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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Leitkultur der gestutzten Hecken und Kapellen

| 343 Lesermeinungen

Wer sucht, der findet.

Diese Geschichte über den Brexit und seine Auswirkung an der Schule ist der beste Text, den ich letzte Woche gelesen habe.

Ein Teil meiner Familie kommt aus dem fränkischen Teil des Altmühltals, wo früher die katholische Dominanz in Bayern endete, und auch andere Konfessionen siedeln durften. Wenn mein Ururgrossvater mit dem Zug aus der kleinen, dummen, katholischen Stadt an der Donau in die alte Heimat fuhr, musste er sich trotz des Ansehens der Familie beim Fahrkartenkauf dumme Sprüche anhören. Woswuisdnbeidene, was er bei denen wollte. Tatsächlich lebt im Altmühltal ein anderer Menschenschlag, aber wenn man langsam, von Dorf zu Dorf über das Land fährt, stellt sich die Veränderung langsam ein. Nimmt man den Zug oder heute das Auto und steigt dort aus, erscheint die Veränderung abrupt. Und früher war es so, dass der radikale Bruch der Regionen schon erlebt wurde, wenn an einem anderen Ort die Katholiken in der Minderheit waren. Wer dorthin fuhr, machte sich verdächtig. Es gab ein laut Gesetz tolerantes Königreich Bayern, und darin intolerante Fahrkartenkontolleure, die ihre Position zur religiösen Gesinnungsschnüffelei nutzten.

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Es waren Leute, die sich wie die Brexitanhänger an der Schule verhielten. Es waren Leute, die sich wie Berliner, Hamburger und Münchner Journalisten verhalten, die voller Verachtung auf das Land schauen und Sachsen jetzt gern von der Landkarte radieren würde, weil man dort im Fall von Jaber A. ein finales Polizei- und Justizversagen hat – aber erst nach einer langen Reihe von Versagen der deutschen Geheimdienste und der für die Migration verantwortlichen Politiker, unter denen Migranten wieder nach Syrien in den Krieg reisen und sich in Berlin mit Kontaktpersonen treffen können, die bislang offensichtlich noch nicht verhaftet wurden. Der Bruch zwischen rein katholischen Landesteilen und religiös gemischten Regionen war über Jahrhunderte staatlich gewünscht und kirchlich forciert, aber ich weiss nicht, ob es gerade eine gute Idee in unserer toleranten Epoche wäre, bei Spiegel Online oder der Zeit zu erwähnen, man besuchte zum Zwecke der Erholung die sächsische Schweiz. Unsere Gesellschaft zerbricht nicht an der alten Religion, sie wird mit der Ideologie der Willkommenskultur und der rassistischen Hetze gegen Einheimische zerbrochen.

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Einheimische, die bei uns das Notlager, das in ihrem Dorf errichtet wurde, hilfsbereit durch die freiwillige Feuerwehr errichteten, spendeten, halfen und dann, als das Notlager wieder geräumt wurde, die Bewohner mit einem Blasmusikkonzert verabschiedeten. Besagte Journalisten kommen nur in Scharen, wenn es von Seiten der Einheimischen gegen Migranten kracht, oder es so scheint, als würde es krachen. Was sie nicht sehen, weil ihnen das Verständnis für die Art der Menschen fehlt, sind die tiefen Veränderungen in dieser Gesellschaft, der ihre Identität mit allen medialen Mitteln als braun, rechts und falsch ausgeredet werden soll. Journalisten nehmen die Brüche wahr, wenn Pegida marschiert und Identitäre das Brandenburger Tor besetzen. Eine Kapelle entlang meines Radwegs nehmen sie nicht zur Kenntnis.

somecb

Sie sehen nicht die frische Farbe und die sauber gestutzte Hecke. Sie sehen nicht, dass hier jemand seinem Gott ein kleines Haus errichtet hat und offensichtlich viel Zeit damit zubringt, es zu erhalten. Sie kennen die weltlichen Besitzer nicht. Das sind Leute, die hier in der Region einigen an Grund und auch zukünftigen Baugrund haben. Im nächsten Dorf, 500 Meter weiter, steht ihr stattlicher Hof, und nicht weit weg eine Kirche. Aber sie haben ihre eigene Kapelle, gross genug für eine ganze Familie, wenn sie eng zusammenrückt. Ich sehe sie öfters, wenn sie Blumen bringen, den Rasen mähen oder die Hecke schneiden. Ich war, obwohl ich Atheist bin, auch schon öfters drin – es gibt einen Vorraum, in dem man Regen und Gewitter überstehen kann. Es gibt da drin einiges zu sehen und zu lesen, und wer genau hinschaut, lernt viel über die Lebenseinstellung, die hinter so einer Kapelle steht. Gott und Maria haben darin einen festen und zentralen Platz.

somecc

Es ist nur eine Kapelle am Wegesrand, mag man vielleicht glauben, aber ich komme hier oft vorbei, und ich kenne sie auch an den Tagen, da sie benutzt wird. An Maria Himmelfahrt beispielsweise, einem Feiertag, den man im Norden nur kennt, weil die Bayern ungerechterweise schon wieder frei haben. An diesem Tag sind bei der Kapelle Andachten, inzwischen mit Priester, mit Gebeten, Musik und Fahnen. Fahnen des Landes und Fahnen der Kirche. Und weil ich hier seit 10 Jahren vorbei komme, sehe ich auch, wie sich das entwickelt. Gemäss dem Fortschreiten der Aufklärung dürften hier nur noch alte Männer und Frauen sein. Aber dieses Jahr war es völlig überfüllt mit Menschen jeden Alters. Dieses Jahr bremsten dort Radler und schlossen sich an. Die Leitkulturdebatte wird hier nicht mehr geführt. Sie ist bereits entschieden.

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Bei uns sind es die Kapellenpfleger, die ein Angebot an die Identität machen, das gern angenommen wird. Das funktioniert hier, weil Religion, ob man es mag oder nicht, ein wichtiger Bestandteil der Kultur ist. Woanders konnte der Kommunismus so schalten und walten, wie er es heute noch in manchen Redaktionen tut. Erlaubte Identität gab es nur in Zusammenhang mit dem Welt- und Internetproletariat, Marx, Stalin und dem historischen Materialismus, dem sich die Geschichte unterzuordnen hatte. In diesen Regionen gibt es Bürgerlichkeit und Religion nicht mehr als einigende und gestaltende Kraft. Dort marschiert dann Pegida, die Nazis werben für “national befreite Zonen“, und die AfD ist auf dem Weg zur stärksten Partei. Da ist er, der offen sichtbare Bruch in unserer Gesellschaft. Zwischen denen im medial-politischen Komplex, die glauben, man sollte doch arabisch lernen und Deutsche, oder „Deutschomane“, wie sie die Zeit nennt, müssten integriert werden, und dem, was bei uns manchmal an Kapellen zu sehen ist, tobt kein lauter Krieg. Aber die Gegensätze sind kaum zu überwinden.

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Das ist normalerweise nicht schlimm. Gefestigte Gesellschaften halten unvereinbare Positionen aus, und haben meist ein ausgleichendes System, das auch die Belange von Minderheiten berücksichtigt. Das geht prima, wenn inhaltliche Differenzen weniger schwer als ein System von einigenden Werten wiegen, die man als “Identität“ oder “Leitkultur“ bezeichnen kann. Genau das aber wurde in Deutschland mit der Migrationskrise aufgekündigt, mit dem Ergebnis, dass im Görlitzer Park die Dealer stehen, und an der Kapelle die Gläubigen. Beide Gruppen sind in absehbar nicht in die Vorstellungswelt des “Wir schaffen das“-Weltbildes integrierbar, weil die einen ihr Terrain erobert haben und halten, und die anderen ihren Werten zugunsten eines derartig anderen Landes nicht abschwören. Beide Welten schliessen sich aus. Und das Christentum auf dem Dorfe ist zwar hilfsbereit, aber nicht dumm: Es führt von hier auch kein Weg zu denen, die bedingungslose Einwanderung in Sozialsysteme ohne Gegenleistung befürworten.

somecd

Ich bin hier aufgewachsen. So war die Einstellung früher, so ist sie auch heute noch. Man bekommt das hier aus den Leuten nicht heraus. Die sind so. Das ist ihre Leitkultur, und dafür brauchen sie weder einen Parteitagsbeschluss noch eine Feuilletondebatte. In England hat man Menschen die Gelegenheit gegeben, diese Leitkulturvorstellungen mit dem Brexit zum Ausdruck zu bringen, und die Folgen sind nicht schön. Ich bin in der heckenschneidenden, kreuzpflegenden und kirchgehenden Leitkultur selbst ein Fremder, und wir haben nicht vergessen, dass sie uns damals fragten, warum wir nach Pappenheim fahren. Leitkultur ist, wenn man auf solche Vorbehalte keine Rücksicht nehmen muss, und so, wie diese Leute in der Debatte allenfalls als Fehlgeleitete auftauchen, ist man hier auf der falschen Seite, wenn man einer Veränderung des Landes durch den Islam das Wort redet.

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Pegida mag verschwinden, und die Identitären sind vielleicht eine Modeerscheinung. Junge Männer werden zu alt für Frei.Wild-Konzerte, und irgendwann bekommen sie auch Kinder, die Annamirl heissen, oder sie geben ihnen Zweitnamen wie Korbinian, Agatha und Quirin, passend zum Heiligenkalender der Kirche. Das war in meiner Jugend wie die meisten Traditionen völlig aus der Mode, heute kommt es wieder. Es gibt mit der kulturell verwurzelten Religion noch etwas, an das sich die Menschen hier halten können, also tun sie es. Das gibt ihnen sonst keiner. Sie sprengen deshalb keine Flughäfen in die Luft und fordern keine Meinungsverbote. Ob ich ihnen traue oder nicht, spielt keine Rolle. Sie sind einfach da. Es sind viele. Wer der Meinung ist, sie sollten arabisch lernen, sich integrieren oder ihre Leitkultur ändern, sollte nicht mit ihm genehmen Journalisten im sicheren Berlin reden, sondern einfach an Maria Himmelfahrt von Gerolfing nach Dünzlau radeln. 500 Meter vor dem Dorf wartet viel harte, echte Arbeit im Garten des Herrn. Wer sucht, der findet. Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

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Wie gesagt, ich kenne die Leute und ich weiss, warum ich lieber hier im Internet über gestutze Hecken und Kreuze zwischen Bäumen rede, von denen es dort draussen viele gibt, als dort über die Anpassung an die Wünsche von Migranten, Journalisten und Willkommenspolitikern.

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343 Lesermeinungen

  1. clash of cultures
    Sehr geehrter Don,

    wirklich ein sehr gelungener Text und schöne Bilder dazu. In der Tat vergessen manche im Brutkasten des Politbetriebes hier in Berlin gern was im Lande unter Bürgern wirklich so läuft.
    Kapellen gibt es übrigens nicht nur in Bayern, auch in Mechernich Wachendorf gibt es eine (architektonisch sehr moderne) privat gestiftete und erbaute Kapelle, die „Bruder Klaus Kapelle“.
    Im Netz zu finden
    http://www.feldkapelle.de/
    (Erwähnte ich schon dass wir stramm katholisch sind in unserer Familie?)
    Auch wenn nicht alle Mitglieder in den Kirchen sind, nicht alle Evangelen und Katholen an alle Dogmen glauben, es wird weitgehend unterschätzt wie identitätsstiftend so etwas kraft Symbolik und Herkommen ist.
    Selbst in mecklenburgischen Dörfern, in denen weniger als 20 % noch in der Kirche sind, gibt es Initiativen zum Erhalt der alten Dorfkirchen, weil daran Identität und Selbstgefühl hängt.
    Und traditionelle Vornamen kommen – in unseren Kreisen waren sie nie ganz aus der Mode – nun auch allgemein wieder häufiger vor, gut beobachtet.
    Ich wünsche aus dem RHS noch viele schöne Herbsttage für Radtouren in die Umgebung.

    • Leider ist es heute neblig…

      Natürlich gibt es auch andernorts Reste, aber an Bayern kann man es besonders schön erklären. Ich würde nicht wissen wollen, was hier los wäre, wenn es den kulturellen Halt nicht gäbe. Wie gesagt, es ist nicht meins, aber es wird in der Debatte leider offensichtlich, dass der Aufguss der Ideologien des 20. Jahrhunderts die Menschen auch nicht besser macht.

    • Tolle Kiste,
      `Colümbchen´, Columbella sozusagen.

    • Bruder Klaus
      Danke, daß Sie meinen Namenspatron erwähnen, prince Matecki! (In der Kapelle war ich „natürlich“ auch schon, weil meine Eltern nicht sehr weit davon entfernt wohnen.) Immerhin ist er wesentlich dafür verantwortlich dafür, daß die Schweiz 1481 nicht auseinandergefallen ist und wohl auch dafür, daß sie bis heute in dieser Form Bestand hat. Man könnte sich fragen, wie er wohl die heutigen Entwicklungen kommentieren würde – immerhin war er selbst Offizier gewesen, war ein weitherum geschätzter Ratgeber (bis zum Herzog von Mailand) und die Schweiz war damals nicht annähernd so pazifistisch wie heute, weder nach außen noch nach innen.
      Ein berühmter Rat von ihm an die Eidgenossen war: „Machet den Zaun nicht zu weit!“…

    • Die Bruder Klaus Kapelle
      Ich kann einen kurzen Aufenthalt in der Bruder Klaus Kapelle nur sehr empfehlen. Er macht demütigt, nachdenklich, lässt zur Ruhe kommen und lässt mit allen Sinnen Schönheit erfahren; vorausgesetzt man lässt all das bewusst an sich heran und man ist allein. Zum Schluss war ich einfach dankbar.

    • Weil sie für ihr gutes Leben dankbar sind - deshalb hat eine Familie die Kapelle
      in Wachendorf gebaut. Und es ist eine ganz besondere mit einer ganz besonderen Geschichte. Und es gibt sie erst seit ein paar Jahren.
      Es ist ein ganz besonderer Platz zur Einkehr. Auch, um wieder bei sich selbst anzukommen in dieser Zeit, die so unruhig scheint und bisher Verlässliches in Frage stellt.
      Danke prince, fürs Erwähnen. Mir ist sie auch beim Lesen von Dons Text in den Sinn gekommen. Und danke Don. Dafür, dass Sie das beschreiben, was durch die „Propaganda“ und all das Laute so in der Stille immer da war und bleibt und einlädt…

    • Titel eingeben
      Ganz ehrlich? Ich fände die Landschaft ohne dieses Hochhaus schöner, weiß allerdings nicht, wie’s drinnen aussieht.Sie wirkt auf mich so „nachträglich“ hingestellt.Grundsätzlich bin ich aber nicht gegen moderne Architektur, gerne auch neben Altem.

      Unsere Kapelle,St. Martin, 1668 erbaut, gefällt mir besser.Sie hat eine wunderschöne Kassettendecke aus Föhrenzirbel und überrascht jeden Besucher durch ihre barocke Innenausstattung. Sie ist etwas größer, als manch andere Kapelle und das Itüpfelchen ist eine ältere Linde gleich daneben.
      Sie gehört uns Rechtlern und wird von uns gepflegt, hat eine Alarmanlage und einen Blitzableiter, weil sie so wertvoll ist.

  2. Wunderbar und wunderschön
    Gestern war Kirchweihsonntag!
    Und wir hörten in einer Predigt viel von dem, was Sie in Ihrem Artikel schreiben. Es lag noch die Aufforderung drin, dankbar zu sein, dafür, dass es in Bayern ist, wie es ist.
    Und es war nicht auf dem Dorf, sondern in der großen Stadt an der Isar. Da gibt’s das auch noch. Man muss nur die Augen und Ohren offenhalten.
    Danke für den schönen Text und die wunderschönen Bilder, besonders den Spruch in der Kapelle. Eine Wohltat am Montag morgen!

    • Bittsche – eigentlich sollte der Text gestern erscheinen, aber da war noch mein alter, daher kommt er jetzt erst am Montag. Ändert aber nichts daran, dass gestern in den Kirhen auch viel los war.

  3. So isses
    ja, schön beschrieben. Es macht halt schon einen Unterschied, ob und welche Weltanschauungen man akzeptabel findet. Selbst der nichtreligiöse Mensch kann die „Zumutungen“ der Kirchen als Tradition oder sogar nur Folklore ertragen. Ich finds, auch ohne Religion, schön, dass es einen ruhigeren Tag in der Woche gibt. Weihnachtsmärkte besuche ich auch gerne, alles schön. Und selbst an die Glockenschläge vor meiner Haustür hab ich mich gewöhnt.
    Jetzt wünsche ich mir nur noch, nicht dauernd als Feind, -phob, Hasser, Nazi usw. bezeichnet zu werden, weil ich weitere religiöse Gesellschaftsveränderungen ablehne. Wenn man sich mal die Überschriften in den Zeitungen anschaut….!
    Der völlig verdrehten Medienlandschaft kann man wohl nur mit Ihren stilistischen Mitteln (ein wenig) beikommen. Danke und weiter so.

    • Gern geschehen – da kommt auch noch was nach.

    • Inzwischen ist es mir egal, wie die Linksverwirrten mich bezeichnen.
      Linksverwirrtsein ist für mich eine ganz besondere Geistesstörung. Mit dieser Grundeinstellung begegne ich linken Hassparolen nur noch mit Indifferenz. (Für Rechtsverwirrte gilt das ebenso.) In der Ruhe liegt die Kraft!

  4. 2/3 aller Deutschen leben in Städten
    Lieber Don, das ist wieder ein sehr schöner Text von Ihnen. Und sicher haben Sie Recht mit der Behauptung, dass auf dem Land die Debatte um die Leitkultur gar nicht geführt wird, sondern bereits entschieden ist.

    Zum meinem Leidwesen aber wohnen nur 1/3 der Deutschen auf dem Land. Und in den Großstädten sieht es ganz anders aus – nicht nur im Reichshauptslum Berlin. In den Großstädten haben wir die Debatte um eine Leitkultur längst verloren. Die Nacht gehört weitestgehend Gruppen von männlichen Migranten, meist muslimisch. Das wird sich nicht mehr ändern – das wird nur immer schlimmer und schlimmer.

    Bis Anfang des Jahres habe ich in Mannheim gewohnt, bis es da für mich vollends unerträglich wurde. Beruflich kann ich es mir nicht leisten, aufs Land zu ziehen. Nun wohne ich notgedrungen in einer Mittelstadt im Speckgürtel von Frankfurt/ Main, das ist noch halbwegs ok, obwohl wir auch Vorfälle mit Gruppen von Migranten haben, die einzelne Deutsche überfallen, berauben und zusammenschlagen.

    Sobald ich im Ruhestand bin, ziehe ich mindestens raus aufs Land – wenn nicht gar komplett ins Ausland. Deutschland haben wir größtenteils verloren.

    • Dünzlau ist eine Vorstadt einer Grossstadt und gerade eben nicht auf dem Land. Land ist nochmal was anderes, da muss man bei uns 20 kilometer weiter.

    • Verlorene Heimat
      @Nachdenkerin
      Ich bin in Mannheim geboren und aufgewachsen. Durch Studium, Beruf und auch Abenteuerlust habe ich die halbe Welt kennengelernt und trotzdem immer das Gefühl „Heimat“ gespürt, wenn ich mal wieder nach Mannheim kam. Es gibt doch nichts Schöneres, als einen deftigen „Mannemer“ Fluch auf dem Marktplatz zu hören, rauh aber herzlich. Das ist aber Jahrzehnte her. Wenn ich jetzt ca. einmal pro Jahr nach Mannheim komme wird mir immer klarer, daß ich meinen Gedanken, meinen Lebensabend „zuhause“ zu verbringen, wohl begraben muss. Meine Leute und damit meine Heimat sind mir verloren gegangen. Folgender Artikel beschreibt das sehr gut:

      http://www.faz.net/aktuell/politik/denk-ich-an-deutschland-1/mannheim-else-kling-wohnt-hier-nicht-mehr-13808038.html

    • Auf dem Mannheimer Marktplatz
      und in der Filsbach war das Mannemerisch schon sehr auf dem Rückzug, als ich noch „iwwer dä Brick“ wohnte. Lebe seit zehn Jahren am Niederrhein und tröste mich damit, dass Düsseldorf auch mal Residenzstadt der Kurpfalz war. Vielleicht erleben wirs noch, dass Mannheim ein Sultanat oder zumindest Sitz eines Erzmuftis wird.

      Wohlgemerkt: Ich habe fast 15 Jahre lang in der Neckarstadt-West gewohnt und mich wenig am hohen Ausländeranteil gestört, das hat zum speziellen Charme des Viertels beigetragen, aber ein Kind wollte ich dort nicht zur Schule schicken müssen, und nach allem, was ich so höre, sind mittlerweile in größeren Teilen der Stadt die Verhältnisse am Kippen. Übrigens auch sehr zum Missfallen vieler schon länger dort lebender Türken…

    • The horror! The horror!
      Ich war einmal in Mannheim. Vor einigen Jahren.

      Es war das erste Mal, dass ich mir in Deutschland darüber Sorgen machte, dass mein in der Innenstadt am helllichten Tag abgestelltes Fahrzeug nicht mehr sein oder nicht mehr so sein wird, wenn ich es für einige Stunden unbeaufsichtigt lasse.

      Ich habe die Stadt seit dem umfahren, aber dieses Gefühl kommt trotzdem immer näher.

    • @Verlorene Heimat
      Into my heart an air that kills
      From yon far country blows:
      What are those blue remembered hills,
      What spires, what farms are those?

      That is the land of lost content,
      I see it shining plain,
      The happy highways where I went
      And cannot come again….

      A. E. Houseman

    • Diese Nachricht erläutert, was sie meinen, Nachdenkerin
      und zwar für das vermeintlich heile Bayern
      http://www.focus.de/regional/muenchen/familie-verlaesst-muenchen-wegen-gescheiterter-integration-verzweifelte-mutter-schreibt-abschiedbrief-an-die-stadt_id_6071842.html

      Die Tage stand ein Brandbrief der Bürgermeisterin aus Garmisch in irgendeiner Zeitung.
      felix bavaria ist Vergangenheit.

    • Hart aber Herzlich
      […]Alle Frauen trugen ein Kopftuch und keine von Ihnen sprach deutsch. Außer der Sozialpädagogischen Leitung . Diese hat mir dann relativ schnell mitgeteilt, dass ich mir wahrscheinlich schwer tun werde mich hier zu integrieren (O-Ton!!!). Ich möchte dazu vielleicht noch anmerken, dass ich deutsch bin. Ich spreche fließend deutsch und ich trage kein Kopftuch. Also habe ich ein wenig gelächelt und meinte dann ich würde versuchen mich zu integrieren. Leider habe ich zu dem Frauenfrühstück zu dem jeder aufgefordert war etwas mitzubringen Salami und Schinken in der Tasche gehabt. Damit hatte ich natürlich noch weniger Chancen auf Integration.[…]

  5. Titel eingeben
    Danke für diese Zeilen. Der Glaube hat den Menschen viele Jahrhunderte über Kriege, Hungersnöte und persönliche Krisen hindurch geholfen. Er hat Identitäten geschaffen, die zum Zusammengehörigkeitsgefühl einzelner Regionen geführt hat (von den negativen Begleiterscheinung möchte ich in diesem Zusammenhang schweigen). Als ev.-luth. Christin musste ich in Bayern schon einige schwerverdauliche Zumutungen – z. B. Abschaffung des Reformationsfests als Feiertag, stattdessen Halloween etc. ertragen. Eine kleine, besonders dumme Stadt in Franken schießt aber momentan den Vogel ab: am Reformationstag spricht dort in der ev. Kirche der Vorsitzende eines Islamverbands, Herr Mazyek. Begründung: es solle mal eine Abwechslung zum üblichen „Lutheralala“ geben. Meinem Glauben an die Bedeutung christlicher Feiertage ist dies nicht zuträglich, ebenso wenig wie der Zugehörigkeit zu meiner christlichen Kirche, wie sie im Glaubensbekenntnis bekannt wird. Alles ist beliebig und Menschen die nicht damit klarkommen könnten evtl. in anderen, auch politischen Gruppierungen eine neue Heimat finden. Ich hoffe, dass mir solche Anfechtungen erspart bleiben.

    • Gern geschehen. Ich als Heide bin ja befreit von solchen Zwangsfreuden.

    • Liebe Frau Thoma,
      wer spricht???? Das ist jetzt aber nicht wahr. Wir sind auch geschlagen mit unserer Nomenklatura, so etwas haben sich meine NGOs – zumindest an hohen Feiertagen – noch nicht getraut und einen Rest von Vernunft bewahrt (Sie und Fundamentaldogmatiker Don erkennen die Benedikt-Anspielung). Doch praktisch alle höheren katholischen Amtsträger marschieren stramm in diese Richtung.

      Dank für Ihren schönen Bericht und herzliche „ökumenische“ Grüße

      PS: für die Fernstehenden mag dies übertrieben klingen. Wer sich damit beschäftigt weiß, dass dies keine Herabsetzung anderer Religionen sondern im Gegenteil deren Achtung bedeutet, spirituelle Scheinveranstaltungen abzulehnen. Von der ungeheuerlichen Heuchelei gar nicht zu reden. Mit Gesprächsverweigerung hat das absolut nichts zu tun.

  6. Die Alpen gibt es gar nicht
    Wenn man JJ in der ZEIT glaubt, gibt es gar keine deutsche Kultur, denn die hat
    in der Vergangenheit viele äußere Einflüsse aufgenommen, verändert sich immer
    noch und wird sich weiter verändern. Daraus schließt er, dass es sie nicht gibt.
    Naturgemäß gilt das auch für die Alpen, die es ebenfalls nicht gibt. Aber auch für
    JJ, den gibt es auch logischerweise nicht.

    • nun, er ist halt ahnungslos. Natürlich gubt es Veränderung und ermischung. aber trotz der Einflüsse ist es möglich und auch historisch sinnvoll, langobardische und bajuwarische Gräberfelder zu unterscheiden. Nur weil der Kulturbegriff der Nazis auf der anderen Seite steht, muss das andere Extrem nicht richtig sein.

    • Veränderungen und Identität sind kein Widerspruch
      Die Anekdote um das Schiff des Theseus ist vermutlich bekannt: Ist ein Schiff, an dem über die Jahrzehnte und Jahrhunderte schließlich auch die letzte Schraube und Planke ausgetauscht wurde, noch das Selbe?

      Ich denke ja, solange man nicht den Plan verändert hat!

      Veränderungen sind ja nicht der genuine Antipode zur Identität, so wie Identität nicht Unwandelbarkeit heißt.
      Die Frage nach der Identität ist da schon etwas komplizierter!

      Und das sage ich als Konservativer.

  7. Titel eingeben
    Ich verstehe nicht, was Sie an dem Text „der vergiftete Apfel“ gut finden? Der bringt hinter seinen dünnen Fakten und hektoliterweise Emotion einfach nur einen Aufguss der sattsam bekannten Medienerzählung „Brexiteers sind dumme, gedankenlose Fremdenfeinde“.

    • Es entspricht dem, was ich von einer italienischen Bekannten aus London höre, deren Schwester da nichts anderes als gute Pasta (und nebenher noch soziale Arbeit) macht.

    • Titel eingeben
      Apfelartikel-Link: Das empfand ich auch so.

    • Zum vergiteten Apfel
      Ich finden diesen Text betörend gut. Wie von einem Bruder im Geiste des Dons formuliert. Und man fragt sich, wann die Kamarilla in Brüssel und deren Steigbügelhalter in Berlin endlich aufwachen und erkennen, dass Ihre undemokratische Machenschaften solche Nebenwirkungen haben können…
      Am Ende trifft es eben immer die Ärmsten. Denn wie Don immer so schön aufzeigt, wissen sich die besseren Kreise immer zu helfen…

    • Nie. Solche Dinge sind beabsichtigt, damit die eigenen Leute lieber bei der Stange bleiben. Nichts wäre für die EU schlimmer als ein sauber verlaufender Brexit.

    • Titel eingeben
      Kann sich noch wer erinnern, als man der EU beigetreten ist aus Überzeugung? Aber ich bin sicher, den Laden mit Angst zusammenzuhalten funktioniert auch. irgendwie.

    • Das war vor Juncker/Schulz. Und vor dem Euro.

    • Ich war eine Woche vor dem Votum in GB
      wir sind vom Süden bis nach Nordschottland gereist. Da ich immer mit Gott u. der Welt diskutiere, hatte ich mit unterschiedlichsten Menschen Gespräche, die nicht unbedingt Konsens-orientiert waren.
      Manches habe ich nicht verstanden, die Abneigung gegen Polen-Krininalität bspw. . Mein Hinweis, daß Polen bei uns als Integrationswunder und arbeitsam erfahren werden, verpuffte…

      Wenn die Leute Eines nicht waren , dann -ausländerf3indlich! Da ich meist mit kurzen oder 3/4Lederhosen herumlaufe, fiel ich eh auf wie ein bunter Hund.
      Als wir auf die Fähre fuhren, hatte ich das Gefühl, aus der Heimat in die Fremde zu ziehen.

      Habe das schlechte Gefühl, daß die Staatpresse hier #den schlechten Briten# herbeischreiben will!

    • Die Nachricht beklemmt
      Der Text enthält so eine beklemmende Nachricht.
      Also was das Verhalten der Schulleitung betrifft.
      Diese Willfährigkeit, diese Zivilfeigheit, dieses Einknicken vor Stimmungen.
      Wie man es sonst eher aus autoritären Duckmäusergesellschaft kennt.
      .
      Nicht von den Engländern mit ihrem Stolz auf Rechtsstaat und Demokratie seit Anno Richard Löwenherz…

    • ???
      Naja, wenn die Eltern sich dort so benehmen, stimmt es doch wohl auch mit der Gedankenlosigkeit.

  8. Schön
    Einfach nur gut und klar und ehrlich. Danke

  9. Hass und immer wieder Hass
    Lieber Don,

    ein hübscher, wehmütiger Text. Aber meine Gefühlslage trifft er, ehrlich gesagt, nicht. Ich marschiere nicht bei PEGIDA mit, aber ich gehe auch nicht in die Kirche, denn ich habe keinen Gott, und ich habe auch keine Hecken, die ich pflegen könnte.

    Ich war ein braver, geradezu vorbildlicher Staatsbürger und habe manche Drecksarbeiten verrichtet, die es gar nicht geben dürfte, wenn das sozialromantische Weltbild, das manche pflegen und auf das sie die „Zukunft“ Deutschlands bauen wollen, wirklich zuträfe. Jetzt bin ich nur noch voller Hass und Wut, und es drängt mich immer mehr, ihm nachzugeben. Selbst Ihre Texte, die mir manchmal Trost spendeten, helfen nicht mehr.

    Ich kann all die Lügen, die Verachtung, den Rassismus, der auf gewöhnliche Deutsche einprasselt, mittlerweile nicht einmal mehr mit Zynismus begegnen. Wenn man es mit Menschen zu tun hat, die einem das Existenzrecht absprechen und die es auch ganz handfest hintertreiben, kann man das nicht ignorieren. Dass man all diesen Schweinereien dennoch im Grunde tatenlos, ohnmächtig, zusehen, bis es zu spät ist, raubt die Selbstachtung. All das hat Folgen. Der „Brexit“ war so eine Folge, denn auch in GB meinte allen voran der Kriegsverbrecher Tony Blair, der „Labour“ ebenso wie den Irak als Trümmerhaufen hinterließ, den Menschen den „Diversity“-Rassismus mit aller Gewalt in die Kehle stopfen zu müssen. Wenn es auch ganz gewollt war, hat Cameron seinem Land dann mit dem Referendum die Möglichkeit eröffnet, die Galle, die sich aufgestaut hatte, auszuspeien, bevor sie alles vergiftet. Natürlich ist auch das hässlich. Aber es bietet zumindest eine Chance für die Zukunft. Vielleicht hat auch Ihr Land der Kapellen und Hecken noch eine Chance, sofern es tatsächlich noch existiert, irgendwo im Südosten. Für mich sehe ich schwarz. Diesen Hass werde ich nicht mehr los.

    • Ein ausstieg Deutschlands aus der EU würde den Zivilisationskomnflikt, auf den wir zusteuern, auch nicht beheben. Man wird das ausfechten müssen und wenn es nicht anders geht, dann halt mit sehr unterschiedlichen Zonen leben müssen.

    • Wut und Hass sind keine Lösung
      Lieber Krampus,
      Wut und Hass zerstören ihren Träger selbst, schneller als alles Andere. Ich sage mir immer, ich bin schon zu alt, um noch Terrorist zu werden. Ich bin einfach nicht bereit, mein Leben durch das Gift und die Galle zerstören zu lassen, die der selbsternannte Mainstream über uns ausgießt. Ich verlasse mich auf die alte Erkenntnis, dass ein Pendel nur begrenzte Zeit in eine Richtung schwingen kann – danach schwingt es in die andere Richtung. Das Aufkommen nationaler Parteien in Europa ist kein Zufall.
      Wenn die Strömung dreht, wird es darauf ankommen, dass besonnene Menschen das Zurückpendeln in verträgliche Bahnen lenken. Sonst könnten Hass und Wut alles zerstören, dass unsere Altvorderen über die letzten 200 Jahre aufgebaut haben.

    • Nicht zu vergessen der enorme anstieg der verkauften Auflage der Jungen Freiheit. Da ahnt man, dass der Mainstram zwei Probleme hat – die Unfähigkeit, Leser im Spektrum zu halten und die Inkompetenz, die JF zu verteufeln (ich mag sie auch nicht, aber mei).

    • @Krampus: Gruß vom grünen Mann
      Eins niemals vergiss: Furcht, Zorn, aggressive Gefühle – die dunkle Seite der Macht sind sie. Begibst du dich auf diesen Pfad, einmal, für immer wird beherrscht davon dein Schicksal. Unterschätze niemals die Macht des Imperators, oder deines Vaters Schicksal wirst erleiden du…

      Yoda

    • Bayerische Jägerprüfung mit Rekordbeteiligung
      https://www.jung-jaeger.eu/bayerische-jaegerpruefung-mit-rekordbeteiligung/

      Und 2016 wird es noch einen Rekord geben. Jenseits der geschilderten Idylle bewaffnen sich Bayern und Deutschland. 8 von 10 Vorbedingungen eines Bürgerkriegs sind gegeben. Das erzählen ehemalige KSK-Soldaten. Und organisieren Weitschusseminare mit halbautomatischen Sturmgewehren. Mit Jagdschein sind diese recht problemlos ohne Beschränkung der Anzahl zu erwerben. Zum Beispiel ist die HK MR308 (ich empfehle einfach mal ein paar Bilder zu googeln) für die jagdliche Verwendung zugelassen. Ich hatte mich angemeldet, weil ich nächste Woche in Pakistan im Gebirge jagen werde. Die Mehrzahl der Teilnehmer war aus ganz anderen Gründen da. Ich treibe mich seit 30 Jahren auf Jagden und Schießständen in Deutschland herum. Und ich will bei Gott kein strengeres Waffengesetz. Aber die dort anzutreffenden Einstellungen sind in ihrer Rigorosität etwas Neues. Zumal sie von vollkommen nüchternen Menschen vorgetragen werden.

    • There will be blood
      @Ernst Wilhelm

      Yep, ich habe ein neues Büro bezogen. Gegenüber von Gebäuden, in denen sich ganz viele junge, kräftige Männer vorbereiten. Auf Dinge, die nicht mehr, wie früher, in fernen Ländern passieren können sollten sein werden man weiß es nicht so genau hofft aber auf das Beste.

