden Artikel.
    Eben in meinem Lieblings-Erziehungssender in den Nachrichten gehört:

    a) (Ankara)….waren in Gebäude liegende Trümmer zu sehen.
    .
    b)…. hunderte Türken demonstrierten gegen Putsch in Karlsruhe. (wurde der Großherzog von Baden gestürzt?)

    Btw: Wann erfolgt die Unterstützungsadresse aus Ulan Bator ?

    • Brenn(WITZ)Punkt ARD 15.07.16 zu Nizza
      Die ARD Brennpunktsendung nach der 20:00-Uhr Tagesschau am 15.7.2016 war wieder ein „Glanzstück“ unseres Flaggschiffs im gebührenfinanzierten ÖR.

      Neben allerlei Nichtigkeiten und Betroffenheitsinterviews in deutschen Fußgängerzonen und dem aufgeblasenen WDR Augenzeugen:

      Niente.

      An einer Stelle hieß es:

      „Statt Integration voranzutreiben rüstet Frankreich auf.“

      Wenn man so will, so war das dann der BRENNPUNKT.

    • Mit dem Angriff der Willkommenskultur wird das alles in Ordnung gehen.

    • Die ö-r haben sich gestern Abend wieder nicht mit Ruhm bekleckert
      ich sah bei meinem abendlichen Streifzug durch die Presse die Eilmeldungen zur Türkei. Im ö-r TV absolut nichts, bei mir lief so nebenbei Phoenix, die Eisbären waren wichtiger. Andere ö-r Sender, niente.
      Wie sagt Kachelmann immer, Dumpfbacken, dem ist nichts hinzuzufügen.

      Ich habe dann auf n-tv umgeschaltet, die waren voll dabei.

  65. MOPSPOSSE
    mit grosser freude lese ich, dass die „penis ins internet stellen“- und „sprechender rollmops“- posse aus felix Austria – genauer gesagt aus Wien, denn Wien ist nicht felix Austria – jetzt auch im hauptblatt endlich angekommen ist…..mich würde jetzt noch interessieren, wie die glückliche kindheit der anti-FPÖ-kriegerin verlief und wie sie auf die vorstellung kommt, Ad.Hi. könnte wieder bundeskanzler werden……. der ist doch schon längst tot. und war ein versager: Baron M.von Ardenne bescheinigt ihm ja, er verstehe nichts von technik !

    naja, seine wunderwaffen leben – lesen wir an gleicher stelle – ja immer noch weiter, der Baron soll dem Ad.Hi. ja zur frühen grossserienproduktion gedrängt haben, ob in dem gespräch auch über isotopentrennung gesprochen wurde ist unbekannt. ja genies scheitern, so scheitere ja auch Fulton am technischen unverständnis Napoleon, stellen wir uns vor, NAP wäre aus St. Helena mit dem dampfschiff zurückgekehrt ?!

    aber bleiben wir bei der MOPSPOSSE, die lage ist hoffnungslos in A, aber nicht ernst: wir lesen es gerne was aus diesen östlichen landen „im schatten der Burenwurst“ kommt, was gab es schöneres in jungen jahren als eine lesung von H.C.Artmann in der Sezession.

    • Das Feuilleton ist generell die reinste Mopszucht, aber alle zwei Jahre gibt es dann neue Möpse und die alten werden peinlich. Man darf fragen, wie lange das Gepöbel dieser speziellen Person als neu und unverbraucht verkauft werden kann – ich habe da so meine Zweifel. eoniges von ihr kenne ich aus dem Internet, und wenn das alles sein soll – mei.

  66. Lieber TDV, es gibt weder geeignete Orte noch Augenblicke für
    Reibungsarmewahrheitenübermittlungen ( http://blogs.faz.net/deus/2016/07/13/lex-borderline-ginalisa-3504/#comment-39983 ), also immer spontan heraus damit – das Aberderhatjagarnichtsan aus des Kaisersneuekleider war ja auch nicht mit Diversenmarketingexperten abgesprochen ;-)

    Apropos Kaiser und vom Schlossberg werfen: Sie sitzen ja in Quellennähe – wie ist denn das geregelt: Beginnt mit einem neuen Tenno eigentlich auch dann eine neue Zeitepochenrechnungoderepochenzeitrechnung, wenn der vormalige noch nicht tot ist?

    Kinder, was sind das bloß für Zeiten: Zwei Päpste, zwei Tenni (jaja, ich weiß, aber mir ist gerad so wetterbedingtnordafritalienischzumute), bei den Fcbayern übernimmt wieder der Vormalige von seinem Nachfolger… Vielleicht sollten wir die mal ringtauschen: Ratzing(ba)er auf die fernöstlichen Wackelinseln (da kann er regelmäßig seine Blutkreislaufgefäße von Ablagerungen freischütteln lassen), der Dannigeextenno zum Fcbayern und der Wurstfabrikant nach Rom, wohin eh alle Wege führen…

    • Witzig, Frauke....
      Das mit der Zeitrechnung war auch meine erste Frage…
      Mit erscheint es unlogisch aber die neue Zeitrechnung beginnt erst mit dem Tode des alten Herr. Bei Hirohio ging es bis Showa 63, jetzt bei Heisei sind wir bei 28, wer den neuen Namen entscheidet konnte ichn noch nicht herausfinden.
      Wie sie sich sicher vorstellen können, bin ich kein Fan von Monarchien aber hier musste ich Neues lernen.
      Während Könige ja immer was Macht zu tun haben, stehen Kaiser da drüber. Der Mann ist bereits Kaiser und für den geht es nirgends mehr hin, Ehrgeiz gibt es da keinen.
      Eine Diskussion wie im UK oder den ehemaligen Kolonien über die Monarchie ist hier undenkbar. Der Mann, der sich im Gegensatz zu seinem Vater ja wirklich nichts zuschulden kommen liess wird geliebt und verehrt.

      Wenn Ratzinger hier Kaiser wäre, würde ich auswandern. Wobei der Buddhismus hier im Vergleich, so von Business zu Business, mit dem Christentum nichtmal so kläglich abschneiden würde. Manchmal staunt schon sehr, was Leute die sich für Buddhisten halten alles glauben… Aber die Leute haben halt überall alle Angst vor dem Nach-dem-Tode. Damit macht man sich erpressbar und davon leben Religionen halt.

      Hoeness als Papst? Warum nicht… da kann er dann soviel Steuern hinterziehen wie er will, muss halt auf die Leute von P2 aufpassen, die hägen schon auch mal einen Vatikan Banker an einer römischen Brücke auf…

      Aber vom FC Bayern lassen sie bitte die Finger. Obwohl… wenn wir den Kaiser den wir beim FCB haben, gegen den netten alten Herrn von hier austauschen könnten…
      Man kann hier ja mitten im Kaiserpalast auf einer Wiese Mitgebrachtes zu Mittag essen, macht Spass und machen jeden Tag Hunderte. (Japan: kein Fitzelchen Müll bleibt zurück) Vielleicht kommt er ja mal raus aus seiner Hütte, ich frag ihn mal, der FCB ist ja populär hier, seine BuLi Spiele live, 22.30 Samstag

      Der Robben nun wieder gestern, spielt 30 Minuten und…. ist schon wieder verletzt.

    • Tyler, Sie enttäuschen mich
      Anhänger des FCB? Meine Güte und sich den Kaiser nach Japan wünschen, ja das tät dem Franzl grad noch passen. Wie ist das eigentlich mit ihm und der Fifa ausgegangen, sauber lief doch da nix…

    • Die P2 ist aber doch auch ein überaus sau"bär"er Verein, die besudeln doch keine
      Altehrwürdigenrömischenbrücken – da benutzt man doch lieber eine in einem Besondershumorreichengefilde – Blackfriars. Habe allerdings nie ermitteln können, woher die Steine, die Calvi in den Taschen hatte, wirklich stammten…

      (Kleineanmerkung zu Schrumpfendenfreundeskreisen: Da kreisen üblicherweise bloß Motten, solange es was abzusaugen gibt. Erst wer mal richtig in Not geraten ist, weiß, welchen seiner Bekannten (ja, es ist meist nur ein einziger!) er mit Fug und Recht fürderhin als Freund bezeichnet. Lassen Sie sich’s also nicht verdrießen, auch hier mit Pfeffer und Salz auf etwas Zusätzlichennichtnuraufderzungebrennendengeschmack hinzuwürzen.)

  67. Ganz wunderbar - Vielen Dank!
    Anfänglich wollte ich eine persönliche Geschichte einfügen, habe aber dann alle die vielen, lebendigen, Beiträge gelesen und verzichte auf Beinahe-Wiederholungen.

    Manchem der minderheitlich kritischen Kommentatoren könnte ich noch dazufügen, dass selbstverständlich früher nicht alles besser war. Also, ich möchte nicht zurück ins Jahr 1975, oder so.
    Was meines Erachtens vollkommen falsch gelaufen ist, bezieht sich auf eine konservative Einstellung des Guten, das auch auch gab. Wahrscheinlich möchte niemand zurück ins Miefige, niemand wünschte sich Paragraphen zurück wie 175, 218.
    Nicht geschafft haben wir es, das Gute, und die Vielfalt, in die neuere Zeit hindurchzutragen. Uniformität war nicht 1970, Uniformität sehe ich ab 2000. Und sogar institutionalisiert, ob ISO, oder Akkreditierung.
    Kinder mit dem Rohrstock grün und blau zu prügeln ist nicht in Ordnung. Allerdings ist es kein Deut weniger Vergewaltigung, ihnen einen Helm aufzusetzen wenn sie durch die Stadt gehen, und ihnen zu verbieten: „Lauf nicht so schnell! Du könntest hinfallen!“

    Sind wir ehrlich, so stellen wir wahrscheinlich fest, dass der Druck auch auf die Eltern gewachsen ist. So wie der Gruppendruck auf die Kinder gewachsen ist. Und die Freiheiten, auch die zeitlichen Freiheiten, der Kinder geringer geworden sind. Das ist auch in dem Artikel impliziert.
    Eine logische Konsequenz ist vermehrter Stress für Kinder, Eltern, und Lehrer. Eine befreundete Kindergärtnerin hat ihren Job nach 15 Jahren verloren weil sie aus dem Affekt ein Kind geohrfeigt hat. Geht natürlich nicht, finde ich auch. Andererseits haben wir alle mal einen schlechten Tag, und wenn Ohrfeigen nicht das Mittel der Wahl sind, ist auch diese Art der Durchsetzung eines hohen Ideals durch Entfernung aus dem Job schon übertrieben, finde ich.

