Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die moralische Ungnade der spätesten Geburt

| 356 Lesermeinungen

Erfindung ist nützlicher als die Wahrheit
Benito Mussolini

Mir geht seit einem Jahr ein Erlebnis durch den Kopf, das ich gern aufgeschrieben hätte, aber so richtig fand sich nie die Gelegenheit. Ich habe in der Eremitage von Bayreuth zwei ältere Herrn kennengelernt, Jahrgang 1926. Das war, wir erinnern uns, keine besonders gute Zeit, und sie sollte noch schlechter werden: Als die beiden 7 Jahre alt waren, übernahm die NSDAP die Macht im Deutschen Reich, und zusammen mit 120 anderen Jungen besuchten sie hier ein Gymnasium.

Daher gab es hier ein jährliches Klassentreffen, und obwohl dort noch Disziplin herrscht und jeder, der kommen kann, auch kommt, waren nur noch 10 in der Lage, dem Ruf zu folgen. Zwei davon also sassen auf einer Bank mit Blick auf die Wasserspiele, wir kamen ins plaudern. Ich erzählte, dass bei meinen Klassentreffen auch nicht mehr als 10 Anmeldungen vorlagen, der Rest schwänze, so haben sich die Zeiten geändert – und einer der beiden sagte dann, naja, es hätten ja auch nur 70 bei ihnen den Krieg überlebt.

Weil man sie nämlich 1944 nach einem Notabitur eingezogen und in die Wehrmacht gesteckt hätte, und damals sind von den 120 Abiturienten 50 gefallen, in Gefangenschaft gestorben oder anders ums Leben gekommen. Das Wasser plätscherte und lief über dicke Brüste der Nymphen herab, die neckisch mit Tritonen spielten, die Sonne schien, und da kam ich doch etwas ins Grübeln. Wer mit 7 Jahren unter die Herrschaft der Nationalsozialisten kam, der hat sie nicht gewählt. Der hatte auch bis zu seinem 18. Lebensjahr, praktisch gesehen, keine Chance, dem System zu entgehen, und wurde ebenso unvermeidlich zum Opfer der Einberufung, als der Krieg längst verloren war.

Neben mir sassen also zwei steinalte Männer, die damals einen Karabiner frisch von der Schulbank weg in die Hand gedrückt bekamen, um auf Amerikaner, Russen und Briten zu schiessen, und die schlechte Chancen hatten, das zu überleben. Also, jedenfalls deutlich schlechtere Chancen als ich im Flugzeug, das mich nach meinem Abitur in der alten BRD nach Kalifornien brachte, um ein Auto zu kaufen und die 8 Zylinder auszufahren. Da sassen wir, das Wasser plätscherte, und ich sagte mir das, was ich mir als Historiker oft sage:

Aus der Geschichte lernen heisst nicht, dass der eine die historische Wahrheit hat und alle anderen daraus lernen müssen. Aus der Geschichte lernen heisst, dass es viele Sichtweisen und Erfahrungen gibt, und das Erste und Wertvollste, was man daraus lernen muss, ist die Einsicht in die eigene begrenzte Beurteilungsfähigkeit. Wenn man das aus der Geschichte gelernt hat, ist man immun gegen das Übelste, das man aus der Geschichte lernen kann: Dem Irrglauben, man sei die Spitze der menschlichen Entwicklung, und könnte sich, um diese heilsgeschichtliche Position zu belegen, auf der eigenen, voreingenommenen Interpretation der Vergangenheit herum trampeln.

Die beiden Männer neben mir wurden später übrigens Lehrer, stiegen auf zum Direktor und Schulrat, und dienten Demokratie und Verfassung mit einer ganz anderen Hingabe als Hakenkreuz und Reichsadler. Das war damals eben so, die Generation, die Deutschland von den Naziherrschaft als Trümmerlandschaft erhielt, war die Generation der Wehrmacht und der Luftwaffenhelferinnen. Keiner von denen hatte 1933 Nazis oder Rechtsreaktionäre gewählt. Die Zeiten waren schlecht, sie haben mit der BRD etwas daraus gemacht, das – ich denke, das ist Konsens – besser war.

Natürlich mit ihrer Sicht der Dinge, und das schloss in weiten Teilen der Gesellschaft eine historisch fragwürdige Sicht der Wehrmacht mit ein. Von Helmut Schmidt, dessen Wehrmachtoffiziersbild gerade abgehängt wurde, gibt es ein Interview über den deutschen Herbst 1977, in dem er sich abfällig über Helmut Kohl äußert, und Franz Josef Strauss lobt: Kohl hatte keine Kriegserfahrung, während Strauss und Schmidt als Offiziere damals gewusst hätten, was nun zu tun sei, und die nötige Härte mitbrachten. Ob das Interview nun, da Baader und Meinhof langsam zu Popikonen gemacht werden, vielleicht auch in die Giftkammer des Staatsfunks kommen mag?

Es war ein weiter und harter Weg, die Verbrechen der Wehrmacht aufzuarbeiten und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern, nachdem man sich auch in den Parteien, die sich jetzt als Sieger der Debatte geben, jahrzehntelang genau davor gedrückt hat. Hitlers Generäle sind längst unter Erzielung hoher Pensionen tot, wir arbeiten uns an Wehrmachtsdevotionalien und den letzten Überlebenden ab. Es war lange Zeit eine hässliche Debatte, heute sind es kinderleichte Siege, und zu gern wüsste man, ob und wenn ja wer in Frau von der Leyens Familienalbum nun ebenfalls der Damnatio Memoriae zum Opfer gefallen ist.

Es ist jedenfalls immer ein Alarmzeichen, wenn ein Kampf gewonnen ist, und nun schlagartig alle bei den Siegern sein wollen: Das, was die Franzosen 1944/45 als Resistance de la derniere minute kennenlernen mussten, hat frappierende Ähnlichkeit mit dem dem neuen deutschen Antifaschismus, grad so, als wären CDU und CSU seit jeher führende Protagonisten der Aufklärungsarbeit gewesen, und hätten nie Vertreter auf den Begräbnissen von Wehrmachtsgrössen gehabt. Aus Relativierung wurde Abgrenzung, nur der wichtige Teil der eigenen Hinterfragung, der erscheint mir bei all den Internet- und Medienantifaschisten etwas schwach ausgeprägt.

Dabei erzählt die Geschichte leider sehr oft, dass nicht alles, was das absolut Böse bekämpfte, absolut gut sein muss, und Italiens Duce Mussolini zeigte mit seinem Schlingerkurs in Bezug auf Hitler mit Militäraufmärschen am Brenner und Alpenbefestigung gegen Deutschland, wie man das machen kann, ohne selbst jemals erfreulich gewesen zu sein. Immerhin, die strengen deutschen – und damit sehr identitär deutschen, weil der wahre, überzeugte Deutsche, der macht keine halben Sachen und lässt sich nicht von kleinlichen Bedenken aufhalten, wenn es um die Bekämpfung des Falschen geht – die strengen deutschen Kriterien ziehen hier südlich der Alpen noch nicht ganz. Mussolini, der nach erfolglosen Versuchen als sozialistischer Journalist zum faschistischer Diktator wurde, hatte nicht wie Hitler nur 6, sondern 18 Jahre relativer Ruhe im eigenen Land Zeit, die Orte mit einem immensen Bauprogramm mitunter futuristisch, meist aber neoklassizistisch zu prägen.

Und wer hier meint, wegen faschistischer Architektur die Augenbraue heben zu müssen, hat wahrhaft viel zu tun. Italien ist voll davon, das Regime hatte operettenhafte Züge und liebte es, die eigenen Ansprüche in Beton, Marmor und Ziegelstein abzubilden. Mitunter hat man Inschriften und Liktorenbündel entfernt. Der Rest steht da noch immer wie zu des Duces Zeiten, und Brescia, wo ich vorgestern war, hat davon einen ganzen Aufmarschplatz in der Stadt. Auf dem dröhnen die Motoren wie in den Träumen Marinettis.

Denn die Mille Miglia ist wieder in der Stadt, 1000 römische Meilen rasen alte Automobile durch Italien. Das Ereignis feiert 90. Geburtstag, und was könnte man da nicht alles zur eigenen moralischen Versicherung aufarbeiten. Den Todeskult durch Maschinen, den Futuristen feierten, der krankhafte Glaube an die technisierte Zukunft, die Neuinszenierung eines brandgefährlichen Rennens mit hohem Blutzoll als Bühne für den faschistischen Neuen Menschen. Mussolini schickte seinen eigenen Fahrer an den Start, auf Siegerbildern posieren dreckverschmierte Männer neben Schwarzhemden, und der Sieg galt als Frage der nationalen Ehre.

Weshalb auch die Deutschen noch in der Weimarer Republik mit Mercedes und dann, hocherfolgreich mit BMW dank ausgefeilter Aerodynamik, im III. Reich um Siege kämpften, wie dann auch nach 1948 erneut erfolgreich seitens der BRD mit Mercedes – und alle sind sie wieder in Brescia am Start. Natürlich ist das Kapitel vor dem 2. Weltkrieg geprägt von Idealen der damals Neuen Zeit, und heute sitzen die Menschen in einer vom Faschismus errichteten Loggia und schauen zu, wie sich Alfas und Fiats jener Tage mit laut brüllenden Motoren ein Duell liefern.

Die unangenehme Botschaft ist natürlich, dass unter Faschismus wie unter Demokratie, ohne Rücksicht auf die damit früher transportierten Ideale, die Menschen sich hinreissen lassen, mit Fahnen zu winken und – zumindest früher – ihre Favoriten lobten, das eine Land richtig und das andere falsch fanden, dafür auch dopten und betrogen, und was man eben so tut, wenn man am Ende als Gewinner verewigt werden will. Man hat inzwischen gelernt, das nationale Prestige anders auszudrücken, aber für wahrhaft kritische Geister bliebe viel, was hier zu bemängeln wäre. Auch jetzt, nachdem die Kanzlerin souverän von Oben nach Unten das eigentlich parteipolitisch gewünschte Ziel der Elektroautofizierung der Nation aufgegeben und der nationalen Industrie die Erlaubnis erteilt hat, noch lange weiter Verbrennungsmotoren zu bauen.

Denn natürlich ist das hier laut und dreckig, und auf den Strassen liegt Sand, sonst würden die Autos in den Kurven auf den öligen Ausscheidungen ihrer Vorgänger wegrutschen. Es ist ein unmodernes und archaisches Vergnügen: 1927 hielt man das noch für die Zukunft, heute würde man vermutlich eher 3km-Lastenradrennen in Berlin zur nächsten Kita organisieren, um die Fähigkeit zu demonstrieren, den Alltag nachhaltig zu meistern, mit veganem Siegerbankett und energetisch gereinigtem Sodawasser im Holzpokal. Was hier gefeiert wird, ist eine Fortbewegung, die absehbar in wenigen Jahrzehnten als verabscheuungswürdige Diktatur in unseren Städten gelten wird.

Man wird sich dann beweisen müssen, dass man besser ist, oder noch besser, das Optimum.. Und man wird Studien erwähnen, nach denen Zigtausende damals, in unserer Zeit, durch mehr Autoabgase ums Leben kamen. So schlimm war das, was manche damals sogar noch in Brescia feierten: Der reinste Massenmord. Ich kann allerdings nicht garantieren, dass ich dann brav auf einer Bank sitze und bedächtig dazu nicke, mit Blick auf ein trocken gelegtes Wasserspiel, weil wir das Süsswasser dann nicht verschwenden, sondern lieber nach Äthiopien spenden..

Vielleicht mache ich auch keck und dreist den Mund auf und erwähne – vorsichtig natürlich, man weiss dann schliesslich, wie das mit der Ermächtigung von Heiko Maas und seinem Zensurgesetz ausgegangen ist – dass es kein Zeichen besonderer Sicherheit ist, wenn man das Leben der Vorgänger schlecht redet, um sich selbst zu erhöhen. Wer das braucht, mit dessen Selbstsicherheit kann es nicht wirklich weit her sein. Kann es gar sein, dass ein paar Defizite des Optimums mit so einer Abgrenzung überdeckt werden sollen?

Auch Mussolini hat sich schließlich, wenn etwas in seinem perfekten Staat schief ging, über die althergebrachten Unarten seiner Landsleute und historisch bedingte Inkompetenz der Eliten beklagt. Man sieht also, für eine schlechte Tradition muss man noch nicht mal in der Wehrmacht gewesen sein. Und die Tradition des ungehemmten Hedonismus, die man damals, 2017 noch lebte, war gar nicht so schlecht wie ihr dann weit verbreiteter Ruf.

(Wie üblich bei der Mille Miglia und auf Wunsch der Leser sind hier alle motorpornographischen Bilder 1000 Pixel breit, ohne Rücksicht auf Datenvolumen)

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356 Lesermeinungen

  1. Eine Freude
    Sehr schöner Artikel mit geschichtlichem Hintergrund und dem einen oder anderen feinen Seitenhieb. Für mich das Highlight sind die wunderschönen Fahrzeuge (eines schöner als das andere) und die mehr als gelungenen Fotos – Respekt.
    Eine Freude, das mach Lust in die Garage zu stapfen und eigenen Sechsender anzuwerfen. Und das werde ich auch machen …
    Auf ein schönen Wochenende,
    TomS

  2. Motorporn ....
    …. sehr schön – vielen Dank Don!

  3. wieder einmal:
    sehr schön!

  4. Herzlichen Dank und ein schönes WE!
    Sie fahren wieder, köstliche Bilder. Einmalige Idee, das Ganze über die Vehikel mit schlechteren Zeiten zu verbinden.
    Hintersinnig der Text, muss ich später noch einmal lesen. Danke für die Bilder, die das WE einläuten, herrlich. Sehr schön das Bild mit dem Café und den weißen Schirmen dahinter. Kleine Korrektur:
    dernière minute

    Und diese Betrachtung eine Perle:
    „Aus der Geschichte lernen heisst nicht, dass der eine die historische Wahrheit hat und alle anderen daraus lernen müssen. Aus der Geschichte lernen heisst, dass es viele Sichtweisen und Erfahrungen gibt, und das Erste und Wertvollste, was man daraus lernen muss, ist die Einsicht in die eigene begrenzte Beurteilungsfähigkeit.“

    • Danke, korrigiert. Ich habe lang überlegt, wie ich die Bayreuther Geschichte unterbringe, und jetzt habe ich den Anlass serviert bekommen.

  5. Ausgeruhter Text
    Danke.

  6. Danke für den Versuch einer Überzeugungsarbeit, nie überzeugt zu sein
    Es scheint eine menschliche Schwäche zu sein, eigene Überzeugungen nicht mehr zu hinterfragen. Dazu gehört dann wohl auch, Anderen nicht mehr zuzuhören… Schade, aber Ihr Versuch ehrt Sie und wir sollten mit gutem Beispiel weiter denken.

    • Mir fällt das bei den Rücxktritten der letzten Jahre auf: Das ist völlig unmodern geworden. Amri, Franco, Verbrechensanstieg, Gina Lisa, Netzpolitik – ein Mega-Skandal nach dem anderen, Altmaier und Maas zucken nicht mal.

    • Einen gab es doch!
      Dass Oppermann zu Kristall-Hartmann sagte, er solle mal mit Edathy (alle SPD) über dessen Kreditkartenabrechnung sprechen, führte letztlich zum Rücktritt von Friedrich (CSU), nicht wahr?

      Das war sehr lehrreich damals.

    • Wo der Skandal bei Franco A. wirklich liegen könnte, Don,
      kann man bei Nicolaus Fest nachlesen: da deutet sich ein Geheimdiensteln an, das sich gewaschen hat: „Auffälligkeiten um Franco A.“

      Grund für einen Rücktritt böte aber das vermeintlich aus dem Fall Franco A. folgende Gehacksel der Ministerin mehr als genug. Auch Grund für eine (nicht sehr schöne) Charakterstudie einer Protagonistin des deutschen Beamtenstaates.

    • @ 白左 : Sigmar Gabriel nicht vergessen:
      Friedrich hatte die Information, daß gegen Edathy ermittelt werde, nur an Gabriel, damals SPD-Generalsekretär, weitergegeben; um zu verhindern, daß E. einen wichtigen Posten in der damals neu zu bildenden Groko-Regierung bekommt.
      Für Friedrich habe ich Verständnis: was wäre gewesen, hätte man Edathy zum Minister gemacht und hinterher, wenn er aufgeflogen wäre, wäre rausgekommen, daß Friedrich damals schon alles gewußt hat?

      Daß Gabriel die Klappe nicht halten konnte und die Sache rumerzählt hat, das war das eigentliche Problem.

    • Wir näher uns Russischen Verhältnissen an
      Mir fällt das bei den Rücxktritten der letzten Jahre auf: Das ist völlig unmodern geworden. Amri, Franco, Verbrechensanstieg, Gina Lisa, Netzpolitik – ein Mega-Skandal nach dem anderen, Altmaier und Maas zucken nicht mal.

  7. Der Sieg des Antifaschismus steht unmittelbar bevor
    Heiko Maas und der militärische Arm der Antifaschistischen Aktion marschieren getrennt und schlagen vereint.

    Das Bild zeigt sehr schön, wer alles noch schnell auf Seiten der Sieger gewesen sein möchte, bevor alles entschieden ist.

    https://postimg.org/image/5laiyfz3z/

  8. Mille Miglia
    Ganz nett zu lesen, durchaus. Wenn diese Aussagen jedoch alles sind, was der Autor aus der Geschichte gelernt haben will, dann bekommt man einen Eindruck davon, wie unterschiedlich und oft schmerzhaft limitiert vermeintliche Erkenntnisse aus der Geschichte sind.

    • Geschichte ist erst einmal nur da und das wichtigste ist, sie möglichst umfassend in ihren Quellen zu begreifen. Daher lesen sich echte Geschichtsbücher auch todlangweilig, weil alles immer mehr zerfasert und in Relativität aufgelöst wird. Das ist völlig in Ordnung. Wer ernsthaft glaubt, Menschen würden durch Erkenntnis der Geschichte besser, wird depressiv. Eine endgültige Beurteilung werden Sie von mir hier eher nicht lesen. Das wäre vermessen.

    • Titel eingeben
      Ich schätze ihren Skeptizismus natürlich. Und aus geschichtlichen Quellen schliessen zu wollen, was dann und dort tatsächlich geschah, führt immer Ideologischen Darstellungen. Und falls man mal zufällig richtig liegt, so ist es unmöglich dies zu wissen.
      Trotzdem… gibt es Fakten…

      Sie sagen am Anfang ganz ernsthaft, dass sich ein Vollidiot, der bereit ist zur Wehrmacht eines primitiv keifenden Schreihalses zu gehen, und dann Leute erschiesst die ihm nichts getan haben, und sich dafür im Gegenzug von den anderen töten oder zum Krüppel schiessen lässt, als besser zur Führung eines Landes qualifiziert erwiesen hat, also einer der sich dem verweigert hat? Echt?

      Und „wir“ arbeiten uns übrigens keineswegs „an Wehrmachtsdevotionalien und den letzten Überlebenden ab“, sondern wir können, wenn wir bereit sind sowas wahrnehmen zu wollen sehen, dass die Grenze zwischen Nazi und Soldat vielleicht doch nicht so eindeutig aussieht, wie wir uns damals um der guten Sache eines Franz Josef Strauss Willen, immer eingeredet haben?

      Anderer Fakt? Ob sie nun brav auf einer Bank sitzen und bedächtig dazu nicken, ändert nichts an der ja tatsächlich existierenden Studie, die ergeben hat, dass die Diesel-Abgas-Betrügerei allein von VW 13.000 extra Tote nach sich gezogen hat!
      Von welcher anderen Seite wollen sie das denn, um der Objektivität Willen, noch betrachten?

      Aber eines würde ich denn doch gern wissen. Der auto-freie Teil dieses Textes steht ja in direktem Zusammenhang zu der vorangegangenen Debatte zur Leitkultur, auch wenn statt dieses Begriffs immer nur von Tradition und zu viel von Nazis und Faschisten die Rede ist…
      Ist das Absicht?

    • Sie werden keine Antwort kriegen, das Anraunzen reicht mir langsam.

    • Titel eingeben
      Ach, ein konkreter Verweis auf die ominöse „13.000-Extratote-durch-VW-Studie“ würde mich dann doch mal interessieren. Inklusive Messmethodik, Forscherteam und Auftraggeber.
      Ich bin da nämlich seit einiger Zeit ein wenig skeptisch bezüglich der Intentionen…

      Denn statistisch gesehen ist ja unser Dorfteich auch nur 40 Zentimeter tief. Und trotzdem ist die Kuh ersoffen.

    • @ TDV
      Ihre deplazierten Gehässigkeiten halten inzwischen nicht mehr Schritt mit der Dreistigkeit, mit der sie vorgebracht werden.

      Wie z. B. belegen Sie den zweiten Abschnitt Ihrer Kritik?
      Dons Beitrag liefert keinen Hinweis, es sei denn bei wahlweise bösartiger oder legasthenischer Leseart.

      Dritter Abschnitt: mit der Gleichung jeder Wehrmachtsoldat ein Nazi bewerben Sie sich zwar als Hollywood-Drehbuchschreiber für B-Movies, fallen aber als ernst zu nehmender Historiker außer Betracht.

      „VW 13.000 extra Tote“: Quellen? Berechnungsgrundlagen?

      Im letzten Abschnitt verlaufen Sie sich in einer Weise, die bloß noch Mitleid hervorrufen müsste. Tut sie aber nicht, weil Sie die Kategorien Leitkultur, Tradition, Nazis, Faschisten bewusst vermengen.
      Da haben Sie mit dem Land, in dem Sie sich angeblich aufhalten, bestimmt die richtige Wahl getroffen, wird dort doch in diesen Dingen – traditionell – eher unscharf unterschieden.

    • Titel eingeben
      so siehts aus

    • @tdv
      Sehr geehrter TDV, daß die Grenzen zwischen Wehrmachtssoldat und Nazi, nicht immer genau gezogen werden können, wissen wir hier im Forum, nehme ich an, alle. Aber, daß Sie so gutgläubig sind einer Studie glauben zu schenken, die von angeblichen 13000 EXTRAtoten spricht wegen VW Abgas, das tut fast wirklich weh. An welchen Kriterien soll denn das wissenschaftlich festgemacht werden?
      Meiner Meinung ist die Studie nicht mal die Bäume wert, die für das Papier sterben mußten.
      Aber heutzutage geht eben alles, eine Studie sagt mehr als tausend Worte.

    • Nachtrag
      Wenn Sie VW für etwas verantwortlich machen können, dann dafür, daß der Golf I und II nicht viel sicherer waren wie der Käfer!!Das hat vermutlich mehr Menschen REAL das Leben gekostet als Abgasmanipulation in einer Studie, die mit irgendwelchen Hochrechnungen operiert.

    • Ach, TDV,
      es wurden doch auch 16jährige, wie mein Mann damals, ins Wehrertüchtigungslager eingezogen, ohne ablehnen zu können. Und ja, es stimmt: da gab es einen schreienden Schleifer, der die Jungs bei 20^ minus nachts durch die Gebirgsbäche jagte, bis die Klamotten ihnen am Leib froren.Zwei haben das nicht überlebt ohne jeden Schuss.Andere, wie mein Mann, wurden schwer krank. Bekamen Gelenkrheuma z.B. und mussten wochenlang gefüttert werden, weil es ihnen unmöglich war, eine Gabel oder einen Löffel an den Mund zu führen.

      40 Jahre später musste auf Grund dessen, so der Kardiologe, eine Herzklappe implantiert werden. Mein Mann gehörte mit zu den Ersten im dt. Herzzentrum in der Lothstraße und wurde noch, mit seinem Einverständnis, in den Vorlesungssaal geschoben…

      Der „Ausbilder“ ist in meinen Augen schuldig, mein Mann und seine Mitleidenden nicht. Und so setzt sich das fort.M.M.nach kommt es auch immer, wenn sich sowas verselbständigt, zunächst auf den Einzelnen an, wie er sich benimmt. Der Mensch wird auch ohne Befehl und Not zum Monster.Wie würde sich jemand, der Mitmenschen bei deren Arbeitgeber in Friedenszeiten verpetzt, wohl in anderen Situationen verhalten?

      Wenn ich Sie an anderer Stelle richtig interpretiere,zweifeln Sie den Tathergang vom 9/11 an. Warum nun nehmen Sie die 13000 „Extratoten“ für bare Münze? Wie will man das denn exakt ermitteln? Warum wird nie, oder seltens, erwähnt, was die Kreuzfahrtschiffe für Dreckschleudern sind. Kommt der ganze Plastikmüll wirklich über die Flüsse in die Ozeane?Von dem Schweröl ganz zu schweigen.Fiugzeuge haben bei Starts und Landungen auch Reifenabrieb, also Feinstaub, der sich über eine Stadt legt.

    • 13 000 Mann, auf des toten Mannes Kiste...
      Die sogenannte „Studie“, die zu den 13 000 Toten kommt, ist eine SCHÄTZUNG, wieviele Tote angeblich durch die ÜBERSCHREITUNG DER GRENZWERTE der Dieselfahrzeuge verursacht werden. Als „Überschreitung der Grenzwerte“ wurde dabei die Differenz zwischen den für den Labortest gültigen Grenzwerte und den tatsächlich im Fahrversuch gemessenen Konzentrationen von Feinstaub und NOx genommen.
      Der Fehler liegt im vorherigen Satz. Grenzwerte für Labormessungen gelten nur für Labormessungen und nicht für Fahrversuche. Für diese gibt es keine Grenzwerte, weil der Schadstoffausstoss beim Fahren von vielen Faktoren, wie Fahrstil, Temperatur, Motortemperatur, sogar vom Reifendruck abhängt und Fahrzeuge sich deshalb nicht vergleichen liessen. Deshalb sind „Grenzwerte“ nur für ganz standardisierte Laborbedingungen angegeben und gelten auch nur für diese Bedingungen. Die mit Fahrbedingungen zu vergleichen, ist Augenwischerei und könnte von der Deutschen Umwelthilfe stammen.
      Die zulässige Aussage dieser Berechnungen wäre: wenn alle Dieselfahrer nur auf dem Motorenprüfstand fahren würden und nicht auf der Strasse, würde es geschätzte 13 000 Menschen pro Jahr weniger geben, die den Hustentod sterben. Bei diesen Fahrten, bei denen man sich keinen Meter fortbewegt, dürfte man aus Langeweile aber nicht rauchen, denn verglichen mit den Menschen, die am Raucherhusten sterben, sind diese Zahlen nicht sehr hoch.

    • 13.000 von wievielen eigentlich?
      Jeder Tote ist einer zuviel, ganz klar. Ich will mich auch lieber nicht an der Diesel-Grundsatzdiskussion beteiligen.

      Aber ich lese nur immer 13.000, und nirgends wurde die Grundgesamtheit genannt: 13.000 in Deutschland (80 Millionen), oder weltweit (7+ Milliarden), die VWs wurden ja weltweit verkauft.

      Weiß hier zufällig jemand, auf welche Menge sich diese Studie bezieht? Herzlichen Dank im Voraus!

    • Missverständnis
      TDV ging es doch gar nicht darum, sämtliche Wehrmachtssoldaten zu gewissenlosen Mördern zu erklären, er wollte nur Helmut Schmidt und FJS davor bewahren, zu antifaschistischen Widerstandskämpfern verklärt zu werden. Dabei hätte er ganz beruhigt sein können, UvdL würde das ohnedies nie zulassen.

    • Und: Auf Wiedersehen....
      Thomas Marx

      Da sie der einzige zu sein scheinen der hier überhaupt mitdenkt, eine Antwort für sie.
      Der Unterschied in den Werten des sie beschrieben ist natürlich richtig. Bei der Studie ging es, aber um den Unterschied zwischen der Zahl der tatsächlichen Toten du der Zahl der Toten die es gäbe wenn man die geforderten Abgaswerte eingehalten hätte. Was man zwar schriftlich versichert hat, aber mittels Betrügerei umgangen hat.

      W126

      Die Studie bezog sich auf die, wegen der Betrügereien weltweit mehr Verstorbenen. Also tatsächlich Gestorbene verglichen mit der Zahl derer die gestorben wären, wenn die von den Autofirmen angebenen Werte in der Realität tatsächlich genau so niedrig gewesen wären.

      Und
      Don Alphonso sagt: 20. Mai 2017 um 22:56 Uhr
      Sie werden keine Antwort kriegen, das Anraunzen reicht mir langsam.

      Danke das wollte ich nur bestätigt. Denn mit tatsächlichem Widerspruch haben sie es nichts so… Das Klein-Gedruckte in ihrem Vertrag würde ich nur allzu gerne mal lesen.

    • Im Kleingestuckten der FAZ steht, dass Sie sich einen Nick suchen müssen. Theoretisch müsste ich hier nach der gängigen Regelung solche Leute wie sie rauswerfen, ohne Sie auch nur ein einziges Mal freizuschalten, und das dürfen Sie auch gern als Warnung betrachten. Sie kommen hier nicht durch, weil Sie ein Recht dazu haben, sondern weil ich gnädiger als jeder andere hier bin, und die Software unausgereift ist. Wir könnten hier auch umschalten auf verbindliche, verfizierte Emailangabe.

    • @Don
      Im Kleingestuckten ;) Die Herkunft kann kaum einer verbergen.

    • TDV-Bashing ist billig
      weil so naheliegend. Muß man seine Beiträge als „Anraunzen“ bezeichnen, wenn man sie dafür hält? Oder wendet man sich nicht besser in guter alter Don-Manier den geladenen Gästen zu? Fragt sich ein Ungeladener.
      Aber zur Sache:

      “ dass die Grenze zwischen Nazi und Soldat vielleicht doch nicht so eindeutig aussieht, wie wir uns damals um der guten Sache eines Franz Josef Strauss Willen, immer eingeredet haben?“

      Fragt wer? Genau: der Wehrmachtsaussteller und die Resistance im TGV.

      Soweit die Keller-Memme, deren Vater mit seinem Nikotin-Dreck nicht nur ein Vielfaches an Toten verglichen mit Winterkorn auf dem Gewissen hat, sondern der darüberhinaus auch Jahr für Jahr den pösen Nazis eine „Zigarettenspende für die Wehrmacht“ lieferte, vielleicht trotz der Freundschaft zu Barlach (Abgreifen von Werken) als Kryptonazi in ihre Ausstellung aufnehmen würde, hätten sie (Jan-Ph.) und TDV jdf. damit recht, dass ihre Väter Nazis waren und zumindest der erstgenannte vom Nazitum seines Drecksvaters recht einträglich lebt.

      http://www.n-tv.de/wirtschaft/Reemtsma-wird-100-Jahre-alt-article791941.html

    • Es ghet nur darum, dass ich zu einer Antwort aufgefordert werde, die ich nicht leiste. Ansonsten höre ich mir auch Beleidigungen an und schalte sie frei. Nur dreilagig extraweich debattieren tue ich dann nicht mehr. Darum ging es.

    • Sehr geehrter Don Alphonso,

      ich möchte Sie bitten, Ihr Kommentarsystem nicht auf verifizierte Accounts umzustellen.

      Die jüngsten StPO-Änderungen des Bundestages zur Quellentelekommunikationsüberwachung schließen ja den 130 mit ein, und wenn ich von der Stasi käme, würde ich nach der Wahl versuchen, dem gesamten Kommentatorstamm den Staatstrojaner aufspielen zu lassen.

      Die Hoffnung, dass ein Browser mich schützen könnte, während ich mich in den Kommentaren selber doxxe, ist gewiss illusorisch, aber sie gibt mir ein bisschen Mut und das Gefühl, etwas tun zu können, während ich mir unterdrückt und bekämpft vorkomme.

      Und angesichts der Flut von Verfahren, die aufgenommen werden werden, reicht es ja vielleicht erstmal doch.

      Ich würde hier aus demselben Grund nicht mehr kommentieren, aus dem ich auch Ihrem sehr lesenswerten Twitteraccount nicht folge:
      Aus Vorsicht.

      Oder Angst.

    • Neues zur Quellen-TKÜ
      @白左

      Ah, danke für den Hinweis.

      Das war mir zunächst etwas kryptisch, erst eine Nachfrage brachte Aufklärung und die Erkenntnis, dass hier am Ort wohl ein Teil der Juristenwelt in heller Aufregung ist, zumal nach dem heutigen Artikel von Ulf Buermeyer auf Legal Tribune Online/LTO.
      „Bewusste Provokation des BVerfG“ – je, aber wenn man ehrlich ist, war das eh schon zum Sport geworden… Problematisch wird nur die schwindende Hoffnung.

      Es geht zur Sache dieser Tage. Klause oder Reise, das wäre zu entscheiden.

    • Bye, bye...
      Der Gast weiter oben war ich, und es lag nicht an mir, es ist auch nicht das erste Mal, dass die Software das Ganze unter Gast einstellt.

      Was das „Geraunze“ angeht so handelt es sich ausschliesslich um recherchierbare Meldungen, von denen nicht eine Quelle zweifelhaft ist, die sie aber lieber nicht zur Kenntnis nehmen…

      Aber sie können beruhigt sein, ich werde sie nicht länger belästigen. Die Änderung der Gesellschaft durch die merkelsche Flüchtlingspolitik hat auch Don Alphonso eingeholt, er fühlt sich jetzt mehr der Stammtisch- und BILD Fraktion zugehörig, da diese ja wenn auch unabsichtlich nun mal seine Interessen veretritt
      Bitte, warum nicht… ich habe vollstes Verständnis dafür, dass sie ausser einer drohenden Änderung von Vermögens- oder Erbschaftssteuer, Politik eigentlich nicht interessiert.
      Fein, aber ich hab hier nichts mehr verloren….

    • Mein Google ist anders.
      Bei mir kommen ‚geschätzte‘ 60 Tote. Ausser in der Prantlhausener, da sind es 1200.
      Und 13000 Tote kommen bei mir für ‚Hinrichtungen in Syrien‘.

      ‚Recherchierbar‘, naja, recherchierbar ist gewaltig viel im Internet.
      Ich spare mir (und uns) Beispiele.

      Alles Gute dann, TDV, Sie haben die Kommentare durchaus aufgelockert!


    • Ah, die hypothetischen Toten…. da gibts noch viele mehr, wenn man eine hypothetische Geschichte annehmen wollte.
      Meine Güte, früher hat man mit Holz und Kohle Kaffee gekocht.
      Und von den Schornsteinfegerjungs haben nur die Hälfte das Erwachsenenalter erreicht.
      Und aufs Klo ging man auf den Hof.
      Das ist heute alles schöner.
      So wirklich gefährliche Jobs gibts heut kaum noch.

  9. Titel eingeben
    Dass man Verbrennungsmotoren in 70 Jahren als ähnlich verabscheuungswürdig wie heute den Faschismus beurteilen wird, halte ich dann doch für eine ziemlich steile These.
    Ebenso wie die These, dass die Verbrechen der Wehrmacht im Bewusstsein der Gesellschaft verankert wären. Auf die Idee mag man kommen, wenn man eher studentisch-links sozialisiert wurde, aber hier auf dem Land kann man sich noch immer ständig diesen Sermon von der ach so ritterlichen Wehrmacht anhören. Würde mich nicht wundern, wenn das hier im Kommentarbereich ähnlich ablaufen würde.
    Was halten Sie eigentlich von dem Vorschlag der Linkspartei, die Kasernen nach Wehrmachts-Deserteuren zu benennen? Wäre das genug Demut vor der Geschichte?

    • Meine Erfahrung ist, dass sich mit der Wehrmachtsausstellung prinzipiell die Einstellung geändert hat, und vieles, was bis dahin verborgen war, auf den Tisch kam. Genauso wie bei der Zwangsarbeiterfrage. Es mag schichtabhängig sein, aber in meiner Schule konnten Lehrer noch erzählen, wie sie an der Ostfront Partisanen aufgehängt haben. Das wäre heute undenkbar.

    • Vorschlag
      Zu Ehren des offiziellen Deutschen Geschichtsnarrativs würde ich die Kasernen „Pinocchio“ und Münchhausen“ Kasernen nennen. Das hätte wenigstens noch Stil.

    • es liegt ganz einfach daran,
      dass die alten Nazis tot sind.

      Da kann dann auch ein von Beruf Sohn wie Reemtsma tun, was er nicht lassen kann. Sein Vater und dessen Brüder profitierten erheblich vom NS-Regime, zu dem sie sich früh und grosszügig bekannt haben. Die Drecksarbeit für jene machten andere, die einer wie ein Reemtsma heute ganz elegant verachtet.
      .
      Immerhin ist die Linkspartei schon einen Schritt weiter, früher wollte man die Bundewehr abschaffen und Soldaten waren Mörder (nur die von der NVA nicht, das waren Helden, und was für welche).
      .
      So eine Zwerenz-Kaserne hat schon was für sich und gewisse Werke dieses Herrn lassen sich dann auch für dei Uffz-Weiterbildung einsetzen.