      Übrigens hat ein Bekannter von mir das klassische HK G3 im Schrank. Natürlich semi. Vollautomat ist ja sowieso etwas, was ein guter Schütze nicht braucht.

    • Unwort des Jahres ...
      „Wenn man es mit Menschen zu tun hat, die einem das Existenzrecht absprechen und die es auch ganz handfest hintertreiben, kann man das nicht ignorieren.“

      Lebens-Bedingungen, die unter „Völkermord“ fallen, sind ja mittlerweile klar definiert. In einer solchen Lebenssituation hülfe das Web aus meiner Sicht aber garantiert nicht. Würde das die Bedrohungslage nicht eher verschärfen und der Gang zur Botschaft oder außer Landes wäre die bessere Wahl? Und was sollten die Millionen tun, die nicht mal das überhaupt noch könnten? Hassen? Für mich mit Abstand das Unwort des Jahres. Frei nach dem Motto: Alles Borderliner oder was?

    • Hass hilft niemanden...
      Probieren sie es mal mit Sloterdijk. Sein Buch über den Zorn, als Gegensatz zur Wut, hilft sehr beim Umgang mit dem eigenen Ärger.
      Und bei der Vermeidung des Herzinfarktes…

      Und dann eine Prise Zen.

    • Das böse Sturmgewehr
      @ Ernst Wilhelm
      Auch ich verstehe den gewaltsam erzwungenen (Gewaltmonopol) Zustand der Wehrlosigkeit als Verletzung der Menschenwürde und kann sehr gut verstehen, dass meine Mitbürger das auch so empfinden.
      @ Goodnight
      Wenn Sie von einem kriegserfahrenen Gegner in Überzahl angegriffen würden, würden Sie eine vollautomatische Waffe (wie sie zB viele Schweizer Bürger im Schrank haben) evtl.
      auch nicht verschmähen?

    • The problem with gun runners going to war, is that there is no shortage of ammunition.
      @Hausschwein

      Nope, der Vollautomat ist ausschließlich für cowards. Jeder Vollautomat verzieht nach dem ersten Schuss (ausgenommen HK G11) und ist daher nur noch fürs Posing zu gebrauchen, oder Häuserkampf. Der Vollautomat berücksichtigt einfach die Tatsache, dass 90% aller Soldaten in einer Gefechtssituation vor lauter Stress nicht mehr fähig sind genau zu zielen.
      D.h. der Vollautomat ist eigentlich eine Schrotflinte….also eine Frauenwaffe :-)

    • @Ernst Wilhelm: "Das erzählen ehemalige KSK-Soldaten..."
      > Jenseits der geschilderten Idylle bewaffnen sich Bayern und
      > Deutschland. 8 von 10 Vorbedingungen eines Bürgerkriegs
      > sind gegeben. Das erzählen ehemalige KSK-Soldaten.

      Ich fürchte zwar, es wird hier nicht mehr gelesen, da der Hausherr ja schon wieder mit neuem Thema nachgelegt hat. Aber ich muß jetzt doch mal nachhaken:
      Was genau sind diese 10 Vorbedingungen eines Bürgerkrieges von denen die KSK-Veteranen da reden? Gibt es da Genaueres?

    • Es gibt nichts genaueres
      Zumindest nicht von mir. Mich hat eben erstaunt, dass und wie der KSK-Veteran darüber spricht.

  10. Titel eingeben
    Neben dem Glauben als identitätsstiftenden Faktor und einem „Leitkultur“ Kanon an Werten spielt auch die Ernährung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Diese Erkenntnis liegt letztlich auch der „slow food“ Bewegung zugrunde. Das Essen der Menschen und wie sie es zu sich nehmen, d.h. die Zutaten und deren Zubereitung, sowie der Umgang damit, ist immer auch Ausdruck einer Kultur.
    Slow Food, das waren vielleicht mal alte weiße Männer, die in Italien in der Trattoria saßen und die italienische Küche liebten. Slow Food ist heute die Erkenntnis, dass in der Art und Weise wie Linsengerichte, Spitzkohl oder Kartoffeln mit Schmand zubereitet werden, sich auch eine bestimmte Kultur ausdrückt, oft eine ländliche und einfache. Und so wie der Glaube in manchen Gegenden nicht mehr besonders beliebt ist, so verschwinden eben die alten Sorten, die Gemüse die keiner mehr anbaut, und Speisekultur wird zur bloßen Ernährung, deren Bandbreite sich auf gelieferte „Essen ist da“ Burger, Sushi, Pizza beschränkt.

    • Es gibt bei uns in Bayern ja sogar spezielles Gebäck zu krichlichen Feiertagen.

      Und früher war die Kombination Kirchbesucht – Wirtschaft – Tanz auch obligatorisch, teilweise gibt es das auch noch im Alpenvorland. Aber wie erkläre ich einem 23-Uhr-SpätiEinkäufer. dass bei uns am Tegernsee die Läden zwischen 12 und 2 geschlossen sind?

    • spezielles Gebäck
      Schneeballen z.B. für Kirchweih. Probiert habe ich’s noch nicht, sieht aus wie gebackene Pasta mit Puderzucker ..
      und dem Späti-Einkäufer muss man nix erklären, das lernt der schon, wenn er vor einer geschlossenen Tür steht.
      Bei uns hier am Stadtrand von M sind die kleinen Läden am Samstag auch um 1 zu und machen erst am Montag wieder auf. Da gewöhnt man sich dran … ;-)

    • @greenbowlerhat
      Bitte, bitte, bitte den hämischen Begriff „alte weiße Männer“ (zu denen ich im übrigen nicht gehöre) einfach nicht mehr verwenden, sondern ihn den geifernden Gendertrullas zur alleinigen Verwendung überlassen.

    • Ländlich und einfach?
      Oder einfach nur Kultur? Sie sorechen da etwas an, das mich dauernd umtreibt. Aus dem einfachen Grund, weil man es immer und überall sieht.
      Essende Menschen. Auf Schritt und Tritt, in der Bahn, im Bus, auf der Straße. „To go“, wie man so schön sagt.
      Das passt wunderbar zur Abschaffung der festen Essenszeiten und gemeinsamen Mahlzeiten. Ich beobachte es mit Grausen. Die Mama macht sich ein Fertiggericht in der amikrowelle heiß, der Sohn empfängt seine Pizza an der atür und verzieht sich damit in sein Zimmer. Der Papa kriegt dann irgendwas, was da ist; oder man bestellt schnell noch was.

      Das schlimme ist, das geht schon bei Kleinkindern los. Ein leises Quengeln, schnell nen Keks geben. Und eine Capri Sonne.

      Gibt es eigentlich noch Familien, die regelmäßig gemeinsam zu Tisch sitzen? Das ist übrigens gut machbar, auch wenn Mann und Frau berufstätig sind. Es erfordert halt Planung, dann ist nichts mehr mit dem spontanen „Was essen (=bestellen) wir heute Abend?“

    • Titel eingeben
      @ greenbowlerhat
      Die Förderung der für „slow food“ geeigneten Agrikultur ist nicht politisch gewollt. Gefördert wird der Großagrarier, der für die Massen produziert.

      So wurden die Ex DDR Ländereien an Spekulanten und Großinvestoren veräußert. Dies geschah unter höchster Geheimhaltung, darüber fand ich damals eine einzige Medienmeldung.

      Kleine und mittelgroße Bauernhöfe hatten keinerlei Chance. Die Agrar-Großinvestoren werden außerdem von der EU großzügig subventioniert, selbst wenn die Agrarunternehmen den Chinesen gehören, während die mittleren und besonders die kleinen leer ausgehen.

    • @Samsara
      Ja, es gibt noch eine Menge Familien, in denen gekocht und gemeinsam gegessen wird.

      Freunde aus England (passend zum Thema) haben mir allerdings berichtet, dass es dort mittlerweile Neubau-Wohnungen gibt, die keine Küche mehr haben, da man ja alles notwendige fertig bestellen kann oder immer Essen geht.

    • ex-DDR-Betriebe
      @ Tamarisque: Ganz richtig degoutant wird es dann, wenn diese Großinvestoren dann „Bio“ produzieren (das ist für die kein Problem, man muß ja nur den entsprechenden Auflagenkatalog einhalten) – und anderswo gehen die kleinen Familienbauern ein, weil sie allein schon für den dafür notwendigen Zertifikatekram nicht bewältigen können.
      Meine Eltern wohnen auf dem Dorf und der Bauer mit der besten Milch mußte die Viehhaltung aufgeben, weil er bei jedem Liter draufzahlte. Sein Dutzend Kühe stand halt etwas außerhalb auf einer Wiese, also mußte er morgens und abends zum Melken dorthin fahren etc…

    • @krächzit
      Ja, das habe ich vor Jahren schon von einer Bekanten gehört, die in England lebt. Erschreckend. Ich bin ja selbst von den modernen Errungenschaften angetan, und bestelle hiernund da mal Essen; aber keine Küche in der Wohnung bedeutet für mich einen Zivilisationsverlust. Das kommt vielleicht daher, daß ich gut und wirklich gerne koche, mein Mann übrigens auch.

  11. Titel eingeben
    Danke Don, Herzlichen Dank

  12. Hemingway-Stil
    „Ich war, obwohl ich Atheist bin, auch schon öfters drin – es gibt einen Vorraum, in dem man Regen und Gewitter überstehen kann. Es gibt da drin einiges zu sehen und zu lesen, und wer genau hinschaut, lernt viel über die Lebenseinstellung, die hinter so einer Kapelle steht.“
    Der Stil erinnert mich an Hemingway. Kompliment!

    • Danke!

    • Titel eingeben
      @ Josef Seifen
      Das stimmt. Wenn das Thema es zulässt, schreibt Don Alphonso ausdrucksstark wie ein klassischer Schriftsteller.

      Die Kunst: Der Schriftsteller schöpft Bilder im Kopf des Lesers, welche ihm das Gefühl verleihen, beim Geschehenen dabei zu sein und es mitzuerleben.
      Eine seltene Gabe.

  13. Titel eingeben
    Altmühltal?
    Da erinnere ich mich: in den sechziger Jahren erzählt mir ein Kollege (bei der Post, in Berlin) von einem Vorfilm im Kino (sowas gab’s damals), der die Schönheit des Altmühltals zeigte.
    Mein Kollege berichtete recht stolz und launig, dass & wie er laut in den dunklen Kinosaal rief: „SO SEHEN ALSO DIE CSU-WÄHLER AUS“ … und alle Filmzuschauer feixten über die damals so „rückständigen“ Altmühltalbewohner.
    Heute lesen die Kinder der damaligen Kinögänger die „Landlust“ und sehnen sich in diese Idylle zurück. Nehm‘ ich an.

    • Das Altmühltal ist wirklich schön, aber ich schreibe wenig darüber, weil ich es mir gern selbst vorbehalte.

  14. Frage und Hinweis
    Ich frage mich, was das mit dem Brexit zu tun hat. Viele Briten betrachten die anderen Europäer als nicht gleichwertig und werden von einer bösartigen Presse zum Hass auf alles europäische angestachelt. Bezeichnenderweise ist man gegenüber der kulturfremden Zuwanderung aus den alten Kolonien nicht so kritisch. Es geht also gar nicht um kulturelle Dissonanzen, sondern um den Phantomschmerz des verlorenen Empires, das immer so schön beliebig auf dem Kontinent manipulieren konnte. Eine EU, in der die Völker freiwillig (mehr oder minder gut) kooperieren, passt da einfach nicht.

    Meine These, die natürlich in Zeit online und Spiegel online zensiert wird, ist, dass Zuwanderung nur erfolgreich ist, wenn sich die Zuwanderer assimilieren. Das heisst sofortiger Spracherwerb, Anpassung an lokale Bekleidungsmuster and Essgewohnheiten. Die nächste Generation bekommt dann typischerweise einheimische Vornamen (wie z.B. Charles in Charles Aznavour). Religion spielt da eigentlich keine so grosse Rolle, weil das ja Privatsache ist.

    Da ich nicht weit von der spanischen Grenze lebe, fällt mir dort immer wieder der Kult ums Schwein auf. Schinken ist wirklich omni-präsent und man fragt sich, ob das dann mit der geringen Zahl von muslimischen Zuwanderern korreliert. Ich weiss nicht, ob Frau Göring-Eckardt in Spanien Urlaub macht, aber ihre Ideen von Veggieday und Integration der Deutschen in den arabischen Kulturraum würden dort wohl nur Kopfschütteln verursachen.

    • Die deutschen Juden in Amerika, die immer so gern als Vergleich herangezogen werden, wenn es um die migrationskrise geht, haben sich schon bei der Ankunft gern neue Namen gegeben. Da war ein enormer Integrationswille unvermeidbar, wenn man nicht verhungern wollte. Das hört man aber hierzulande nicht so gerne – der jungdeutsche Schreiberling hat es nicht mit Differenzierung.

    • Wer hat sich an wen anzupassen
      Der Beitrag erinnert mich an die Krawalle in den Vorstädten von Paris in 2005/2006.

      Weil ich damals in Paris war, hatte mich das sehr interessiert. In Frankreich selbst tat man sich mit der Erklärung schwer – man konnte oder wollte das oft nicht wahrhaben.

      Die FAZ sagte, das sei typisch französisch, vor Verhandlungen mit dem Staat erst mal zu randalieren. Naja.

      Nur The Economist, der hatte aus meiner Sicht einen guten Punkt: wer in die USA auswandere und nach 5 Jahren nicht auf eigenen Beinen stehe, der würde wieder dahin gehen (müssen), wo er herkam. Wer nach Frankreich komme und es da nicht schaffe, der habe nach 5 Jahren immer noch seine Sozialwohnung und seinen Betreuer.

      Mein Eindruck ist nicht, dass wir aktuell die Instrumente vorweisen können, die Länder mit erfolgreicher Einwanderungsgeschichte haben.

    • 2 große antideutsche Wellen in den USA
      Entschuldigen Sie, wenn ich noch zu der Sache mit den mustergültig integrierten deutschen Juden etwas sagen muss.

      Das Problem ist dabei u. a., dass dabei vernachlässigt wird, dass eine zweite große antideutsche Welle durch die USA ging, und etliche in den USA, wie uns auch die Tochter von des „Vaters der Sozialpsychologie“ Kurt Levin bei unserem Besuch 95 bei ihr berichtete, stark antisemitisch waren bzw. sind (Namensänderungen tarnen).

      Bei der Geschichte der Deutschamerikaner bei Wiki wird das kurz angerissen:

      „Während des Ersten Weltkrieges wurden Deutschamerikaner verdächtigt, mit den Mittelmächten zu sympathisieren. In manchen Gegenden kam es 1917/18 zum Verbot des Deutschunterrichts und zur Verbrennung deutschsprachiger Schulbücher.[9] Viele Deutschamerikaner reagierten auf diesen Druck mit einer demonstrativen Anpassung an den englischen kulturellen „Mainstream“ (Hauptrichtung).

      Ein weiterer deutschamerikanischer Migrationsschub erfolgte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ab 1933. Viele Akademiker verließen das Deutsche Reich, weil sie dort nicht mehr arbeiten konnten (z. B. Berufsverbot); bald suchten viele Deutsche auch deshalb Zuflucht in den USA, weil ihr Leben im Hitler-Deutschland akut bedroht war.

      Während des Zweiten Weltkrieges wurden Tausende in den Vereinigten Staaten lebende Deutsche interniert (Näheres hier). Nach Kriegsende bewiesen viele Deutschamerikaner ihre Solidarität mit der alten Heimat, indem sie CARE-Pakete ins verwüstete Deutschland schickten.“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschamerikaner#Geschichte

      Näheres u. a. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Deutschen_in_den_Vereinigten_Staaten#Der_Erste_Weltkrieg

      Da gab es richtig antideutsche Aktionen und Angst unter den deutschen Einwanderern, wie man auch in zeitgenössischen Berichten nachlesen kann.

      Das allerdings besonders schon im 1. Weltkrieg, als deutsche Agenten 1916 in NY so ein Munitionsdepot hochgehen ließen (wofür die BRD noch lange zahlte), dass ganz NY spürte und die vergötterte Freiheitsstatue beschädigt wurde.

      „Anfangs waren es nur einige kleinere Brände. Aber sie hatten die unangenehme Eigenschaft, sich nicht löschen zu lassen – in der Nähe von Munitionskisten ziemlich heikel. Gegen 2.08 Uhr in der Nacht war es so weit: Mit einem ohrenbetäubenden Knall flogen 1000 Tonnen Munition in die Luft.

      Halb New York fiel an diesem frühen Morgen des 30. Juli 1916 aus dem Bett. Noch in 40 Kilometern Entfernung vom Detonationsort barsten Fensterscheiben, die etwa 1200 Meter entfernt gelegene Freiheitsstatue wurde durch Trümmer und Splitter beschädigt. Noch in Philadelphia war das Beben zu spüren – seine Wirkung soll einem Wert von bis zu 5,5 auf der Richterskala entsprochen haben…“

      Aus der Welt vom 28.7.2016 mit einer zeitgenössischen Überschrift „Den ersten Großanschlag in New York begingen Deutsche.“

      Genau genommen war das in Jersey City (New Jersey) – siehe Wiki: Black-Tom-Explosion

      (Man kann auch nach Wiki nach Kleindeutschland (New Yorkl City) bemühen, wo eine weitere, frühere Ursache für die Schwäche der deutschen Kommune in NY berichtet wird – aber das nur am Rande. Ab 1957 trafen sich die Deutschamerikaner aus dem Stadtgebiet zur inzwischen sehr berühmten Steubenparade).

      Also gab es sicher manchen weiteren guten Grund seine deutsche Vergangenheit zu covern.

      Viele freundliche Grüße – azur

  15. Diese Geschichte über den Brexit und seine Auswirkung an der Schule ist der beste Text, den ich let
    Nö. Selbst die Kommata sind völlig ratlos eingestreut.

    • es ist halt meine einschätzung.

    • Titel eingeben
      Satzzeichen bestimmen zum Glück weder Wert noch Wahrheit einer Erzählung, allerdings ist Ihre Verwendung des kleinen Wörtchens „selbst“ etwas verwegen. Ich lese schon länger auf dem betreffenden Blog mit und kann versichern, dass die Texte alles andere als ratlos geschrieben sind.
      Man muss die Poesie ja nicht unbedingt nachempfinden, die Plausibilität im Fall der beschriebenen Schule lässt sich aber auch mit einem feschen „nö“ nicht erschüttern.

    • Titel eingeben
      Ich habe es gerne und laut retweetet. Bitter wie die Geschichte ist. Die Direktorin erinnerte mich an Dolores Umbridge.

  16. Danke!
    Werter Don, wenn es Sie nicht gäbe, müsste man Sie erfinden. Wie Sie es immer wieder schaffen, die ganze Misere in so wohlfeile Worte zu fassen. Danke, Danke, Danke!!!!
    Ist Ihnen übrigens schon mal die Ironie aufgefallen, dass Sie und Ihre Themen Heimat im nördlichen Ausland gefunden haben und nicht in den Prantlhausener Nachrichten? Gibts dort auch so eine Blase (München ist ja gross genug, dass ich so was halten kann) wie im RHS oder Hamburg?

    • die SZ wollte mich mal haben, hat dann aber Angst bekommen, icb könnte etwas Unpassendes schreiben (O-ton „Der schiesst uns ein Loch in den Rumpf“). Schirrmacher hat es dann probiert und es läuft auch ganz gut. Ausserdem ist Sueddeutsche Online wirklich nichts, wo ich sein wollte. Die sollen mal ihren rosabraunen Jungmädelgenderismus machen, der passt dazu,

  17. ich stimme zu
    und ich will Ihnen die etwas dialektische Struktur des Textes nicht kaputt machen, aber ich bin praktizierender Katholik (der eigent. bei den Benediktinern eingetreten wäre, der auch ganz kurz bei den Jesuiten bei Ihnen um die Ecke hereingeschaut hat) UND bei der AfD. Bin ich jetzt überdeterminiert?

    Aber das sind Dr.Sommer-Fragen. Die Erkenntnis, daß Menschen eine tragfähige Kultur haben müssen, aus der sie Identität beziehn, ist das eigentl. Grundlegende!

    • Ich finde Ideologie wie Religion wenig erbaulich, aber ich denke, man sollte vor allem zuhören und nachdenken. Ändern kann man sowieso wenig.

    • Bei den Jesuiten
      brauchen Sie heute nicht mehr „reinzuschauen“. Der neue General soll ja Marxist sein … und in München ging die Entwicklung von katholisch hin zu links-grün politisch erst schleichend und mit dem Papstwechsel recht schnell. Da kann man auch die Prantlhausener Nachrichten lesen …

    • Ideologie = Religion?
      das lässt sich doch relativ deutlich gegeneinander absetzen!
      Oder verstehe ich Sie da falsch?

    • Der feine Unterschied den viele im Reichstag zu Berlin so nicht sehen und verstehen.
      Die Haupttäter in Berlin und ihre Anhänger im ganzen Land sind aber der Meinung Deutschland brauche eine neue Leitkultur (NWO) die aus „Islam – gehört zu Deutschland“ und all IHREN zugezogenen Gästen nebst ihren „Nichtkultur“ bestehen soll.

      Auf jeden Fall lasse ich mich lieber jeden Morgen um 6.00 Uhr vom Angelusläuten wecken als durch eine lärmende Menge die mal wieder eine Spontansteinigung veranstaltet.

      ….

    • Ideologie und Religion kann man deutlich voneinander trennen!
      Setzen Sie es etwa gleich?
      Wie gesagt, ich stimme dem hier oben von Ihnen Geschriebenen zu und mich erinnert das Atmosphärische an Mattusseks @Das Katholische Abenteuer, aber bei Ihnen bleibt mir der Eindruck, Sie meinten, Sie könnten mit ein bisschen Folklore die Krise schon meistern.
      Im Übrigen auch ein Phänomen, daß ich in Bayern auf dem Land schon öfter beobachtet habe.
      Der Kahn, auf den Sie (u.Andere) da setzen ist brüchig. So leid mir das tut.

    • @ Cinderella
      Die Tendenzen nun auch in der katholischen Amts- Kirche, Religion mit Ideologie zu verwechseln und aus der Bergpredigt ein moralistisches Manifest zu dengeln, sind in der Tat entwürdigend.
      Allerdings misstraue ich auch solchen Vorwürfèn wie @Generalobere der SJ sei Marxist. Die Befreiungstheologen wurden unter Johannes Paul II genau damit diffamiert, obwohl sie nur in besonderer Weise die Frage sozialer Gerechtigkeit thematisierten.
      Kann sein, daß das bei Franziskus genau andersherum falsch läuft. Es kann nicht jeder ein wirklicher Intellektueller sein wie Benedikt.

      Mir lag/ liegt einfach das Monastische mehr als die jesuitische Spiritualität .

    • @ p Feldmann: Ideologie
      Genau das ist das Problem. Die Kirche hat sich überrennen lassen von den linken Ideologien, weil sie auch mal „gut“ sein wollte.
      Dafür wurden bestimmte Gruppen gegründet, die der Kirche in diesem Sinne einen „Frühling“ verschaffen sollten. Wir hatten es die ganze Zeit vermutet, dass diese Gruppen bewusst in die Kirche eingeschleust wurden.
      Bestätigt wurde es jetzt durch WikiLeaks, denn auch in USA lief es ähnlich ab, dort wurden von den Dems gesponserte Gruppen, in die Kirche eingeschleust, um sie dem Zeitgeist anzupassen. Dort gibt es aber noch Bischöfe, die sich dagegen stellen – bei uns nur noch ein paar Enklaven, wo Kirche noch Spiritualität und Glauben vermittelt.

  18. Nachdenkenswert?...Basiskulturwert Vernunftbildung?
    Psychologie sagt: Kein Mensch muß sich erklären?
    Demokratie sagt: Recht auf Selbstbestimmung?
    Ich möchte zu bestimmten Dingen, ohne mich erklären zu müssen,
    einen von mir selbst bestimmten Abstand?
    z.B.: Bahnlinien, Diskotheken, Fußballstadien,…
    Ich hasse sie nicht wenn sie auf den von mir selbst bestimmten
    Abstand bleiben. Aber wenn jemand einen anderen Abstand,
    als den von mir gewünschten, bestimmt…dann fange ich
    mit der Zeit vielleicht an zu hassen…den oder die, der/die über mich
    hinweg bestimmt/bestimmen und vielleicht auch den oder die oder das, den/der/die/… ohne mich erklären zu müssen?
    Demokratie: Die Mehrheit bestimmt…dann bleibt mir nur
    „die Flucht“ vor der Mehrheit…Abstand von der Mehrheitgesellschaft?
    …wenn ich finanziell, gesundheitlich,…den Abstand wählen und
    durchführen kann?…ansonsten wächst vielleicht Hass…am Ende
    auf alle/alles…weil mir nicht erklärungsbedürftige, selbstbestimmte Abstände, ein Grundrecht?, verwehrt werden und ich mich dafür
    auch noch beschimpfen, abstempeln, anprangern lassen muß?
    Gesellschaft(en) mit Basiskulturwert Vernunftbildung begreift/begreifen
    erklärungslose Abstandwünsche?
    erklären zu müssen

    • Wert
      Vernunft ist Abstand / fremdbestimmter Abstand = Fremdbestimmung der Vernunft / Distanzlosigkeit vs Höflichkeit / + Hass= Flucht vor -Selbst, Einflussnahme auf Identität =Verlustangst usw / Abstandsloses Netz > höfliches Schweigen, Respekt / Erklärungsverweigerung=Kunst / Ichverteidigung möglich? Erinnerung an Pubertät / Kontrollverlust- Existenzängste+Identitätsbildung (Vor-Bilder?) / Hat Kultur Grenzen, oder erschafft sie sie? / Mißverständnisse kollidieren / kollabierende Identität / =kollabierendes Selbst? / Abgrenzungsversuche Faszinosum des Fremden (zb Musik) < Bedrohungs-/Dominanzgebärden / Selbstbehauptung als Kampf (gegen?) / Zerstörter Heimatbegriff= Hohn der (wer) Zerstörer (subjektiv) / zerstörtes Glied: Kette unnütz Friede in Demut ¿ / Finden im "Aufgeben"

  19. Hinterland der aufsteigenden atlantischen Welt
    Werter Don,

    die von Ihnen beschriebene Kluft hängt vermutlich mit den Folgen des Dreißigjährigen Krieges zusammen – die interessanterweise auch erklären können, warum nur die Deutschen und die Österreicher mehrheitlich gegen TTIP sind.
    I. Mit dem Westfälischen Frieden verloren die Habsburger einen Teil der Niederlande – ihren wichtigsten Zugang zur Weltwirtschaft. Die Generalstaaten schieden endgültig aus dem Heiligen Römischen Reich (HRR) aus. Dieses wurde zum „Hinterland der aufsteigenden atlantischen Welt“.
    Es gibt aktuell nur zwei Länder, in denen TTIP mehrheitlich abgelehnt wird: Deutschland und Österreich – ziemlich genau der Kern des HRR.
    II. Der Zusammenhang mit der linken Begeisterung für den Islam ist etwas komplexer.
    1. Zur Reformation kam es zu einer Zeit, als das hochmittelalterliche Klimaoptimum vorbei war. Vieles lag im Wortsinne brach: Der Protestantismus ist eine Konfession der Wüstungen. Und der Islam eine Wüstenreligion. Das passt schon mal zusammen. Beide stehen in scharfem Kontrast zur barocken Lebensfreude der Bayern. „Nicht leben und nicht leben lassen“ statt Biergarten.
    2. Zudem ist für die politische Linke die Industrialisierung die Erbsünde der Moderne. Und weite Teile der arabisch-muslimischen Welt wurden nie oder erst spät industrialisiert. Sie stehen daher symbolisch für das, was paradoxerweise ausgerechnet diejenigen für die gute alte Zeit halten, deren Planstellen nur durch den Wohlstandsschub der entfesselten industria finanzierbar sind. Während Rom erlaubte, was früher als Wucher gegolten hatte, wuchert heute das protestantische Kirchentagsmilieu der Großstädte mit den islamischen Zinsverbot – nicht der Religion wegen, sondern weil man geistig im Zeitalter der Hausväter hängengeblieben ist. TTIP dagegen steht symbolisch für die Weltgewandtheit der Großkaufleute in Amsterdam, London und New York, deren Weitblick Metternichs im Westentaschenformat und Metternichten stets verwehrt bleiben wird.

    III. Zusammengefasst lehnt die faktisch ganz und gar nicht urbane Linke nur vordergründig Katholizismus und Landleben ab, tatsächlich aber den Kapitalismus. „It’s the economy [das Zitat endet aus Gründen der Höflichkeit hier].“
    Die uneingestandene linke Sehnsucht nach dem vorindustriellen Landleben führt zu Selbsthass – der sich in Hass auf diejenigen äußert, die nach ein paar per pedes zurückgelegten Metern ein Gutmann am Stammtisch trinken können, anstatt für Craft Beer durch die halbe Stadt zu fahren, obwohl es nicht halb so gut schmeckt und doppelt so teuer ist. Wie sagten früher die Großbauern so schön: Da spricht der pure Neid.

    Der linke Funktionärshass auf Trump scheint einem ähnlichen Muster zu folgen. Trump ist gegen TTIP – die Hinterländler auch. Trump schimpft über eine „globale Elite“ – die linken Parteien geifern seit Jahrzehnten über „die da oben“. Trump ist dennoch so vollkommen anders als die Eigentümer der Villen im Tessin: Er erreicht mehr als 25 Prozent der Wähler. Aufrechte Linke müssen ihn einfach hassen.

    • Interessant. Was mir früher aufgefallen ist, ist der wütende zustand, in dem hier manche ankamen und sich dann nach ein paar Tegen einfanden. In Berlin wurden sie dann wieder garstig.

      Vielleicht ein Grund, warum ich kaum mehr Freunde in Berlin habe.

    • TTIP passt da vielleicht nicht so rein
      Interessante Gedanken: Bzgl. TTIP ist meine Lesweise aber eher die, dass es einfach die Länder sind, die am meisten zu verlieren haben. Also Länder, die einen global agierenden und wettbewerbsfähigen Mittelstand haben – und das bereits ohne CETA und TTIP. Warum also etwas ändern? Das kann doch nur irgendwelchen namenlosen „Kaufleuten“ in namenlosen Hochhäusern in London und sonstigen „Vorderland“-Städten und deren Banken, Grosskonzerne und Grosskanzleien etc. helfen…

    • Berlin
      Berlin hat einfach negative Energie. Von dort ist schon immer das Unheil für Deutschland ausgegangen … Das liegt daran, dass es auf Sand gebaut ist. Die Leute finden keinen Halt dort.

    • Titel eingeben
      Abseits von diesen historisch doch recht langen Haaren, an denen diese Argumentation hängt, gibt es bei TTIP und CETA doch auch ein paar heutzutagige staats- und demokratiestrukturelle Kritikpunkte, von denen die Pflicht zur Aufgabe der Souveranität des Staatsvolkes eine der gewichtigsten ist. Ebenso kritikwürdig ist der Verlust, oder sollten wir sagen, das leichtfertige Wegwerfen, des grundgesetzlich garantierten Rechts auf den gesetzlichen Richter und des Öffentlichkeitsprinzips.

      Wenn Sie dafür eine historische Begründung vorziehen: 1848, Weimarer Republik samt Untergang resp. Dollfuß und Anschluss, Drittes Reich und Wiederaufbau der Demokratie sind Erfahrungen, die es gerade den Deutschen ratsam erscheinen lassen, hier genauer hinzusehen als es die eigene Regierung möchte. Zudem ist bei der deutschen Wirtschaft, gerade der mittelständischen, was zu holen, was etwa in Italien oder Spanien nicht uneingeschränkt gilt.

    • Andere Erklärung
      Vielleicht ist es einfach so, dass es nur im Hinterland in D und Ö einen starken Mittelstand gibt, der tragender Bestandteil der Wirtschaft ist und sich auch schon heute ohne CETA oder TTIP gut behauptet. Und der nur Schaden nehmen kann, wenn die Großkonzerne mit Grosskanzleien finanziert von den Großbanken auf die Kleinen losgehen… Gesichtslose Anzugsträger, die in Gesichtslosen Stahl- und Glasbauten in den vorderländischen Metropolen der „atlantischen Welt“ sitzen…

    • frisst der pure Neid
      auf Ihre Analyse.

  20. Mondsichelmadonna, der Heilige Antonius und die Türken
    Werter Don!

    Gestern, es war ein wunderbarer goldener Oktobersonntag, wie aus einem kitschigen Heimatfilm, wandert mein Partner, unser Hund und ich durch eine Hochtal, seitlich der Inntalfurche. Am Weg zum Wirt kamen wir an der imposante Barockkirche und einer Antoniuskapelle vorbei. Dort steht eine Mondsichelmadonna (im Volksmund auch „Türkenmadonna genannt“). Theologen erklären die Mondsichelmadonna neuzeitlich; im allgemeinen Bewusstsein ist jedoch, seit der Türkenbelagerung Wiens, den meisten Österreichern eine andere, naheliegendere Erklärung geläufig. Kirche und Kapelle waren, selbstverständlich prächtig mit Blumen geschmückt. Nun haben wir es nicht besonders mit dem katholischen Bodenpersonal, aber mit dem „Gottobersten“ und seiner „Mutta“ wollten auch wir es uns nicht verscherzen; wir zündeten Kerzen an. (D’Weibaleit kennan ja so nachtragend sein; und Maria is a, a Weibats!“) Dazu passt, dass sehr viele meiner Generation (40 +) die Festumzüge, Feldmessen und Hochämter besuchen. Darunter viele „Gottlose“ (= Ausgetretene). Ich habe beobachtet, dass dies ab dem Volksschulalter der Kinder stark zunahm und Großmütter hier eine sehr wichtige Rolle spielen.

    PS: Auch ich wurde spiritueller. Ein katholisches Hochamt, mit Weihrauch bis zum Umfallen, den feschen jungen Priestern im Fummel, vollem Singsang (gerne auf Latein)…, ja da kann einem „warm um’s Herz werden“ .

    • Mutter? Für Gott?
      Sehr geehrter Herr Pfarrer Hirn,
      würden Sie mir freundlicherweise Folgendes erklären:
      Wenn GOTT der Ursprung allen Seins ist, wie kann ER dann eine Mutter haben?
      Soweit ich die christliche Religion richtig verstanden habe, hing das danach mit der Menschwerdung von GOTT in Gestalt von Jesus Christus zusammen, bei der Maria sozusagen als Partnerin tätig war.
      Dann war sie allenfalls die Mutter von Jesus Christus, aber nicht der Macht, die der Ursprung allen Seins ist.
      Ich habe diese zum Teil beträchtliche Gottesmutterverehrung insbesondere der katholischen Gläubigen nie verstanden, aber nun ja – ein Jeder nach seiner Fasson.
      Mit freundlichen Grüßen
      Doris Oltramari

    • Jaja, Frau Oltramani,
      zu solchen dialektischen Aporien findet der Neopaganismus.
      Die Trinitätstheologie ist ein Herzstück des Christentums und es ist nicht unbedeutsam, daß die Menschwerdung Gottes im Letzten ein Mysterium bleiben muß.
      Es ist andererseits bedeutsam, daß dieser Trinitarische Gottesbegriff Gott , in der theolog. Folge Martin Bubers, als Dialogischen (und nicht als Monologischen-wie im Islam!) begreift.