    Und viele der Artikel von Don Alphonso handeln von einer vollkommen überzogenen (faschistoiden) Selbstkontrolle und der Kontrolle anderer.
    ‚Freiheit‘ ist bestimmt nicht moralinsaurer Druck. ‚Freiheit‘ ist auch das Einräumen von Vielfalt, die Berücksichtigung individueller Interessen, der Eltern und der Kinder.
    In diesem Sinne verstehe ich den Artikel auch. Das kindliche Interesse ist eben nicht unbedingt, den Tag vollkommen unversehrt zu überstehen, und sich darauf vorzubereiten, später einmal eine intellektuelle und ökonomische Bereicherung der Gesellschaft zu werden. Und Eltern sollten ein anderes Interesse haben, als ihrem Kind schon frühzeitig eine Pole-Position im rat race aufzubauen, durch das modernste Smartphone, einen klimatisierten Schulweg ohne Dieselabgase und ohne Gefährdungen durch Mitschüler, Regen, Kälte oder Schnee.
    In meinem Verständnis ist das alles sehr ungesund, und fällt für mich unter ‚Vergewaltigung‘. Aber da gibt es offenbar (Herr Maas?) keine Paragraphen gegen.
    Ja, das – als Beispiel – war früher besser. Da gab es zwar auch bei uns die damals von uns schwer bemitleideten, wenigen, Mitschüler, die ähnlich gepampert und ähnlich gestresst waren weil aus ihnen unbedingt etwas werden sollte. Aber eben als kleine Minderheit.
    Und im Laufe der Jahre sind diese mir aus Kinder- Jugend- und Schulzeiten bekannten alle von der Platte gefallen. Drogentod, Alkohol, HartzIV. ‚Gemacht‘ hat es ein einziger, der Rest ist am Anspruch zerbrochen.

    Ich kann nur hoffen, dass es sich bei diesen Erfahrungen um Ausnahmen handelt – und befürchte das Gegenteil.

    • Eine Backpfeife und ihre Folgen
      Herr Dippel,
      die unglückliche Kindergärtnerin hat also ihre Arbeitsstelle verloren. Wegen einer vermutlich reflexhaften Aktion. Zugleich hat man sie – ungewollt – vor den Müttern und Megären des Sprengels geschützt. Sie hätte ohnehin kein Bein mehr auf die (Kita)-Erde bekommen. Noch schlimmer ist, dass ihre Entlassung wahrscheinlich einem Jobverbot gleichkommt.
      MfG, L.

    • Schlimmer: Sozialkontrolle à la 'Der tägliche Faschismus'
      Potentielle neue Arbeitgeber hatten da ein Problem, und haben das auch durchblicken lassen: Egal wie viel Erfahrung; wenn auch nur irgendetwas passieren sollte, irgendetwas, werden die Eltern kein Stein auf dem anderen ruhen lassen um dem Kindergarten voll an die Karre zu fahren. „Warum habt ihr diese notorische Frau eingestellt?! Das ist unverantwortlich!“
      Also kein Berufsverbot, sondern verfemt.
      Die Unvernunft liegt in der scheinbar unheilbaren Masseninfektion mit dem Kontroll- und Selbstkontroll-Virus. Gepaart mit unendlicher Selbstgerechtigkeit (meinen Sie, wenn das denen passiert wäre, hätten die nicht unendlich viele Gründe und null Schuldbewusstsein?) macht das eine Gesellschaft mit der ich lieber nichts zu tun hätte.

    • Titel eingeben
      Nur kurz, weil ich die Verklärung der guten alten Zeit amüsant fand (und nicht wirklich kritisiert hatte): Sie haben, finde ich, in einigen Punkten Recht.
      Schärfsten Widerspruch verdient aber Ihr Satz:
      „Allerdings ist es kein Deut weniger Vergewaltigung, ihnen einen Helm aufzusetzen wenn sie durch die Stadt gehen, und ihnen zu verbieten: „Lauf nicht so schnell! Du könntest hinfallen!“
      Man muss nicht Schläge verharmlosen, um die Helikopter-Mentalität zu kritisieren. „Grün und blau“ geschlagen zu werden ist fürchterlich und kaum einer der das erleben musste, hat dafür nicht einen sehr hohen Preis gezahlt. Das heißt nicht, dass er/sie nicht einen guten Weg gemacht haben kann. Aber bis in die Seele, in die Träume, in die Sexualität – wer kann da schon schauen? Evtl. der Partner, der weiß meistens auch, was da los ist und was es kostet, Mensch zu sein mit einer solchen Vorgeschichte.

      Wie gesagt: Helikopterei ist Mist. Aber Kinder schlagen ist immer und unter allen Umständen abzulehnen und steht auf einem anderen Blatt.

  68. Schlacht um den Dreckberg
    Ich erinnere mich noch an grandiose Dreckbatzen-Schlachten um die Eroberung des Berges abzuwehren (unerlaubt war damals einen Stein mit Dreck zu umhüllen und dann zu schmeißen :-)

  69. I am glad that you have shot this footage and that the world will see it.
    Türkische Soldaten werden von Zivilisten mit Gürteln ausgepeitscht.

    Diese Bilder werden bestimmt alle noch loyalen türkischen Militärs erfreuen.

    • Demnächst dann auch als EU-Mitglied.

    • Österreich hat ja dankbarer Weise schon erklärt, aus der EU auszuscheiden
      , falls die EU/Merkel die Türkei aufnehmen will!

      Und ich denke, dass es dann mit den Nettozahlern recht knapp wird. Finnland steht auch schon auf der Schwelle.

      Der Mob auf den Straßen der Türkei ist übrigens derart, dass ich schon einem Urlaub dort kritisch gegenüberstehen würde- falls ich überhaupt jemals auf diese Idee käme. Da fahre ich lieber mit dem Rad durch Russland nach Sewastopol.

    • Mmmm.
      „Türkische Soldaten werden von Zivilisten mit Gürteln ausgepeitscht.“

      Man muss schon ein eigenartiges Weltbild haben wenn man bei solchem Anblick nicht anfängt über das „Cui Bono“ zu grübeln.

      Mal ganz abgesehen davon, dass es bei dem ganzen „Putsch“, wer ihn auch immer inszeniert hat, nichts gibt das man als die gute Seite bezeichnen würde.

      Hab noch mal schnell drei Webseiten angeschaut und da steht es schon überall, Erdogan könnte das alles in die Wege geleitet haben.

      Es wird Zeit Österreicher werden, bzw auf einen Bayern-exit hinzuarbeiten.

    • No, we make sure the wars are small ones.
      Tja, TDV, wer profitiert wohl davon, wenn die Islamisten in der Türkei sich gegenseitig bekämpfen?
      Eventuell die, die sie als Antwort auf 99,9% aller politischen Fragen nennen.

    • mmmm...
      Es ist die Gefahr mit in sich geschlossenen Argumenten, dass sie falsch sind…

      Woher wissen sie denn, dass sich da „Islamisten“ bekämpfen? Aus derselben Quelle die uns jedesmal, wenn ein verrückter Einzelner eine Gruppe Menschen erschiesst, oder mit einen LKW ummäht, sofort eintrichtert das sei ein Mitglied im IS gewesen?

      Von all den Theorien über diesen „Militärputsch“ erscheint mit die am wenigsten unwahrscheinliche immer noch, dass Erdogan hier ein paar Fäden gezogen hat um sich jetzt beim Aufräumen unliebsamer politischer Gegner zu entledigen. Das mag falsch sein oder nicht, ich weiss es nicht, aber ich habe in meinem Leben noch nie einen Militärputsch erlebt bei dem Putschisten anscheinend nicht einen einzigen Menschen getötet haben! Oder wissen sie da mehr…?

      Mit ihrem „No, we make sure the wars are small ones“, werden sie nach der nun ja wohl unvermeidlichen Wahl Hilarys früher unrecht haben als ihnen lieb sein wird.

  70. Titel eingeben
    Hm….

    a) http://www.sandraandwoo.com/woode/2014/12/04/0639-stehkarussell-i/
    b) http://www.sandraandwoo.com/woode/2014/12/08/0640-stehkarussell-ii/

    @Don Alphonso:
    Was für ein Linoleumbelag war das?
    Bin immer an neuen Ideen interessiert… „bombjack@fastmail.ca“

    Btw. geht ähnlich auch auf der Ebene….Schmierseife dürfte jeder kennen aber besser geht es mit Glucomannan (Konjac-Gum) in Pulverform (Konjak Pulver). Hat den Vorteil, dass es nicht brennt (in Augen und offenen Stellen), die Haur nicht reizt, umweltverträglich ist…

    Btw. weil hier öfter „alternative“ Spielorte wie Neubaugebiete, Scheunen usw. erwähnt werden…was sich da definitiv geändert hat, ist der Fakt, dass wenn da was passiert, versucht wird dem Besitzer was ans Zeug zu flicken d.h. es wird eher geklagt….und der Mist hat dann auch durchaus Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendarbeit.
    Ich mache Aktionen (z.B. diese obengenannte Schleimrutsche) und Workshops vgl.
    http://illumina-chemie.de/bilder-von-kids-und-chemistry-t3286.html
    http://illumina-chemie.de/cyanotypie-t3305.html#51294
    und da steht man dann unvermeidlich im Fokus der Eltern und man kann nur hoffen, dass die nicht so klagefreudig, wenn doch mal was passieren sollte……

    bombjack

    • Das Linoleum kam vom Bodenbelags- und Tapetengeschäft im Altstadthaus. Da waren grosse Rollen und oftmals Reste. Etwas habe ich sogar noch im Speicher.

  71. Die wilde, freie Kindheit
    Wunderbare Bilder von den ländlichen Landschaften, einer Burgruine auf einem Fels und die selbigen im geistigen Auge von Kindern, die fröhlich und mutig einen steilen Hang herunterrutschen. Wie immer, sehr schön, herzlichen Dank, lieber Don Alphonso.

    Ich habe mit meinen Töchtern höchst ungern die sog. Erlebnisparks besucht.
    Einmal waren wir mit Bekannten, bei denen wir zu Besuch waren, mit deren beiden etwa gleichaltrigen Jungs in einem Riesenpark irgendwo in NRW.
    Unsere ältere Tochter muss damals knapp sechs gewesen sein, die jüngere ungefähr vier. An der Kletterpyramide ist die Kleinere blitzschnell und von uns allen unbemerkt bis hin zur Spitze geklettert. Das Ding war unglaublich hoch, dass ein kleines Mädchen so etwas tut, nun, damit hätte niemand gerechnet. Es waren viele Kinder da, aber kein einziges traute sich weiter zu klettern als etwa zur halben Höhe. Doch das schlimmste war, dass sie oben auf dem Kletterseil stand, sich am oberen Seil festhielt und dabei heftig schaukelte und dabei quietschvergnügt zu sein schien.