    • Titel eingeben
      Oh nein, wir (Deutschen) sind nicht alle wehrmachtsgeil:
      https://jeeves.blogger.de/stories/2641894/

    • Exekution von Partisanen
      [Inhalt gelöscht und nur freigeschaltet, um das ganz deutlich zu sagen: Wer hier mitreden will, soll sich einen (und nicht viele)] Nick suchen. Wer hier gleich mal mit Beleidigungen kommt, ist gleich wieder draussen. Und es ist hier hilfreich, sich mit dem Thema zu beschäftigen, bevor man Genozid in Abrede dtellt und den Autor disst. Don]

    • Titel eingeben
      „…in meiner Schule konnten Lehrer noch erzählen, wie sie an der Ostfront Partisanen aufgehängt haben. Das wäre heute undenkbar.“

      Das ist schade, liegt aber nicht nur an der biologischen Uhr: Auch die Nazis von heute sind sehr stolz darauf, Jugendliche wie Hasen abgeknallt zu haben, bloß weil die in Berlin die Seite einer falschen Straße wechseln wollten. Mir hat vor einigen Jahren mal eins von diesen Monstren gesagt, „die wußten doch ganz genau, was dann passiert“.

      Wie gesagt, der Grund, daß dies Schülern heute nicht mehr zur eigenen Beurteilung unterbreitet wird, liegt nicht darin, daß dieses Pack ausstirbt, sondern darin, daß es feiger und gerissener geworden ist.
      Eine damals völkerrechtlich zulässige Repressalie ist nun einmal etwas anderes als das Terrorregime einer Gysisippe. Da mag sich der Gymnasiast mit Gemeinschaftskunde-Leistungskurs und all den niedlichen Begleiterscheinungen wie Atomkraft-Nein-Danke als Rebellion gegen den Herrn Papa heute auch noch so echauffieren.

      Euer Kurt Schumacher und euer Herbert Frahm haben die PDS stets als das bezeichnet,was sie sind: „Rote Nazis“.

      Es wäre wünschenswert,wenn ihr so ehrlich wärt wie die Lehrer des Don und euren Schülern sagtet,daß ihr es für richtig haltet, Familien auseinander zu reißen, zu foltern und zu morden.

      Stattdessen werbt ihr für rot-rot-kotzgrün und tut so als wüßtet ihr nicht, warum wir Demokraten euch Sozis so abgrundtief verachten.

  10. Widerstandshelden allerorten ...
    Wieder einmal ein erfreulicher Text in einer Zeit, in der man eigentlich schon gar nicht mehr lesen möchte, was sogenannte „Qualitätsmedien“ an nichtrecherchierten, vorurteilsbeladenen Äusserungen so von sich geben. Zum Glück meist online, so dass wenigstens kaum Bäume dafür ihr Leben lassen müssen (obwohl: Das Internet frisst mittlerweile einen nennenswerten Teil der erzeugten Energie … ).

    Am reizendsten erscheint mir: Dass genau derjenige Teil des Feuilletons, der sich linksgrün geriert und am lautesten nach rechtsradikalen Spuren sucht und allüberall den Anfängen wehren will – genau diese Menschen verhalten sich so über alle Maasen (Absicht) konformistisch, dass sie mir wie die Wiedergänger der sich ab 1933 selbst gleichgeschalteten Pressemeute vorkommen.
    Selbst denken kommt kaum noch vor, lieber wird mit den Wölfen geheult. Danke, dass die FAZ sich den Luxus eines Don Alphonso erlaubt.

    • Das erstauinliche ist, dass es gar keine Gegner geben muss, um sie zu haben, man kann sie sich auch imaginieren. Nazis machen einen Teil kleiner als 1% der Bevölkerung aus, aber einen Grossteil der titularen Netzbeschimpfungen.

    • Genau betrachtet, Thomas Becker,
      sind es nicht Bäume, die ihr Leben lassen müssen.
      Viel schlimmer sind die verschmutzten Elektronen, die bei der Nachrichtenübermittlung schwer ins Trudeln kommen, und sich danach in der Detox-Abteilung melden müssen, um zukünftig ihre Bahnen wieder unvorbelastet ziehen zu können.

      Die Residuen der Entideologisierung werden dann einer Endlösung zugeführt, wobei die Lager schon ziemlich voll sein sollen.
      Derzeit sind die verschmutzten Elektronen von einer roten Schale umgeben, die zu entfärben ist; und enthalten einen effektiv braunen Kern.
      Für die Wiederaufbereitungsanlagen hatte das vermehrte Auftreten solcher Elektronen zunächst grosse Probleme bereitet, weil bis vor kurzem solche Elementarteilchen mit einem braunen Kern auch eine braune Schale hatten, also atomistisch insgesamt in die braune Ecke geworfen werden konnten.
      Neuerlich sind alle roten Atome zunächst aufzuspalten, um festzustellen, ob nicht doch ein roter Kern in einer roten Schale sitzt. Das scheint aber immer seltener zu werden, und dann müssen die Elementarkräfte getrennt werden, bevor beide in ihren jeweiligen Ecken entsorgt werden können.

      Noch schwerer dürfte es in Zukunft werden, wenn immer mehr Elektronen in den verschiedensten Farben von sogenannten Manipulatorteilchen lateral mit einer stinkend-bräunlichen Farbe angespritzt werden. Dadurch werden die Diskriminatorenelemente überladen, und falsche Elektronen der Entsorgung zugeführt.

    • Zu wenige echte Nazis, um das Mütchen des Mobs zu kühlen...
      … daher werden alle politische Gegner so erbittert bekämpft, als ob sie Nazis wären.

      Zum Beispiel wurden bei einem Restaurant wegen einer bevorstehenden Sarrazin-Lesung die Scheiben eingeworfen

      http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/vandalismus-in-duesseldorf-wegen-sarrazin-lesung-aid-1.6752386

      Oder man bedenke, mit welch offener Freude der Tod von Udo Ulfkotte hier in Deutschland gefeiert wurde und auch der Tod von Roger Ailes gerade in den USA gefeiert wird.

      Ein weiteres Beispiel, Vertreter der demokratischen Partei im Bundestaat Maine lachen sich über hohe Selbstmordraten unter weißen Männern halb tot:

      http://dailycaller.com/2017/04/14/maine-democrats-laugh-about-rising-suicide-rates-among-white-males-video/

      Das zeigt, dass radikale Linke nicht nur hier bei uns, sondern auch in den USA teilweise regelrecht verroht sind. Kein gutes Zeichen für die Zukunft.

    • Nein, und man muss das schon auch ab und zu aufschreiben.

    • Um hier an Tulln und andere "Vorfälle" anzuknüpfen
      Glaube ich inzwischen, dass zumindest ein Teil der Antifa und Antideutschen Straftaten gegen die einheimische Bevölkerung nicht nur in Kauf nimmt, sondern sie sich auch ausdrücklich erhofft.

      Hier noch ein sehr guter Text zur Haltung vieler Linker zu den Ereignissen auf der Kölner Domplatte, im Conne Island und White Rabbit in Freiburg:

      http://redaktion-bahamas.org/artikel/2017/75-wo-sind-all-die-maedchen-hin/

    • Frauen haben den Mund zu halten. Oder haben Sie eine Feministin etwas zu Tulln sagen gehört?

    • Sinn für Minderheiten
      Maas und Gesinnungsgenossen haben halt einen Sinn für Minderheiten: Gegen die Nazi-Welt unter 1 Prozent; für die 20 Prozent der 2 Prozent Homosexuellen (= 0,4 Prozent der Bevölkerung), die heiraten wollen. Dafür braucht es natürlich eines medial zelebrierten Gesetzes(vorschlags). Ob man damit Wahlen (außer fürs Studentenparlament) gewinnen kann?

    • Ich bin da ein wenig gespalten, wenn einer, der seine eigene Ehe versemmelt, dann so moralisch wird.

    • Nazis werden gebraucht
      @DonAlphonso. Was geht es den Hexen- oder Geisterjäger an, ob es Hexen oder Geister wirklich gibt. Er will schliesslich seinen Reibach mit der Bekämpfung machen.

    • Es gibt fraglos Rechtsextremisten und manche sind brandgefährlich. Das Problem ist die Aufweitung auf alles, was nicht Ja zu linken Kadern wie Kahane sagt.

    • Feministische Funkstile zuTulln und natürlich dem Eppelhaus in Tübingen
      https://mobile.twitter.com/p_humm/status/865541389580255232

      Philipp Hummel hat dazu getweetet.

    • Nach Antifaverständnis machen das Deutsche mindestens genauso. Anders lernen sie es mE nicht.

  11. Startnummer 370
    Für mich sind ja normalerweise Autos nur Mittel zum Zweck der Fortbewegung. (bin Astrafahrer, hehe)

    Aber die rot-beige Startnummer 370 hat es mir angetan.
    Was für ein wunderschönes, zeitloses und elegantes Design…WOW.

    Wissen Sie zufällig den Hersteller und die Baureihenbezeichnung?

  12. Meine Kaserne hieß Robert-Uhrig. Und das war auch gut so.
    Es ist eben ein Unterschied, ob man solche und andere Gebäude nach Antifaschisten oder nach Faschisten und Nazis benennt. Beides hat Folgen.

    Muss man die 1000 Jahre überhaupt schlechtreden? Haben die sich nicht auch schon damals tagtäglich selbst disqualifiziert? Und, egal, ob gezwungen oder freiwillig in Uniform oder in sonstigen entsprechenden Funktionen, sollte es nicht auch heute noch doch ein wenig mehr Scham darüber geben, bei dieser Scheiße mitgemacht zu haben?

    Es gehört gewiss zum Elend deutscher Geschichte, dass in Westdeutschland 45 flächendeckend „Demokraten“ aus den Bunkern stiegen und im Osten „Antifaschisten“. Aber das ist wohl für Deutschland typisch. Man wünscht nach jeder Wende, nicht an den Verbrechen beteiligt und nicht bei den Mitläufern gewesen zu sein. Aber nun gibts eben mal die Fotos und den Film. Und das ist eben manchmal ärgerlich.

    Mal sehen, wann eines Tages das Autofahren als umweltkriminelles Tun, das es zweifellos und nachweislich ist, gelten wird. Wetten, dass dann die Zahl der Monatskartenbesitzer und Fahrradfahrer rasant steigen wird? Und natürlich wird auch die feinsinnige Rechtfertigungslyrik über früheres Tun ungeahnte Höhen erklimmen. Das sind alles sehr erwartbare Kontinuitäten. Wenig erfreulich natürlich.

    • Darum finde ich es falsch, Schmidt abzuhängen. Es drückt nun einmal die ganze Widersprüchlichkeit des Landes aus und Abhängen trägt nichts zur Erkenntnis bei. Echte Nazis halten sich doch gar nicht mit der Wehrmacht auf, die haben ganz andere „Ideale“.

    • Titel eingeben
      Da bin ich schon: habe seit 1999 bewusst kein Auto mehr!
      .
      Manchmal schau ich auf einen Stau und sehe dann diese vielen (häßlichen) ausgelagerten kleinen Wohnzimmer auf ihren 4 Rädern stehen, in jedem (meist) nur eine Person…
      .
      Die alten Autos sind natürlich schön (mein letztes war auch ein schon fast historischer Mercedes 280 Coupe von 1970; dass der was besonderes war, merkte ich erst, als ich öfter mittels Lichthupe von anderen schönen alten Autos gegrüßt wurde)

    • Gesinnung als flutschiges Karrierezäpfchen
      Mich verblüfft heute besonders das Halali auf den Diesel – wenn diese verbrauchsarme, von hoher aktiver Sicherheit (Drehmoment satt zum Überholen) wirklich diesen Blutzoll an totgehusteten Staatsbürgern nach sich zieht – warum hat man ihn nicht schon vor Jahren verboten?

      Jedes totgefahrene Kleinkind ist ein Menetekel gegen die Motorisierung.

      Da die Widersprüchlichkeit unserer ganzen Existenz — siehe Flüchtlingskrise, Schulden, Targetsalden, Altersarmut, Hartz 4, — nicht mehr zu leugnen ist, tobt man sich auf Nebenkriegsschauplätzen aus in Schaufensterkosmetik, die viel eindeutiger sein möchte, als das Leben wirklich war.

      Wer würde heute noch jeden Gedanken, den er als Schüler mal gehegt hatte, wieder so denken wollen.

      Geschichte ist Dialektik aus Sythesen zu den Antithesen, die sich für einen zu den unreflektierten Prämissen ergeben haben, in die man hineingeworfen wurde.

      Eine immobile, Grundeinkommen-alimentierte Gesellschaft, permanent online, beschäftigt mit Flappy Bird-Spielchen und Fussballmeisterschaften und Katzenbildchen, die von einer Elite verwaltet wird, die über Social Media die Masse an ihrem Leben als Follower teilhaben lässt.

      Indem man Scham und Sünde stark polarisiert, tötet man alle physische Erotik – auf der einen Seite ultraverklemmte Puritaner, auf der anderen mit Piercing-Tacker und Tätowier-Tinte schmerzlos gemachte Hardcore-P0rn0-Fans.

      Wir verlernen die Fähigkeit, Nähe zu erleben, weil wir in viel zu steife Persönlichkeitsprofile gepresst werden, die sich in live Begegnungen sofort in Frage gestellt sehen.

      Darum diese ganze Pseudokommunikation via Mäusekino.

      Too many friends, too many people — heisst es schön in einem Lied von Placebo…

    • Nun, natürlich könnte man alle Autototen abschaffen, wenn man das auto verbietet.

      Msn musste dann mal ausrechnen, wie viele Leute eher Herzinfarkt durch das Laufen bekommen, und wie viel mehr Essen wir anbauen müssen, um die Ernährung zu garantieren. Und alles mit Sense und Ochsengespann!

    • Schmidts Bilder sind ganz gewiss dabei nicht das Problem, das eilfertige Abhängen derselben aber
      ganz gewiss. Ein überdeutliches Zeichen dafür, dass selbst die hochoffiziellen Regierungsstellen wenig verstanden haben. Was hat die westdeutsche Traditionspflege oder -duldung denn wirklich gebracht? Und was die ostdeutsche Variante?

      Hier in Berlin wurde ja in den 50ern ganz plötzlich Josef Wissarionowitsch entsorgt. Über Nacht waren dann die Straßenschilder verschwunden. Das Denkmal sowieso. Das übriggebliebene Ohr lässt sich wohl noch im Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee besichtigen.

      Ich als Ossi kann über die Parallelen nur noch lachen. Obwohl es in Wirklichkeit natürlich zum Weinen ist.

      Hat z.B. Heinrich Böll „Frauen vor Flusslandschaft“ ohne Grund geschrieben?
      Wievielen Wessis werden diese Parallelen wohl bewusst sein?

      Ist man der Spielverderber, wenn man mal fragt, wie die 300 000 oder 3,8 Millionen für solche Fahrzeuge „zusammengespart“ wurden? Hat tatsächlich die Oma nur schneller gestrickt? Doch wohl kaum.

      Aber mir wird für alle Zeiten das Surren eines Fahrradfreilaufes, die Eleganz eines Rades besser gefallen. Vielleicht sollte man sich mal Gedanken über die Demokratie des Fahrradfahrens machen?

    • abhaengen
      und die Parole ausgeben, die Bundeswehr ist ihre eigene Tradition, weiter ist da nix – bei der EDV heisst das quick and dirty.
      .
      Schon frech für einen Verein wie die CDU. Das hätte keiner sonst so glatt und sauber durchgezogen und durchgezogen bekommen.

  13. Wir Flakhelferkinder
    hatten bessere Startbedingungen als die etwas älteren .Aufgewachsen in der Sonne der 70er wäre keiner von uns auf die Idee gekommen, seinen Eltern irgendwelche historischen Vorwürfe zu machen.

    • Das hängt wohl ganz vom persönlichen Umfeld ab, die 68er hatten ja eine eigene Vorwurfskultur gegen alles, was nicht linientreu war.

  14. Titel eingeben
    ein sehr liebenswürdiger Text, er gefällt mir gut! Gerade solchen Menschen wurde später oft Unrecht getan.

    Es ist sehr leicht, im Nachhinein zu wissen, wie andere damals hätten Widerstand leisten müssen.

    Dass man in manche Verhältnisse einfach hineinrutschen kann, können sich viele nicht vorstellen.

    In Brescia war ich vor ein paar Jahren (allerdings ohne Oldtimer). Mir hat es dort besser gefallen als an manchem Ort am Gardasee. Vielen Dank für die Erinnerung!

    • Gern geschehen. Man muss das immer wieder betonen: Es gibt keine Kollektivschuld und keine Kollektivunschuld, es gibt nur individuelles Verhalten im Kontext der Möglichkeiten. Wer das übersieht, lernt nichts. Und ich halte nichts davon, aus der Scham eine Art moralische Überlegenheit zu machen.

    • Titel eingeben
      Erich Kästner dachte anno ’45 kurz nach Kriegsende auch darüber nach und schrieb dann in sein Tagebuch:
      „Die Schuld würde ich ablehnen. Aber die Schulden würde ich anerkennen.“

    • @
      Sehe ich auch so wie Sie, die Sache mit der heute gelebten moralischen Überlegenheit vornehmlich aus dem Grün-Linken Bereich.
      Wobei mir immer wieder völlig unverständlich ist, warum dieser Personenkreis nicht hinterfragt, warum doch viele Personen damals mit marschiert sind und sich dann teilweise an schlimmen Verbechen beteiligt haben. Nämlich die Euphorie, die von den Herrschenden ausgelöst wurde.

      Dabei wird dann ausgeblendet, dass in dieser Zeit für diese Menschen eine ganz andere Erziehung und damit auch anderes Weltbild aufgebaut wurde.
      Durch die anfänglichen Erfolge im Krieg fand das dann ja auch noch seine Bestätigung.

      Für mich ein interessantes Detail: von den Männer der Jahrgänge 1919 und 1920 sind vierig Prozent im Krieg geblieben.

    • Wer damals in der Wehrmacht war, blieb bis zum Ende dabei. Die Amerikaner hatten dagegen ein Rotationsprinzip.

  15. Im vorangegangenen Weltkrieg hatte Italien es geschafft, eine Stufe auf dem damaligen
    Siegerpodest zu erklimmen – intern das wirkt sich möglicherweise bis heute und sogar noch weiterhin aus…

    • Nein, der Blick auf die Söhne von 1899 – der letzte eingezogene Jahrgang – war nach 1945 schon recht krietisch und wurde seitdem auch nicht besser. Bis dahin ist Risorgimento eine Geschichte des Heldentums, aber danach ist es eine peinliche und schmerzhafte Erinnerung.

    • Aber im Süden scheinen noch andere Vorstellungen zu herrschen, ich hatte im Cilent
      einige (örtlich) einflussreiche Leute kennen gelernt. Zwei davon verwiesen (unabhängig voneinander) mich auf Werner Daum, Berlin; sie meinten wohl:

      http://www.risorgimento.info/einfuehrung.htm

    • An dieser Stelle hilft die kleine Schrift P.Sloterdijks, Mein Frankreich, weiter
      Frau Amgelin! Er denkt dort über die typischen Reaktionen von Siegern und Verlierern nach. Extrem typisch ist die deutsche Verliererpaktion: Metanoia. Sieger wählen die Affirmation. Heikel wird es, wenn Länder, die verloren haben wie Italien sich auf die Siegerseite schleichen und die Affirmation wählen. Dies erst, so S. ermöglichte in Italien Mussolini und dies erst macht die bis heute dort vivide Verehrung dieses Mannes möglich.
      Aber kein Grund uns zu erheben über jene! Wir sehen, welche Pannen das Metanoia-Projekt bereithält für jene, die sich an ihm besaufen!
      Wer glaubt, er könne den reinen Menschen hier schaffen oder die gute Geschichte, all die Diesseits-Eschatologen, züchtet immer unter dem Herzen die ganz besonders hässlichen Varianten. Tendenzen dazu werden gerade wieder sichtbar.

  16. Muss sein
    Ihrem Vorbehalt gegen links zur Konkurrenz zum Trotz bringe ich diesen, weil der brillant in den Zusammenhang passt und viele interessieren wird (Über das Ferdinand Porsche-Museum in Liberec, Tschechei, damals Böhmen):

    Das letzte Foto in seinem Geburtshaus zeigt einen greisen Ferdinand Porsche am Steuer eines Porsche 356 – des Wagens, mit dem die Geschichte der Sportwagenmarke erst anfing, der er seinen Namen gab. Die Ausstellung wird dazu beitragen, dass der böhmische Ingenieur als die widersprüchliche Figur in Erinnerung bleibt, die er war. Ein genialer Erfinder und ein cleverer Unternehmer, ein rücksichtsloser Technokrat und ein erbärmlicher Opportunist.
    https://www.welt.de/motor/article164745354/Ein-genialer-Erfinder-und-ruecksichtsloser-Technokrat.html

    Motto passt:
    Erfindung ist nützlicher als die Wahrheit
    Benito Mussolini

  17. Vergangenheit und Zukunft
    Schöne Bilder und danke, dass Sie gegen das NetzDG* anschreiben. Ich gebe jedoch zu bedenken, dass der Idealismus der Jugend stets die Abwertung der Vergangenheit benötigt. Woher sollte er sonst die Legitimation zum (schlechten) Handeln ableiten?

    Wir waren damals nicht anders. Und sind heute alte Säcke, um die Erfahrung über die menschliche Natur aus vielen vergeblichen Kämpfen reicher.

    (*allein der Name klingt schon nach Fackelzügen und blankpolierten Stiefeln auf Kopfsteinpflaster)

    • Maas und Kahane sind aber nicht mehr jung und waren es meines erachtens auch nie. Apparatschiks sind unter jedem System immer gleich furchtbar.

    • Erschreckend, nicht wahr?!
      Ich bin auch der Meinung: Diese rückgratlosen Gestalten würden sich mit jedem System prima arrangieren und darin Karriere machen. Deshalb ist es ihnen auch einerlei, ob sie den Grundfesten der Demokratie – in diesem Falle der Meinungsfreiheit – schweren Schaden zufügen. Es ist für sie einfach nicht von Belang; sie verstehen wahrscheinlich nicht mal das Konzept dahinter. Empathiefähigkeit = null. Freunde kennen sie auch nicht, nur Mitläufer/Ja-sager oder Gegner. Und dieser eigentlich armselige – und deshalb bedauernswerte – Menschenschlag konnte sich bei uns überall einnisten. Politik, Medien, Wirtschaft … Bis in die höchsten Führungsebenen. Bitter!

  18. Wehrmacht und Bundeswehr
    Der erste Generalinspekteur der Bundeswehr, Adolf Heusinger wurde im zweiten Weltkrieg einmal verwundet, als er am 20. Juli neben Hitler am Kartentisch stand. Andere, deren Namen nicht mehr für Kasernen verwendet werden dürfen, hatten einfach keine Gelegenheit sich demokratisch zu bewähren. Für viele war eben die nächste Stufe des Ritterkreuzes das Birkenkreuz. Alles Gratismut der Selbstverteidigungsministerin.

    • Ich habe offen gesagt für die Leitungsebene der Wehrmacht exakt Null Verständnis, denn die wussten, was sie taten und waren voll dabei. Aber jemand wie Schmidt? Nein. Echt nicht.

    • Leitungswasser der Wehrmacht
      @Don Alphonso Verständnis wollte ich auch nicht zum Ausdruck bringen, nur die Absurdität der Aussage, dass die Bundeswehr ja eigene Traditionen habe und daher keinen Bezug zur Wehrmacht mehr haben dürfe.
      Die Ehrenformation tritt übrigens immer noch mit dem K98 an

    • Schmidt? Nein. Echt nicht.
      SPON, 30.11.2014
      Vorgesetzte von Helmut Schmidt haben diesem während des Zweiten Weltkriegs bescheinigt, Anhänger des Nationalsozialismus zu sein.
      In drei Personalbeurteilungen des Luftwaffenoffiziers aus den Jahren 1942 bis 1944 finden sich Formulierungen wie „Nationalsozialistische Haltung tadelfrei“ oder „Steht auf dem Boden der nat.soz. Weltanschauung und versteht es, dieses Gedankengut weiterzugeben“.

    • @ Peter Bernhardt
      Könnte es sein, dass über Frau Merkel in ihren Personalakten zu Zeiten
      der DDR ähnlich Wohlwollendes zu finden ist?

    • Zu Schmidts Beurteilungen: Papier ist geduldig
      Was Schmidts Vorgesetzte da aufschrieben, ist wahrscheinlich genauso relevant, wie das, was mein Chef im letzten Mitarbeitergespräch hingeschrieben hat. Ich bin meinem Chef ein treuer Diener, wir verstehen uns gut, und daher erfülle ich auch offiziell alle Vorgaben, bei denen es in Realität hapert.

      Das kann damals nicht anders gewesen sein. Die anderen haben sich nach dem Krieg ja auch Persilscheine ausgestellt.

    • @Peter Bernhard 19.17
      Werter Herr Bernhard,
      lesen Sie doch mal heutige Arbeits- oder Zwischenzeugnisse. Eine andere Beurteilung hätte das Ende der Karriere bedeutet und der Nachwuchs war ja auch damals nicht üppig.
      MfG
      Haas

  19. Titel eingeben
    Sehen Sie, ich bin ja nun wahrlich kein Freund der Sozialdemokratie, ganz im Gegenteil, aber den Herrn Schmidt, den mochte ich halt irgendwie leiden, nicht alles an ihm und von ihm, aber nun … er war mir auf eine leicht schräge Art sympathisch, und sei es nur wegen seiner großartigen Raucherei. Und der Herr Schmidt wäre nicht er selbst gewesen in seiner Biographie ohne seine Zeit bei der Wehrmacht in jungen Jahren, denn solche Zeiten prägen nun mal einen Menschen. Und dabei herausgekommen ist ein Herr, dessen Partei und Politik meinethalben so gar nicht meine Sache waren und sind, dessen Ehre ich aber nicht beschnitten sehen will, und sei meine Kritik an vielem, was er tat und sagte auch noch so groß.

    Was in diesem Land seit Jahren an unfaßbaren medialpolitischen Peinlichkeiten ohne absehbares Ende daherplärrt ist ein Skandal, eine Schande und eine einzige Ruchlosigkeit. Der aktuelle Hühnerhaufen in Berlin setzt dem ganzen nur noch die Krone auf. Und mit jedem Jahr historischer Entfernung zu den Greueln der Nationalsozialisten ist wird der Widerstand gegen das braune Gesindel halt größer und hochtrabender, das ist bekannt. Man kann nur froh sein, daß es keine mumifizierte Leich‘ vom Führer gibt, sonst würden sie die noch hervorholen und madenzerfressen vor ein großes Bundestribunal setzen und sich ganz toll und heroisch dabei vorkommen, wie weiland andere in der Geschichte solches schon veranstaltet haben.

    Ich bin gespannt wie lange es dauert bis diese Bekloppten in Berlin anfangen, das Eiserne Kreuz als Hoheitszeichen der Bundeswehr in Frage zu stellen, graphisch daran herumgepfuscht wird ja schon seit geraumer Zeit, ähnlich wie am Bundesadler – das historisch stets schwarze Kreuz des Deutschen Ordens auf weißem Grund ist inzwischen mausgrau und brackblau, und der Adler ist bekanntlich jetzt eine fette graue Henne.

  20. Mein Vater
    war Jahrgang 1923. Er kann Ihnen nicht mehr danken. Ich danke Ihnen stellvertretend.

  21. 90jährige Männer
    Lieber Don Alfonso,
    warum nur liest man so selten, was Sie so schreiben, wie ich es als meine Erkenntnis in jeder Diakussion – seit einigen Jahren oft in Osteuropa und Russland – vorbringe: erkenne die Vielschichtigkeit und Begrenztheit der eigenen (historischen / gesellschaftspolitischen) Persoektive(n).

    Erst diese Reife erlaubt verantwortliche Entscheidungen.

    Wie Sie schreiben, macht mich ergriffen, an einem Samstag mittags im Trubel der sonnigen Altstadt.

    Dafür, was Sie schreiben und dass Sie es schreiben, das Gefühl beschreibe ich nun nicht mit Worten.

    Nur dies: es gibt nur sehr wenige Menschen, mit denen ich im Alter von 90 Jahren liebend gerne auf einer Bank sitzen möchte.

    Denn es gibt nur Wenige, wegen derer ich überhaupt 90 Jahre alt werden möchte.

    Heiko Maas gehört zu denjenigen, die mich befürchten lassen, dass privatwirtschaftlich-staatlich korrumpiert-vernetzte Institutionen meine Kinder und deren Kinder so unlimitiert und vollatändig profilen werden, dass sie entweder in Armut ausserhalb der technologisierten Welt, oder unfrei darin leben werden.

    Oder sich mit Gewalt werden wehren müssen…

    Man stelle sich die Verbindung von CIA, mexikanischen Drogenkartellen und Google vor.

    Eine Perspektive, in die Maas Gesetz passt.

  22. Die offene Geschichte und ihre Feinde
    Im Kalten Krieg waren Geschichtsverständnis und Gegenwartsinterpretation ein und dasselbe: Gestern der halbe Weltuntergang, morgen der ganze, beides selbstverschuldet. Das war in seiner Konsequenz nicht so falsch, wie es heute mancher hinstellt, der diese Sicht relativiert, um ihr selbst entwachsen zu können.

    Dennoch ist genau diese Distanzierung geboten, um nicht in einen Glauben zu verfallen. Wenn Geschichte das eigene Schicksal bestimmt, legt man leicht irgendeinen Sinn hinein, der über die eigene Situation hinausdeutet. Als sich die Zeiten schließlich änderten, mochten nicht alle ohne ihre Unheilslehre auskommen.

    Jede Geschichtsdeutung macht blind, und sei es nur für eine andere Art von Blindheit: Als Jugoslawien auseinanderbrach, habe ich – und viele meiner Generation – schlichtweg nicht nachvollziehen können, was dort passierte. Worum es im Kuwait-Krieg ging, lag auf der Hand. Aber auf dem Balkan verstand ich weder Motive, noch Kriegsführung. Welcher Logik folgte dieser Krieg? („Ja, haben Sie denn keinen Schliefenplan?“) Ich habe Jahre gebraucht, um dies halbwegs zu verstehen. Die Klassenkameraden der beiden alten Herren waren in dem Alter längst tot.

    • Mir fällt das immer bei den einfachen deutschen Vorstellungen zum Nahodtkriegsprozess auf. Die wissen genau, wie simpel das alles doch sein könnte, nur die Israelis sind zu dumm. Detailwissen braucht man auch nicht.

    • Gleichzeitig Ungleichzeitiges
      Ja, ich hatte eben beim Schreiben auch an den Libanon gedacht. Der liegt direkt daneben, war jahrzehntelang im Krieg, aber letztlich konnte und wollte niemand begreifen, weshalb.

      Ihr Vertipper liest sich übrigens auf den ersten Blick wie „Nahtod-Kriegsprozess“. Beobachter mit Nahtod-Erfahrung verstehen die Dinge vermutlich schneller und besser.

    • Jugoslawien
      Ich kann das nachvollziehen, habe den Konflikt damals auch nicht verstanden. Aber warum? Neulich fischte ich eine Artikel- und Kommentarsammlung von Peter Scholl-Latour aus der Büchervitrine: Der Fluch des neuen Jahrtausends. Darin wurde u. a. auch dieser Konflikt anschaulich dargestellt und in einen (geschichtlichen) Kontext gesetzt. Und auch die Auswirkung dieser „Neugestaltung des Balkan“ nach US-Vorgaben wurde treffend, wie wir nach gut 17 Jahren feststellen dürfen, vorausgesagt: Diese zerstückelte Region besteht aus fragmentierten Mini-Staaten, die einfach nicht überlebensfähig sind.

      Ich kann mich nicht entsinnen, dass genau das damals in den Medien so dargestellt wurde. Ich kann mich allerdings noch erinnern, dass ARD-Reporter Friedhelm Brebeck sich in einem Interview dahingehend äußerte, dass seine Redaktion stets Meldungen von den einschlägigen Nachrichtenagenturen bevorzugten. Was dort nicht erwähnt wurde, fand einfach nicht statt – auch wenn er, Brebeck, vor Ort ein völlig anderes Bild der Situation erlangte. Seine Darstellung (aus erster Hand) interessierte in der ARD keine S…

    • Simplifizierung
      Zitat:
      „Die wissen genau, wie simpel das alles doch sein könnte, nur die Israelis sind zu dumm. Detailwissen braucht man auch nicht.“

      Ich denke es hat sich leider ein „hollywoodsches“ Weltbild bei unseren Entscheidungsträgern festgesetzt und nicht nur dort, sondern auch in anderen Teilen der Gesellschaft.
      Dass heisst es gibt für sie immer eine simple Lösung:

      Man muss nur immer den jeweiligen Oberbösewicht, die böse Alienkönigin, Saddam, Gaddafi, oder die Frauke Petry „ausschalten“, schon bricht alles zusammen und es wird gut.

      Mmh, vielleicht hat ja Hollywood wirklich eine Mitschuld, durch die immer gleichen, simplifizierten Handlungen.
      Warum sollte das auf Dauer nicht auf die Gesellschaften abfärben?

  23. Ein redundantes Lob:
    Wie immer, Don Alphonso, sind Sie erfrischend und erleuchtend zu lesen; Ihre unaufgeregte und solide historische Bildung, die Sie stets in überraschende, aber relevante Zusammenhänge mit Ihren Themen bringen, erregt in mir eine seltsame Mischung von Bewunderung und Neid.

    Ich bin gewiss kein Speichellecker, wie Sie sich eventuell noch erinnern können — damals, als wir unter der Krinoline einer Prinzessin auf der Erbse namens Lanu allerlei launiges Insiderwissen über den Dotcom-Hype und den „Neuen Markt“ austauschten und dessen Niedergang mit jahrelangem Vorsprung fundiert prophezeiten.

    Mittlerweile sind Sie zu einem Essayisten gediehen, der in der deutschsprachigen Medienwelt keine Konkurrenz findet. Und die gute alte FAZ weiß, was sie an Ihnen hat. Herzliche Grüße!

    • Nein, ich weiss, und ich bin dankbar für all die Jahre, anderen Freude bereiten zu dürfen.

  24. Titel eingeben
    „das Erste und Wertvollste, was man daraus lernen muss, ist die Einsicht in die eigene begrenzte Beurteilungsfähigkeit“ Wie wahr Don. Dieser und der letzte Artikel gehören für mich zu den wichtigsten Artikeln des Jahres in FAZ, NZZ, Tichy..

    Lesetip zum Thema: Astrid Lindgren Tagebücher 33-45 “ Die Menschheit hat den Verstand verloren“
    aus dem gefährdeten, nenachbarten und noch sicheren Schweden, zwischen dem rusisch bekriegten Findland und den deutsch besetzten Norwegen und Dänemark schreibt die großartige Autorin live aus der Zeit.
    Und Winston Churchill.

  25. Titel eingeben
    Schöner Artikel über die Hybris, die Historie nur mit den eigenen, heutigen Kriterien zu messen und diese auch noch für unübertrefflich zu halten. Das ist normalerweise das Vorrecht der Jugend, aber jetzt scheint es unsere ganze Gesellschaft zu erfassen. Vielleicht auch deshalb, weil, so scheint es mir jedenfalls, die Menschen immer länger unreif bleiben: früher galt die Jugend als Zeitraum zwischen 14 und 18, heute gilt man mit unter 30 ja noch als „jugendlich“. — Aber vielleicht bin ich auch einfach nur so alt geworden, dass es mir jetzt besonders auffällt.

  26. Leopard
    Da sollte doch Frau von der Leyen darauf schauen, dass der deutsche große Kampfpanzer umbenannt wird, denn der Name steht in unseliger Tradition mit Panther und Tiger. Aber vielleicht ist das auch beabsichtigt um den Verkauf bei den Arabern zu fördern … Der Leopard, angeblich so tolles Gerät, ist ja zuletzt im Irak abgeschmiert, wie schon die Vorgänger im WK ll, und der tatsächlich beste ist wieder einmal der T 15 Armata der Russen, so ist das mit der longue duree…

    • @Alex Schwarcz, Oberländer: ...... dass der deutsche große Kampfpanzer umbenannt wird
      und auch „Volkswagen“, denn der Name steht in unseliger Tradition mit der Diktatur der Nationalsozialisten und dem böhmischen Ingenieur Porsche. Entnazifizierungsvorschläge bitte an das Wahrheitsministerium Berlin, Normannenstrasse

    • Opel, einer der wichtigsten Lieferanten für LKWs der Wehrmacht, hat auch eine amüsante Geschichte unter Hitler.

    • Titel eingeben
      So ein Schmarrn…und wenn, verwechseln Sie Syrien/Türkei mir Irak, aber Hauptsache mal geblöckt

    • Abgeschmiert ist die türkische Armee nach den Säuberungsaktionen Erdogans.
      Selbst der beste Panzer muss von Infanterie begleitet und gegen den Einsatz von panzerbrechender Waffen durch gegnerische Infanterie geschützt werden, besondersim urbanen Raum. Das nennt sich Gefecht der verbundenen Waffen.