    • Antwort auf die "Muttergottesfrage"
      Das ist ganz einfach. Eigentlich heißt es griechisch „theotokos“, d.h. Gottesgebärerin, so wird das in der Ostkirche auch bis heute gehalten. Die Übersetzung ist halt etwas missverständlich. Stammt vom dritten Konzil von Ephesus 431. Dabei ging es darum festzuhalten, dass das Göttliche in Jesus vom Moment der Zeugung an vorhanden war, dass Maria also nicht etwa nur den Menschen Jesus geboren hat – Maria ist für das Menschliche in Jesus zuständig. Es gab damals auch Anschauungen, nach denen Maria nur „Scheinmutter“ gewesen wäre… Jetzt wird es zugegeben kompliziert.
      Herzliche evangelische Grüße
      Libelle

  21. Leitkultur?
    Mit Verlaub, Sie beschreiben hier eine dichotome Gesellschaft, die mit der Realität nicht übereinstimmt. Natürlich sind auf dem Land bzw. in den Kleinstädten Traditionen/Religion noch eher verankert als in den Großstädten. D.h. jedoch nicht, dass sich die „Identität“ der „Landbevölkerung“ nicht ausdifferenziert hätte. Wenn Sie eine Befragung unter denen von Ihnen beschriebenen Besuchern der Mariä-Himmelfahrt-Prozession durchgeführt hätten, würden Sie wahrscheinlich feststellen, dass noch nicht einmal der katholische Glauben ein verbindendes Element darstellt. Ganz zu schweigen von den politischen Einstellungen, Lebensentwürfen etc. der Besucher. Wie soll sich da eine Leitkultur identifizieren lassen, ohne dass man große Teile der Bevölkerung ausschließt.

  22. der strukturwandel ist alternativlos
    soeben kam die einladung http://www.denkmalpflege.lvr.de/media/denkmalpflege/publikationen/flyer/Flyer23_web.pdf
    es wird nie mehr sein wie früher. auch die aktuelle geburtenstatistik und ein besuch in einer beliebigen grundschule unserer großstadt zeigt es. auf zig beerdigungen kommt eine taufe in den innenstadt(kirchen)gemeinden.
    auch darin kann man sehen, daß die lebenswelten in unserem land immer weiter auseinanderfallen.

  23. Was macht das ländlich-kleinstädtische Traditionsmilieu...
    … wenn die CSU 2017 eine Kanzlerkandidatin Merkel wieder zähneknirschend mitträgt?

    Bis dahin werden wieder ein paar 100.00 Migranten mehr in Europa anwesend sein mit entsprechenden Auswirkungen. Reicht den Leuten einmal pro Jahr beim politischen Aschermittwoch Dampf ablassen und in der Europa und Bundespolitik weiter geräuscharm alles abnicken, was dann zeitverzögert Probleme bereitet? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Eiertanz , gleichzeitig dafür und dagegen zu sein, noch einmal gut ausgeht…

  24. Der Aufstieg des Antichristen - oder die Sicht eines "Plagiators"
    Die Blicke sollten wir lieber in unsere Städte und Dörfer richten, denn HIER, sind es nicht nur die vergifteten Medien, die die Gräben mit „Öl“, zum überlaufen bringen.

    Wenn man sieht, wie die Irr-geleiteten von einem so genannten Gott, zu Unmenschen werden, dann fragt man sich was die Religion an sich, im 21 Jahrhundert zu suchen hat, die unzivilisierte Individuen nach einem Glauben handeln lässt!?

    Würde sich die Kirche und ihre Belange nicht konträr, sondern an seine „Schäfchen“ wenden, dann hätte die Kirche auch wieder Lämmer. Der „Wolf“, der sie gerissen, kam nicht vor kurzem um die Ecke. Er wurde hofiert und die Kirche ging auf die Knie. Das wäre nie passiert, wenn sie zur passenden Zeit re-reformiert worden wäre – für den Glauben und um des Schutzes willen, seiner Gemeinde.
    Aber der monetäre Glaube, schüttet mal ebenso: 500 Millionen an Subventionen(Steuergelder) aus! Da lässt es sich leben und reaktionäre Gottesdienste abhalten. Ohne die Gelder müsste man ja den Weg gehen, den Gott vorschreibt.
    Doch dem nicht genug: lassen Hofblätter der nicht Nicht-Kurie, keine Gelegenheit aus, um sich dem Islam, mit solch einer monetären Zusprechung, zu unterwerfen.

    Ein Blick nach vorn:
    Nun sind es nur noch Museen, die von außen und auch von innen, von ihrer göttlichen Zeit erinnern und wie schon oben erwähnt, Identitätsstiftend ihrer letzten Aufgabe entgegengehen. *Wenn sie verstimmen, ist Er da.*
    Wer wohl hinter Trump steckt…

    Zitat: „Wer sucht, der findet. Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.“

    Wenn das kein göttliches Zeichen ist…

    OT: Die Leaks sind wohl auf Eis, oder Antwortet niemand mehr?

    • Plagiator
      Etwas wirr, würde ich sagen…nichts für ungut!

    • Danke
      Zitat: Wer sucht, der findet. Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    • "Bildhauer"
      Nach mehrmaligen Nachdenkens über Ihren Sinnspruch, wird er immer deutlicher. Feiner Honig!

      „Ich werde mir den Spruch in einen feinen Stein schraffieren.“

  25. Titel eingeben
    Ob Brexit oder das spürbare Aufleben alten Brauchtums bei uns im Fränkischen: Wie immer, wenn man die Dinge heillos überspannt, sei es bei Multikulti, „Damned, we are all citizens of one world!“ oder auch Genderquark, kommt es zum, von Ewigmorgigen so unerwünschten „Clanning“. Und ein Raunen von „Wehe allem Nationalen!“ reißt die gesellschaftlichen Gräben noch ein Stück weiter auf.

  26. Ich vertraue einfach mal darauf...
    Lieber Don,

    wie Sie an meinem Spitznamen erkennen können, würde ich mich zu den Andachten in der Kapelle eher nicht einfinden. Trotzdem vertraue ich darauf, dass eine Gesellschaft niemals „von oben herab“ verändert werden kann – weder von einer religiösen, noch von einer politischen Kanzel.
    Eine Gesellschaft verändert sich „von innen heraus“, oder eben nicht. Die Willkommens-Veränderungen werden vielleicht von einigen Mächtigen heftig herbeigewünscht; aber ich glaube an den meisten Leuten, die mit beiden Füßen auf dem Boden der Wirklichkeit stehen, perlt das einfach ab. Was Sie bei der Kapelle am Weg beobachtet haben, deckt sich genau mit dem, was ich in meinem Alltag wahrnehme: die Leute machen sich ihre Leitkultur selber, und pfeifen dabei auf die Sonntagsreden der Politiker.
    Letztlich glaube ich, es wird sich das durchsetzen, was einfach „in unseren Wurzeln gewachsen ist“. Dass dabei zunächst Gräben in der Gesellschaft entstehen, ist bedauerlich, aber ich hoffe, „das wächst sich wieder aus“.

    Liebe Grüße von der Kleinen Waldhexe

  27. Ein Text nahe bei Merkels Genfer Ratschlag,
    den die Kanzlerin dort in beklagenswerter geistiger und körperlicher Verfasstheit einer Schweizer Fragestellerin gab. https://www.youtube.com/watch?v=j_8kc19DL70
    Merkel schlug vor, doch öfter in die Kirche zu gehen und sich die Bilder dort anzusehen… Ein Rat, den sie, etwas anders formuliert, schon einmal gab.

    Nur, wohin soll das führen? Wir rotten uns in den Kirchen zusammen und finden dort unsere Identität und Kultur? Aber was machen die Ungläubigen, denen die Kirche keinen Trost spendet oder diejenigen, die Identität und Kultur für sich längst definiert haben, denen diese Definition aber von anderen abgesprochen wird? Denen werden hübsche Kapellen und gestutzte Hecken nicht helfen.

    Helfen würde ein zur Besinnung kommender Staatsapparat, der die Probleme immer noch mehr oder weniger leugnet, der sich außerstande sieht, die eigenen Grenzen und Bürger zu schützen, die wehrlos den Übergriffen ausgeliefert sind. Ratschläge, die die Kanzlerin gibt oder ein Volker Beck in seiner gnadenlosen Ahnungslosigkeit helfen uns nicht weiter.

    Uns hülfe wohl nicht einmal mehr eine viel zu späte Rückbesinnung auf das, was und wer wir sind. Die anderen haben längst begriffen, dass da bis auf u.a. hier gezeigte Ausnahmen mit hübschen Kapellen und gestutzten Hecken schon lange nichts mehr ist.

    Wir werden lernen müssen, die Lage, wie sie nun einmal ist, zu akzeptieren, so schwer das auch fällt.

    Unschwer zu erkennen, dass ich resigniert habe, unterwerfen werde ich mich nicht.

  28. Sie verstehen es nicht - und das ist auch gut so!
    Sie verstehen nicht, dass der Trick, alle Einwanderer als „Flüchtlinge“ zu labeln, auch wenn diese als Glücksritter, Armutszuwanderer oder abgelehnte Asylbewerber aus anderen EU-Staaten kommen, ihrer Glaubwürdigkeit enorm schadet.

    Sie haben kein Gespür dafür, dass die Übernahme von Strassen und Vierteln durch arabische Clans und nordafrikanische Drogendealer nicht als Bereicherung empfunden wird.

    Sie wissen nicht, dass man es als normaler deutscher Mann – der natürlich schon sexuelle Belästigungen gesehen hat – durchaus persönlich nimmt, wenn bandenmässige Sexualattacken auf offener Strasse mit dem deutschen Oktoberfest gleichgesetzt und entschuldigt werden.

    Sie begreifen nicht, dass man die ersten 5 Artikel über polyamouröse, nichtbinäre oder a-sexuelle Lebensbeziehungen mit amüsiertem Humor nimmt, die nächsten 5 mit entspannter Gleichgültigkeit und beim fünfzigsten, der sich wieder nicht wenigstens einmal dem Beziehungs-Mehrheitsmodell widmet, das ganze als Propaganda wertet.

    Sie glauben tatsächlich, als 25 oder 30jährige lebensunerfahrene Prekatiatsakademiker aus den Dunkelkammern westlichen Selbsthasses kommend, sie könnten, müssten und dürften alle Erwachsenen Deutschlands von oben herab belehren, was diese gefälligst zu tun, zu unterlassen und zu leben haben.

    Sie merken nicht, wie albern sie wirken, wenn sie – mit erdrückender Mehrheit in den deutschen Medien ausgestattet – noch immer so tun, als föchten sie einen heroischen Kampf gegen Unterdrückung, Missachtung und die dunkle Seite der Macht.

    Sie können nicht nachvollziehen, dass nicht erst die Rechtspopulisten den Rechtsstaat verächtlich machen, sondern dass ihre eigenen Medienorgane das jahrzehntelang vorgemacht haben, wennn Auto brannten oder Geschäfte demoliert wurden – denn das diente ja immer einem „guten“ Zweck.

    Ihre historische Bildung reicht nicht einmal soweit, nachzuvollziehen, warum man den Dreiklang aus „Grenzen kann man nicht sichern“, „Das deutsche Asylrecht gilt unbegrenzt“ und „Alle Zuwanderungsgegner sind Rassisten“ durchaus als Drohung verstehen kann, historisch sogar muss.

    Nein, sie verstehen nicht. Und deshalb verlieren sie. Überall in der westlichen Welt. Und das ist vielleicht nicht gut, aber ganz sicher einfach notwendig. Menschen lernen nur aus Erfahrung.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  29. Was für ein rührender Text!
    Danke dafür! Seit einer Woche hier wieder im Land, welches für mich nur als „Schland“ firmiert, wird aus meiner Reise durch zehn Ländern, der Friedensfahrt Moskau 2016, ein Buch aus den Blogs von http://nobydick.de Was in den Visegard-Staaten, in Russland, Weißrussland und besonders in Ungarn zu spüren ist, erscheint mir als tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrem Land und ihrer Tradition, in Russland einer siegreichen Tradition wie gegen Napoleon und Hitler. Als nach Bayern emigrierter Preusse sind mir Plätze meiner Kindheit, Jugend und erster Arbeitstellen wie Dortmund, Köln, Gelsenkirchen weitgehend fremdes Land geworden, zwar keine no-go-areas, weil es mich überall hin verschlägt, aber vollkommen anders, als alles einmal war. Es mag für die verwaltenden Eliten, die gewählten Volksvertreter besser sein so, mir erscheint es weitaus schlechter. Wenn heute abend in München wieder Pegida sich trifft, honorige Menschen, ein emeritierter Professor, Journalisten, Ärzte und Anwälte, dann brüllt eine jugendlich verhetzte Antifa-Truppe mit pöbelndem Lärm gegen all den Versuch, Rede, Sinn und Antwort auf die Zeit zu finden. Wer liest Don Alphonso trotz aller Genialtität in Ausdruck, Gefühl, geschichtlichem Wissen und Verbundenheit zu seiner Heimat? Wie wirken Worte? Was allerdings mit Sicherheit wirkt, wäre eine AfD mit zweistelligen Prozentzahlen – auch in Bayern, ein Verlust der absoluten Mehrheit der CSU und der Zwang daraus, sich einen Partner suchen zu müssen. Rot-grün-rot versiffte Länderregierung machen Schland aus dem Land – nach meinem unmaßgeblichen, aber unabänderlichen Gefühl.

  30. Es ist - historisch betrachtet - ein wirkliches Kreuz.
    Wir Bayern hätten nie den 1866er Krieg verlieren dürfen. Carl von Amery hat eine sehr schöne Fiktion darüber geschrieben, „an den Feuern der Leyermarck“. Mit den Preußen vereint zu sein ist nicht so wirklich prickelnd. Die sind einfach zu ambivalent für uns. Nehmen wir beispielhaft den Protestantismus, der in direkter Reihenfolge Kanonen segnet, Friedensmärsche abhält und dann erklärt, der Islam gehöre zu Deutschland.

    What shells. Unsere Katholen sind auch nicht viel besser. Aber dem Zölibat sei Dank haben wir wenigstens keine Käßmann, GE, Maria Böhm usw und Frau Schavan ist dennoch Botschafter geworden. Ein reizvolles Amt übrigens, Gratulation.

  31. Religion und Kultur
    zunächst noch meinen nachträglichen Dank für den schönen Blog mit Schikanedischer Zauberflöte und Präsidentschaftskandidat Trump. Selten begriff ich die weite Interpretationsfähigkeit, sowie die Tragfähigkeit der Sprache dieses Musikwerkes so pointiert wie in dem von Ihnen geschriebenen Blog.

    Doch im heutigen Blog zur „Leitkultur und den gestutzten Hecken und Kapellen“ muss ich ein bisschen Salz in die Wortsuppe geben, und mich zunächst mal in einer Art „Fehlersuchrätsel“ über die nette Bebilderung Ihres Textes hermachen.

    Ja, im Großen und Ganzen sind es schöne Bilder, aber dennoch fällt auf, dass auf dem fünften und sechsten Bild, dass gläubige Christen versammelt um das Feldkapellchen am Feiertage zeigt, sich auf dem sechsten Bild im Vordergrund eine Frau befindet, die in unzüchtiger Kleidung an der Gottesverehrung teilnimmt.
    Dass bei Frauen die Knie bedeckt gehören, gerade bei der Teilnahme an religiösen Vollzugsakten, lernt man eigentlich schon als Kind. Die Frau trägt jedoch deutlich erkennbar eine kurze Hose, die nur Männern vorbehalten ist, wie die katholische Gottesdienstordnung allgemein vorschreibt. Sogar für Männer ziemt sich die kurze Hose nicht, zumindest nicht in dieser Ausführung, dass sei nur mal am Rande so angemerkt.
    Vielleicht handelt es sich aber auch nur um eine Schaulustige, die hofft, mit ihrer Smartphonekamera an paar geile Schüsse von den Unfallopfern machen zu können, die sich da vorne vor der Menschenmenge irgendwo befinden müssen. Wer weiss?

    Geradezu abstossend ist Bild Nummer acht, in dem ein Zitat der hl. Therese von Lisieux bebildert wird. Dort wird behauptet, dass man Maria liebe, weil ihr Leben so einfach gewesen sei. Das ist eine grundfalsche Behauptung, auch wenn diese aus dem Munde oder den Schriften einer Heiligen stammt.

    Das Leben Mariens war alles andere als einfach und taugt insofern auch gut als Vorbild für die schmerzvollen Leiden, die Frauen in der katholischen Kirche und im normalen Leben bis heute erdulden müssen. Wenn der eigene Sohn am Kreuze gemartert wird, und man den 33-jährigen dann noch überlebt, kann meiner Meinung nach nicht von einem einfachen Leben gesprochen werden.
    Auch in jugendlichen Jahren mit einem ältlichen Josef verheiratet zu werden war mit Sicherheit nicht immer ein Vergnügen, deutsche Gesetze sollen vor der Ehe mit Minderjährigen jetzt bald wieder schützen, aber verehren und in Exemplo bewundern sollen aufrechte Christen diese verabscheungswürdige Tat.

    Damit nicht genug: Maria wurde von einem Engel besucht und über ihre Schwangerschaft, die „unbefleckt“ stattgefunden haben soll, unterrichtet. Ich habe im Fach Biologie etwas anderes gelernt, dem dort vermittelten Unterrichtsinhalt kann man sicher mehr glauben als der offiziell kolportierten Glaubenswahrheit, an die ich so gar nicht glauben mag. (Eine mögliche Lösung wäre, dass Maria unzüchtige Dinge mit einem fremden Mann tat, und der gute Joseph aufgrund der hanebüchenen Geschichte, die Maria ihm auftischte, aus Lebenserfahrung beide Augen zudrückte, weil er wusste, dass er nicht mehr an ein so junges Ding kommt.) Aber lassen wir die Lästerungen, es geht mir um etwas anderes: Ich unterstelle der Heiligen Therese v. Lisieux, dass Sie Maria beneidete, und sicher nicht liebte. Aber Neid ist eine Sünde vor dem christlichen Vatergott, so wurde ihr die eigene Fehlbarkeit bewusst, und so subliemierte sie ihren Neid in Liebe, und nun darf der oder die arme Gläubige sich bemühen, diesen nachgewiesenermaßen vollständig absurden Satz mit der Realität in Einklang zu bringen.
    Früh übt sich, wer schizophren werden will.

    Generell erscheint mir die auf dem Photo bezeugte Anwesenheit von ca. 100 Personen, die alle „gläubig“ sein könnten, doch schon in der Anzahl der Personen ziemlich hoch gegriffen.
    Der Rest, vermutlich mehr als 90% des Dorfes, werden zuhause sitzen oder beim Frühschoppen in der Dorfgaststätte und das Asylthema durchgehen und Internetadressen für das Darknet austauschen, damit man sich für die Asylflut entsprechend präparieren kann.
    Die nicht in der Dorfschänke sitzen oder beim Gottesdienst sind, pflegen vielleicht mit Waffenöl schon ihre neuesten Errungenschaften oder surfen auf Dresdner oder anderen sächsischen Seiten im Internet, wer weis?

    Zum von „Identitären“ besetzten Brandenburger Tor lässt sich nur eins sagen: Wenn staatstragende Denkmale von Randgruppen mißbraucht werden, die nicht eindeutig zur Demokratie stehen, bin ich für den polizeilichen Schusswaffeneinsatz nach einer kurzen Vorwarnung per Megaphon. Sie hätten die Chance haben sollen, sich freiwillig in polizeilichen Gewahrsam zu begeben und als Demokratiefeinde einer Verurteilung im Gefängnis entgegensehen zu können und die Frechheit der Besetzung nicht direkt mit dem Leben bezahlen zu müssen. Aber man darf nicht zu lange mit den Feinden des Staates verhandeln. (Das gilt auch für Muslime!) Eine Ansage, und dann muss es funktionieren, sonst haben wir demnächst wochenlang hungerstreikende, abgelehnte Asylbewerber auf allen wichtigen deutschen Denkmalen, und das macht unsere Tourismusindustrie, die in Zukunft immer wichtiger werden wird, kaputt.

    Zur Versorgung der Drogenabhängigen durch vorwiegend afrikanisches Personal im „Görlitzer Park“ in Berlin: Wer soll denn sonst die Drecksdealerei machen, wenn nicht Afrikaner oder Türken ohne Berufs- oder Jobperspektive? Sollen etwa Deutsche an Deutsche Drogen verkaufen? Ich sage ja, und zwar der Apotheker an die nachgewiesenermaßen über 21-Jährigen. Dann fiele der Zwischenhandel weg, und der ganze Dreck würde sich nicht mehr lohnen, und vielleicht sinkt dann sogar die Zahl der Drogenabhängigen, was ich allerdings nicht glaube.
    In unserer Gesellschaft haben die meisten Menschen mit Problemen ihre kleinen Fluchten, und das Drogenproblem werden wir hierzulande nicht a la Duterte lösen können, auch wenn es sich so mancher vielleicht wünscht.
    Das war jetzt v

  32. There's no place like home
    sagt Dorothy in dem berühmten Film „Wizard of Oz“. Er gilt als Klassiker, von Kritik und Publikum gleichermaßen gelobt. Frage: ist Dorothy ein böser Nazi, nur weil sie ihre Heimat verlässt um draußen eine bessere zu finden und am Ende reumütig zurückkehrt und gesteht „if I go looking for happiness, I won’t go any further than my own backyard“? Ist Dorothy engstirnig, intolerant?
    Wie ist es mit Candide, dem Voltaireschen Helden im gleichnamigen Roman, der im Glauben an das Beste im Menschen in die weite Welt hinauszieht und desillusioniert zurückkehrt? Dem hehren, weltfremden Idealismus anderer setzt er nur noch sein „Il faut cultiver son jardin“ entgegen. Er meint wohl: „Man muss seinen Garten bebauen-lasst mich bloß mit weltfremdem Positivgeschwätz in Ruhe. Ich will, nachdem ich die Welt kennengelernt habe, von all dem nichts mehr wissen, meine Ruhe haben und hier mein Ding machen.“ Ein unbelehrbarer Reaktionär, dieser Candide (der Name bedeutet so viel wie „offenherzig, im Sinne von einfältig)!
    Die Gutmenschen (im Englischen noch zutreffend-despektierlicher als „do-gooders“ bezeichnet) wollen jeden, der ihren Optimismus und ihren dämlich-einfältigen Idealismus nicht teilt als Nazi diffamieren. Dabei ist man vielleicht wie Candide nur gereift. Als Abiturient noch wie Candide voller Idealismus und im Glauben an das Gute im Menschen, ist man nach einigen Jahren an Erfahrung reicher und sieht die welt mit anderen Augen. Nicht weil man ein schlechterer, sondern weil man ein erfahrener mensch ist. Churchill sagte mal „Wer mit 20 nicht links ist hat kein Herz, wer es mit 40 immer noch ist (soll heißen links, nur für all die vielen Dummies die im Netz unterwegs und so einfältig sind, dass sie nicht mal die elementarste Ironie verstehen, auch wenn sie sich für Albert Einstein halten) keinen Verstand“. Der Mensch wird mit den Jahren eben klüger, nicht unbedingt schlechter (man nennt das auch „Evolution“).
    Ein Gutmensch ist wie ein Papagei: man hat im irgendwelche Moralfloskeln in den Kopf gerammt, wie dem Papagei Worte. Und so wie der kann er seine Moral nicht mit Leben erfüllen. Er will andere permanent belehren, weil er von seiner Sache selbst nicht überzeugt ist. Wie sollte er auch. Das zeichnet alle militanten Gutmenschen aus, sie sind bloß Fanatiker, und also schlimmer als alle jene, die sie besser machen wollen.
    Nein, nein, es ist schon so. Wenn man die Welt mal kennengelernt hat, nicht weil man provinziell geblieben, sondern gerade weil man aus der Provinz ausgezogen ist und die Welt kennengelernt hat, dann will man am Ende vielleicht genau dorthin wieder zurück und seine Ruhe haben. Ein beschauliches, intaktes, stressfreies und von den Überreiztheiten der weiten Welt verschontes Refugium.
    Man liest Hamsun und fühlt sich angekommen.

    • Kleine Korrektur
      So weit ich mich erinnere, kehrte Candide eben nicht nach Hause zurück, sondern nahm in der Nähe des Bosporus Wohnung, zwar zusammen mit der blauäugigen Cunégonde (mit wohl nur noch einem Auge), aber eben nicht in Thonder-ten-Tronckh, dem heimatlichen Schloss in Westfalen, das so wunderschön war, weil es Fenster und eine Tür besaß.

      Eine Freundin zog vor einiger Zeit nach Jahren in der „heißen“ Großstadt mit Kind in ein ländliches Dorf im Vorstadtbereich. Beim ersten Besuch führte sie mich an den peinlich gepflegten Gärten vor den Siedlungshäusern vorbei, um nach der Tour zu meinen: „Hast du gesehen, wie spießig das hier alles ist? Die Leute hier sind, offen gesagt, auch ziemlich beschränkt. Und ich liebe es so – Wald in Gehweite, keinen Krach, keinen Ärger, rücksichtsvolle Nachbarn und dazu sogar noch eine funktionierende Schule!“

  33. Titel eingeben
    Wunderschön.

    Klug.

    Herzerwärmend.

    (Scheinbar profana Frage: Ist das Campa Record?? die Schaltgruppe an dem Roten?)

  34. Titel eingeben
    Ich finde dieses „Bei uns in Bayern“, was auch in dem Artikel hier wieder rauskommt, ehrlich gesagt naiv. Die Bindekraft der Religion wird auch in Bayern abnehmen, und so wie sich die Kirchen zur Masseneinwanderung positionieren (uneingeschränkte Befürwortung), wird es da zu noch zu harten Konflikten kommen.
    Und dass die Dresdner zu Pegida laufen, weil es ihnen an „Bürgerlichkeit“ fehlt…nun ja, das halte ich für klischeehaft, diese „Ich erklär Euch den Ossie“-Deutungsmuster sind m.E. wenig erkenntnisfördernd.

    • Sie vergessen eines
      „Die Kirchen“ sind nicht identisch mit ihren Anhängern. Seit geraumer Zeit entscheiden die nämlich selbst, welche frommen Sprüche von der Kanzel sie befolgen, und welche nicht. Siehe Familienplanung, Abtreibung, Homosexualität etc.

      Das mögen manche als Rosinenpickerei bezeichnen, ich bin froh darum weil es die Mündigkeit auch der Gläubigen beweist.

  35. Mainstream
    < Don Alphonso sagte (17. Oktober 2016 um 14:36 Uhr)

    < Nicht zu vergessen der enorme anstieg der verkauften
    < Auflage der Jungen Freiheit. Da ahnt man, dass der
    < Mainstram zwei Probleme hat – die Unfähigkeit, Leser
    < im Spektrum zu halten und die Inkompetenz,
    < die JF zu verteufeln (ich mag sie auch nicht, aber mei).

    Ist der Mainstream noch der Mainstream?

  36. Als ein Kind dieser Leitkultur
    bedanke ich mich für den gelungenen Text, der mich zum Nachdenken über die eigenen Wurzeln angeregt hat. Ich bin in einem kleinen Dorf am Hahnenkamm (quasi am Rand des Altmühltals) aufgewachsen und erzprotestantisch erzogen worden. Diese Erziehung unterscheidet sich nicht wirklich von einer erzkatholischen. Die Landbevölkerung in Bayern/Franken ist doch überall die selbe, egal welcher Konfession jemand angehört. Man ist Stolz auf seine Geschichte, Traditionen und seine kleine Gemeindschaft. Zugezogene haben es schwer und müssen sich erst beweisen. Wenn Sie dann aber in die Gemeindschaft aufgenommen wurden, werden sie behandelt als seien sie schon immer da gewesen und es wird kein Unterschied gemacht. Unser Landesvater nannte das kürzlich „fordern und fördern“. Auf diese Weise hat es meine Heimatregion geschafft, Massen an österreichischen Glaubensflüchtlingen vorbildlich zu integrieren. Heute erinnern nur noch die Nachnamen an die ursprüngliche Abstammung. Man ist also auch durchaus offen für neues und nicht per se ausländerfeindlich. Würde es eher als misstrauisch und vorsichtig beschreiben.

    Wohne nun schon einige Jahre in der Großstadt und kann Ihre Beobachtung an mir selbst bestätigen. Zunächst war ich froh dass ich dem Spießertum, dem Mief, dem Gerede und den ganzen Konservativlingen entkommen bin. Jetzt stelle ich immer mehr fest, dass das Leben dort sehr angenehm war und ich selbst ständig konservativer werde. Eine Leitkultur muss man dort auch nicht definieren, sie wird eh schon seit Ewigkeiten gelebt.

  37. Wie wunderbar
    Mit wunderbar meine ich den Text, die Bilder, und auch die beschriebenen Verhältnisse.

    Ich denke da an meine alte Nachbarin. Alte Münchnerin, erzkatholisch. Die Frau hatte stets ein freundliches Wort für jeden, vom schwulen Paar im dritten Stock, über die alleinerziehende junge Griechin im ersten, bis zu den alteingesessenen Hausbewohnern mit denen sie Sonntags in die Kirche ging.
    Frau K. hatte einen langen Leidensweg, bis der Tod sie erlöste. Wir alle halfen, brachten Essen, oder setzten uns einfach mal eine Stunde zu ihr. Ihr Glaube, das sagte sie mir einmal, gab ihr Kraft. Die Kraft alles zu meistern, Operationen, Dialyse, Amputationen, Einschränkungen.

    Katholisch erzogen wurde ich auch, heute bin ich, wenn nicht atheistisch, dann doch mindestens agnostisch. Doch ich mag und erkenne an, was Religion im besten Fall leisten kann. Identität stiften, Gruppen zusammenführen, den Rahmen für gemeinsame Feste geben.

    Ich mag das, und ich mag es daß jeder sich auch kritisch dazu äußern oder davon distanzieren kann. Und ich sage ganz ehrlich, der Islam ist mir nicht geheuer. Ich habe arabische Länder bereist, das habe ich hier schon geschrieben. Vor der Revolution im Iran, vor der Re-Islamisierung.
    Damals hätten alle gelacht, hätte man ihnen von Hijabs und Burkas erzählt. Haben sie auch, man denke nur an die Rede von Gamal Abdel Nasser im Jahr 1953.
    Aber schwingt sich einer zum Revolutionsführer auf, und stellt die Muslime vor die Wahl ob sie „sündig und abtrünnig“ oder gute Muslime sein wollen, dann folgen ihm erst die Männer, und dann die Frauen ganz automatisch, weil sie nichts mehr zu melden haben.

    Nein, da gehe ich lieber mal ganz freiwillig in eine Kirche, oder auch nicht, und lehne als freie Person Arabischkurse dankend ab. Solange ich diese Freiheiten noch habe.

  38. Titel eingeben
    Vielen Dank für den wunderbaren Text. Er hat mir allerdings feuchte Augen bereitet. Daß die Kapelle zwischen Ingolstadt und Neuburg steht, hab ich mir gleich gedacht. Wenn sie mal ein Stückl weiter radeln, kommen sie nach Bertoldsheim, da steht inmitten eines kleinen Wäldchens rechts vom Schloß auch eine hübsche Antoniuskapelle. Allerdings hat da drinnen der schlechte Geschmack der Volksfrömmigkeit gewütet, na ja. – Wenn unsere beiden Amtskirchen vor den Muslimen nicht ständig Kotaus machen würden, wäre ich aus kulturellen Gründen längst wieder katholisch geworden. Was da abgeht ist unerträglich!

  39. Glückliche Berliner
    Vieles, was heute im politischen Kontext als „links“ gilt, kann aus medizinischer Sicht als Symptom einer Depression gewertet werden. Die Wissenschaft hat auch mal herausgefunden, dass Wähler von CDU/CSU merklich glücklicher sind als jene der Linkspartei. Ähnliches gilt in den USA für die Republikaner (wobei die Zahlen vor der „Trumpbellion“ erhoben wurden). So manchem Arzt kann die Sonntagsfrage bei der Diagnose schneller helfen als der Pschyrembel.
    Jedenfalls hilft die Farbe Grün gegen Depressionen, weshalb wohl die im Altmühltal auskömmlich vorhandene Natur ihren Beitrag zur Gesundung niedergeschlagener Hauptstädter leisten mag. In den altbürgerlichen Stadtteilen wie etwa Dahlem sind die Berliner ja glücklich. Aber die sind den Unglücklichen der Mitte-Schicht zu weit weg von dem Großstadtleben, das sie sich in Zeiten steigender Mieten und unsicherer Journalistenarbeitsplätze ohnehin nicht mehr leisten können – damit schließt sich der Kreis. Interessant ist übrigens, dass (worauf auch Sie schon öfters hingewiesen haben) mein Baklavaverkäufer auch im politischen Sinne glücklich ist – und nie im Leben auf die Idee käme, eine aus seiner Sicht unglückliche Wahl zu treffen.

    • Wenn sie gestatten...
      Ihre fröhliche Weltsicht in allen Ehren, abre wenn sie über ihren Brillenrand raussehen könnten wüssten auch sie dass „Glück ist, wenn man dumm ist und Arbeit hat“.

      Sehr amüsant fand ich ihre Feststellung: „TTIP dagegen steht symbolisch für die Weltgewandtheit der Großkaufleute in Amsterdam, London und New York, deren Weitblick Metternichs im Westentaschenformat und Metternichten stets verwehrt bleiben wird.“
      Ich hab nämlich noch nie jemanden getroffen der TTIP akzeptabel fand.

  40. katholische Leitkultur
    Warum die Kirche als regionale Spezialität ausgewiesen wird, hab ich noch nie verstanden. So Kapellen gibts überall. Auch bei einer Messe auf Ungarisch in Südrumänien mit zehn alten Weibern, die besonders gern den Anton verehren, fühl ich mich heimisch. Das taugt einfach nicht als Feindbild für Leitartikler.
    Vielleicht sinds bloß die Saupreißen, die Haß auf die Bayern haben, weils dort keine Kapellen gibt, und in ihrem tiefsten Herzen doch gerne so Kapellchen haben wollen täten. Aber den Bayern rechtgeben, das wäre ja rechtspopulistisch. Insofern sind Inhalte schon längst überwunden. Es geht um Ressentiments. Da gibts nichts zu diskutieren.

  41. Einspruch, Euer Ehren
    Sehr geehrter Don,

    der erste Satz wird nach dem Betreff vielleicht unverständlich. Denn auch mir gefällt Ihr Text sehr (auch der vorige).

    Nur frage ich mich, ob man damit mit nicht der Murksel (das Treffenste zu dieser nicht wirklich Klugen) in die Hände spielt, die ja in dieser eigenartigen Veranstaltunge mitten in dem von ihr angerichteten Chaos (oder besser Chose) auf eine Frage einer CDU-Frau grenzdebil vor sich hin brabbelte, das wäre doch ein schöner Grund mal öfter in die Kirche zu gehen. Und da ist die Parallele zu der anderen protestantischen Missionarin KGE, die ja auch davon schwärmte, dass das Land nun religiöser würde…

    Was haben nicht zuletzt auch Sie zu den bigotten religiösen Vögeln in Ihrer Heimat, speziell an Schulen usw. erzählt (und wie war Ihr super klasse Bericht von der Prozession an Ihrem Haus entlang). Freue mich auch sehr, dass hiesige Traditionen wieder mehr Beachtung finden und wir mehr Frieden mit den eignen machen können. So wie in Tschechien und Österreich die Wegheiligen Bestand haben und immer eine fröhliche Ausstrahlung, so anheimelnd sind diese Kapellen (wir haben mal eine lange Falbtboottour auf der Altmühl unternommen und hinter Eichstätt, dieser herlichen barocken Stadt, eine die zum Glück erhalten geblieben ist, ist direkt am Wasserwanderrastplatz gleich flussabwärts hinter der Stadt eine kleine Kapelle, die es mir angetan hatte und in der ich lange saß, schaute und mich besann), so abstößend können bestimmte christliche Fanatiker sein. Die anderen ihre Moral überstülpen wollen, oder das, was sie dafür halten (im Tagesspiegel klagt eine syrische Frau, dass sie hier andauernd von Landsleuten bedrängt wird, wie sich sich verhalten würde: gerade unlängst erschienen: „Die anderen Syrer sollen mich in Ruhe lassen! In Syrien lebte Rama Jarmakani frei und selbstbestimmt. In Berlin wollen andere Syrer sie kontrollieren“ und das erinnert sehr daran, dass ehemals tolerante Türken nun wieder „religiöser“ werden und türkische Freunde uns vor Jahren schon erzählten, dass in Kreuzber religiöse Vereine sehr präsent sind, die noch vor 15 Jahren in der Türkei zurück gedrängt wurden, als man dort noch nicht Kopftuch z. B. in der Uni tragen durfte, ehe Erdogan das aufhob, und Türken sagten, man sehe in D mehr Kopftücher, als in Instanbul).