    Exkurs: Meine Mutter erzählte mir, wie sie mich einmal suchte und mich schließlich auf dem Dach unseres Hauses fand. Ich war noch zu klein, um mich daran zu erinnern. Ich bin über eine Leiter, die an finnischen Häusern gewöhnlich fest installiert ist, nach oben geklettert und saß dort oben. Meine Mutter erzählte mir, dass sie völlig ruhig geblieben sei, damit ich nicht Angst bekäme und sie bat mich, brav und still sitzen zu bleiben, damit sie zu mir kommen kann, um mit mir oben zu spielen. Dank ihrer Ruhe war mein Abenteuer glimpflich ausgegangen.

    Beim Anblick meiner kleinen Tochter schoss es mir folglich durch den Kopf: ruhig bleiben, keine Angst zeigen. Ich rief ihr zu, dass wir jetzt Eis essen gehen wollten und fragte, ob sie mitkommen wollte. Sie ist sofort nach unter geklettert, flink wie ein kleines Äffchen. Sie war auch sonst viel wilder als andere Kinder, schaukelte z.B. am Spielplatz so heftig am kleinen Pferdchen, dass eine Bekannte sie „Dschingis Khan“ taufte.

    Ein anderes Mal, und daran kann ich mich auch nicht erinnern, sei ich unter unseren Zaun durch gekrochen, an der einzigen Stelle am Tor, wo der Spalt für mich genug Platz bot, um dort nach außen durchzurutschen. Meine Mutter suchte mich und fand mich durch pures Glück auf einem etwa 400 m weit gelegenen schmalen Feldweg, der durch eine Naturwiese führte, dicht an einer of-fenen tiefen Quelle, in welche ich vor ihren Augen hineingefallen war, und sie erzählte mir, wie sie mich eben gerade noch herausholen konnte und mich vor sicherem Ertrinken rettete. Danach wurde die offene Stelle am Gartenzaun verdrahtet und die Quelle sicher bedeckt.

    Am Schönsten fand ich als Kind die Wintertage, die ich damit verbrachte, als einziges Mädchen mit den Nachbarjungs am nahegelegenen Hügel den Hang herunter zu laufen, um über eine von den Jungs selbstgemachte Schanze Ski zu springen. Selbstverständlich ging es darum, wer am weitesten springen kann. Im Sommer verbrachte ich jeden sonnigen Tag im Wasser am Saimaa-See, das Schwimmen liebte ich am allermeisten.

    Am spannendsten fand ich jedoch, im Wald über eine etliche Meter breite ziem-lich tiefe Kuhle mit einem am Baum befestigten dicken Seil zu schwingen, im Halbkreis vom einen Rand zum anderen, fast wie Tarzan oder in meinem Fall Jean. Die Kuhle war tief genug, um bei der Geschwindigkeit beim Fallen emp-findlich verletzt zu werden, und bis heute frage ich mich, wie ich den Mut aufgebracht hatte, da völlig furchtlos mitzumachen. Das Gefühl, hoch in der Luft über den Abgrund zu schwingen machte mich regelrecht süchtig danach.

    Das Gefühl kenne ich sonst nur aus dem Spiel mit den Wellen mit einem Surfbrett, bei welchem ich später auf Bali beinahe ertrunken wäre, weil ich so geistesabwesend war, dass ich in einen Bereich geriet, in welchem Baden verboten war, wegen der gefährlichen Unterströmung. Ich bin um mein Leben geschwommen, um das Ufer zu erreichen, und zu meinem Horror sah ich dabei, wie unsere jüngere Tochter ins Wasser lief, um zu mir zu schwimmen. Sie war acht Jahre alt und eine geübte Schwimmerin, hatte in Schulwettkämpfen alle ersten Preise gewonnen, doch sie war zierlich und hätte die nötige Körperkraft nicht gehabt, beim Zurückschwimmen gegen die Strömung zu kämpfen. Sie reagierte auf meine Rufe nicht, doch zum Glück realisierte mein Mann meine Not und holte sie noch rechtzeitig aus dem Wasser.

    ***
    Ich hatte eine behütete, aber sehr schöne Kindheit. Meine Eltern waren streng, aber sie haben mir viel kontrollierte Freiheiten zugestanden. In einer finnischen Kleinstadt war das Leben ruhig und ungefährlich. Daher wollte ich, dass auch meine Kinder so natürlich wie möglich aufwachsen und hatte Glück, dass sie die wichtigsten Jahre ihrer Kindheit nicht in Asien verbrachten, sondern in einer schönen norddeutschen Kleinstadt mitten in wunderbarer Natur.

    @Thomas Meyer
    Ja, mir waren die Knie auch stets irgendwie im Wege bei dem Bewegungsdrang, denn ich wuchs schnell und hatte lange Beine. Besonders schlimm war das beim Üben vom Schlittschuhlaufen, da hatte ich mehrmals Wasser am Knie, aber das hat mich von dem schönen Vergnügen nicht abgehalten. Man lernt gut Schlittschuhlaufen nur über den Schmerz.

    ***
    Was mir bei den heutigen Kindern und Jugendlichen am Meisten Sorgen macht, sind die irrealen Welten, in welche sie eintauchen bzw. flüchten können. Die irrealen gleichaltrigen „Freunde“, die man vielleicht nie in der realen Welt treffen wird und die sich gegenseitig ihre intimsten Geheimnisse teilen. Gefühle, die sich entwickeln, Freundschaften, die von einem Moment zum anderen aufgekündigt werden. Hinzu kommt das narzisstisch motivierte Bedürfnis, in Coolness bzw. optisch zu imponieren, vom Cyber-Mobbing und sonstigem Psychoterror ganz zu schweigen. Oder Video-Spiele, die bereits Kinder süchtig machen können. Ich beneide die Eltern nicht um di

  72. Schwabenpfeile
    Wir haben in den Bunkern und auf dem nahegelegenen Truppenübungsplatz immer die Munition gesammelt, die Köpfe von den Hülsen weggemacht und wenn sie noch drin waren, die Zündplättchen rausgemacht. Das wurde dann fein säuberlich sortiert (Köpfe und Hülsen waren aus Messing, ausser die von Leuchtkugeln, die waren aus Alu, Zundplättchen und die Feldtelefonkabel, die man auch überall fand, waren aus Kupfer) und dann haben wir das beim Alteisenhändler verkauft. Das meiste bekam man (theoretisch) für Alu, dann kam Kupfer, dann Messing. Wenn das alles fein sortiert war, bekam man richtig Geld dafür, dafür konnte eine 5-Köpfige Kinderbande eine Woche lang in den Ami-Kasernen „Ice Cream“ kaufen.
    Weil das Alu so leicht war und der Verkauf nicht lohnte, haben wir die mit einem Gemisch aus Unkrautvernichtungsmittel und Zucker gefüllt, haben sie hinten zugezwickt und durch das Zündloch durch eine Spur gelegt, die wir dann angezündet haben. Damit konnte man auf den wilden Schrottplätzen, die es auch überall gab, alte Autos in die Luft sprengen. Hatte man sich in der Ladung verschätzt, gingen in ein- bis zweihundert Meter Entfernung auch mal ein paar Scheiben zu Bruch. Dann kam am nächsten Tag der Dorfsherriff, Herr Hirschle, mit irgendeinem Hausmeister in die Schule (die Häuser waren früher so hingestellt, dass die Treppenhäuser, nicht die Wohnungen, in Richtung der kahlen Flecken der Stadt gerichtet waren, deshalb gingen immer Treppenhäuserfenster zu Bruch und deshalb kamen immer die Hausmeister, nie die Mieter), und behauptete, „die Täter wären gesehen worden und namentlich bekannt“, „man würde ihnen jetzt eine allerletzte Chance geben“, „bevor sie ins Erziehungsheim, Zuchthaus oder schlimmer noch: in eine Mädchenschule kämen“ und das war schon immer eine harte Prüfung, da nicht zu schwitzen, in die Hosen zu machen oder anderweitig nervlich zusammenzubrechen, aber gekriegt haben sie damals nie einen. Es war immer nur kurz davor. Vor den Dingern hatten wir sowieso einen Höllenrespekt, weil überall auch noch Poster herumhingen, wie Blindgänger aussehen, und an die trauten wir uns nie heran und deshalb waren unsere Zündspuren oft 100 m lang und das bedeutete auch: Vorsprung (vor Hausmeistern und Dorfsherriffen, die damals noch NSU Quickly fuhren, von denen wir wussten, dass sie nicht geländegängig waren). Im Winter lag immer Schnee. Dann fuhren wir die Hänge der Schwäbischen Alb mit Holzschlitten herunter. Die bevorzugte Formation nannte sich „Bob“. Ein „Vierer-Bob“ bedeutete nicht, dass 4 Kinder auf einem Schlitten sassen, sondern dass 4 Schlitten aneinandergeknotet waren und was für den Vorderen „50 cm Ungenauigkeit beim Lenken“ bedeutete, bedeutete für den ganz hinten „5 m Pendelbewegung“, denn Lenken hiess „bremsen“ und das durfte man hinten natürlich nicht. Das maximal Mögliche waren damals deshalb 8-er Bobs, grössere Versuche scheiterten immer an den Strassenbreiten, denn man fuhr natürlich auf öffentlichen Strassen, wohl wissend, dass die Bauern bei 2 Meter Schnee nicht mit dem Traktor den Berg hinauf kommen und Schneepflüge gab es damals nicht und dass einer mit dem Auto im Winter die Schwäbische Alb hinauffährt, dafür gab es keinen Grund, den wir uns vorstellen konnten. Die Hänge waren kilometerlang und richtig steil, da erreichte man irrsinnige Geschwindigkeiten und ich kollidierte als „Nr. 8“ mal mit einem bergauf gezogenen Hörnerschlitten, der sich dadurch in zwei Teile zerlegte. In meinem Kopf gab es nur einen kurzen Blitz, gefolgt von einem kleinen Moment der Schwärze und das nächste, was ich dachte, war, der müsste wohl Tee transportiert haben, weil mir irgendeine warme Flüssigkeit den Kopf hinunterlief (den Hinterkopf wohlgemerkt, wegen dem Fahrtwind). Unten wurde die dann von allen begutachtete Mordssauerei mit Schnee beseitigt und Ausreden ersonnen, weil die Eltern das kannten und die Schlitten immer zusammen mit dem Satz aus dem Keller geliefert wurden: „Aber nur, wenn ihr nicht Bob fahrt“. Machten wir natürlich nie und die Platzwunden kamen daher, weil wir auf dem Schulweg auf einer Bananschale auserutscht waren. Die lagen damals auch überall rum. Das sah man schon an den vielen Platzwunden, die jeder mit nach Hause brachte.