      Die türkische Armee hat die Fähigkeit dazu in letzter Zeit verloren und die Leopard 2A4 ohne Infanterie entsandt.

      Und es ist der T-14 Armata, nicht der T-15, vielen Dank.

    • @Alex
      Wissen Sie, es gibt zwei Völker auf dieser Erde die mich immer wieder beeindrucken, das erste sind die Italiener, die es verstehen, meisterhaft, z.B. nicht italienisches Olivenöl als original italienisches zu verkaufen, bzw. aus einem Tresterbrand! einen teuren Grappa zu machen, und die zweiten sind die Russen, die aus einer Kopie die bessere Neuentwicklung machen. Funktioniert offensichtlich.

    • Man muss halt wissen, welches Öl man kauft.

    • uebrigens
      hat sich auch Mr. Ford sehr gut mit dem Führer verstanden.

    • Namensvorschlag "Maulwurf"
      Der ist unterirdisch und passt zum Niveau der Truppe.

  27. Die moralische Ugnade der spätesten Geburt
    …und die ewigen Zuspätkommer.

    Dazu zähle ich Frau von der Leyen. Sie ist Jahrgang 1958 und
    musste nach eigener Aussage darum kämpfen ein Studium zu
    beginnen, das für ihre Brüder selbstverständlich war.

    In Deutschland im Jahre 1977!

    Wenn Frau Merkel in ihrer West CDU von ähnlichen Biografien
    umgeben ist, wundert mich nichts.

    Sie muss die alte BRD für ein Entwicklungsland halten.
    Da haben die Ideologen von Rot bis Grün leichtes Spiel.

    • Es gibt viele, die sich noch entsinnen, wie schön alles vor dem 1. Juli 1977 war.
      Und insgeheim hoffen, dass unsere Neuzugänge dank ihrer schieren Menge dabei helfen können, einige der vermaledeiten damaligen Reformen, nö, not for men, but against men, hinwegzufegen.

    • Liebe Frauke Amgelin
      Ja, am 1.7.1977 hat der Gesetzgeber noch auf stattgefundene gesellschaftliche Veränderungen reagiert, oder reagieren müssen.

      Heute ist das nicht mehr so. Der Gesetzgeber reagiert auf
      Erkenntnisse, die Wissenschaftler an Universitäten erarbeiten,
      und sonstige Studien, welcher Art auch immer.

      Das nennt sich Wissensgesellschaft.

      Damit hatte man es in der alten BRD noch nicht so.

  28. .....
    Ich habe ja dankenswerterweise das Glück eine Grossvater zu haben der Jahrgang 1923 ist und nach wie vor recht munter.
    Die Debatte der Nachkriegszeit war aus meiner Sicht ehrlicher, denn die über die gesprochen wurde konnten sich tatsächlich wehren, während man heute seine moralische Überlegenheit durch völlig gefahrloses Gerede darstellen kann. Im Endeffekt spuckt man auf die Gräber von Toten und freut sich über den eigenen Mut.
    Dazu kommt das man mit zunehmender Distanz zum Geschehen die Leute nicht mehr versteht, gerade wenn man Offiziere verurteilt. Vernichtungskriege waren damals zwar nicht hoch angesehen aber doch durchaus häufiger anzutreffen (siehe Herero und Nama, siehe Äthiopien-Krieg, siehe russischer Bürgerkrieg) und die Argumentation bei den Nürnbergerprozessen ist moralisch richtig, rechtlich hatte das ganze ziemlich wacklige Beine in vielen Bereichen.
    Die Leute die damals unter Umständen auch Mitwisser waren, waren in einem ganz anderen Ethos aufgewachsen und hatten ein ganz anderes Mindset, oftmals auch ganz andere Lebensumstände. Wenn es für den Vater von 5 Kindern, bei dem die Familie hungert, plötzlich Arbeit gibt fragt der nicht zweimal nach ob das Regime sich auch ans Menschenrecht hält. Und ein Soldat der weiss was passiert wenn der Russe kommt zieht auch in den Krieg egal was er von diesem hält.
    Ein Teil meiner Familie kommt aus Ostpreußen, die wussten genau was sie erwartet wenn der Krieg verloren geht, die wollten den Krieg nie aber wenn er mal angefangen ist, gehts nur mehr darum wie er ausgeht, für Land, Volk und Familie. Diktaturen haben es ja so ansich das sie nicht nachfragen ob man jetzt Krieg will oder nicht, die Entscheidungsgewalt wird zentralisiert und das Leiden sozialisiert.

    Will man gerecht handeln wäre es nötig einfach anzuerkennen das man die Lage der Betreffenden nicht mehr wirklich versteht und sich daher auch eines Urteils enthält anstatt nun auch Harald Schmidt im Giftschrank zu versorgen nur weil er halt dabei war.

    • Wenn die Russen kommen ! Waren es nicht die Deutschen, die nach Russland kamen ?
      Und der Mann, von dem die Rede war, hiess übrigens Helmut.

    • D´accord, Hans Gruber,
      und ich beneide Sie um den Umstand, noch einen Zeitzeugen in der Familie zu haben, der Ihnen eine Gesamtschau auf die damalige Zeit – wenn auch durch das Guckloch der eigenen Erfahrungen – eröffnet. Hatte ich auch bis vorletztes Jahr, darum fragen Sie ihn, solange es geht! Das aktuell praktizierte Nachtreten auf eine gesamte Generation finde ich unreflektiert und gleicht mMn blindlinkem Aktionismus. Bilderstürmerei im Namen des Guten. Kennen wir sowas nicht aus Palmyra oder Bamiyan…? Nur, mit Verlaub (und als kleine Tüpferlschei**erin), möchte ich „Harald“ durch „Helmut“ ersetzen. Oder hat die olle Giftspritze aus Neu-Ulm auch schon bei der Wehrmacht gedient?

    • @Hans Gruber
      Danke für den durchdringenden Beitrag, der in seiner Differenzierung tief geht und die Lage ordentlich beschreibt.
      Respekt.

  29. Schönheit
    Als Italienfan und Besitzer eines wunderschönen italienischen Wagens, der wie alle anderen Autos dieser Marke seit 2 Jahren leider nicht mehr in Deutschland verkauft wird und als Sohn eines 1924 geborenen Wehrmachtunteroffiziers sprechen Sie mir mit dieser wunderbaren Betrachtung sowas von aus der Seele.

    Dem Italiener ist die bellezza heilig, sie ist seine Leitkultur und sie steht über allem. Vielleicht schert er sich deswegen einen Kehricht über die mussolinische Vergangenheit und weiß mit sicherem Gespür, deren Schönheit zu erkennen und zu bewahren.
    Mein Vater musste, wie so viele zur Wehrmacht. er stammt aus einem kleinen hessischen Dorf, das 1933 bei der letzten freien Reichstagswahl die wenigsten NSADP-Stimme im ganzen Reich hatte. Die vielen Erzählung meiner Eltern haben mich gelehrt, dass man Geschichte immer im Kontext sehen muss. Das verhindert diesen eklig arroganten Ansatz, den wir heute so oft bei Leuten finden, die vorgeben, alles besser zu wissen. Vielleicht regiere ich deswegen so empfindlich, wenn man mir vorschreiben will, was mein Bestes sei.

    Helmut Schmidts Buch „Menschen und Mächte“ hat mich sehr bewegt. Männer wie er, mein Vater oder mein Klassenlehrer uva., die den Krieg überlebten, waren zweifelsohne anders drauf, etwa entscheidungsfreudiger, als die heutige Generation. Schmidts Bild abzuhängen, das Westerwaldlied, mit dem ich jenseits beider Wehren groß geworden bin, zu verbieten und in jeder Uniform einen Nationalsozialisten zu sehen, grenzt an Paranoia.
    Mit der gleichen Begründung müssten VW, Mercedes, Siemens, Bosch und ganz viele Firmen in Deutschland verboten werden, heute, 70 Jahre und über zwei Generationen danach. Aber „N*******“ geht dann doch wieder.

    • Danke, aber tun Sie mir bitte den Gefallen und zitieren Sie diesen Begriff hier noch nicht mal, ich will das nicht perpetuiert sehen.

    • Kontrafaktsche Widerstandskämpfer
      gibts zuhauf. Das Problem der AntiFa, der Grünen und der Geschichtsmoralisten ist ja nicht nur, dass sie behaupten, es besser zu wissen. Sie hätten natürlich „Widerstand“ geleistet! Zum Beweis werfen sie heute Steine auf Polizisten. (Das Problem mit Schmidt ist nicht sein Bild, sondern die Uniform, die er trägt. Es gibt wohl auch Bilder von Schmidt ohne Uniform. Schmidts Versagen besteht darin, der Bundesrepublik die „Nachrüstung“ aufgebürdet zu haben – eine sinnlose und teure Aktion in der Tradition des alten Antikommunismus, der in der heutigen Russophobie fortlebt. Und ein Großmaul – und im Vergleich zu Brandt ein Würstchen – war er auch.)

  30. ... schöne Bilder, eleganter Text ...
    … und Sie schaffen es, mit Eleganz, wie ein italienischer Sportwagen, die engen Kurven zu kriegen und die laut hupenden Wir-schaffen-das-und-sind-anständiger-als die Nazis-Kübelwagen der Edelmarke Uschi zu überholen und wirklich armselig darstehen zu lassen. Danke.

    (nach den Kriterien des Kriterien des Maas-Gesetzes ist das alles aber „Hasskriminalität“, das sollte klar sein. „Hasskriminalität, die nicht effektiv bekämpft und verfolgt werden kann, birgt eine große Gefahr für das friedliche Zusammenleben einer freien, offenen und demokratischen Gesellschaft.“ (so der Entwurf .. ))

    • Ja, Sie sind dann dran und ich auch, aber ich bin in Italien und nicht so leicht zu kriegen.

    • ....
      … Sie kommen nach Elba in den offenen Vollzug, ich nach Landsberg in Festungshaft und wir schreiben endlich den überfälligen Kataloge für Pommersfelden. Kein Schaden ist ohne Chance.

  31. Enkelgeneration
    Die Generation der direkt nach der Kriegsgeneration Geborenen wird heute als „Enkelgeneration“ bezeichnet, eine quasi vaterlose Generation, deren leibliche Väter entweder tot waren, jahrelang in Sklaverei gehalten worden waren (was man landläufig als „Kriegsgefangenschaft“ bezeichnet, nur diese endet mit einem Krieg normalerweise), durch Siegerjustiz wie den Nürnberger Prozessen fertiggemacht oder der grossangelegten „Re Education“, der Umerziehungskampagne der Alliierten zu Parias gemacht worden waren, denen alles schlechte dieser Welt über den Rücken gekippt wurde. Das machte die, die noch echte Väter zuhause hatten, zu „quasi Vaterlosen“, oder „doppelt Vaterlosen“, weil sie zu ihren Vätern nicht aufschauen konnten, sondern diese Väter um sich herum und vor allem den in sich drin, leidenschaftlich bekämpften.
    Das ganze materialisierte in den 68ern und der von der CIA finanzierten Frankfurter Schule, wo die von der Re-Education, durch die damals 35 000 Druckerzeugnisse verboten worden waren, gelegten Zünder detonierten (bei den Nazis standen 7500 Schriften auf dem Index. Trotzderm zeigt uns das ZDF und Guido Knoop immer diese Propagandaschnipsel der Nazi-Bücherverbrennungen. Allein die Schizophrenie, das Nazipropagandafilme, in denen die Massen dem Führer zujubeln, alles „Heil“ und „Wollt ihr den totalen Krieg“ brüllt, uns heute auch wieder als Propagandafilmchen gezeigt werden, zeigt das tief sitzende Problem der heutigen Zeit).
    Wir haben den hinkenden Krüppeln, den Einarmigen, den Keinbeinigen, den Zahnlosen und Blinden damals auf der Strasse „Nazischweine“ hinterhergeschrien, und zwar bevorzugt den Krüppeln, weil sie sich durch das Stigma ihrer Behinderung als ehemalige Kriegsteilnehmer „outen“ mussten. Damit hatte die Enkelgeneration sich andere Väter gesucht. Das waren die neuen Verblender. die guten, die AntiFas, die, die die Macht über die Propagandafilmchen, die Bücherlisten und die Informationskanäle hatten. Seit dem kurzen Aufblitzen der Meinungs- und Informationsfreiheit mit dem Internet, seitdem ich mich dafür interessiert hatte, wie das Leben meiner eigenen Eltern, geboren 1919 und 1920, gewesen sein könnte, würde ich mich am liebsten bei jedem der Krüppel einzeln entschuldigen. Die sind aber heute tot, genau wie meine Eltern.
    Ich empfinde heute eine tiefe Verachtung gegenüber denen, die mich zum Werkzeug gemacht hatten, genau wie Andere die Generation vor uns und die Generation noch davor zum Werkzeug gemacht hatten. Das hat mit echter Demokratie nicht das Geringste zu tun. Freie Entscheidung kann nicht auf manipulierter Meinung beruhen und ohne freie Entscheidung ist Demokratie nur Illusion.
    Ich muss mich beeilen, das hier abzuschicken. Bevor das „Internetdurchdringungsgesetz“ in Kraft tritt und man für Sätze wie: „Es lebe die Demokratie“ wieder auf den Scheiterhaufen kommt. Das man die Informationskanäle wieder unter seine Kontrolle bekommen möchte, wird aus dem oben gesagten verständlich, gut wird es dadurch nicht.

    • @Marx: Re-Education und Kriegsversehrte
      Herr Marx, was hätten die Amerikaner tun sollen? Die Nazis loben? Die Re-Education mag naiv und anmaßend gewesen sein ( weil blind für den eigenen Rassismus, die US-Armee war bis 1988 schwarz-weiß getrennt), sie war aber im Kern vernünftig und ein Zeichen dafür, dass man bereit war, die Deutschen wieder unter die zivilisierten Nationen aufzunehmen. Darauf rumzureiten kommt mir merkwürdig vor, als ob die Verbrechen des NS kein Entsetzen und keine Selbstbefragung verdient hätten. Dass Kriegsversehrte von Linken im Gefolge von 68 beschimpft wurden ist mir neu, wenn es stimmt ist das ungeheuerlich. Und selbst schon totalitär. Es stimmt einfach: Den blutjungen Wehrpflichtigen kann man wenig vorwerfen, was hätten sie tun sollen? Wenn die Älteren doch alles vormachten? (Die anders als sie eine Welt vor Hitler kannten). Man unterschätzt einfach, was ein strenges und unbegrenzt zugriffsfähiges Militär mit dem Einzelnen tun kann.Der kleine Leutnant aus Hamburg, der jetzt abgehängt worden ist, hätte wohl einiges dazu sagen können. Aber heute kann man Offiziersanwärtern nichtmal mehr zumuten, dass sie vor dem Bild eines Mannes in Uniform ins Nachdenken kommen. Aus der Aufarbeitung des NS eine blankpolierte Gesinnung zu machen, die man vorzeigt wie ein Tanzschüler seine perfekt geputzten Schuhe, zum Heulen.

    • Selbstmitleid und Selbstgerechtigkeit
      „Sklaverei […] Siegerjustiz […] zu Parias gemacht worden […] von der CIA finanziert“
      Es trieft nur und kleckert runter vom Bildschirm. Selbstmitleid und Selbstgerechtigkeit. Die Geschichte ist anscheinend die schlechteste Lehrerin überhaupt.

    • Schluchz...
      Die späte Erkenntnis, selbst zum Täter geworden beziehungsweise gemacht worden zu sein, halten Sie für „Selbstmitleid“. Auch eine Ansicht.

  32. 50 von 120
    Ein Beitrag von großartiger Vielschichtigkeit und Transparenz, eine unbefangene Ermahnung an die Erzmoralisten und ihre Heuchelei.

    Der Schwiegervater fällt mir ein, Architekt, Maler und Zeichner, ein kultivierter, überaus kundiger Architektur- und Kunstbegleiter in München, etwas älter als die beiden Herren in Bayreuth, aber mit Jahrgang 21 kein bisschen besser dran. 33 hatte der auch nichts zu wählen und 39 noch weniger, als er zunächst zum Arbeitsdienst (Frankreich) und dann in die Wehrmacht (Kaukasus) eingezogen wurde.
    „Rimpficha warn wir“, pflegte er mit Blick auf die Rekrutierung zu erzählen, „zogen mit Begeisterung in den Krieg – und waren nach ein paar Tagen oder Wochen geheilt … die meisten jedenfalls“.

    Nur ging’s dann noch weiter, bis zum bitteren Ende. Nicht wenige streckten Hände und Füße aus den Schützengräben, um es nicht an der Front erleben zu müssen. Zuhause schließlich wartete die ein Leben lang nicht zu überwindende Schmach, einem verbrecherischen Regime gedient zu haben und die durch nichts zu tilgende Mitschuld an den begangenen Gräueln. Dass sich nach dem Krieg viele ihrer Verantwortung entzogen, machte ihm mehr zu schaffen als die erlittenen Verletzungen und das mit Macht unterdrückte Gefühl, irgendwie betrogen worden zu sein.

    Dieser Generation Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, mag mit Blick auf die enormen Verbrechen, die sie begangen, geduldet oder ignoriert hat, ein schwieriges Unterfangen darstellen.
    Ihr als nachgeborener Widerstandskämpfer von eigenen Gnaden nur Verachtung entgegenzubringen, ist dagegen der billige Versuch, sich aus jeder geschichtlichen und moralischen Verantwortung zu stehlen und sich auf die scheinbar unanfechtbar „richtige“ Seite zu stellen.

    Mutiger Beitrag mit einem toll bebilderten Schwenker zum Morinetti-Futurismus, ohne „auf den öligen Ausscheidungen der Vorgänger wegzurutschen“. Sie hätten es auch sein lassen können. Kompliment dafür, das Sie’s nicht getan haben und bewundernder Dank.

  33. Der Mercedes - vorletztes Bild
    gefällt sehr gut. Startnummer 410.
    Ist das einer der seltenen Flügeltürer?
    Ein sehr schöner Artikel, der die Verantwortung für die Geschichte, unter der jahrzehntelang grosse Teile der Bevölkerung meinten leiden zu müssen, aufräumt und in den Kontext stellt. Ja, was wäre denn aus mir geworden, wäre ich ebenfalls Jahrgang 1926 und nicht mit der Gnade sehr viel späterer Geburt gesegnet gewesen?

  34. Aus der Lehrschrift über den Zusammenbruch der Kultur
    „Ich war schon schlafen gegangen, als der Wagen sich mit abgeblendeten Lichtern dem Weinberg näherte. Nächtliche Besuche waren schon, wenn nicht unheimlich, so doch suspekt…

    Dann hörte ich durch die Wand das Gespräch, das sich entwickelte – nicht Worte und Sätze, sondern die wachsende Intensität. Ich stand auf, ging im Pyjama hinüber und begrüßte die Gäste – waren es drei oder vier? Ich habe ihre Zahl vergessen und auch die Namen, bis auf den einen, den des später Hingerichteten. Auch habe ich vergessen, worüber gesprochen wurde – vielleicht nicht einmal über Politik. Doch es herrschte ein seltsamer Consensus, wortlose Übereinstimmung…

    Ein Mann kann mit den Mächten der Zeit harmonieren, er kann zu ihnen in Kontrast stehen. Das ist sekundär. Er kann an jeder Stelle zeigen, wie er gewachsen ist. Damit erweist er seine Freiheit – physisch, geistig, moralisch, vor allem in der Gefahr. Wie er sich treu bleibt: das ist sein Problem. Es ist auch der Prüfstein des Gedichts.“

    Ernst Jünger
    Adnoten zu: „Auf den Marmorklippen“
    10. Dezember 1972

    • Naja, Jünger glaubte schon, dass die Kultur - auch die deutsche Kultur, jaja, nach Adolfen
      weitergehe.

      Er hielt nur nicht dafür, Adolfen unbedingt in den Arm fallen zu wollen; das Verhängnis schien ihm programmiert und sozusagen vom Schicksal extra für uns ausgesucht. Desinvolture lautete seine Parole. Es scheint mir aus heutiger Sicht jedoch vollkommen klar, dass Jünger im Vergleich zum Schreinergesellen Johann Georg Elser deutlich weniger imposant wirkt.

      PS
      Ich schriebe das hier nicht, wenn mir die von Ihnen zitierte Stelle nicht außerordentlich schön vorkäme. Danke.

  35. Jaguar XK120 (Bild No 8) und Selbstgerechtigkeit der Unrechten .
    .
    ..
    Herrliche Photos, danke dafür !

    Auf Bild Nummero 8 ist der Jaguar XK120 abgebildet.
    Dieser Sportwagen, 1946 erstmals vorgestellt, war ein reines Zufallsprodukt.
    Sir William Lyons, damals Jaguar-Chef, wollte den neuen 6-Zylindermotor seiner Firma nicht nackt auf dem Automobilsalon präsentieren.

    Also beauftragte er seine Design-Abteilung, ein Phantasieauto als Motorträger zu konzipieren, mit einer Alu-Karosserie, weil das nach dem Krieg leichter verfügbar war, als Stahl (s.Geschichte des Land Rover) .

    In keiner Weise vorhergesehen oder gar geplant, rauschten Bestellungen für das Auto, das niemand ernsthaft bauen wollte, vor allem aus Übersee (England hatte damals LÄÄIBAA gewählt, und damit endlose Armut für alle, s. Schulzens Morgenthau-Plan für Restdeutschland ) herein.

    Sir William Lyons hatte Hoden in der Hose, und entschied, das Auto, das nur den Motor vorstellen sollte, kurzerhand zu bauen.

    XK 120 war bedeutend preiswerter, als alle anderen, vergleichbaren Sportwagen der Zeit, und sehr leistungsstark.
    Ein Verkaufserfolg, der sich mit seinen direkten Nachfolgern, XK 140 und XK 160 , bis 1960 hinzog.

    Dann kam der E-Type.

    Solche Entscheidungen, wie auch Iacoccas Entscheidung, den Mustang zu bauen, wären im heutigen Konzernien, dem Weltland anonymer shareholder mit Hang zum Erbsenzählen, unmöglich .

    Und so sehen zeitgenössische Produkte, wurscht, was es ist, auch großteils aus.

    [Heftigts gekürzt. Zum letzten Mal, reissen Sie sich hier am Riemen, oder es kracht. Solche Kommentare sind justiziabel und ich habe keine Lust, für solche Verbalinjurien den Kopf hinzuhalten. Das ist unnötig und hier weder Stil noch irgendwie erwünscht.. Don]

  36. Wie pathologisch ist kollektiver Masochsimus
    auf dem Hintergrund der Tatsache, dass eine immer virulentere „Aufarbeitungs“-Manie um sich greift, bezogen auf die 12 Jahre, die paradoxerweise eine immer schlimmere Dimension anzunehmen scheinen je weiter wir uns auf der Zeitachse davon weg bewegen.
    Die Aufarbeitung, das war in erster Linie eine Sache der Alliierten, und zu Anfang der 60-er Jahre weitestgehend abgeschlossen. Man hätte es dabei belassen sollen. Stattdessen fing man dann Ende der 60-er an (nicht zufällig um 1968 herum) eine Selbstgeißelungs- und Selbstzerstörungshysterie in Gang zu setzen, die bis heute anhält und zum Teil sogar immer schlimmer wird. Sie findet ihre Ausprägung in „Refutschi-wällkamm“ (und allen damit in Verbindung stehenden verheerenden Folgen) oder auch in dem Umstand, dass man jetzt in Bundeswehrkasernen Bilder von Helmut Schmidt abhängen lässt. Von einem ehemaligen Bundeskanzler, der zurecht auch international hochgeachtet war, der einen jüdischen Großvater hatte und zeitlebens Leute wie Henry Kissinger (ein aus Nazi-Deutschland geflohener Jude, der später US-Außenminister wurde) zu seinen engen Freunden zählte.

    Ihr wollt konsequente Aufarbeitung, ihr Moralparanoiker, bis hin in die molekularen Strukturen? Dann man ein paar Beispiele um zu zeigen was euch dann erwartet:
    -architektonische Relikte der Nazizeit gibt es auch bei uns noch: das Saarbrücker Staatstheater wird bis heute betrieben und war ein Geschenk der Nazis an das anschlusswillige Saarland. Und jetzt? Abreißen, alle Vorführungen einstellen?
    -die zwei meistgebauten Autotypen der Geschichte, Golf und Käfer, stammen von VW, einem Autobauer, der zur Nazizeit entstanden ist. Angeblich geht der von Porsche konstruierte Käfer sogar auf eine persönliche Idee Hitlers zurück. Was den Käfer nicht davon abhielt, auf der ganzen Welt gefahren und sogar gebaut zu werden. Und jetzt? Jeden kriminalisieren, der VW fährt oder gefahren hat? Auch alle Ausländer? VW verbieten, so wie die Bilder von Helmut Schmidt?
    -Den stempelt man jetzt gern zum Nazi, dabei konnten andere sich zu Wortführern der Nachkriegsdemokratie aufschwingen und andere mit ihrem linken Gequatsche nerven, die in Wirklichkeit Nazi-Hintergrund hatten: zu nennen seine Grass, der sehr spät zugab Mitglied in der Waffen-SS gewesen zu sein oder der grüne Trittin, dessen Vater selbiger Organisation angehörte.

    Und wenn ihr so hohe moralische Standards an alle anlegt, dann habe ich noch mehr schlechte Nachrichten für euch: ihr macht euch zu millionenfachen Mördern wenn ihr beispielsweise über Gras oder eine Wiese Luft. Dabei zertretet ihr ohne es vielleicht zu wissen eine Vielzahl von (Kleinst-)Organismen, Insekten, Würmer, etc. Also, immer schön hinterm Ofen hocken bleiben, gelle? Passt auf, ihr Idioten, dass ihr euch an euren eigenen moralischen Ansprüchen nicht verschluckt, denn ihr schickt euch an, die Weltmeere leerzutrinken. Wenn ihr trotzdem weiter machen wollt, viel Spaß dabei.

    Dem (Selbst-)Geißelungspöbel, der meint sich moralisch immunisiert zu haben, indem er sich von rechtsspießig nach linksspießig hat wenden lassen, der nur aus diesem Grund eine solche Masse entwickeln konnte und der mit der Peitsche so wild um sich haut, dass er immer auch Unbeteiligte erwischt sei gesagt: ab sofort gebe ich euch nur noch Saures, ich lass es nicht zu, dass ihr auf meinem Rücken eure Geschichtsbewältigung betreibt-das ist euer Bier, nicht meins. ich lasse es auch nicht zu, dass ihr eine stolze, mittlerweile jahrtausendealte Kultur wie die unsere permanent und immer mehr in den Dreck zieht. Eine Kultur, die einen enormen Beitrag zur menschlichen Zivilisation schon geleistet hat und auf die die Welt auch in Zukunft nicht wird verzichten können.

    Wenn die „Aufarbeitung“ immer noch nicht erfolgt ist, dann ist jetzt jedenfalls auch nicht mehr die Zeit dafür. Was den Alliierten nach dem Krieg recht war, das MUSS uns jetzt billig sein. Vergangenheit kann man nicht gestalten, man muss also in die Zukunft gehen.

    • Titel eingeben
      Sie haben FANTA und das Olympische Feuer vergessen. Beides Entwicklungen der Nazis.
      Der Hauptsponsor der Olympiade 36 war übrigens Coca Cola.
      A.H hatte übrigens zwei ausländische Lieblingsfilme: „Fra Diavolo“ mit Stan Laurel und Oliver Hardy und Charlie Chaplins „Der grosse Diktator“ (!!).

    • Soweit ich weiss, soll sich Hitler über Chaplin enorm geärgert haben. Fra Diavolo ist aber wirklich gut.

  37. Spielräume eines Oberleutnants
    Der damalige Oberleutnant der Luftwaffe in der Wehrmacht, Helmut Schmidt, war 1944 auch eine Weile in Berlin stationiert. Dort ereilte ihn der Befehl, als Zuschauer an den Volksgerichtsverfahren gegen die Verschwörer des 20. Juli teilzunehmen. Einmal ging er hin, dann meldete er sich krank.
    Um dienstlich nicht so viel verfügbar zu sein, erbat er die Erlaubnis, mit Blick auf eine Lehrer Tätigkeit nach dem Krieg (!), Orgel- Unterricht nehmen zu dürfen und auch täglich üben zu dürfen.
    So ging er dann zur Matthäi- Kirche und übte, und nicht mehr zu Freisler.
    Man mag das nichtig finden, es war der Versuch eines kleinen Oberleutnants, richtiges Leben im falschen zu führen.
    Dafür mochte ich ihn.
    Ansonsten, verehrter Don – herrliche Bilder.
    Und wenn morgen der Weltuntergang, sive das Verbot des Sprit- verbrauchenden Individualverkehrs, kommen wollte, so wollte ich heute Nachmittag doch noch, bei Sonnenschein und frischem Wind daheim an der Ostsee mit dem Bentley eine Runde über den Darß drehen, bei heftigem Benzinverbrauch und aus keinem anderen Grund als dass es mir Spaß macht.
    Auf viele weitere schöne mille miglia Bilder

  38. Moralistische Selfies der moralisch Bedürftigen
    Für diesen Text bekommen Sie von mir einen ganz dicken Pluspunkt vermerkt. Mein Vater hätte einer dieser 2 alten Männer, die mit 17 noch als Kanonenfutter gegen die Russen geworfen wurden, sein können.

    Der grundlegende Reflex der Moralisten ist nicht moralisch zu leben, sondern in der Selbstdarstellung vor den Anderen gut dazustehen. Was dazu verbrochen wird, ist das Gegenteil von moralischem Verhalten, es ist – rund heraus- Verantwortungslosigkeit.
    Und wenn man hier v.d.L., Merkel und die GrünInnen (mit Phallus „I“) spdsed in einem ZUg nennen muß, so bedeute das nichts Gutes für dieses Land und seine treuen Wähler.


    • mit 17 noch als Kanonenfutter gegen die Russen geworfen
      Mit 17? Mein Vater war gerade erst 16 geworden, als er auf der Flucht eingezogen wurde, und durfte dann auf den Seelower Höhen Berlin verteidigen. Er überlebte wohl dank eines älteren Kameraden, der ihm das Eingraben eindringlich nahelegte, und schließlich die weitere Flucht Richtung Westen, in englische Kriegsgefangenschaft, mit einem der letzten Züge vom Anhalter Bahnhof… und, ach ja, zuvor zu seinem 14. Geburtstag hatte die Familie die Nachricht erhalten, daß sein älterer Bruder (weitere Geschwister hatte er nicht) in Rußland gefallen war.

  39. Helmut Schmidt in 2017
    Das war aber auch eine gute Gelegenheit, dass man den alten toten Schmidt mittels Abhängen ein wenig toter machen konnte.
    Für die einen sowieso Hassobjekt wegen des Doppelbeschlusses, peinliche Erinnerung daran, dass die SPD mal gerne gehörte und menschlich respektierte Mitglieder hatte und ein Regierungsvorsitzender, der Deutschland kein Stück dem Terror aussetzen wollte.

  40. Schöne Autos und die 20er Jahrgänge
    Meine Eltern gehörten dazu und auch mein Mann, der 1927 auf die Welt kam. Ihnen eigen war ein ganz anderes Pflichtbewusstsein, als es heutzutage anzutreffen ist.

    Mein Mann war 1944 mit seinen Klassenkameraden Flakhelfer in Leipzig. Da der Kriegsdienst die ein Jahr älteren schon dezimiert hatte, wurden die letzten beiden Klassen zusammengelegt. Das Abitur machte mein Mann 1948 nach Rückkehr aus russischer Gefangenschaft, die er manchmal launig beschrieb, obwohl sie alles andere als lustig war.

    Der Zusammenhalt der Schulkameraden währte bis zum Tod. Die Klassentreffen wurden besonders nach Ende der DDR jedes Jahr von einem anderen Klassenkameraden sehr liebevoll ausgerichtet und fanden meist am Wohnort desjenigen oder einem Ort statt, den alle gern einmal besuchen wollten. Da wurden anfangs Tagestouren eingeplant, mit zunehmendem Alter reduzierte sich das auf die Besichtigung einer Sehenswürdigkeit vor Ort. Es hat nie jemand gefehlt, der gesundheitlich noch halbwegs beisammen war. Es waren Treffen geprägt von gegenseitigem Respekt und Achtung, Schuld und Sühne kamen dabei nicht vor, auch kein falsches Pathos. Man amüsierte sich über die alten Lehrer, von denen einer die Angewohnheit hatte zu rufen, öffnet die Fenster, lasst die neue Zeit herein. Über den Krieg wurde nicht gesprochen, man hatte überlebt, das genügte.

    Heute ist so vieles so ganz anders und auch die Menschen haben sich verändert. Meine Eltern, mein Mann fügten sich in die Dinge, die sie nicht ändern konnten, ich versuche immer noch zu rebellieren und scheitere damit kläglich. Ich weiß, mir fällt auch gerade das Gebet zur Gelassenheit ein.

    So rege ich mich über einen unfähigen Justizminister auf, der uns die Meinungsfreiheit beschneiden will, über eine UvdL auf, die aus Soldaten normale Arbeitnehmer machen will, ohne sich zu fragen, mit welcher Einstellung ihre Untergebenen Kriegsdienst leisten sollen. Über die Grünen, die in unerträglicher Weise meinen, uns bevormunden zu müssen, über all die Menschen, die glauben, die einzig Guten in dieser Welt zu sein. Denen es vor allem an Toleranz mangelt, eine Toleranz, die ich bei den älteren Jahrgängen erlebt habe.

    Zum Glück sind die Tugendwächter nicht überall und so empfinde ich große Freude bei den Fotos der schönen alten Autos, die heute mit ihren Fahrern ein Lebensgefühl zeigen, das uns so ganz allmählich verloren geht.

  41. Maas und Kahane sind aber nicht mehr jung und waren es meines erachtens auch nie.
    Hihihi.

    • Mag sein -
      nur halte ich es mit den Jacobinern – keine Freiheit für die Feinde der Freiheit.

  42. der Unterschied
    Gelesene und gelebte, erfahrene Geschichte, das unterscheidet sich. Direkt nach seinem Staatsexamen wurde mein Vater als junger Arzt eingezogen und musste alles miterleben. Er habe danach mit Messer und Gabel operieren können. Überwiegend war er in Russland auf dem Hauptverbandsplatz eingesetzt. Seine Briefe aus der Zeit zeigen deutlich, wie einem unpolitischen jungen Mann allmâhlich klar wird, in was er hineingezogen wurde. Und er hatte keine Wahl.

  43. Faschismus und seine Symbole
    Weitaus unbekümmerter als die Bewohner des bel paese geht der Amerikaner mit diesen Symbolen um: stripped classicism ist der Stil, der auf der Mall in Washington regiert, Rutenbündel und Hakenkreuze (im Mäandermuster) zu Hauf. Reichskanzlei und Reichsluftfahrt-, äh Wirtschaftsministerium lassen grüßen! Der Wappenadler der Amerikaner guckt dabei ähnlich grimmig wie der Parteiadler von damals, lediglich die Schwingen präsentieren sich nicht deutsch-gradlinig gestreckt.

    Wie komme ich bei den USA eigentlich so zügig auf die Nazis und den Faschismus?

    Gewaltenteilung, freie und gültige Wahlen, eine industrielle Oberschicht, die am Krieg verdient, war da was?

    Italienische Geschichtsvergessenheit wirkt dagegen noch harmlos.

  44. Die Fotos - ach - alte Träume leuchten auf im inneren Sinn
    Hier begann ich nur mit den Augen zu lesen. Und erkannte einige Fahrzeuge und auch Bilder als auf alten Kalendern befindlich. Was habe ich mein Zimmer tapeziert mit alten Autos, die in den 70- und 80-er schon sehr alt waren. Und dann sieht man um Stuttgart herum auch mal diese Boliden, die schnell zur Wartung eingeflogen werden, auf ganz normalen Strassen herumfahren. Welch‘ Träume von Freiheit tun sich da auf. In unserer Zeit liegt der Genuß wohl eher den Monteuren an, die „Wartungstests“-fahren dürfen. Früher, ja, da war das alles elitär. Doch wäre nicht die Welt arm, hätte es keine Träumerkönige für Schlösserbauwerke (Ludwig) oder eben Mussolini (ist Architektur überhaupt so ideologisch aufladbar oder sind es die Betrachter?) gegeben oder eben Fahruntersätze? Wenn alles durchoptimiert* und berechenbar wird? Wenn auch das Leben nur genormt mehr kommen soll? Und das Denken sowieso, am besten DNA-designed by Maasimessbubi? Und das Sterben by Finanzkraft und Frischblutversorgung oder Klonung mit Ersatzleben auch noch eine immer elitärere, aber lebensfernere Form der Existenz ist?

    Träume sind glücklicherweise immer größer als profane Pseudo*Optimierer. Denn Optimierung ist immer nur eine Abwägung und Balancierung verschiedener Werte, Ziele, Wünsche. Und wo die dumm sind, wird die Optimierung eben dumm. Also besteht Hoffnung.