    Die protestantische Kirche war in der DDR ein Zuflucht für Opositionelle und bot Raum für Austausch und Schutz durch Aufforderung zu keiner Gewalt usw. Welche Rolle spielt die evangelische nun im ehemals mitteldeutschen Gebiet? Wer gehört alles dazu? (nur Linke nicht, die Frontex, die auch massenhaft Leute retten und wunschgemäß nach Europa schippern, menschenverachtend und erbärmlich nennen – auch unlängst geschehen). Ein Angebot zum gesellschaftlichen Ausgleich, den die Kirche gerade in Sachsen der Wendezeit bot (und zum Glück waren die Sachsen damals so beharrlich! Die übrigens ein Vierteljahrhundert nach der Wende gebeutelt wurden, geringenren Mindestlohn bekommen und nur 87 % verdienen, bei fast immer gleichen Preisenniveau – das scheint heute kein „linkes“ Anliegen mehr zu sein, denn wo reden die noch von sozialen Problemen Einheimischer) scheinen sie nicht machen zu wollen.

    Es ist schon auffällig, so wie heute über Pegida geredet wird (denen man misstrauen muss wie allen – auch wenn ihre Zuwanderungsaussagen CDU von vor ein paar Jahren ist): Das hätte bei Honecker, Mielke und ihren Presse-Organen kein bisschen anders geklungen!

    Zu dem Grünen Bandenquatsch: Man hört ja jetzt immer gern die Verweis auf die Boykotthetze (einfach googlen), mit der alles weggesperrt wurde, was störte (übrigens auch meine liebe Großmutter, die nicht wusste, dass ihr Mann und Vater zweier kleiner Mädchen Jg 38 und 42, abgeholt 45, bereits 46 in einem Russen-Speziallager – vulgo KZ – jämmerlich verreckt war. Sie hielt die Werkstatt zusammen – Großvater war der erste Elektromeister in seiner Gegend weit und breit, „für wenn der Papi wieder kommt“ und man warf ihr vor, der Volkswirtschaft wichtige Güter vorenthalten zu haben. Also 3 Jahre Zuchthaus, obwohl die Mädchen dort noch sehr klein waren und kein Vater da. Später erfuhren wir, dass noch während der Haftzeit alle 3 Richter und der Staatsanwalt in den Westen gegangen waren. Erst 1995 eröffnete uns das rote Kreuz, wann und wo Opa starb. Folge zwar Rehabilitierung und Rückübertragung der Haushälfte der Oma, denn Boykotthetze hatte Vermögenseinziehung und ein Vorkaufsrecht des benachbarten VEB zur Folge. Es täte ihnen so leid, hieß es bis vor das BVerwG, aber der Verkauf der Hälfte des Opas, wäre nicht rückgängig zu machen – Folge eine teuere Ruine, bis vor 4 Jahren, als man es endlich verkaufen konnte).

    Jedenfalls wurde, wie http://www.jugendopposition.de/index.php?id=3606 erklärt, daraus dann § 106 DDR-StGB: Staatsfeindliche Hetze, unter der man quasi all und jedes subsumieren konnte. Auch vom 106 liest man ab und zu. Aber nicht vom darauffolgenden § 107. Staatsfeindliche Gruppenbildung –
    http://www.verfassungen.de/de/ddr/strafgesetzbuch68.htm (wie das passt!)

    Mal abgesehen, dass das bei Shitstorm ja nicht passt, weil ein Mob ja sich ja nicht lang und breit wie eine Bande (eben organisierte Kriminalität) verabredet und fortlaufend Straftaten plant und verübt. Den Rest ermöglichen einfache juristische Wörterbücher und Kommentare…

    Schlimm, was hier passiert und dass besonders, weil ich das Bild der Übernahme Deutschlands durch die DDR nicht ganz passend finde. Aber ich bin ja auch fromm und kann Ihre Ansichten in Ihren wie gesagt sehr schönen, klugen und herzenswarmen Text nicht ganz teilen.

    Aber das halten wir eben bestens aus, ohne gleich Sanktionen zu fordern und freuen uns am lebendigen Austausch.

    Danke sehr für Ihren steten Einsatz gegen Unanständiges, Dummheit und Gemeinheit!!

    Viele freundliche Grüße nach Bayern – azur

    PS: Warum ist es so schlimm, sich gern als

    • azurner Trost an grauem Herbstregentag
      Faltboottour- Altmühl!

    • Wer fragte Merkel in Bern?
      Kam die kritische Frage an die Geliebte Kanzlerin bei der – verzichtbaren – Ehrendoktorverleihung in Bern (Für Berlin-Dschurnos: in der Schweiz) wirklich von einer „CDU-Frau“? Auch kurze Antworten willkommen….

    • @ Pauschalpopulist
      https://www.youtube.com/watch?v=6iUK9QgkYJI#t=17

      Bei der kritischen Fragestellerin handelt es sich wohl kaum um eine „CDU-Frau“, so mutig ist da eh keine. Der schwiizerdüütsche Akzent ist nicht zu überhören.

  42. Lieber Don,
    Danke für den Text, den ich verstehe. Es gab so viel Geschriebenes und Gesprochenes in D-Land in jüngster Zeit, das ich nicht mehr verstanden habe, obwohl ich Ur-Bio-Deutschomane bin.
    Jetzt bin ich hier irgendwo in Uruguay und ich habe den Eindruck, dass ich die Menschen hier viel besser verstehe als in meiner Heimat. Obwohl ich nur holprig uruguayisches Spanisch spreche.
    Als ich Ihre Übersicht las „Die Leitkultur der gestutzten Hecken und Kapellen“ dachte ich zuerst : Wieder so ein Hetzartikel von irgendwelchen linken oder ultragrünen Berliner Dummschwätzern gegen die vermeintlichen Kulturanalphabeten in der Provinz. Aber dann las ich und Ihre Worte waren mir wie Balsam für eine geschundene Seele. Obwohl ich mich vor ein paar Jahren noch als Links und Grün definiert hätte.
    Danke, lieber Don.

  43. Unterwerfung
    Ich empfehle dingend als flankierende Lektüre Houellebecg: Unterwerfung.
    Die Gehirnwindungen der (linken) Elite sind hier gut nachvollziehbar …

    • empfiehlt
      ok Houellebecg. Liest sich aber wie ein Teebeutel, der 20zigmal aufgegossen wurde, lesen Sie besser Jean Raspail Heerlager der Heiligen.

    • Bei Raspail sind die Auswirkungen der Unterwerfung
      drastisch beschrieben. Vom Bärchenwerfen bis hin zur Vernichtung. Und das alles schon 1973.

  44. Der vergiftete Apfel ist aber schon deutlich länger vergiftet.
    Der Beitrag kann einem alten Mann ja schon die Tränen in die Augen steigen lassen, angesichts der entfallenden Umarmungen.

    Der zweite Gedanke galt dann schon der Frage nach dem Sinn und Unsinn des Ehrenamtes, nach seiner Instrumentalisierung.

    Der dritte Gedanke galt dann der Meldung über aufgebende Tafeln, die dem Ansturm der Armen, die es in Deutschland offiziell ja garnicht gibt, nicht mehr standhalten können. Ehrenamt als Vollzeitjob in einem Staat, der sich aus der Verantwortung gestohlen hat.

    Und dann die Kirche.

    In meinem Alter betritt man die Kirche als Atheist mit katholischen Wurzeln ja meist nur noch aus Anlaß von Beerdigungen. So auch in der letzten Woche. Und was soll ich sagen, bis auf den Wegfall der lateinischen Liturgie hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig geändert. Immer noch derselbe Unsinn, der dort gepredigt wird.

    Sorry, aber die Gesellschaft hatte sich lange vor den Flüchtlingen ihrer Gemeinschaft entledigt. Der Neoliberalismus hat jegliche Leitkultur auf die Selbstoptimierung reduziert. Und schon zu Zeiten der Gastarbeiter und später der Rußlanddeutschen war unübersehbar, daß es der biodeutschen Gesellschaft an Gemeinschaft fehlte, was sie deutlich und deutlich negativ von den Zuwanderern unterschied.

    In der Provinz, auf dem Land, auch bei uns, werden die Menschen schnell auf Linie gebracht. Und wer unsere Werte nicht mag, der mag auch nicht bei uns bleiben. Sei’s drum. Aber leider sind wir weder die Mehrheit, noch eine qualitative Minderheit, die die Zukunft dieses Landes oder auch nur der eigenen Region bestimmt, auf Dauer bestimmen kann und darf. Das macht Berlin.

    Es mangelt aber auch an Menschen, die abseits extremistischer Wege ihre Werte nachhaltig verteidigen. Es mangelt an Gemeinschaft. Die Entsolidarisierung der Gesellschaft ist mangels demokratischer Mittel der Bürger einfach nicht mehr aufzuhalten bzw. rückgängig zu machen. Der Zustand der Gesellschaft ähnelt immer mehr einer bedingungslosen Kapitulation – vor sich selbst.

    • Herr Meier, Ihrem Kommentar kann ich nur zustimmen
      und besonders dem letzten Satz. Ich hatte einen Kommentar mit ähnlichem Fazit geschrieben, aber er ist nicht da. Vielleicht gefiel dem Don mein Einstieg nicht, aber die Assoziation drängte sich mir auf.

    • Ähnliche Sicht
      Herr Meier, habe eine ähnliche Sicht.
      Es stimmt, man hat sich bereits lange vor dem Flüchtlingsthema des Gemeinschaftssinns entledigt.

      Das Diktat des Geldes, welches zu allen Zeiten die Menschen beherrscht hat, wurde innert 20 Jahren so richtig zum Golden Kalb. Zur Religion, die alle Religionen übertönt.

      Auf dem Land mag der eine oder andere Gemeinschaftssinn füreinander noch da sein. Ja, gut. Doch zum Preis der sozialen Kontrolle, der negativen Seite der Medaille des Gemeinschaftssinns.

      Es hat mich mehr als überrascht, dass letztes Jahr so viele Helfer in Stadt und Land halfen, das mit den Flüchtlingen in die Reihe zu kriegen. Viele sind jetzt erschöpft und ausgelaugt. Sie haben meine allergrößte Hochachtung – ich sehe auch, dass sich der Staat zu leicht aus allem rausschleicht.
      Oh nein, ich bin keiner, der bei Wehwehchen sofort nach dem Staat kräht. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott, wurde mir erfolgreich eingebläut ;-) Doch wo er signalsetzende Aufgaben hat, sollte unser Staat schon sehen. Sieht er es nicht, lässt das die Leute entmutigen oder wütend und egoistisch werden. Weil sie sehen, da machen es sich welche oben an den Schaltstellen ganz arg leicht und reden nur. Und zerstören damit mutwillig jeglichen Gemeinschaftssinn ihrer Bürger.

    • Ja, es mangelt an Gemeinschaft
      ich ich meine auch zu wissen warum. Für die BRD ist es die Erschütterung durch die 68er. Mit ihrem Aufbrechen der Konventionen des „kleinbürgerlichen Miefs“ haben sie nämlcih die Saat gelegt für die ganzen zügellosen Egozentriker und die Folgen wie Ellenbogenturbokapitalismus, Ellenbogenparteikarrieren, Ellenbogenmoralbesserwisserjournalismus. Um ihren eigenen Egoismus (wahrscheinlich getrieben v.a. von der Vorstellung des freien Geeschlechtsverkehrs überall und mit jedem – der Rest war nur vorgeschobener moralischer Überbau für diese Triebe) zu befriedigen, haben sie die Fesseln gesprengt, die auch die negativen Auswüchse menschlichen Handelns eindämmen. Fesseln oder gesellschaftliche Konventionen also, die für eine Gemeinschaft aber unabdingar sind. Aber nur in Gemeinschaft schaut man auch auf den anderen und sorgt in gewissem Masse auch füreinander. Für die DDR war es die Wende. Hat man vorher sich wegen Stasi etc. ins Private geflüchtet und vermieden negativ aufzufallen und auch wegen der Mangelwirtschaft sehr viel Wert auf einen grossen Bekanntenkreis gelegt, in dem man gut gelitten war, hat die Wende diese Fesseln aufgebrochen. Mit ähnlichem Resultat, nämlich den Verlust von Gemeinschaft. Die Folge ist eine Bevölkerung ohne Wurzeln und Anker, ohne Wissen um die eigenen Wurzeln, ohne Respekt voreinander. Teile der Bevölkerung, die sich dank der neuen Medien und Parallelwelten (Blasen) voll von Gleichgesinnten flüchten und ihre Ansichten als die Alleinseligmachenden postulieren und allen überstülpen wollen. Und ein Staat, dessen Struktur aus einer Zeit stammt, als es noch diese lokalen Gemeinschaften gab, die unabhängig von staatlichem Eingriff auch zum Wohle der Bürger agierten (aber eben auch Konformismus forderten). Ein Staat, der immer mehr überfordert ist und sein muss, sich um das Alles auch noch zu kümmern. Zum Scheitern verurteilt. Nicht wegen mangel an Geldes, soindern wegen Mangels an Zwischenmenschlichkeit (zu der immer geben und nehmen gehört). Und ein Staat, in der viele dieser entwurzelten Akteuere dieses Vakuum meinen befüllen zu müssen mit moralisch überhöhtem Willkommensgejubele über Millionen von „Schutzbedürftigen“ (O-Ton Maas). Vergessend, dass Integration eine breite Gemeinschaft voraussetzt, in die man sich überheupt integrieren könnte. Vergessend, dass man Gemeinschaft nicht durch Besserwisserei, wüstes Beschimpfen oder Unterdrücken von missliebigen Meinungen schafft. Sondern nur durch das Miteinander.


    • Ja, es ist ein Trauerspiel, Frau Simon, NN, betrachtet man die Entwicklung unserer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten. Insbesondere seit Schröder hat die Politik ihr Handeln bedingungslos den Wünschen der Wirtschaft, der Finanzwirtschaft, dem Kapital untergeordnet. Nichts macht das deutlicher als der Arbeitsmarkt, Suppenküchen, Kleiderkammern und Tafeln, die Schere zwischen Arm und Reich. Die Rückkehr zum Nationalismus ist unter solchen Umständen geradezu zwangsläufig.

      Soziale Kontrolle durch die Gemeinschaft finde ich persönlich geradezu beruhigend, solange sie nicht den Interessen Einzelner dient. Wenn Nachbarn noch ihre Nachbarn kennen, sich gegenseitig unterstützen, wenn Lehrer noch etwas mehr über ihre Schüler wissen, als nur deren Namen und Noten, wenn der Polizeibeamte beim Schützenfest als Schützenbruder mitwirkt, aber seine Autorität unangetastet bleibt. Wenn Freund und Helfer noch eine Bedeutung hat. Wenn soziale Kontrolle nicht die Ungleichheit betont und in Unfreiheit endet.

      Das Ehrenamt ist immer dann kontraproduktiv, wenn es Aufgaben des Staates auf Dauer übernimmt. Es gibt kein Recht des Staates gegenüber seinen Bürgern, solange er seinen Pflichten nicht nachkommt. Und seine erste Pflicht besteht eben darin, die Gemeinschaft der Gesellschaft zu erhalten und zu stärken. Das kann nur durch Solidarität erfolgen, die sich im politischen Handeln keinesfalls durch Ungleichbehandlung ergeben kann. Die zunehmende Privatisierung existenzieller Risiken ist eine solche Ungleichbehandlung, die die Existenz des Staates selbst mehr und mehr als fragwürdig erscheinen läßt. Mit Placebopolitik ist kein Staat zu machen.

      Persönlich bin ich nicht auf die Hilfe des Staates angewiesen, bin aber deshalb nicht weniger weit vom Staat entfernt, als es die sind, die seiner Hilfe bedürfen. Das hängt eben damit zusammen, daß es nicht darauf ankommt, ob der Einzelne vom Neoliberalismus nun profitiert oder nicht. Die Entfernung des Staates von seinen Bürgern führt eben zwangsläufig zu einer Entfernung der Bürger von ihrem Staat. Am Ende bleiben Staat und Bürger dabei auf der Strecke.

    • Ach, immer so pauschal auf die 68er.
      Sorry, Hans_Nase, aber von der Kommune I, die APO, SDS, Amon Düül, RAF bis zu den Anfängen der Grünen ist es doch ein weites Feld. Und Sex spielte dabei nun wirklich nur kurzfristig eine provokante Rolle.

      Ich weiß zwar nicht, wie alt Sie sind, aber so wie Sie schreiben, können Sie vermutlich nicht nachvollziehen, wie die Nachkriegsgesellschaft seinerzeit strukturiert war, als in Westdeutschland nocht Zucht und Ordnung herrschten, als in Vietnam der Krieg tobte und Perser in Deutschland Deutsche niederknüppeln durften. Die Jugend jener Zeit wünschte ich mir heute. Die Hippies hatten jedenfalls mehr Gemeinschaftssinn, als Sie das hier behaupten.

      Gerade gab es für Bob Dylan den Literaturnobelpreis, was man auch nicht unbedingt verstehen muß. Es sei denn, man betrachtet einmal ganz generell die Musik eben jener Zeit der 68er. Musik, die sich mit dem damaligen Zeitgeschehen auseinandersetzte, die die Jugend der Welt verband. Es hätte nicht Bob Dylan sein müssen, andere haben sich ebenso und länger als Dylan engagiert. Aber auf die Zeit bezogen, und davon gehe ich aus, war es eine schöne Geste, die unterschwellig den Wunsch nach Wiederholung zu enthalten scheint.

      Was DDR und Wende betrifft, so war eine Überreaktion als Folge neu gewonnener „Freiheit“ durchaus zu erwarten. Die Landung nach der Feststellung, daß Freiheit im Westen mit anderen Zwängen verbunden ist, erfolgte nach kuzem, heftigem Konsumrausch schnell, hart und brutal. Die Enttäuschung über die Selbsttäuschung hält immer noch an. Das Fehlen des omnipräsenten Staates wird als Verlust empfunden. So hatte man sich Freiheit eben nicht vorgestellt.

      Der Unterschied besteht in der Verschiedenheit der Zwänge, ob sie generell für alle gelten, oder eben nur in bestimmten Situationen für Einzelne. Ersteres (DDR) erzeugt Gemeinschaft, Letzteres (BRD) zerstört Gemeinschaft. Wichtig ist auch, ob Zwänge überhaupt als solche erkannt und wahrgenommen werden, welche Bedeutung ihnen beigemessen wird. Zwänge sollten eben entweder gleichermaßen für alle gelten oder doch zumindest erkennbar positiv für die Gemeinschaft wirken. Wenn das, wie im Neoliberalismus, erkennbar nicht der Fall ist, wird jede Gemeinschaft im Keim erstickt. Eine neoliberale Gesellschaft kann keine Gemeinschaft sein. Ein neoliberaler Staat zerstört sich auf Dauer zwangsläufig selbst. Deutschland ist ein solcher Staat.

    • Danke O.M.
      Ihre Replik erspart mir den Aufwand selber zu antworten.
      Und es war in der Tat jener kleinbürgerliche Empörkömmling aus dem Maschmeier Hannover Kreis, Schröder, der die Habgier ganz offiziell zum obersten Wert erhoben hat, nachdem der zumindest darin konservative Kohl diese nur schamhaft propagierte. Jeder ein kleiner Kapialist, Habgier, Abzocke und Geiz, das war toll!
      Es war rot-grün, das da die letzten Hemmungen beseitigte und die Grundlage für die heutige Kultut legte. Also genau die Kultur, die so mancher Komiker jetzt für die Leitkultur hält. Nicht umsonst erkennt man hinter der Ablehnung der Muslime, von denen 6 Millionen bisher friedlich mehr oder weniger intergriert mitlebten, das Jammern über die Kosten die durch deren Kommen anfallen. Nur echte Deutsche haben ein Recht Abzocken! Und so fällt auch jeder der gross angekündigten Versuche die Ursache für die Flüchtlingswelle im Zusammenhang mit der Wirtschafts-Aussen-Politik, gerade Deutschlands, zu sehen stets ganz schnell unter den Tisch.
      Nein! Die 68er waren es!

      Aber der kommentar jenes „Geschichts.Fachmannes“ zeigt leider nachdrücklich wie hervorragend die Gleichschaltung der Medien leider funktioniert hat. Schröder/Fscher, das hat für diese Kasperles was mit 68 zu tun, man könnte weinen, wenn es nicht so lächerlich wäre…

      Sie haben das gut auf den Punkt gebracht:

      „Eine neoliberale Gesellschaft kann keine Gemeinschaft sein. Ein neoliberaler Staat zerstört sich auf Dauer zwangsläufig selbst. Deutschland ist ein solcher Staat.“

      Alle die davon profitieren sind für den Neoliberalismus und nun droht immer mehr Leuten, sie könnten nicht dazu gehören.
      Wunderbar!

  45. PS: Und nach dem Tode der Großmutter...
    .. fanden wir massenhaft dringliche Schreiben einer großen Nazipostille, die forderten, dass er endlich den Drehstrommotor wieder in deren Druckerei installieren möge und beim Aufräumen des Hauses einen Drehstrommotor verborgen im Stall.

    Hei, was wäre das für eine Opferstory geworden. So war meine Großmutter, die nicht umsonst die Lichtgestalt in unserer Familie genannt wird, mit feuchten Augen und aus tiefsten Herzne, so klug, lieb und hilfreich war sie, anschließend eine Zuchthäuslerin.

    Ungelernt, weil ihr Vater, ein damals führender Sozi, das kluge Mädchen nicht Lehrerin werden lassen wollte, sondern „in Stellung“ schickte (Anstellung – das hat nichts mit Krieg zu tun). Da hat sie sich dann hochgarbeitet und war dann Haushälterin in guten Häusern, zuletzt lange bei jüdischen Rechtsanwaltsfamilie im Grunewald, bis das nicht mehr erlaubt war. Anschließend zurück aufs Dorf. Meine Großvater, auch Legastheniker wie leider auch ich, auf die Abendschule begleitet, wo der Elektromeister wurde (war wurden sie im Ort verlacht, wegen des ersten Kühlschranks weit und breit – und gerade der wurde nach Verhaftung meiner Großmutter mit viel Auflauf und Gehässigkeit aus dem Hause geschafft). Der arbeitete zuvor in der Werkstatt seines Bruders und lebte in dessen Haus (was wohl zu weiteren Problemen und Verstrickungen führte). Eben gegen Kost und Logis beim Bruder. Dann baut er mit meiner Großmutter einen ehemaligen Pferdestall zum Wohn- und Geschäftshaus aus (ein Spiel-Paradies für uns Kinder – zumal was da viele deponiert hatten, wenn sie „rübermachten“). Folge: Brüder verkracht – und man meinte im Ort zu wissen, wer die Gelegenheit genutzt hatte, meinen Großvater 45 anzuschwärtzen. Den hat Politik nicht interessiert und die letzten Berichte erhielt eine nahe Verwandte, die ehemalige Mithäftlinge suchte (die überlebten, weil sie jung waren – unter Wehrwolfverdacht – einer Chimäre, wie heute die Forschung klar ausweist). Man kann es nicht erzählen, ohne wund und wütend zu heulen, wie sie unseren Opa dort vergehen sahen – im Speziallager in Torgau.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Speziallager

    Was es mich anwidert, wie von fast allen Seiten gehetzt wird, gegen welche, die die Welt etwas anders sehen. Wenn man Forderungen nach harten Durchgreifen liest, von Leuten, die sich libertär und links geben, was immer auch für Kampf für Freiheit von Bevormundung, Unterdrückung und Ausbeutung stand.

    Die Roth forderte gerade vorm BT harsche Konsequenzen wegen der Einheitsfeierlichkeiten in Dresden. Wenn man mal kurz ihr Auftreten vor Demonstranten bei just eben diesen Feierlichkeiten auf You Tube anschaut, dann weiß man, wie bigott, ja wie bizzar das ist. Stellt sich vor andere und eröffnet das „Gespräch“ mit einer super überheblichen Unterstellung, nach der ihre Gegenüber unmündige Idioten wären und dann fordert sie die Staatsmacht. Ebenso die Linke (das können sie ja ihre furchtbaren Juristen ja schon mal wieder klar machen – der Sohn von Hilde Benjamin galt dort nach der Wende als angesehener Jurist!): Es ist zum Davonlaufen…

    Aber das ist immer noch unser Land. Nicht wahr? Und ich liebe meine Heimat. Trotz all dem, oder vielleicht gerade auch weil sich so viel damit verbindet.

    (die dem Buch nach protestantische Oma hatte mit Opa einen „Katholen“ geheiratet – katholische ist in dieser Gegend immer noch ein Synonym für Hintertriebenheit und Falschheit, was dem auch egal war. Meine Mutter und meine Tante wurden noch am Grabe ihrer katholischen Großmutter vom Priester als „arme Heidenkinder“ angeredet!

    Wir haben aber an sich sehr davon profitiert, dass Mutter mit der Pfarrerstochter dicke war. Sie konnte uns in den Galerien und in den als z. B. Bach-Messen die Gleichnisse und Alegorien quasi dekodieren. Habe bis zum Ende der DDR darum gekämpft, dass alle Kinder die Bibel kennen lernen, nur weil diese für das Verstehen unserer Kultur wichtig ist. Die Kinderbibel haben mir tumbe Offiziere bei der Armee weggenommen, die dort viele interessierte Leser fand. Sie konnten aber auch nichts machen, als ich sie mir zurückklaute. Und weil ich keine Aktbilder, sondern, irgendwie passend Hyronimus Bosch an der Wand hatte, wurde mir nahegelegt die „religiösen“ Bilder abzuhängen. Das haben mir tatsächlich viele im „Zivilleben“ nicht glauben wollen. Es nützte übrigens auch nichts zu fragen, ob denn nun bald die sixtinische Madonne im Dresdner Zwinger – wunderschöner Barock, abgehängt würde…).

  46. Denkmalschützer und Heimatpfleger
    Sehr schön, Don!
    Mal wieder zum tiefen Nachdenken und zur Liebe der Heimat angeregt!
    Religion als Opium fürs Volk? Mag sein, aber lieber Christmette als Christal Meth. Und solange das Volk Freude an der Mystik empfindet und der Religionskult zur Kultur gehört, bitteschön. Ich nehme ja noch immer an, dass die heimatlichen Kulte viel älter sind als die christlichen und nur von der Kirche geschickt genutzt wurden. Kein Wunder: Sie geben seit Jahrtausenden (darf man das noch schreiben?) Halt. Ohne Wurzeln wird’s halt nix. Und die Entwurzelten werden immer mehr. Schlimmer noch: sie werden mit Geld aus ihrer Heimat rausgerissen und verteilen ihren Hass dann in der Welt. Von ganz oben bis ganz unten.

  47. Gelungener Text
    Haette ich nicht besser formulieren koennen.

  48. Verfaulte Äpfel und katholische Riten
    Lieber Don Alphonso, Ihr heutiger Blog samt den schönen Bildern ist wie Balsam für die Seele. Vielen Dank auch für den Link zu „Der vergiftete Apfel“ über das Aufkeimen eines kleinmütigen Nationalismus, der Freunde als plötzlich Fremde nicht mehr duldet. Dies, im Gegensatz zu der friedlichen Pflege der bayerischen Kultur weist eine erstaunliche Polarität auf.

    Hier einige Sätze von Don Alphonso und meine Gedanken dazu:
    „Das funktioniert hier, weil Religion, ob man es mag oder nicht, ein wichtiger Bestandteil der Kultur ist.“

    So verstehe ich die Religion auch: als wichtigen Bestandteil der eigenen Kultur. Ich habe es nie verstanden, warum manche Menschen sich mit allen möglichen Religionen beschäftigen, nur nicht mit der eigenen. Es ist doch schön, wenn man im Buddhismus oder Hinduismus sein religiöses Zuhause findet, doch seltsam ist für mich, wenn derjenige sich mit dem Christentum überhaupt nicht auskennt.

    Aus jenem Grund habe ich im Zuge meiner eigenen Sinnsuche mit meiner Ursprungsreligion angefangen. Ich hatte in Hong Kong eine britische Freundin, eine gläubige Christin und Mitglied der baptistischen Kirche, die mir eine wunderschöne, in Leder gebundene finnische Bibel schenkte, die sie für mich durch ihren Priester besorgt hatte. So habe ich zu allererst angefangen, Bibel zu lesen, weil ich meinte, wenn ich schon möglicherweise vorhabe, meine Religion auf-zugeben, um mich ggf. eine Buddhistin zu nennen, so muss ich wenigstens vorher wissen, was ich aufgeben will.

    Seitdem habe ich die Bibel immer wieder quer gelesen. Sie ist ganz sicher nicht weniger klug und weniger tiefsinnig als die Schriften anderer Religionen.

    Ich verstehe also nicht, warum so viele Menschen ihre Religion nicht ernst nehmen, wenn sie andererseits behaupten, dass sie an Gott glauben und damit weder Allah, Buddha noch Jawje meinen, sondern den christlichen Gott und Jesus Christus. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Religionsgemeinschaften ist eine evangelische Kirchenmitgliedschaft z.B. an keinerlei Bedingungen verknüpft, und selbst im Kaninchenzüchterverein werden die Statuten sorgfältiger eingehalten als die christlichen Prinzipien der Nächstenliebe und Mildtätigkeit.

    Der nächste Schritt war für mich, mich in die anderen großen Weltreligionen zu vertiefen, um entscheiden zu können, welche meine Religion, mein Glaube werden könnte. Doch dort fand ich auch keine besseren Antworten, und letzten Endes bin ich immer noch eine deistisch-agnostische Sucherin, die sich nicht festlegen kann, sondern am Liebsten das Beste aus allen Religionen in Einer vereinen möchte. Aus einer auf SPON mit einer gläubigen, dogmatisch versierten Katholikin geführten Diskussion weiß ich, dass ich für die Katholiken somit eine Heidin bin. (In meine universelle Religion würde ich allerdings die wunderschönen katholischen Riten mit integrieren wollen. Und das Beichten.)

    Bzgl. Vornamen: „Das war in meiner Jugend wie die meisten Traditionen völlig aus der Mode, heute kommt es wieder.“

    Das Phänomen gibt es in Finnland auch seit einigen Jahren.
    Die beliebtesten Mädchennamen heißen: 1. Maria, 2. Sofia, 3. Emilia; die beliebtesten männlichen Namen: 1. Juhani (Finnisch für Johannes), 2. Johannes, 3. Mikael.
    Meine Mutter hieß Ines Sofia, und ich fand den Namen als Kind und Jugendliche zum Schämen altmodisch. Unter den jeweils 10 beliebtesten Namen gibt es ei-nen einzigen angelsächsischen bzw. „modischen“ Namen: Oliver, auf Rang 8 bei den männlichen Namen.

    Apropos Polarität. Ich schaute heute zuerst beim Deus nach, fand dann diesen Block und war heilfroh. Wie ein Mitdiskutant es schon treffend beobachtet hatte, so gab es dort eine außergewöhnliche Spaltung der Meinungen, was in diesen Blogs sonst kaum aufkommt. Ich fand das Lesen und Schreiben dort etwas anstrengend, denn wegen meiner immer noch chronischen Krankheit darf ich mich eigentlich nicht aufregen, wobei ich mich präsymptomatisch besonders leicht aufrege. Vielleicht könnte der eine oder andere, der das hier liest und sich angesprochen fühlt, sich etwas danach richten und mich trotz einer abweichenden Meinung mit einem „basic respect“ behandeln, mehr erwarte ich nicht.

    • Beichten
      Sie haben Recht, drüben verliert sich jemand in der Komplexität defätistischer Kommunikation…Beichten bei einem anlassigen Pfarrer fand ich in meiner Kindheit allerdings nicht so berauschend, jetzt findet dort auch Entspannenderes statt: P.J. D’Atri plays Bach!

  49. transmission
    ist die Übersetzung auf dem Rennrad nicht etwas groß gewählt?

    • Bergab?
      Aber dann läge die Kette wohl auf einem kleineren Kassettenkranz. Ich würde mir jedenfalls nochmal die Stellung der Führungsrollen anschauen. Etwas zu steil, scheint mir. Zwei Kettenglieder mehr könnten hilfreich für die Führung sein.

    • Übersetzung zu groß gewählt?
      Mitnichten, doubtful dan. Schauen Sie sich die Wadeln vom Don in seinen Radler-Essays an, und Sie werden erkennen, dass er mit dem kleinsten Ritzel zumindest die Großglockner-Hochalpenstraße bewältigen kann. (Über die ich bisweilen mit Mini-Übersetzung keuche, wobei meine Zunge den Vorderradspeichen gefährlich nah hängt.)
      Außerdem, mit Ihnen sicher nicht uneins: Auch der aktuelle Don stellt so manchen wohlbestallten Essayisten in den wohlverdienten Schatten.

  50. Kenn Deine Pappenheimer
    Als ob unser Berlinbäsching nicht auf den selben Bismarckschen Kulturkampf zurückginge.
    .
    Ulbricht wusste schon, warum er die Mauer genau zu Mariä Himmelfahrt hochzog.

  51. Titel eingeben
    Don, immer wenn ich Ihre Texte lese, bekomme ich warme, wohlige Gefühle so ähnlich denen als würde man zu Weihnachten nach Hause fahren. Danke.

  52. Erinnerungen
    In den letzten 4 Jahre vor der Pensionierung nahm ich freitags statt der Autobahn A8 meistens den Weg über die kontemplative Strecke, Bundesstraße 2, Augsburg, vorbei an Donauwörth, Richtung Weißenburg und vor dem Altmühltal rechts ab in die Jura-Kalksteinbrüche bei Langenaltheim/Solnhofen um dort im Abraum schöne Platten für meine stetigen Bauvorhaben (Stützmauern, Pizzaofen etc.) zu Hause zu suchen. In dem wirtschaftlich offenbar nicht mehr interessanten Teil des Steinbruchs hatten sich ältere türkische Steinhauer Claims abgesteckt und eine Art Bauhütten errichtet, in denen sie Kalkplatten für den Verkauf auf eigene Rechnung bearbeiteten. Ich besuchte sie fast jeden Freitag, weil sie immer schöne Stücke mit eingeschlossenen Fossilien fanden und diese für kleines Geld weiterreichten.
    Mir fiel damals auf, daß diese Menschen eine ganz andere Sorte Migrant darstellten als man das aus den Großstädten hier bei uns gewöhnt ist. Diese dort in ihrer fränkischen Diaspora, in geringer Anzahl vermutlich, fernab jeder türkischer Infrastruktur mit Kebab-Salonu, Gemüsehändler, Teestube umme Ecke-vermutlich sogar ohne minarettbestückte Moschee.
    .
    Irgendwie schien mir das Gäu da drüben im Altmühltal integrationsgünstiges Land zu sein, denn die Leute sprachen alle ein deutlich erkennbares Altmühl-Fränkisch. Vermutlich hatte man ihnen bei ihrer Einreise, in den Sechzigern wurde ja in Deutschland-und vor allem In BY, noch gut vernehmbares und eindeutiges Deutsch gesprochen, klar gemacht, daß man nicht bereit sei, allmächt, türkisch zu lernen. Des aber g´wies.
    (DdH)

  53. Sie haben (mal wieder) Recht, sehr geehrter Don.
    In „der Zeit zu erwähnen, man besuchte zum Zwecke der Erholung die sächsische Schweiz“, wäre wohl wahrlich keine gute Idee.