  73. Text einer blasierten Prenzelberg-Göre?
    ++++
    Unsere Putzfrau habe ich länger nicht angerufen, seit der Lappen-Affäre. Eine Putzfrau wäre aber auch gut, weil wir in der Nacht die Wohnung verlassen, um zu unserem Flug nach Santiago de Compostela zu kommen. Eine Putzfrau muss kommen. Unbedingt. Es wird gut werden. Die Spanier sind bestimmt tolle Leute. Sie haben exakt den gleichen Küchentisch wie wir.
    ++++
    Dieser Text findet sich eine Seite weiter vorne am Ende eines Artikels zum „Haustausch unter Gleichen“ in den Ferien.
    .
    Die wird die Oma, die in Vigo das Haus übergibt wahrscheinlich auch gleich als Putze verpflichten … sagenhaft dieser Dünkel.

  74. So schöne Erinnerungen
    Eine stolze Burg hatten wir nicht, aber einen teils bewaldeten Berg bzw. ein Bergerl, das schön hügelig auslief, unten am Fuß Wiesen und Äcker. Da sind wir gerodelt sommers wie winters.
    Da blieb manch in Kleiner Uhu in Rüben und Kartoffeln stecken, nachdem die Zeitschaltuhr ihren Dienst getan hatte, andere waren aufgrund günstiger Thermik am Hügel nie wieder gesehen und umkreisen vielleicht noch heute den Globus.

    Ich erinnere mich, daß ich einmal bei einer Hochzeit Blumen streuen sollte, und kräftig ausgeschimpft wurde, weil das was von meinen Beinen unterm Dirndl sichtbar war grün und blau und von Brombeersträuchern zerkratzt war.
    Ich war halt gerne mit den Buben unterwegs, und da wurde geklettert, gerauft, und allerlei Zeug angestellt bei dem Blessuren nicht ausblieben.
    Komischerweise war das damals viel weniger ein Thema, ob man für Jungen oder Mädchen „typische“ Sachen machte.
    Nicht daß ich meine Barbie Puppe nicht geliebt hätte. Die hatte ein prächtiges Hochzeitskleid, das ich aus Papiertaschentüchern und einem Haushaltsgummi selbst gemacht hatte.

    Nix hod ma ghabt. Aber schee wars.

    • Na, a wengal wo scho, aber man hat halt das Beste daraus gemacht grad weil es nicht viel war.

  75. Kinder ...
    … brauchen Risiken, die selber kontrollieren können. Unsere Kinder werden noch heute so erzogen. Und wenn man früh genug damit anfängt, dann sind schon am Anfang des Kindergartens die Unterschiede zu den Stubenhockern sichtbar; das wächst sich nicht mehr raus, sondern geht fröhlich so weiter, bis hin zu schönen, roten Fahrrädern.

    Mit der Einstellung würde übrigens die Erziehung eigener Kinder durchaus gelingen können ;-)

  76. Kinder den Schlossberg hinunterwerfen........
    Bravo, Don! Der Dreck heiligt die Mittel. Spaß kann man auch ohne GS-Prüfzeichen haben.
    Bin Baujahr 1953, und ich finde den Artikel grandios. Weitermachen, bitte!

  77. Wuide Deife
    Zweimal den Text gelesen und zweimal köstlichst amüsiert.
    Und danach etwas über Kindheitserinnerungen sinniert.
    Der Dreckberg, hier musste ich besondes lachen, im Nachbarsgrundstück,
    Bäume zum kraxln en masse, mit`m Mountainbike die Hügel runtergebrettert (heut sagt man Downhill dazu),natürlich ohne Helm.
    Die örtliche Kiesgrum unsicher gemacht. Schee wars.
    Möchte ich trotz der teils miesen Erfahrungen auch nicht missen.
    Aufs Mei san mia wuidn Deife scho öfta gfoin. War hoid so.
    Auch wenn ich dazu sagen muss, dass es damals auch schon solche „Helikoptereltern“ gab, aber eher vereinzelt.
    Beim Gang über das örtliche Stadtfest heute sind sie mir wieder aufgefallen.
    Arme Kids. Fehlte nur noch die obligatorische „Hundeleine“ oder wie man dieses Gängelband auch nennt.
    Aber es gibt auch Lichtblicke wenn ich mir meine Patentochter so anschau.:)
    Schau ma moi.

    Ach ja Don, falls du nächste Woche in Italien verweilst, könnte es sein, dass
    jemand an dir vorbeifahrt oder andersrum. Aber diesmal mit Helm.
    A bisserl gscheida bin i ja a worn.

    Merci für den Text. A scheene Zeit.

    • Freut mich. Ich weiss noch gar nicjt, wo ich sein werde.

      „Fuchsdeifeswuid“. Das war es.

  78. > Feldmann
    Merkel und Erdo werden sich schnell einigen, welche Seite die habsburgischen Erblande künftig verwaltet. Die kuk Regierung exiliert auf die Krim, wo sie schadlos weiterherrschen kann.

  79. Lynchmob
    Nun ja,

    die Gürtelhiebe waren ja offenbar nur die Ouvertüre zu Enthauptungen nach guter, alter orientalischer Sitte.
    Zumindest kursieren Bilder von Körpern mit abgetrennten Köpfen auf besagter Brücke…….
    Ob die Köpfe wohl dem Sultan dargeboten wurden ?

    • Naja, das mit dem "orientalische Sitte" ist so eine Sache....
      Es ist natürlich wahr, die Islamisten halten diese den-Ungläubigen-den- kopfabschneidende-oder-sie verbrennende Tradition aufrecht, aber die Westerner, deren Inquisitoren früher „Ungläubige“ ja auch im Naman eines Gottes zu verbrennen pflegten, haben in Gods own Country einen Präsidenten, der was Tradition angeht, nicht im zweiten Glied stehen muss. Die Erfahrungen die gerade seine eigene Rasse mit Verbrennen gemacht hat, haben ihn nicht daran gehindert dich die Tradition der Kennedy, Johnson und Nixon weiterzuzführen.
      Seine Drohnen sind mit Hellfire Raketen bestückt, die nach dem Einschlag, gefüllt mit verbessertem Napalm, um sich spritzen. Das Zeug ist unlöschbar und ALLE damit in Berührung kommenden bei lebendigem Leibe verbrennt… nun ja, solange es der guten Sache dient… „Yes, we can!“ Da nimmt man die zehnfache Zahl an Kollateralschäden, im Verhältnis zu getöteten Ziel“objekten“ schon mal in Kauf.
      Aber bleiben wir beim Kopf abhacken und den orientalischen Traditionen.
      Wenn sie mal nach Sri Lanka kommen, fahren sie ins angenehme Klima rauf nach Kandy. Gehe um den See rum und den Weg zur indischen Botschaft rauf. Da gibts (zumindest in den 90ern) ein Haus in dem Bilder ausgestellt sind die zeigen wie die ja nicht-orientalischen Engländer sowas damals geregelt haben.
      Man wollte die Singalesen dazu zwingen auf den Tee Plantagen als Sklaven zu arbeiten. Da sich das (angeblich) ganze Volk weigerte, liess man das Wasser aus dem See ab, und hackte Rüben ab und steckte sie auf Spiesse mitten drin. Das erwies sich als zu mühsam und zeitaufwendig und so pfählte man die Leute lieber und liess sie in der Sonne krepieren.
      So weit diese Tradition, aber es gab noch eine andere Tradition. Das Arbeiter Problem löste man nämlich dadurch, dass man tausende von Tamilen aus Süd Indien importierte, die dann auf den Plantagen arbeiteten…

      Sehen sie jetzt haben sie auch gleich die Frage beantwortet bekommen, warum es den Bürgerkrieg auf Sri Lanka überhaupt gibt.

  80. "Fazmann"...
    …schee :-)

    • Da sehen Sie den sozialen Stellenwert eines Mitarbeiters eines Leitmediums in der Provinz.

  81. Nostalgie
    Wenn die Gegenwart unerbaulich scheint, zehrt man gern von der Erinnerung.
    @Otto Meier, dito, „Enteignung war nie so einfach“
    @TDV „blühende Landschaften finanziert,….Kohls weise Voraussicht“
    Kohls „weise Vorraussicht“ war die Generalprobe für die Euroeinführung und-Rettung in Verbindung mit der EU- Erweiterung.
    There is no free lunch (mir fällt bezeichnenderweise kein Deutsches Synonym ein); zwinkern an Mr. Boris Johnson
    Sollten Sie Deutscher Sparer sein, wissen Sie worum es geht.
    Ach so, bei uns waren die Bergwiesen nicht so gut verfügbar, aber unsere abgeteilte Mietwohnung in einer enteigneten, („Stichwörter“: Kahane…) gediegenen Gründerzeitprotzimmobilie hatte ein geräumiges Treppenhaus, welches JEDEN Samstag respektvoll gewienert und frisch gebohnert wurde. Mit etwas (Regen)Nässe wurde jenes rutschig wie eine Eisbahn, was vor allem die Fantasie und den Bewegungsdrang von (uns damals) Kindern anregte. Also jeden Samstag Mittag nach dem Bohnern wurden auf Lumpen oder Pappen 15 Meter steile, holprige Schussfahrt nach unten bejohlt.
    Über die erworbenen Rippenprellungen erwarb man sich Ansehen in der „Social Group.“ Da dies alles in der Ära der Babyboomer stattfand, haben sich auch keine alkohol- und Q-sonstwas affinen Mütter aus der Bahn werfen lassen und uns den Spass aberziehen müssen.
    Ach ja und die Treppengeländer sind immer noch so gut rutschig wie damals. ;-)

  82. Es gab keine Sachs mit Löchern im Auspuff
    Sachs und Norton in einen Topf und schon ist Alles unglaubwürdig.

    • Erst Rad. Dann Mofa. Dann Sachs. Dann NSU. Dann vielleicht Norton und sogar einen Käfer.