    Und – um auf den Text zu kommen – da Sie, werter Don, hier eine Melancholie an den Sonnentag legen, die fast schon depressive Züge hat, möchte ich Ihnen sagen: Dummheit kann nur zeitweise siegen, auf lange Sicht rottet sie sich aus. Und wo Menschen Gefahren bis zur Selbstkasteiung und absoluten Freudlosigkeit ausschalten wollen, da suchen sich andere den Lebenskitzel beim Downhill- oder Italienradfahren und vielleicht auch in der einen oder anderen spitzen Bemerkung als Wachruf für Dämmerlappen des Alltags.

    Und auf lange Sicht wird der „Supoptimal“- und „Unvernunft“ – Kreateur im einen oder anderen Fall rückblickend zum hohen Wert erklärt.

    Dass jetzt gerade die Umkehrung stattfindet, dass das mögliche oder doch nicht Schlechte, einfach historische Kinkerlitzchen zum Negieren alles Guten der vergangenen Zeiten hergenommen wird, zum Geschichte vernichten aufgerufen wird, das zeugt vom aktuellen Kleingeist.

    Kleingeist ist Ihnen halt sehr fern, aber gerade versuchen halt die Zensoren alles um sie herum genauso klein zu machen wie es ihnen selbst groß genug erscheint. Es ist deren eigene Krankheit und hochnotpeinliche Selbstunsicherheit, dass sie so handeln. Und sie rotten sich aus, vielleicht ist für unsere Kinder (ich wünsche Ihnen bald welche) wieder eine Zeit der Ehrlichkeit, des Stehens zur Geschichte wie bei den alten Männern angesagt.

    Mein Vater kommt aus dieser Zeit und ist ohne Frage gelassen und im Frieden, weil er weiß, erfahren hat, dass es überall Menschen gab und gibt, die das Menschliche höher halten als die Kleingeister.

  45. Orte und Wege von Bartali
    Die Soldaten des faschistischen Italien agierte in Äthiopien extrem übel, später im besetzten Jugoslawien andererseits gab es italienische Soldaten, die bestürzt über die Vernichtungslager waren und Konsequenzen zogen… und natürlich gab es zunehmend bewaffneten Widerstand in Italien selbst, bis zum Sturz des „Duce“, das macht Gespräche über das Thema meist entspannter, weil die allein in den Familien tradierten Erfahrungen und Denkweisen vielfältiger sind, komplexer, durchlässiger. Man denke an Radfahrlegende Gino Bartali und seine Rolle im Widerstand, als Kurier bei Trainingsfahrten, als stiller Rouleur und Retter von Verfolgten. Orte und Wege von Bartali, vielleicht wäre das mal etwas für eine Betrachtung von Don Alphonso über Rad- und Geschichtskultur?

  46. Jahrgang 1918
    Eine Geschichte aus meinem Freundeskreis. Der Großvater, Jahrgang 1918, wurde nach dem Abitur 1936 zur Wehrmacht eingezogen. Studienziel: Architekt. 1938, nach Ableistung der beiden Pflichtjahre wurde er nicht, wie alle anderen auch, entlassen, sondern um ein Jahr verlängert. Es stand ja 1938 der Anschluss Österreichs, im Herbst 1938 und im März 1939 der Anschluss des Sudetenlandes und die Zerschlagung der Tschechoslowakei an. Zwei Monate Beurlaubung im Sommer 1939; erste Vorlesungen. Dann von August 1939 bis März 1945 Dienst in der Wehrmacht. März 1945 gab er in russischer Kriegsgefangenschaft an, er wäre von Beruf bereits Architekt. Natürlich in der Hoffnung besser behandelt zu werden. Das trat auch ein. Die Russen machten ihn zum Bauleiter für Wohnungsbauprojekte im Westen der Sowjetunion. Mit seinem Anfangswissen in Architektur und „learning by doing“ hat er sich so bewährt, dass er bis 1953 in Gefangenschaft behalten wurde. Die Tätigkeit selber fand er nicht sinnlos. Die Zerstörungen im Westen der Sowjetunion waren immens. Er arbeitete zusammen mit russischen Bauarbeitern, die kaum besser essen und verpflegt wurden wie er. Er ging nach der Schicht in die Lagerbaracke, sie lebten auf der Baustelle in Erdlöchern und Bretterbuden.
    1953 fing er in Heidelberg an zu studieren. 1957 schloss er das Studium ab. Berufsanfänger mit 40 Jahren. Dann hat er alles nachgeholt. Familiengründung und Hausbau. Er hat mit 15 Jahren Hitler ebenfalls nicht gewählt und von 1945 – 1953 tatkräftige Wiedergutmachung geleistet.
    Ein Foto zeigt ihn als Oberleutnant der Wehrmacht (Bildungsvoraussetzung Abitur erfüllt) und mit etlichen Orden. Persönlich hätte er lieber die 17 Jahre Krieg und Gefangenschaft nicht erlebt.

    • Danke für die Geschichte.

    • ähnliche Geschichte Jahrgang 1919
      … Großvater, einfacher Handwerker, SPD- und Gewerkschaftsnah, freiheitsliebend, Faltbootfahrer, 1938 eingezogen, einfacher Soldat. Im Polenfeldzug 1939/1940 Kopfschuss, schwerverletzt und zurück in die Heimat, da kriegsbeschädigt im Staatsdienst eingesetzt und verbeamtet …

      Hatte keine Ahnung vom stabsmäßig betriebenen Vernichtungskrieg der Wehrmacht oder den Verbrechen im Osten. Parole war, dass man sich gegen ständige Übergriffe offensiv verteidigte, frei nach dem Motto „Jetzt ist Schluss“ und „Wir-schaffen-das und beseitigen die Ursache für Konflike und dann kommt endlich der Frieden“.

      War von den Polen mit seiner Einheit überwältigt worden, aber nicht in Gefangenschaft genommen, weil man sich seitens der Polen 1939/1940 auch nicht überall an das Kriegsvölkerrecht hielt und kurzerhand die ganze Einheit massakrierte, was er aber mit Glück überlebte, und den Polen sein Leben lang nicht übel nahm, weil er so nach Hause konnte.

      Und das waren mE (anders als bei den „Goldstücken“ immer getönt wird) durchaus keine Einzelfälle. Es gibt halt viele Schattierungen und „Säuberungen“ à la Uschi hätten gut in die damalige Zeit gepasst.

  47. DIE TOLLKÜHNEN MÄNNER IN IHREN P....prothesen...............
    @HeinMück

    bild 410, mercedes 300 sl…………sehr schönes bild

    Eugen Böhringer, ex – rallye-europameister, geboren in Rotenberg ob Untertürkheim hatte so einen und es war ein spass bei ihm vor dem haus oben am berg rumzulungern und zu warten, bis er das bollernde ungetüm aus der garage fuhr…………….1966 taufte er dann unser ruderboot, einen vierer mit steuermann mit delphin-form und liegendem steuermann auf den namen „Silberpfeil“.

    Eugen Böhringer, also ein helfeshelfer der „verabscheuungswürdigen diktatur“ einer art der fortbewegung, die keine zukunft hat. sicher denke ich…………..ja, das wird sich ändern.

    werter DON, ich lese da auch im MUTTIKUTTER von einem süddeutschen autogipfel zwischen Dr. Z. und W. Kretschmann. und ich lese, W. Kretschmann, ein gymnasiallehrer für chemie, biologie und ethik habe Dr. Z. und den anderen die zukunft der automobilindustrie aufgezeigt oder besser gesagt, im umkehrschluss aufgezeigt was nicht mehr geht und dann auch noch, was jetzt dringend zu tun sei. ja früher, da fuhren mann oder frau ins auch dem DON bekannte Münstertal nach Mustair und suchten dort die handleserin und wahrsagerin auf.

    was DON fehlt, ist die akustische untermalung, dafür habe ich mal die Steve Miller Band ausgewählt………………

    grüsse nach Bordesholm aus dem unendlichen, aber bald zensierten digitalen orbit und falls jemand meinen sollte, ich hätte was gegen Ralf, der irrt.

    anders als „unsere liebe Frau und Mutti“ (ulFuM) sagt er was er denkt und ist authentisch……………..wollen sie das etwa von UvdL auch behaupten wollen…………………

    https://www.youtube.com/watch?v=jyV41-tFPcQ

  48. Herr S und die Wehrmacht
    ggf hilft folgendes Gespräch weiter:

    https://www.youtube.com/watch?v=x2xL0ZFaSFc

    Zur Person:
    Günther Gauss im Gespräch mit Helmut Schmidt.

  49. "Vergangenheitsbewältigung" auf italienisch
    Tja, in Italien geht man mit der faschistischen Vergangenheit entspannter um. So berichtet die „Südtiroler Freiheit“ im Oktober 2011 über einen geplantes Alpini-Treffen in Bozen, bei dem auch Veteranen der „Monte-Rosa-Division“ mitmarschieren sollten. Diese hatte 1944 auf dem TrÜP Münsingen von Mussolini persönlich die Fahne überreicht bekommen. Vorgeworfen werden ihr mehrere Kriegsverbrechen in Oberitalien, so die Erschießung von sechs Zivilisten in Garfa, Toscana, nach der Tötung eines Alpini.

    • ... der Unterschied ist ...
      … die Italiener haben Mussolini mit alliierter Hilfe selbst hingerichtet; da können sie mit italienischer Gelassenheit gut auch mit den Überresten leben; zB in Predappio kann man in die Familiengruft und kondolieren, es gibt auch eine schauerliche Villa in der Gegend, ein Landgut von M, wo man Uniformen von M. und Teller bewundern kann, von denen er gespeist hat, mit Studierstube mit Sitzkissen für junge Bewunderer im Dachgeschoss und wenn man nett ist zu der Kostodin berichtet sie vom kürzlichen Besuch eines deutschen Oberst, der der Freund des Hauses sei …

      Die totalitären Uschis waren nie in der Lage, etwas gegen ihre jeweiligen „Führer“ oder „Muttis“ zu machen, weshalb sie besonders gerne verspätete Widerstandskämpfer minem und an NS-Devotinalien verzückt und mit Abscheu riechen …

    • Das meinte ich mit opereteenhaften Zügen: Der NS-Staat war wirklich faschistisch, der italienische Staat war opportunistisch, reaktionär und sehr beliebig. Hitler glaube an die Überlegenheit der Arier, Mussolini hielt nichts von den Italienern.

  50. Mehr Empathie ist historischer
    Es gibt ja inzwischen Historiker, die den Zweiten Weltkrieg als zweiten Teil eines einzigen Weltkrieges sehen. Er wäre demnach so etwas wie die deutsche Revanche für die Niederlage im ersten Teil.

    Dafür spricht zumindest der Kriegsbeginn, der Krieg gegen Polen, als Gelegenheit, die verlorenen Gebiete wieder einzugemeinden und Versailles zu revidieren. Wie schon beim Sudetenland. So jedenfalls können das viele Deutsche damals verstanden haben, sicher auch die älteren und hohen Offiziere, die oft schon im Ersten Weltkrieg gekämpft hatten. Hitler schien die Wehrmacht ja geradezu genau für einen solchen Auftrag ertüchtigt zu haben.

    Deshalb ist die pauschale Verurteilung auch der hohen Offiziere so nicht ganz gerecht. Sie haben zunächst einfach die zweite Runde angefangen, es hagelte zwei Kriegserklärungen, aus London und Paris, die man ungläubig riskiert hatte, und dann mussten man mal sehen, wie man damit fertig wurde.

    Mit dem Krieg gegen die Sowjetunion, als Präventivkrieg getarnt und als Vernichtungsfeldzug gemeint, bekam der Krieg eine Qualität, die vorher nicht dagewesen war, wenn man von den Besatzungsexzessen in Polen absieht, die aber auch bei weitem nicht jedem bekannt waren. Es gab Generäle, die z.B. den „Kommissarbefehl“ einfach ignorierten, weil der offensichtlich „daneben war“, und solche, die sogar gezielt eine mörderische Entvölkerung betrieben, um die völlige Neubesiedlung vorzubereiten, das eigentliche Kriegsziel der Nazis.

    Die meisten hohen Offiziere werden wohl erst mal versucht haben, den neuen Feldzug gegen den bedrohlichen Gegner zu gewinnen, durchaus auch mit einer gewissen Eroberungsabsicht in der Nachfolge von Alexander und Cäsar, und irgendwelche innenpolitische Fragen, für die sie sich ohnehin nicht zuständig fühlten, zurückzustellen. Also haben sie erst mal mitgemacht, ihrem erfolgreichen „Führer“ im Eid verbunden.

    Wir wissen, es gab einige, die trotzdem verstanden hatten, daß der eigentliche Feind in Berlin sitzt. Wir wissen aber nicht, was passiert wäre, hätte die Wehrmacht gewonnen, also in der Pflicht geblieben im Frieden, und wären dann die Verbrechen der Nazis für alle deutlich zum Vorschein gekommen.

    Die Scholls konnten ja nur Widerstand leisten, weil sie durch Augenzeugen erfahren hatten, was wirklich passierte und damit der kriminelle Charakter der Regierung offensichtlich wurde. Und sie haben darüber aufklären wollen, also wußten andere es offensichtlich nicht.

    Nicht nur die kleinen Leutnants vom Schlage Schmidt konnten nicht viel tun, sondern niemand konnte das, weil nur wenige überhaupt überzeugt sein konnten, daß sofort etwas hätte getan werden müssen. Und dies auch deshalb, weil es außerordentlich schwierig gewesen wäre. Es hätte in der Konsequenz Lebensgefahr, Hochverrat und das Risiko Bürgerkrieg (Waffen-SS) bedeutet und zwar mitten im Krieg.

    Wenn man dieser Tage sieht, wie eine gemeingefährliche Frau Merkel, dümmlich grinsend und schwafelnd über ihrer peinlichen Raute, den Rechtsstaat abschaffen kann, indem sie einfach durchmarschiert wie es ihr beliebt und egal wie groß der Schaden ist, dann kann man den damaligen Offizieren, die sich einem brutalen Diktator, der Gestapo und der SS gegenübersahen und einer Welt von Feinden, nicht mehr ernsthaft pauschale Vorwürfe machen. Es geht noch viel erbärmlicher.

    Das schreibe ich Ihnen, werter Don, persönlich und mit freundlichem Gruß, wenn Sie es nicht aufschalten wollen, ist das auch in Ordnung.

    • Titel eingeben
      Traurig, nicht wahr? Die Demokratie wird ausgehöhlt, in NRW werden Wahlstimmen genullt, die Meinungsfreiheit wird kassiert und wir sitzen auf dem ganz hohen Ross gegenüber den Vorfahren.

    • Das Nullen wird uns noch am Rande beschäftigen.

    • Historiker die den Zweiten Weltkrieg als zweiten Teil eines einzigen Weltkrieges sehen
      @Silas:
      Churchill am 27.02.1944 an Stalin:
      „Ich betrachte diesen Krieg als einen 30jährigen Krieg von 1914 an.“

  51. u.a. zur Frage wie man schwierige Zeiten übersteht
    zu empfehlen sind auch die Gespräche
    mit Ludwig Erhard und Golo Mann
    (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

    L. Ehrhard
    https://www.youtube.com/watch?v=qw1NuAdwkZg

    G. Mann
    https://www.youtube.com/watch?v=otqooqgPj2Q

  52. Die Idee, Don Alphonso, man verkörpere das Höchste, weil man auf den Schultern der Vorfahren
    stehe, ist eine der fälschesten, da stimme ich Ihnen zu. Arno Borst und Friedrich Kambartel, zwei Konstanzer Lehrer, standen nicht an, diese Kritik der falschen zeitgenössischen Selbstbeweihräucherung wieder und wieder vorzutragen, auf dass immer neue Studentengenerationen die Chance hätten, das nachzuvollziehen.

    Die beiden Herren sahen es auch als ihre Aufgabe an, ihre Ideen zu verteidigen, wenn das Jungvolk Einwände geltend zu machen sich bemüßigt fühlte. Sie waren sich dafür keineswegs zu schade, obwohl die Einwände von Zeit zu Zeit arg dürftiger Natur (MSB// KPD/ML//…Sponti-Selbtbesoffenheit) waren.

    Die für meine Begriffe dollste Frucht dieses Bemühens ist auf Borsts Seite der Band „Mönche am Bodensee“, der grade wieder im Libelle Verlag in einer sehr schönen Ausgabe aufgelegt worden ist.

    In diesem Mittelalter-Buch geht es an erster Stelle um genau das: Wie verschieden die Menschen insgesamt bisher die Welt betrachteten – und wie berechtigt so vieles davon (aber: Nicht alles…) war.

    Freilich – zu glauben, dass man selbst sozusagen die Krone der Zivilisation sei, kann eine Teilmenge eines heilsgeschichtlichen Bewusstseins sein, es kann auch die Hauptsache einer heilsgeschichtlichen Einstellung ausmachen, aber es ist kein notwendigerweise heilsgeschichtlicher Gedanke. Insofern ist das, was sie oben schreiben, missverständlich.

    Was ich hier einwende, zielt darauf ab, zu sagen, dass es einen guten Sinn hat, die sozusagen transzendentale (=religiöse) Sphäre und den weltlichen Bereich zu trennen. Man kann dieses subtile Manöver als Rückversicherung gegen die Überstrapazierung innerweltlicher (=diesseitiger) Heilsversprechen ansehen. Das aber halte ich für einen ziviliatorischen Fortschritt.

    Für Säkulare ist dann Bloch z. B. erhellend, weil die so erfahren, wie viel geistiger Raum zwischen einer utopischen Idee und ihrer weltlichen Realisierung sich notwendigerweise auftut.

    • Ich privat bin der Meinung, dass die Zivilisation um 1770 recht ausgereift war, und Leibeigenschaft war besser als ihr Ruf.


    • So peu à peu möchten Sie doch einmal herausrücken mit konkreteren Vorstellungen zur Ausgestaltung der neuen Leibeigenschaft ;-)

      Vertragsverhältnis? Einseitig kündbar? Wer zahlt was? Wer schlichtet bei Streitigkeiten? Rote Absätze vulgo Louboutins? Und können wir bitte wieder mehr Latein haben?

      Für Literatur und Kunst könnte freilich nichts Besseres passieren: Mehr Huldigung und mehr Form!

    • Es gibt Schweineställe und in der nähe hütten und Wassrr aus dem Bach. Alles bio! Wie früher halt.

    • @Don Alphonso
      Und wenn ein Leibeigener beim Schweine hüten krank wird?

      Muss er dann in seiner Hütte verenden oder geruht der Herr ihn zu seinem Leibarzt zu schicken?

  53. Feuchte maasche Träume in China auf dem Weg zur Realität...
    http://www.sueddeutsche.de/politik/sz-werkstatt-wie-china-den-voellig-vertrauenswuerdigen-menschen-schaffen-will-1.3514184

    -20 wer Don Alphonsos Blogs liest
    -50 für jeden, der Einwände gegen Genderneusprech & Buntheit erhebt
    -100 wenn Wehrmachtsdevotionalien bei einem auf dem Dachboden gefunden werden…

    Aber wenn es doch unserer Sicherheit dient und nur zu unserem Besten ist…

  54. so wahr
    “ Dem Irrglauben, man sei die Spitze der menschlichen Entwicklung “ warum muß ich gerade ans Klima denken, und den Wahn bewust und wirklich die Durchschnittstemp. senken zu können.

    So viele alte Stinker, die auch noch Blei brauchen, Danke.

    Porsche schlug übrigens den ersten E- Nabenmotor vor, Elektroautos gabs schon früher und reichlich.

  55. Vielen Dank!
    Lieber DA, Ihre Bayreuther Geschichte hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Mein Vater war Jahrgang 1919 und hat mit viel Glück den Krieg überlebt. Nach dem Krieg wurde er Lehrer. Zu seiner Beerdigung kamen über 100 ehemalige Schüler aller Altersstufen. Ohne diese Aufbaugeneration gäbe es heute keine Demokratie.
    Grüße Uli

  56. (Zivil-)Courage?
    Mit dem Mut (zu sagen, was man denkt, und danach zu handeln) ist es wie mit der Treue:

    Solange er nie auf die Probe gestellt wurde, ist nicht viel von ihm zu halten.

    Im Übrigen:
    Mein Vater war als junger Mann 7 (!) Jahre in Kriegsgefangenschaft. Ein Onkel fiel mit Anfang Zwanzig nahe der Heimat. Ein anderer Onkel kam erst Jahre nach dem Krieg als Spätheimkehrer aus Russland zurück.

    Ich ertrage es nur schwer, dass jetzt auch die Ehre derjenigen in Frage gestellt wird, die als einfache Soldaten keine Chance hatten, sich gegen den äußeren und vor allem gegen den inneren Feind zu wehren.

    • ....als einfache Soldaten keine Chance hatten sich gegen den inneren Feind zu wehren
      @R. v. Hehemann
      Die Bemerkung ist nichts weniger als neu, daß keine Kriege zugleich so ehrlos und so unmenschlich geführt werden, als die, welche Religionsfanatismus und Parteihaß im Innern eines Staates entzünden. Friedrich von Schiller

  57. Geschichtsbetrachtung
    Lieber Don Alfonso,
    ich musste ihren Text zweimal lesen, bevor ich ihn im Grunde und wirklich verstanden habe; bevor ich verstand, um was es ihnen geht.

    Beim zweiten lesen war ich berührt von der Menschlichkeit, die Sie auch noch dort Menschen sehen lassen, die nicht die Gnade der späten Geburt erdulden durfte.

    Ich möchte , ohne große Erläuterung, aber gleichzeitig mit aller Behutsamkeit etwas Persönliches aus meinem Leben berichten, was mich geprägt hat und ihren Text im Grunde beinhaltet.

    Mein Vater war Sklave. Bei den Nazis. Es ist bekannt wie sehr die Sklaven leiden, hungern und sterben mussten.

    Nach Ende des Krieges war er „Sterbenskrank“ und frei.

    Wenige Monate nach Kriegsende heiratete mein Vater eine dieser „Nazi-Bräute“, wie sie allgemein verächtlich beschimpft wurden. Er, der Sklave, heiratet eine der Sklaventreiberinnen sozusagen.

    Ich habe meinen Vater nie fragen können, was im Einzelnen geschah, er starb zu früh.

    Aber ich habe zwei Dinge dabei im Kopf:

    Das erste: Es muss also zwingend unter den Nazis (die heute durch die Bank weg allesamt als Verbrecher moralisch verurteilt werden) ausreichend Menschen gegeben haben, die sich trotz Nazizeit menschlich verhielten; und zwar so sehr, dass in meinem Vater niemals Hass auf die Nazis zu Ausdruck kam. Er muss also Gutes im Leid erlebt haben. Sonst hätte er niemals diese Deutsche heiraten können, die die „Antifa“ heute wohl verbrennen würde.

    Das zweite: in der Anfangszeit der 50er Jahre herrschte immer große Not und Hunger. Und es kam immer wieder vor, das mein ausländischer Vater „Wildfremde“ aber deutsche Menschen mit nach Hause brachte, weil sie Hunger hatten. Und meine (deutsche) Mutter meckerte dann ein wenig, weil es Fremde sind, sagte aber dann, das blieb mir 65 Jahre im Kopf „Wo acht satt werden, werden auch neun satt“.

    Auch da ein humanitäres Verhalten, das in keiner Weise zum Klischee der bösen Deutschen passt, die ja alle Nazis waren, wie wir ab den 60ern tüchtig belehrt wurden. Ein Ex-Arbeitssklave gibt dem bösen deutschen ehemaligem Nazi zu Essen.

    Daran musste ich denken, als ich ihren Text las. Und darum beeindruckte er mich.
    Es ist ja so einfach, nein, so primitiv, durch die Bank weg alles aus der damaligen Zeit als schlecht und damit verurteilenswert zu bezichtigen. Was fuer ein Geschichtsbild haben so Leute im Kopf?
    Mehr noch, mit wie wenig Einfühlungsvermögen versucht man heute zu beurteilen, wie man sich damals hätte verhalten müssen?

    Mein Vater hätte wohl heftig protestiert, trotz seiner schlimmen Erfahrung, die ihm den frühen Tod brachte.
    Nazis, die menschlich waren? So sehr, dass ein Arbeitssklave der Nazis keinen Hass empfinden konnte? Das stellt die primitive Geschichtsbetrachtung auf den Kopf.

    Dass mir die Autos zwar gefielen, aber nicht so wichtig sind, sehen Sie mir bitte nach. Ich „liebe“ meine Tochter, Bugattis und Ferraris, mehr auch nicht. Aber dafür kann ich ihnen etwas über Krokodile erzählen. Immerhin.

    • Das, was mir durch den Kopf geht, ist der Umstand, dass man mit Urteilen vorsichtig sein soll, wenn man nicht in der Lage ist, sich die Vergangenheit vorzustellen. Es ist wirklich gut, wenn die Menschen heute antitotalitär erzogen werden, aber das sollte man halt nicht nutzen, um sich besser zu fühlen, und gleich wieder intolerant zu werden.

    • Der gute Nazi. Sicher.
      Anna Seghers „Das siebte Kreuz“

      Keine Frage:Die große Tragik hat immer auch die „kleine“ des einzelnen Lebens zur Voraussetzung.Aber ist es nicht immer noch sehr verwunderlich, dass es schlagartig 1945 keinerlei Täter mehr gab?
      Selbst Göring war wahrscheinlich eigentlich und bei Lichte betrachtet ein Sozialarbeiter. Der wusste wirklich von nichts was. So jedenfalls ist er dann aufgetreten. Und wenn der schon nichts wusste…. dann kann es nur noch Hitler persönlich gewesen sein, denn Porsche, Krupp, Mercedes usw. waren es ja auch nicht.

      Aber wer hat die irgendwas um die 10 000 sowjetischen und polnischen Dörfer und Städte verwüstet? Muss ja jemand gewesen sein. Haben die Bewohner das eventuell selbst gemacht? Könnte das sein? Und dann gibts ja auch noch die Sinti und Roma, die Juden, das „unwerte“ Leben uswusf. Wirklich keine Verantwortlichen?

      Doch Tico, es gab und gibt Verantwortliche. IMMER! Die mit der großen und auch die mit der kleinen Verantwortung. Weder aus der großen noch aus der kleinen kann man sich herausstehlen. Übrigens auch heute nicht! Obwohl das aus den bekannten Gründen eine Art Volkssport ist. Vielleicht sogar eine urdeutsche „Sportart“.

      Man sollte ganz gewiss niemals Urteile fällen. Schon gar nicht, wenn man keine eigene Erfahrung hat. Aber ebenso wenig sollte man sich das alles schönreden. Mit Letzterem sind immer noch sehr viele beschäftigt. Vielleicht ist die jegliche Geschichtsschreibung im Grunde nichts anderes als Schönschreiberei der Sieger (Die Verlierer schreiben ja eh nie.)?

      Haben Sie auch nur einen einzigen Menschen aus der Sowjetunion, einen einzigen Polen etc. gefragt, wie die das damalige deutsche Tun so sehen? Könnte sein, dass die doch ein wenig weniger feinsinnig argumentieren. Vermute ich mal.

      Und nun zurück zu den Autos.

    • erst 70 Jahre her
      Zitat:
      „Das, was mir durch den Kopf geht, ist der Umstand, dass man mit Urteilen vorsichtig sein soll, wenn man nicht in der Lage ist, sich die Vergangenheit vorzustellen.“

      Was mich wundert ist, dass man sich nicht in die Köpfe von Leuten hineinversetzen kann, die grade mal vor ein bis zwei Generationen gelebt haben, also nur vor knapp 70 Jahren, mit tonnenweisse zeitgenössischen Material.

      Aber es dagegen die moderne Archäologie schafft sich vom Neuzeitdenken zu lösen und sich in Gedankenwelten von Jahrtausende alten Kulturen zu versetzen, mit überragend weniger Quellen.

      Frustrierend widersprüchlich.

    • Ich komme aus dem Bayern von FJS, und die Welt, an die ich mich noch erinnern kann, ist weltenfern. Kalter Krieg halt, da war allen klar, dass man zu sterben hat, wenn der Russe kommt, und das bestimmte viele Aspekte des Daseins. Wir hatten Nachbarn mit Atombunker.

      Erklären Sie das mal jemandem, der 2000 geboren wurde.

    • .
      Tja, und dann sitzt man in der Geschichtsdidaktik und hört [mit biestigem Ausdruck vorgetragen], es sei der eigene Anspruch, dass alle – alle! – den eigenen Geschichtsunterricht als Pazifisten wieder verlassen, und man empörte sich, dass Dreizehnjährigen beim Mahnmalbesuch nicht automatisch die richtigen Tränen flossen.

      Hm, ist nicht einfach: Ich hatte auch schon das Vergnügen, einander durch die Gegend jagende Pubertiere in einem entsprechenden Museum wieder einzufangen (der Blick der dortigen Gouvernante, brr).

    • Bei uns wusste man generell noch zu wenig über die Zeit, heute gibt es da zumindest in Gymnasien so etwas wie ein Überangebot. Wir sollten nach Dachau, als es geschlossen war, und gingen statt dessen nach Nymphenburg – trotzdem wurde keiner Rechtsterrorist.

    • @D.A.
      „Es ist wirklich gut, wenn die Menschen heute antitotalitär erzogen werden, aber das sollte man halt nicht nutzen, um sich besser zu fühlen, und gleich wieder intolerant zu werden.“

      Die Menschen werden heute nicht „antitotalitär“ erzogen, ganz im Gegenteil. Sie werden antiautoritär erzogen, deshalb sind sie nicht mehr in der Lage anzuerkennen, wenn und falls sie es mit überlegenem Wissen/Erfahrung zu tun haben. Das zu sagen, ist tabuisiert, die Meinungsfreiheit steht Kopf. Ein gutes Beispiel dafür ist das Rededuell zwischen Sascha Lobo und Joachim Radke https://www.youtube.com/watch?v=K01eg8CrCeQ

      Busfahrer Radke aus dem Osten, natürlich autoritär erzogen, hat sich eine Meinung gebildet und er ist reflektiert genug, zu erkennen dass das aus einem Informationsmangel heraus geschah. Dass er meint, die AfD könne dem abhelfen, führt er selber auf Gefühle zurück, die dieses „Vakuum“, wie er es selber bezeichnet, füllen.

      Frau Maischberger ist aus dem Westen und wurde, so hat es für mich jedenfalls den Anschein, totalitär erzogen: Die Tatsache, dass ein Busfahrer aus dem Osten nicht das spricht, was sie gerne hören möchte, treibt sie schon bald unbewusst dazu, ihn herabzusetzen: Zunächst mal erklärt sie, er würde bei Pegida „marschieren“ Sie ist, wie es mir scheint, nicht in der Lage zu respektieren, dass die Versammlungsfreiheit in diesem Land für jedermann, insbesondere für jeden Deutschen gilt, sondern muss das mit einem herabsetzenden Wort belegen. Ihre anschließende Relativierung, nachdem sich Herr Radke dieses Verhalten verbeten hat, trägt den Anschein einer reinen Schutzbehauptung. „Marschieren“ ist selbstverständlich nichts demonstrationsimmanentes; als Westlerin weiß sie das auch. Niemand hätte im Zusammenhang mit der Loveparade, die ebenfalls den Schutz der Versammlungsfreiheit in Anspruch nahm, von „marschieren“ geredet. Diese offenbar unehrliche Form der Kommunikation – das Abstreiten – ist ebenfalls kennzeichnend für Totalität; jeder Widerspruch, jedes Verwahren wird grundsätzlich nur negiert, nie angenommen.

      Der Westler Sascha Lobo argumentiert, m. E. ebenfalls totalitär, sprich mit Anspruch auf die absolute Deutungshoheit: „Ich muss jetzt mal was sagen, weil ich sonst gleich platze … Haben Sie eben tatsächlich im deutschen Fernsehen behauptet, die Gleichschaltung in der Presse heute sei krasser gewesen als in der DDR?“ Sollte Busfahrer Radke ihn nun platzen lassen, den Herrn Lobo, oder sollte er zurückrudern, obwohl Sascha Lobo keine Vorstellung davon haben kann, wie gleichgeschaltet die Presse in der DDR war? Denn er hat den Abgleich zwischen Realität und Propaganda nie miterlebt, tut mir leid. Er mag sich eingearbeitet haben; aber das reicht nicht, einem Zeitzeugen über den Mund zu fahren, dafür braucht man ein Argument und keine bloße Empörung.

      Das sind nur zwei Beispiele. Braucht´s noch mehr?

    • Lobo ist kein Westler, Lobo ist nach eigener Aussage auf Ritalin.

    • @D.A.
      Lobo ist kein Westler, Lobo ist nach eigener Aussage auf Ritalin.

      Ist mir schon klar, dass Sie ihn am liebsten zur persona non grata erklären möchten! Aber, das Leben ist hart und ungerecht: Sehen Sie, wie ich mit Dr. Holm leben muss, hilft ja nun alles nüscht, so müssen Sie wohl mit Sascha Lobo leben, der ist nämlich einer Ihrer gut bezahlten Leistungsträger! Hätten Sie ihn mal lieber rechtzeitig erzogen … und was ist überhaupt mit Frau Maischberger? Und soll ich noch mehr und noch schlimmer?

    • Fällt es noch jemandem auf?
      Die enorme Feinsinnigkeit und das Beharren auf gerichtsfest zu beweisender Schuld bei den Wehrmachtsangehörigen an all den Verbrechen, die ja zweifellos begangen wurden, war und ist beim (Ver)urteilen der Ossis/der DDR nur in homöopathischen Dosierungen wahrzunehmen. Die Diskrepanz ist frappierend. Erst recht, wenn man sich die so sehr gepflegten Pauschalurteile gegenüber Feministinnen, Grünen, Berlinern, „Prantlhausenern“ uswusf. hier im Blog mal vor Augen führt.
      Da staune ich dann schon über den Wunsch, die eigenen Familienangehörigen in der Wehrmacht fair beurteilt sehen zu wollen. Diese zwei Maßstäbe passen offensichtlich nicht zusammen.


    • Grigorij, Sie scheinen Krieg für eine Veranstaltung zu halten, bei der man „nicht mitmachen“ kann.
      Aber ist es nicht immer noch sehr verwunderlich, dass es schlagartig 1945 keinerlei Täter mehr gab?
      Nein, ist es nicht, in keiner Weise. Bei einer Niederlage rettet sich, wer kann – denn von der Besatzung gegriffen wird der, der gerade greifbar ist, und nicht viel Federlesens gemacht. Wenn einem die Bomben auf den Kopf fallen, kann man zwar meditieren „sowas kommt von sowas“, aber man bleibt trotzdem auf die Restorganisation von Staat zum Überleben angewiesen, egal wie furchtbar man alles findet. Wobei ich aber den Eindruck habe, daß die Kriegsgeneration nicht viel Zeit hatte fürs Furchtbarfinden (sie waren mit überleben beschäftigt), jedenfalls nicht so viel wie ihre Enkel, die meinen, die Schlachten der Vergangenheit viel gründlicher und „richtiger“ austragen zu können.

    • Auch die unmittelbare Nachkriegszeit und die Zwänge sind so etwas, das wir heute kaum mehr verstehen können.

    • @Grigorij
      „Die enorme Feinsinnigkeit und das Beharren auf gerichtsfest zu beweisender Schuld bei den Wehrmachtsangehörigen an all den Verbrechen, die ja zweifellos begangen wurden, war und ist beim (Ver)urteilen der Ossis/der DDR nur in homöopathischen Dosierungen wahrzunehmen. Die Diskrepanz ist frappierend.“

      Ja, in der Tat! Ich glaube, Heinz Keßler ist zu siebeneinhalb Jahren verurteilt worden. Ich glaub, das hat dann auch gereicht … oder wollten Sie den Strick? Im übrigen gab es auch in der NVA ehemalige Wehrmachtsangehörige.

    • Fällt es noch jemandem auf?
      … ja, aber das Gegenteil.

      Es geht um Differenzierung in einem Bereich wo gerne pauschalisiert wird und moralisch überhöhte und abwertende Generalverdachte ausgeschüttet werden und man auf der Asche von Toten moralische Anständigkeit exerziert und „Säuberungen“ befiehlt. Ist doch nicht schwer zu verstehen, aber eine Sichtweise, die manchem vielleicht ungewohnt ist, denn mit Sesamstraße, SZ usw. (Westen) und bzw. Schwarzem Kana, ND (Osten) wurde das nunmal anders beigebracht ….

    • @Grigorij
      Werter Herr Grigorij,
      ich habe keine Kriegsbeteilige aus Polen oder der UdSSR befragt. Für mich ist das „Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst“ aber das Beste für eine erste Information über den Krieg aus sowietische Sicht. Für einen Besuch sollte man mindestens eine Tag einplanen.
      MfG Haas

  58. Tolle Fotos
    Wie immer tolle Fotos. Aber Sie sind doch nicht für schlappe 18 Fotos runtergefahren, wo sind die restlichen 278 ? ;)

  59. Titel eingeben
    Schoener Artikel,

    irgendwo habe ich ein Bild von meinem verstorbenen, 1925 geborenen, Vater in Wehrmachtsuniform. Als mein persoenlicher „Protest“ werde ich das nun hervorholen und im Haus aufhaengen. Ist da ja noch nicht verboten.