    Dort reichte z.B. im August 2015, also zur Hochzeit der „Ideologie der Willkommenskultur“, folgender Kommentar (zum Artikel „Heidenau – Merkel nennt rassistische Proteste „abstoßend“), um final ausgesperrt zu werden:

    Ausgleich des Gefälles
    „Merkel hat sich nach langem Schweigen zum Fremdenhass geäußert“ ???
    Wenn alles so weiter läuft, wie es läuft, dann werden – auch nach dieser „Äußerung“ immer mehr (völlig rational denkende!) Migrationswillige ins Land der Willkommenskultur einwandern wollen.
    Zumindest so lange, wie sie die Hoffnung haben, dass es ihnen da unterm Strich besser geht als in ihrer Heimat.
    Damit dürfte – ohne politisches Handeln – ein Ende der neuen „Völkerwanderung“ eigentlich erst zu erwarten sein, wenn es kein Wohlstandgefälle mehr gibt. Oder mit anderen Worten: Wenn es allen im „Willkommensland“ so geht, wie den Migranten heute in den Ländern, aus denen sie stammen.
    Ich fürchte, das wäre keine Lösung, die eine Bevölkerungsmehrheit in Deutschland akzeptieren würde.
    Also ist die Politik gefragt.
    In erster Linie natürlich die Bundesregierung (sogar: „die beste seit …“ – wir erinnern uns), um auftragsgemäß zum Wohle des deutschen Volkes angemessene Lösungen zu entwickeln, zu kommunizieren und umzusetzen.
    Da reicht es m.E. überhaupt nicht, wenn (die nicht umsonst mit Richlinienkompetenz ausgestattete) Kanzlerin Merkel nach monatelangem Schweigen ihren „Sprecher“ sprechen lässt …

    Ob ich die „Aussperrung“ bedauere, lieber Don?

    Nein, nach dem ersten Ärger nicht mehr.
    Denn warum sollte ich mit kostenlosen Kommentaren weiter zum Gewinn einer solchen Zeit beitragen?
    Da schreibe ich doch lieber hier in Ihrem Blog …

  54. Vergelt's Gott, Don,
    ein sehr schöner Text mit sehr schönen Bildern.

  55. Was für ein Satz!
    „Unsere Gesellschaft zerbricht nicht an der alten Religion, sie wird mit der Ideologie der Willkommenskultur und der rassistischen Hetze gegen Einheimische zerbrochen.“

    Den hätte ich gern erklärt bekommen. Ein paar Lügen irgendwelcher übereifrigen Pseudofeministinnen und diese „Willkommenskultur“ also?

    Eine Gesellschaft, die über Jahrzehnte (aus vielerlei Gründen) zu wenig Nachwuchs hervorbringt und den vorhandenen samt Eltern auch noch auf vielerlei Weise benachteiligt, ist auf dem absteigenden Ast. Da braucht es keine „Ideologie der Willkommenskultur“ mehr. Da gibt es andere Gründe. Und die sind im Wesentlichen auch bekannt.

    • So ist´s @ Gast
      „Eine Gesellschaft, die über Jahrzehnte (aus vielerlei Gründen) zu wenig Nachwuchs hervorbringt und den vorhandenen samt Eltern auch noch auf vielerlei Weise benachteiligt, ist auf dem absteigenden Ast.“
      .
      In meiner, alles anderen und dummen Stadt, der Stadt der Krämerseelen, wie sie einst ein scheidender Bürgermeister genannt hatte, in der man aber trotz Verschuldung bis Oberkante Oberlippe zu Ausrichtung der Bundesgartenschau 2019 seit Jahren ein riesiges Gelände (ehemaliges Industriegelände, z.T. brachliegend oder Abstellflächen türkischer Altautohändler und einigem Kleingewerbe) zu einer künstlichen Hügel-und Teichlandschaft verwandelt und dabei nebenher noch die halbe Peripherie umbuddelt ist ein schickes Wohnungsbauprojekt eingeplant. Vermutlich der Akzeptanz wegen, weil große Kreise der Bevölkerung der Meinung waren, daß von früheren Landesgartenschauen her-und weil die Stadt ohnehin von Wald, Flußauen und Wein umgeben, genügend (natürliches) Grün aufzuweisen hätte.
      .
      Als man baut schicke Appartementhäuser, „wohnen am Fluß“ genannt. Am Bauzaun entlang hängen die Werbeplakate der Vermarktungsfirma und die darauf beworbenen „Familien“ sehen so aus: Im Vordergrund ein schöner, fast weißer Retrieverhund, perspektivisch im Hintergrund, deuxième plan, ein stylish junges Paar. Die Musterfamilie der kippenden Restnation. Was reden und schreiben wir da noch. Lasst sie ihren Mist doch selbst ausbaden, später, wenn sie dran sind.

  56. Danke!!!
    Es ist immer schön zu lesen, dass es auch noch Journalisten und Redakteure gibt, die eine Alternativmeinung zu der staatlich verordneten, rot-rot-grün gefärbten, politisch-korrekten Multi-Kulti-Ideologie haben. Einst waren diese Multi-Kulti-Ideologen in der Opposition. Inzwischen haben sie die Macht und verhalten sich gegenüber Andersdenkenden mit einer Intoleranz, die teilweise schon militant ist. Mit Billigung des von linken Parteien wird von Linksradikalen auch mal zu Gewalt gegen „Politisch-Unkorrekte“ aufgerufen. Toleranz wird gefordert, aber Intoleranz geübt. Bis jetzt ist es eine rot-rot-grüne Gesinnungsdiktatur, der sich inzwischen auch die CDU in Form der Kanzlerin gebeugt hat. Ich hoffe, dass es nicht noch weiter geht. Denn die linken Diktaturen des Ostblocks standen der Nazidiktatur an Brutalität und Intoleranz in nichts nach, auch wenn das von Linken gerne geleugnet wird.
    Als Disclaimer: Ich war selber früher „im Zweifel links“, wie der Spiegel so schön sagt. Ein eifriger Spiegelleser, grün gefärbt und ökologisch gewissenhaft ohne Ende. Heute bin ich zwar noch ein ökologisch sehr gewissenhafter Veganer, lese aber nur noch sehr selten im Spiegel und habe gegen linke Intolerante und die linke Gesinnungsdiktatur die gleiche Abneigung wie gegen Nazis und rechte Intolerante.
    Es lebe der Nonkonformismus!!!

    • Titel eingeben
      „Denn die linken Diktaturen des Ostblocks standen der Nazidiktatur an Brutalität und Intoleranz in nichts nach, auch wenn das von Linken gerne geleugnet wird.“
      .
      Man staunt über soviel Unwissen.
      Nazidiktatur: 20 Millionen tote Russen, 6 Millionen tote Juden, ….. ….. …..

    • Ja, in der Tat, Herr "Gast"!
      Ich staune auch!

      Opfer (allein) durch die stalinistischen „Säuberungen“ zwischen 1929-1953: 19,5 bis 22 Millionen Menschen!

      Die Opfer des Nationalsozialismus in der Sowjetunion, die durch den 2. Weltkrieg bedingt waren, waren übrigens keineswegs nur „Russen“, was jemandem der andere der „Unwissenheit“ beschuldigt eigentlich auch geläufig sein sollte.

    • @ Gast, 11:01 h
      „Man staunt über soviel Unwissen“

      Na, dann verlinken Sie doch Ihr Wissen und teilen Sie es.
      Lesen bildet ….

      https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schwarzbuch_des_Kommunismus

    • (offen gesagt gibt es da weitaus bessere Werke – und der Verfasser ist ein absoluter Widerling)

    • @ Don
      „offen gesagt gibt es da weitaus bessere Werke – und der Verfasser ist ein absoluter Widerling“

      Welcher der Autoren, bitte?
      Courtois?

      Ihre Lesempfehlung zum Thema?

    • Eines der schönsten und abgeklärtesten Bücher über den Kommunismus ist indirekt George Groszs „Ein kleines Ja und ein grosses Nein“. Man muss nicht die Leichenberge betrachten, um den Fehler im Kommunismus zu finden.

    • (Dass ich Grosz verehre, sehen Sie ja schon am Namen des Blogs)

    • Ja, ja....
      Dieser Stalin, das war schon ein echter Kommunist! Was ham wir ein Glück gehabt, dass unsere Grosseltern damals den Hitler gewählt haben, gell?

    • @ TDV
      „Was ham wir ein Glück gehabt, dass unsere Grosseltern damals den Hitler gewählt haben, gell?“

      Die Ihren vielleicht, meine gewiss nicht!
      Zwei von ihnen haben das „Glück“, wie Sie es zu benennen belieben, nicht überlebt. Die beiden anderen kamen knapp davon.

      Widmen Sie sich weiter Ihrem Glück, aber zügeln Sie Ihr Schandmaul, wenn Sie über missliebige Beiträge urteilen.

    • @TDV
      Na dann nennen Sie doch mal einen „echteren“! Ich bin gespannt… Nein, eigentlich nicht. Die Diskrepanz zwischen Wort und Tat war bei Kommunisten immer in bemerkenswerter Weise gigantisch. In gewisser Weise war der Nationalsozialismus da sogar „ehrlicher“ in seinen Anliegen, wenn Sie so wollen.

    • Zwei Blinde hintereinander...
      Wenn ihr beim Lesen mitdenken würdet anstatt zu sortieren was eueren Vorurteilen gefällt und was nicht hättet ihre einfach nur einen Beitrag nach oben scrollen müssen, und schon hättet ihr einen gefunden…
      Aber das hiesse wohl zu viel der Intelligenz von jemandem zu erwarten der Stalin für einen Kommunisten hält…

    • @ TDV
      Netter Versuch …

      Unter Blinden wäre der Einäugige König, nicht wahr?

      Verständlich, wenn auch nicht wirklich clever, wie Sie das auffalllende Handicap an Ihrem linken Auge vergessen lassen möchten. Offenbar eine Quelle fortwährender narzisstischer Kränkung und eine Erklärung für das präpotente Intelligenzgehabe.
      Ein klassisches Geisterfahrer-Syndrom außerdem, das Sie im Gegenverkehr lauter Falschfahrer erkennen lässt.

      Wissen Sie, was Sie denken, bevor Sie lesen, was Sie schreiben?
      Es wäre eine der unverzichtbaren Voraussetzungen für den Nachweis einer intelligenten Lebensform.

    • Uret, danke...
      Sehen sie, vor einem Jahr ungefähr gab es solche Beiträge noch nicht und ich finde es schade, dass die Quantität der mittlerweile hier erscheinenden Beiträge sinnvolle Diskussionen immer unmöglicher macht, zumal leider zu viele jener Foristen mit denen ein Austausch von Meinungen keine Zeitverschwendung war, verständlicherweise zurückgezogen haben.

      Ich danke ihnen also dafür, dass sie mich an diesen Umstand erinnert haben.

  57. Danke
    für den Artikel kann auch ein Agnostiker sagen.
    M. A. Titz

  58. Derweil die große Atommacht nebenan
    Es ist zum Haareausraufen:
    Francois Hollande:
    „Alle wussten das von Anfang an.“
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/haushaltsdefizit-geheimer-vertrag-zwischen-frankreich-und-der-eu-kommission-14485376.html

  59. Mal wieder von Herzen geschrieben
    und vielen aus der Seele.
    Bleiben Sie uns bloß erhalten. Der größte Teil der sonstigen Journaille wäre dagegen auf dem Kartoffelacker sinnvoller eingesetzt.
    Obwohl, bei den meisten würds nicht mal reichen um Klüten zu treten.

  60. Stadt -Land -Kirche ?
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich der Richtung des Artikels folgen kann. Das erdverbundene, christliche Land und die verwahrloste Stadt? Ich halte die Flüchtlingspolitik für unvernünftigen Unfug, aber ihre entschiedensten Befürworter ( auch heute noch) fand ich bei gutbekannten, einigermaßen ländlichen Christen. Die haben nichts mit den schreibenden Stadtmäusen zu tun, die nicht wissen, wie es ist an einem Ort zu leben, wo die Familie gekannt wird, nicht der Einzelne. Dass es zwischen mir und ihnen fast zum Bruch kam, schmerzt. Der Riß – der gut beschrieben wird – geht auch durch das gepriesene Milieu auf dem Land. Und das ist schlimm. Einige der Befürworter des Wahnsinns seit 2015 gehören zu den besten Menschen, die das Land insgesamt hat. Das zu leugnen hilft nicht. Ich bin zu jedem Kulturkampf gegen das SZ-Spon-Milieu bereit, aber wichtiger erschiene mir, dass vernünftige und human gesinnte Gegner und Vertreter der Flüchtlingspolitik wieder miteinander reden könnten. Stattdessen ordnen die einen sich bei der AfD ein ( eine Partei die das “ Völkische“ frech rehabilitieren will – nicht das Volksverbundene), die anderen applaudieren der Standfestigkeit Merkels ( Hier stehe ich, ich kann nicht anders), die sie für Moral halten. Und schreien sich an oder – wenn sie sich mögen – schweigen.

  61. Gee, I wish we had one of them doomsday machines.
    Jesus,

    das ging schnell. Fällt die Nation als Sinnstifter aus, so fällt der Bayer sofort auf die Religion zurück. Wie in Ex-Jugoslawien.

    Es sind immer die gleichen Strukturen. Und wer die kennt, der weiß, was Frau Merkel mit der Grenzöffnung im Sep 2016 in Gang setzte:
    Die Weltzerstörungsmaschine.

    Wer jetzt lacht, der hat nicht begriffen:
    Die Weltzerstörungsmaschine ist kein Ding sondern „kein Sinn“.

    Nimmt man den Menschen ihren Sinn, so fangen sie sofort an, auch neuen Sinn zu suchen und diesen zu festigen.

    Und da kommt dann die Gewalt ins Spiel.

    So geht das seit Adam und Eva und dem Verstoß aus dem Sinn (Paradis).

    Gottchen, steht alles schon in der Bibel….

  62. Wird immer besser
    Beharrungswille in der Provinz ist eben nicht zu unterschätzen.
    Vielen Dank für die immer besser werdenden Kolumnen. Der 04.September 2015 hat doch einiges freigelegt. Unter scheinbar selbstherrlicher Schnöseligkeit blitzt plötzlich schnörkelloser Patriotismus hervor.

  63. Und jetzt in diesem Zusammenhang ganz was anderes -
    aus dem tiefen Süden der immer bunteren Republik:

    Nicht nur in der preussischen Hauptstadt gehts zu:
    Heute im Münchner Merkur –
    wieder mal ne Facebook/whatsapp-Party aus dem Ruder gelaufen:

    Polizei mit über 100 Mann im Einsatz
    Party eskaliert: Tram lahmgelegt, Dachauer Straße gesperrt
    „http://www.merkur.de/lokales/muenchen/west/party-eskaliert-tram-lahmgelegt-dachauer-strasse-gesperrt-6843501.html“

    Das waren wohl eher hiesige junge Leute, egal welcher Abstammung.

    Und wies in Münchner Problembezirken zugeht:
    „Familie zieht wegen Zuständen in ihrem Stadtteil weg
    Integration in München: Abschiedsbrief einer verzweifelten Mutter“

    „http://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/abschiedsbrief-einer-verzweifelten-muenchner-mutter-stadt-muenchen-6836173.html“

    Vom Münchner Hauptbahnhof und seiner Umgebung gar nicht zu reden.

    Ich spar mir den Link, aber selbst in Germisch-Partenkirchen gehts zu:
    „Brandbrief wegen Erstaufnahmeeinrichtung … Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (60, SPD) aus Garmisch-Partenkirchen … schickt Brandbrief … an Regierung von Oberbayern.

    Nicht alles Übel ist evangelisch/preussisch und kommt von jenseits des Mains …

    Nein, ich will den Lesern dieses Blogs nicht den Spass verderben, und mir gefallen Religiosität und Volksbräuche usw. Aber die heile Welt ist auch hierzulande nur die eine Seite der Wirklichkeit.

    „Wir hoffen, dass die heile Welt
    für uns noch eine Weile hält.“
    إن شاء الله (Inshallah!)

    • Komische Postille, die Sie da verlinken...
      Wenn von den merkeltreuen Diskrimiphanten nicht gleich Ross und ReiterInnen genannt werden, sondern großzügig instantvermünchnert wird, blühen automatisch Spekulationen.
      Zoomen auf Baldurstr.- Dachauer nw. Mittl. Ring:
      http://www.verein-fuer-sozialarbeit.de/standorte/

      Und mit der Garmischer Bürgermeisterin hat es nicht unbedingt die allerunverdienteste erwischt nach ihrer sehr einseitigen G8-Willkommenskultur.

    • @Pauschalpopulist
      Die Bürgermeisterin erwischt es ja nicht wirklich, sondern die Frauen von Garmisch an sich.

    • @Pauschalpopulist
      Wissen Sie denn, wer dort randaliert hat?

      Und zu der „komischen Postille“ – gibts ausser der SZ und dem Merkur denn noch eine lesbare Münchner Lokalzeitung?

  64. Unterschiedliche Zonen
    Sehr geehrter Don,
    Sie schreiben: „Ein Ausstieg Deutschlands aus der EU würde den Zivilisationskonflikt, auf den wir zusteuern, auch nicht beheben. Man wird das ausfechten müssen und wenn es nicht anders geht, dann halt mit sehr unterschiedlichen Zonen leben müssen.“

    Ich sehe das nicht erst seit heute ähnlich und bin u.a. deswegen in den letzten 18 Monaten zweimal für längere Zeit in Israel gewesen. Dieses Land ist das Labor für das, was auf uns zukommt. Meine Absicht war durchaus, das Lebensgefühl dieser Entwicklung ‚abzuschmecken‘. Es gäbe viel dazu zu sagen, aber nur so viel: Es geht. Mit vermüllten Vierteln und latenter Aggressivität im Quartier, und gepflegter schweizerischer Alltagsästhetik im Straßenzug daneben. Einen Wertkonsens gibt es nicht, dafür aber eine robust auftretende Polizei, gerne von hiesigen Gutmenschen verachtet, die jedoch einen gewissen Schutz gewährleistet.
    Die für mich plausibelste Sorge liberaler jüdischer Israelis: Sie könnten aufgrund demografischer Entwicklungen in die Defensive, sprich: in die Minderheit, geraten. Diese Gefahr ist dort schon weiter fortgeschritten als hier, wenngleich auch in D „die falschen Leute“ die durchschnittliche Geburtenzahl pro Frau nach oben bringen.

  65. Hofkappellen
    gibt es nicht nur in Bayern. In einem katholischen Dorf in Nordbaden erzählte mir vor etwa 10 Jahren eine Nachbarin, sie ginge auf die Einweihung einer Kapelle. Der Junge Bauer hätte nun zu seinem Hof eine Kapelle gebaut, weil zu einem rechten Bauernhof eben eine Kapelle gehöre.
    Ich fand das damals etwas aus der Zeit gefallen und darum sympathisch. Mir war nicht bewusst, dass nach 1968 in Deutschland Privatleute noch Kapellen bauten.
    Als ich später dann mit dem Fahrrad die Gegend erkundete, habe auch an Aussiedlerhöfen Kapellen gesehen. Es war also kein Einzelfall.

    Also ich finde, an seinem Hof so ein kleines Gotteshaus zu errichten, hat schon was. Nicht aus Gottesgläubigkeit, sondern weil man sich seiner Herkunft bewusst ist und Respekt vor Traditionen hat. Und, nun ja, allein schon um dem Nachbarn zu zeigen, wer hier die dicke Hose an hat und sich so etwas gestatten kann. So wie ein Hund, der am Baum an der Territoriumsgrenze nicht etwa rumkläfft, sondern nur lässig das Bein hebt.

    Ja, die christliche Religion ist eine sehr wichtige Wurzel unserer Kultur. Deshalb ist es mir als Heiden mit protestantischen Vorfahren auch wichtig, dass meine Kinder den katholischen Religionsunterricht besuchen. Sie sollen das verstehen lernen und sich damit auseinandersetzen. Zudem ist das an unserem Wohnort der Ritus der Ureinwohner, den sie kennen und respektieren sollten.

    Großer Besucherandrang an den Gotteshäusern zu Maria Himmelfahrt ist mir hier noch nicht aufgefallen. In Baden-Württemberg ist das ja auch kein Feiertag. Allerdings gibt es auch hier den Brauch der Wehrwische. Die Leute ziehen los und sammeln mindestens sieben verschiedene Kräuter, denen eine Zauberkraft inne wohnen soll: Johanniskraut, Rainfarn, Königskerze, … Diese werden dann zu einem Strauß gebunden und zu Maria Himmelfahrt nimmt der Priester in der Kirche die Kräuterweihe vor (gegen einen kleinen Obolus für gute Zwecke versteht sich). Diese Sträuße in eine Zimmerecke gehängt bringen dann Gottes Segen ins Haus und halten böse Geister fern.

    Dieses Treiben scheint mir als Spross einer protestantisch schrift- und wortfixierten Familie ein etwas heidnischer Brauch zu sein.
    Den naturverbundenen Heiden in mir gefällt das.

  66. Ein vielbeschäftigter stets um die Welt jettender Starinvestor ...
    … hat einer sächsischen Dorfgemeinde eine neue Orgel spendiert und war zur Premiere auch vor Ort.
    .
    So lese ich an anderer Stelle der Zeitung.
    .
    Ich bin ja auch „Ungläubiger“, aber an einer schönen Kapelle -auf einem Hügel oder in der Landschaft schön gelegen- erfreue ich mich auch.

  67. das mit der Leitkultur
    ..ist doch längst entschieden. Herr Obama wie auch Frau Clinton
    haben übereinstimmend festgestellt, dass die US-dominierten Medien
    weltweit die hoechste Glaubwürdigkeit haben.
    Wie kann man da auf die Idee kommen dies infrage zu stellen, und so etwas wie Lügenpresse formulieren.
    Es ist kein Wunder, dass alle Irgendwasmitmedien – auch in D – darauf wie die Taliban reagieren. Es geht nicht nur um ihr Seelenheil, sondern auch
    um ihre Sicherheit und ihre materielle Existenz.

    • Immer diese Nörgelei...
      Warum können sie das nicht positiv sehen? Schliesslich sind diejenigen die das glauben in der Mehrheit, es ist also demokratisch!

  68. Man darf die Hartnäckigkeit nicht unterschätzen, auf beiden Seiten.
    Was macht eigentlich diese Reisegruppe?

    http://www.tz.de/muenchen/stadt/altstadt-lehel-ort43327/fluechtlingsprotest-sendlinger-tor-demonstranten-ziehen-6817923.html

    http://www.tz.de/muenchen/region/fluechtlingsprotest-erreicht-freising-tz-6825296.html

    http://www.merkur.de/lokales/freising/moosburg/kundgebung-plan-fluechtlings-protestmarsch-macht-halt-moosburg-6825560.html

    Zitat (Moosburg): „Der Protestmarsch durch die Stadt wurde von zahlreichen Polizeistreifen abgesichert – und verlief reibungslos. Wohl wegen des schlechten Wetters trafen die Flüchtlinge nur wenige Passanten auf dem ‚Plan‘ an und blieben so mit ihren per Megafon skandierten Parolen und Appellen weitestgehend unter sich.“

    Die müßten doch inzwischen mindestens die Fluten der Altmühl geteilt und den fränkischen Jura erklommen haben, wo ihr spiritueller Führer bestimmt mit dem Megafon zu ihnen gesprochen hat.

    Unmittelbares Ziel ist angeblich Nürnberg, aber doch eigentlich Berlin, so wie die Donner Party auch nicht eigentlich nach Sutter’s Fort wollte (bitte schweizerdeutsch aussprechen), sondern bis an die kalifornische Pazifikküste, um dort ihr erhofftes paradiesisches Leben nach katholischer Art zu führen und das Land auszubeuten. Mit einem ortskundigen Führer klappt das bestimmt…

  69. Lieber Don,
    ihr Text hat mir Tränen in die Augen getrieben. Aus Freude, daß es auch einem „Atheisten“ möglich ist, klare Gedanken zu fassen. Fast will es mir scheinen, daß es mit Ihrem Atheismus nicht ganz so weit her sein könnte. Jedenfalls keine Spur von Militanz. Als Stockkatholischer hoffe ich deswegen auf ein Wiederbegegnen nach angemessenem Aufenthalt im Fegfeuer im Himmel. Selbiges habe ich sicher nötig.

    Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient; die Kirche den Papst, den sie verdient.

  70. Eigenem Bedenken offen
    Bei einer Busfahrt durch Münster, der ersten Steigerung von Schwarz, höher geht es nur mit Paderborn, fiel mir ein, zu denken: Ich habe mein Leben lang die Last der Geschichte meines Volkes getragen. Nun soll diesem Volk keine Zukunft in eigenem Land gegönnt sein, eine Völkerschaftsansammlung ohne Identität aus Kontinuität? Zieht sie ihre Identität aus einem neu zu lebenden Konglomerat von Eigenarten und Kulturen? Mein Volk – das von mir im gelebten Trotzdem geliebte – keine Zukunft?

  71. Einspruch !
    Zwei Dinge. Das erste ist weniger bedeutend, aber weil diese falsche Idee hier regelmässig auftaucht muss man mal unmissverständlich darauf hinweisen.
    Dealer stehen nicht nur im Görlitzer Park, sie stehen landesweit überall. Und zwar nicht weil man dort keine Kapellen pflegt oder seine Kinder nicht mehr Quirin nennt, sondern weil eine mittelmässige Spiessbürger Regierung nach der anderen, zu dumm ist zu verstehen, oder aus primitivem Populismus nicht verstehen will, dass das Problem bei Drogen die Illegalität und die Kriminalität sind, weil sich nämlich wegen dieses Zustandes nun mal unfassbare Profite damit erwirtschaften lassen. Recherchieren sie doch einfach mal die Zahlen aus Colorado zu den Steuereinnahmen und der Zahl der Nutzer, und dann lassen sie diese Verdummung, das ist ihres Blogs unwürdig. Wenn sie das Thema nicht interessiert… no Problem… aber dann lassen sie bitte auch solche Kommentare weg. Sie beschweren sich ja auch völlig zu recht regelmässig wenn anderen Ortes ahnungslose Meinungen als letzte Weisheit verbreitet werden.

    Das zweite und Wichtigere ist, dass sie das Wahlverhalten ihrer Altmühltaler einfach verschweigen. Inkompetente Regierungen fallen nicht vom Himmel, die werden gerade von solchen Leuten gewählt! Und wenn die Inkompetenz der Kanzler eine gewisse Grenze übersteigt, was sie ja regelmässig zu tun pflegt, dann werden in der Parteien Landschaft auf einmal Alternativen angeboten, ob sie nun AfD heissen, oder ob sie es völlig verlogen immer noch wagen sich Grüne zu nennen. Wer wie Seehofer und seine CSU, die in der Umgebung jener Kapelle ein 55% Ergebnis erzielten, über ein Jahrzehnt lang eine Kanzler-Laiendarstellerin unterstützt, darf sich nicht wundern wenn man ihn auslacht, wenn er zunächst mal erst dann anfängt zu jammern, wenn die Bundespolitik für seine Wähler Klientel plötzlich eine Million einwandernde Nachteile bringt, und der dann auch noch feige den Schwanz einzieht, wenn es darauf angekommen wäre sich der Berliner Politik entgegen oder gar zur Verfügung zustellen.
    Die Selbstgefälligkeit des altmühltalerschen christlichen Spiessertums und seinem Bedürfnis einer heilen Welt, das als politische Weisheit auch 50 Jahre später immer noch nur „Keine Experimente“ zur Verfügung hat, ist die wichtigste aller Ursachen des derzeitigen Debakels, und keinswegs eine mögliche Lösung.

    • 100 % Zustimmung
      Lieber TDV,

      zum Teil 1.

      Ergänzen muss man sagen, dass die organisierte Drogenpolitik durch Gesetze auch noch geschützt wird. Wer die Freiheit nicht liebt – liebt auch keinen freien Bürger. So ist es recht und billig, dass organisierte Verbrechen als Lateralschaden zu betrachten und es gewähren zu lassen.
      Es werden noch nicht mal die Gelder dieser Mafia in einem nennenswerten Prozentsatz eingezogen. Die Politik rund um das Thema ist krank und pervers.

    • Der Pate
      TDV, wie einem zumindest partiell analytisch denkenden Menschen das passieren kann, ist mir ein Rätsel:

      „[…] zu dumm ist zu verstehen, oder aus primitivem Populismus nicht verstehen will, dass das Problem bei Drogen die Illegalität und die Kriminalität sind, weil sich nämlich wegen dieses Zustandes nun mal unfassbare Profite damit erwirtschaften lassen.“

      Wie Sie selbst im letzten Teil Ihres Satzes beschrieben haben, ist es weder „Dummheit“ noch „Populismus“ sondern die Auswirkung erfolgreicher Lobbyarbeit.

    • Fred
      Mit der Dummheit meine ich die Wähler, die noch auf den dümmsten Populismus hereinfallen.

  72. Wer findet, braucht nicht zu suchen
    Lässt einen etwas ratlos, der Text.
    Was nu?

    Ein Land, eine Gesellschaft tief und unreparierbar gespalten, weil die weltanschauliche Trennung längst nicht mehr vergleichsweise übersichtlichen konfessionellen oder geografischen Grenzen folgt, sondern Risse quer durch Familien, Freundeskreise und Parteien treibt.

    Wie sollte der in diesem Blog immer wieder herbeifantasierte Alleingang Bayerns – Alpenrepublik, Grenze am Main etc. – praktisch und ohne Blutvergießen vor sich gehen? Oder grundsätzlich: welches politische Gewicht kommt ein paar zehntausend „Kapellenpflegern“ in einem 80Mio-Staat noch zu?

    Bayern bildet keine homogene Gesellschaft. Es hat sie auch da in Wahrheit nie gegeben.
    Hier die Heckenschneider, Kirchenbesucher und Marienverehrer – dort die ganz dem Zeitgeist verfallene „Zivilgesellschaft“, die Spezis und Spekis jeder Kulör und Provenienz.

    Bliebe die satirefreie Vorstellung eines sich unvermeidlich und mit Tempo dem Minderheiten- und Opferstatus, der Schutzwürdigkeit und der ethnokulturellen Musealität nähernden Restethnie, deren Distinktionsmerkmale sich hauptsächlich im Tragen von Dirndl- und Lederhosenbekleidung und in merkwürdigen Ess- und Trinksitten erschöpfen.

    Staat allerdings, national oder international, lässt sich seit FJSs Ableben allein mit kultureller Devianz keiner mehr machen.
    Schade irgendwie, aber leider Realität.

    • Titel eingeben
      „…hauptsächlich im Tragen von Dirndl- und Lederhosenbekleidung und in merkwürdigen Ess- und Trinksitten erschöpfen.“

      Die sind mir lieber – viel lieber – als die, die ich hier in Berlin jeden Tag sehe: Kippe in der einen, Bierflasche in der anderen Hand, Ohren zugestöpselt …

    • Falsche Frage
      „Wie sollte der in diesem Blog immer wieder herbeifantasierte Alleingang Bayerns – Alpenrepublik, Grenze am Main etc. – praktisch und ohne Blutvergießen vor sich gehen? “

      Welche Entwicklung wäre denn zur Zeit denkbar, bei welcher es zu keinem Blutvergießen kommt ? Was meinen Sie was allerorten, in Problemvierteln und dunklen Seitenstraßen, los ist sobald dem Sozialstaat das Geld ausgeht ? Wir werden es herausfinden.

    • wieder Vorurteile gegen Bayern...
      Wir sind arbeitsbedingte Zuzügler aus NRW nach Bayern.

      Es ist einfach so,- was man auch immer gegen die CSU haben mag-, es geht Bayern (ca 12 85 000 Menschen) besser, als den meisten anderen Bundesländern. Und das ist eine jüngere Entwicklung, die nicht mit ererbten Vermögen, alten Hanseverbindungen, Bodenschätzen etc., sondern mit der bayrischen Regierung in den letzten 40 Jahren zu tun hat. Diese Regierung hat konsequent technisches Know-How im Land angesiedelt und in Bildung investiert. Davor kann man in alten Lexika schon an der Kindersterblichkeit im Verhältnis zu Hamburg bspw. ablesen, wie unglaublich groß das Nord-Süd-Gefälle war.

      Und ein weiterer Punkt, der für eine kluge Regierung spricht, die weiß, was die eigentlichen Aufgaben des Staates sein sollten: Die Polizei ist in den letzten 10 Jahren nicht halbiert worden, wie in NRW, so dass auch die Einbrüche, Autodiebstäle etc. selterner sind, – die Aufklärungsquoten sind höher, das macht es weniger attraktiv.

      Der nun erreichte große Wohlstand Bayerns hängt aber auch damit zusammen, wie die Bayern ihre Traditionen erhalten -und alle aufnehmen, die sie auch nur teilweise zu teilen bereit sind.

      Beispiel: Keiner macht Witze über den Syrer in „Gwand“, siehe Artikel in der Süddeutschen, Bayern freuen sich darüber!

      Ausnahmen gibt es, ja, aber weniger als anderswo. NRW hat deutlich mehr rassistisch motivierte Übergriffe, als Bayern. Und zwar auch bezogen auf Bevölkerungszahlen.

      Die Einwanderer, ob aus anderen Bundesländern (Spaß) oder aus anderen Ländern, werden besser behandelt und integriert, und es zieht mehr Ausländer nach Bayern, als in andere Bundesländer. Ich weiß zufällig: München hat einen höheren Ausländeranteil, als Hamburg (bei anderen Städten müsste ich recherchieren, aber ich nehme an, dass der Ausländeranteil von ca 25% kaum zu überbieten ist).

      Was mir sofort hier auffiel: Ich habe in NRW kaum Kinder mit Kopftuch auf dem Gymnasium gesehen. Auf das Gymnasium in München, neben dem wir wohnen, geht ein signifikanter Anteil Kopftuchträgerinnen.

      Und die Münchner tun ganz anders etwas für Flüchtlinge, als wir das erlebt haben in NRW… Wohl, weil die Gemeinden reicher sind. Auch auf dem Land werden schnieke Wohnheime gebaut, da die Gemeinden sagen, wir können die Flüchtlinge den bayrischen Winter über nicht in Containern sitzen lassen.

      Sogar dem Islam stehen die Bayern friedlicher und neutraler gegenüber, als in NRW (man denke nur an „ProNRW“). Vielleicht hilft den Bayern ihr Glauben, andere Gläubige besser zu verstehen…

      In Bayern gilt, wie ich es erlebe, sehr viel mehr als anderswo „leben und leben lassen“. Eben das „Mia san mia“,- aber die anderen dürfen auch leben…

      Kurz: Alles Bayernbashing ist in meinen Augen die von Feindseligkeit und Neid geprägte Verhaltensweise von Menschen, die sich das hier nie angesehen haben. Man könnte sehr viel Positives abschauen!