      Wie auch immer, der Vater eines Freundes führ mit einer Norton Bergrennnen und mein Vater gab die Sachs erst mit der Heirat auf.

    • Qickly !
      Vergaser auf 16mm aufgebohrt!

    • Ich habe am Mofa auch alles aufgebohrt und gefeilt was möglich war ....
      …. und den Auspuff ausgeräumt, damit der Motor freier atmen kann. Brutalste Leistungssteigerung gabs durch Verwendung von Nitromethan-Modellflugbenzin. Da hab ich aber immer nur ganz wenig in den Schwimmertopf des Vergasers getan, für die ersten Sekunden nach dem Start, sonst hätte es bestimmt den Motor zerrissen.
      .
      Eine NSU-Quickly hatte ich mir auch vom Schrott geholt. Für die gabs aber keine Ersatzbremsbacken mehr, daher musste mit den Füssen gebremst werden.
      .
      Born to be wild in ganz klein halt …

  83. Die Überzivilisiertheit fordert ihren Tribut
    in unserer gelackten Zwangsgesellschaft gelten Ellbogen mindestens so viel wie früher-sie äußern sich nur anders. Vor allem will keiner als Proll dastehen. Da lebt man nun eben mal naturfern. Zu viel Nähe zur Natur könnte auch als rechts gelten. Der nicht gerade als linksradikal verschriene Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun hat vor allem eines gefürchtet: die degenerativen Auswirkungen der Zivilisation auf die von ihm über alles geliebte natürliche Umwelt. So betrieb er neben seiner Schriftstellerei noch einen Hof-keinen Biohof, er war auch kein Alternativer, er war schon damals stolz darauf, anders zu sein und brüstete sich damit, als Ultrareaktionär zu gelten. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus hat in seiner Germania das Leben unserer Vorfahren beschrieben. Mangels entsprechender zivilisatorischer Mittel hatten die selbst noch keine Schriftaufzeichnung. Das hielt Tacitus nicht davon ab, sie seinem eigenen Volk, das sich damals in einem Zustand fortgeschrittener Degeneration befand, als leuchtendes Beispiel für eine unverdorbene, ursprüngliche Lebensweise vorzuhalten. Man fragt sich dabei, was Tacitus wohl heute schreiben würde wenn er zehn Minuten unsere Lebensrealität erleben dürfte. in einer Gesellschaft wo jede Schneeballschlacht als Gewaltexzess interpretiert werden würde. Wo man nach wie vor zur besseren Gesellschaft gehören will, indem man das „spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ zelebriert, nur unter anderen Vorzeichen. Die grün angehauchten Weicheidaddys, die mit ihren Fahrradanhängern allsonntaglich vor dem Lindenstraßengucken jene Waldwege unsicher machen, die als nicht allzu anstrengend gelten, legen viel Wert darauf jedem neuen Trend (meist sind es schon die Trends von vorvorgestern, sie wissen es nur noch nicht) hinterherzulaufen. Und der heißt schon seit einiger Zeit unter anderem: nur nicht zu gesund sein, man könnte sich verdächtig machen. Wenn ihre Steppkes laktoseintolerant sind oder an einer der heute zahlreichen Allergien leiden (die ja nur dadurch entstehen, dass der naturfern lebende menschliche Körper seine Abwehrkräfte nicht mehr durch Kontakt mit entsprechend viel Dreck ausbilden kann) zeigt es ihnen doch nur, dass sie es geschafft haben: dass sie zum verweichlichten Mainstream gehören, der seine Kiddies mindestens dreimal pro Woche von der Schule abholen muss, weil sie einen Arzttermin haben oder unter Schulangst leiden.
    Ich meine fast, das was sich heute gesellschaftlich manifestiert war nicht im Sinne des Erfinders, auch nicht im Sinne derer, die vor Jahrzehnten als 68-er etwas mehr Straßentauglichkeit propagierten. Das Gegenteil davon ist eingetreten. Man zählt zu den besseren Kreisen wenn man sich möglichst vor der Realität (und dazu zählt ja nun auch die Natur) verschließt.
    Wehrdienst muss heute auch keiner mehr leisten (beziehungsweise es muss sich kein Ehrgeizling mehr darum bemühen rechtzeitig dem Kreiswehrersatzamt seine Verweigerung anzuzeigen), also ist auch von der Seite kein Naturkontakt mehr zu befürchten. Man lebt hauptsächlich urban und die Kiddies von heute toben sich nicht mehr im Wald, beim Fußballspielen oder Angeln aus, sondern machen den Neanderthaler, indem sie auf ihren vier immer breiter werdenden Buchstaben sitzend auf Facebook einen shitstorm gegen die Schmuddelkinder (es sind doch irgendwie immer dieselben) erzeugen.

    Nein nein, es tut schon gut, sich ab und zu dreckig zu machen, politisch inkorrekt zu sein, sich an den naturfernen grünen Moralwächtern (die unser Leben immer unerträglicher machen) spätestens an der Wahlurne zu rächen, den Lindenstraßenweicheidaddys wenn sie sie es nicht hören Beleidigungen hinterherzurufen und beim Nachhausekommen Hamsun, Hemingway oder Nietzsche zu lesen.

    • Titel eingeben
      Knut Hamsun (1859-1952) lebte in einer Zeit in einem dünn besiedelten skandinavischen Land. Zu jenen Zeiten ware *alle* skandinavischen Bauernhöfe „Bio“, ohne jedes Zutun.

      @ Stephan
      „Die Kinder waren nicht scharf darauf, in die Natur raus zu gehen.“

      Vielleicht manche Kinder. Ich gehörte nicht zu denen.

    • Ich hab da Probleme...
      „Wehrdienst muss heute auch keiner mehr leisten (beziehungsweise es muss sich kein Ehrgeizling mehr darum bemühen rechtzeitig dem Kreiswehrersatzamt seine Verweigerung anzuzeigen), also ist auch von der Seite kein Naturkontakt mehr zu befürchten.“

      Wissen sie…. wenn mir jemand erzählt, der Militärdienst, also sich dazu ausbilden zu lassen Leute, die einm nicht das Geringste getan haben, zu ermorden um anderer Leute Besitz zu verteidigen…. der scheint mit nicht gerade ein vertrauenswürdiger Ratgeber für kommende Generationen zu sein?
      Da bremse ich sogar noch lieber für diejenigen, die wegen des Killens von Pokemons bei Rot über die Strasse gehen.

      “You show me a lazy prick who’s lying in bed all day, watching TV, only occasionally getting up to piss, and I’ll show you a guy who’s not causing any trouble.”
      ― George Carlin

    • Lieber TDV, I outcarlin Carlin with Blaise Pascal ;-)
      J’ai dit souvent que tout le malheur des hommes vient d’une seule chose, qui est de ne savoir pas demeurer en repos dans une chambre.

    • Naja....
      … Carlin hatte halt genau wie ich keine Diener und musste natürlich zum Einkaufen rausgehen… und kaum ist man draussen schon meint einem irgendein Kasperle erklären zu müssen der Hund müsse an der Leine geführt werden.
      Hier tun das nur die ganz stark Gestörten, in DE ist es leider Nationalsport anderen zu erklären wie sie gefälligst zu leben haben.

      Seitdem ich die Pascalsche Wette mal genauer durchdacht habe, bin ich kein grosser Fan mehr. Wer auf dem STerbebette in den Schoss der r.k. Kirche zurückkehrt tut das aus Berechnung und Habgier! Ein Gott der so blöde ist, sich von sowas bluffen zu lassen, oder Kriecher liebt, miot möchte ich nichts zu tun.
      „Wenn er Wert darauf legt, dass ich an ihn glaube, dann soll er mir ein klares Zeichen geben, ein UNMISSVERSTÄNDLICHES! Wenn er das nicht tut dann gehe ich davon aus dass ihm nichts daran liegt.“
      Das hab ich als 8jähriger Junge in einer Kirche zu ihm gesagt, es kam keine Antwort… und so blieb ich Heide, bis ich Zen fand…. ;-)

  84. Bullerbüromantik
    Ich kann es langsam nicht mehr hören, die Romantisierung der Vergangenheit; ach, waren wir krass, ach, waren unsere Eltern krass, …
    Haben Sie alle ein so schlechtes Gedächtniss? Die meisten Eltern waren genau so ängstlich, wie man es über die Heutigen sagt, schmutzige Kleidung bedeutete Ärger. Die Kinder waren nicht scharf darauf, in die Natur raus zu gehen. Ihr nehmt euch Erinnerungsfetzen, kombiniert die mit Filmen und Geschichten und baut euch eure Kindheit draus.
    Das macht Spass und gibt ein gutes Gefühl, wahr ist es aber deswegen trotzdem nicht.

    • Tut mir leid das zu sagen, aber ab Freitag Mittag bis Sonntag Abend waren wir draussen. Meine Eltern hat nichts draussen gehalten. „Rennard“ nent man das auf bayerisch, aber so waren sie halt.

    • Erinnerungsfetzen
      Klar bedeuteten dreckige Klamotten ständig Ärger. Ich hatte nur zwei Hosen aus fies dickem Stoff (aber immer noch besser als der Bleyle-Faltenrock oder der selbstgestrickte Tellerrock, der ständig verlängert wurde), eine hing immer auf der Leine, die zweite schon dreckig und meine Mutter entsprechend begeistert. Papa sagte dann, lass sie doch, sind doch Kinder und elektrifizierte den Bottich in der Waschküche, so dass die Meckerei übers Waschen schon mal wegfiel.

      Ich hätte gern, wie mein Bruder, eine Lederhose gehabt. Aber die waren sauteuer, mein Bruder hat die erste innert 4 Wochen geschafft, bekam sofort eine neue und ich schaute wieder in die Röhre.
      Ich wuchs meiner Mutter zu schnell, war schon ein Riesenbaby, hatte mit 10 Jahren Schuhgröße 38 und war 169cm lang, d.h. 8/18cm größer als die Eltern. Ein Ende des Wachstums war nicht vorhersehbar und ich immer in Versuchung, meiner schimpfenden Mutter auf den Kopf zu spucken.

      Nachmittags zuhause hocken, never. Meine Mutter schmiss uns raus, hörte dann klassische Musik oder hatte womöglich einen Hausfreund, keine Ahnung, Nachhause kommen erst zum Abendbrot. Natürlich war das nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber im Vergleich zu heute paradiesisch.