    • @Fred
      Bitte lassen Sie doch Ihren Vater aus den aktuellen, unwürdigen Kabalen in der Berliner Politik 2017 kurz vor der nächsten Bundestagswahl.

      Mein Vater, bereits verstorben, vermisste zeitlebens seinen Vater, und er fehlte ihm in all den Jahren nach dem Krieg im ehemaligen Schlesien, heutigen Polen. Mein Vater verachtete die Nazis, hasste die Kommunisten – und doch hatte er persönlich und geschichtlich und beruflich die Menschen kennengelernt in allen Systemen – den Diktaturen und dem so freien Westen. Am Ende war er bitter enttäuscht darüber, wie wir „im Westen“ nach 1990 alle vorher propagierten Werte verkauft haben.

      Die Amerikaner waren seine Rettung, so sah er es über Jahrzehnte, da sie die Demokratie in Westdeutschland schützten – doch in den 1990er Jahren wandte er sich tief enttäuscht im Wortsinne davon ab, dass sie keinerlei Respekt vor den Menschen und bürgerlichen Werten und der europäischen politischen Kultur mehr zeigten, sondern alles taten, um ihre Wirtschaft mit ihrer Militärmacht – nach dem Zerfall der Sowjetunion zunächst unlimitiert – weltweit Kriege begannen…

      Warum schreibe ich Ihnen das? Weil wir nicht alles mitgehen müssen, was unreflektierte Luftpumpen in den medialen Orkus blasen.

      Wer in Hamburg in der Bundeswehr-Universität ein Bild von Helmut Schmidt abhängt, der hat die Bundesrepublik Deutschland auf Basis des Grundgesetzes des Parlamentarischen Rates 1948/49 geistig und moralisch verlassen. Weil er kein Gefühl mehr für die Grundlagen unserer Gesellschaft und ihrer aktuellen Verfassung hat!

      Europa ruft – große neue Werte und eine „global konkurrenzfähige Staatengemeinschaft“ müssen geschaffen werden – da muss jede Erinnerung an die Bundesrepublik Deutschland und ihrer dunklen Herkunft getilgt werden! Denn Helmut Schmidt … hatte bis zuletzt nicht für Auslandseinsätze plädiert, wenn ich mich recht erinnere…

      Von meinem Grossvater blieb nach fast sechs Jahren als Soldat im Krieg im Januar 1945 nichts übrig als … seine Namensnennung auf den langen Tafeln des Kriegsgräberdenkmals in Posen.

      Ich werde niemals Bilder von Soldaten aufhängen, da alle meine älteren männlichen Verwandten keine Bilder hinterlassen haben. Sie hatten sehr unterschiedliche Positionen – und keiner von Ihnen fühlte sich als Held, im Gegenteil.

      Heldenhaft wird in anderen Erzählungen von diesem Krieg berichtet. Ich empfehle u.a. eine Reise nach Krakau, in der die Erinnerungsfolklore so abartig widerlich pervers globalisiert-monetarisiertes Geschäft geworden ist, dass mir schlecht wurde, als ich die Dame in Partisanenkluft die isrealische Studentengruppe durch die Stadt führen sah.

      So wird das nichts, wenn alle heute ihre Bilder projzieren, die nichts mehr an Respekt gegenüber dem unglaublichen Leid dieser Geschichte aufzeigen…

      Bedenken Sie dies. Mich hat der Besuch des deutschen und sowjetischen Kriegsgräberfeldes in Posen geändert – ich habe die rückwärts gewandten Diskussionen beendet – mich interessiert nur noch unsere heutige Verantwortung und unsere heutigen Entscheidungen. Für diese bin ich verantwortlich. Gemeinsam mit Ihnen und der – nach ihrem Englisch zu urteilen US-amerikanischen – Touristenführerin in Krakau.

      Das nennen wir Wertgemeinschaft in globalisierter Welt. Warum aus Protest Bilder aufhängen, wo es nichts bewirkt?

  60. Zum Gesamtbild fehlen noch ein paar Punkte
    Wenn man schon auf das Wirken des Duce und zukünftige Süßwasserspenden für Äthiopien zu sprechen kommt, dann könnte man zusätzlich zur Bautätigkeit und der Mille Miglia auch die Giftgasangriffe der italienischen Kolonialarmee in den 30ger Jahren in diesem afrikanischen Land zur Sprache bringen. Zur Gnade der späten Geburt: ich erinnere mich noch an eine Diskussion anlässlich des Todes vom jüdischen Moderator Hans Rosenthal 1987 bei der Geburtstagsfeier eines Angehörigen. Einige damals steinalte Senioren aus der Nachbarschaft haben aus diesem Anlass ernsthaft darüber diskutiert, ob es nicht doch auch gute Juden gegeben habe und ob man nicht vielleicht zu viele Unschuldige umgebracht hätte. Ich war schockiert. Selbst meine Verwandten und Nachbarn hatten während dem Krieg mitbekommen, dass die Juden im Ort und anderswo nach und nach verschwanden und sich einen Reim darauf gemacht. Nun wurde 1987 tatsächlich diskutiert, wer davon eigentlich ganz in Ordnung gewesen wäre. Die Menschen, die da Leben in lebenswert und zu recht ermordet eingruppiert haben, waren lauter einfache Leute. Handwerker, Arbeiter. Sie hatten zum Teil in der Wehrmacht gedient, danach die BRD aufgebaut und wählten brav SPD oder CSU. Und doch wirkte die Verblendung auch nach über 40 Jahren immer noch nach, wenn ein paar Bier die Zunge lockerten. Mir wurde damals von den Jüngeren gesagt, ich solle mich nicht einmischen, man wollte keinen Streit. Die alten Leute könne man eh nicht mehr ändern, sie wüssten es nicht besser und meinten es nicht böse. Heute sind sie alle tot. Helmut Schmidts Lebensleistung in allen Ehren. Aber dass ein Offizier der Wehrmacht an der Ostfront – ein besonders schlauer und pfiffiger Bursche, rein gar nichts vom Holocaust mitbekommen hat, während Simpel in einem Kuhdorf geschnallt haben, was abgeht, glaube ich seit diesem Tag nicht mehr. Meine Leere daraus: auch wenn es heute angeblich wirklich ein leichter Sieg ist, wenn man gegen den Nazionalsozialismus antritt und auch wenn die moralische Entrüstung zu wohlfeil ist – ein Boxkampf hört nicht auf, nur weil ein Gegner unterlegen sind. Der Boxkampf hört auf, wenn ein Gegner das Handtuch schmeißt oder K.O. geht.

    • Ich bin in Bayern aufgewachsen und kenne das auch noch, aber es hat sich seitdem viel geändert. Worum es mir geht ist die Frage, ob wir momentan uns nicht einfach nur noch an Symbolen abarbeiten, um gut dazustehen. Es ist ja nicht so, dass man dafür einen Überlebenden der Zwangsarbeit durchs Alterheim schieben müsste.

  61. Titel eingeben
    Gut geschrieben und notwenig.
    Der Blogeintrag sollte Schllektüre werden.

  62. [Nur Hinweis auf Tippfehler]
    Bitte korrigieren:

    „hat frappierende Ähnlichkeit dem dem neuen deutschen Antifaschismus“

    „hat frappierende Ähnlichkeit mit dem neuen deutschen Antifaschismus“

  63. Bester Dank
    ….ist dem Autor, dem Herrn dieses Salons, nach mehr oder weniger 10 Jahren geschuldet.

  64. Danke
    für diesen wunderbar nachdenklichen Artikel. Und natürlich für die MotorSPORTpornornographie. Es wird zuviel zu schnell geschossen dieser Tage. Und obwohl ich wenig übrig habe für die intellektuell wenig satisfaktionsfähigen Diskursverbieter: Richtig grausen tut es mich vor dem Tag, an dem ein fescher neuer Haider die AfD übernimmt, Höcke rechts überholt und das ganze technische und rechtliche Instrumentarium für politische und dann gesellschaftliche Säuberungen nutzt. Das Instrumentarium, das die Wohlmeinenden geschaffen haben.

    In der Zwischenzeit kichere ich unter blauem Himmel hohl über Humoresken rund um das Kreuz auf dem Stadtschloss bei Marzahn.

    Danke für die nachdenklichen Zeilen, bester Don!

    • Danke. Ich sehe da keinen Haider kommen, die Opportunisten gehen bei uns eher zu den Volksparteien. Natürlich traue ich der AfD keinen Millimeter.

  65. Es wird in den Kommentaren
    und im text selbst auf die Notwendigkeit zur Differenzierung hingewiesen. Auf der anderen Seite wird die Intelligenz als Fähigkeit zur Differenzierung beschrieben.
    Es ist vor allem die Differenzierung in der öffentlichen Debatte, die mir fehlt. Sollte uns das zu denken geben, was die Fähigkeiten der prominenten Politikerdarsteller angeht?

    Ich halte es da lieber mit Georg Kreisler. https://www.youtube.com/watch?v=FWI8I-4ifVA

  66. Geschichte die nicht vergehen will
    Ich bin mehr als doppelt so alt wie mein Großvater Mütterlicherseits, der in der Uniform der Waffen SS „Prinz Eugen“ 1943 gefallen ist.

    Als Donauschwabe Volksdeutscher, hatte er eine Wahl? Vor 39 der Druck einen serbischen Namen anzunehmen, das Verbot Land zu erwerben. Kein Kommunist, Kein Nazi aber ganz sicher kein Serbe oder Kroat, Donauschwabe halt. Polyglott, vielsprachig, mit Ungarn verwoben in der Familie. Mit dem Bewußtsein in diesem Mutti-Kulti Hexenkessel zu leben, einem Bürgerkrieg ähnlicher als dem großen Krieg.

    Er und andere, verhungerte und erschlagene Familienmitglieder haben die großen Worte bezahlt. Andere sind davongekommen, mit dem Leben um davon zu erzählen, in kurzen Andeutungen und knappen Sätzen.

    Geschichte läßt einen ratlos zurück, aus weiß wird schwarz. Aus Opfern werden Täter, alles hat ein davor und danach. Kein Krieg ist auch keine Lösung. Am Ende ein Nihilistisches Grau.

    Ich bin die immer absurdere Nazijagd leid, die Geschichte, die nicht vergehen will und nur noch als Steinbruch dient um Denk-, Sprech und Diskursverbote zu mauern.

    Das einzige Bild, das ich von meinem Großvater habe ist sein Hochzeitsbild, ein linkischer junger Mann und eine strahlende Braut, da hatte er noch ein Jahr zu leben und zu kämpfen.

    Nein, ich werde den Stab nicht über Ihm brechen, nicht wegen der Uniform, nicht wegen dem morden und gemordet werden.

    Die Toten sollen Ihre Toten begraben, ich kann niemanden mehr retten, weder vor dem Gulag, noch vor der Rampe, noch vor tscetniks oder Partisanen.

    Meinen Kindern gebe ich die ganze Geschichte weiter, es ist nicht meine Aufgabe die Schlüsse aus dem wozu und warum vorzugeben.

  67. Vielen Dank
    Lieber Don,
    vielen Dank für diesen eleganten Artikel. Zugegeben: der motorische Teil ist schön geschrieben, der Einstieg aber packte mich. Meinen Fragebogen von Ernst von Salomon habe ich mir wiedermal für morgen herausgeholt. Haben Sie Dank für Ihre vielen Anregungen.

    • Danke, manchmal dauert es halt, bis man einen Platz für eine Geschichte hat. Die beiden alten Männer haben das, und das hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht, völlig ohne Hass und Verbitterung erzählt, einfach so, wie es war, ohne Beschönigung.

  68. Titel eingeben
    Interessanter Artikel. Man könnte natürlich auch die These aufstellen, dass Italiens Umgang mit der Vergangenheit auch fragwürdig ist, es wurden ja auch im Grunde keine italienischen Militärs z.B. für den Angriffskrieg auf Äthiopien zur Rechenschaft gezogen (wo es auch sehr häßliche Verbrechen wie z.B. Massaker an den dortigen Eliten, oder auch an Gemeinschaften von Mönchen gab), und in der Erinnerung in Italien scheint man den Schwerpunkt ja eher auf die Zeit nach September 1943 und die dann von den Deutschen an Italienern begangenen Verbrechen zu legen.
    Aber Deutschland…macht mich nur noch sprachlos. Seltsames Land.

    • Auch in italien waren die meisten irgendwiw bei der Resistenza. Bezeichnenderweise ist die faschistische Partei nach dem Waffenstillstand sofort zerfallen, restlos, alle haben sich aus dem Staub gemacht, und das, obwohl jeder 4. Italiener dabei war, auch nach Ausschluss der echten Faschisten.

  69. Herrlich!
    Mal wieder ein Grund warum ich Ihre Beiträge so gerne lese. Ich kann Ihnen für diese tiefsinnige Darstellung eigentlich nur danke sagen. Gerade als einer derer, deren Chefin diesen Unfug ausgelöst hat.

  70. "Alles geht seinen sozialistischen Gang" nach Wolf Biermann
    Lieber Don Alphonso,

    nett haben Sie heute wieder geschrieben und all die schönen Bildchen von den Oldtimern. Ich bin mit meinem treuen und zuverlässigen 356er vor ein paar Tagen nach Cannes gefahren. So ganz ohne Stress und Abseits der Autostrada.

    Hier, im kultivierten Umfeld läßt sich schnell vergessen, was man gerade in Deutschland zur Gewohnheit macht.

    So habe ich heute nur mal schnell Ihre Zeilen gelesen, bin jedoch bei Ihrem Satz: „Es war ein weiter und harter Weg, die Verbrechen der Wehrmacht aufzuarbeiten und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern.“ doch hängengeblieben.

    Am 16. Juli 2015 schrieb die ZEIT unter der Überschrift: „Das letzte Gericht“ – „Meist ließ die deutsche Justiz die Verbrecher des Dritten Reichs laufen. In Lüneburg endet jetzt der wohl letzte Prozess gegen einen Täter.“

    Was Sie „Aufarbeitung“ nennen, nenne ich unter den Teppich kehren.

    Jeder seriöse Historiker erinnert sich, bei solchen Verfahrensweisen an Cicero, der am 17. März 44 v. Chr. zwei Tage nach Cäsars Ermordung eindringlich forderte die vorangegangenen, wenig rühmlichen Ereignisse durch ewiges Vergessen zu tilgen und begründete mit dieser Amnestie die Politik des Vergessens. Vorbild war der Sturz der dreissig Tyrannen und der Wiedererrichtung der Demokratie im Jahre 403 v. Chr.

    Wie immer, in Ihren Geschichtchen, haben Sie blumige Worte gefunden, um die Dinge passend zurechtzurücken und die jungen, geschichtslosen Leser werden es Ihnen danken.

    Ebenso wenig war eine „Aufarbeitung“ bezüglich der Lumpen der DDR gewünscht und die von DDRlern nach 1989 in der BRD gezeugten Kinder, werden sicher auch nicht von ihren Eltern bezüglich ihrer Stasi- oder Mitläufervergangenheit aufgeklärt werden, gleich den kleinen Islamis, die in den vergangenen Monaten in Deutschland gezeugt wurden. Da ist kein Unterschied.

    Aufarbeiten ist politische Anleitung zum Vergessen und Verdrängen.

    Ach, und da ist noch so ein Satz von Ihnen, der mich etwas nachdenklich macht:

    „Wer mit 7 Jahren unter die Herrschaft der Nationalsozialisten kam, der hat sie nicht gewählt. Der hatte auch bis zu seinem 18. Lebensjahr, praktisch gesehen, keine Chance, dem System zu entgehen….“

    Heute kann man durchaus sagen, daß wer mit 7 Jahren unter die Herrschaft Merkels kam, also jetzt 19 Jahre alt ist, hat durchaus, wenn er nur wollte, gute Chancen dem System zu entgehen.

    Doch mal ehrlich, wer will dies schon und alle fühlen sich doch wohl und mit einem kleinen, scherzhaft unterlegtem Kommentar bei Don Alphonso´s – Stützen der Gesellschaft, geht alles seinen gewohnten Gang.

    Mit der wärmeren Jahreszeit beweisen sich die Männer wieder heldenhaft, staatstragend und brandstiftend am Grill und verstecken sich unter Merkel´s Rock, gleich dem Brandstifter Joseph Koljaiczek unter dem Rock der Anna Bronski in G. Grass Roman die Blechtrommel.

    Deutschland braucht keine Erinnerung an Cicero. Deutschland hat Merkel.

    Ach, ich habe noch eine Einladung für das Grand Théâtre Lumière und muß zum Ende kommen.

    Vergange Nacht, nein, eigentlich war es schon früher Morgen, sahen wir uns in unserem Hotelzimmer noch einen Film an.

    „A Midsummer Night’s Dream“ von 1999. Wunderschöne Aufnahmen der Toscana des 19.Jahrhunderts in und um ein Renaissance-Schlosses mit der Handlung eines Shakespeare-Klassikers. Doch als ich den kleinen „Puck“ auf seinem Fahrrad, hin und her fahrend, seine Aufgaben erfüllend sah, waren meine Gedanken unweigerlich bei Ihnen.

    Mit einem herzlichen Gruß aus Cannes
    ObjectBe – ( objectbe.blogspot.com )

    • Hahnebüchene Vergleiche
      Entschuldigen Sie, aber Sie vergleichen gerade unsere Demokratie und Merkel mit der Nazidiktatur.

      Ist das Ihr Ernst?

    • Ist das Ihr Ernst?
      es ist nicht Merkel. das System Deutschland aktuell.

      Europa wird gerade von Deutschland wirtschaftlich an die Wand gefahren.

      Was wird (zb von Macron) verlangt, Frankreich, Italien, Griechenland, … , wettbewerbsfähig zu machen, nach deutschem Vorbild, Großkonzerne und Bürger die nicht aufmucken, deutsche Moral und Einheitsprodukte für alle.

      Jeder Staat in der EU als Exportweltmeister (H-Milch und Phosphorwurst für alle). Die Energiewende und Atomausstieg für alle, über den kleinen Umweg EU.

      Asylentscheidungen nach deutschem Vorbild und dann in Europa schön verteilen, Ich zittiere mal Hofers Aussage im Wahlkampf

      “ Sie werden sehen, was alles möglich ist“

      wer verliert am meisten wenn die EU zerbricht ?
      (die Griechen nicht mM)

    • Man kann das deutsche System nicht auf andere anwenden, das entspricht einfach nicht der Mentalität der Menschen. Ich habe einen Bekannten in Staggia, der aus Sizilien nach Deutschland kam und dann doch lieber einen Alimentari in Staggia eröffnete, weil es ihm so besser passte. Das ist sehr italienisch, aber auf dem Weltmarkt chancenlos.

    • @Dolm
      Ziehen Sie sich doch bitte nicht jeden Schuh an, den die Linken Ihnen vor die Füße werfen!

      Selbstverständlich tragen EU Politiker und die Deutschen sowieso an allem Schuld, was die nationalen Politiker (hier besonders auch die griechischen) verbockt haben.

      Griechenland wäre nach dem Ausstieg aus dem € schnurstracks auf dem Weg zurück in die Militärdiktatur, eine Drachme dann in freiem Fall würde keiner ausländischen Bank Sicherheit bieten für überlebenswichtige Kredite.

      Außerdem haben die Griechen in den letzten Wahlen immer die Gelegenheit gehabt auszusteigen, sie wissen wohl aber am besten, warum sie genau das nicht getan haben.

      Im Umkehrschluss wäre es ausserdem unlogisch auch noch Deutschland zu schwächen, wenn die EU insgesamt schwächelt.

      Niemand erwartet, dass alle so werden wie wir, das ist aber auch überhaupt nicht nötig!! Dieses fortwährende Kleinreden des alten Europas geht mir auf den Senkel, denn unsere abgestumpfte Linke, die schon lange keine echte Opposition mehr zu Stande bringt, macht sich mit ihrem dauernden Geschrei nach Eurobonds und ihren sentimentalen Refugees Welcome Geheule bloß zum nützlichen Idioten derer, die das alles verursacht haben und die heute daraus noch ihren Nutzen ziehen.

      Überlegen Sie doch mal, die USA und GB haben durch die profunde Destabilisierung des nahen Ostens nach dem Irakkrieg diese Flüchtlingskrise zu verschulden, wir aber nehmen die Flüchtlinge auf (während Frankreich noch so nett ist, keine Flüchtlinge durch den Chunnel zu lassen) und zahlen für den Mist. Im Gegenzug fährt Trump noch jüngst zu den Saudis und schließt fette Rüstungsdeals ab.

      Auch die Bankenkrise 2006 wurde in USA und GB fabriziert und brachte den Stein hier in der EU ins rollen, seitdem wir Griechenland und anderem mittels Rettungsschirm unter die Arme greifen und halb Europa bei uns in der Kreide steht, haben wir uns nolens volens zum Banker Europas aufgeschwungen.

      Das passt wiederum den Bankern in GB und den USA nicht, da wird denen einer zu mächtig!

      Kurzum, unsere Linken sind dermaßen verblödet (Schulz beweist das gerade wieder eindrucksvoll), dass sie sich voll von den rechten in den USA und GB vor den Karren spannen lassen.

      Alles was SPD und die Linke da von sich geben, nützt nur den Bankern und der Waffenindustrie in USA/GB (die übrigens zusammen die top ten der Waffenhersteller weltweit stellen) und schwächt gleichzeitig Europa.

    • weder rechts noch links
      die EU ist es,

      Don Alphonso sagt:

      Man kann das deutsche System nicht auf andere anwenden, das entspricht einfach nicht der Mentalität der Menschen.

      die Mentalität ist eine Sache, die geographischen Voraussetzungen dazu und insgesamt die gewachsenen Strukturen.

      Don du schriebst es schon, es sind nur deutsche so blöd, bei strahlender Sonne, höchstleistungen zu voll bringen. ;)

      @ Westzipfel

      vergleiche die Strukturen der EU mit denen der Bundesrepublik Deutschland, im Gegensatz zur Bundesrepublick Österreich.

      Wem ähnelt sie eher und wo will sie hin ?

      Anm: Deutsche Schul- und Europäische Lohnpolitik haben den gleichen Ursprung, den Wettbewerb. Möglichst viel Ergebnis, für wenig Gegenleistung. Sozial und Sozialismus sind nicht das gleiche und vertragen sich nicht besonders.

      und Deutschlands Techniker sind gut, die schaffen es noch, daß die Autos enttankt werden müssen, da es die Politik so wünscht.

      noch besser sind eigentlich nur die Bauern, füllen Wasser und Pulver vorne ein, dann kommt ein LEBENSmittel im Tetrapack und Sondermüll (Gülle) hinten raus, früher nannte man es, ich glaaaaube Kuh.

      übrigens die Lasagne Pferdchen, waren Arbeitslose Ostblockler, den Job übernahmen modernste Dieselsklaven, was passiert mit den 4.0 oder danach 5.0, Micheln die man nicht mehr braucht.

  71. Die Übriggebliebenen
    Noch mehr Last der frühen Geburt als Ihre 26er hatte der Jahrgang 22. Er durfte besonders viel Blut und Leben für Führer und großdeutsches Vaterland geben.

    Und die frühe Bundeswehr mochte nicht auf die Traditionslinie zur großdeutschen Wehrmacht und ihre kriegserfahrenen Veteranen verzichten. So entbrannte in der Adenauerrepublik eine Debatte, ob man die Übriggebliebenen der 22iger wieder einziehen dürfe.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42624405.html

    • Das gibg damals ziemlich flott. Wer dem entgehen wollte, musste Lehrer werden, der wurde dann nicht kassiert. Die Gründung der Bundeswehr ist natürlich so eine Geschichte, über die die CDU nicht reden will. Sonst müsste sie Adenauer abhängen.

    • Keine Sorge
      “ Sonst müsste sie Adenauer abhängen.“

      Das schafft Frau Merkel auch noch.
      „Der (Die) Starke ist am mächtigsten allein“.

      Wenn sich Erinnerung nicht tilgen läßt, wird sie
      verboten. Wenn das die „Antifa“ in Existenznöte
      bringt: Gefangene werden keine gemacht.

    • sie können ja mal überlegen, wie viele echte Widerständler in der CDU waren, und alle anderen abhängen, und was dann übrig bleibt.

  72. Utopia is nostalgia...
    Verehrter Don,
    ich weiss jetzt endlich, warum ich immer wieder hier zurückkehre, um die Verbindung zwischen Ihren Stilelementen – Bilder/Photographien und Gedanken – zu geniessen. Es ist tatsächlich eine Kunst, Dinge so zu vermitteln, dass sowohl die linke als auch die rechte Hemisphäre des Lesers/Betrachters angesprochen wird. Warum Sie das so gut können, weiss ich nicht – es ist aber auch gar nicht so wichtig. Wesentlich scheint mir, zu fragen, ob hinter dieser Verbindung ein allgemeines Prinzip stecken könnte, dessen Bedeutung uns in den letzten Jahrzehnten vielleicht verloren gegangen ist?

    Was ist, wenn das Fettgedruckte stimmt, mehr „Zukunft“ also auf „mehr Vergangenheit“ hinausläuft? So etwas läßt sich nur denken, wenn man positive und negative Konnotationen von „reaktionär“ versus „progressiv“ grundsätzlich in Frage stellt. Es endet dann bei einer Analyse, worin sich „rechts“ und „links“ denn letztendlich unterscheiden. Das Ergebnis der Analyse führt zu Identitätsfragen. Will man grösstmögliche Identität, was nur durch ein „lokalisiertes“ Menschenkollektiv mit gemeinsamen Interessen zu erreichen ist, so landet man bei „Staat“ und „Nation“, man argumentiert „als Italiener“, „als Deutscher“, „als Grieche“ usw. Will man die kleinstmögliche Identität, so spaltet man nationale in subnationale (aber globalisierbare!) Identitäten auf, die durch sexuelle, religiöse, oder Consumer-Präferenzen definiert sind: „Als Schwuler“, „als Muslima“, „als Apple-User“ usw. Das ist der Trick. Er ist uralt als Herrschaftsinstrument. Divide et impera. Je höher die Zahl der Gender-Identitäten (waren wir nicht bei 52?), desto besser.

    Vielleicht sollte ich jetzt einfach nur aufhören und ein soeben erschienenes „post-political manifesto“ empfehlen. Es trägt den Titel „Being in time“ und will an „being and time“, „Sein und Zeit“ von Martin Heidegger erinnern. Gilad Atzmon reicht natürlich nicht an Heidegger heran, aber seine Einsichten sind dennoch verblüffend und für einen „Vulkanier“ faszinierend. So wie die Kohärenz von Bildern und Gedanken, die hier ausgestrahlt werden.

  73. Titel eingeben
    Wenn ich es recht erinnere, hielt unser Kaiser Wilhelm 2 das Automobil für eine „vorübergehende Erscheinung.“ Nehmen wir mal an, wir hätten statt 48 Millionen Automobile 48 Millionen Pferde. Ein Pferd frisst pro Jahr sechs Tonnen Getreide. Da braucht man je Pferd zwei Hektar Getreidefeld. O.k.: mit Monsanto/Bayer bestimmt weniger . Also: 357.375,62 m³ geteilt durch 20 (Hektar) mal 48 macht 857.701,488 qkm Getreidefelder. Jetzt verstehe ich endlich, warum die Albernnaiven unbedingt die Ukraine in´s Reich haben wollen: die liefern das Futter für unsere Pferde.

    • ein Pfers ist etwas wenig, zwei sind besser, falls mal eines krank ist.

    • Sicher?
      Darf ich Ihre Zahlen anzweifeln? Ich bin zwar kein Landwirt, auch kein Experte anderweitig, habe aber ausreichend Zeit auf dem Land verbracht, um da eine andere Vorstellung zu haben.
      Zunächst einmal, so denke ich und lasse mich gerne korrigieren, fressen Pferde in erster Linie Heu und Stroh.
      Ergänzt durch Kraftfutter, nur bei Bedarf. Wenn man pro Ha ganz pauschal 5 Tonnen annimmt, wären das 5000 Kg p.a., und das sollte für deutlich mehr als 2 Pferde reichen.
      Ausserdem frage ich mich, wo *Sie* wohnen wollen, wenn Sie die gesamte Fläche Deutschlands als landwirtschaftliche Fläche annehmen.

      Grundsätzlich haben Sie natürlich Recht, mit Ihrer Vermutung der Notwendigkeit zusätzlichen Lebensraumes (z.B. im Osten), wenn es so viele Pferde geben sollte wie Automobile.
      Aber wenn schon Zahlen und Fakten, dann gerne einigermassen korrekt.

  74. Titel eingeben
    From Hero to Zero. Wenn man sich daran erinnert wie in den Reportagen Nachts um zwei, die Wehrmacht angeblich sogar von den Alliierten als „feine Truppe“ bezeichnet wurde. Anscheinend sind da inzwischen zwei Agitationen mindestens auf Augenhöhe. Jetzt geht es um die Wurst.

    Falls Sie einmal in die entgegengesetzte Richtung unterwegs sind. Im British Kiel Yacht Club hängt noch eine Aufnahme von Göring auf seiner Privat Yacht. Völlig schmerzbefreit… Wer das sehen möchte, muss sich jedoch beeilen oder das Gelände kaufen.

    Und der Name Gö(h)ring hat immerhin Tradition in der dt. Politik ;-)

    • Ist das Ihr Ernst?
      sagt dir der Name Franco A.(lbrecht) was, steht in letzter Zeit öfters in der Presse, auch als ehem. Mädchenname. (geb.)

    • Anscheinend ist der Engländer doch eher Sportsman als Pedant...
      Ich vergaß zu erwähnen, das der BKYC der Yachtclub der Englischen Armee ist, d.h. Militärgelände. Das Bild wurde wahrscheinlich mit der Yacht konfisziert.

      Was hat Franco I. mit der angeblichen Disziplin der Wehrmacht und einer Yacht zu tun?!

  75. Da Sie das Bild
    Helmut Schmidts in Wehrmachtsuniform erwähnten: In welchem Kontext wurde das Bild präsentiert, und war der Kontext für den durchschnittlichen Soldaten erkennbar? Warum ein Bild in Wehrmachtsuniform und nicht eines in Zivil? Das sind einfach Fragen, die ich mir stelle und die keine Provokation sein sollen.

    • Ich vermute, dass es von Schmidt in der nach ihm benannten Uni keine anderen Bilder als Soldart gibt. Und wie erwähnt, Schmidt hatte damit einen Umgang, der nicht gerade der aktuellen Doktrin entspricht.

    • Kontext des Bildes
      Das Bild hing wohl im Wohnbereich, also der Studentenunterkünfte. Diese sind dort auch als junge Offiziere einerseits in einem ähnlichen Dienstgrad aber natürlich in einer anderen Situation, wobei es insbesondere für die Heeresoffiziere auch in den Einsatz gehen kann.
      Auf augengeradaus.net war ein Kommentar, dass das Bild nach der Umbenennung der Universität 2003 von der Bundeszentrale für politische Bildung angefordert worden wäre.

  76. Hexenjagd
    Danke für den ruhenden guten Text und die Fotos. Den „Harald Schmidt“ abzuhängen, wie ein Vorschreiber erwähnte, halte ich auch für absolut falsch. Auch erschließt sich mir der Zweck des Ganzen nicht, einer Armee, die im Zweifel das Vaterland verteidigen soll, die Liebe zu demselbigen auszutreiben ist, denke ich, kontraproduktiv.
    Klar steht die Bundeswehr, mangels damaligem Personal, in der personellen Folge der Wehrmacht, aber dann nach rund 60 Jahren BW jetzt eine Art Hexenjagd zu veranstalten um die „Wehrmachtshexe“ zum Scheiterhaufen der Geschichte zu führen, wo sie schon lange ist, ist nicht nachvollziehbar. Außer die Antifa hat auf der Hardthöhe übernommen?
    Aber das Ganze steht in einer Linie mit dem, „aus jeder KZ Außenstelle ein Dokumentationszentrum für die Erinnerungskültür“ zu machen. Da hat sich jahrzehntelang kein …..(beliebiges Schimpfwort einsetzen, sonst geht es mir wie dem Moser Otto;)) um die Geschichte eines Ortes Gedanken gemacht ,auch kein Politiker, und jetzt soll, natürlich mit Steuergeldern, für Millionen ein Dokumentationszentrum hin. Wahrscheinlich um die noch nicht so lange hier lebenden Hitlerfans, davon gibt es eine Menge, auch aus Syrien, mit den Greueln in jeder Ecke zu konfrontieren. Für Deutsche, die sich nur ein wenig mit den 1000 Jahren auseinandergesetzt haben kann es jedenfalls nicht sein.

    • Der Witz an der Sache ist doch, dass ausgerechnet die CDU jahrzehntelang Wehrmachtsvertretern die Treue gehalten hat. Die nach Generälen benannten Kasernen haben sich doch nicht selbst so bezeichnet.

    • Ist doch meine Rede,
      UvdL ist die Allergrößte.
      .
      Hätte ich nicht gedacht, dass die CDU jemanden hat, der noch polemischer zur Sache geht, als Geissler.

  77. Und die beiden haben Thomas Mann gelesen, aus tiefstem Herzen einverstanden,
    und dann erst Bilder sich aus Autoquartetten getauscht, „denn das bunte Bild, es ist meist doch nur angehangen“, der Text aber, unserer Seele Erzählung, die bleibt. Und eine Erwerbsbiograhie, sie musste auch noch sein.

    Nur eine Beifügung, keine Kritik an den netten Bildern. Und hat der FAZ Mühe gemacht, das alles so zusammenzustellen, man sieht es kaum, darum auch so gelungen.

  78. Titel eingeben
    Direkt nach dem Abitur waren Sie also in Kalifornien, um einen Achtzylinder zu erweben und auch dort zu fahren. Während Ihre Klassenkameraden in der Wehrmacht, Entschuldigung Bundeswehr, dienten oder aber zumindest Ersatzdienst leisteten. Wahrscheinlich würde sich der Arzt der Musterungsbehörde verwundert die Augen reiben, wenn er Sie Jahrzehnte später unter Qualen auf dem Drahtesel sähe.

    • Ich war tatsächlich untauglich, wegen meiner Füsse und meines Heuschnupfens und diverser anderer Punkte. Das ist kein Schabernack, ich war im Frühling imer todkrank und auch vom Schulsport befreit. Dass es jetzt geht, liegt daran, dass ich im Mai in Italien lebe.

  79. Titel eingeben
    es gibt Dinge, die sind nicht appetitlich. Krieg, z. B.
    Die deutsche Sicht ist aber so national: man sehe doch einmal „avoir 20 ans dans les Aures“.
    Und fuer das Liedgut: warum nicht ganz internationalistisch von anderen Armeen importieren? Man koennte mit dem frz. chant du 501e ccr anfangen. „la légion marche vers le front“ kann man ja unseren welschen Freunden lassen.

  80. Plätzchenbacken gegen Nazis, Oldiefahren gegen Bessermenschen
    Lieber Don,
    mit schöner Regelmäßigkeit gelingt Ihnen hier mein persönlicher medialer Lichtblick der Woche. Man fühlt sich schon viel weniger allein. Haben Sie vielen Dank dafür und natürlich ganz besonders für die „Pornofotos“!
    Für die Mille Miglia taugt er zwar nicht, aber mein Buckelporsche wird heute trotzdem noch ‚rausgeholt – ganz ohne moralische Bedenken seines Besitzers.

    • Danke und kick the pedal to the metal!

    • Apena ritornato...
      …aus Sizilien. Mit deutscher Sprachpolizei in Form des Bildungsreisenden am Tisch (den man bei der nächsten Mahlzeit geflissentlich gewechselt haben sollte, trotz der deutschen Angewohnheit der festen Platzbelegung) und gutmenschlicher Verkündungen, zuhause Tomatenpflänzchen „für einen guten Zweck“ an zu züchten.
      .
      Die ganzen einstigen Dionysien, Gelons, Thrasybulosse und Hierons treffen immer öfter auf mein volles Verständnis.
      .
      Übrigens Don, Bild 10, nichts könnte den Unterschied zwischen Italien deutlicher machen als die Dame links mit Leihrad/Huckepack am Wohnmobil und das Paar auf dem rechten marciapiede.
      .
      Schönen Sonntag

  81. Bei dem Grossvater, kein Wunder
    Nun einen besonderen Platz in ihrem Familienalbum und in ihrer Erziehung, so wie sie sich darstellt, wird sicherlich ihr Großvater Carl Albrecht gehabt haben einem Arzt der sich in Mystizismen verlor und erklärte, der vermeintliche Realitätsverlust des Mystikers erweise sich phänomenologisch betrachtet als dessen Durchbruch zur noetischen Erkenntnis der Höchstwirklichkeit. Ein Vorgang der auch bei Politikern zu beobachten ist.