    • @ Gast, 14:01
      Schön, wie Sie sich für Ihre Bayern ins Zeug legen, aber Sie verwechseln, wohl im verzeihlichen Übereifer des Konvertiten, einen von Sorge getragenen Beitrag mit Bayernbashing. Nichts läge mir ferner.

      Ich stelle nur die Frage, welches politische Gewicht dieser von Traditionen geprägten Gesellschaft im heutigen Maimstream noch zukommt und wie sie den äußeren Einflüssen auf Dauer widerstehen kann.
      Der Spaltpilz, der zwischen Hell- und Dunkeldeutschland unterscheidet, hat sich längst mitten in der bayerischen Gesellschaft eingenistet. Lesen Sie die SZ oder hören Sie sich an, wie die städtische „Zivilgesellschaft“, keineswegs nur Zugewanderte, über die bayerische und fränkische Lebensart urteilt.

      Auch die Hoffnung auf eine bleibende CSU-Mehrheit ist vor dem Hintergrund der deutschen und europäischen Großwetterlage trügerisch, der Spielraum denkbar knapp.

  73. .
    Glauben Sie wirklich, der Brexit sei die Ursache für das Verhalten der britischen Eltern? Liegen die Ursachen nicht viel tiefer, und haben diese Ursachen nicht sowohl zum Brexit als auch zum Rauswurf der Schwester der Autorin des verlinkten Artikels geführt? Die britischen Menschenfeinde, die Leute, die Ihren Ururgroßvater schief angeschaut und die Leute, die eine jüdische Bekannte wegen einer Tasche mit einer hebräischen Aufschrift beschimpft haben: das sind die ewig Gleichen. Sie kommen immer wieder hoch, sie laufen zu Pegida und AfD, und sie tummeln sich auch hier in den Kommentaren.

    • Wo gehobelt wird ...
      … da fallen Späne.

      Die Zeiten der leisen Töne und den Schattierungen von Grau sind vorbei.
      Es herscht die Axt im Walde die alles in Schwarz und weiß hackt.

      Alles ist mega, alternativlos, hypermodern, Indusrie 4.0.
      Das Zeitalter des superlativ (++gut) oder (++ungut).
      Auf der einen Seite die Gutmenschen – auf der anderen Seite die Hetzer.
      Die einen haben recht – die anderen werden in das Unrecht gesetzt.
      Bist du nicht willig so gebrauch ich gewalt.
      Glaubst du nicht an Allah musst du sterben oder wirst versklavt.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Barbareskenstaat

  74. PS: Don
    Danke für den Link, ich war recht erfreut zu merken, dass noch nicht mal mein Zynismus mich sowas unbewegt lesen lässt.
    Egal wie oft ich hier wiederhole, dass die Welt leiter zu alleregrössten Teil von A*******chern bewohnt wird.

    • @ TDV, ausnahmsweise gebe ich Ihnen...
      uneingeschränkt recht. 7, 368 malzehnhochneun (ansteigend) rückwärtige in mittlerer Körperhöhe, Körperöffnungen, naturgegeben.
      (DdH)

    • ....zu 85 %, dachte ich früher mal - ohne empirische Beweise zu haben!
      Mittlerweile betrachte ich das als bewiesen….

  75. Zuhause sein und die Linke oder Grünen
    Wir Kölschen sind an sich recht einfach gestrickt. Wer unsere Lieder im kölschen Slang singt, gehört dazu.

    Ja nun, das ist halt einfach so, und sei es ein Düsseldorfer, da sind wir wirklich tolerant, wenn kölsches Liedgut gesungen wird.

    Heimat und Zusammengehörigkeit und Beisammensein ist bedeutsam, wie im Blog beschrieben. Nicht umsonst ist eines der beliebesten Lieder in Köln jenes – En unsrem Veedel
    https://www.youtube.com/watch?v=pZB1xTQputY

    Tja, Grüne und Linke sind da etwas eigenartig, Roth und Cohn-Bendig hoffen auf wahlberechtigte Zuwanderer, die ermöglichen, diese Repuplik in den Orkus zu stürzen

    Ich lebe im Kölner Süden, dort wollte der mutmaßlich durch die Archivsperrung seitens der Böll-Stiftung (der auch Kahane zuarbeitet) geschützte Pädophile per Liste in den Bundestags entsandte und vermutlich Chrystal-Meth-Abhängige Beck direkt gewählt werden.

    Er wurde es nicht, statt dessen ein CDU-Mitglied mit, ich glaube, der zweithöchsten Direktstimmenzahl, den ich seit meiner Studentenzeit kenne.

    Die Grünen und die Linke sind erledigt, das scheint mir offenkundig zu sein. Das erkennen die selber auch recht gut.

    Ich begegne in meinem Umfeld Menschen allerlei Herkunft. Es schert sich niemand drum, woher jemand kommt, wie er oder sie ausschaut. Wir lächeln uns an beim begegnen und manchmal unterhalten wir uns auch gut.

    Und ich bin auch nicht mehr Anhänger der Kirchen, seit in meinen jungen Jahren die evangelische Kirche Spendengelder für Waffenkäufe in Afrika weiter leitete oder aber Kardinal Höffner bei einem Besuch im katholischen Studentenheim, in dem ich als evangelisch Getaufter leben durfte, den Freitod einer Verzweifelten nicht bemitleidete sondern verdammte.

    Es wurde ja schon geschrieben, es wäre die Frage, wie weit das Pendel ausschwingen könne in die eine oder andere Richtung.

    Das linke Pendel wird verzweifelt versuchen, sich irgendwie auf Pöstchen zu retten. Bei Grünen Politikern erleben wir es mehr und mehr und beschämender denn mehr. Und wenn selbst NRW-Innenminister Jäger, der nie Parallelkulturen in all seinen Amtsjahren erkennen konnte, nunmehr über solche erstaunt ist, ist es nicht weiter verwunderlich, dass eben auch in einer feinen Kapelle Jung und Alt miteinander in sich gehen und zelebrieren.

    An sich ist es ja beschämend, dass Don Alphonso diese Gemeinsamkeit als etwas Besonderes herausstellen muß, um uns daran zu erinnern, wo unsere Wurzeln liegen – in der Aufklärung und im Zugewandtsein.

  76. Schön
    Danke!

  77. Oh Haupt voll Blut und Wunden
    Schöner Text – In meiner calvinistischen Region gibt es keine Kapellen am Wegrand. Dafür trifft man sich vor Ostern regelmäßig zur Matthäus Passion die überall – in weltlichen und kirchlichen Gebäuden aufgeführt wird.

    “Oh Haupt voll Blut und Wunden,’’

    erinnert uns dann daran, dass es schon vor 2000 Jahren Wutbürger und Hass gab.

    • Prassen
      gebiert Hassen,
      seitens der Armen,
      denn kein Erbarmen,
      kennen die Reichen,
      deren Signale und Weichen
      gestellt auf alleinige Macht.
      Und diese bedeutet die Nacht
      für jene,
      die nur deshalb in die Pläne
      der Prasser passen,
      um sie auf ewig zur Ader zu lassen,
      wofür diese nur wieder hassen.
      Doch ist Hassen der einzige Weg?
      Wäre nicht teilende Liebe der Steg,
      der die Kluft überwindet,
      beide Lager verbindet
      und zu Brüdern vereint?
      Doch dieser Weg wird verneint.
      Existentielle Fragen
      kommen zum Tragen,
      wenn die Geduld der Armen erschöpft,
      ihr Schafott die Prasser köpft.
      Unabwendbares Geschick?
      Kennt die Welt keinen anderen Trick,
      zu erreichen irdisches Glück?
      Ist dieser Begriff nur Phrase,
      das Leben überhaupt eine entbehrliche Phase?
      Gibt es ein endgültig Ziel?
      Liebe Leute, ich frage zuviel!

  78. Pingback: Vergiftete Geschenke? | stefanolix

  79. Leitkultur?
    Mit Verlaub, Sie beschreiben hier eine dichotome Gesellschaft, die mit der Realität nicht übereinstimmt. Natürlich sind auf dem Land bzw. in den Kleinstädten Traditionen und die Religion noch eher verankert als in den Großstädten. D.h. jedoch nicht, dass sich die sozialen Milieus hier nicht auch „ausdifferenziert“ hätten. Wenn Sie eine Befragung unter denen von Ihnen beschriebenen Besuchern der Mariä-Himmelfahrt-Prozession durchgeführt hätten, würden Sie wahrscheinlich feststellen, dass noch nicht einmal der katholische Glauben ein verbindendes Element darstellt. Ganz zu schweigen von den politischen Einstellungen, Lebensentwürfen etc. der Besucher. Wie soll sich da eine „Leitkultur“ identifizieren lassen, ohne dass man große Teile der Bevölkerung ausschließt? Diese homogene Gesellschaft – die sich viele zurückwünschen – wird es nicht mehr geben (und sie gab es auch nie).

    • Formaler Hinweis
      @ Don Alphonso

      Kommentar „Leitkultur?“ (Doppelposting 17.10 und 18.10)

      Ich hatte gestern Nachmittag einen Kommentar geschrieben, der von Ihnen bis heute Morgen nicht freigeschaltet wurde (viele andere spätere Kommentare jedoch schon). Aus diesem Grund habe ich den Kommentar heute Mittag fast identisch noch einmal verfasst. Dieser wurde von Ihnen dann prompt freigeschaltet (plus dem Kommentar von gestern). Um nicht falsch verstanden zu werden, es geht mir hier nicht um einen albernen „Zensur-Vorwurf“. Ich möchte hier nur zukünftig nicht immer Doppelpostings hinterlassen.

    • Entschuldigung, ich war unterwegs und jemand hat das für mich gemacht.

    • Naja
      Es ist eher postmodern als traditionell. Wie die Wiesn-Dirndl. Wenns sche mocht…

    • Homogenität
      „Wie soll sich da eine „Leitkultur“ identifizieren lassen, ohne dass man große Teile der Bevölkerung ausschließt? Diese homogene Gesellschaft – die sich viele zurückwünschen – wird es nicht mehr geben (und sie gab es auch nie).“

      Ich habe im Text keine Hinweise auf irgendeine Homogenität entdecken können.

      Ich lese da eher, dass es Leute gibt die ihr eigenes materielles wie geistiges Leben haben und zufrieden sind.
      Die sind nicht homogen, die haben ihre eigenen Eigenarten. Aber man kennt sich halt.

      Und vermutlich ist das letzte was die brauchen oder wollen eine kulturelle bzw genetische Auffrischung, die sich irgendwelche nachweislich vollkommen inkompetenten Kackspechte ausgedacht haben.
      Nachvollziehbar. Wer sich nicht für das Leben anderer interessiert, der sollte sich auch nicht anmaßen es ändern zu wollen. Ich würde ja auch den Berlinern nicht erklären dass man dringend mal ihre Stadt umkrempeln müsse. Den Berlinern gefällt es so wie es ist, kein Problem.

  80. Tja, schöner Artikel,
    aber, was hilft’s? Ich glaube, die Aufregung der letzten Monate verpufft gerade. Frau Merkel wird sich wieder nach oben spielen, die AfD wird sich zerlegen und alles bleibt beim Alten. Dieser Widerspruch Großstadt/Land wird bleiben und zunehmen. Es bringt auch nichts, den Zustand zu be-jammern, sondern man/frau muss selbst aktiv werden, um daran etwas zu ändern. Die Kapellenbauer und -nutzer werden übrigens immer weniger. Auch das ist Fakt. Beweinen wir hier eigentlich alle ein Deutschland, das es so schon seit ca. zehn/fünfzehn Jahren nicht mehr gibt?

    • Nein,
      die CDU wird sich zerlegen und die AfD wird an ihre Stelle treten. Jeden Tag können wir das Totalversagen der Blockparteien und speziell das unserer Super-Kanzlerin in der Flüchtlingkrise sehen. Die AfD ist die einzige Partei, die sich dem entgegenstellt. Die Union ist längst ein Teil von RotGrün, sie ist im Grunde genommen überflüssig.

  81. Wg. Kapellenpflege und der Kunst - und Kulturgeschichte und all' dem und wg. Bella Italia
    Klonovsky auf acta diurna hat das da:

    https://www.youtube.com/watch?v=df_si1PnEcY

    – Es wird ungemütlich.

    • Der Film der Überwachungskameras...
      …zeigt nur den kleinen Anfang von dem, was kommen wird. Frequentiertere Kirchen wird man noch eine Weile schützen können. aber die kleineren Kirchen und Kapellen lernen den Islam gerade in seiner ganzen Toleranz kennen.

    • nicht nur gestutzte Hecken
      https://philosophia-perennis.com/2016/10/02/news-rom-vandalismus/

      „Die Herkunft des Mannes, die Reaktionen der Polizei und seine Rufe gegen eine Verehrung Gottes durch Statuen und Bilder, erhärten den Verdacht, dass es sich bei dem Mann um einen muslimischen Flüchtling handeln könnte.
      Dies würde auch das bisherige Schweigen der Medien erklären.“

    • Naja, Frevler gibt es immer und Lurher war auch so drauf.

    • unkt
      was wohl passieren wird, wenn diese kulturbeflissenden und -breicherenden, friedensuchenden unsere Museen erst einmal entdecken.

    • @Don alphonso/Luther/Bilderstürmer
      „Naja, Frevler gibt es immer und Lurher war auch so drauf.“

      Wirklich, gibt es Belege?
      Das waren damals eher die Bilderstürmer verschiedener christlicher Richtungen – Fundamentalisten eben. Soweit ich weiss, führte Luther zwar einen Kampf gegen gewisse Fehlentwicklungen der damaligen katholischen Kirche, war aber sonst eher konservativ.

      Aus wikipedia (naja)/“Reformatorischer_Bildersturm“

      „Den Bildersturm in Wittenberg 1522 beendete Luther durch die Invokavitpredigten ohne kurfürstliche Gewalt nur durch die Kraft seiner Argumentation. 1525 schrieb Luther, Bilder seien „zum ansehen, zum zeugnis, zum gedechtnis, zum zeychen“ erlaubt, also wie von Gregor vorgesehen als didaktisches Mittel.[27]“

      Anhänger Luthers und andere Reformatoren gingen da schon weiter.
      Soweit ich weiss, lehnten die Calvinisten Bilder (und Statuen) in Kirchen völlig ab, ebenso wie die Lollards in England (Wyclif) und die Hussiten.

      Fazit: der Irre aus Ghana kann durchaus ein Evangelikaler irgendeiner Denomination sein, und überhaupt kein „Muslim“. In Ghana gibt es zwar Muslime, aber auch Katholken und Protestanten verschiedener Denominationen, und das Land ist keineswegs muslimisch geprägt.

      Das Land ist zwar arm, aber seit langem auch eine vergleichsweise stabile Demokratie ohne interne Bürgerkriege wie in manchen westafrikanischen Nachbarländern – bei Einwanderern von dort dürfte es sich in den wenigsten Fällen um politisch verfolgte handeln, sondern schlicht um Armutsflüchtlinge oder Glückssucher handeln.

      Abgesehen davon meine ich, dass der Mann wohl mindestens eine Schraube locker hat.

  82. Die Grünen und die Linken immer als die Idealgegner (oder gar Feinde?)
    Ich weiß mal nicht, ob das nun wirklich auf Dauer und vor allem, da es ja ernstgemeint scheint, wirklich hilfreich ist. Die können nicht für alles Elend in diesem Land verantwortlich sein. Niemals. Da gibt es wohl so einigen, eben auch unguten Einfluss. Aber für alles?

    Die Sehnsucht nach heiler Heimat und Welt ist ganz sicher mehrheitsfähig. Die Details sind halt immer das Problem. Und werden es bleiben. Daran wird auch die nächste Wahl nichts ändern.

    Und eine der Fragen heißt ganz gewiss:Warum zerstören WIR nur immerfort das, was WIR eigentlich bewahren sollten?

  83. Integration
    Lange Zeit schien es, als wären die Integrationsbemühungen um die Betschwestern und -brüder und einige Verwirrte am linken und rechten Rand des Spektrums ausreichend. Vielleicht war’s ja auch umgekehrt und die Betschwestern und -brüder haben sich um unsere Integration gesorgt. Jedenfalls schien es als wären wir am richtigen Weg, Diskriminierung verschiedenster Art einzugrenzen. Nein, es war nicht das goldene Zeitalter, aber es waren kleinere Probleme, die immer ein wenig aufgebauscht wurden.
    Noch ehe dieses Programm auch nur annähernd verwirklicht ist, kommt mit zugezogener Bevölkerung ein Weltbild zu uns, das selbst die radikaleren Vertreter reaktionärer Ideen als eher intolerant beurteilen könnten. Anstatt, dass wir uns mit der Integration der endemischen Geistesverwirrungen kümmern, wird der fremden Tür und Tor geöffnet. Wann gab es eine ähnliche Toleranz gegenüber christlichen Symbolen wie es sie jetzt gegenüber muslimischen Symbolen gibt? Und daraus soll nun keiner ableiten, ich wollte die christlichen Symbole behalten. Nur, wie soll man sich um deren Zurückdrängung kümmern, wenn das Kopftuch als feministisches Symbol irregeleiteten Glaubens mit jedem Tag häufiger auftaucht?

    Es bestand kein Zweifel daran, dass die vermeintliche Öffnung der Gesellschaft der letzten dreißig Jahre einen Rückschlag erleidet, das Pendel in die andere Richtung schwingt. Jetzt gerät aber diese gegenläufige Pendelbewegung außer Kontrolle und bringt das Gefüge aus dem Lot. Der lose Zusammenhalt der Gesellschaft – wie auch der EU – kann verloren gehen, und was dann als – vorgeblich – Neues entsteht, wird ein schlimmes Zerrbild nicht allzu lang vergangener Zeit.

  84. Religion und Kultur - ein heißes Pflaster.
    Unbestritten hatten und haben Religionen kulturelle Auswirkungen. Und wer die eigene Kultur schätzt, kann sich selbst als Atheist nur schwerlich dem Einfluß der Religion entziehen, die die eigene Kultur mit geprägt hat.

    Es sollte aber nicht vergessen werden, daß Religionen Menschenwerk sind, die, aus meiner Sicht, ganz und gar menschlichen Interessen dien(t)en. Die Unterschiede der monotheistischen Religionen und ihre kulturellen Auswirkungen haben wohl hier ihren Ursprung. Der Kampf der Kulturen ist somit auch ein Kampf der Religionen.

    Aufklärung und Trennung von Staat und Kirche aber geraten in Gefahr, wenn die Gemeinsamkeiten von Religion und Kultur zu stark beachtet werden und Einfluß auf politisches wie gesellschaftliches Handeln erlangen. Der Verfassungsstaat war eine recht gute Lösung, solange er sich von religiösen Forderungen fern hielt. Die Betonung von Religion und Gefühl, gar religiös-kulturellen Gefühlen, ist in meinen Augen eine sehr gefährliche Entwicklung. Die Unterschiede zu islamisch geprägten Kulturen werden so marginalisiert.

    Ob wir das wirklich wollen?

    • Titel eingeben
      Die Grundeinsicht, die den meisten Menschen fehlt ist, dass man die eigene Religion ja niemals gewählt hat, sondern zufällig irgendwo in die dort gerade herrschende hinein geboren worden ist. Was eigentlich selbst bei oberflächlichster Betrachtung starke Zweifel an der Richtigkeit des zufälligen, eigenen Gottes wecken sollte…

      Jeder der meint er müsse irgendwas glauben, sollte sich zumindest mal darüber informieren wie es denn bei den anderen so aussieht.
      Vielleicht ist es ja letztlich nur die Peinlichkeit der abgesehen vom Islam schwachsinnigsten aller Religionen anzuhängen, die den Willen zur Erkenntnis in Schach hält?

      Das ganze Thema ist so lächerlich und hoffnungslos, dass man einem zynischen US Komiker zustimmen muss, der gefragt hat, warum unser christlicher Gott unser Öl unter deren Sand vergraben hat…

      Man kann all die „normalen“ Religionen gar nicht lächerlich genug machen…

    • TDV 19. Oktober 2016 um 03:12 Uhr
      uiii … es gibt ein Ranking der „schwachsinnigsten Religionen“ in Ihrem Gehirnkasterl?

      Lassen Sie uns teilhaben (Top 10 genügt).

      Würde mich interessieren, ob z.B. der Naturalismus dazugehört und der Marxismus und Scientology.

      Und: wo ist der archimedische Punkt Ihres Denkens?


    • An etwas zu glauben, ist nichts Besonderes. Jeder glaubt an und hofft auf irgendetwas. Hätten Glaube und Hoffnung keinen Einfluß auf die Realität, könnte man einfach darüber hinweg sehen. Leider ist dem nicht so.

  85. Volksbetrug
    „Gott“ hört nicht alle.

    PS: 2. Beitrag, da erster mit Fehlern behaftet und dem gottlosen eine Plattform gab.

  86. Schneewittchentext Bullshit
    Zu diesem, Don:
    https://readonmydear.wordpress.com/2016/10/12/der-vergiftete-apfel/

    Ich halte das für sehr gut geschriebenen Schwachsinn, also eine Erfindung. Wenn es keine wäre, wäre es mindestens im Dailymail. Sie können ja noch mal recherchieren.

    Die Briten importieren wenig Obst, weil sie ihr eigens Obst haben, vom Feinsten, die Äpfel nur zu schlagen von Reine de Reinette oder Boskop, die ich noch nie in einem britischen Geschäft oder Supermarkt gesehen habe. Granny Smith gibt es wohl, doch die sind bekanntlich von Übersee. Wie man von Wimbledon weiß, haben die Briten vorzügliche Erdbeeren, desgleichen Buschobst. Was sie aus der République Francaise gelegentlich importieren, ist die Reine Claude. Falls Schwesterchen doch existierte und bei Aldi oder Lidl eingekauft hätte, sähe das möglicherweise anders aus. Dann hätte die Rektorin aber vorgeschlagen, einen britischen Markt zu beehren.

    Das ganze Stück entbehrt jeglicher Logik. Die Briten sind traditionell freundlich zu Ausländern, wenn diese integriert sind, auch zu Touristen.
    Im Moment allerdings soll die Unterschicht im Norden (laut Zeitungen) gelegentlich auf Polen ablassen, die sie aber zu Recht als Konkurrenten betrachten, weil Polen bessere handwerkliche Fähigkeiten mitbringen. Rumänen sind genauso beliebt wie bei uns, vor allem, wenn sie Sheffield (Pendant zu Duisburg) total vermüllen und so unsicher machen, dass sich eine muslimische! Bürgerwehr bildet.

    Also, ich halte das Stück für eine Erfindung, solange Sie es nicht mit anderen Links untermauern und selbst dann für eine Ausnahmeerscheinung. Die Interpunktion im ersten Absatz macht Bauchschmerzen.

    Bleiben Sie skeptisch!
    P.S. Bei der Eroica Britannica könnten Sie sich eines Besseren belehren lassen.

    • "Tipp"
      Lesen sie noch „kurz“ >>Reisen in die deutsche Provinz<<, dann kann man ungefähr erahnen, woher der Wind weht.

    • Ja, der Wind
      Hab ich mir angeschaut. Der eine Wahlberliner, der auch für die taz arbeitet, der andere bezeichnet sich als Cyborg, seit er ein Cochlea-Implantat trägt.

      Einer war mittags in Aschersleben. Vielleicht wünscht er sich ein McDonalds dort, das dann später eingeht oder mit Kunden aus dem Ausland am Leben gehalten werden muss. Kein Wunder, dass die Sachsen (oder Anhaltiner) hellhörig werden.
      Summary: Alles außer Berlin und einer imaginierten „Moderne“ ist Scheiße.
      Das der Don das gut findet, verstehe ich nicht. Vielleicht hat er’s sich nicht richtig angeschaut.

    • Ich finde vieles gut, es muss noch nicht mal meine Meinung sein.

  87. Religion
    Wer mit unserer Religion nichts zu tun haben möchte, der soll doch auch Bitteschön an den Feiertagen arbeiten gehen!

    • Ja, die Trittbrettfahrer des Christentums sind ganz eigene Vögel,
      stolzieren als „Atheisten“, aber den vielfältigen Nutzen der verachteten Religion nehmen sie gern. Sind halt Religionsparasiten.

    • Maria hupf in'd Höh'
      Das müssen Gastronomen, Ärzte, Lokfüher, Busfahrer, Pflegekräfte, Polizisten, z.T. Lkwfahrer,Crews der Fluglinien,Stadtwerks- Mitarbeiter, Landwirte, Hebammen, Mütter, manchmal auch Väter wenn sie nicht beim Radeln sind,Omas usw.usf. eh alle.

      Heinzelmännchen sind ausgestorben und nicht jeder kann Beamter, IG – Metaller oder Rentner sein.

    • Gut ..
      Text eingeben

    • Gut gebrüllt Löwe aber ...
      … diese einfache Logik wird wenig Anhänger finden.

      So läuft das hier im System Deutschland:

      https://www.youtube.com/watch?v=bPjacDLIZyM

      ….

    • Pardon, aber die Youtubelinks gehen mir wirklich auf die Nerven. Entweder man argumentiert selbst oder lässt es bleiben. Meine Lust, mir beim Freischalten jedesmal dieses Zeug anzuschauen, ist inzwischen bei Null.

  88. Nehmen wir unser Land, und schmeissen es , der Ideologie einer
    kranken, linken, Minderheit folgend, einfach weg.
    In die Tonne mit Deutschland, um uns “gut“‘ zu fühlen.

    Und so geschah es .

  89. Kollektivierung mit Zetsche
    The CASE of total supervision: Zetsche und die Grünen wollen’s ermöglichen:
    http://www.achgut.com/artikel/daimler-zetsche_im_gruenen_waschgang

    Kaufempfehlung: M4, S7, RS6, Giulia Quadrifoglio. U,v.m.

  90. Richtig Arbeit!
    Hier mitzureden, ist richtig Arbeit geworden, wenn man einen sinnvollen Diskussionsbeitrag liefern möchte.

    Die von Franz Josef Degenhart als „Hütchen Schühchen Täschchen fassende“ Kleinbürgerlichkeit geschmähten „Normalbürger“ werden von Ihnen, Don, in ein romantisches Licht gestellt, durchaus richtig, wenn man die individuelle Hilfsbereitschaft ansieht, mit der diese Schicht erstmal zupackt, wenn es jemand schlecht geht.

    Dass nicht nur die „Flüchtlingskrise“, der „militante Islam“, die „Verteilungsgerechtigkeit“, diePolarisierung unserer Arbeitswelt diese herkömmliche Identität mehr und mehr der Lächerlichkeit preisgibt, führt zu diesem Mobilisierungsschub, nach alternativen politischen Ansätzen zu suchen. In verschiedenster Ausprägung.

    Immer wenn ich Bilder aus China sehe, sehe ich einen ganz anderen Entwicklungsmythos durchaus drastische Überlegenheit vorführen, weil dort das individuelle Glück oder Leid gar kein Parameter ist.

    Wenn man kurz den Artikel überfliegt, warum Oldtimer in China nicht wohlgelitten sind, ahnt man, wie verschieden die politische Meinungsbildung tickt. Gar keine individuellen Sentimentalitäten aufkommen lassen und gleich elektrisch (im Nahverkehr) fahren.

    In unterentwickelten Gesellschaften war der dialektische Materialismus als Feudalismus einer etwas besser gebildeten Kaste ein denkbarer alternativer Weg zu Wohlstand, Fernsehen und Wasserspülungsklos.

    Ob unsere auf der Homogenisierung durch die Erfordernisse eines überregionalen Marktes fussende Wirtschaftsgeschichte das letzte Wort haben wird, ich wäre mir nicht so sicher.

    Kann man auf unsere Eliten stolzer sein als auf das chinesische Politbüro???

    • >>Kann man auf unsere Eliten stolzer sein als auf das chinesische Politbüro?
      Na, das wird wohl nicht klappen.

      Ein chinesisches Politbüro gibt es ja wohl.
      „Unsere Eliten“ (wobei Sie ja sicher ‚Ihre Eliten‘ meinen?) gibt es aber gar nicht (mehr).


    • Kann man auf unsere Eliten stolzer sein als auf das chinesische Politbüro???
      Das wird man vielleicht in 50 oder 100 Jahren beurteilen können.
      Das Politbüro hat noch einige Metamorphosen vor sich, die bei „unseren Eliten“ allerdings weitaus dringender ausfallen.

    • Titel eingeben
      Ich mag weder Chinesen, noch Kommunisten, noch Polit Büros.

      Aber ich gestehe ich bin beeindruckt von der Qualität der von genau diesem Polit Büro erwählten Führer. Seit Längerem bereits haben die nichts ausgewählt das auch nur in Ansätzen der unfassbaren Inkompetenz der Führer der zur westlichen Welt gehörenden Länder ähnelt.
      Ich rätsle… ist das auf eine gewisse Weise ein System das einer Meritokratie am nächsten kommt? Kein Stalin hat da eine Chance irgendwas zu werden…

  91. Stille Wasser
    Ein sehr tiefgründiger Text, den ich mehrmals gelesen habe. Mit der Assoziation Wilhelm Tell, „was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“.

    • Faust I (Goethe)
      „was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“ ist von Goethe. Faust sagt das im ersten Teil. Was Faust betrifft, kommt mir oft in den Kopf:
      „Hier steh ich nun ich alter Tor,
      und bin so klug als wie zuvor.“

    • @Frauke Amgelin
      Ich bin kein Jagdprofi, nur regelmäßig aktiver Amateur seit fast 30 Jahren. Ihre Links funktionieren nicht so ganz. Aber es geht wohl um Jagd- versus Matchgeschosse. Dies ist auch ein Thema. Mir geht es jedoch hauptsächlich um heute anzutreffende Einstellungen gepaart mit erstaunlicher Rigorosität. In Georgensgmünd ist dies eskaliert. Die Sprüche, die Leute heute nüchtern machen, gab es früher erst beim Schüsseltreiben nach dem fünften Bier und Schnaps. Über die Einstellungen von bei der Jagd anzutreffenden Polizisten will ich mich hier nicht weiter auslassen. Frust bis Oberkante Unterlippe.

  92. Britenbashing: Bäh
    Ich kann England-Bashing nicht ab, und ähnlich würde ich auf Italien-, Holland- oder Österreich-Bashing reagieren.

    Auf das Prekariat kann man immer und überall schimpfen, wenn man das will. Aber das macht die Autorin ja nur teilweise. Ihr Schwesterlein ist die Gute, die die Gören von britischen Prekariatseltern wundersam bemuttert. Die Gören nimmt sie ja aus.

    Aber: Wenn man vom Westen Englands, angefangen am Lake District bis nach Süden und dann nach Osten bis hoch nach Essex Essex unter Auslassung von London und den wie überall der Politik überlassenen desolaten ehemaligen Kohleabbauregionen, genannt The Midlands, eine Verbindung schaffen würde nach Flamen und in die NL, am besten unter säuberlicher Auslassung Rotterdams, dann weiter nach Hessen und Rheinland-Pfalz und bei Aschaffenburg nach Bayern, dann nach Österreich und in das Veneto und Südtirol, hätte man ein sehr gut funktionierendes Gebilde mit Menschen unterschiedlicher Kultur, aber ähnlicher Lebens- und Denkungsart.

    Das Problem sind die Städte und hier besonders die alten Industriestädte, die ehemaligen Stahl- und Kohlezentren, aber auch Verwaltungsstadte, wo nie über den Tellerrand geblickt wird, wie Berlin, Brüssel, Paris oder London, auch Bankenstadt. Und von dort wird der Rest regiert und betrachtet wie ehemalige römische Randprovinzen. Das betrifft auch durchaus Sachsen, einstmals mit Thüringen das Kulturzentrum überhaupt.

    Darin steckt unglaubliche Unkenntnis und Arroganz. „Draußen im Lande“, nicht wahr. Daraus resultiert Brexit. Und auch Italexit oder Fixit können passieren, mit LePen auch Frexit, obwohl Paris mit schuld ist.

    Bitte kein Britenbashing. In dem Land ist mehr Nobilität als jemals in Deutschland gewesen. Ich meine Herzensnobilität. Und die Mentalität ist oft nicht weit weg von gerade der bayerischen, weil in etwa dieselbe Naturverbundenheit besteht.

    • es ist kein Bashing. Manche dort sind einfach so wie beschrieben. Nicht DIE Briten.

    • Titel eingeben
      Ich finde es schon sehr erstaunlich, wie Sie aus einem und nun einmal zufällig meinem Text ein Bashing ableiten wollen,dabei ist es vor allem eine Überlegung zu Wandel in einem Land in dem meine Schwester und ihre Gören, wie Sie so vortrefflich schimpfen, seit vielen Jahre zu Hause sind.

    • @Oberländer: sehe ich ebenso
      Ich habe mir die großen britischen Städte gespart, denn ich weiß, wie die in Deutschland aussehen und wem ich da begegne…

      Die Städte sind in der Tat das Problem.

      Die britische Art dagegen ist in einer Weise erfrischend, daß ich mir beizeiten wünschte nicht Teil eines Volkes zu sein, daß fast ein Jahr dem Opium fürs Volk namens Willkommenskultur nachgelaufen ist!
      Ein normales Radiointerview in der BBC mit der peinlichen Befragung eines Politikers, der natürlich so reden will, daß es für alle schön klingt (was den Aussagewert evidenter Maßen mehr als nur etwas reduziert),- ein solches BBC-Interview zeigt, welche journalistischen Welten zwischen dem Staatsfunk hier und dem british broadcast liegen!

      NAtürlich kann man in Maryport von Jugendlichen mit nacktem Oberkörper einen aufs Maul kriegen, das kann mir aber auch in Bietigheim, in Mannheim oder in München passieren…

    • Schwache Antwort, Don
      Ja, überall sind manche so. Manche verscharren auch Babies in Blumentöpfen, und manche heißen Jessica und verhungern bei den Eltern, und das Jugendamt verpennt das.

      Manche sind manche. Die Briten haben die Sklaverei abgeschafft, geholfen, die restlichen paar Juden von Hitler zu befreien (und unsere Vorfahren dazu) und sind heute im Schnitt noch genauso okay. Sie berücksichtigen die Regeln der Demokratie und folgen einer Abstimmung, die 52 vs. 48 ausging. Ihr Premier blieb nicht trotz seines Versagens auf seinem Stuhl angeklebt, aber Uhu-Alleskleber ist ja auch ein Meister aus Deutschland.

      Warum unsere Firmen, die dort fleißig verkaufen, ihnen angeblich das Leben schwer machen wollen, erschließt sich mir nicht.

      Und last but not least: Das Land ist voll, voller als Deutschland. Staus ohne Ende. Reichlich Arbeitslose und Arbeitssuchende.
      Frankreich wird denselben Weg gehen, langfristig. Vielleicht vorher noch Italien.

    • Man kann einen auch gezielt missverstehen. Manche tun das.

    • Gezielt missverstehen
      So was mach ich nicht. Missverstanden dann. In dem Fall Abbitte.

    • Kultur
      So unterschiedlich ist die Kultur zwischen Schottland und Allgäu spätestens seit der Bronzezeit aber auch nicht mehr. Die wiederum ein Import aus dem Orient, der ja damals weit vorne lag. Aus dem Frühmittelalter gab es doch diese angeekelte Europabeschreibung von diesem arabischen Reisenden. Er war entsetzt! So hab ich es in Erinnerung.