    • BullerBÜROmantik, nee ...
      … drinnen war Drinnen (bei mir in den Frühfuffzigern), Draussen gab’s nicht drinnen – draussen die Welt. Da auch die Ami’s mit den Panzern (Frankenland), die Bauern mit all ihrer gutriechenden Arbeit über die Jahreszeiten, Hühner, Schweine, Überschwemmungen, Kirschbaumhänge und die Gänge in Quickly’s (und Vater’s HOREX:-)))). Drinnen war’s ja auch prägend: mit der elterlichen Plattensammlung der Deutschen Grammophon, immer sofort ergänzt, wenn in der FAZ eine neue Aufnahme gemeldet wurde.
      Diese Amplituden waren’s mir, unverklärterweise. BullerBÜROmantik ?! – garnix verklärt. Don zeichnet das so fein. Danke Don. Intensiv, unsagbar bleibend. Danke auch Euch toten Eltern, auf Eurem Rücken haben wir uns entwickelt … und uns entwickeln: sollen!

  85. Sprungschanze
    Schön, die ganzen Erinnerungen zu lesen, auch die Kommentare.
    Wir Kinder hatten eine Sprungschanze in der Nähe. Die und der Landeberg war fürs Sommerspringen mit so einer Art Schindeln aus PVC-Streifen wie ein Besen belegt. Lose Schindeln lagen überall rum. Auf eine Schindel draufgesetzt und den Berg runter. 40 Sachen hatte man da sicher. Wer runterfiel, sah echt schlimm aus. Wie ein Radfahrer auf Asphalt. War aber meist egal. Man musste eben draufbleiben :) War natürlich verboten, aber wenn keine Wettkämpfe waren, war eh niemand da.
    Ins Spassbad gehen wir heute auch, aber so einmal im Jahr, meist im Winter. Gebadet wird in einer ehem. Kiesgrube und im Main-Donau-Kanal.
    Freibad ist leider passé, seit Merkels Gäste ihre Willkommenskultur dort ausleben.

  86. Grasnarben - nicht Beulen - sind das Problem
    Und was wäre, wenn heutige institutionelle jugendschützende Bedenkenträger weniger die körperliche Unversehrtheit der Heranwachsenden als die der durch „wilde“ Spaßunternehmungen in Mitleidenschaft gezogenen Umwelt im Auge hätten? Linoleum auf Gras – wie lang hält das das Gras aus? Wohl nur solange es wie es, wie Sie schreiben um das solitäre Vergnügen eines einzigen elitären Familienclans geht. Wenn das damals zum Volkssport geworden wäre, gäbe es vermutlich heute keine Berghänge mehr, an denen man sich nostalgisch an jene „Lebe-gefährlich“-Zeit erinnern kann: „Früher begann der Tag mit einer Schußwunde“ (Wondratschek). Spaßbäder, Sommerrodelbahnen, Mountainbike-Tracks: die schützen vielleicht weniger die Kinder und ihre hyperbesorgten Eltern als die Umwelt, in einer Zeit, in der Freizeitbewältigung ein Massenproblem und eben nicht eines nur der „besseren Gesellschaft“ ist.

    • Das sind alte Schafweiden. Ein Huf tut da mehr als ein Linoleum. Kreichen würden sie vermutlich trotzdem.

    • @D.A.
      „Ein Huf tut da mehr als ein Linoleum.“

      Das war dann wohl eine Anspielung auf Gneisenau? Der starb dann allerdings in Polen an der Pest, beargwöhnt vom König, vom Volk geliebt.

  87. Titel eingeben
    Immer wieder tolle Rennräder. Allerdings kann ich mir den Autor nur schwer in engen Radlerhosen usw vorstellen.

  88. Geheimtipps und tiefer Staat
    Schöne Geschichte, auch wenn es mich an die bekannten Wanderführer erinnert, à la „Münchner Hausberge – 12 absolut unbekannte Geheimtipps“. Spätestens nächstes Wochenende wird dort die Karawane der Schadmünchner mit ihren bespaßungsbedürftigen Kindern auf Parkplatzsuche gehen, jeder mit nagelneuen Linoleumquadraten aus dem Baumarkt, und natürlich Fahrrad- oder Reithelmen im Kofferraum, Sicherheit geht vor.

    Und übernächste Woche bieten die ersten Event-Agenturen das Geburtstags-Linoleum-Event an, als Kindergeburtstags-Komplettpaket für 200 EUR zzgl. MWSt und Versicherung. Da kann man dann gegen die anderen Eltern anstinken, deren schnöselige Tochter wieder nur auf den Reiterhof eingeladen hat.

    Immerhin eine angenehme Ablenkung von der tristen Nachrichtenlage. Erdogan hat jetzt also seinen Röhm-Putsch durchgeführt. In einer „Nacht der langen Messer“ hat sich die Spreu der Gülen-Islamisten klar von den eigenen AFP-Islamisten getrennt und wird nun samt allen Laizisten und Unbequemen ausradiert. Ab jetzt kann durchregiert werden. Muß Österreich die Polen schon wieder nach Wien einladen?

  89. Früher...
    Es soll ja mittlerweile Mütter (und Väter) geben, die ihren Kindern diese lustigen Fahrradplastemützen aufsetzen, wenn sie sie auf den TÜV-gerechten Spielplatz schicken. Selbst schon gesehen. Und nur für Sie, DA:Auf dem Kollwitzplatz in Berlin. Waren bestimmt Bionadeschwäbinnen.

    Auf unserem Schulweg befanden sich:Drei drei terassenartig angelegte Teiche, ein Gestüt, ca. 40 Platanen und Kastanien, zwei kleinere Höhlen, ein Fluss, ein 30 m hohe Porphyrfelswand fürs Klettern, ein Fußballplatz, ein Tante-Emma-Laden mit diesen alten Bonbongläsern und grüner Limonade. Das waren viele Gründe, um zu spät in der Schule zu erscheinen. Und schier unüberwindliche, um einigermaßen pünktlich zuhause aufzutauchen. Gelegentlich wurde es nachmittags darüber dunkel. Für manche Mitschüler mit eher gewalttätigen Eltern war das dann ein schlagender Grund für Panik.

    Meine Kindheit jedenfalls hat viel mit dem Krieg zu tun, obwohl etliche Jahre danach geboren. Die Eltern liefen mit ihrer Schuld durchs Leben und wollte manches besser machen. Ich denke, daher kam wesentlich diese Großzügigkeit bei vielen. Nachkriegszeiten ist, so man die Zeit davor überlebt hat, wohl immer, falls Hunger und sozialer Abstieg nicht allzu groß sind, wohl immer die unterhaltsamere. Man kann sich einreden, dass es nun aber mit dem richtigen Leben aufwärts gehen wird. Ist sicher ein gutes Lebensgefühl.

    Es sollte allerdings bei allem Knieauf- und Zahnrausschlagen nicht die Liedzeile von Element of Crime vergessen werden:Vom Freibad kommen die, die nicht ertrunken sind. Wir hatten einen Mitschüler, der vom Klettern nicht nach Hause kam.
    Und die Erziehung zur Härte gegen sich und andere aus Kaiser- und Hitlerzeiten, von der ja sicher auch so einiges überlebt hatte, ist nochmal ein etwas anderes Thema.

    Den auch heute noch so gern bei allen Gelegenheiten benutzten Satz „Hab‘ dich nicht so!“ halte ich übrigens im Kern für gewalttätig. Nur mal noch so am Rande.
    Aber es bleibt natürlich die Frage:Was ist eigentlich der tiefere Grund für diese ewige Pamperei der Kinder? Muss ja einen oder mehrere geben.

    • Ich kenne das von den Müttern, die ihre kinder immer unbedingt mit dem SUV abholenj und mir die Einfahrt zuparken müssen. Seitdem eine mal nicht wegfahren wollte, weil sonst das Leder im Cabrio in der Sonne zu heiss geworden wäre, habe ich die gefressen.

  90. Die bevorzugte Freizeitbeschäftigung waren Bandenkriege.
    Wobei die Besetzung der Banden ständig wechselte. Es ging dabei nicht um persönliche Feindschaften. Vorbereitend wurden gerne Waffen für die Auseinandersetzungen gebaut und manchmal musste auch einer zum Arzt, zB weil ihm nach einem Treffer aus einer Schleuder einige Vorderzähne fehlten. (Also Kinder macht das bloß nicht!). Es wurden auch Waffen gebaut, die nicht in Bandenkriegen eingesetzt wurden. Trotz unserer Gewaltbereitschaft war uns klar, das man so etwas nicht tut. Es handelte sich dabei um Schusswaffen, die wir uns aus vollmetallenen Spielzeugpistolen bauten (Auch das ist *sehr gefährlich* und aus heutiger Sicht kann ich nur sagen, versucht das bloß nicht liebe Kinder!) Dank einer voll ausgestatteten Hobby-Metallwerkstatt (mit Schmiede), die dem Vater meines besten Freundes gehörte, waren wir in der Lage diese Waffen mit einiger Präzision herzustellen. Da sie aber nicht über die nötige Festigkeit verfügten, waren sie stets nach einigen Schüssen nicht mehr brauchbar. Und das ist jetzt der eigentliche Punkt dieser längeren Vorrede. Wie sollte man sich die Munition für die Schießübungen beschaffen? Das war in den 60ern kein Problem. Mit dem zusammengesparten Taschengeld gings zur Tankstelle, dort am Verkaufstresen wurden dann nicht Lutscher oder Gummischnuller sondern 0.22 lr Patronen gekauft, die von der Inhaberin in eine Papiertüte abgezählt wurden. Wie gesagt, Kids, don’t try this at home!

  91. Herrlich diese
    Geschichte und das Rad! (y)+ ;-)

  92. saustark
    Sehr guat, Kompliment Don Alphonso
    Science Fiction aus der Urzeit

  93. 33.000 Beamte arbeiten für die EU Kommission ....
    …. das ist für mich die Zahl des Tages.
    .
    Ein gigantisches Politikerversorgungswerk!

    • Das sind recht viele. Da wird der Brexit verständlicher.

    • Relativierung
      Verhältnis Bürger zu Beamte:

      EU: 15455 zu 1
      Deutschland ( Bund ): 450 zu 1
      Mein Heimatland Bayern: 64 zu 1
      Mein niederbayrischer Landkreis: 117 zu 1
      Meine Gemeinde: 250 zu 1

      Da find ich die Zahl der EU-Beamten jetzt nicht so spektakulär. Sicher, optimieren kann man immer was, und sicher auch in Brüssel. Wo nicht?