    Carl Albrecht, Das mystische Erkennen. Gnoseologie und philosophische Relevanz der mystischen Relation. Bremen 1958.

    Carl Albrecht,Das mystische Wort. Erleben und Sprechen in Versunkenheit. Mainz 1974. (herausgegeben von Hans A. Fischer-Barnicol)

    Beides Werke die in ihrer gegenwärtigen Relevanz für die Tätigkeit der Bundesverteidigungsministerin nicht zu unterschätzen sind

    • Carl Ablrecht
      „Nun einen besonderen Platz in ihrem Familienalbum und in ihrer Erziehung, so wie sie sich darstellt, wird sicherlich ihr Großvater Carl Albrecht gehabt haben einem Arzt der sich in Mystizismen verlor“

      Ich habe eines seiner Bücher in den ’90ern gelesen. Der Mann war Psychologe und seine Patienten oder vielmehr, seine Studienobjekte, waren Leute, die mystische Erfahrungen machten. Er benutzte die Sprache und Gedankenwelt der Phänonomenologie, heute legt man diese Leute in Tomographen. Was daran lächerlich sein soll und was das mit Uschi und ihrer Karriere zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Ich verkneife mir hier einen TDV, aber er drückt mitunter schon ganz treffend aus, was von dem angeblichen Kulturvolk, dass sich hier spreizt, in Wahrheit zu halten ist.

  82. Kommentare nicht freigeschaltet?
    Hallo Herr Mayer,

    Ich hatte gestern einige Kommentare geschrieben, aber die sind noch nicht freigeschaltet. Oder fanden Sie sie unpassend?

  83. Semper talis
    Als ich noch wirklich jung und wirklich schön war, da war diese Geschichte, mit dieser älteren Damen, die freundlich lächelte, bevor sie ihren Finger in meinen Po steckte und danach freudig seufzte: „Das sieht man nicht alle Tage“.

    Danach teilte man mir mit, dass das mit Ruhm und Ehre bei den Fallschirmjäger nichts wird, da man mich in Bonn auf der Hardthöhe benötigte.

    So kamen wir zusammen, ich und der K98.

    Ich, der junge noch formbare Knabe und er, dieser alte Knochen mit dem seinem Rohr aus schweren Stahl. Jeden Morgen streichelte ich ihn und gemeinsam führten wir immer die gleichen fließenden Bewegungen aus, immer hoch und runter und auf und ab. Stundenlang. Zusammen mit all den anderen jungen Knaben, die dergleichen taten, da draußen auf dem Hof, immer und immer wieder „Stillgestanden“, „Gewehr auf“, Präsentiert das Gewehr“, das „Gewehr ab“.

    Und ab und zu, da lief man dann ein paar Runden mit dem K98 in Vorhalte.

    Schön war es, bei der deutschen Bundeswehr.

    Whatever, eines späten Tages, als ich mal wieder mein K98 polierte, da fielen sie mir auf, diese kleinen Narben, die die 50 Jahre Auf und Ab halt so mit sich brachten, diese kleinen Vertiefung, die sich bei genaueren Hinschauen immer mehr zu Formen verdichten, die ich zuletzt in Geschichtsbüchern betrachten durfte. War das wirklich ein Adler? Auf einem Kreis? Und dieser Kreis, war das nicht eher ein rundes Kreuz? Mit Hacken?
    Ich erschrak, als ich erkannte. Das mein treuer Gefährte, nicht vernarbt, sondern tätowiert, von einen Gemeinschaft, die viel böses in die Welt brachte: Meine Großeltern.
    Erstaunt, verwirrt, so lief ich herum, fragte herum, betrachtete, andere K98 und fand die selben Zeichen, Eingestanzt in den Stahl. Immer und überall. Alle waren sie dabei, alle waren gezeichnet, alle waren böse.

    Deutsch wie ich war, ließ ich all meine Liebe und Freundschaft zu meinem K98 in wenigen Minuten hinter mich, um sofortige Meldung in der Hierarchie zu tätigen. Meinem Hauptmann schoss das Blut in den Schädel, wilde laute Schreie halten durch die Flure.

    Und meine militärische Karriere fand ein Ende. Leise, schleichend.

    Der Stuffz der Waffenkammer sprach nie mehr ein Wort mit mir, nachdem er eine ganze Nacht lang aus allen Kompanie K98er die Hackenkreuze ausstanzen musste.

    Mehr als OG bin ich dann nicht mehr geworden. Nur das Greiferdiplom mussten sie mir doch noch geben, weil ich immer noch das K98 ganz wunderbar hoch und runter und auf und ab führen konnte.

    Das Bundesverdienstkreuz für meine Leistung der Ent-Nazifizierung der deutschen K98er habe ich auch nie erhalten.

    Tja.

    Was ich eigentlich sagen wollte:

    Man wird nur erwachsen, wenn man sich von seinen Eltern lösen kann. Das ist ein schmerzhafter Prozess.
    Man wird nur weise, wenn man begreift, dass man sich niemals vollständig von seiner Herkunft lösen kann.

    Man kann das K98 weiterhin ganz wunderbar hoch und runter und auf und ab bewegen, auch wenn es keine Adler und Kreuze mit führt.

    So wie der Don ganz wunderbare Fotos von alten 911er macht, um dann mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren.

    • Auch die l' Armée française singt Wehrmachts-Liedgut
      „….Ist das Tanzen dann vorbei, gibt’s gewöhnlich Keilerei, und vom Bursch, den das nicht freut, sagt man: „Der hat keinen Schneid!“ Oh du schöner Westerwald….“
      .
      Und, lieber Goodnight, in den 70er-Jahren hatten viele der Maschinengewehre der „Armee auf der Erbse“, bevor sie an der Gurtzuführung auf das MG 3 umgerüstet waren, noch sauber den Reichsadler mit dem Ding in der Krallen drauf, das am Deutschen Weintor und in @Djangos bootshausnahen Rosenbergbrücke in Heilbronn mehr oder weniger geschickt unkenntlich gemacht wurde. Wir als Soldaten wußten damals aber, daß die alten MG 42 aus französischen Beutebeständen für die Ausrüstung der Bundeswehr zurückgekauft oder durch Unimogs kompensiert waren. Also fühlten wir uns, damals waren noch nicht so viele Irre im Lande am Ruder wie heute, nicht genötigt daran Anstoß zu nehmen. Ich meine, wenn das Hakenkreuz im Lorbeerkranz mit Reichsgockel die Franzosen in ihren Waffenkammern schon nicht gestört hatte….
      .
      Und, Verehrtester, dass Sie den K98 zwischendurch mal zum Neutrum erklären finde ich reizend.
      .
      Im Spiegel von vor zwei Wochen las ich, dass sich die russische Bevölkerung, trotz wirtschaftlicher und militärischer Unterlegenheit, einen Krieg gegen das geistig-moralisch-dekadent verlotterte Europa Europa durchaus wieder vorstellen könne.
      .
      Bevor die Chaostruppe in Berlin, die ja jetzt, sehr zur Freude der Rüstungskonzerne, wieder viel Geld in Material für eine Truppe ohne Schneid, Tradition und Rückhalt stecken will, noch was zum Nachdenken.
      .
      „Die Überlebenden von Điện Biên Phủ erzählten von der Schlacht, vom Versagen der Führung, von der schrecklichen Überraschung, als plötzlich Artilleriefeuer auf ihre unzureichenden Stellungen trommelte. Ein Thai-Bataillon war sofort übergelaufen. Die übrigen farbigen Truppen hatten sich passiv verhalten und Deckung gesucht. Wirklich gekämpft bis zum letzten Erdloch und bis aufs Messer hatten lediglich die französischen Fallschirmjäger und die Fremdenlegionäre, zu 80 % Deutsche, seien zum Sterben angetreten wie in einer mythischen Gotenschlacht.“

      – Peter Scholl-Latour: Der Tod im Reisfeld – 30 Jahre Krieg in Indochina.
      (DdH)

    • Das MG42 wird teilweise heute noch eingesetzt, zwar nicht in Deutschland, aber bei Waffen fragt niemand nach der Herkunft.

    • Today, you people are no longer maggots. Today, you are Marines.
      @Clairement sonnent nos chansons

      Groupe de plancher erzählte mir letztens eine ähnliche Geschichte, wie er im Sudan hunderte Afrikaner gegen den IS ausbildete, aber diese dann in der Schlacht beim ersten Schuss alle flüchteten, und er mit 20 Kollegen die Sache alleine ausfechten musste.

      Disziplin ist die Mutter aller Armeen, sie entscheidet (fast) jede Schlacht ….

    • Ich musste sehr schmunzeln, ...
      … als ich vor einiger Zeit Meldungen darüber las, wie die Erfolge im Kampf gegen Book Haram in Nigeria zu Wege gebracht wurden. Südafrikanische Söldner mit Erfahrung aus Konflikten im Apartheidssystem sollen dabei eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben.

      Ich nehme mal an, die haben bei der Wahl ihrer Mittel nicht in erster Linie darauf geachtet, ob die Transgender-Klos in den befestigten Stellungen auch ordnungsgemäß beschriftet waren…

    • Das ist in Afrika nun mal Usus, darüber reden die nicht und wir nehmen Nigerianer auf, die angeblich vor dem Krieg fliehen und nicht überprüfbar sind.

  84. Dr. phil.
    Autorennen in den 1930er Jahren: Mercedes contra Auto-Union mit Rosemeyer (nicht BMW)!

  85. Wie pathologisch ist kollektiver Masochismus
    die Frage muss man sich immer mehr stellen denn es scheint so zu sein, dass die Ereignisse in Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg paradoxerweise eine immer schlimmere Dimension bekommen, je weiter wir uns auf der Zeitachse davon weg bewegen. Die „Aufarbeitung“ stellte in erster Linie einen juristischen Akt dar, der von den Alliierten nach dem Krieg zu leisten war. Dabei ist auch nach zu berücksichtigen, dass Schuld immer nur individuell, niemals kollektiv sein kann. Zumindest in keinem zivilisierten, rechtsstaatlich orientierten Land.
    Im Prinzip waren also alle mit der „Aufarbeitung“ in Zusammenhang stehenden Vorgänge spätestens zu Beginn der 60-er Jahre abgeschlossen. Was vielleicht noch unerledigt geblieben war konnte dann vernachlässigt oder punktuell über die Zeitläufte hinweg erledigt werden.

    Was aber kaum noch als normal anzusehen ist wenn nachfolgende Generationen im Rahmen einer Gehirnwäsche Schuldbekundungen wie am Fließband produzierten und diese Gehirnwäsche vor allem in Schulen und übe die Medien stattfand. Vor allem die 68-er haben Dinge, die zuvor schon als erledigt angesehen werden konnten wieder zu einem Thema gemacht und so haben wir die heutige Situation, wo ein Staat sich permanent weiter destabilisiert, indem er aufbauend auf dieser oft schon nicht mehr reflektierten Schuldmanie seinem Gemeinwesen immer wieder schweren Schaden zufügt (siehe „Refutschi-wällkamm“ und alles was damit in Verbindung steht).

    Wie neurotisch, aber auch verlogen das Ganze ist hat sich gerade in jüngster Zeit wieder gezeigt: in einer Art paranoiden Aktion wurden dabei Bilder von Helmut Schmidt aus Bundeswehrkasernen entfernt. Schmidt war zurecht auch international einer der renommiertesten Bundeskanzler, hatte bemerkenswerterweise einen jüdischen Großvater und zählte zeitlebens Leute wie Henry Kissinger (ein aus Nazi-Deutschland geflohener Jude, der später US-Außenminister wurde).

    Die Verlogenheit zeigt sich darin, dass sich Leute wie Günther Grass oder Jürgen Trittin zu moralischen Instanzen der Nachkriegszeit aufschwingen konnten, wobei sie an der Spitze einer Art linken Meinungs- und Gesinnungsterrors gegen politische Gegner standen, die als „rechts“ diskreditiert wurden. Ein gutes Beispiel dafür ist Franz-Josef Strauß, ein zugegebenermaßen erzkonservativer Knochen und einer der wie Schmidt Offizier in der Wehrmacht, der aber wie Schmidt auch nachweislich kein Nazi war. Strauß war während der Nazi-Zeit zwar einer NS-Organisation beigetreten, aber noch vor dem Krieg wieder ausgetreten, wozu eine gehörige Portion Mut nötig war und was ihm enorme Nachteile in Verbindung mit der Zulassung zu einem Studium einbrachte. Grass, der Strauß oft angriff, hat gegen Ende seines Lebens, beim „Häuten der Zwiebel“, eingestanden Freiwilliger in der Waffen-SS gewesen zu sein, einer Organisation zu der auch Trittins Vater gehörte. Sowohl Grass als auch Trittin sind den 68-ern zuzuordnen und haben beide zu der destruktiven und unproduktiven „Schuldbekenntnisindustrie“ beigetragen, die so ganz nebenbei vermutlich auch hauptverantwortlich ist für ein verpfuschtes Schulsystem.

    Wie lange soll das alles noch weitergehen? Wie paranoid kann es noch werden, wenn man bedenkt, dass es aus der NS-Zeit noch Gebäude gibt, die weiter genutzt werden (z.B. Saarbrücker Staatstheater) oder Marken gegründet wurden, die weltweit genutzt werden und global angesehen sind?

    Niemand bestreitet das was während der 12 Jahre geschehen ist (das wäre im übrigen auch zurecht justitiabel). Ist es aber gerechtfertigt, die Zukunft aufs Spiel zu setzen?

    Es sollte jetzt darum gehen, eine Aufarbeitung des falsch gelaufenen Teils der „Aufarbeitung“ in Gang zu setzen, die Verwerfungen, die hauptsächlich von den 68-ern zu verschulden sind zu benennen und zu reparieren.

    Vergangenheit kann man nicht gestalten, ihre Auswirkungen schon. und nur wenn man das tut kann man eine Zukunft haben.

  86. ... wir schreiben das Jahr 2017 ...
    … Krieg – Unrecht – Recht – Schuld – Vertreibung – Wehrmacht – SS – Gaskammern – Judenverfolgung – Hunger – Not – Elend – Sterben und Tod -Russland – Kälte – Grausamkeiten – Großdeutsches Reich und der Herr Hitler …

    dieses Thema begleitet und beschäftigt mich und meine Familie fast täglich…
    …langsam wird es weniger, da fast alle Alt-Vorderen den Weg der Endlichkeit gegangen sind …

    … ich bin müde geworden davon …

    … nur ein AUTO … das besaßen wir nie!!! (.. also meine Eltern nicht) …

    … schon gar keine so edel eleganten wie sie DA wunderschön ablichtet …

    … bin selbst keine „Fahrzeug-Enthusiastin“ – doch schee sans scho ….
    diese Schätzchen.

    … vielen Dank …

    … kleiner tIP an den Radler-DON …
    … BONIPRATI – REFUGIO – LUPI di TOSCANA … wunderschön …
    ab Brescia hoch –

    … heute bin ich zu alt dafür – leider …

  87. Titel eingeben
    Lieber Don,
    Ihren Blog habe ich mehr durch Zufall gefunden und lese ihn jetzt regelmäßig, es ist immer eine große Freude für mich, da ich sonst fast vollständig auf die gleichgeschalteten Medien verzichte um nicht in eine Depressionen zu verfallen.

    Ich hoffe Sie bleiben uns noch lange erhalten, weiter so :-)

  88. Die Militärs und die Zivilisten
    Als die Menge im Herbst 1937 in München „Führer, komm mim Duce ‚raus, eher geh’n wir nicht nach Haus!“ brüllte, war mein Großvater an der Isar mir einigen Freunden beim Baden.

    Einige Jahre später war ihm das, da rassisch unrein, nicht mehr vergönnt.

    Viele der Zivilisten wussten genau über die KZs Bescheid, viele zogen ihre Vorteile aus dem verwaisten Besitz Abtransportierter.

    Ehem. Parteimitglieder bekamen nach dem Krieg zeitlich befristet Juden in die Wohnung einquartiert ( so auch meine andere Großelternfamilie) und trugen so ihre Schuld ab.

    Die Schuld stiller Mitläufer und Denunzianten hingegen wurde nie thematisiert, und das ist schade.

    Ich glaube, goodnight hat mal geschrieben, dass erfolgreiches Militär gut ausgerüstet, diszipliniert und verroht sein müsse, (oder so ähnlich), deshalb finde ich das Herumhacken auf Soldaten generell scheinheilig. Was Friedenstruppen wie die Blauhelme an Dreck am Stecken haben, geht auf keine Kuhhaut.

    Die Verrohung der Zivilgesellschaft hingegen ist das, was, sozusagen neurotisch, viel zu selten zur Sprache kommt.

    • Violence can be used for good. .. It's hard to believe isn't it.
      Gewalt verschwindet nicht.
      Wenn man Gewalt abgibt, dann kommt ein anderer vorbei und nimmt sie.

      Kann man gerade beobachten, auf unseren Straßen. Jeden Tag:
      Staatsgewalt wir abgegeben und andere übernehmen, erst Straßen, dann Viertel, irgendwann Städte, etc. Und kein Politiker der Journalist versteht warum.

      Wenn die deutsche Regierung die Gewalt aus der Bundeswehr nimmt, dann wird eine andere Gruppe die Gewalt in der Bundeswehr übernehmen.
      Was die von der Leyen gerade feststellen musste.

      Und wenn man die Bundeswehr ganz abschafft, dann wird ein anderes Land dieses Land übernehmen.

    • Sparta
      es drängt sich der Eindruck auf, dass ein 2tes Sparta errichtet wird, ohne Grenzen, ohne demokratische Leitkultur- aber, was in diesem Kontext widersinnig ist- gänzlich ohne militärische Ausrichtung und Verteidigungsbereitschaft.

  89. Übers Dissen
    Diss, dissen kommt von disrespect, disrespecting a person, group (neighbor-) hood

    Ami nutzen viel Latein, einfache müssen es halt piecemeal auswendig lernen. Dissen ist in einfachen Kreisen ein schweres Vergehen.

    Lesetip: the bear went over the mountain

    Großer, nicht so ein Honig-, Bär vermenschelt, kommt in die Stadt, in die Großstadt. Lebt das Life als Autor (damals noch buch, nicht SdG) trifft auf tush limbaugh ähnliche Radiojocks, megachurch-Priester und sogar den vpotus.

    Teaser: für einen Bären hat er viel Sex! Zweimal in einem Jahr.

    In der Bronx lernt er, nicht zu signen un die hood nicht zu dissen.
    200 amüsante Seiten.

  90. @Goodnight und der Karabiner
    Erwachsen werden, weise sein …Goodnight, sehr prägnant beschrieben.

    Inhalte akzeptieren, deren überlebte symbolischen Etikettierungen ablehnen…Was Ihnen das Hakenkreuz am K98 war,
    ist Frau von der Leyen heute der Name von Kasernen.

    Das Foto von Helmut Schmidt – wer erinnert sich nicht des Fotos vom Großvater in feldgrau (es konnte auch in einer DDR-Wohnstube hängen, er konnte auch Kommunist sein) – liegt ebenso auf dieser Linie des zeitgebundenen, aussengeleiteten und/oder mehr oder weniger individuellen Skandalempfindens.

    Vergangenheitsbewältigung ist neben dem Versuch der Erkenntnis der „Vergangenheit“ auch immer anpassende Vermittlung an die Gegenwart und die – vermeintliche – Zukunft.

    Das „Konservative und Gläubige“ (hilfsweise die CDU (und die FAZ) einmal darunter subsumiert) so konsequent aus „Volk und Geschichte“ aussteigen wie zur Zeit und sich in die Echokammern von SPD und 68ig, die „migrantische“, gegenwärtige und vorherige Generalsekretärin der SPD repräsentieren diese Echokammer nur exemplarisch und zeigen die gelungene Integration in dieselbe, verlieren –
    wer hätte das gedacht oder vermutet?

    Oder, wächst des Kartenhaus „Euro“, schwindet merkelische CDU-Weisheit und wächst das Abenteuertum auch?

    Freilich, das soll nicht frappierend heißen, das die Merkel-CDU nicht ewige SPD-Wähler anspricht (neulich bei Plaßberg einen Schauspieler) oder momentan die grünwählende Sängerin Inga Humpe https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5404783&s=Humpe/.

    Andererseits: Noch darf man mit Wolfgang Streeck denken und sich für Weise halten, denn in Ungnade fällt man sowieso: Nicht ohne meine Nation und 2-3 Fahrrädern.

    http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/05/20/die-moralische-ungnade-der-spaetesten-geburt-7740/

    • Well, I hope it's not jumbo shrimp, because I'm allergic to oxymorons!
      Die unendliche Paradoxie dieser Generationen der Gnade der späten Geburt kann man an dem Herr Reichelt von „Bild“ beobachten: Erst unaufhörlich fordern, dass die Bundeswehr in Syrien einmarschiert…. und dann als erster von der Leyen bei der Ent-Schmidtisierung der Bundeswehr unter die Arme greifen.

      Staatsgewalt fordern, aber keinen Staat und keine -gewalt haben wollen.

      Was soll man dazu noch sagen?

    • Wasch mich , aber mach mich nicht nass
      Diesem Lebensmotto verschreiben sich immer mehr.

  91. Lesetip
    Denjenigen unter den geschätzten Mitforisten, die noch gerne -so wie ich- Romane lesen, lege ich den großartigen Roman „Canale Mussolini“ ans Herz. Er beschreibt aus der Innensicht einer Bauernfamilie ganz hervorragend, wie diese fast zufällig zu begeisterten Faschisten geworden sind.
    Ja mei, man kannte halt den Cousin vom X, saß ganz früher mit dem Y nach einer Schlägerei mal in einer Zelle und später zögerte man nicht, gute Beziehungen auch zum Vorteil zu nutzen.
    Bei alldem rackerte man sich doch auf seiner zugewiesenen Hofstelle in den pontinischen Sümpfen ab.
    Und immer, wenn der Duce ein neues futuristisches Rathaus einweihte, scheint die Sonne, ganz ehrlich.

    • Europa 1925 von Robert Byron ist auch lustig – die Helden gehen mit einem Oberfaschisten trinken und der will sie zu Parteimitgliedern machen, was nur ausfällt, weil er sich um die Rechnung des Gelages drückt.

  92. Was Individuelles (vs. Kollektiv)
    Die Replik von DA auf einen Kommentar bzgl. Kollektiv(un)schuld finde ich gut.
    http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/05/20/die-moralische-ungnade-der-spaetesten-geburt-7740/#comment-162273

    Abgespeichert. Danke.

    Hier was zu einem Individuum. Meinen Vater (Jhg. 1916) hat’s voll erwischt, 10 Jahre Soldat und Infanterist. Viel erzählen wollte er lange Zeit nicht, als junger Bursch war ich eh weniger an den soziokulterellen gesellschaftlichen Entwicklungen der 30er Jahre interessiert als vielmehr an den konkreten Impacts von russischen Scharfschützen Anfangs der 40er Jahre (zu meiner jugendfrischen Zeit gabs noch keine Ballerspiele und kein Liveleaks im Internet).

    Ich will und kann keinen Roman verfassen, hier nur ein Beispiel zu Erschießungskommandos während des Krieges (Russlandfeldzug). Mein Vater erzählte mir daß in seinen Einheiten bei diesen Abkommandierungen (Hinrichtungen von Partisanen und auch andere Abscheulichkeiten) primär sich freiwillig Meldende dieses Töten vollzogen. Und es gab Freiwillige, immer. Er meldete sich nicht. Soviel zum individuellen Handeln (oder Nichthandeln).

    Wie schlittert man(n) da rein? Vergleichen kann man (pol., diktatorische) Ideologien, denen irgendwann alles (wirklich alles!) untergeordnet wird, vielleicht mit einem Krebsgeschwür. Zu Beginn noch operabel, irgendwann voller Metastasen überwuchert und alle Organe befallend. Inoperabel, dem Tode geweiht.

    Am perfidesten und auch wirkungsvollsten ist die gezielte Heranzüchtung junger Zellen (Keime) in dieses kranke Gewebe. Wurde und wird ja auch gerne von den jew. „Verantwortungsträgern“ gemacht. H.-Jugend, BDM, alles erziehungstechnisch „aufs Feinste“ strukturiert.

    Mein Vater, ab ’36 Soldat, bei Verweigerung vor dem Kriege Knast, im Krieg bei Befehlsverweigerung die letzte Reemtsma R6 oder Eckstein Zigarette. Aus.

    Für diejenigen Verantwortungsträgerinnen, die das Abhängen von Fotos aus dieser Zeit veranlassen, habe ich nur Verachtung übrig.

    Im übrigen war mein werter Alter weder blöde noch feige. Ich kann das sagen, hab schließlich 44 Jahre mit Ihm verbringen dürfen. Immer politisch interessiert, z.B. sagte er oft über die Krim (20 Jahre vor der Krimkrise): „Da krachts irgendwann…“. Haste da noch Töne.

    Zu den tollen Autos kann ich nichts sagen, die könnte ich mir niemals leisten. Finanztechnisch bewertet.

  93. „Defizite des Optimums mit Abgrenzung überdecken"
    Von Abgrenzungen, moralischen Selbsterhöhungen und Diffamierungen …

    https://www.nzz.ch/feuilleton/meinungsfreiheit-die-linke-macht-den-menschen-wieder-zum-gefangenen-seines-stands-ld.1295031

  94. Erinnerungen
    Bei ihrem Text denke ich an G. Grass, mit dem Nobelpreis für Literatur bejubelt und dann verissen, als seine jugendliche Vergangenheit zu Tage rückte.

    Jeder hat in seiner Familie historische Bezüge, aber die meisten von uns haben eben nicht in dieser Zeit gelebt. Man sollte sich davor hüten, alles über einen Kamm zu scheren, wie die aktuelle Wehrmachtsdebatte zeigt.

    Wie heißt es so unschön: „Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein“.

    • Es lebt praktisch niemand mehr, der wirklich noch erhebliche Schuld hat. Es ist eine Debatte über Gespenster.

    • ... nicht nur ...
      … sondern es ist Teil der „Debatte“ mit der den Deutschen eingeredet werden soll, dass sie nur „die schon länger hier lebenden“ sind und dass das gefährliche Land in der Mitte Europas in die verantwortungsvolleren Hände von Özuguz und Co gelegt gehört („Hochkultur“ halt) und dass es keine deutsche Kultur, sondern nur Nazi-Unkultur gibt …

    • Ich wage mal die Prognose, dass die Dame demnächst einen anderen Job hat und in Berlin Jamaika regiert.

  95. Vergangenheit
    Schöner Text. Merci.

  96. Titel
    Zu den Wortspielen des Titels passt der Inhalt, nicht jedoch in seiner Konsequenz.
    Selbstgefälligkeit gab es schon immer in der Menschheitsgeschichte: obwohl basierend auf bestimmten Fakten liessen sich jeweils abstruse Schlüsse ziehen. Abstrus für nachfolgende Generationen; aber ganz auf Vordermann ausgerichtet in einer bestimmten Haltung, des Geistes, der Gesellschaft, oder der Moral.

    *Wenn* es aus der Geschichte zu Lernendes gibt, dann wäre es meines Erachtens, dass sich jeweils unerwartet andere Bedingungen ändern, die eine aus logischen Erwägungen vorgefasste Meinung posthum als ‚absurd‘ beinahe der Lächerlichkeit preisgeben.

    Dazu gehören die Bemerkungen eines Patentexperten kurz vor dem Jahrhundert-Übergang 1899/1900, dass ‚einigermassen alles erfunden‘ sei, und deshalb nur noch mit ’sporadischen Neuanmeldungen‘ zu rechnen wäre.
    Dazu gehört die Aussage des Chefs von IBM aus den frühen vierziger Jahren, es gäbe ‚weltweit Bedarf für 5 oder 6 Computer‘.

    „Jetzt aber“ wird in einer immer kleiner werdenden Welt immer gefährlicher, wenn es sich als *die* Wahrheit oder *die* Wirklichkeit verkauft. Das ‚Waldsterben‘ war *die* Bedrohung, vor 30 Jahren, alles bewiesen, alles eine grauselige Zukunft toter Wälder und unsere Kinder würden das Ökotop ‚Wald‘ eines Tages nicht mehr kennen. Jetzt aber, mit deutlich weiter entwickelter Wissenschaft, ist es – zwar nicht mehr das beinahe vergessene Waldsterben – eine ‚menschengemachte Klimaveränderung‘, die als Ursache für fast gleiche, vorhergesehene Folgen verantwortlich gemacht wird.

    Dass die Welt ‚demnächst‘ untergeht, zieht sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte wie ein roter Faden. ‚Bisher‘ hat dieser Untergang allerdings auf sich warten lassen; und das kommt mit durchaus zu pass!
    Sicher besteht eine potentielle Gefahr, seit langem. Seitdem wir nicht garantieren können, dass wir nicht doch einmal mit einem Kometen oder einem aus der Bahn gebrachten alten Mond zusammendonnern. Also seit Jahrmilliarden.

    In diesen Tagen wird diese grosse Gefahr in einer Klimakatastrophe gesehen, und Tausende Tote durch Dieselabgase. Nachdem – ich bin Ingenieur – über Genarationenlängen hin der Diesel als der ‚bessere Treibstoff‘ angesehen wurde. Ungefährlicher, ökologischer.

    Nicht gelernt aus der Geschichte haben wir offenbar, dass es kein Deut intelligenter ist, in der Generation des Jahres 2017 alle Wahrheiten und Weisheiten erkannt zu haben, die sich bis vor wenigen Jahren wenigstens teilweise als das Gegenteil davon vorgestellt haben.
    Wie relativ beschränkt muss ein Gehirn funktionieren, das nicht erkennen kann, dass es in dieser Generation genauso wenig Gründe gibt, eine universelle Wahrheit, Weisheit – oder wenigstens Erkenntnis – postulieren zu können, als in jeder Generation vorher.

    Das alles betrifft eben auch unsere Geschichte. Dass sich Deutschland nicht immer durch Ruhm bekleckert hat, und sich auch gelegentlich vollkommen abseitig hat bewegen können, darf natürlich nicht verdrängt werden. Aber jetzt so zu tun, dass eine Wiederholung vermeidbar wäre, wenn man genau alles anders herum, aber ebenso extrem, mache, ist ein Hineinfallen genau in diese selbst aufgestellte Falle.
    Auch der Nationalsozialismus war – wenigstens – nicht dadurch zu vermeiden, dass man alles Gegenteilige zu 1871 tat, alles Gegenteilige vom eintritt in den Ersten Weltkrieg, u.s.w.
    Ob heute ein Bild eines Offiziers in Wehrmachtsuniform in einer Bundeswehrkaserne hängt oder nicht, das ist wie die Sache mit dem Sack Reis in China.
    Und selbst wenn einige Bundeswehroffiziere im Kämmerlein den rechten Arm hochschnellen liessen, oder S’ein(en) Kampf‘ beim Zubettgehen läsen … ja, wenn schon. Dann gehörten diese Pipl unter Obhut des psychiatrischen Dienstes der Bundeswehr, aber das wäre auch schon alles.
    Die Umbenennung von Kasernen ist der grösste Bockmist, den man unternehmen kann, wenn man da wirklich Angst hätte. Da denkt sich keiner was bei, alte Namen, einige Generationen, alle tot. Plötzlich gewinnt ein solcher Name einen Platz in der Überschrift, Dr. Google wird befragt, und eine Persönlichkeit deren Grab in vielen Fällen schon weiterbenutzt wird, taucht ins Bewusstsein der Öffentlichkeit ein.
    Also genau das Gegenteil von dem, was erwünscht war.

    Nein, der Eindruck kann sich so gerade nicht einstellen, dass die Menschen des Jahres 2017 cleverer wären als die aller vorherigen Generationen.
    Im Gegenteil.

    Das Umbenennen von Orten, Universitäten, Strassen aus vorgeblich ‚richtigen‘ Gründen ist in Wirklichkeit ein deutliches Indiz einer zugenommen Engstirnigkeit, um nicht zu sagen zunehmender Dummheit.

    Ähnliches muss leider festgestellt werden bei dem Versuch, sogenannte ‚Fakten‘ dadurch abzusichern, dass alles was lateral, orthogonal oder konträr dazu steht, unter eine effektive Verbotsliste fällt.
    Ein Hitler, Mao oder Stalin hatte Zensur aus einem ganz bestimmten Grunde eingeführt. Eher nicht aus dem Gefühl, wahrhaftig zu sein. Eher, um bestimmte Dinge unausgesprochen-unterdrückt zu wissen.
    Im Jahre 2017 würde ich da keine Wetten mehr eingehen, weil ich mir bei bestimmten Leuten nicht mehr sicher bin, dass sie nicht doch selbst den Dreck glauben, den sie uns am liebsten zwangs-eingestopft haben wollen würden.

    • Das Umbennen von Straßen
      nimmt in manchen kreisen schon pathologische Züge an. So wurde in Freiburg von einer Kommission eine Untersuchung von 1300 Straßennamen vorgenommen, zwölf zur Umbenennung empfohlen und bei weiteren eine erläuternde Tafel. Darunter auch für die Linnéstraße.

      Aus der Begründung „Darüber begründete und verfestigte er mit seiner Klassifizierung und auch Sexualisierung des Pflanzenreichs anhand der Morphologie in männliche und weibliche Pflanzen sowie durch die nicht zwingende Klassifikation von Tieren (Säugen als weibliche Grundfunktion und Wesensbestimmung) eine Denkweise und Gesellschaftsordnung, die die Unterordnung von Frauen unter Männer sowie die traditionelle geschlechtliche Arbeitsteilung als natürlich erklärt und ‚beweist‘. „

    • Die IBM-Aussage, es gebe weltweit Bedarf für fünf oder sechs Computer, war damals korrekt -
      sie bezog sich nicht auf die Zukunft insgesamt, sondern nur auf die Marktaussicht für die entsprechenden IBM-Maschinen – und diese Einschätzung war ganz gut.

      Dass daraus später eine Variante wurde, in der die IBM-Leute als Idioten dastehen, ist etwas ziemlich Merkwüriges: Nämlich falsche Schadenfreude.


    • @rhadamantys: die spinnen, die Freiburger.

    • Waldsterben und Reissack | Eine Erwiederung
      Das Waldsterben war ein realer Vorgang, weil die Luft in den Siebzigern extrem verpestet war. Es gab tote Flüsse. Tot heißt, nichts Lebendes mehr drin. Die Industrie tobte sich nach eigenem Gutdünken nahezu ohne Kontrolle aus. Hochgiftige Produkte lagen in Bau- und Supermärkten. Die sich damals engagierten, wurden kriminalisiert und viele intelligente Menschen riskierten einen Verlust ihrer Karriere um ein gesünderes Lebensumfeld zu erkämpfen. Denen heute in solch beleidigender Weise Dummheit zu unterstellen, dürfte 1:1 gerade so zurückgegeben werden. Man kann über die heutigen Grünen denken was man will, aber damals hatten sie eine große Bedeutung und sie waren nur ein kleiner Teil einer großen Bewegung.
      Dass wir mit Abgasen ein weiteres Problem haben, ist nun wahrlich keine Verschwörungstheorie und ein Problem löst sich nicht durch warten auf den lieben Gott, sondern dadurch, dass sich Menschen einbringen und sich mit der Thematik befassen. Die von ihnen angsprochene Beschränktheit verbunden mit der Bitte um einschalten des Gehirns möchte ich, wie die Dummheit, gerne wieder zurückgeben. Natürlich gibt es in jeder Bewegung einige, die zu extremen Auslegungen neigen. Doch durch Nichtstun, durch ignorieren von Problemen, durch pauschale Beschimpfungen und unangebrachte Reissackvergleiche wird die Welt wirklich nicht besser.
      Ich schätze dieses Forum sehr und bitte höflich darum, das Niveau zu halten.

    • Herr Kief,
      nichts anderes habe ich versucht zu schreiben.
      „Abstrus für nachfolgende Generationen; aber ganz auf Vordermann ausgerichtet in einer bestimmten Haltung, des Geistes, der Gesellschaft, oder der Moral.“
      Natürlich war in jenen Jahren kein grösserer Bedarf da. Wenn man eine Idee hat, was die konnten, und wie die zu programmieren waren, sieht man das ganz leicht ein. Die Bedingungen änderten sich aber später.
      Während Viele in unserer Zeit so tun, als hätten wir das Plateau jetzt erreicht.

      So als ob wenn wir heute eine Kretschmann-Allee in Stuttgart benennen, oder einen Martin-Schulz-Platz in Erfurt, *diese* Namensgebungen neutral, objektiv, angemessen, und nie mehr rückgängig gemacht werden zu müssen.
      *Das* fände ich dumm, und arrogant. *Das* fände ich wider jedes Lernen aus der Geschichte. Denn zunächst einmal spricht nichts dafür, dass in anderen Zeiten solche Namen nicht aus einem ähnlichen Verständnis gewählt wurden.