  93. Die Seele der Menschheit
    Alleine beim zuhören, muss einem die Empathie, überwältigen.

    https://www.youtube.com/watch?v=TN0CP6hLrTU

    Und zu guter Letzt, ein vergangenes Medieformat.

    https://www.youtube.com/watch?v=2PbPqaiusSE

    PS: schauen sie sich BITTE noch die Rede, vom 3.10. 2016 in Essen an!

  94. Weder eine Leitkultur, noch ein Volk
    Zwischen den Zeilen schimmert eine gewisse Bewunderung über feste Peilung der katholischen Einheimischen in der deutschen Provinz, diese globalisierungsfreie und migrationsfreie Zone. Viele deutsche Vertriebene haben auf dem bayerischen Lande Fremdenfeindlichkeit und Menschenverachtung über sich ergehen lassen, wie es heute manchem Migranten an bestimmten Orten entgegenschlägt. Später wurden die deutschen Vertriebenen in Bayern zum 4. Volksstamm erhoben. Gemeint sind die Sudetendeutschen, bzw. „Ex-Zwangstschechen alias KuK“. Dieses Märchen von der gelungenen Integration wendet der rotgrüne Main-Stream der „ ab 70er-Jahre-Geborenen“ heute immer wieder auf die bekannten Flüchtlingsgruppen aus Afrika und dem Nahen Osten an. Ich hätte mal gerne erlebt, was passiert, wenn in der von Don beschriebenen Gegend, wo die Welt noch scheinbar in Ordnung ist, mal so eben 500 Flüchtlinge hinverfrachtet würden, wenn der Ort um die 3000 Einwohner, oder sogar weniger hat. Da gibt’s in Brandenburg und Sachsen-Anhalt nett restaurierte Städtchen mit viel Historie und irgendwo war dann noch eine NVA-Kaserne hinterm Wald mit etwas Renovierungsaufwand verfügbar. Aber: Nirgends habe ich irgendwelche Pegida- oder Neonaziaktionen gesehen, z.B. Jüterbog, Treuenbrietzen, Wiesenburg, Beelitz, Zehdenick, Lüchen, Kyritz an der Knatter usw. Die pauschale Diffamierung der Menschen im ostdeutschen ländlichen Raum befremdet. Moritz von Uslars Dokumentarfilm über Zehdenick kommt den Dingen vlt. immer noch am nächsten. Wenn man sich dann noch klar macht, dass der deutsche Osten überwiegend ländlicher Raum ist, viele kleine Käffer, wo 2.000 EW schon als dicht besiedelt gelten, erahnt die Welten, die zwischen den verdichteten Siedlungsräumen z.B. im Rhein-Main-Gebiet, zwischen Düsseldorf und Bonn liegen. Dort kann das Gerede vom „Völkischen“ nur auf Unverständnis treffen und ein Björn Höcke kommt als Hinterwäldler aus Thüringen daher. Andere murmeln nur was von Rostock-Lichtenhagen und meinen die ehemalige DDR. Nein. Die kulturelle Peilung muss nicht unbedingt aus dem Katholizismus kommen. Selbst die evangelischen Dienstleister haben hier keinen leichten Stand, ist es doch immer noch „Heidenland“. Selbst die sind aber in einer bestimmten kulturellen Identität zu Hause, dafür bedarf es auch keiner „Katholenromatik“, auch eine Klischee, denn unter der Oberfläche ist der Stoff für die bayerischen Heimatfilme, oft geprägt von einer gewissen bäuerlichen Brutalität, der man bestenfalls entfliehen kann und die man aus dem erzkatholischen Sauerland, dem Bayern NRWs, ebenfalls gut kennt. Donnerstags beichten, freitags wieder sündigen – unter der Fahne des Herrn ist alles erlaubt.

    • Ja. Flüchtlinge waren in Bayern sehr unbeliebt, keine Frage. Das lag zum grossen Teil an der Wohnungszwangswirtschaft. Niemand quetscht seine Familie gern auf 1, 2 Zimmer zusammen.

    • Nun ja....
      … so ein Problem hat ein gewisser bayrischer Prinzregent dadurch gelöst, dass er ein paar tausend seiner Untertanen einfach als Landsknechte an ausländische Herrscher verkaufte.
      Das schafft Wohntraum…

    • @ Norbert Mühl
      Sie haben Recht, die Frage einer Identität als Deutscher, als Volk, als Kulturkreis etc. kann nicht über religiöse Zugehörigkeiten geklärt werden. Obwohl ich als Katholik natürlich eine andere familiäre Identität gegenüber unserer Geschichte im Kaiserreich und besonders im 3.Reich habe äls bspw. ein Gläubiger der Deutschnationalen Kirche, dessen Ahnen schon unter Wilhelm verbeamtet wurden und der seine persönliche Kariere auch in der cdu der BRD dann nahtlos in dieser Linie weiterziehen konnte.

      Unsere Identitäten sind nicht einheitlich und dennoch gibt es soetwas wie eine deutsche Identität. … Aus dem Ausland begreift man das leichter.

      Wie Don hier an anderem Ort Galen zitierte: Allein die Dosis macht das Gift.

    • sola dosis venenum ..
      habe gerade nochmal nachgelesen: es ist ein Zitat von Paracelsus…

  95. 2800 Kirchen werden abgerissen
    In Frankreich regieren wieder die Roten(den meisten ist wohl unbekannt das die Kommunisten selber sagten das sie TERROR betreiben!!!)-2800 Kirchen sollen abgerissen werden.Und dabei handelt es sich nicht um hässliche Bentonburgen sondern um Jahrhunderte alte Kultur.

  96. Anderer Meinung die Amstkirche
    Ich hoffe, die katholische Geistlichkeit liest diesen Artikel.

    • Naja, das ist Bistum Eichstätt und wie das dort im Priesterseminar mit dem Catering der Migranten zugeht und wie schwierig das ist, weiss vermutlich auch Seine Eminenz.

  97. Titel eingeben
    @Oberländer – Auf die Gefahr hin, mich hier sehr unbeliebt zu machen, finde ich Ihr “Verwaltungsstadtbashing” nicht klüger als das Herabsehen auf das von Ihnen kritisierte Britenbashing oder das Herabsehen auf die Provinz. Es ist sehr viel einfacher, alle, die mit Regierung zu tun haben pauschal zu diskreditieren, als mit eigenen Ideen zu kommen, wie man es besser machen könnte. Dieses einseitige Bashing bestimmter Politiker und/oder bestimmter politischer Richtungen nervt mich auch sehr bei diversen Journalisten auf dem Mutterschiff.

    • Unbeliebt?
      Sicher nicht. Herabsehen sollte das in der Tat nicht sein, da man nicht weiß, wie man es selbst anstellen würde.
      Aber dass einige nach ein paar Jahren mit Personenschutz und in gepanzerter Limo ihre Länder nicht mehr kennen, ist doch evident, vielleicht nicht so in den NL, weil klein.
      Daher liegt das Hauptproblem m.E. darin, dass man es nicht auf zwei Legislaturperioden begrenzt. Mir ist ein Rätsel, warum die Alliierten nicht darauf bestanden haben.

    • Große Sause
      Außerdem: Manche steigen ja auf aus einer anderen Schicht oder lebten unfreiwillig in größerer Einschränkung (DDR). Dann kriegen sie aufgetischt in Cannes oder Oberbayern, Schloss Ellmau. Wer will schon von dem Niveau wieder runter (kein Champagne mehr, nur noch ein Rheinsekt). Das ist auch einer der unerwünschten Punkte an Leuten wie Trump oder Romney: Die können selbst Kaviar bezahlen. Der Verführbarkeitsfaktor fehlt. Der geht besser mit dem Fischer sin Fru. Wenn sie zu weit gehen, findet sich schon was.
      Ich würde dort gar nicht gern sein. Ich würde nicht wollen, dass der Steuerzahler für die Luxusbetten und Speisenfolge aufkommt, die mancher nicht mal Weihnachten hat. Ich würde mich was schämen. Und das in einer Epoche, wo alles online geht. Danach haben dann Heiligendamm, das Werdenfelser Land oder die Stadt Cannes ein Jahr ein bisschen mehr Tourismus, und das war’s dann. Das Geld kommt nie wieder rein, auch nicht bei Olympischen Spielen. Die reine Verschwendungssucht.
      Leinemann hat’s ja gut beschrieben. Zwei Legislaturperioden. Auch für Minister.

    • Es spricht auch einiges für mehr als zwei Amtsperioden
      Wie viele Legislaturperioden? — darüber habe ich mal sehr lange nachgedacht. Schließlich kam ich zu dem Schluss, dass es die Entscheidung der Wähler sein sollte. Es steht ja jedem frei, eine andere Partei als die CDU zu wählen, wenn diese Frau Merkel wieder aufstellt, und einem diese Dame nicht (mehr) passt.
      .
      Im Moment ist da ja wohl ein Problem. Frau Merkel murkst herum und es ist nicht klar ob sie nun will oder nicht. Generalsekretärin der UN ist sie nicht geworden, obwohl sie oder man das vielleicht anvisierte. Was natürlich heißt, dass man hoffte, es werde ihr angetragen. Ich denke, einflussreiche Leute in der Partei nehmen an, dass die CDU mit Frau Merkel nicht wieder gewinnen wird. Also unterstützen sie sie nicht und warten einfach ab, dass sie öffentlich „Nein“ sagt.
      .
      Hier in den Niederlanden sind auch Wahlen nächstes Jahr. Der Parteivorstand der Liberalen bat den jetzigen Ministerpräsident Mark Rutte vor circa 6 Wochen, wieder anzutreten. Rutte sagte zu. Danach konnte, wer immer wollte, dagegen antreten. Die Frist galt für drei oder vier Wochen. Offensichtlich gab es mögliche Gegenkandidaten, aber dann hat sich doch keiner getraut. Damit ist Rutte automatisch der Listenführer der Liberalen und nächster Ministerpräsident, wenn die Liberalen genug Stimmen kriegen. Die Entscheidung liegt jetzt bei den Wählern. Der Mann ist erfahren und es spricht – meiner Meinung nach – nichts dagegen, dass er den Job noch eine dritte Legislaturperiode lang macht. Im Gegenteil, dass er erfahren ist, kann zu seinem Vorteil sein. In der Firma, in der ich in Kanada arbeitete, war der CEO und Präsident auch über 30 Jahre im Amt. Andere Alphatiere in der Firma meckerten. Aber er wurde vom Board of Direktors immer wieder bestätigt, weil er erfolgreich war und die Erfahrung zu seinem Vorteil im Umgang mit Kunden und anderen Firmen.
      .
      Wenn man kompetitiv denkt, dann kann es auch von Nachteil sein, wenn man sowieso keine Möglichkeit hat, wiedergewählt zu werden. Warum soll sich ein US Präsident in der zweiten Amtsperiode noch anstrengen (vor allem in der zweiten Hälfte der zweiten Periode)? Ergebnisorientierte Menschen haben in der Situation meistens einfach keine Lust mehr, sich ernsthaft anzustrengen und etwas Neues zu initiieren, wenn die Früchte vom Nachfolger gepflügt oder ruiniert werden.

    • unser Stadtadel
      Na ja, wenn die Möglichkeit besteht, dass Wilders gewinnt, will doch niemand Rutte die potentielle Niederlage wegnehmen.

      Aber mein Punkt ist (siehe link):
      Auf das Spektakel wollen sie nicht verzichten und vor allem: Ganz unten. Schon das Anschauen ist gemein. Was schreibt der amerikanische Leser?: 40-50 Mio auf food stamps, ganz recht.
      Sie können das machen, aber ohne Medien wäre besser. Ich find’s inzwischen verwegen.
      Don kann ein bisschen für seine Gaudi prahlen, schließlich gibt er was zurück: Herrlichen Lesestoff. Und das wirkt insgesamt pittoresk, manchmal verschroben (der Sammler), aber interessant.

      Aber die große Sause bei 20% food stamps, hier sagen wir ja gern Hartz IV, verstört die Leute inzwischen signifikant:
      http://www.dailymail.co.uk/news/article-3849838/Michelle-saves-best-Lady-pulls-stops-final-state-dinner-Obama-s-presidency-stunning-custom-Versace-chainmail-gown.html

      Dann kriegen wir, in der Mittelschicht, regelmäßig die Rechnung für beides präsentiert. Zoin will auch keiner mehr, vor allem nicht für andere.

      Apropos: Würden Sie so ein Dress tragen? Gucken Sie’s auf welt online von hinten an. Ja, das neue Rom ist so grotesk wie der Circus Maximus einst. Und genauso überdehnt. Und etwa so überverwaltet.
      Aber schee sieht’s scho aus. Nicht wie ein Leonardo oder ein Bellini, aber schee neureich. Knallig. Knallige Bilder für Knallchargen auf food stamps. Und schön weiter Wasser predigen, bitte.

    • Oberländer...
      Der Ähnlichkeit mit Rom fällt mir derzeit auch auf, ich bin gerade in der Mitte einer 1200 Seiten Cicero Biographie und habe gelernt, dass die Korruption von damals sich von der heutigen nur dadurch unterscheidet, dass man damals gar nicht erst so getan hat, als seien die Leute ehrlich.

      Ich fände es interessant, wenn bei den Amis ein Catilina auftauchen würde… wäre herrlich wenn all diese verlogene Heuchelei vor den Augen der Welt zerbröseln würde.

    • TDV-Cicero
      Würde ich vielleicht auch gern lesen. Autor? Verlag?
      Schaue hier noch mal hin.

    • Drei Teile
      by Robert Harris „Imperium, Lustrum, Dictator“ published by

      https://en.wikipedia.org/wiki/Hutchinson_(publisher)

      Keine Ahnung ob es dies auf deutsch gibt, auf english auch als Hörbücher. Hervorragend, wenn man mit dem Hund im Wald spazieren geht.

  98. In Bayern hats Kapellen und wir haben Woelki
    Obwohl ich mir die katholische Kirche freiwillig als geistige Heimat ausgesucht hab, schüttelts mich beim Gedanken an Kirchgang. Wenn der heilige Josef gewußt hätte, wie man die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten heutzutage interpretiert, hätte Josef dafür gesorgt, dass die Nachwelt nichts von dem Abstecher erfährt. Private Kapellen können zwar für die Andacht eine prima Lösung sein. Doch die Sakramente werden immer noch von den Priestern verteilt. Und bevor sie dies tun, muss man ihre Predigt ertragen. Lieber würde man sich geißeln lassen.

    • Woelki, Herr Meyer, ist ein häretischer Ideologe,
      der „Flüchtlinge“ unkritisch und epiphan vergöttlicht! Und er ist darin leider paradigmatisch für eine wohlalimentierte Amtskirche und ein sattes Bürgertum mit Permanenz eines bohrend schlechten Gewissens! Wer sagt, daß Christus, da er bei den Schwachen wäre, in unserer Zeit Flüchtling wäre, der ideologisiert und verblendet. Es ist ein Denkfehler die, die hier ankommen als „Flüchtlinge“ zu markieren ohne präzise hinzuschauen! Es ist eine theologische Untat, Menschen im Namen Christi gegeneinander auszuspielen! Vielleicht gibt es ja Reiche, in denen Christus sehr viel mehr Mensch wird als in afrikanischen Smartphoneträgern, die zudem schon von jenem neurotischen Gott des Mohammed besetzt sind?!

      Es ist quasi demagogisch ex kathedra die eigene Meinung von Gerechtigkeit als Wort Gottes und Gottes Gerechtigkeit zu verkünden! Perfiderweise passiert das jenen besonders häufig, die besonders vom „Willen Gottes“ sprechen als ob sie ein gewisses Pfund in der Tasche hielten!
      Woelki und ettliche Andere stehen für ein Amtsversagen der Katholischen Kirche, das ich in dieser Form nicht erwartet hätte. (Und mir sind bei dieser Merkelschen Saugeschichte alte und sehr gute Freunde in diesen Kreisen verloren gegangen).

      Man muß dieser Tage sehr genau schauen, zu wem man in den Gottesdienst geht.

  99. Kapellen sind Heimat, die uns gerade genommen wird
    Der Text verbindet viele Aspekte der Heimat geistvoll und schafft so eine neue Perspektive auf das Kapellchen, das eben nicht nur spießig-katholisch ist, sondern „Heimat“. Das freut mich, denn künftig werde ich Unkatholischer solchen Kapellen mit mehr Achtung begegnen. – Der Autor ist jedoch nicht konsequent. Einerseits lobt er „Identität“ hoch, aber setzt die „Identitären“ herab. Ebenso beklagt er unheimatliches Arabischlernen – es gibt hierzu übrigens eine Bürgerbewegung gegen die Islamisierung des Abendlandes – die wohl die gleichen Motive hat wie sein eigenes Heimatgefühl. Warum muss er sie zusammen mit Nazis ist einen Satz zu packen, und sie damit in die Nähe von 33/45 zu rücken? Das passt nicht zusammen: Beklagen „Unsere Gesellschaft zerbricht nicht an der alten Religion, sie wird mit der Ideologie der Willkommenskultur und der rassistischen Hetze gegen Einheimische zerbrochen.“ – und genau dasselbe einen Abschnitt später tun.
    Ich fürchte, den kleinen Kapellchen wird es auf Dauer nicht gut gehen. Es gibt sie nämlich nicht nur in Bayern, sondern auch im Ruhrgebiet, teils polnisch, teils vom bäuerlichen Münsterland geprägt. Fragen Sie mal den Pfarrer von Duisburg-Rheinhausen! Daher ist der Artikel für mich auch ein sentimentaler, er gehört zu einer Zeit, die gerade abgeschafft wird.

    • Es ist wie bei Alkohol und Alkoholismus: Die Sosis macht das Gift. Ich denke, es muss eine Debatte um Heimat geben, ohne dass man deshalb gleich extreme bedient. Zumal ich ja auch weiss, wie übel so eine übersteogerte Heimat sein kann.

    • Titel eingeben
      Sosis?

  100. WOW
    Die FAZ hat diesen Text freigegeben?

  101. Naja
    Die Stürmung der Bastille oder die Pariser Commune sind heute auch wichtiger Bestandteil von Kultur und Tradition in Paris. Oder die Besetzung der Sorbonne 1967. So wie auch in München zumindest unter den Gebildeteren die anarchistische Räterepublik 1918. Man sollte da jetzt auch die Städter nicht unterschätzen. Auf dem Land war halt bis vor kurzem noch Feudalismus. Da haben die Landeier schon auch profitiert von dem, was die Städter derweil so trieben. Tradition ist jetzt nicht immer nur so reaktionäres Zeugs.

    • Niemand hat etwas gegen eine nüchterne Betrachtung der Räterepublik, aber auch da muss man sagen, dass die Taktik nur so mittelschlau war.

    • Dialektik der Tradition
      Klar, es hat ja auch nicht lang funktioniert mit der Räterepublik, ein paar Monate, weil dann der IS, nein, ultrakonservative katholische Freischärler unter adeliger Führung dem Treiben blutig ein Ende machten. Vorher gings wohl einigermaßen und geordnet zu, natürlich waren sicher viele trotzdem nicht so glücklich über die ganze Situation. Die Pfarrer sicherlich nicht. Trotzdem war es alles sicher auch eine sehr bayerische Angelegenheit, so wie ja auch viele CSU-Wähler eigentlich Anarchisten sind.

      Aber es ist wohl auch so, dass diejenigen aus der Stadt, die heute keinerlei Bezug zu oder Verständnis für Kapellen auf dem Land oder Erntedankfeste dort haben, dies auch nicht gegenüber ihrer eigenen, meist städtischen Tradition und Geschichte haben. Ob als Immigranten oder als Einheimische. Dafür haben sie halt Pokemon und Tinder, oder kennen sich mit dem Trump ganz gut aus und wissen genau, warum sie den nicht wählen würden. Obwohl der ja hier eigentlich gar nicht zur Wahl steht.

      Man muss aber auch sagen, dass so ein Traditionsgetue im 21. Jahrhundert eher postmodern als wirklich traditionsverwurzelt ist. Es ist ein Trend, in Medien, neben anderen. Auf dem Land können die Grünen ja auch Dirndl, und den ökologisch-regionalen Hofladen finden dann alle gut.

      Und Traditionen sind halt auch nichts starres, wandeln sich andauernd. Halloween ist ein schönes Beispiel.

  102. TTIP
    @ TDV:
    Anbei der Link zur TTIP-Umfrage:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/eu-umfrage-deutsche-lehnen-mehrheitlich-ttip-ab-13399065/infografik-die-eu-buerger-und-13399197.html
    Holländer und Engländer – beides Seefahrernationen – sind mit großer Mehrheit für TTIP.

    • Titel eingeben
      Danke. Ich kann ihrem Kommentar nicht entnehmen welche Einstellung sie zu dem Thema haben, deswegen mal ganz grundsätzlich:
      Mal abgesehen davon, dass ich keiner ausser meinen eigenen Statistiken traue ;-) komme ich angesichts der Karte zu folgender Einsicht.

      Höchste Ablehnung: Deutschland
      Höchste Zustimmung: Rumänien, Polen, Irland… merken sie was? Wenn sie so was sehen kommt ihnen da nie der Gedanke, dass Zustimmung und Ablehnen irgendwas mit Bildung zu tun haben könnten?

      Zu beiden Abkommen, CETA und TTIP, gibt es Folgendes zu sagen:

      Das regierende Lügen Pack behauptet, durch den Wegfall von Zöllen und anderen Handelshemmnissen würde es auf beiden Seiten des Atlantiks mehr Wachstum geben. Kritiker wissen jedoch, dass sich Ceta negativ auf Standards im Umwelt- und Verbraucherschutz auswirken, demokratische Verfahren aushöhlt und Wachstum wenn überhaupt, auf Kosten der Lebensqualität der Bürger gehen wird!
      Die europäischen Standards in Bereichen wie Lebensmittelsicherheit und Arbeitnehmerrechte werden gesenkt wenn nicht sogar beseitigt. Das Abkommen wird bewirken, dass die wirtschaftlichen Vorteile, die ja auf Konzerne entfallen warden, auf Kosten der Demokratie gehen.

    • Nachtrag von heute
      Sehr erfreut bin ich heute morgen zu lesen, dass sich die Wallonen anscheinend doch nicht breitschlagen lassen und den Dreck nicht akzeptieren werden.


    • Mal abwarten, TDV, der Preis stimmt wohl noch nicht ganz, aber das wird Gabriel schon richten. Gabriel, der die Paralleljustiz durch die Hintertür nachschieben will. Denn nur darum geht es am Ende doch, obwohl ich immer noch nicht verstehe, warum sich die Parlamente unbedingt selbst entmachten wollen.

    • SIe haben recht OM
      Bei Nachlesen sehe ich, dass mein Beitrag optimistischer klingt als er eigentlich gemeint war. Allerdings sind auch Nachrichten von heute morgen nach wie „gut“. Sieht so aus als gäbe es zumindest eine Verschiebung und eine erneute Diskussion.
      Die Regeln besagen, alle EU Mitgliedsländer müssen unterschreiben und die beligische Regierung kann nur dann legal unterschreiben, wenn alle Landesteile zustimmen.

      Naja, so viele Wallonen gibts ja nicht, mal sehen wieviel denn das so pro Kopf kosten wird. ;-)

  103. Danke für diese Zeilen
    Hallo lieber Autor,
    ich bin schon lange im Netz unterwegs allerdings habe ich noch nie einen solch tollen Text gelesen welcher dazu noch sehr schön bebildet ist.
    Ich denke dieser Inhalt spricht vielen (mir zumindest) direkt aus der Seele.
    Möge die Macht mit uns sein um auch durch dieses Unwetter zu kommen.

    Danke für diese Zeilen.

    Thomas

  104. Titel eingeben
    Ein sehr anrührender Beitrag, danke dafür.

  105. dankbar
    Ihr Text hat mich berührt. – Güte. Gnade. Liebe. Barmherzigkeit. Frieden. Freude. Freiheit. Treue. Alles, was sich als gut bewährt hat, wird gepflegt und erhalten. Allein der Begriff Güte öffnet Welten beim Nachdenken. – Auch in einer Großstadt war vor vielen Jahren Außergewöhnliches zu erleben: Wer vor fünfzig Jahren Jugendlicher war, erlebte die sehr kurze Zeit von kreativer Musik und vieler Bands. Die Musik war harmonisch, die Künstler waren engagiert und lieferten noch echtes Handwerk ab. Die Jugendlichen waren bis dahin evangelisch oder katholisch und waren beim gemeinsamen Hören der Musik eine einzige große Gemeinschaft, die sich untereinander achtete und es miteinander konnte. Es war wirklich so für alle. Einfach und wunderschön. Eine sehr ungewöhnliche Zeit von ungefähr 5 Jahren. Keiner wird das vergessen haben, sondern wurde durch so viel Friedfertigkeit, Fröhlichkeit und Kreativität geprägt. Der Glaube hatte dabei eine große Rolle gespielt.

    • Bettina D., ich habe die Zeit auf dem Land erlebt,
      irgendwelcher Glaube spielte bei uns allerdings keine Rolle. Aber es war eine schöne Zeit mit toller Musik und kleinen, teilweise national bekannten Bands, die noch der Musik wegen von Kneipe zu Kneipe reisten und live spielten.

    • Aaah...
      Wr fuhren einmal wöchentlich ins Titanic bei Erding, herrliche music coole, freidliche Leute, guter Stoff, zivile Preise…
      Bevor ich es vergesse… keinerlei Religion.
      Abgesehen von der damals dominierenden Religion,Sex and Drugs and Rock n Roll….

    • schade
      @TDV – Schade, dass Sie mich missverstanden haben. Ich sprach von der sehr, sehr kurzen Zeitspanne, in der eine einfache Limo normal war und spätere Entwicklungen in der Erwachsenenwelt keinen Einfluss hatten.

    • Sorry...
      Ich bezog mich auf:

      „Die Jugendlichen waren bis dahin evangelisch oder katholisch und waren beim gemeinsamen Hören der Musik eine einzige große Gemeinschaft, die sich untereinander achtete und es miteinander konnte. Es war wirklich so für alle.“

      Sie schreiben da von „Die Jugendlichen“ und von „alle“…

  106. Das Thema "Identität" steht noch ganz am Anfang
    Ich denke, das Thema „Identität“ wird nicht nur Deutschland, nicht nur Europa, sondern die ganze Welt in den nächsten Jahrzehnten noch beschäftigen. Genau genommen sind ja auch beispielsweise die islamistischen Bewegungen, die in ihren gemässigten, also nicht-terroristischen Ausprägungen ja enormen Zulauf in islamischen Ländern haben, in gleichem Maße globalisierungsskeptisch und also zunehmende fremde Einflüsse von außen ablehnend, wie es die neokonservativen Strömungen in Europa auch sind.
    So gesehen gibt es eigentlich einen globalen Konsens: daß regionale Identitäten erhalten werden sollen. Der Moslem will nicht verwestlicht werden, der Europäer will nicht islamisiert werden.

    Was wiederum die Frage aufwirft, was da eigentlich in den letzten Jahrzehnten geschehen ist. Aus meiner Sicht: eine fatale Verbrüderung von sozialistischen Idealen, die von einer alle nationalen Grenzen überwindenden Welt-Gemeinschaft als zukünftige Utopie träumen – und auf der anderen Seite neoliberale Wirtschaftstheoreme, die die gleiche Entgrenzung im Sinne allgemeinen Wohlstandszuwachses propagierten.
    Das hat, zumindest für uns, eine Weile auch ganz gut funktioniert. Für andere weniger: daß die Flugzeuge ausgerechnet ins World TRADE Center stürzten, hatte schon seine Gründe. Die Islamisten haben diese unheilvolle Verquickung westlicher „Werte“ und Profitgier, mit der ihre Länder auch in nachkolonialen Zeiten noch immer an der Kandare gehalten wurden, schon sehr deutlich wahrgenommen, als in Europa noch die wenigsten wussten, wie man „Koran“ überhaupt schreibt.

    Aber so lange es für uns gut lief, hat es uns naturgemäss nicht interessiert. Es waren ja nur die anderen, in Afrika oder Asien, denen der Westen die Heimat kaputtgemacht hat. Nun schlägt es langsam zurück: durch die Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer nimmt im Westen die Arbeitslosigkeit immer mehr zu. Und umgekehrt strömen immer mehr Menschen nach Europa, um auch vom für ihre Verhältnisse gigantischen Reichtum (GELD UMSONST FÜRS NICHTSTUN FÜR JEDEN!) zu profitieren, und auf diese Weise nun auch den Westen kulturell auf ihre eigene Weise zu prägen. Und hier stellen wir nun fest, daß der Islam an seinen Werten und seinem Weltbild genauso stolz und eigensinnig festhält wie Europa an den seinen. (Was aber leider in vielen Fällen dazu führt, daß Muslime in europäischen Gesellschaften nicht sonderlich erfolgreich sind. Was aber dennoch keine irgendwie geartete Eigen-Selektion auslöst, die beispielsweise nur liberale Muslime nach Europa führen würde, weil sie von den Sozialsystemen aufgefangen werden.)

    Mir fällt nun kein wirklich guter, abrundender Schlußsatz ein. Das Thema ist meines Erachtens vollkommen offen, und wir, und da fand ich diesen offenen Brief aus dem Leipziger Conne Island großartig ehrlich, haben tatsächlich im Grunde momentan noch nicht einmal ein angemessenes Vokabular, geschweige denn eine soziale Theorie, nur eben diese uralten rechten und linken Schubladen, die im Grunde aus dem Europa des 19. Jahrhunderts stammen, aber mit der Gegenwart nichts mehr zu tun haben, um uns damit auseinanderzusetzen.

    • Bassam Tibi heute in Bonn: Islamisierung oder Europäisierung -
      das ist seine Frage, die er an uns stellt. Und er wünscht sich Politiker und Geistliche in den islamischen Religionsunterricht – den er ansonsten abempfiehlt.
      Er, der als Intellektueller 62 aus Syrien nach Deutschland kam und damals die Juden hasste konnte durch Adorno und Horkheimer eines anderen belehrt werden. Heute nennt er sich einen „reformierten“ Moslem, von denen es, wie er sagt, weltweit nur ein paar tausend gibt.
      Andere haben sich zweifelsfrei an das vor Jahrhunderten geschriebene Wort zu halten und ihre „besseren“ Hälften unter Kuratel zu stellen.

      Das, was in den Zuwanderern, die er strikt von ausgewählten Einwanderen wie nach Kanada oder Australien trennt, sozialisiert ist, war den anderen Intellektuellen auf dem Podium nicht begreifbar zu machen.
      Die reden von Integration und vom „Zugehen auf die Fremden“, vergessend, dass wir es dabei mehrheitlich mit des Lesens und Schreibens nicht kundigen zu tun haben, die genau so verloren in unserer Gesellschaft bleiben werden wie die hier Geborenen und abgehängten Kohorten – wer fühlt sich eigentlich berufen, auf die zuzugehen und denen stützend unter die Arme zu greifen?
      Was geschieht, wenn die alle merken, dass unser System nicht (mehr) durchlässig ist und die unten sind auf immer unten bleiben werden?
      Welcher Rahmen, welche Kultur, welche Leitbilder gelten dann?

    • Titel eingeben
      Beim Lesen ihres Kommentars habe ich gestutzt als ich zu ihren Überlegungen zum World Trade Center kam. Was sie schreiben ist eigentlich banal richtig, aber es herrscht beim Thema Terror in unserem Teil der Welt nun mal ein striktes Denkverbot, und so habe ich erfreut zum ersten Mal gesehen, dass so was schriftlich nieder gelegt wird.
      Allerdings habe ich mich dann auch umso mehr darüber gewundert, dass sie das Problem hierin sehen wollen: „…eine fatale Verbrüderung von sozialistischen Idealen, die von einer alle nationalen Grenzen überwindenden Welt-Gemeinschaft als zukünftige Utopie träumen”.
      Denn das Problem dieser Welt ist im Jahre 2016 ja nicht jene Wunschvorstellung, sondern der Umstand, dass die westlichen, kapitalistischen Staaten unter Führung der USA diese Art von Fortschritt durch ihre perverse und verbrecherische Wirtschafts- und Militär-Politik brutalst unterdrücken. Angsichts des sich ankündigen ökonomischen Desasters wird ja in den Medien beider Seiten schon ernsthaft über einen Nuklear Krieg zwischen dem Westen und Russland spekuliert:

      http://www.globalresearch.ca/whether-to-go-to-war-against-russia-is-top-issue-in-u-s-presidential-race/5551589

      Die Flugzeuge ins WTC trafen ja nicht nur strategisch ein korrektes Ziel, sie waren objektiv betrachtet eine berechtigte und angemessene Reaktion ,asymmetrisch, auf die US Kriegs-Politik. Und so lesen wir also heute, dass sowohl Obama als auch seine beiden Nachfolger Kandidaten die Möglichkeit eines Anschlages mit einer Atombombe in einer amerikanischen Grosstadt für das grösste anstehende Problem Amerikas halten.
      Angesichts dieser Einsicht wundert mich die unbeirrte Fortsetzung genau jener Politik die solche Folgen haben kann. Ursache dürfte wohl die Einsicht im Weissen Haus sein, dass die USA ohne ihr weltweites Raubrittertum nicht mehr lange von Bedeutung sein würden.

      Ihrer Schlusseinsicht kann ich mich also nur anschliessen. Es werden grosse Änderungen kommen in den nächsten ein oder zwei Generation. Änderungen in Ausmassen die uns völlig unvorstellbar, bleiben bis sie eintreten. Der religiöse Unterton den der Islam in die kommenden Konflikte einbringt, dürfte das alles noch irrationaler machen. Was mich derzeit am meisten erstaunt ist deshalb die unfassbare Dummheit mit der man im Iraq derzeit daran geht, dieses absurde Kalifat aus dem Mittelalter in die Steinzeit zurück zu bomben. Wie kann man ignorieren, dass der radikale Islam dadurch nicht besiegt wird, sondern ganz im Ggenteil gestärkt, und dass er, wenn man ihn schon aus seinem eigenen Land vertreibt, halt woanders weiter „arbeiten“ wird.
      Ein Kalifat wird sich und den Islam früher oder später wegen seiner immanenten Widersprüche in modernen Zeiten reformieren müssen.

      Warum sind es eigentlich immer die dümmst-möglichen Lösungen die unsere Kultur angesichts solcher Probleme auswählt?

    • Zutreffende Analyse!
      Genauso haben sich die Dinge entwickelt, wobei die Vermengung von sozialistischen Internationale-Ideen mit denen des enthemmten Globalisierungskapitalismus wirklich bemerkenswert ist. Beide, sowohl Sozialismus als auch Kapitalismus, brauchen keine Religion; wo sie stört, wird sie neutralisiert, mit Geld oder mit Waffen.

    • Was in den letzten Jahrzehnten geschehen ist?
      Sollte es eine „fatale Verbrüderung sozialistischer Ideen“ überhaupt gegeben haben, so hatte die auf die Entwicklung jedenfalls keinerlei Einfluß. Der Neoliberalismus dagegen schon, allerdings hatte der nie das Ziel allgemeinen Wohlstandszuwachses. Daher hat es den auch überhaupt nicht gegeben.

      Geschehen ist in den letzten Jahrzehnten etwas ganz anderes, nämlich die Perfektionierung von Unterdrückung und Ausbeutung. Und wären da nicht das WTC und der IS, würde niemand auch nur noch darüber nachdenken.

      Ich weiß nicht, wie ich es treffender ausdrücken könnte, ohne immer in den Verdacht zu geraten, ein Kommunist zu sein, aber das Kapital hat still und leise die Macht übernommen und schickt sich an, die letzten Reste ohnehin zweifelhafter Demokratie zu beseitigen.