    • Was werter Frankie, "arbeiten" die "da oben" denn...
      … was die 4 Stufen drunter nicht auch erledigen könnten ?

      5. EU: 15455 zu 1 –> etwa 3/4 überflüssig, aber es sind halt „die da oben“ mit entsprechendem Gehalt und sonstigen „Freiheiten“.

      4. Deutschland ( Bund ): 450 zu 1
      3. Mein Heimatland Bayern: 64 zu 1
      2. Mein niederbayrischer Landkreis: 117 zu 1
      1. Meine Gemeinde: 250 zu 1

    • Aber Frankie...
      Drr Gag ist doch dass all diese Beamten DAZU kommen. Wenn man die Deutschen (450 zu 1) abschaffen würde und durch die EU (15000 zu 1) ersetzen könnte… o.k.
      Aber 33.000 von der Sorte MEHR, damit man Gurken gerade in Kiste packen kann?

      Es gibt da auch weniger lustige Beispiele.
      Nach der ersten Todesfahrt des Tesla hab eich herausgefunden, dass dieses Auto NIEMALS vom deutschen TÜV eine Zulassung erhalten würde. Der holländische TÜV allerdings hat es zugelassen und das ist dann für Rest Europa bindend… so sieht es aus und für solche Dinge also 33.000 Beamte mit Pensionsberchtigung auf 10fachem HartzIV Satz?

  94. ach. don Alphonso,
    „as Mei ans Diescheck haun“. Seit über 50 Jahren hab ich das nicht mehr gehört, beim Lesen bin ich ganz sentimental geworden.Nun fallen mir alte Geschichten aus der Kindheit ein. Wir haben immer in den Höhlen bei Mauern gespielt. Hingerannt sind wir auf der Bahntrasse (Treuchtlingen-Rennersthofen). Das durfte daheim natürlich keiner wissen. Oder die Freundin beim Kühehüten besucht, übers Feuer gesprungen und nachher die ersten (geklauten) Zigaretten geraucht. Hühnernester ausgenommen, die Eier zur „Kroumer-Rosi“ gebracht und gegen harte rote Guazln eingetauscht, in Heumandln „gheiselt“, d.h. uns mit Decken und Puppen dort häuslich eingerichtet. Der kleine Bruder mußte alles auf dem Leiterwagen auf den Hang wo die Mandln standen, hochziehen. Nachts als Mutprobe über den Friedhof gerannt. Schee wars, niemand hat sich gekümmert, wir fühlten uns frei. Später dann, da war ich 15: die Wasserwacht hat mich aus der Donau bei Neuburg gerettet. Aber auch das war kein Drama. Zuhause hat es niemand erfahren.
    Was schön ist: ich habe immer noch einige dieser Freunde von damals, man trifft sich hin und wieder oder telefoniert miteinander).
    Jedenfalls: Danke Don Alphonso.

    • Gern geschehen. Das Maul ans Tischeck it bei uns immer noch eine ganz normale Redensart, aber die Bahntrasse ist inzwischen der sehr hübsche Radweg.

  95. Sehr schön verklärend und nostalgisch
    Aber wenn früher alles besser war, wie konnte es so viel schlechter werden? Wenn die spätere beklagenswerte Entwicklung im vermeintlichen Paradies schon angelegt war, war das Paradies wohl doch nicht perfekt. Und wenn sie nicht vorprogrammiert war, war das Paradies erst recht nicht so doll. Wie konnte das alles nur so weit kommen?
    Schauen Sie mich nicht an! Ich war es nicht, es sind nicht meine Kinder!

    • Wir Kinder haben es zusammen mit dem Wohlstand versemmelt.

    • WIR ...haben es versemmelt
      Don, Sie wissen doch, daß so eine Rede vonwirunddieanderen rassistisch ist. Warum machen Sie das trotzdem?

    • Weil ich der Stasilettensiftung eh gleich das Standgas einstelle.

    • Versemmelt, ja, stimmt wohl leider ...
      Pardel sagt:
      17. Juli 2016 um 15:26 Uhr
      „Sehr schön verklärend und nostalgisch
      Aber wenn früher alles besser war, wie konnte es so viel schlechter werden?“

      Erzieherische Extreme werden an den äußeren Enden immer narzistische Störungen „produzieren“. Mit unterschiedlichen Ausprägungen allerdings. Die eine ist – auch wenn es zynisch klingt – tendenziell nützlich für Mitmenschen und Gesellschaft. Bei der anderen kreisen die Betreffenden mehr um sich selbst. Zeigen wird es sich – da bin ich leider ziemlich sicher – an erheblichem Frust im Alter gerade bei den besonders tüteligen Eltern. Da werden dann etliche inzwischen selbst wieder Bedürftige noch lange daran knabbern, obwohl sie doch alles und überhaupt …

      Dazu die Generationen-Hetze, der sich noch erheblich steigernde Pflege-Notstand, Sprach-Barrieren … alles andere als rosige Aussichten. IMHO.

      Schöne Woche allerseits

  96. Hier nochmal ein Nachtrag zu Lex Gina-Dingsda
    Da Sie den anderen Beitrag aus Zeitgründen wohl nicht mehr betreuen möchte ich hier kurz auf einen Artikel aus der heutigen FAZ über ein Problem, das sich der Philosoph Th.Pogge, Prof. in Harvard, eingeheimst hat, hinweisen:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/vertauschte-macht-die-sex-vorwuerfe-gegen-den-philosophen-thomas-pogge-14336189.html

  97. Perfektes Timing + Fahrrad, Frauenemanzipation sowie ein demnächst "evendöll" heimwehkranker Tü
    Bestimmt wieder ein überaus gut haltbarer Beitrag. Zu seinem Rodel-Zwilling wurde schon das nötige gesagt. Und das perfekte Kontrastprogramm zu den Weltläuften überdies. Wirkt jetzt wie perfektes Timing.
    Der Lemsmiddl-Türk wird Heimweh verspüren, wenn er tatsächlich in die Türkei abzwischert, so wie er von seiner bayerischen Kindheit schwärmt.
    Dass es bei den Feministinnen so schön war, freut mich. Es gibt ja die These, dass das Fahrrad der Frauenemanzipation einen enormen Schub versetzt habe. Demnach hätten Sie ohnehin viel Heu auf der gleichen Bühne, der Don Alphonso jetzt und die Feministinnen. Da fällt mir ein: Ist derlei nicht materialistisches emanzipatives Gedankengut, praktisch perfekter diluvialer Trockental-Trotzkismus?
    „Evendöll“ (Alfred Leopold) „genau“ (A. Leopold).

  98. Upgrade
    @TDV, 17. Juli 2016 um 3:20 Uhr

    Der „Oberst“ Klein ist nicht mehr. Wurde zum Brigadegeneral „degradiert“…

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-oberst-georg-klein-zum-brigadegeneral-befoerdert-a-892278.html

    • na also,
      geht doch.
      .
      Die Amis konntens natürlich besser, erinnert sich noch jemand an Catch 22 und wie Cpt. Yossarian dekoriert wurde und warum…,

    • Danke....
      Wieder was dazu gelernt….

  99. Bombige Zeiten und Erziehung als Frage der Ehre
    US-Hydrogen-Bomben in der Türkei.
    Der helle Wahnsinn. Ich wusste das gar nicht, finde ich erschreckend. Ich grübelte auch Freitag – Samstag, ob es zu einem ISIS orchestrierten Putsch in der Türkei kommen könnte. Obwohl, eine Okkupation von Incirlik US Airbase wäre schon verheerend genug, angesichts dessen.
    Wie sicher sind amerikanische Wasserstoffbomben in der Türkei?
    http://www.newyorker.com/news/news-desk/the-h-bombs-in-turkey

    Noch andere News aus der Heimat mancher Schutzsuchenden:
    Bruder ermordet Schwester wegen FB Fotos.
    http://www.cbsnews.com/news/qandeel-baloch-brother-pakistan-murdered-honor-facebook-photos/

    Fast 1.000 Mädchen und Frauen werden jedes Jahr in Pakistan ermordet, weil sie die streng islamischen Liebe und Ehe betreffenden Normen verletzen. Das sind Ehrenmorde, die von Familienmitgliedern verübt werden, welche auch in Deutschland vorkommen.

    Obwohl Ehren-Morde in Pakistan juristisch als Mord gelten, erlaubt das pakistanische Gesetz der Familie des Opfers, den Täter zu begnadigen, wodurch der Mörder die Strafe entgehen kann.

    Allein dieses Jahr wurde eine Lehrerin am lebendigen Leib verbrannt, weil sie sich weigerte, einen Mann zu heiraten, der zwei Mal so alt ist wie sie. Der Vater des Mannes, dem sie die Ehe verweigerte, verübte die Tat.

    Einen Monat zuvor hatten 13 Mitglieder eines lokalen Tribal Councils ein Mädchen mutmaßlich erdrosselt und verbrannt, weil sie einer Freundin geholfen hatte, durchzubrennen.
    Die verkohlte Leiche eines 17-jährigen Mädchens wurde in einem Van gefunden. Auch sie war verbrannt worden.
    Im Juni wurde noch ein weiteres 17-jähriges Mädchen von ihrer eigenen Familie lebendig verbrannt, weil sie mit einem Mann durchgebrannt war, den sie heimlich liebte. Ihre Mutter sagte, dass sie die Tat nicht bereue.

    Eine weitere Methode, abtrünnigen Frauen und Mädchen zu „strafen“ ist, sie lebendig zu begraben. Auf Google finden sich hinreichend zuverlässige Quellen.

    Wie man aus den Berichten entnehmen kann, so beteiligen sich die Mütter an den Taten bzw. üben sie aus.

    Aus gewissen anderen Ursprungsländern erfährt man so etwas nur aus den Berichten der AI et al.

    Wessen Schuld sind nun solche barbarischen Traditionen? Der USA? Oder Frankreichs? UK? No reply expected. Ja, die Frage klingt zynisch und ist auch so gemeint.

  100. "Aber wenn früher alles besser war, wie konnte es so viel schlechter werden?"
    Das ist doch recht schnell erklärt. Obwohl, schlechter oder anders, das ist wohl die Frage. Früher hatte man soviel Kinder, daß es auf eines mehr oder weniger nicht ankam. Verluste waren einkalkuliert. Früher waren Kinder auch nicht so teuer. Im Gegenteil, Kinderarbeit trug zum Familieneinkommen bei.