      Wahrscheinlich sind diese Leute aber so dumm, und arrogant, dass sie *sicher* sind, wenn sie vor 500 Jahren gelebt hätten, *nie* anti-semitische Bemerkungen von sich gegeben hätten. Und sich deshalb ein Recht (selbst) verleihen, an Luther herumzuschrauben.
      Also ohne jede Empathie für andere Zeiten, oder andere Gesellschaften. Aber sie selbst die Wahrheit als Dauerleihgabe eingepachtet haben.

    • Titel eingeben
      @Dippel und @Herrmann
      Kaum jemand hier wird den Umweltschützern die Verdienste absprechen wollen. Daß diese, aus Unkenntnis oder der guten Absichten halber, übertrieben haben, ist verziehen.
      Unkenntnis zb. Club of Rome,statische Betrachtung, völlige Vernachlässigung von Marktwirtschaft und dem Einfluß von marktpreisen.

      Doch dürfen sich „Die Grünen“ diese Verdienste zuschreiben? Bei Gründung der Grünen Partei aus Umweltschützern und K-Gruppen war der Naturschutz kein Baby mehr. Bürgerliche Umweltschützer mit Einfluß gab und gibt es auch.

      Was ist heute? Für mich ist Übertreibung das Kennzeichen der Grünen. Bodensee mit Trinkwasserqualität ist so ein Ziel. Wo bleiben Fische, Fischer und Fischliebhaber? Nitrat ist kein Gift. Und wenn dioch, so gilt Paracelsus. Ganz ohne Nitrat gibt es kaum Phytoplankton, kaum Zooplankton, kaum Fisch.

      Tierschutz, Artenschutz auch für Totholz bewohnende Käferlarven in der Innenstadt von Stuttgart. Totaler Schutz für zuwandernde Raubtiere, Wölfe, die der normale MdB beim Beschluß sicher nicht meinte.

      Lügen und Propaganda. Zum Beispiel Wolf, der den Menschen scheut. Der Wolf scheut den Menschen, wo er bejagt wird. Wölfe lernen schnell, den unbewaffneten Deutschen nicht zu fürchten. Wölfe werden vielleicht sogar den Waschbären, Wildschweinen in die Städte folgen.

      Landschaftschutz gibt es noch?

      Von den politischen Dingen will ich gar nicht mehr anfangen.

    • Herr Herrmann,
      wahrscheinlich habe ich mich auch unverständlich ausgedrückt.

      Alle, die schon ein bisschen länger auf diesem Planten leben, haben tote Wälder gesehen. Meine Argumentation war nicht gedacht, solche Dinge als ‚grundsätzlich nicht existent‘ auszuweisen.

      Auch ich finde es selbstverständlich schade, dass ich nicht einfach zum Rheinufer hinunter gehen und in den Rhein reingehen kann.

      Natürlich bin ich umweltbewusst, manchmal sogar grün.

      Womit ich nicht (mehr) einverstanden sein kann, ist die Ultimativierung des jeweiligen dernier cri der Panikpotentiale.
      Derzeit ist das vielerorts das Klima. Ob es sich wirklich ändert, ich weiss es nicht. In den Alpen sieht es so aus, es gibt aber auch unter den Wissenschaftlern eine Theorie der ‚pause‘, weil globale Temperaturen nach manchen Angaben doch nicht gestiegen … . Aber lassen wir das, es bringt nichts, und mir fehlt da jede Expertise.
      Nicht ganz jede Expertise fehlt mir im Bereich ‚Simulation‘, und da sehe ich eher rot, wenn mal wieder jemand ‚in einer Simulation nachgewiesen‘ hat, dass die beobachteten Änderungen – wenigstens zu so-und-soviel Prozent – menschengemacht sind. Aus einer Simulation kommt immer nur das heraus, was ich als Parameter, Annahmen und Formeln vorher hineingesteckt habe.
      Auch habe ich vollstes Verständnis für meine Wissenschaftskollegen, die ihr jeweiliges Fachwissen in ihren jeweiligen Fächern zu monetisieren versuchen durch Einwerbung von Drittmitteln, bzw. mediale Auftritte.

      Dummheit ist nicht nur zu vermuten, sondern zu diagnostizieren, im Bereich der Luftreinheit. Nur weil ich zu faul bin, suche ich jetzt die Quelle nicht heraus, es war vor wenigen Monaten, da wurde ganz gross verkündet, dass die Luft jetzt deutlich besser sei als bis vor wenigen Jahren; nun aber die Restverschmutzung immer weniger schnell falle.
      Da muss man nur etwas nachdenken, um diese bodenlose Dummheit nachvollziehen zu können. Fast alle Naturereignisse verlaufen nach einer negativen Exponentialfunktion. Dadurch zeigen alle, von der Überlebensrate eines Bakteriums bis zum radioaktiven Zerfall, einen zeitlichen Verlauf, der je weniger noch übrig bleibt, umso langsamer weiter abfällt. Das ist ja genau die Charakteristik der (negativen) Exponentialfunktion.

      In diese Reihung gehört auch der Diesel. Bis vor wenigen Jahren, über Generationen, war der Dieselmotor die ökologischere der beiden Antriebsarten von Verbrennungsmotoren. Mit viel Mediengesause hat man dieses Schiff innerhalb weniger Jahre um 180° gedreht. Haben Generationen von Wissenschaftlern und Ingenieuren geirrt? Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch nur ein wie Sahne aufgeschlagener Hype. Wir haben in den letzten Monaten erlebt, wie relativ leicht so etwas mit den modernen Medien funktioniert.

      Vor Jahrzehnten ist täglich im Ruhrgebiet der schwarze Russ vom Himmel geregnet. Heute gibt es hier gute Luft und viel Grün. Abgesehen von der Staublunge der Grubenarbeiter haben sich die tausende, ach was, Millionen, Tonnen ungefilterten Russes aber kaum in der Lebenserwartung niedergeschlagen.
      Heutzutage führt plötzlich jeder Zweite das Wort ‚Feinstaub‘ im Munde, wobei kaum einer davon weiss was das ist, geschweige denn dass er das Wort vor 5 Jahren gekannt hätte. Aber dass dieser Feinstaub ’schwerste gesundheitliche Risiken birgt‘, das ist bei der vox populi unstrittig.
      (In einem früheren Beitrag hatte ich das mal in allen Einzelheiten auseinandergelegt, und spare mir deshalb die Wiederholung hier.)

      Um diese – eigentlich blöden – Vergleiche anzuwenden: Es sterben deutlich mehr Menschen in Deutschland an Krankenhauskeimen als an Feinstaub. Wenn man nur einen Bruchteil der Kosten für die Filtereien in die Krankenhaushygiene und die Erforschung dieser Keime steckte, gäbe es weniger Todesfälle insgesamt.
      ‚Leider‘ ist Feinstaub derzeit ’sexy‘, Krankenhauskeime nicht.

      Und lassen Sie mich bloss nicht mit Ernährung anfangen! Da ist die Todesrate um ein Vieltausendfaches höher, durch falsche Ernährung, durch sogenannte ‚Nahrungsmittel‘, als durch Feinstaub. Korrektur: als durch Feinstaub *plus* Stickoxyde.
      Wenn es irgend Ernst wäre, und nicht nur panem et circenses, müssten zunächst erstmal die meisten Discounter vom Staat geschlossen werden, bzw. 90 Prozent der Produkte dort – oder noch mehr – vernichtet werden.
      *Wenn* es wirklich um Gesundheit ginge, wohlgemerkt.
      Und damit ich nicht wieder missverstanden werde: ich trinke gerne, auch Alkohol, rauche gerne eine gute Zigarre, esse gerne was schmeckt, zur Not auch wenn es ungesund ist. *Ich* will das alles überhaupt nicht: dieses Bevormunden.
      Es tut mir allerdings weh, wenn ich erlebe, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung sich von einer Welle staatstragender und wirtschaftsaffiner Fake-News als Panikmache mitreissen lässt.
      (Das dient doch letztlich nur der mentalen Unterordnung, und generiert ein Gefühl, der Staat würde dringend gebraucht, um den Bürger vor solchen Gefahren, wie z.B. Feinstaub, zu schützen. Wobei unendlich grössere Gefahren ganz woanders vorliegen, die man aber seitens der Herrschenden gerne sublimiert, respektive substituiert.
      Das schöne daran ist ja, dass man den Bürger sogar noch dazu bewegen kann, sein Geld in die Bekämpfung hauptsächlich fiktiver Gefährdungen – oftmals sogar freiwillig – zu stecken).

  97. Wohlfeile Kritik
    Zu Dons Thema der selbstgerechten und überheblichen Kritiker gibt es passend heute im Feuilleton der NZZ ein lesenswertes Interview mit Prof. Baberowski. Bezeichnend, daß ein solches Interview nur in der Schweiz erscheint und nicht in D.
    Grüße Uli

    • ... das überrascht nicht ...
      …denn der B ist bei der selbsternannten Avantgarde in Ungnade gefallen und damit auch in den Medien. Der Münkler, dem ein ähnliches Schicksal drohte, hat sich mit vielen, bisweilen peinlichen Kotaus gerade noch gerettet, ob es der B noch schafft, gilt dagegen als ungewiss …

      Aber wir leben ja in einem Land in dem man seine Meinung gefahrlos sagen kann und nicht in einer Mischung aus Türkei und besserer DDR. Und es gibt Qualitätsmedien die über alles berichten.

    • Bezeichnend?
      Haben Sie denn mal geschaut, ob „ein solches Interview nur in der Schweiz erscheint und nicht in D.“?
      Ich empfehle Die Linke macht den Menschen wieder zum Gefangenen seines Stands in der WELT vom 10.04.2017.

    • Danke für den Link Herr Claassen
      Den Artikel in der Welt kannte ich nicht. Das Interview in der NZZ ist allerdings wesentlich ausführlicher und bringt mehr Hintergründe und Zusammenhänge.
      Habe nun gesehen, daß sogar die FAZ über die Solidaritätsnote von B’s Kollegen berichtet hat.
      Es gibt in D also doch noch eine Minderheit, die Diffamierungen als den Tod jeglicher Debatte begreift.

    • Die Minderheit ist publizistisch viel zu schwach, scrollen Sie enfach mal durch SPON, da gibt es kaum mehr ungefärbte Beiträge, dito Zeit. Solange man Mely Kiyak und Stokowski ihr Integrationsversagen offen auslegen lässt und Antifas wie Gensing bei der ARD sind, wird das so weiter gehen. Weil es sich selbst für die Irrsten lohnt.

    • Schweizer Medien
      Das neue Westfernsehen :-)

    • Den Eindruck habe ich auch langsam. Wobei die NZZ Glück hatte, dass nicht Niels Minkmar, wie in Deutschland gefordert, der Chef wurde, sonst wäre da der Ton doch etwas anders.

    • Minkmar?
      „Glück“ hatte doch eher das Feuilleton der FAZ, als Minkmar nicht zu Schirrmachers Nachfolger bestimmt wurde.

      ; –)

    • Ich fand Minkmar durchaus sympathisch, er hat halt nur seine Linie, und die hätte es für mich nicht unbedingt einfacher gemacht.

  98. Titel eingeben
    Danke für die geschichtliche Verankerung und deren wunderbaren Einordnung.

  99. Bergwelten
    Lieber DA

    Wäre das Klausenrennen etwas für Sie?

    Die imposante Bergwelt der Glarner und Urner Alpen als Kontrast zur melancholischen Leichtigkeit des Südens.

    Wenn das Rennen denn wieder einmal stattfinden sollte…

  100. Titel eingeben
    Gefunden im Büchlein: „Xenophobe’s Guide to the Germans“
    —>
    „Vergangenheitsbewältigung“. … Who but the Germans would have a word for it?

    • Who but the Germans?
      Mit der irren Vokabel „Vergangenheitsbewältigung“ scheint es mir zu sein
      wie mit dem schaurig deutschen Begriff „Unkrautvernichtung“.
      In beidem steckt so viel lebensfremde Tölpelhaftigkeit, daß es mir
      graust. Wer solche Begriffe emittiert, der quält sich mit seiner eigenen
      Vernichtung ab; Der haßt sich selber. Die Anglos reden und denken
      „pestcontrol“ und nicht „pestannihilation“. Annihilatinon ist eben ohne
      Selbstabschaffung nicht zu haben, weil wir alle Teile der einen Welt sind,
      ob Floh, Filzlaus, Schimmelpilz, Ratte oder Mensch und in dem Gewimmel
      hat Vernichtung keinen Sinn und funktioniert nicht.
      Nur Schädlingskontrolle mit Respekt, Sinn und Verstehen, kann es bringen.

  101. Nur eine kleine Frage an Frau von Leyen?
    Gestern bin ich mit meinem neuen Colnago die Chouffe Classic in Belgien gefahren. Das ist ein bisschen wie Don’s italienische Ausflüge, auf und ab auf schlechten Strassen, alte Steinhäuser, renoviert und verfallen, viele schnelle Kerle und ein paar entsprechend, meist junge Frauen, alle in bunten engen Radkostümen, allerdings ist das Wetter hier kälter und die Teilnehmer Benelux. For 70 und vor 100 Jahren hätten die jungen Kerle Tarnkleidung getragen, in Panzern gesessen und sich auf Anregung unserer Altvorderen bekämpft.
    Nach der großen Tour gestern, habe ich heute morgen noch eine kleine gemacht. Während ich so vor mich hin radelte, stellte ich mir vor, Frau von Leyen radele neben mir und wir sprachen über die Einschusslöcher von Granaten, die man noch immer erkennen kann. Da hätte ich Frau von Leyen gerne gefragt: “Madame, sind Sie sich sicher, dass Sie Widerstand geleistet hatten? Sind Sie sich sicher, dass Sie es nicht vorgezogen hatten, eine BDM Karriere zu machen?”


    • Sie bringen die Frage einigermaßen auf den Punkt. Genau die liegt einem gegenüber all den eifrigen Bessermoralischen im Nachhinein, wos nichts mehr kostet und rein virtuell bzw. beim Denunzieren anderer bleiben kann, auf der Zunge.

  102. Autos wichtiger als Wahrheiten?
    Grigorij sagt:
    „Der gute Nazi. Sicher.
    Anna Seghers „Das siebte Kreuz

    „Doch Tico, es gab und gibt Verantwortliche.“

    Da da! Habe ich mit keinem Wort bestritten. Daher verstehe aber ich den Einspruch nicht.

    „Haben Sie auch nur einen einzigen Menschen aus der Sowjetunion, einen einzigen Polen etc. gefragt, wie die das damalige deutsche Tun so sehen? Könnte sein, dass die doch ein wenig weniger feinsinnig argumentieren.“

    Ja, ich habe persönlich mit meinem Vater gesprochen.
    Was glauben Sie, woher er wohl stammte, um als Arbeitssklave der Nazis gefangen und nach Deutschland verschleppt worden zu sein?

    Ich habe auch persönlich mit Edgar Hilsenrath gesprochen, (Der Nazi und der Frisör) oft sogar, er war mein Kollege. Ich habe auch mit KZ-Insassen gesprochen, nicht nur einmal. Ich kenne die Geschichte des sogenannten „3. Reiches“ besser, als so manch einer , auch aus erster Hand. Ich empfehle ihnen Bücher wie „Anus Mundi“ oder Himmlers geheime Tagesbefehle, die, so gut sie sind, den Hass und die Abscheu noch tüchtig nähren können, wenn man darauf aus ist.

    Aber ich berichte, wie es meinem Vater widerfuhr, wie er nach dem Krieg mit den Nazis, die seine Heimat verwüstet haben, die ihn entwurzelt haben unter Zwang, umging, und schlussfolgere, dass er somit auch gutes unter der Naziherrschaft erlebt haben muss, oder meinethalben mit und bei den Nazis, etwa Menschen, ich spreche von denen die querbeet als Nazis bezeichnet werden, die ihn eventuell mit Nahrung versorgt haben, oder deutsche Priester die ihn getröstet haben, was auch immer. Zumindest hatte sein Erleben mit denen, die heute pauschal verurteilt werden, die Kraft, ihn nicht in Hass gegen Nazis zu verfallen, wie es heute die unbeteiligten so gerne tun.

    Wobei ich meinen Vater nur als Beispiel heranzog, dafür, dass
    Nichts, aber auch nichts im Leben so eindeutig und einfach ist, wie es mitunter gerne gesehen oder heute hingestellt wird.

    Vielleicht wäre es einigen lieber, mein Vater hätte durch die Bank weg alle Nazis gehasst, damit er tüchtig im heutigen Zeitgeist liegt. Aber er muss auch gute Erfahrungen gemacht haben, die ihn eben nicht hassen ließen, wie man es heute gerne hätte. Heute wäre mein Vater sicher als „Nazisympatisant“ verrufen, trotz seines Hintergrundes. Wie kann ein Nazisklave den Nazi nicht hassen…. ungeheuerlich. Die Antifa muss her! Nur nicht hinterfragen.

    Seine positiven Erfahrungen waren so gut, dass er sogar eine deutsche „Nazibraut“ heiratete. Wollen Sie ihn für sein damaliges differenziertes Denken, trotz seiner lebensgefährlichen Erfahrungen, Hunger, Krankheit, Schläge, Todesbedrohung, heute verurteilen?

    Im Übrigen hatte er niemals sein Heimweh verloren. Noch auf dem Sterbebett fluesterte er, er will nach Hause.

    Ich finde es schlimm auch noch einen Menschen, der die Nazis direkt am eigenem Leib erfuhr und sie dennoch nicht hasst, hier verteidigen zu müssen. Was ist das für eine widerliche Welt geworden, in der der User Autos wichtiger empfindet als Wahrheiten?

    • ...
      Werter Tico, zu Ihrem Bericht fällt mir der Satz von der
      Unfähigkeit zu trauern ein.

  103. pures Lesevergnügen
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    vielen Dank für das Lesevergnügen!

    Mein Vater war Jahrgang 1927, klassische Flakhelfer-Generation. Ich bin sicher er hätte (gerade als Historiker) ihren Text sehr genossen.

    Ihnen weiterhin schönes Fahrvergnügen…

    • Gern geschehen! Man müsste vielleicht mehr über diese Generation machen, da gibt es scheinbar Bedarf.

  104. Bei der Betrachtung
    des vierten Bildes von unten beschleicht mich das ungute Gefühl, dass die (nebenan gemütlich plaudernd abgebildete?) Mamma die ganz junge Betrachterin am linken Bildrand vielleicht in eine etwas zu exponierte Stellung gerückt haben könnte, jedenfalls wenn man von der Schieflage des blauen Flitzers auf den Alkoholpegel das Fahrers schließen würde….

    • Nein, da ist eine Kurve weg vom Kind. Eng ist es eher für die Gäste im Restaurant auf der anderen Seite, da fahren die Autos mitunter 20cm nah vorbei.

  105. Extraklasse
    Ein wahrhaft wundervoller Artikel!

    Ja, die Deutschen machen keine halben Sachen. Während es in Italien 1933 schon fast 10 Jahre Faschismus gab, der sich nicht allzusehr von anderen Diktaturen jener Zeit unterschied, wollte Deutschland gleich die Weltherrschaft an sich reißen und verübte, so quasi nebenbei, den größten Genozid der Menschheitsgeschichte. Über Hitlers Rassentheorien lästerte Mussolini zunächst („Dann müßten ja die Lappen die Herren Europas sein“), um sie zuletzt opportunistisch zu imitieren. Später, als auch in Italien der Krieg heiß wurde, setzte man den Duce einfach ab und wechselte die Front, während man hierzulande noch an Wunderwaffen und Volkssturm glaubte – wir schaffen das. Das Ergebnis kann man sehen, man vergleiche dazu deutsche und italienische Großstädte.

    Heute ist das ähnlich. Quasi als Wiedergutmachung für den totalen Krieg folgt die totale Einwanderung. Abermals soll der Rest Europa, nein gar der Welt, mit deutsche Willensstärke zwangsbeglückt werden. Die Intention ist zweifelsohne eine bessere, die Großkotzigkeit ist jedoch dieselbe. Zweifler werden zu Feinden des Systems erklärt und gerne mal wirtschaftlich ruiniert. Immerhin, nachdem ich Herbst 2015 erleben durfte, verstehe ich wesentlich besser, wie das damals funktionierte.

    Irgendwann im Jahr 1998 kamen meine Großeltern (Jg. 1912/1917) auf das Kriegsende zu sprechen, z.B. Vergewaltigungen und andere unschöne Dinge, obwohl sie zuvor kaum je ein Wort darüber verloren hatten, außer vielleicht „Mir warn froh, dass des rum war“. Jedenfalls hatte ich gerade die Wehrmachtsausstellung gesehen und warf ein, die Deutschen hätten sich, besonders im Osten, ja auch nicht gerade anständig benommen. „Das stimmt“, gab mein Opa unumwunden zu, „da waren eine Menge Dreckskerle dabei, die sich da produzieren mußten. Ich habe mich da immer zurückgehalten“. Und weiter: „Weißt Du, normalerweise heißt das Mord, aber im Krieg, da bringt man die Leute einfach so um“. Wo wir mal beim Thema waren, fragte ich, was man denn so gewußt hatte von KZs und Judenvernichtung. „Wer die Regierung nicht mochte, kam nach ‚Auchda‘, das war bekannt“, berichtete mein Opa, und Oma fügte hinzu: „So richdisch gewißt hod mers ned, awwer ma hod scho immer mo so ebbes geheert.“ Und weiter: „Ja, des mit dene Judde, des hätt der (Hitler) ned mache derffe“. Und wenn sie, alleine mit 3 Kindern auf dem hintersten Dorf immer mal „so ebbes geheert“ hatte, durfte der Rest des Landes nicht ganz ahnungslos gewesen sein.

    Aber es war eine andere Zeit und die Leute hatten andere Sorgen. Es ist in der Tat vermessen, es aus heutiger Sicht beurteilen zu wollen. Auf mich wirkt es selbst als Kriegsdienstverweigerer geradezu grotesk, wenn heute ein Bild von Helmut Schmidt in einer Kaserne abgehängt wird. Eine Wehrmachtsdevotionalie habe ich auch noch hier:

    http://vintique-toys.de/SPIELE-Spielesammlung-fuer-Soldaten-der-deutschen-Wehrmacht-ca1940_1

    Als Kind habe ich gerne mit meinem Opa das Froschspiel und die Urlaubsfahrt gewürfelt. Auch heute stört es mich nicht die Bohne, dass das seinerzeit vom „Im Auftrag des Oberkommando des Heeres durch den Wehrmachtbefehlshaber Ostland“ herausgegeben wurde.

    Wer sich wirklich mit der Zeit auseinandersetzen möchte, dem sei folgendes empfohlen:

    Bruni Adler: „Bevor es zu spät ist. Begegnungen mit der Kriegsgeneration“
    Christopher R. Browning: „Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die Endlösung in Polen.“

    • Es ist eben ein grosses, aber auch verdrängtes Thema. Man will die moralische Selbstvergewisserung, aber nicht unbedingt in letzter familiärer Konsequenz. Ausnahme ist vielleicht eine Linken-Abgeordnete im AGH, die sehr lapitdar mit dem Ableben ihrer Grossmutter umgeht.

    • Genau
      Liebe(r) MMW,
      meine Eltern erzählten ähnliches. Das Zitat ihrer Oma hätte von meiner Mutter sein können, die 10 km von einer bekannten Psychiatrischen Klinik, in der das Euthanasie-Programmm umgesetzt wurde, wohnte. Sie berichtete mir, dass man nichts Genaues wusste aber sehr Genaues ahnte, wenn verdunkelte Wagen durchs Dorf fuhren.
      Auch das Zitat (mit den Dreckskerlen) ihres Großvaters hätte mein Vater sagen können. Er war auch Gefangener seiner Zeit und musste mit 20 Jahren schreckliches sehen und erleben.
      Ihrer Beobachtung, dass die Deutschen immer alles 100prozentig machen wollen, kann ich nur beipflichten. A. Merkel nimmt seit 2015 ganz Europa für ihre Ohnmacht in der Flüchtlingskrise in Haftung. Die Groko will Volk und Parlament maasregeln und auf Linie bringen und die Scheckbuchdiplomatie der letzten Jahrzehnte, zeigt es immer klarer, wie dominant selbstherrlich Deutschland sich im Lichte der vermeintlichen Gerechtigkeit wähnt. Die Polen, Ukrainer, Russen, Ungarn, Tschechen, Griechen, auch die Italiener und viele, eigentlich alle europäischen Länder,, haben nicht vergessen, wer sie überfallen hat, und vor allem, welches Weltbild den Überfall rechtfertigte. Im Falle Russland waren es zwei Überfälle, im Falle Polens nach drei Teilungen die geplante Tilgung von der Landkarte. Ein wenig Demut der eigenen Geschichte, den anderen Nationen und der Leistung der Bundesrepublik gegenüber, wären durchaus angebracht. Dann würde man auch erkennen, dass nicht alles schlecht war und nicht alles gut ist.

    • Wie Recht Sie haben
      die Geschichte ging noch weiter. Einige Jahre nach dem Tod meines Opas kam Oma auf einen entfernten Verwandten XY zu sprechen. „Des war de Obbernazi. Der hod domols (so 1942/43) solang uff Dein Obba eigeredt, bis der in die Partei nei is. Dabei hod den des ja gar ned interessiert.“

      Ich konnte es erst gar nicht glauben. Mein Opa, von dem ich nie ein böses Wort über Juden und nie ein Gutes über Adolfs Zeiten gehört hatte, in der NSDAP?

      „Ei, ja“, sagte Oma, „der XY hat als zu erem gesacht: ‚Du bist doch im öffentliche Dienst, un wenn de ned in die Partei gehst, dann werste nix, wenn mir den Kriech gewonne hawwe‘. Da hab ich gesacht: ‚So’n Quatsch, des gewinne mir nie.‘ Aber dein Obba hod ja immer uff die annern geheert, ned auf mich“. Der Ärger stand ihr noch 60 Jahre später ins Gesicht geschrieben.

      So kam ein ganz normaler Mensch, den ich unendlich mochte, in die NSDAP. Ich mag ihn immer noch, erinnere mich seiner gerne und hoffe, er ist nicht zu schuldig geworden. Es gibt auch andere Geschichten in der Verwandtschaft, z.B. die vom SS-Mitglied, das sich weigerte, sich von seiner halb-jüdischen Ehefrau scheiden zu lassen. Die Welt ist nicht schwarz-weiß, wie sie ein Heiko Maas gerne hätte.

    • @MNW
      Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie das ausgesehen hätte, wenn wir Deutschen analog zu Italien Hitler „abgesetzt“ und „die Seiten gewechselt“ hätten – sicher hätten uns die Alliierten mit offenen Armen empfangen…

      Nun denn, es kam anders und die hier im Forum mit vielen Betrachtungen thematisierte Vergangenheitsbewältigung erfolgte in Deutschland eher zäh und lange bruchstückhaft. Lag vielleicht auch daran, dass die Menschen im zertrümmerten Deutschland zwischen 1945 und 1955 und auch danach lange Zeit anderes zu tun hatten, das sie als dringlicher und/oder erbaulicher ansahen. Dafür kam dann mit den 68ern mit deutscher Gründlichkeit die Gegenbewegung, und die breite Beteiligung der deutschen Bevölkerung und Armee an Nazigräueln war schon vor Goldhagens Werken gründlich aufgearbeitet. Heute schlägt das Pendel der Geschichtsbetrachtung eher wieder in die andere Richtung aus, aber nicht mehr mit der gleichen Wucht, wie es scheint.

    • Es ist heute keiner mehr Nazi, noch nicht mal mehr die Identitäre Bewegung will das sein. Die einen versuchen, daran vorbei zu kommen, und die anderen wurden etwas denkfaul und merken nicht, dass es nicht auf die Vermittlung ankommt (wie etwa „Hitlers Uhr“) sondern auch die Qualität der Vermittlung.

    • Lapidar, hmm.
      Als jemand der dichter bei der Generation ‚Vater und Mutter und Familie haben den Krieg durchlebt‘ ist, und in den 60ern und danach immer wieder Antworten haben wollte, und die meisten auch erhielt (offenbar im Gegensatz zur Mehrheit in meiner Generation) sehe ich diese Sache etwas anders.
      Natürlich waren alle meine Familienangehörigen ‚Mitglied‘. Und in der HJ, im BDM, und mein Vater hatte selbstverständlich im Russlandfeldzug eine Wehrmachtsuniform an. Hätte er nackt gehen können/wollen/dürfen?
      Meine Grossväter waren Beamte. Hätte ich ihnen je vorgeworfen, nicht im Widerstand gewesen zu sein? Natürlich nicht.
      Es ist so leicht, zu sagen, man selbst wäre im Widerstand gewesen.

      Der Zweite Weltkrieg war allerdings auch fair zu unserer Familie, sozusagen. Je einem Onkel väterlicherseits und mütterlicherseits habe ich nie kennenlernen müssen, weil beide den Krieg nicht überlebten. Und beide waren eben diejenigen, die sich über das Normale hinaus das man von einem Volksgenossen erwartete, ins Zeug gelegt hatten.
      Einer von den zwei Onkels hatte der eigenen Familie angedroht sie ins KZ zu schicken, wenn sie dieses und jenen nicht aufhörten. Und der andere war auch 200-prozentig.
      Also, ich kann mir schon vorstellen, dass jemand lapidar mit dem Ableben eines Familienmitgliedes umgeht. Es kommt darauf an, was er (oder sie) vielleicht mehr über eine Person wissen.
      Ich jedenfalls bin erleichtert, dass mir diese zwei Onkels erspart blieben.

  106. @Tico
    Mit keinem Wort habe ich Ihren Vater verurteilt. Wie käme ich dazu?
    Mit keinem Wort habe ich DIE Nazis pauschal verurteilt. Auch das steht mir gewiss nicht zu. Es wäre gewiss allzu billig, wie es auch fürchterlich billig ist, auf andere Gruppen einzuschlagen, weil Einzelne diese oder jenes getan oder geäußert haben. Nur ist das eben leider die vielgeübte alltägliche Praxis. Schon immer.

    Das ist ja alles bekannt. 58% der sowjetischen Kriegsgefangenen (3,3 Millionen) kamen in dt. Gefangenschaft um. 35 % (1,1 Millionen) der dt. Kriegsgefangen in sowjetischer Gefangenschaft. Worüber wird hierzulande mit welcher Absicht ausführlich immer wieder berichtet?
    Vielleicht ging es manch Zwangsarbeitern in der Landwirtschaft materiell sogar besser als in ihrer Heimat, wo schwer gehungert wurde. Aber die Mehrheit dieser Zwangsarbeiter betraf das sicherlich nicht. Wieviele werden mit Hass auf die (!) Deutschen den Rest ihres Lebens zugebracht haben?
    Wer waren die Schuldigen an all diesem Elend? Wirklich nur ein paar wenige in den Führungsetagen?

    Und wir sind uns vielleicht sogar einig, dass es unter allen Verhältnissen Menschen gibt, die sich ihre Würde und ihren Anstand nicht nehmen lassen. Da werden unvermeidlich die Grenzen bei jedem woanders verlaufen.
    Von Eva Mozes Korr haben Sie vielleicht mal gehört. Sie, die als Kind diese grauenhaften medizinischen Experimente überlebt hat, hat sich mit einem Arzt aus Auschwitz getroffen und versöhnt. Und ist dafür von ihren Leuten z.T. schwer kritisiert worden.

    Das Seghers-Buch habe ich ja nicht ohne Absicht genannt. (War bei uns übrigens Schullektüre.) Und es ist auch insofern interessant, weil es zuerst auf Englisch in den USA und dann auf deutsch in Mexiko herausgekommen war und ein sehr differenziertes Bild von Nazideutschland zeichnete. Die US-Army ließ daraus einen Comic und eine Dünndruckausgabe machen, die jeder Soldat in Europa in die Ausrüstung bekam. Vielleicht war dann auch (!) deshalb die westliche Besatzung eine andere als die der sehr viel eher Rache nehmenden Russen. Obwohl es wiederum mit absoluter Sicherheit auch bei denen welche gab, die Vernichtungskrieg hin oder her, immer noch in Deutschland das Land der Dichter und Denker sehen konnten. Oder vielleicht sogar die einzelnen Menschen.
    Mir gegenüber müssen Sie Ihren Vater gewiss nicht verteidigen, da ich ihn in keiner Weise angegriffen habe.

    Und dass mir Autos wichtig wären, wäre mir neu. Die gehen mir, so sie mich als Radfahrer und Fußgänger nicht allzu sehr belästigen, am A… vorbei. 10 Mill. weniger im Land wäre ein Segen.

    • Titel eingeben
      @Tico: „Hass auf die Deutschen“ finden Sie bei Russen wenig bis gar nicht.
      .
      Was ich – als Deutscher mit etwas Geschichtsinteresse – seltsam & bemerkenswert fand, als ich eine St.Peterburgerin heiratete und ihre Familie und ein wenig die russische Kultur kennenlernte. Nirgends schlug mir als Deutscher auch nur ein Hauch von Hass entgegen. Besonders in Petersburg und im Hinblick darauf, dass die Deutsche Wehrmacht diese Heimatstadt meiner Gattin bewusst ausgehungert hat; Ergebnis der 872 schrecklichen Tage 1941-’43: eine Million tote Einwohner. Das sind rund doppelt so viele Zivilisten wie im Deutschen Reich während des gesamten Kriegs durch alliierte Luftangriffe umgekommen sind. Ich sag das nur, weil ja „wir“ Deutschen in diesen Fällen gerne jammern und dann relativieren und unsere Schuld kaschieren: aber die anderen waren ja genau so schlimm…
      .
      Und nun stehen deutsche Soldaten wieder an der russischen Grenze. Mit mehr als fadenscheiniger Begründung. Wer mordet denn mit seiner hochtechnischen Soldateska in zig armen Ländern Afrikas und Asiens, wer wirft zig tausende von Bomben auf „Andersgläubige“, und immer illegal, ohne UN-„Erlaubnis“ und in der Regel auch mit verlogenen Vorwänden … Nein, das sind nicht „die Russen“. Es sind die USA, die damit (sie geben’s selbst offen zu!) die Weltherrschaft anstreben.
      .
      All das ist bekannt. Und doch ist es bei der üblichen Presse (wg. Ideologie oder Dummheit?), bei den üblichen deutschen Wählern (wg. TV wahrscheinlich), immer noch, wie zur Nazizeit und unter Adenauer: der Russ, der Russ, der pöse Russ.
      .
      Ob’s hilft, diese verlogene, letztendlich wieder mörderische Politik ins Lächerliche zu ziehen? Aber was bleibt mit sonst? Noch(!) werd‘ ich ja dafür nicht verfolgt (wahrscheinlich sind wir noch zu viele kritische Geister …und deshalb die angestrebte staatliche Zensur)
      .
      Der Russ der kommt, das ist gewiss.
      Ob er aber über Oberammergau
      oder aber über Unterammergau,
      oder aber überhaupt nicht kommt,
      ist nicht gewiss.
      (Biermösl Blasn).

  107. Ganz wunderbar! Laute Zustimmung - und blaues Wunder
    Sehr geehrter Don,

    wie immer selten klasse am Puls der Zeit. Dafür wird man Sie einst rühmen, und warum auch nicht?

    Bei den alten Männern denke ich dann oft, wie mir meine Erbkrankheiten manchmal die Kraft nehmen noch viel zu sagen, zu manchem, was Geschichten hergäbe. Aber gut, dass Sie mehr zu sehen wussten, als die Herren erzählten. Sich an Hand Wissens und mit Herz Kontext bilden zu können, fern ab der Parolen.

    Mich hat diese Zeitzeichen schockiert, oder in der Diskussion unter folgenden Meldung: http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_81214110/geheimplaene-aufgedeckt-das-sollte-nach-einem-sieg-le-pens-geschehen.html

    Diese Leserdiskussion offenbart die ganze Palette der Ansichten und Verwirrung dieser Tage. Einige gefallen sich darin fast jedem anderen Diskutanten klarzumachen, dass diese blöd seien (fast könnte man an die „Grüne Feuerwehr“ denken; es gibt da allerdings noch mehr im Webforen agierende Kräfte, t.w. im Ausland sogar staatlich betrieben) – zumal wo doch alles so toll sei… Wirklich, es scheint ja gar keine Probleme mehr zu geben, bei jenen, die meinen andere Menschenfeinde schimpfen zu können (da hört man doch die Guitiene sausen – und wirklich, es ist ganz leicht und äußerst Lehrreich an Hand des Internets Geschichte zu studieren).

    Irre wird es besonders, wenn sich die Reingläubigen nicht erkennen und sich auch so angreifen.