      Das ist es, was seit Jahrzehnten geschieht. Die Konzentration der Macht in immer weniger Händen durch deren finanziell bedingten unfaßbaren Einfluß, der nicht einmal mehr direkt erkennbar ist und sich in so genannter Alternativlosigkeit niederschlägt.

    • @OM
      Auf BBC FOUR lief jetzt endlich die lange Zeit unterdrückte Doku

      http://docur.co/documentary/moazzam-begg-living-the-war-on-terror

      Ein in England lebender Pakistani erzählt seine Geschichte, die Geschichte der Muslime, die keineswegs den Terror gegen Unbeteiligte billigt, aber Ursache und Verantwortung eindeutig und überzeugend darstellt.
      Jeder, den das Thema tatsächlich interssiert, also eine winzige Minderheit, sollte sich das mal ansehen… Es ist eine BBC Sendung! Kom,met wahrscheinlich bald im deutschen TV allerdings garantiert um ein Uhr morgens.


    • Moazzam Begg ist ja nun wirklich nicht unumstritten, TDV. In meinen Augen unterscheidet er sich nicht von allen anderen, denen jedes Mittel recht ist, ihre Ziele zu erreichen.

      Für mich ist mehr als zweifelhaft, ob es überhaupt Sinn macht, sich noch länger mit den Ursachen auseinanderzusetzen. Die Fronten sind einfach zu verhärtet.

      Nation und Religion, das ist in islamisch geprägten Gesellschaften mehr oder weniger deckungsgleich. Und im Westen scheint die Tendenz nun auch in diese Richtung zu gehen. Das macht es einfach, Menschen für eine vorgeblich gute Sache zu mobilisieren, eigene Interessen dahinter zu verstecken.

      Dabei hat Gewalt eben viele Facetten. Ein Wirtschaftskrieg unterscheidet sich in den Folgen für die einfachen Bürger nicht wirklich von einem militärischen Krieg. Ob der Tod durch eine Kugel oder durch Mangel an Wasser und Brot eintritt, ist letztlich nicht entscheidend. Ob Terror also wirklich Terror ist, oder ob es nur eine Antwort auf Unterdrückung und Ausbeutung mit anderen Mitteln ist, das ist eine Frage, die gestellt werden sollte.

      Die Nation wird in letzter Zeit ja immer besonders hervorgehoben. Ihre Souveränität. Wenn aber unter Hinweis auf Hilfe diese Souveränität aufgehoben wird, was dann? Und nichts anderes geschieht doch seit Jahrzehnten, in denen der Westen versucht, seine Vorstellungen von Werten und Demokratie denen aufzuoktroieren, die in einer ganz anderen Welt leben. Wie würde denn der Westen reagieren, würde derart mit ihm verfahren?

      Sich in die Auseinandersetzungen uns völlig fremder Kulturen einzumischen, war ein großer Fehler, der unter dem Deckmäntelchen humanistischer Motive ganz andere Gründe hatte. Die Reaktionen auf die Flüchtlingsbewegungen belegen das ja wohl ebenso eindeutig, wie die Reaktionen auf die Armut und den Hunger in der Welt. Die Gründe der Einmischung sind generell nicht humanistisch, sondern dienen vorwiegend eigenen, wirtschaftlichen Interessen.

      Dabei sehe ich auch durchaus Parallelen zwischen dem Ehrenamt und den NGOs. Sie versuchen, die Wunden zu heilen, die so entstehen. Für mich ist das kontraproduktiv, verschleiert nur den klaren Blick auf die Realität. Wer Bomben auf Menschen wirft, die ihm nichts getan haben, kann sich mit Hilfslieferungen nicht exculpieren. Das ist doch absurd.

      Es ist schwierig, solche Themen noch wirklich zu überblicken. Dazu bräuchte es mehr Zeit, die ich nicht habe. Und sicherlich dürfte es schwer fallen, dem gegenseitigen Abschlachten unbeteiligt zuzusehen. Aber sich daran auch noch zu beteiligen, das macht es auch nicht besser, insbesondere unter Beachtung der grundverschiedenen Kulturen.

    • Titel eingeben
      Es geht nicht darum ob er umstritten ist oder nicht. Wenn die Bewohner eines Landes oder Angehörige einer Religion von einem verbrecherischen Land angegriffen werden, so haben diese Leute selbstverständlich ein Recht sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu wehren. Und Moazzam Begg hat ja völlig unmissverständlich klar gestellt, dass Gewalt gegen unbeteiligte Unschuldige nicht akzeptabel ist.
      Ich bin sicher der Letzte der an Religionen generall, und erst recht am Islam irgendwas Verteidigungswürdiges erkennen kann, aber es ist deren Land und wenn sie dort so leben wollen wie es dieser Schwachsinn vorschreibt, so haben sie ein Recht dazu.

      Gerade jetzt macht der Westen ja im Iraq ja denselben Fehler indem man diesen Fanatikern ihr Spielzeug Kalifat wegnimmt. Diese Leute werden sich ja dann keines besseren besinnen, sondern wenn man sie von dort vertreibt, werden sie woanders hingehen. Es hat sich ja mittlerweile einigermassen herumgesprochen, dass die US Aussenpolitik die beste Methode zur Rekrutierung von Terroristen Nachwuchs ist. Ich hoffe man erinnert sich an dies, wenn in DE vielleicht ja doch mal eine tatsächlicher Terroranschlag passiert?

      Der kanadische Professor Michael Jabara CARLEY hat in seinem Brief an die Nachdenkseiten die perverse Verlogenheit bei diesem Thema mal deutlich gemacht:

      „Eine Wahrnehmung, die die drei … Schlagworte (Feindbild. Scheinheiligkeit. Propaganda) bestens bedient, besteht im Ergebnis des Vergleichs der Angriffe auf Ost-Aleppo und der jetzt laufenden Mossul-Offensive. Hier kriegsverbrecherische russische Bomben, da heilbringende amerikanische Koalitionssprengkörper und jubelnde befreite Christen. Während man über einen vermutlich weitgehend entvölkerten Stadtteil Krokodilstränen vergießt, hat man kein Problem, die Bombardierung einer 1,5 Mio. Stadt zu bejubeln.
      Es ist zum verzweifeln, besonders, wenn ich mich als Psychologe und Psychoanalytiker in meinem Umfeld umhöre. Das Äußern abweichender Gedanken kann selbst im Freundeskreis mittlerweile zu Rückzug und Kontaktabbruch führen. Unsere Freiheit wird hauptsächlich im Kopf beschränkt, was sehr wirkungsvoll scheint.“

      Seinen ganzen Brief gibts hier:

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=35506


    • Im Grunde sehen wir das wohl ziemlich gleich, TDV. Und im Grunde reduziert sich alles darauf, daß Menschen Führern folgen, die sie zu eigenen Zwecken mißbrauchen. Das Erstaunliche daran ist, daß die Menschen diesen Führer/inn/en folgen, ohne zu verstehen, daß sie ohne sie kaum in derart große Gefahr geraten wären. Und das gilt immer für alle Beteiligten gleichermaßen.

      Das ist das eigentliche Problem mit den Eliten, daß ihnen mehr oder weniger bedingungslos gefolgt wird, ohne ihre Beweggründe ausreichend zu hinterfragen, die sie aufgrund ihrer Möglichkeiten als Eliten gut zu verschleiern wissen.

      Sicherlich könnte die Menschheit ein viel besseres Leben haben, wenn sie ihren Eliten nicht so derart blind folgen würde, weil sich die Menschen eigene Vorteile davon erhoffen. Und da unterscheiden sich die Menschen leider kaum – Eliten oder nicht.

      Am Ende ist das alles eine Frage der Solidarität, die für manche auf die Familie, den Clan, für manche auf das persönliche Eigentum, für manche auf die Provinz, für manche auf die Nation, für manche auf die Religion oder was auch immer und für sehr wenige auf die Menschheit beschränkt ist.

  107. Fußball spielender Ministrant aus Afrika
    Katholischsein hat, man lese und staune, auch was Internationales und Grenzüberschreitendes. Wenn ich in meinem – zumindest historisch betrachtet – württembergisch pietistisch geprägten Wohnort in die katholische Sonntagsmesse gehe (natürlich nicht in der alten Dorfkirche in der Ortsmitte, sondern im Betongetüm am Dorfrand), weiß ich meistens vorher nicht, ob es diesmal der Priester aus Elfenbeinküste oder der Priester aus Nigeria ist, der die Messe hält. Beide jedenfalls sind pechschwarz (nur deskriptiv gemeint).

    Religion ist nicht nur kultur- und traditionsprägend am heimischen Ort, sondern ermöglicht auch Bindung und Zugehörigkeit über Kultur- und Sprachgrenzen hinweg. Wenn ich im Ausland bin, gehe ich falls möglich sonntags in die Messe und fühle mich überall vertraut, verbunden und aufgehoben. Genauso können hoffentlich bei uns die Zuwanderer, die sonntags an der Messe teilnehmen, Zugehörigkeit und Verbundenheit erleben.

    Dieses Erlebnis von Zugehörigkeit und Verbundenheit in kulturell fremder Umgebung muss auch den Besuchern von Moscheen und Gebetshäusern in Deutschland möglich sein dürfen.

    In Deutschland gibt es vermutlich bereits dunkel pigmentierte Heckenschneider, Kirchen- und Kapellenpfleger. So geht Integration. Und Scheuers fußballspielender Ministrant aus Afrika wird vielleicht mal Erzbischof von München und Freising.

    edSE

  108. Mehrere Wahrheiten sind den Menschen zumutbar
    Sehr notwendige Auseinandersetzung. Für wen Heimat oder irgendetwas, das Wurzeln schlägt, wichtig ist, der ist im Grunde auch empfänglicher für andere Welten. Wer sich von seiner eigenen Kultur distanziert, wird von einer anderen keinen Respekt ernten. Das Problem sind die abgehobenen und gleichgeschalteten Denkmuster, die jede andere Meinung in eine Schublade stecken, die vorbelastet ist. Es können sehr wohl Zuwanderer (nicht Ausländer: die wollen ja draußen bleiben) beim Oktoberfest Einheimische kennen und schätzen lernen. Lachende und lustige Menschen, die vielleicht etwas über die Stränge schlagen, aber gar nicht so weit weg sind von der eigenen Welt. Es steht und fällt alles mit persönlichen Begegnungen zwischen den Kulturen. Wer täglich an der Integrationsfront im pädagogischen Schützengraben tätig ist, sollte keine Angst haben vor Leuten mit anderen Muttersprachen. Sondern eher Angst vor einer Einheitsmeinung, der sich alle unterordnen müssen. Die eigene Weltsicht zum Teil hinterfragen und auch die andere zu Wort kommen lassen, ist eigentlich das Natürlichste auf der Welt. Der verloren gegangene Sinn für Gemeinschaft wird auch in der Stadt gepflegt, aber eben anders: In zugewanderten Familientraditionen oder religiösen Vereinen. Natürlich lauern viele Gefahren, wenn in einer angehenden 2-Millionen-Stadt 150 islamische Kindergärten quasi unbeachtet ihre Kultur feiernd junge Menschen erziehen. Trotzdem sollte man nicht nur die Kirche im Dorf, sondern auch die Moschee in der Stadt lassen, aber gleichzeitig selbstbewusst zu den eigenen Traditionen stehen und gegebenenfalls diese auch schützen, ohne dafür in ein Eck gestellt zu werden. Wer weiß schon, welche Kultur in Zukunft immer die besseren Früchte hervorbringt? An entwurzelten Wesen wird der Mensch jedenfalls sicher nicht genesen.

    • @Hinterwäldler
      Wer im Zusammenhang mit dem Islam die kokette Frage stellt:

      „Wer weiß schon, welche Kultur in Zukunft immer die besseren Früchte hervorbringt?“

      hat keine „Angst vor einer Einheitsmeinung, der sich alle unterordnen müssen“, sondern
      hat sich dem gängigen Relativierungsgeschwafel von „alle Religionen sind doch im Grunde gleich“ bereits untergeordnet.

  109. "Aus der Mitte entspringt ein Fluss"
    Vielleicht sollten wir dafür sorgen, dass aus UNSERER (wie Ihr das für euch definiert) Mitte wieder ein Fluss entspringt, der die Gemeinschaft nährt und zusammen hält.

    Das ist natürlich leichter geschrieben, als umgesetzt. Aber DIESER Gesellschaft kann man nur in einer intakten Familie oder Gemeinschaft widerstehen, um auch ein Maß an Würde, unserer ausgefeilten Bürokratie und der Rechtsstaatlichkeit, einem Ideal nachzugehen, der unser Leben lebenswert macht.
    In dieser Mitte, sozusagen, entspringt DER Fluss, der, nicht nur, unsere Leitkultur fördert, die ohne Zutun unsererseits, nicht funktioniert.

  110. Identität in Norditalien
    Apropos Identität:
    (Das Stück hat nur einen Fehler: Die meisten Ortschaften dort sind dreisprachig, die dritte ist ladinisch. Ladinisch ist auch die Identität.)

    Doch gerade über die Südtiroler Ortsnamen ist in der Provinz Bozen wie in ganz Italien der alte Streit über die kulturelle Identität Südtirols wieder aufgeflammt.
    https://www.welt.de/kultur/article158832793/48-Faschistenversteher-gegen-deutsche-Namen.html

  111. @Samsara 18:18
    Hallo an alle, die die Nase von Fast Food voll haben.
    Hallo an alle, die selbstgemachte Speisen lieben.
    Hallo an alle, die sich die Zeit nehmen wollen und wieder mit der Familie am Esstisch vereint sein wollen, sei es dem guten Essen und/oder dem Gespräch zuliebe.
    Die Menschen finden wieder mehr und mehr zum Gespräch zusammen, das habe ich in den letzten Monaten festgestellt. Ist auch Zeit, die Geschehenisse müssen auf den Tisch. So, was bietet sich mehr an, als gemeinsam zu essen?

    Bei uns wird jeden Tag um die gleiche Zeit gemeinsam gegessen, auch am Wochenende. Da wird gesprochen und besprochen was ein jeder so auf dem Herzen hat. Jeden Tag wird, von meiner Wenigkeit, frisch gekocht. Wir essen mindestens 360 Tage im Jahr frisch zubereiteten Salat (wenn’s Sauerkraut oder Rotkraut gibt, gibt’s keinen Salat :), KEIN gekauftes „Dressing“, auch selbstzubereitetes Gemüse darf nicht fehlen. Ich kann Burger und Konsorte nicht leiden. Döner, weil ich die Kombination mag, inkl. allem was so dazugehört mache ich mittlerweile selbst. Ist kein Hexenwerk. Auch Brot, wir essen oft selbstgemachtes Brot oder Weckle.
    Jedes Wochenende gibt es ein anderen Kuchen. Ich mag es, wenn meine Familie meine Kuchen lobt. Gibt mir ein gutes Gefühl. Im übrigen, meine Kinder lieben das selbstzubereitete Essen sehr, auch wenn sie mal „fremdgehen“ und sich einen Burger einverleiben.
    Ich brauche die Gesellschaft der Familie. Es ist mein Wunsch, dass meine Familie mit gutem Essen versorgt wird wie auch ich als Kind und Jugendliche von meiner Mutter köstlich versorgt wurde. Wir essen im übrigen heute noch Gerichte, die meine Oma schon zubereitet hatte. Wir essen nicht nur modern, sondern oft „altbacken“ DEUTSCH von verschiedenen Regionen.
    Wer will, kann das alles. Es geht nur um’s WOLLEN.
    Kochen und Backen macht nicht nur Freude, es bringt die eigene Kreativität zum Vorschein, manchmal ist es fast wie ein Ausbruch. Es folgen Ideen nach Ideen………. ja, und wenn man gelobt wird, da ist man fast im siebten Himmel. :)
    Viel Spaβ und gutes Gelingen!
    Ich hoffe, die Menschen finden noch mehr und mehr zusammen. Es muss sein. Unsere Tradition und Kultur darf niemals untergehen. Niemals.

    • Titel eingeben
      Das stimmt natürlich, nur, was die meisten Leute leider nicht wissen ist, wie einfach Backen eigentlich ist.
      Ich wurde durch meinen Wohnort dazu gezwungen zu lernen wie man Sauerteig Brot backt und nicht mal das ist schwer.

  112. @ Nonna
    http://blogs.faz.net/stuetzen/2016/10/17/die-leitkultur-der-gestutzten-hecken-und-kapellen-7023/#comment-137844

    „Mit der Assoziation Wilhelm Tell, „was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“

    Lob und Dank für den bescheiden vorgebrachten Hinweis auf einen zentralen aber stiefmütterlich behandelten Gedanken der deutschen Philosophiegeschichte!

    Schiller verknüpft den Begriff der Freiheit unmittelbar mit jenem des Eigentums. Frei kann nach seiner Auffassung nur sein, wer über Besitz verfügt. Damit redet er keineswegs einem schrankenlosen, letztlich von ein paar wenigen „Groß-Habern“ bestimmten Kapitalismus das Wort, der den Habenichtsen allenfalls Krumen übrig lässt.
    Gemeint ist vielmehr, es müssten alle in Besitz gebracht werden, damit sie als Bürger in Freiheit leben und ihre Rechte verantwortlich wahrnehmen können.

    Mit dieser Vorstellung von Freiheit hat – freilich – der zu Schillers Zeiten entstandene Gedanke der Gleichheit, wie er von fehlgeleiteten Idealisten und Bürokraten seit Generationen vertreten und verfolgt wird, nichts zu tun. Der eine mag es in Freiheit zu Wohlstand bringen, im Palast wohnen, Bilder, Fahrräder und Silberkannen sammeln – der andere sein Dasein als Bauer fristen oder als Penner durch die Lande ziehen. Hauptsache, er ist frei und keinem Herrn (auch nicht dem Staat, der anonymisierten Form von Herrschaft) unterworfen.

    Eine von den Vorzügen der Freiheit und der aus ihr wachsenden Verantwortung überzeugte Gesellschaft würde ihren Jungbürgerinnen und Jungbürgern (nicht beliebigen Neubürgern …) als Morgengabe Grundbesitz übereignen, nicht veräußer- und verpfändbar, allenfalls tauschbar gegen den Besitz eines anderen. Die einen mag’s aufs Land ziehen, die anderen wollen in die Stadt …

    Wer will und das Geld hat, baut sich Villa und Pool. Wer wenig hat, begnügt sich mit einer schlichten Hütte, gibt es doch auch ein Recht darauf, in Armut u n d Freiheit – ggef. auch o h n e Arbeit zu leben.

    Um allen Ansprüchen gerecht zu werden, müsste das individuelle Recht auf Grundbesitz notwendig einer Beschränkung unterliegen. Die Freiheit, beliebig Boden- bzw. Grundbesitz zu horten, endet an der Freiheit aller anderen, dasselbe Recht für sich zu beanspruchen, unabhängig von Erbschaft oder erworbenem Vermögen (in Städten stapelt sich der Anspruch auf Grundeigentum selbstverständlich auf mehreren Etagen).

    Um entsprechenden Einwänden vorab zu begegnen …
    Der von den beiden Bushs und Clinton geförderte „Community Reinvestment Act“ verbunden mit der leichtsinnigen Kreditvergabe u. a. durch Fannie Mae oder Freddie Mac, die letztlich zur Subprime-Krise führte, hat mit der Grundidee freier Eigentümer und Bürger wenig zu tun. Der an sich richtige, keineswegs sozialistische Gedanke pervertierte unter den Händen unfähiger Politiker und gieriger Banker zum allgemeinen Recht auf Verschuldung.

    Eine Leitkultur von Besitz und Verantwortung – und gelegentlichem Kapellenbau – beruht auf exakt gegenteiligen Prinzipien.

    • Guter Beitrag!
      Text eingeben

    • Besitz durch Kredit
      Sehr schöne Gedanken.

      Zitat: „Um entsprechenden Einwänden vorab zu begegnen …
      Der von den beiden Bushs und Clinton geförderte „Community Reinvestment Act“ verbunden mit der leichtsinnigen Kreditvergabe u. a. durch Fannie Mae oder Freddie Mac, die letztlich zur Subprime-Krise führte, hat mit der Grundidee freier Eigentümer und Bürger wenig zu tun. Der an sich richtige, keineswegs sozialistische Gedanke pervertierte unter den Händen unfähiger Politiker und gieriger Banker zum allgemeinen Recht auf Verschuldung.“

      Hier könnte man das Bauernopfer Gaddafi erwähnen… Aber denen geht es ja jetzt viel besser!

      PS:
      Ich möchte auf den den Film; 99 Homes – http://www.moviepilot.de/movies/99-homes – aufmerksam machen, der die perfide Vorgehensweise, mehr als verdeutlicht.

    • Tolle Gedanken...
      „Wer wenig hat, begnügt sich mit einer schlichten Hütte, gibt es doch auch ein Recht darauf, in Armut u n d Freiheit …..zu leben.“

      Ich lach mir gleich ein zweites Loch in den Hintern…

    • Titel eingeben
      @ Juser mit dem schönen Nick („Maasvollentdeutscht“):

      An einem Grundstück fehlt es dem H4-Vollassi also? Landluft würde ihn aus seiner berliner Lethargie befreien?

      Junkerland in Bauernhand?

      Oklahoma Land Rush?

      Siedlungsgrundstücke (ca. 2.500 qm) für Selbstversorger wie Anfang des 20. Jh. in meiner Vaterstadt Hamburg?

      Eine Hütte für Dustin Hoffman wie am Ende von „Papillon“?

      Das alles könnte funktionieren. Man müßte nur eben den Sozialstaat abschaffen (wer nicht ackert, soll auch nicht essen).


    • Im übertragenen Sinne handelt es sich dabei um das bedingungslose soziokulturelle Existenzminimum des BVerfG, das von der Politik nicht umgesetzt und von der Justiz ignoriert wird. Vielleicht noch um eine Obergrenze für Reichtum mittels Umverteilung der „Überschüsse“ erweitert.

      Bliebe nur noch die Frage nach der Eigenverantwortung.

    • MMmmh...
      Warum sind es immer die Halb-Gebildeten, die meinen den anderen erklären zu müssen wo die wahren Werte liegen, um dann stets sofort zu fordern dass sich auch alle sofort sich diesen Weisheiten anzuschleissen haben:

      „Mit der Assoziation Wilhelm Tell, „was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“
      Lob und Dank für den bescheiden vorgebrachten Hinweis auf einen zentralen aber stiefmütterlich behandelten Gedanken der deutschen Philosophiegeschichte!
      Schiller verknüpft den Begriff der Freiheit unmittelbar mit jenem des Eigentums. “

      Endlich ist esmal erfreulich, dass dieser Blog keine Korrektur-Funktion hat, denn so sieht man mal wieder, dass es stets die Inkomepetenten sind, die hier klugsch-….. obwohl sie nicht mal wissen, was denn nun von Schiller und was von Goethe ist.
      Aber warum auch, was der Kleinbürger unter Wilhelm Tell versteht, das hat er sich nach seiner Ideologie zurecht gebogen. Mit solchen Nebensächlickeiten wie der Realität…bääh, reine Zeitverschwendung!

      Herrlich sowas….

    • Titel eingeben
      TDV sagt:
      20. Oktober 2016 um 01:28 Uhr

      Das stammt von Wowereit, oder?

    • Keine Ahnung, sylter....
      Der SPDler?
      Solch miserablen Umgang pflege ich nicht.

  113. Aus "bunt" wird am Ende meist grau...
    Schöner Text! Denn aus „bunt“ wird am Ende meist grau, wie man weiß, wenn man als Kind mit Farbkasten oder Knete gewerkelt hat. Und „grau“ entspricht der amorphen Masse, auf der die derzeitigen „Progessivisten“ den neuen Menschen formen wollen. Die „Buntheit“ wird zur Folklore in einer Welt, deren einziges Band das Geld ist.
    Die heutige Berliner Blase verkennt in ihrer elitären „Avantgarde“-Trunkenheit total, das nicht alle Menschen im Lande so hip und deterritorialisiert sind wie sie selbst – oder sich danach sehnen, so zu sein wie die Berliner Blase.
    Diese Leute sollten nicht von ihrer Blase auf das ganze Land schließen – und vor allem sich nicht in einem naiven, teleologischen und missionarischen Selbstverständnis „besser“ (aka „fortschrittlicher“) dünken als jene, die gern in der Heimat leben, die schon Heimat ihrer Vorfahren war, kulturell eingebettet, und die sich deshalb heute auch nicht (mehr) schlecht im Sinne von „ewiggestrig“ fühlen wollen. Den das moderne Nomadentum ist kaum tauglich als Lebensentwurf für eine ganze Gesellschaft. Das spricht sich zunehmend herum.

  114. späte Reue
    Oder anders gesagt: der Don als SPD-Mitglied erkennt so langsam, was er mit angerichtet hat…

    • Don "spd"-Mitglied?
      als im Ruhrgebiet in den mafiösen Strukturen der spd Aufgewachsener habe ich für diese Parteiung und ihre Sympathisanten nie auch nur soviel Sympathie gehabt, wie auf die Spitze eines scharf geschliffenen Messers passt.

  115. Entschuldigung
    @Lisbeth Heuse: da habe ich fahrlässig und freihändig zitiert. Aber knapp daneben ist auch vorbei.

  116. K für Krümelk
    K. sagt:
    18. Oktober 2016 um 18:23 Uhr
    Sosis?

    Mensch, es täte ihre grauen Zellen gut,
    den Text mit mehr Empathie für den Inhalt zu lesen,
    dann würde ihnen der passende Buchstabe von selbst einfallen.
    Sie wissen doch, wie schnell der Hausherr schreibt…

  117. Gewagte These
    Zitat aus dem Blogbeitrag „Unsere Gesellschaft zerbricht nicht an der alten Religion, sie wird mit der Ideologie der Willkommenskultur und der rassistischen Hetze gegen Einheimische zerbrochen.“

    Wenn man sich die aktuellen Zahlen der Übergriffe auf Asylunterkünfte anschaut, ist das schon eine gewagte These.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/bka-berichtet-von-797-attacken-gegen-fluechtlingsheime-in-2016-14487948.html

    • Titel eingeben
      Das sind 797 zu viel, einverstanden.
      Seltsam ist dennoch, dass nicht eine davon als ‚von Bewohnern‘ klassifiziert ist. Es gab in genug ernst zu nehmenden Medien Berichte darüber, bis hin zu einem Schaden von 10 Millionen in Düsseldorf, weil einer der Bewohner mit dem Essen unzufrieden war.

      Also, ich will nicht einmal behaupten, dass es die Mehrheit ist, wo die Unterkunft von darin Untergekommenen angesteckt oder sonstwie angegriffen wurde.
      Im Gegenteil. Ich möchte nur einmal die wirklichen und ehrlichen Zahlen sehen. Solange von 797 Angriffen 740 von rechts, und der andere ’noch ungeklärt ob von rechts‘ klassifiziert wird, ist das für mich genauso überzeugend, wie früher Wahlergebnisse in bestimmten Staaten 100 Prozent für die Regierung wählten. Weil, wenn ich weiß ich habe Opposition gewählt, können es nicht 100 Prozent gewesen sein.

      Wenn Sie Zeit haben, machen Sie doch mal eine Strichliste. Schauen Sie z.B. bei politikversagen.net auf die Berichte von Übergriffen von Migranten, und anderswo auf die Zahlen von Übergriffen auf Migranten.

      Und dann sagen Sie sich und uns, welche Zahl sich daraus addiert, und wir alle werden übereinstimmen, dass es genau so viele Übergriffe zuviel sind.
      Und wenn wir beide Zahlen kennen, werden Sie auch wahrscheinlich mehr Unterstützung haben, etwas dagegen zu unternehmen. Auf beiden Seiten.

    • Statistik
      @ Uwe Dippel sagt:
      19. Oktober 2016 um 17:52 Uhr

      Meines Erachtens ist es wenig sinnvoll, wenn man sich seine eigene „Privatstatistik“ zusammenbastelt und versucht hier irgendetwas gegeneinander aufzurechnen. Die Erkenntnis, dass Flüchtlinge auch Straftaten begehen, ist – mit Verlaub – trivial.

      Dass bei der genannten Statistik keine Straftaten von Flüchtlingen erfasst werden, liegt in der Natur der Sache. Es werden hier Straftaten mit politischem Hintergrund (740 Delikte) bzw. wo ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann (57 Delikte) aufgeführt.

      Bei meinem Kommentar ging es mir aber darum aufzuzeigen, wie unpassend es auf Hintergrund solcher Zahlen ist, von einer „rassistischen Hetze gegen Einheimische“ zu sprechen. Eine unerträgliche Verharmlosung (welche man leider immer häufiger hört).

    • Ja, Gast, wie sind die Zahlen denn nun wirklich?
      Da, wie aus Brandenburg qua amtl.Anweisung bekannt, unklare Fälle als „rechtsextrem“ gewertet werden, andererseits ca 90% der sogen. rechtsextremen Fälle Propagandavergehen sind und wir im Weiteren eine Masi haben, die irgendeiner Äußerung von irgendjemandem „Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ unterstellt, ohne sich auch nur irgend bemüßigt zu fühlen, das sachlich zu belegen…!

      Da andererseits linksextreme Straftaten, bei denen ein Propaganda-Delikt ausgeschlossen ist…, im Vergleich zu rechtsextremer Gewalt massiv stark und zudem noch angestiegen sind,… Wie sind denn da die Zahlen konkret? Einfach nur unhinterfragt eine BKA-Kolportage der FAZ anzuführen ist doch etwas müßig! Denn wie wir alle wissen, werden Straftaten von Flüchtlingen statistisch kaum erfasst: letztes Beispiel der Ausschluß der Kölner Sexualorgie, der mit 17! Fällen in die Statistik eingeht… .

      Ich habe sogar eine Statistik, die die Gewalt gegen Flüchtlingsunterkünfte sinnvoll aufschlüsselt, vor 4 Wochen gelesen. Leider finde ich die jetzt nicht mehr… Die sagte aber etwas diametral anderes aus als das, was Sie hier suggerieren wollen!

    • ach... patrick
      „… eine sinnvolle Statistik…“

      Lassen sie mich raten… eine sinnvolle Statistik ist eine Statistik, die IHRE Meinung belegt?

    • Statistik 2
      @ Patrick Feldmann sagt:
      20. Oktober 2016 um 17:40 Uhr

      Noch einmal: Die dargestellte BKA-Statistik führt rechtsextreme Straftaten! auf (+ den Straftaten, wo der rechtsextreme Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann). Da gibt es eigentlich wenig Interpretationsspielraum. Die Daten sind zudem noch nach Delikt aufgeschlüsselt. Wie Sie da auf 90% Propagandadelikte kommen, ist mir ein Rätsel. Insgesamt kann man festhalten, dass es zu einer signifikanten Steigerung von Straftaten in diesem Bereich gekommen ist.

      Sie könne ja gerne die Validität dieser Statistik in Frage stellen, nur sollte man diese Kritik dann konkret begründen und belegen können.

      Warum Sie hier zudem linksextreme Straftaten und Kriminalität von Flüchtlingen (was beides ebenfalls zu verurteilen ist) aufführen, erschließt sich mir nicht so recht. Es sei denn, es soll hier irgendetwas aufgerechnet werden.

    • tdv
      Dann würde ich das ja so machen wie Du!
      Du hattest doch in irgendeinem Kommentar zu den letzten blogs von D.A., den ich überflogen habe, jemanden von oben herab belehrt, daß Du nur Deinen eigenen Statistiken Glauben schenken würdest! (als der Besagte eine Statistik anführte, die nicht zu Deiner Meinung passte)

      Im Übrigen nicht ganz blöde, denn eine Statistik transportiert weit mehr als eine Wahrheit…

    • Ja, verständlich....
      Nur… was soll dann der letzte Absatz?

      „Ich habe sogar eine Statistik, die die Gewalt gegen Flüchtlingsunterkünfte sinnvoll aufschlüsselt, vor 4 Wochen gelesen. Leider finde ich die jetzt nicht mehr… Die sagte aber etwas diametral anderes aus als das, was Sie hier suggerieren wollen!“

  118. wg Woelki
    @Patrick Feldmann, 18. Oktober 2016 um 18:57 Uhr

    Dank für Ihren differenzierten Beitrag.

  119. Pingback: LGBT, Destille, Kernkraft, der stille Don und ein Kohlrabe | Provinzialische Nachrichten

  120. OT: Don, was verstehen Sie unter Appl&Ei?
    fühlte mich gerade angesprochen. Der freundliche Türke dürfte grad mit dem neuen Gebrauchten unterwegs sein und Appl ist hier leider äußerst knapp, Ei auch ;-) Wenn auch das von Ihnen avisierte einen sehr guten Eindruck macht…

  121. Willkommenskultur
    „Wie die Geschichte im Großen und Kleinen lehrt, wird jeder Fanatismus, jedes Dogma, jede zwangsartige Einseitigkeit schließlich zu Fall gebracht durch die Elemente, die sie verdrängt, unterdrückt und übersehen hat.“
    Erich Neumann, Psychologe
    Hoffen wir´s!

  122. @ Patrick Feldmann: 'Masi'
    Sagt mir erst mal nichts. Könnte das Analogon ‚Maasi‘ gemeint sein, das sich in jeder Hinsicht auf Stasi reimt?

  123. Pingback: Sonntagsschau (23/10) • Löwenblog

  124. Kommata genau da hin, wo sie hin gehören!
    Werter Don,

    so sehr ich es sonst schätze, dass Sie von Ihren Texten auf andere verweisen, sodass man sich ein größeres Bild machen kann, bin ich diesmal schwer enttäuscht. Stürzte ich mich doch voller Vorfreude auf den „besten Text der letzten Woche“, stutzte, und meine Begeisterung wich wachsender Verärgerung über denselben.
    Als Student der Ingenieurwissenschaften, deren Vertreter sich sowieso nicht durch grammatikalische Korrektheit auszeichnen, noch dazu in einem Land, deren Bewohner des Deutschen nur eingeschränkt mächtig sind, leide ich mit jedem Satz, den ich zu lesen gezwungen bin. Strotzen diese doch vor grammatikalischen und semantischen Fehlern jeglicher Art (insbesondere behördliche Briefen und offizielle, Prüfungen).

    Da mutet es wie der größte Verrat an, wenn nicht nur auf einen Text verwiesen wird, sondern man diesen sogar empfohlen bekommt, der sich aber mit Händen und Füßen (sprich fehlerhafter Kommasetzung) wehrt, gelesen zu werden.

    Dieses Häckchen hinter manchen Wörtern soll helfen, nicht hindern, einen Satz zu verstehen und zu gliedern!

    Bitte ab jetzt nur noch auf größtenteils semantisch korrekte Texte verweisen (kleine Fehler passieren jedem einmal – aber nicht hundertmal!)!

    Ansonsten – weiter so.

  125. Heimat
    Wegen solcher Artikel wie diesem schaue ich immer regelmässig hier rein. Es geht eine große Kraft von positiven Bildern aus. Wir leben in einer verwirrten Zeit und es fehlen an allen Ecken und Enden die positiven und schönen Ansätze. Heimat ist eben per se kein Kitsch, sondern meine Welt, die ich liebevoll betrachte. Der wirklich liebevolle Blick auf die Heimat ist jedoch nicht der weltfremde, sondern der realistische. Wenn man die Menschen nicht realistisch sieht, versteht man sie auch nicht. Mit Menschen, die man nicht versteht, kann man auch nichts anfangen und hat somit auch keinen Bezug mehr..zu dieser Heimat. So bezeichnet man sich dann als Weltbürger…und hat doch den Bezug zu dieser Welt schon längst verloren. Habe den Artikel etwas verspätet gelesen, möchte mich aber dafür sehr bedanken.

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