    Erst mit den Kriegskindern und deren Familienplanung begann sich das zu ändern. Kinderreichtum war nicht mehr angesagt, zwei Kinder wurden zum Standard, die Eltern wollten nach den Kriegserfahrungen etwas nachholen, leben und reisen.

    Kinder wurden in jener Zeit zunehmend als Konsumenten und Statussymbole entdeckt. Sie sollten es einmal besser als ihre Eltern haben. Kinder wurden ständig teurer, nicht zuletzt, weil sich Eltern in ihnen ersatzweise verwirklichen wollten.

    Heute sind Kinder zu Investitionen mutiert und werden von Helikoptereltern in jeder Hinsicht optimiert, ob sie das nun wollen oder nicht.

    Ach ja, es gibt auch noch andere Eltern und Kinder. Eltern die sich überhaupt nicht um ihre Kinder kümmern, denen die Kinder vollkommen egal sind oder die sich aus verschiedenen Gründen nicht um ihre Kinder kümmern können.

    Und ganz generell verhalten sich Kinder immer noch wie Kinder, das sollte eigentlich beruhigend wirken. Eigentlich, weil es mehr und mehr trotz Kindern an Familien mangelt, ganz generell. Da muß man sich nicht wundern, wenn alles schlechter oder anders ist als früher.

    • Das ist worüber ich rätsle...
      Vereinfacht(!) gefragt…

      Ist es dasselbe ob ein Kind sich mit einem Stück Linoleum zum Berghang davonmacht, oder stundenlang Sandburgen baut…. oder ob es ein paar Stunden durch die Strasse läuft und auf sein 400 Euro iPhone starrt um Pokemons zu jagen.
      Zwecks Kreativität unterbricht es das ab und zu um zu checken ob eine der vielen weltbewegenden Messages eingetroffen ist, die man kennen muss um „dazu“ zu gehören.

      Man kannn atürlich anführen, dass letzteres für die Welt in der sie als Grown-Ups leben werden wichtiger ist….

      Ist dies dasselbe

    • Für Kinder spielt das alles keine Rolle, TDV.
      Kinder leben in der Welt, in die sie hineingeboren wurden, ohne diese großartig infragezustellen. Das geschieht erst später. Was für uns noch der Wald, der Sand oder das Linoleum waren, ist heute das Smartphone, der PC oder die Spielekonsole, womit die Kinder ihren Spieltrieb befriedigen. Wir machen uns Gedanken darüber, über einen Mangel an Kreativität etc., die Kinder nicht.

      Die Kommunikation scheint unter der Technik jedenfalls nicht zu leiden, die Kreativität bezüglich des Umgehens von elterlichen Ge- und Verboten ebensowenig. Und seit Pokemon Go gibt es nun ja auch etwas gegen den Bewegungsmangel, auch in der Geldbörse.

      Was bleibt sind das Suchtpotential und ein fehlender Lernanreiz. Beides Folgen der bequemen Nutzungsmöglichkeiten, die eigene Anstrengung entbehrlich machen und durch ständige Verfügbarkeit zu Abhängigkeit führen. So gesehen sind Kreativität und Phantasie durchaus Grenzen gesetzt. Andererseits, auch das war, in anderer Form, je nach Elternhaus, auch immer schon so.

      Ein Unterschied zu früher besteht sicherlich darin, daß es nicht mehr so sehr auf den finanziellen Hintergrund der Eltern anzukommen scheint, was die „Freizeitgestaltung“ per Technik betrifft. Dadurch werden in diesem Bereich die Unterschiede durch die gesellschaftlichen Schichten geringer. Es kommt mehr denn je auf die Familie an, wie die strukturiert und organisiert ist. Und da liegt in meinen Augen der Hund begraben.

    • Mag sein...
      Ich weiss es zwar nicht, aber ich kann nicht glauben, dass ein Hartz IV Kind auch jedes Mal das neue iPhone bekommt um in der Klasse mithalten zu können… das Entscheidende dürfte sowieso nach wie vor der Bildungsstand des Elterhauses (oder des Alleinerziehenden) sein…

      Auch hier hab ich Zweifel: „Und ganz generell verhalten sich Kinder immer noch wie Kinder, das sollte eigentlich beruhigend wirken.“
      Ich kümmere mich zwar schon länger nicht mehr um Kinder Psychologie, aber was ich damals alles gelernt hat, das mich von all den idealistischen Illusionen über das Wesen von Kindern geheilt.

      Jetzt ist Sommer, setzen sie sich mal ein paar Stunden an einen Kinderspielplatz und schauen mit wachem Verstand zu, was da so abläuft und zusätzlich schauen sie mal wieviele der Mütter oder Väter sich da als kompetente Erzieher outen.


    • Der Bildungsstand ist in meinen Augen ebensowenig entscheidend wie das Alter der Technik. Und kompetente Erzieher, gibt es die?

      Kinder sind individuell unterschiedlich und müssen auch so behandelt werden. In Kitas etc. ist das nicht möglich. Kinder benötigen vor allem Liebe und eine begleitend leitende Hand. Und Kinder sollten möglichst in einem Umfeld aufwachsen, welches wenig schädliche Einflüsse erwarten läßt. Ach, es gäbe viel dazu zu schreiben. Jeder hat da halt aus eigener Erfahrung ganz eigene Vorstellungen. Generelle Anleitungen gibt es halt nicht.

      Allerdings bin ich der Meinung, daß die Familie der wesentliche Aspekt dabei ist, was aus Kindern wird, wie sie werden. Was da, wie auch immer, schief läuft, ist kaum noch zu reparieren.

  101. Alkoholvergiftung
    ….mit 12 eine Alkoholvergiftung, dannach hatte ich 10 Jahre keine Tropfen mehr getrunken. Der Arzt meinte damals nur “ Wasser einflösen und kotzen lassen“! In der heutigen Zeit würde das Jugendamt ausrücken und ein Artikel in der Zeitung stehen. Was das eine tolle Jugend! in den 70ern.

    • Hmmm... meinen sie?
      Weder in der Schule/Uni, noch im häuslichen Umfeld gab es Leute die dermassen gesoffen haben. Die haben alle gekifft und keiner hat deswegen jemals einen Arzt gebraucht…. M.a.W.: ja es war eine tolle Jugend, dass sowas niemals für alle sosein kann, versteht sich von selbts, irgednwo müssen die Einheitsparteien Wähler ja hergekommen sein.

    • Titel eingeben
      Also, ich finde ja, dass jemand, der sein Lebtag noch nie gewählt hat, keinen Grund zur Kritik hat – er hat sie verwirkt.

    • Ach.... Philomena...
      Glauben sie wirklich mich mit solchem Gut-Menschen Schwachfug beeindrucken zu können? Es ist nämlich genau umgekehrt. Hier erklärt ihnen einer in 44 Sekunden warum

      https://www.youtube.com/watch?v=2Jnf9GILjFM
      George Carlin – if you vote you have no right to complain

      Nicht alles ist falsch nur weil es alt ist. Seit knapp hundert Jahren sagt man zB, Intelligenz kifft, Dummheit säuft…. Ich nehme mal an, sie gehören zur Alkohol und nicht zur Kiffer Fraktion? Aber verschwenden sie mal 44 Sekunden, vielleicht hilfts ja (Ich hoffe sie sind jung?)

  102. Titel eingeben
    ganz normale Welt eben… Nur auf einem Spielplatz neulich in Berlin Prenzlauer Berg habe ich mehr Angst vor einer Partnerin bekommen „die es sich nicht verzeihen könnte“, wenn das Kind nicht angeschnallt wird und einen Unfall hat. Grundsätzlich muss man heute wohl von einem Worst Case Szenario ausgehen… Ganz abgesehen davon, das da keiner mehr auf dem Kinderspiel Platz raucht und inzwischen mehr Erwachsene auf statt an dem Platz beschäftigt sind um viel zu kleinen Kindern auf die viel zu großen Geräte zu helfen, weil diese sonst zu plärren anfangen.

    Kinder sind schön, aber die Partner dazu machen mir geradezu Angst, da gehe ich inzwischen vom Schlimmsten aus…

  103. Schicke Chrommuffen
    Lieber Don,

    vielen Dank für den Beitrag. Ich teile Ihre Auffassung, dass man Kinder auch mal auf die Schnauze fallen lassen soll. Aber Ihre scheinbar grundsätzliche Ablehnung von Kinderfahrradhelmen kann ich nicht nachvollziehen. Wir sind zwar auch ohne Fahrradhelme groß geworden aber sie hätten uns auch nicht geschadet. Anders als seine Schwester ist mein kleiner Sohn ein Tollpatsch mit großem Talent zum Sturz mit Folgen. Pro Urlaub ein Krankenhausbesuch, drunter macht er es nicht. Daher versuche ich schon, schlimmere Verletzungen duch Sicherheitsvorkehrungen zu vermeiden. Er soll trotzdem seine Erfahrungen machen und auch hinfallen. Aber es muss nicht jeder Kopf-Beton-Kontakt einen Krankenhausbesuch zur Folge haben.

    Viele Grüße
    Henning

    • Nur um das klar zu sagen: Ich fahre immer mit Helm, wenn ich auf dem Rennrad sitze.

    • Henning, sie scheinen da was misszuverstehen...
      Wenn ein Kind, wie sie sagen, ein Tollpatsch ist, dann ist ein Helm normal. Niemand hat was gegen Helme, zumindest solche… Es geht um eine mögliche Helm-Pflicht. Ich war damals in Australien als man die dort einführte, und es stelle sich kurze Zeit später heraus, dass ein herr, der bereits ein Import-Business für sowas hatte, für die konservative Regierungspartei im Parlament sass.

  104. Hütting
    Mir kam das erste Bild bekannt vor, beim zweiten wusste ich’s: letztes Jahr waren wir dort radeln, vom Altmühltal kommend. Um die Ecke ist der Konsteiner Klettergarten, als Kinder sind den mit Drahtseil und Eisenstiften versicherten kleinen Steig gegangen, ohne Sicherung. Den Eltern war’s recht. Nur mein Cousin ist mal kurz abgestürzt, war nicht tief, kein großes Drama. Kann man sich heutzutage alles nicht mehr vorstellen. Irgendwie waren wir freier. Wir konnten auch als Mädchen alles machen, ohne Gendergedöns, und über die alten Omas, die sich vielleicht darüber mokierten (ein Mädchen tut das nicht) haben wir nur gelacht.

Kommentare sind deaktiviert.