    Aber nun zu etwas, was imho viel besser zu ihrem weisen Artikel passt. Neulich hat es Jay Leno in seiner wunderbaren Serie „Garage“ gebracht, denn der hat eines der beiden Exemplare (die allesamt sehenswerten Folgen, zB wie er mit den Ex-Vize ausfährt, sind fast allesamt bei YT). Er eines das, und wie passt das wieder mal zu den wunderbaren Wegen die das Leben in Europa, der Welt und der Geschichte zu schreiben weiß, von einem Schweden nachgebaut wurde (Lenno hat das Vermögen für viele solcher Kleinodien). Als Mercedes noch an großen Rennen teilnahm, bauten sie den weltbesten Rennwagen-Transporter. Dieses „Blaue Wunder“ lebte von dem klugen Gedanken, dass man das Gefährt effektiv am Besten in den Mercedeswerken tourt, und so wurde einfach der schnellste Transporter gebaut (und heute muss ich Sie bitten statt 2 diese Mal ausnahmsweise 4 Links zu lesen, was Sie diesbezüglich sicher einmal besonders gern machen): https://www.mercedes-benz.com/de/mercedes-benz/classic/museum/mercedes-benz-rennwagen-schnelltransporter/ . Interessanterweise gibt es das nur im russischen Wiki: https://ru.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_Renntransporter (man schaue bei „Языки“ – bei etlichen geografischen oder historischen Themen lohnt es sich immer wieder in anderssprachigen Wikis zu schauen, nicht nur weil das noch keine Ideologen modelierten, sondern weil die Welt eben größer ist als jedes Wiki, auch das Deutsche, was eben diejenigen, die derzeit so über allem nationalen stehen wollen, genau die nationalen Mittel einsetzen wollen, wie Maas2.0, hoffentlich ohne Napoleonkomplex -hat ja schön die Schweizer Presse geschrieben, wie anmaßend es sei, so das deutschsprachige Internet dominieren zu wollen, aber sowas ficht ja die Reingläubigen nicht an: Schön z. B. der Hinweis von Fefe auf das Gender-Penis-Thema). Und noch eines ist gut: http://www.mercedes-fans.de/magazin/classic/das-blaue-wunder-mit-silberpfeilen-im-tiefflug-der-besondere-mercedes-oldtimer-erinnerungen-an-den-schnellsten-renntransporter-der-welt.664

    Das ist west-deutsche Geschichte, und mittlerweile endgültig gemeinsame (was viele im Osten nie anders fühlten, einige mehr, andere weniger – übrigens gab es auch da welche, die zum Ende der DDR einmal die DDR-Kommunen wählen durften, um sich dann als ganz jungen so zu verstricken, dass die selben Inqusitoren, die dereinst ganz vorn sind, wenn es ums hetze geht. Nein, nur Sybille Berg würde soetwas nie tun, denn das sind ja alle so unheimliche Menschenfreunde, nur eben ganz unfreundlich – und bemerkenswert denkfaul. Man kann das seinen Kindern eigentlich früh beibringen, wie ich als vierfacher Vater weiß: Nur die dummen Leute denken, dass sie alles wissen. Wehmütig schaut man nach der Predigt, in der es heißt: Du sollst nicht urteilen.

    Oder jedenfalls nicht so schnell, und bitte auch mit Herz.

    Vielen Dank verehrter Don. Wie gut, dass man Sie lesen kann (auch im rebellmarkt und bei Twitter, mit all den genialen Fotos).

    Achja, ist es nicht verrückt, dass die Deutschen dann irgendwann das Original wegwarfen (es gab damals tatsächlich so einen Zeit, wo so viel wirklich wertvolles als furchtbar unmodern weichen musste), weil der Boden des Museums damals noch nicht tragfähig war (wie versteht man da Historiker: So gehen sie dahin, die Zeugen… Übrigens gibt es im Internet zum Glück einige Datenbanken, wo Zeitzeugen erzählen. Aus den schweren Tagen. Sehr, sehr lehrreich, auch für solche, die ihr Herz bilden mögen – und das ist natürlich auch so bei Zeitzeugen überall auf der Welt. Da kann man nach meiner bescheidenen Meinung sehr viel lernen. Vor allem nicht so schnell zu sein, wenn man meint man hätte immer nur alles ganz anders und viel besser gemacht. Natürlich ist es gut, alles viel besser machen zu wollen – aber dem steht doch hoffentlich nicht etwas Warmherzigkeit („Menschenfreunde“!), Wahrhaftigkeit und Klugheit entgegen. Befürchte leider, nach allem was man in der Geschichte ließt, ist wenig Hoffnung.

    Aber erfreulicherweise gibt es genug schöne Dinge, die es immer geben wird. Und solche Geschichten, wie die um das blaue Wunder.).

    Ohne das die Lebensleistung der Vorhergehende hier, würden sie doch gar nicht die Mittel haben. Aber die eigne Sache scheint irgendwie eklig, atiquiert: Und das wird entsorgt… (wie Checkpoint Charley, den der Berliner Senat eilends abrissen, und schon damals fragte einen jeder 2. Tourist danach! Erstaunlich, einfach nur verblüffend, der Verlauf der Geschichte.)

  108. Titel eingeben
    Also. meine Oma Magarethe, die höchstdero selbst drei Söhne in die Welt setzte, bekam 1945 – 49 alle drei lebend nach Deutschland zurück. Heinz, Fritz und Horst. Das wahr ungewöhnlich, denn in den meisten Familien war mindestens einer verlorengegangen. Ihr Ehemann, der Postbeamte Wilhelm Braun, war aus Verdun mit einem Lungensteckschuss herausgekommen. Er wurde in Wittenberg-Lutherstadt weiterbeschäftigt. Opa Wilhelm besuchte uns in den 50ern öfter in Westfalen. Wir sind oft zusammen in´s Dorf gegangen. Beim Betrachten der Versehrten in ihren Rollstühlen verriet er mir: „Jungchen, Krüch ist Scheiße“.
    Trotzdem sogte Margarete dafür, dass ich 1951 in Altenhundem den Folke (Kriegshaufe) mit vor demselben mit dem Schwert „her“ laufend verplättet bekommen habe. Denn mein älterer Bruder hieß Heinz Günter. Sollte Heinz aus der Kriegsgefangenschaft nicht lebend zurückkommen.
    Ich war also die erste „Friedensware“ und hatte den Auftrag, die Pollacken und den Ivan in der nächsten Runde abzumetzeln. Was Heinz, Fritz und Horst nicht gelungen war.
    Na ja, etwas schon. Sie hatten alle die Nahkampfspange.

    • Großväter sind auch Söhne
      Dem Blog-Master gebührt Dank, ein Thema ans Licht gehoben zu haben, das mehr Deutsche stärker berührt, als die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt sich dies vorgestellt haben mag. Und zwar nicht aus politischen Gründen berührt, sondern aus ganz persönlichen, wie vielen Kommentaren zu entnehmen ist.

      Das motiviert mich, auch etwas hinzu zu tun.

      Während ich dies schreibe, liegt vor mir eine Photographie. Schwarz-weiss, ausgebleicht, undatiert. 1917? Nicht später, denn später lebten nicht mehr alle. Aber auch nicht früher als Herbst 1914.

      In die Kamera blicken vier Männer. Keiner lächelt. Die Gesichter sind gezeichnet von physischer Erschöpfung, die Uniformen verschlissen, wie bei Unteroffizieren der Infanterie an der Front unvermeidlich, die kniehohen Stiefel lehmverschmiert. Die äußere Haltung ist keineswegs stramm, heutzutage würde man sie als lässig bezeichnen. Die innere Haltung, also das, was die Frau IBuK bei der ihr unterstehenden Bundeswehr zu vermissen meint, erkennt man als Kundiger an Äußerlichkeiten: Die Feldmützen gerade, alle Knöpfe dran und zu, die Koppelschlösser vor der Körpermitte, die Stiefelschäfte hochgezogen. Innere Haltung könne man an Äußerlichkeiten nicht erkennen, ruft dort hinten jemand? Das darf gern Ihre Meinung sein, aber dann sind Sie kein Kundiger.

      Die vier Männer auf der Photographie sind Brüder. Darf ich bekannt machen? Von links nach rechts:

      Paul C., mein Großvater.
      Im I. WK gefallen.

      Richard C.
      Im I. WK gefallen.

      Max C.
      Im I. WK Bauch- und Lungenschuss.
      Im II. WK gefallen als Volkssturmmann bei der Verteidigung Schlesiens.

      Martin C.
      Im I. WK den linken Arm verloren.
      Im II. WK umgekommen beim Bombardement Breslaus durch die Angloamerikaner.

      Mehr Söhne hatte meine Urgroßmutter nicht. Daher konnten leider auch nicht mehr fallen.

      Wenn ich die gegenwärtige Diskussion in der Bundesrepublik Deutschland richtig verstehe, also im Nach-Nach-Nachfolger desjenigen Staates, für den zwei dieser Brüder gefallen sind, so sind die beiden anderen, die erst im II. WK umkamen, verdächtig, Nazis gewesen zu sein.

      Abstrus. Ich verbitte mir das. Wieviel Crystal Meth muss man intus haben, um auf Derartiges zu kommen?

      Folkher Braun, herzlichen Dank für die Motivierung, dies mal aufzuschreiben.

    • Das hat mit Drogen nichts zu tun, nur mit Moral und dem dezenten Cergessen, dass die meisten solche Bilder haben könnten.

  109. Haltungsfragen
    Lieber Don,
    vielen Dank für den Bericht vom historisch nachgestellten Autorennen mit historisch demnächst falscher Begeisterung. Die alten Herren, die mit einer Chance von 5/12 so grade überlebt haben und dann, anstatt auf einer Antitraumatherapie zu bestehen, die Arbeitstherapie gewählt haben: in die Hände gespuckt und angepackt, sie sollten uns und unseren Kindern (wenn wir denn noch welche haben) Vorbild sein. Wir werden diese Vorbilder demnächst brauchen können.
    Ihre Bemerkung am Rande, den ich hier aber ins Zentrum setzen will — „und zu gern wüsste man, ob und wenn ja wer in Frau von der Leyens Familienalbum nun ebenfalls der Damnatio Memoriae zum Opfer gefallen ist.“ — möchte ich ein bischen ergänzen.
    Adel kommt ja von Edel und einige dieser Familien haben dieses Attribut durchaus verdient. Schließlich kam 80% des Widerstandes gegen die Nazis und 100% der Initiative aus diesen Kreisen und die mussten nicht nur gewaltig gegen ihre eigenen Tradition verstoßen, dem Staat immer und unter allen Umständen treu bis in den Tod zu dienen. Sie haben das schlimmste riskiert, diesen Tod als Verräter zu finden und nicht als Held auf dem Schlachtfeld. Und sie haben mit einer Haltung bezahlt, die von den heute verantwortlichen Parteikarrieristen noch nicht einmal als Haltung verstanden wird.
    Doch zurück ins Zentrum. So viele Adelsfamilien gibt es nicht. Und im Gegensatz zu „Müller“ kann man davon ausgehen, dass alle mit dem gleichen Namen aus derselben Familie stammen. Und so findet man relativ leicht, dass der Generalleutnant der Wehrmacht Ludwig von der Leyen
    https://de.wikipedia.org/wiki/12._Infanterie-Division_(Wehrmacht)
    als Oberkommandierender der 12. Inf. Div. am Polenfeldzug teilgenommen hat. Ich glaube nicht, dass die Mädchenschulen gebaut haben. In der Reichswehr war er schon als Oberst für die Ausbildung der Infanterie tätig und somit einer derjenigen Offiziere, welche den schon in den 20‘er Jahren genial geplanten Aufbau der Wehrmacht vorbereitet haben. Er hat Führer und Vaterland ohne zu zucken bis zum Ende treu gedient.
    Man kann noch einen zweiten Vertreter der Edlen finden, Joachim von der Leyen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Freiherr_von_der_Leyen
    Das war nun ein 150%‘er. Als junger Mann Mitglied des Freikorps und später Verwaltungsbeamter Hitlers in Galizien und der zerschlagenen Tschechei war er sicher nicht ganz unbeteiligt an der Vorbereitung zur endgültigen Germanisierung dieser Gebiete. Wir reden hier von der ethnischen Säuberung und der Zuführung der lokalen Opfer in die Arbeitslager und KZ.
    Wenn die Ministerin es denn mit der Endlösung zur Entnazifizierung der BW ernst meint, dann erwarte ich als Teil des politisch nicht ganz korrekten Publikums, dass dieser Vorgang in zwei Stufen erfolgt. Im jetzt begonnenen, ersten, einfachen Teil, werden die Namen der Toten ausgelöscht und deren Bilder abgehängt. Die können sich nicht mehr wehren. Die alten Herren mit der 5/12 Chance und dem unglaublichen Überlebenswillen nach dem Krieg sind unwichtig für sie. Sie sind schon als Zahl keine wahlrelevante Gruppe. Soviel zu Haltung. Die Alten Helme und Degen werden an Sammler verkauft, deren Namen wir uns merken, falls deren Kinder sich aus Versehen freiwillig bei der BW melden sollten.
    Der zweite Schritt wird für sie persönlich schwieriger. Aber Klasse und Charakter erkennt man immer dann, wenn schwieriges getan werden muss. Sie muss der Familie ihres Mannes klar machen, dass der Name von der Leyen für den IBuK (Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt) der BW nicht akzeptabel ist. Er ist direkt mit üblen Naziverbrechen verbunden und noch nicht einmal ein klein wenig mit dem Widerstand. Eigentlich muss sie zurücktreten, um die Truppe von diesem unerträglichen Makel zu befreien. Nur ihre Kinder; die müssen damit leben.

    Völlig unabhängig von dieser Geschichte, als Verteidigungsministerin muss sie noch eine Menge lernen:
    War is not about who is right.
    War is about who is left.

  110. @colorcraze
    Sehr geehrte Frau Colorcraze!
    Ihr Kommentar erstaunt mich. Wenn meine Frage Ihnen so offensichtlich erscheint, warum hat dann Frau Kanzlerin Merkel eben diese Frage nicht an Ihre Ministerin für Verteidigung gestellt?
    Hochachtungsvoll
    Lisbeth Heuse


    • Warum sollte ausgerechnet Frau Merkel das tun? Sie ist ein Machtmensch, und weiß, das sich solcherart Zumutungen problemlos „auflösen“, also sind sie ihr völlig egal.

  111. Oberland, Özumoron, Oberhäupter der Oberschicht, Ohnmächtige
    Don,
    so sehr ich Ihre Beiträge über das Oberland – und auch diesen über die Gegend hinter dem Gebürg – zu schätzen weiß, muss ich doch feststellen, wenn’s über die Grenzen Altbayerns hinausgeht, finden Sie religiöse Gründe, wo hiesigen Erachtens eher soziale und/oder wirtschaftliche Gesichtspunkte bedeutsam sind.

    Um die Jahreswende hatten Sie einen Beitrag zur Reformation angekündigt. Trinken Sie Tee und warten Sie einfach, bis sich dieser Beitrag wie von selbst schreibt.

    Wer griff 1522 den Erzbischof von Trier an? Die Hohe Pforte war’s nicht. Das Reichsständchen der Krautjunker protestierte dagegen, dass die Kirche nur Leuten Ablässe verkaufte, die sich welche leisten konnten – was bei der Ritterschaft nicht mehr der Fall war.

    Wessen Söldnerheere plünderten 1527 Rom? Sie wären schnell bei Osman von Frankreich, der jedoch üblicherweise nicht mit Sacco di Roma verbunden wird.

    Warum schreibt aber nun Frau Özugoz, dass es keine deutsche Kultur gebe? Weil Kultur (selbst im weitesten Sinne) in Europa von der Oberschicht geprägt wurde und wird (in Amerika ist es heute teils umgekehrt, die Populärkulturschaffenden bilden die Blingbling-upperclass). Stellen Sie sich künftig bei Äußerungen einfach die Frage, ob der oder die sich dergestalt Äußernde als Feuilleton-Korrespondent am Burgtheater eingesetzt werden könnte. Wird diese Frage verneint, haben die Äußerungen keinen Bezug zur Religion, sondern zu Klasse/Stand/Schicht. Übrigens scheint mir die SPD-Politikerin nicht verstanden zu haben, dass ihre Feststellung ein Özumoron ist: Gerade die Regionalität war stets ein bedeutsamer Aspekt der deutschen Kultur, anders als etwa der Gegensatz Paris-französische Wüste.

    Don, ein Themenvorschlag für „Deus ex machina“. Theoretisch müsste es mit Datenbrillen möglich sein, bei Frauen ein digitales Kopftuch zu erzeugen. Damit wäre – Google sei dank – künftig nicht mehr die islamische Frau am Kopftuch zu erkennen, sondern der islamische Mann an der das Haupthaar – der betrachteten Frau – verbergenden Datenbrille. Anfangs würde diese Augen-App zwar vermutlich auch alle metrosexuellen Männer verschleiern. Interessant wäre jedoch, dass die Ironie der Geschichte endlich enden würde: Die politische Linke verehrt aktuell ein Stück Stoff, das die syrische Oberschicht in vorislamischen Zeiten als Statussymbol etablierte.

    Sie verwahrten sich kürzlich in scharfer Form gegen die – in letzter Zeit auffällig häufigen – Links zu Artikeln der Welt. Don, Sie passen sehr gut zur Print-FAZ oder auch zur NZZ. Man muss aber ganz nüchtern sagen, dass faz.net und die Sonntagszeitung nicht mehr zur papierenen Werktagsausgabe passen. In meinem Bekanntenkreis lesen die Abonnenten der FAZ am Tag des Herrn die Welt am Sonntag. Und die Leser der Sonntagszeitung unter der Woche die Süddeutsche. Von daher sind sowohl ihr Ärger als auch die Verlinkung der Leser kein Wunder – im Internet gewinnt die FAZ allenfalls einen Blumencron.

    Nach den Landtagswahlen entlud sich auch hier ein gerüttelt Maß an Häme über Herrn Stegner. Dadurch wird ein ungetrübter Blick auf das Ergebnis verstellt. Die Entscheidung in Düsseldorf galt als kleine Bundestagswahl – läge da nicht ein Vergleich mit der großen nahe? Und siehe da: CDU minus sieben, FDP plus sieben Prozentpunkte. Bei allen anderen Parteien liegen die Veränderungen bei höchstens drei Prozentpunkten. Es reicht nicht für Schwarz-Grün. Im Endeffekt fiel nur der Protestwahleffekt von 2010 und 2012 (damals gegen Schwarz-Gelb im Bund) weg. Nüchtern betrachtet sprach der Souverän nun: Angela, Schwarz-Grün hat keine Zukunft. Daher gibt es durchaus einen „internen Schulz-Effekt“ in Düsseldorf: Während Rotrotverbot insgesamt unverändert schwach ist (externer Schulz-Effekt: nahe null), verlieren innerhalb des linken Lagers vor allem die Grünen, können also nicht allein mit der CDU regieren. Bei der Bundestagswahl 2013 kamen CDU und Grüne noch auf 48 Prozent an Rhein und Ruhr – davon sind sie nun weit entfernt.
    Vor vier Jahren sagte Merkel zur FDP: Ich brauch dich nicht. Hoffentlich kann sich Herr Lindner diesen Satz noch ein halbes Jahr lang merken.

    • Ich bin Atheist und Frundsbergs Truppen waren allein von Geldbier getrieben – der Religion gehört fast jeder an.

  112. Wo heute die Faschisten leben Link
    Wie ich finde ein sehr erhellender Artikel zur Haltung der Amerikaner, die Trump mehrheitlich gewählt haben:

    http://www.alternet.org/election-2016/rural-america-understanding-isnt-problem

    Früher östl. des Atlantiks: Gegen Juden, gegen Sozialisten, gegen Gewerkschaftler, gegen Schwarze, etc.
    Heute westl. des Atlantiks: Gegen Juden, gegen Araber, gegen Sozialisten, gegen Gewerkschaftler, gegen Schwarze etc.

    Spot the difference!

  113. Hallo DA
    Wer ist eigentlich die Ihnen übergeordnete Instanz welche schon veröffentlichte Beiträge wieder zu löschen imstande ist. Nach welchen Kriterien wird da gelöscht. Mein Beitrag zu dem Hohlwort „Vergangenheitsbewältigung“ ist wieder verschwunden. Um Begründung
    bittet mit freundlichen Grüssen. Rudi Meergans ,meergans@web.de

    • Ich habe nichts gelöscht. Keine Ahnung, wo der Kommentar ist, ich sehe hier im Backend mehrere, sie sind alle onlie.

  114. nun ist er wieder a,
    mein ungeheuer geistvoller beitrag und ich bedaure zutifefst, sein scheinbares verschwinden moiert zu haben und das,wo ich mich
    ganz gut in Ihre herkulesarbeit hineinversetzen kann. durch die
    hitze in nicht eifachem gelände radeln und dann noch all das lesen
    und redigieren auf sich nehmen. Sie kommen mir vor wie der
    herkules, wenn er sich den nemäischen löwen samt
    dem augiasstalll in einem zur brust genommen hätte.

    • Sorry, ich habe nichts verschwinden lassen. Wenn ich eingreife, schreibe ich das rein.

  115. Wahrheitssuche als Staatsverbrechen?
    „Aus der Geschichte lernen heisst nicht, dass der eine die historische Wahrheit hat und alle anderen daraus lernen müssen. Aus der Geschichte lernen heisst, dass es viele Sichtweisen und Erfahrungen gibt, und das Erste und Wertvollste, was man daraus lernen muss, ist die Einsicht in die eigene begrenzte Beurteilungsfähigkeit. Wenn man das aus der Geschichte gelernt hat, ist man immun gegen das Übelste, das man aus der Geschichte lernen kann: Dem Irrglauben, man sei die Spitze der menschlichen Entwicklung, und könnte sich, um diese heilsgeschichtliche Position zu belegen, auf der eigenen, voreingenommenen Interpretation der Vergangenheit herum trampeln.“

    Dieser Auffassung schliesse ich mich gerne an. Dennoch fällt mir auf, dass wir in einer Zeit leben, in der es an bestimmten Stellen unseres Geschichtsbildes verboten ist, einen offenen und kritischen Umgang mit historischen Fakten zu pflegen, die sich auch als Zahlen darstellen lassen. Mehr und mehr gelange ich daher zur Auffassung, dass es eine neue Verbindungslinie zwischen Angehörigen des „Tätervolks“ und Angehörigen des „Opfervolkes“ gibt, deren Verstandeskräfte in ähnlicher Weise darunter leiden, dass es in dieser schönen neuen Welt z.B. keinen Historikerstreit 2.0 mehr geben darf. Offiziell jedenfalls nicht. Und speziell nicht, wenn sich das Wort „Wissenschaft“ hinzugesellt. Gehen wir einmal davon aus, dass die Triebkraft der Wahrheitssuche nicht ein politisches Ziel sondern einfach nur Neugier ist (man munkelt, dass es so etwas z.B. im naturwissenschaftlichem Umfeld durchaus noch geben soll), dann kann nur noch geschlossen werden, dass Neugier in der schönen neuen Welt die schlimmste Form von Gier sein muss. Neugier kann dann nicht mehr „kindlich“ und „unschuldig“ sein, sondern Neugier führt unausweichlich zu Schuld. Neugier muss dann bekämpft werden, u.z. am besten politisch korrekt von innen heraus. Meinungsbildend internalisiert vielleicht durch eine Kampagne der Amadeu-Antonio-Stiftung. An Bushaltestellen hängen dann Plakate, die einen „Troll“ vor dem Notebook zeigen. Darunter der Slogan: NeuGIER ist das TIER in DIR.

    Zurück zur Verbindungslinie der Verstandeskräfte. Wenn man sich als Angehöriger des Tätervolkes beschränkt, erst einmal ausschliesslich Quellen des Opfervolkes zu studieren, dann fällt schon auf, dass die Zahl derer, die doch sehr mutig sind und aus gutem Hause stammen, in den letzten Jahren sehr zugenommen hat. „Being in Time“ (April 2017) hatte ich weiter oben schon erwähnt. Ein Jahr zuvor trat der Sohn des jüdischen Jahrhundertgeigers Yehudin Menuhin vor die Öffentlichkeit und vertrat eine Sicht, die man eigentlich weit rechts von der AfD vermuten sollte. Der englischsprachige Originaltitel („Tell the truth and shame the devil“) spricht einen Bezug an, den es für einen „aufgeklärten“ Menschen mit materialistisch-anthropozentrischem Weltbild doch gar nicht geben kann. So’n Zeugs wie 666, Geister und Dämonen stellt doch schliesslich selbst die amtierende Linie der katholischen Kirche nicht in den Vordergrund.

    Nun ja, uns Angehörigen des Tätervolks werde bewusst, dass wir 2017 nicht nur „500 Jahre Luther’sche Thesen“ sondern auch „100 Jahre Fatima“ feiern. Dieser Fall ist allerdings höchstinteressant, wenn man sich fragt, was er bedeuten könnte. Es hiesse ja, dass Gegenkräfte existieren, die uns wohlgesonnen sind…

    • Ich verstehe überhaupt nicht, warum Sie hier eine Terminologie bemühen, die praktisch niemand ausser ein paar Spinnern bemüht. Es gibt keine Kollektivschuld.

  116. Versorgungsamt Heilbronn - mal was nachdenkliches !
    mein vater ist aus dem von DON im anfangssatz zitierten Jahrgang 1926………..ich bin deshalb sehr zurückhaltend und persönlich zu sehr betroffen, um hier in der Hauptsache mitzuschreiben.

    nur ein Kommentar: bis fast zu seinem Lebensende hatte mein vater mit dem Versorgungsamt Heilbronn um die höhe seiner Kriegsopferrente zu streiten………….es musste zu Prozessen vor den zuständigen Sozialgerichten kommen, die allesamt gewonnen wurden, dank der mithilfe des VdK.

    für einen staat, der gerade diesen jahrgang als Kanonenfutter in den tod schicken wollte ein sicherlich schäbiges verhalten.

    oder soll ich noch die geschichte meines onkels von der Ostalb erzählen, der Stalingrad überlebte und die sog. russische kriegsgefangenschaft ? und wie toll der deutsche staat die rückintegration unterstützte ?

    auch heute grüsse aus dem digitalen und auch analogen Orbit nach Bordesholm, musikalisch begleitet von BAP

    https://www.youtube.com/watch?v=Pbro8Be-SdE

    und an @die Schweizerin

    solange Klausenpass nicht mehr stattfindet, kommen sie nach Küssnacht am Rigi, oldtimermotorräder fahren hoch zur Seebodenalp !
    im spätsommer 2017 !

  117. Einfach mal Danke!
    Werter Don,
    Ihre tiefsinningen Texte und vorbildliche Blogpflege halten mich fast davon ab, mit meinem kleinen italienischen „Bötchen“ über bayerische Landstraßen zu fahren!
    Was wie ein Vorwurf klingt, soll jedoch mein höchstes Lob an Sie sein. Bislang hat es noch keiner geschafft, mich davon abzuhalten, aber Ihr Angebot an geistiger Nahrung ist derart vielfältig, dass ich aufpassen muss, mich daran nicht zu überfressen. Danke dafür, dass Sie diesen Blog am Laufen halten! (Und jetzt mach ich vielleicht doch wenigstens eine Bewegungsfahrt zur Verdauung).

  118. @Don
    Ich stimme Ihnen zu, dass es keine Kollektivschuld geben SOLLTE, denn nach vermutlich geteilter Rechtsauffassung erwächst Schuld aus Verbrechen, die Einzelne oder auch Gruppen von Individuen begangen haben, nicht aber ganze Kollektive von Menschen. Die Termini „Tätervolk“ und „Opfervolk“ sind daher sicherlich überspitzt. Gemessen an gewissen Ritualen, die für Politiker als Vertreter des Volkes unumgänglich sind und in die auch – bis heute – ganze Schulklassen eingebunden sind, gemessen an gesetzlichen Vorgaben zur Vergangenheitsbewältigung und der daraus resultierenden Ächtung (bis zur Inhaftierung) von Personen, die sich nicht daran halten, habe ich aber den leisen Verdacht, dass das Thema „Kollektivschuld“ immer noch nicht vom Tisch ist – zumindestens in seiner öffentlichen Wahrnehmung.

    Warum sperrt man sonst Personen wie etwa Horst Mahler oder Ursula Haverbeck hinter Gittern und verhindert dadurch, dass sich ihre Meinungen ausbreiten? Eine Leugnung von sog. „Offensichtlichem“ kann es ja nicht sein, was deren Meinung so gefährlich macht. Dann würde es ja ausreichen, wenn man Mahler und Haverbeck als „arme Spinner“ in der Öffentlichkeit vorführt, schliesslich gibt es namhafte Historiker, die die Holocaustleugnung als absurd herausstellen. Die Antwort findet sich m.E. in der psychologischen Konsequenz der Leugnung. Wenn es keinen Holocaust in der von Mahler und Haverbeck geleugneten Form gegeben hat, dann sind wir auch kein „Tätervolk“ und tragen keine „Kollektivschuld“.

    Auf ein mögliches Verständigungsproblem möchte ich noch hinweisen. Für Sie als Atheisten (oder vielleicht besser Materialisten?) kann es keinen „Egregor“/Gruppenseele/Volksseele geben. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, da ich mich bis vor etwa zehn Jahren selbst als ein solcher verstanden habe und jedwede Form von „soul engineering“ als esoterischen Tinnef abgetan habe. Heute bin ich da vorsichtiger und gehe davon aus, dass es gewissen (diesseitigen) Dunkelkräften durchaus gelingen kann einen (jenseitigen) Egregor „heraufzubeschwören“. Meine eigene Verunsicherung begann übrigens damit, dass ich u.a. herausfand, dass Isaac Newton – den man als einen Stammvater des „aufgeklärten“ physikalischen Weltbildes
    kennt – klammheimlich Gnostiker war. Ausgerechnet Newton ist die erste englische Übersetzung der Tabula Smaragdina zu verdanken.

    • Holocaust in der von Mahler und Haverbeck geleugneten Form
      Bezeichnend für dieses Forum ist diese Formulierung – mit so etwas habe ich ein Problem

  119. An den Atheisten Don
    von einem, der dies von einem Pfarrer als kleinstem gemeinsamen Nenner übergebraten bekam.

    „Gottes Weg ist ein Heilsweg“

    Im Rückblick, in der familiären Selbstfindung, in der eigenen Wahrheitsfindung, muss alles auf die Person und auf das Umfeld heruntergebrochen werden.

    Habe mal irgendwo gwlesen, dass ostasiatische Hirne mehr auf den Kontext achten als unsere. Überprüft wurde dies mit dem Bild eines Tigers, der sich in verschiedenen Umfeldern bewegte.
    Die Europäer, resp. deren Augen, sind auf den Tiger fixiert, während die Asiaten den Kontext, sprich den Hintergrund abtasten.

    Wie ich schon geschrieben habe, sind unter meinen Vorfahren Tätervolk und Opfervolk, ich wüsste nichtmal als Außenstehender, welche Fragen ich stellen sollte und welche Antworten ich erwarte.
    Aber, und das muss ich sagen, meine Großeltern waren zu diesem Thema extrem offen und hinterfragten auch die eigenen Optionen.

    Was ich sagen will mit dem Heilsweg: Kläger und Richter zu sein ist kein Heilsweg.

  120. "... die eigene begrenzte Beurteilungsfähigkeit ..."
    Ein schöner Beitrag, nicht nur wegen der Oldtimer. Und so mancher alte Komißkopp dürfte wohlwollend genickt haben. So einen, der dann in der Bundeswehr Karriere machte, hatten wir auch in der Familie. Vor ein paar Jahren wurden ihm seine Kriegsverletzungen dann zum Verhängnis.

    Weniger schön die Notwendigkeit und Zunahme der Ordnungsrufe hier.

    Warum die Bundeswehr nicht in Verbindung mit der Wehrmacht gebracht werden soll, ist mir ein Rätsel. Schließlich wird Deutschland ja auch immer mit dem dritten Reich in Verbindung gebracht. Das soll doch sogar eine positive Wirkung entfalten und eine Wiederholung der Geschichte verhindern.

    Allerdings war mir die Bundeswehr als Wehrpflichtarmee lieber und vor allem solange sie im Inland nicht eingesetzt werden durfte. Heute kommen da schon wieder Gedanken an den Staat im Staat hoch und von Incirlik einmal abgesehen die Frage, ob es sich überhaupt um eine Parlaments- und nicht um eine Regierungsarmee handelt. Ich erinner mich da an Urteile des BVerfG, die der Opposition nicht so recht gefielen.

    Ein wichtiger Punkt scheint mir auch der Umgang mit „Deserteuren“ der Wehrmacht durch die Bundesrepublik bis vor noch nicht allzu langer Zeit zu sein. Wichtiger jedenfalls als die Frage der Kasernennamen.

    Ach und die 68er mußten auch wieder herhalten, wie ich las. Daß das Kommunikationsproblem nicht einseitig war, mit diesem Hinweis will ich mich mal begnügen. Obwohl, die Kommunikationsprobleme scheinen ja auch ohne 68er immer noch anzuhalten.

    Soweit ich das beurteilen kann, konnte sich dem Nazi-System nach 33 kaum noch jemand entziehen. Und, obwohl man das ja eigentlich nicht sagen darf, kam es zu Anfang ja auch sehr volksnah und positiv rüber – für die Biodeutschen. Woran erinnert mich das nur? Auch die kampflose Revision einiger Gebietsverluste und der Anschluß Österreichs wurden doch sehr positiv beurteilt. Woran erinnert mich das denn jetzt schon wieder? Und dann stelle ich mir immer die Frage, was wäre wenn. Wie lange hätten die Nazis das noch finanzieren können – ohne Krieg?! Na ja, bevor das hier noch ausartet, der Krieg als solcher, der wäre heute vielleicht schon längst vergessen, der Holocaust wird es wohl nie sein. Und die Beteiligung der Wehrmacht ist das Vermächtnis an die Bundeswehr, die sich dem so stellen sollte, wie es sonst in Deutschland auch der Fall ist, vielfach jedenfalls.

    Stattdessen grüßt (fast) täglich die V2. Endlose Kriegsszenarien und Waffenschauen im Free-TV. Es scheint mir fast so, als solle das Volk auf eine Fortsetzung vorbereitet werden. Der Wahnsinn des Krieges als technologische Meisterleistung, gar als kulturelle Leistung wie es scheint. Nur die nach ihren Müttern schreienden Söhne, die werden nicht gezeigt. Auch das weckt schon wieder Erinnerungen und läßt den Blick auf das Heute schweifen.

    Am Ende noch ein Blick auf „unsere Mütter, unsere Väter“. Auf die Reaktionen, besonders in Polen. Da war doch was?

  121. @colorcraze
    … da kann der Tiger nur grinsen

  122. Ich habe auch ein Bild zuhause von einem jungen Mann in Wehrmachtsuniform.
    Er sieht mir nicht ganz unähnlich nur ist er auf dem Bild fast 20 Jahre jünger als ich. Bevor er in den Krieg musste war er Landwirt. Er war verheiratet und hatte eine kleine Tochter.
    Bei dem Bild liegt ein Brief an meine Großtante:

    Im Osten, Februar 1943

    Sehr verehrte gnädige Frau!
    Ich habe die schwere Pflicht Sie vom Heldentode Ihres Mannes verständigen zu müssen. Er fiel als tapferer Soldat und treuer Kamerad bei der Abwehr eines russischen Angriffs am … Januar um 8Uhr morgens in unseren Stellungen nördlich von Livny. Ich glaube kaum, dass er von seinem Schicksal etwas ahnte, denn ein Kopfschuss machte seinem jungen Leben ein jähes Ende, als er in vorderster Linie an entscheidender Stelle des Abwehrkampfes stand. Seine Kameraden brachten ihn noch zurück zu unserem Heldenfriedhof. Leider fiel im Rahmen der schweren wechselvollen Kämpfe auch seine Grabstelle in Feindeshand.
    Ich weiß, dass nichts den schweren Verlust ersetzen kann und der Schmerz um den teuren Toten unermesslich ist. Einen Trost möchte ich Ihnen doch geben, verehrte gnädige Frau: … war von mir zum Offiziersanwärter vorgeschlagen worden und drei Tage vorher noch vom Herrn Regimentskommandeur seiner Tapferkeit wegen belobigt worden. Aber ihm war sein tapferes Verhalten immer Selbstverständlichkeit gewesen, weil seine Liebe zu seinem großen Vaterland so stark und echt war. In unseren Reihen wird er immer weiter leben, solange der Krieg auch dauern mag. Bei der unglaublichen Härte des Kampfes war es auch nicht möglich, seine eigenen Sachen zu bergen. Auch seinen Trauring brachten wir bei dem klirrenden Frost nicht mehr von seinem Finger.
    Zum Schluss, gnädige Frau, darf ich Ihnen in Ihrem Schmerz die Anteilnahme der Kompagnie und meine persönliche Aussprechen.

    Ihr … Oberleutnant und Kompanieführer.

  123. Wir könnten hier auch umschalten auf verbindliche, verfizierte Emailangabe.
    Was nennen Sie eigentlich verifiziert? Dass es die Mail-ADresse gibt, beweist ja wohl nicht, dass der Name echt ist – Sie sprechen ja selbst von Nickname. Diese Methode bevorzugt die Dreisten, z.B. auch die Putintrolle.

  124. wenn man das Leben der Vorgänger schlecht redet, um sich selbst zu erhöhen?
    Meinen Sie das ernst? Muss man da etwas schlecht REDEN? AN echtes Entsetzen glauben Sie nicht?

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